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Nationalsozialistische Europapläne

Die nationalsozialistischen Europapläne hatten die Neuordnung des Kontinents nach territorialen und
völkischen Kriterien zum Ziel. Dabei wurde die Eingliederung zahlreicher Territorien in das Deutsche Reich,
die Aus- und Umsiedlung von Bevölkerungsteilen sowie die Unterdrückung und Ausbeutung und in letzter
Instanz die Ermordung einer großen Anzahl von Menschen geplant, auch unter Beteiligung der deutschen
Wirtschaft.

Inhaltsverzeichnis
Frühe Europapläne der Nationalsozialisten
Pläne 1939–1941
Lebensraum im Osten
„Europäisches Zentralclearing“
Funktionsweise
Kritik
Wirtschaft
Großraum Europa
Nach Stalingrad
Fiktive Nachkriegsvorstellungen über ein nationalsozialistisches Europa
Siehe auch
Literatur
Sekundärliteratur
Primärliteratur
Belletristik
Weblinks
Einzelnachweise

Frühe Europapläne der Nationalsozialisten


Bereits vier Tage nach der Machtübernahme der NSDAP ließ Adolf Hitler die Spitze der Reichswehr wissen,
er werde mit der Eroberung und Germanisierung von „Lebensraum im Osten“ nicht zögern und eine
großdeutsche Volkstumspolitik betreiben, um alle Deutschen in einem Reich zu vereinigen.[1] In Mein Kampf
hatte er noch einen Bund mit Italien und Großbritannien vorausgesehen, Frankreich sollte seiner
Großmachtstellung beraubt werden. Danach würde er sich der Vergrößerung des Lebensraums im Osten
zuwenden. In der Mitte Europas sollte ein Reich aller Deutschen – weit über die Grenzen von 1914 hinaus –
entstehen. 1934 sprach Hitler von einem stählernen Kern, bestehend aus Österreich, der Tschechoslowakei
und Westpolen. Außerdem stellte er verschiedene Bündnisse aus formell alliierten – aber nicht
gleichberechtigten – Blöcken auf. Diese nannte er den Ostbund (Baltikum, Balkanstaaten, Ukraine, Wolgaland
und Georgien), den Westbund (Niederlande, Flandern und Nordfrankreich) und den Nordbund (Dänemark,
Schweden sowie Norwegen).

Hitler benutzte den Begriff Europa zuerst nur widerwillig, seine Haltung änderte sich erst, nachdem er Europa
für sich selbst und den Nationalsozialismus „blutsmäßig“ definiert hatte.[2] So definierte Franz Six[3] zum
Beispiel Europa als

„[…] der aus der Gestaltungskraft der arischen Rasse geschaffene Lebensraum der europäischen
Rassen und Völker.“

Alfred Rosenberg betonte aber, dass der Nationalsozialismus ein Programm für Deutschland, nicht für Europa
sei:[4]

„Unsere Bewegung ist […] darauf bedacht, sich nicht etwa in einen internationalen
‚nationalsozialistischen Bund‘ zu verwandeln, der dann etwas wie ein Kirchenkonzil zu
entscheiden hätte, was wahrer und was nicht wahrer Nationalsozialismus sei. Das Urteil über eine
solche Frage steht nur uns zu.“

Rosenberg sah die künftige Struktur Europas 1934 als Resultat eines Viererpaktes, bestehend aus den
nationalistischen Bewegungen Italiens, Frankreichs, Englands und Deutschlands. Auch die Staaten der Ostsee
(Finnland, Estland, Lettland, Litauen) und der Donauraum sollten inkludiert werden, um ein „organisches
Zentraleuropa“ zu formen.[5]

Pläne 1939–1941
Die größten Ambitionen zeigten hierbei die Pläne für ein neues
Europa während der Siegeswelle von 1940/41. Zu diesem Zeitpunkt
wurde über die Eingliederung Dänemarks, Norwegens, der
Niederlande und Belgiens in ein „Großgermanisches Reich“ debattiert
– Hitler wollte aufräumen mit dem „Kleinstaatengerümpel“.[6] Für
Werner Daitz war die Bevölkerung dieser Regionen genauso
germanisch wie die deutsche und daher „würdig“, ins Reich
aufgenommen zu werden.[7]

Eine Studie der Seekriegsleitung vom 3. Juni 1940 über


Raumerweiterung nach dem Krieg plädierte bereits für die Das Großdeutsche Reich
Einbehaltung Belgiens und eines Teils von Nord- und Ostfrankreich. Ende 1942
Kleinere Staaten wie die Niederlande, Dänemark und Norwegen
sollten zwar formell unabhängig, aber in starker Abhängigkeit vom
Reich gehalten werden. Heinrich Himmler dachte vorübergehend daran, einen burgundischen Staat zu
schaffen.[6]

Nach dem Sieg im Deutsch-Sowjetischen Krieg sollten auch Schweden und die Schweiz besetzt und
eingegliedert werden. Für Frankreich sah Hitler eine territoriale Zerstückelung vor, er wollte eine „vergrößerte
Schweiz“; die Grenze zu Deutschland sollte die des Heiligen Römischen Reichs sein (d. h. die französische
Schweiz zu Frankreich gehörig, die „arisch“-deutschsprachige Schweiz zum Kern-Reich). Um jeden
Widerstand im Keim zu ersticken, sollte Frankreich permanent besetzt bleiben.[8] Der Nachbar Schweiz hatte
im Konzept Hitlers bis zur Niederwerfung Russlands eine Sonderrolle: Bis zum Juni 1940 als neutraler, relativ
gut gerüsteter Flankenschutz gegen einen Angriff Frankreichs an der Südwest-Flanke, danach vor allem als
unversehrter Rüstungslieferant und als Devisen-Drehscheibe zugunsten des Reiches.[9][10]
Die südosteuropäischen Völker sollten halbautonom am Rande des Reichs leben, kontrolliert von einer
„Reichsfestung Belgrad“. Die in Norwegen und den Niederlanden eingesetzten Reichskommissare waren nur
als Übergangsform gedacht; ihre Aufgabe war es, diese neue Ordnung einzuführen und die Bevölkerung dafür
zu gewinnen.

Der wohl von seinen Herrschaftsansprüchen umfassendste Plan ist jener der Gesellschaft für europäische
Wirtschaftsplanung und Großraumwirtschaft. In ihrer Denkschrift wurde festgestellt, dass der europäische
Großraum

„[…] sämtliche Völker des Festlandes von Gibraltar bis zum Ural und vom Nordkap bis zur Insel
Zypern mit ihren natürlichen kolonisatorischen Ausstrahlungen in den sibirischen Raum und über
das Mittelmeer nach Afrika hinein […]“

umfassen müsse. Man sollte grundsätzlich nur von Europa sprechen[8][11]

„[…] denn die deutsche Führung ergibt sich ganz von selbst […]“

Die deutsche Siegeswelle übte einen gewaltigen psychischen Einfluss auf die Bevölkerung der besetzten
Gebiete aus; einige Kollaborateure – vor allem in Frankreich aber auch in den anderen besetzten Gebieten –
benutzten den Begriff Europa, um eine Zusammenarbeit zu rechtfertigen.[12] Die Beeinflussung durch die
Europa-Propaganda verlor aber jede Bedeutung, als spätestens nach einem Jahr die wirklichen Ziele der neuen
Herren klar wurden.

Lebensraum im Osten
Im Osten Europas wurde der SS freie Hand gelassen. Himmlers
Siedlungskonzept für den Ostraum gründete sich auf die „Blut-und-
Boden-Ideologie“ und auf „germanisches Bauerntum“. Die Industrie
und sowjetischen Städte sollten zerstört werden; stattdessen würden
großbäuerliche Siedler aus dem Reich deutsche Musterlandgüter
errichten und bewirtschaften.[8] Dazu wurde der so genannte
Generalplan Ost entwickelt, welcher die Gliederung der Polen in
verschiedenste Wertungsgruppen von I („Eindeutschungsfähig“) bis
IV („nicht lebenswert“) zur Folge hatte.[11] Auch das alt-
österreichische Galizien, das Baltikum, die Krim (das zukünftige
„Gotenland“, wo man Südtiroler ansiedeln wollte) und die Wolga-
Russlandfeldzug 1941–1942
Kolonie sollten deutsches Reichsgebiet werden.[1] Das Ziel im Osten
war die Etablierung eines deutschen Herrenvolks und versklavter
„Untermenschen“. Man wollte auch „rassisch wertvolles
Menschenmaterial“ aus diesen Gebieten „abschöpfen“, d. h. ins Reich eingliedern und dafür „Schmarotzer“
und „Herumlungerer“ aus dem Altreich in den Osten deportieren.[13] Ralph Giordano beschreibt das Ziel der
Nationalsozialisten, durch massenhafte Sterilisationen, Vernichtung durch Arbeit, Massenmord und
Vertreibung der einheimischen Bevölkerung ein „slawenfreies Osteuropa“ zu schaffen.[11]

„Europäisches Zentralclearing“
Das „Zentralclearing“ war ein Mechanismus zur zentralen Steuerung der internationalen Transaktionen der
verbündeten oder unterworfenen Staaten.[14] Es basierte auf der Reichsmark und bedeutete im praktischen
Wirtschaftsleben, dass alle internationalen Transfers der beteiligten Staaten über Berlin abgewickelt wurden.
Während viele Pläne zur Neuordnung Europas nie außerhalb akademischer Zeit- und Denkschriften verbreitet
wurden, funktionierte das europäische Zentralclearing bis zum Ende des Nationalsozialismus. Da das
Clearingsystem einen enormen Vorteil für das Deutsche Reich brachte, nennt Röhr es „verhohlenen Raub“.[8]
Die Warenschuld Deutschlands betrug gegen Kriegsende 35 Milliarden RM.[15]

Die Weltwirtschaftskrise hatte Anfang der 1930er Jahre in ganz Mittel- und Osteuropa zu einer Verknappung
der Gold- und Devisenreserven geführt. Das Deutsche Reich und Italien – beides Diktaturen – versuchten
diesem Problem durch zahlreiche Beschränkungen des Außenhandels Herr zu werden. Um die stark
exportorientierte Industrie und den Tourismus zu schützen, schloss die Schweiz 1934 mit dem Deutschen
Reich und 1935 mit Italien einen Clearingvertrag. Dadurch konnte der Außenhandel ohne Austausch von
Devisen in größeren Mengen erfolgen und somit die restriktiven Außenhandelsbeschränkungen umgangen
werden. Ab Herbst 1940 wurde das Clearingverfahren auch für den Außenhandel der Schweiz mit den von
Deutschland besetzten Ländern Niederlande, Belgien, Polen und Norwegen angewandt. Dieses als
Europäisches Zentralclearing bezeichnete Verfahren erlaubte es dem Deutschen Reich, nahezu den gesamten
Außenhandel der Schweiz zu kontrollieren.[16]

Funktionsweise

Die Vertragsstaaten, in diesem Fall die Schweiz und das Deutsche Reich respektive Italien, richteten jeweils
eine sogenannte Clearingstelle ein. Erhielt nun eine Schweizer Firma einen Auftrag aus Deutschland, so
lieferte sie die bestellte Ware an den deutschen Kunden, die Rechnung wurde jedoch an die Schweizer
Clearingstelle versandt, welche den Schweizer Auftragnehmer bezahlte. Das gleiche Verfahren wurde auch in
umgekehrter Richtung angewandt: So bezahlte der deutsche Kunde seine Rechnung an die deutsche
Clearingstelle, die Deutsche Verrechnungskasse zu Berlin. Am Ende einer Periode, beispielsweise eines
Monats, wurden nun die Guthaben und Forderungen miteinander verrechnet. Nur wenn sich keine
ausgeglichene Bilanz ergab, musste mit realer Währung, sprich wertvollen Devisen, bezahlt werden. Dadurch
konnte Deutschland den Abfluss von nur spärlich vorhandenen Devisen einschränken. In der Praxis gewährte
die Schweiz dem Deutschen Reich und Italien während der Kriegsjahre 1,3 Milliarden Schweizer Franken
Clearingkredite. Das heißt, der Negativsaldo zu Lasten Deutschlands wurde nicht von der deutschen
Clearingstelle bezahlt, sondern vom Schweizer Staat zinsfrei vorgeschossen. Aufgrund des chronischen
Devisenmangels des Deutschen Reiches konnten diese Kredite später nicht mehr bezahlt werden. Gegen den
Widerstand der Siegermächte erreichte die Schweiz 1952 eine Teilrückzahlung der Bundesrepublik
Deutschland über 650 Millionen Schweizer Franken und eine Teilrückzahlung Italiens über 232 Millionen
Schweizer Franken.

Kritik

In der Öffentlichkeit konnte dieses Thema während der Kriegsjahre nicht diskutiert werden, da über das
Clearingverfahren nur spärlich bis gar nicht berichtet werden durfte. Widerstand gegen das Clearingverfahren
kam trotzdem von verschiedenen Seiten, so befürchtete das Schweizer Finanzdepartement zu hohe
Staatsausgaben, die Schweizerische Nationalbank befürchtete eine dadurch verursachte Inflation, und die
parlamentarische Opposition sah es als Verletzung der Neutralität der Schweiz. Die Alliierten warfen der
Schweiz außerdem vor, Nazideutschland unterstützt und somit den Krieg verlängert zu haben. Ein weiterer
Kritikpunkt setzt an der mangelnden demokratischen Kontrolle an: Das Clearingverfahren schuf einen großen
Verwaltungsapparat, der zu großen Teilen von der Öffentlichkeit und dem Parlament abgeschirmt arbeitete
(ähnlich dem heutigen TARGET2-System).

Andererseits sah sich die Schweiz zwischen 1940 und 1944 nahezu vollständig von den übermächtigen
Achsenmächten umgeben, was zu einer großen Abhängigkeit, insbesondere von Rohstofflieferungen wie
Kohle, führte. Außerdem hatten die Exporte an Deutschland einen positiven Effekt auf die Beschäftigung in
der Schweiz.
Wirtschaft
An der Neuordnung Europas waren, wie bereits angedeutet, verschiedene Konzerne maßgeblich beteiligt. Die
I.G. Farben zum Beispiel entwickelte ehrgeizige Pläne zur Reorganisation der europäischen Chemieindustrie
unter ihrer Hegemonie. Die Deutsche Bank und die Dresdner Bank kauften Banken in den besetzten Gebieten
auf.[17] Oft wurde die Übernahme von Firmen über Treuhänder oder Vermögensverwalter abgewickelt wie
z. B. bei Krupp[8] oder durch skrupellose Arisierung und der Aneignung von „Feindvermögen“. Eine geplante
Zollunion wurde nicht durchgeführt, da eine daraus folgende etwaige Angleichung des Lebensstandards nicht
gewünscht wurde. Reichswirtschaftsminister Walther Funk gab als Ziel einer „wirtschaftlichen Neuordnung
Europas“ unter anderem an:[18]

„Die kommende Friedenswirtschaft muss dem Großdeutschen Reich ein Maximum an


wirtschaftlicher Sicherheit garantieren und dem deutschen Volke ein Maximum an
Güterverbrauch zur Erhöhung der Volkswohlfahrt.“

Großraum Europa
In der Frühzeit des Nationalsozialismus war man bestrebt, Deutschland autark zu machen. Dies änderte sich
aber im Laufe der Zeit; Herbert Backe schrieb 1942:[3]

„Nicht die Autarkie jedes einzelnen europäischen Staates ist die Aufgabe, die die Zukunft stellt,
sondern die Autarkie des Großraumes Kontinentaleuropa.“

Ziel war also nicht Weltmarkt, sondern Großmarkt Kontinentaleuropa.[3] Backe gilt als Urheber des
sogenannten Hungerplans 1941 und scheute nicht vor dem skrupellosen Einsatz des Hungers zur Verringerung
der „Übervölkerung“ zur Sicherung der deutschen Ernährung zurück. Hermann Göring fasste diese Politik
zynisch zusammen:[13]

„Wenn gehungert wird, dann hungert nicht der Deutsche, sondern andere.“

Zusammengefasst wird die Ideologie der Großraumkonzeption von Bernhard R. Kroener:[19]

„Hinter dem auch offiziell propagierten Begriff der ‚europäischen Großraumwirtschaft‘ verbargen
sich langjährige Bestrebungen und Planungen für die Durchsetzung einer wirtschaftlichen
Hegemonie Deutschlands auf dem Kontinent, den völligen Umbau der Nationalwirtschaften im
Sinne einer Arbeitsteilung nach deutschem Interesse und den Zugang zu kolonialen
‚Ergänzungsräumen‘ in Osteuropa sowie in Übersee.“

Völkische Theoretiker wie Werner Daitz stellten eine Verbindung zwischen dem wirtschaftlich-politischen
Großraumkonzept und der rassenbiologischen Lebensraum-Theorie auf. Nach diesen Gesichtspunkten
entwickelte Werner Best ein vierstufiges Verwaltungsmodell:[11]

1. Bündnisverwaltung: Formelle Selbständigkeit, das Volk muss aber den Richtlinien des
„Führungsvolkes“ (gemeint ist Deutschland) folgen.
2. Aufsichtsverwaltung: Eigene Regierungsorgane, aber Statthalter des „Führungsvolkes“.
3. Regierungsverwaltung: Gesamte zentrale Verwaltung wird von Vertretern des
„Führungsvolkes“ ausgeübt.
4. Kolonialverwaltung: Keinerlei Mitwirkung des unterworfenen Volkes an der Verwaltung.
Interessant ist, dass die Großraumkonzeption Russland als dem europäischen Raum zugehörig sah, d. h. der
Kampf zwischen der UdSSR und Großdeutschland war kein Kampf um die Abgrenzung zwischen zwei
Großräumen, sondern um die Vorherrschaft zwischen zwei Mächten desselben Raumes.[6] Dies änderte sich
mit den Niederlagen des Jahres 1942; ab nun sprach man von einer „Festung Europa“, die man gegen die
„russischen Horden aus Asien“ verteidigen müsse.

Zu dieser Zeit definierte Rosenberg Europa eher metaphysisch: sein Wesen liegt in den „großen
Völkergestalten und Persönlichkeiten“, es ist kein „leerer Begriff, […] wie er von den Spekulanten aus aller
Welt im sog. Völkerbund in Genf verwandt wurde“. Für ihn ist Europa die „blutvollste Tatsache,“ eine
„Zusammenfügung aller jener auf den Schlachtfeldern und im geistigen Ringen, die gegen die zerstörenden
Mächte von Yankee-Gangstern und GPU ankämpfen.“[20]

Durch unsauberes Zitieren wird Adolf Hitler bisweilen ein Reden vom Krieg gegen die Sowjetunion als
„Geburtsstunde des neuen Europa“ zugesprochen.[21] Den Spruch vom „neuen Europa“ nimmt Hitler
allerdings in seiner Rede vor dem Großdeutschen Reichstag am 11. Dezember 1941 auf; er bezieht ihn hier auf
die Gegenwart, nämlich die Beteiligung vieler Hilfsvölker am Krieg auf deutscher Seite.[22]

Himmler sprach am 24. März 1943 vor der SS von der „große(n)
Festung Europa“, also nicht nur von "Deutschland", als Endziel des
0:00 / 0:00
NS-Kriegs. Die Rede im Universitätsgebäude in Charkow ist bislang
nur als Tondokument greifbar.
Heinrich Himmler – Rede vor SS-
Auch das RSHA mischte mit, durch Franz Alfred Six: Fuehrern im Universitaetsgebaeude
von Charkow am 24. März 1943
„Mit dem Abwehrkampf gegen den bolschewistischen
Machtstaat ist zugleich das Zeitalter der europäischen
Binnenkriege überwunden und die Phase der europäischen Einigungskriege vor ihren Abschluß
gerückt. Die ehemals feindlichen Völker Europas finden sich in dem Kampf gegen die
gemeinsame Bedrohung des Ostens. Die Proklamation[en] der politischen Führer der Nationen
zur Verabschiedung ihrer Freiwilligenlegionen sind Proklamationen des neuen Europa. "Die
Legion erstrebt", heißt es im Aufruf des Kommandeurs der französischen Legion, "eine
Zusammenarbeit, die wie ein Feld die Grundlage bilden soll für den künftigen Frieden und ein
neues gesundes Europa".“
– SIX, 1944: [23]

Six, ein Schüler von Arnold Bergsträsser, formuliert weiter, die Einheit Europas werde bald zu einem neuen
politischen Mythos werden, und aus den Gräbern und Schlachten des Ostens werde „ein neuer Typus“
erstehen, die Gestalt des Freiheitskämpfers Europas.[24]

Nach Stalingrad
Da sich die Kriegsaussichten nach 1942 empfindlich verschlechterten, suchte die NS-Propaganda nach neuen
Schlagworten. Die in Stalingrad besiegten Streitkräfte wurden zur „europäischen Armee“ erklärt.[25] Das
Konzept der „Festung Europa“ löste die bisherigen Großraumpläne ab. Man sah sich nun nicht mehr als Herr
Europas, sondern als Beschützer des Abendlandes vor dem Bolschewismus. Eine Denkschrift des
Auswärtigen Amtes forderte:[19]

„Warum stellen wir nicht auch Zukunftsprogramme auf, die beruhigen, verführen oder doch
wenigstens neutralisieren? […] Als ob sich nicht nach errungenem Sieg leicht eine Formel finden
ließe, die unserem Führungsanspruch genügt und die uns dann erst recht die Möglichkeit gäbe,
ohne sichtbare Anwendung von Gewalt unseren bestimmenden Einfluss zu sichern.“
Ein im April 1943 eingesetzter Europa-Ausschuss im Auswärtigen Amt entwickelte Pläne für eine
europäische Konföderation aus 13 Staaten unter Führung der Achsenmächte. Diese Denkschrift war von
Homeyer entworfen worden, dem Reichskommissar von „Taurien“ (der deutsch besetzten Krim samt
Hinterland) und trug den Titel Die Kriegsentscheidung – Der Gedanke Europa. Das Ziel dieser Denkschrift
war allerdings nicht die völlige Gleichberechtigung der verschiedenen Völker und Länder Europas, sondern
immer noch eine vorherrschende Stellung des Deutschen Reiches. Dieser „Staatenbund“ schloss allerdings die
Sowjetunion explizit aus und sollte vor allem der Abwehr des Bolschewismus dienen.[11] Idealerweise hätte
man diesen Bund anlässlich der Feiern zur Erneuerung des Antikomintern-Pakts präsentieren können – dazu
kam es aber aus zwei Gründen nicht: Erstens beinhaltete der Plan „verspätete, unaufrichtige und unattraktive
Ansätze“,[1] und zweitens blieb die Einstellung Hitlers ein Hindernis; dieser hatte schon 1942 solche
Planungen verboten.[26]

Fiktive Nachkriegsvorstellungen über ein nationalsozialistisches


Europa
SS-GB (1978) von Len Deighton spielt im nationalsozialistischen Großbritannien des Jahres
1941 (mit abgedruckter Kapitulationserklärung). Die Hauptperson ist der Kriminalbeamte
Douglas Archer, der den Mord an einem Physiker aufklären soll. Wie sich herausstellt, war
dieser Physiker an dem Bau der Atombombe beteiligt und Archer wird immer mehr in Intrigen
zwischen SS, Wehrmacht, der britischen Widerstandsbewegung und der Abwehr
hineingezogen. Giordano erwähnt dieses Buch lobend und erläutert, dass es im Sonderstab
England des Wirtschafts- und Rüstungsamtes im OKW bereits detaillierte Pläne zur
Verwaltung Großbritanniens gab. SS- und SD-Einheiten waren bereitgestellt, und auch die I.G.
Farben hatte schon einen „Wunschzettel“ zur Übernahme von Unternehmen produziert.[11]
Vaterland (1992) von Robert Harris spielt 1964. Der Kalte
Krieg zwischen den USA und dem Großdeutschen Reich
ist dabei, zu Ende zu gehen, als Inspektor Xaver März die
Leiche eines hochrangigen NS-Funktionärs findet.
Vaterland ist wie SS-GB ein Kriminalroman, und ebenso
wie Archer verstrickt sich März in Intrigen, als er versucht,
den Mord aufzuklären und schließlich über den von den
Nationalsozialisten (fast) perfekt vertuschten Holocaust
stolpert.
Das Orakel vom Berge (1962) von Philip K. Dick ist ein Europa 1964 in der Welt von
leicht philosophisches Werk, das in einer Welt spielt, in der Vaterland
Amerika zwischen dem nationalsozialistischen
Deutschland und Japan aufgeteilt ist. Anders als in den
ersten beiden Werken handelt es sich nicht (nur) um einen Krimi. Die Handlungsfäden sind
lose verknüpft. Zunächst geht es um den Plan der Nationalsozialisten, die Japaner anzugreifen
und um den Versuch der Abwehr, dies den Japanern mitzuteilen. Außerdem wird der Autor
eines verbotenen Buches gesucht, welches den Sieg der Alliierten beschreibt (sozusagen eine
Alternativweltgeschichte in der Alternativweltgeschichte). In den Handlungsfäden spielen die
moralischen Entscheidungen der Figuren eine größere Rolle als die Action. Von 2015 bis 2019
wurde dieses Werk unter dem Titel The Man in the High Castle (engl. Originaltitel) von Amazon
als Serie verfilmt.

Siehe auch
Mitteleuropäischer Wirtschaftstag
Faschismus in Europa bis 1945
Madagaskarplan
Großostasiatische Wohlstandssphäre
Gustav Schlotterer, Leiter einer „Sonderabteilung Vorbereitung und Ordnung“ (Europas) im
Reichswirtschaftsministerium
Hunger- oder Backe-Plan
Alfred Toepfer, Finanzier und SD-Aktivist Richtung Westen
Geopolitik, insbes. 1925–1945
Westforschung
Ostforschung
Alemannendiskurs

Literatur

Sekundärliteratur
Karl Richard Ganzer: Das Reich als Europäische Ordnungsmacht. In Hagen Schulze und Ina
Ulrike Paul (Hrsg.): Europäische Geschichte. Quellen und Materialien. Bayerischer
Schulbuchverlag, München 1994, S. 383–385.
Birgit Kletzin: Europa aus Rasse und Raum. Die nationalsozialistische Idee der Neuen
Ordnung. Reihe: Region, Nation, Europa, Bd. 2. Lit Verlag, Münster 2000, 2. Auflage 2002,
ebd., ISBN 3-825-84993-7.[27]
Reinhard Opitz: Europastrategien des deutschen Kapitals 1900–1945. Pahl-Rugenstein
(Nachf.), Bonn am Rhein 1977, 1990 ISBN 3-760-90225-1; 2. Aufl. ebd. 1994 ISBN
3891441983.
Paul Kluke: Nationalsozialistische Europa-Ideologie. In: VfZ 3, 1955, S. 240–275 (PDF (http://w
ww.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1955_3_2_kluke.pdf); 1,7 MB).
Michael Salewski: Europa. Idee und Wirklichkeit in der nationalsozialistischen
Weltanschauung und Praxis. In: Otmar Franz (Hg.): Europas Mitte. Musterschmidt, Göttingen
1987, 1991[28]
ders.: Ideas of the National Socialist Government and Party. In: Documents on the History of
the European Integration. Bd. 1, Berlin 1985.
Peter Krüger: Hitlers Europapolitik. in Wolfgang Benz u. a. (Hgg.): Der Nationalsozialismus.
Studien zur Ideologie und Herrschaft. Frankfurt 1993; Fischer TB, ebd. 1999, ISBN 3-596-
11984-7.
ders.: Wirtschaftliche Mitteleuropapläne in Deutschland zwischen den Weltkriegen. In:
Mitteleuropa-Konzeptionen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Reihe:
Zentraleuropa-Studien, 1. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften,
Wien 1994, ISBN 3-700-12138-5.
Lothar Gruchmann: Nationalsozialistische Großraumordnung. Die Konstruktion einer
„deutschen Monroe-Doktrin“. Stuttgart 1962.
Richard Overy u. a. (Hgg.): Die „Neuordnung“ Europas. NS-Wirtschaftspolitik in den besetzten
Gebieten. Metropol, Berlin 1997.
Hans-Werner Neulen: Europa und das Dritte Reich. Einigungsbestrebungen im deutschen
Machtbereich 1939–1945. München 1987.
John Laughland: The tainted source. The undemocratic origins of the European idea. London
1997.
Walter Lipgens (Hg.): Europa-Föderationspläne der Widerstandsbewegungen 1940–1945.
Eine Dokumentation. München 1968.
Wilfried Loth: Der Weg nach Europa. Geschichte der europäischen Integration 1939 – 1957.
Göttingen 1996.
Frank Niess: Die europäische Idee aus dem Geist des Widerstands. Frankfurt 2001.
Götz Aly, Hg.: Modelle für ein deutsches Europa. Ökonomie und Herrschaft im
Großwirtschaftsraum. Berlin 1992.
Götz Aly und Susanne Heim: Vordenker der Vernichtung. Auschwitz und die deutschen Pläne
für eine neue europäische Ordnung. 2004 (zuerst 1991), ISBN 3-596-11268-0.
Mark Mazower: Hitlers Imperium. Europa unter der Herrschaft des Nationalsozialismus. Übers.
Martin Richter. C. H. Beck, München 2009. ISBN 3-406-59271-6.
Robert Grunert: Der Europagedanke westeuropäischer faschistischer Bewegungen 1940 –
1945. Ferdinand Schöningh, Paderborn 2012[29]
Rezension in: Einsicht, 11, Frühjahr 2014. Hg. Fritz-Bauer-Institut, S. 86 f. (Von Mathias
Schütz)

Primärliteratur
Eugen von Mickwitz: Großdeutschland und die Weltwirtschaft unter besonderer
Berücksichtigung der grundlegenden politischen Neugestaltung Mitteleuropas. Auf Grund von
Material des HWWA. Hamburgisches Welt-Wirtschafts-Archiv, Verlag der Veröffentlichung
"Außenhandel unter Zwang", Hamburg 1939[30]
Karlrobert Ringel: Frankreichs Wirtschaft im Umbruch Wilhelm Goldmann Verlag Leipzig 1942.
Heinrich Hunke (Ministerialdirigent Niedersachsen) Hg., Walther Funk, Beitrag: Europäische
Wirtschaftsgemeinschaft Haude & Spenersche Verlagsbuchhandlung Max Paschke, Berlin
1942 & 1943 (sic).[31]
Carl Schmitt: Völkerrechtliche Grossraumordnung mit Interventionsverbot für raumfremde
Mächte Deutscher Rechtsverlag, Berlin/Wien 1939, 4. Auflage 1941.
wieder, mit zus. Untertitel: …Ein Beitrag zum Reichsbegriff im Völkerrecht. (um ein Kapitel
über den "Raumbegriff in der Rechtswissenschaft" erw.). Neuaufl. Duncker und Humblot,
Berlin 1991, ISBN 3-428-07110-7.
Friedrich Bülow[32]: Grossraumwirtschaft, Weltwirtschaft und Raumordnung. In:
Raumforschung und Raumordnung. Volks- und raumpolitische Reihe. Hg. Paul Ritterbusch,
Heft 1. Koehler, Leipzig 1943.
Roger Diener: Das Reich und Europa. In: Reich, Volksordnung, Lebensraum, Bd. 2, 1942.
Joseph Goebbels: An Europa. in: Zs. Junges Europa, 1943.

dsb.: Tagebuch-Eintrag vom 8. Mai 1943[33]


Bernhard Payr: Die Neuordnung Europas im Spiegel des französischen Schriftentums. In:
Nationalsozialistische Monatshefte. Zentrale politische, kulturelle Zeitschrift der NSDAP. Heft
138, 12. Jg. Hg. Alfred Rosenberg. Franz-Eher-Verlag, München September 1941.
Weitere Literatur (http://www.german-foreign-policy.com/en/hist-archiv/dne/)
Max Walter Clauss: Tatsache Europa. Prag 1943

Belletristik
Len Deighton: SS-GB. Heyne, 1989, ISBN 3-453-03308-6.
Robert Harris: Vaterland. Heyne, 1994, ISBN 3-453-07205-7.
Philip K. Dick: Das Orakel vom Berge. Heyne, 2007, ISBN 3-453-52272-9.

Weblinks
Friedrich Didier: Europa arbeitet in Deutschland. Sauckel mobilisiert die Leistungsreserven.
Zentralverlag der NSDAP, München 1943. (http://www.calvin.edu/academic/cas/gpa/sauckel.ht
m) (englische Übersetzung)
In: Nazi and East-German Propaganda Archiv (http://www.calvin.edu/academic/cas/gpa/),
Calvin College (Michigan, USA)
Joseph Goebbels: Das kommende Europa. Rede an die tschechischen Kulturschaffenden und
Journalisten: Die Zeit ohne Beispiel. Zentralverlag der NSDAP, München 1941, S. 314–323. (ht
tp://www.calvin.edu/academic/cas/gpa/goeb31.htm) (englische Übersetzung)
In: Nazi and East-German Propaganda Archiv (http://www.calvin.edu/academic/cas/gpa/),
Calvin College (Michigan, USA)
Daniel Spichtinger: Nationalsozialistische Europapläne (https://web.archive.org/web/20080531
084924/http://www.geocities.com/dspichtinger/Uni/ns-eu-index.html) (Memento vom 31. Mai
2008 im Internet Archive). (Seminararbeit)
Adolf Hitler, Rede vom 30. Januar 1944 (http://www.profit-over-life.org/books/books.php?book=
38&pageID=40&expand=no&addPage=0) zum 11. Jahrestag der Machtübernahme, Dok. der
Nürnberger Prozesse
Michael Wildt: Völkische Neuordnung Europas. (http://www.europa.clio-online.de/site/lang__d
e/ItemID__202/mid__12191/40208767/Default.aspx#_ftnref5) Über Hitlers "Festigung des
deutschen Volkstums", Erlass v. 7. Oktober 1939

Einzelnachweise
1. Jörg K. Hoensch: Nationalsozialistische Europapläne im Zweiten Weltkrieg. In: Plaschka,
Richard Georg et al. (Hrsg.): Mitteleuropa-Konzeptionen in der ersten Hälfte des 20.
Jahrhunderts. Verlag der österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1995, S. 307–
325.
2. Walter Lipgens (Hrsg.): Europa-Föderationspläne der Widerstandsbewegungen 1940–1945. R.
Oldenbourg, München 1968, S. 9.
3. Herbert Backe: Um die Nahrungsfreiheit Europas. Weltwirtschaft oder Großraum. Wilhelm
Goldmann, Leipzig 1942.
4. Alfred Rosenberg: Neugeburt Europas als werdende Geschichte. Max Niemeyer, Halle/Saale
1939.
5. Alfred Rosenberg: Krisis und Neubau Europas. Berlin 1934.
6. Lothar Gruchmann: Nationalsozialistische Großraumordnung. Die Konstruktion einer
„deutschen Monroe-Doktrin“. In: Schriftenreihe der Viertelsjahreshefte für Zeitgeschichte 4.
Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1962.
7. Werner Daitz: Wikingertum – ein Grundelement nordischer Rassenseele. In: Der Weg zur
Volkswirtschaft, Großraumwirtschaft und Großraumpolitik. Zentralforschungsinstitut für
Nationale Wirtschaftsordnung und Großraumwirtschaft, Dresden 1943, S. 89–91.
8. Werner Röhr: Forschungsprobleme zur deutschen Okkupationspolitik im Spiegel der Reihe
„Europa unterm Hakenkreuz“. In: Werner Röhr (Hrsg.): Europa unterm Hakenkreuz. Die
Okkupationspolitik des deutschen Faschismus. Band 8, Hüthig, Heidelberg 1996.
9. Edgar Bonjour: Geschichte der schweizerischen Neutralität, 1970ff.
10. Jürg Fink: Die Schweiz aus Sicht des Dritten Reiches, 1985
11. Ralph Giordano: Wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte. Die Pläne der Nazis nach dem
Endsieg. Rasch und Röhring, Hamburg 1989.
12. Jacques Benoist-Méchin: Frankreich im neuen Europa. In: Deutsches Institut für
Außenpolitische Forschung (Hrsg.): Europa. Handbuch der politischen, wirtschaftlichen und
kulturellen Entwicklung des neuen Europa. Helingsche Verlagsanstalt, Leipzig 1943, S. 51–55.
13. Götz Aly und Susanne Heim: Vordenker der Vernichtung. Auschwitz und die deutschen Pläne
für eine neue europäische Ordnung. Fischer, Frankfurt am Main 1993.
14. Hans-Erich Volkmann: NS-Außenhandel im »geschlossenen« Kriegswirtschaftstraum 1939-
1941. In: Bernhard Chiari (Hrsg.): Ökonomie und Expansion. Grundzüge der NS-
Wirtschaftspolitik (= Beiträge zur Militärgeschichte. Nr. 58). München 2003, S. 177 ff.,
doi:10.1524/9783486594553.145 (https://doi.org/10.1524/9783486594553.145).
15. Karl Heinz Roth: Die wirtschaftspolitischen Nachkriegsplanungen des deutschen Faschismus.
Forschungsbilanz und offene Fragen. (1996) In: Werner Röhr und Brigitte Berlekamp (Hrsg.):
Neuordnung Europas. Vorträge vor der Berliner Gesellschaft für Faschismus und
Weltkriegsforschung 1992–1996. Edition Organon, Berlin 1996, S. 179–198.
16. Clearing. Der Zahlungsverkehr der Schweiz mit den Achsenmächten (http://www.uek.ch/de/sch
lussbericht/Publikationen/Zusammenfassungenpdf/03d.pdf) (PDF; 13 kB)
17. Richard J. Overy: The Economy of the German „New Order“. In: Overy et al. (Hrsg.): Die
„Neuordnung“ Europas. NS-Wirtschaftspolitik in den besetzten Gebieten. Metropol, Berlin
1997, S. 11–24.
18. Walther Funk: Die wirtschaftliche Neuordnung Europas. Sonderdruck aus dem Südost Echo,
Wien 1940
19. Kroener et al.: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Band 5/2. Organisation und
Mobilisierung des Deutschen Machtbereichs. Kriegsverwaltung, Wirtschaft und personelle
Ressourcen 1942–1944/45. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1999.
20. Rosenberg Der Weltkampf und die Weltrevolution unserer Zeit. Eher-Verlag, München 1943, S.
14. Typisch ist hier seine Behauptung, der NS würde einen dritten Weg zwischen Kapitalismus
(für Rosenberg: „Spekulanten“, Juden, Wall Street, Yankee) und Bolschewismus („GPU“)
eröffnen.
21. als angebl. wörtliches Zitat z. B. Frankfurter Rundschau, 20. Dezember 2014, Thomas Kröter:
Pegida. Gott will es. Der Begriff, eine rituelle Unterfütterung der Abendland-Ideologie, stammt
jedoch aus dem Propagandaministerium: „Vertrauliche Information für Zeitschriften, R. Spr. (=
Rund-Spruch) Nr. 317 Inf. Nr. 49 vom 30. Juni 1941“, eine Anweisung an alle Journalisten zur
Sprachregelung. Das komplette Zitat online, (http://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1955_3.pd
f) VfZ Nr. 3, 2. Jg. 1955, S. 259, Anm. 90
22. Online, S. 4. „Hätten nicht Italien, Spanien, Kroatien ihre Divisionen gesendet, dann würde
nicht die Abwehr einer europäischen Front entstanden sein, die als Proklamation des Begriffs
des neuen Europas ihre werbende Kraft auch auf alle anderen Völker ausstrahlen ließ.“ (http
s://archive.org/stream/AdolfHitlerKriegGegenDieUsaUndKriegsbericht1941/AdolfHilterKriegUs
a11Dez1941_djvu.txt)
23. Six, Europa. Tradition und Zukunft. Hamburg 1944, S. 115f. und in Französisch: Les guerres
intestines en Europe et la guerre d’union du présent. Paris 1944
24. Six, Europa. Tradition und Zukunft. Hamburg 1944, S. 117.
25. Antony Beevor: Stalingrad. Goldmann Verlag, München 2001, ISBN 3-442-15101-5, S. 454.
26. Adolf Hitler: Decree. In: Walter Lipgens (Hrsg.): Documents on the history of European
integration. Vol. 1, Continental plans for European Union 1939–1945. De Gruyter, Berlin 1985,
S. 108–109.
27. Grundlagenwerk zur Ideologie der Pläne. Online lesbar unter google Buchsuche; eine
detaillierte, an Quellen orientierte Darstellung aller relevanten Schriften. Betrachtet werden
ausschließlich ideologische Produkte, nicht die tatsächlichen Handlungen (Morde,
Vertreibungen usw.). Bei der Nutzung des umfangreichen Lit.verzeichnisses ist zu beachten,
dass sie „Selbständige …“ (d. h. Bücher) und „Nichtselbständige Publikationen“ (Aufsätze in
Zs. und Sammelwerken) der Nationalsozialisten getrennt verzeichnet hat, ebenso die Lit. nach
1945.
28. Beiträger: Otmar Franz, Michael Stürmer, Lothar Gall, Eberhard Kolb, Carl-Ludwig Holtfrerich,
Hagen Schulze, Michael Salewski, Klaus-Jürgen Müller, Andreas Hillgruber, Detlef Junker,
Klaus Schwabe, Klaus Hildebrand.
29. über die Niederlande, Belgien und Frankreich.
30. Mickwitz blieb auch nach der Befreiung Europas vom NS beim Thema am Ball: Artikel
Benelux: Zur Problematik einer Zollunion. Die Zeit, Nr. 40, 2. Oktober 1947, S. 1 (sic!) Reprint
in der Ausg. 44, 26. Oktober 1997 [1] (http://www.zeit.de/1947/40/benelux)
31. Sehr ausführliche Darstellung seiner NS-Europaideen in seinem Namensartikel. Hunke ist zu
beachten, weil er nach 1945 eine staatliche Rolle spielte. Engl. Kurzfassung (http://www.silent
majority.co.uk/EuroRealist/Germany1942/wordfiles/PAMPHLET01.rtf) (RTF; 219 kB) enthält in
Englisch: Verfasser- und Inhaltsverzeichnis; ausf. Einleitung des Hunke und Text des Funk.
32. Bülow war Volkswirtschaftler an der Humboldt-Universität zu Berlin, auch Forstliche
Hochschule Eberswalde, sowie "wissenschaftlicher Hauptsachbearbeiter" einer
Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumforschung. Eine lobende Festschrift seiner Anhänger von
1960 gibt Einblick in seine bedingungslose Anpassungsbereitschaft: Festgabe … zum 70.
Geburtstag. Hgg. Otto Stammer, Karl Christian Thalheim. Duncker & Humblot, Berlin 1960. Bei
google books einsehbar. Die Befreiung Europas vom NS wird hier von einem seiner Adepten,
Erich Dittrich, Godesberg, als „Katastrophe von 1945“ bezeichnet, S. 95.
33. Aus alledem aber hat der Führer die Konsequenz gezogen, daß das Kleinstaatengerümpel,
das heute noch in Europa vorhanden ist, so schnell wie möglich liquidiert werden muß. Es
muß das Ziel unseres Kampfes bleiben, ein einheitliches Europa zu schaffen. Europa kann
aber eine klare Organisation nur durch die Deutschen erfahren. Eine andere Führungsmacht
ist praktisch nicht vorhanden. Nach Reinhard Opitz, op. cit., S. 943 (nach der Tagebuch-
Ausgabe durch Lochner, Zürich 1948, S. 325).

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