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FSG „Akademiker Lyudmil Stoyanov“, Blagoevgrad

Präsentation zum Thema „Judentum“

I. Einleitung
 Was ist Judentum?
 Verbreitung auf der Welt in der heutigen Zeit
II. Aspekte der Präsentation
1. Geschichte
2. Gott/Götter (Monotheismus oder Polytheismus) und
Propheten
3. Heilige Schriften, Symbole und Tempel
4. Haupttugenden (Moral)/Grundprinzipien
5. Feiertage, Bräuche und Traditionen

III. Inhalt der Aspekte


 Geschichte:
Die Geschichte des Judentums ist tief mit der Geschichte
des jüdischen Volkes verbunden. Die drei Urväter des
jüdischen Volkes sind Abraham, Isaak (Sohn von Abraham)
und Jakob (Sohn von Isaak). Abraham lebte im 19.
Jahrhundert vor Christus. Die Geschichte des Volkes von
Israel beginnt mit dem Bund, den Gott
mit Abraham schließt (beschrieben in dem 1. Buch der
Tora). Die Tora besteht aus fünf Büchern, die über die
religiöse Geschichte der Juden erzählen. Dieser Bund
bezieht sich darauf, dass die Juden nur einen Gott haben –
Jahwe. Schon am Anfang gab es nur einen Gott – Jahwe.
Im 11. Jahrhundert vor Christus begannen die Juden sich
als eine gesellschaftliche Gruppe zu fühlen. Die jüdische
Tradition sieht Abraham als den Begründer
des Monotheismus, des Glaubens an einen einzigen,
unsichtbaren Gott. Diesen Bund setzt Gott mit Abrahams
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Sohn Isaak und dessen Sohn Jakob fort. Zu der Zeit der
babylonischen Gefangenschaft im sechsten vorchristlichen
Jahrhundert wurden die Juden in Ägypten vom Pharao
versklavt. Ihr Retter war Mose. Er bekam die Zehn Gebote
vom Gott Jahwe am Berg Sinai. Diese bestimmten die
wichtigsten Regeln in Bezug auf das ethische Benehmen
im Judentum. Später entstand eine jüdische Diaspora in
der hellenistischen Zeit in Griechenland. Im 1. Jahrhundert
nach Christus wurde Judea eine römische Provinz in dem
Römischen Reich. Dann wurde Jerusalem zerstört und ein
großer Teil von den Juden zerstreuten sich innerhalb des
ganzen Reiches. Ein weiterer bedeutender Anteil zog
ins Perserreich. Die übrigen Anhänger des Judentums
verteilten sich im Hochmittelalter auch in andere
Teile Europas, ferner in die islamische Welt und wieder in
Palästina, sowie auch in die Neue Welt. Juden wurden oft
verfolgt, zum Beispiel von den Nazis in den 1940er Jahren
des 20. Jahrhunderts nach Christus (Holocaust). Da
wurden 6 Millionen von Juden ermordet. Heutzutage
betragen die Juden circa 15 Millionen von Menschen
(etwa 4 Millionen in Israel, mehr als 4 Millionen in den
USA und circa 3 Millionen in Russland, auch in Europa und
in verschiedenen lateinamerikanischen Ländern).
 Gott und Propheten:
Gott im Judentum - der Vater und der Herr der Welt
Die Juden glauben, dass es nur einen Gott gibt, der allein
das ganze Universum für den Menschen geschaffen hat.
Nach ihrer Überzeugung ist er immer da und lenkt
mächtig und gütig die Welt. Er kennt die Geheimnisse der
Menschen, belohnt und bestraft sie. Nach dem Glauben
der Juden hat Gott das jüdische Volk auserwählt und es
beauftragt, den Glauben an den einen einzigen Gott auf
der ganzen Erde zu verbreiten. Dazu schloss er einen Bund
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mit Abraham, dem Vater des jüdischen Volkes. Seine
Lehre offenbarte Gott Mose. Laut Überlieferung schloss
Gott mit Mose und dem jüdischen Volk am Berg Sinai
ebenfalls einen Bund.

Ein Satz in der Hebräischen Bibel beschreibt die


Eigenschaften Gottes, die Juden ganz besonders
beeindrucken: „Der HERR, der HERR, ein barmherziger
und gnädiger Gott, langmütig und von großer Gnade und
Treue, der Gnade bewahrt Tausenden, der Schuld,
Vergehen und Sünde vergibt, der aber nicht ungestraft
lässt, ...“ (2.Mose 34, 6+7)

Aus Respekt machen sich Juden kein Bild von Gott. Das
„Bilderverbot“ steht sogar im 2. Gebot der Zehn Gebote.
Es gilt auch für die Christen. Muslime haben ebenfalls ein
Bilderverbot. Auch Gottes Namen sprechen Juden aus
Ehrfurcht nicht aus.
Im Judentum gibt es einige Propheten und Prophetinnen.
Der wichtigste von ihnen ist Mose. Er überbrachte den
Juden ihre Religion und damit auch die Zehn Gebote.

Auch Amos, Elija, Jeremia und Jesaja waren jüdische


Propheten. Sie verkündeten zum Beispiel Gottes
Vergebung, wenn Menschen ihre Fehler erkannten und
wieder gut machen wollten. Die Propheten Hesekiel,
Daniel, Haggai, Sacharja und Maleachi hatten Visionen
von der zukünftigen Welt. Davon berichteten sie den
Menschen, machten ihnen Hoffnung und halfen ihnen so
über schwere Zeiten hinweg. Eine Vision ist eine
Erscheinung.
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Außerdem erzählt das Judentum von sieben
Prophetinnen. Zu ihnen gehören Abrahams Frau Sarah,
Mirjam, die Schwester von Mose und Aaron, Debora aus
dem Buch der Richter, Samuels Mutter Hanna, Davids
Frau Abigail, die Königin Esther und Hulda unter dem
König Josia.
 Heilige Schriften, Tempel und Symbole:
Heilige Schriften
Die wichtigste Heilige Schrift und das Lehrbuch der Juden
ist die Hebräische Bibel, die auch Tanach heißt. Christen
nennen sie Altes Testament oder Erstes Testament. Wie
der Name schon sagt, wurde diese Bibel in hebräisher
Schrift und Sprache verfasst. Sie besteht aus drei Teilen:
der Tora, den Büchern der Propheten und den Schriften.
Die Tora besteht aus den fünf Büchern Mose. Sie sind in
52 Wochenabschnitte, die Parascha heißen, unterteilt.
Diese Abschnitte werden nacheinander an jedem
Schabbat im Gottesdienst behandelt.
Die Bücher der Propheten heißen Newiim und handeln
von den Richtern und Königen nach Moses Tod sowie von
den Prophenten.
Die Schriften heißen Ketuwim. Sie umfassen 150 Psalmen
und sogenannte Weisheitsgeschichten.
Psalmen sind eine Sammlung von Gebeten, die Juden in
der Lebenslage beten. Laut Überlieferung hat König David
sie ferfasst und als Erster gebetet.
Tempel
Synagoge
Der Begriff Synagoge stammt von dem griechischen Wort
für Zusammenkunft und ist eine Übersetzung des
hebräischen Beth Knesset (Haus der Versammlung). Oft
bezeichnen Juden die Synagoge auch als Beth Tefila (Haus
des Gebets) oder Beth Midrasch (Haus des Lernens).
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Der Jerusalemer Tempel
Er befand sich auf dem Tempelberg in Jerusalem. Mit dem
Begriff werden zwei Heiligtümer aus unterschiedlichen
Zeiten bezeichnet, die beide heute nicht mehr vorhanden
sind: Erster Tempel oder Salononischer Tempel und
Zweiter Tempel. Das Aussehen sowie die Einrichtung
beider Tempel werden in antiken Schriftquellen
beschrieben. Ihre Auslegung ist Thema der
Bibelwissenschaft und der Judaistik.
Die Klagemauer

Die Klagemauer steht auf dem Tempelberg in Jerusalem.


Die uralte, verwitterte Wand ist ein Rest der Mauer, die
früher die beiden jüdischen Tempel umgab. Sie standen
nacheinander an der derselben Stelle und waren schon
damals der wichtigste Ort für Juden. Ihre Gegner haben
sie jedoch beide zerstört. An der Klagemauer fühlen sich
viele Juden Gott so nahe wie sonst nirgendwo. Daher
kommen an jedem Tag sehr viele Gläubige aus der Stadt
und aus der ganzen Welt zum Beten an diesen Ort. Viele
Menschen stecken kleine, handgeschriebene Zettel mit
Wünschen und Gebeten in die Ritzen der Mauer.

Symbole
Es gibt viele verschiedene Symbole des Judentums und
jetzt werde ich über die wichtigsten von ihnen sprechen.
Der Davidstern ist eines der bekanntesten Symbole, die mit
dem Judentum vrebunden werden. Er ist ein Hexagramm,
das durch zwei ineinander verwobene Dreiecke gebildet
wird. Er schmückt Synagogen, Friedhöfe, die israelische
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Flagge und vieles mehr. Ebenso ist er als Anhänger von
Halsketten sehr belibt.

Die Menora ist ein Kerzenständer mit sieben Armen. Sie


symbolisiert die Schöpfung der Welt in sieben Tagen. Der
siebte Arm, von der die Arme abgehen, steht dabei für
den Schabbat. Sie wird später im Tempel in Jerusalem
stehen und ihn beleuchten.

Die Kippa ist die kleine kreisförmige Kopfbedeckung der


Juden. Sie ist ein Zeichen dafür, dass Gott über dem
Menschen steht. Beim Gebet, dem Studium religiöser
Texte und während eines Synagogen- oder
Friedhofsbesuch muss die Kopfbedeckung getragen
werden.
Chamsa
Das Symbol der schützenden Hand ist auch im Islam und
im Christentum bekannt als Hand der Fatima und Hand
der Maria. Das Wort Chamsa ist arabisch und heißt wie
das hebräische Wort Chamesch fünf und steht für die
Finger der Hand.
Chai
Das hebräische Wort bedeutet Leben und ist eines der
bekanntesten jüdischen Symbole. Im Judentum hat das
Leben den höchsten Stellenwert. Daher hat der Begriff
Chai eine große Bedeutung für Juden und symbolisiert
den Wert des Lebens an sich und den Willen dieses zu
erhalten und zu schützen.
 Haupttugenden und Grundprinzipien:
Wie jede Religion hat auch das Judentum Grundprinzipien und
Regeln, denen jeder folgen muss, wenn er ein gerechtes Leben
führen will. Die bekannteste Zusammenstellung ist die von Moses
Maimonides, der ein Verständnis der Emuna (Glaube) einführte, das
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auf der Anerkennung von Aussagen beruht statt eines Vertrauens in
Gott. Ablehnung eines der dreizehn Prinzipien bedeutet Ausschluss
aus der Gemeinschaft Israels.
Kurz geffast, die dreizehn Prinzipien sind entsprechend:
1. Der lebendige Gott werde erhöht und gelobt und seine Existenz
wird durch die Zeit nicht beschränkt.
2. Es gibt kein Wesen, das so einmalig und einzigartig ist wie er,
seine Einmaligkeit ist Unergründlich und unendlich.
3. Er hat keinen Körper und seine Heiligkeit ist unvergleichbar.
4. Er ist das Erste, das geschaffen wurde.
5. Er ist der Baumeister des Weltalls.
6. Er gewährte seinen Einfluss der Prophezeiung – seinem
hochgeschätzten, herrlichen Volk.
7. In Israel wird niemand wieder ein Prophet wie Moses sein.
8. Gott schenkte seinem Volk die Lehre (Tora) der Wahrheit
mittels Seines Propheten.
9. Gott wird nie sein Gesetz ändern – auch nicht wegen eines
anderen Gottes und niemals.
10. Er prüft und kennt unsere verborgensten Geheimnisse.
11. Er belohnt den gütigen Menschen gemäß seinen Taten – Er
belegt den Bösen gemäß seiner Boshaftigkeit mit Übel.
12. Am Ende der Tage wird Er unseren Erlöser schicken – um
diejenigen zu erlösen, die sich danach sehnen.
13. Gott wird die Toten in Seiner reichlichen Güte wieder zum
Leben erwecken.

Heute gibt es auch ungewöhnliche Regeln, was an körperlichen


Eingriffen erlaubt ist und was nicht. Wer sich an das jüdische
Religionsgesetz, hält, darf sich nicht tätowieren oder eine
Schönheitsoperation nur deshalb vornehmen lassen, um einem
Schönheitsideal zu entsprechen.
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Erlauben sind:

 Abtreibung: Solange das Kind nicht geboren ist, steht immer


die Gesundheit der Mutter im Vordergrund.

 Alkoholkonsum: Was der Gesundheit abträglich ist, sollte


vermieden werden. Hier macht es die richtige Menge aus.

 Hormoneinnahme: Wenn medizinisch indiziert, in Ordnung.


Wenn es darum geht, den Körper zu verändern, jedoch nicht
erlaubt.

 Piercings: erlaubt, wenn es sich im Rahmen der


gesellschaftlichen Konvention bewegt. Gestochene Ohren
(im Bereich der unteren Ohrläppchen) sind hier also in
Ordnung, Zungenpiercings dagegen nicht.

 Künstliche Fingernägel: sind gestattet.

Verboten sind:

 Einäscherung: Die Verbrennung des Körpers nach dem Tod ist


nicht erlaubt. „Der Körper des Verstorbenen ist nicht nur eine
leblose Hülle, es bleibt die Verpflichtung, ihn mit dem gleichen
Respekt zu behandeln wie den eines Lebenden.“

 Obduktion: Die Zerstückelung von Toten ist nicht erlaubt.

 Tätowierung & Permanent Make-up: nicht erlaubt.

 Schönheitsoperationen: nicht erlaubt, es gibt aber Ausnahmen,


wenn die Gesundheit ohne einen solchen Eingriff leidet. Hier
werden auch psychische Probleme schlagend.

 Feiertage, Bräuche und Traditionen:


Ihren wichtigsten Festtag feiern viele Juden in jeder Woche einmal.
Das ist der Schabbat. Er beginnt am Freitagabend und endet am
Samstagabend. Der Samstag ist nach jüdischem Kalender der
siebte Tag der Woche und nach Gottes Weisung aufgrund der
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Schöpfung ein heiliger Ruhetag. An ihm soll jedes Wesen – Mensch
und Tier - nach einer anstrengenden Woche wieder zu sich finden
und neue Kraft schöpfen. Viele Juden beten am Schabbat
besondere Gebete, lesen spezielle Abschnitte aus der Tora und den
Propheten, treffen sich zum Tora-Lernen und arbeiten nicht, weil
auch Gott am 7. Tag ruhte. Drei Schabbat-Mahlzeiten sind zur Feier
des Tages vorgeschrieben.

Außerdem gibt es die Hohen Feiertage Rosch Haschana und Jom


Kippur, die Wallfahrtsfeste Pessach, Schawuot und Sukkot und
die Freuden- und Trauertage.
Rosch Haschana ist das Neujahrsfest der Juden. Es liegt im
Herbst. An diesem Tag besinnen sich Juden ganz besonders auf
Gott als ihren Schöpfer und Weltenlenker und darauf wie sie leben
sollen. Daher gilt der Tag als Tag der Buße und der Umkehr zu
Gott.

Jom Kippur liegt zehn Tage nach Rosch Haschana und ist für
Juden der Tag der Buße und Vergebung. Er beendet eine
zehntägige Reuezeit, in der sich Juden mit allen Mitmenschen
wieder vertragen sollen, die sie im Laufe des Jahres verletzt oder
verärgert haben. An Jom Kippur beten und fasten viele Juden den
ganzen Tag in der Synagoge. Es ist der strengste Feiertag des
Judentums.

Das Wallfahrtsfest Pessach ist Juden am allerwichtigsten. Es


dauert sieben Tage und erinnert an die Befreiung des Volkes Israel
aus der Sklaverei und an den Auszug aus Ägypten. Er wird auch
Exodus genannt.

Schawuot feiern Juden 50 Tage nach Pessach die Offenbarung


Gottes mit den 10 Geboten am Berge Sinai. Das geschah laut
Überlieferung drei Wochen nach der Befreiung aus Ägypten. An
diesem Festtag danken Juden Gott in der Synagoge, dass er sie
dazu berufen hat, seinen göttlichen Willen empfangen zu haben
und im Alltag umzusetzen.

Sukkot ist das Laubhüttenfest und vier Tage nach Jom Kippur ein
sehr fröhliches Fest. An diesen sieben Tagen leben und schlafen
viele Familien in einer selbst gebauten Laubhütte. Damit erinnern
sie daran, dass Gott das Volk Israel versorgt hat, als es 40 Jahre
lang durch die Wüste wanderte und die Menschen in einfachen
Hütten lebten.
Küche und Badezimmer benutzen Juden übrigens auch an Sukkot
im Haus.
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Chanukka ist das Lichterfest. Es erinnert an die Wiedereinweihung


des Zweiten jüdischen Tempels in Jerusalem. Der Chanukka-
Leuchter besitzt neun Arme. Jeden Tag wird eine Kerze mehr
angezündet, bis am Ende acht Kerzen brennen. Die neunte Kerze
wird zum Anzünden der anderen verwendet. Dabei wird der Segen
gesprochen.

IV. Schluss
 Die Idee der religiösen Toleranz steht im Vordergrund.
(Der Geist der Aufklärung)
 Es gibt nur einen Gott, der aber in den verschiedenen
Religionen verschiedene Namen hat.
 Die Humanität und die allgemeinen Tugenden wie Güte,
Gerechtigkeit, Treue, Ehrlichkeit und Fleiß sind in allen
Religionen zugrundeliegend.