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BERATENDE/R INGENIEUR/IN

Dieser Beruf wird von dem Bundesland geregelt, in dem Ihr Arbeitsort liegt.
Das bedeutet, das Verfahren und die Voraussetzungen für die Anerkennung können in einem anderen Bundesland anders sein.
Die folgenden Informationen gelten für den Ort, den Sie gewählt haben.

Zuständige Stelle für die Antragstellung


Ingenieurkammer-Bau Nordrhein-Westfalen
Zollhof 2
40221 Düsseldorf

Telefon: (0211) 130-670


Fax: (0211) 130-671-50
E-Mail: info@ikbaunrw.de
http://www.ikbaunrw.de

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Berufliche Anerkennung

BRAUCHE ICH EINE ANERKENNUNG MEINER BERUFLICHEN QUALIFIKATION?

Ja, Sie brauchen eine Anerkennung Ihrer Berufsqualifikation. Der Beruf „Beratender Ingenieur“ oder „Beratende Ingenieurin“ ist
in Deutschland reglementiert. Die Berufsbezeichnungen „Beratender Ingenieur“ und „Beratende Ingenieurin“ sind in
Deutschland geschützt. Sie brauchen eine formale Berechtigung zum Führen der Berufsbezeichnung.

Hinweis: Sie müssen sich schon „Ingenieur“ oder „Ingenieurin“ nennen dürfen. Das heißt, Sie müssen zuerst die Erlaubnis zum
Führen der Berufsbezeichnung „Ingenieur“ oder „Ingenieurin“ haben. Für die Erlaubnis vergleicht die zuständige Stelle Ihre
Qualifikation mit der Qualifikation in Deutschland (Gleichwertigkeitsprüfung).

Sie dürfen sich noch nicht „Ingenieur“ oder „Ingenieurin“ nennen? Informationen zu diesem Verfahren finden Sie im
Anerkennungs-Finder unter dem Referenzberuf „Ingenieur“ oder „Ingenieurin“. Die zuständige Stelle teilt Ihnen mit, ob und bei
wem Sie dafür einen extra Antrag stellen müssen.

Außerdem müssen Sie auf der Liste der Beratenden Ingenieurinnen und Ingenieure stehen, die bei der Ingenieurkammer-Bau
geführt wird.

GIBT ES AUCH BESCHÄFTIGUNGSMÖGLICHKEITEN OHNE FORMALE ANERKENNUNG?

Ja. Sie dürfen als Angestellter arbeiten (z.B. in einem Ingenieurbüro oder in einem anderen Unternehmen). Dann dürfen Sie aber
nicht die deutsche Berufsbezeichnung „Beratender Ingenieur“ oder „Beratende Ingenieurin“ führen. Ihre Qualifikation ist dann
nicht anerkannt. Sie werden nicht in die Liste der Beratenden Ingenieurinnen und Ingenieure eingetragen und dürfen nicht
selbständig und eigenverantwortlich als „Beratender Ingenieur“ oder „Beratende Ingenieurin“ arbeiten.

Für die selbständige Tätigkeit als „Beratender Ingenieur“ oder „Beratende Ingenieurin“ brauchen Sie die Anerkennung als
„Ingenieur“ oder „Ingenieurin“ und müssen alle weiteren Voraussetzungen erfüllen. Dann werden Sie in die Liste der Beratenden
Ingenieurinnen und Ingenieure eingetragen. Erst wenn Sie in die Liste der Beratenden Ingenieurinnen und Ingenieure
eingetragen sind, dürfen Sie als „Beratender Ingenieur“ oder „Beratende Ingenieurin“ arbeiten.

MÜSSEN WEITERE VORAUSSETZUNGEN ERFÜLLT SEIN?

Ja. Neben der Anerkennung Ihrer Qualifikation als „Beratender Ingenieur“ oder „Beratende Ingenieurin“ müssen Sie noch weitere
Voraussetzungen für das Führen der Berufsbezeichnung erfüllen. Das sind:

Berufpraxis als „Ingenieur“ oder „Ingenieurin“ von mindestens 3 Jahren


Eine ausreichende Berufshaftpflichtversicherung
Eine eigenverantwortliche Tätigkeit
(Das heißt, Sie arbeiten für Auftraggeber. Sie sind selbständig und schreiben ihre eigenen Rechnungen. Oder Sie arbeiten
in der Geschäftsführung in einem Ingenieurunternehmen oder als Hochschullehrer oder Hochschullehrerin)
Eine unabhängige Tätigkeit
(Das heißt, Sie haben keine eigenen oder fremden Interessen an einem Auftrag)
Persönliche Eignung

Informationen zum Verfahren

WER KANN DAS VERFAHREN DURCHLAUFEN

Jede Person, die die obengenannten Voraussetzungen erfüllt, kann einen Antrag stellen und das Verfahren durchlaufen. Es ist
nicht relevant, welche Staatsangehörigkeit Sie haben oder in welchem Land Sie Ihre Qualifikation erworben haben. Sie können
den Antrag auch aus dem Ausland stellen.

Sie müssen aber nachweisen, dass Sie in Nordrhein-Westfalen als „Beratender Ingenieur“ oder „Beratende Ingenieurin“ arbeiten
wollen. Sie müssen auch nachweisen, dass Sie

Ihre Niederlassung in Nordrhein-Westfalen haben oder


überwiegend in Nordrhein-Westfalen arbeiten oder
in Nordrhein-Westfalen wohnen.

WIE LÄUFT DAS VERFAHREN AB?

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Zuerst müssen Sie die Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung „Ingenieur“ oder „Ingenieurin“ haben. Das heißt, Sie
müssen Ihre Qualifikation als „Ingenieur“ oder „Ingenieurin“ anerkennen lassen.
Die zuständige Stelle vergleicht Ihre Qualifikation mit der deutschen Qualifikation als Ingenieur oder Ingenieurin. Dabei
berücksichtigt die zuständige Stelle Ihre Berufspraxis, sonstige Befähigungsnachweise und sonstige Qualifikationen
(Gleichwertigkeitsprüfung).
Eventuell müssen Sie hierfür einen extra Antrag stellen. Mehr Informationen zu der Gleichwertigkeitsprüfung finden Sie im
Anerkennungs-Finder unter dem Referenzberuf "Ingenieur/in". Oder Sie fragen die zuständige Stelle (Ingenieurkammer-
Bau).
Für im Bauwesen tätige Ingenieurinnen und Ingenieure prüft die Ingenieurkammer-Bau die Gleichwertigkeit für das
Führen der Berufsbezeichnung Ingenieur oder Ingenieurin.
Die zuständige Stelle teilt Ihnen das Ergebnis schriftlich oder elektronisch mit (Bescheid).
Wenn die zuständige Stelle Ihre Qualifikation als Ingenieur oder Ingenieurin anerkannt hat, können Sie einen Antrag bei
der zuständigen Stelle (Ingenieurkammer-Bau) stellen, um in die Liste der Beratenden Ingenieure eingetragen zu werden.
Dann prüft die zuständige Stelle, ob Sie die Genehmigung zum Führen der Berufsbezeichnung „Ingenieur“ oder
„Ingenieurin“ haben. Die zuständige Stelle prüft auch alle weiteren Voraussetzungen.

Hinweis: In Nordrhein-Westfalen gibt es 2 Listen für Beratende Ingenieure:

1. Die „Liste der im Bauwesen tätigen Beratenden Ingenieure und Ingenieurinnen“


Für die „Liste der im Bauwesen tätigen Ingenieure und Ingenieurinnen“ müssen Sie eine entsprechende Fachrichtung
studiert haben (z.B. Bauingenieurwesen, Vermessungswesen, Bauphysik, Verkehrswesen oder Energietechnik).
2. Die „Liste der sonstigen Beratenden Ingenieure und Ingenieurinnen“ für nicht im Bauwesen arbeitende Beratenden
Ingenieure und Ingenieurinnen.

WELCHE ERGEBNISSE SIND MÖGLICH?

Alle Voraussetzungen sind erfüllt.


Sie werden in die Liste der Beratenden Ingenieurinnen und Ingenieure als „Beratender Ingenieur“ oder „Beratende
Ingenieurin“ eingetragen. Sie dürfen sich nun „Beratender Ingenieur“ oder „Beratende Ingenieurin“ nennen und
selbständig arbeiten. Sie werden automatisch Mitglied der Ingenieurkammer-Bau.
Die Voraussetzungen sind nicht erfüllt. Ihr Antrag wird abgelehnt.
Sie werden nicht in die Liste der Beratenden Ingenieurinnen und Ingenieure als „Beratender Ingenieur“ oder „Beratende
Ingenieurin“ eingetragen. Sie dürfen sich nicht „Beratender Ingenieur“ oder „Beratende Ingenieurin“ nennen.

Ihr Antrag wurde abgelehnt, weil Sie nicht die erforderliche Berufserfahrung haben? Sie können nach 3 Jahren
Berufserfahrung wieder einen Antrag stellen. Um Berufserfahrung zu sammeln, können Sie z.B. Fortbildungen und
Weiterbildungen in Deutschland machen.

Die zuständige Stelle teilt Ihnen das Ergebnis schriftlich oder elektronisch mit (Bescheid). Gegen die Entscheidung der
zuständigen Stelle ist ein Rechtsbehelf zulässig. Damit können Sie gegen die Entscheidung rechtlich vorgehen, damit sie
überprüft wird. Details dazu stehen in der Rechtsbehelfsbelehrung am Ende Ihres Bescheides. Es wird Ihnen jedoch empfohlen,
die strittigen Fragen mit der zuständigen Stelle zu klären, bevor Sie einen Rechtsbehelf einlegen.

WELCHE UNTERLAGEN SIND FÜR DIE ANTRAGSTELLUNG NÖTIG?

Sie müssen in der Regel folgende Dokumente einreichen:

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Das ausgefüllte und unterschriebene Antragsformular von der zuständigen Stelle (siehe „INFORMATIONEN &
ANTRAGSFORMULARE DER ZUSTÄNDIGEN STELLEN“)
Einen Identitätsnachweis (z.B. Personalausweis oder Reisepass)
Ihre Heiratsurkunde oder Eheurkunde (wenn sich Ihr Familienname geändert hat)
Ihren Lebenslauf in Form einer Tabelle und in deutscher Sprache (Liste von Ihren Ausbildungsgängen und Ihrer
Berufspraxis)
Nachweise über Ihre Berufsqualifikation als Ingenieur oder Ingenieurin (z.B. Ausbildungsnachweise, Abschlusszeugnis,
detaillierte Fächer- und Stundenübersicht zu Theorie und Praxis, Diploma Supplement, Zertifikate, Berufsurkunde)
Nachweise über Ihre Berufspraxis als Ingenieur oder Ingenieurin über mindestens 3 Jahre (z.B. Zeugnisse von
Arbeitgebern)
Nachweise über Ihre sonstigen Qualifikationen (z.B. über berufliche Weiterbildungen, Kurse, Seminare)
Nachweis über die Berechtigung zum Führen der Berufsbezeichnung „Ingenieur“ oder „Ingenieurin“
Eine aktuelle Bescheinigung, dass Sie in Nordrhein-Westfalen wohnen (Meldebescheinigung).
Oder einen Nachweis über den Sitz Ihrer Niederlassung oder den Ort Ihrer überwiegenden Beschäftigung (z. B. durch
Bestätigung der Gemeinde).
Nachweis über eine gültige Berufshaftpflichtversicherung
Als Nachweis für Ihre persönliche Eignung und Zuverlässigkeit: Ein amtliches Führungszeugnis von einer deutschen
Behörde. Ein anderer Name für das amtliche Führungszeugnis ist „Führungszeugnis Belegart O“.
Eventuell eine Erklärung zu Ihren wirtschaftlichen Verhältnissen

Die zuständige Stelle teilt Ihnen mit, welche Dokumente Sie im Original vorzeigen oder als Kopie abgeben müssen. Einige
Kopien müssen amtlich beglaubigt sein. Wir empfehlen Ihnen: Senden Sie keine Originale per Post.

Ihre Dokumente müssen Sie in deutscher Sprache vorlegen. Die Übersetzungen müssen von öffentlich bestellten oder
ermächtigten Übersetzerinnen und Übersetzern gemacht werden. Öffentlich bestellte oder ermächtigte Übersetzerinnen und
Übersetzer in Deutschland finden Sie hier.

Weitere Informationen zu den Dokumenten für die Antragstellung finden Sie hier.

WIE LANGE DAUERT DAS VERFAHREN?

Die zuständige Stelle bestätigt Ihnen nach maximal einem Monat, dass Ihre Unterlagen angekommen sind. Die zuständige Stelle
teilt Ihnen mit, wenn Unterlagen fehlen. Wenn die Unterlagen vollständig sind, dauert das Verfahren maximal 3 Monate. In
bestimmten Fällen kann die zuständige Stelle das Verfahren um einen Monat verlängern.

WAS KOSTET DAS VERFAHREN?

Die Eintragung neuer Mitglieder kostet mindestens 200 Euro. Die zuständige Stelle informiert Sie über die genauen Kosten.

Zusätzlich können weitere Kosten entstehen (z.B. für Übersetzungen und Beglaubigungen oder Ausgleichmaßnahmen). Diese
Kosten sind individuell unterschiedlich.

Eventuell können Sie finanzielle Hilfe bekommen. Weitere Informationen finden Sie hier.

INFORMATIONEN & ANTRAGSFORMULARE DER ZUSTÄNDIGEN STELLEN

Informationen und Anträge zum Download

SIND DEUTSCHKENNTNISSE ERFORDERLICH? WELCHES SPRACHNIVEAU?

Nein, Deutschkenntnisse werden nicht geprüft. Das Verfahren wird aber in deutscher Sprache durchgeführt. Deutschkenntnisse
werden für die Kommunikation mit der zuständigen Stelle und auch für die Tätigkeiten dringend empfohlen.

Antragstellung

Sie können Ihren Antrag auf Anerkennung direkt an die zuständige Stelle richten. Lassen Sie sich durch eine IQ-
Beratungsstelle beraten, bevor Sie den Antrag stellen. Beratungsangebote in Ihrer Nähe finden Sie hier.

Der Antrag kann auch an den Einheitlichen Ansprechpartner gesendet werden. Dieser hilft Ihnen und leitet den Antrag an die
zuständige Stelle weiter, die das Anerkennungsverfahren durchführt. Hier erhalten Sie weitere Informationen.

Sie können Ihren Antrag in der Regel auch elektronisch stellen. Die elektronische Übersendung von Nachweisen und anderen
Unterlagen ist aber nur dann möglich, wenn diese in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder des Europäischen
Wirtschaftsraums ausgestellt oder anerkannt wurden.

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Im weiteren Verlauf des Verfahrens müssen Sie die Originaldokumente oder die beglaubigten Kopien vorlegen.

Gesetzliche Grundlagen

Ingenieurgesetz NRW – IngG NRW


Baukammerngesetz NRW – BauKaG NRW
Verordnung über die Durchführung von Ausgleichsmaßnahmen nach dem BQFG NRW für die nach dem Ingenieurgesetz
reglementierte Berufsbezeichnung

Beratungsangebote

Lassen Sie sich in einer IQ-Beratungsstelle persönlich zu diesem Verfahren und Ihrer Qualifikation beraten. Die Beraterinnen und
Berater helfen Ihnen auch vor der Antragstellung mit Ihren Unterlagen. Die Beratung ist kostenlos. Hier finden Sie eine
Beratungsstelle in Ihrer Nähe.

Sie können auch die Hotline vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge anrufen. Die Hotline beantwortet Ihnen Fragen zum
Thema „Arbeiten und Leben in Deutschland“. Sprechzeiten: Montag bis Freitag von 9 Uhr bis 15 Uhr, Telefonnummer: +49 30
1815-1111.

Es gibt noch weitere Angebote. Wir informieren Sie hier.

Berufsprofil

Einsatzgebiete

Ingenieurinnen und Ingenieure können als besonderes Qualitätssiegel den Titel „Beratende Ingenieurin“ oder „Beratender
Ingenieur“ erhalten. Dazu müssen sie eine bestimmte Zeit als Ingenieurinnen und Ingenieure gearbeitet haben. Zusätzlich
müssen Sie meistens an Fortbildungen teilnehmen, die auf eine unabhängige und eigenverantwortliche Tätigkeit vorbereiten.

Unabhängig heißt, dass die „Beratenden Ingenieurinnen und Ingenieure" keine eigenen oder fremden Interessen an einem
Auftrag haben.
Eigenverantwortlich heißt, die „Beratenden Ingenieurinnen und Ingenieure" arbeiten selbständig für Auftraggeber. Das
heißt, Sie schreiben eigene Rechnungen, arbeiten in der Geschäftsführung in einem Ingenieurunternehmen oder als
Hochschullehrerin oder Hochschullehrer.

„Beratende Ingenieurinnen und Ingenieure" werden in Listen eingetragen, die in den Ingenieurkammern der Länder geführt
werden und die jeder einsehen kann.

Berufliche Tätigkeiten

„Beratende Ingenieurinnen und Ingenieure“ sind spezialisiert, arbeiten analytisch und bieten eine hohe fachliche Kompetenz. Die
Ingenieurberufe werden in Fachrichtungen unterteilt. Für jeden dieser Fachbereiche gibt es eine Vielzahl von Spezialisierungen.
Unterschieden wird zwischen Ingenieurinnen und Ingenieuren für:

Maschinenbau
Elektrotechnik
Informatik
Verfahrenstechnik
Wirtschaft
Bau

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