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OffshoreÖl und Gas unter dem Meeresgrund

Ohne Bohrinseln und -schiffe wären Exploration und Förderung auf hoher See unmöglich. Je nach
Wassertiefe setzen die Öl- und Gasgesellschaften dabei verschiedene Typen ein: Für die Exploration in
flachen Gewässern bis etwa 60 Meter eignen sich Bohrinseln, die auf einem gefluteten Ponton auf dem
Meeresgrund stehen. Ist ihr Einsatz beendet, leert man den Ponton, und die Insel kann zu einem
neuen Einsatzort geschleppt werden. Bei tieferem Wasser bis rund 300 Meter kommen Bohrinseln mit
absenkbaren Stützen zum Einsatz („Hubbohrinsel“ oder „Jack-up rig“): Über der Lagerstätte werden
die Stützen abgesenkt und graben sich einige Meter in den Meeresboden ein.

In noch tieferen Gewässern ist es nicht mehr möglich, die Bohrinsel am Meeresboden aufsetzen zu
lassen – sie muss stattdessen über dem Bohrloch schwimmen. Bei solchen „Halbtauchern“ („Semi-
submersible rig“) befinden sich riesige Ballasttanks unter Wasser und sorgen dafür, dass
die Bohrinselselbst bei hoher See nicht allzu sehr schwankt. Zum Halten der Position über dem
Bohrloch werdenHalbtaucher mit Stahlseilen und Ankern am Grund befestigt („moored rig“). Sie
können in Wassertiefen bis zu 3500 Metern eingesetzt werden. Für solche extremen Verhältnisse setzt
man auch Bohrschiffeein, die keinerlei Verbindung zum Meeresboden haben. Wintershall ist derzeit
ausschließlich auf den Kontinentalschelfen aktiv.

Halbtaucher und Bohrschiffe müssen auch bei schweren Stürmen und hohen Wellen ihre Position exakt
halten – sonst könnte das Bohrgestänge brechen und hohe Schäden verursachen. Dafür sind die
„Thruster“ verantwortlich: Diese Motoren können um 360 Grad gedreht werden und gleichen alle
Bewegungen weitgehend aus. Bei Bohrschiffen müssen sie auch das Drehmoment des Bohrers
kompensieren, sonst würde sich das Schiff um seine eigene Achse drehen.

Ist eine Offshore-Lagerstätte reif für die Produktion, wird eine Förderplattform über dem Bohrloch
installiert oder die Bohrinsel wird zur Förderplattform umgebaut.  Die Rohstoffe gelangen vom
Bohrloch nach der Aufbereitung entweder über eine Pipeline direkt an Land oder werden an
Ölförderplattformen in Tanker geladen. Als Zwischenspeicher dienen dabei oft alte Tanker oder
spezielle Schiffe, die als „Floating Production Storage and Offloading Unit“ (FPSO) neben der
Förderplattform schwimmen. 

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Vereinbarkeit von Ökologie und Ökonomie


Die Nordsee ist seit Jahrzehnten eine der weltweit wichtigsten Förderregionen. Wintershall selbst ist
schon seit 1965 insbesondere bei der Förderung von Erdgas in der Nordsee aktiv und betreibt 26
Plattformen in der südlichen Nordsee. Davon liegen 25 in niederländischen und eine in deutschen
Hoheitsgewässern. Die durchschnittliche Wassertiefe bei diesen Produktionsplattformen liegt bei 25 bis
40 Metern. Einige unserer eigenoperierten Explorationsbohrungen in Norwegen erreichen auch
Wassertiefen bis zu 400 Metern.   

Mit dem Betriebsführer RWE Dea fördern wir seit 1987 von der Förderinsel Mittelplate aus das größte
deutsche Ölvorkommen. Die vollkommene Abschottung der auf dem Wattboden aufsitzenden
künstlichen Förderinsel durch eine flüssigkeitsdichte Stahl- und Betonwanne gewährleistet
zuverlässigen Umweltschutz und ermöglicht den Zugang zu wichtigen Ressourcen in einer sensiblen
Umgebung. Die Förderinsel Mittelplate ist mit nur 70 x 95 Meter relativ schmal. Sie wird durch eine
Spundwand gesichert, die zum offenen Meer hin elf Meter hoch ist. Die nach gründlichen
hydrographischen, strömungstechnischen und meteorologischen Untersuchungen gewählte
Konstruktion bietet auch im rauen Watt optimale Standfestigkeit, selbst gegen Sturmfluten und
Eisgang.
Einer der extremsten Jobs der Welt
Bohrinseln und Förderplattformen gehören zu den extremsten Arbeitsplätzen der Welt. Die Mannschaft
kann ihren Arbeitsplatz meist nur per Hubschrauber erreichen und wochenlang nicht mehr verlassen.
Die Arbeiter an Bord müssen rund um die Uhr und auch bei schlechtem Wetter dafür sorgen, dass die
Bohrung bzw. die Produktion problemlos verläuft. Techniker und Ingenieure überprüfen laufend, ob die
Konstruktion über und unter Wasser sowie alle Systeme reibungsfrei funktionieren. Im Notfall – etwa
bei einem Brand oder einer Explosion – kann sich die Mannschaft in Rettungsbooten in Sicherheit
bringen, bis Hilfe eintrifft.

Förderplattform F 16-A.

Für optimale Sicherheit auf den Gasförderplattformen der Wintershall in der Nordsee sorgt eine
Überwachungszentrale, die das Unternehmen 2007 im niederländischen Den Helder eröffnet hat. Die
Einrichtung für „Remote Controlled Operations“ (RCO) gehört zu den modernsten ihrer Art und stellt
per Richtfunk fest, ob die Förderplattformen ohne Probleme arbeiten. Der Kontrollraum ist rund um
die Uhr mit zwei Mitarbeitern besetzt – das spart Personal auf den Plattformen, vermeidet teure Flüge
zu den Anlagen und senkt die Kosten für Instandhaltung und Logistik. So kann Wintershall auch kleine
Erdgasfelder in der Nordsee wirtschaftlich betreiben.