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Für

S naa
Sin
[noch
h sieben Jaahre und vier
v Monaate …]
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Warum ein kleiner Mord so schwierig ist

Die brave Hausfrau liest im Blättchen


von Lastern selten dustrer Art,
vom Marktpreis fleißiger Erzkokettchen, vom Lustgreis auch mit Fußsackbart.
Mein Gott, denkt sich die junge Gattin, mein Gott!
Welch ein Spektakulum!
„Das schlanke Frauenzimmer hat ihn …“
Ja was? Sie bringt sich reinweg um.
O Frau! Die Phantasie hat Grenzen,
sie ist so eng - es gibt nicht viel.
Nach wenigen Touren, wenigen Tänzen
ist’s stets das alte, gleiche Spiel. Der liebt die Knaben. Dieser Ziegen.
Die will die Männer laut und fett. Die mag bei Seeoffizieren liegen. Und der geht
nur mit sich ins Bett. Hausbacken schminkt sich selbst das Laster.
Sieh hin - und Illusionen fliehn.
Es gründen noch die Päderaster „Verein für Unzucht, Sitz Berlin“.
Was kann der Mensch denn mit sich machen! Wie er sich anstellt und
verrenkt: Was Neues kann er nicht entfachen.
Es sind doch stets dieselben Sachen ...
Geschenkt! Geschenkt!
Kurt Tucholsky

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Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten? Das ist
eine berechtigte Frage, wenn man die arg begrenzten
Gedankendimensionen der konservativen Vorstadt-Gehirne
betrachtet. Der Durchschnitt strebt eindimensional nach

Seite 3
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Brauch
hbarkeit, vergleichb
v bar mit de
em dürftiggen Inhalt eines
Krokodilkopfes,, der nur die
d Reflexe
e „Vorwärrts“,
„Zusch
hnappen“, „Zurück““ und „Verrdauen“ generieren
g n kann.
Nur daas scheinb
bar Naheliiegende wird
w als Leb
bensziel
akzepttiert, und Kreativitäät als Mucckefuck verachtet. W
Was
nicht sein d darf auch nicht erdacht werrden.
s kann,, kann und
Drauß
ßen gibt’s widerspru
w uchslos nu
ur Känncheen, und un
nten -
beim zaghaften
z Aufblickeen - sieht der
d Konformist den
ont des Kaaffeetassenrandes. Unumstöß
Horizo ßliche Tatssache
ist, dass genialee Ideen in begrenzte
en Kleinhirnen nichtt
entsteehen könn
nen. Das isst nun mal so, und dazu
d stehee ich.
Für die Minimalgei
M ster, die Untermitte
U elmäßigen
n und
die Beescheideneen sind die alltäglichen Dingee spannen
nd,
d grandiosen Ged
aber für mich, den dankensch
höpfer und
d
Zuend
dedenker kann
k nur das
d gut ge
enug sein, was ich in
n den
letzten
n Winkeln
n der verko
ommenen
n Seelen fiinde. Daru
um
sage icch hier, jetzt, ehrlich und auffrichtig: Au
us meinem
m
Wissen um die Abgründe
A e der Realität werdee ich die Kraft
schöpfen, das zu tun wass getan we
erden musss.
Meine erste Handlung wäre,, alle Spekkulanten aan den
Füßen
n am nächsten Baum
m aufzuhängen. Dass würde icch
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a Mordllust tun, sondern un


nicht aus ngen wüster
nter absin
Liederr zur Absch
hreckung und für eine besserre Welt. D
Diese
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jämmerlichen Gestalten sind die Schmarotzer in einer

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verkommenen Gesellschaft, die nur darauf aus sind, aus
meinem menschlichen Leid ihre schäbigen Gewinne zu
ziehen. Mein Schicksal ist meine empfindsame Seele. Sie
haben mich mit Raubtierlächeln in den Gesichtern, bittend
und schmeichelnd gebogen, damit meine Unterschrift
unter den Vertrag kam - oder mein Gehirn. Unfreiheit und
Zwang ist der Preis, den ich nun zahlen muss.

Sie werden mich nicht brechen können, aber wenn


ich meinen Auftrag mit den kritischen Augen des Genies
betrachte, der mir von unsympathische Menschen und
gegen meinen Willen förmlich aufgedrängt wurde, und
gleichzeitig den geradezu läppischen Vorschuss als Wert
dagegen setze, den ich mutig, weil in berechtigter
Hoffnung, aber dummerweise auf die falsche Transversale
simple (ich Simpel) gesetzt habe, kann ich nur zu der
unumstößlichen Meinung kommen: Ein Mord ohne Gehirn
kann nur zu einer hirnlosen Aktion führen. Außerdem wäre
es gegen meine Natur, wenn mein Handeln nicht auf einer
überragenden Idee beruhen würde, die mir dummerweise
immer noch fehlt.

Seite 5
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Alles vorb
bei Raoul Yannik.
Y Morgen
M dan
nn bist du
u tot.
Ich spüre es übeerdeutlich
h: Nicht morgen, sch
hon heutee, jetzt,
in diessem Mom
ment bin ich tot, den
nn schon seit Stundeen
i nichts mehr.
fühle ich
Tot?
Töter?
Am tötestten?
Mausetott?
Bin ich schon leibhaftig entseelt, oderr ist es
progreessive Paralyse? Bin
n ich mom
mentan gan
nzkörperm
mäßig
und richtig mit allem
a der ist mein
Drum und Dran tot, od
geniales Gehirn nur von einer
e literaarischen Meningitis
M s
befalleen?
Mein real existierendes Bew
wusstsein rebelliert
r ggegen
die An
nfeindungeen der Resignation mit einem
m klaren
Vorwu einer Überheblichkeeit
urf: „Du haast jahrelaang mit de
mastu
urbiert, un
nd Alle, alsso wirklich
h Alle mit deiner
d
Besserrwisserei gepestet.
g Und jetzt, wenn es darauf
ankom ufgeblasenheit wie ein
mmt, stinkkt deine Au
unentdeckter Kadaver …““
Wenn ich u bedenke, dann denke ich, dass ich
h es genau
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noch denken
d kaann. Und darum
d lieb
bes Bewussstsein, lieegst
du mitt deiner bitterbösen me nicht gaanz falsch. Noch
n Annahm
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besteht eine klitzekleine Chance, dass aus meinem realen

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Frust so etwas Fragiles wie ideale Hoffnung auf eine geniale
Tat erblüht. Aber wenn die beschissene Hoffnung nur die
Spekulation auf einen guten Ausgang aus ist, dann ist
meine bedauernswerte Existenz nur ein seelenloser
Zustand meines wahren Ichs, weil meine Triebe die
Personifikation der Ursache meines Verhaltens sind. Das
musste mal gesagt sein, aber noch ist es nicht soweit. Aber
so sicher wie das Amen in der Kirche ist die Tatsache, dass
keiner um mich weinen wird, auf meinem letzten Gang –
wenn ich meinen Auftrag nicht gewissenhaft innerhalb der
mir vorgegebenen Zeit erfülle.

Zwar sagt man mir eine gewisse Lebenserfahrung


nach, und ich bin stolz ein guter, deutscher Theoretiker zu
sein, aber reicht mein Know-how, um im internationalen
Wettbewerb zu bestehen? Konkurrenz wird zum
moralischen Gebot, wenn man dem Degenerationsprozess
der freischaffenden Künstler vorbeugen will. Das sehe ich
ein, aber die Experten aus Albanien sollen in diesem Jahr
sehr leistungsstark sein, und auch von den Chinesen
munkelt man mordmäßig Ungutes. Ein freier Markt mit
global agierenden Experten hat seine Vor- und Nachteile.

Seite 7
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Für mich, den reegional aggierenden Handwerrker sehe iich im


globalen Markt derzeit nu
ur Nachte
eile. Ich haabe zwar d
die
eine oder
o anderre Idee, un
nd ich kan
nn ihn blum
mig
ulierten Säätzen überr meine krreativen Ergüsse
formu
sprech
hen, aber Tatsache ist, dass mir
m die praaktischen
Anwen
ndungen und
u Ausfü
ührungen immer no
och ziemlicche
n bereiten.
Schwieerigkeiten

Ich schließe die Augen, und mein Versstand flüsttert


mir mit spöttiscchem Unteerton zu: „Du
„ kleineer Wichserr. Mit
deinem
m pseudo hischen Pssychoscheiß kannst du dir
ophilosoph
den Arsch abwischen …“
Zwei Seellen wohneen in mein
ner Brust – wie der
Dichteer gern saggt, wenn die
d Zweife
el seinen geistigen
g
Zustan
nd umneb
beln. Mein
n Verstand
d ist von männlicher
m r
Natur und ein brutaler
b ogmatikerr, der mir einreden will,
Do
dass alle
a Probleeme mit Taatkraft zu lösen sind
d, aber meeine
Intuition fühlt weiblich.
w S ist eine
Sie e Skeptikerin, die mir mit
zuckerrsüßer Stimme einsschwatzt, dass
d ich dem nicht
glaubeen und das, was ich tun musss, auch niccht tun solll.
Nach reiflicher Übeerlegung muss
m ich meinem
m
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Verstaand zustim
mmen. Derr verballerrte Vorsch
huss zwinggt
mich zum
z Kamp
pf mit den Herausfo
orderungen und dräängt
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mich zur Tat. Aber hinterrücks meucheln und dann wie ein

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blutiges Schnitzel zu Schaschlik metzeln passt nicht zu
meiner Wesensart, weil ich auch sensibel und empfindlich
im Magen-Darmbereich bin – das sagt mir meine Intuition.
Andrerseits habe ich einen Auftrag, und den muss ich
erfüllen, und zwar schon bald, sonst gibt es mächtigen
Ärger.

Zur großen Tat gehört psychische und physische


Kondition. Für einen gepflegten Mord muss ich wie ein
Hochleistungssportler meine Fähigkeiten stählen, und da ist
sie schon wieder. Meine Intuition flüstert: „Du willst doch
nur Ruhm und dass dein Name in allen Zeitungen steht.
Aber deine Ziele sind zu hoch gesteckt. Du bist kein
siebzehnjähriger Berufsschüler aus der Metzgerklasse …“
Geschlagen mit den Skrupeln meiner Intuition ist
alles möglich, nur kein genialer Mord. Quälend mühsam
versuche ich ein Konvolut düsterer Versagensängste aus
meinem schmerzenden Kopf zu vertreiben. Wird mir eine
kleine Gedankenübung helfen? Flüsternd und bewusst
geschwindigkeitsreduziert zähle ich von Hundert rückwärts.
Ich wage nicht, mich zu bewegen. Auf einem harten Stuhl
sitzend und zählend betrachte ich die Tür aus altem Holz.

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Was laauert dahiinter? Solll ich warte


en, bis sie sich öffneet, nur
m zu lassen? Muss ich
um daas Falsche und Schleechte zu mir
das Wahre,
W Echte und Weertvolle unterdrückken, nur um
m
niedrigge Vorteile zu ersch
hleichen?
Auf diesee sorgfältigg verschlossene Türr bin ich seehr
stolz. Meinen Auftrag
A hab
be ich seitt sechzehn
n Tagen, aaber
diese Tür
T habe ich vor vieer Tagen eigenhänd
e dig mit fein
nem
Schmirgelpapier abgeschliffen und
d mit einem
m
preisreeduzierten Naturhaaarpinsel in der Farb
be Kobaltb
blau
(RAL 5013)
5 glan
nzlackiert.

Mit der konvention


nellen Auffwärtszähllmethode wäre
ich in diesem Moment
M beei der Sieb
ben vor deer runden
Fünfzig angekom
mmen. Diee Sieben, die Verbin
ndung einer
ungeraden Dreii mit einerr runden Vier,
V ist ein
ne heilige Zahl,
und diie Fünfzig ist die Zahl der Freude, wenn
n man uraalten
n glauben darf. Früh
Überliieferungen her, also vor
v vielen
Jahrhu edes fünfzigste Jahr ein
underten, im Altertum war je
Jubeljaahr, in dem die Sklaaven ihrerr Wege gehen konntten.
Die Scchulden wurden erlaassen, die Felder niccht beackert,
und diie verpfän
ndete Äckeer und Häuser wied
der
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zurückkgegeben.. Ich bin Realist und hne ich, dass


d darum ah
mir so
o etwas niccht passieeren wird.
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Raoul hat Geld genommen, und darum wird ihm

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nicht verziehen und seine Schulden werden ihm nicht
erlassen. Er hat sich prostituiert und er hat seine Seele
verkauft. Wenn er nicht leistet und liefert wird man ihn
holen. Er wird gefickt und landet wie Luca Brasi1 bei den
Fischen.
Im Wissen um die Folgen, und dass ich meinen
Verpflichtungen nachkommen muss, aber in
unerschütterlicher Ahnung von der Größe meiner
Genialität, zähle ich destruktiv die zweite Hälfte der
Hundert an und schon geht es weiter abwärts. Noch bin ich
in guter Zuversicht, dass durch diese kleine Zähl-Übung
mein Gehirn wiederbelebt werden kann.
Insgeheim habe ich eine kleine Zwischenhoffnung.
Ich wünsche mir, dass spätestens bei der fünf vor Zehn eine
schöne und rothaarige Frau die kobaltblaue Tür öffnet und
den gehirntoten Raoul, den optisch gutaussehenden Clyde
mit festem Auftrag um Rat bittet, wie es weiland dem
genialen Philip Marlowe2 geschehen ist.
1
Luca Brasi ist eine Figur in dem Film „der Pate“ (The Godfather). Anmerkung des Autors: Achtet auf die
Hände, wenn Sonny den toten Fisch auf dem Schoß liegen hat. Als zu ihm gesagt wird: „Es bedeutet,
dass Luca Brasi bei den Fischen liegt“ hat er die rechte Hand ausgestreckt, und die linke Hand an der
Verpackung. Nach einem Schnitt ist das umgekehrt.
2
Nach einer Romanfigur von Raymond Chandler in dem Film „Fahr zur Hölle Liebling“
mit Robert Mitchum

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Mein Geh
hirn ist leb
blos und mein
m geistiiger Horizo
ont
entwicckelt sich zu einer im
maginären
n Linie, diee ich mit d
den
vier Fingern3 meeiner linkeen Hand ergreifen
e w die sicch
will,
aber beim
b Näheerkommen
n von mir weg beweegt. Noch
immerr zählend,, warte ich htsvoll auf die
h sehnsuch
Reinkaarnation meiner
m denschafttliche Bonnie, nicht blond
leid
getöntt, sondern
n echt rot und mit grünen
g Augen wie V
Velma,
uber Moosse Malloy4 mit den Worten: „„Süß,
die deer Bankräu
süß wie ein Spittzenunterhöschen“ präzise beeschrieben hat.

Ich unterbreche meeine rituelle Zählun


ng und sen
nde ein
kurzess Zwischen Bitte schicck mir einee Muse mit
ngebet: „B
haarigger Möse. Bitte eineen echten und unrasierten
n und Halleluja“5 zum gerechtten
Rotfucchs. Amen
Weltenlenker.
Ich bewegge mich nicht, denn
n in meineem meditaativen
Zustan
nd könntee auch die kleinste Andeutung
A g einer

3
In der Traaumdeutung bedeutet ein abgeschnittener Finger,, Handlungsunfäh
higkeit und ehren
nrühriges
Verhalten des Träumers im
m Wachleben. Ein Bild, das auch Blut an den Händen symbolisiert. Ess bezieht
sich auf tieef sitzende Schuld
d an einer Tat. (Siiehe auch Shakesspeares Lady Maccbeth). Nach Gerüchten
werden Sp
pielern, die ihre Spielschulden nich
ht bezahlen, die Finger
F abgeschnittten.
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4
Noch einmal aus dem Film
m „Fahr zur Hölle Liebling“
5
Etwa wiee die unvergleichliche Velma oderr Helen Grayle (Ch
harlotte Rampling) aus dem Film „„Fahr zur
Hölle Liebling“
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Bewegung vom Allmächtigen und Allessehenden als

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respektlose Geste interpretiert werden.

Endlich ist die Drei vor Null angezählt. Sein Wille


geschehe, vor und in der Hölle meines Wohnzimmers. Ich
höre das leise Geräusch eines sich in der veralteten
Mechanik drehenden Bartschüssels.
Versteht sich drehende „Bewegung“ als Stillstand,
oder ist Fortschritt nur eine reflexartige Erschütterung in
den unzähligen Nichtigkeiten einer unfassbaren Ewigkeit?
Ist sie es, und kann sie mich aus meinem untoten Zustand
erlösen, oder wird sie mir lächelnd einen spitzen Holzpfahl
ins kalte Herz schlagen, so wie es Professor Abronsius6 als
probates Heilmittel empfohlen hat? Darf ich auf meinem
Stuhl bis zum Anbruch der letzten Stunde des letzten aller
Tage sitzen bleiben, oder muss ich aufstehen, weil ich
schnödes Geld für einen Auftrag bezüglich eines, oder
besser mehrerer Morde angenommen habe?

6
Professor Abronsius, hat sich mit seinem Assistenten Alfred nach Transsylvanien (Siebenbürgen)
aufgemacht, um dort „lebende“ Vampire zu erforschen, und die Untoten zu pfählen. Aus dem Film „Tanz
der Vampire“ von und mit Roman Polanski.

Seite 13
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Phantasiee kennt keeine Grenzzen, keinee Türen, keeine


Gitter,, keine Sch
hlösser, nur Mauern aus luftiigem Nich
hts.
Erinneerung und Phantasiee sind lesb
bische Sch
hwestern u
und
ihre Sp
piele nichtt ohne Reiz. Mit den Beiden kann
k ich d
durch
Räumee und Zeitten schweeben, ohne
e meinen Körper zu
u
beweggen. Mit der
d kichern
nden Phan
ntasie kan
nn ich in
Sekundenbruch nd Wünsche
hteilen diee Welt veräändern un
äußern, die ich nicht laut auszusprechen wage, und die
samtääugige Erin
nnerung hilft mir, diie Verganggenheit naach
ben zu verändern un
Belieb mer wieder
nd wiederr, und imm
e schwulen Brüder EEros
anders zu erleben. Dann stören die
und Th
hanatos. Der
D Eine gräbt
g die Leichen
L us und ärgert
au
mich mit
m den un
ngezählten entganggenen Meggaficks, un
nd der
Anderre erinnertt mich an die längstt Verwesteen, die Fraauen,
vor deenen es mich auch heute
h noch graust.

Ich versucche mich auf das Wesentlich


W e zu
konzentrieren. Geistvoll
G m ich mir
male m aus, was hinter d
der
noch nicht
n aufgestoßenen Tür gescchieht, und was ich mit
gen Velma erleben w
meineer rothaariigen und grünäugig
g werde.
Die blitzb
blaue Tür geht
g mit einem
e nich
ht
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unanggenehmen
n, aber ein en Nähmaaschinenöl
nige Tropfe
vertragenden Geräusch
G a
auf.
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Sina ist schön, Sina ist gut, Sina ist geschmeidig, Sina
hat blaue Augen, Sina ist momentan hellblond, Sina hat
einen makabren Humor und Sina liebt Pferdeschwänze.
Sina flüstert: „mein schnuckliger Don …“ und sie küsst
mir nicht wie es meinem Rang zusteht die Hand, aber die
hohe Stirn.
Vor Monaten und in schwachen Minuten habe ich ihr
meine Leidenschaft für Don Vito Corleone gestanden. In
Corleone7 redet man die Chefs mit „Don“ an. Den
Ehrentitel „Don“ bekommt man erst, wenn man
mindestens Einen, besser Mehrere mit der Lupara8
umgebracht hat. Wenn man wichtige Leute ins Jenseits
befördert hat, wird man zum Capo di Tutti Capi. Seit

7
Corleone ist eine Stadt in der Provinz Palermo in Italien. Die Stadt Corleone wurde durch den
Roman Der Pate von Mario Puzo weltweit bekannt. Der Roman aus dem Jahr 1969 schildert die
Ereignisse rund um den fiktiven Mafiaboss Vito Corleone und seinen Clan. 1972 entstand unter der
Regie von Francis Ford Coppola der erste Teil einer gleichnamigen Filmtrilogie mit Marlon Brando und Al
Pacino in den Hauptrollen. Pacinos Vater stammte aus Corleone. (Aus Wikipedia)
8
Lupara ist eine Bezeichnung für eine abgesägte Flinte, bei der sowohl Lauf als auch Kolben gekürzt
wurden. Ursprünglich stammt sie aus Italien, wo sie von Hirten zur Abwehr von Wölfen geführt wurde.
Beliebt war diese Waffe auch für Gewaltverbrechen, da sie sich durch die geringe Länge unauffälliger
transportieren lässt. Da der Lauf der Lupara kürzer ist als der einer herkömmlichen Flinte, verteilen sich
die Schrotkörner früher und weiter als bei herkömmlichen Flinten. Durch die erhebliche Streuung der
Schrotladung ist das Wirkungsfeld wesentlich größer als üblich. Die effektive Reichweite ist hingegen
geringer. Auf Entfernung wirkt die Lupara abschreckend, doch aus nächster Nähe ist sie tödlich. (Quelle:
Wikipedia)

Seite 15
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einigen Wochen
n nennt sie mich au
uch „mein Dönnchen
n“ mit
summ
mendem Mäulchen
M u maliziiösem Auggenzwinkeern.
und

Icch bewegee mich niccht, ich sagge nichts, und ich denke
an Don Vito, der jede Resspektlosigkeit mit gebührend
den
Strafen ahndet,, und nur mit
m Handb
bewegunggen die
Bittsteeller dirigiert, die fü
ür ihre Anliegen allees und nocch viel
mehr tun wollen, nur um
m in die Gn
nade der Freundschaaft
des Do
ons zu erlaangen.

Icch sehe Sina an, und na nicht das ist,


d ich spüre, dass Sin
was icch mit jedeer Faser meines
m Herrzens herb
bei gesehn
nt
habe. Eine Affärre mit einer verkom
mmenen Frau der ess vor
Weniggem grautt, kann übeer eine ge
ewisse Zeitt an- und
aufreggend sein, aber so wahr
w S ist zur
ich hier sitze, Sina
langweiligen Geewohnheitt verkomm
men. Oderr wie der aalte
Nietzssche das Eisen zum Magneten
n sprechen lässt: „Icch
hasse dich am meisten,
m w du anzziehst, aber nicht sttark
weil
d zu ziehen.“9
genugg bist, an dich
D habe icch Sina no
Das och nicht so
s deutlich
h gesagt, aaber
ich weerde das gelegentlic
g ch nachho
olen müsseen. Ein Mo
ord ist
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w es vorr langer Zeeit. Heute ist sie


etwas Besonderres. Sina war
9
Aus „Also
o sprach Zarathusstra“ Friedrich Nietzsche
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Seite 16
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nur noch Gewohnheit, etwa so wie das Fressen-Saufen-

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Ficken-Phänomen, das ich an anderer Stelle noch
ausführlich beschreiben werde.

Wenn es mir nicht gelingt, wird keiner um mich


weinen, auf meinem letzten Gang. Wird keine Sonne
scheinen, klingt mir kein Glockenklang. Das ist mir bewusst,
und die Aussichten sind düsterer Art.
Ich bin ein sensibler Mann und ich bin schwach.
Kurzentschlossen und trotz einem beigemischten
Quäntchen Resignation, aber auf meine männliche Stärke
vertrauend, entscheide ich mich wieder einmal für das Eine
und gegen die geistige Auseinandersetzung mit meinem
Auftrag.
Der gehauchte Erweckungskuss der falschen Frau auf
meine haarlose Gehirnschale zeigt Wirkung auf meine
niederen Reflexe. Sina hat das System vom Geben und
Nehmen, und der kleinen und größeren „Gefälligkeiten“
verinnerlicht. Es bedarf keiner Handbewegung, denn Sina
kann Gedanken lesen und sie besitzt eine seltene Fähigkeit.
Sie kann tote Körper von Null auf Hundert in dreieinhalb
Sekunden munter machen, wenn es für sie nützlich ist. Das
schafft kein Supersportwagen und Sinas Fähigkeiten

Seite 17
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verdieenen ein anerkenneendes Lob.. Beherzt nehme


n ich
h ihren
blondeen Schopff in meine Hände un
nd bewegee ihn im
Dreivierteltakt eines
e ers. Sina versucht m
Wiener Walze mich
mit Veerve und wie
w eine Nymphom
N anin, die mit
m dem
n auf einer heißen Herdplatte
nackteen Hintern H e sitzt, zu
inspiriieren. Spo mmt mir mein rostiger Japaner in
ontan kom
n Tagen einen Kolbeenfresser h
den Sinn, der seeit einigen hat,
und sich nicht mehr
m G für einen neuen
beweegt. Das Geld
Motorr muss ich h verdienen.
h mir noch
Sinas Pferrdeschwanz wippt hübsch
h n und her. Das
hin
Nirwana ist nocch nicht errreicht, un
nd ich senkke wie ein
n
lächelnder Budd
dha den Kopf.
K Neuggierig betrrachte ich das
Geschehen, um
m Sina gegeebenenfalls mit Rat und Tat zzur
Seite zu
z stehen.. Situation mt denke ich über das
nsbestimm
Wort „Eselschw
„ wanz“ nach
h.
Ein Mord ist ein Mo
ord. Ein ab
bgeschnitttener
Pferdeekopf unteer der Betttdecke istt nur Sachbeschädiggung
m dem Tiierschutz und der polnischen
und deer Ärger mit p n Putze
hmen des Erträglichen.
hält sich im Rah
Ich schließe die Augen und meine
m Phaantasie füh
hrt
mich in längst vergangen
v e Zeiten mit n auf langen
m Köpfen
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Stangeen. Plötzlich fällt miir das Gerücht ein, dass


d
sizilian
nische Frauen Rasieerklingen in ihren Haaaren
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verstecken, um sich gegen die Avancen zudringlicher

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Verehrer zu wehren. Angstvoll nehme ich meine Hände von
Sinas Kopf.
Ich durfte in einer gutbürgerlich-gute Kinderstube
aufwachsen, und darum weiß ich was sich gehört. Dankbar
und unüberhörbar seufze ich: „Du Gute …“
Ich spreche es nicht aus: „… wenn er das tut, was er
kann, und wenn er trotz aller Sorgen immer noch brav das
macht, was er soll, kann es dann Nekrophilie sein?“
Immerhin – in meinem Körper war noch etwas
Leben. Ich sitze etwas ermattet, aber immer noch auf
meinem Stuhl und mein Perlon-Reißverschluss musste sich
mehr bewegen als ich, was meinem destruktiven
Gemütszustand sehr gelegen kommt. Ich denke an Schuld
und Sühne und Sina richtet sich auf. Ich sehe ihren
vermessenden Blick, zuerst von meinem Antlitz, dann
abwärts zu meinen Füßen in den bequemen Filzpantoffeln,
dann wieder aufwärts. Sie sagt nichts, und ihr Blick sagt
alles. Ich betrachte ihre junge Gestalt vor der kobaltblauen
Tür. Nicht die Tür, Sina sieht aus wie ein blonder Vampir
nach dem Biss und vor der Rückkehr in die Familiengruft.
Sie tupft mit einem Papiertaschentuch ihren stark
geschminkten Mund, und ich lese „Tempo“ auf

Seite 19
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kobalttblauem Grund.
G Ob sich ihre Gestalt in einem Sp
piegel
spiegeelt?10 Ich muss
m es geelegentlich
h überprü
üfen.

Kann man nde Wirtschaftskrisen, oder ssogar


n kommen
Katasttrophen an einfacheen Signalfaarben erkennen? W
Wenn
sich Frrauen kein
ne neuen Klamotten
n leisten können,
k trrotzen
sie dann dem Trrübsinn mit endrotem Lippenstifft?11
m leuchte
Wenn ich an diee Geschich
htsstunden in meiner
schwääbischen Dorfvolkss
D chule den
nke, dann erinnere iich
mich, dass Pfarrrer Kussm
maul uns un
nmündigeen Kindern
n
gelehrrt hat, dasss der Lipp
penstift in seinen An
nfangsjahrren
nur vo
on Tänzeriinnen und
d Huren naachgefragtt wurde, u
und als
anstän
ndige, deu
utsche Jun
ngs hätten
n wir uns von
v
geschm
minkten Damen
D ferrnzuhalten
n, denn ess wären keeine
solchee, sondern
n solche. Erst
E viele Jahre später habe icch
erfahrren, dass früher,
f alsso etwa in den goldeenen
ote Lippenstift
Zwanzzigern dess letzten Jaahrhunderrts, der ro
als opttisches Erkennungsszeichen fü
ür eine Sp
pezialität ggalt,
die heeutzutage unter dem
m Begriff „Französis
„ sch“ in alleer
Munde ist. Plötzzlich versttehe ich die urgerm
manische A
Angst

10
Nach Pro
ofessor Abronsius haben Vampiree kein Spiegelbild.
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11
Über dass Thema „Knallro
oter Lippenstift un
nd Wirtschaftkrissen im Spannungssfeld der letzten
zweihundeert Jahre“, habe ich ein interessan
ntes Buch geschrieben, das zwar momentan
m vergrifffen, aber
in den nächsten Monaten hoffentlich
h wiedeer veröffentlicht wird.
w
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der Wacht am Rhein und die Vergänglichkeit alles

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Irdischen. Mein ganzes Leben, viele lange Jahre, kurze Tage
und belanglose Episoden, ziehen in Sekundenbruchteilen
an mir vorbei und mein Gehirn ist immer noch tot.

Sina fummelt an ihrer Lippenstifthülse, und der


patschrote Fettstift dreht sich vulgär aus der
falschgoldenen Drehhülle. Mit geübten Strichen korrigiert
sie die etwas verschmierten Lippen. Stecken handfeste
Interessen dahinter, wenn Frauen zum knallroten
Lippenstift greifen? Mir fällt ein, dass der
Lippenstifthersteller REVLON die weltweite Stimmungslage
kurz vor dem vorletzten Börsen-Crash, in einem legendären
Werbespot zusammengefasst hat. „On a bad day, there is
always lipstick“, war die Botschaft. Auch der legendäre Bill
Clinton hatte seine Probleme mit dem Lippenstift. Er
stolperte nicht über die Lewinsky-Zigarre,12 wie oft
fälschlicherweise behauptet wird, sondern der rote
Lippenstift der Praktikantin Monica Lewinsky war

12
Nach dem Bericht (Auszug) des Sonderermittlers Kenneth Starr ereignete sich am Sonntag, dem 31.
März 1996, dieses im Oval Office: „Im Gang neben dem Studio küssten sich der Präsident und Ms.
Lewinsky. Dabei - so die Zeugin - 'ging er ziemlich zur Sache', küsste ihre bloßen Brüste und streichelte
ihre Genitalien. Dann führte der Präsident eine Zigarre in Ms. Lewinskys Vagina, steckte sie dann in den
Mund und sagte: 'Das schmeckt gut'."

Seite 21
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______

verwisscht, nach
hdem sie aus
a dem in
ntern als Oral-Office
O e
bezeicchneten Präsidentenbüro kam
m. Daran und
u an no
och
mehr Zeitgeschichtliches muss ich in diesen kleinen
Momeenten den
nken.
Wie die Mannschaf
M ft vor dem
m Elfmeterr greife ich
h
schützzend, aberr zu spät zum
z Gemäächt. Ich habe
h keineen Biss
gespürt. Dennoch ist mein Herz voller Zweifeel. Werdee ich
denno
och zum Vampir,
V od
der bin ich nur ein gelutschterr
bler und keein durch einen Biss geadelteer Untoterr mit
Sensib
eigeneer Ritterbu
urg in Tran
nssylvanie
en und mitt vielen
durchggeknallten
n Gothic-V
Vasallen?

Warum achtet man


n erst im Alltagsgeb
A brauch und
d
immerr zu spät auf
a die kleeinen Detaails? Sina zum
z Beisp
piel,
weiß von
v der Su
umme Gelldes, die icch ohne nachzuden
nken
genom
mmen und
d mit Systeem verzocckt habe. Mein
M
nüchteerner Resttverstand drängt mir
m verstän
ndliche Fraagen
auf: „SSind nicht die beson dächtig, diie sich zu sehr
nders verd
engaggieren? Geeschah diee Tat aus Liebe,
L gepaaart mit
Umsiccht und Arrglist? Hat sie ihre Bluse
B geöfffnet, weil sie
den seensiblen Raoul
R in Lieebe motivvieren wolllte, oder aaus
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hausfrraulicher Vorsicht,
V d
damit das gute Stücck nicht
zerknittert und befleckt wird?“
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Ich spüre es überdeutlich. Ich befinde mich in einer

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spektakulär-traumatischen Entwicklung – das Lustprinzip
wird durch das Realitätsprinzip ersetzt.13 Aber wird mich
jetzt die brutale Realität aus meiner Depression
herausreißen und auf dem harten Betonboden der leeren
Versprechungen zerschmettern?
Plötzlich fällt mir auf, dass sich Sina noch nie mit mir
in der Öffentlichkeit gezeigt hat. Fühlt sie sich zu jung und
unerfahren, um mit mir auszugehen? Bin ich ihr mit meiner
Intelligenz und meinem weltmännischen Auftreten zu
überlegen? Hat sie womöglich Hemmungen, wenn ich mich
mit ihr zeige? Immerhin liegen zweiunddreißig Jahresringe
zwischen ihrem wohlgeformten Body und meiner
intellektuellen Präsenz.

Ich sehe, dass ihr Kleidungsstück nicht befleckt ist.


Gewissenhaft knöpft sie die geöffnete Bluse zu. Der
Mensch lebt nicht nur von der Luft und der Liebe, aber es
ist nun mal eine Tatsache, dass Frau manchmal ganz
pragmatisch voraus- und mitdenken und auch Dinge
schluckt, um gut verborgenden Ziele leichter zu erreichen.

13
Das Lustprinzip ist eine Theorie der klassischen Psychoanalyse von Sigmund Freud.

Seite 23
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______

Interessieert sehe icch ihr zu. Sina


S begin
nnt mit ihrrer
Knöpffarbeit von
n unten un
nd arbeite
et sich nacch der
traditiionellen Karrierefrauenmetho
ode mit geesenktem
m Kopf
und Kn
nopf für Knopf
K wissenhaft hoch. Meein Versuch,
gew
mich auf
a einen üppigen Mord
M onzentrieren, weil iich
zu ko
einen Mordaufttrag habe,, den ich erfüllen
e muss, und d
das
Sein, das h das Wollen mitein
d Sollen und auch nander in
Einklang zu brin
ngen, ist bei der Bettrachtung des
Fleisch
hlichen, daas jung un
nd prall au
us dem sch
hwarzen
halter quillt, zum Sccheitern verurteilt.
Spitzen-Büstenh

Ich bin an
n einem Pu
unkt ange
ekommen,, an dem ich
mich entscheide
e en muss. Mit m schwarzeen Mord, schön
M einem
unden? Mit der
blutig zubereiteet, kann ich mich niccht anfreu
Luparaa eine Lad
dung Saup
posten ins Gehirn geepustet errregt
zwar achtungsv
a volle Aufm eit, aber die Sauereii mit
merksamke
n Gekrösee schreckt mich ab, weil
dem verspritzen
v w ich w
wie
bereits mehrfacch erwähn
nt, ein sensibler Mensch bin.
Außerrdem klopft dann sp
pätestens nach eineer halben
Stunde eine Einheit des SEK
S an me
eine Wohn
nungstür. A
Aber
wie so
oll ich es angehen, icch der sen
nsible Frau
uenflüsterrer
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Raoul??
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Vielleicht zuerst ein kleiner Mord zur Übung. Nur so,

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eher nebenbei, vor und zwischen der großen Langeweile,
nur um zu testen, ob mein Gehirn noch lebt, und danach
der große Hit.

Gegen meinen Willen gehen mir Fragen über Moral


und Gerechtigkeit durch den Kopf. Wie würde ich mich als
Unbeteiligter zwischen Mörder und Opfer verhalten? Für
wen sollte ich Partei ergreifen, und wer gehört verurteilt
und verdammt? Soll ich überhaupt zu einer Partei halten,
oder nach dem Motto: „Was du nicht willst was man dir
tut, das füg auch keiner Anderen zu“ auf meinen
Gerechtigkeitssinn hören? Gibt es unter bestimmten
Umständen ein Recht zu morden, vielleicht weil das Salär
besonders hoch, oder das Opfer ein widerwärtiger Mensch
ist?
Wen darf man ermorden und wen nicht? Frauen
dürfen zuerst in die Rettungsboote. Das ist in heutigen
Zeiten und unter Gleichstellungsgesichtspunkten ein
Skandal, und die Aufkleber „Baby an Bord“, die die
Familienkutschen verzieren, sind nichts anderes als clevere
Täuschungsversuche. Sie signalisieren dem hilfreichen
Mann und Bürger: „Rette mich und meine Bälger zuerst,

Seite 25
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______

und laass die And


deren am Straßenraand verblu
uten.“ Dass ist
die brutale Wah
hrheit, diee niemand
d sehen wiill.
Frauen dü
ürfen nich
ht von Männern erm
mordet weerden,
das istt unmoralisch, und außerdem
m gibt es Stress
S mit den
Emanzzen und den Lesben
n. Männerr dürfen siich opfern
n,
ertrinkken und von Frauen
n ermorde
et werden, das wird
d
immerr wieder gern
g geseh
hen, und wenn
w der arme Kerll dann
noch so
s etwas Schrecklic
S hes wie eiine Affäree mit der
teilzeitarbeitend
den Frau des
d kleinkkrämerisch
hen
Arbeittskollegen
n hatte, daann ist dass Männerm
morden,
e gute Tat.
gendeermäßig geesehen, scchon fast eine

Man hat mir oft beestätigt, daass ich seh


hr sympatthisch
wirke,, aber Sinaa ist auch nicht ohne Charmee, und ich h
habe
ein geduldetes Dauerverh
hältnis mit der Frau
u meines b
besten
Freund
des (nichtt mit Sina. Sina ist nicht verheeiratet, ab
ber
Viola). Bin ich wegen
w meiiner empaathischen Wesensarrt ein
geschü e bedauernswertees Opfer rreifer
ützter Mann, oder ein
Frauen
n?
Sina unteerbricht beeim vierten Knopf von unten ihr
Vorhaben. Sie hat d vor sicch, aber sie hat bem
h noch drei merkt,
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dass icch mich in


n einem an
nspruchsvvollen Denkprozess
befind
de. Sie den
nkt spontaan an die viertausen
v nd Euroneen und
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hofft, dass ich zu meinen Lebzeiten nicht mehr daran

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denke. Verständig lächelnd und gehorsam senkt sie den
blond gesträhnten Schopf. Ich sehe ihren Rücken und im
Spiegel einen hochgerutschten Rock. Die Schuhe sind neu,
denn unter dem linken Schuh, unmittelbar vor, also aus
meiner Position gesehen am Absatzansatz ist noch ein
kleines, weißes Preisetikett. Ich lese „99,50“ und „die
behalt ich gleich an.“ Ist das eine geniale Variante von
Product-Placement, oder will mich der göttliche Jokus14 mit
einer intelligent platzierten Sinnestäuschung auf Abwege
bringen. Kann Popo-Sex die Lösung für meine Probleme
sein?
Sina ist nicht süß, wie das bereits erwähnte
Spitzenunterhöschen, und sie hat kein bedeckendes Nichts
am Körper. Sina trägt nie Slips, und der Anblick ist trotz
meiner momentanen Lustlosigkeit entzückend blank und
feuchtglänzend, aber nicht ausreichend stimulierend, um
mich zu weiteren Großtaten zu verleiten. Ich versuche mich
auf das Wesentliche meines üblicherweise schnell
anspringenden Triebs zu konzentrieren, aber mein Intellekt
schlägt mir ein schlaffes Schnippchen. Wo bleiben die
viertausend Euronen, die ich jetzt dringend brauche, und
14
Jokus ist der Gott des Scherzes

Seite 27
________________
______

wie errledige ich


h meinen Auftrag
A zu
ur Zufriedeenheit meeiner
gnadeenlosen Au
uftraggebeer?

Was kann
n ein sensiibler Raou
ul in so ein
ner Situation
tun? Für
F den Mann und Auftragsm
A mörder gibt es mehrere
Möglicchkeiten: Ich erhebe meine Stimme
S un
nd tadele d
die
Vergesslichkeit der jungeen Dame streng. Dass wäre bei einer
Normaalfrau zwaar eine ach bietende, aber bei SSina
htungsgeb
eine wirkungslo
w ose Geste, und bei Viola
V auch. Ich musss es
mir eingestehen
n - meine Musen sin
nd wegen dauerhafft
nachläässiger Führung äuß
ßerst disziplinlos geworden.
Ich bin ein friedlich ewaltfreier Mensch und
her und ge
n hat nun mal das vorrangige Ziel,
Auftraagsmörderr. Disziplin
Konflikte zu verrhindern, oder
o zumiindest für eine gewisse
Zeit zu
ur unterdrrücken.
i tun, wenn mir Sina suspekt, und Viola
Was soll ich
langweilig gewo
orden sind
d. Ist ein Mord
M unteer solchen
Umstäänden nah
heliegend und verze
eihbar?
Oder soll
s ich gro ber Sinas unzulänglichen Umgang
oßzügig üb
mit Geeld hinweggsehen, und ihren Versuch
V der mündliichen
Rückzaahlung miit Verwöhn-Aroma großzügig
g g tolerieren? Das
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würdee zeigen, dass


d ich so
ouverän ve
ergeben und
u vergesssen
huldner und Gläubiger zu
kann. Sind Sinass Interesseen, die Sch
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vergessen?15 Darauf kann ich mich nicht einlassen, denn

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damit würde ich meiner Schuldnerin nur zeigen, dass mein
Denkorgan tot ist. Außerdem ist ein gekonnter Blow-Job
auch nicht zu verachten.
Spontan fällt mir eine Alternative ein, die zwar
ungewöhnlich und nicht Jedermanns Sache, aber durchaus
ehrenvoll ist. Um das Problem in kurzer Form zu
umschreiben, muss ich an eine Kreuzfahrt mit einem
Luxusliner denken.
Wenn ich als verantwortungsbewusster Passagier
erkennen müsste, dass es dem Kapitän, in meinem Fall der
Kapitänin an den fachlichen Voraussetzungen zur Führung
des Schiffes mangelt, oder sie sogar Böses gegen mich im
Sinn hat, ist es dann nicht besser, das Übel zu beseitigen,
bevor es mich beseitigt? Andrerseits laufe ich als zahlender,
aber geist- und weitgehend rechtloser Passagier Gefahr, als
irrer Meuterer eingesperrt zu werden, wenn ich die
Kapitänin von ihrem Platz entferne und kurzerhand über
Bord werfe, bevor sie es mit mir macht. Das ist für mich
eine Denksportaufgabe, denn der Kapitän in meinem
Beispiel Sina, hat trotz aller Missetaten immer noch das

15
Zitat von Goethe, Zahme Xenien IV

Seite 29
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______

Recht und dazu den straffmildernde


en Frauen
nbonus auf ihrer
Seite. Aber man
nchmal mu
uss man als potenziieller Mörrder
auch Dinge
D d Gefahrren in sich tragen, und
tun,, welche die
kurz entschlosseen die mirr lästig gew S der rauen
wordene Sina
See üb
bergebe. Oder
O andeers und ku
urz und bü
ündig gefraagt:
Darf man
m eine attraktive
a Mörderin
n beseitigeen, ohne
evor sie ihren Gönner und
seeliscchen Schaaden zu neehmen, be
Gläubiger ermo
ordet?
de mich nicht auf eiinem Schifff, und auf
Ich befind
hoherr See sind rettungsb
bootmäßigg gesehen,, Männer
immerr benachteiligt. Ich sitze auf einem
e harrten Holzsttuhl
n meinem Kopf ist nichts,
und in n den
nn mein Gehirn ist u
untot.

Ich muss wieder an


n meinen Auftrag
A deenken, un
nd an
einen Mord, oder auch an mehrere
e, wenn meine
m
Auftraaggeber zu
ufrieden sind und die Bezahlu
ung stimm
mt.
Mein Versuch,
V m einen Betonschuh an Sinaas gepfleggten
mir
Füßen
n (Größe 37
3 mit lackkierten Fußnägeln und
u einem
m
kleinen Silberrin
ng am Zeh
h) vorzuste
ellen, führrt zu nichtts. Ein
Betonmischer klauen,
k ohnung scchleppen, Beton
in meine Wo
anrühren und in
n eine Waschschüsssel füllen, in der Sina ein
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Fußbaad wegen ihrer schm


merzenden
n Füße nim
mmt, könn
nte
mit ein
ner subtil ausgeklüggelten Überredungsstechnik ggerade
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noch gelingen. Aber wie transportiere ich zweiundfünfzig

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Kilo zappelnde Sina und eine schwere, mit Beton gefüllte
Waschschüssel aus der dritten Etage zu meinem Stellplatz
und in meinen rostenden Japaner mit Kolbenfresser. Der
Teufel steckt wieder mal im Detail.

Die blaue Tür irritiert meine Überlegungen. Was liegt


dahinter und was wird wann und wie geschehen? Mein
totes Gehirn schmerzt und ich schließe die Augen. Sind
Schmerzen nur Illusionen, die Schmerzen bereiten, oder
sind die Schmerzen in meinem Gehirn real, weil mein
Gehirn doch noch lebt, sich streckt, sich räkelt und
langsam, für Internet-Junkies scheinbar unendlich langsam
in den binären Fragen und Antworten Modus schaltet.

Für einen Mord müsste man zuerst einmal


grundsätzliche Fragen beantworten. Wer mordet wann,
wie, wo, wen und warum? Einfache Fragen, die keine
ultimativen Antworten, aber Vermutungen und
Spekulationen geradezu provozieren.
Ich bin verzweifelt. Meine Gedanken schaffen es
nicht, sich in die Tiefen eines genialen Charles Bukowski-
Gehirns zu begeben.

Seite 31
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______

Zu jeder Tags-
T und Nachtzeitt werden eine
e Mengge
Verbreechen beggangen, diie niemalss aufgedecckt werden.
Sogen
nannte „weiße Mord
de“, also unaufgeklä
u ärte Mord
de,
oder Morde,
M beei denen die Leiche spurlos veerschwind
det,
werdeen in der Öffentlichk
Ö keit respektvoll als Rolls-Roycce
den angesehen. Abe
unter den Mord er ich verttrete eine
andere Meinung. Bei gen
nauer Betrrachtung der
d Umstäände
sind unaufgedeckte Verbrechen un
nd verschw
wundene
Körper grobe Feehlleistunggen der Tääter. Ein unaufgeklä
u ärter
Mord ohne Leicche ist zwaar eine inttelligente Tat,
T aber ohne
öffenttlichkeitsw
wirksame Aufmerksa
A amkeit inssgesamt
schleccht, weil das Werk den
d Ruhm des Mörd
ders nicht
mehrtt. Die Pressse tappt im Dunkeln, versteiggt sich in
Vermu
utungen, und
u den meisten
m Menschen
M f
fehlt es an
n
Phantasie, die großartige
g e Tat in seiiner ganzeen Dimenssion
zu beggreifen. Nu
ur bei spu
urlos verscchwunden
nen Politikkern
könneen weiße Morde
M zu lohnende Taten weerden. Derr
Mördeer bekomm
mt viele Dankessch
D reiben, offt eine
mal auch das
ehrenvolle Auszzeichnungg, manchm
nd rotem Schulterband.
Bundeesverdiensstkreuz mit Stern un
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Grausame Morde mit viel Blut und sorgsam lädierten

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(tranchierten) Leichen kommen in die Medien. Das ist gut
für die Auflagen der Medien, die Leser, Seher und Hörer
und darum auch für das Image des Mörders.
Oft kommt immer gut, aber allzuviel ist ungesund,
ist meine Devise, denn ich bin nicht nur empfindsam,
sondern auch bescheiden. Zu viele Morde lassen die
einzelne Tat zu einer schnöden statistischen Zahl
verkommen, und phantasielose Wiederholungen nach
dem immer gleichen Strickmuster langweilen mit
zunehmender Häufigkeit das dekadente Publikum. Nur das
richtige Mord-Mittelmaß macht sich gut in der Biografie.
Aber was ist das richtige Maß für, sagen wir mal großzügig,
die nächsten fünfhundert Jahre? Was ist der goldene
Mord-Schnitt, der mich aus den Niederungen der Alltags-
Mörder heraus hebt und auf strahlenden Thron der
genialen Spezialisten beamt?

Mein Gehirn ist tot, aber mein Instinkt flüstert mit ins
rechte Ohr: „Du musst das Mordproblem anders angehen,
nicht statistisch und auch nicht technisch - mehr
psychologisch und vor allen weiteren Überlegungen,
vorrangig geschlechtsspezifisch.“

Seite 33
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______

Also versuche ich mich


m zu ko
onzentrierren und stelle
mir no
och einmaal die Kombinationsfrage: „W
Wer mordett wen
und warum?“
w

Ich betracchte die kobaltblaue Tür und Sina richttet


sich naach getaner Dienstlleistung auf. Sie zieht den Sau
um
nach unten
u d korrigiert den richtigen Sitz ihres grau
und uen
ht sie in die Küche und
Rocks. Dann geh u schau
ut in den
Kühlscchrank, deenn sie hat einen tro
ockenen Hals
H – sagtt sie.
Beim Auffleuchten des
d Lichtss fügt sie beiläufig
b hinzu:
„Hast du heute etwas mitt viel Knob
blauch geggessen?“
Ich habe, und ich spüre den kalten Hauch des TTodes,
der au hlgerät zu mir her wabert.
us dem offfenen Küh w Ich
h war
nicht beim
b Thai, sondern ausnahm
msweise beeim Spanieer.

Die eigen
ntliche, alsso die in de
er Tiefe veerborgenee
he für meinen Zustaand ist mir momenttan entfallen,
Ursach
aber irrgendwo habe
h ich gelesen,
g dass die Mehrzahl deer
n heimtücckisch mit Gift mord
Frauen det, denn Frauen sin
nd
bel, und Frrauen morrden nur, wenn sie sich aus d
sensib der
Knech
htschaft eines despo
otischen Mannes
M beefreien wo
ollen.
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Ich bin seehr zart beesaitet, saggt meine zweitbest


z e
Freund
din Viola. Aber wird
d ein empffindsamerr Mann deer mit
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Gift mordet, als tuntiger Mann abgestempelt? Werde ich

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mit dem Griff zum Gift zu einem schwulen, zukünftigen
Mörder mit einer Geliebten, deren Gefühle und Motive mir
nicht mehr ganz geheuer sind, und mit der Frau meines
besten Kumpels, die mir langweilig geworden ist, und die
ich nicht umtauschen kann, weil sie irgendwie zum Inventar
im Sammelsurium der Gewohnheiten gehört?

Ich rufe nach Sina und frage, ob ich nicht etwas zu


empfindsam für diese brutale Welt wäre. Sie kommt zwei
Schritte aus der Küche. Dann bleibt sie in respektvollem
Abstand stehen und sie schüttelt den Kopf. Will sie mir
damit sagen „Nicht schon wieder …“
Verständnislos sieht sie mich an. An ihrem Blick kann
ich unschwer erkennen, dass sie denkt „der spinnt …“, und
außerdem den unübersehbar gedachten Zusatz „… mal
wieder“ als Wirkungsverstärker für ihre Einstellung
bezüglich meiner Person dran hängt. Sie sagt nichts, aber
sie dreht sich um, denn sie hat noch in der Küche das zu
tun, was Frauen in Küchen gern tun.
Woran denken Frauen vor einem Mord? Denken
Frauen überhaupt, oder denken Frauen zuerst an die
mögliche Sauerei in der Wohnung, und dann an die Tat?

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______

Welch
he Rolle sp
pielen Kücchenkräute
er bei eineem sensib
blen
Giftmo
ord. Schon
n die Äbtisssin Hildeggard von Bingen
B (diie hat
angeb
blich 1098 – 1179 geelebt) hat die giftigeen Akeleieen in
ihrer „Physica“
„ ausführlicch beschrieben. Aucch Zauberkraft
mpotenz sollen Akeleien brecchen könn
und Im nen, was m
mich
sehr wundert,
w d
denn Hildeegard war eine Heilige, die sicch aus
den zw
wischenmenschlich--weltliche
en Dingen hätte
heraushalten so
ollen.

Viola hat mir vor eiinigen Taggen erzähllt, dass siee


neuerdings ihree Bio-Aderr entdecktt hat, weil sie sich
vorgen
nommen hat, auf Werners
W Gesundheitt zu achten. Sie
hat ihm elade16 anggerührt. D
m eine lecckere Eibeen-Marme Dazu
hat siee die roten
n Beeren kurz
k aufge
ekocht, Ein
nmachzuccker
dazu gegeben
g u das Geemisch du
und urch ein Sieb passierrt.
Fertig war der exquisite
e B
Brötchen-A
Aufstrich für
f den
sonntääglich ged
deckten Frrühstücksttisch.
Ob modeerne Fraueen anders denken und handeln
d Witweenverbrennung wied
würdeen, wenn die der ein fesster
ndteil unserer freiheitlichen, demokrattischen
Bestan
dordnung wäre?
Grund
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16
Warnhin
nweis: Alle Teile der
d Eibe sind giftig- außer der rote
en Fruchthülle. Es besteht jedoch die Gefahr,
dass sich beim
b Kochen auch
h Giftstoffe aus den
d Samen lösen.
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Ein gestandener Mann ist nicht sensibel. Er darf nicht
sensible sein, denn er ist seit Urzeiten Jäger und Sammler.
Genetisch bedingt mordet er anders als Frauen. Der Mann
nimmt seine Qualitäts-Edelstahl-Axt von der Loch-Wand
seines wohlsortierten Werkzeug-Sideboards. Er erwirbt
eine neue, und zwar die beste Kettensäge mit
elektronischer Zündung und großer Schnitt-Tiefe, oder er
verwendet ein Gerät das schön laut ist - eine Pistole nicht
mit fünf oder sechs, sondern mit sieben linksdrehenden
Zügen, oder noch besser eine vollverchromte Pump-Gun.
Ein Mann tut das, was ein Mann seit Urzeiten tun
muss. Männer brauchen Krach, und wer schießen will, soll
schießen, und nicht lange rumquatschen – so denken
Männer.
Ich dagegen habe einen Auftrag und ich brauche
meine Zeit, um über das Geräuschproblem als existenzielles
und geschichtliches nachzudenken. Ist das Mann-Krach-
Verhalten vergleichbar mit dem Schrei, den urzeitliche
Jäger nach dem Erlegen und vor dem Zerlegen der Beute
ausgestoßen haben, um den Weibchen in der Höhle zu
signalisieren: „Weiber ich komme, und die Schönsten
können sich schon mal nackig machen“, und um den

Seite 37
________________
______

erfolglosen Loseern in den


n Wäldern zu versteehen zu geeben:
„Jungss, versucht es erst gar
g nicht. Ich
I hab Frrischfleisch
h und
ich kann mir jettzt die leckkersten Frrischfleisch
h-Torten
aussucchen.“

n das Putzen erst mal


Männern ist der Geedanke an
egal. Das
D ist Fraauenarbeitt. Hauptsaache das Mordwerk
M kzeug
ist machomäßigg groß und
d macht eiinen Heidenlärm.
Männer denken
n in großen Dimensionen. Fraauen mord
den
still, denn Fraueen denken
n nicht we
eiter, was auch
a geneetisch
bedinggt und ein
n anderes Thema istt.

Wenn ein
n Mann Giift verwen n man davon
ndet, kann
ausgehen, dass er ein perrsönlichess Problem bezüglich
h
seinerr Polung hat. Vielleiccht ist er eine
e tuntigge Schwuchtel,
oder eine
e dameenwäschettragende Tunte,
T oder sogar B
Beides
und no
och viel mehr.
m Gift ist heimtü
ückisch un
nd darum
verweendet ein Mann
M kein
n Gift. Ich bin sensib
bel und ich
h will
und muss
m ästheetisch morrden – und
d ich bin keine
k
Schwu
uchtel, den
nn ich lieb
be Frauen. Muss ich
h jetzt trottzdem
martiaalische Mo
ordwerkzeeuge verw
wenden?
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Ich bin ein Schöngeeist und mich


m faszin
nieren gan
nz
andere Details. Ich könntte stunden waffnet mit
nlang, bew
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einem Spezialschraubendreher und einer Lupe, die

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Stellschraube am Abzug eines Repetiergewehrs
verjustieren. Hauchzarte Einstellungen sind für mich ein
Höchstgenuss, um mit sanfter Berührung meiner
Fingerkuppe den Schlagbolzen auszulösen – so
häuchleinzart, damit ich mir feinabzugsmäßig ins Knie
schießen kann - versehentlich.

Ich sitze auf meinem Stuhl und betrachte die


kobaltblaue Tür. Mein Gehirn beginnt zu arbeiten. Noch ist
es nicht tot, es beschäftigt sich nur mit dem Tod und einem
blitzblauen Nachstrich, denn ich sehe, dass ich etwas
unordentlich beim Vorstrich gewesen bin. Bei einem
Schaft-Rohling aus kaukasischem Walnussholz wäre ich es
nicht. Dafür würde ich sogar Sina hergeben, um das edle
Stück wochenlang mit Leinöl einzulassen, und ihm dann mit
dem Druck meiner Händen eine edle Mattigkeit ins Holz zu
massieren, so lange, bis ich in sein jahrhundertealtes
Birdseye17 blicken kann.

17
Ein Birdseye entsteht, wenn schwarze Walnussbäume krank werden. Dabei stülpen sich Tumore aus
dem Stamm nach außen. Dieser Prozess kann mehrere hundert Jahre dauern. Wenn man solche
Wucherungen durchsägt, entdeckt man ein sternförmiges Muster, das sogenannte „Birdseye“.
Walnussholz mit einem Birdseye ist sehr selten und entsprechend teuer.

Seite 39
________________
______

Sina hanttiert in derr Küche un


nd ich versuche micch auf
ung zu konzentriereen, das sicch für
das Prroblem deer Entsorgu
einen passionieerten Umw
weltfetisch
histen zu einer
e ernsten
Angeleegenheit entwickel
e n kann. Ich bin geseellschaftlicch
ns konditioniert. Daarauf bin icch stolz, und
besten u darum
m
trennee ich auch den Haussmüll, so wie
w es von
n der Legisslative
vorgesschrieben ist. Meinee ehemalss ohne Sysstem gefüllten
Müllsääcke landeen aus Anggst vor de
er Executivve schon sseit
Monatten nicht mehr in der Tannen
nschonungg im naheen
Wäldcchen. Säub
berlich verrschraubt und nichtt zerdrückkt
bringee ich sogarr die Plastikflaschen
n in den Su
upermarktt
zurückk, da wo sie herkom
mmen, und
d zum Dan
nk bekomm
me ich
etwas Kleingeld
d in die Hand gedrücckt, damitt ich neue
Plastikkflaschen kaufen kaann.

Aber woh
hin mit ein
ner Leiche? Wenn icch mit Weerner
ein ern
nstes Gespräch von hre, kann ich
n Mann zu Mann füh
ihm mit
m gutem Zureden und
u etwass rhetorisccher
ola retournieren, deenn er ist mein
Geschicklichkeitt seine Vio
besterr Kumpel und
u auch mein Steu
uerberater. Vielleich
ht
findet er auch einen
e Wegg, das Prob
blem aus steuerlich
s er AfA
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Sicht durch
d Absetzung für Abnutzu
ung anzugeehen.
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Bei Sina sieht das anders aus. Ich kann mir vorstellen,

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dass sie auch in einer Mülltüte noch hübsch aussieht, aber
ich kann sie nicht einfach am Waldrand ablegen, denn mein
sensibilisiertes Umwelt-Gewissen würde mir unweigerlich
unruhige Nächte bereiten, und unausgeschlafene Mörder
sind unkonzentrierte Mörder und darum auch schlechte
Mörder. Die Frage der sozial unbedenklichen und politisch
korrekten Entsorgung steht unbeantwortet wie ein
Menetekel an der kahl gekalkten Wand im Küchenraum.

Sina lebt, sie ist immer noch hier und nicht dort. In
welche Richtung ich auch denke, die Aufgaben kommen,
bleiben und gehen, und die Fragen nach dem Was, Wie,
Wo, Wann und Warum sind immer die gleichen. Auch mein
gedanklicher Konflikt zwischen ethischen, ästhetischen und
praktikablen Werten wächst im Minutentakt.

Langsam lichten sich die Nebel, und ich sehe wieder


klar. Der Beruf des Mörders erfordert eine hohe
Spezialisierung, die dem Normal-Sterblichen vollkommen
unbekannt ist. Ich habe gehört, dass man schon aus
Hautschüppchen, deren Durchmesser kleiner als ein Haar
ist, DNA-Material isolieren und ein DNA-Profil erstellen

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________________
______

kann. Unter solcchen Voraaussetzunggen solltee ein Profi--


Mördeer die Ansschaffung eines Gan
nzkörperko
ondoms in
n
Erwäggung zieheen.

Je mehr ich über eiinen Mord


d und sein
ne Vor- un
nd
Nachb
bearbeitun
ng nachdeenke, umso größer wird
w mein
ne
Furchtt vor der eigentliche
e en Tat. Ich
h brauche Rat und rrufe
nach Sina:
S „Sag mal Honeey, wie maachst du das
d so? Haast du
ein System?“
Sina kommt telefon
nieren auss der Küch
he, und gib
bt mir
mit errigiertem Zeigefinge
Z er vor ihre
em Mund zu
z versteh
hen,
dass icch gefälliggst schweigen soll.
Ich sitze, ich schweeige, ich be d kobaltblaue
etrachte die
Tür un
nd denke an
a einen Mord,
M ode
er bei Erfo
olg auch an
n
mehreere in Serie.
Sina been
ndet mit einem
e verfführerisch
h-gurrendeen
Lachen ihr Teleffongesprääch. Stirnrunzelnd frrage ich noch
W machst du das so -
einmaal: „Du hasst doch Erffahrung. Wie
normaalerweise??“
Sina kram
mt in ihrer kleinen Handtasch
H e aus der
abgezogenen Haut eines geschütztten Reptilss. Ich denke:
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„Das Vieh n“ und Sinaa antwortet


V hat ´ss auch übeerstanden
ohne von
v ihrem
m Sammelssurium im Beutel au
ufzusehen
n:
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„Also ich nehm am liebsten Plastiktüten vom EDEKA. Die

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sind reißfest und die Farben erinnern mich irgendwie an
Eierlikör ...“
Mein Gehirn begreift nicht, denn es lebt noch nicht
so richtig, oder nicht mehr, je nachdem und aus welcher
Perspektive man die Funktionalität betrachtet.
„Eddegga?“ frage ich verständnislos, und Sina
antwortet dem Begriffsstutzigen: „… und braunes Paket-
Klebeband. Das Durchsichtige reißt zu schnell und lässt sich
schlechter abrollen.“
Ich überlege und bin ratlos, weil ich die Begriffe
nicht sinnvoll mit meinem beabsichtigten Vorhaben und
Sinas zwölf dahingegangenen fast-Ex-Ehemännern in
gedanklichen Zusammenhang bringen kann. Sina sieht die
Mimik meiner geistabsenten Verständnislosigkeit.
Sie deutet mit ausgestrecktem Zeigefinger eine
linksdrehend kreisende Handbewegung an.
Ich gebe ihr murmelnd zu verstehen, dass mein
Gehirn momentan etwas untot sei, und sie antwortet
liebevoll: „Um den Hals Dummerchen. Das Klebeband um
den Hals.“
Jede Methode folgt einem einfachen
Ordnungsprinzip. Nur wenn ich den Zweck und die Technik

Seite 43
________________
______

versteehe, kann mein Geh


hirn auch das
d Motiv des
Handeelnden verrstehen. Mit
M halbge
eöffnetem
m Mund seehe ich
Sina an, und siee erklärt mir
m kichern
nd und wiee einem
grenzd
debilen An
nalphabetten: „Du nehmen
n Plastikdüdd
de und
des Kopp. Dann mussu nehm
stülpeen über ald men Glebbeeband
un vieermal um faltiges
f Haals bis nix mehr Luftt. Kapischee?“
Jetzt versstehe ich Sinas
S Erfollgssystem, das immerhin
schon zwölfmal nicht versagt hat. Sina
S fügt kichernd
k h
hinzu:
„Ich lieebe leben
nde Mittel …“, und spontan
s m
muss ich daaran
denkeen, dass ich schon läänger nich
ht mehr an
n meine au
uf
meineer Hitliste auf den zw
weiten Plaatz abgesttiegene
Freund
din Viola gedacht
g habe. Violaa hat ihre eigene
ode entwickelt. Sie will Wern
Metho ner mit desstilliertem
m
handlungsweise
Wasseer umbringgen. Angeeblich soll diese Beh
her und diie unnatürliche Ursache nichtt nachweiisbar
totsich
sein.
olas Ehemann
„Das milittante Arscchloch (Werner, Vio
und Violas Origiinal-Ton) bekommt
b ein Jahr lang nur
destilliertes Waasser zum Trinken. Das
D entzieeht dem Kö
örper
alle wertvollen Mineralien und Spu
urenelemeente, und nach
einem
m Jahr bin ich Witwee“ hat mir Viola in einem
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vertraulichen Moment
M geesagt.
Ich hab Werner,
W meinen bessten Kump
pel und
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Steuerberater in Personalunion gefragt, ob er von der

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sogenannten Destillationsmethode im Spannungsfeld von
Geld und Ehe schon mal was gehört hätte, und Werner hat
geantwortet: „Ja klar, das ist wieder mal eine von Violas
Bio-Spinnereien. Ich soll nur noch ihr gesundes Bio-Wasser
trinken, sagt sie, aber ich neutralisier ihr Geschwätz mit
einem gut eingeschenkten Weizenbier.“
Nach dem fünften Bier habe ich Werner verlassen,
der vermutlich immer noch an seinem
Destillationsneutralisierungsprogramm mit Pilsbierchen
und Weizenkaltschalen arbeitet.
Nach diesem Gespräch unter Männern ist Viola
wegen schweren intellektuellen Mängeln auf meiner
Hitliste weiter gefallen. Unschwer kann ich vorhersehen,
dass Viola nicht so schnell zur Witwe avancieren wird, denn
Werner ist zäh und wie bereits erwähnt, auch mein
schlitzohriger Berater in steuerlichen Angelegenheiten, und
darum eine schützenswerte Spezies.

Sina klappert mit allerlei Gerätschaften in meiner


Küche und ich rufe: „Aber wie bekommst du den Kopf in
die Plastiktüte. Das macht doch niemand freiwillig?“
Sina kichert aus der Kombüse: „Schlaftabletten

Seite 45
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______

zersto
oßen und in den Pud
dding. Am
m besten Waldmeist
W er,
n dem Gesschmack. Dann kurzz ziehen laassen und eine
wegen
m Mittagesssen in den Kühlschrank. Einee
Stunde vor dem
Stunde nach deem Mittageessen die Tüte und dann das
Klebeb
band.“

Sina ist weder


w h eine gute Hausfrau,
senssibel, noch
denn Sina
S mach
ht sich um das Entso
orgungsprroblem keine
nken. Außerdem räu
Gedan umt sie nie meine Küche
K auf,, was
mir weegen den unsauberren Ecken und Tellern zunehm
mend
lästig wird.
w ders. Susaanne geht alle
Susaanne ist daa ganz and
zwei Wochen
W zu
um Frauen
nstammtissch, sagt sie
s ihrer Faamilie,
und wenn
w ich ess verlangee, dann pu
utzt Susanne auch n
nackt.
Aber das
d ist eine vollkom ere Geschichte, die nicht
mmen ande
hierheer gehört.
Andrerseits ist Sinaa eine erfaahrene
Heirattsschwindlerin, oder Subjektm
managerin
n wie sie ggern
m einer langen Refferenzliste
sagt, mit e, und hoh
hem
Einkom
mmen, weenn man von
v den viiertausend
d Euronen
n
einmaal absieht, die sie mir immer noch
n schu
uldet.
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Mein Gessäß schmeerzt, weil ich immer noch auf


meineem Stuhl sitze, und gedanken
g verloren die
d kobalttblaue
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Tür betrachte. Mein Gehirn ist noch tot, und mein Körper

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zu schwach um aufzustehen.
Ich muss an die alten Zeiten, die Guten denken.
Früher war alles beschaulicher, geruhsamer und
romantischer. Der ehemalige Chorknabe und
Heiratsschwindler Henri Désiré Landru18 schaltete oder
antwortete auf Heiratsanzeigen und hat so über
zweihundert gutsituierte Muschis klargemacht. Das ist auch
im modernen Internet-Zeitalter eine immer noch
beeindruckende Kontaktmenge. Der alte Landru hatte viel
Gefühl im Stift, und nach seinen Liebesbriefen brannten die
mittelalten Damen im sprichwörtlichen Sinn. So ein
literarisch unterfüttertes Vorgehen zeigt eine gewisse
Größe, und Landrus Stil kommt meinen Vorstellungen
schon näher.
Oder wie mein Großvater väterlicherseits gern zu
sagen pflegte: „Sohn“, dann zog er immer schmatzend an
seiner Pfeife „merke dir für ´s Leben. Alte Hütten brennen
schnell und heiß.“

18
Henri Désiré Landru (* 12. April 1869 in Paris; † 25. Februar 1922 in Versailles) war ein
französischer Heiratsschwindler und Serienmörder, der mutmaßlich elf Menschen und einen Hund,
davon zehn Frauen, während des Ersten Weltkriegs getötet, ihre Körper zerteilt und in einem Ofen
verbrannt hat. (Quelle: Wikipedia)

Seite 47
________________
______

Ich weiß, dass ich in der Vor--Internet-Zeit


Liebessbriefmäßig gesehen, auch ziemlich gut war. Elke, eine
leider früh verb ohblonde Schönheit mit breittem
blühte, stro
Becken und gro
oßen Brüstten, schlep
ppt meinee Briefe naach
immerrhin zwanzig Jahren
n immer noch mit siich herum
m. Erst
vor ein
nigen Wocchen hat sie
s mir telefonisch mitgeteilt
m :
„Wenn du mal wieder
w deen Mond sehen möcchtest, dann
heb ich für dich den Rockk und bückk mich …“
Den Mond wollte ich nicht se nn ich habe
ehen, den
einen Auftrag, den
d ich erffüllen muss. Aber welche
w Meenge
an liteerarischer Romantikk kann eine Frau heutzutage n
noch
ertraggen? Das In
nternet istt eine starrke und scchnelle
Konku
urrenz und
d ein Auffrrischungssseminar fü
ür
Heirattsschwindler würdee mir verm
mutlich meehr als nurr gut
tun. Icch muss daas gelegen
ntlich mal mit Sina diskutiere
d en und
eventu
uell einen Worksho
op konzipie
eren. Die Zielgruppe
Z e und
Kontaktfrage dü
ürfte damit nicht daas eigentliche Them
ma
sein, sondern
s eher die Frage der richtigen Po
ortionieru
ung.
Landru haatte es no
och vergleiichsweise gut. Der h
hat elf
oder auch
a mehrr Frauen und
u dazu einen
e dlichen, kleinen
nied
Wusch
helhund mit
m einer Handsäge
H aus dem Pariser
P
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Waren u Bon Marrché“ sorggfältig zerkleinert und im


nhaus „Au
Kohleo
ofen verheizt. Das geht
g heute
e nicht meehr, denn
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Kohleöfen sind selten geworden, und die Einzelteile von

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einsamen mittelalten Damen passen nicht in die
Zentralheizung. Es sind oft die kleinen Details, die einen
großartigen Plan scheitern lassen.

Ich komm wieder ins Grübeln und mein Gehirn ist


immer noch wie tot. Es will sich nicht bewegen, weil zu
einem intelligenten Mord nicht nur die Tat an sich, sondern
auch ein spektakulärer Tatort gehört.
Tatort?
Ort der Tat?
Ort für stille Taten?
Stiller Ort für große Taten?
Fragen, auf die ich keine Antwort weiß. Wie würde
sich ein neuer Papst in seiner Wohnetage verhalten, wenn
er feststellt, dass beim Umbau seiner Räume der Einbau
der Toiletten vergessen wurde.
Sagt er: „Aller Anfang ist schwer“, oder fragt er: „Gibt
es hier nur Engel?“
Vielleicht betet er: „Nichts Menschliches ist uns
fremd“, oder „hier ist nicht der Ort“, weil Engel keine

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menscchlichen Bedürfniss
B e haben, was
w ja in klerikalen
k
Kreiseen unumsttößliche Taatsache isst.19

m Wohnzimmer geh
Also hier in meinem ht es an deen
Wochentagen mordmäßi
m ig nicht, und aus Glaaubensgrü
ünden
auch nicht
n an den Sonntaagen. Da hätten
h meine Katzen
n und
meinee polnischee Putze ettwas dage
egen.

u flüstert:
Sina gibt mir einen Kuss auf die Stirn und
„Schattz, ich hab üchte-Jogurt gemaccht.
b dir ein leeckeres Frü
Das Scchüsselcheen steht im hrank. Ich geh jetzt. Ich
m Kühlsch
muss zur
z Arbeitt.“
nd Arbeit. Aber Hun
Ich denkee: „Sina un nger hättee ich
schon.“ Ich läch
hle gedankkenverlore m Gehirn ist
en, denn mein
noch etwas
e untot, und ettwas flau im n ist mir jetzt
i Magen
auch noch.
n
Sina öffneet die blitzzblaue und schlechtt lackiertee Tür.
Sie dreeht sich no
och einmaal um und
d wirft mir einen
gehau a der linken Handfläche
uchten Absschieds-Handkuss aus
zu.
n ein überreifer Man
Sina ist seehr jung und ich bin nn.
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19
Zitat sinn
ngemäß aus „DER
R STERN“ 16/200
04
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Die rotlackierten Finger ihrer rechten Hand krallen sich in

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die zusammengenähte Haut des toten Reptils. Sie schließt
die Tür und ich wanke mit schmerzenden Testikeln und
leisem Glockenklang in die Küche, die nach meinem ersten
Eindruck so ist, wie sie immer ist. Dann öffne ich die
Kühlschanktür und denke spontan: „Oh Jogolé“, denn aus
den Augenwinkeln sehe ich auch eine zerknitterte, gelbe
Plastiktüte, vermutlich achtlos mit dem linken Pumps unter
den Küchentisch geschoben.
Dann sehe ich neben dem Bier eine Sektflasche für
den Fall der Fälle. Spiele mit Champagnerflaschen hat mir
Sina gezeigt, und auch Viola präferiert gelegentlich nasse
Spiele, wenn es gilt, einen neuen Lover zu beeindrucken.
Ich schließe die Kühlschranktür und ich nehme an, dass
auch das Licht im kaltweißen Raum erloschen ist.

„Sie schwenkte eine Champagnerflasche und begoss


mich mit dem Inhalt, es war eine prickelnde Begegnung“,
sagte ein französischer Professor über den ersten Moment
des Kennenlernens. Momentan steht er vor Gericht, weil
seine Frau spurlos verschwunden ist. War das ein perfekter
Mord, oder ist der Professor nur ein unbescholtener Bürger
mit einem Hang zu alten Hitchcock Filmen, der nach

Seite 51
________________
______

zehnjäähriger Eh
he nicht mehr angep
pisst im teeuren
Champagnerreggen stehen
n wollte?
Die Leichee der Proffessorenfrrau wurdee nie gefun
nden,
und mir
m ist nach
h Süßem. Ich esse vier Löffelcchen von SSinas
Joghurt. Das halbvolle Nääpfchen scchiebe ich zurück in
n den
Kühlscchrank. Wenn
W die grau gestre
eifte Nachbarskatzee
wiedeer mal auf meinem Balkon
B herumstreun
nt, habe icch für
das sü
üße Ding ein
e Leckerlli.

Ich habe immer no er und ich denke an das


och Hunge
kleine chinesiscche Restau d jetzt einen
urant an der Ecke, das
neuen
n und imm
mer lächeln
nden Besittzer hat. Mein
M Gehiirn ist
nicht mehr
m ganzz tot. Ein Restquänt
R tchen Lebeen beginn
nt zu
kombiinieren. Hat hierzulande scho
on mal jem
mand überr die
Frage nachgedaacht, waru
um es kein
ne toten Chinesen ggibt?
Ich habe noch nie
n eine Trraueranzeige über einen
e
dahinggeschiedeenen Chineesen gesehen. In Itaalien ist daas
nicht anders.
a In Rom lebeen etwa zw
wanzigtau
usend Chin
nesen.
Keinerr kommt neu
n hinzu,, keiner ge
eht und die Zahl derr
Aufenthaltsgenehmigunggen bleibt seit vielen
n Jahren
konstaant. Nur gestorben wird nichtt. Die röm
mische Poliizei
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sagt, es
e habe vo
or fünf Jah
hren einen
n Fall von Einäscherrung
gegeb s nach China geschickt word
ben, und die Asche sei den.
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Es gibt keine Begräbnisfeiern, keine Bestattungsinstitute

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und keine Spur von toten Chinesen. Die römische Polizei
hat eine Sonderkommission auf das Mysterium der toten
Chinesen angesetzt. Die Ermittlungen der
Sonderkommission „Tote Chinesen“ sind inzwischen
ergebnislos abgebrochen worden.20 Die lebenden Chinesen
stehen in ihren Restaurants. Sie lächeln, sie schweigen und
sie liefern frei Haus. Ich muss mit einer kleinen Übelkeit
kämpfen, denn noch vor wenigen Tagen fand ich das
chinesische Hühnerklein mit Reis sehr lecker.
Wie schmeckt das Weichfleisch von Sina? Also bei
einer Hungersnot im Gebirge würde ich, aber nur in großer
Verzweiflung, an Sinas Oberschenkel und an ihren
Pobacken mit dem linksseitigen Tattoo 4711 und an der
rankenden Rose knabbern, denn das Fleisch ist fest und
lecker.
Da fällt mir eine Geschichte ein. Vor einigen hundert
Jahren soll es in Zentralafrika große Sklavenmärkte für
Frischfleisch gegeben haben. Die Oberschenkel, das
Bauchfleisch und die Hinterbacken waren begehrte Stücke
mit hohem Nährwert. Um den Preis hochzutreiben wurden
besonders wohlschmeckende Weichteile mit Kreide

20
Aus DER SPIEGEL 14/2007 Seite 134

Seite 53
________________
______

markieert. Eine besondere


b e Delikatessse sollen die Hoden
gewessen sein. Manche
M Skklaven sollen sogar richtig sto
olz
gewessen sein, wenn
w sie für
f einen hohen
h Preeis verkaufft
wurdeen. Ich fragge mich, wie d Knocheen, die Hände
w man die
und Fü
üßen verw
wendet haat. Wurde da gebruttzelt, geko
ocht
oder gegrillt?
g W ist mitt dem klein
Was nen Finger meiner llinken
blieben?21
Hand geschehen und wo ist er geb

Mein Geh
hirn ist untot, ich haabe einen Auftrag, u
und
ich habe ich etw
was Schmeerzen im Gulliver,
G w Alex22 der
wie
Beethoven-Fan jetzt sageen würde. Ich setze mich wied
der
auf meeinem Stu
uhl und beetrachte das lackiertte Holz deer Tür.
Die Zeeit vergehtt, und werr einen Paakt mit dem
m Teufel
abschließt, findet keinen Frieden. Ist
I die Urssache der
Vorläu
ufer der Taat, oder entwickelt sich die eigentlichee Tat
aus vieelerlei Urssachen? Icch weiß ess nicht, ab
ber
offenssichtlich veerstecken sich hinte
er dem eiggentlich
Selbsttverständlichen die schwierigsten Prob
bleme.

Vor vier Monaten


M w die Lie
war ebe noch frisch und
d Sina
meinee vorrangigg präferierte Muse,, aber heu
ute? Ich errinnere
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21
Siehe au
uch meinen Romaan „TREUFLEISCH“
22
Malcolm
m McDowell in dem Film „Uhrwerkk Orange“
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mich, dass Sina schon wieder vergessen hat, mir die

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Viertausend zurück zu geben, die ich ihr schon vor
Monaten gepumpt habe, weil sie wegen einer kleinen
Unpässlichkeit etwas in Bedrängnis war, und außerdem
meine goldene Sparkassen-Eurocard seit mehreren Tagen
verschwunden ist.

Ob der Beruf mit der Berufung zum Mörder positiv


korreliert? Dieser Frage müsste ich gelegentlich mal
nachgehen. Die dann naheliegenden Ergänzungsfragen
wären dann: Welche Berufe sind für Mörder besonders gut
geeignet? Gibt es Berufe, in denen überdurchschnittlich
viele Mörder anzutreffen sind? Und Augen auf bei der
Berufswahl. Welche Schulabschlussnoten muss der
Schulabgänger mitbringen, um einen qualifizierten
Ausbildungsplatz zu ergattern?

Ohne den aktuellen Zensus zu Rate zu ziehen, also


rein gefühlsmäßig, kämen Metzger und Apothekerinnen in
meine engere Auswahl. Für mich wären auch stark
behaarte Dönerbudenbesitzer, Fleischwursthersteller, und
an erster Stelle asiatische Restaurantbetreiber verdächtig.
Von Zahnärzten wusste ich bis vor wenigen Tagen nur, dass

Seite 55
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______

dieserr Berufsstaand durch


h eine hohe Suizidraate unangeenehm
auffälllt. Dass Zaahnärzte auch
a als Haandelsuntternehmer
erfolgreich sein können, war
w mir neu, aber nichts
n ist
unmöglich. In den USA stteht derze
eit ein Zahnarzt,
zusam
mmen mit drei Komp E soll Patienten
plizen vor Gericht. Er
nach deren
d d illegal Orrgane und Knochen entnomm
Tod men
haben e gros zu verkaufen
n, um sie en n. Bei sein
ner
Vorgehensweisee war er offensichtl
o lich sehr erfinderisc
e ch.
Damitt der Diebsstahl nichtt auffiel, füllte
f usammen mit
er zu
drei Helfern diee Leichen mit
m OP-Haandschuhee oder Sch
hürzen
wiedeer auf, bevvor sie die Körper wieder zunäähten.
Entnommene Knochen ersetzen sie
e durch PV
VC-Rohre,,
damit die Leicheen bei derr Beerdigu
ung äußerlich normal
aussah
hen. Die vier
v Angekklagten solllen Körpeerteile von
n mehr
als tau
usend Leicchen entnommen und für vieel Geld verrkauft
n. Totenscheine und
haben weise sollen die
d Organspenderausw
d Zahnarzt über den
Angekklagten gefälscht haaben. Ob der
oralen nentfernen auf die
n Umweg und beim Zahnstein
innereen Organee und zu der hohen Zahl dahin
ngeschied
dener
npatienten gekomm
Kassen men ist, ko
onnte ich nicht in
Erfahrrung bringgen.
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Spontan fällt mir ein, dass ich mich mal wieder bei

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Paul van Cre23 zum Gedankenaustausch melden könnte.
Seit dem überraschenden Tod seines Schwiegervaters ist er
zum Geschäftsführer avanciert. Aber Paul hat neuerdings
einen vollen Terminkalender und ich betrachte
nachdenklich die vier Finger meiner linken Hand.
Comicfiguren werden auch nur mit vier statt mit fünf
Fingern gezeichnet, und das beruhigt mich ungemein.

Ob Titti noch alle Finger hat? Ich kann sie nicht


fragen, denn Titania ist in Stammheim und steht unter
strenger Observanz, weil sie verdächtigt wird, ihren Mann
und Pauls Schwiegervater umgebracht zu haben. Ich glaube
das nicht, denn Titania kann keiner Fliege etwas antun.

Kann man Geld nur durch Fleiß oder auch durch die
Dummheit der anderen erwerben? Leidet die Reinheit
meiner Seele unter dem Wettlauf nach Geld und Gut?
Sollte ich das Problem von einer anderen, mehr aus einer
kapitalistischen Perspektive angehen? Eine international
agierende Murder Inc. erscheint mir als geniale
Geschäftsidee. So eine Firma könnte nach dem Gier-Prinzip
23
Siehe auch meinen Roman „TREUFLEISCH“

Seite 57
________________
______

auch in größereen Dimenssionen fun


nktionieren. Die
Grund nnt. Ich habe einen
dvoraussettzungen sind bekan
Auftraag, den ich w ich etwas Geld
h ausführeen muss, weil
angen
nommen habe,
h was meinen Kühlschran
K nk kurzzeittig
gefülltt hat, aberr meine Seeele dauerhaft belaastet. Wen
nn ich
die miir lästige Verpflichtu
V ung in grö
ößeren Dim
mensionen
n
betracchte, dann
n könnte aus
a meine
em kleinen
n Leid einee
dauerhafte Freu
ude werdeen.
Zuerst legge ich übeerschlägig fest, wie viele
v
Auftraagsmorde meine Mu
urder Inc. in den näächsten zw
wanzig
Jahren
n realisiereen könntee. Der gescchätzte Um
msatz auss
Auftraagsmorden
n wird auff einem zu
um Wertpapier gead
delten
Schrifttstück nottiert. Dann wert tranchiert.
n wird derr Gesamtw
Wer In
nteresse an
a einem Mord
M hat,, kann eineen
Vorzuggsanteil, oder
o sogarr mehrere
e an diesem
m Wertpaapier
erwerben und bekommt
b als Bonuss einen sch
hönen Mo
ord
zum Vorzugspre
V n ist, dass viele Erwerber
eis. Da anzzunehmen
der Murder Inc..-Wertpap en Mord in Auftrag geben
piere keine
wollen n nur eineen schwunghaften Handel
n, sondern H mitt
meineen Murderr Inc. Vorzzugsanteile
en betreib
ben wollen
n,
muss schon
s weggen dem Gesetz
G von geringem
m Angebo
ot und
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großer Nachfragge der Kurrswert me


einer ausggegebenen
n
Zertifikate steiggen. Die vo
on mir pro
ognostizierten und
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angebotenen Auftragsmorde werden zur Nebensache,

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denn für die Investoren sind nur noch die steigenden Kurse
interessant. Wenn man meine geniale Geschäftsidee weiter
denkt, könnte ein Syndikat, vielleicht die Mafia, eine
Vielzahl meiner Murder Inc.-Zertifikate kaufen, und die
Papiere zum Beispiel bei einer deutschen Großbank als
Sicherheit für einen Kredit hinterlegen, um mit dem
geliehenen Geld in Reha-Kliniken für misshandelte
Ehemänner zu investieren. Damit würde der eigentliche
Geschäftszweck meiner Murder Inc. – der klassische Mord
– zur Nebensache. Wirklich wichtig werden dann nur noch
steigende Kurse. Ich muss das Geschäftskonzept
gelegentlich mal in einem Business-Plan dokumentieren.
Al Capone war der Erfinder der Geldwäsche, aber im
Vergleich zu meiner Geschäftsidee ein Stümper. Er
investierte die Gewinne aus seinen kriminellen Geschäften
in Waschsalons. Das money laundering, die Geldwäsche,
hatte seinen Namen. Mein System könnte als Mörder-
Business ohne Mord in die Geschichte eingehen.

Ich bin müde. Mein Gehirn ist immer noch untot und
meine Gedanken drehen sich im hohlen Raum. Ich habe
einen Auftrag und Geld angenommen. Ich soll einen Krimi

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mit ein
nem schönen Mord
d schreiben, und ich
h habe eine
depressiv motivvierte Schrreibblockaade. Ob mir
m Sina miit ein
zwei oder
o drei kleinen
k Morden ausshelfen kann? Wie aaus
weiterr Ferne hörre ich das Geräusch eines sich
h drehend
den
Schlüsssels. Dann
n das knissternde Raascheln vo
on Plastikffolie.
Ist es eine
e Plastiktüte? Daann flüstert Sinas zäärtliche
Stimm
me: „Schatz, lebst du
u noch?“
Ich versucche meinee schläfriggen Augen
n zu öffnen
n. Es
gelingt mir nicht.
Ich antwo
orte: „Hon
ney, da bisst du ja wiieder. Hasst du
etwas vergessen?“
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Nachtrag

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„Reg dich nicht über Dinge auf, die du nicht ändern kannst.“
Sina Sidonius

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Ich habe diese Geschichte so geschrieben habe, wie


sie in meiner Erinnerung ist. Darum bitte ich meine
Leserinnen und Leser um Nachsicht, wenn ich an der einen
oder anderen Stelle zu sehr von dem was sich tatsächlich
zugetragen hat, abgewichen bin. Dennoch, und das kann
ich beschwören, entspricht Vieles der nackten,
ungeschminkten Wahrheit. Daher ist es nicht
verwunderlich, wenn es in meiner Geschichte kleine
Ähnlichkeiten mit noch lebenden oder inzwischen
verstorbenen Personen gibt. Persönlichkeiten die der
Zufall, die Zwänge des Lebens, oder das Kalkül, so wie im
richtigen Leben, für eine kurze Zeit zusammengeführt hat.
Vielleicht kommt dir die eine oder andere Episode
bekannt vor. Du brauchst dich nicht zu sorgen, und du
musst mich nicht daran erinnern. Mein Kapital ist meine
Verschwiegenheit. Ich nenne keine Namen und ich schwöre
bei allen Heiligen: Die genannten Akteure, ihre Namen, die
Orte und Zeiten sind von mir frei erfunden. Du kannst

Seite 61
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beruhigt so weiterleben wie


w du es gewohnt bist. Aberr du
siehst,, auch deine Erlebnisse sind so
s alltäglicch, dass sie
überall passiereen könnten, jede Minute, jede Stunde,
überall auf der Welt,
W on immer und solan
scho nge es
Menscchen gibt.
Solltest du dich in diesem
d Bu
uch wiedeererkennen
n,
dann fühle
f ich mich
m wegeen meinerr blühendeen, aber
realitäätsnahen Phantasie
P geschmeichelt. Aber Ansprü
üche
könneen daraus nicht abgeeleitet we
erden.
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Raoul Yannik

Geboren im Oktober 1950 in der damals


beschaulichen, schwäbischen Kleinstadt Sindelfingen. Nach
Abitur und Ausbildung schloss sich ein längeres, aus
heutiger Sicht ziemlich nutzloses Studium in Berlin an.
Heute, nach einer kurzen Ehe und anderen Missgeschicken
lebe ich aus Lebens- und Liebesgründen in Essen. Ich
schreibe Essays, Kurzgeschichten und Romane über die
Abgründe der Seele, über die Irrwege der Liebe, über das
was sein könnte und was ist.

Meine Schreib-Werkstatt: www.raoulyannik.de


Meine Web-Tagebücher für Kommentare und Tipps: http://raoulyannik.blogspot.com/
und http://raoulyannik.wordpress.com/
Hier gibt es noch mehr von mir: http://www.scribd.com/people/documents/12496102-raoul-yannik
Kontakt und Fragen an mich: kontakt@raoulyannik.de
Tweet mich: http://twitter.com/RaoulYannik

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Meine Sch
hutz- und Nutzungs rechte

Ich bitte mein


ne Leserinnen
n und Leser um
m Verständniss für die folgenden
Hinweisee zu den Nutzungsrechten (Urheberschu
( n Texten: Der ganze
utz) an meinen
oder teilweise Vorabd
druck, Nachdruck, oder die Veröffentlichung, auch in
Zeitungeen, Zeitschrifteen und im Inteernet, ist ohne meine schriftliche Einwillligung
d Veröffentlichung meineer Texte und B
nicht gesstattet. Der Veertrieb, oder die Bilder in
Ebooks, Taschenbuch-, Volks-, Sond
der-, Reprint-,, Schul- oder Buchgemeinsc
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enhaft rechercchiert. Falls an
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unbeabssichtigt gescheehen. In dieseem Fall bitte icch um Nachriccht und um An
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keine Haaftung überneehmen. Hiermit distanziere ich mich ausd
n, gelinkten Seeiten. Ich macche mir diese Inhalte nicht zu Eigen.
Inhalten aller fremden
Wenn dir meein Text gefälltt, freue ich miich über dein Feedback.

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