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ZEITSCHRIFT
FÜR

ÄGYPTISCHE SPRACHE
UND

ALTERTUMSKUNDE

HERAUSGEGEBEN VON

GEORG STEINDORFF

66. BAND

MIT ACHT TAFELN UND FÜNFZIG ABBILDUNGEN IM TEXT

Neudruck der Ausgabe 1931

OSNABRÜCK
OTTO ZELLER
1967
Mit freundlicher Genehmigung des Verlages J.C.Hinrichs, Leipzig

Gesoendet aus Mitteln


des F?undesministeriums
für Bildung und Wissenschaft
er Bundesrepublik Deutschland
(3)

Printed in West Germany

Ges&mtherstellung: Proff u. Co K-G Bad Honnef a.Rh.


INHALT DES 66. BANDES
Seite
BORCHARDT, L.: Ein gnostisches Amulett...................................... 49—51
— Zwei Kalksteinsdierben mit literarischen Aufschriften. . . . 14—16
— Ein verzierter Stabteil aus vorgeschichtlicher Zeit..................... 12—14
FRANZOW, G.: Zu der demotischen Fabel vom Geier und der
Katze .......................................................................................... 46—49
GLANVILLE, S. R. K.: Records of a Royal Dockyard of the Time
of Tuthmosis III: Papyrus British Museum IOO56 105—121, 1*—8*
HENGSTENBERG, W.: Die griechisch-koptischen jw.oir\on-
Ostraka....................................................................................... 51—68
— Nachtrag zu „Die griechisch-koptischen MOTr^on-Ostraka“ . . 122—138
KLEBS, LUISE f [H. Ranke] ............................................................. 75—76
MEYER, EDUARD f [G. St.] Mit Porträt.......................................... 73
PIEPER, M.: Ein Text über das ägyptische Brettspiel.................... 16—33
REISNER, G. A.: Inscribed Monuments from Gebel Barkal . . . 76—100
SCHÄFER, H.: Zum Wandel der Ausdruckform in der ägyp­
tischen Kunst ............................................................................ 8—11
SCHÄRFT, A.: Zur Erklärung und Datierung des „verzierten
Stabteils aus vorgeschichtlicher Zeit“..................... 100—104
SETHE, K.: Sethosl. und die Erneuerung der Hundssternperiode 1—7
SPIEGELBERG, W.: Eine neue Bauinschrift des Parthenios 42—43
— Zur Bestattung der Mumien in der römischen Kaiserzeit . .. 39—41
— Das Herz als zweites Wesen des Menschen................................. 35—37
— Die Inschriften des großen Skarabäus in Karnak....................... 44—45
— Die ägyptischen Namen für das Rote Meer ................................ 37—39
SPIEGELBERG, WILHELM! [G St.] Mit Porträt............................ 74-75
VOGEL, K.: Zur Frage der Scheffelteile ........................................... 33—35

MISZELLEN:
BISSING,Fr.W.v.: Noch einmal die älteste geflügelte Sonnenscheibe69—70
GARDINER, A. H.: Q — »umbilical cord“ . . . . 71
SCHÄFER, H.: Isis Regengöttin?...................................................... 139
— Die Seele auf der Pyramidenspitze.............................................. 70—71
SETHE, K.: Ein neuer Ausdruck für „von . . . . bis“ ........................ 71

Eingegangene Schriften 72. 140


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Rand 66.] K. Sethe: Sethos I. und die Erneuerung der Hundssternperiode. 1

Sethos I. und die Erneuerung der Hundsstemperiode


(mit einem Exkurs über das whm msw.i der thebanischen Grabberaubungsakten).

Von Kurt Sethe.

l.
W. S truve hat in dieser Zeitschrift (ÄZ 63, 45ff.) die Bezeichnung der Hundsstern­
oder Sothisperiode als Ära and MsvoipQecog bei Theon wieder, wie es schon L epsius getan
hatte, auf einen König der 19. Dynastie mit dem in dieser Dynastie beliebten Namen
Mr-n-pth („geliebt von Ptah“) bezogen1, ein Name, der in der Überlieferung des Manethos
in den offenbar durch das Beispiel des Amenophis der 18. Dyn. verderbten Formen
'A(j,ev(o(pa& und 'A^ieverp^q vorliegt, mit einer augenscheinlich absichtlichen Differen­
zierung, die uns auch in anderen Dynastien bei Manethos entgegentritt2. Während aber
L epsius in dem bei Theon genannten König den Nachfolger Ramses’ II. Mr-n-pth
Htp-hr-m^ .t („geliebt von Ptah, zufrieden mit der Wahrheit“), den wir gewöhnlich
Menephthah nennen, sehen wollte, denkt S truve an Sethos I., der als erster in der Dynastie
den Namen Mr-n-pth als Zusatz zu seinem eigentlichen Namen (Geburtsnamen) geführt
hat, Stjj Mr-n-pth („der Sethische, geliebt von Ptah“). Dieser König scheint in der
manethonischen Königsliste der 19. Dyn. in der Tat, wenn man Africanus folgt, als
’A/iev(o(pa& mit 19 Jahren 6 Monaten neben seinem Vater Ramses I. und seinem Sohne
Ramses II. (Pafieaarjg Mia/j,/j,ovv) mit ihren richtigen, durch die Denkmäler bestätigten
Regierungszahlen (1 Jahr 4 Monate bzw. 66 Jahre 2 Monate) genannt gewesen zu sein3,
während sein eigentlicher Name ZfdoK bei Africanus dahinter als Name eines besonderen
Herrschers mit einer unmöglichen Regierungszahl aufgeführt erscheint und bei Josephus
durch irrige Interpolationen4 oder andere Versehen zu dem seines Nachfolgers Ramses’ II.
bzw. dieser zu ihm geraten ist (Ze&ax; o xai 'Pa/isaarjg)s.
Was auf den ersten Blick verwunderlich erscheint, daß der König bei der Nachwelt
unter seinem Beinamen Mr-n-pth statt unter seinem eigentlichen Namen Stjj fortgelebt
haben soll, erklärt sich vielleicht daraus, daß die in den Königsnamensring eingeschlossene
Verbindung dieser beiden Namen in den hieroglyphischen Schreibungen der Denkmäler
stets so geschrieben wird, daß der Name Mr-n-pth von Rechts wegen zuerst gelesen

1) Meine Bemerkung über die Worte des Theon in der Abhandlung über die Zeitrechnung (Nachr.
Gött. Ges. d. Wiss. 1919, 309) hat Struve seltsamerweise so verstanden, als ob ich die von Biot und Krall
vertretene Deutung „von Memphis“ billigte. Gerade das Gegenteil ist der Fall; ich habe sie mit Lepsius
verworfen. — 2) In der 6. Dyn. bei 0iog und in der 12. Dyn. bei Zeaoyx<oaig und Seowotqh;, in der 26. Dyn.
bei den Namen der 3 Psammetiche, endlich auch in der 19. Dyn. selbst bei den verschiedenen Ramses.
— 3) Für diese Beziehung des Namens Afievaxpad’ auf Sethos I. mit Struve spricht auch die von Ed.
Meyer, Äg. Chronologie S. 91, Anm. 1 zitierte Stelle des Chairemon (’Apevaxpiv xai xov viov avrov 'Pafieaarjv).
Ed. Meyer sah in dem Könige vielmehr Menephthah, den Sohn Ramses’ II., der wie dieser sein Vater bei
Manethos doppelt genannt sei, einmal mit den oben erwähnten 19 J. 6 M., die in Wahrheit Sethos I. gehören
dürften, und einmal abgerundet mit 20 J., welche letzteren (auch nach Struve) wirklich dem Menephthah,
Sohn Ramses’ II., gehören. — 4) So Ed. Meyer a. a. 0., meines Erachtens überzeugend. — 5) Wenn Struve
das Sefhog dieser Worte Ze&ujg o xai 'Pa//eoor)g in Zeamg ändern und darin den Kosenamen Ss, den Ramses II.
einige Male erhält, erblicken will, so kann ich ihm darin nicht folgen. Dieser Name ist hier nicht am Platze.
Eher wäre dann noch zu erwägen, ob die Worte Ee,&ä>g o xai nicht versehentlich aus einer Nennung Ze&wg ö
xai ’Afievoxpaö zu Ramses II. geraten sind.
Zeitsehr. f. Ät?ypt. Spr., Gfi Band. 1
K. Sethe: Sethos I. und die Erneuerung der Hundssternperiode. [66. Band.
2

werden müßte: /ffsKkY Nur die Stellung des dazu gehörigen am Ende des Ringes
verrät dem Ein- geweihten, daß dies doch wohl nicht beabsichtigt war, und daß die
Voranstellung rj, [IQ der Zeichen vermutlich nur aus Respekt vor dem Gotte
Ptah erfolgt ist 1 , dem Gott der°damaligen Hauptstadt, mit dem der König sich
durch die Wahl dieses Namens „geliebt von Ptah“ verbunden zeigen wollte. Die
richtige Lesung Stjj Mr-n-pth ergeben die Schreibungen der hieratischen Papyri
. Es ist sehr wohl denkbar, daß man in späterer Zeit nur die Schrei-
Wngen°de7Senkmäler vor Augen hatte und dadurch zu der Meinung verleitet wurde,
daß der eigentliche Name des Königs Mr-n-pth gewesen sei. Dazu konnte dann auch das
mithelfen, daß der Name Stjj auf den Denkmälern meist durch Ausmeißelung des Bild­
zeichens des Gottes Seth unkenntlich oder schwer kenntlich gernacht war
Zu der Beziehung der Angabe des Theon and MevdtpQewg auf Sethos I. statt aut Me-
nephthah wurde Struve durch die Erwägung geführt, daß nach unseren heutigen Kennt­
nissen die Regierung des Menephthah erst rund 100 Jahre nach Erneuerung der Sothis-
periode gefallen ist, und daß andererseits die Regierung Sethos’ I. in der Tat so gelegen
haben muß, daß dieses Ereignis sehr wohl damit in Zusammenhang gebracht werden
kann. Nach den neueren Ansetzungen von Petrie und Breasted soll die Regierung
Sethos’ I, die sie in Übereinstimmung mit der oben zitierten Regierungszahl bei Manethos
auf etwa 20 Jahre annahmen, 1326 bzw. 1313 v. Chr. begonnen haben, so daß die Er­
neuerung der Sothisperiode gerade in die Mitte zwischen diesen nur unwesentlich aus­
einander gehenden Schätzungen zu liegen kommt. Auch Ed. Meyers neueste Ansetzung
der Regierung Sethos’ I. auf etwa 1308—1298 v. Chr., für die der gleich nach 1300 anzu­
setzende Anfang Ramses’ II. den festen Ausgangspunkt bildete1, befindet sich m völliger
Übereinstimmung damit, wenn man an ihr die nach der manethonischen Zahl (19 Jahre
6 Monate) erforderliche Korrektur durch Hinaufrückung des Anfanges um etwa 10 Jahre
vornimmt2. Danach würde die Erneuerung der Sothisperiode mit dem Anfang der Re­
gierung des Königs geradezu zusammen gefallen sein, worauf ja auch die Vermittlung
zwischen den Ansetzungen von Petrie und Breasted führte.

2.
Bei dieser Sachlage ist es nun vielleicht bemerkenswert, daß wir zwei historische
Inschriften Sethos’ I. aus dem 1. und dem 4. Jahre seiner Regierung kennen, die m ihrer
Datierung eine ganz ungewöhnliche Angabe enthalten, welche das betreffende Datum
als Anfang einer langen Zeitfolge oder geradezu gesagt als eine Epoche bezeichnet
Das eine dieser beiden Denkmäler ist die von Griffith, Journ. Eg. Arch. 13, 19311.
veröffentlichte und meisterhaft behandelte Stele von Naun in Nut»1«® Sie tragt das
,! ,kü I'®! I
IM ° ^J LJ usw. (folgen dieNamen des Königs)
7,Jahr^4^ erster Monat der 'w^terSt Tag 1, Anfang der Ewigkeit {nhh), Beginn4 der

1) Gesch. des Altertums2 II S. 340. — 2) Wenn Ed. Meyer dem Könige zusammen mit Ramses I.
nur höchstens ein Jahrzehnt“ zubilligen will, so ist das angesichts der Tatsache, daß wir Daten, aus dem
9. Jahre Sethos’ I. besitzen, entschieden zn knapp gerechnet. Struve gibt 21 Jahre für Sethos als durch die
Denkmäler bezeugt an, aber ohne Beweise dafür zu liefern. Das dürfte doch wohlauf einem Irrtum beruhen.
- 3) Das Ungewöhnliche dieser Angabe ist von Griffith in dem gleich zu benennenden Falle sehr wohl
bemerkt worden, aber er hat sie als rein phrasenhaft angesehen und nicht ihrem Inhalt entsprechend ge­
wertet. - 4) ssp „empfangen“ in dieser Bedeutung gerade bei Zeitausdrücken gut belegt, insbesondere auch
im Neuägyptischen, s. Erman-Grapow, Äg. Wörterb. IV 533.
Band 66.1 K. Sethe: Sethos I. und die Erneuerung derHundssternperiode.

Freude, Hunderttausender von Jahren, Millionen von Jubiläen auf dem Throne des
Horizontbewohners, einer Ewigkeit im Königtum des Atum, seitens der Majestät des
Königs Sethos’ I.“
Das andere Denkmal, das einen entsprechenden Zusatz zu dem Datum enthält,
ist die von Sethos I. an der linken Türlaibung des Speos Artemidos angebrachte große
Inschrift, von der L epsius (LD Text II 111) nur die Anfangsworte publiziert hat, von
der ich selbst unter Mithilfe von S chäfer 1925 eine vollständige Abschrift genommen
habe, die ich demnächst hier zu'veröffentlichen hoffe. Hier lautet die Datierung so:

. Jß M JL [£* k M*<2> 1 JJ i**' ' ^ ; (folgen die Namen k3 n

des Königs) „Jahr 1, Anfang der Ewigkeit (nhh), Beginn der Ewigkeit {d.t), des Feierns
USW

von Millionen von Jubiläen, (des Verbringens) Hunderttausender von friedlichen Jahren,
der Lebenszeit des Re', [..................... ], des [Königtums [des Atum seitens der Majestät
des] Königs Sethos’ I.“
In beiden Fällen zerfällt die Epochenangabe, die in ganz unerhörter Weise das
Datum von dem dazu gehörigen und sonst ihm stets unmittelbar folgenden hr hm, n
„seitens der Majestät des (Königs NN.)“ d. i. „unter der Regierung des (Königs NN.)“
trennt, in zwei Teile, einen kürzeren allgemeinen, der das Datum als „Anfang der Ewig­
keit“ bezeichnet, und einen längeren speziellen, der sich auf die Regierung des
Königs oder genauer auf deren Beginn bezieht und in dem die Zahlausdrücke „Milli­
onen“ und „Hunderttausende“ natürlich nicht wörtlich zu nehmen, sondern wie
in allen ähnlichen Fällen nur als übertreibende Ausdrücke im Sinn von „sehr
viele“ zu verstehen sind. Für unsere Frage ist der erste Teil von Interesse. Er
erinnert auf das Stärkste an die Aufschrift Ahbv, welche die bei der Erneuerung der
Sothisperiode unter Antoninus Pius in den Jahren 139—142 n. Chr. zu Alexandria ge­
prägten Münzen mit Bezug auf dieses Ereignis tragen3, das übrigens auch damals in die
Anfänge einer Regierung, d. h. in das 2. Jahr des Kaisers, gefallen ist.
Nach S truves einleuchtenden Ausführungen stehe ich nicht an, die Angabe „Anfang
der Ewigkeit“ der beiden Inschriften Sethos’ I. ebenfalls auf die Erneuerung der Sothis­
periode zu beziehen. Da beide Inschriften innerhalb von 4 Jahren gesetzt sind, der
Zeitspanne, in der der Siriusfrühaufgang auf den gleichen Kalendertag zu fallen pflegt,
so konnten sie beide die gleiche, auf die Erneuerung der Sothisperiode, d. i. die Rückkehr
des Siriusaufganges auf den Neujahrstag des ägyptischen Kalenders (1. Thoth) Bezug
nehmende Bezeichnung erhalten, gerade wie die Münzen des Antoninus Pius aus dem
2. und dem 6. Jahre seiner Regierung, d. i. dem ersten und dem letzten Jahre, in dem
dieser Zusammenfall von Siriusfrühaufgang und Kalenderneujahr stattfand4, die gleiche
Aufschrift Aubv mit dem Bilde des Phönix tragen.
Wenn das alles richtig ist, würden also die ersten 4 Regierungsjahre Sethos’ I.
mit der Tetraeteris, in der damals dieses kalendarische Ereignis stattgefunden hat, zu­

1) <~> H O ^ eine in dieser Zeit häufige Schreibung für cneg „Ewigkeit“, Erman-Grapow, Äg.

Wörterb. II 301. — 2) In Z. 4 der Inschrift heißt es, daß die Götter dem Könige ^ q j /www _________ __ q Jj ^

w° gegeben (d. h. verheißen hätten. — 3) s. Borchardt, Die Annalen und die zeitliche
Festlegung des Alten Reichs der ägyptischen Geschichte S. 55. — 4) Da das alexandrinische Jahr am
29. Aug. jul. begann, fiel das mit dem 1. Thoth am 19. Juli 139 n. Chr. beginnende ägyptische Kalender­
jahr in das 2. und 3. Jahr des Kaisers, drei Jahre später das letzte Jahr derselben Tetraeteris (19. Juli 142
bis 18. Juli 143) also in das 5. und 6. Jahr desselben (29. Aug. 141 — 28. Aug. 143). Siehe Borchardt
a. a. 0. S. 56.
K. Sethe: Sethos I. und die Erneuerung der Hundssternperiode. [66. Band.
4

sammengefallen sein. Das stünde in vollkommener Übereinstimmung mit dem, was


oben für den Anfang dieser Regierung als wahrscheinlich ermittelt wurde. Es scheint
auch in den Datierungen der beiden Inschriften durch die Nebeneinanderstellung der
beiden Teile der Epochenangabe ausgedrückt zu sein; der „Anfang der Ewigkeit“, d. i.
die Erneuerung der Sothisperiode, und der Beginn glücklicher Jahre des Königs sind
darin einander gleichgesetzt.
Damit hätten wir ein neues „Sothisdatum“ für das Neue Reich gewonnen. Der
Beginn Sethos’ I. ist jetzt mit einer minimalen Fehlermöglichkeit auf das Jahr 1318 v. Chr.
datierbar.

3.
Vielleicht besitzen wir aber noch ein anderes Zeugnis für diesen Zusammenfall des
Regierungsbeginns Sethos’ I. mit dem Beginn einer neuen Sothisperiode. Seit langem
hat ein anderes Datum aus dem 1. Jahre des Königs durch seine ungewöhnliche Fassung
die Aufmerksamkeit erregt und viel zu denken gegeben, das Datum einer der Inschriften,
die die Kriegsbilder auf der nördlichen Außenwand des großen Hypostyls von Karnak
begleiten: { ^ l } | [ V f ^ f ^ ] Af ”Jahr *• Wiederholung der GeW,
(unter) König Sethos I.“ LD III 128a (G authier , Livre des Rois III S. 11).
Hier steht in ganz analoger Weise, wie die Epochenangabe in den oben besprochenen
Fällen, die Angabe eines, wie es scheint, gleichfalls epochalen Ereignisses zwischen das
Datum und die zugehörige Nennung des Königs eingeschoben. Zu diesem lang bekannten
Beispiel ist neuerdings ein Seitenstück hinzugetreten, das die gleiche Datierungsweise
für das 2. Jahr des Königs belegt, das von C zerny , Journ. Eg. Arch. 15, 196 veröffent^
lichte Ostrakon des Kairiner Museums, das so datiert ist: fonlh
„Jahr 2, Wiederholung der Geburt, (unter) Sethos I.“2.
Man hat das whm msw. t dieser Datierungsweise gewiß mit Recht mit dem nb.
Namen des Königs zusammengebracht, der in seiner normalen Fassung ^ J |j]
| n® ^11 j „der nb.tj'. Wiederholer der Geburt, mächtig mit dem
Kriegsschwert, der die 9 Bogen abwehrt“ lautet. Wenn man es aber weiter geradezu
als eine Abkürzung dieses Namens, den der König während seiner ganzen Regierung
beibehalten hat, ansehen wollte, so daß die Datierung „Jahr 1 des Wiederholers der
Geburt“ zu übersetzen wäre3, so ist das doch recht bedenklich, da eine solche Abkürzung
ohne den Titel nb. tj schon an sich ebenso ungewöhnlich wäre wie ihre Nennung im Datum,
und da überdies dann doch zu erwarten wäre, daß das Auftreten des whm msw. / in den
Datierungen nicht bloß auf die ersten Jahre des Königs beschränkt sei, wie es tatsächlich
der Fall ist, sondern ebenso wie der ^.^-Narne während der ganzen Dauer seiner Re­
gierung in Gebrauch geblieben sei.
Im Datum ist nach dem Beispiel der Epochenangaben in den Inschriften von Nauri
und Speos Artemidos doch wohl die infinitivische Auffassung des whm msw. t das Näher­
liegende. Sie wird wohl über jeden Zweifel erhoben durch eine andere Inschrift derselben
Kriegsdarstellungen Sethos’ I. zu Karnak, in denen das oben zitierte Datum aus dem 1. Jahre

1) „Geburt“, nicht „Geburten“, wie vielfach unrichtig übersetzt worden ist. Die Pluralstriche
gehören zur üblichen Schreibung von msw.t „Geburt“. — 2) Daß dieses Datum Sethos I. gehört und nicht
dem letzten Ramessiden der 20. Dyn., der gleichfalls Mn-mi' .t-r\ aber mit dem Zusatz stp-n-Pth „erwählt
von Ptah“ hieß, hat Czerny aus paläographischen und orthographischen Gründen gefolgert. Es war aber
auch schon aus dem Fehlen dieses Zusatzes, das bei dem König der 20. Dyn. eine völlig beispiellose Aus­
nahme gebildet hätte, zu ersehen. — 3) So Guieysse (Rec. de trav. 11, 60, anders ib. 62, s. u.), GauthIer
(Livre des Rois III S. 11, Anm. 3), Breasted (Anc. Records III § 101. 108).
Band 66.] K. Sethe: Sethos I. und die Erneuerung der Hundssternperiode. 5

vorkam. Dort erscheint die gleiche Bezeichnung „Jahr 1, Wiederholung der Geburt“
nicht als Datierung am Kopf eines Textes, sondern im Zusammenhang eines Satzes und
ohne nachfolgenden Königsnamen: ^^ | ^ ^ ^ \

^ w ^—ü 5l k (?I fll P ¥ ”die Krie§sgefangenen’ die seine Maiestät ein'


brachte in dem Lande der Schos-Beduinen, das seine Majestät selbst erobert hatte im
Jahre 1, der Wiederholung der Geburt“ C hamp . Not. II 94 = Ros. Mon. stor. 52.
Hier wird niemand das whm msw.t als Namen des Königs nehmen wollen, nachdem
dieser eben vorher als „seine Majestät“ bezeichnet ist; vielmehr könnte man hiernach
versucht sein zu übersetzen „Jahr 1 der Wiederholung der Geburt“2, indem das zweifellos
infinitivisch zu fassende whm als Genitiv zu den Worten hi.t-sp 1 „Jahr 1“ (bezw. als
Apposition zu dem darin enthaltenen sp 1 „erstes Mal“) genommen würde.
Wie man das whm msw. t dieser Jahresangaben aber auch auffassen mag, auf alle
Fälle bleibt es etwas so Ungewöhnliches, so Eigenartiges, daß es notwendig seinen be­
sonderen Sinn und Zweck gehabt haben muß. Daß die Wiedergeburt oder renaissance,
von der darin wie in dem nb. //-Namen des Königs die Rede ist, ein passendes Bild für
den Anbruch eines neuen Zeitalters sein würde, wie das der Beginn einer neuen Sothis-
periode ja sein sollte, wird niemand bestreiten, zumal nicht angesichts der Tatsache,
daß der Tag des Siriusaufganges geradezu als dies natalis mundi bezeichnet wurde3,
und angesichts der Darstellung des Phönix neben dem Worte Auhv auf den Münzen
des Antoninus, denn dieser Vogel war ja geradezu für die Ägypter der späteren Zeiten
das Sinnbild der Auferstehung.
Diese Auslegung des Ausdrucks whm msw.t in seiner Beziehung zu Sethos I.,
dem König, unter dem sich 1318 v. Chr. die Sothisperiode erneuerte, findet ihre Unter­
stützung in den Parallelfällen, die wir dazu kennen. Als whm msw. t „Wiederholer der
Geburt“ d. h. „wiedergeboren“ (renatus oder renascens) hat sich vor Sethos I. in ganz ent­
sprechender Weise ein König genannt, der in der ägyptischen Geschichte eine epochale
Stellung eingenommen hat, wie neben ihm vielleicht nur noch Menes, der Gründer des
geschichtlichen ägyptischen Staates, des Alten Reiches von Memphis. Amenemmes I.,
das Haupt der 12. Dynastie, der- Begründer des Mittleren Reiches, der Herrscher, mit
dem Manethos den 1. Band seines Geschichtswerkes schloß, war es, der sich als Horus
und als nb.tj so nannte: „der Horus Wiederholer der Geburt, der nb. tj Wiederholer der
Geburt“. Damit wollte er offenbar sagen, daß in ihm wieder nach längerer Zeit ein
echter Horus und ein echter nb.tj dem Lande „wiedergeboren“ sei4, der für dieses eine
neue und glückliche Zeit herauf führe. Wieder drängt sich dabei die Parallele mit dem
Phönix auf den Münzen des Antoninus Pius auf; auch er sollte ja mit seiner Erneuerung
eine solche Zeitwende bringen.
Es ist nicht unmöglich, daß Sethos I., als er sich nb. tj „der wiedergeboren ist“
nannte, geradezu dem Beispiel Amenemmes’ I. gefolgt ist, zumal er sich gelegentlich
von einem Gotte (Amun) auch als Horus mit dem Beiwort anreden läßt: „wie schön ist
dieses feste und treffliche Denkmal, das du mir gemacht hast, o Horus, der wiedergeboren

1) /w«/w nur bei Roseluxi. — 2) So auch Guieysse, Rec. de trav. 11, 62, nachdem er vorher in
der anderen Inschrift „de celui qui renouvelle les naissances“ übersetzt hatte. — 3) S. m. „Zeitrechnung
der alten Ägypter“, Nachr. Gött. Ges. d. Wiss. 1920, S. 51. — 4) Daß das whm msw.t in dem Königs­
namen so zu verstehen ist (mit passivischer Bedeutung der Geburt) und nicht etwa so, daß der König dem
Lande eine Wiedergeburt desselben gebracht, es neu geboren habe (mit aktivischer Bedeutung der Geburt),
daran lassen die analog mit msw.t gebildeten Namen anderer Könige wie 'nh msw.t „lebend geboren“
(Sesostris I.), ntrj msw.t „göttlich geboren“ (Sesostris III.), twt msw.t „ansehnlich geboren“ (Tut'anch-
amun), keinen Zweifel.
K. Sethe: Sethos I. und die Erneuerung der Hundssternperiode. [66. Band.
6

ist“ (^J1 i C hamp . Not. II 79/80, koll.). Er legt sich auch offiziell als Horus-
namen bisweilen die Bezeichnung „Horus, der starke Stier, der wiedergeboren ist bei
(M ar . Abyd. I 14a, 2; 42, c, 3), die sich von dem Horusnamen Amenemmes’ I. nur durch
das im NR seit Thutmosis I. unentbehrliche „starker Stier“ unterscheidet.

4.
Dem renascens oder renatus, der hier die neue Zeit verkörpern soll, steht die Wieder­
geburt, die Renaissance in dem whm msw. t der Jahresdatierungen wohl als die Er­
neuerung der Zeit gegenüber. Auch sie hat ihre Parallele in den Datierungen gewisser
Urkunden, die zu dem Aktenmaterial über die Grabberaubungen der thebanischen Nekro­
pole aus dem Ausgang der 20. Dyn. gehören, und die man deshalb bisher in eben diese Zeit
gesetzt hat. Es handelt sich um Daten aus 6 aufeinander folgenden Jahren (Peet, Journ.
Eg. arch. 14, 65), in denen der Ausdruck whm msw. t ganz ähnlich wie in den Sethos-
Datierungen, jedoch durch die Präposition m eingeleitet und stets ohne Nennung eines
Königs, auf die Jahresangabe (in der üblichen Form j q hi.t-sp mit folgender Zahl)
folgt, und zwar auch da, wo eine Angabe des Monats und des Tages dazu gehört, die
dadurch also ganz gegen alle sonstige Sitte von der Jahresangabe getrennt ist. Als Probe
diene die Datierung des Wiener Papyrus, den Brugsch, ÄZ 14, lff. veröffentlicht hat:
e (jj „Jahr 6 in der Wiederholung der Geburt“ (oder: „als Wieder-

holung der Geburt“ ? , und die Datierung des von Peet publizierten Pap. Mayer A, 1, 1:
fI S ' k I k J4L W @M^§i0n'' 1 in der Wiederholung der Geburt“
J!r\i г — ■ 1 J J II
1 LI J__ I ' I I I лллллл

Monat 4 der Sommerjahreszeit Tag 15“.


Aus dieser Behandlung der Monats- und Tagesdaten gellt klar hervor, daß die
Nennung des whm msw.t ein Teil der Jahresangabe ist und nicht etwa einen Königs­
namen darstellt oder vertritt, was ja auch durch die Präposition m ausgeschlossen ist.
Ein Königsname würde erst am Schluß der ganzen Datierung genannt sein. Diese Fest­
stellung dürfte auch für die Beurteilung der Sethos-Datierungen mit whm msw.t, die
leider nur ohne Monats- und Tagesdatum belegt sind, wichtig sein und ihrerseits die
Auffassung, zu der wir oben hinsichtlich dieser gelangten, bestätigen.
Während P eet noch schwankte, welcher der drei letzten Regierungen der 20. Dyn.
diese Datierungen mit m whm msw.t zuzuweisen seien, und sich nur mit Vorbehalt
zu gunsten der letzten Regierung des oben genannten Königs Mn-m$ .t-r stp-n-Pth
(nach der heute üblichen Zählung Ramses XI.) aussprach, hat C zerny in dem bereits
zitierten Aufsatz (Journ. Eg. Arch. 15, 194ff.) überzeugend dargetan, daß sie in der Tat
frühestens in die Zeit dieses letzten Rainessiden gehören, möglicherweise aber erst hinter
diese Regierung zu setzen sind1. Das letztere dürfte das Richtige sein. Die 6 mit
ifühm msw. t bezeichneten Jahre der thebanischen Aktenstücke werden nichts anderes
sein als die ersten 6 Jahre, welche dem Ende der 20. Dynastie folgten2, die Jahre der

1) ,,we are forced to place whm msw.t at least in the reign of Rameses XI., if not after it .
2) In diesem Falle kann natürlich die Beziehung des Datums „Jahr 1 = Jahr 19 auf der Rückseite des
Pap. Abbott auf das 1. Jahr mit whm msw .t (Czerny a. a. 0. 196) nicht zutreffen. Sollte es sich nicht doch auf
den Übergang zwischen den Regierungen Ramses’IX. (Nfr-kj-r') und Ramses X. beziehen, der als unmittel­
barer Nachfolger des ersteren erwiesen ist (Peet, Journ. Eg. Arch. 14, 64) 1 Es ist doch nicht unwesentlich,
daß es auf der Rückseite eines Schriftstückes steht, das aus dem 16. Jahre Ramses IX. stammt. Worauf
sich die Inschrift LDIII 248 b eigentlich bezieht, die man auf die „Usurpation“ des Hri-hor und das Ende
des letzten Ramessiden (Abdankung oder Absetzung?) gedeutet hat (so auch Ed. Meyer, Sitz.-Ber. Berl.
Akad. 1928, 495/6), ist bei der schlechten Erhaltung ganz ungewiß. Von einer Erhebung des Hri.hor zu
einer höheren Stellung, als er sie vorher in den Reliefs des Hypostyls des Chonstempels hatte, finde ich in
Band 66.] K. Sethe: Sethos I. und die Erneuerung der Hundssternperiode. 7

königslosen Zeit, die uns am klarsten in der aus dem 5. Jahre gewiß eben dieser Zeit
datierten Erzählung von der Reise des Unamun nach Phönizien entgegentritt1. Damals
herrschte in Theben der Hohepriester des Amun Hri-hor, der bereits unter dem letzten
Ramessiden, jenem Könige Mn-m^.t-r stp-n-Pth, eine fast königliche Rolle gespielt
hatte, in Tanis ein gewisser Smendes (Ns-bi -nb-dd. t), zwei Männer, die beide später die
Königswiirde angenommen haben, in jenen ersten Jahren nach dem Ende der Ramessiden
aber noch als hohe Staatsbeamte ohne Königstitel auftraten.
Aus derselben Periode einer Art Interregnums dürften wohl auch die aus dem
Jahre 6 ohne Angabe eines Königs datierten Aufschriften stammen, welche jener Hri-hor
auf die Särge setzen ließ, in denen er die Mumien der Könige Sethos’ I. und Ramses’ II.
aufs neue beisetzen ließ (Maspero, Mom. roy. p. 553. 557). Daß diesen Daten (der Ge­
schichte des Unamun und dieser Sargaufschriften) die Angabe des whm msw.t fehlt,
hat nichts zu sagen; fehlt sie doch auch in den Aktenstücken über die Grabberaubungen
nicht selten, wo sie zu erwarten wäre2. Und das Gleiche ist denn ja auch bei Sethos I. zu
beobachten (s. Gauthier, Livre de RoisIII S. 10ff.), u. a. auch in den Kriegsdarstellungen
von Karnak, in denen uns das Datum „Jahr 1, Wiederholung der Geburt“ zweimal be-
gegnete (LD III 126a).
Wenn die hier vorgeschlagene Auffassung der Datierungen mit whm ms w. t aus dem
Ausgang der 20. Dyn. richtig ist, so haben auch sie epochalen Charakter, wie es für die
entsprechenden Datierungen Sethos’ I. der Fall war, wenn diese sich, wie zu vermuten,
auf die Erneuerung der Sothisperiode bezogen. Sie stellen, wie das P eet richtig betont
hat, den Anfang oder besser gesagt den Ansatz zu einer Ära dar, die bald wieder außer
Gebrauch gekommen ist. Man kann diese Ära der königslosen Übergangszeit zwischen
der 20. und 21. Dynastie mit der französischen Revolutionsära vergleichen, die ja auch
nur ein kurzes Leben gehabt hat und von Bonaparte nach seiner Erhebung zum Kaiser
ebenso selbstverständlich abgeschafft worden ist, wie vermutlich die Ära des whm msw. t
in Theben mit der Erhebung des Hri-hor zum König ihr Ende genommen haben wird.
Die neue Zeit, deren Anbruch diese Ära als „Wiedergeburt“ feierte, war die Priester­
herrschaft oder Theokratie, von der E d . M eyer in seiner Abhandlung „Gottesstaat,
Militärherrschaft und Ständewesen in Ägypten“ (Sitz.-Ber. Berl. Akad. 1928, 495ff.)
ein so lebendiges Bild gezeichnet hat3.

dem Texte schlechterdings nichts. Das einzige, was man zu diesem sagen kann, ist eigentlich, daß er nicht
vor dem 17. Jahre Ramses’ XI. abgefaßt sein kann, da in diesem Jahre noch Psj-nhsj Königssohn von Kusch
gewesen ist (Pap. Turin, Pleyte und Rossi, Taf. 87). Für unsere Frage ist aber schließlich nur das von
Wichtigkeit, daß Hri-hor auch in diesem Texte noch nicht königliche Titel bekommt.
1) Gegen die herkömmliche Datierung in die Zeit des letzten Ramessiden hat sich letzthin auch Ed.
Meyer, Sitz.-Ber. Berl. Akad. 1928, 497, Anm. 3 ausgesprochen. — 2) z. B. Pap. Mayer A. 11,1. Pap. B.
M. 10383, s. Peet, Journ. Eg. Arch. 14, 65 Anm. 5. — 3) Als Ergänzung des SETHEschen Aufsatzes dient
der Artikel von J. Cerny, der durch einen bedauerlichen Irrtum nicht an dieser Stelle, sondern bereits
in Band 65, S. 129 f. dieser Zeitschrift abgedruckt worden ist. [G. Steindorff.]
H. Schäfer: Zum Wandel der Ausdruckform in der ägyptischen Kunst. [66. Band.

Zum Wandel der Ausdruckform in der ägyptischen Kunst.


Von Heinrich Schäfer.

In einer Anmerkung zu S. 28 der zweiten Auflage meines Buches „Von ägyptischer


Kunst“ (1922) habe ich auf den eigentümlichen Formwandel aufmerksam gemacht
den bei den Ausprägungen des Bildinhalts „Riechen an einer Lotosblume die Gestalt
des Blumenstengels und die Art, wie er gehalten wird, durchmachen. Ich habe dort drei
Spielarten unterschieden:

1. Die Hand des Riechenden liegt dicht unter der Blute, deren Stengel gerade
oder in leichtem Schwünge herabhängt (Abb. 1 a). Manchmal greift dabei
Hand in eine posthornähnliche Windung des Stengels.
2 Die Hand faßt das untere Ende des Stengels, und dieser steigt lang und stei
’ auf Das obere Ende biegt, wenn es eine geöffnete Blume ist, scharf und kurz
zur Nase des Trägers um (Abb. lb); ist es eine geschlossene Knospe so streckt
es sich in die Richtung des Stengels (Abb. 1*). Den Gedanken an Papyros mit
seinem nicht schmiegsamen, höchstens nur federnden härteren Stengel ver­
bietet die klare Zeichnung der Blüten und Knospen als Lotos. Übrigens komm
das Riechen an einer Papyrusdolde niemals vor.
3 Die Hand faßt den Stengel ebenso wie in Abb. 1 bc am unteren Ende, aber von
da ab führt dann eine S-förmige Krümme die Blume zur Nase des Riechenden
(Abb. 1 d). . *.
In den Formen bcd liegt ein so scharfer Widerspruch zu der weichen Biegsamkeit
des wirklichen Wasserrosenstengels, daß man sich nicht mit einer bloßen beschreiben
Feststellung der Kunstformen begnügen darf. Im Buche durchschaute ich ihre eige
liehe Bedeutung noch nicht genügend. Wenn ich auch mit einer Bemerkung zu d („d e
Freude an der schönen Linie verdrängt die Rücksicht auf die Naturwahrheit ) Jnbe^
einen ersten Schritt auf dem Wege zur Erkenntnis getan habe so « de>ch aUes
weitere noch recht dunkel. Das zeigte sich schon an der schlechten, als a, ^ ^ ersche
nenden, im Vorstehenden zu «, bc, d verbesserten Ordnung der Aufzahlung. Auch hatte
ich mich nicht mit der angegebenen Bemerkung zu d begnügen dürfen, die m ihrer Vere
zelung unfruchtbar bleiben mußte: ich hätte vielmehr auch zu a und bc Entsprechendes
hinzufügen, also etwa sagen sollen:
Band 66.] H. Schäfer: Zum Wandel der Ausdrucksform in der ägyptischen Kunst. 9

Zu 1 (Abb. Iß). Die Blume wird in durchaus selbstverständlicher, natürlicher


Weise gefaßt.
Zu 2 (Abb. \bc). Eine Neigung zur geraden Linie bezwingt die Naturform so
sehr, daß der Stengel nicht nur ganz gerade, sondern auch starr wird und,
am untersten Ende gepackt, wie ein Stab hochgehalten werden kann.
Zu 3 (Abb. \d). Das Anfassen am unteren Ende wie bei 2 (Abb. 1 bc) bleibt, aber
ein Drang zur schön geschwungenen Linie mutet nun dem weichen Stengel
zu, wie ein kräftiger Draht es könnte, in einer S-Krümme aufwärts zu streben.
In dem damit geschilderten Verhältnis der Kunstwerke zur körperlichen Wirk­
lichkeit sehen wir etwas am Werke, was ich die „Formneigungen“ nenne: „Im einzelnen
Künstler leben, ihm unbewußt und außerhalb des Bereiches seines Willens, Formneigungen,
die in seinen Werken Gestalt werden. Sie sind angelegt in dem, was er vor der Geburt
als Glied von Rasse, Volk, Stamm und Familie im Blute empfangen hat; sie sind weiter
aufs stärkste bestimmt durch alles, was seine Augen, seit sie sich aufgetan, an Natur­
gebilden oder Kunstschöpfungen erblickt haben, und was er von dem Geistesleben seiner
menschlichen Umgebung in sich aufgenommen hat. Alles das aber geht durch das schaf­
fende Feuer, das im Innern des Künstlers als der schöpferische Kern der Einzelpersön­
lichkeit glüht, uns stets geheimnisvoll unerforschlich. Und was von den Menschen,
das gilt entsprechend auch von den Völkern als Sonderwesen1................ Im Volke wie im
Einzelnen bleibt die Art, wie sich die Formneigungen äußern, durchaus nicht gleich.
Allmählich oder jäh können Veränderungen ein treten, die man für unvereinbar in einem
Lebensringe halten möchte2................. Die Anlageform beharrt, die Erscheinungsform
kann erheblich wechseln3............ Die Formneigungen finden fast ungehinderten Ausdruck
in den Teilen der Zier- und Baukunst, die keine Naturformen gebrauchen. Soweit es
sich aber darum handelt, die Erscheinungswelt wiederzugeben oder zu verwenden, und
das ist im weitaus größten Teile der bildenden Kunst Ägyptens der Fall, liegt das Wesen
jeder Kunst in dem Ringen der im Innern des Künstlers lebenden, zur Geburt drän­
genden Formenwelt (nach einem Goethischen Worte: der Natur von innen) mit den
Erscheinungen (der Natur von außen), das heißt zwischen dem Nachbilden der Natur­
eindrücke und ihrem Verarbeiten zu einer neuen Schöpfung4................. Der Kampf darf,
das liegt im Wesen der Kunst, nie zugunsten der äußeren Natur entschieden werden:
siegte diese, wenn das überhaupt möglich wäre, und erreichte das völlige Einerlei, so
wäre eben der Begriff Kunst aufgehoben. Wohl aber ist der Ausschlag nach der anderen
Seite unbegrenzt: die Naturform kann ganz aufgelöst werden und das Werk doch ein
starkes Kunstwerk bleiben“5.
Drei Gänge aus diesem immer wieder erneuten Kampfe zwischen Innen und Außen,
dem Ausdruck und der gegenständlich wirklichen Naturform6, haben wir also in den
Bildformen Abb. 1 a bis d vor uns, und zwar ist der Verlauf in keinem der drei Gänge
völlig gleich dem in den beiden ändern.
1. In Abb. 1 a ist kaum ein Widerstreit zu spüren, Innen und Außen scheinen sich
friedlich zu finden.
Die beiden Fälle Abb. 1 bc und d sind in der Tatsache, daß die Naturform
unterliegt, einander ähnlich, und doch in der Art etwas verschieden:
2. In den geradlinigen Bildern bc ist nämlich das Wesen des schmiegsamen Natur­
gebildes völlig vergewaltigt durch die Ausdruckform, die aus dem Innern des
Künstlers kommt.

1) Von äg. Kunst3 S. 43. — 2) Von äg. Kunst3 S. 44. — 3) Ebenda. — 4) Ebenda. — 5) Von äg.
Kunst3 S. 45. — 6) Hätten wir nicht mit einem Flachbilde, sondern mit einem Rundbilde zu tun, so
wäre auch noch mit der Natur des Werkstoffes (Metall, Holz usw.) zu rechnen.
o
Zeitschr. f. Ägypt. Spr., 66. Band.
10 H. Schäfer: Zum Wandel der Ausdruckforin in der ägyptischen Kunst. [66. Band.

3. In dem geschwungenen Stengel von Abb. 1 d dagegen liegt die Sache nicht so
einfach. Hier hat die aus der Neigung zum schönen Linienschwunge geflossene
Ausdruckform eine Wesensform des weichen Stengels gestützt und sogar in
einer Lage festgehalten, wo sie, als reine Naturwidergabe genommen, unmög­
lich wäre.
Sind die drei Bildformen schon anziehend genug dadurch geworden, daß wir in
ihre psychologische Entstehung hineingeblickt haben, so gewinnen sie noch an Reiz
und Bedeutung, sobald wir sie in den geschichtlichen Gesamtablauf der ägyptischen
Kunstentwicklung einordnen.
Um das zu zeigen, verbinde ich mit dem, was über das Vorkommen jeder Art der
drei Formen des „Riechens an der Lotosblume“ zu sagen ist, die Worte, mit denen ich
in früheren Arbeiten den Hauptzug eines jeden der drei großen Abschnitte der ägyp­
tischen Kunstgeschichte während ihres Aufstieges kurz zu beschreiben gesucht habe.
1. Abb. 1 a ist die einzige Form, die in der Pyramidenzeit vorkommt1. Die Art,
wie die Blume gefaßt wird, gibt schlicht die natürliche Haltung wieder. Damit
vergleiche man nuäne Kennzeichnung der Kunst der Pyramidenzeit:
„Das Alte Reich, die Zeit der Pyramidenerbauer, dürfen wir als eine Zeit
ansehen, die auf möglichst reine, unsentimentale Wiedergabe der gesunden
Körperwelt angelegt war, und diese in einer Weise erreicht hat, wie nur wenige
Zeiten im Altertum“2.
Der Bildgedanke „Riechen an der Lotosblume“ findet sich ja, wie mir H. Fech-
heimer bemerkt hat3, erst in der fünften Dynastie, oder breitet sich wenigstens damals
erst aus, ein leicht genießerischer Zug, der dem Wesen der Zeit gegenüber dem der
strengeren vierten Dynastie entspricht.
2. Die Formen mit dem starrgeraden Stengel finde ich zuerst in der elften (Abb. 1 b)4
und zuletzt in Bildern der frühen achtzehnten Dynastie (Abb. lc)B. Meine Worte
über das Mittlere Reich und den Beginn des Neuen lauteten:
„Im Mittleren Reiche wirkt die Art des Alten zum Teil noch nach, aber
daneben macht sich eine Neigung zu straffer Geradlinigkeit bemerkbar“8. —
„Und auch im ersten Abschnitte des Neuen Reiches herrscht noch die straffe
Gehaltenheit der Linienführung vor“7.
Das bezeichnendste Beispiel für das, was damit gemeint ist, bilden die Glieder der
bekannten Figur einer Fürstentochter aus Bersche 8. Wie „oft die Zeit der beginnenden
Auflösung und des offenbaren Verfalls die ersten Spuren frei werdender neuer Gedanken
aufweisen“9, so finden sich Fälle, wo ein Lotosstengel am unteren Ende gefaßt wird,
schon in der Ersten Wirre, zwischen dem Alten und dem Mittleren Reiche.
3. Die schön geschwungene Stengellinie (Abb. 1 d) setzt in der achtzehnten Dynastie
ein, und zwar kommt anfangs noch neben ihr die straffe Form von Abb. 1 c
vor, öfters in ein- und demselben Bilde10. Die Kunst des Neuen Reiches habe
ich so geschildert:
„Das Neue Reich nimmt anfangs die Art des Mittleren auf. Dann aber
wird ein feines Spüren nach gefälliger Linienschönheit, ja eine Freude an
Eigenschönheit der geschwungenen Linie selbst in der Darstellung von Natur­
körpern bezeichnend“11.
1) Beispiel Wreszinski, Atlas I 376. 377; die oben erwähnte Posthornwindung LD II52. — 2) Äg. u.
heut. Kunst S. 51/53. — 3) Mündlich. Siehe Von äg. Kunst3 Anm. 24b. — 4) Berlin 1197 = Kunstgesch. in Bil­
dern, Ägypten, 17, 4. — Hohe straffe Lotosstengel in einer Blumenschale im Grabe Hap-djefas (12. Dyn.).
H. Schäfer, Die altäg. Prunkgef. Abb. 17. — 5) Berlin 15003 == Wreszinski, Atlas I 116. — 6) Äg. u. heut.
Kunst S. 53. — 7) Propyl. Bd. 22 S. 82. - 8) Propyl. Bd. 22 Taf. VIII. — 9) Von äg. Kunst3 S. 59/60. —
10) So Berlin 15003 = Wreszinski, Atlas I 116. — 11) Äg. u. heut. Kunst S. 53.
Band 66.] H. Schäfer: Zum Wandel der Ausdruckform in der ägyptischen Kunst. 11

Ich erinnere an die im Gegensätze zu der geradlinigen Sachlichkeit des Alten und
Mittleren Reiches gefühlig geschwungenen Sitze der Möbel und daran, daß der Lotosbecher,
der ja eigentlich gerade oder halbkuglige Kegelwandung haben sollte1, geschweifte Glocken­
form bekommt. Auch hier wieder finden sich in der zweiten Wirre, der vor dem Neuen
Reiche, gelegentlich Formen des Lotosstengels, die auf die S-ßiegung der achtzehnten
Dynastie hinweisen.
Man wird zugestehen, daß die Übereinstimmung überraschend ist, denn natürlich
sind die angeführten Kennzeichnungen der Kunst des Alten, Mittleren und Neuen Reiches
niedergeschrieben längst, ehe ich die Formen des Lotosstengels recht verstand. So liegt
also in dessen Formwandel innerhalb des Bildgedankens des „Riechens an der Lotos­
blume“ doch wohl ein schöner Beweis dafür, daß mit jenen Worten wirklich ein wesent­
licher Zug jedes der drei Hauptabschnitte im Leben der ägyptischen Kunst erfaßt ist.
Die abgebildeten Stengelhaltungen können als Merkformen dienen.
Natürlich darf man sie nicht ungebührlich zu Datierungen gebrauchen. Gewiß
ist man berechtigt, die starren Formen Abb. lbc und die S-Form Abb. Id in jene
umgrenzten Zeitspannen zu weisen, aber die Form der Abb. 1 a ist keineswegs auf das
Alte Reich beschränkt. Es liegt vielmehr so, daß, wo bc und d sich finden, die geo­
metrischen „Formneigungen“ des Ägypters in besonders gewaltsamer Weise die sonst
immer herrschende Naturgebundenheit der ägyptischen Phantasie durchbrechen2.

1) Berlin 20451, Amtl. Ber. Bd. 34 S. 53, mit gerader Wandung, ein sehr frühes Stück; geschweifte
Glocke Propyl. Bd. 22, 411. Die Glockenform ist von der Papyrosdolde her übernommen. Über deren
eigene Formgeschichte siehe Von äg. Kunst3 S. 45o. Das Aufgeben der Lotosform am Becher und die An­
näherung an den Papyros hat dann uoch weiter die Folge gehabt, daß der Bechermantel mit Bildern ver­
ziert wurde, die aus dem Bereiche des Lebens im Papyricht genommen sind, Propyl. Bd. 22, 411 rechts.
— 2) Übrigens haben wir in der ägyptischen symbolischen Kunst einen sehr merkwürdigen, wenig be­
achteten Fall, wo die Naturform stark fWl vergewaltigt wird. Er liegt vor in dem entzückenden Sinnbild für
die „Vereinigung der beiden Länder“. Da ist nicht nur die Pflanze von Oberägypten, deren Art uns
ja immer noch nicht genau bekannt ist, sondern auch der federnde Papyrosstengel fest um das Zeichen
„vereinigen“ geknotet, während der natürliche Stengel nie geknotet werden kann. Die älteste Gestalt des
Sinnbildes haben wir unter Chasechem (J. E. Quibell, Hierakonpolis, Bd. 1 Taf. 36—38). Doch ist seine
Erfindung gewiß älter und fällt wohl noch in den Beginn der ersten Dynastie, wurde also von den Schöpfern
der eigentlich „ägyptischen“ Kunst schon vorgefunden. Sie haben dem Überkommenen nur die schöne
stilistische Ausbildung verliehen. So wird das freie Umspringen mit der Naturform verständlicher (s. dazu:
Von äg. Kunst3 S. 47 u.). Wenn in späterer Zeit die Enden der Stricke, mit denen Gefangene aus dem Norden
gefesselt sind, auf den Bildern mit Papyrosdolden geschmückt werden, so ist das ganz etwas anderes, denn in
dem alten Sinnbild der „Vereinigung“ sind ja wachsende Pflanzen gemeint. — Die Geschichte des Zeichens
„Vereinigung der beiden Länder“ am Königsthron hat Evers, Staat aus dem Stein, Bd. 2 § 362, 363,
384—442 zum Teil verfolgt. Ich hätte das Von äg. Kunst3 Anm. 165a angeben sollen.
L. B o r c h a r d t : Ein verzierter Stabteil aus vorgeschichtlicher Zeit. [66. Band.
12

Ein verzierter Stabteil aus vorgeschichtlicher Zeit.


Von Ludwig Borchardt.
Hierzu Tafel I.

Das Elfenbeinstück, das hier besprochen werden soll, wurde bei einem Händler aus
Luqsor erworben, der über den Fundort aber nichts angeben konnte. Es dürfte aus einer
der vorgeschichtlichen Fundstätten Oberägyptens stammen. Es ist ein 56 mm langer Stab­
teil von rundem Querschnitt mit 14 mm Durchmesser, der Länge nach durchbohrt. Die
Bohrung hat an den Mündungen 9 mm, im Innern 6 mm Durchmesser. An den Enden
ist das Stück glatt abgeschnitten, aber nicht geglättet.
Es scheint von der Bekleidung eines Metallstabes zu stammen, da ein Holzstab von
nur 5 mm zu geringe Festigkeit für wirklichen Gebrauch hat1. Der Metallstab war wohl
mit mehreren solcher Elfenbeinstücke übereinander umhüllt, so daß das Ganze dann
äußerlich einen Elfenbein- Stab oder - Stiel ergab. Einen längeren geraden Stab durchgehend
aus Elfenbein herzustellen, ist ja wegen der Krümmung der Zähne nicht einfach. Wozu
der Stab gedient haben kann, muß fraglich bleiben. Es mag der Stiel einer Zeremonial-
keule oder etwas Ähnliches gewesen sein.
Die Ansichtsfläche des Stabteiles ist nun mit Darstellungen in Relief geziert. Der etwas
rauhe Grund des Reliefs liegt etwa 1/2 bis 3/4mm unter der Stabfläche, die vor der Her­
stellung der Reliefs gut geglättet worden war. Die höchsten Flächen des Reliefs sind also
Stellen der Außenfläche des Stabteils.
Zwei Reliefstreifen gehen wagerecht — die Richtung des Stabes selbst als senkrecht
gedacht — um den Stab. Sie sind durch glatte, 4 mm breite Streifen oben und unten
begrenzt und durch 2 dünne Streifen von je etwa 1mm voneinander getrennt. Jeder
Streifen enthält zwei nach rechts gerichtete Kriegergestalten.
Die unteren beiden Krieger sind durch zwei senkrechte, gedrehte Schnüre getrennt.
Hier an Säulen zu denken, dürfte ausgeschlossen sein, da strickartig gedrehte Stützen —
ein Widerspruch in sich — in der ägyptischen Architektur unbekannt und daher auch bei
einem vorgeschichtlichen Werk aus Ägypten ohne zwingende Gründe nicht anzunehmen
sind. Dagegen könnte ich mir denken, daß die beiden Schnüre des Reliefs Nachbildungen
wirklicher Schnüre sind, die zum Befestigen von irgendetwas am Stabende dienten, und
deren Enden dann am Stabe entlang geführt und in Abständen durch umgelegte, breite
Leder( ?)-Streifen gehalten wurden. Das könnte dann eine Anordnung ergeben, bei der
Streifen ohne Schnüre mit solchen mit Schnüren wechseln. Diese Anordnung erhielte man
auch, wenn man mehrere solche Stabteile wie den vorliegenden übereinander setzte.
Die dargestellten Krieger kann man nur mit denen auf der sog. Jagd-Schminktafel
vergleichen, von der die Stücke im British Museum und im Louvre sich befinden2. Bei
dem Vergleich ist aber zu beachten, daß die Formen auf der Schminktafel klarer und
schärfer herausgekommen sind als bei dem Elfenbeinstab, dessen Reliefs außerdem noch
von einem weniger geschickten Handwerker herrühren.

1) An ein Rollsiegel zu denken, verbieten die in Relief, nicht vertieft, gearbeiteten Darstellungen und
die Vorwürfe derselben, die auf Siegeln sonst nicht Vorkommen. — 2) Abgebildet: Proc. 1900 Bl. 2 = 1909
Bl. 45.
Tafel I

Abroll uixg
Maßstab 3 : 2 gez. A. Bollachcr

Ansichten
Natürliche Größe

L. Borchardt, Ein verzierter Stabteil aus vorgeschichtlicher Zeit.

Zeitselir. f. Ägypt. Spr., CO. Baud: Borchardt, Stabteil


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Band 66.] L. Borchardt: Ein verzierter Stabteil aus vorgeschichtlicher Zeit. 13

Die beiden Krieger des oberen Streifens laufen, der eine davon ganz in der Haltung
des vor dem an geschossenen Löwen fliehenden Kriegers1 in der Jagddarstellung: Kopf
und Oberkörper stark vorgebeugt, das eine Bein im Knie gebeugt vorgesetzt, das andere
ebenso gebeugt weit nach hinten, so daß der Unterschenkel beinahe wagerecht liegt; auch
die Haltung der Schultern und der Arme ist die gleiche, nach vorn halten beide bei etwas
gesenkter Schulter einen doppelt geschweiften Bogen2, nach hinten mit wenig gekrümmtem
Arm erheben sie eine kurze Waffe3. — Die Tracht dieses Kriegers ist einfacher wie die
derer auf der Schminktafel. Das Haar ist über der Stirn glatt und folgt hinten, die Ohren
deckend, der Schädelform. Die senkrechten Linien, die am Hinterkopf Strähnen angeben,
sind nur schematisch. Uber der Brust eingeritzt verlaufen zwei senkrechte Schnüre, in
denen ich die Andeutung der bei den Libyern so häufig4 vorkommenden, ebenso laufenden,
verzierten, breiten Kreuzbänder über der Brust sehe. — Die Lenden sind, von der Gegend
über dem Nabel bis zu den Knien, durch einen Schurz gedeckt, der, in dieser Darstellung
wenigstens, hosenartig aussieht. Die Linien darauf sollen wohl das Gewebe oder Falten
wiedergeben.
Der andere Krieger auf diesem Streifen hat kein Gegenstück auf der Schminktafel.
Seine Bewegung ist nicht so gewaltsam wie die- des eben beschriebenen. Er hält sich
gerade und läuft mit mäßigem Schritt. Der Bogen, den er mit wenig gebogenem Arm vor
sich hält5, hat die nur einmal gebogene, ägyptische (?) Form. In der anderen nach hinten
schräg abwärts gehaltenen Hand führt er eine bis auf den Boden reichende Waffe, in
der man vielleicht einen Pfeil zu erkennen hat6. — Die Tracht ist die des zuerst be­
schriebenen Kriegers, nur mit noch weniger Einzelheiten dargestellt. Die vorderste Haar­
strähne fällt etwas tiefer als die übrigen herab7. Die Kreuzschnüre über der Brust könnten
hier als breite Bänder dargestellt sein. Der Lendenschurz ist ohne eingeritzte Linien glatt
dargestellt.
Zu den beiden Kriegern des unteren Streifens finden sich auf der Schminktafel die
Gegenstücke wieder, so genau in der Haltung, daß man versucht wird, an gemeinsame
Musterskizzen zu denken. Zu dem einen davon ist der dritte Krieger an dem durchgehend
erhaltenen Rand der Schminktafel zu vergleichen8. Beide schreiten, den einen Fuß vor,
den anderen etwas zurücksetzend. Vor sich halten sie eine mannshohe Lanze, während
sie hinter dem Kopf eine kurze Waffe9 schwingen. — Die Tracht ist von der der Männer

1) Auch der nur z. T. erhaltene laufende Krieger am zerbrochenen Rande der Schminktafel, hinter
dem den Lasso haltenden, könnte dieselbe Haltung und Bewaffnung gehabt haben. — 2) Auf der Schmink -
platte sind die Enden dieser Bögen hinter der Sehnenbefestigung etwas nach hinten in der Biegung der
Vorderseite weitergeführt, auf dem Stabstück gehen sie, auch bei dem im zweiten Streifen, aber um ein
Weniges senkrecht weiter, unten hören sie an der Sehnenbefestigung auf. Die Sehnenbefestigung ist also bei
beiden Arten etwas verschieden. — 3) Auf der Schminktafel ist dies sicher kein Pfeil, da diese dort länger, dünner
und mit vorn gerader bezw. etwas ausgehöhlt verlaufender Feuersteinspitze dargestellt sind, sondern eine Keule
mit bimförmigem Kopf und oberem Nagel, auf dem Stabstück könnte es ein Pfeil sein sollen, da der
Pfeil auf dem Bogen in der zweiten Reihe ganz ähnlich dargestellt ist. Mit Rücksicht auf die oben noch
weiter ausgeführten Ähnlichkeiten zwischen den Gestalten auf Schminkplatte und Stabstück halte ich
diese Waffe aber für eine Keule. — 4) S. z. B. Sahure 2 Bl. 1. — 5) Er faßt ihn an der Sehne (!), was
übrigens auch auf der Schminktafel einmal dargestellt ist. —■ 6) Die Haltung spricht zwar mehr für eine
Schleuder, jedoch fehlen dafür alle Einzelheiten. Eine Keule, an die man auch denken könnte, würde
anders gehalten werden. — 7) Das wie ein umgelegtes Haarsträhnenende aussehende runde Gebilde ist
nur aus dem Zusammentreffen einer Strähne mit dem Bogen oben am Brustkorb, zwischen den Schlüssel­
beinen, entstanden. — 8) S. aber auch den ersten, fünften und achten derselben Reihe sowie drei andere
am entgegengesetzten Rande. — 9) Die Art der Waffe ist auf dem Stabstück nicht klar zu erkennen.
Es scheint aber nicht die mit dem seitlichen Ansatz oben (s. Proc. 1900 Bl. 9 Reihe 3, 4—7) zu sein, also
wohl die kurze Keule (ebenda Reihe 4,1—2). Ob die „Waffen“ mit dem seitlichen Ansatz, die einige der
Leute in der Jagddarstellung führen, etwa nur die bei der Treibjagd benutzten Klappern sind ?
L. Borchardt: Zwei Kalksteinscherben mit literarischen Aufschriften. [66.Band.

in der oberen Reihe etwas verschieden, mehr der der Krieger auf der Schminktafel ähn­
lich. Die Haare liegen so wie bei dem zu zweit beschriebenen in der oberen Reihe, dem
mit der vorderen längeren Haarsträhne. Die Brustriemen fehlen. Der Lendenschurz ist
senkrecht gestreift und hat, trotz der abgeriebenen Oberfläche noch erkennbar, einen
breiten Gurt, der aus zwei Reihen runder Scheiben zu bestehen scheint. Hinten vom
Gurt hängt ein dicker, buschiger Schakals-Schwanz1 herab.
Zu dem anderen Krieger der unteren Reihe, dem Schützen, vergleiche man für Haltung
und Tracht den auf der Schminktafel, der an ihrer breiten Seite quergestellt erscheint. Er
ist etwas vorgebeugt, steht mit dem einen Bein fest, das andere hat er vorgesetzt und
will den Bogen spannen, mit derselben Haltung der Arme2, die der Krieger auf der Schmink­
tafel auch zeigt. — Die Tracht entspricht hier genau der der Krieger auf der Schmink­
tafel: Kurzes wolliges (?) Haar, in dem eine3 Feder steckt. Der Schurz ist wie bei dem
anderen Krieger derselben Reihe, nur der Gürtel dünner und glatt, sowie der Schwanz
weniger buschig. Das obere Stück des Schwanzes sieht hinten aus dem Gürtel heraus.
Eins unterscheidet die Krieger auf dem Stabstück von denen auf der Schminktafel;
hier haben sie sämtlich spitze Kinnbärte, wohl auch Backenbärte, dort sind alle vier
bartlos. Nur beim Lanzenträger könnte man einen Kinnbart sehen wollen; die ihn nach
oben abgrenzende Linie ist aber wohl weiter nichts als der etwas lang geratene Schnitt,
der den Mund angeben sollte.
Uber die Zeit, aus der das Stabstück herrührt, kann ich mich nur sehr ungenau äußern.
Es dürfte aus dem Vorhergehenden klar sein, daß sie eng mit der Herstellungszelt der
Schminktafel zusammenliegt. Da mir diese die älteste der bisher bekannten Schminktafeln
mit Menschendarstellungen zu sein scheint, so würde ich also beide in „frühe vorge­
schichtliche Zeit setzen.

Zwei Kalksteinscherben mit literarischen Aufschriften.


Von Ludwig Borchardt.
Hierzu Tafel II.

Hier lege ich zwei in den letzten zwei Jahren in Luqsor-West aufgetauchte Kalk­
steinscherben vor, von denen die eine den Anfang einer bekannten, im Altertum viel
gelesenen Erzählung, der Abenteuer des Sinuhe, die andere den Anfang emes bisher un­
bekannten Lehrbuches enthält.
1) Auf der Schminktafel sind diese Anhängsel nicht nur Schwänze, sondern ganze Felle. Bei allen
Jägern, die das Wild umstellt haben, sind neben den Schwänzen auch die Hinterbeine des Fells sichtbar,
bei den beiden ersten an der vollständigen Seite glaube ich auch den Kopf des Felles zu erkennen. In
späteren Darstellungen wird dann, genau wie bei dem aus drei Fenekfellen entstandenen Konigswede (s.
ÄZ. 44, S. 75) aus den Hinterfüßen des Felles ein Aufschiebling (s. Sahure 2 Bl. 6 die erste Figur, bei der
man auch bei einigem guten Willen oben am Gürtel den Kopf des Felles sehen kann). — 2) Man beachte
die perspektivisch richtige Darstellung, die nichts „Vorstelliges“ hat. — 3) Auf der Schminktafel haben
der vor dem angeschossenen Löwen fliehende Krieger und die ganze Reihe am zerbrochenen Rande zwei
Federn. Ob hier zwei verschiedene Stämme bei gemeinsamer Jagd dargestellt sein sollen oder Kang-
unterschiede der Jäger?
Band 66.] L. Borchardt: Zwei Kalksteinscherben mit literarischenAufschriften. 15

1. Anfang der Abenteuer des Sinuhe. Kalkstein. Höhe 14,5cm. VS: IO+V2
Zeilenanfänge in schwarzer Buchschrift der 19./20. Dynastie. Rote Teilungspunkte. RS:
Rote Kleckse und Pinselstrichproben. Unten und links abgesplittert.
Angeblicher Fundort: Biban el-muluk.
Lesung1 :

11 Nur Oberteile von Zeichen, die ich nicht lesen kann.


2. Anfang eines bisher unbekannten3 Lehrbuches. Kalkstein. Höhe 11,5 cm. VS:
5 Zeilenanfänge in schwarzer Buchschrift der 18. Dynastie. Rote Teilungspunkte. RS:
leer. Rechts und links abgesplittert.
Angeblicher Fundort: Nordhälfte von Luqsor-West.

1) Vgl. die letzte Bearbeitung: Gardiner, Notes on the story of Sinuhe 1916. — 2) Ergänzungen
nach Kairo 25216 mit Verbesserungsversuchen der darin enthaltenen Mißverständnisse des Schreibers.
— 3) Anthes war so freundlich, mir nach dem WB-Material die folgenden „Lehrbücher“ anzugeben:
1) des Veziers Ptah-hotep (Pap. Prisse), 2) des Veziers KaJ-gem-ni (Prisse), 3) des Kgs. Amenemhet I. (Sali. 2,1),
4) des Kgs. Mer-kai-re' (Golenischeff), 5) des Dwi.w.f (Sali. 2, 3), 6) des .Oberpriesters Amenemhet
(Theb. Grab 97), 7) des Schreibers Pen-taj-wer.t (Sali. 1, 3) und ohne Verfasser bzw. Schreibernamen,
8) nach alten Schriften (Inscr. in the hier. char. 18, 5631 RS), 9) für seine Kinder (Kairo 20538) u. 10) das
Glossar (Golenischeff). Von diesen fängt 5, Dwi.w.f mit den gleichen Worten hstj- mJsbij.t irt.n s an,
jedoch kann ich die darauf folgenden Zeichenspuren mit (3 im Dwi.w.f nicht zusammenbringen, auch finde
ich in ihm das Wort fyps aus Z. 4 der Kalksteinscherbe überhaupt nicht. Allerdings ist die Handschrift des
Dwi.w.f sehr verderbt, so daß es trotzdem nicht ausgeschlossen zu sein braucht, daß hier ein Stück aus diesem
Lehrbuch vorliegt, aber bis auf weiteres ist es doch vorsichtiger, anzunehmen, daß es kein Stück des
Dwi.w.f ist.
M. Pieper: Ein Text über das ägyptische Brettspiel. [66. Band.
16

Lesung: ??

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| verwischt |
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|verwischt|

5iiii

Ein Text über das ägyptische Brettspiel.


Von Max Pieper.
Hierzu Tafel III.

Der unten behandelte Papyrus ist zwar schon einmal von Daressy im Recueil de
travaux usw. XVI, 129 veröffentlicht worden, aber nur in Transskription, ohne Über­
setzung und Kommentar. So wird eine nochmalige Behandlung gerechtfertigt erscheinen,
zumal ich in der Lage bin, Varianten mitzuteilen.
Es sind uns von diesem Texte drei Fassungen erhalten. Die eine, vollständigste
auf dem Tafel III abgebildeten Papyrus der Kairener Sammlung, der in seiner Art ein
Unikum ist. Er ist etwa 160 cm lang, enthält aber nur 3 Seiten (von verschiedener Lange),
iede Seite nur 3 Zeilen. Ich habe so große hieratische Buchstaben noch nirgends ge­
sehen Der Schrift nach gehört er etwa in die Zeit Ramses’ III. (vgl. Möller, Hiera­
tische Paläographie II, Tafel 49, unterste Zeile). Der Papyrus enthält einige seltene
Zeichenformen (s. Möller, a. a. 0.), z. T. sind sie so genau ausgeführt, daß man sie nicht
zur hieratischen Buchschrift rechnen kann. Vgl. die schöne Form des Frosches (Z. il, 3),
bei Müller nicht angegeben.
Natürlich kann man aus der erhaltenen Handschrift nicht ohne weiteres schließen,
daß der Text erst 20. Dynastie ist. Seine sprachlichen Formen (darüber wird im Kom­
mentar einzeln zu reden sein) zeigen das klassische Ägyptisch, wie es sich im Mittleren
Reiche herausgebildet hat. Man könnte also den Text noch im Mittleren Reiche ent­
standen denken. Dagegen erheben sich aber schwere Bedenken. Die Sprache des Mitt­
leren Reiches ist die Literatursprache geworden, die man während der 18. Dynastie
bis zu Amenophis IV. für „Texte höherer Ordnung“ angewandt hat, während die ge­
sprochene Sprache schon längst (mindestens seit dem Ende der 12. Dynastie) nicht mehr
dazu stimmte. Wir haben also, wie in so vielen Sprachen, so auch im Ägyptischen, eine
Literatursprache, an der man festhält, obwohl sie längst nicht mehr gesprochen wird.
Wie lange sie festgehalten ist, hat meines Wissens noch niemand untersucht.
So läßt sich einstweilen nicht beantworten, ob man nicht religiöse Texte auch in
späterer Zeit noch im „Klassischen Ägyptisch“ abgefaßt hat. Dann wäre mit der Mög-
/ritachr. f. Agypt. Spr., 6«. Hand: Itorclinrdt, Kalksteinscherbeu
. Borchardt-, Zwei Kalksteinscherben mit literarischen Aufschriften.
Natürliche Größe
Tafel II
Tafel III

Hieratischer Brettspielpapyrus in Kairo.

itschr. f. Ägypt. Spr., (56. Band: Pieper.


M. Pieper: Ein Text über das ägyptische Brettspiel. 17
Band 66.]

lichkeit zu rechnen, daß unser Text erst aus derselben Zeit stammt wie die Handschrift.
Dazu würden noch andere Umstände stimmen. Die übrigen Texte, die unseren „Brett­
spieltext“ enthalten, entstammen nämlich ebenfalls erst der 20. Dynastie.
Die zweite Handschrift ist seit den Anfängen unserer Wissenschaft bekannt, war
aber lange Zeit völlig vergessen und ist erst von Alfred Wiedemann wieder ans Licht
gezogen1. In den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts war der bekannte Gegner Champollions
Seyffarth, in Turin, wo er einer ganzen Reihe von Papyri die Gestalt gab, die siß bis
auf den heutigen Tag haben. Aus einer Fülle von Fragmenten („decies centena milia“)
setzte er etwa 15 Papyri zusammen, darunter den berühmten Turiner Königspapyrus2.
Er entdeckte bei dieser Arbeit nebenbei das sogen. WiLCKENSche Gesetz von „Recto und
Verso“ (s. Hermes XXI, 480). Seine Arbeit blieb leider unfruchtbar, da er, was er ge­
fundenem ein phantastisches astrologisches System zwängte, so daß sein Buch unter
den Fachgenossen unbeachtet blieb.
Unter den Papyri, die er (nahezu völlig richtig) zusammensetzte, befand sich auch
unser Brettspieltext, in Hieroglyphen geschrieben, leider unvollständig, was um so mehr
zu bedauern ist, als auf der anderen Seite des Papyrus sich ein Plan des Spielbretts mit
Bezeichnung der einzelnen Felder befindet, wodurch der ganze Text eigentlich erst ver­
ständlich wird. Durch die bezeichneten Lücken ist eine vollständige Rekonstruktion
des Spieles ausgeschlossen. Soweit es möglich war, habe ich eine Rekonstruktion des
Planes in meiner Programmabhandlung „Das Brettspiel der alten Ägypter , Berlin 1909,
S. 10. Abb. 8 gegeben. .
Der dritte Text steht in einem thebanischen Grabe, das L epsius auf seiner großen
Expedition entdeckte. Es enthielt u. a. die beiden Wandgemälde von Amenophis I.
und seiner Gemahlin, die heute im Berliner Museum hängen. L epsius gab darüber
einen kurzen Bericht in seinen Reisebriefen S. 268, eine Reihe von Notizen konnten im
dritten Textbande zu dem großen Denkmälerwerk S. 294 veröffentlicht werden. Leider
hat L epsius die Texte des Grabes nicht völlig abgeschrieben, seine Notizen enthalten
nur die ersten Zeilen unseres Textes. Das Grab ist heute meines Wissens verschüttet3,
so daß eine wichtige Variante des Brettspieltextes nicht verwertet werden kann. L epsius
hatte das Grab nach den darin enthaltenen Königsbildern unbedenklich in die 18. Dynastie
gesetzt; es ist heute längst festgestellt, daß es in die 20. Dynastie gehört. In dieser Zeit
genoß der Begründer der 18. Dynastie aus noch immer nicht aufgeklärten Gründen im
westlichen Theben besondere religiöse Verehrung; die Spuren davon sind verhältnis­
mäßig zahlreich.
Mithin gehören alle Zeugen unseres Brettspieltextes der späteren Ramessidenzeit
an; vorher findet sich von ihnen keine Spur, nachher auch nicht.
Auf S. 20f. soll nun eine hieroglyphische Umschrift des Textes gegeben werden;
die wichtigen Varianten des thebanischen und Turiner Textes habe ich im Kommentar
hinzugefügt, allerdings nur diese. Die Wiedergabe des Turiner Papyrus bei S eyffarth
ist völlig unzulänglich; eine Neuausgabe, der eine Neuordnung der Fragmente vorangehen
müßte, wäre sehr erwünscht. Vom thebanischen Text haben wir, wie gesagt, nur den
Anfang. _ i - i a i
Einige Bemerkungen über das ägyptische Brettspiel seien vorausgeschickt, bpiele
hat es in Ägypten, wie zu erwarten, seit der ältesten Zeit gegeben, und zwar von der
verschiedensten Art. Unter den erhaltenen Spielen aus prähistorischer Zeit ragt das

1) In den Verhandlungen des Genfer Orientalistenkongresses von 1894, s. u. — 2) Beiträge zur Kenntnis
der Literatur der alten Ägypter, Heft 2-5. Leipzig 1835, S. 201 fi. Eine Übersetzung des Brettspielpapyrus
von Deveria, Bibi. Eg. V, 94fi. — 3) Wie ich höre, ist es jetzt freigelegt worden. Hoffentlich wird der
Text bald veröffentlicht.
3
Zeitechr. f. Ägypt. Spr., 66. Band.
M. Pjeper: Ein Text über das ägyptische Brettspiel. [66. Band.

sogen. Schlangenspiel hervor, vermutlich unseren heutigen Geduldspielen m Spiralen­


form ähnlich1.
Seit dem Mittleren Reich taucht das „Palmenspiel“ auf, so genannt nach dem
schönsten Exemplar, das Lord C arnarvon bei seinen Ausgrabungen vor dem Terrassen­
tempel von Der el-Bahri gefunden hat. Neben einem Palmbaum sind rechts und links
eine Reihe Löcher eingegraben, die vom Fuße der Palme zum Gipfel laufen. Gewiß
kam es darauf an, welcher der beiden Spieler zuerst den Gipfel erreichte. Jeder Spieler
hat 5 Stifte, die in die Löcher gesteckt werden. Der Kopf jedes Stiftes ist als Hundekopf
gebildet. Man sieht hieraus, wie die Bezeichnung der Spielsteine als „Hunde“ entstanden
sein mag. .
Aus dem Neuen Reich kennen wir das „Schildkrötenspiel . Auf einer bchild-
kröte sind 23 Löcher angebracht. Dazu gehören 5 und ein Stift, alle mit Hundeköpfen,
der letzte von anderer Form als die 5. Überliefert ist über dies Spiel nichts. Nach Analogie
moderner Spiele müßte man an eine Art „Festungs- und Belagerungsspiel“ denken. Es
kommt darauf an, den einen Hund völlig einzuschließen, was ohne weiteres geht, wenn
man ihn auf das mittlere Loch der obersten Reihe zurückgedrängt hat. So könnte man
sich am ehesten ein Spiel zusammenreimen.
Die meisten Spiele, die in unserem Museum stehen, sind Kästen mit 2 Spielplänen,
einer mit 30, einer mit 20 Feldern. Das letzte Spiel hat 3 Reihen, oben und unten 4,
in der Mitte 12 Felder, so daß die Zeichnung wie eine am Ende stark verdickte Keule

1) Über dieses Spiel ausführlich (aber ohne Versuch einer Deutung) Ranke in seiner Heidelberger
Akademieabhandlung 1920. Sonst ist über ägyptische Spiele nicht viel gearbeitet worden, die grund­
legende Abhandlung stammt von Wiedemann in den Akten des Genfer Onentalistenkongresses von 1894.
Für die Anfänge des Spieles bei den Menschen überhaupt ist selbstverständlich grundlegend: Karl Gross,
Die Spiele der Menschen. Eine Zusammenstellung sämtlicher erhaltenen Spiele ist nachgerade zu einer Un­
möglichkeit geworden, würde auch die aufgewendete Arbeit nicht lohnen. Wichtig sind folgende:
1. Quibell, Excavations at Saqqara 1911, T. XI, XVI, Text, S. 19 (s. darüber auch Ranke a. a. 0.
S. lff.) enthält wertvolle Darstellungen aus der Dritten Dynastie. Sonst vgl. über Darstellungen aus dem
Alten und Mittleren Reich: Luise Klebs, Die Reliefs des Alten Reiches und Die Reliefs des Mittleren Reiches
in den Veröffentlichungen der Heidelberger Akademie, die hoffentlich bald ihre Fortsetzung erhalten.
2. Das interessanteste Beispiel aus dem Mittleren Reiche ist wohl das von Garstang in Beni Hasan
gefundene Schiffsmodell mit plastischer Darstellung zweier an einem Brette sitzender Spieler. Garstang,
Burial Customs of Ancient Egypt, S. 151, 157. _,
3. Aus dem Neuen Reich sind vor allem wichtig die Darstellungen Ramses’ III, mit seinen Töchtern
spielend, im Hohen Tor von Medinet Habu, oft veröffentlicht, eine in meiner oben genannten Abhandlung
S. 5, Abb. 3. Die Karikatur eines Esels (?) und eines Löwen beim Brettspiel (Budge, Guide to the Eg. Col­
lection of the British Museum 1909, S. 30, meine Abhandlung, S. 6, Abb. 4) ist wohl, wie bereits Lepsius,
Auswahl T. XXIII, wollte, eine Karikatur einer ähnlichen Darstellung. Weiter ist zu berücksichtigen:
Wreszinski, Atlas zur Äg. Kulturgeschichte, T. 49, eine Darstellung eines Ehepaares aus der Ramessidenzeit,
wo beide Spieler 5 Steine haben, außerdem sind hier einmal Würfel dargestellt (in Knöchelform, von Wre­
szinski in der Erläuterung zur Tafel nicht erwähnt). Eine ähnliche Darstellung aus einem thebanischen Grabe
nach einer Zeichnung von Hay aus dem Britischen Museum, die ich meinem verstorbenen Freunde Max
Burchardt verdanke, wird unten S. 19 veröffentlicht.
Spielbretter sind sehr viele erhalten, ein besonders schönes, jünst gefundenes, Schiaparelli, Rel.
sui lavori della missione archeologica II, S. 175. Ein ägyptisches Brett mit mykenischen Darstellungen:
Hogarth, Excavations at Enkomi, T. I.
Von anderen Spielen: Das „Schildkrötenspiel“, Benedite, Objets de toilette, (da ist das Stück
hingeraten!) Tafel X. Über das Palmenspiel: Carnarvon-Carter, Five Years Explorations at Thebes,
PI. L, ferner: Petrie, Kahun, Tafel 16. Neuerdings haben die Amerikaner ein solches Spiel bei Der el-Bahri
gefunden. Vgl. ferner Brunton-Petrie, Sedment I, PI. XXII, wo 4 Spiele aus Kairo, ferner aus den Aus­
grabungen von Susa, Gezer, ferner aus dem Louvre abgebildet sind. Sie sind meistens als rohe menschliche
Figuren gestaltet, eins mit zwei Augen an Stelle der Palmkrone.
Band 66.] M. Pieper: Ein Text über das ägyptische Brettspiel. 19

aussieht. Eine Zeichnung eines solchen 20 Felderspiels hat sich auch auf dem Pflaster
des Anu-Adad-Tempels von Assur gefunden, leider ohne jede Erklärung. Von den Mög­
lichkeiten, das Auftreten des Spiels in Assyrien zu erklären, hatten wir lange nur die
eine in Betracht gezogen, daß das Spiel, wie so viele andere, in alter und neuer Zeit von
Ägypten weiter gewandert wäre. Doch kann man, nachdem sich bei den englischen
Ausgrabungen zu Ur ein Spiel gefunden hat, das wie eine einfache Form des 20 Felderspiels

nnc^AA A A ft
□□□□□□□□□□□□
□□□□□□□□□□□□
□□□□□□□□□□□□I
aussieht, auch Babylonien als die Heimat des Spiels ansehen und eine Wanderung nach
Ägypten annehmen.
Dann ist aber das Spiel völlig ägyptisiert worden. Einzelne Felder erhalten ge­
legentlich Inschriften. Auf dem Berliner Exemplar (s. mein Brettspiel, S. 7, Abb. 5b)
hat das 5. Feld der mittleren Reihe die beiden Zeichen: und | „Leben“ und „Schön“,
das 8. Feld die Zeichen und ^ „Gunst“ und „Liebe“. Auf dem Kairener Spiel
des Chaj JEo Üj (Catalogue general 68001) heißt das 4. Feld der mittleren Reihe:
„nichts“, das 8. Feld ■ Von letzterem Zeichen wage ich keine Übersetzung.
Das von den Italienern in Der el-Medine gefundene Spiel(ScHiAPARELLi, Relazionell, p. 176)
zeigt auf dem 4. Feld: ^ lj r£s- „Siehe“ (wohl: paß auf!), das 8. und 12. Feld: 1] ^ ^
(so!) Amon an den beiden Festen (?). Die angegebenen Inschriften reizen zu allerhand Ver­
mutungen, geben aber keine Sicherheit; nur das dürfte sicher sein, daß die Inschriften
auf den Fortgang des Spiels Bezug haben.
Nun bleibt das häufigste und wichtigste Spiel übrig, das 30-Felderspiel, auf das
sich unser Text bezieht. Auch hier finden sich gelegentlich auf den Spielbrettern, die
sehr zahlreich sind, Inschriften. In der ehemaligen Sammlung Mac Gregor1 befand sich
ein Brettspiel aus Fayence. Auf dem Brette mit 30 Feldern sind die Felder 15 und 26—29
durch Inschriften hervorgehoben.
Die Inschriften lauten:
Feld 15: ■ö>

Feld 26: M's»


Feld 27:
^-----* V I

Feld 28: Jü* ^ G

Feld 29: (Isis und Nephthys) ]j_ ]j_

1) Henry Wallis, The Mac Gregor Collection, T. IV, Text S. 9. Ich konnte auch eine Abschrift
Adolf Ekmans, die sich in den Sammlungen des Berliner Wörterbuchs befindet, benutzen. — 2) lies snsn ?
M. Pieper: Ein Text über das ägyptische Brettspiel. [66.Band.

Das würde heißen: Feld 15: „Horus gibt ein freundliches Herz“, o. ä. Feld 26 wage
ich nicht zu übersetzen. Feld 27: „Du fährst über den See, ohne durch das Wasser zu
waten“ Feld 28: „Du besteigst die Treppe der Geister von Heliopolis.“ Feld 28: „Isis
und Nephthys vereinigen sich in Frieden mit Dir.* Also ist das Ganze auf Osiris, d. h.
hier auf den Toten, zu beziehen.
Auf einem Brett von angeblich 33 Feldern (bei Mond, Annales du Service des An­
tiquités, V, 98) sind folgende Felder bezeichnet: Feld 6: Mann, die Hand ausstreckend.
Feld 11: Osiris. Feld 12: ^, das Zeichen für Feuer. Feld 17: Zeichnung des Spiel­
brettes (?). Feld 20: zerstört. Feld 21: $1. Feld 22: die Göttin Mut. Feld 23:
wie Feld 12. Feld 29: zerstört. Feld 30 bis 33 haben die üblichen Bezeichnungen der
letzten Felder: 3 Wasserlinien, 3, 2 und 1 Gott. Statt der Götter erscheinen oft auch
einfache Männer oder noch einfacher bloße Striche.
Auf dem Berliner Brettspiel: Feld 15 eine Rosette. Feld 26 das Zeichen J „Schön .
Feld 27: 3 Wasserlinien. Feld 28: diesmal die drei Vögel für die Geister von Heliopolis.
Feld 29: 2 Männer. Feld 30 ist unbezeichnet.
Die letzten Felder des 30-Felderbrettes werden nachher noch besprochen werden.
Im allgemeinen läßt sich sagen, daß die Beschriftungen eher religiöse Bedeutung haben,
als daß man sie für den Gang des Spieles verwerten könnte.
Nun wenden wir uns unserm Brettspieltext zu, der ebenfalls sich auf das Brett
mit 30 Feldern bezieht.
Band 66.] M. Pieper: Ein Text über das ägyptische Brettspiel. 21

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Üb ersetzung.
Ein Opfer, das der König gibt, Re, Atum, Wennofer, der Herr der Dreißig, Anubis
Thoth, Maat, die große Mannschaft des schönen Hauses, Heka, Hu, Sia, sie mögen mich
eintreten lassen in die Halle der Dreißig, daß ich zum Gotte werde als Einunddreißigster (?).
Ich nähere mich dem Mehen, ich hebe ihm seine Steine und lege sie an den Ort, wohin
ich will. Ich mache meinen Sitz im Hause des Thoth, ich kämpfe mit ihm (dem Gegner).
Ich sehe die Neith, wie sie ihre Arme über das Osirissymbol hält. Ich öffne das schöne
Haus, in dem die Maat ist. Der Gott nimmt mich fort zu den Dreißig (?). Festgestellt
ist der Osirispfeiler und (?) das Isisblut. Ich sehe die Buto in ihrer Gestalt zur Seite
des Hauses der Mut. Mein Herz ist verständig, nicht vergißt es (?), mein Herz ist offen (?),
indem ich leite sein Spiel gegen mich (??). Ich bringe ihm seine Steine, seine Finger
zittern, sein Herz flieht von seinem Sitze, er weiß nicht zu antworten. Ich lebe im Hause
des Orion, ich lebe in Ewigkeit. Ich gehe weiter mit richtiger Leitung (?) zusammen
mit der Sonne zum Hause dessen, der das Leben erneuert, mein zweiter wartet im
Hause des Ihj, ich treffe ihn ........................... , ich hebe meinen Stein zu...................... Ich
treffe ihn im schönen Hause. Ich hebe drei Steine und finde zwei Steine, mein zweiter
ist hinter mir. Ich nehme meinen Stein und setze ihn an den Ort, den ich wünsche.
Ich werde geleitet (?) im Vorübergehen, ich weiß Bescheid über den, der im Hause des
. . . . ist. Ich weiß ihre Namen, ein Schreiber, der seinen Besitz ausmißt, ist nicht un­
wissend. Der Mehen legt Zeugnis ab (?) für mich, er gibt mir Brot in das Haus des Brotes,
kühles Wasser in das Haus der Kühlung. Festgestellt sind meine Steine im schönen
Hause, ich bin vollzählig im schönen Hinterhause (?). Meine Steine sind vorn, meine Finger
sind wie der Schakal beim Ziehen des wß-Schiffes. Ich nehme seine Steine fort und
M. Pieper: Ein Text über das ägyptische Brettspiel. [66. Band.
22

werfe ihn in das Wasser, daß er ertrinke mit seinen Steinen. „Du bist gerechtfertigt“,
sagt mir der Mehen. Mein Herz....................
Wie schwer der Text ist, geht aus dieser Ubersetzungsskizze hervor; auch der fol­
gende Kommentar kann nur weniges begründen. Die Abteilung der Sätze ist willkürlich.

Kommentar.
Seitei,Zei lei. Der Anfang (nach dem von Lepsi us in Theben gefundenen Grabe)
entspricht den alten Opferformeln. In den Namen der Götter, die angerufen werden, läßt
sich ein bestimmtes System nur so weit erkennen, als die Götter des Osiriskreises zurück­
treten; an der Spitze stehen die Sonnengötter. Im Texte selbst ist von einer hervor­
ragenden Stellung der Sonnengötter aber nichts zu merken, so daß hier nicht zu schließen
ist, daß ein alter Sonnenhymnus vorliege. n/r
„Die große Rudermannschaft des schönen Hauses.“ Damit ist gewiß die Mann­
schaft des Sonnenschiffes gemeint, unter die der selige Tote aufgenommen wird, worüber
es genügend Belege gibt. Schon im „Lebensmüden“ heißt es: „Wer dort (im Jenseits)
ist, wird im Sonnenschiff stehen“ (E rman , Literatur, S. 72). Aus späterer Zeit, z. B. die
Florentiner Stele (S chiaparelli 1572): „Der Tote gesellt sich zu der Mannschaft des
Sonnenschiffes“. .
Mit dem „Schönen Haus“ ist ursprünglich das Grab gemeint, Anubis ist der Vor­
steher des „Schönen Hauses“, vgl. Kairo 20 457, i, wo ein „Oberster
der Geheimnisse im schönen Hause“ erwähnt wird, ferner Bergmann, Hieroglyphische
Texte 84, 2, wo von einem Jn „Vorsteher im schönen Hause die Rede ist,
ferner Louvre, Kanope 770 (nach dem Berliner WB), wo es heißt: „Nachdem er (der Tote)
in das schöne Haus gebracht war“.
Auch auf dem Spielbrett gibt es ein „Schönes Haus“, es ist das 26. Feld (Pieper,
Brettspiel, S. 7, Abb. 5a). Alle drei, Sonnenschiff, Grab, Feld auf dem Spielbrett,
werden also von dieser ägyptischen Mystik gleich gesetzt.
Bezeichnend ist, daß (in dem von Lepsi us gefundenen Text ausgeschrieben) auch
Heka, der Gott des Zaubers, erwähnt wird. Damit wird deutlich, in welche Literatur
unser Text gehört. .
Seite I, Zeile 2. Die m'blj.t „Das Kollegium der 30 ist zunächst eine oft er­
wähnte richterliche Behörde, vgl. Kairo 20 539, I, Z. 10 wird ein ^ ”Diener
der 30“ oder „der die 30 hört“ genannt. Auch unter den Göttern gibt es naturgemäß
ein Kollegium der 30. Horus (Aix en Provence, Nr. 14), Anubis (Theben, Grab des Ramose,
Piehl, Inscr. I, 99, 2) und andere Götter, so Hathor, erscheinen als die Herren der 30.
Daß der Tote unter sie aufgenommen werden kann, zeigt das späte Buch vom Durch­
wandeln der Ewigkeit 35/36. „Du sitzest in der Halle der mblj. t bei den 30“. In un­
serem Texte scheint der Tote (doch ist die Übersetzung nicht sicher) der 31. zu werden.
Also auch das Auf nehmen in die Halle der 30 Richter wird dem Emgehen ms „Schone
Haus“ gleichgesetzt. ...
Uber den Mehen s. weiter unten. Die folgenden Sätze beziehen sich aut das fepiel,
sie sind für uns leider unklar. „Ich hebe ihm seine Steine“, das kann sich doch nur a ^
den Mehen beziehen. „Ich setze sie dahin, wohin ich will.“ Also er macht sich die Partie
zurecht, er setzt die Steine möglichst geschickt. Es fällt nicht allzu schwer, eine möglichst
günstige Stellung der Steine „herauszuknobeln“. Ich will aber meine früheren Versuche
nicht wiederholen, da eine Sicherheit sich doch nicht erzielen läßt. Zumal man auch
aus dieser Stelle zur Not schließen könnte, daß der Mehen der Gegner ist und die beiden
Sätze so verstehen könnte: „Ich nehme dem Gegner seine Sterne fort und setze sie,
Band 66.] M. Pieper: Ein Text über das ägyptische Brettspiel. 23

wohin ich will, d. h. für ihn möglichst ungünstig.“ Die Folge wird zeigen, daß der Mehen
nicht einfach der Gegner sein kann.
Seite I, Zeile 3: „Ich nehme meinen Platz im Hause des Thoth.“ Das Haus
des Thoth ist nach dem Turiner Spielplan das Anfangsfeld. Dann muß dieser Satz im
Zusammenhang mit den vorhergehenden so verstanden werden: „Ich besetze das Feld
mit meinen Steinen, u. a. besetze ich gleich zuerst das erste Feld.“ Es müßte also beiden
Gegnern freigestanden haben, welche Felder sie besetzen wollten. „Ich kämpfe mit
ihm“ d. h. mit dem Gegner.
Im folgenden scheint der Tote dem Osiris gleichgesetzt zu werden. „Ich sehe
die Neith, wie sie ihre Arme über den Osirispfeiler ausbreitet.“ Das bezieht sich auf
Feld 2 und 3 nach dem Turiner Spielplan. Zu Neith und Osiris vgl. die Stundenwachen
an der Leiche des Osiris (J unker , Stundenwachen S. 47): „Die vierte Stunde des Tages
ist die Stunde, zu der Neith und die beiden Schwestern (Isis und Nephthys) in die Kapelle
des Osiris hinabsteigen.“
„Ich öffne das schöne Haus, in dem die Maat ist.“ Das Haus der Wahrheitsgöttin
Maat muß Feld 4 oder 5 sein, der Turiner Spielplan ist hier zerstört.
Seite II, Zeile 1. Der folgende Satz verliert seine Schwierigkeit erst, wenn man
das sehr zerstörte ntr „Gott“ hinter ^ erkannt hat. itj muß hier dem Zusammen­
hang nach heißen: „Führen, an einen Ort bringen“. Der Satz könnte also übersetzt
werden: „Ich führe den Gott zur mblj. t“, oder, und dies ist das wahrscheinliche: „Der
Gott (wer das ist, später) führt mich zur m'b—jt.“ Die m'bij. t, die Halle der 30 ist
das 7. Feld.
Der nächste Satz ist schwerlich im Turiner Text (die beiden anderen versagen
hier) richtig überliefert. Was dasteht, müßte heißen: „Festgestellt ist der Osirispfeiler
des Isisbluts“. Man erwartet aber: „Festgestellt sind Osirispfeiler und Isisblut“. Statt
müßte etwa |q oder eine andere Präposition dagestanden haben. „Osirispfeiler“
und „Isisblut“ (über die Bedeutung des letzteren s. S chäfer , ÄZ 62, S. 108) stehen
auf dem Turiner Plan im 9. Felde. Auch dieser Satz zeigt, daß der Osiriskult unseren
Text beeinflußt hat.
„Ich sehe die Buto neben dem Hause der Mut.“ Das Haus der Mut ist Feld 11,
also am Anfang der zweiten Reihe. Am Ende der ersten (im 10. Feld) steht eine Göttin
neben dem Feuergefäß. In ihm hätten wir dann die Buto zu erblicken.
Wieder wie auf der ersten Seite folgen jetzt einige Sätze, die sich auf das Spiel
beziehen, wieder sind sie so allgemein gehalten, daß sich für uns nichts sagen läßt. Der
Gegner gerät in Unruhe, der Tote muß also einen oder mehrere glückliche Züge getan
haben. Aber inwiefern? Was heißt: „Ich bringe ihm seine Steine?“
Seite II, Zeile 3. „Mein Name lebt im Hause des Orion.“ Feld 12. Orion spielt
in der ägyptischen Mythologie eine große Rolle; im 11. Spruch der von L ac au ver­
öffentlichten Sargtexte des Mittleren Reiches wird gesagt, daß Orion den Osiris empfängt,
ihm sein Zepter reicht und ihn in sein Haus aufnimmt.
„Ich gelange mit der Sonne (Feld 14) zum Hause des Neuen Lebens.“ Das „neue
Leben“ wird dargestellt unter dem Sinnbilde des Frosches. Noch in griechischer Zeit gibt
es bekanntlich Lampen in Form eines Frosches mit der Inschrift: ’Eym eifil fj ävamamg. „Ich
bin die Auferstehung.“ Wie der Glaube entstanden ist, läßt sich denken. Die Frösche,
die aus dem Nilschlamm hervorkommen, erscheinen der primitiven Spekulation aus
dem Schlamm entstanden. Der Frosch ist ebenso wie der Käfer, dessen Larve angeblich
im Nilschlamm entsteht, ein Symbol des Neuen Lebens1. Das 15. Feld wird nicht ohne

1) Literatur: Wiedemann, Das alte Ägypten, S. 266.


M. Pieper: Ein Text über das ägyptische Brettspiel. [66. Band.
24

Grund das Feld des „Neuen Lebens“ heißen. Auf dem Berliner Spielbrett hat gerade
das 15. Feld neben den Schlußfeldern allein eine besondere Bezeichnung, eine Rosette.
Das 15. Feld muß also in diesem Spiele eine besondere Rolle gehabt haben.
Wieder folgen einige Sätze, die sich auf das Spiel beziehen, wieder so gut wie un­
verständlich. „Der zweite wartet im Hause des Ihj.“ Wer ist dieser zweite ? Das
„Ihj1‘ hat im Turiner Papyrus die Form eines Fangnetzes, aber das Zeichen des Kairener
Papyrus paßt nicht recht dazu. Ein Fangnetz würde man hier ja erwarten; man würde
dann die Sache so verstehen, daß der Gegner sich in eine ungünstige Situation verstrickt
hätte. Welches Feld gemeint ist, läßt sich wieder nicht sagen, da der Turiner Spielplan
hier zerstört ist. Bei den folgenden Sätzen sind die Schlußzeichen zerstört. So läßt
sich auch hier nicht erkennen, welche Felder (denn um ein Fortschreiten zu neuen Feldern
muß es sich handeln) gemeint sind. Es muß sich um Feld 16 oder 17 handeln^ Jeden­
falls hat der Gegner die Partie verloren; schon in der vorigen Zeile hieß es:

Das muß heißen: Sein Herz vertreibt ihn von seinem Sitze o. ä., denn wenn die
Überlieferung richtig ist, muß rwj transitiv gefaßt werden. Der Tote aber muß sein
Spiel schon gewonnen haben, „er lebt in Ewigkeit“.
Seite II, Zeile 3, Seite III, Zeile 1.
„Ich hebe meinen Stein zu der ^ , wohl Feld 17 oder 19. Dietnt (o. ä.) Schlange
ist mir unbekannt. {(
Das folgende muß heißen: „Ich trete an seine Stelle im schönen Haus . Das ist,
wie später sich noch zeigen wird, Feld 26, das auf den meisten erhaltenen Brettern eben
diese Beschriftung erhält. Das Wort ^ (so die Schreibung) ist doch wohl eine
° AAAAAA r —1

verkürzte Schreibung für ^ ■ Man könnte auch an dn „abschneiden“ denken,


I SAAA I _ , . ,

doch sehe ich nicht, wie man dann einen Sinnheraus bringt.
Auch zuden folgenden Sätzen: „Ich hebe drei Steine, ich finde 2Steine, mein
zweiter ist hinter mir“ wünschte man gern eine nähere Erklärung. Wieder fragt man
sich, wer mit dem „zweiten“ gemeint ist, und wie man sich die Reihenfolge der Steine
denken soll. . .
Bei dem Satze: „Ich setze meinen Stein dahin, wohin ich will ist dielunner
Variante hervorzuheben; hier steht im Kairener Text BeideVerben

werden also im gleichen Sinne gebraucht. Zu ^ @ s^m^wJ vgl-

S ethe , Nominalsatz § 14d. Die Bedeutung des Pseudopartizips muß hier passivisch
sein: „Ich werde geleitet, indem ich vorbeigehe“. Diese Stelle ist im Gegensatz zu dem
sonstigen Text neuägyptisch.
Im folgenden Satz: „Ich weiß Bescheid über den, der im Hause des..............; ’' '
ist leider wieder der Name des „Hauses“ zerstört. Auch auf dem Turiner Spielplan ist
dieses Feld nicht erhalten. _
Den folgenden Satz habe ich zweifelnd übersetzt: „Ein Schreiber ist nicht un­
wissend, der seinen Besitz richtig bewertet.“ So etwa muß (] ^ ip hierdoch wohl
heißen. Der Ausdruck „ip dt'" ist mir sonst nicht bekannt.
Seite III, Zeile 2. wird heißen müssen: Der„Mehen
1 ^ AAAAAA V-? _ ,. j

erkennt mich“ oder: „er unterrichtet mich“ o. ä. Jedenfalls istderMehen hier dem
Spieler günstig, nicht sein Gegner, wie auch das Folgende zeigt. Da steht. „Er gibt mir
Brot in das Haus des Brotes, Wasser in das Haus der Kühlung“. Der Turiner Spielplan zeigt
Band 66.] M. Pieper: Ein Text über das ägyptische Brettspiel. 25

Feld 23 einen Mann, der etwas ausgießt. Das „Haus des Brotes“ wird man Feld 20
oder 21 zu suchen haben, die Turiner Zeichnung ist bei S eyffarth schwerlich genau.
Damit neigt sich das Spiel dem Ende zu.
„Meine Steine stehen fest im schönen Hause“, das ist, wie bereits bemerkt, Feld 26.
Das wird noch einmal besonders hervorgehoben: „Ich bin vollzählig (d. h. meine Steine
sind alle da) im schönen Hinterhause“, d. h. das ganze Haus ist von mir besetzt. Der
Verfasser des Textes hat hier eine eigentümliche Schwierigkeit: er will den Toten in
das „Schöne Haus“, d. h. zur Seligkeit, führen. Das kann er hier nur so ausdrücken,
daß der Tote all seine Steine im „Schönen Hause“ hat. Daß das spieltechnisch eine Un­
möglichkeit ist, darüber wird hinweggesehen.
Im folgenden Satz wird zum ersten und einzigen Male die Zahl der Steine des Spielers
genannt; es sind 7. Für gewöhnlich haben die Spielkästen nur 2 mal 5 Steine und einen
sechsten extra; nur das Spiel aus El Amrah (s. unten) hat 7 und 8 Steine. Um ein solches
Spiel handelt es sich also hier. Der Spieler hat die Steine alle bei sich, „vor seinen Fingern“.
Dazu fügt der Verfasser einen hübschen Vergleich: „Die Steine sind wie der Schakal
um das wß-Schiff.“ Dieses Schiff ist die Prozessionsbarke der Götter, der Schakal ist
Wep-Wawet, der zum Schutze des Osiris vor dem Schiffe voranzieht. Wie Wep-Wawet
zum Schutze der Götter dient, so die Steine zum Schutze des Toten. Vgl. ferner folgende
Stellen: Theben, Grab des Inher-Chawi L. D. Text, III, S. 301: 1Pf J! ^
„Die 4 Schakale, die das w/3- Schiff ziehen“. Ferner Brugsch, Reise nach
•'Wr «f\ => AAAAAA M------N Xfn_S
der großen Oase, T. XXV, Z. 9, Text, S. 9/10: ^ ^ "W w w :
| j i*—
„Es empfangen dich die Gruppen der Schakale, sie ziehen dein Schiff“.
Also wie die Schakale den Gott ziehen, so ziehen den Toten die Steine vorwärts.
Ferner vgl. Pi eh l, Inscr. I, 141a: (1^ J (](j ^ ^ 'q $ ®fJ) „Die Schakale sind es,
die den Re ziehen.“
Seite III, Zeile 3. Die letzten Zeilen des Textes scheinen nur im Kairener
Papyrus erhalten: „Ich nehme ihm (dem Gegner) seine Steine fort. Ich werfe ihn ins
Wasser, daß er ertrinke mit seinen Steinen.“ Damit ist das Spiel zu Ende. Der Gegner
ist ins Wasser geworfen, d. h. in das 27. Feld, das überall mit dem Wasserzeichen ver­
sehen ist, gedrängt.
Zum Schlüsse wird wieder der Mehen eingeführt. Abermals sieht man nicht, ob
er hier der Gegner ist, oder dem Toten freundlich. S. darüber weiter unten. Der Schluß
ist eher für die zweite Annahme günstig. „Du bist gerechtfertigt“, d. h. du bist glücklich
in das Totenreich eingegangen, sagt der Mehen. Nur in unserem Falle ist meine Über­
setzung zulässig: „Du hast gesiegt“.
Damit ist der Text zu Ende, ein Durcheinander von Sätzen, die auf das Spiel Bezug
haben, und von religiösen Ausdeutungen der einzelnen Felder. Nur insofern ist eine
gewisse Ordnung festzustellen, als in der ersten Felderreihe die Gestalten des Osiriskreises
hervortreten, in der zweiten die Gestirne. Aber sonst kann man hier von einer systema­
tischen ägyptischen Theologie nicht reden.
Zum Verständnis des Textes müssen wir einen Blick werfen auf die Bücher, die aus
derselben Zeit überliefert sind, und die man gewöhnlich unter dem Namen „Amduat“
zusammenfaßt. Das Buch „von dem, was in der Unterwelt ist , enthält bekanntlich
eine Wanderung des Sonnengottes, dem der Tote gleichgesetzt wird, durch die Unter­
welt; sie ist in 12 Teile geteilt; in jedem befindet sich eine Stadt; auch verschiedene
Götter wohnen da.
A
Zeitschr. f. Ägypt. Spr., 66. Band.
M. Pieper: Ein Text über das ägyptische Brettspiel. [66. Band.
26

Auch unser Buch enthält eine Wanderung durch das Totenreich; aber hier sind
es nicht 12, sondern 30 Teile, den Feldern des Spielbretts entsprechend. Der Tote wandert
durch die verschiedenen „Häuser“, deren ein großer Teil mit Namen aufgeführt wird.
Selbstverständlich kommt er zu einem glücklichen Ende, sonst hätte ja das ganze Buch
keinen Sinn. .,
Ein Spieler muß natürlich einen Gegenspieler haben. Als solchen habe ich vor
20 Jahren den in unserem Buche verschiedentlich erwähnten Mehen angesehen, nach
dem Determinativ eine Gottheit in Schlangenform. Ranke in seiner im Eingang er­
wähnten Abhandlung über das ägyptische Schlangenspiel hat mir zugestimmt. Aber
meine Annahme ist nur bedingt richtig. Wenn in dem Buche Stellen Vorkommen: „Er
(der Mehen) gibt mir Brot in das Haus des Brotes“ und „Er gibt mir Kühlung usw.,
so kann der Spieler es nicht mit einem Gegner zu tun haben.
Dazu ist zu berücksichtigen, welche Rolle der Mehen sonst spielt. Im Amduat
erscheint die Schlange Mehen als die Schlange, die den Sonnengott (den Toten) schützend
umgibt. In der siebenten Stunde legt sie sich als schützendes Wesen statt des Schreins
über den Sonnengott. Mehenet (mit der Femininendung) ist ferner die bekannte Uraus-
schlange, die sich schützend vor die Stirn des Königs legt. Wie würde der Mehen zu
einer solchen Stellung in dem ägyptischen Mythus kommen, wenn er von Haus aus ein
den Menschen feindliches Wesen ist?
Nun ist allerdings an manchen Stellen des Textes unzweideutig von einem Gegner
die Rede. „Ich werfe ihn ins Wasser, auf daß er ertrinke mit seinen Steinen.“ Das ist
der Gegner. Es wird kein Name genannt, aber der einzige, von dem vorher die Rede ist,
ist eben der Mehen. Sollte er hier also nicht der Gegner des Toten sein ?
Seit ältester Zeit gab es in Ägypten ein Spiel in Form einer zusammengerollten
Schlange. Dieses Spiel heißt, wie Ranke erkannt hat, seit ältester Zeit Mehen1.
So wurde die Mehenschlange zur Spielgottheit, hier also zum Gegner des Spielenden.
Gleichzeitig aber mußte auffallen, daß der Mehen auch die schützende Schlange des
Gottes und des Königs “war. So blieb ein Widerspruch, der hier, wie in so vielen reli­
giösen Texten, nicht nur der ägyptischen Religion, nicht ausgeglichen wurde. Daher
kommt es, daß der Mehen in unserem Texte bald der Schutzgeist, bald der Gegner ist.
Auch an etwas anderes kann man denken. Die ägyptische Zauberliteratur lehrt uns
in zahllosen Beispielen, wie man böse Geister, Schlangen, Krokodile, Skorpione u. dgl.
sich dienstbar machen kann; die zahllosen Amulette weisen in derselben Richtung. So
kann man unseren Text auch als einen Zaubertext auffassen, der einen feindlichen Dämon
zwingt, dem Beschwörer zu Willen zu sein.
Wie schon am Ende des Kommentars bemerkt, läßt sich ein Prinzip, nach dem
der Verfasser seine Vorstellungen ordnet, kaum erkennen. Höchstens könnte man sagen,
daß er zuerst die Gestalten des Osiriskreises, dann die Gestirne, Sonne und Orion, in
seinem Buche unterbringt. Einzelne Gottheiten hatten wohl von vornherein einen festen
Standort. Am Anfang steht natürlich Thoth, der Finder aller Weisheit, der auch das
Brettspiel erfunden hat. Wenn das 15. Feld das Feld des „Neuen Lebens“ heißt, so wird
da, wie bereits im Kommentar bemerkt, ein wichtiges Feld der üblichen Spielpartie einen
passenden Namen erhalten haben.
In der Einleitung hatte ich Zweifel ausgesprochen, ob sich der Text datieren lasse.
Ich muß hier wiederholen, daß die Idee, den Gang durch die Unterwelt einer Spielpartie

1) Über das Spiel siehe die mehrfach zitierte Abhandlung von Ranke. Im Berliner Museum befindet
sich ein vorzügliches Exemplar. Über die Art des Spiels kann kaum ein Zweifel sein. Es war ein Geduldspiel,
wie wir heute noch ähnliche haben. Kleine Kugeln wurden vom Rande durch die Windungen zur Mitte
bugsiert, was wegen der vielen Schnitte durch die Windungen seine Schwierigkeit hatte.
Band 66.] M. Pieper: Ein Text über das ägyptische Brettspiel. 27

gleichzusetzen, der ganzen älteren Totenliteratur, von der wir doch so überreichliche
Proben haben, durchaus fremd ist. Wohl kommt das Brettspiel im 17. Kapitel des
Totenbuches vor, aber da erscheint es als ein Lohn, der des Toten ,,in der Halle wartet,
durchaus nicht als ein Symbol des Ganges durch die Unterwelt. Hier wissen wir doch
einmal wirklich genug, so daß das argumentum ex silentio erlaubt ist. Der Mehen, der
in unserem Texte eine solche Rolle spielt, ist auch für die Amduat-Literatur charakte­
ristisch, die auch in derselben Zeit auftritt. Ich denke also: Solange nicht nachgewiesen
wird, daß die Sprache unseres Textes notwendig auf frühere Zeit weist, daß der Text
in einer Sprache geschrieben ist, die im Neuen Reich nicht mehr vorkommt, auch in
religiösen Texten nicht, solange können wir bei unserer Anschauung bleiben, daß der
Brettspieltext erst im späten Neuen Reich entstanden ist1.
Wir sind in der religiösen Literatur Alt-Ägyptens an allerhand Wunderlichkeiten
gewöhnt. Aber der Gedanke, die Unterwelt einem Spielbrett gleichzusetzen, ist doch
dermaßen seltsam, daß man nicht glauben kann, hier liege eine volkstümliche Anschauung
vor. Es ist der barocke Einfall eines ägyptischen Theologen, oder, wenn man will, ein
Stück Geheimliteratur, das in möglichst wunderlichen Einfällen einen besonders tiefen
Sinn sucht. A dolf E rmans alter Gedanke, daß uns in der Amduat-Literatur eine solche
Geheimlehre erhalten ist, hat für unseren Text seine zweifellose Berechtigung. Inwieweit
unserem Texte dabei letzten Grundes eine volkstümliche Vorstellung zugrunde liegen
kann, soll nachher erörtert werden.
Es soll nicht ein ohne weiteres absprechendes Urteil über diese Art Literatur gefällt
werden. Der Gedanke, daß, wie alles Irdische, auch das Spiel ein Symbol von etwas
Überirdischem sei, ist sehr wertvoll. Und daß man alltäglichen Dingen und Handlungen
durch mystische Auslegung einen tieferen, geheimen Sinn unterlegt, findet sich in den
verschiedensten Religionen. Aber auch hier offenbart sich die Wahrheit des Satzes
A dolf E rmans : „Auf dem ägyptischen Volke lastete ein Fluch, es konnte nicht ver­
gessen.“ Die ägyptische theologische Spekulation beschränkt sich regelmäßig darauf,
die zahllosen religiösen Vorstellungen und Mythen, von denen sie nicht los kann, mecha­
nisch aneinander zu reihen.
Die Zeit, aus der die Handschriften des Buches stammen, muß eine Zeit innerer
Gärung gewesen sein. Gerade aus dieser Zeit stammen die merkwürdigen Denkmäler
innerlicher Frömmigkeit aus der thebanischen Gräberwelt, die A dolf E rman seinerzeit
veröffentlichte. Aus der 20. Dynastie stammt die eigenartige Inschrift Ramses’ IV.
aus Abydos, die uns den Pharao (ganz anders als seine Vorgänger) als armen Menschen
zeigt, der seine Sündlosigkeit beteuert2. Da mag man auf alle möglichen Gedanken ge­
1) S. übrigens oben S. 24 über einen neuägyptischen Satz im Text. — 2) In dem wertvollen
Vortrage von Hermann Junker (Internationale Woche für Religions-Ethnologie, 4. Tagung, Mailand 1925):
Die Osirisreligion und der Erlösungsgedanke bei den Ägyptern, wird die ägyptische Religiosität m. E.
etwas zu ungünstig beurteilt. Aus dem „negativen Sündenbekenntnis“ des Totenbuches geht doch klar
hervor, daß sittliche Reinheit für den frommen Ägypter notwendig war. Die religiöse Entwicklung läßt
sich doch nicht einfach damit erklären, daß seit dem Sturz der Herrscher des Alten Reiches jeder
Tote zum Osiris wurde, daß das, was einst nur für den König gegolten, jetzt einem jeden zuteil wurde.
Das Sündenbekenntnis des 125. Kapitels ist doch nicht so zu verstehen, daß der Tote sich mit ge­
wissem Stolze dem sündlosen Osiris gleichsetzt. Es handelt sich um Verbrechen, die niemals dem Osiris
zugetraut wurden. Es ist eben gegen Ende des Alten Reiches das ethische Bewußtsein erwacht. Wenn der
Tote sich rechtfertigt, zeigt das, daß mit derartigen Sünden gerechnet wurde. Auf volkskundlichem Gebiet
ist reichliche Belehrung zu schöpfen aus folgenden Werken, die ich zurate gezogen: Sartori, Sitte
und Brauch (Handbücher zur Volkskunde Bd. V—VII), Samter, Geburt, Hochzeit, Tod, und dem gen.
Buche von Schwebel. Schneiders Buch: „Kultur und Denken der alten Ägypter“, vor mehr als 20 Jahren
erschienen, ist heute natürlich überholt, aber immer noch lesenswert. Hier ist einmal der Versuch gemacht,
eine Entwicklung der Kultur festzulegen.
4*
M. Pieper: Ein Text über das ägyptische Brettspiel. [66. Band.
28

kommen sein, dem Toten die ewige Seligkeit sicher zu stellen, auch auf die Mittel der
Zauberei. Denn dahin gehört unser Brettspielbuch. Es enthält zwar keine Anweisungen zum
Zaubern, aber die Mittel, durch die der Tote sein Spiel gewinnt, kann man sich doch nur
als magischer Natur vorstellen.
Soweit würden wir ungefähr kommen, wenn wir nur das ägyptische Material zu­
rate ziehen. Das kann aber in unserem Falle nicht genügen. Es ist das Vorrecht, aber
auch die Pflicht des Religionshistorikers, auch in den wunderlichsten Formen den echt
menschlichen Kern herauszufinden. Das kann nur durch Vergleich mit anderen Re­
ligionen geschehen. Der Vergleich wird uns übrigens lehren, daß die ägyptische Religion
dabei nicht verliert, sondern gewinnt. Auch nach deutschem Volksglauben hat die arme
Seele einen weiten Weg zurückzulegen, ehe sie die ewige Ruhe findet.
Im Schlußakte von Hauptmanns „Florian Geyer“ wird gefragt, wo die arme
Seele nach dem Tode des Menschen sich aufhalte. Die Antwort lautet: „In der ersten
Nacht bei Sankt Gertraud, in der zweiten bei Sankt Michael, in der dritten Nacht da,
wo sie zu sein verdient“. Das ist alter deutscher Volksglaube, wie jeder Kenner ohne
weiteres bestätigen wird. Also erst eine dreitägige Wanderung. Die Phantasie des
Volkes weiß aber noch mehr. Eine weite dornige Strecke Weges ist zu durchwandern,
darum ist es gut, wenn man dazu gute Schuhe hat, die deshalb dem Toten mit auf die
letzte Fahrt gegeben werden. Ein schöner Brauch, diesmal aus Yorkshire, ist von Walter
Scott aufgezeichnet. Es ist ratsam, einem armen Manne im Leben einmal ein Paar
neue Schuhe zu schenken. Nach dem Tode muß man über eine weite, mit Dornsträuchen
bewachsene Ebene. Am Anfang derselben steht ein freundlicher Greis; der gibt der
Seele die Schuhe, die sie im Leben mildtätig den Armen gespendet. Dann kann sie ruhig
ihres Weges ziehen. Auf dem Wege gibt es schauerliche Wirtshäuser, wo die Seele ein­
kehren muß („Zum toten Mann“ o.ä.). Auch durch finstere Wälder muß die Seele. Wälder,
in denen wilde Männer hausen. Oder sie muß nach einer geheimnisvollen Insel, „der
richtigen Toteninsel“, übergesetzt werden.
Auch von Spielen auf dieser letzten Fahrt weiß der Volksglaube zu melden. In
meiner altmärkischen Heimat, aber auch sonst, kennt man einen „Nobiskrug . „Da
kommen wir alle einmal nach dem Tode zusammen, und dann wird Karte gespielt. Die,
die nicht Karten spielen können (die gelten offenbar als minderwertig), müssen Fidibusse
drehen“ (Schwebel, Tod und ewiges Leben im deutschen Volksglauben, S. 80). Adalbert
Kuhn, der berühmte Sammler, bemerkt dazu: „Einige sagen, im Nobiskrug erhalte
man den Paß zum Himmel; andere sagen, es sei der Himmel selbst.“ Das Spiel, von
von dem hier die Rede ist, wird das letzte Vergnügen des Toten sein.
Das sind Vorstellungen deutschen Volksglaubens. Aber nirgends, soweit mir
bekannt, hat man eine Karte des Weges zum Totenreich entworfen. Das ist schon Theo­
logie (oder wenn man lieber will, Geheimwissenschaft). Dazu ist es in Ägypten sehr früh
gekommen, wohl schon im Alten Reich, jedenfalls bald darauf.
Es gab zweierlei Wege, die von solcher Vorstellung aus weiter führten. Entweder
gestaltete die Dichtung ein mehr oder weniger großartiges Bild der Unterwelt Em
Dante ist den Ägyptern versagt geblieben. Oder aber: die Theologie nahm sich der
Sache an, und das ist, wie vielerorts, auch in Ägypten geschehen. Wo es nicht dazu kam,
daß die religiösen Vorstellungen erschüttert wurden, wie in Griechenland, war man ge­
zwungen, alle möglichen Vorstellungen früherer Zeiten, so gut oder so schlecht es ging,
miteinander zu vereinigen. So versuchten die Männer, die das Amduat und ähnliche
Bücher verfaßt haben, ein systematisches Bild des Totenlandes zu gewinnen, wie noch
heutigen Tages Topographien der Hölle entworfen werden. Es liegt in diesen Bestre­
bungen nach einer systematischen Ordnung, wenn man will, ein wissenschaftlicher Trieb,
und so hat Hermann Schneiders zunächst sonderbar klingendes Wort: „Das ägyp­
M. Pieper: Ein Text über das ägyptische Brettspiel. *29
Band 66.]

tische Amduat ist eine bedeutende wissenschaftliche Leistung“ eine gewisse Berech-

g Das Vergnügen des Brettspiels nahm der Ägypter mit in das Jenseits. Dann ist
irgend einmal, vielleicht liegt einer der so häufigen poetischen Vergleiche vor, jemand
auf den Gedanken gekommen, die Reise in das Jenseits einem Brettspiel gleichzusetzen.
Die beiden Vorstellungskreise, die wir so oft finden, die Sonnenreligion von Heliopolis
und der Osirisglauben, wurden auch für die Ausbildung dieses Gedankens verwertet, und
der Verfasser des Brettspieltextes ist systematisch vorgegangen, indem er zuerst die
Sonnenreligion, dann den Osirisglauben verwertet.
Neben dem großen Brettspieltext der Turiner und Kairener Papyri haben wir noch
den kurzen Text auf dem Spielbrett der Sammlung Mac Gregor. Da sehen wir gewisser­
maßen einen Ansatz zu dem, was in den Papyri vollendet ist.
Es war noch nicht der letzte Schritt, den der Ägypter getan hat. Im Brettspiel-
text ist der Weg des Spielers dem Wege des Toten in der Unterwelt gleichgesetzt. Eine
andere Möglichkeit war die, das Spiel astral zu deuten, in den Zügen des Spiels Anspie­
lungen auf die Bahnen am Sternenhimmel wiederzufinden. Auch das ist noch in Ägypten
geschehen. Zeugen dafür haben wir allerdings erst aus griechischer Zeit, und es ist sehr
wohl möglich, daß die astrale Deutung erst in dieser Zeit aufgekommen ist, wenn man sich
überlegt, wie sich erst in hellenistischer Zeit Spuren zeigen, daß vorderasiatische Astrologie
in Ägypten eindringt (s. den „Zodiacus von Athribis“).
Der folgende griechische Text steht auf der Vorderseite eines leider nicht völlig
erhaltenen Pergamentblattes, das in GRENFELLundHuNT, Oxyrrynchuspapyrilll, S. 141ff.
veröffentlicht ist. Eine seinerzeit durch W. Schubarts freundliche Vermittlung vor­
genommene Nachprüfung ergab keine neuen Resultate. Eine Photographie wurde auf
meinen Wunsch angefertigt; sie ist veröffentlicht in Borchardt, Die ägyptische Zeit­
messung (Bassermann-Jordan, Geschichte der Uhren, 2. Lieferung S. 10). Doch ist
dort der Text, der für uns in Betracht kommt, nicht transkribiert. Der Text lautet (mit
einigen Verbesserungen Grenfells):

Kol. I

yon dg [sxXsiipiv...................]
fiETa&o [ lsicl................ •]

Kol. II
5 u>v C ftev fiMW fieXave[g\
£d Xsvxol xal navreC xv-
vog nooarjyoQiav s%ovoiv 11 Buchstab, fehlen] giß [. . xa-
oihcjg: te, i£, t £ , irj, i&, x, xa, &djieg yag aoi ov . [. . .]
xß, xy, xd, XE, xg, xC, xrj, ßiß'kog Xeyei £ . . . [ . ne\
1 0 x&, X, yeivovrai r | , lg 5 Qi rfjg 0sQvov(pEo)g [ . . . . ]
r^v Xsyofievrjv ev rü> diÖTiEQ xal rrjv ev [ . . . ]
TiEaaevrrjQiq) (Poqcoq, rfj 0EQvov<pi §eäv
eotIv "Qqov olxog, lg av/j,- fieyiaxrjv Myova[iv a - ]
nXr)Q(oaiv A %<oqö>v no T fjg fieydXrjg neg [ . . ]
1 5 t ] s T ov aQi&fidv tcöv r\- 1 0 ag xrjv TiQoarjyogiav ex[ov]
fiEQMv xfjg avvdöovg • reg[Folgt ein Kapitel über
t ] e ravrrjv 8e rrjv %<bqav die Wasseruhr]
ov fieraq>£Qovaiv tpfjcpov, [Zeilenlänge etwa 15—18 Buch-
ineidrj xal iv rfj avvodixfj staben]
M. Pieper : Ein Text über das ägyptische Brettspiel. [6(i. Band.
30

Kolumne 1.
Der Anfang der ersten Kolumne ist unübersetzbar, da zuviel verloren ist. ln der
zweiten Zeile ist das überlieferte fiera&o unmöglich, die Photographie zeigt aber, daß
wirklich so dasteht. Von der dritten Zeile an läßt sich übersetzen: „von den Orten (das
muß zum Vorhergehenden gehören), von denen es 7 schwarze gibt und 64 weiße, und
alle haben den Namen „Hunde“, folgendermaßen: 15, 16, 17, 18, 19 20, 21, 22, 23, 24,
25 26 27, 28, 29, 30, macht zusammen: 360, bis zu dem Feld auf dem Spielbrett, das
Phoror genannt wird, was „Haus der Horus“ heißt, auf daß 30 Plätze voll werden, das
ist die Zahl der Tage des synodischen Monats. Auf diesen Platz (i. e. das Feld des Horus)
dürfen sie keinen Stein hinsetzen, da auch am synodischen Tage (dem Monatsschlußtage)
der Mond unsichtbar ist.“ Nun folgt ein neuer Abschnitt. „Wenn ich mir von diesen Zahlen
wegnehme................ (das Folgende stand auf dem verlorenen oberen Teile der Kolumne II).
Leider läßt sich aus dem verstümmelten Texte gar nichts entnehmen.

Kolumne II.
Von den beiden ersten Zeilen nur Buchstaben erhalten, die nichts ergeben. Dritte
Zeile: Wie dir............das Buch sagt_____ über das Phernuphis-Feld. . . . . Deshalb nennen
sie auch die Göttin in dem Phernuphis-Feld die größte, indem sie ihr von der großen
................... den Namen geben.“
Man wünschte wirklich, es wäre mehr da. Aber es geht deutlich aus dem Fragmente
hervor, daß im Anfang vom Spielbrett mit 30 Feldern die Rede ist. Dabei muß schon
von vornherein ein Fehler untergelaufen sein. Die 7 Steine der einen Partei werden
durch den ägyptischen Text bestätigt, daß der Gegner aber 64 haben soll, bei einem
Brette von nur 30 Feldern, ist ein Unsinn. Wahrscheinlich hat der Schreiber wer weiß,
wie er darauf gekommen sein mag — die Quadratzahl des Richtigen (8) gesetzt, behr
hübsch ist die Angabe, daß die Steine „Hunde“ genannt werden. So heißen die bpiel-
steine noch bei den heutigen Fellachen (Lane, Die modernen Ägypter, deutsche Ausgabe
von Zenker, II, 180). Dann folgt die Erklärung, wie man auf dem Brette von 30 Feldern
360 Punkte gewinnen kann. Dadurch wird die berühmte Plutarchstelle verständlich:
Thoth (Hermes) habe der Selene 360/72 abgewonnen und daraus 5 ganze Tage gemacht
(s. weiter unten). . . ,,,
Das ganze Spiel ist astrologisch erklärt, was, wie bereits bemerkt, nicht der ursprüng­
liche Sinn ist. Wertvoll ist die Angabe, daß das 30. Feld, das „Haus des Horus , nich
besetzt werden darf. Die Begründung, die dafür gegeben wird, paßt ganz zur astrolo­
gischen Deutung des Spiels.
Daß von der zweiten Kolumne soviel fehlt, ist besonders bedauerlich; man wuß
gar zu gern mehr über das erwähnte „Buch“. Das Phernuphis-Feld ist das sogenannte
V nfr“, das ist nach der gewöhnlichen Zählung das 26. Feld, was die größte Gottin
der das Feld gehört, bedeutet, ist nicht ersichtlich, da das Wort, auf das es ankommt
(in der vorletzten Zeile), nicht erhalten ist; auch die ersten drei hier wiedergegebenen
Zeichen sind unsicher. Es sei darauf aufmerksam gemacht, daß der Brettspielpapyrus
auch ein „schönes Haus, in dem die Maat“ ist (auf dem Türmer Spielplan Feld 4 oder 5)
nennt1.

1) Die auf den Brettspieltext folgende Beschreibung einer ägyptischen Wasseruhr geht uns hier nichts
an, sie ist ausführlich von Borchardt in dem oben angeführten Buche (S. 7) besprochen. Wesentlich ist für
uns nur, was auch Borchardt hervorhebt, daß die Zahlenangaben hier reichlich fehlerhaft sind. Das
bezeichnend für die Korrektheit oder vielmehr Inkorrektheit des ganzen Textes.
Band 60.1 M. Piki’kh: Kin Text über das ägyptische Brettspiel. 31

Damit dürfte alles erledigt sein, was zu den Einzelheiten des Textes zu sagen ist.
Mit was für einem Buche wir es zu tun haben, soll im folgenden erörtert
werden: .
Aus dem griechischen Jirettspieltext wird ersichtlich, daß der Verfasser in den
30 Feldern ein Bild des Jahres mit den 360 Tagen (das ägyptische Jahr hat bekanntlich
12 Monate zu 30 Tagen) gesehen hat; das Spiel hatte für ihn astronomische Bedeutung.
Dann wird auch begreiflich, daß er die Beschreibung der Wasseruhr anschließt. Also:
von einem Werk astronomischen Inhalts sind uns 2 Seiten erhalten geblieben. Es war
aber keine griechische Astronomie, beide Dinge, von denen gesprochen wird, sind ägyp­
tisch, und zum Überfluß gibt der Verfasser ganz richtige Übersetzung ägyptischer Wörter,
so z. B. Col. I, Z. 13: Phoror = Haus des Horus. Also wir haben vor uns eine griechische
Übersetzung eines ägyptischen Handbuchs der Astronomie. Von einer solchen ist uns
aber auch eine viel behandelte Nachricht erhalten. Clemens Alexandrinus redet
gelegentlich (Stromateis VI, p. 269) von den 40 heiligen („hermetischen“) Schriften, in
denen die Ägypter ihre ganze Weisheit zusammengefaßt haben. Aus diesen „Herme­
tischen“ Büchern zitiert Plutarch (de Iside et Osiride, cap. 61 b) einen Satz, wonach der
Sonnengott ägyptisch Horus, griechisch Apollon heiße. Auch die griechische Übersetzung
müßte, wenn man Plutarchs Worte genau nimmt, in den „Hermetischen“ Schriften
gestanden haben. Also eine griechische Übersetzung der „Hermetischen“ Bücher hätte
es gegeben. Von einer solchen Übersetzung ägyptischer Schriften ins Griechische ist
auch sonst die Rede, sie soll auf Veranlassung des zweiten Ptolemäers erfolgt sein (Syn-
kellos, p. 271 D; 516 Bonn. Ausg.) und man hat den vielgenannten Namen Manethos

damit in Verbindung gebracht.


Nach dem alten bewährten Grundsatz, jede unwahrscheinlich klingende Notiz
aus dem Altertum als unglaubwürdig abzutun, hat man die Richtigkeit von Clemens’
Angaben in Zweifel gezogen. Der fanatische Anhänger der Christen fand bei seiner
unverkennbaren Tendenz, alles Heidnische möglichst gehässig darzustellen, keinen
Glauben. Man scheint heute von dem einstigen Skeptizismus etwas abzukommen; so
finden die Angaben der Christen über die eleusinischen Mysterien wieder Glauben. So
werden wir auch keinen Grund haben, die Angaben von Clemens von vornherein zu
verwerfen. Denn es scheint sich wirklich zu bestätigen, daß in griechischer Zeit eine
Kodifikation der ägyptischen Weisheit stattgefunden hat. Der verstorbene Georg
Möller, wohl der beste Kenner ägyptischer Paläographie, hat mir wiederholt versichert,
daß er den berühmten, von Lepsius veröffentlichten Turiner Totenbuch-Papyrus in früh-
ptolemäische Zeit setze. Und erst hier zeigt sich die feste Ordnung der einzelnen Sprüche,
nach der wir heute noch zitieren. Wenn unter den ersten Ptolemäern Manetho seinen
Abriß der ägyptischen Geschichte schrieb, wenn unter Ptolemäus Philadelphus die Ent­
stehung der Septuaginta gesetzt wird, so kann man sich nur schwer der jedem Historiker
ohnedies selbstverständlichen Auffassung verschließen, daß die neuen Eroberer, die
zudem so starke wissenschaftliche Interessen hatten, die wichtigste Literatur der Unter­
worfenen übersetzen ließen, um über sie ins Klare zu kommen. Daß die Griechen im
Seleukidenreich sich in babylonische Geschichte und Astronomie vertieften, bezweifelt
niemand; warum in aller Welt soll das im Ptolemäerreich anders gewesen sein?1

1) Damit soll nicht gesagt sein, daß die Nachricht des Synkellos, der auch lateinische Schriftsteller
unter den in Alexandria übersetzten aufführt, voll und ganz richtig sei, Übertreibung wird vorliegen, aber
deshalb die ganze Angabe in Bausch und Bogen zu verwerfen, halte ich für verkehrt. In den älteren Auflagen
der Christlichen Literaturgeschichte war die Notiz glaubwürdig angeführt. Der Bearbeiter der 5. Auflage
erklärt die Angaben des Synkellos einfach als unglaubwürdig, weshalb, weiß ich nicht. (Band II, 14,
Anm. 3.)
M. Pieper: Ein Text über das ägyptische Brettspiel. [66. Band.

Zu den ägyptischen, ins Griechische übersetzten Texten wird man nun auch das
Buch rechnen müssen, aus dem uns durch Zufall ein Blatt erhalten ist. Es ist natürlich
möglich, daß wir es mit irgendeiner anderen Übersetzung ägyptischer Texte zu tun
haben. Aber wahrscheinlich ist es doch gerade nicht, daß ein Privatmann für sich auf
den Gedanken gekommen ist, die altägyptischen Bücher zu übersetzen, viel eher wird
man an eine offizielle Veranstaltung denken. Und da uns anderweitig berichtet wird,
daß solche offiziellen Übersetzungen wirklich stattgefunden haben, so ist es, wie mir
scheint, das einfachste, den letzten Fall für wahrscheinlich zu halten.
Das Spiel, von dem auf dem Pergamentblatt von Oxyrrynchus die Rede ist, ist
aller Wahrscheinlichkeit nach dasselbe, von dem Plutarch in seinem Buche über Isis
und Osiris (Kap. 12) zu berichten weiß. Rhea (Nut) sei wegen Ehebruchs von ihrem
Gatten verflucht, sie sollte an keinem Tage des Jahres gebären, ein Zug, wie er ähnlich
auch in den Mythen anderer Völker wiederkehrt. Auch Thoth habe aber die Gottm
geliebt und der Selene (man weiß nicht recht, welche ägyptische Gottheit hier gemeint
ist) 360/72 im Brettspiel abgewonnen und daraus 5 ganze Tage gemacht, an ihnen (den
Epagomenen) habe die Himmelsgöttin 5 Kinder (Osiris, Haroeris, Typhon, Isis, Ne-
phthys) geboren.
Das Spiel, das hier gemeint ist, muß natürlich ein anderes sein, als das in den Texten
von Kairo, Theben und Turin behandelte. Bei dem alten Spiel geht die Partie nur bis
zum 27 Felde; hier geht sie bis zum 30., dem Haus des Horus (freilich soll dieses nicht
besetzt werden). Das alte Spiel ist ein Spiel des Toten in der Unterwelt, das uns m den
griechischen Quellen überlieferte ein astronomisches Spiel. Es ist nicht unwahrscheinlich,
daß das letztere Spiel, das ja auch schon altägyptisch sein muß, mit den 2 mal 15 Steinen
und 2 Würfeln, die sich gewöhnlich in einem ägyptischen Spielkasten finden, gespie t
wurde, denn auf diese Weise läßt sich mit Leichtigkeit eine Partie spielen, bei der es darauf
ankam, 360 Punkte zu gewinnen.
Das ägyptische Spiel hat, wie die griechischen Angaben lehren, bis in griechische
Zeit fortgelebt. Hat es auch noch weiter gewirkt ? Hier seien 2 Stellen aus der jüdischen
und indischen Literatur erwähnt, die vor langen Jahren in der Zeitschrift der Deutschen
Morgenländischen Gesellschaft besprochen wurden.
In einer jüdischen Notiz ZDMG. 46, 130 ff beklagt sich ein Rabbi über faule Schüler,
die beim Unterricht heimlich „Iskumdari“ gespielt hätten. Ein späterer Erklärer fugt hinzu,
dieses Spiel würde mit kleinen Hunden gespielt. Der gelehrte Erklärer hat den Sinn des
Wortes nicht mehr verstanden. Die Spielsteine hießen im alten wie im modernen Ägypten
Hunde“ (heute kiläb). Es handelte sich also um ein ägyptisches Spiel, das m der 1 al­
mudschule heimüch gespielt wurde, wie ja auch in modernen Schulen noch etwas Ähn­
liches Vorkommen soll. Der rätselhafte Ausdruck „Iskumdari“ ist m „Iskundan zu
ändern, d. h. das Alexanderspiel. Alexander d. Gr. gilt also hier als Erfinder des Brett­
spiels. Diese seltsame Ansicht findet sich nun auch ganz anderswo, in Indien Der
berühmte Sanskritist A lbrecht W eber führt in seiner Arbeit Berl. Sitzungsber. 8. II1872
indische Quellen an, nach denen das Schachspiel durch Alexander d. Gr. nach Indien
gebracht sei, der Gott Hermes habe es erfunden. Das ist nun ein Irrtum, nirgends erscheint
meines Wissens der Gott Hermes als Erfinder des Brettspiels. Wohl aber wird Hermes regel­
mäßig mit dem ägyptischen Thoth gleichgesetzt, und Thoth ist bei den Ägyptern stets
der Erfinder des Brettspiels. So scheint sich hier im fernen Osten eine Erinnerung an
ägyptische Mythen erhalten zu haben. Freilich muß gesagt werden: Von dem ägyp­
tischen Spiel mit 3 mal 10 Feldern läßt sich zum Schachspiel keine Brücke schlagen.
Allerdings sind es in Indien durchaus nicht immer 8 mal 8 Felder gewesen, aber quadratisch
war das Spielbrett stets. Ein ähnliches Spielbrett kennt auch Griechenland (s. die
Band 66.] K. Vogel: Zur Frage der Scheffelteile. 33;

Zeichnung: Archäologische Zeitung 1863, 173, Baumeister, Denkmäler I, 354). Vielleicht


war es das von Plato u. a. erwähnte Polis-, d. i. Städtespiel.
So ist es immerhin möglich, daß nach Indien ein griechisches Spiel zusammen mit
ägyptisch-griechischen Fabeleien gelangte, und daß im Laufe der Zeit die indische Phan­
tasie daraus das Königsspiel, das sich die Welt eroberte, geschaffen hat.

Zur Frage der Scheffelteile.


Von Kurt Vogel.

In seinem Aufsatze „Uber den Scheffel und seine Teile“ (Ä. Z. 65,1930, S. 42 48)
stellt N eugebauer die These auf, daß das System der ägyptischen Getreidemaße nicht
homogen sei, sondern aus 2 „Kernen“ bestehe. Neben dem auf dem Hekat (Scheffel) selbst
auf gebauten System mit dezimalem Grundcharakter (100 H., 10 H., Vio H.1, V2 H. und
andere „natürliche“ Bruchteile) habe ein zweites bestanden, das sich um den Kern Ro
gebildet habe mit den hauptsächlichen Vielfachen 10 und 20 Ro. Erst später seien die
beiden Systeme, „so gut es eben noch gehen wollte“2, aneinandergeschlossen worden
unter Fixierung des Verhältnisses Hekat: Ro = 320:1.
Daß sich Maßsysteme derselben Gattung aus verschiedenen Voraussetzungen entwickeln
nnd erst nachträglich verschmolzen werden, ist oft zu beobachten. So lassen sich z. B.
Längenmaße auf der Elle, dem Klafter, dem Fuß oder dem Schritt aufbauen; diese ver­
schiedenen Ausgangspunkte haben direkt miteinander nichts zu tun und es ist klar, daß
eine spätere „Verkittung“ nicht immer reibungslos verlaufen wird. D. h. die dabei auf­
tretenden Reduktionszahlen werden, wenn es sich nicht um die bewußte Neuschaffung eines
Maßsystemes handelt, entweder ziemlich willkürlich festgesetzt3 oder aber das Umrechnungs­
verhältnis kann, von Zufällen abgesehen, nicht so einfach werden wie hier, wo es durch
10:1 gegeben ist4. So wurde z. B. bei den griechischen Längenmaßen 1 Schritt = 21/a Fuß
und dieser gleich 2/3 Elle normiert. Nimmt man in unserem Fall nun wirklich verschiedene
Kerne an, so sollte doch jeder der beiden eine praktische Bedeutung haben. Dies ist aber
bei dem Kern Ro wohl nicht der Fall. Dießes „Maß“ ist so klein, daß man mit ihm, abge­
sehen vom Apothekermaßstab aus, nichts wird praktisch messen können. Das kleinste
griechisch-römische Hohlmaß, der Kyathus (etwa V2 Ei) ist noch dreimal so groß wie das
Ro mit seinen ca. 0,015 Litern. Besonders als Getreidemaß wird es sich nicht eignen!
Schon der Name Ro = „Teil“ (par excellsnce5) weist darauf hin, daß es sich hier weniger
um eine konkrete Maßeinheit als um eine Rechnungseinheit zur Erleichterung der Rechen­
praxis handelt. Klar hat dies G riffith hervorgehoben, wenn er von dem Ro als „greatest
commune measure“ oder als „arithmetical fiction“ spricht6.

1) Nach Peet (The Rhind Math. P. S. 25) hat das Henu einen unabhängigen Ursprung. — 2) Es
geht aber auf der einfachsten Basis 10:1 sehr gut. — 3 ) z. B. 1 Maß = 1 Liter oder 1 Schoppen = V4 (bzw.
l/s) Liter. — 4 ) Ich glaube nicht, daß man Gardiner (Gramm. S. 198) so auslegen kann, daß bei V32

2 Kerne zusammengekommen seien (Neugebauer S. 46, Fußn. 1). — 5 ) Griffith, Proc. S. B. A. 14, S. 426. -
6) Griffith, Proc. S. B. A. 13, S. 535. Neugebauer meint umgekehrt (S. 46), daß die äg. Bruchbezeich­
nung von dem Ro-Maß ausgegangen sein könnte. Dazu müßte das Ro ein konkretes Maß (Mundvoll?)
gewesen sein. Aber der Begriff „Teil“ ist dann nur wieder indirekt zu gewinnen.
Zcitschr. f. Ägypt. Spr., 6«. Band. f>
K. Vogel: Zur Frage der Schefielteile. [66. Band.
34

Einen Beweis seiner These sieht N eugebauer einmal darin, daß sich alle Rechnungen
mit Scheffeln und seinen Teilen ohne Verwendung von Hilfsmitteln1 mit einem Schlage
überblicken lassen, wenn man statt mit den Bruchteilen des Scheffels mit ganzzahligen
Vielfachen des Ro rechnet. Zu demselben Ergebnis kommt man aber doch viel zwangloser
(weil ohne Auswendiglernen der Zuordnung der Schefielteile zu den Zahlen), wenn man
daran denkt, daß der Ägypter den allgemeinen Bruch vollständig beherrschte oder mit
anderen Worten, daß er3 sich der Relativität zwischen Einheit und Vielheit klar bewußt
war Ohne diesen Gedanken, der mit der beherrschenden Idee der Proportionalität aufs
engste verwandt ist4, läßt sich weder ein metrologisches System noch eine Bruchrechnung
aufbauen. So sind freilich die „Augenteile“ ganzzahlige Multipla des Ro (S. <13) aber m
dem Sinne, wie jeder „Zähler“ ein Vielfaches der neuen Untereinheit ist. Z. B. hat /4 Hekat
im Gebiet“ der 320stel „gezählt“ (N eugebauer , Die Grundig, d. ag. Br-Rechn , b. 11,
3 Z v u ) den Wert 80. Nun läßt sich jede Scheffelrechnung mühelos im Kopf vollziehen,
indem man alles auf den Ro-Nenner bezieht5. Das Auswendiglernen und das mechanische
Handhaben der genannten Zuordnungen (S. 43) wird jetzt ersetzt durch einen logischen
Gedanken, nämlich durch die jederzeit ausführbare dyadische Unterteilung der Zahl 320.
Auf S. 44 führt nun N eugebauer noch einige direkte Beweise zur Stütze seiner These
an. Darin kann ich ihm nicht zustimmen. Auf der Basis einer Bruchrechnung mit der
Hilfseinheit“ 1/320 vollzieht sieh alles doch genau so wie beiVerwendung der ganzzahligenRo-
Multipla. Gerade der bei allen derartigen Aufgaben (neben dem in „Augenteilen“ ausgefuhr-
ten) vorkommende zweite Beweis, der die ganzzahligen Ro verwendet, wäre vollständig über­
flüssig, wenn der Ägypter z. B. mit dem Bild O ^ keinen anderen Gedanken verbinden
würde als 80 + 10 Ro. Auch bei der Aufgabe Nr. 38 kann ich von einem „besonders klaren
und krassen“ Unterschied zwischen Bruchteilen und Multipla nichts sehen. 2/3 und /, Ko
sind’hier ebenfalls „wirkliche Ro-Bruchteile“, die aber trotzdem nicht m die Neben­
rechnungen einbezogen wurden. Der Unterschied besteht eben darin daß die einfachen
Brüche im Kopf zusammengefaßt werden konnten, während man für die anderen Bruche
Hilfszahlen“ = „Zähler“ benötigte«. In den Aufgaben Nr. 31 ff., in denen keine Schefielteile
Vorkommen, sehen wir das gleiche Verfahren. Auch das Zeugnis aus dem Moskauer Papyrus
möchte ich nicht allzu hoch veranschlagen, da man öfters uns überflüssig erscheinende
Bemerkungen findet, wie z. B. in Nr. 37, wo 2• 1 = 2 und V.- 1 = V. m einer Neben­
rechnung umständlich ausgerechnet wird. Die Aufgabe Nr. 66 allerdings gibt zu denken.
Entweder scheintmir ,,r3.w“ wirklich zu Unrecht zu stehen (auch C hace ist dieser Ansich ),

1) Die Tatsache, daß keine Tabellen, ohne die man angeblich Bruchrechnungen nicht losen konnte (S. 43),
erhalten sind, beweist eben, daß sie nicht notwendig waren! Den Hinweis auf Kahun VIII, (S. 43 Fußn.l)
verstehe ich nicht. Die Tabelle dort ist doch von derselben Art wie die 2:n-Tabelle des Pap. Rhind. Die
Liste der großen Zahlen“ kommt nicht in Frage. - 2) S. Vogel, Die Grundlagen d. äg. Anthm. S 185
Fußn. 527. Zur Frage des allgemeinen Bruches vgl. neuerdings A. Rey, La science orientale avant les
Grecs (8. 225, 230/231) und Chace, The Rhind Math. Pap. (S. 114 . . . V8 hekat as a kind of umt, o
which he takes 5 and 3 . .“). Chace teilt mir mit, daß er noch nicht an den abstrakten Bruch /„ denkt,
sondern nur an V8 Hekat als konkretes Maß. So vollzieht sich aber der Übergang zur Bruchrechnung
wohl überall. — 3) Freilich nicht „jeder“. Auch dort gibt es Leute, die die Tabellen nur mechanisch verwenden.
Wieviele der Leser können z. B. einen Logarithmus fehlerlos aufschlagen und wissen doch nicht, was ein
Logarithmus eigentlich ist! - 4) S. Vogel a. a. O. S. 47, neuerdings Rey a. a. O S. 225 u pass. Der Ge­
danke besteht darin, daß man „weiß“, daß das Ganze z. B. 7 mal so groß ist als / Vgl. hierzu A eu-
GEBAUER, Die Grundlagen der äg. Bruchrechnung, S. 30 und die Einteilung der Elle des Architekten Cha

(Relazioni sui lavori della miss. arch. Italiana in Egitto, Torino 1927, Vol. II Abb. 155) - 5) Vgl den
„Teilmaßnenner“ (Vogel a. a. O. S. 33) und das „Apply“-Verfahren (Chace a . a . 0 S. 7ff.)_ - 6) Die
Hilfszahl (bei V4 Hekat heißt sie 80) wird in Rot hervorgehoben. — 7) Band II, Problem 66 Fußn. 5.
Band 66.] W. Spiegelberg: Das Herz als zweites Wesen des Menschen. 35

oder es ist hier nicht das spezielle Ro gemeint, sondern es soll vielleicht heißen: „Es macht
in Teilen (nämlich solchen des Hekatmaßes) / usw.“.1
64

Als weitere Stütze seiner Auffassung führt Neugebauer die Paläographie der Scheffel­
teile an. Er hat gut beobachtet, daß die hieratischen Zeichen für Vie Hekat (= 20 Ro)
und /32 Hekat (= 10 Ro) als 20 (Ro) und 10 R(o) gedeutet werden können1, während bei
1

den anderen „Augenteilen“ das hieroglyphische Bild im wesentlichen erhalten geblieben


ist. Wenn nun tatsächlich ^ als 20 anzusehen ist, so braucht man trotzdem nicht zu
folgern, daß hier der Ro-Kern vorliegt; es kann sich diese Bezeichnung (= % o) später 2
2

eingestellt haben. Andernfalls wäre es schwer zu verstehen, daß / Hekat2, das dem alten
x
64

Ro-Kern doch am nächsten steht, nicht als Ro-Yielfaches auftritt. Daß man bei 7 und 16

V32 Hekat trotz der Schreibung als 20 und 10 Ro bestimmt an Bruchteile des Hekat und
nicht an Vielfache des Ro dachte, ergibt sich aus der gelegentlichen Schreibung dieser

Zeichen als ^ und ^ mit der hier überflüssigen Bruchbezeichnung, wie sie auch manch­

mal bei V ( x) vorkommt3.


4

Ich komme auf Grund der gemachten Ausführungen zu dem Schluß, daß man recht
gut an der bisherigen Auffassung der Scheffeleinteilung und der Scheffelrechnung sowie
daran festhalten kann, daß diese sich nicht „außerhalb des Gebietes der Bruchrechnung
vollzieht“. M. E. zeigt der Ägypter, daß er sich der Relativität zwischen Einheit und Viel­
heit wohl bewußt ist. Er kann jederzeit aus einer Einheit 320 Untereinheiten (Ro) machen
und diese umgekehrt wieder zu einer größeren „1 “ zusammenfassen. Dies alles ist um so
selbstverständlicher, als es ja genau derselbe Gedanke ist, der ihn befähigt 10 und 100
Hekat wieder zu einer Ubereinheit, zu einer neuen, größeren „1 “ zu vereinigen. Daß er
hierbei auf dem besten Wege zu einem „Stellenwertsystem“ war, hat Neugebauer auf
S. 45 seines interessanten Aufsatzes überzeugend zum Ausdruck gebracht.

Das Herz als zweites Wesen des Menschen.


Von Wilhelm Spiegelberg.

Die Vorstellungen, die der Ägypter mit dem Herzen verband, sind noch wenig
bekannt und werden hoffentlich einmal in einer besonderen Arbeit dargestellt werden.
Daß dieses in den medizinischen Papyri als Zentrum des menschlichen Körpers behandelte
Organ als Sitz des Verstandes und des Gefühls eine große Rolle in der theologischen Li­
teratur spielte, ist oft hervorgehoben worden4. Doch ist meines Wissens noch nicht

1) Daß die Augensymbolik eine oberäg. Erfindung sein kann, ist ebenfalls eine scharfsinnige Fest­
stellung Neugebauers. — 2) Die Beispiele auf S. 46 Fußn. 2 sind wohl keine neue Kernbildung um 5 Ro.
Wieviele Kerne gäbe es da in der griechischen oder arabischen Arithmetik! (z. B. Sechstel des Fünftels).
— 3) Vgl. Möller, Paläographie II, 670, 711, 712 und III, 670, 712. — 4) Siehe zuletzt Kees, Toten­
glaube S. 83 und Grapow, Bildl. Ausdrücke S. 123ff.
W. Spiegelberg : Das Herz als zweites Wesen des Menschen. [66. Band.
36

beachtet worden, daß das Herz auch als zweites Wesen des Menschen neben und außer ihm
erscheint. Am bekanntesten ist diese Bedeutung des Herzens aus der Geschichte von den
beiden Brüdern. Da begibt sich nach dem Tode des jüngeren dessen Herz (küj £ht)
auf „die Blume der Zeder“ und bleibt dort, bis der ältere Bruder es in ein Gefäß mit
Wasser legt und dadurch den Toten wieder ins Leben ruft1. In dem Kapitel 30 B des 2

Totenbuches heißt es von dem Herzen „du bist mein Ka, der in
meinem Leibe ist“ und für den Satz ^ t\ “f »dein Herz ist bei dir“ (Urk. IV 115,
1

ähnl. 117) gibt es die Variante (ib. 499 ult.) „dein Ka ist bei dir“. Nun
versteht man auch, wie ein ägyptischer Weiser in einem didaktischen Traktat zu seinem 3

Herzen redet, indem er sagt: „Komme doch, mein Herz, daß ich zu dir rede, daß du
auf meine Sprüche mir antwortest, daß du mir die Dinge erklärst“ usw., oder wenn ein
Schiffbrüchiger erzählt, wie er auf eine Insel verschlagen wurde und dort 3 Tage ver­
brachte w.kwj >>(nur) mein Herz war mein Gefährte“4.
Dieses zweite Wesen wohnt wie der Ka, mit dem es, wie wir sahen, identisch ist, in
dem Leibe, und es kann sich auch aus ihm entfernen5. Das geschieht vor allem unter
dem Eindruck der Angst und des Schreckens. Dann ist das Herz nicht mehr „auf seiner
Stelle“6, nicht mehr „im Leibe“7, es geht aus ihm heraus, d. h. das zweite Wesen verläßt
ihn. Wie konkret man sich diese Erscheinung vorstellte, zeigt das große Greifenbild
im Sahure-Tempel8. Unter den Tatzen des so dargestellten Königs krümmt sich ein
Libyer, der mit der einen Hand nach dem außerhalb des Körpers sichtbar gezeichneten
Herzen (O) greift. So ist auch in der bekannten Vignette9, der Psychostasie im Toten­
buch, das Herz in der Wage das zweite Wesen des Toten, das ihn bei der Wägung vertritt,
und so wird auch der Herzskarabäus aufzufassen sein, der an Stelle des mit der Mumie
verbliebenen Herzens außen auf der Brust liegt10.
Es ist nun merkwürdig, daß diese Vorstellung vom Herzen als exterior soul, die
als zweites Wesen des Menschen neben ihm existiert, sich noch in der koptischen Sprache
nachweisen läßt. u
So sagt man im Koptischen für die ekstatische Entzückung, daß das Herz „drauUen
ist, während das „wieder zu sich kommen“, „aus der Ohnmacht erwachen“ durch das
„(zurück)kommen“ des Herzens bezeichnet wird. Besonders deutlich ist die Stelle Bullet.
Inst. Franc. XIV S. 146 in den Akten des Apa Isidor. Der König schickt Soldaten aus,
um den Heiligen zu töten. Als sie nun an der Tür seiner Wohnung erscheinen mt€kctä>cic
ivre ivxocjc ei eotcooir jmt^mooc eireiopM £ipMitpo MneTpoc. ici-Ä.wpoc•*.€i>.qei
uj^pooTT epooT ev^uooc cTreiopM mmoott UTeimoTr ^neirjHT
ei epooT „da kam eine Verzückung (exaraai;) des Herrn über sie, und sie saßen da, indem

1) Ygl. dazu Burchardt, ÄZ 50/118. — 2) Vgl. die letzte Übersetzung von Gardiner (Grammar S. 268
bis 69). — Dabei ist der von G. gewiß richtig übersetzteSatz hitj-j n hpr.w-j „my heart of my different ages
sehr bezeichnend. Er lehrt, daß das „Herz“, d. h. das zweite Wesen stets eine genaue Replik des Originals war,
ihm also auch im Altern folgte. — 3) Siehe Erman, Literatur der Ägypter S. 149 ff. — 4) Vgl. auch Gardiner,
Story of Sinuhe S. 65 Anm., wo er von „personification of the heart“ spricht. — Gunn erinnert auch an den
Ausdruck W3W3 hn' 'b- „mit seinem Herzen beraten“ (Wb. I S. 249). - 5) So bittet der verbannte Sinuhe
(Z. 157—158) seinen König: „Mögest du mich den Ort wieder sehen lassen, an dem mein Herz weilt
(wrs) “ Er selbst lebt im Ausland, aber sein Herz ist in der Heimat. Das kann natürlich auch poetisch
gemeint sein. - 6) Erman, Literatur S. 305 Anm. 1. - 7) Siehe Gardiner, a. a. 0. S. 30 zu 39;
Brugsch Thes inscript. 1204 Z. 54. — 8) Borchardt, Grabdenkmal des Sahure Tafel 8 und Text 23.
9) Vgl auch die Vignette zu den Herz-Sprüchen Totb. Kap. 26- 30. - 10) Das Herz wurde bei der
Einbalsamierung bekanntlich nicht aus dem Körper entfernt. Siehe Elliot Smith, Journ. Manchester
Oriental Society 1911 S. 41 ff.
Band 66.J W. Spiegelberg: Die ägyptischen Namen für das Kote Meer. 37

sie bewußtlos (?) (entrückt) waren an der Türe des Petros. Apa Isidoros aber kam zu
ihnen und fand sie bewußtlos (?) dasitzen. Er bekreuzigte (oygayiZeiv) sie und sofort kam
ihr Herz (wieder) zu ihnen“, d. h. sie erlangten das Bewußtsein wieder. In demselben Texte
(S. 133) wird ein General M&.pTinoc von seiner Frau gefragt &.£pcm Mnooir cpe ne«§HT
niio\ eKeiopjw. mhtci eoippo “Xirnei mmok Mnooir „was ist dir heute, daß dein Herz
außerhalb ist, indem du entrückt (?)J bist ? Hat der König dich heute etwa (/ir/rt) gekränkt
(Xvnelv) ?“ In den Acta apost. 12,11 wird xai o üergog ev eavrm yevö/xerog eItcev wiedergegeben
durch neTpoc KTepe rieq^HT ujoine M.woq ne-x&q (S) „Petros aber (de), als sein Herz
(wieder) in (bei) ihm war, sagte“ und ncTpoc eTaoieqgHT i epoq ne-sjvq (B) „Petros
aber (de), als sein Herz (wieder) zu ihm kam, sagte“. So heißt es auch Budge: Coptic
Martyrd. 59 von dem infolge eines Sturzes ohnmächtig gewordenen Handwerker nrey^-
24

niTHC •jk.e tvrepe neq^HT ujione MMoq e&oTV. neoTe nTivcT&.goq A.qn^p&.^K€i\e enppo
„Der Handwerker aber (rexvirr/g de), als sein Herz (wieder) in ihm war2, infolge des
Schreckens, der ihn erfaßt hatte, verkündete (naqayyeXXeiv) dem König“. Von den ver­
zückten Hirten, die bei der Geburt des Heilands die Engel sehen, heißt es3: nujooc
vrrepeneirgHT ci epoov ne'x&.T nneTrepHir „die Hirten aber (de), als ihr Herz (wieder)
zu ihnen kam, sagten zu einander“4.
Ob dem Kopten, der diese Wendungen gebrauchte, das Herz ein zweites Wesen
im Sinne der altägyptischen Vorstellungen bedeutet, darf billig bezweifelt werden. Auch
wir haben ja in der Wendung „das Herz fällt ihm in die Hose“ die Vorstellung, daß das
Herz sich aus dem Körper entfernen kann. Aber möglich bleibt doch, daß in den kop­
tischen Beispielen die alte Vorstellung mitschwingt, daß das Herz wie der Ka ein Abbild
des ganzen Menschen war, wenn es auch in den altägyptischen oben erwähnten Beispielen
gelegentlich nicht ganz klar ist, ob das Herz nicht doch einfach als Organ gedacht war.

Die ägyptischen Namen für das Rote Meer.


Von Wilhelm Spiegelberg.

Der Ägypter hat für das von uns „Rotes Meer“ genannte Meer eine ganze Reihe
von Namen gehabt, die zusammen zu stellen nicht ohne Interesse ist.
Eine sehr allgemeine Bezeichnung ist wi d wr „das große Grüne“ (Wb. I 269), d. h.
das Meer, ein Name, der sowohl das Mittelmeer wie das Rote Meer bedeutet. Die
Lage im Osten Ägyptens tritt in der späten (Ptol.) Bezeichnung !
pi Nwnw n w „der Ozean der östlichen“ (ÄZ III [1865] S. 26 — Edfu) zutage.
Und ebenso möchte ich nun den bisher ungedeuteten koptischen Namen q>ioM «ujA.pi
(B.) erklären als „das Meer des Sonnenaufgangs“ <pl jm n h'jK. Das würde, falls meine

1) „präokkupiert“ — 2) d. h. als er das Bewußtsein wieder erlangt hatte. — 3) Budge: Mise. Texts
97, 5 v. u. — 4) Anders ist die Bedeutung derselben Wendung bei Budge, Copt. Martyrd. 2067, wo
*.n*.gHT ci epoi „mein Herz kam zu mir“ bedeutet „ich faßte mir ein Herz, ich faßte Mut .
W. Spiegelberg: Die ägyptischen Namen für das Kote Meer. [66. Band.
38

Erklärung1 richtig sein sollte, ein alter Name sein, weil der Sonnengott R' ohne Artikel2
(also nicht $pH) steht. Und weiter zeigt derselbe Gottesname noch die alte, noch im
Achmim. bewahrte Vokalisation pi mit langem i statt e3. Ein anderer ebenfalls nur
im boh. Dialekt belegter Name ist <$iom „das Meer von hh“\ ein Name, denich
5
nicht zu deuten wage .
Eigentümlich ist die Bezeichnung des Roten Meeres in Pap. Harris 77,9—10
durch p3 jm f^ fi mw kd j| }. Dort heißt es von den Schiffen, die
Ramses III. gebaut hat.

m—;z{] o

„gesandt auf das große Meer des kreisenden Wassers. Sie gelangten zu den Ländern
von Pwn. t. Nicht traf sie Unheil, indem sie unter Gefahren6 wohlbehalten blieben.“
Im folgenden steht neben Pwn.t „Gottesland“, so daß kein Zweifel ist,daß
wir es hier mit dem Meer zu tun haben, an dem dieses Land lag, das an der Somaliküste
lag und nach dem neuerlichen Vorschlag von J. J. Hess7 auch die Westküste des süd­
lichen Arabien (Jemen) mit einschloß. Dazu stimmt auch, daß Z. 12 die Rückkehr
der Expedition nach ”dem Bergland von Koptos“ erwähnt wird, wo­
hin die Waren zu Lande „auf Eseln und Menschen“ transportiert wurden, um später im
Hafen von Koptos
-L auf Schiffe verladen zu werden. AAAAAA |~l n
Das Rote Meer führt hier denselben Namen mw kdw wie der Euphrat (----------- \\
AAAAAA °!I
mw Pf kdw, Urk. IV 85), den man immer wieder als „verkehrtes Wasser“
u. ä. deutet, trotzdem W. Max Müller8 und Gardiner9 längst richtig „kreisendes
Wasser“, „circulating water“ übersetzt haben.
Davon zu trennen ist eine andere Bezeichnung desselben Meeres ^
m n skd. t „Meer des Fahrens“, „Seefahrts Meer“ in dem Horusmythus von Edfu10. Da-
1) Ich gebe sie unter allem Vorbehalt. Eine besondere Schwierigkeit liegt auch darin, daß das Wort
nicht die bohairische Form oj*.! (also u(Ai-pi) zeigt. Man müßte also den Abfall des i in der engen Verbindung
annehmen. ■— 2) Die junge Bildung zeigt pH mit Artikel z. B. Sap 16/18 nuj*MnpH „vor Sonnen­
aufgang“ oder Kambysesroman 7/15 maiä-huj*. MnpH „die Ostgegenden . Vielleicht ist ein anderes Beispiel
des alten artikellosen pH in dem Worte ujou-pH „Weihrauchaltar“ (&u[itaTr)piov) erhalten, das ich als hiw.t R
<_>
„Altar des Re“ [z. B. Theban. Gräber-Zettelslg. Wb. 1463 ^ ib. 1442 ___ Q O ^ (Zeit Ameno-

phis’ Ill.yi deuten möchte. — 3) Siehe dazu Sethe, ZDMG 77 (1925) S. 166. — 4) Sahid. Tepi-ep*. eoAocc*.
o 0 tV AWtAA
Exod. 23/31. — 5) Dieses könnte vielleicht irgendwie mit dem Zusammenhängen,

das nach Sethe (Amun § 148, vgl. Wb. III 152 unter JJ=) eine Eigenschaft des Wassers bezeichnet. -
6) Breasted (Ancient Records IV § 407) übersetzt das „safe and bearing terror“ und fügt als Anmerkung
hinzu „for all who might oppose them; it is a military expression, meaning that they were in efficient
condition“. Aber dieser Sinn ist wenig befriedigend. Ich glaube, man kann nach dem ganzen Zusammen­
hang der Stelle nur übersetzen „wohlbehalten unter Schrecken“ oder freier „unter (nach Überwindung
von) Gefahren“ und unter hrj .t, wie mehrfach im Nä. (s. Wb. III 148) vor allem den „Schrecken des Meeres
verstehen. — 7) Proceedings of the VIIth Intern. Congress of Orientalists. Oxford (1928) S. 56.
8) Asien und Europa, S. 254, wo mit Recht betont ist, daß eine solche Bedeutung von kd das Deter­
minativ /V verlangen würde. — 9) Recueil XXXIV (1912) S. 63. — 10) Siehe die Literatur bei Gauthier,
Dict. des noms geogr. I pag. 168 und W. Max Müller a. 0.
Band 66.] W. Spjegelberg: Zur Bestattung der Mumien in der römischen Kaiserzcit. 39

gegen findet sich dieser Name nicht in der Pithomstele Z. 22 , wo Sethe (Urk. II 101 Z. 6 )
gewiß richtig —{I ^ T ö (1 P skd-f m hnw dbn ’pn gelesen hat.
In der Uoldminenkarte (Lepsius: Auswahl Tafel 22) bezeichnet
^ pi jm. „das Meer“ ganz kurz das „RoteMeer“.
- -/1 A/WVW N'

Zur Bestattung der Mumien in der römischen Kaiserzeit.


Von Wilhelm Spiegelberg.

Unter den Mumienschildern der ägyptischen Sammlung von Ann Arbor (Michigan) 1

finden sich 2 Stücke, die eine ganz neue Formel anführen und auf die Beisetzung der
Mumien neues Licht werfen. Ich teile die betreffenden Texte zunächst mit.
a) Michigan 4219:

<W|x„w /%

Au f?

Umschrift:
} Hr-sj-’s.t '3 si n Kind, ntj 'w-w dd n-f ’w (?)
f pi w'b V mwt hn rnp.t LXXX VII (?) ntj hr
? ß /'(./) 'wj.t mh X.t (?)
Übersetzung:
{ „Harsiesis, der Ältere, der Sohn des Kolanthos, mit Beinamen yw (?),
i der Priester, welcher mit 87 (?) Jahren starb, der in
f dem Buch des 10. (?) Bezirkes steht“.
b) Michigan 4535 (Nr. 10):

f ?.>< V. Jy-i* ä <?- £ \ /Vf=J>V-


U - fl * <M> *.1 -0-0 s

Umschrift:
{ Glwgs si n Bs pi mdkn mwt-j T'-dj-Nb.t-hw
? ntj hr ß s . t ’wj.t mh XII (?) n Pr-nb-sj
1) Sie sind mir durch das frdl. Entgegenkommen von Herrn W. W. Bishop, dem Bibliothekar der
General Library der Universität Michigan in vorzüglichen Aufnahmen zugänglich gemacht worden.
W. Spiegelberg: Zur Bestattung der Mumien in der römischen Kaiserzeit. [66. Band.
40

Übersetzung:
} „Glaukos (?), der Sohn des Bes, der mdkn, seine Mutter heißt Tatenebthu (Tete-
nephthys), .
2 der in dem Buch des 12. (?) Bezirks von Per-neb-sai steht .
In diesen beiden Texten ist bemerkenswert, daß es von dem Namen heißt, er stehe
in dem „Buche“ o. ä. (s-t) eines bestimmten Bezirks. Das Wort s .t, das im Demotischen
iedes Schriftstück (Urkunde) bezeichnet, wird hier das „Register“ bedeuten, in das der Name
eingetragen war. Dieses „Register“ enthielt die Namen nach Bezirken ( wj. t) der Stadt, 1

in der der Verstorbene gelebt hatte. Denn so wird man gewiß zu deuten haben, nicht etwa
an die Bezirke der Totenstadt denken dürfen, in die die Mumie transportiert wurde.
Von besonderem Interesse ist der Name der Mutter, den ich als „die, welche die Göttin
Nephthys gegeben hat“ deuten möchte, und der sich in dem unten mitgeteilten Etikett
ähnlich geschrieben findet. Die demotische Schreibung der Göttin ^ ,,
= Nb.t-hw stimmt gut zu der neuerlich ermittelten Lesung hw.t
var. o
für (1 ° 2.
Diese Texte erschließen nun das Verständnis einiger anderer zweisprachiger Mumien-
schilder derselben Sammlung und vielleicht derselben Herkunft. Da steht m 4534 (10)
3

demotisch „Die 7 te* (ß mh VII. f) - Bs, Sohn des imwns, seine Mutter (heißt)
7'1-srj. t(-n)-pl -dj-Mjn“.
Darunter folgt: I £ Brjaag A^/iovaQ
X firjxgdg ZevneTEfiivi{ot;)
In 4534 (ll) steht unter dem griechischen I X' Ziovaio? Tifteiovs
5

demo tisch:
^ \ I r\ % I % C' c
x ^ |o^-c) üC ‘"T”J v\

♦ j-rtr

1) In den Bilinguen entspricht das Wort ^eoS. Siehe Spiegelberg, Rechnungen Setis I S. 56. -
2» Siehe Ranke in ÄZ 63 S 149. — 3) Die griechischen Lesungen verdanke ich in der Hauptsache
W. Schubart. Nur in wenigen Fällen habe ich au! Grund des Demotischen die gr.echischen E.gennamen
etwas anders gelesen. - 4) Ergänze 'wj .t „Bezirk“. - 5) Veröffentlicht und besprochen in AZ S. 135.
Band 66.] W. Spiegelberg: Zur Bestattung der Mumien in der römischen Kaiserzeit. 41

„Der erste (mh J)—- Si-nsw, Sohn des Twt .


In 4534 (11 ) steht unter dem demotischen

^ jS ' ^ "/ ^ &

^ /io k

,/1 or7 v-*uT_lor.-;

Hr-sl-s.t, der Jüngere, (Sohn des) Pn-ß- s.t-ider srtjt (I)“1.


ft X Agatha«; ved)(T£Qo<;)
Ilarascorog xom . . . ?
Liest man A' nach einem Vorschlag von J. E. Bell laUga im Sinne von äfiyodov*
„Stadtteil“, dann wäre in den griechischen Texten vom 7., 9. und 10 . Stadtteil die Rede,
cranz in Übereinstimmung mit der demotischen Fassung.

/M
7jSf * ß— /jL^> /

Ebenso ist wohl auch ein Mumienetikett zu verstehen, das ich im März 1928 m
Kairo erworben habe. Da steht vor dem Namen T-dj-Nb. t-hw *3.t f Pl-dj-Mjn p3 (?)
frm (?) sB Hr-n-jtf b'm „Tetenephthys4, die ältere, die Tochter des Petemines, des
3

Jüngeren, des Sohnes des Harenjotef, des Jüngeren“ die Ordinalzahl n mhX, wo aber
wahrscheinlich die weibliche Endung . t in dem für die Schnur bestimmten Loch verloren­
gegangen ist. Sonst könnte man auch an die Nummer der Leiche denken und hinter mh X
ein Wort für Mumie ergänzen und übersetzen „die 10. Mumie“. Aber auf Grund der anderen
Stücke liegt es sehr viel näher, mh [./] X „der 10. Stadtteil herzustellen.

1) Lesung in der Photographie nicht ganz sicher. Es wird ein Berufsname vorliegen. Sollte meine
Lesung richtig sein, dann könnte man an cprr „Ähren lesen“ und an einen „Schnitter“ denken und etwa
xon([xric] von nojir, ergänzen. Oder liegt etwa eine Ableitung von c Pt „Wolle“ vor und xom[xr,s] hängt
mit Konrt xQiXog zusammen („Wollscherer“) ? - 2) Siehe Preisigke, Papyrus Wb. II 7 und dazu Kink
Straßen und Yiertelnamen von Oxyrhynchus (Gießener Dissertation 1924) S. 7ff., eine Arbeit, auf die mich
Bell freundlichst hingewiesen hat. — 3) Kaum ss IJj „Sohn des Chi“. — 4) Zu dem Namen s. oben.

6
Zeitsohr. f. Ägypt. Spr., 66. Band.
42 W. Spiegelberg: Eine neue Bauinschrift des Parthenios. [66.Band.

Eine neue Bauinschrift des Parthenios.


Von Wilhelm Spiegelberg.

Den zahlreichen Denkmälern1, in welchen Parthenios der „Verwalter der Isis“


(nQoardrrjg ’Iaidos) im Tempel zu Koptos während seiner Amtszeit unter vier rö­
mischen Kaisern (von Tiberius bis Nero) seine Baulust bekundet hat, kann ich heute
ein weiteres hinzufügen. Es ist eine jetzt in Moskau befindliche Stele aus Sandstein,
die mir Herr Prof. Golenischeff freundlichst in einer vortrefflichen Photographie
zugänglich gemacht hat, nach der ich die hier mitgeteilte Pause angefertigt habe:

f 3\/-p X) j

M ^<11 ‘-\m<11
Umschrift:
} HB. t-sp XII. t NBrwn
i Glwtjs Gjsrs
I Sbstw Grmnjkw
t B wtwgrtwr IV. nw pr. t sw XXIII
*? pB hrw n mJt VI. t n pB wrs. 8i(V ms
? ktj. nct................. hr (?) pB swst
] n hw.t-ntr Kbt ktj.t jp.t (n)
* ’nj n--r-hr Prthnjs
® sB Pn-Mjnmwtif T'-nt-pB-hwjpB rd
10 ’s. t ’w Pn-Gbg sB PB-hf pB ntj, [.
11 b (?) n wn- p r ( % ) 'w-f 'n sm[j]
^ n-m=s n--r-hr pB rd i -JJ f'V v\ (To H /■

10
O */ ?**y il**—

v^si i - <" -

1) Siehe die letzten Literaturzusammenstellungen von Reinach-Weili, in den Ann. Serv. Antiq. XII
(1912) S. lff. und Spiegelberg, ÄZ 51 (1913) S. 75ff.
W. Spiegelberg: Eine neue Bauinschrift des Parthenios. 43
Band 66.]

Übersetzung:
Im Jahre 12 des Nero 1 Claudius, Caesar *, Sebastos Germanikus f Autokrator
am 23 Phamenot ®, (an) dem 6 . Tage (I)des Mondmonats (II) wurde gebildet fein anderes
silbernes ............... für das Fenster (III) ] in dem Tempel von Koptos (und) ein anderes
Werk i aus Stein vor (IV) Parthenios, , dem Sohne des Pa-Min (Paminis), seine Mutter heißt
Ta-p-cho'i (Tapchois), dem Verwalter “der Isis. Und Pa-gebk, der Sohn des Pe-hof,
welcher V als Pastophor (V) amtiert (VI), meldete ¥ es vor dem Verwalter“.

Bemerkungen:
I Zu dieser Konstruktion der Ordinalzahl vgl. II Kh 5 15 pi hrw n mh II „der

2. Tag“ oder kopt. niegooir n.u^g e und Demot. Gram. § 89. Sie findet sich anschei­
nend nicht vor der röm. Kaiserzeit.
II mrs bezeichnet vielleicht nach einer Vermutung von L. Borchardt den Mond­
monat. Und in der Tat würde nach seiner Berechnung der 23. 7 Al. im Jahre 1 2 des
Nero genau auf den 6 . Mondtag fallen.
III Die Stelle ist so schwierig, daß ich auf eine Übersetzung verzichtet habe. Die
nächstliegende Lesung ktjpr ist unmöglich, da man das weibliche ktj. t, das in der nächsten
Zeile (ktj.t jp.t) zu Recht steht, nicht mit pr verbinden kann. So werden also die aul
ktj.t folgenden Gruppen ein weibliches Substantiv darstellen müssen, dessen Lesung
1

und Bedeutung mir aber entgeht. Dennn^i wird schwerlichrichtig


sein. Sollte das Determinativ D da stehen, dann könnte das damit determinierte Wort
ein Gußbild (Götterbild?) bedeuten, wozu ms „bilden“ gut passen würde. Dieses Verbum
steht ja nur selten (s. Wb. II 138 E) von Gebäuden oder Steinbildern, wie das bei dem
folgenden ktj. t jp.t n ’nj der Fall sein würde, wenn es hier zu ergänzen ist. Man konnte
freilich auch übersetzen „ein anderes Steinwerk war vor P.“, d. h. wurde vor seinen
Augen (unter seiner Leitung) errichtet. Das „Fenster“ (ujott^t), für welches diese
beiden Werke bestimmt waren, könnte das Audienzfenster“, die dvgk ( ? ) des Tempels 2

von Koptos sein, die vielleicht auf der von Petrie (Koptos Tafel 22) in Koptos gefundenen
Parthenios-Stele abgebildet ist.
3 _
IV Das hier zweimal vorkommende n-’-r-hr wird koptisches iu\c>pvv- sein.
V Ob in der Gruppe der Titel wn-pr (?) „Pastophor“ steckt ? Nach dieser zweifel­
haften Lesung habe ich den Sinn herzustellen versucht. _
VI Die Ergänzung dieses Wortes ist mir nicht geglückt. Die letzten Zeichen lese ich

Inhalt:
Trotz mancher Unklarheiten im einzelnen steht doch so viel fest, daß wir hier
wieder eine Bauinschrift des Parthenios vor uns haben. Der Anfang „es wurde ein
anderes Bild (o.ä.) gebildet“ läßt darauf schließen, daß unser Text sich an einen anderen
anschloß, etwa so, daß diese Stele eine oder mehrere andere gleichartige fortsetzte, die
in dem Tempel von Koptos nebeneinander auf gestellt waren.

1) Es ist das ein Gedanke von Sethe, mit dem ich über die schwierige Stelle sprechen konnte. -
2) Siehe dazu Otto im Archiv f. Papyrus-Forschung VI 322. - 3) Vgl. meine „Demotischen Inschriften
des Cairiner Museums im Catal. General S. 35.
W. Spiegelberg: Die Inschriften des großen Skarabäus in Karnak. [66. Band.
44

Die Inschriften des großen Skarabäus in Karnak.


Von W. Spiegelberg.

Der im Jahre 1907 von Legrain ausgegrabene Granitskarabäus an der Nordostecke


des heiligen Sees von Karnak ist m. W. noch nicht so gewürdigt worden, wie er es ver­
1

dient. Vor allem ist die Inschrift bisher unbeachtet geblieben, und doch enthält sie,
wenn ich im folgenden richtig deute, die überraschende Angabe, daß dieses von Ameno-
phis III. geweihte Meisterwerk naturalistischer Kunst nicht an seiner jetzigen Stelle,
sondern auf der Westseite Thebens stand.
Ich gebe zunächst eine Beschreibung der Darstellungen und Inschriften an dem
zylindrischen Sockel des Käferdenkmals: Unter der geflügelten Sonnenscheibe zwischen
den beiden Schlangen der Buto (|(](|) mit der unterägyptischen Krone und der Göttin

Nechbet von El-Kab mit der oberägyPtischen Krone steht die GruPPe

^ , die mit der geflügelten Sonnenscheibe darüber den Namen Nb-mi' . t.R' (Nim-
murija) des Amenophis III. bildet. Der König selbst oder vielmehr seine Statue ist unten
rechts auf einem Sockel dargestellt, in die Knie gesunken, mit dem dreieckigen Komgs-
schurz, unter dem der zugehörige Tier-Schwanz lang hervorspringt. Die Inschrift nennt
ihn ”K6ni« Amenophis III. von
Chepre, dem aus der Erde Entstandenen geliebt“. In den Händen hält er 2 Weinkrüge,
2

auf die sich die Inschrift <=■ 3 bezieht, und die er dem vor ihm sitzenden
LAj L J .j. . AAAAAA r\ <■—~~~a \ y

Gotte Atum ^ — £[ § darbringt. Dieser sagt ( |) ) zu ihm —

(HEI -fff kll* • "M


«/I //MV «■''Q iII |II T AAAAAA

„Nimm dir Leben an deine Nase, Herr der beiden Länder, Nimmurija, ic
i-
• —*1 ^ * \ f
a e ir
^ ^ *11_1—J*

Millionen von Jahren gegeben als König und Oberhaupt der Lebenden, (a s) .
dauernd in Ewigkeit. Du lebst und bist jung in Ewigkeit“. Der Gott faßt mit der
linken Hand das Jahreszeichen während die Rechte, wie oft in solchen Dar
Stellungen, auf dem j Zepter mit Q die Symbole jj und ^ an die Nase des Königshält.

Unter der Darstellung befindet sich die Weihinschrift 4

1) Siehe die Literatur bei Porter-Moss: Bibliography II S. 73. — 2) So ist gewiß mit Sethe die­
ses Epitheton des heiligen Skarabäus zu übersetzen, auf dessen Entstehung aus der Lehmkuge es weis .
So nennt auch der demotische Sonnenmythus 5/26 den Skarabäus a~ r pr n t3 Arte . t ,,der aus em
vorgegangen ist“. — 3) Der Platz reicht nicht für die volle Schreibung (j q 00 ^
Nachvergleichung der übrigens sehr guten Abschrift von Legrain (Arch. Report 1907- 8 S. 81) am Original
bin ich Herrn Dr, Schott zu bestem Dank verpflichtet.
Band 66.] W. Spiegelberg: Die Inschriften des großen Skarabäus in Karnak. 45

|М|Т^0й1!4К^УОРУ
„ i [Es spricht] Chepre, der aus Erde Entstandene: Du mein Sohn Nimmurija, ich habe
dir ? Leben, Festigkeit und Glück an deine Nase gegeben. Mögest du Millionen von
Festen feiern, indem du das beherrschst, was die Sonne erleuchtet. * Die Neunbogen­
völker liegen getötet unter deinen Sandalen als Lohn für das, was du mir getan hast.
« Ich bin zufrieden, daß du mir meinen Tempel im Westen von Theben gemacht hast.
^ Deine Majestät hat meinen Götter-Kreis gebildet, einen jeden mit seinem Leib. Ich
habe ihn2 gemacht, daß er mit Leben begabt sei ewiglich.“
Die 4. Zeile läßt kaum einen Zweifel daran, daß der Skarabäus für einen Bau Ame-
nophis’ III. im Westen Thebens bestimmt war. Denn es wäre doch seltsam, wenn der
Gott Chepre dem König Amenophis III. seinen Dank für ein ihm im östlichen Theben
in Karnak errichtetes Denkmal auf diesem dadurch bekundet hätte, daß er nur einen
„Tempel im Westen von Theben“ lobend erwähnt. Unser Denkmal wird also auch hier
gestanden haben. Ich dachte zunächst an den durch die Memnonskolosse bezeichnten
Tempel in Kom el Hetan. Aber der Wortlaut der Inschrift spricht unbedingt dagegen.
Denn der Gott Chepre kann den Grabtempel Amenophis’ III. nicht wohl als sei n e n
Tempel bezeichnen. Andererseits legt aber der Umstand, daß der heilige ^Skarabäus,
nach der letzten Zeile unserer Inschrift, in diesem Tempel seinen eigenen „Götterkreis“
gehabt hat, die Annahme sehr nahe, daß hier von einem besonderen Heiligtum des Chepre
im westlichen Theben die Rede ist3. Freilich ist uns hier eine solche Tempelanlage un­
bekannt, und sie ist vorläufig nur aus unserem Texte zu erschließen, falls meine Deu-
tung zutrifft. Aber wie dem auch sei, daß der große Skarabäus in Karnak urspriinghc
nicht hier, sondern im westlichen Theben aufgestellt war, das scheint mir aus seiner
Sockelinschrift klar hervorzugehen. Übrigens hat sich bisher kein weiteres Exemplar
eines solchen Skarabäus in Karnak gefunden4.

1) [Im Original wohl der Gott mit der Geißel? Sethe]. — 2) d. h. den König. — 3) Ich ver­
danke diese Auffassung meinem Freunde Prof. Edgerton. — 4) Ich entnehme das einer frdl. Mit­
teilung von Herrn Charles Boreux, die auf den Angaben der Herren Chevrier und Lacau beruht.
46 G. Franzow : Zu der demotischen Fabel vom Geier und der Katze. [66. Band.

Zu der demotischen Fabel vom Geier und der Katze.


Von G. Franzow.

Die Spuren der Fabel, als einer Literaturgattung, auf dem Boden des Niltales
sind uns erst in den sogenannten satirischen Zeichnungen bekannt geworden. Der Lei­
dener demotische Papyrus, der im Jahre 1917 von W. Spiegelberg herausgegeben
worden ist1, gibt uns zum ersten Mal die Texte selbst der ägyptischen Fabeln, die mit der
Rahmenerzählung, dem Mythus vom Sonnenauge, verknüpft sind. Die Rahmenerzählung
gibt uns den Mythus wieder, in dem der beredte Gott Thoth die Hauptrolle spielt. Er
lockt die Sonnengöttin nach Ägypten zurück, und, um seine Rede zu erläutern, erzählt
er die Fabeln, die dadurch, wie es Reitzenstein bemerkt hat, „fast zu Gleichnisreden
werden“. Eine von diesen Fabeln (XVIII, 9—XVIII, 34) hat W. Spiegelberg mit der
äsopischen Fabel (Nr. 256) zusammengestellt und hat dabei die Bedeutung, welche diese
Texte gewinnen, erkannt und nachgewiesen. Eine besondere Bedeutung gewinnen diese
Fabeln für die hellenistische Literatur, nachdem Reitzenstein die griechische Über­
setzung des demotischen Textes gefunden hat2. Mit Recht schließt Reitzenstein,
daß diese Übersetzung für die demotischen Studien, wie auch ebenfalls für die Kenntnis
der hellenistischen Literatur sehr wichtig ist. Es ist auch von Interesse festzustellen, ob
nicht diese ägyptischen Fabeln ähnliche Motive haben wie die übrigen altorientalischen
Literaturen, und zwar insbesondere die babylonische. Für diese Zwecke scheint die
erste Fabel des demotischen Textes sehr wichtig zu sein, weil sie eine interessante Parallele
unter den in der babylonischen Literatur vorhandenen Tierfabeln zu haben scheint.
Die Fabel, von der wir sprechen (II, 8 —III, 15) erzählt von einem Geier und einer
Katze, die Freundschaft miteinander geschlossen haben3.
II, 8 . Es war ein [Geier], der in dem Wipfel eines Wüstenbaumes geboren war, und es
war eine Katze,
9. die bei einem Hügel geboren war. Es fürchtete sich nun der Geier hinauszugehen,
10 . um Nahrung für seine Jungen zu holen,............... (aus Furcht vor) [der] Katze,
daß sie nicht
11 . über seine Jungen herfiele. [Und auch die] Katze [wagte nicht] herauszugehen,
12 . um für ihre Jungen Nahrung zu holen [aus Furcht, daß der] Geier über ihre
[Jungen] herfiele.
13. Da wandte sich der Geier an die Katze und sprach: Sollten wir nicht so
14. miteinander [leben können, daß wir] vor [Phre, dem großen Gott, einen Eid
leisten] des Inhalts: Wer herausgehen wird,
15. [um] Nahrung [für seine Jungen zu holen], über dessen Junge soll [der andere
nicht] herfallen.
16. Da leisteten [sie ihre] Eide vor [Phre, daß sie] danach [handeln wollten]. Es
geschah eines Tages,
17. da sah die [Katze eine] Speise, [an der ein Geier junges fraß, und wollte sie]
ihm [wegnehmen].
1) W. Spiegelberg, „Der ägyptische Mythus vom Sonnenauge“, Straßburg 1917. — 2) R. Reitzen-
stein,„Die griechische Tefnutlegende“, Sitzungsber. d. Heidelberger Akad. d. Wissensch. 1923, Abh. 2. —
3) Ich gebe hier die letzte Übersetzung von Spiegelberg (op. cit. S. 13—15).
Band 66.] G. Franzow: Zu der demotischen Fabel vom Geier und der Katze. 47

18. [Als nun seine beiden] Füße sich umwandten [zu] seinem Genossen, da bohrte
[die Katze]
19. ihre Nägel [in] ihn und hielt ihn [fest]. Nicht konnte er sich wieder [befreien].
Da sagte sie:
20. [Bei] Phre (?) nicht ist eine Speise [............................................................................. ] bohren [...... ]............ Ich h
dir nicht gebracht. Möge man sie finden!
21. [. . .] ... Da sagte er zu i h r : Ich bin [---------------- ] hinab--------- Was liegt dir daran
22. vor Phre die Vergeltung zu bringen über [.. . . wegen] des
23. falschen Eides, den er geschworen hat ? [ . . . . ] wollte (weg)gehen. (Doch) [seine]
24. beiden Flügel trugen [den Leib] nicht hinaus nach [...................... Als er nun beinahe
daran war], sein Leben
25. zu beschließen, sagte er zu i h r : [ . . . . ] . . . . ?........................ sein Antlitz, nämlich der
Sohn seines Sohnes. Da machte [der]
26. Geier seine [____ ].............. Es geschieht, wenn dieVergeltung kommt
27. in die fernen Gegenden [des Landes] Syrien, so wird sie hierher zu einer anderen
Zeit (wieder) zurückkehren.
28. Siehe, ich verdiene [es. Wenn] die Katze herausgeht, um Nahrung zu holen
für ihre
29. Jungen, falle ich über ihre Jungen her, damit sie mir und meinen Jungen zur
Speise sind.
30.......... [...................] gelangen können, zu..................... um zu beschließen das Leben der
31. Katze. [Siehe, ich habe dir erzählt], was mir (bereits) mit ihr geschehen ist.
Da hielt sich der Geier1 die Sache
32. vor sein Auge. Es geschah nun eines Tages, da ging die Katze heraus, um Speise
zu suchen
33. für ihre [Jungen]. Da fiel der Geier über ihre Jungen her. Als nun die Katze
(heim) kam,
III, 1 . [fand sie] ihre [Jungen] nicht. Da erhob sie ihr Angesicht zum Himmel,
indem sie vor
2. Phre betete: Erfahre mein Recht [und Gericht mit dem] Geier, der über meine
Jungen hergefallen ist,
3. nachdem er die [heiligen] Eide verletzt hat, [die] ich mit ihm [festgesetzt] habe]!
Da wurde ihre Stimme vor Phre gehört.
4. Man sandte eine [Gottes-] Macht [herab], um Vergeltung zu üben an dem Geier,
5. der über die Jungen der [Katze] hergefallen war. Da fand er die Vergeltung
unter dem
6. Baum, auf dem [der Geier] war. Sie (d. i. die Gottes-Macht) befahl ihr (d. i. der
Vergeltung) dem Geier zu vergelten
7. für [das, was er den Jungen der] Katze [getan hatte], wie es ihm von Phre be­
fohlen war.
8. Es geschah nun, daß [die Vergeltung den] Geier sah [mit einem] Syrer ( ? ) , der etwas
9. Bergwild kochte, [um es ihm als] Speise [zu geben]................................. er hob ein Stück
Fleisch [in] seinen Mund (Schnabel),
10. er nahm ihn in [................... ein Stück] Fleisch, indem die Kohlen an ihm ange­
zündet waren, ohne daß er es
11. merkte. Da brannte die [....................... an dem Ort] des Geiers. Da fielen seine
Jungen
12. zur Erde [ . . . . ] zu Füßen des Baumes. Da kam die Katze

1) Ich habe hier einen Druckfehler meiner Ausgabe berichtigt (W. Spiegelberg).
G. Franzow: Zu der demotiachen Fabel vom Geier und der Katze. [66. Band.
48

13. nach [............. und klagte] den Geier [an]: Bei Phrê, du bist es,
14. welcher [über meine Jungen hergefallen ist, indem du ihnen] von jeher [nach­
stelltest]. Siehe, bist du nicht hergefallen . . . .
15. über meine Kinder [während ich deine] Jungen [nicht verspeist habe], indem sie
gekocht waren?
Eine ähnliche Erzählung findet sich am Anfang des babylonischen Etanamythus.
Dort schließen auch zwei Tiere, ein Adler und eine Schlange, Freundschaft miteinander.
„Vor Schamasch, dem Helden, schwuren sie einen Eid“ ; „einen ganzen Tag lang halten
1

sie ihre Abmachungen“, aber „als des Adlers Junge groß und schlank geworden war,
ersann der Adler Böses in seinem Herzen, sein Herz trieb ihn zu bösen Dingen: die Jungen
seines Gefährten zu fressen trachtete er“. „Ein Junges, ein hochgescheites, sagt zum
Adler, seinem Vater, das Wort: „friß nicht, mein Vater, das Netz des Schamasch wird
dich fangen.“ „Er hörte nicht auf sie (die Kinder), hörte nicht das Wort seines Jungen:
er fuhr hinab und fraß die Jungen der Schlange“. Die Schlange fleht dann zu Schamasch
und der Sonnengott vergilt dem Adler. Schamasch gibt der Schlange „als Versteck
einen toten Wildochsen“. „Sie öffnete sein Inneres, durchbohrte seinen Leib, schlug
ihre Wohnung auf in seinem Leibe. Allerlei Vögel des Himmels fuhren hinab, das Fleisch
zu fressen.“ Der Adler, der „hörte nicht das Wort seines Jungen“, fuhr hinab und stellte
sich auf den Wildochsen. „Als er in das Innere hineinging, faßte ihn die Schlange bei
seinen Flügeln.“ „Sie schlug ab seine Flügel, seine Schwungfedern und Fänge, zerraufte
ihn und warf ihn in eine Grube ...., auf daß er den Tod des Hungers und Durstes stürbe.
Es ist bekannt, daß diese Fabel nur die Einleitung des Etanamythus ist, und daß
der Text weiter erzählt, wie der Held den verwundeten Adler findet und von ihm durch
die Luft getragen wird. Die ägyptische Fabel vom Geier erscheint aber in der ägyp­
tischen Literatur als ein ganz selbständiges Werk und schließt ab mit der Erzählung
von der Bestrafung des Geiers; weiter wissen wir von dem Schicksal des Geiers nichts.
Trotzdem wird man diese beiden Fabeln zusammenstellen dürfen, weil die Ähnlichkeit
der Motive zu auffallend ist. Beide Fabeln erzählen uns von Tieren, welche emen Eid
vor dem Sonnengott schwören und Freundschaft miteinander schließen. Der Vogel
verletzt aber den Eid und fällt über die Jungen seines Gefährten her. Diese Züge sind
beiden Fabeln gemeinsam. Leider ist in der ägyptischen Fabel die Erzählung von dem
Streit der Katze mit dem Geierjungen sehr zerstört, man könnte deshalb auch an eine
etwas andere Entwicklung des Motives, als die in der babylonischen Fabel, denken2.
Am Schluß der Fabel erscheint aber der Geier als ein Eidbrüchiger. Er fiel nämlich
über die Jungen der Katze her, und darum fleht die Katze zu dem Sonnengott um Ver­
geltung, was mit der babylonischen Fabel ganz übereinstimmt. Nur die Art und Weise
der Vergeltung ist verschieden3. So verbrennt in der demotischen Fabel der Sonnengott

1) Ich benutze hier die Übersetzung von Prof. A. Ungnad, „Die Religion der Babylonier und
Assyrer“, Jena 1921, S. 132ff., der Anfang der Fabel in dieser Version ist nicht erhalten. Aber ein neues
Bruchstück des Textes (V. Scheil, Mythe d’Etana, première tablette d’une version susienne, Revue d’assyriol.
et d’arch. orient. XXIV, 3, 1927, p. 103. s.) gibt uns jetzt zum ersten Mal den Anfang der Fabel, welcher
dem Anfang der ägyptischen Fabel ganz ähnlich ist.
So nach Scheil: Anfang der demot. Fabel:
A l’ombre d’un orme, Es war ein [Geier], der in dem Wipfel
le serpent avait mis bas eines Wüstenbaumes (ht n dw) geboren war,
— l’aigle sur sommet vint und es war eine Katze, die bei einem Hügel
UUOUB61.
enfanter. geborenwar.
2) Es ist bemerkenswert, daß in den beiden Fabeln ein Junges des Vogels die Rolle spielt. — 3) Aber
in den beiden Fabeln wurden die Vögel von dem Sonnengott bestraft, während sie Nahrung für sich fanden
und fraßen.
Tafel IV

Rückseite
Maßstab 3:2

L. Borchardt, Ein gnostisches Amulett.

Zcitschr. f. Agvpt. Spr.. 00. Band: Borchardt, Amulett


Band 66.] L. Borchardt: Ein gnostisches Amulett.

die Geierjungen, während in der babylonischen Fabel der Adler durch den Verlust seiner
Flügel und Federn bestraft wird. Freilich sind diese Verschiedenheiten nicht wesentlich
und die Ähnlichkeit beider Fabeln tritt mit Augenscheinlichkeit hervor.
Wir müssen uns jetzt der Frage zuwenden, wie wir diese Ähnlichkeit der beiden
ägyptischen und babylonischen Tierfabeln uns zu erklären haben. In diesem Zusammen­
hänge müssen wir auf einen Zug der ägyptischen Fabel aufmerksam machen. Das ist
nämlich die Erwähnung des Landes Syrien. Es wird von ihm in dem unklaren Kontext
erzählt (I, 26): „Es geschieht, wenn die Vergeltung kommt in die fernen Gegenden [des
Landes] Syrien, so wird sie hierher zu einer anderen Zeit (wieder) zurückkehren . Es ist
auch sehr interessant, daß am Schluß der Fabel ein Syrer nach Prof. Spiegelbergs Ver­
mutung auftritt (II, 8 ): „Es geschah nun, daß [die Vergeltung den] Geier sah [mit einem]
Syrer (?), der etwas Bergwild kochte, [um es ihm als] Speise [zu geben]“. Die ägyptische
Fabel erzählt also, daß der Sonnengott, durch Vermittlung eines Syrers (?), den Geier
bestraft, und von der Vergeltung, welche der Text als eine Art Dämon ^ sich vorstellt,
wird erzählt, daß sie „in die fernen Gegenden des Landes Syrien kommt“. Es ist sehr
wesentlich, daß wir die Erwähnung des Landes Syrien und vielleicht eines Syrers m
einer ägyptischen Fabel finden, und zwar in derjenigen, in welcher wir die Überein
Stimmung mit dem babylonischen Text nachgewiesen haben. Man darf nicht vergessen,
daß die Griechen die Syrer für die Erfinder der Fabel gehalten haben, und die modernen
Forscher der babylonischen Fabel, die auf diese griechische Überlieferung hmweisen,
vermuten, daß die babylonischen Fabeln durch Vermittlung der Syrer der griechischen
Welt bekannt geworden sind1. Es wird wohl deshalb, wie er mir scheint, kein Zufall
sein, daß wir in einer ägyptischen Fabel, die einer babylonischen Fabel ähnlich ist, die
Erwähnung von Syrien finden. Man könnte die Vermutung aussprechen, daß die Be­
wohner des Niltales nicht nur semitische Wörter, sondern auch einige babylonische Fabeln
entlehnt haben und die Syrer dabei die Vermittler gewesen waren2, wie das ja auch in
der griechischen Literatur der Fall war.

Ein gnostisches Amulett.


Von Ludwig Borchardt.
Hierzu Tafel IV.

Hiermit lege ich, trotzdem ich mir bewußt bin, daß ich es nicht verstehe, ein merk­
würdiges, in seiner Art mir vollkommen neues, kleines gnostisches Denkmal vor und
hoffe, daß Kenner der Gnostik es besser verstehen und deuten werden, als es mir, dem
diese Studien fern liegen, möglich ist.
1) Erich Ebeling, „Die babylonische Fabel und ihre Bedeutung für die Literaturgeschichte , Mit­
teilungen der Altorient. Gesellschaft, II. Band, Heft 3. Leipzig 1927; Hermann Diels, „Orientalische Fabeln
im griechischen Gewände“, Int. Wochenschrift für Kunst und Wiss., 1910, IV, Sp. 993 ff. — 2) Dazu paßt
auch sehr gut, daß die Handlung der Fabel sich in einer Berglandschaft abspielt (ein Hinweis meines Kol-
legen N. Me&cersky).
Zeitachr. f. A^yp*. Spr., #6. Baud.
50 L. Borchardt: Ein gnostisches Amulett. [66. Band.

Es ist ein nur 75 mm im ganzen breites, 31 mm hohes und 9 mm dickes, beiderseitig


mit Reliefs versehenes Plättchen aus dunkelgrünem metamorphischeni Schiefer. Oben und
unten ist es glatt, rechts und links sind nicht ganz bis zur Oberkante der Platte reichende
runde Säulchen angearbeitet, die der Länge nach durchbohrt sind. 3 mm ist der Durch­
messer jeder der beiden Bohrungen. Man kann also das Plättchen an zwei Schnüren um
den Hals oder sonstwie tragen. Dies und die Darstellungen auf dem Plättchen veranlassen
mich, es ein Amulett zu nennen.
Das Stück stammt von einem kleinen Händler der thebanischen Westseite, der als
Fundort den Südteil derselben (Medinet Habu?) angab.
Da ich eine Erklärung nicht geben kann, bitte ich das Folgende nur als Beschreibung
aufzufassen. Und auch darin werden noch genug Irrtümer stecken.
Die beiden Säulchen neben der Platte zeigen unten so etwas wie jonische Basen,
oben haben sie über zwei Schnüren eine mit dem unteren Ende übertretende konische
Zuspitzung. Wer will, mag in diesen Säulchen phallische Gebilde sehen. Auf den Flächen
jeder der Säulchen ist in Relief eine nach der Platte zu gerichtete Schlange mit bärtigem
Männerkopf, der zwei Hörnchen oder Federn trägt, dargestellt.
Die Seite, auf der die Köpfe der Schlangen sichtbar sind, mag als Vorderseite des
Amuletts gelten.
Auf dieser Vorderseite ist nun in Relief folgendes, von links nach rechts, dar­
gestellt :
Unten ein von vorn gesehener Bes, darüber nach rechts eine falkenköpfige stehende
Gottheit mit Götterszepter und einem vielleicht aus der Atef-Krone entstandenen Kopf­
putz. Rechts davon eine nach rechts gehende Gottheit mit Götterszepter und Wedel, mit
zwei(!) oder gar drei( ?) Königsschwänzen und einem vorn aus dem Schurz hervortretenden
Tierkopf oder Phallus. Auf dem Kopfe hat diese Gottheit eine Stange, an der nach rechts
und links je vier Tierköpfe übereinander sitzen. Die Stange ist oben mit einer kurzen
Querstange und einem Ring darauf gekrönt. Davor steht auf einem wagerechten Strich
in zwei Zeilen etwas, das wohl Inschrift sein soll. Ich sehe 3 kürzere und 2 längere senk­
rechte Striche in der oberen und eioic (? ?) in der zweiten Zeile. Es folgt, nach rechts ge­
richtet, eine Gottheit mit Doppelfedern und Königsschwanz, die eine sich vor ihr geschlängelt
aufrichtende Schlange mit einem Speer ersticht, wohl irgendeine Horusdarstellung. Oben

davor etwas, das vielleicht eine hieroglyphisclie Inschrift sein soll; und noch ein

viertes Zeichen. Ob mit dem ® etwa O gemeint ist ? Dann ein in drei Streifen verzierter
Sockel, auf dem vier Hundskopf affen, nach rechts, hocken. Auf der anderen Seite des
Sockels steht, nach links, eine schakalköpfige Gottheit mit Königsschwanz, vor sich einen
Bogen haltend und eine Keule schwingend. Über ihr wieder Inschrift Vorstellendes in
3 Zeilen, ici ... oder ki ... in der ersten Zeile, in der zweiten kommen wieder die 3 kurzen

und 2 längeren senkrechten Striche vor, in der dritten vielleicht wieder ici... Als Ab­
schluß rechts wieder ein Bes, von vorn gesehen, und darüber ebenso ein Mann in römi­
scher Tracht.
Die Rückseite zeigt links unter einem Skarabäus mit einem Schlangen- und einem
Antilopen( ?)kopf einen Mann in römischer Kleidung, von vorn gesehen. Rechts oben
davor wieder sog. Inschrift: 2 lange, darunter 2 kurze Senkrechte. Rechts davon folgt
von unten nach oben: eine hockende Gottheit mit Widderkopf, Götterszepter und Wedel
haltend, hinter ihr darüber ein hockender Hundskopf affe, nach rechts, vor ihm wieder
sog. Inschrift, 3 kurze und 2 ebensolche Senkrechte. Darüber zwei Schlangen, jede mit
zwei Hörnchen (oder Kronen ?). Darauf, die ganze Höhe der Platte in der Mitte einnehmend,
die nilpferdköpfige Göttin Opet oder Reret, nach rechts schreitend. Sie hat eine Sonnen­
Band 66.] W. Hengstenberg: Die griechisch-koptischen MoiAou-Ostraka. 51

scheibe mit den beiden Schlangen auf dem Kopfe und hält in ihrer Klaue das Zeichen
Unter ihrer Schnauze, aus der die Zunge lang heraushängt, Inschrift '^l.
Dann unten eine Schlange mit Tierkopf und Nimbus. Im Kreise des Nimbus: xn07rfel-
Oben ein kleiner Mann, von vorn gesehen, der vielleicht ein gefälteltes Königskopftuch
oder eine große Perücke trägt und in der Rechten einen kurzen Dolch( ?) hält. Dann folgt
über sog. Inschrift, in der ich k ypi... zu erkennen glaube, ein liegendes Füllhorn( ?) auf
dem, sich zugekehrt, zwei kleine Hunde( ?) hocken. Auf diesen steht ein Gepanzerter
(Antäus ?J) mit wagerechtem langem Schwert mit Tierkopfknauf am Gürtel. Er hält an
den Schwänzen in der einen Hand einen Skorpion, in der anderen einen Löwen und zwei
Lanzen. Unter dem Löwen wieder ein Mann in römischer Tracht mit großer Perücke,
über dem Löwen etwas, das ich nicht erkennen kann.

Die griechisch-koptischen .uoTTvcm-Ostraka.


Von W. Hengstenberg.

Eine neue Gruppe griechisch-koptischer Ostraka ist seit kurzem erst bekannt
geworden. Alle von derselben Hand geschrieben und inhaltlich nach demselben Schema
aufgebaut, weisen diese Ostraka, wie zur Signatur und in der Regel ganz am Schluß,
die Formel ctmotAou auf. In der Revue de l’Egypte ancienne (REA) 1 (1927) 152- 4
hat A. Mallon zunächst vier solcher Ostraka herausgegeben; ihnen ließ er Band 2
(1928) 89—96 derselben Zeitschrift die Publikation von zwölf weiteren Stücken folgen
unter dem Titel: „Nouvelle Serie d’ostraca €T.uoV\ou“. Dank dem liebenswürdigen
Entgegenkommen des Herrn Professor Spiegelberg bin ich in der Lage, hier 22 neue
Ostraka dieser Sorte bekannt zu geben. In Kairo im Januar 1927 aus Mitteln, die Herr
Dr. James Loeb zur Verfügung gestellt hatte, von Spiegelberg im Handel erworben,
liegen diese Stücke jetzt im Seminar für Ägyptologie der Universität München. Dazu
kommt noch ein Berliner Stück No. 14703, das mir die Leitung des dortigen Museums
freundlicherweise zur Prüfung nach München sandte. Im ganzen kenne ich dermaßen
39 Ostraka der Gruppe „ctaiott'A.oh“. Ob nicht inzwischen auf dem Antiquitätenmarkt
neue Stücke aufgetaucht sind, ob solche in anderen Sammlungen Deutschlands oder des
Auslands zerstreut liegen, weiß ich nicht zu sagen; jedenfalls wäre ihre baldige Heraus­
gabe wünschenswert2. Denn jede neue Einzelheit, die solch ein mir unbekannt gebliebenes
Stück etwa bieten sollte, kann die Korrektur bringen, der manche meiner hier vorgetra­
genen Vermutungen bedürfen. Wenn immerhin mein Interpretationsversuch gegenüber
demjenigen Mallons einen gewissen Fortschritt bedeuten sollte, so wäre das vor allem
dem Umstand zu verdanken, daß ich die vortreffliche Publikation der Wadi Sarga-Texte
heranziehen konnte; auf Schritt und Tritt werde ich mich im folgenden auf diese Texte
und ihre Herausgeber, W. E. Crum und H. J. Bell, zu berufen haben3. Auch ohne die

1) Vgl. ÄZ. 32, S. 1 f. (Golenischeff). — 2) Dieser Wunsch nach Vermehrung des Materials
sollte alsbald erfüllt werden: in einem „Nachtrag“, der im nächsten Heft dieser Zeitschrift erscheinen
soll, bin ich in der Lage, weitere 43 Ostraka dieser Klasse zu edieren. — 3) Wadi Sarga, Coptic and
Greek Tcxts, Coptica III, Kopenhagen 1922.
W. Hengstenbeeg: Die griechisch-koptischen .«oVAon-Ostraka. [66. Band.
52

Kenntnis von M. Schnebels außerordentlich instruktivem Buch: „Die Landwirtschaft


im hellenistischen Ägypten“1 wäre diese Arbeit kaum zustande gekommen. — Sämtliche
16 Stücke Mallons sind von ihm in Luxor käuflich erworben worden; beim Ankauf
der zweiten Serie wurde ihm vom Händler erklärt, die Ostraka stammten aus Karnak
(s. REA 1, 152; 2, 89). Ob dieser Behauptung wirklich, wie Mallon möchte, Vertrauen
entgegenzubringen ist, lasse ich dahingestellt. Sprachliche Gründe sprechen nicht
ernstlich gegen Karnak, aber auch nicht gerade dafür2. Ein jüngst erschienener
Aufsatz über das christliche Karnak3 bringt nichts, was an unsere Ostraka erinnern
könnte Der Inhalt der einwandfrei aus Karnak stammenden Ostraka pg,ßt in nichts
zu den von den MoirXon-Ostraka wiedergespiegelten Verhältnissen4. Kurz, ich bm
eher geneigt, die Heimat unserer Ostraka zwischen Luxor und Kairo, etwa in Mittel­
ägypten zu suchen. — Sämtliche Ton-Ostraka stammen, mit zwei Ausnahmen, von
der Hand eines Schreibers, der eine auffallend steile, hohe, „liturgische“ Unziale
schrieb Die Ansetzung Mallons ins 5. Jahrhundert scheint mir aber entschieden zu
früh. Zwar fehlen an den Haken der Buchstaben jene Verknotungen, wie sie für die
späte koptische Unziale charakteristisch sind, aber dasselbe ist der Fall z . B . auch
WS 280 (1. c. Tafel II). Nichts zwingt, wie mir scheint, etwa über die erste Hälfte des
7. Jahrhunderts zurückzudatieren: auf diese Zeit weisen auch insbesondere die beiden
kursiver geschriebenen Münchener Stücke 0. Kopt. 21 und 22 (hier No. 18 und 26) hin.
Sämtliche Ostraka sind vom Schreiber an erster Stelle datiert, 2 von ihnen nur nach dem
Monatstage, alle übrigen auch nach dem Indiktionsjahr, und zwar gehören 5 Stücke
der 6ten, 19 Stücke der 7ten, 13 Stücke der 9ten Indiktion an. Dem Beispiele Mallons
folgend ordne ich im folgenden die Ostraka chronologisch; diejenigen Stücke, die der
Indiktionsangabe entbehren, kommen zuletzt. Da meine Auffassung von derjenigen
Mallons stark abweicht, drucke ich zwar seine Texte genau so ab, wie sie bei ihm stehen,
unterziehe sie aber meiner eigenen Neuübersetzung und Kommentierung; und zwar
werden Wortlaut und Übersetzung der MALLONSchen Stücke den von mir herauszugebenden
neuen Texten jeweils an der chronologisch richtigen Stelle eingefügt. Um auch dem des
Koptischen Unkundigen einen Begriff von dem merkwürdigen Gemisch von Griechisch
und Landessprache zu geben, das unsere Texte aufweisen, gebe ich im folgenden nur die
letztere deutsch wieder, während ich das Griechische im allgemeinen unubersetzt lasse
und es nur einzudeutschen versuche (mit Angabe des griechischen Wortes m Klammern),
wo es als in die Landessprache eingedrungenes Fremdwort zu gelten hat5.

1) Bisher nur der erste Band: „Der Betrieb der Landwirtschaft“ erschienen (Münchener Beiträge
zur Papyrusforschung etc., Heft 7, 1925). — 2) Die Schreibung des e statt Murmelvokals in n-^go-en-
ceKeni*. (No. 38) nr.oe? cniwge (No. 35) M*.n(u)e-impt-oc (statt Mevnnms-pi'oc No. 11. 20. 37) ist keineswegs
charakteristisch für den thebanischen Gebrauch, wie wir ihn aus den Djëme-Texten kennen; vgl. aber
*oi MiipHc (No. 34). — 3) H. Munier und M. Pillet, Les édifices chrétiens de Karnak, REA 2, 58ff.
— 4) Vgl. die von H. R. Hall, Coptic and Greek Texts, im Index s. v. „Karnak“ genannten Ostraka:
Privatbriefe, z. T. an Laien, z.T. an Mönche gerichtet. Ein Mönchspaar Ananias und Pisrael scheint in
Karnak einer klösterlichen Gemeinschaft vorgestanden zu sein, vgl. Hall 1. c. 20 und Crum, Ep I. 174.
Ep II 488 n. 4 hat Crum den Namen einer Ortschaft entdeckt, die an der SW-Ecke der Tempe-
umwallung von Karnak gelegen war. Aber das alles erinnert in nichts an den Latifundienbetrieb unserer
Ostraka. - Zuzugeben ist freilich der Umfang des heute „Karnak“ genannten Gebietes, auf dem für Ort­
schaften, Klöster und Großgrundbesitz nebeneinander Platz war. — 5) Ich verwende im folgenden
durchweg die von Crum, A Coptic Dictionary, ixff. eingeführten Abkürzungen. Die eir.er Papyrus- bzw.
Ostraka-Publikation unmittelbar folgende Zahl bedeutet die Nummer, nicht die Seite; n. bedeutet
„Anmerkung“.
Band 66.] W. Hengstenbeeg : Die griechisch-koptischen Mor'Aon-Ostraka. 53

No. 1 = 0. Kopt. 17 No. 2=0. Kopt. 14

^HKIOKON f
•KfcXKi'X -CèvVk
^‘•pe .f - I?]

FTjjko/KoM • «

tef--
Ä'j.-a

IIav{vi)20,lvd.6 . Betreffend Apollon: 1 ’Emq>(i) 3, ln5. 6 . Betreffend Arion:


dyudf. 7 , odx. 35, anovaqr.3 105. In (die)
2 4 âfidÇ. 7 , crax. 35, oh. agr. 105. In die Mühle.
Mühle (? fivAcov).
6

No. 3 = 0. Kopt. 10 No. 4 = 0. Kopt. 19

\&vä^ '
'v
^ sw>‘
-£• **v>*
,c -t*
6 ? J

. BetreffendAdöra :
’Em<p(i)5,6lvö.e 6 7 'Em<p(() 6 , w5. 6 . Betreffend Apollon:
à/tdg. 15, odn. 77, oh. âçr. 224. In die äfidt. 4, (Tax. 20, oh. ägr. 60. In die Mühle.
Mühle.

1) Zu m*. n- bzw. voll ausgedrückt g*.nM*. "■ (so N0 . 28. 33) bzw. n- (N0 . 26) vgl. Crum,
Ep 349 n. 5- — Hier entspricht es griechischem öia in WS 355—7 oder I6yu> in 1. c. 360 3, nähere Be­
gründung s. unten S. 62. — 2) Als Casus ist wohl Akkusativ anzunehmen, also ä/*d£(as) odx{xovs) und akov
aQzdßaQ zu lesen. — 3) Zur Lesung des Sigels = akov äQtdßag vgl. unten N0 . 26 und S. 62. 4) Hier fehlt
der Artikel. — 5) Begründung s. unten S. 61. — 6) Der Schreiber hat wohl nur versehentlich das Zahl­
zeichen 6 der Indiktion vorausgesetzt und bringt es deshalb noch einmal an der gewohnten Stelle: merk­
würdig dann allerdings der Doppelpunkt zwischen Zahl und Indiktion. Unverständlich ist mir Mallon
REA, 2, 94, Schriftproben n. 5, wonach er an drei nicht bezeichneten Stellen dem Zahlzeichen q den Wert 5
gegeben hat! — 7) Zweifellos identisch mit dem vnupe N0 . 23; vgl. dazu die Namen *.«iopioc und
•i-i.Tiope bei Heuser, Personennamen 1, 61.
54 W. Hengsten bürg: Die griechisch-koptischen Mon-Aon-Ostraka. [66.Band.

No. 5 = 0. Kopt. 18 No. 6 = 0. Kopt. 20

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N,
^'vuiMnWjg'

y. •• fcH (Tmo/%omZ>№ ,
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/ ÉT^oy/'sOH
J^ x u » c h c

’ Em<p(i) 13, nö. 6 . Betreffend Paterne : 1 ’/r<5. 7 , nax(d)v) 28. Betreffend Adam:
d/^df. 7, crdx. 35, ff/r. dgr. 90. In die Mühle. oYT. dgr. 23. In die Mühle durch Moses.

No. 7=0. Kopt. lf No. 8—0. Kopt. 6

1 -X' TBMYIKH--

n^;A->a^nKrîî i \ c^e4^ -i ?

.1 ^ :^>fUOyxo
tTMO/KüH >
5>r4

’Ivd. 7, nav(vi) 1 .
Betreffend Paterne: , nav(vi) 7. Tbasilike2: Schaf­
6

ä(id£. 2 , crdx:. 10 , olt. uqt. 30. In die Mühle. fet (?) 3 fftT aoT. 10 in die Mühle.

1) Männlicher Eigenname, s. Preisigke, Namenbuch s. v. IJatiQvog und Crum, CO 145. —2) i&«.ci'Aikh,
vielleicht Frauenname entstanden aus t- und Baaütxr); zu letzterem s. Pape-Benseler, Eigennamen s.v.
(den Hinweis verdanke ich Prof. Spiegelberg). Vgl. aber No. 78 im Nachtrag. — 3) eene- gefaßt
gleich korrekt sahid. ic*.ne- „richten“ u. ä., vgl. unten S. 64.
Band 66.] W. Hengstenberc; : Die griechisch-koptischen Mov'Aon-Ostraka. 55

No. 9 = O. Kopt. 12 No. 10 = O. Kopt.13

■C- ■
J---------------------------------------------------------------- ------
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V4H••£ ••>v.It.-,'\) C^7;A


A
.f-r-OJ 3-

-p K-^e 1M07M M ; y\b>^ ^ \

'Ivb. 7 , nav(vi) 7. Betreffend Hatre1: ’/v<5. 7, nav(vl) 10. BetreffendArion:


àfiàÇ. 8 , adx■ 40. atz. uqt. 120 . In die Mühle. «waf. 2 , adx. 10 , atr. dgr. 30. In die Mühle.

No. 11 = Mallon I, 1 No. 12 = O. Kopt. 5

JLV^b- Kt.‘X '

P in*.» : ^ : n^-y : V
MÄ.nncnHpc'oc*
: c : cjm* : «e
c^c : oe €tmo
TT Aon e-f/Oßy !
' \0» '

’Ivb. 7, nav(vi) 10. Betreffend „die 'Ivb. 7, nav(yi)11. Betreffend Paiom ? 4

Türme“ (jtvgyog)2: äfidij. 5 , adx. 25, ah. agr.3 äfid^. 7, adx. 32, ah. oqt. 96. In die Mühle.
75. In die Mühle.

1) Männlicher Eigenname = ’Atgrj, vgl. Preisigke, Personennamen. — 2) Mallon, REA 2,93 denkt an
eine „propriété située dans le voisinage immédiat des pylônes“ von Karnak oder Luxor. Doch gab es nvQyoi
als Wirtschaftsgebäude genug allenthalben in Ägypten, vgl. Nachtrag. — 3) Mallon löst die Sigel für
alxw aQtdßaQ in a-/s auf, s. unten S. 62. — 4) itä-iom^oh-e scheint zusammenzugehören, vgl. auch No. 13,
wo ebenfalls keine Trennungspunkte nach ns.ioM stehen. Letzteres zweifellos männlicher Eigenname, vgl.
WS 75 n. 6, Wessely, Studien XX 2212 (saec. VI). bleibt rätselhaft: die Zahl 50 (vgl. achm. Teion-e)
hier kaum am Platz. — Vielleicht ist die Zahl 5, ausgedrückt durch 'toT und das Zahlzeichen e, zu
lesen( ? ). Gezählt würden dann vermutlich „Lieferungen“ (kopt. eÇopoc = <pogd) vgl. Bell WS S. 25, wo
allerdings nur von dem Weinmaß c^opoc die Rede ist. Über <poQd = „Lieferung s. unten No. 39 und S. 66.
Gegen meine Annahme spricht freilich das Fehlen der Trennungspunkte (!).
W. Hengstenberg; Die griechisch-koptischen MoirAon-Ostraka. [66. Band
56

No. 14 = 0. Kopt. 16
No. 13 = O. Kopt. 3

i K'MAm 1

/■
Vy7m\
V a> ^

'i+ipp- \

’Ivd.l,nav(vl)\8. Paiom? 1ä/idS.9,aöxA5, Vr3. 7,7 tau(w) 20. Betreffend Apollon:


ah. oQx. 135. In die Mühle. d/idl. 7 , ffdx. 35. (TtT. «er. 105. In die Mühle.
No. 16 = Malion I, 2
No. 15 = O. Kopt. 1

' f n*-\ p livxtt : ^: n


t^Tf:
r- KX'-MAHXno \noX\wn: ä.
: H c&» : M
txc • • P K
eT.vjoirAo
n
\0 Hy i

’Ivd. 7, 7iav(vL) 21. Betreffend Apollon: ’Ivd. 7, 7iav(vL) 23. Betreffend Apollon;
äfiäl 9 , odx. 45 , ah. &qx. 135. In die Mühle. d^udl. 8 , aax. 40, <rtr. dgr. 120 . In die Mühle.

No. 17 = O. Kopt. 8 No. 18. = O. Kopt. 21

4- */*/•'k+tpfiMA/t
&q, nQ j«:
*
;r ■i
A-ffpHe»,
\ \

\
i
j
'oV-Acii^j

’Ivd. 7,7iav(vl) 26. Betreffend Paterne:


7v3. 7, Ttcwj(vt) 29. Betreffend Apollon:
ipfö. 9 , odat. 45 , ah. ägt. 135. In die Mühle.
äfid£. 4, ffdx. 21, (TtT. der. 63. In die Mühle.

1) Vor n&ioM ein M&n- möglicherweise verlorengegangen; vgl. im übrigen No. 12.
W. Hengstenberg : Die griechisch-koptischen MOTAon-Ostraka. 57
Band 66.]

No. 20 = O. Kopt. 7
No. 19 = O. Kopt. 11

MlPOhKt

gr^Oy\0H: ON i 1
..... 7

'Ivd.7 ,nav(vf) ? Betreffend „dieTürme“


7v(5.] 7 7iav(v() ? Betreffend Apollon:
äfidl 8 , adx. ?, <xtr. oqt. 120 . In die Mühle. (jivQyog) : ä/sidij. 9, aax. 45, orr. agT. 135. In
1

die Mühle.

No. 22 = Malion I. 3
No. 21 = O. Kopt. 4

p^

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yUfcwrcp'tf f A'Uvr \ §^nM&.n^Tiope

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C!X1 C? * e™OT
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7m5. 7, ejii<p(i)2. Betreffend Guthe8: ’Ivd. 7, em<p{i) 7. Betreffend Atöre4:


d/zdf. 13, erd*. 64, crir. der. 174. Schaffet(?) 3
d^d|. 4 , <rd*. 20 , aix. OQT. 60. In die Mühle.
aix. dgx. 16 in die Mühle.

1) Vgl. oben No. 11. — 2) Männlicher Personenname == rovv&o;, vgl. Preisigke, Namenbuch, -3)Vgl.
oben S. 55 n. 3. — 4) Vgl. oben S. 53 n. 7.
O
Zeitechr. f. Ägypt. 8pr., 66. Band.
58 W. Hengstenberg : Die griechisch-koptischen jworAon-Ostraka. [66. Band.

No. 23 = O. Kopt. 9 No. 24 = Mallon I. 4

p^*

M^n^piUJH
^ * cMi ❖
Xe- cxt oe
eene . c^c
eT.woTr?V.on

'M. 7, inup(C) 7. Betreffend Apa Lau- 7v<5. 7, enup(i) 14. Betreffend Arion3
rete1:^«^.?. j6x.3Z,aix.dqt. 81. Schafft(?)2 ä/jtd£.7, (Tax. 35, oix. oqx. 75. Schafft aix
(Tir. dgT. 15 in die Mühle. dgx. 30 in die Mühle.

No. 25 = Mallon II. 1 No. 26 = O. Kopt. 22

p ^ltiK e i<?MJvn
c*r e -y> cy^c . .
eTMOir'Xon

7r<5. 9, na%(b{v) 13. Betreffend ?: *aax. 5, IIaxd>(v) 30,9.7v<5.6. Betreffend Hatre:

0aA.5 7, aix. oqx. ? In die Mühle. aax. 15, äfid£. 3, aix. oqx. 45. Betreffend
Apollon: dal 17, aix. oqx. 347. In die Mühle. 9.

1) Wohl = AavgivTios (fehlt in Preisigkes Namenbuch); zum Ausfall des Nasals vor Tenuis vgl
poToe (No. 21). — 2) Vgl. No. 8, 21. — 3) Vgl. No. 2 und 10, wo die Lesung &pü»n sicher ist.
4) Es scheint nur der Name zu fehlen; ä/m£ai werden also nicht erwähnt. — 5) Lies gnech. {kiÄ(Xiat
und nicht etwa koptisch e*.A(ic), vgl. Winlock-Crum, Ep I 9 n. 10. Das Getreidemaß öakUov steht zur
Weizen-Artaba im Verhältnis 1: 2, s. Bell, WS S. 20—1; 156—7; vgl. hier unten S. 64 und Nachtrag. — 6) Vgl
die Zusammenstellung von Abkür^ ?uigen für ivdixrlovog bei Wessely, Stud. VIII, 230—1: zu scheinbarem *
statt (in u5) vgl. no. 1065. 1199; der Doppelstrich als Abkürzungszeichen häufig. Zur Vorausstellung der
Zahl vor der Indiktion vgl. hier No. 34. 35. 36. — Die Ziffer 9 scheint auch am Schluß der Urkunde zr
stehen: Wiederholung des Datums? — 7) Vgl. n. 5.
Band 66.] W. Hengstenberg : Die griechisch-koptischen MorAon-Ostraka. 59

No. 27 = O. Kopt. 2 No. 28 — Mallon II.3

KA.

^nAlMl^piiyn
\ eTMOirXoii

£TA*oy)CoU ) -y
T5: '
C^ft ?Ve : cxc Pe

7m5. 9, Tta(wt) 1. Betreffend Pabinos1: Betreffend Arion2.


Ilav(vi)2l,ivd.$.
d/w|. 3, ffaxl 15, ah. oqt. 45 . In die Mühle. IndieMühle:d/xdf. 7,ad*. 35,oh.oqt. 105.

No. 29 = Mallon II. 4 No. 30 = Mallon II. 5


p •*.№ « n . . .
p •i.iHH ^ : n MT * ne
&.no2 V.ton . & . . .
MA.niiA.Tepne * :n* 6 c\ . . .

cah : n* f^f p«*


C!XLC P • • •
eTMOTr\o« «'tmottX. ...

7w5. 9, jiav(vi’) 25. Betreffend Paterne : ’Ivö. 9 ,7iav(yi) ? (? Betreffend) Apollon:


qaaf. 10®, (Tax. 50, oh. ägr. 150. In die
&(od. ?))4, d/id£. 2, adx. h oh. OQT. lxx5. In
Mühle. die Mühle.

No. 32 = Mallon II. 7


No. 31 = Mallon II. 6
p eiiu\) e
p •Ä.mti & erutjj a
m^u « MMi
ju.A.tt§ATpe ^ma^ nATepne am
i ; cA.tt n cy^c pn
A^ A CA» C cy^c l€
CTMO'B'X.On «TMOirAon
’Ivö. 9, im<p{o 1. Betreffend Hatre: ’Enup. 5 , M. 9 . Betreffend Paterne:
äfiäl 10 , odx. 50, oh. agr. 150. In die Mühle. d/idl. 1, odx. 5 , oh. oqt. 15. In die Mühle.

1) Männlicher Eigenname, entstanden aus n- und 'Aßiwacog, Preisigke, Namenbuch s.v. 'Aß. und
N. 45. 47 . 53 die Schreibung n^uece. - 2) Ygl. No. 24. - 3) Die hier stehende Ziffer n ist^wie Mal­
lon richtig sieht, nur als Versehen des Schreibers zu erklären; zu stehen hat die Ziffer 10 Vg .
No. 31. — 4) Vermutlich &(a).Ua) mit nachfolgender Zahl; vgl. No. 25. — 5) d. h. Artabenza
100(1); s. unten S. 64.
O
W. Hengstenbeeg : Die griechisch-koptischen MOT'Aoit-Ostraka. [66. Band.
60

No. 33 = Malion II. 8 No. 34 = Mallon II. 9


p em^> i e ti^iü
£*>.q»oi MnpHc
njw^nn^Tepne
I CA.»
€ . C*» R€
M€ : CXC p*^e
c^c oe eT.HOT
€TMO . . .
Aon
Aon

’Emq>. 10, Ivd. 9. Betreffend Paterne : ’Em<p{() 10. 9. ivd. Unter (der Rubrik
qua!. 5 1, oax. 25, oh. oqt. 95(!?) 2 . In die von) dem Südacker: ap.ä£. 9, oax. 45,
3

Mühle. oh. oqx. 135. In die Mühle.

No. 35 = Mallon II. 10. No. 36 = Mallon II. 11

p em3> m *
p emt|> k\ e ni»
e nnoa'en M^nnM^MT
uoge ife eene cy^c h* (c^c ^)
ca.» ne c^t p^H eTMOTrXon
eTMOtrAort
’Enup(£) 19, 9. ivd. Das Große Feld: ’Enupij) 21, 9. ’ivd. Betreffend Pagau4.
à[idÇ. 12 , oâx. 55, oh. âgr. 168. In die Mühle. Schaf ft (? ) ah. oqt. 13, ah. agr. I in die Mühle.
5 8

No. 37 = Mallon II. 12 No. 38 = Berlin 14703

1 : w
enitjj...
ni-Mi e M\nne IjtnÄ^rKX'
nHpnoc £t
!eAn^08NCC-KeïH^
c^ft iis. : c^c *
eTMOTT^Von

’Eiu(p(i) ?, ivd. 9. Betreffend „die 77 «£c6 (v) 27. Unter (der Rubrik von)

Türme“ (nvgyoi): a/xdl 2 , oax. 11, oh. oqt. 33. dem Speicher des Sekeina8. In die Mühle:
7

In die Mühle. qadf. 6 , aax. 309.


1) Unklar, was das bei Mallon nach dem Zahlzeichen e stehende Zeichen bedeuten soll. Doch steht
die Zahl der Wägen zu denjenigen der Säcke in dem zu erwartenden Verhältnis. — 2) Tatsächlich steht die
Ziffer qe = 95, s. Schrifttafel REA 2, 94 n. 4 (q hier und im folgenden = 90). Mallon liest statt dessen
oe = 75, was nicht möglich ist, obwohl allerdings 75 Artaben das zu erwartende Artabenquantum darstellen
würden. Der wahre Sachverhalt bleibt also ungeklärt. — 3) Zu diesem g*.- vgl. die Öl-Listen Ryl 249. 250, wo
die Namen der Personen, von denen öl gekauft wurde, mit der Präposition g*.- eingeleitet werden; z. B. Ryl 250
eA*.icnr 'Ae. — 4) Männlicher Eigenname, entstanden aus n- + 'Axav, vgl. Preisigke, Namen­
buch s. v. — 5) Vgl. No. 8. — 6) Nach Mallon steht die zweite Artabenangabe „en petites lettres ä la fin
de la ligne“. Vielleicht wurden im ganzen 14 Artaben geliefert. — 7) Zu *.go vgl. Nachtrag. 8) Zu dem
Personennamen eenem*, vgl. cenem-r*. in Djeme, J 45 19' 37 - 9) Da das Ostrakon vollständig ist, fehlte
die Artabenzahl von jeher.
W. Hengstenberg : Die griechisch-koptischen MorAon-Ostraka. 61
Band 66.]

No. 39 = Malion II. 2

p IWX^lOU KH • e 3?°P Pachon 281; 5ter Transport (yogä)2.


In dem Speicher des Zekiel in die
3 4

Mühle: qudf. 3, adx. 15, Körbe 2 , ah. oqt.


5

f TMOTrTVOU ■
34 ; was den 2 ten (sc. Transport) betrifft
ciwtt : ïe : flip • ft (= öiä devTEqag sc. <poQ&;6): verdorben (acmgov)
aur. aßt. 11).

Bei der nun folgenden zusammenfassenden Besprechung erhebt sich sofort als vor­
dringlichste der Fragen: was bedeutet ctmottTVoh ? Mallon faßt es als koptischen Relativ­
satz = eT-M-go^on und übersetzt es demgemäß mit „c’est aucomplet“ oder „c’est juste .
Diese Übersetzung scheint mir im höchsten Grad unwahrscheinlich, wenn nicht un­
möglich. Unwahrscheinlich — abgesehen von sprachlichen Gründen — schon deshalb,
weil eine ähnliche griechische Formel mit olov nirgends auf Quittungen oder sonstwo
zu belegen ist. Viel näher Hegt es, ein aus dem Griechischen herübergenommenes Fremd­
wort Moir\on mit dem Fern.-Artikel t- und der Präposition e- „nach“, „hinein in“ oder
„in bezug auf“ anzunehmen. mou-TVo« aus fiovXa „Maultier“, woran ich wegen des eigen­
artigen Fern.-Artikels zunächst dachte, herzuleiten geht nicht nur deswegen nicht an,
weil es auch im Koptischen nur in der Form mottAa. m. W. belegt ist7, sondern vor allem,
weil beim Maultier als Fortbringungsmittel nicht die Präposition e-, sondern £ith- stehen
müßte8. Dagegen wird mit mottAou im Bohairischen das griechische fivXog „Handmühle“
wiedergegeben:
Exod. 1 1 . 5 io)Q TiQonoTÖxov trjs $EQ(maivr]S Tfjg nagä rov fivhov: UJ&. nujopn mmici it^fitOKi
oh €t^€mci (man beachte den Artikel!).
Apoc. 18. 22 xai cpcovrj fivXov ov /irj atxovo'dfj ev aol ert: Sa is.'yio imeTrceT.w.gpoo'jr mmh-
n^HTe : Bo tcmh mmottAoh SnoTctoTCM epoq<81C).
Is. 47 . 2 Xaßs fi^Xov: Bo <3\ noirMH^on*9.
Aber auch der große, vom Esel getriebene Mühlstein, der jivkog (bzw. PMog) övixoq
wird im Bohairischen durch toniMMO'ir'Xo« wiedergegeben, dem im Sahidischen ein (Mte
Seme entspricht: so Matth. 18. 6 ; Marc. 9. 42; Luc. 17.210. — Das mot\oh unserer Texte,
das in ihnen — so weit ich sehe — zum ersten Male auf sahidischem Sprachgebiet auf­
taucht, dürfte also „Mühle“ bedeuten. Vielleicht ist mott^oiv als eine Mischform aus fivhg
einerseits und fivXalov (Mühlbetrieb), [ivXmv (Mühlhaus) andererseits zu verstehen. ^ Für
den auffallenden weiblichen Artikel t-, der glücklicherweise durch die bohairische

1) Da alle übrigen Ostraka von Mallons „Nouvelle Série“ der 9ten Indiktion angehören, wird wohl
auch dieses Stück aus demselben Jahre stammen. — 2) <poQa = „delivery“ oder „convoy“, s. Bell, WS
S. 106—9; vgl. unten S. 66. — 3) S. u. S. 68 Anm. 2. — 4) Dieselbe Abkürzung für Jezechiel auch
in den Djême-Urkunden, s. Index S. 437. - 5) feip „Korb“ aus .Palmblättern, vornehmlich zur Auf­
nahme von Brot, s. Winlock-Crum, Ep I 155. — 6) Mallon setzt in den Text -a.fi und sagt, beide
Buchstaben seien „séparés par une barre verticale coupée d’une barre oblique sous •*“; er vermutet
eine Bruchzahl. Zur obigen Auflösung vgl. WS 2962 wozu Bell: „perhaps another way of indicating
the 1st qjoqd“. — 7) Vgl. Budge, Miscellaneous Texts, Index. — 8) Vgl. z. B. Crum, Short Texts 1284
Tujopn m<S>op*. gi-mimo-MOirA nT*n. In WS 1894 in der gleichen Bedeutung ÏÏTe'.-n-e^MOTfA. — 9) Auch
Ri. 9. 53 entspricht xXda/ia fivXau im Sahidischen ots-A^km nujne hcikf, s. Maspero MMFC. 6,145. — 10) Neben
motAoh bedient sich das Bohairische für pvXoç „Handmühle“ auch noch des Wortes ctiii. Auch dafür,
ebenso wie für boh. motAoh, setzt das Sahidische so Num. 11. 8 (s. Maspero 1. c. 101);
Matth. 24. 41. — Umgekehrt wird Deut. 24. 6 ovx èvsxveàaeiç fivXov ovôè imfivXiov im Boh. mit nncKeA on-
n*.oTto oTT-^e qm eTgi^en ^erni wiedergegeben, während im Sahid. ïmeK*i mmone hcikê
neipw oT^e neujeTmoir r gicoojq steht (s. Budge, Biblical. Texts 70).
62 W. Hengstenberg : Die griechisch-koptischen MoVAon-Ostraka. [66.Band.

Fassung von Ex. 11 . 5 bestätigt wird1, wüßte ich allerdings keine bessere Erklärung als
daß er aus einer Kontamination mit gleichbedeutendem /irjxavtf oder /ivkrj3 entstanden
2

wäre. Ob man die Präposition e- mit „hinein in“ oder, wie etwa das elg in WS 1246
mit „auf Rechnung von“ übersetzen will, ist ziemlich unerheblich: jedenfalls ist „die
Mühle“ der Ort, für den das Getreide bestimmt war.
Der Ausgangsort des Getreides wird in der Mehrzahl der Fälle durch ein ü
bzw. seine Abarten eingeleitet (vgl. oben S. 53 n. 1). Statt dessen findet sich zweimal
einfaches (No. 34. 38), einmal gn- (No. 39) und dreimal der reine Nominativ (No. 8 .
13. 35) ohne Präposition4. In jedem Falle, ob Präposition oder bloßer Nominativ, immer
wird an dieser Stelle (nach dem Datum) die Provenienz des Getreides angegeben.
Das eigentliche om/na. der Urkunde wird gebildet durch die Angabe einer Anzahl
von Wägen (äfia^ai), Säcken (odxxoi) und Weizen-Artaben (akov agraßai). Das
Sigel für das letztere Getreidemaß ist freilich etwas ungewöhnlich, doch ist die Auf­
lösung durch No. 26 zur Genüge gesichert6. — Das Verhältnis der den drei Einheiten
beigegebenen Zahlen ist — wie Mallon schon gezeigt hat — in der Mehrzahl der Fälle,
d. h. auf 21 unter 39 Ostraka wie 1 : 5 : 15, d. h. die Zahl der Säcke beträgt das 5fache
der Wägen, die Zahl der Artaben das 15 fache der Wägen, bzw. das 3 fache der Säcke.
Dies letztere Verhältnis ist nun tatsächlich das zu erwartende, denn nach Wilcken
faßt unter normalen Bedingungen 1 Sack 3 Artaben Weizen6. Das feste Verhältnis, in dem
die Zahlen der Wägen, Säcke und Artaben zueinander stehen, verbietet nun aber einerseits
die drei Einheiten zu addieren; d. h. es wurde z. B. in Nr. 32 nicht 1 Wagen + 5 Säcke + 15
Artaben, sondern im ganzen nur 15 Artaben abgeliefert. Andererseits können aber auch
&[ia£ai und aaxxoi hier keine abstrakten Getreidemaße sein: dann wären die gleich zu
besprechenden Abweichungen von den normalen Verhältniszahlen nicht erklärlich. Kurz
es wurden, um bei dem Beispiel von Nr. 32 zu bleiben, auf der Tenne des Paterne 5 Säcke
mit zusammen 15 Artaben Weizen (1 Sack mit je 3 Artaben) gefüllt und diese Säcke
wurden auf 1 Wagen bzw. Karren zur Mühle gefahren7.
Was nun die Abweichungen von dem eben skizzierten Schema betrifft, so liegt die
harmloseste wohl da vor, wo eine oder zwei der drei gewohnten Einheiten fehlen8. In
No. 38: qitdl. 6 , adx. 30 beruht das Fehlen der Artaben vielleicht nur auf einem Versehen
des auf diesem Stück überhaupt aus seiner Gewohnheit heraustretenden (ctmotAoh steht
nicht am Schluß) Beamten. Auch verstand es sich wohl von selber, daß, wenn nichts
ausdrücklich bemerkt war, 30 Säcke eben 90 Artaben Weizen enthielten. Interessanter
ist No. 6 , wo äfiagcu und adxxoi fehlen: hier ist die Zahl der au. ägv. (23) auffallend klein;
außerdem wird hier (das einzige Mal!) auch der Überbringer, ein gewisser Moses, genannt:
hier also kann tatsächlich ein Ausnahmefall vorliegen, d. h. das Getreide mag nicht wie

1) Die Kenntnis dieser Stelle verdanke ich Herrn Professor Spiegelberg, der mich auf 0. v. Lemm,
Kleine Koptische Studien X, 2 hinwies, wo von den verschiedenen Ausdrücken für „Mühle“ gehandelt wird. —
2) Vgl. ßTjxavrj oiTaXezimi = „Mehlmühle“ (Preisigke, Griech. Wörterbuch s. v.) — 3) nvhq (regelmäßig
verballhornt in nvh\), heißt der Mühlstein auf einer aus Djeme stammenden Verkaufsurkunde in New York,
s. Crum in Ep I 173 n. 12. — 4) So auch WS 2121. 2132 u. ff. — 5) Mallon wollte oxoivla lesen, was
aber als Längenmaß hier nicht in Betracht kommt. — 6) Ostraka I 754: „In der Regel waren auf 1 Esel,
bzw. 1 Sack 3 Artaben Weizen gerechnet“ — folgen zwei Ausnahmen, die hier unten S. 64 n. 1 besprochen
sind. Dasselbe Verhältnis von 1: 3 in Tebt.-Pap. (II) 538. — In WS 1872 enthalten 36 Säcke 85, also
der einzelne Sack durchschnittlich nur 2% Artaben Weizen; doch ist es wohl kein Zufall, daß hier nicht
der Terminus adxxog, sondern «'ooime steht. Den beiden verschiedenen Termini entsprechen vielleicht auch
zwei Arten von Säcken mit verschiedenem Volumen; vgl. unten S. 64. — 7) Auch der Dreschschlitten heißt
griechisch äjua£a s. Schnebel 178 und vgl. Ep I Tafel XVII. Doch müssen die äßa^ai unsrer Ostraka
richtige Wägen sein, da sie ja mit Getreidesäcken beladen werden. — 8) Alle Fälle mit eene werden
gesondert besprochen.
Band 66.] W. Hengstenberg: Die griechisch-koptischen Mo-s-Acm-Ostraka. 63

sonst auf Wägen, sondern mit Benutzung eines ändern Beförderungsmittels, etwa auf
Kamelsrücken, in die Mühle geliefert worden sein.
Schwieriger wird dagegen die Erklärung da, wo die drei Einheiten zwar genannt
sind, jedoch nicht in dem gewohnten Verhältnis 1 :5: 15 zueinander stehen. Um diese
Ausnahmefälle einigermaßen zu verstehen, wird man sich klar machen müssen, daß ja
die Artabe als ein Hohlmaß an sich kein konstantes Gewicht besitzt. Nur bei normaler
Beschaffenheit des Weizens hatte deshalb die Norm, daß 1 Wagen mit 15 Artaben belastet
werden konnte, ihre Gültigkeit. War z. B. der Weizen abgelagert und ausgetrocknet,
so wog die Artabe eines solchen Weizens leichter, und es konnten also dementsprechend
mehr Artaben auf den Wagen geladen werden. Wog dagegen die Weizenartabe infolge
feuchten Zustandes des Getreides schwerer als gewöhnlich, so konnte auch der Wagen
nicht mit vollen 15 Artaben belastet werden. Dagegen wird das Verhältnis 1 : 3, das
zwischen Säcken und Artaben herrscht, durch anormale Beschaffenheit des Getreides
an sich nicht verändert werden: immer werden 3 Raum-Artaben 1 Sack füllen. — Dem­
zufolge wird man in No. 8 (d/^df. 4, adx. 21 , ah. 63) und in No. 37 (a/id£. 2 , adx. 11 ,
ah. dgr. 33 ), wo also die Artabenzahl zwar das Dreifache der Säcke, aber mehr als das
Fünfzehnfache der Säcke beträgt, anzunehmen haben, daß in beiden Fällen das Getreide
so leicht wog, daß man je einen der Wägen statt mit 5 mit 6 Säcken belasten konnte.
Analog wird man in No. 12 (dfid£. 7, adx. 32, an. oqt. 96), auf Feuchtigkeit schließen,
die allerdings nur zum kleineren Teil das Getreide affiziert haben kann, denn sonst hätte
man ja nicht 4 der Wägen mit normalen 5 Säcken, und nur 3 Wägen mit je 4 Säcken
beladen können.
Aber es sind uns auch zwei Fälle von doppelter Unregelmäßigkeit erhalten, Fälle,
bei denen abgesehen von dem anormalen Verhältnis der Artabenzahl zur Zahl der Wägen,
auch Säcke und Artaben nicht in dem Verhältnis 1 : 3 stehen; nämlich No. 3 (d/«zf. 15,
adx. 77 , an. oqt. 224) und No. 35 (d,«df. 12 , adx. 55, au. oqt. 168). Die Ursache dieser Ab­
weichungen von der Norm wird wohl auch hier der in sich ungleichmäßige Zustand des
Weizens gewesen sein. So hatte man in No. 3, wo die Zahl der Säcke um 2 zu hoch ist
(denn die 224 Artaben wären normalerweise in 75 Säcke gefüllt worden!) vielleicht das
Getreide zunächst als ausgedörrt befunden, und deshalb gehofft, auf den 15 Wägen
77 normal gefüllte Säcke unterbringen zu können. Bei der Einfüllung aber stieß man
dann auf feuchtere Lagen im Getreide und füllte darum einige der bereit gehaltenen
77 Säcke nicht vollständig. In No. 35, wo die Artabenzahl bedeutend geringer ist, als

die Zahl der Wägen erwarten ließe (168 statt 12-15 = 180), liegt dagegen wohl ein Fall
von durchschnittlich abnormer Feuchtigkeit des Getreides vor. Dagegen wird man auf
eine Erklärung dafür, wie es möglich war, 168 Artaben statt in 56 Säcken in deren 55
unterzubringen, verzichten müssen.
Völlig unerklärlich scheinen zunächst auch die Fälle von No. 5 (ä/id$. 7, aax. 35,
ah. oqt. 90) und von No. 33 (qud£. 5, adx. 25, ah. dqx. 95) zu sein. Hier also stehen
die Zahlen der Säcke zu denjenigen der Wägen durchaus im gewohnten Verhältnis; da­
gegen wäre in No. 5 der Sack mit durchschnittlich nur 2,57, was an sich natürlich möglich,
in No. 35 mit 3,8 Artaben, was ganz unmöglich ist, gefüllt gewesen. Außerdem wären
im ersten Fall die Wägen auffallend unterbelastet, im zweiten in geradezu unmöglicher
Weise überbelastet gewesen. Die einzig mögliche Erklärung wäre, daß tatsächlich in No. 5
die 35 Säcke 105 Artaben, in No. 33 die 25 Säcke 75 Artaben enthalten haben, daß aber
in No. 5 nur 90 Artaben dem Paterne angerechnet werden, weil bei einer der vorher­
gehenden Lieferungen (cpogai) dieses Bauern 15 Artaben schlecht oder zu wenig waren,
während in No. 33 demselben Paterne 20 Artaben mehr gerechnet werden, als er mit
der betreffenden yoqd geliefert hat, weil er solche von früheren cpoqai her noch gut
64 W. Hengstenberg : Die griechisch-koptischen jwoVAon-Ostraka. [66. Band.

hatte(?)1. — Daß in der Tat gelegentlich in dieser Weise ineinander gerechnet wurde,
zeigt No. 39 : unter der Rubrik „5te Lieferung“ werden hier gemeldet: a/iä^. 3, aax. 15,
— aber ah. äqx. nur 34 (statt 45); der Grund, warum die 11 Artaben fehlen, folgt, unter
der Rubrik öua devregag tpogäg stehend, unmittelbar: aajtgov ah. dg r. ia : d. h. doch
wohl, daß von 45 tatsächlich gelieferten Artaben nur 34 Artaben gerechnet werden, weil
11 bei einer vorhergehenden <pogd gelieferte Artaben als schlecht befunden waren: also
ein speziell No. 5 ähnlicher Fall2.
Drei unsrer Ostraka erwähnen ftalMa, und es erhebt sich die Frage: bedeutet
ftalliov eine konkrete Verpackungsart, wie in WS 189, wo es koptischem arocrme (Sack?)
gleich ist3, oder ist es ein abstraktes Getreidemaß ? Letzteres nimmt Bell an in ähnlichen
Fällen, wie unsere No. 26 (&ak. 17, ah. oqt. 34), wo also die Artabenzahl genau das Doppelte
der #aAAtd beträgt: d. h. es würde dann nur zu größerer Sicherheit dieselbe Getreidemenge
nach zwei verschiedenen Maßeinheiten benannt4. Wie aber ist dann No. 25 (aax. 5, &al. 7,
ah. oqt. ?) zu verstehen? Betrug die leider verlorengegangene Weizenmenge 2 - 7 =
14 Artaben, d. h. wurde durch die Angabe der 7 {faMm darauf hingewiesen, daß die
5 Säcke statt mit 15, nur mit 14 Artaben gefüllt waren? Oder aber ist ■dalliow hier

eine von den aaxxoi verschiedene Verpackung, in der weiterer Weizen, und zwar je 2 Ar­
taben in 1 ftaMiov befördert wurde; betrug also die Gesamtmenge: 3-5 = 15 +
2-7 = 14, d. h. 29 Artaben ? Zugunsten der letzteren Annahme scheint nun No. 30

zu sprechen (pal. ?, d/«xf. 2 , aax. ?, ah. oqt. 1X X): da hier die 2 Wagen nur auf 10
Säcke und 30 Artaben schließen lassen, die Weizenmenge aber über 100 Artaben betrug,
müssen die dallia über 70 Artaben enthalten haben. Da aber selbstverständlich die
angegebenen 2 Wägen nicht die ganze Getreidemenge überführen konnten, muß noch
auf eine andere Transportart, etwa auf Esel oder Kamele geschlossen werden. Da nun
6

ebenso in No. 25 und 26 keine Wägen erwähnt werden, muß ftalMov eine Verpackungsart
(etwa eine von den aaxxoi verschiedene Art von Säcken) gewesen sein, die in Anwendung
kam, wenn der Weizen nicht auf Wägen, sondern anderswie (vermutlich von Lasttieren)
transportiert werden sollte.
Es bleiben nun noch die 5 Ostraka mit rätselhaftem eene zur Besprechung übrig.
Diesem eene folgt immer ah. oqt. mit der Zahl nach: es kann also keine Maßbezeichnung
sein. In No. 24: d/zdf. 7, aax. 35, ah. oqt. 75 (statt 105!) eene ah. oqt. 30 beträgt der
nach eene vermerkte Artabenposten genau die Differenz, um welche die zunächst an­
gegebene Artabenmenge kleiner ist, als zu erwarten war. Nicht so glatt, wie in No. 24,
geht die Rechnung auf in No. 21 und 23: apd£. 13, aax. 64(!), ah. oqt. 174 (statt
3 • 64 = 192), eene ah. oqt. 16 (statt 192—174 = 18); bzw. qwaf. 7, aax. 33(!), ah. oqt. 81
(statt 3 33 = 99), eene ah. oqt. 15 (statt 99—81 = 18). Es herrscht also nicht nur
die oben S. 63 auch bei No. 3 und 35 beobachtete „doppelte Unregelmäßigkeit“, sondern
der nach eene verzeichnete Artabenposten erreicht nur annähernd die zu erwartende
Differenzzahl (in No. 21 fehlen 2 , in No. 23 gar 3 Artaben). Immerhin wird man gelten
lassen dürfen, daß in No. 21 . 23. 24 die hinter eene angegebenen Artaben ganz oder

1) Der Fall von No. 33 ist so auffallend, daß man die Möglichkeit in Betracht ziehen muß, entweder
der Schreiber des Ostrakons habe sich verschrieben oder Mallon in der Lesung geirrt (vgl. oben). — Zum
Vergleich seien hier noch die bei Wilcken, Ostraka 1. c. sich findenden Ausnahmefälle angeführt: No. 1099
Svoi er/, &QT. h¥ und No. 1108 ovoi x&’, &qx. n&‘, d. h. die Säcke, welche die Esel tragen, wären durchschnittlich
mit 2,17 bzw. 3,08 Artaben gefüllt gewesen. — 2) Weiteres zu No. 39 s. im Nachtrag. — Die in
No. 39 außerdem gemeldeten Körbe enthielten wohl keinen Weizen, sondern irgendwelche andere Natu­
ralien als Pachtabgabe(?). — 3) Vgl. Bell, WS S. 20. — 4) So Bell, I.e. S. 157: „an alternative way
of expressing the amount stated in artabas“. — 5) Nach Schnebel, Landwirtschaft I 338, konnte 1 Esel
durchschnittlich mit 3, 1 Kamel mit 6 Artaben Weizen belastet werden.
Band 66.] W. Hengstenberg : Die griechisch-koptischen .woVAon-Ostraka. 65

annähernd die Differenz ersetzen, um welche das zunächst angegebene Artabenquantum


zu niedrig ist. Trotzdem geht es nicht an, ceue mit dem ocoiqov von No. 39 gleich­
zusetzen; u. a. deshalb nicht, weil in No. 8 (ceue an. wn. 10 ) und No. 36 (ceue au äor.
13, an. oqt. 1) ceue mit folgenden Artabenposten allein steht: es ist aber undenkbar,
daß man derartige Urkunden auf setzte, nur um faules Getreide in der Mühle anzumelden.
— Andererseits steht dem Versuche eene mit koptischem «me (xfoaia) bzw. cenH
(„Kasten“) in Verbindung zu bringen, wofür ich mich zunächst im Anschluß an Vita
Sinuthii 717 entschieden hatte, die Schwierigkeit entgegen, daß ein koptisches, den
Bestimmungs- oder Herkunftsort des Getreides angebendes Nomen nicht ohne Prä­
position und Artikel stehen kann. Deshalb glaube ich eene als einen Imperativ, und
zwar in Status-constructus-Form, fassen zu sollen, dem das Sigel von au(ov) aqrdßias)
unmittelbar folgt, eene- ist also wohl eine dialektische Form statt korrekt sahi-
dischem Tca^ne-; man vergleiche dazu die ähnlichen Formen auf Ostraka von
Djeme: CO Ad. 54 ceno-, Ep 351 cemo-, Ep 287 een**, Ep 371. CO 291 ceno*.
In CO Ad. 54 ist Tc^no (bzw. seine Abarten) völlig gleichbedeutend mit cMine „(einen
Vertrag) aufsetzen“. In Ep 441 wird nach Crum tc^uo gebraucht für die „Her­
stellung“ eines Rezepts, in Ep 287. 371. ST 384 für die „Wiederinstandsetzung“ eines
Zaumzeugs, einer Sandale, bzw. von Büchern1. Doch scheint mir in tcjvko ebenso wie
in cMine, mit dem es gleichbedeutend ist, außer der Wiederherstellung auch die Zu­
stellung des betreffenden Gegenstandes in geordnetem tadellosem Zustand an seinen
Eigentümer zu liegen2. So glaube ich, daß auch mit eene- au. oqt................ eT.uoir7V.cm nur
die ordnungsgemäße Überweisung bzw. Zustellung der betreffenden Weizen-Arfcaben
anbefohlen wird; d. h. sie sollen unmittelbar in die Mühle „geschafft“ werden. Was dann
allerdings in No. 21 mit den 174, in No. 23 mit den 81, in No. 24 mit den 75 Artaben, also
jedesmal mit der Hauptmasse des Getreides zu geschehen hatte, bleibt vorderhand völlig
unaufgeklärt (vgl. jedoch den Nachtrag).
Durch die an erster Stelle verzeichneten Monatstage sind wir genau über die Jahres­
zeit unterrichtet, in der das Getreide in die Mühle geliefert wurde. Der früheste Tag,
von dem wir hören, ist der 13. Pachön (8 . Mai: No. 25), der späteste der 21 . Epiphi
(15. Juli: No. 36). Dem Pachön gehören 5, dem Payni 19, dem Epiphi 15 Stücke an.
Man sieht aus dieser Sachlage, daß für gewöhnlich Ende Pachön mit den Lieferungen
begonnen wurde, daß die Hauptmasse der Lieferungen im Payni vor sich ging, daß diese
sich aber bis spät in den Epiphi hinein hinziehen konnten. Da aber der Pachön der Haupt­
erntemonat war3, ist es klar, daß die Kolonen zunächst das Getreide von ihrem Feld
auf ihre Tennen schafften, und daß dann nach Schluß der Ernte die allmähliche Über­
führung des Getreides von den Tennen zur Mühle vor sich ging.
Mehrere Ostraka handeln von Getreide derselben Provenienz; und zwar handeln
von Getreide des Apollon 9 , von solchem des Paterne 5, von solchem des Arion 4, von
solchem des Hatre und aus den Pyrgoi je 3, von solchem des Atöre und des Paiom je
2 Ostraka. Bei der Zusammenstellung dieser Gruppen läßt sich erkennen, daß das auf
einer bestimmten Tenne lagernde Getreide in sehr kurzen Abständen, unter Umständen
an zwei aufeinanderfolgenden Tagen abgeholt werden konnte. So muß Apollon im Payni
desselben Jahres (der 7. Indiktion) abliefern: am 20 ten (No. 14), 21 ten (No. 15), 23ten

1) Vgl. Ep 255 n. 5; 287 n. 5; 441 n. 3 und dazu Schenute III 1242 eTpengwfc . . . . ujwne
gnoTTCi.no = das Werk soll sein in „Ordnung“. — 2) Ep 287 g*.T*.eMTö.T enT*.oircen*.c n*i möchte ich
übersetzen: „(ich will bezahlen) für mein Zaumzeug, das man mir (in repariertem Zustand) zugestellt hat ,

und Ep 371 nqcenoq n«.n*. h otot*. goAoc = „und er soll sie (= die Sandale) dem Apa Victor
zustellen oder überhaupt eine andere“. — 3) Vgl. Schnebel, Landwirtschaft I. 164.
Q
Zeitachr. f. Ägypt. Spr.. 66. Band.
W. Hengstenberg : Die griochisch-koptischen Mon'Aon-Ostraka. [66. Band.
66

(No. 16), 29ten (No. 18), am ?ten (No. 19) d. Mts. Alle diese Payni-Lieferungen sind
„regelmäßig“, d.h. das Zahlenverhältnis der drei Einheiten ist wie 1 : 5 : 1 5 ; nur die
wohl letzte (No. 18 vom 29ten d. Mts.) zeigt — vielleicht nicht ganz zufällig — über­
mäßige Belastung der Wägen mit 21 statt 20 Säcken: es könnte sein, daß man mit den
Lieferungen des Apollon auf diese Weise fertig werden wollte.
Sind nun aber die No. 39 erwähnten yogai der Ausdruck für Lieferungen, die
derselbe Kolone im Laufe von zwei Monaten (von Ende Pachön bis Ende Epiphi)
abgehen zu lassen die Wahl hatte ?* Die Frage ist zu verneinen. An der Hand von Wein­
rechnungen aus Wadi Sarga, S. 105—9, hat Bell gezeigt, daß die Zählung der yogai
am Bestimmungsort stattfand, und zwar so, daß mit jedem Tag neu gezählt wurde:
5 <poQM an einem Tag sind deshalb das Höchste, wovon wir hören, und bezeichnenderweise

gehen auch unsere Texte darüber nicht hinaus. In No. 39 bedeutet also e' (poga nicht
die 5 . Lieferung des Zekiel, sondern die 5. Lieferung oder Fuhre, die am 28. Pachön zur
Mühle abging, gleichgültig, wessen Getreide sie brachte. Doch muß die zweite yoqä des
Tages ebenfalls Getreide des Zekiel mit sich geführt haben. Die Rolle des einzelnen
Kolonen, nachdem er einmal abgeerntet und das Getreide auf die Tennen geschafft
hatte, war demnach bei diesen Lieferungen eine rein passive. Dagegen müssen wir uns
einen Speditionsdienst vorstellen, der die Aufgabe hatte, das Getreide von den Tennen
abzuholen und zur Mühle zu schaffen. So sind möglicherweise auch die „fünf, 5“ (sc.
Sq>opoc) in No. 12 und 13 zu erklären: das Feld desPaiom war vielleicht für den Spediteur
so günstig gelegen, daß er mit allen seinen fünf Fuhren des Tages, sowohl am Ilten,
wie 8 Tage später am 18. Payni, dort durchkam und jedesmal von dem dort lagernden
Getreide mitnehmen konnte; an einem Tag ließ er deshalb von seinem Wagenzug im
ganzen dort 7 , am ändern Tag 9 Wägen stehen und beladen, um sie dann auf seinem
Rückweg von ferner gelegenen Feldern zur Mühle wieder mitzuführen. — Diese Wagen­
züge, mit, denen für gewöhnlich das in Säcke gefüllte Getreide abtransportiert wurde,
sind in der Tat das Besondere, das wir durch unsern Ostraka kennen lernen. Denn die
Speditionsunternehmen, von denen wir in Wadi Sarga und anderswo hören, arbeiteten
sämtlich mit Kamelkarawanen, wovon in unseren Texten nirgends deutlich die Rede ist.
Über die Bespannung der Wägen, ob sie etwa von Eseln oder Maultieren gezogen waren,
erfahren wie nichts Näheres.
Zum Schluß erhebt sich die Frage: was sind diese Urkunden, wozu dienten sie,
und wo müssen wir annehmen, daß sie gefunden wurden ? Ihr innerer Aufbau ist meist
der Folgende: 1. Datum, 2. Provenienz des Getreides (für gewöhnlich n- mit folgendem
Eigennamen), 3. Beförderungsart, Verpackung (beides kann fehlen) und Quantum des
Weizens, 4 . Bestimmungsort, nämlich „die Mühle“. Nur ein einziges Mal (No. 6 ) wird
vor dem Bestimmungsort auch noch der Überbringer genannt, wahrscheinlich weil dieser
Moses nur ganz ausnahmsweise einmal etwas Getreide mitgenommen hatte (vgl. oben S. 62).
Diese Urkunden stehen nun derjenigen Gruppe unter den Wadi Sarga-Texten, die Crum-
Bell unter dem Titel „Receipts“ S. 155—216 zusammengestellt haben, zweifellos
sehr nahe. Und doch läßt sich unter diesem reichen Material an „Quittungen“ nichts
finden, was genau unseren Urkunden entspräche. Am nächsten scheint diesen auf den
ersten Blick die Untergruppe WS 213—40 zu kommen. Die Struktur von WS 213ff.
ist : 1 . Datum, 2 . Provenienz, 3 . Quantum Wein, 4, Name des Überbringers, in diesem
Falle des Kameltreibers (ohne dia). Der Unterschied zwischen WS 213ff. und unseren
Texten läßt sich also folgendermaßen formulieren: an vierter und letzter Stelle dort

1) Man würde dann bei der schnell aufeinanderfolgender Lieferungsweise (s. Apollon) zu recht hohen
Lieferungszahlen gelangt sein. Man bedenke, daß dann in No. 39, am 28. Pachön, also am Anfang der
Lieferungszeit, schon die e‘ q?oga aus dem Speicher des Zekiel erfolgt wäre.
W. Henüstenberg : Die griechisch-koptischen Mon'Aon-Ostraka. 67
Baud 66.]

Name des Überbringers, hier Nennung des Bestimmungsorts. Nun haben Crum Bell
WS 213—40 richtig als Quittungen erkannt, die dem Kameltreiber nach Abheferung
des Weins am Bestimmungsort von einem dort stationierten Beamten ausgestellt wurden1.
Solche Quittungen zugunsten des Überbringers können aber unsere Texte nicht sein,
denn zu solchem Zweck wäre die Nennung seines Namens unentbehrlich. Aber auch
zugunsten des Absenders des Getreides ausgestellte Quittungen können unsere Texte
nicht sein. Denn solche Quittungen wären selbstverständlich im Besitz der einzelnen
Kolonen zerstreut zu finden gewesen; wir müssen aber aus dem Umstand, daß die
Mo's'^v.on-Ostraka in solcher Masse aufgetaucht sind, schließen, daß sie an einem Platz
gefunden wurden2. Eine dritte Möglichkeit bleibt noch offen: daß nämlich unsere Ostraka
streng genommen gar keine Quittungen sind, sondern am Ort der Provenienz ausge­
stellte und dem Spediteur mitgegebene Frachtbriefe, die dieser mitsamt der Ware
am Bestimmungsort abzuliefern hatte, wo sie als Belege für das eingegangene Getreide
aufbewahrt wurden. An Hand dieser Frachtbriefe konnte dann die Jahresrechnung im
Hauptbuch des ganzen Betriebs aufgestellt oder mindestens kontrolliert werden. ■ Auch
unter den „Quittungen“ von Wadi Sarga finden sich solche Frachtbriefe. Mit Sicherheit
gehört dazu WS 345 —54 ; aber das Schema dieser Untergruppe ist reichhaltiger, nämlich:
3

1 . Name der Plantage bzw. des Weinguts, 2 . Datum, 3. Nummer der <poqd, 4. Name des

Kameltreibers (mit dia, vgl. £itü- in No. 6 ), 5. Quantum Wein, 6 . Signatur des Be­
amten Also auch hier ist der Name des Ware und Frachtbrief überbringenden Kamel­
treibers genannt; und dasselbe ist der Fall in WS 358--59 und 370, die wohl ebenfalls
als Frachtbriefe zu gelten haben4. Trotzdem scheint mir auf einem solchen Frachtbrief
die Nennung des Spediteurs entschieden weniger wesentlich zu sein, als auf einer ihm
ausgestellten Quittung. So möchte ich denn unter den Wadi Sarga-Quittungen auch
die Untergruppe 355—57 als Frachtbriefe auffassen, gerade weil auf ihnen der Kamel­
treiber nicht erwähnt wird. Diese Texte zeigen folgenden Aufbau: 1. Name des Wein­
guts (= Ögyavov 'AyaieXw), 2. Datum, 3. Provenienz: ötd tcujuh xX^oov) n^poou-,
4. Nummer der <poQä, 5. Quantum Wein, 6 . Signatur. Vergleicht man diesen Aufbau
mit demjenigen unserer Texte, so fehlt den letzteren leider die Angabe der Plantage.
Auch die Signatur fehlt durchgängig; sie fehlt aber auch in WS 356 und 357, war also
nicht unumgänglich notwendig. Dafür bringen unsere Ostraka die Nennung des Bestim­
mungsortes5, und zwar immer in derselben Formel und fast immer ganz am Schluß.
Im übrigen aber zeigen WS 355—57 Berührungspunkte, die für unsere Texte besonders
lehrreich sind: Die Angabe der Provenienz wird mit ötd eingeführt, was unserem
oder R-® genau entsprechen dürfte. Crum-Bell bemerken S. 205: „Teshne must be
a subdivision of dgyavov 'AyneXov, forming part of the allotment of Paroou . Nun.
Parzellen einer größeren Getreide-Plantage mögen auch das „Große Feld , der „Süd­
acker“ usw. gewesen sein. Beachtenswert ist in WS 3573, daß nach dem Dorfnamen
n^pooir auch noch der Eigenname netopoe steht: auch hier wohl sicher der Name des die
Parzelle tcujhh bearbeitenden Bauern. Bringt also die Angabe der Provenienz des Weins
in No. 357 dreierlei: 1 . den Namen der Parzelle (tcuj«h), 2 . denjenigen der xw/itj, der
die Parzelle steuertechnisch zugehört (n^pooir), und 3. den Namen des Kolonen (^cwpoe),
so bieten unsere Texte immer nur entweder den Namen der Parzelle oder denjemgen des
Kolonen; eine Ortsangabe findet sich leider nie.
1) Quittungen zugunsten des Kameltreibers sind auch WS 205—12(1); 365—8. — 2) Quittungen
zugunsten des Absenders sind wohl aus demselben Grund, auch in Wadi Sarga sehr selten: am ehesten
341 (vgl. Crum-Bell: „for the consignor“). — 3) Crum-Bell, S. 199 äußern sich vorsichtiger: ,,a way-bill
rather than a receipt“. — 4) Ebenso wie vielleicht auch WS 205—12( ? ) . — 5) Fast ohne Parallele in
den WS-Texten. Nur 3604 steckt vielleicht in nXeue der Name des Bestimmungsorts. — 6) Vgl. das über
diese Präpositionen im Nachtrag Gesagte.
68 W. Hengstenberg : Die griechisch-koptischen .«oirAon-Ostraka. [66. Band.

Unsere Ostraka zeigen, daß Apollon, Arion und Paterne ihr Getreide abliefern
mußten in den Jahren der 6 ., 7. und 9. Indiktion; d. h. wohl, daß sie während vier Jahren
dasselbe Feld zu bewirtschaften gehabt haben. Diese Leute waren also aller Wahrschein­
lichkeit nach keine freizügigen Pächter, sondern an die Scholle gebundene Leibeigene.
Auch der Umstand, daß in No. 26 Lieferungen des Hatre und des Apollon zusammen
gemeldet werden, zeigt, daß es sich hier weniger um diesen Leuten gutgeschriebenes,
als um zwangsweise eingeholtes Getreide handelt. Andererseits spricht der Umstand,
daß sie z. T. so bedeutende Getreidemengen zu liefern imstande waren, dafür, daß diese
Leute sich einer gewissen Wohlhabenheit und Selbständigkeit in der Geschäftsführung
erfreut haben müssen. Wie der George von WS 357 gleichzeitig Höriger des Weinguts
'Afjmehm und Einwohner des Dorfes n^pooTr war, so können selbstverständlich auch die
auf unseren Ostraka genannten Personen Dorfbewohner gewesen sein; möglich ist auch, daß
hier ein ganzes Dorf unter das Patronat eines Großen geraten ist. — Neben den möglicher­
weise von abhängig gewordenen Dorfbewohnern bewirtschafteten Feldern hat die Latifundie
aber auch noch Parzellen umfaßt, die man mit einer bloßen Ortsbezeichnung zu zitieren
pflegte: es sind dies der „Südacker“ (No. 34), das „Große Feld“ (No. 35), das in der Nähe
der IIvQyoi hegende Feld (No. 11. 20. 37) und möglicherweise t&^ciAikh (? No. 8 )1. Es sind
dies offenbar Felder, die der unmittelbaren Kontrolle der Betriebsleitung unterstellt waren.
Die Namen der Beamten, die u. a. auch die Bestellung der Felder dieser zweiten Kategorie
zu leiten hatten, waren in dem Gutsbetrieb zu bekannt, als daß man sie auf den uns er­
haltenen Dokumenten genannt nätte. — Aber auch der Name des die Wagenzüge leitenden
Überbringers des Getreides wird — wie wir gesehen haben — verschwiegen. Auch er wird
demnach nicht ein in freiem Wettbewerb stehender Unternehmer gewesen sein; sondern
auch der Transportdienst war offenbar Eigentum des Gutsbetriebs und irgendeinem
Knecht bzw. Beamten an vertraut. Alle diese Erwägungen führen zu der Vorstellung
von einem recht ausgedehnten Latifundienbetrieb, wie er eher in spätbyzantinischer
Zeit als unter der Herrschaft der Araber denkbar ist, die die Tendenz hatten, den Groß­
grundbesitz zu zerschlagen. Daß einem solchen Großbetrieb auch eine Mühle ange­
schlossen war, kann nicht wundernehmen. Wie diese auch beschaffen, ob sie ein richtiges
Mühlhaus (nvXmv) gewesen ist oder nur aus einem großen unter freiem Himmel liegenden
Mühlstein bestanden haben mag, jedenfalls scheint sie ein wichtiger Bestandteil des Ge­
samtbetriebs gewesen zu sein. An den den Mühlbetrieb leitenden Beamten müssen die
MO-yXon-Ostraka als Frachtbriefe gesandt; hier dürften sie darum auch gefunden worden
sein. Geschrieben aber wurden sie nicht in der Mühle. Vielmehr muß ein bestimmter
Beamter des Betriebs die Aufgabe gehabt haben, auf den verschiedenen Parzellen und
bei den einzelnen Bauern in der Zeit nach der Ernte herumzuwandern, und so den all­
mählichen Abtransport von den Tennen zur Mühle zu überwachen. Hier bei den Tennen
muß er die Frachtbriefe aufgesetzt und sie dem Fuhrmann zur Mitnahme ausgehändigt
haben2. So ist es zu erklären, daß diese Frachtbriefe fast alle von derselben Hand stammen3,
obwohl sie an verschiedenen Orten geschrieben wurden.

1) Über die IIvQyoi und i^aAinH vgl. den Nachtrag. — 2) Man beachte in No. 39 die Wendung
„in dem Speicher etc.“. Der Beamte gibt den Ort an, wo er die Inventur aufnimmt. — 3) Dasselbe ist
der Fall bei den verschiedenen Gruppen von Frachtbriefen in Wadi Sarga, vgl No. 345; 355.
Band 66.] Miszellen. 69

Miszellen.
Noch einmal die älteste geflügelte Sonnenscheibe. — Der Schriftleitung
dieser Zeitschrift bin ich dankbar, durch Veröffentlichung der ausgezeichneten Tafel V1U
in Band 65 mir die Möglichkeit gegeben zu haben, was ich mehreren
Original, das genau zu betrachten einer unserer liebenswürdigen ägyptischen KoUeg
mir ermöglichte, und eben wieder an dieser Tafel überzeugend dargetan habe, auch e
breiteren Öffentlichkeit vorzulegen. Unter dem festumrandeten Boot sieht man ein Flugel-
paar Es besteht aus einem glatten schmalen Streifen und einem breiteren quadne n.
Die Striche dieser Quadrate (oder Rechtecke) sind gerade, mit fester Hand gezogene
Linien. Die äußere Umgrenzung jedes Flügels, also der obere Rand des glatten Reifens
stößt an den unteren Rand des Bootes. Bei dem vom Beschauer aus hnken Fiugel schemt
gegen die Mitte zu die obere Begrenzungslinie dieses Flugeis und der ^tere Bootsrand
nebeneinander zu laufen. Bei dem vom Beschauer aus rechten Flugei stoßt der obere
Rand dieses Flügels hingegen im spitzen Winkel an den unteren Bootsrand. Kerne der
die Quadrate bildenden Linien geht durch den glatten Rand hindurch. Dort unge a ,
wo beide Flügel zusammen kommen, ist über dem Kopf des auf dem Konigsschild sitzend
Falken die Oberfläche leider zerstört. Man erkennt aber deutlich unmittelbar über dem
Scheitel des Falken eine vom unteren Bootsrand herkommende, sich nicht nach oben
fortsetzende zunächst leise gekrümmte Linie, die dann, wo sie mitten m den Q^draten
endet, einen entschiedenen Bogen nach rechts (immer vom Beschauer aus]^ b^chreibt^
Diesem Bogen entspricht, wie ich zu sehen glaube, eine nach links gekrümmte Lime, die a
unteren Rand des Bootes, nahe dessen vorderem Bug, ansetzt und bis in die Quadne g
des rechten Fittigs herabgeht. Sie weiter zu verfolgen gestattet weder linkss noch rech
der oben geschilderte Erhaltungszustand. Beide, von mir zu einem oben allerd ngs nicht
völlig geschlossenen Kreis ergänzten gekrümmten Limen, deren Verlauf ^ ZeÄung
auf S 115 sehr mangelhaft wiedergibt, unterscheiden sich durch die Sicherheit des Stnc
durchaus von Kratzern, wie sie z. B. links im freien Raum beim Boo| e^Schel^ ^e
tragen technisch durchaus gleichen Charakter wie die die Zeichnung bildenden Striche,
sind also, wie mir jeder, der mit mir auf den Tatbestand aufmerksam geworden, g
geben hat, beabsichtigt. Dann aber kann hier nur die Sonnenscheibe gewesen sein. Daß
sie nicht in der seit der Pyramidenzeit feststehenden Form auftntt darf nicht wunde .
Ich habe erwogen, ob die Sonnenscheibe nicht erst nach der Zeichnung der Fittige, in
diese hineingetragen ist, dadurch sich die Verschiebung nach rechts erklärt, die auf jeden
Fall bestehen bleibt, mag man die Mitte ergänzen wie man will.
Furtwängler pflegte einen Unterschied zu machen zwischen dem Hinsehen und
dem Sehen; ich bitte alle, die es dank der vortrefflichen Tafel, mit deren Tatbestand
meine seinerzeit aufgenommene Skizze genau überemstimmt nun können, scharf zu
sehen und wenn sie meiner Erklärung nicht zustimmen, eine solche zu finden, die diesem
Tatbestand besser gerecht wird. Aber ich kann sie nur gelten lassen, wenn dabei die
krummen Linien rechts und links und ihre unzweifelhafte Begrenzung beachtet werden.
Zusatz bei der Korrektur. Auf meine Bitte hatte Prof. Fr. Zucker die Gute, das
Original in Kairo zu vergleichen: die mir übersandte Skizze seiner Frau weicht ziemlic
stark von Engelbachs wie meiner Zeichnung ab, ist aber, wie mir Dr. Fr. Messerschmid
bestätigt, mit der Photographie unvereinbar. Prof. Zucker konnte keine Spuren des
70 Miszellen. [66. Band.

Diskos entdecken, er meint, der Diskos müsse, wenn er vorhanden war, sehr klein gewesen
sein. Wie die jetzt zerstörte Mitte ausgesehen habe, könne er nicht sagen. Die oben von
mir genau nach späteren Notizen und der Tafel beschriebenen Spuren rechts oben zwi­
schen dem Flügel und dem unteren Barkenrand habe er nicht gefunden. Ich gebe diesen
Bericht, weil offenbar eine Entscheidung durch den Erhaltungszustand erschwert wird.
Durch Vermittlung Prof. Zuckers erhalte ich eben das Ergebnis einer Nachprüfung
der Zeichnung auf dem Kamm durch Dr. Schott. Er hat noch entschiedener als Herr
Engelbach in seiner zweiten Zeichnung die von mir zu einer Sonnenscheibe verbundenen
Umrisse in den Umriß des rechten Flügels (vom Beschauer) eingezogen; er scheint mir
dadurch zu einer seltsamen Flügelform zu kommen. Auch er gibt zwischen Boot und rechtem
Flügel nichts an. Wir hätten dann die Wahl zwischen dem geflügelten Boot Petries und
den an nichts sitzenden Flügeln Schäfers. Ich gestehe, daß mir beides gerade für ägyp­
tisches Gefühl unerträglich scheint. Ein einzelner Fittig oder ein u n v e r b u n d e n e s Paar
als Determinativ ist belegt und begreiflich, aber ohne Körper fliegende Flügel ? Darum
kann ich mich trotz des Widerspruchs so vieler Fachgenossen nicht entschließen, meine
ursprüngliche Auffassung der Zeichnungsreste, die ich am Original wie an der Photographie
verschiedenen Betrachtern mindestens wahrscheinlich gemacht habe, aufzugeben.
Fr. W. v. Bissing.

Die Seele auf der Pyramidenspitze. — Im Novemberhefte der Orientalistischen


Literaturzeitung von 1928 habe ich dafür, daß Ägypter sich die Spitze eines Obelisken als
den Sitz eines göttlichen Wesens gedacht haben, einen Beweis beigebracht und bemerkt,
daß solche Beweise nicht allzu häufig seien. Nicht gerade von einem Obelisken, sondern
von einer Pyramide spricht das Beispiel, auf das ich hier aufmerksam machen möchte.
Den Denkstein Nr. 214 im Vatikan-Museum hat etwa in der 19. Dynastie der
aus Memphis seiner Mutter (j (| gesetzt, als er ,,nach Jahren
ihr Grab erneuerte“. Das oberste Stück fehlt. Den Hauptteil des Gebliebenen nehmen
Gebete an die Sonne ein. Unten in den Ecken beten knieend nach innen gewandt
die beiden Genannten, rechts der Sohn zu Re-Harachte, links die Mutter zu Osiris.
Vor der Mutter steht:

^*1
U8W-

„Gebet an Osiris, daß er ihren (der Mutter) bai (Seele) herauskommen lasse (aus
der Grabkammer), damit er sich niederlasse auf ihrer Pyramide und die Sonne beim
Aufgang schaue“ usw.
Man könnte ja nun deuteln und als den Sitz des Seelenvogels etwa den vor­
springenden Rand eines würfligen Unterbaues der Grabpyramide ansehen. Doch wäre
das wohl gesucht. Es ist gewiß die Pyramidenspitze gemeint. Mit der so erschlossenen
Vorstellung vom Weilen der aus dem Grabe aufgestiegenen Seele des Toten auf der
Spitze der Pyramide, um die Sonne im Aufgang zu schauen, wird man dann auch besser
als an sich schon verstehen, warum wir gerade an der Spitze der Pyramide Königs Amen-
emmes des III1 Inschriften lesen, die davon sprechen, daß der König die Schönheit
der Sonne schaue (Ostseite), daß sein bai (Seele) höher sei als die Höhe des Orions usw.
Wissen möchten wir dabei wohl, in welcher Gestalt man sich die Seele des Königs

1) Ann. du Serv. 3, 206, ÄZ. 41, 84 und H. Schäfer, Von äg. Kunst Anm. 43a.
Band 66.] Miszellen. 71

des Mittleren Reiches droben gedacht hat. Wohl nicht in der Gestalt des Vogels mit
Menschenkopf wie in unserer Inschrift, denn die Form des scheint sich erst im
Neuen Reiche durchgesetzt zu haben. Heinrich Schäfer.

Q =“umbilical cord.” — Few Egyptologists will, I think, be convinced


by Ebbell’s attempt to find a different signification for this well-known word, but his
article (AZ. 65, 61—3) has at least the merit of bringing to light the absurdity of a
translation to which I, among others, must plead guilty. He has rightly seen that to render
Westcar W. 11-2 as -Bie wusohenes
(sctL das Kind) und schnitten seinen Nabel ab”, as Erman and most translators (c. s.
Maspero, Blackman, de Buck) have done, involves an impossible order of events. Who
would wash a baby, and then cut his navel-string ? But Ebbell has himself clearly gone
astray in suggesting that the words refer to the circumcision of the child. The solution of the
difficulty is simple, and as I have learnt subsequently to my finding it, had already been
recognized by Sethe in the notes to his Lesestiicke. There is no reason whatsoever why
we should not render “they washed him, after his navel-string had been cut”. S'd is
passive sdm •/, and I have quoted various similarly constructed examples in my Egyptian
Grammar, § 423, 1. The example Westc. 10 , 11—2 should therefore be expunged from
my §487. In conclusion, Ebbell ought not to have overlooked Blackman’s article on the
navel-string in Journ. Eg. Arch. Ill 203. Alan H. Gardiner.

Ein neuer Ausdruck für „von . . . . bis“. In der Geschichte des Sinuhe lesen
wir am Beginn des Briefes, in dem der König den Sinuhe zur Heimkehr nach Ägypten
auffordert (B. 181/2): D“

haben wir alle bisher so übersetzt: „du hast die Länder durchzogen und bist von Kdm
nach Tnw (= Rtnw) gekommen“. Wir nahmen dabei als Pseudopartizip 2. sg.an.
Ich möchte jedoch glauben, daß wir in ^ ^ ^ eine zusammengesetzte Präposition
zu erkennen haben, die wie T t l Y T ~ ~n (eigentlich „der Anfang in“) mit einem
folgenden <=> „bis“ zusammen die Bedeutung „von . . . . bis“ hatte und die wie dieses
sS' m und die Präpositionen ® ^ „auf etwas zu“ (eig. „der Kopf in“) und J( (j^
„bis“ (eig. „das Ende bis“) eigentlich den Anfang eines adverbialen Nominalsatzes
in der Rolle eines Zustandsatzes darstellte: „der Ausgang in“ oder „von“1. Erst so
bekommt, wie mir scheint, der Satz einen guten Sinn: „du hast die Länder durch­
zogen von Kdm bis Rtnw“. Sethe.

1) Analoga dazu sind die Eigennamen „dasVorderteil den ki.w zugewandt“,


„das Hinterteil dem Guten zugewandt“, über die ich bei Borchardt, Grabdenkmal des Sahure' II Text
S. 113 gehandelt habe; vgl. auch unser „den Hut in der Hand“, „Hals über Kopf“ u. ä.
72 Eingegangene Schriften. [66. Band.

Eingegangene Schriften.
Bissing, Fr. W. von: Studien der ältesten Kultur J u n k e r , Hermann: Vorläufiger Bericht über die
Italiens I, die sardischen Bronzen und die ägyp­ zweite Grabung der Akademie der Wissenschaften
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Ägyptische »Altertümer«, die ich für neuzeitlich halte.
Hierzu 6 Abbildungsblätter.

»Vergebens quälen sie den Stein.«

Die vertraulichen Mitteilungen über neuzeitliche Herstellungsarten ägyptischer


»Altertümer«, die ich bis zum Weltkriege lange Jahre hindurch an den engen
Kreis der deutschen Museumsbeamten regelmäßig versandte, und die — oft auch
auf Grund meiner eigenen unliebsamen Erfahrungen — manche deutsche Samm­
lung erfolgreich gewarnt haben, konnte ich, durch die Wiederaufbauarbeit am
Deutschen Institut in Kairo ganz in Anspruch genommen, nach dem Kriege
nicht wieder aufnehmen. Im Ruhestande hoffte ich diese unerfreuliche Kunst­
forschung ganz vernachlässigen zu dürfen. Im November 1929 legte mir aber
ein Vorkommnis die Beschäftigung damit wieder nahe.
Damals wurde mir ein handwerksmäßig sehr gut gearbeitetes Stück an-
geboten, unter merkwürdigen Umständen, die mir ein ähnliches Angebot aus
früherer Zeit lebhaft ins Gedächtnis riefen. Unsicher erwarb ich das Stück.
Eine mir sehr nahestehende Dame, deren Kunstliebe ihrem angeborenen Stil­
gefühl die Waage hält, machte mir dann diese Unsicherheit zur Gewißheit: das
Stück war gefälscht und damit auch das früher unter gleichen Umständen er­
worbene. Es galt also nun, den auf solcher handwerklichen Höhe stehenden
Verfertiger, der mehr konnte als meine alten Bekannten aus der Vorkriegszeit,

zu suchen.
Eine Umschau in Oberägypten ergab bald, daß die dort auf dem Gebiete
der Altertümerherstellung arbeitenden »Schulen«, von denen ich nun schon
Väter und Söhne persönlich zu kennen das Vergnügen habe, nicht fähig waren,
diese Fertigkeit handwerksmäßig und noch viel weniger künstlerisch, stilistisch,
zu erreichen. Wohl aber ließ sich nachweisen, daß ein bestimmter Hersteller
in Kairo während der Fremdenzeit seine recht guten Arbeiten wegen der besseren
Absatzmöglichkeit nach Luqsor zum Vertriebe sandte. Daß er den Stern für
seine Werke für verhältnismäßig hohe Beträge aus Oberägypten bezog, ergab

sich so nebenbei auch.


2

Nach einer mehrmonatlichen Unterbrechung konnten dann die Ermittlungen


im Frühjahr in Kairo fortgesetzt werden, wobei einige nicht vorherzusehende
Zufälle helfend mitwirkten. Im Mai 1930 waren drei verschiedene Hersteller
jener handwerklich guten »Altertümer« in Kairo und nächster Umgebung nacli-
gewiesen. Hierzu kam später ein vierter, bei dem es aber bisher nicht festzustel­
len war, ob er selbständig und für eigne Rechnung oder nur als Helfer eines oder
mehrerer der drei anderen tätig war. Einer der drei arbeitete sicher mit Hilfs­
kräften, die es ihm ermöglichten, nur die letzte Iland an die Werke zu legen.
Bei dem zweiten ist dies wahrscheinlich, bei dem dritten fehlen Anhaltspunkte
dafür. Man kann also auch hier in gewissem Sinne von »Schulen« sprechen,
von unterägyptischen zum Unterschiede von den obenerwähnten oberägyptischen.
Eine dieser »Schulen« führte ihre Werke in einer bestimmten Steinart aus,
hat aber neuerdings sich auch in anderem Stein versucht. Die anderen sind in
der Wahl ihres Arbeitsstoffes vielseitiger. Keine der Schulen aber schreckt vor
der Härte des Werkstoffs zurück. Sie wissen alle, auch die härtesten Steinarten
handwerksmäßig gut zu behandeln. Es wird stets nach Vorlagen, die sich sehr
oft nachweisen lassen, gearbeitet. Auch möchte ich Modellierarbeiten, die ich
vor bestimmten Kunstwerken im Museum zu Kairo beobachtet habe, mit be­
stimmten »Altertümern«, die mir später bekannt geworden sind, in Zusammenhang
bringen.
In Fortsetzung dieser Ermittlungen wurde dann im Sommer 1930 am Haupt­
handelsplatze für Altertümer, in Paris, bei Händlern Umschau gehalten, wobei
einige gerade aus Ägypten angekommene Stücke jener »Altertümer« festgestellt
werden konnten. Auch wurde mir ein in Paris arbeitender Hersteller von »Alter­
tümern« genannt, den ich aber leider, da er auf Reisen war, nicht sehen konnte.
Ich hätte gern gewußt, ob ein bestimmtes, mir verdächtiges Stück, dessen Technik
nicht auf eine der unterägyptischen »Schulen« weist, etwa seiner Werksatt ent­
stammt.
Ich bemerke ausdrücklich, daß die Händler, die ich besuchte, trotzdem
ich aus dem Zweck meines Besuches ihnen keinen Hehl machte, sich in jeder
Weise zuvorkommend zeigten, mir auch, was besonders wichtig war, Angaben
über die Importeure der fraglichen »Altertümer« machten und mir früher er­
worbene Stücke ähnlicher Art vorführten. Ich bin überzeugt, daß alle diese
Herren die Werke der unterägyptischen »Schulen« gutgläubig erworben haben.
Die weiteren Ermittlungen mußten sich nun auf die Sammlungen richten,
in denen Werke der »Schulen« zu vermuten waren. Es wurden daher — das
Museum zu Kairo war schon vorher daraufhin durchgesehen — die europäischen
öffentlichen und privaten Sammlungen besucht, die in den letzten 10 Jahren durch
Erwerbungen auf dem Markte ihre Bestände vermehrt hatten, bis auf eine, die
ich aus äußeren Gründen nicht besuchen konnte. In allen sind, sei es einige,
sei es gehäuft, Werke der »Schulen« nachgewiesen; von zwei privaten Samm­
3

lungen muß man leider sagen, (laß sie fast nur aus solchen Werken bestehen.
Aus der soeben erwähnten, nicht besuchten Sammlung hatte der Leiter die Freund­
lichkeit, mir die Photographie eines solchen Werkes zu zeigen. Wieweit ameri­
kanische Sammlungen auch von diesen Werken befallen sind, kann ich aus eigener
Anschauung nicht sagen; über eine derselben ist mir jedoch mitgeteilt worden,
daß sie reichlich mit derartigen Werken, wohl meist oberägyptischer »Schulen«,
versehen ist.
Diese Sammlungsbesuche, bei denen ich stets ausdrücklich angab, was ich
suchte bzw. was ich gefunden hatte, waren natürlich für beide Teile, Eigentümer
oder Leiter wie Besucher, gleich peinlich. Um so mehr erkenne ich es an, daß
ich an allen Stellen ausnahmslos die größte Förderung für mein Suchen erfuhr,
daß ich nicht nur alle in Frage kommenden Stücke sehen durfte, sondern auch
auf ähnliche, mir bisher unbekannte in anderen Sammlungen aufmerksam gemacht
wurde. Ein Sammler zeigte mir auch ein Stück, daß er selbst schon aus seiner
Sammlung ausgeschieden hatte. Es war ein Werk einer der unterägyptischen
»Schulen«. Leiter öffentlicher Sammlungen stellten mir auch Photographien von
ihnen zurückgewiesener Werke, die hierher gehören, zur Verfügung. Ihnen allen
darf ich an dieser Stelle wohl meinen herzlichsten Dank aussprechen.
Eine Auswahl der so zusammengekommenen Werke gebe ich auf den bei­
gefügten Blättern in kleinen Abbildungen. Meist sind es unterägyptische, doch
sind auch einige oberägyptische eingestreut. Es sind dabei alle aus der Vor­
kriegszeit fortgelassen bis auf zwei, die für die Entwicklung der »Schulen«
von einer gewissen Bedeutung sind, und ferner alle Stücke, bei denen ich die
Möglichkeit, daß sie nicht neuzeitlich sind, zur Zeit noch nicht ausschließen
möchte. Mehr als reichlich über vier Dutzend zu geben, lohnte sich nicht, da
ja eigentlich auch die abgebildeten Werke nicht das Papier wert sind, auf das
ihre Abbildungen gedruckt sind.
Soweit es möglich war, ist bei jeder Abbildung Werkstoff, ungefähre Höhe und
erstes Auftreten, wie es mir bekannt geworden ist, angegeben. Die mit einem Stern­
chen versehenen Nummern kenne ich nur aus mir freundlichst zur Verfügung gestell­
ten Photographien. Eine Anzahl von Veröffentlichungen der Stücke, eine Exper­
tise und Empfehlungen Sachverständiger zu einzelnen derselben sind mir bekannt.
Angaben, wo sich die Stücke zur Zeit befinden, sind nicht durchaus erforder­
1
lich . Die Eigentümer, von denen manche vielleicht nur die Stücke aus fremden
1 Nur bei einigen wenigen Stücken muß wohl der derzeitige Standort angedeutet werden,
nämlich. 2Q jn ejner belgischen Privatsammlung und
9> 1 7 » 33> 4°; 5 2 und 5 3 in einer westdeutschen Privatsammlung.
Von diesen Stücken habe ich nämlich die erbetenen Photographien bis zu der für die Sache schon
zu lange hinausgeschobenen Drucklegung nicht erhalten. So habe ich, da die betreffenden Stücke
zur Übersicht über die Serienleistungen der »Schulen« eingefügt werden mußten, nur sehr kurze
Bezeichnungen an Stelle der Abbildungen setzen können, wonach man sich, erforderlichenfalls,
die Photographien von den Besitzern erbitten mag.
4

Sammlungen als hierher gehörig anerkennen werden, uiid einige andere werden
die Standorte kennen, für die übrigen ist es nebensächlich, Der weiteren Vergeu­
dung öffentlicher und privater Mittel für den Erwerb solcher Stücke kann ja auch
ohne diese Kenntnis vorgebeugt werden.
Die Abbildungen zeigen zur Genüge das Gemeinsame und das Trennende
der »Schulen«; mit einigem Stilgefühl wird man sich schnell darin auskennen.
Daher sind Angaben über die Eigenheiten der »Schulen« sowie Ausführungen
über ihren Stil und ihre Fehler hier vermieden. Dieser Aufsatz soll kein Fort­
bildungsunterricht für die unterägyptischen »Schulen« werden.
Eines der abgebildeten Stücke ist von den Erwerbern mit der Jahrhundert­
feier der Entzifferung der Hieroglyphen in erinnernden Zusammenhang gebracht
worden. Es ist für mich nur der betrübende Beweis dafür, daß die Ägyptologie
in ihrem ersten Jahrhundert über die Wissenschaft von den Buchstaben nicht
hinweggekommen ist. Die Wissenschaft von der Kunst der alten Ägypcer hat
in einem Jahrhundert noch nicht einmal die Kinderschuhe angezogen. Daß dieser
Säugling nicht noch weiter mit verfälschter Milch vergiftet werde, daß ist der
Zweck dieser Zeilen.

Berlin, im Oktober 1930 .


Ludwig Borchabdt.
Blatt 1.
Borchardt, Ägyptische „Altertümer“

Weißer Kalkstein, z. T. bemalt


Borchardt, Ägyptische „Altertümer“ Blatt 2.

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Borchardt, Ägyptische „Altertümer“ Blatt 3.

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Blatt 2.
Borchardt, Ägyptische „Altertümer“

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Band 66.] Eduakd Meyer. 73

Eduard Meyer
geboren 25. Januar 1855 — gestorben 31. August 1930.

In E duard M eyer , dem großen Historiker, hat auch die Ägyptologie einen ihrer
bahnbrechenden Führer, die Ägyptische Zeitschrift einen ihrer ältesten Mitarbeiter ver­
loren. Schon als jungem Studenten, der sich die Durchforschung des Altertums in seiner
Gesamtheit als Lebensziel gesetzt hatte, war es ihm klar gewesen, daß er dieses Ziel nur
erreichen könne, wenn er sich ganz der Erlernung der orientalischen Sprachen widme
und dadurch eine auf die Quellen zurückgehende Kenntnis des orientalischen Altertums
gewinne. Der Orient und besonders Ägypten ist ihm denn auch stets seine wissenschaft­
liche Heimat geblieben, das Gebiet, in das er immer wieder mit besonderer Liebe zurück­
kehrte. Was E duard M eyer für die Ägyptologie geleistet hat, kann man nur ermessen,
wenn man zurückdenkt, in welch trostlosem Zustande sich die ägyptische Geschichts­
forschung um die Mitte der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts befand, in der Zeit,
in der M eyer seine wissenschaftliche Arbeit begann. Aus dieser Versumpfung hat M eyer
sie endgültig in dem ersten 1884 erschienenen Bande seiner „Geschichte des Altertums“
herausgerissen und damals uns Jüngere von einem schweren Alpdruck befreit. Damals
hat er vor allem die ägyptische Chronologie auf eine neue, wenn auch noch nicht überall
gesicherte Grundlage gestellt und mit weitem Blicke Ägypten in den Kreis des allgemeinen
Weltgeschehens gerückt. Drei Jahre später schenkte er uns die „Geschichte des alten
Ägyptens“, die in der von W ilhelm O ncken herausgegebenen „Allgemeinen Geschichte
in Einzeldarstellungen“ erschien, ein noch heute unübertroffenes Meisterwerk.
Ein höchstes Glück seines Lebens war E duard M eyer die große Reise, die ihm
als Festgabe zu seinem 70. Geburtstage von Freunden gespendet worden war und die
er 1926 zusammen mit seiner Frau nach dem Orient und nach Griechenland unternehmen
konnte. Auf ihr war wieder Ägypten der Höhepunkt: mit der Aufgeschlossenheit des
großen Forschers sah er das Land und seine Denkmäler, unter denen ihm wiederum auf
der Fahrt durch Unternubien der Felsentempel von Abusimbel den tiefsten Eindruck
gemacht hat. Wiederholt erklärte er, daß man ägyptische Kunst, die Wucht seiner Bau­
denkmäler und auch die oft unterschätzte Zeit Ramses’ II. nicht beurteilen könne, wenn
man nicht dieses überwältigende Denkmal gesehen habe.
Es kann hier nicht im einzelnen gesagt werden, welche Fülle ausgezeichneter ägyp-
tologischer Leistungen E duard M eyer vollbracht hat, beginnend mit seiner Disser­
tation über den Gott Seth-Typhon (1875) und der Publikation der Londoner Stele des
Horemhab, die 1877 in der ÄZ erschien, über die „Ägyptische Chronologie“ (1904) bis
zu der Akademiearbeit „Gottesstaat, Militärherrschaft und Stände wesen in Ägypten“
(1928), in der er in das politische Gefüge der 21. und 22. Dynastie einzudringen suchte.
Der soeben nach seinem Tode veröffentlichte Schluß des 2. Bandes der „Geschichte des
Altertums“ hat uns noch gezeigt, mit welchem sicheren Blick er die historischen Zu­
sammenhänge zu erfassen wußte und wieviel er uns noch hätte bringen können, wäre
dem noch immer jugendfrischen Gelehrten nicht der Tod genaht. Dankbar und voller
Bewunderung wird die Ägyptologie und mit ihr die Ägyptische Zeitschrift stets E duard
M eyers und seines Lebenswerkes gedenken; seinen Freunden aber war der Mensch noch
mehr als der Gelehrte; er bleibt ihnen unvergessen. G.St.

10
Zeltschr. f. Ägypt. Spr.» 06. Band.
74 Wilhelm Spiegelberg. [66. Band.

Wilhelm Spiegelberg
geboren 25. Juni 1870 — gestorben 23. Dezember 1930.

Nur wenige Monate, nachdem er in voller körperlicher Frische seinen 60. Geburts­
tag feiern konnte, ist W ilhelm S piegelberg durch einen plötzlichen Tod seiner Familie,
seinen Freunden und Fachgenossen, seiner Wissenschaft entrissen worden, auf der Höhe
seines Schaffens, heraus aus eifriger, fruchtbringender Arbeit. Für die Ägyptologie
bedeutet sein Hinscheiden einen schweren, für gewisse ihrer Gebiete einen für lange
Zeit unersetzbaren Verlust.
Wie viele von uns, so war auch Spiegelberg schon auf der Schule für das
ägyptische Altertum begeistert worden, und es stand ihm, als er 1888 die Universität
Straßburg bezog, außer Frage, sich die Ägyptologie als Lebensstudium zu wählen, um
so mehr, als er unbekümmert um wirtschaftliche Schwierigkeiten sich ihr mit voller
Begeisterung hingeben konnte. Johannes Dümichen ward sein Lehrer, der ihn be­
sonders mit den Texten der Ptolemäer- und Römerzeit vertraut machte; später hörte er
in Berlin bei Erman und ließ sich zugleich von Heinrich Brugsch in die Anfänge des
Demotischen einführen. Ein längerer Aufenthalt in Paris lehrte ihn die von Maspero
vertretenen wissenschaftlichen Auffassungen kennen. Schon von Anfang an fesselten ihn
die in Kursive geschriebenen Urkunden, besonders die aus der Zeit des Neuen Reiches,
durch die er in die Verhältnisse der Verfassung und Verwaltung sowie in das Gerichtswesen
jener Zeit eindringen wollte. Seine Straßburger Doktordissertation „Studien und Materia­
lien zum Rechtswesen des Pharaonenreiches der Dynastien XVIII—XXI“ (1892) und die
1896 von ihm .herausgegebenen und erklärten „Rechnungen aus der Zeit Seti’s I.“ sind
die Ergebnisse dieser Anfangsstudien. Es folgten kleinere Arbeiten, die z. T. auf dem Boden
der thebanischen Nekropole erwuchsen und sich mit deren Geschichte beschäftigten;
sollte doch eine Darstellung der Entwicklung der Friedhöfe Thebens zunächst sein wissen­
schaftliches Ziel bilden. Aber schon bald fand Spiegelberg sein Hauptarbeitsgebiet im
Demotischen, zu dessen allseitig anerkanntem Meister er bald — neben Griffith und
Sethe — wurde. Die große Zahl seiner Veröffentlichungen und Bearbeitungen de-
motischer Texte, die 1893 mit den im MasPEROschen Recueil de Travaux begonnenen
und in unserer Zeitschrift 1899 fortgesetzten „Demotischen Miszellen“ und den 1901
begründeten „Demotischen Studien“ einsetzten, kann hier nicht angeführt werden;
sie gehören zum festen, unentbehrlichen Bestände der demotischen Forschung. Es hieße
aber Spiegelbergs Lebenswerk unterschätzen, wollte man ihn lediglich, wie das oft
geschieht, nur als Demotiker bezeichnen. Er war in allen Sätteln gerecht; kein Zweig
der ägyptischen Altertumskunde war ihm fremd, wenn er auch oft sich selbst in seiner
Bescheidenheit bewußt blieb, daß manche dieser Arbeiten unvollkommen und mehr der
Begeisterung als einer tieferen Durchdringung des Stoffes entsprungen war. Religions­
wissenschaftliche und kunsthistorische, philologische und lexikographische Untersuchungen
werden ihm verdankt, vor allem das überaus nützliche, auf langjährigen Sammlungen
beruhende „Koptische Handwörterbuch“, das seinen Zweck, Ersatz für den alten, ver­
alteten „Peyron“ zu bringen, vollständig erfüllt hat und auch neben Crums großem,
den koptischen Sprachschatz erschöpfenden Thesaurus seinen Platz behaupten wird.
S piegelbergs demotische Arbeiten fanden 1925 in der „Demotischen Grammatik“,
die auf den Methoden der modernen ägyptischen Philologie aufgebaut war, und die alte,
einstmals grundlegende „Grammaire Demotique“ H einrich B rugschs endgültig beiseite
Band 66.] Dr. phil. h. c. Luise Klebs geb. Sigwart. 75

schob, ihre erste Krönung. Ihr sollte als zweites Abschluß werk ein demotisches Hand­
wörterbuch und später noch ein großes demotisches Lexikon, das den Sprachschatz der
demotischen Volkssprache gleichsam als Ergänzung zu Erman-Grapows Ägyptischem
Wörterbuch bieten sollte, folgen. Als ich Spiegelberg an einem der letzten Oktobertage
1930 zum letzten Male sah, zeigte er mir voller Freude die Probeseiten des überaus prak­
tisch angelegten kleinen Wörterbuchs; er hoffte es im Laufe der nächsten beiden Jahre
zu vollenden und wollte zu dessen Gunsten alle anderen Arbeiten zurückstellen. Er hat
die Vollendung dieses Lieblingsbuches nicht gesehen, aber uns das fertige Manuskript
als wertvolles Vermächtnis, zugleich mit einer Bearbeitung der demotischen Papyrus
der Sammlung James Loeb und dem Manuskript eines neuen Bandes des Katalogs de-
motischer Handschriften im Museum von Kairo hinterlassen.
Der „Ägyptischen Zeitschrift“ ist Spiegelberg, seitdem er 1891 in ihr den ersten
Aufsatz über einen „Papyrus aus der Zeit Ramses’ V.“ veröffentlicht hat, einer der
treuesten und eifrigsten Mitarbeiter gewesen. Mehr als 170 größere und kleinere Aufsätze
und Miszellen hat er im Verlaufe von 40 Jahren in ihr veröffentlicht, nicht alle von blei­
bendem Wert, manche schnelle Einfälle des Tages, aber wohl jedes Stück anregend und
fördernd, ein Zeugnis seiner starken Arbeitskraft und seiner weite Gebiete umfassenden
Kenntnisse.
Wir beklagen in Spiegelberg nicht nur den ausgezeichneten Gelehrten; er war allen,
die ihm näherzutreten das Glück hatten, ein liebenswerter Mensch, ein Charakter von un­
bedingter Zuverlässigkeit, ein treuer Freund. Wir werden ihn nie vergessen. G. St.

Dr. phil. h. c. Luise Klebs geb. Sigwart


geboren 13. Juni 1865 — gestorben 24. Mai 1931.

Luise Klebs wuchs in Tübingen auf, und der Sinn für die Eigenart ihrer schwä­
bischen Heimat ist ihr stets lebendig geblieben. Ihr Vater war der bekannte Philosoph und
Logiker Christoph v. Sigwart. Nach einer sorglosen Jugend heiratete sie den Bota­
niker Georg Klebs, dem sie zunächst nach Basel, dann nach Halle und 1907 nach Heidel­
berg folgte. Früh zeigte sich, daß die Tochter Sigwarts geistiger Anregung und bald auch
eigener geistiger Arbeit zu ihrem Leben bedurfte. So hat sie schon unter Goldschmidt
in Halle begonnen selbst wissenschaftlich zu arbeiten und ist mit einem Aufsatz über die
Datierung Dürerscher Landschaften an die Öffentlichkeit getreten. Bald nach ihrer Über­
siedlung nach Heidelberg wandte sie dann der Ägyptologie ihr immer ausschließlicheres
Interesse zu. Eine im Kolleg gegebene Anregung mit der ihr eigenen lebendigen Ent­
schlossenheit auf greifend, machte sie es sich zur Aufgabe, die in den Denkmälern des AR
enthaltenen Darstellungen vom täglichen Leben der Ägypter zu sammeln. Und nun wurde
sie ein ständiges Mitglied des ägyptologischen Instituts, dessen Bücherei es ihr ermöglichte,
des sehr zerstreuten Materials habhaft zu werden. Auf Reisen in Frankreich, England,
Italien, Ägypten ergänzte sie das Veröffentlichte aus unveröffentlichten Denkmälern, und
1914 wurden ihre „Reliefs des Alten Reiches“ von der philosophisch-historischen Klasse der
Heidelberger Akademie der Wissenschaften für ihre „Abhandlungen“ angenommen.
Im Jahre 1921 war ein 2. Band, die „Reliefs und Malereien des Mittleren Reiches“, voll­
endet, der wie der erste die dankbare Anerkennung der Fachgelehrten fand. Nach
weiterer, fast 10jähriger und bei der Menge der Denkmäler des NR überaus mühsamer Ar-
10*
76 G. A. Reisner: Inscribed Monuments from Gebel Barkal. [66. Band.

beit war das Material für den dritten Band auf Zetteln gesammelt, und Ende März dieses
Jahres lag dessen erster Teil, das Leben des Volkes umfassend, druckfertig vor. Ehe der
zweite, das Leben der Vornehmen und des Königs enthaltende Teil in Angriff genommen
'wurde, wollte die Verfasserin sich auf einer Reise ins Ausland etwas Erholung und Er­
frischung gönnen. Von dieser Reise ist Luise Klebs nicht zurückgekehrt. In der Schweiz
überfiel sie eine tückische Krankheit, und am Pfingstsonntag hat sie in Lugano der Tod
ereilt.
Der unermüdlichen, uneigennützig und mit seltener Zähigkeit der Sache dienenden,
den sie beschäftigenden Fragen, so weit ihr das irgend möglich schien, auf den Grund
gehenden Mitarbeiterin ist die Wissenschaft der Ägyptologie zu großem Dank verpflichtet.
Ihre entsagungsvolle und noch fast ganz unausgeschöpfte Arbeit — die durch einige ge­
dankenreiche Aufsätze in unserer Zeitschrift ergänzt wird —, wird für jede Art von Einzel­
untersuchungen auf dem Gebiet der ägyptischen Kulturgeschichte auf lange Zeit noch
die Grundlage bilden. Die Philosophische Fakultät ihrer Heimatsuniversität Tübingen
hat ihre wissenschaftliche Leistung durch die Verleihung der Würde des Ehrendoktors für
immer anerkannt. Der aufrechten, tapferen, das Leben in einer ihr ganz allein eigenen
Weise meisternden Frau aber bleibt die bewundernde und verehrende Erinnerung aller
derer, die ihr nahe gestanden sind. Hermann Ranke.

Inscribed Monuments from Gebel Barkal.


Von G. A. Reisner.
Hierzu Taf. V u. VI.

A report on the Barkal temples as excavated in 1915/16 was published in J.E.A.


Vol. IV, pp. 213—227, and Vol. V, pp. 99—112, 247—264. In 1918/19, with the assistance
of Mr. Walter Kemp, the excavations were continued and the Second Court, В 502,
of the Great Temple of Amon was excavated. In 1919/20, with the collaboration of
Mr. D. Dunham, further work was carried out and the First Court, Pylon I, and area in
front of Pylon I were cleared. In 1921, I published in Sudan Notes and Records,
Vol. IV, pp. 59—75, a summary report on “The Historical Inscriptions from Gebel
Barkal”.
I propose now to publish the full texts of the inscriptions found by our expedition
at Gebel Barkal. As an introduction I give the following list of the buildings excavated,
arranged as far as possible in chronological order:
A. NEW KINGDOM: of yellow or drab sandstone; usually in small rectangular
blocks bonded like brickwork.
1) Temple В 300-first: three parallel cells and anteroom remain buried under the
masonry part of Tirhaqa’s temple to Mut with floor about a meter under floor
of Tirhaqa’s temple; of small rectangular stones of drab sandstone. No foun­
dation deposits. Re-used in pavement of later roadway in front of В 200 were
two blocks of drab sandstone inscribed in relief, vertical lines,
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Band 66.] G. A. Reisner: Inscribed Monuments from Gebel Barkal. 77

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(2) . . . ir-n-f m mnw-f n it-f imn . . . ° Q-qLH L ' ’ ' '

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These stones are certainly of the New Kingdom, Thutmosis III or Thutmosis IV,
and from a temple of Amon. In debris on “south”, a broken block of red sand­
stone with name of Ramses II, which had been re-used by Tirhaqa.
2) Temple B 600-first; under the Meroitic temple (1st. Cent. B.C.); large blocks
of drab sandstone; two blocks with name of Thutmosis IV re-used in Meroitic
walls; foundation deposit with faience plaques of Thutmosis IV.
3) Four single cell constructions (chapel?) of old type of masonry, drab sand­
stone :
a) B 700-sub 1, under portico of B 700; with pylon; J.E.A. Vol. V, PI. X.
b) B 700-sub 2, under debris south of above; same plate.
c) B 522, partly destroyed by the construction of B 500-nucleus; J.E.A. IV,
PI. XLIII.
d) B 520, under the room 520 constructed by Piankhy.
4) B 500-trench A, temple (?), remains of two rooms with pavement and one
square pillar; all of old masonry, J.E.A. IV, PI. XLI.
5) B 504a, b, (overbuilt by B 500-nucleus, B 500-first, B 500-Ramses-chapel, and
B 500-Ethiopian Pylon III); two halls with axial line of columns; of good regular
blocks of reddish sandstone, J.E.A. IV, PI. XLIII.
6) B 500-first-nucleus, consisting of Pylon IV, hall B 506, and the inner sanctuary
B 514—519; old type of masonry; foundation deposits of type Dyn. XVIII—XIX.
7) B 500-first-addition, consisting of Pylon III and hall B 503; same masonry
as nucleus; the broken stela of Sety I was found re-used in a later pavement
in this hall.
8) B 500-first, chapel B 508—511; built by Ramses II, three inscribed building
stones in debris of chapel; of old masonry and drab stone; J.E.A. IV, Pis. XLIV,
XLVI.
9) B 500-first, chapel B 504c, same old type of masonry but of brown sandstone,
J.E.A. IV, PI. XLIII.
B. Ethiopian Period; usually of red sandstone; larger blocks.
10) B 800-first-nucleus, consisting of hall B 803 and inner sanctuary B 804—807;
crude brick with two column-bases of drab sandstone; earlier than B 800-first
and therefore by Kashta or Piankhy (early work), J.E.A. V, p. 249.
11) B 800-first as completed, consisting of Pylon I, halls B 801, 802, and 803, and
sanctuary B 804—807; includes B 903—911; crude brick with columns of drab
sandstone; name of Piankhy on column-drum and on abacus, J.E.A. V, PL XXXI.
12) B 500-second, repairs and minor additions to B 500-first, carried out by Piankhy,
J.E.A. IV, PI. XLVII:
a) Casing wall of red sandstone outside the walls of B 500-first (“east” of
Pylon III) but diverted “N” of B 505—507 to include a new room B 520.
b) New room on “N” to contain the black stone altar of Piankhy.
13) B 500-second, new construction, red sandstone, built by Piankhy: .
a) B 502, the 72-column plan (deduced from column-bases) and Pylon II, with
reconstruction of Pylon III; first three rows of columns on “E” preserved in
78 G. A. Reisner: Inscribed Monuments from Gebel Barkal. [66. Band.

46-column plan; abaci inscribed “Piankhy-Mery-Amun-Sa-Bast” and “Weser-


ma’at-Ra”; name of Piankhy-Mery-Amun, inscribed on “E” face of Pylon II.
b) B 502, the 46-column plan, with columns rebuilt from stones (including inscri­
bed abaci) of 72-column plan.
c) B 501 and Pylon I; with reliefs and inscriptions indicating a period after the
conquest of Egypt.
14) B 500-second, reconstruction of B 506 by Tirhaqa; altered B 506-first to three
cells, B 505—507, and placed grey granite altar in middle cell.
15) B200; new temple founded by Tirhaqa; partly rock-cut.
16) B 300-second, with front part built over New Kingdom temple B 300-first and
back part cut in rock by Tirhaqa.
17) Griffith’s temple of Tirhaqa at Sanam.
18) B 901—902-first, red sandstone, later than B 800-first (which includes B 903—
911); re-used stones of Piankhy in B 901-Meroitic may be from either 901-2-first
or B 800-first; possibly, B 901—902-first was built by Tanutamon; J.E.A. V,
PI. XXXI.
19) B 500-second, the axial kiosk in the middle of B 502; inscribed with names of
Ba-ka-Ra = Tanutamon.
20) B 700-first, foundations, hall B 703, and perhaps walls of B 702; built by At-
lanersa; inscriptions on building stones, foundation deposits, and black granite
altar; statue; J.E.A. V, PI. X.
21) B 700-first, finished by Senkamanseken; inscriptions in B 702 and on Pylon;
inserted on black altar; I. c.
22) Temple partly rock-cut at Merawe (“east” bank); altar of Senkamanseken.
23) B 1200; coronation hall of Anlaman; inscription.
24) B 1200; coronation hall of Aspalta; inscribed columns.
25) B 800-second; restoration of B 800-first (Piankhy) with red sandstone walls
(instead of crude brick) and different column-plans; perhaps by Netaklabataman.
26) B 901-second; with pylon; a reconstruction on top of B 901-first; possibly by
Harsiotef, a stone of whom was found re-used in B-900-Meroitic; J.E.A. V,
PI. XXXIV.
27) B 500-second, the axial kiosk in B501.
28) B 500-second, the axial kiosk in front of Pylon I; the kiosk is perhaps of the
Meroitic period.

C. Meroitic Period (i. e., after 300 B. C.).


29) Restorations and reconstructions of the Great Temple of Amon, B 500; carried
out by Netekaman (Nudkaman):
a) The doorway from B 506 to 514, perhaps rebuilt certainly decorated by
Nudkaman (Netekaman = Kheperka-Ra II).
b) Hall of columns B 503, rebuilt and columns inscribed by Kheperkara II
(Netekaman).
c) “South” wall of B 502, decorated by Nudkaman and perhaps rebuilt by
him; name of his son, Ankhkara (the throne-name of each of his three sons
in succession), inscribed over the figure behind the king.
d) Inside walls of B 501 were recased in red sandstone over the old walls, and
the name of Sherakarer (third son of Netekaman) was found in Meroitic hiero­
glyphics on a stone in this temple, but the casing seems not to have been
decorated.
Band 66.] G. A. Reisner: Inscribed Monuments from Gebel Barkal. 79

30) The destroyed temple B 1100: fragments of reliefs and inscriptions with the
names of Netekaman (Kheperkara II), Queen Amantere-Merkara, and Prince
Arikkhatani-Ankhkara; the lions of Yesruwaman.
31) B 600-second, entirely rebuilt over old temple of Thothmes IV; walls not decora­
ted.
32) B 700-second; the “south” and “east” walls of B 703 were refaced (no decorations)
and the small cell, B 704 added; the columned portico B 701 was also added in
front of pylon. Possibly by Amankhanewel-Menma’atra II (Beg. Pyr. N. XVIII,
about 75—100 A.D.).
33) B 800-Meroitic; red sandstone wall on “S” side of B 801 with floor level above
ruins of B 903—911. Re-used stone inscribed with name of Harsiotef.
34) B 100; a building (palace?) of crude brick of Meroitic characteristics.
35) B 1200; various crude brick structures (coronation halls?) built over and about
the halls of Anlaman and Aspalta.
All these temples are grouped about the Holy Mountain, Du-wa'ab (Gebel Barkal),
and are dedicated to Amon-Re and his associated gods and goddesses. The earliest temple
dated with certainty is that of Thutmosis IV (No. 2, B 600-first). But Napata was of
course an occupied city before this time as is shown by the inscription of Amenophis II
about the body of the Syrian chief. The mountain Du-wa’ab is mentioned in the granite
stela of Thutmosis III (found in B 501) and proves that this stela was set up at Barkal.
We have not discovered any part of the Great Temple B 500 which might be assigned to
the reign of Thutmosis III; but there is no reason why the temple No. 1, (B 300-first) may
not have been built by Thutmosis III. Apparently all these early temples, Nos. 1—4,
were quite small. Most of them consist of a single cell with or without pylon. B 300-first
is larger and had at least a fore-court (with columns), an anteroom and three cells.
B 500-first-nucleus, built late in Dyn. XVIII or early in Dyn. XIX, had a similar form, —
pylon, hall of columns, anteroom, and three cells (although the “south” cell was after­
wards divided into two rooms). This was the beginning of the Great Temple which after­
wards grew by additions, — the hall B 503, the Ramses chapel (B 508—511), and the small
chapel B 504c, — but remained of modest size until the coming of Piankhy. In B 503, re­
used in a later floor, we found a broken stela of Sety I, which recorded building operations
and endowments of Sety I apparently at Du-wa’ab. The stela came from some place
close to where it was found. The only question which arises is whether it refers to B 500-
first-nucleus or B 500-first-addition. I believe it refers to the addition (B 503) for the
very feeble reason that otherwise Ramses II would probably have built B 503 instead of
the chapel, B 508—511. Except for the small chapel in the “S” wall of B 503, no further
constructions in the Great Temple can be found which could be dated to any of the reigns
between Ramses II and Piankhy, about six centuries. The state of the temple when
Piankhy began his work is obscure. Certainly the outer walls of the New Kingdom temple
(B 500-first) were in a perilous condition, especially on the “S” side where they were
exposed to the action of the prevailing winds (true north), for Piankhy built a solid wall
of red sandstone all around except on the “N” of B 506 where he added his altar room
B 520. He then gave the final form to the Great Temple by adding B 502 with Pylon II
and B 501 with Pylon I. The interior of the halls of columns, B 503 and B 506, appear
to have been still in fair condition. Tirhaqa, also a great builder, altered B 506 from a
hall of columns to three long narrow rooms (B 505—507) dispensing with the old New
Kingdom columns some of which were partly included in one of his walls. At that time
the columns had collapsed or were threatening to collapse. Tanutamon added the axial
kiosk in B 502, and some late Ethiopian king that in B 501. Some still later king, perhaps
early Meroitic, built the axial kiosk in front of Pylon I. The temple appears to have
80 6. A. Reisner: Inscribed Monuments from Gebel Barkal. [66. Band.

stood in this state, gradually decaying until the coming of Petronius with his army. He
probably did no great damage to the temple itself but may have overturned or broken
the royal monuments set up in its various halls. Then comes a great restoration of the
temple carried out by Netekaman (Nudkaman = Kheper-ka-Ra II) which included
repairs of walls and re-decoration by an Egyptian (or an Egyptian-trained) craftsman
(see No. 29, above). Finally much later the walls and columns were picked with a
chisel and coated with a thick layer of grey plaster in which only the main outlines of
the underlying reliefs (not the inscriptions) were retraced. Some time after 400 B.C. the
First Court, B501, was occupied by a village of crude-brick huts, which had decayed
and been covered with sand when we began excavations at Barkal. Just when the temple
service ceased is obscure, but probably at the beginning of the Christian period inDongola.
The temples of the New Kingdom and of the Ethiopian period down to the end of
the reign of Senkamanseken have normally a sanctuary consisting of an anteroom and
three cells. In none of these have we ever found any objects in place, but I presume that
the middle cell at least was intended for a statue of the god (or the triad). In the room
before the sanctuary the altar was placed, — Tirhaqa’s altar in B 506, altar in B 800-first.
Piankhy’s altar in B 520 was in a special room because the room B 506 at that time was
crowded with columns. Atlanersa’s altar in B 700 was in a temple which omitted the
anteroom and the three cells from its plan. In the hall of columns, B 503-Meroitic, bases
for statues or sphinxes stood in the spaces between the columns. In the second court,
B 502, two figures were found of the bird-gods from Soleb, and they probably stood bet­
ween the columns of the middle rows. In the first court, B 501, stone sockets for six
stelae remained and one stela (sandstone stela of Piankhy) lay fallen forward from
the socket. Outside Pylon I, two sockets were found in which the stelae remained in
position. Statues were also placed in B 501, and some of these were in place when ex­
cavated. There were four ram-sphinxes in B 501 but these had been set in place by
Piankhy when Pylon II was the front of the temple. Similarly six ram-sphinxes stood in
two rows in front of Pylon I, also set by Piankhy. Displaced in front of B 800, under
Meroitic structures of crude brick, were two ram-sphinxes of red sandstone (uninscribed).
In front of the pylon of B 700, overturned and covered with the floor packing of the
Meroitic portico (B 701), lay a gigantic unfinished granite statue, no doubt Atlanersa,
the companion piece to which still lies in the quarry at Tombos (Kerma). It is clear that
the custom of placing two gigantic statues of the king in front of the temple pylon was
known and intended to be practised in this case. The later, the Meroitic temples, present
a sanctuary of one cell only usually without anteroom, — B 700-second, B 600-second,
and B 800-second; and in these the altar stands in the single cell. It is not clear whether
this stone was used as an altar or as the basis of a statue.
The list of monuments found at Gebel Barkal up to the present time is asfollows:
List of identified monuments found at Gebel Barkal (objects marked with a * found
by the H-B Expedition; stela marked +, published by S chaefer inUrk. III).
A. Objects made in Middle and New Kingdoms:
*1. Dyn. XII: basis of granite statue of Hepzefa; broken in place; found in B 501;
from Argo or Kerma.
*2. Thutmosis III: granite stela, dated in 47th year; lower right corner broken
away and missing; edges worn; found in B 501 (Piankhy); from another temple
at Barkal.
*3. Thutmosis III: polished black stone, statuette of king; lower part; broken in
place; found on top of No. 35 see below), in B 501; from another temple at
Barkal.
The Stela of Piankhy, Nr. 26.

Zeltachr. 1. Ägypt. Spr., 66. Band: Rclsner.


Tafel VI

ZeiUchr. f. Ägypt. Spr., 66. Band: Belsner.


Band 66.] G. A. Reisner: Inscribed Monuments from Gebel Barkal. 81

*4. Amenophis II: fragment of granite basis of lion (sphinx?); foreleg with car­
touche of A’a-kheperuw-Ra; found in debris “S” of В 502.
*5. Thutmosis IV: fragment of basis of statuette of green slate; cartouche of Men-
kheperuw-Ra; found in debris “N” of В 701.
6—10. Amenophis III: five (originally ten) ram-sphinxes of grey granite made
for Soleb; four (originally six) in front of Pylon I (Piankhy) and one (originally
four) in front of Pylon II (Piankhy) of temple В 500; brought from Soleb by
Piankhy; L.D. Ill 89a—f, 90a—c.
*11. Amenophis III: black granite statue of hawk-god („Nekheny“) of Hieracon-
polis, made for Soleb; found in В 502 near original place; brought from Soleb;
broken in place.
*12. Amenophis III: black granite statue of uraeus (“Serqet”) made for Soleb;
found in В 501 in original place; broken in place; brought from Soleb.
13. Amenophis III: black granite statue of Sopdu, made for Soleb; found by Lep-
sius in В 502; L.D. Ill 90d—f; Text V p. 271; may be from Soleb.
14. Amenophis III: red granite statue of lion reclining on left side; made for Soleb;
probably found in area of В 1100; intrusive inscription by Yesruwaman (about
280—265 B.C.) who brought it from Soleb (? or В 500?); Egyptian Sculp­
tures in B.M., PI. XXV; Cailliaud, Voyage aMeroe, Vol. Ill, p. 216, and
PI. XLIX (map) and LIX (general view showing our No. 18). See No. 18,
below.
*15. Amenophis III: green slate statuette of king; face broken off; found in the
Meroitic cell, В 704; J.E.A. V, p. 102.
*16. Amenophis III: black granite statuette of Merymes, viceroy of Ethiopia under
A. Ill; fragments scattered over disturbed area “N” of В 500.
*17. Amenophis IV (Akhenaton): skirt of diorite statuette of Thothmes, viceroy
of Ethiopia under A. IV: found in trench В 500-A with statues of Ethiopian
kings (see No. 28, below).
18. Tutankhaman: red granite statue of lion reclining on right side; companion
piece to No. 14, above; made in restoring temple of Soleb (perhaps lion of
Amenophis III, recut); brought with No. 14 from Soleb (? or В 500?) by Yes­
ruwaman; see references under No. 14 and Egyptian Sculptures in B.M.,
PI. XXVII.
*19. New Kingdom: black granite statuette of Heqaemsasen, “overseer of the Sou­
thern Lands”; lower part; name of Amen not erased; found in debris in
front of В 700.
*20. Sety I: whitish grey sandstone stela, dated in 11 th (?) year; in fragments,
incomplete; found re-used in Meroitic pavement in В 503 “southern” colonnade.
*21. New Kingdom: black granite statuette of a viceroy of Ethiopia (name lost);
in fragments, incomplete; found in В 903, perhaps from deposit in В 904.
*22. Ramses IX: black granite statuette of Bekenwer, „steward of the Lord-of-
the-Two-Lands in Та-Sety”; head and feet missing; on shoulder cartouche
Nefer-ka-Ra-setep-en-Ra (Ramses IX); found partly in В 503 and partly in
debris in front of В 700.
В. Ethiopian Monuments (for those marked + see Schaefer, Urk. Ill):
23. Piankhy: black granite altar; the Horus Sehetep-tauwy-fy; found in В 520,
original place; L.D.V. 14h—k.
24. Piankhy: black granite door-jamb ( ? ) ; Piankhy = Senefer-Ra; found at
Merawe (“E” bank); L.D.V. 141.
Zeitochr. f. Agypt. Spr., 66. Band. 11
82 (x. A. Reisner: Inscribed Monuments from Gebel Barkal. [66. Band.

+25. Piankhy: grey granite stela; dated in 21st year; found by Egyptian officer in
1862 in B 501 or in cache outside B 500. See Nos. 29, 31, 50, 51, 53, 56, and 58,
below.
*26. Piankhy ( ? ) : red sandstone stela with figure of king and names erased; figure
and name of Piankhy inserted; name of Amon not erased; found in B 501
fallen forward in front of stone socket in which it had stood.
27. Tirhaqa: grey granite altar; found in B 506, original place; L.D.Y. 13a—d.
*28. Tirhaqa: black granite statue, over life size; in fragments; found partly in
B 500-A and partly in B 904, two deposits made during a renovation of B 500;
originally from B 501; see Nos. 32, 33, 38, 39, 40, 46, 47, 48, 49, below and
No. 17, above.
+29................................. ?: fragment of grey granite stela; found by Lepsius.
*30......................... ?: fragments of inscribed stela similar to No. 25 and 29; found
scattered over whole Barkal site from B 300 to B 500; some fragments of No. 25
among them; at least two stelae besides No. 25.
+ 31. Tanutamon: granite stela (“dream stela”); see No. 25, above.

*32—33. Tanutamon: two black granite statues; broken, incomplete; found with
No. 28 (deposits B 500-A and B 904).
*34. Atlanersa: grey granite altar found in place in B 703; name of Senkamanseken
inserted on face; J.E.A. Y, p. 104, PI. XIV.
*35. Atlanersa: small grey granite altar; found in place (Meroitic) in B 501, used as
basis for Thothmes statuette (No. 3, above).
36. Atlanersa: black granite doorjamb ( ? ) ; L.D. V, 15b; also found by us in upper
debris in B 801.
37. Atlanersa (?): gigantic grey granite statue, unfinished and uninscribed;
found by us under B 701 (Meroitic) but according to Sir H. W. Jackson Pasha,
previously excavated by Sir Wallis Budge, see Budge, The Egyptian
Sudan, I, p. 150 (the head).
*38—40. Senkamanseken: three black granite statues; in fragments; found with
No. 28, above, in B 500-A and B 904; J.E.A. V, PI. XXX.
*... Senkamanseken: see granite altar of Atlanersa, No. 34, above.
*41—42. Senkamanseken; black granite sphinx and fragments of another; found
in position (Meroitic) in B 501.
43. Senkamanseken: black granite block; found by Lepsius over B 900 orB 800;
L.D. V, 15a.
*44. Senkamanseken: part of obelisk of black granite; found in B 702 doorway in
Pylon; J.E.A. V, p. 108.
*45. Senkamenseken: offering basin, black granite; found in temple at Merawe
(“E” bank).
*46. Queen Amanmalenal: related to Senkamanseken ( ? ) ; black granite statue
(headless); found with No. 28, above, in B 500-A and B904; J.E.A. V, PI.
XXXIII.
*47. Anlaman: grey granite statue, over life size; in fragments; found with No. 28,
in B 500-A and B 904.
*48. Anlaman: black granite statue; in fragments; found with No. 28, in B 500-A
and B 904.
*49. Aspalta: black granite statue, over life size; in fragments; found with No. 28,
in b 500-A and B 904; J.E.A. V, PI. XXXIII.
+50. Aspalta: granite stela (“election stela”); found with No. 25.
Band 66.] G. A. Reisner: Inscribed Monuments from Gebel Barkal. 83

+51. Aspalta: granite stela (“priestess stela”); no record of provenance but prob­
ably as No. 25, above.
*52. Aspalta: granite stela of Piankhy’s son, Khariut; found in position in stone
socket in front of Pylon I, B 500.
+ 53 ....................... ?: granite stela (“excommunication stela“); found with No. 25,
above.
54. Amtalqa: headless seated statuette; granite; found at Merawe (“E” bank);
L.D. V, 15n, o, p.
*55. Queen Amantakay: mother of Malenaqan; grey granite stela with Egyptian
hieroglyphs in relief; fragments only; found in and around B 500.
+ 56. Harsiotef: granite stela; found with No. 25, above.

*57. Akhratan: granite statue (headless): found in disturbed debris “N” of B 503.
+58. Nastasen: granite stela; first seen by Europeans at Dongola-el-Ordi but prob­

ably as No. 25, above.


*59. Queen Sakhmakh: queen of Nastasen; grey granite funerary stela; found used
in late Meroitic wall, in front of Pylon I of B 500.
N. B. Only five of the ten royal Ethiopian statues found by us, have heads, —
Nos. 28, 38, 40, 47, 49. Fragments of perhaps a dozen other royal statues were found
in and around B 501 and in particular, fragments of four heads (3 in B 501).
C. Meroitic Monuments.
*60. Amankhanewel-Nebma’atra II: white sandstone omphalos; found in debris
in B503; see Griffith, J.E.A. Ill, p. 255.
6i....................... ?: statuette of Isis suckling Horus; granite; inscription in Meroitic
cursive; L.D. VI 7, No. 28; Griffith, Meroitic Inscriptions II, p. 2.
*62. (Illegible name) = Men-ma’at( ? )-Ra-setep-en-[Ra]: upper part of sandstone
stela;found in B 501; Amon and king, names only.
*63.?: inscription on “N” side of doorway in Pylon II in Egyptian
hieroglyphics; very fragmentary; see No. 64.
*64.......................?: inscription in plaster on “S” side of doorway in Pylon II in Me­
roitic cursive; see No. 63.
*65. Tanyizamani: slate stela (surface decayed in places); found in position in
socket in front of Pylon I of B 500, on “N”. Now read by Griffith as Tan-
yirdamani, or Tanyindamani.
*66—67.......................?: fragments of at least two stelae (probably 3—5) of grey
granite inMeroitic cursive; found scattered over and around B 500.
*68.......................?: part of a slate slab with three bound prisoners; no inscription;
found in area “N” of B501.
69.....................1: steps with drawing of prisoners around sides; haematitic sand­
stone; L.D.V, 15c, d; found by us in the disturbed area “N” of B 503.
*70.......................?: two red sandstone rams; uninscribed; found under late Meroitic
walls in front of B 800.
* 7 1 ...........................?: two small basalt sphinxes; uninscribed; one smashed but
complete; fragments of the other; found in disturbed area “S” of B 900.
*72...................... ?: small granite statuette of ram-headed Amon; found in B 904.
N. B. Fragments of 5—10 statues and statuettes of ram-headed Amon were found
scattered over whole site.
The 72 monuments listed above form only a part of the statues, stelae, etc., indicated
by the broken fragments found in the debris all over the site. The small pieces and those
which contained only fragments of inscription without name, have been omitted. The
ll*
84 G. A. Reisner: Inscribed Monuments from Gebel Barkal. [66. Band.

records show that these monuments fall into four classes according to the conditions under
which they were found:
a) Monuments in or near their original position as placed by the kings whose names
they bear; the altars, Nos. 23, 27, and 34; stelae, Nos. 52 and 65; and perhaps
stela No. 26.
b) Monuments brought from other temples, and found in or near the place where
the king who transported them had set them; some of these were found intact,
as the rams brought from Soleb by Piankhy (Nos. 6—10) and the lions set in
B 1100 by Yesruwaman (Nos. 14 and 18); and some were found near their original
places but broken in the final work of destruction after the abandonment of the
temples, as the bird and snake statues from Soleb, Nos. 11—13). See also Nos. 1—3,
15, 35, 41, and 42.
c) Monuments found outside the temple in which they had stood in deposits made
during a renovation of the temple; these comprise the ten royal Ethiopian statues,
Nos. 28, 32, 33, 38, 39, 40, 46, 47, 48, 49, and the New Kingdom statuette,
No. 17. These were partly in B 500-A and partly in B 904. There may once have
been other similar deposits which have been broken up in the late destruction.
d) Fragments of monuments found scattered in the debris, chiefly in the disturbed
area between B 900 and B 500 but also “S” of B 500 and in B 500 and elsewhere.
Some of these fragments could be identified as belonging to monuments of classes
b and c; otherwise no satisfactory conclusion as to their original positions could
be drawn.
This gives us a picture of the distribution of the monuments when the temples were
excavated in 1916—1920. Assuming that the temple services were abandoned about
500—600 A.D., a large part of the destruction has taken place since that time, — the
smashing of the statues in B 501, the removal of the stelae from the sockets in the same
court, and the breaking of some at least of these stelae (the Meroitic stelae, Nos. 66 and
67). To this time must be assigned the disturbance of the old strata between B 900 and
B 600, between B 700 and B 900 and over the site of B 1100. Over most of these areas the
disturbance by merog-digging and for obtaining stone has gone on down to 1916.
Each of the temples of the New Kingdom, of moderate size, was built and endowed
by the conquering king of Egypt and was maintained by endowments entrusted without
doubt to Egyptian priests who were members of the Egyptian administration of Ethiopia
during Dyn. XVIII—XX. The most considerable of these temples was B 500-first
(B 503—519) which afterwards became the great temple of Amon. Of the equipment
of these temples there remain now the Thutmosis stela and the objects Nos. 3—5, 15—17,
17—22, which can be ascribed to the reigns of Thutmosis III, Amenophis II, Thutmosis IV,
Amenophis III, Akhenaton, Sety I and Ramses IX. After the long period (about 450
years) of the Egyptian administration of Ethiopia, the population whatever its racial
constituency at the end of that time had become completely Egyptianised. The worship of
Amon and his associates in the temples of Napata was a dominating feature of the religi­
ous life of the district and probably of the whole of Dongola province. No evidence was
found of the continuity of the temple services from the time of Ramses IX to that of
Piankhy, about 350 years; but there can be no doubt that the combination of an organized
and endowed priesthood with the ordinary religious necessities of the population would
have carried the temple services, at any rate those of the most important temple, through
this period. I imagine that the demands of Egypt for the products of Ethiopia continued
as before and that trading and official relations with Egypt were maintained. The lands
endowed for the temple services at Napata would of course tend to melt away. The in­
come of those lands and the income from worshippers would tend to be absorbed more
G. A. Reisneh : Inscribed Monuments from Gebel Barkal. 85
Band 66.]

and more completely by the priestly personnel. The physical state of the temples would
have deteriorated by decay without any resources available for their repair or restoration.
I assume that when Kashta began to be a rich chief, the New Kingdom temples with the
exception of B 500-first were abandoned ruins. The monuments of hard stone would have
remained in their original places but some of them may have been accidentally damaged.
When Piankhy became king and the resources of Egypt were placed in the control of the
king of Ethiopia, the means were again available for the restoration of the great temple
and for the renewal of its endowments. Napata was then the capital of a victorious Ethiop­
ian Empire, which had won its way by the help of Amon; and the great temple became
the national temple of Ethiopia. Piankhy set about making it more worthy of his place
in the world. He repaired the old temple and added an altar-room in which he placed
his altar; he added a great hall of columns (B 502) and another pylon. Then the revolt
of the Delta gave occasion for his triumphant campaign into Egypt, and on his return
he added the colonnaded court (B 501) and the first pylon. Apparently Piankhy had no
craftsmen available in Napata who could do sculpture in the round. We have no statue
of Piankhy or Shabaka and only one, I believe, of Shabatoka (found at Memphis). Piankhy
has left us an altar and several other inscribed monuments in hard stone (see Nos. 23 25
and the column from Letti now in Khartum) and he had craftsmen who decorated the
walls of B 501 with sunk reliefs and inscriptions. But for the statuary of the temple he
used figures made by kings of the New Kingdom. He certainly brought the rams of
Amenophis III from Soleb, and probably the black granite statues of the hawk-god and
the uraeus (Nos. 11—13) also. He may have brought the stela and the statuette of Thut-
mosis III from another temple at Barkal to B 501, and even the other statuettes of the
New Kingdom, but I am inclined to think that he left these in their original temples to
be transferred at some later period.
In addition to his work on the Great Temple, Piankhy also completed the construction
of B 800 which may have been begun by Kashta, but of its equipment we have no
evidence except the sandstone basis of the altar in the anteroom of the sanctuary. ^ Of
Shabaka and Shabatoka we have no trace at Barkal1, but only their tombs at El-Kur’uw.
Tirhaqa continued the work on the Great Temple by rebuilding B 506 and converting
it into B 505—507, and placed his granite altar in the new B 506. It is quite clear that
he placed his great statue in B 501, perhaps the first of the series of royal Ethiopian
statues to be placed in that temple. But as to its exact station in B 501 no evidence
is available. Tirhaqa also constructed two other temples, B 200, which was a new temple,
and B 300-second which he built over the old temple of Thutmosis III (?). ^
Tanutamon built a single cell passage-room (kiosk) in the middle of Piankhy s
hall of columns, B 502, bordering the axial pathway of the temple. He added two
smaller statues (about life size) to the great statue of Tirhaqa in B 501. If he built
any other construction it was B 901—902-first beside the temple of Piankhy (B 800-
first), and according to his stela (No. 31, above) he made two buildings called hy one
of which was for milking the cows of Amon.
Atlanersa had nearly completed the temple B 700 when he died and left it to
Senkamanseken to finish. Atlanersa made the great granite altar in B 703 and may
have intended to finish the temple with an anteroom and three cells partly rock-cut.
He also placed a gigantic statue of himself, at that time unfinished, in front of the pylon
and had another in hand which was never moved from the quarry at Tombos. The two
gigantic grey granite statues both unfinished seem to have been the only ones carved m
his time. He probably intended to add his statue to the group of three then in B 501, but

1) See further on, p. 99.


86 G. A. Reisner: Inscribed Monuments from Gebel Barkal. [66. Band.

there is no trace of that intention ever having been carried out. The other two pieces
of hard stone bearing his name, Nos. 35 and 36, certainly did not come from B 700, but
perhaps from B 500. The small altar was found in B501, but apparently not in its
original place. These altars belong primarily in the anteroom of the sanctuary at this
time. Later the custom came in of placing them in the single inmost cell (Meroitic),
but this altar of Atlanersa may have stood originally in one of the halls or courts of the
great temple. Senkamanseken finished the temple B 700, but never added the inner
sanctuary. He appears to have made only the reliefs and inscriptions in B 7021 and on
the face of the pylon. He set up his obelisk, (probably a pair), in the doorway (?) through
the pylon. Senkamanseken added at least three statues to the growing group in B 501
and perhaps also that of Queen Amanmalenal (Aman-male-anal: cf. the names, „Male-
naqan”, “Anlaman”, etc.). As to the two sphinxes Nos. 41 and 42, it is difficult to
believe that they were set by Senkamanseken in the places in which they were found
in B501. Senkamanseken built a partly rock-cut temple at Merawe in which at least
one offering basin was placed.
Anlaman added two granite statues and Aspalta one to the group in B 501; and
Aspalta set up at least three stelae one of which was found in its original position in a
socket in front of B 500. All the statues hitherto mentioned were standing statues.
The statuette of Amtalqa is seated and comes from Merawe (“E” bank), and its pro­
venance is unknown. But it proves that the sculptor’s art was still alive and there is no
known reason why Amtalqa may not have placed a statue of himself in B 501 except
that none was found in the two deposits. The shattered stela of Queen Amantakay, the
mother of Malenaqan, was almost certainly in B 501, or in front of it.
None of the monuments or fragments found at Barkal can be identified with any
of the kings of Ethiopia from the time of Malenaqan, next to the last king of Dyn. I
(about 553—538 B.C.) to that of Harsiotef (about 397—362 B.C.), — ten kings reigning
about 240 years. Harsiotef may be reckoned as the first king of Dyn. IV, followed by
Piankh-alara( ?), Akhratan and Nastasen. From these four we have one statue (No. 57,
of Akhratan) and three stelae (Nos. 56,58,59). The most significant of these is the stand­
ing statue of Akhratan in the traditional Egyptian attitude and dress but curiously
degenerate in details and of moderate finish. It looks like the work of a provincial
craftsman attempting be copy an ancient model. The contents of the burial chambers
of the kings of Dyn. II at Nuri show the characteristic crafts as introduced in Dyn. I
only slightly degenerating, and in particular granite stelae and offering basins. In Dyn. Ill,
the degeneration is very marked and the craftsmen at least have nearly lost the use
of the Egyptian hieroglyphics. Granite is still used for stelae but is worked with little
skill; and many of the offering stones are of sandstone. It seems probable that royal
stelae were made for the great Barkal temple during this long period (Dyn. II and III),
but I am not so sure that the technical means would have permitted statuary, except
perhaps crude work in sandstone. Whatever statues and stelae were made for the temple
by the kings of Dyn. II and III would have been placed with the others in B 501. It
may be taken as certain that during this time the services were maintained in the great
temple of Amon and the kings were crowned in Napata with ceremonial visits to Gem-
aton, Per-Nebes, and Tere. As far as can be seen from the structures at Barkal, the
only building which can be ascribed to Dyn. II or III is B 800-second. The kiosk in
B 501, I judge to be earlier (Dyn. I); and that in front of Pylon I, rather of the time of
Harsiotef or Nastasen.

1) See Prof. Griffith J.E.A. XV p. 27, Showing name of Atlanersa on inside face of Pylon.
The columns bear name of Senkamanseken.
Band 66.] G. A. Retsner: Inscribed Monuments from Gebol Barkal. 87

The material available for the Meroitic period is very scanty. During the period
when the kingdom was divided between Napata and Meroe, Yesruwaman transported
the two red granite lions from Soleb to Barkal and probably built something or other,
perhaps part of the destroyed temple B 1100. In this period the temple of Amon in Meroe
came into rivalry with that at Napata, and may have absorbed the attention of the
rulers. With the second Meroitic Kingdom of Napata, about 100—22 B.C., a certain
amount of activity at Barkal can be discerned. The pyramids B I—VI, IX and X, were
built; the building B 100 was constructed; and perhaps the temple B 600-second. This
dynasty was that which suffered the destruction of Napata at the hands of Petronius
in 23 B.C. It was certainly after this that Netekaman, having reunited Northern and
Southern Ethiopia, restored the great temple, for which purpose he brought Egyptian
craftsmen to Ethiopia (see J.E.A. IX, pp. 54—71).
Three questions demand an answer:
1) In what state did Petronius find the temples at Barkal, and especially the great
temple ?
2) How much destruction did he inflict on the temples, and especially on the great
temple ?
3) What measures did Netekaman take to refurnish the great temple after he had
restored its walls ?
The first question involves the date when the two deposits of ten royal statues and
one New Kingdom statuette were made in B 500-A and in B 904. The following facts
are clear:
a) The latest statue in the deposits was that of Aspalta; therefore the deposits were
made after his reign.
b) The doorway from B 904 to B 802 was blocked with rubble when the deposit
was made; therefore B 800-second, the wall of which closes this door, had not
yet been built. I ascribe B 800-second to Netaklabataman(?).
c) The deposits made by Netekaman which would assuredly contain evidence of
monuments of the Meroitic period have not been found (at any rate intact) but
may have contained the statue of Akhratan and other fragments found scattered
over the area “N” of the temple.
The deliberate smashing of the ten royal statues appears to have taken place at one
time and could have been done either (1) by a foreign enemy or (2) by a dynastic enemy.
The time indicated is during or immediately after the reign of Nalma aya, the weak
king (Nuri XVIII) with whom Dyn. I ended. His successor was Netaklabataman (Nuri X)
a powerful ruler, the founder of Dyn. II. We know nothing except the deductions made
from the burial places at Nuri and their furniture. It is conceivable that the Mazoi or
some other desert tribe may have raided Napata during the weak reign of Nalma aya,
that they may have broken the statues of the kings only. But it is much more likely
to have been a dynastic enemy. The stelae were apparently not broken, for no stelae
or fragments of stelae were found in either of the two deposits. The stelae usually contained
records of endowments and gifts to Amon, and his name would have protected them
as well as the statues of the gods from a dynastic enemy but hardly from a foreign enemy.
Whether the dynastic enemy was Netaklabataman or some third party of whom we
know nothing cannot be determined from our meagre evidence; but there can be little
doubt that it was Netaklabataman who undertook the clearing away of the broken
statues. .
Accepting the above conclusion that Netaklabataman made the clearing which gave
occasion to the two deposits of royal statues, then it is clear that Petronius found the
88 G. A. Reisner: Inscribed Monuments from Gebel Barkal. [66. Band.

temple as it had been after that renovation, with the statues of rams, gods, and stelae
of Piankhy, such altars and similar monuments as were dedicated by the kings from
700—23 B.C., except for the ten royal statues broken about 533 B.C., and except for
such accidental damage and loss as may have occurred thereafter. The first object of
the Romans would have been to secure any utensils and votive offerings of the precious
metals which the priests had been unable to remove. They may also have smashed some
of the monuments and defaced some of the reliefs on the walls. But there is no evidence that
they burned the temple or attempted to destroy the walls. Therefore Netekaman, under
whose power the great temple came five or ten years later, was confronted with the general
decay which resulted from the passage of the preceding three centuries rather than any parti­
cular damage done by Petronius. Judging by the repairs which it is still possible to attribute
to Netekaman, the temple structure itself was in a bad state. Netekaman repaired and decor­
ated the doorway from B 506 to B 514 and may have treated the whole inner sanctuary in
the same way; he entirely rebuilt B 503 with its columns and inscribed the columns with
his own names; he redecorated the “S” wall of B 502 and probably repaired it consid­
erably; and he cased the inner faces of the walls in B 501. He left the altars of Piankhy
and Tirhaqa in their places, and probably set statues of some sort on the pedestals between
the columns in B 503. In B 502 at least two of the black granite statues of the hawk-
god brought by Piankhy from Soleb were still in place. There may have been others
but there is no clue to any additions by Netekaman.
It is B 501 which presents the greatest interest. The Uraeus statue of Ameno-
phis III from Soleb was probably in place like the four rams, and was at this time
still unbroken. It is probable that some of the stelae remained in their sockets. Cer­
tainly the stela of Piankh-khariut, No. 52, outside the Pylon I was in place, and
perhaps that of Tanyizamani, now read Tanyiramani or Tanyindamani by Prof.
Griffith (in Meroitic cursive). The stelae of the Ethiopian kings were probably in the
court but whether still mounted in their sockets is not determinable. Did Netekaman
gather up all that was available of hard stone monuments from this and other temples
at Barkal and set them out in B 501 with those already there ? Four or five hundred
years were to follow on his time, years in which such statues as that of Hepzefa and
Thutmosis III would have been only figures of divine creatures to a population whose
scribes and priests no longer understood Egyptian. The hieroglyphic texts inscribed
on the stelae were certainly meaningless to the priests of the temple long before the time
of Netekaman, although something they may have learned of the contents from transients
like the man employed by Netekaman to decorate the temple. The stela of Thutmosis III,
his statuette, the statue of Hepzefa, the sandstone stela of Piankhy ( ? ) , the altar of
Atlanersa, the sphinxes of Senkamanseken, and other monuments not now identifiable
may have been gathered by Netekaman to adorn the great temple of Amon which he
had restored, and they may as holy objects have survived even five centuries of the worship
of Amon-Ra then known as Amanapata. At any rate, these seven monuments were found
in or near the places in which they had stood in the Late Meroitic use of the temple.
The position of the sandstone stela of Piankhy( ?) was important for it lay on its
face fallen forward from the stone socket (socket No. 1) in which it had rested; but the
stela of Thutmosis III had been leaned against a pillar near by. There were five other
stone sockets all empty which had once contained stelae, and an indefinite number of
sockets may have been removed. It is clear thatthe stelae (Nos. 25,31,50,51,53,56 and 58)
of the Ethiopian kings had once stood in this room (B 501) or partly here and partly
in front of Pylon I. The two stelae in front of Pylon I fitted their sockets very closely.
The measurements of the sockets in B 501 and of the stelae are given here for com­
parison :
G-. A. R eisner: Inscribed Monuments from Gebel Barkal. 89
Band 66.]

Length
Socket: opening: Stela: Width:

. . 130 cm................ No. 26 . . . . 123 cm (belongs to socket No. 1)


No. 1 . .
No. 2 . . .... No. 25 . . . . 184 cm.
No. 3 . . . . 125 cm................ . . . . No. 31 . . . . 72 cm.
No. 4 . . . . 120 cm................ .... No. 50 . . . . 71 cm.
No. 5 . . . . 142 cm................ . . . . No. 51 . . . . 45 cm.
No. 6 . . .... No. 53 . . . . 69 cm.
No. 56 . . . . 70 cm.
No. 58 . . . . 127 cm.
No. 2 . . . . 97 cm.

The Nastasen stela, No. 58, might have stood in socket No. 2 or in socket No. 5; but
stela No. 25 is too wide for any of the sockets and the others are too narrow. I was tor
a time of the opinion that these Ethiopian stelae had been found not in the temple but
in a cache in the disturbed area “N” of the temple. After further consideration, 1
admit that the stones were possibly found by the Egyptian officer in 1862 leaning
against the face of the “N” half of Pylon I on top of the casing built by Netekaman.
If that be accepted then it would appear probable that Netekaman found the stelae
upset in the court and arranged them in a row against the pylon, and that m the same
way he leaned the Thutmosis stela against the pillar. The empty sockets might be ot a
date later than Netekaman, used for later Meroitic stelae. It is to be noted that no
stela of Netekaman himself has been found, and assuredly he added a record of his work
at Barkal to the records of the previous kings.
The facts show that it is not possible to be certain of the monuments set in B 501
by Netekaman. But it may be taken that between that time (about 15 B.C.) and the next
renovation, the monuments as well as the walls had suffered. The last renovation was
Meroitic and consisted merely in covering the faces of some of the walls and columns
with a layer of plaster. The great reliefs on the pylons were retraced m the plaster but
the inscriptions were covered over. The inscription in Meroitic cursive of the b side
of the doorway in Pylon II was incised on a similar grey plaster laid on the wall tor
that purpose. This inscription had been covered up by a later poorly built Meroitic wail,
and may be earlier than the restoration in plaster on the walls and columns. The inscrip­
tion on the column nearest the inscribed jamb appears to me later than the plaster resto­
ration of that column.

THE MORE IMPORTANT INSCRIPTIONS.

The Sandstone Stela of Piankhy, No. 26.


The sandstone stela, No. 26, which has the name of the king erased, was found m
B 501, the colonnaded court between Pylons I and II built by Piankhy after his Egyptian
campaign. The stela was found on its face fallen forward m front of the socket Mo. 1,
where it had stood during the last Meroitic occupation of the temple The stone now
measures 123 cm wide by 130 cm high, but it had once been higher, for the lower part
has been broken off and is missing. The face of the lower 20-30 cm was badly weathered
by sand erosion, and the back only slightly less. The Court had been filled with drift
sand up to the top socket before the stela fell or was thrown forward; and the
of the stone

crude brick hut-walls of post Meroitic date had been built m the court about on a level
with the back of the stela as it lay. The erosion by sand may have taken place while
the stela stood in this socket after the abandonment of the temple. The missing lower
12
Zeitschr. f. Agypt. Spr., 66. Band.
90 G. A. Reisner: Inscribed Monuments from Gebel Barkal. [66. Band.

part was not in the socket nor in the surrounding debris. As the stela lay it looked
as if it had stood with the broken end in the socket and was already lacking the bottom
part when it was set up. Nevertheless the stone may have stood in this socket previous
to its being broken, and have been reset after it had already fallen once before.
The court B 501 is a very proper place for the stela to have been erected by the
king who made it, by the king who altered it, or by Netekaman when he made his reno­
vation. Personally, I am of the opinion that it had stood originally in front of Pylon II
before B 501 was built.

The scene above is surmounted by the winged sun’s disc with two uraei. In the main
field, the ram-headed Amon sits on a throne holding out to the king the crown of Lower
Egypt in the left hand, and a cap with uraeus in the right hand. Behind him stands the
goddess Mut wearing the double crown, touching Amon with her uplifted right hand and
holding the sign 'nh in her left hand. Behind her stands Khonsu. Facing Amon now
stands a small figure of an Ethiopian king wearing the usual Ethiopian diadem and
holding out two necklaces (one with a pectoral) to Amon. The three figures of gods are
in relief but the inserted figure of the king is in low sunk relief and the necklaces are
merely incised. The background of the king’s figure shows clear evidence of an erasure
over the whole. The traces of a slightly larger figure are visible on the rubbed surface.
G. A. Reisner: Inscribed Monuments from Gebel Barkal. 91
Band 66.]

It is evident that the original figure of the king which was in relief has been removed
with a chisel and the surface rubbed down to take the new figure. On this rubbed surface
above the head of the king, a cartouche has been inscribed which I read p-i-nh-y.
Above in vertical lines are given the speeches of the various figures. In the speech of
Amon, the king’s name has been chiseled away ; and in the king s speech the introductory
line which also gave his name has been chiseled completely away. I judge that the
narrow vertical space between the king’s speech and that of Amon is as it was originally.
In the text below the scene, the two cartouche names of the king have been erased;
but nowhere has the name of Amon suffered any damage. It may be noted that at Gebel
Barkal the name of Amon was erased by Akhenaton on all monuments, even private
statuettes, existing in his day. t^
The lines are numbered 1—15 from right to left beginning with the first line of the
speech of Amon, 16—24 from left to right in the speech of the king, and 25—30 m the
main inscription below.
I am indebted to Prof. Sethe und Prof. Steindorff for a number of suggestions
and expecially for the translation of lines 21 22.
(1) “Speech of Amon, Lord of Nesuwt-tauwy, he who appoints and is pure, to
(2) “his son, his beloved, [name in cartouche], I said concerning you (while you
“were) in
(3) “the body of your mother, that you were to be ruler of Egypt (km).
(4) “I knew you in the seed while you were
(5) “in the egg, that you were to be .
(6) “Lord. I caused you to receive the double diadem (wr-t determined with two
“uraei), which Ra caused to appear
(7) “in the first good time. A father makes
(8) “excellent his son (provides for his son). 1 am he who has decreed (the king­
ship) to you. Who shall share it with you?
(9) “I am Lord of Heaven. That which I gave to Ra, he gives
(10) „to his children among gods or
(11) “men (m ntrw r-mn rmt). I am he who gives to you the decree. o s a
share (it)
(12) “with you? No other(?) king has commanded it.
(13) “I am he who gives the kingship(?) to whom I will.”
The inscription is quite clear except in line (12) where I read doubtfully n wd-nnsw^while
Sethe and Steindorff suggest n wdkyy nsw which I have adopted above. e p rases
used in the text are familiar, and some of them occur isolated m the Ethiopian royal
stelae. It is however of particular interest to note that the greater part and perhaps the
whole of this text once stood on the face of the pylon of B 700, inscribed by Senkaman-
seken. The inscription is high up and forwards of the face of hurnan-headed Amon.
Cailliaud made a valiant attempt to copy it and the signs drawn by him ( V o y a g e a
M e r o e , PI. LX1) can be identified as giving the text of our stela at least as tar as the
beginning of our line 8. A small margin along the tops of the lines is missing. Lines
and 2 of the pylon have the same content as our first two lines except that line as
hnty ipt-swt instead of dhn w'b, and line 2 has^^ for ^—-• The name of the king Senk
amanseken in line 2 is in a cartouche without title or benediction, and the erased name
in the stela was probably also without title or benediction. I may say at once a ere
is a small bit of surface remaining in the cartouche on the stela exactly where imn sou
be if the name in the stela were also Senkamanseken; I am unable to read win on ^ a
bit of surface. Line 3 of the pylon evidently read, — \h.t\ mw. t-k iw-k r hk n ^mrv i iu,
Gr. A. Reisner: Inscribed Monuments from Gebel Barkal. [66. Band.
92

but the (] under hki may indicate a variation. From there the text runs along clearly
in spite of the mistakes, to smnh at the end of line 6. The word sB-f is to be restored
at the top of line 7. Lines 7 and 8 with which the pylon inscription seems to end could
not have contained the remaining 5y2 lines of the stela; nor can I identify the signs in
them with any of the remaining phrases.
It is quite clear that this text was well-known at Napata in the time of Senkaman-
seken, although only a portion of it was used on the pylon of B 700. The homogeneity
of the culture of the Ethiopians during the time from Piankhy to Amtalqa makes it
possible to ascribe our stela to any of the kings of that time, but not later,
Line 14 is obscure towards the end:
(14) “Speech of Mut, Mistress of Heaven: You have received the crowns (ti w)
“from Amon. He says concerning you . . .”.
Sethe and Steindorff suggest nsw after m to read thus ^ ? In the
field in front of line 14, behind the legs of Khonsu is a vertical line of signs ending:
' » £ ( ? ) hB( \)-k(%) dt.
Line 15, badly preserved, begins opposite ssp in line 1. Owing to the curvature of
the stela, the upper ten centimeters of the line was too narrow to be used:
(15) “Speech of Khonsu Medes: Take the two uraei from your fatherAmon”.
The incised vertical line which ran up the edge of the stela is worn away.
Lines 16—24 contain the speech of the king. Line 16 has been chiseledawaybut
probably read: “Speech of the Son of Ra, Lord of Crowns, ... (in cartouche)”.
(17) “He says:
,,Amon of Napata has given to me (18) to be ruler of every land.
“He to whom I say: You are king, he shall be king.
“He to whom I (19) say: You are not king, he shall not be king.
“Amon in Thebes has given to me to be ruler of Egypt (km)
“He to whom I (20) say; make ceremonial appearance (as king),
“[he shall make ceremonial appearance (as king)].
“He to whom I say: Do not make ceremonial appearance, he shall not make
ceremonial appearance.
“Every one to whom (21) I give my favor(face), his city can not be destroyed
except (22) it be by my hand.
“The gods make a king; the people make a king; (23) but Amon made me.
“Whoever of these governors does not make gifts tome, Weret-hekauw (24) . .
The words seem very appropriate to the troubles of the reign of Piankhy which led
to his Egyptian campaign, or to those caused by the Assyrian invasion of the reigns of
Tirhaqa and Tanutamon.
Behind the figure of the king, is one vertical line of incised signs, which may have
belonged to the original figure in relief. It is the usual formula: sB 'nh n( %)hB-k my r'dt
The inscription in large signs below the scene reads as far as I can follow it:
(25) “Live the Horus, Strong-bull-who-appears-in-Napata;
“Nbty, Established-of-kingship-like-Ra-in-heaven;
“The Golden Horus, Beautiful-of-crowns, Powerful-of-strength, every one lives
“by seeing him like Akhty;
“King of Upper and Lower Egypt, Lord of the Two Lands, . . . (name in
cartouche, erased);
“The Son of Ra, Lord of Crowns, (26) . . . (name in cartouche, erased).
Band 66.] G. A. Relsner: Inscribed Monuments from Gebel Barkal. 93

(26) “The Good God, king of kings, ruler of rulers, the monarch (ity) who seizes all
“lands; mighty of power; his atef-crown [is on] his head; who wards off(?)
“by his might; beautiful of form like Ra in heaven; appearing( ?) like Akhty
“when(?) he gives . . .
(27) [half a line unintelligible] “alone(?); who widens Cush; the fear of whom has
“made him lord of lands; . . .
The rest, lines 28—30, seem to continue the same sort of eulogy of the king, but they
are too badly preserved to be of much value.
The stela may now be considered as a whole. The general appearance, the language,
the script, all point to the early Ethiopian period. Both the language and the script are
entirely different from those of Harsiotef and Nastasen. The Horus name Strong Bull
appearing in Napata” marks the king who dedicated the stela as a king of Ethiopia. The
erasure of the name of the king is found on several of the royal stelae, Nos. 25, 50 and 53
(see further on). It is clear that the owner of this stela may be any king from Piankhy
to Amtalqa; but the reference to K emet in line 3 andthe wholeof the king s speechin
lines 16—24 imply that the king was one of theearlier rulers,Piankhy toTanutamon,
who were concerned in Egyptian affairs. When we examine the titulary in line 25, the
fact is patent that it is not any known titulary of Ethiopia. The Horus name „Strong
Bull appearing in Napata” actually occurs on the stela of Harsiotef; but the rest of the
titulary is different. There is however a strong resemblance to the titulary of Thutmosis III
on the granite stela, No. 2:
No. 2. Hr KB-nht-h'-m-WBs. t.Nbty Wih-nswy-t-my-R'-m-p-1.
No. 26. Hr Ki-nht-h'-m-Npt. Nbty Wih-nswy ■t-my-R'm-p-t.
No. 2. Hr-nb Dsr-'w-sfcm-phty.
No. 26. Hr-nb Dsr-h'-ifrm-phty, 'nh hr-nb n mii-f my ihty.
No. 2. Nswt-Byty Mn-hpr-R*.
No. 26. Nswt-Byty Nb-tB wy . ..
No. 2. Si R' n h-t-f mry-f nb& nb Dhwty-ms-nfr-hprw.
No. 26. S3 Rc nb h* . . .
This is the usual titulary of Thutmosis III (see especially S ethe , Urk. IV, p. 160 161),
although variations occur in all the five names in various inscriptions; and it is I believe
used by no other Egyptian king. Written on the granite stela which was on view at
Napata, the titulary stood ready to be imitated by any of the Ethiopian kings; and we
know they copied many of their names from the older names of Egyptian kings.
Turning now to the erasures on stela No. 26, the name has been savagely chiseled
away in lines 2, 16, 25 and 26. The figure of the king in relief has been likewise removed,
but the surface was afterwards smoothed away, and another figure of the king was inserted
in low sunk relief. The outline of the top of the head of the older figure seems to me just
visible a little above and behind the restored head, and appears to indicate the royal
feathered crown of the statues and reliefs of Napata, but might be a crown of Lower
Egypt. In either case, the top of the crown rose nearly to the bottom ends of lines
15 —16. In this space a single cartouche has been carelessly cut with its side sloping

slightly from the true vertical. At the time of the discovery I read the name in this
cartouche very confidently p-i-'nh-y (cf. G riffith in Liverpool Annals IX, p. 87)
and I think the photograph bears out the reading. The name has suffered from the
weather and from an abrasion of the right side, apparently fortuitous. The title
above is illegible.
Accepting the reading „Piankhy” for the restored name, it remains to determine
the name which was erased. Fortunately when the name in line 2 was cut out a small
94 G. A. Reisner: Inscribed Monuments from Gebel Barkal. [66. Band.

area of surface in the middle was left untouched by the chisel. After examining this bit
repeatedly and comparing it with all other royal names I finished by reading confidently
the name Mery-[Amun\-P,i-tnhy (^^\. The left hand end oft=iis visible, then-^D, and
finally below partially erased jl . The stela was an original monument of Piankhy
and the name was correctly restored in the field. Therefore the cartouche in line 26 is
ft,
to be readMery-Amun-Piankhy, as in line 2. The other somewhat shorter cartouche
in line 25 presents a difficulty. In the
throne nameWeserma’at-Ra, perhaps A earlier half of his reign, Piankhy used the
. copied, from the names in the Ramses chapel;
and in the later part of his reign the name Senefer-Ra, probably a modification of the name
Senefruw heard by Piankhy in Egypt. This statement is based on the occurrance of the name
Weserma’at-Ra in the earlier part (B 502) of the great temple built by Piankhy, and Se-
nefer-Ra in the latest part (B501). But it is unusual to erase the throne name as
well as the personal name, and as Piankhy’s peculiarity was the use of his personal name
in place of a throne name it may be that He had written P i a n k h y in line 25 as his s3-r'
name. In any case, another set of three names is added to the list already known as used
by Piankhy, perhaps copied in this case from the granite stela of Thothmes III.
I would date the sandstone stela to the early part of the reign of Piankhy because
of the material (sandstone) and the contents of the text. Following this in time, but
previous to the campaign of year 21, I set the inscriptions on the abaci of the columns
in В 502. The black granite altar (because of the material and the Horus-name Sehetep-
tauwyfy) and the dated granite stela should be placed in year 21. The granite obelisk from
Letti (Dongola Province) and now in Khartum, of which I will give the full text in a later
section, belongs also to the period after the year 21. The inscriptions on the walls of
В 501 and the Merawe block, belong to the latter part of the reign after Piankhy’s last
additions to the great temple of Amen. The shawabtis from the pyramid are from the end
of the reign. With these conclusions it is now possible to deal with the titularies of Piankhy.
The names and titles recorded are as follows:
I. HORUS-NAME.
1. hr kl-nht-ti-m-npt.......................... Sandstone stela, No. 26; see below, II 1;
111,1; IV 1; V 1.
2. hr-shtp-B wyfy................................Great Altar, No. 23; See IV 5.
3. hr-ki-Bwy-fy................................... Letti obelisk, side D; see I 4; II 2, 3; III 2;
IV 9, 10; V 8, 9; below.
4. hr k3-nht-h'-m-w3st...................... Letti obelisk, side A; see I 3, above.
5. hr k3 -nht-h'-m-w3 st.....................Wall in В 501; see IV 11,12; V 10.
II. NEBTY-NAME.
1. nbty w3h-nswyt-my-r'-m-pt . . Sandstone stela, No. 26, see I 1, above.
2. nsw-byty nbty k3 (bull) . . . . Letti obelisk, side D; see I 3, above.
3. nsw-byty nbty hki-km . . . . Letti obelisk, side A; see I 1, above.
III. GOLDEN HORUS.
1. hr-nb dsr-ti-shm-phty'nh. hr nb n
тЗЗ-f my 3hty............................Sandstone stela, No. 26; see I 1, above.
2. hr-nb s3-r' p'nhy............................Letti obelisk, side A; see I 3, above.
IV. KING OF UPPER AND LOWER EGYPT.
1. nsw-byty nb-Bwy \p'nhy%\ . . Sandstone stela, No. 26; see I 1, above.
2. (nsw-byty) wsr-тУt-r' . . . . Abaci in В 502; see IV 3, V 2 and 3.
Band 66.] G. A. Retsner: Inscribed Monuments from Gebel Barkal. 95

3. ntr nfr wsr-mB't-r'......................... Wall of B502; see IV 2, above; with sB-r


p'nhy (V 3).
4. nsw-byty wsr-mB’t-r.......................Bronze statuette of Bast in Louvre; see V 4,
below.
5. nsw-byty p'nhy............................... Great altar, No. 23; see I 2, above.
6. nsw-byty mry-imn-p' nhy . . . . Granite stela, No. 25 (lines 1, 23); see IV 7, 8;
V 5, 7.
7. nsw-byty p'nhy............................... Granite altar, No. 23 (lines 76, 102); see IV, 6,
above.
8. nsw-byty sB-r' p'nhy..................... Granite stela, No. 25 (top scene) see IV 6,
above.
9. nsw-byty nbty kB............................Letti obelisk, side D; see I 3, above.
10. nsw-byty nbty hkB-km . . . . Letti obelisk, side A; see I 3, above.
11. nsw-byty mry-imn-p' hny . . . Wall of B 5 0 1 ; see I 5, above.
12. nsw-byty snfr-r ............................ Wall of B 501; see I 5, above; with si-r
p'nhy (V 10).
13. nsw-byty snfr-r'.Merawe block, No. 24; see V 11, below.
14. nsw-byty snfr-r'.Abacus in B 801; see V 12.
15. nsw-byty p'nhy............................... Shawabtis from Ku XVII; see V 13.

V. SON OF RA.
1. si-r nb-h' \mry-imn-p'nhy\ . . Sandstone stela, No. 26; see I 1, above.
2. sB-r' p'nhy-mry-imn-sB-bstt . . Abaci in B 501; see IV 2.
3. sB-r p'nhy . . . . . . . . . Wall of B502; see IV 3.
4. sB-r' p'nhy mry bstt wBd tBwy Bronze statuette of Bast in Louvre, see IV 4
above.
5. sB-r' p'nhy...................................... Granite stela, No. 25 (line 61); see IV 6.
6. nsw-byty sB-r' p'nhy..................... Granite stela, No. 25 (topscene); see IV 6.
7. ntr nfr mry ntrw sBr' iry-m-
'wy-fy p'nhy................................ Granite stela, No. 25 (line 2); see IV 6.
8. hr-nb sBr' p'nhy............................. Letti obelisk, side D; see I 3above.
9. sB-r' p'nhy...................................... Letti obelisk, side A; see I 3,above.
10. sB-r' p'nhy.............................Wall of B 501; see I 5; with nsw-byty snfr-r .
11. sB-r' p'nhy............................. Merawe block, No. 23; see IV 13.
c
12. [^-r ] p'nhy.................................... Abacus in B 8 0 1 ; see IV 14.
13. sB-r' p'nhy.............................Shawabtis from Ku XVII; see IV 15.
The examination of this long list of names leads to the following observations:
a) The personal name of the king, sB-r' p'nhy, is always the same, except for the
addition of mry-imn.
b) The personal name, p'nhy or mry-imn-p'nhy, was also used for the throne name
from the middle of the reign to the end and probably from the beginning. It
occurs in the same inscriptions as sB-r p'nhy.
c) The use of the personal name as a throne name is the greatest departure from
custom which the list shows. The multiplication of Horus-names and Nebty-
names is common enough in the late period, and the Letti obelisk shows two
Horus-names and two nebty-names in the same inscription.
d) The use of two throne names (in addition to the personal name), wsr-mB't-r and
snfr-r is, supported by the double names of Shabaka (nfr-kB-r and wBh-ib-r ;
see Sudan Notes and Records, Vol. II, p. 249) and Shabataka (dd-kB-r and
96 G. A. Reisner: Inscribed Monuments from Gebel Barkal. [66. Band.

mn-hpr^r\ see 1. c.) Tirhaqa was the first Ethiopian king to use a fixed titulary
and his example was followed by the next four kings.
From this material, I would reconstruct the variation of Piankhy’s titulary as foll­
ows:
(1) Remembering that Piankhy was the king’s personal name throughout his life,
I take the titulary imitated from that of Thothmes III as the earliest:
I 1 .hr ki-nht-h'-m-npt
II 1. nbty wBh-nswyt-my-r'-m-pt
III 1. hr-nb dsr-Jt -shm-phty
IV 1. nsw-byty nb Bwy [p'nhyC1.)^
V 1. sB-r' nb h' \mry-imn-p'nliy'\
As far as I know this titulary was never used as a whole except on the sandstone
stela, No. 26.
(2) Of the other names, those in the great hall of columns B 502 are clearly previous
in date to all except those on the sandstone stela. But these inscriptions give
only the two cartouche names:
IV 2. (nsw-byty) wsr-mB't-r' (see also IV 3, and 4).
V 2. sB-rl p'nhy (see also V 3, 4).
The name wsr-mB lt-r may have been taken from the two names of Ramses II
which we know were inscribed on the walls of the Ramses-chapel (B 508—511).
(3) I have no hesitation in setting the names on the great black altar in B 520 in the
next place, — on account of the material and partly because of the Horus-name:
I 2. hr-shtp-tBwy-fy
II 5. nsw-byty p'nhy (occurs twice).
The use of the personal name as a throne name was Piankhy’s chief weakness.
The altar has only a single line of inscription running horizontally around the
upper edge and is not quite complete. It is obvious that Piankhy regarded his
other names as unessential and in such short inscriptions felt obliged to use his
personal name. I take it that this altar was the first monument dedicated to
Amon on the king’s return to Napata, and probably replaced a sandstone altar
in the same room.
(4) The granite stela, No. 25 is dated to the year 21 and forms the dividing point
between the older names and the later. It is significant of Piankhy’s mental
outlook that in this account of his greatest exploit he uses only his personal name.
IV 6. nsw-byty mry-imn-p'nhy (Lines 1 and 23)
IV 7. nsw-byty p'nhy (lines 76 and 101)
IV 8. nsw-byty sB-r' p'nhy (top scene)
V 5. sB-r' p'nhy (line 61)
V 6. nsw-byty sB-r' p'nhy (top scene)
V 7. ntr nfr mry ntrw sB-r' iry-m- wy-fy p'nhy (Line 2).
(5) The Letti obelisk belongs clearly, I think, to the period after the year 21 but
before the adoption of the name snfr-r. How it came to be lying in the Letti
basin is a mystery. There were two of them according to the inscriptions and
this one is dedicated to Amon-Ra-Lord-of-Karnak (the temple at Barkal)
I 3. hr kB-tB-wy-fy....................... I 4 .hr kB-nht-h'-m-wBst
II 2. nsw-byty nbty kB (bull) . II 3. nsw-byty nbty hkB-km,
III 2. hr-nb sB -r' p'nhy
Band 66.] G. A. Reisner: Inscribed Monuments from Gebel Barkal. 97

IV 9. nsw-byty nbty kB . . . . I V 1 0 . nsw-byty nbty hkB-km


V 8 . hr-nb s3-r' p'nhy . . . . V 9. sB-r' p'nhy
This titulary in fact consists of only three names, of which the Horus-name and
the Nebty-name are given in two forms for each, while the personal name is
as usual Piankhy.
(6) The inscriptions on the walls of B 501 were cut after the construction of N 501
and Pylon I. The scenes on the wall represent the submission of the Lower
Egyptian dynasts and the whole presents without much doubt one of the latest
acts in the reign of Piankhy. The scattered blocks of the upper courses give the
following names:
I 5. hr kB-nht-h'-m-wBst
IV 11. nsw-byty mry-imn-p' nhy
IV 12. nsw-byty snfr-r' (with sB-r' pnhy)
V 10. sB-r' fnhy.
The Merawe block, No. 24 gives the titles:
IV 13. nsw-byty snfr-r'
V 11. sB-r' p'nhy
The abacus found reused in B 801 -first (see J.E.A. IV 258, PI. XXXIV) which
is assigned to B 800-first) gives the two names:
IV 14. nsw-byty snfr-r'
V 12. sB-r' p'nhy
It may be noted that one of the blocks in B 501 bears one vertical line of large

signs: ____Afell' 866 al8° the great altar: “The H°rUS Sehete^
tauwyfy, the King of Upper and Lower Egypt Piankhy: he made (it) as his
monument for his father Amon-Ra Lord of Karnak, foremost of the Holy
Mount, who made good for him” (rest broken away).
(7) The shawabtis found in the small pyramid of Piankhy, Ku XVII, were molded
from one mold and inscribed with ink, some of them,
IV 15. nsw-byty p'nhy
and some of them,
V 13. sB-r' p'nfry
Unfortunately the destruction of the pyramid and the plundering of the burial
chamber have deprived us of all other evidence as to the names of the king at
his death.
In conclusion, Piankhy regarded his personal name alone as the name which he wished
to transmit to posterity and he used it for both of his cartouche names. He was aware
of the use of a full titulary by the kings of Egypt but seems to have regarded the
first three names as attributive epithets. He imitated the three names of Thothmes III
in his first titulary used on the sandstone stela; but held, I believe, to Piankhy and
Mery-Amon-Piankhy for his cartouche names. From his second titulary, perhaps taken
from the Ramses-chapel, we have only the throne name, Weserma atra and the personal
name, Mery-Amon-Piankhi-si-Bast, and cannot be sure that this titulary contained the
full five names. Then comes the granite stela with its use of the name Piankhy and
the Letti titulary with its two Horus-names and its two Nebty-names but with only
one cartouche name (Piankhy). The duplicated names were obviously regarded by
Piankhy as attributive. Finally, B 501, his latest structure, gives us one of the Horus-
names of the obelisk, the throne name Sneferra, and the usual personal name. In ex-
13
Zeitachr. f. Agypt. Spr., 66. Band.
98 G. A. Reisner: Inscribed Monuments from Gebel Barkal. [66. Band.

planation of these departures from ancient Egyptian custom, Piankhy was not an Egypt­
ian. The first great king of his line, raised among a half-savage people, the conqueror
°f Egypt, he was filled with a pride and arrogance almost beyond the conception of modern
scholars. No scribe would have dared point out to him his infractions of tradition.
Who made the erasures on the stelae Nos. 25 and 26, and who made the restorations ?
Our knowlege of the erasures on royal monuments at Napata is as follows:
a) The name of Amon has been erased systematically on all monuments older than
Akhenaton, even on private statuettes. Thereby, the whole personal name of
Amenophis III has often been erased but not the throne name.
b) Piankhy did not insert his own name over the erasures on any of the monuments
at Barkal which he brought from Soleb (Nos. 6—13, above).
c) The name and figure of Piankhy have been removed on the upper scene of
the stelae Nos. 25, 26, and the names in the lower text of No. 26. The figure
on the softer stone No. 26 has been restored and the name re-written in the
field. On the harder granite stela only the name has been roughly inserted over
the erasure.
d) The name “Piankhy” has been roughly inserted over an erased cartouche on a
fragment of a seated statue of the New Kingdom found by Prof. G riffith at
Sanam (Liverpool Annals IX, p. 87).
e) The name of Piankhy has not been damaged on monuments Nos. 23, 24, in the
main text of 25, or on the temple walls in B 501 (twice), B 502 (12 times) and B 800
(twice).
f) The name of Aspalta and his female relations have been erased on stela No. 50,
but not on stelae Nos. 51 and 52. Nor has Aspalta’s name been erased on the
walls of his chapel at Sanam or his chapel in B 1200.
g) On stela No. 53, the name of an unknown king has been erased, as a result of a
conflict of personal interests.
It emerges from these facts that the Ethiopians did not erase any royal name on walls
or objects sacred to the god himself, — temple walls, altars, obelisks, stelae recording
important temple endowments, and similar monuments. They erased the name of the
king on four stelae of a personal character, and smashed the ten royal statues. Thus
these personal monuments appear to constitute a category of unprotected monuments,
but unprotected in different degrees.
It is clear that in the case of Piankhy there was a period when his name was erased
and a period when it was restored. The statue mentioned above as found by Prof. G rif ­
fith at Sanam throws an interesting light on this question. The statue is obviously of

the New Kingdom as Prof. G riffith rightly observed, and the terminal benediction
on the back pillar (“endowed with all life like Ra forever”) shows that it was the statue
of a king. It was found in a temple proved by its foundation deposits to have been built
by Tirhaqa, and must therefore have been brought to Sanam from some other temple.
On the back just above the benediction, may be seen the lower left hand corner of a
rectangle with the tail and feet of a bird, the sign I would restore this as the name
of Soleb, H'-m-mi't (not followed by mry). I reconstruct Nebma'atra ^ ^ ^[
name erased on the front was that of Amenhotep III and the statue
came originally from Soleb. As Piankhy did not set his name on the monuments which
he brought from Soleb, the insertion of his name on this statue belongs to that later period
when his name was being restored on his own damaged monuments. The name is spelled
P-i-'nk-y on this statue as on the sandstone stela. Prof. G riffith has published the
Band 66.J 6. A. Reisner: Inscribed Monuments from Gebel Barkal. 99

remains of a long text of Tirhaqa from the Sanam temple (1. c., p. 102, PI. XXXVIII)
in which lines 8—10 relate that the statue of a • • was brought from
a temple near Shais (near Soleb). It is possible that this account refers to the very
statue of Amenophis III which is under discussion, but in any case it establishes the
probability that Tirhaqa transported this statue from Soleb. He found the name of
Amenophis erased, and the obvious suggestion is that having recently restored the name
Piankhy at Barkal, he or his men inserted it on this statue, and added the inscription
on the side of the throne.
It will be admitted that the erasure of personal names of kings was generally due to
the jealousy and personal enmity of contemporaries, but was perpetrated after the death
or loss of power of the king whose name was erased. Piankhy must have been in favor
with the priests of Amon. His piety and generosity to the gods are evident from his
stela No. 25. His restorations and addition to the temple of Amon at Barkal made it a
really great temple, and his endowments were probably equally munificent. It must
be remembered that, as Prof. Schaefer pointed out long ago, the „Bann-Stela” re­
cords the punishment of particular priests, and the erasure of the names of the king
(whom I believe to have been Amtalqa) was due to a conflict of personal interests be­
ginning no doubt with a conspiracy against the king. There is no hint of any such per­
sonal enmity of particular priests against Piankhy in the very meagre material at our
disposal. On the other hand the family relations of the kings from Kashta to Tanutamon
show abundant possibilities of bitter hatred and jealousy.
The Ethiopian succession passed through the female line. Aspalta in his coronation
stela gives his descent through eight king’s sisters, each the mother of her successor.
It may be that the crown regularly passed to the son of the king’s sister. Among certain
Sudan tribes of the present, the family property passes to the husband of the eldest
daughter, not to the son; and there may be a certain relationship between these two rules
of inheritance. The family of the Ethiopian kings presents many difficulties owing to
the doubtful significance of the titles, and will require a great deal of careful work before
it can be definitely elucidated. I believe myself able to state that Tirhaqa was the son
of Piankhy’s sister, and Tanutamon was the son of Tirhaqa’s sister. Even Piankhy who
was certainly the son-in-law of Kashta, may also have been the son of Kashta’s sister.
Shabaka and Shabataka appear to stand in a period of deviation from the rule. It may
have been that Shabaka after years of sullen hate against Piankhy who had intervened
between Shabaka and the succession, may have taken advantage of Tirhaqa’s youth
to break the rule. He was a son of Kashta and of Pebathma who was a king’s sister. The
brother and sister marriages would have modified the rule. Or it may be that the rule of
descent to the sister’s son was introduced by Tirhaqa. Whatever the rule of inheritance
was, there would always have been deviations by men of commanding personality or
unusual craft. Incomplete as our present knowlege is, I think it is clear that there was
enmity between Shabaka and Piankhy, and again between Tirhaqa and Shabaka-Sha­
bataka. I ascribe the erasures of the name of Piankhy in Egypt and Ethiopia to Shabaka;
those of the name of Shabaka, to Tirhaqa. The absence of any monuments of Shabaka
or Shabataka at Barkal may be due to the fact that Tirhaqa made a clean sweep of them.
The restoration of the name of Piankhy should in my opinion be ascribed to Tirhaqa,
the first of his line in power after the mutilation. The erasures of the name of Kashta on
the monuments of his daughter Amenirdis I, may be ascribed to Amenirdis II, who by
removing the name of Kashta appropriated in a sense the inscriptions to herself. She
probably acted without any animosity but out of sheer selfishness. Neither was a blood
relation of hers and both had been dead some time.
13*
100 A. Scharff: Zur Erklärg. u. Datierg. d. „verzierten Stabteils aus vorgeschichtl. Zeit“. [66. Band.

To sum up the history of the sandstone stela No. 26, it was made by Piankhy in
the first part of his reign before his journey to Egypt. Wherever it was placed originally,
perhaps in front of Pylon III of B 500, it was propably set in B 501, by Piankhy himself.
It was mutilated by his successor and brother-in-law, Shabaka. Piankhy’s figure and
his name was restored in the field by Tirhaqa. The god’s speech in the text was used by
Senkamanseken on the front of the pylon of B 700, and may have been copied from the
stela. The stela remained in B 501 through all the vicissitudes of the kingdom of Ethiopia
and the kingdom of Meroe. At some point of time, the stela was broken near the base
where it was badly eroded by weather, and the larger upper part was set in socket No. 1
in the same room. There it stood during the last Meroitic occupation of the temple. The
temple was abandoned and the court began to fill with sand. At that point the local
inhabitants, then Christian, built their crudebrick huts. In levelling the ground they
overturned the sandstone stela on its face and built over it. There the stela remained
until we excavated it in 1920.

Zur Erklärung und Datierung des „verzierten Stabteils aus vorgeschicht­


licher Zeit“
(vgl. ÄZ 66, 12—14 und Tafel I).

Von Alexander Scharff.

L udwig B orchardt hat auf S. 12—14 des 66. Bandes dieser Zeitschrift eine für seine
Privatsammlung erworbene, mit Reliefs verzierte Elfenbeinrolle veröffentlicht. Daß
man hinsichtlich ihrer Bestimmung unter Berücksichtigung der von ihm nicht benutzten
neueren Arbeiten über vorgeschichtliche Fragen weiterkommen kann, wollen die folgenden
Zeilen zeigen.
Als ich das Stück in Kairo sah, fielen mir sofort ähnliche Elfenbeinschnitzereien
von Hierakonpolis ein1, die B. merkwürdigerweise nicht erwähnt, obwohl er sein Stück
ebenso deutet wie seinerzeit Quibell die seinigen2, nämlich als Stabteil; aus mehreren
solcher Elfenbeinrollen, durch die ein dünner Metall( ?)stab gesteckt sein soll, habe man
einen Zepter- oder Keulengriff zusammengesetzt. Mir scheint diese Erklärung aus zwei
Gründen kaum annehmbar: 1. Die Ausbohrung der B.schen Röhre ist unregelmäßig
(„an den Mündungen 9 mm, im Innern 6 mm Durchmesser“), bei den QuiBELLschen
wird es nicht besser gewesen sein. Man müßte also den wohl gleichmäßig stark ge­
gossenen und gehämmerten Metallstab durch mehrere ungleiche Röhren gesteckt haben;
selbst wenn man die zu weiten Bohrungsstellen mit irgendeiner Kittmasse ausschmierte,
konnte doch niemals ein wenn auch nur zu Paradezwecken brauchbarer Griff aus einem
so ungleichmäßigen Aufbau entstehen. 2. Es finden sich keinerlei Spuren für eine sonstige
Befestigung der Elfenbeinrollen untereinander; sämtliche Stücke sind an beiden Enden
glatt abgeschnitten. Die von B. aus den mutmaßlichen Stricken im Relief der unteren

1) Quibell-Green, Hierakonpolis I Taf. 15. — 2) a. a. 0. S. 7: “Some of them were probably


fitted together as an ivory sceptre”.
Band 66.] A. Scharff: Zur Erklärg. u. Datierg. d. „verzierten Stabteils aus vorgeschichtl. Zeit“. 101

Reihe seines Stückes hergeleitete Vermutung, daß diese wirkliche, einst über die Länge
der Rolle hinweg geführte Schnüre andeuteten, erscheint mir höcht unwahrscheinlich.
Daß die Ägypter mehrere rollenförmige Elfenbeinstücke ohne Metallkern der Länge
nach miteinander zu verbinden verstanden, lehrt ein 16,5 cm langer, mit Tierdarstellungen
geschmückter Elfenbeinstab der Berliner Sammlung1, der mit den in Frage stehenden
Stücke'n ungefähr gleichzeitig ist. Bei ihm sehen wir am einen Ende noch ein Stück des
Verbindungszapfens herausragen; das diesem angepaßte Stück fehlt. Am ändern war der
Stab mit einem kleineren, nur 5,2 cm langen Stück irgendwie verbunden; leider ist an der
Verbindungsstelle modern geschabt worden, so daß auch die kleinen, an den Enden
beider Teile vorhandenen Löcher möglicherweise modern sind. Man könnte sich aber in
der Tat die Verbindung hier in der Weise denken, daß ein Holzstückchen in den Aus­
höhlungen beider Teile steckte und durch winzige, in die Löcher eingeführte Stifte fest­
gehalten war. Von solchen Andeutungen für vorhanden gewesene Verbindungen sind
aber weder bei dem B.schen, noch bei den QuiBEixschen Stücken irgendwelche Spuren
vorhanden. .
Ich habe mir daher die Elfenbeinrollen von Hierakonpolis immer als selbständige
Stücke gedacht und glaube mich bei dieser Ansicht wohl mit den meisten Fachgenossen
einig. Der Gebrauch als Rollsiegel kommt, wie B. mit Recht betont, bei keinem der
Stücke in Frage. Ich möchte das B.sche Stück wie jene von Hierakonpolis für Schmuck­
stücke oder Amulette in Form großer Röhrenperlen halten, wie sie aus Knochen zunächst
glatt2, dann mit einfachen Strichmustern verziert3 schon in den frühesten Hockergräbern
Vorkommen. Wie sich die einfachen, glatten Schiefertafeln schließlich zu den unförmig
großen, reliefgeschmückten Prunkpaletten auswuchsen, so entwickelten sich die einfachen,
meist kleinen knöchernen Röhrenperlen zu den als Perlen übergroßen reliefgeschmückten
„Prunk-Röhrenperlen“ aus Elfenbein. Auch zeitlich verlaufen beide Entwicklungsreihen
genau parallel. Weder die Größe der Stücke noch die Frage nach der Art ihrer Trag­
weise erschwert die Deutung als Röhrenperlen. Für die Größe verweise ich auf die
6 : 4,2 cm große, rechteckige Bergkristallperle von Abusir el-Meleq4 und die 6,2 : 3,7 cm
große Muschelperle mit zweiseitigen Tierreliefs, obgleich die ägyptische Herkunft letzterer
nicht außer Zweifel steht5. Für die Tragweise denke ich an die ältere Art, das Rollsiegel
an einer Schnur um den Hals zu hängen; dabei sind beide Schnürenden durch das
senkrecht stehende Siegel gezogen und unten verknotet6. Die Figuren der wagerechten
Bilderreihen stehen also richtig aufrecht. In der Tat wurde eine Röhrenperle mit Tier­
reihen, wenn man will ein Rollsiegel, genau in der eben beschriebenen Weise am Halse
einer Hockerleiche in Abusir el-Meleq gefunden7. Damit kommen wir auf den Amulett­
charakter der in Frage stehenden Stücke, für den ebenfalls die Rollsiegel zu vergleichen sind,
und zwar besonders die Gruppe, die regelmäßig den Toten am Speisentische sitzend zeigt8.
Diese zwar gewohnheitsmäßig bei den Rollsiegeln aufgeführten Stücke sind doch wohl
zweifellos als reine Amulette in Form von Röhrenperlen aufzufassen. Amulett in
Röhrenperlenform und Rollsiegel sind in Ägypten ursprünglich aufs engste verschwistert9.

1) Inv. 19653; vgl. Scharff, Altertümer der Vor- und Frühzeit II (Mitt. a. d. ägypt. Slg. Bd. V)
S. 80 und Taf. 22 Nr. 110. — 2) Berlin Inv. 23180, eine 4,5 cm lange, knöcherne Röhrenperle der
Badarikultur. — 3) Z. B. Scharff a. a. 0. S. 98 und Taf. 28 Nr. 132. — 4) Ders., Abusir el-Meleq
(49. Wiss. Yeröff. der DOG) S. 57 und Taf. 35 Nr. 368. Das Stück befindet sich in Kairo. — 5) Ders.,
Altertümer der Vor- und Frühzeit II S. 83 und Taf. 22 Nr. 113, Berlin Inv. 13797. - 6) Wesentlich
jünger ist die Tragweise des Siegels mit einfach der Länge nach durchgezogener Schnur, so daß das Roll­
siegel wagerecht auf der Brust liegt, Bilder und Inschriften also quer zum Körper stehen (z. B. Davies,
Five Theban Tombs Taf. 32; 18. Dyn.). — 7) Scharff, Abusir el-Meleq S. 58 Nr. 379. — 8) Ders.,
Altertümer der Vor- und Frühzeit II Taf. 26. — 9) a. a. 0. S. 94/95.
102 A. Scharff: Zur Erklärg. u. Datierg. d. „verzierten Stabteils aus vorgeschichtl. Zeit“. [66. Band.

Unter den Stücken von Hierakonpolis möchte ich die mit Gefangenenreihen als Kriegs­
amulette auffassen, die dem Träger möglichst viele Gefangene zuführen sollten, das B.sche
Stück dagegen wegen des gleich zu besprechenden Zusammenhangs mit der Löwenjagdpalette
als Jagdamulett, das, um den Hals des Jägers gehängt, diesem sichere Beute zuführen
sollte1; aus diesem Gedankenkreis heraus könnten vielleicht auch die in der unteren Eeihe
vorkommenden Schnüre zu deuten sein, wenn sie nicht als reine Verzierung zur Ab­
teilung der Felder aufzufassen sind2. Will man den Amulettcharakter ablehnen, so mag
man, ausgehend von der bekannten, ebenfalls hierher gehörenden Elfenbeinrolle des
die Libyer erschlagenden Königs Narmer3 auch an Erinnerungszeichen denken zur
Feier von Siegen und der Heimbringung vieler Gefangener; entsprechend bei dem
B.schen Stück an ein Erinnerungszeichen für glücklich beendete Jagd, eine Deutung,
die übrigens auch der Löwenjagdpalette gewöhnlich gegeben zu werden pflegt.
B.s Vergleich seines Stückes mit den Darstellungen der Löwenjagdpalette wird
sich auch jedem ändern Betrachter sofort aufdrängen; beide Denkmäler gehören stilistisch
und also wohl auch zeitlich aufs engste zusammen.
Zur Einzelerklärung habe ich nachzutragen, daß Wolf sich ausführlich mit der
Bogenform auf der Löwenjagdpalette befaßt hat4. Er hat die ansprechende Vermutung
geäußert, daß es sich um die Mittelmeerform des aus den Hörnern des in Ägypten nicht
vorkommenden syrischen Steinbocks — des Pasengs — hergestellten Bogens handelt,
also um eine den Ägyptern zunächst — d. h. in der Vorgeschichte — fremde Waffe.
Sie haben sich aber dann selbst aus Antilopenhörnern einen eigenen zusammengesetzten
Bogen geschaffen, dessen Teile in Gräbern der 1. Dynastie bei Abydos gefunden wurden5.
Aus Antilopenhörnem kann nach Wolf niemals die stark gekrümmte Form entstehen,
wie sie sämtliche Bogenenden auf der Löwenjagdpalette6, der Bogen auf einem Stein­
gefäß von Hierakonpolis7 und auch das ägyptische Schriftzeichen für den Bogen,pd-
zeigen. Dagegen pflegte, wie die gefundenen Teile von Antilopenbogen zeigen, bei
diesen die äußerste Spitze des Horns künstlich ein klein wenig zielwärts gebogen zu werden,
um der Sehne festeren Halt zu geben. Diese kleine Biegung der Hornspitze scheint
mir nun bei dem Bogen des ersten Mannes der oberen Beihe auf dem B.schen Stück oben
ganz deutlich sichtbar zu sein; das untere Ende dieses Bogens und beide bei dem Bögen

1) Ein sicheres Jagdamulett des NR ist z. B. das Skarabäoid Nr. 14951 der Berliner Sammlung, das
oben einen Steinbock, unten zwei Männer, darunter einen Bogenschützen, einen Hasen und einen Hund
zeigt. —- 2) Dagegen spricht aber, daß sie nur in der unteren Reliefreihe Vorkommen. — 3) In ver­
besserter Zeichnung abgebildet von Möller in ZDMG N. F. 3 Taf. 2 unten. — 4) Die Bewaffnung
des altägyptischen Heeres S. 15/16. — 5) Petrie, Roy. Tombs II Taf. 7A; vgl. dazu Scharff, Alter­
tümer der Vor- und Frühzeit I (Mitt. a. d. ägypt. Slg. Bd. IV) S. 101 und Taf. 9 Nr. 210, Berlin
Inv. 18041. — Bonnet lehnt, nach dem was er in seinem Buche über die Waffen auf S. 146ff.
über den Hornbogen sagt, die WoLFsche Deutung der Bogen auf der Löwenjagdpalette als Horn­
bogen offenbar ab. — 6) Die einzelnen Waffen der Löwenjagdpalette sind zusammengestellt in PSBA
22 Taf. 9 und bei Ebert, Reallex. der Vorgesch. Bd. 2 Taf. 212. — 7) Quibell-Green, Hiera­
konpolis I Taf. 19 und 20. Das Steingefäß stammt aus der letzten Vorzeit oder dem Anfang der
1. Dynastie. — 8) Daß das Zeichen pd den Pasengbogen darstellen kann, scheint mir nach dem,
was Wolf über diesen Bogen sagt, im Gegensatz zu Bonnet, Waffen S. 131, durchaus möglich;
Bonnets Vergleich der gekrümmten Enden des /^-Bogens mit Metallhaken (a. a. O. Abb. 57) ist sicher
nicht richtig. Sethe erinnerte mich dazu an das alte Zeichen der Neit von Sais, das zwei mit ihren
gekrümmten Enden aus der Bogenhülle heraussehende pd .t-Bogen darstellt. Daß gerade ein aus
dem Mittelmeergebiet stammender Bogen, wie es der pd./-Bogen also wäre, zum Bogen der libyschen
Neit wurde, würde genau dem Werdegang des Schildes dieser Göttin entsprechen, der ebenfalls mit-
telmeerisch ist und noch später auf Kreta und in Kleinasien bei den Hethitern belegt ist (vgl. dazu
Scharff a. a. 0. I S. 21).
Band 66.] A. Scharff: Zur Erklärg. u. Datierg. d. „verzierten Stabteils aus Vorgeschichtl. Zeit“. 103

des schießenden Mannes der unteren Reihe1 sind gerade und spitz, keinesfalls sind die
Hörner stark nach dem Schützen zu gekrümmt wie bei den oben genannten Paseng-
bogen. Ich glaube darum, bei dem B.schen Stück im Gegensatz zu den Bogen der Löwen­
jagdpalette den Antilopenbogen feststellen zu können. Zu einem sicheren Beweise sind
die Bilder auf dem B.schen Stück allerdings nicht genau genug. Auch der Bogen
des zweiten Mannes der oberen Reihe unterscheidet sich deutlich von denen auf der Löwen­
jagdpalette, und zwar liegt hier, wie B. mit Recht hervorhebt, offenbar der einfach ge­
krümmte, ägyptische Bogen vor2. Wir hätten also hinsichtlich der Bogenformen einen
recht wesentlichen Unterschied zwischen dem B.schen Stück und der Löwenjagdpalette
festgestellt.
Hinsichtlich der Tracht der Leute auf dem B.schen Stück stimmen die als „libysch“
bekannten Kennzeichen des Tierschwanzes und der Kopffeder bei den Männern der unteren
Reihe mit den Darstellungen der Jagdpalette bestens überein. Dazu kommen als eben­
solches Kennzeichen die gekreuzten Brustbänder bei den Männern der oberen Reihe,
die bei dem ersten deutlich, wahrscheinlich aber auch bei dem zweiten angegeben sind.
Durch diese Trachtunterschiede sind die beiden oberen und die beiden unteren Männer
vielleicht als Angehörige zweier verschiedener „libyscher“ Unterstämme gekenn­
zeichnet. Wäre die Einzelausführung der Reliefs und ihr Erhaltungszustand besser,
so könnte man aus den Gestalten vielleicht Neues über die Darstellungsweise des
Menschen in der vorgeschichtlichen, also „vorklassischen“ Kunst Ägyptens entnehmen.
So sieht man z. B. bei den Männern der oberen Reihe zum ersten Male etwas, was man
mit dem griechischen ,,Knielauf“ vergleichen könnte3. Soviel steht auf alle Fälle fest,
daß die Darstellungsweise aller vier Leute im ScHÄFERSchen Sinne „geradansichtig-
vorstellig“ ist4, was B. bei der zweiten Figur der unteren Reihe zu Unrecht bezweifelt5.
Hinsichtlich der Datierung seines Stückes hat sich B. unklar ausgedrückt, wenn
er es und damit auch die verwandte Löwenjagdpalette der „frühen“ Vorgeschichte zu­
weist. Es mag sein, daß B. durch die Anführungsstriche nur eine rein relative Ein­
ordnung innerhalb der Reliefplatten hat andeuten wollen. Dann ist aber der von ihm
gewählte Ausdruck sehr mißverständlich, denn „frühe“ Vorgeschichte bezeichnet in der
ägyptologischen Literatur nun einmal Petries „first civilisation“6, also den Abschnitt
SD 30—38, und innerhalb davon gibt es kein einziges Stück mit solchen Reliefs.
Die frühstmögliche Datierung gibt uns vielmehr die Löwenjagdpalette selbst an
die Hand, deren Entstehung im Delta Ranke in einer Abhandlung überzeugend dargetan
hat7. Weist schon das eigentümliche Gemisch von Libyschem und Mittelmeerischem
bei Tracht und Bewaffnung der Jäger in diese Richtung8, so kommt als ausschlaggebend
das Auftreten der beiden Standarten für die östlichen und die westlichen Deltagaue hinzu.
Dies friedliche Nebeneinander der beiden Standarten auf einem Denkmal der Vorzeit
zeigt eindeutig, daß dieses erst im geeinten vorgeschichtlichen Deltareich entstanden

1) Erst seit dem NR wird der Bogen beim Schießen in Kinn- oder sogar Ohrhöhe gehoben,
worauf Bonnet a. a. 0. S. 154 mit Recht hinweist. — 2) So richtig auf S. 13 Z. 18/19 des B.schen Auf­
satzes, wonach ebenda Z. 5/6 zu verbessern ist. B. macht übrigens ebenda Anm. 2 auf die verschieden­
artige Befestigung der Sehnen bei den Bogen seines Stückes und denen der Jagdpalette aufmerksam.
— 3) Vgl. dazu H. Schäfer, Von ägyptischer Kunst, 3. Aufl., S. 19 mit Anm. a. — 4) Die ganzen
sich auf Figuren dieser Art beziehenden Fragen hat H. Schäfer a. a. 0. S. 287ff. und S. 291 erschöp­
fend behandelt. — 5) ÄZ 66, 14 Anm. 2. — 6) Prehistoric Egypt S. 47 § 119. — 7) Sitzungsber. d.
Heidelberger Akad. d. Wiss. 1924/25, 5. Abh. — 8) Vgl. dazu Scharff, Grundzüge der ägypt. Vor-
gesch. S. 44 und Altertümer der Vor- und Frühzeit I S. 22. — Hierher gehören außer dem Bogen be­
sonders die Doppelaxt, die Birnenkeule und die querschneidige — dies ist die übliche einfache Bezeich­
nung für die von B. S. 13 Anm. 3 beschriebene — Pfeilspitze.
104 A. Scharff: Zur Erklärg. u. Datierg. d. „verzierten Stabteils aus vorgeschichtl. Zeit“. [66. Band.

sein kann1. Andrerseits wissen wir, daß sämtliche vorgeschichtlichen Reliefdarstellungen,


sei es auf Schiefertafeln2, sei es auf elfenbeinernen Messergriffen und dgl.3, erst in die
spätvorgeschichtliche Zeit im PETRiEschen Sinne gehören (etwa von SD 60—63 an),
also in die jüngere Hälfte der zweiten Negadekultur. Diese enthält gerade mancherlei
an Nordägypten als ursprüngliches Entstehungsgebiet mahnende Dinge4 und stellt
im Sinne Sethes5 die Kultur der geeinten Deltareiche dar, die Oberägypten in vor­
geschichtlicher Zeit erobert hatten. Gibt also die Löwenjagdpalette durch ihre eigenen
Darstellungen eine allerfrüheste Datierungsmöglichkeit, so ist sie im Zusammenhang
mit den anderen ähnlichen Funden innerhalb der Entwicklung der geeinten und sich dann
auch über ganz Oberägypten erstreckenden Deltakultur verhältnismäßig spät anzusetzen
(etwa SD 63); auf alle Fälle steht sie ziemlich am Anfang der Prunkpaletten, die bekannt­
lich bis in die 1. Dynastie reichen.
Wegen der Ähnlichkeiten mit der Löwenjagdpalette braucht nun aber keineswegs
gefolgert zu werden, daß das B.sche Stück auch aus dem Delta stamme. Dagegen spricht
schon sein Erwerbungsort: Luksor. Auch die erwähnten „libyschen“ Abzeichen beweisen
allein nichts, denn diese sind genau so gut urägyptische auf Grund der engen Verwandt­
schaft der Ägypter mit ihren westlichen Nachbarn, den Libyern6. Stilistisch möchte
ich das B.sche Stück für etwas jünger halten als die Löwenjagdpalette; vielleicht spricht
dafür auch das Vorkommen des Antilopenbogens, der vermutlich etwas jünger ist als
der auf der Jagdpalette belegte Pasengbogen; jedenfalls ist er bislang nicht vor der
1. Dynastie belegt. Andrerseits halte ich das B.sche Stück für etwas älter als seine Ver­
wandten von Hierakonpolis, die gleich den Prunkpaletten bis zum Anfang der 1. Dynastie
(Narmer) hinabreichen. Nach alledem möchte ich das B.sche Stück für spätvorgeschicht­
lich im PETRiEschen Sinne halten — etwa SD 70 — für etwas jünger als die Löwen­
jagdpalette, für etwas älter als die Elfenbeinrollen von Hierakonpolis. In Jahreszahlen
ausgedrückt käme diese Datierung ganz ungefähr auf etwa 3400—3300 v. Chr., voraus­
gesetzt, daß man den Beginn der 1. Dynastie nach Ed. Meyers Nachtrag zur Alten Ge­
schichte um 3200 v. Chr. annimmt.

1) Sethe, Urgeschichte S. 63ff., 66ff. — 2) Das älteste mir bekannte Relief findet sich auf
einer typischen Schiefertafel der zweiten Negadekultur in Manchester, noch ohne den besonderen
Charakter der Prunkschminktafel (vgl. JEA 5 Taf. 7). — 3) Vgl. Benedite in JEA 5 S. 1 und 225ff. —
4) Scharff a. a. O. I S. 24ff. — 5) Urgeschichte S. 87ff. — 6) Scharff a. a. O. I S. 20.
Band 66.] S. R. K. Glanville: Records of a Royal Dockyard of the Time of Tuthmosis III. 105

Records of a Royal Dockyard of the Time of Tuthmosis III: Papyrus


British Museum 10056 1.
By S. R. K. Glanville.

Part I.
The Papyrus, B. M. 10056, has been in the possession of the Museum for a con­
siderable period, but nothing is known of its provenance. For some years it was exhibited
in a large wooden frame at the head of the stairs leading up to the Mummy Rooms. It
was withdrawn nine years ago to make room for other things2. A document obviously
composed of accounts written on papyrus which presents an even more damaged state
at first sight than is actually the case, and in a script which is often barely visible owing
to the dark colour of parts of the papyrus, does not readily attract the attention of students.
So far as I can discover Pap. B. M. 10056 has never been published, nor even alluded to
in print.
The papyrus is inscribed on both sides with, including the unplaced fragments at
the beginning of the recto, not less than 34 columns — of which the first and last (at least)
of both recto & verso are only scraps — of a register from a dockyard. This
records, with measurements of almost every piece issued, the supplies of wood, chiefly
in timber, given to a number of chief craftsmen in charge of the building of certain ships
over a period of roughly eight months. In many cases the particular function of the
supply is specified; in others this is indicated in the description of the wood issued.
Many of the words thus used are either ana!; Uyofxeva, or, being known from other sources,
are yet untranslatable. The combination of the measuements, however, with the con­
sistent use of these technical terms in a fairly large context, makes it sometimes possible
to guess at the meaning of the latter, and in general to obtain a closer knowledge of the
processes involved in this type of ship-building than has hitherto been possible. _
The date of these records can be stated with a fair assurance of certainty. There
is evidence for assigning them to a fairly limited period within the XVIIIth Dynasty

1) I have to thank the Keeper of Egyptian and Assyrian Antiquities in the British Museum for permis­
sion to publish this papyrus for the first time. I am under a great debt to Drs. Hermann Grapow, H. Frank­
fort and Siegfried Schott, all of whom at different times have generously given their leisure to make
investigations in the Zetteln of the Berlin Wörterbuch, without which I should never have found many
valuable references; to Dr. Alan Gardiner for allowing me to browse in his note-books for unpublished
material bearing on the text and for lending me his collations of many well known passages, the originals
of which it was sometimes impossible for me to see; to Mr. N. de G. Davies and Dr. JaroslawCerny for
the use of their notes and judgement on several points connected with Theban Tombs, and Necropolis
workers respectively; and, to the present and late Keepers of the Egyptian Department, and Messrs.
C J Gadd and A W Shorter for discussing with me a number of difficult points and readings, and
for the improvements derived therefrom. Finally I wish to thank Professor Steindorff for his hospitality
in accepting this article for the ÄZ., and for consenting to its division over two parts as it is too long for
a single number. The present part contains Introduction, Translation and Plates; the next will consist of the
Commentary, Conclusion and a short Appendix. - 2) The name Lemon is connected with the Papyrus,
whether as that of its donor, or original owner, is uncertain. It is now mounted between glass in four
sheets; its length before being cut up for mounting was 4ft. ll3/4 ins. (298.8 cms). The width of the pa­
pyrus is 65/8 ins. (16.5 cms).
14
Zeitschr. f. Ägypt. Spr., 66. Band.
106 S. R. K. Glanville: Records of a Royal Dockyard of the Time of Tuthmosis III. [66.Band.

(1580—1350 B. C.), and a strong probability that they belong to the reign of Tuthmosis III.
The main points in the evidence are as follows: (1) the general appearance of the hand­
writing, the characteristics of which are discussed below, suggests the middle of the
XVIIIth- Dynasty as its origin; the proper names occurring throughout the papyrus
belong to the same period, though perhaps within wider limits. (2) A ^ ^ “King’s
Son”, Amenhotep is mentioned several times as the senior official who controls the whole
supply of timber to the shipwrights. The only other title given to him in the papyrus is
that of Sem-priest. Now four kings of the XVIIIth- dynasty had sons called Amenhotep,
namely Ahmose, its founder, Tuthmosis III, Tuthmosis IV and Amenhotep III. The
early date of the first is palaeographically impossible for our MS.; the late date of the last
is on the same grounds highly improbable. The problem is thus narrowed down to Tuth­
mosis III and IV. But here (3) a final piece of evidence puts the later Pharaoh out of
court: the only year date contained in the text as it is to-day gives us a “year 30”
(almost certainly: see footnote to V. 9/8 and Commentary), and Tuthmosis IV reigned only
9 years. Thus if we admit that the writing is too early for the reign of Amenhotep III, the
Papyrus can be definitely dated to that of Tuthmosis III. The Prince Amenophis is, there­
fore, the son who afterwards became Amenhotep II.

The Writing.
A cursory examination of the photographic plates1 will enable the reader to date the
script of this text to the middle of the XVIIIth- Dynasty, and a more detailed study will
leave no doubt in his mind that it must be classed with the examples given by Moller
in the two left hand columns of his Palaographie II. (For greater convenience in making
the comparison a table is subjoined of typical numerals from the papyrus; fig. 1, p. 1*.)
These examples are of the reign of Tuthmosis III and Amenhotep II. But as we have just
seen Amenhotep II was not yet king at the time our text was written, and in fact its
script shows a closer resemblance to that of the time of Tuthmosis III (Louvre 3226, with
which, if the reading of the only regnal date given — 30 — is correct, it is contempo­
raneous).
Although the general character of the writing is the same throughout there are
several indications that the text was the work of at least two scribes. As their names
are not given to us, I refer to them as A and B, and have taken eight of the most striking
examples which illustrate the differences in their hands, and arranged them in columns for
comparison (fig. 2, p. 1*). The hand A was responsible for cols. 1—9 of the Recto and the
whole of the Verso, the hand B for the remainder of the Recto (cols. 10—18). B there­
fore intervenes between two turns of A, and this for a moment suggested that the Verso
of the papyrus (vertical fibres) was the Recto of the text. The dates, however, prob-
ably put that idea out of court; and we may relinquish it without hesitation when we
find that on the Verso A adopts a number of spellings from B.s share of the Recto
which he did not use in his own first nine columns. A is indeed so much more varied,
both in his spelling and in the formation of his signs, on the Verso that I felt constrained
to write above that there were “at least” two scribes at work, implying that possibly
the Verso cannot be attributed to a single scribe. In my own mind, however, I have
very little doubt that it should.
In addition to the palaeographic (tabulated above) there is the orthographic evidence
of the following spellings, which together with the former, can leave no possible doubt
of the main division into the two hands A and B that I have indicated: (for economy I
refer to Recto 1—9 as A1 and the Verso as A2).

1) Two examples, typical of recto and verso respectively will be reproduced with Part II.
Band 66.J S. R. K. Glanville: Records of a Royal Dockyard of the Time of Tuthmosis III. 107

's: A1 OQ; B 0() and once at least (15/7, possibly also [16/5]) ~A: A2 both
writings frequently, though Q Q is preferred.
AAiVW>

PB-nni (n. pr.): A1 B inserts @ after A2 no example.

mr\ A1 —var- det. Q (once each); B frequently, var.


once; A2 no example.
AA/WW AWiM

nty (ntt) : A1 0 B ^^; A2 both spellings.


hmw wr: A1 does notuse the title at all, even though referring to people definitely
labelled hmw wr in B and A2. B spells wr , and only once adds ^ ; A2 always j
s: A1 and A2 trsan | ; B
’nI
rid): A1 and A2 \ ^ ; B X .
III III
Tity (n. pr.): A1 and A2 Î ®

tms' A1
) B ]fflP®(rr,)- A* no examPle-
Finally iswt is spelt (| on the only occasion it occurs in A1, and so twice" in

A2, who also writes (j [1 "jj (j twice, but generally (j |1 @ \\ ; while B always
has a writing whichlooks like[j a @ o but which might be read Ij |1 @ o o
or except in 10/16 where the first (istwt) seems certain.
There is a third large document of this period containing accounts, namely the so
called Verso of Pap. Leningrad 1116A and B2. Not only is our script very similar to that
of the Leningrad papyri, but it seems not impossible that the Hand A of B.M. 10056
is identical with that of 1116B Verso. (1116A. Vo. is again, I think, by a different
scribe, and deals with different materials from 1116B.) It is hardly possible to make
accurate facsimiles for comparison from the published photographs of Len. 1116B, but
if the reader will place the facsimiles from B.M. 10056 beside the actual plates in
Golenischeff’s publication, and compare especially ^ in 1116B Verso, 26 and in B.M.
10056 Verso, passim; ^ in 1116B, 38 and 39 and in 10056 Verso 9/10; 11/12; 12/13 (see
plates Pt. II); Q in 1116B, 39 and 50 and in 10056, Hand A1 and A2 passim; and
in 1116B, 56 and 59, and in 10056 Hand A1 and A2 passim, he will be able to decide
this point for himself.

Origin of the Pap. B.M. 10016.


The possibility of the identy of the hands is, however, comparatively unimportant;
for even apart from this there can be little question that Petrograd 1116 A and B and
B.M. 10056 come from the same chancellery. The fact that they where written in very

1) Incorrect form: a dwarf is carefully drawn in the hieratic.


2) Besides the usual abbreviations, I cite three works, to which frequent reference is made, as follows:
Len(ingrad) = W. Golénischeff: Les papyrus hiératiques No. 1115, 1116A et II16B de
l'Ermitage Impérial.
Rech. = W. Spiegelberg.- Rechnungen aus der Zeit Setis I.
Jéquier = G. Jéquier: Essai sur la nomenclature des parties des Bateaux in Bulletin
de VInstitut français d'archéologie orientale du Caire. Tome IX, p. 37 fi.
14*
108 S. R. K. Glanville: Records of a Royal Dockyard of the Time of Tuthmosis III. [66. Band.

similar hands at about the same time in the reign of Tuthmosis III would not call for
comment were it not that we possess so little of similar contemporary material. But
when we find that P. 1.116B Verso deals with the supply of decorative wood (and ivory)
for (among other things) ships, there is immediately reason to ask if there may be a con­
nexion between the two documents. The convincing proof of this connexion lies in and
around the occurence of the uncommon place name Prwnfr in 1116A Verso and B. M.
10056. (The accounts on the Verso of 1116A and B, were originally the Recto of a single
papyrus which was divided to make suitable writing material for the more famous literary
pieces on the other side. For the purpose of the argument therefore it dose nor matter
whether Prwnfr occurs in 1116A or B). The origin and history of Prwnfr is discussed
below (n. 86), where its connexion with Amenhotep II is pointed out. That con­
nexion is exemplified also in Len. 1116A and B Verso — the mention of the town in
A 42 and the use of Amenhotep’s prenomen1 as part of compound names in A 50 and
B 56 — and in B.M. 10056 Vo. 9/8ff. Finally Pap. Len. 1116B Vo. 60ff. notes the
total amount of ivory and ebony stored in whict i1} describes

(61) as “the [see below, note 36] of the estate of Tuthmosis III
and . . .”3; and the same place is described in B.M. 11156 Ro. 10/1—3 as the source from
which Amenhotep II (as prince) issued some of the finest timber recorded in that papyrus.
The word (pl)mstyr, which was perhaps the name of a large compound enclosing a number
of smmwt, or perhaps a foreign word for such a place or for “customs house”, is not
found anywhere outside these two papyri.
If we allow that the Len. texts and B.M. 10056 come from the same provenance,
it is not difficult to place its neighbourhood. Prwnfr, again, the only place mentioned
in 10056, where it is definitely the scene of the operations recorded, and closely connected
with the issues described in Len. 1116A Vo. cannot be far from the office or offices in which
the scribes of these papyri made their entries. Probably it was (when it finally became
a residential quarter) a suburb of a big town; though at first it appears to have been no
more than a dockyard4. The slender evidence we have for placing Prwnfr indicates that
its metropolis was Memphis or perhaps some town right on the river where Badrashen
now stands — the port in fact of the northern capital. And Memphis, which was reco­
vering its old position in the land after the disasters of the Second Intermediate Period,
was admirably suited to the two functions depicted in the B.M. and Leningrad texts,
namely the building of ships and the entertainment of foreign envoys awaiting their
summons to the court at Thebes5.
The London text therefore appears to be a record from a dockyard connected with
Memphis, a city occupying a key position in Egypt and equal if not superior to Thebes
in prestige, and in religious and commercial importance, and little inferior in political
power. The place was under the direct control of the crown prince Amenhotep (hence the use
of his prenomen rather than his father’s in compound names connected with the place
in P. Len. 1116A and B verso while Tuthmosis was still alive)6. It was the dockyard for

1) The use of this name (Tuthmosis III being still alive, but presumably having made Amenhotep
co-regent: so Golenischeff, Len. pp. 5, 6) suggests thatB. M. 10056, which always refers to Amenhotep as
si-ntswt A, is slightly earlier in date than Len. 1116 Vo. Both names might be used at the same time however,
I am therefore still inclined to read hi.t-sp 30 in B. M. 10056 Vo. 9/8, although the earliest date in 1116 Vo.
(A 19) is year 18. (Actually “corn of year 18”; the date of writing might be several years later. 18 is only a
terminus post quem). — 2) If my reading is correct: but see Pt. II, n. 36. — 3) Golenischeff reads with
many queries “and the royal barge”. — 4) See Commentary. - 5) Golenischeff; and my chapter in Mrs.
Brunton’s, Great Ones of Ancient Egypt, p. HOf. — 6) In this connection the scarab at University
College, London, with the inscription'3-hprw-R ms Mn-nfr (Petrie, Scarabs, p\. XXX, 1) is interesting.
Band 66.] S. R. K. Glanville: Records of a Royal Dockyard of the Time of Tuthmosis III. 109

the building of the royal barge (B.M. 10056 Vo. 9/8 and Len. 1116B Vo. 56). It was
situated at the point of the Nile at which, from the beginning of civilized intercourse
in Egypt all foreign goods must meet1. In these circumstances it can have been nothing
less than the chief port of the kingdom.
This fact would be of sufficient interest at any time in the history of a country. It
receives added importance when we consider that at the period with which these records
are concerned, Tuthmosis III was laying the foundations of the first Egyptian navy.
To all intents and purposes, then, Prwnfr or its attendant town was the naval dockyard
of Tuthmosis III. But the term naval is misleading in a sense, since so far as we know
Tuthmosis never fought a battle at sea, or even intended to. His ships were troopers ,
built to carry his soldiers to and from the bases of his military operations in Palestine and
Syria, and to bring back prisoners and spoils. They were only naval in that they were
intended primarily to serve the ends of war. It will be best then to Jimit the title to
“royal dockyard”, remembering at the same time that its origin was probably due to
the sudden impulse given by Tuthmosis III to sea-transport for his military campaign.
The hieroglypic transcript on pages 2*—8* was completed, except for last-minute im­
provements in the text, before Dr. Gardiner’s article in J.E.A. 15.48f. onThe Transcrip­
tion of New Kingdom Hieratic came out, and it seemed scarcely worth while to
make the extensive alterations necessary to conform with his usage, although I was
tempted to do so.
Translation: Recto2
Column I. 1. //////////////// • •3 1
2. / n i urn nn i u • •2
3. Ill Illllllllllll •• 2
4. //////////////// •• 3
5. //////////////// •• 3
6. //////////////// •• 2
7. //////////////// •■ 1
8. //////////////// •• 2
9. //////////////// 1 Total 22
10. ///////////// y (?), scribe of the house of
11. /////////////
12. ///////////// •• 6
13. ////////// in respect1 of the ship2 of Captain
14. //////////////
Column 2. 1. Deal3 rwd. /-planks4 of 7 cubits 11111111111
2. Balk5 for (a) aw^-plank6 of 4 cubits 111111
3. Balk [for «w^-plank(s) ?] of 14 cubits 1111111
1) There is, of course, no proof that the wti ntswt mentioned in the two papyri and referred to above
are the same in each case, though there is no reason why they should not be. Whether one or two are referred
to, however, a very interesting point remains: in the B. M. text we have Syrian deal, in the Petrograd
text Nubian (as it must be) ebony and ivory, all being issued from the same stores. (But see Pt. II, n. 36.)
__ 2) In the translation the small figures above the line refer to textual notes at the foot of the
page; the heavier figure above the line refer to the notes of the Commentary to appear in the next
Heft of the AZ. Heavy black print in the text indicates that the original is written in red ink.
— 3) The hieratic symbol L which occurs throughout this papyrus, as in others containing accounts
(e. g. Rollin, Leningrad 1116 A and B Verso, Pap. Louvre 3326 etc.), appears to be equivalent at times
to our -not- • (ditto), at others simply to dots or dashes acting as guiding lines. As dots in English script can serve
both these purposes they are the most convenient way of transcribing the sign, short of actually copying it
110 8. R. K. Glanville: Records of a Royal Dockyard of the Time of Tuthmosis III. [66.Band.

4. wnh-plank of 11% cubits . . (? + )1


5. ^drw-plank7 of 2 cubits 11111111 .. 111111111
6. awA-plank of 10 cubits ////////////

(Translation: Recto)
7. [ .. ..i] 15 [cubits]/////////////
8. //////////////////////////////////
9. //////////////////////////////////
10. .. ///////////////////////////////
11. .. ///////////////////////////////
12. .. ///////////////////////////////
13. Yard( ? )8 /////////////////////////
14. ^-plank(s) //////////////////////
Column 3.
1. Deal /-plank of 18 cubits ////////
2. Yoke(?) of 13 cubits 1 [ ? + ] IIIIIIII
(Translation: Recto)
3.-planks2 of 14 cubits 1 //////
4. .. of 11 cubits 1 IIIIIII
5. .. of 13% cubits 1 IIIIIII [Total?]
6. Given to him from the storesheds in the [lake]9: —
7. <$«<fo./3-plank10 [of] III iy [cubits] 2 //////
8. Rolling-log( ?)” of ////// cubits mu
9. dr 111111 [of] 11111 6 [cubits]
12
mm
10. snfr'3 IIIIIIIIIII mm
11. paddles14 ///////////////// 3 m 1 m 11
4

12. ////////////////// 116

Column 4.
1. Given to Heny, son of Tyty
2. wnh-planks of 13 cubits 3-
3. phi -planks17 for the panelling( ? )l8, of 12 cubits .. 31
4. “ .. of 9 cubits . . 2
5. of 15 cubits .. 1
6. of 14 cubits .. 1
7. rW/-plank(s) of //// 9 cubits .. mum
8. w«$-plank(s) of /////// cubits .. 1 [?+]
9. rwd. /-plank(s) of ////// cubits .. [? + //]
10. w«$-planks of ////// cubits .3 .

11. rwd. /-plank(s) of 10? + ///// cubits .. ///////

1) The position of the 15 shows that there is not room for the full writing wnh n mh before the figure;
as wnh is one of the shortest entries it is probable that the lacuna has deprived us of L here and down to
1. 12. — 2) The abbreviation, which is not found elsewhere in the text, can hardly be read as anything
but wnh. — 3) Both here and in Y. 5/7 the c» has the form of <~—^; here however the following stroke is
undoubtedly ^ not | — only the barest trace remains of the sign in the second passage: the reading
.1 .1. a @ ^ of a known word seems therefore preferable to the curious writing J J <cr> <2 ^
AAAAAA AA/WAA AM/VSA AAAAAA

of an unknown. — 4) A fourth stroke may be lost.


Band 66.] S. R. K. GlanVille: Records of a Royal Dockyard of the Time of Tuthmosis III. Ill

12. wnh-pl&nk of 10 cubits 1


13. with-plank of 7 cubits 1
14. w»^-plank of 6 cubits .. 1
15. mr-wood19, ntr-pole(?), 20 1; acacia, ntr-pole( ? ) 11

Column 5-
1. what belongs to him for the t-b-d( ? )22r
2. phi -planks 10 Total 32
3. Given to Pa-nem22

(Translation: Recto)
4. Given to him in respect of the ship of Captain Nebmertef
5. wnh-planks of 15 cubits .3
6. .. of 5 cubits .2
7. .. of 13 cubits 1
8. [.. ] of 12 cubits .2
9. [.. ] of 9y2 cubits .2
10. .. of 6 cubits 1
11. .. of 8 cubits 1
12. phi -planks of 9 cubits . .1
13. .. of 6 cubits .2
14. .. of 13 cubits .2
15. Gunwale23( ? ), (for) a skty^-boat, of 15 cubits .. 1
16. Gunwale(?) of 15% cubits .. 1

Column 6.
1. phi -planks of 4% cubits .2
2. .. of 15 cubits 1
3. .. of 4 cubits 1
4. Balks of 5 cubits 1
5. phB -planks of 7 cubits .2
6. wr-wood, *^*-poles25( ?) .2
7. //////w-plank(?) 3 26 1
8. ////4-wood, isp.t27 . 46 Total 33
9. Given to Mont in respect of the ship

1) Many of the signs in this line are almost entirely rubbed away: only the faintest traces of the
in — ^^0 is e1ually possible here, but the other is to be inferred from R. 7/11 &

R. 15/13, about which there can be no doubt — are discernible, but the ^ and Q are certain, as also is 1
(at the end of the line) from the remains at top and bottom, showing that the stroke finished with
a tail as in 11. 12 & 13. — 2) The last 3 signs are clear and are all that are left in the only other
occurrence of the word, R. 9/9. The first sign may be «—> or i ... > but is more likely to be the latter as it
is followed by 'V The traces of the third sign favour or conceivably LqJ; (-&&) isimpossible.
— 3) iswt is just possible, though the only other example of the word in Recto, Cols. 1—9 is the
[j jl^s^.0f 9/12; this spelling is also found on the verso (1/3 and 6); but there are no traces before the
finafci @ . — 4) Either mr or snd.t are possible from the traces, which however are faint where they exist
at all. — 5) The two right-hand strokes of the 4 are lost, but are assumed in order to make the
total.
112 S. R. K. Glanville: Records of a Royal Dockyard of the Time of Tuthmosis III. [66. Band.

10. Payeh128
11. ow^-planks of 14 cubits .. 3
12. Given to himin respect of the ship of Captain Se
13. wnh-plank of 10 cubits .. 1
14. hdrw-]AdMk .. 1
Column 7-
1. Deal, 2-planks of 9 cubits .5
2. of 16 cubits .2
3. of 10 cubits .4
4. of 11 cubits 4
5. of 13 cubits .3
6. of 17 cubits 1
7. of 7 cubits .3
8. of 5 cubits 1 .

9. of 8 cubits 1
10. [of] 12 [cubits] 1
(Translation: Recto)
11. Acacia, portable hut(?)29 .. 1
12. th. . . . 1
330

13. Total of various timber 32


14. Given to Yena in respect of the ship Mersu-
15. Mennefer31.
Column 8.
1. wnh-planks [of] 13 cubits .. 2
2. .. of 16 cubits .. 3
3. .. of 12 cubits .. 1
4. .. of 9 cubits .. 1
5. .. of 13 cubits .. 2
6. . . of 14 cubits . . 4
7. . . of 7 cubits . . 3
8. . . of8 y cubits 2 . . 1
9. Given to him [in respect of] the ship Payeh
10. w^-plank [of] 13 [cubits] .. 1
11. .. of ////// cubits .. 1
12. .. of 18(?)4 cubits .. 2
13. Given to him in respect of the msfy-boats32
14. w«^-planks of 12 cubits .. 3
15. .. of 5 cubits .. 1
16. .. of 6 cubits .. 2
Column 9 .
1. Wnh-jAsmks of 15(?)5 cubits .. 3
2. Given to him for33 the ship Payeh

1) The traces combined with the determinative make the reading certain, —■ 2) Only the barest
traces of the n and of the determinative visible, but almost certainly wnh. - — 3) nh.t (sycamore) is
impossible. — 4) Only the faintest traces visible; 8 is little more than a guess. — 5) Only the lower half
of a vertical stroke left after the O'. 15 or 11 therefore possible, and as there is an issue of an 11-cubit
length below (1. 6) for the mstywt, 15 is perhaps preferable.
Band 66.] S. R. K. Glanville: Records of a Royal Dockyard of the Time of Tuthmosis III. 113

3. Wnh-planks of 151 cubits .. 3


4. .. of 5 cubits .. 2
5. Given to him in respect of the msft'-boats
6. wnh-plank of 11 cubits .. 1
7. .. of 8(?)2 cubits .. 4
8. .. of 7 cubits .. 2
9. Given to him [for /-ft-(?)]</-planks3 from the
10. Storesheds [in the] lake
11. phi - [planks] ////////////// •• 1
12. balks for zVzttf-planks ////// ..4 2
13. rwd.t-jA&nk of 4 cubits .. 1 Total 46

Column io.
1. 1st* month of Inundation, day 1334, issued35 from [the sto]resheds which are
2. in the mstyr by the [King’s] son Amenhotep37
36

3. mr-wood /b/./38-planks 7

(Translation: Recto)
4. Issued from the storesheds <in> the lake
5. mr-wood; long hst./-planks, total 37
6. balk for an z.y«>/39-plank .. 1
7. Account of the quota[s of] the chief workmen40:
8. What belonged to the chief workman [T]i[t]y(?)5
9. \m]r-wood, hst./-plank [of 2]86 [cubits] .. 1
10. [»z]r-wood, hst./-plank [of 2]6 [cubits] .. 1
11. [w]r-wood, hst.t- [plank of 20] + ? % cubits .. 1
12. mr-vfood .. of 22 cubits .. 1
13. mr-wood .. of 21 cubits .. 1
14. mr-wood .. of 19 cubits .. 1
15. mr-wood .. of 13 cubits .. 1 Total 7

Column 11.
1. What belongs to the chief workman ///y7 son of Amen(?) ? ///8
2. J/r-wood, hst.t-plank of 26% cubits l9
3. mr-wood .. of 23 cubits 1
4. wr-wood .. of 21 cubits 2
5. wr-wood .. of 18 cubits 1
6. mr-wood .. of 10 + // cubits 1 Total 6
7. What belongs to the chief workman Mont
8. [m]r-wood, hst./-plank [of 2]7% [cubits] 1

1) A trace of the left end of the horizontal stroke of 5 visible. — 2) Very indefinite trace. —
3) certain though faint. — 4) A small fragment turned over: the L. is clear on the verso.
— 5) The vertical stroke of a possible (j just before the determinative and the latter are all that is legible
in the name. — 6) It is safe to restore 20 before the units here and in the next two lines in view of the
similar series of descending measurements in the next four columns. 7) Space for one sign only in the gap.
8) If imn, the mn is very cursive; the traces which follow might give ^ , but there should also be part
of the Q showing, and there is no room for the determinative — 9) In lines 2—6 and 8 there is
no L before the figure.
Zcitsclir. f. jgypt. Spr., 66. Band.
114 S. R. K. Glanville: Records of a Royal Dockyard of the Time of Tuthmosis III. [66.Band.

9. [m]r-wood .. [of 2]7 [cubits] .. 1


10. [m]r-wood .. [of 2]5 [cubits] .. 1
11. [»z]r-wood .. [of 20 + ? cubits] .. I
12. mr-wood .. of 21 cubits .. 1
13. wr-wood .. of 19 cubits .. 1 Total 6
14. What belongs to the chief workman Tity
15. mr-wood, hst./-plank of 26% cubits .. 1
Column 12.
1. mr-wood, hst./-plank of 26 cubits .. 1
2. mr-wood .. of 20(?)1 cubits .. 1
3. mr-wood .. of 18% cubits .. 1
4. wr-wood .. of 17% cubits .. 1 Total 62
5. Deal, balk for z^w/-plank of 4 cubits (long), width 4 spans . . 1
6. Given to him for completing(?)341 the panelling(?) in respect of42 the
7.' timber(?)4 of (the ship) Mersumennefer, which is outside the magazine43
(Translation: Recto)
8. in the lake: deal, zwz^-plank of 14 cubits (long), width 4 spans
9. Deal, wnh-planks [of ///// cubits (long)] width 4 spans
10. deal, .. oi ///// cubits (long) .. 3 spans
11. deal, .. of ///// cubits (long) .. 3 spans
12. deal, . . of 10 cubits (long) .. 4 spans
13. deal, .. of 7 cubits (long) .. 3 spans ..1Total8
14. Given to him for the ship44 Payeh
15. deal, wnh-plank <of> 12 <cubits) (long), width 3 spans . .1
Column 13.
1. Deal, wnh-plank of 8 cubits (long), width 3 spans .. 1 Total 10
2. What belongs to the chief workman Yena
3. mr-wood hst. /-planks of 22 cubits .. 2
4. mr-wood .. of 21 cubits .. 1
5. mr-wood .. of 16 cubits .. 2 Total 5
6. What belongs to the [chief] workman Panem
7. mr-vfood hst. /-plank [of] 24 [cubits] .. 1
8. mr-wood .. [of 2]2 [cubits] .. 1
9. w-wood .. [of 1]9 [cubits] .. I Total 3 placed(?) in(?)
the magazine545
10. What belongs to the chief workman Heny, son of Tity.
11. mr-wood, hst. /-plank of 22% cubits .. 1
12. mr-wood .. of 21 % cubits .. 1
13. mr-wood .. of 17% cubits .. 1
14. mr-wood .. of 17 cubits .. 1 Total 4
Column 14.
1. Total of »zr-wood, hst. /-planks 37
2. Balk for zVw/-plank 1
1) Considering the smallness of the hole, probably not more than 20. — 2) The correct total of
hst.t here is 5; the 6 probably includes the entry in the next line. — 3) The restoration is made certain
by R. 15/5. — 4) The reading is suggested by R. 15/5; only a trace of the remains here.
— 5) The note follows straight on after the total figure, and was apparently written at the sametime.
r before wdi is practically certain; rdit nearly so, hr-si impossible.
Band 66.] S. R. K. Glanville: Records of a Royal Dockyard of the Time of Tuthmosis III, 115

3. ww^-planks 10 Total mixed timber 48 (pieces)


4. Given to the chief workman Panem1 from
5. the district official’s levy(?)46: deal, m\/(?)47-planks for (the?) skty-boat
6. of 11(?) cubits .. 3
7. First month of Inundation, 10+ Xth- day: given to (chief)2 workman Panem
8. mr-wood (hs)t. /-plank of 28 cubits . . 1
9. ?«r-(wood hs)t.t-plank of 15 cubits [ . . ] 1 Total 2
10. Give(n to) the (chief) workman Yena from the district officials’ levy1?46
11. Deal, mast348 of 30 cubits .. 1
12. First month of Inundation, 16 th- day; given to the cabin-maker49
13. Amenhotep son of Sekhmet( 1 )hetep4 for the ship of
14. Chief workman Tity, from the old(?) #3_j/zy-plankss°
(Col. 15. 1: of (sic) deal, //////-plank of 11% cubits .. 1 Total6)

Translation: Recto
Column 15.
1. Of (sic) deal, //////-plank of 11% cubits .. 1 Total 6
2. Given to him for5 the s[hi]p of Captain Se, namely Ta’ahe651
3. deal, //////’-plank of 21 cubits .. 1 Total 7
4. Given to the chief workman Panem
5. for completing(?)8 the panelling(?) in respect of the timber9
6. of the ship10 of Captain Se
7. Deal, phi -planks of 13 cubits (long) width 3 spans . • [1]
8. [.. ] .. of 11 cubits (long) 3 spans . • [1]
9. [.. ] .. [of] 10 III (cubits) (long) .. 3 spans . • 1 //
10. [.. .. of lllll cubits (long)] 3 spans . ■ 1 III
11. [.. of ///]% [cubits (long)] 3 spans . • 1 llll
12. [of III cubits (long)] 3 spans . . 211 Total 8
13. 1
Acacia, isp.ti}.) * 10
14. 1st* month of inundation, 17 [th- day: issu]ed from the storesheds which are in the lake

Column 16.
1. [By the King’s son13 A]menhotep, the Child of the [Nurse]ry Z//14
2. I /111111111111 [. .em-]hebf5*, Shebyba’al52 //////////

1) No personal determinative. — 2) Insufficient room for wr in the lacuna; for the omission cf. 1. 10.
Perhaps a concession to space in each case. — 3) Reading certain cf., V. 2/10. —4) The two signs before the
htp can hardly be anything but mt; can the vertical stroke in front be the remains of ^ ?It is too large for
a stroke after s3, and in any case filiation in this papyrus is indicated by alone. The abbreviated
writing of (see Schaefer in ÄZ. 40, 14) suggests itself as a solution, but can hardly be accepted.

— 5) or n\ only a trace visible. — 6) For the curious hieratic form of cf. the example from Pap.
Boulaq 18 given in Möller, Palaeog. I. 13, no. 142. — 7) Unintelligible traces of the first group; possibly
/WWNA «a
?; not . — 8) ■ wis practically certain as the last sign; but why the red ink ? — unless to call
attention to the completion of the boat in question (see above n. 41). — 9) a certain, virtuallyso.
10) 1)/=^ (3 fits the lacuna splendidly, but only the determinative and parts of the yod still
exist. — 11) The number of phi in 11. 9, 10 or 11 must be restored to 2 to make the total correct.
12) □ practically certain; traces of —*—; nothing after. — 13) The restoration of the title here seems
justifiable in view of the formulae containing it on the verso. — 14) © is equallypossible.
15*
S. R. K. Glanville: Records of a Royal Dockyard of the Time of Tuthmosis III. [66. Band.
116

3. ////////// [shi]p(?)x for(?) paddle[s?]253 /////


4. [What belongs to(?)] the chief [workman] Tuni54, the scribe Ame[n////////]
5. [deal(?) ro^]-planks(?)3 of 12% cubits ////////........................
6. [ •• ] °f 16% cubits(long)
7. [ .. ] of 16 cubits (long) width 3 palms ///
8. [ .. ] of 16 cubits (long) .. ///////
9. [ .. ] of 15% cubits (long) .. //// palms
10. [ .. ] of 15 cubits (long) .. //// palms
11. [ .. ] of 14% cubits (long) . . /////////
12. [ .. ] of 14 cubits (long) .. 3 palms ////
13. [ ] .. of 13% cubits (long) .. 3 palms ////
14. [ ] .. of 12 cubits (long) .. 3 palms ///
15. [Given to] the chief workman Teti son 4 (?) of Tuthmosis(?)5

Translation: Recto
Column I'].
1. [For(?)]5S a yard(?)6, deal /^/-plank //////
2. ///// deal, zW-plank of 17(?) cubits /////
3. Given to the chief workman ///////
4. [Pa]nelling for the ship /////
5. deal, board of 247 cubits /////
6. [d]eal, .. of 20 /// cubits ///
7. [ .. ] ..of 10(+7?) cubits////
8. [ . . ] .. of 10(+ ?) cubits////
9.................of 12 (+ ?) cubits ////
1 0............. of 11 (+ ?) cubits /////
1 1............... of 13% cubits /////
1 2............... of 12% cubits /////
1 3............... of 12 cubits /////
14. deal, wnh-planks of 10 (+ ?) cubits /////

(Translation: Recto)
Column 18.
1. [Given] to him for Mersumennefr /////
2. ////////-plank(?) 1 11111
3. [Given] to the chief workman Mont////
4. [deal, w«^]-planks (for) the Kefti-ship56 11111
5. [ ..(?) wnh-plan]ks of 17 cubits (long), width //////
6. [ ..(?) ••(?)] of 15% cubits IIIII
7. [ ..(?) ••(?)] of 15 cubits //////
8. [ ..(?) ••(?)] of 14 cubits /////
9. [ . . (?) . . (?)] // of 10 [cubits] //////
Except for insignificant fragments (see p. 8*) this is the end of the Recto as the
text exists to-day.
1) Faint, hut clear remains of as a determinative. — 2) Part of a sign touching the vj-r- of wsr, but
not easily to be construed as i I i. — 3) Determinative omitted: reading from c=>^. — 4) A small
sign under the ^ of Teti, possibly for . — 5) certain, ms probably confined to the stroke \.

— 6) 1k quite definitely. — 7) Certain; but only trace.


Band 66.] S. R. K. Glanville: Records of a Royal Dockyard of the Time of Tuthmosis III. 117

Translation: Verso
Column I. 1111
1. 3 rd-Month of Inundation 28th-day157
2. for the ship (of) Tyti(?)58 III I III I
3. deal, /ja>/-plank ///////
4...................... //////////
5. This day ///////
6. deal, iswt- [plank] 111111
7............... mm n
s. mm mu2 mini
Column 2.59
1. Given to the workman S'ankh60 ../////////for
2. the llim of the wall(?)61 of (the) ca[bin(?)4, from the a>«]$-planks which are
outside 111111

Translation: Verso
3. deal, thwarts(?)6* 6 5 ///
4. deal, ^3-plank(s)///// _ _
5. 3 rd- month of inundation, 29 th* day; Given to the chief [workman] Tity
6. [By?] the king’s6 son and Sm’-priest Amenhot[ep ///// from the] storesheds in
the [lake(?)]
7. [which are(?) out] side8 the magazine in the [lake] ///// Henani 3
8. //////// wood(?) for a h... 9 6 * 111111111111111 •• 1
9.//////////•• [of] 1010 ( + ? ) cubits/////////. . •• 2
10. //////// mast [for] (the?) skty-[boat] IIIII 1
11. ///////>•/ l l 6 s [of] 19 [cubits]12 •• 1
12. Sycamore66, phi -planks 6
13. Sycamore66, posts(?)1367 for the ca[bin]14 .. 3

Column J.
I [3rd. month]68 of inundation, last day: issued from the lake and outside the magazine.
2. By Menkheper69 (the lieutenant) of the King’s son and Sm-priest Amenhotep [? for
the chief]

1) 8 or 6 possible; the traces favour 8. — 2) Possibly a wooden object ending (jv^; both signs
uncertain. — 3) One group only lost. — 4) certain. — 5) Almost certainly 6 if a figure at all.

Possibly but in that case there is hardly room in the lacuna for the figure of the measure

and the number (of the pieces) as well, allowing for the usual spacing. — 6) top of ^ only preserved

in n s w s i complete. — 7) There seems to be a ? between the |1 and the which lastis


partly destroyed by a hole. The reading can hardly be anything else. — 8) Barest trace of sS in hr-si;
as also of (?). — 9) ^ certain, also Q (third sign; the second might be or
possibly (a; the fourth just possibly CT3). — 10) Could be 20 or 30 palaeographically. —
* J r-l rv NWsAA
11) Traces very uncertain before they look like l@. — 12) Barely room for , but just

possible. — 13) possibly read v ^ — cf. V. 3/5. — 14) Nothing legible after restoratlon

almost certain in spite of small space available.


118 S. R. K. Glanville: Records of a Royal Dockyard of the Time of Tuthmosis III. [66. Band.

3. [workman?]1 Tyty in respect of the windows270 of the ship Payeh


4. ///////-wood(?) 3 , windows (for) a cabin .. 8
5. Sycamore(?)4, for posts(?)5 (for) a cabin .. 3
6. [Year(?)7X____ ] 4 th- month of inundation, 1st- day: issued from the lake //////////*
7. ///////// 7 2 [from the] w«^-planks which are outside the maga[zine in the] lake
8. [By------- ]7 Huy (the lieutenant)73 of the [King’s] son and Sm-priest Amenhotep
[for] the
9. [Ship of Ty]ty ////// 8
10. Sycamore9: board10 ///////
11. Sycamore, /$3-planks ////////6 1 1 Total 11474

Translation: Verso
Column 75
4 .

1. 1st- month of Winter, day 14: issued from the lake, (namely.) from the w«A-planks, by
2. The King’s son and .Siw-priest Amenhotep, 'An-hotr, Amenemope,
3. Senere, Tsy (and) Shebyba'al7< (and) given to
4. The chief workman Tuna as ribs77:
5. deal ribs of 1012(+ ?) cubits .. 7
6. [.. ] .. of 8 cubits .. 3
7. [.. ] .. of ////1S cubits .. 1 [total] 11
8. What belongs to t[he] ship of the chie[f w]orkman Tity.
9. [de]al(?) beam1478 for a covering(?)79 //// [of] 7% [cubits] [1]
10. (..) . . of I III III cubits .. [1]
11. 16
Given to him as cabin beams for this ship
12. deal zVw/-plank of 16% cubits .. 1
13. .. .. of 17 cubits..1 Total 4

Column 5 .
1. Given to him for (the) drit* of this ship in the hands of the sculptor Nebwahyeb18:
0

2. deal rwd.t-plank .. 1
3. deal rolling-logs(?) .. 6
4. deal ribs(?) .. 2
5. deal balk for //// 1 7 .. 1 total IO 80

6.Given to him for a piece18 for the dri. t in the hands of the sculptor Nebwahyeb16
81 19

7.[balk?] for a bnbnt-piece20 [of] 4 [cubits] .. 1

1) reading [r htnw (1. 3) wr]\ traces of r hmw(?) but insufficient to prove the reading. —
2) Stroke beneath determinative more probably than wm in view of plural article. — 3) traces
of , conceivably , only preserved. — 4) Undecipherable traces; cf. however

V. 2/13. — 5) Possibly read ( ( (; cf. V. 2/13. — 6) Undecipherable traces. — 7) A vertical

stroke before Hwy may be part of but if so there was no determinative ^. — 8) Faintest red
traces. — 9) Only traces, but practically certain. — 10) See p. 6* for the unintelligible sign which
follows ^ |. — 11) Probably nothing lost: certainly no room for measurements. — 12) Barest traces. —
13) Traces, but quite illegible. — 14) 111 or waw. possible below probably n. —15) Small traces, more
like I___ 1 than but the latter is conceivable. - 16) A comparison of the two instances makes the
reading of the name certain. — 17) Illegible traces except for the determinative — 18) ]j for T (?); see
H.
Möller, Pal. II. 280 & note. — 19) Only traces of ™ but sufficient to restore with certainty. —
20) t looks more like r; cf. R. 3/7.
Band 66.] S. R. K. Glanville: Records of a Royal Dockyard of the Time of Tuthmosis III. 119

8 . /////1 17 th* day: given to Yena


1

9. [deal] z^w/-planks of [2 ] 8 cubits 5


10. [.. ..] of 27 cubits 5
11. [.. ] .. of 26 cubits 5
12. .. of 2 1 cubits 1
13. .. of 16% cubits 7
14. .. .. of 15% cubits 7

Column 6.
1. Deal zjo^-planks of 152 cubits 7
2. of 14 cubits 2
3. of 14 cubits 2 palms 4
4. of 17 cubits 2 palms 6
5. of 13 cubits 2 palms 3
6. of 1 1 (+ ?) cubits ///// 1 (+ ?)
7. of 1 0 (+ ?) cubits ///// 2
8. of ////// cubits //// 1 (+ •)
9. of 19 cubits ///////// Total 60

Translation: Verso
10. Given to him (from?) outside the magazine [in the lak]e
11. from the w»$-planks / / / / / / / / /3

12.deal stakes(f) of 17 cubits


82 [.. 1]
13. .. .. of 18% cubits .. 1

14. .. .. of 1 1 cubits .. 1

15. .. .. of 1 2 cubits .. 1 Total 4

Column 7 .
1 . On this day, given to the chief workman Tyty from the storesheds in the lake

2. (de)al uw/-planks of 15 cubits 12

3. .. of 13% cubits 8

4. of 16% cubits 4
5. . . of 16 cubits 9
6. . . [’’•] of 2 0 cubits 1/

7. .. [•■] of 19 cubits 1/

8. [••] of 17 cubits 5/
9. [.. ••] of 18 cubits 2

1 0 . [. . ] of 17% cubits [.. 1]


11. . . of 1 2 cubits 5
1 2 . .. of 15% cubits 5
13. .. of 14% cubits 1

Column 8.
1. Deal zi'wZ-planks of 14 cubits 3
2. of 1 0 cubits 1

3. .. of 1 1 cubits 1

1) Very faint indeed. — 2) 11 equally possible. — 3) Probably nothing lost here. — 4) Certain
traces — 5) Probably not more. — 6) Certain. — 7) Fragment turned over.
120 S. R. K. Glanville: Records of a Royal Dockyard of the Time of Tuthmosis III. [66. Band.

4. .. .. of 11 % cubits .. 1 Total 60
5. Given to himthe from ivnÄ-planks whieh areoutside the magazine
6. Deal stake(?) of 12 cubits .. 1
7. .. rib of 12 cubits .. 1
8. .. rib of 11 cubits [..] 1
9. . . stake(?) (of) 7(?) x (cubits) [..] 1
10. . . stake(?) of 10(?) 2 cubits .. 1 Total 5
11. What belongs to the chief workman Arzaw83
12. DealzVwZ-plank of 16 cubits .. 8
13. .. .. of 14% cubits .. 5

Column g.
1. deal, z’m^-planks of 17 cubits 4
2. of 20 cubits 1
3. of 15 cubits .3
4. of 19 cubits .2

Translation: Verso
.
5 .. .. of 13% cubits .. 1
6. .. .. of 16% cubits .. 1
7. .. .. of 21 cubits .. 1 Total 26
8. Regnal Year84 30(?) 3 3rd- month of Winter, 4th- day: issued from the storesheds
9. which are in the lake, by the King’s son Amenhotep, Amenemope,
10. Hawnefr, the scribe Huy, son of Qenena(?), and 'Anhotr,
11. By the hand85 of the chief workman Mont, for laying down (the) dockyard for the
King’s ship,
12. (called) Perunefer86.
13. Deal, /so^-planks of 16 cubits .. 17

Column io.
1. deal uw/-planks of 16(?)% 4 cubits . .4
2. of 14 cubits . 17
3. of 16 cubits . 17
4. of 17 cubits • ////
5. of 17% cubits .4
6. of 15% cubits ■ 4(?)*
7. of //// cubits .9
8. of //// cubits .8
9. .. .. of 14% cubits .4
10. of [1 ]97 cubits . 38
11. of 13% cubits 1
12. [. . ] of 13® cubits .8
13. of 12 cubits .3
14. Total /suV-planks 100 87

1) Only a trace. — 2) Almost certain. — 3) See fascimile of transcription, p. 7*: from that either 30,
or 15, 25 or 35 is possible, and the first (30) the most probable. — 4) Fragment turned over: possibly 13%. —
5) Very small traces; almost certainly more than 1. — 6) Or 6. — 7) Left stroke very faint, but definitely 3
not 2 . - 8 ) H certainly to be restored. — 9) Badly rubbed, but certainly 3 after the 10.
Band 66.] S. R. K. Glanville: Records of a Royal Dockyard of the Time of Tuthmosis III. 121

Column II.
1. This day: [given] to the chief workman Tyty
2. for the other K[efty]l88-ship in his charge, from the(?)/// 2
3. deal 'rk- [planks]89 of 12 cubits ////////////
4. deal '^-[planks]3 of 11 cubits ///// 2
5. Given ito the [chief wor]kman Yena for [the othe]r4(?)
6. kefty-ship in [his charge(?) w«]A-planks 105 /////////
7. deal Krk-[planks of] 11(?) [cubits] /////
8. deal [planks of] 10% [cubits] /////// .. 2
9. 3rd- month of Winter, 8th- day [issued](?)]e from the great ////-house
10. which is in the lake ///// 7 by the scribe(?) /// Hawnefr
11. The scribe Simut(?) ///// of the treasury(?)8 the scribe Pameri ////// 9 °
12. Board of date-palm(l)"1 [of?] 4% [cubits] (long), width(?) ///// 3 palms .. 1

Translation: Verso
Column 12.
1. [3pd* month of Winter] 20th* day: issued from the beams brought in by [the district
officials( ?)]
2. Amenmose and Penta’usekht92 to the lake, by /////
3. The scribe Hori of Thebu93, the scribe Tuthmosis, the scribe User-10/////////
4. deal beams of ll 1 1 cubits .. 2 /////
5. //////// of 101/2 11 cubits .. 5 /////
6. ///////// of 10(?) cubits •• 7 IIIII
7. /////////////////////////// •■ 2 Illll
8. ///////////////////////// ■• //////
9. ///////////////////////// •• ///////
10. ///////////////////////// •■ /////
11. /////////////////////// 5 Palms • • ////
12. ////////////////////////(?+) 1 2 Vs [cubits].. 3 /////
1 2
13. ////////////////////////(?+) Va [cubits] .. 6 IЦЦ

1) The beginning of is clear, as are @ at the end. The interval exactly suits a restoration

of the spelling of kfti in 1. 6 below, (cf. R. 18/4 @ which would be too short.) — 2) A narrow
column of the surface of the papyrus at the end of 11. 2 to 6 is rubbed almost clean, and below that is
missing altogether. — 3) This, the most complete writing of the word 'rk, shows traces of a sign after
which might be @ or . — 4) The very meagre traces and the spacing suit the restoration admirably.
— 5) Probably nothing lost after 10. - 6) See facsimile p. 8*. - 7) Reading very uncertain: see facsi­
mile p. 8*. — 8) Reading ЦЦсгш ; J is possible for — 9) Reading Q as determinative; thetop
of a tall vertical stroke, which is all that remains of the sign, is too tall for the vertical stroke of as
this scribe writes it. Imw “boat” is therefore not possible. — 10) Perhaps rather than ^ for the last
sign visible. — 11) ПП possible instead of П. 12) Traces.
6 (Part II folgt.)

16
Zeitschr. f. Agypt. Spr., GO. Band.
122 W. Hengstenberg: Nachtrag zu „Die griechisch-koptischen jwoVAcm-Ostraka“. [66. Band.

Nachtrag zu „Die griechisch-koptischen Mov^on-Ostraka“1.


Von W. Hengstenberg.

Kaum hatte ich im Frühling vorigen Jahres meine Abhandlung über die mov^Voh-
Ostraka aus der Hand gegeben, als sich die Zahl der mir bekannten Ostraka dieser Klasse
mehr als verdoppelte. Zunächst hatte Herr Professor C. Schmidt die ungewöhnliche
Liebenswürdigkeit, 25 im „Museum koptischer Altertümer“ in Kairo liegende Stücke
für mich abzuschreiben. Es sei mir gestattet, ihm auch an dieser Stelle herzlichst dafür
zu danken. Außerdem konnte in Kairo eine weitere Serie von 17 die Lösung des Problems
z. T. besonders fördernden Stücken aus Mitteln, die von der Bayrischen Akademie der
Wissenschaften zur Verfügung gestellt waren, für die Sammlung des Münchener Seminars
für Ägyptologie erworben werden. Mit tiefer Wehmut muß ich dem verstorbenen Vor­
stand dieses Seminars, Professor W. Spiegelberg, meinen Dank für die sofortige Über­
lassung dieser neuerworbenen Stücke wie überhaupt für den Hinweis auf die moitAok-
Ostraka, ins Jenseits nachrufen. Spiegelberg hat auch ein weiteres einzelnes bei
einem Händler in Kairo liegendes Stück für mich abgeschrieben. Endlich und in letzter
Stunde hat mir Herr W. E. Crum Abschriften von 36 Ostraka, die Herr Dr. G. Sobhy
in Kairo vor 3—4 Jahren für ihn angefertigt hatte, freundlichst zur Einsicht übersandt.
Es zeigte sich alsbald, daß davon 25 Stücke mit den von Professor C. Schmidt abge­
schriebenen Ostraka identisch sind. Herrn Dr. Sobhy habe ich dafür zu danken, wenn
ich seine Abschriften von den restlichen 11 Ostraka hier veröffentlichen darf. Diese
müssen ebenfalls im „Museum koptischer Altertümer“ liegen. Denn, wie mir Dr. Sobhy
mitteilt, hat er selbst die ganze Sammlung von 36 Stücken angekauft und dem Museum
zum Geschenk gemacht. Nach Aussagen des Händlers sind diese Ostraka in ed-Deir
bei Assiut gefunden worden (vgl. unten). — Ich drucke nun im folgenden die Abschriften
Schmidts (No. 40—64), Sobhys (No. 83—93) und Spiegelbergs (No. 82), so wie sie
sind, nur da und dort um ein sic bereichert, ab2. — Die Münchener Ostraka (No. 65—81)
dagegen, die ich selbst in Händen halten konnte, ediere ich in derselben Weise wie die­
jenigen des „alten“ Bestandes.

A: Ostraka des „Koptischen Museums“ in Kairo (nach den Abschriften von


C. Schmidt)3.

No. 40 No.41

p nfcy: p eniq> qj'i.mn q


•xintiq* .u&n M&.nn&<y&.Tr
\no\(on * ^ : eis.» : \e :

1) Vgl. oben S. 51 ff. — 2) Selbstverständlich ohne volle Garantie für Richtigkeit bzw. Vollständig­
keit der Wiedergabe. — Wie mir Dr. Sobhy mitteilt, hat A. Mallon die Ostraka des Kairiner Museums
ebenfalls untersucht. Es ist also zu hoffen, daß dieser Gelehrte seinerseits noch einmal auf das Problem der
jwoVAon-Ostraka zurückkommt und dann auch die von ihm von den Originalen selbst genommenen Ab­
schriften heranzieht. — 3) Die den Ostraka im „Koptischen Museum“ gegebenen Nummern sind mir nicht
bekannt.
Band 66.] W. Hengstenberg : Nachtrag zu „Die griechisch-koptischen Mov'Aon-Ostraka“. 123

q : c^B : \ q (fc : pe
ctmottAou eTMOTfAovi
IJav(v() 1, Ivb. 6. Betreffend Apollon. ’Enup(i) 6, Ivb. 6. Betreffend Pagau.
dfidf. 6, adx. 30, ah. agr. 90. In die Mühle2.d/idf. 7, adx. 35, ah. dqr. 105. In die Mühle.
1

No. 42 No. 43

p ^ jP
q M&nn&T« e

pne ^ : c*b g^Tc^pH qe


\c : pe ^ je €tmottXo«
CTMOTT^Von
’Enupd) 12, Ivb. 6. Betreffend Paterne: ’jM. 9, na%d)(v) 13: d//df. 1, adx. 5 (im
afid£. 7, adx. 35, ah. oqt. 15. In die Mühle. Austausch) fürdas Futter(?)3 holt4 ah.
agr. 15 in die Mühle.

No. 44 No. 45

n&.Tr» ^ ö i[na- P MW» ^ !<i*

eis.» Me Mfcrni^&meoc
qc p*\e ctmotXoh *? C^H ^ :
q : CTMOTr^Von

IJaw{f) 7, 9. Ivd. äfid£. 9, adx. 45, ahov ’Ivb. 9,nav(v() 16. BetreffendPabineos5.
oqt. 135. In die Mühle. d/j,d£. 6, adx. 30,ah. agr.90. In die Mühle.

No. 46 No. 47

p '2k.u\H e p ^mB o nA.3P


iq KP ■u^nn&.fimcoc

cmi e ^ : cä.b

qc ie ctmottTVoii “Xe <\c pe


eTMOTrXo"
’Ivb. 9, nav(vi) 16. Betreffend Arion. ’Ivb. 9,nav(vi) 23. Betreffend Pabineos.
dfial;. 1, adx. 5, ah. oqt. 15.In die Mühle. ä/«zf. 7, adx. 35, ah. agr.105. In die Mühle.
1) Die Bedeutung des oben in No. 264-7 vor ag; (= äyxdßaq) stehenden Sigels ist zweifellos
alxov. Dementsprechend sind auch die Siglen auf den übrigen Ostraka als oi mit Abkürzungsstrich (= ahov)
zu erklären; vgl. die mir jetzt erst durch einen Hinweis Crums bekannt gewordene gehaltvolle Besprechung
von Mallons erster ct wotAo i-Publikation durch C. Wessely in Philol. Wochenschrift 1928 S. 509. — Viel­
leicht soll dann das sonst immer noch unerklärt bleibende, am horizontalen Abkürzungsstrich angebrachte
Häkchen ein a = ä(Qxdßag) bedeuten (?). — Vgl. aber auch das Artabensigel bei Viereck, Arch. f. Papyrusf. 1
(1901) 456 und Taf. 0 1 (Ostraka von Sedment saec.II ex.). — 2) Vgl.jetzt auch L. Saint-Paul Girard,
La formuleeTMoVAon (Adversaria Coptica 2)in Bull, del’Instit. framj. 28(1929) 99—102. Ich stelle mit
Vergnügen fest, daß ich in fast allen Punkten mit dem Verf. einig gehe. — Zu (t-) MOir<\on = fiv>.wv beachte
den von ihm beigebrachten Beleg: Jerem. 52, 11 (boh.) hi motäoii = oixla /ivXüvog — 3) gpe = x°eT0?
Grünfutter, vgl. zu %. Schnebel, Landwirtschaft I, 213ff. In Berlin copt. 11349 wird der Paschons als
Erntemonat auch für Heu genannt. Es handelt sich also hier vielleicht um ein Tauschgeschäft (vgl. g*.-):
für einem fremden Bauern überlassenes Gras muß dieser Weizen an die Mühle des Betriebs abliefern (vgl.
unten S. 1322). Bedenklich für diese Annahme ist allerdings das Fehlen eines Orts- bzw. Personennamens. —
4) Da der Bestimmungsort des Ostrakons die Mühle sein muß (vgl. oben S. 68), kann hier qe- (statt qi- V)
nur die Bedeutung „holen“ haben, vgl. Crum, Ep 370 n, — 5) Vgl. oben No. 27. — Auffallend, daß der
16*
124 W. Hengstenberg: Nachtrag zu „Die griechisch-koptischen mott'Aon -Ostraka“. [66. Bandi

No. 48 No. 49

p e r-ä. p ^mtv e n&.^ «q*

MJvivg^Tpe : .u&.n§Ä.Tpe : i*
^ ; CÄ.H Xe : <%. pe * cis.» n : : pn
eTMOT^Von eTMOirXon
’/v(3. 9, nav(vi) 24. Betreffend Hatre. ’/m5. 9, 7tav(vi) 26. Betreffend Hatre.
äfia£. 7, (Tax. 35, <xit. agr. 105. In die Mühle. d/xdi. 10, adx. 50, oh. ägr. 150. In die Mühle.

No. 50 No. 51
erii$ &. & iwTm
sic
p *2kintt e

HO Miktt Ä.noX.ajn
&.piu>n H *i
c&.tt (|c pn« CÄ.B n

eTMOTTÄ-on pn CTMOTT

\oit

’W. 9, nav(vi) 29. Betreffend Arion. 'Em(p{i) 1,9. ivd. Betreffend Apollon.
ä[id£. 8, oax.1, oh. agr. 120. In die Mühle. ä[id£. IQ, oax. 50, oh. agr. 150. In die Mühle.

No. 52 No. 53
p emA> e n^itt e
p em$ : e : ■xinK e
MÄ.nnÄvfe\n€OC
M&n^&Tpe :
“2k. C*wB
: ^: ctM :
: k : <^l m
**P€ eene ^6 io
eTMOirXo«
ctmotAok

’Emq>(() 5, iV(5. 9 Betreffend Hatre. ’EmrpiQ 5, tV<5. 9. Betreffend Pabineos.


djuctf. 7, adx. 35, atr. agr. 105. In die Mühle. d/idf. 4, <rdx. 20, <rtr. d^r. 44. Schafft (?) 2 oh.
agr. 13 in die Mühle.

No. 54 No. 55
p e]mq> q ni^a o p eni$ h m*Mi »

MÄ.nn&.Tepne
ca.» k* q C&.B A.*

eTMoa'TV.on eTMOTr\on
’EnupiO 6, ivd. 9. Betreffend Pagau. ’Enup(0 8, tV<5. 9. Betreffend Paterne.
äfid£. 4, oax. 20, oh. agr. 60. In die Mühle. djuaf. 6, oax. 30, ah. agr. 90. In die Mühle.

Name des Flavius Abinnaeus, der Mitte des 4. Jahrhunderts als Offizier im Fajjum stand (vgl. Gen I. 60,
Lond II 365, JEA 14, 320) hier bei einem Kopten wieder auftaucht. Daraus Schlüsse auf Zeit und Her­
kunft unserer Ostraka zu ziehen, wird man sich aber doch versagen müssen.
1) Zahl fehlt. — 2) Oder „richtet her für“, vgl. oben S. 64.
Band 66.] W. Hengstenberg : Nachtrag zu „Die griechisch-koptischen MoVAon-Ostraka“. 125

No. 56 No. 57
p h «
p eniejj ■& ui^t* &
M*kim*>.Tepne
h.; c&tt i cm* k %. *

^ eTMOvXon
eTMOTrXo«
’Enupd) 8, ivd. 9. Betreffend Paterne. ’Enupij) 9, W. 9. Betreffend Adam.
ä/j,d£. 2, aax. 10, ah. agr. 30. In die Mühle. ä/Liaij. 4, (Tax. 20, ivd. 60. In die Mühle.
No. 58 No. 59
p eni3>

e nrxtt Mn
p em$ ie>. ne^pHTiop

ni^u o M&.H : iv: e*ft

^\Tpe Sh sic
e : «aX* eene
CA-tt I \
eTJw.o-rX.on *q ■*/*
eTMOTT
sic
\oon

’Em<p(i0 11, ivd. 9. Betreffend Hatre. ’Enup(i) 17,9. W. Betreffend Pehretör1.


djuaf. 2, (Tax. 10, er tr. dgr. 30. In die Mühle. d/«xf. 1, (Tax. 5, #al 1; schafft (?) ah. äor. 16
d(ia) TtQOixrjQ (sc. <pogcig)2 in die Mühle.
No. 60 No. 61
«.sie P enitjj io o ni^u
p eni<5 iH & nms MÄ.n M^nuoTrnee:
POTI10€ K\ ; CIkVl : ejvtt p^fc
: pq : <%c Tifi ❖ cTMo-yXon eTMOTrXon

’EmrpiO 18, 9. Ivd. Betreffend Gunthe. ’Emxpü') 19, 9. ivd. Betreffend Gunthe.
ä[id£.21, adx. 106, ah. olqt. 312. In dieMühle. d/tdf. 11, aax. 66, ah.aqr. 162. In die Mühle.
No. 62 No. 63
p em3> k e
p e]ni<J> K&. o Hi1*.»
?K sic
]"*.» tJ>OI M]isn^Tpe .

eene i .. C&.R i: <\c X. <•


?
np eTMOTrXon

€TMOirXon
’Enicpii) 29, 9. ivd. Das . . . Feld4. ’Enupif) 21, 9. ivd. Betreffend Hatre.
Schafft? ? 5 in die Mühle. äfidt.., aax. 10, ah. ägr. 30. In die Mühle.
No. 64
P
MAlYPe . . o
1) Ebenfalls Eigenname = ne- + 'PjrcoQ vgl. Preisigke, Personennamen s. a. 'P. — 2) Zweifellos
dieselbe Abkürzung wie in No. 39. — 3) Das von Schmidt über der Zeile gelesene j, ist vielleicht weiter
nach rechts zu setzen und ein zur Gruppe nw gehöriges •*.? — 4) Vgl. <£oi Mnp c in No. 34. —
5) Nach eene wäre das Zeichen für alt. der. zu erwarten. Ob iw (53) als Zahl zu ah. äox. aufzufassen
ist, läßt sich nicht entscheiden.
126 W. Hengstenberg: Nachtrag zu „Die griechisch-koptischen MorAon-Ostraka“. [66. Band.

: c&.[» .

ßic
qc pme
CTMOTrX-On
’Ivd.. . . Betreffend Gre .1 äfxa!;. 11,
ad«.?, ah. oqt. 1652. In die Mühle.

B. Ostraka des Seminars für Ägyptologie in München.


No. 65 = O. Kopt. 25 No. 66 = O. Kopt. 26

4 Ln^.vMi:Tß

\2^.C<

c«/£>
\ 4$ N(h j
V i.f^oy:
& ?& '
\'
I tTMt rJ

k: „ t
üav(vC) 5, 11. Ivd. Betreffend Apa Ilawi 12, 11. Ivd. Betreffend Hatre.
Hatre. a/«zf. 4, aax. 19, dak. 1, ah. oqt. 59. d^ct|. 7, aax. 35, ah. oqt. 105. In die Mühle.
In die Mühle.

No. 67 = O. Kopt. 27 No. 68 = O. Kopt. 28

Wj-c.^3

IIav(vi) 13, 11. Ivd. Betreffend Arion. Tlaxmi 15, 11. ivd. Betreffend Adam.
&[id£. 7, aax. 35, <rnr. dgr. 105. In die Mühle. ä/j,d£. 6, aax. 35(!), ah. oqt. 90. In die

Mühle.

1) Zu ergänzen *>e[i»pt«]e ? — 2) pn'ie zu lesen gleich römischem CLXV ?


Band 66.] W. Hengstenberg: Nachtrag zu „Die griechisch-koptischen wonAon-Ostraka“. 127

No. 69 = O. Kopt. 29 No. 70 = O. Kopt. 30

JL n^VNii'M'Z

^^ZArrpç
g oLAa cA

?
j

Tlawi 17, 11. Ivb. Betreffend Adam. Ilavvi 23, 11. Ivb. Betreffend Hatre.
àfiâ£. 2, odx. 8, oh. àgr. 24, ô{tà) nqdnrjc (sc. tyidf. 6, adx. 30, oh. oqt. 90. Auf den
(pogâç). In die Mühle. Sortierungsplatzl.

No. 71 = O. Kopt. 31 No. 72 = O. Kopt. 32

K+-

. fl - V Xi J?
W^:VKîij*cî

•»

’Enupt 2, 11. tv<9. Betreffend Apollon.


Ilavvi 29, 11. ivÄ. Betreffend Abra­
<V«ff. 18, fffr. <^T. 270. Auf den Sortierungs­
ham. âfiàl;. 3, (Tax. 15, an. agr. 30, ö(ui)
bevrégaç (sc. (poQÔç) auf den Sortierungs­ platz.
platz. 'Ofioitoç schaffet (?) oh. oqt. 15 in die
Mühle.
l7c«un meint ia Ep 532“ cttic «hk»!ui (Eigenname) 2<.m>TS« (n. 11). daß “ “oh Met um da» Verb
«nd sw.r um eine LolmauBzahlung von 2 Kon, ttr ein, Arb.« de. >»W i-W-
müsse. Ich übersetze dementsprechend auch MMtoTge.
128 W. Hengstenbebg: Nachtrag zu „Die griechisch-koptischenMcns-Aon-Ostraka“. [66.Band.

No. 73 = O. Kopt. 33 No. 74 = O. Kopt. 34

’EnupiQ 6, 11. (ivd.) àpAè. . ’£tkç)(0 7, 11. ivd. Betreffend Hatre.


aàx. 8. à/mai. 8, oàx. 40, air. oqt.120. Auf den
Sortierungaplatz.

No. 76 = O. Kopt. 35 No. 76 = O. Kopt. 36

jca'H

K 4 N TirP fCC HC0Y0n^WM


***** > ■ 9- 4^ / (Uf G

,p-ya<qy co u j
/

’Enup(i) 7, ivd. 11. Betreffend (die) ’Emcp(l) 28, 11. ivd. Die Alt (naAatov)-
Türme (jivQyoç)2. âfiâÇ. 6, oàx. 28. Auf Weizen dal. 16, on. àçz. 32. In die Mühle.
den Sortierungsplatz3.

1) Name völlig ausgewischt. — 2) Dem M&nnenKppoc in No. 11. 20. 37 folgend setze ich auch hi
und No. 82 nvgyo! in den Plural; vgl. unten. — 3) Dem enM*.[non,]ge scheint noch etwas zu folgen.
Band 66.] W. Hengstenberg: Nachtrag zu „Die griechisch-koptischen AioViVcm-Ostraka“. 129

No. 77 = O. Kopt. 37 No. 78 = O. Kopt. 38

ß_/^/>o£8 _ fV(YM
rA*r& « 1/
i

\^£T~A*

MeooQ(rj)2, 11. ivö. Für die Insel1. Ilawi . . (.) Ivö. ? Tbasilike3. d/*df.
Paremhotp Alter (nodaiöv) Weizen2. 3 äfia£,
&od.26, oCt.oqt.52 ; ngwttj <poQ(d). In die Mühle.

No. 79 = O. Kopt. 39 No. 80 = O. Kopt. 40

’Enup(i) ? ? Ivö. I7ia$_4 . . afiaJ;. Auf ........................... äfia4, ffä'x. 22, ah.
den (Sortierungpslatz ?) äfft. 66. In die Mühle.
No. 81 = O. Kopt. 41

. oh. oqt. 27. (Auf den) Sortierungsplatz.

1) Vgl. tmotc „die Insel“, die auf Djeme Ostraka genannt -wird. — 2) Sollte es sich um im Monat
0a//evd># geernteten Frühweizen handeln? Vgl. das von Schnebel, 1. c. 145ff. über ngcbiog alxoq und
Zweierntenwirtschaft im hellenistischen Ägypten Gesagte. — 3) Wohl doch ein Ortsname, vgl. unten.
Von ßaaiXixrj (sc. yrj) wurde noch im 4. Jahrh. gesprochen; es ist also wohl möglich, daß eine solche Orts­
bezeichnung sich auch weiter erhalten hat; vgl. Preisigke s. v. ßaaiXixog. — 4) Vgl. die zahlreichen Orts-
Zeltachr. 1. Ägypt. Spr., 66. Band. 17
130 W. Hengstenberg : Nachtrag zu „Die griechisch-koptischen мот'Лоп-Ostraka“. [66. Band.

C. Ostrakon, in Kairo im Handel gesehen.


No. 82
P П гиг ui : и
'hv пъш
M^nn-yppoc
IlawL 8, 11. 'Ivö. Betreffend die Türme (nvgyos).

D: Weitere Ostraka des „Koptischen Museums“ in Kairo (nach den Ab­


schriften von G. S o b h y ).
No. 83 = Sobhy 16 No. 84 = Sobhy 5
sic sic
p] ^€►k[ p еп]нф къ. о i[
sic а ?
-e C&.K qc[ ^]дтг»^о птл*[отге
eTjMO'rX.on “\мпнр . ?
Ilavvi 7, 9 ivö., d//df. 9, aax. ?, ah. ’Enupii) 24,9. (V>. Im2 Speicher(?) der
agr. ? In die Mühle. (Insel?) 1 ? 2

No. 85 = Sobhy 13. No. 86 = Sobhy 15.


sic sic
p intt e [ . . . . p пй^оо/ и et^fe
sic
qe [e cmiKe jntiMo^eniHX €T
oe АШТгХоП &.мгч£ H
eTMOTrXon СйкИ M, qc рк
'Ivb. 9, . . . .3 Holt(?) 4 a/id£. (5) (aax. IIax(o(v) 20; 5. Transport (<pogd ?)5. Im
25), ah. oqt. 75 in die Mühle. Speicher (?) des Zekiel. In die Mühle: äfidg.
8, adx. 40, ah. agr. 120.

No. 87 = Sobhy 11. No. 88 = Sobhy 3.


]ешф K&4- ? епнф ?
?
мгч.п] шмолс^отге ММ1ПП [
sic
eene c\c i *v
етАюттХо«
(’ Ivö. ?), ’Em<p(i) 22. (Betreffend?) ' Em<p(l)l. Betreffend die Türme (? nvg-
Paiomtiwe6 schafft (?), ah. ägx. 4 als erste yog) . . . . 3 7 ( ? ) <5ta? yogäg).
Fuhre (ötd ngdjTfjQ <pogä$) in die Mühle.

Überblickt man die beiden Hauptkontingente des neu hinzugekommenen Materials,


so fallen die unter A mitgeteilten Ostraka des Koptischen Museums auf durch ihre

bezeichnungen n- !*.<>- (von eiwge) mit meist unmittelbar angehängtem Personennamen in Aphrodito (s.
namentlich London IV, S. 595—6), aber auch anderwärts, z. B. London copt. no. 113910, wo wohl
m&£ii«.2«.(ju) K6.Tk0czu lesen und also: „Pachamsfeld dreißig Eimer“ zu übersetzen ist.
1) Vgl. oben S. 68 n. 2. — 2) Vgl. No. 77. Nach Sobhy kann Z. 3 auch Aktnp gelesen werden.
Dem p scheint noch ein Zeichen zu folgen, vielleicht ein Artabensigel: 1? n*.]Aim ? — 3) Monats­
datum verlorengegangen. — 4) Vgl. oben S. 123 n. 4. — 5) Überaus ähnlich No. 39. Auch dort fehlt die
Angabe der Indiktion. — 6) Vgl. No. 12.13. -^ove wohl doch ein Eigenname; vgl. IIxovi Tie in Aphro­
dito (Lond IV 1460“). Das Ganze also vielleicht ein zu einer Einheit zusammengeschmolzener Doppelname
eines Kolonen; vgl. Heuser, Personennamen I. 123—4.
Band 66.] W. Hengstenberg : Nachtrag zu „Die griechisch-koptischen .movAoh-Ostraka“. 131

Gleichförmigkeit und Regelmäßigkeit. Diese letztere bestellt u. a. darin, daß in 20 (von


25) Fällen nur à/iaÇai, aàxxoi und ahov aqtaßm genannt werden und diese in dem als
„normal“ anzusehendem Verhältnis von 1 : 5 : 15 zueinander stehen. Demgegenüber
sind von 13 Münchener Ostraka1 nur 5 in diesem Sinne „normal“.
Aber auch sonst überraschen uns die Münchener Stücke durch manche Eigentüm­
lichkeit. So ist gleich ihr Indiktionsjahr (11. Ind.) bisher auf unseren Ostraka noch nicht
begegnet, während die 9. Indiktion, der die meisten der Kairiner Ostraka angehören
(No. 43—63 und No. 83 -85), schon durch unsere No. 25—37 (der Mehrzahl nach zu
Mallons „Nouvelle Série“ zählend) vertreten war, ebenso wie die drei aus der 6. In­
diktion stammenden Kairiner Ostraka (No. 40—42) ihr Gegenstück finden in den
fünf ersten Nummern unserer Anordnung2.
Was nun die Einführung der Eigennamen derjenigen Leute betrifft, von denen das Ge­
treide stammt, so erfolgt diese auf den Kairiner Stücken fast durchweg durch vereinfachtes
MA. n-, nur einmal (No. 41) findet sich das ausführlichere £a.- n- Mis. n-; auf den Mün­
chener Stücken steht dieses dagegen 3mal (No. 65. 68. 81) gegenüber 7maligem ma.
Nie aber — so scheint es — steht der Personenname ohne dieses einführende „betreffend“.
Dies ist der Grund, der mich veranlaßt hat, an der Erklärung von t&&xiX.ikh als weib­
lichem Eigennamen zu zweifeln: t&&.ci\ikh steht zweimal (No. 8. 78) selbständig, ohne
präpositionelle Einführung, was sonst nur bei Ortsbezeichnungen vorkommt (No. 35.
62. 79)8. Zweimal steht auch die Präposition mit nachfolgender Ortsbezeichnung
(Nr. 34. 77). Dagegen steht allerdings das sonst auf Eigennamen beschränkte ma. n- in
5 Fällen ( ! s. Index) bei der Ortsbezeichnung ümrpcoc. Doch ist zu beachten, daß es sich
nur bei nnos" emcogc, q>oi[, ..., t ê a c i A i k h , wie bei gAt|>oi MnpHc und ç^tmottc um
wirkliche Ortsbezeichnungen, d. h. um Felder handelt, während die nvçyoi turmförmige,
festungsartige Gebäude sind4, in deren zu ebener Erde gelegenen Räumen ein Dresch­
boden gelegen sein kann; vgl. BGU III 7405 („aus byz. Zeit“) aXommv ovrcov êv avroîç( ! )
Tolg nvQyoïç und dazu Schnebel 171. Man wird annehmen dürfen, daß auf den in den
Türmen liegenden Tennen nur solches Getreide gedroschen wurde, das auf unmittelbar
in der Nähe dieser Türme gelegenen Feldern gewachsen war, und das man unter der
Aufsicht des in den Türmen residierenden Beamten5 angebaut und eingebracht hatte.
Diese zweifellos zum Kern des Wirtschaftsbetriebes gehörigen Türme müssen aber in
unserem Falle von der Mühle so weit entfernt gewesen sein, daß, wie von den Privattennen
der Koloneu, so auch von der Tenne (oder den Tennen ? ) der nvgyoi6 der gedroschene Weizen
1) Fünf Münchener Stücke (No. 73. 75. 78. 79. 81) scheiden, weil nur fragmentarisch erhalten, hier
aus. — Das gleiche gilt von den meisten der unter D mitgeteilten Kairiner Stücken. — 2) Desgleichen
dürften No. 83—93 auch da, wo die Angabe fehlt, der 6. bezw. 9. Indiktion angehören. — 3) Bei dem
Eigennamen n*.i0M^0ire ist das n allerdings nur einmal (No. 12) mit Sicherheit bezeugt (vgl.
No. 13. 87). — 4) Ich sehe nicht ein, warum man nvqyoç farblos mit „Wirtschaftsgebäude“ über­
setzen soll, so Preisigke, Wörterbuch s. v. und Hermes 54, 423ff. — Im Epiphanius-Kloster in Djëme
waren die beiden dicht beieinander liegenden Türme (vgl. Ep I Tafel VI) zweifellos gleichzeitig festungs­
artige nvgyoi und „Wirtschaftsgebäude“, denn in ihrem untersten Stockwerk (der größere von ihnen
hatte deren drei) waren zwar keine Tennen, wohl aber fensterlose Kornkammern eingebaut (vgl. Ep I
33—4 und II no. 532 n. 4). Diese im Testament des Jakob und Elias passim als mrpi-oc erwähnten Türme
(s. Ep II, Appendix III p. 343ff.) bildeten zweifellos das eigentliche, vor räuberischem Zugriff gesicherte
Zentrum dieses Anachoretenklosters. Über andere derartige nvqyoi in Klöstern vgl. Ep I 35 ; auch der
TtvQyoç, in dem Daniel in Tambok lebte (s. Rev. de l’Or. Chrét. 5, 550), war zweifellos ein Turm. — In
einem Latifundienbetrieb mit weit zerstreut angesiedelten Hörigen war die Anlage derartiger befestigter
Türme nicht minder von nöten. — 5) Vgl. Oxy 20248 rw <pvl<ixx(xi) rwv nvqyov ( = nvQycov) und Masp.
(III) 287u xonfievTagrjoiog rcov nvQywv. — Eine prominente Persönlichkeit wohnte im allgemeinen in den
Türmen, s. Ep I 34 n. 3. — 6) Der Raum für die Tenne war in den Türmen begreiflicherweise beschränkt,
vgl. das Diminutiv äXwviov im oben erwähnten BGU 7405.
17*
132 W. Hengstenberg: Nachtrag zu „Die griechisch-koptischen MoVAon-Ostraka“. [66. Band.

auf Wägen dorthin überführt wurde. — Es scheint also, daß die Einführung mit ma. h-
(entsprechend griechischem ötd, s. oben No. 1) nur da angewendet wurde, wo eine Verrech­
nung „zugunsten“ einer Tenne zu machen war. Denn zu den mit einfacher Ortsbestimmung
bezeichneten, wohl unter unmittelbarer Aufsicht der Wirtschaftszentrale bebauten
Feldern haben möglicherweise keine besonderen Tennen gehört; das Getreide mag zunächst
in einem auf dem Felde befindlichen Schober untergebracht worden sein1. Ob dieses Ge­
treide dann einfach auf der nächst benachbarten Kleintenne oder auf einer größeren,
dem allgemeinen Betrieb gehörigen Gemeinschaftstenne ausgedroschen wurde, bleibt
zunächst ungewiß. Doch läßt das Vorhandensein von Ostraka, auf denen weder eine
Ortsbezeichnung, noch ein Personenname verzeichnet ist (No. 43 ?, 44), vielleicht auf eine
solche Gemeinschaftstenne schließen, die gemeint ist, wenn nicht durch ma. m- auf die
eine oder andere Kleintenne hingewiesen wurde. Die Provenienz des Getreides aber,
wenn dieses auf dem Umweg über die Großtenne eingeliefert wurde, war damit für den
Rechnungsführer in der Mühle von minderer Wichtigkeit: sie konnte deshalb ganz weg­
bleiben oder das betreffende Feld wurde im bloßen Nominativ bzw. mit g^-2 angegeben.
Fälle ganz anderer Art sind dagegen die in No. 38. 39. 84. 86(?) erhaltenen: ajo
kann nicht „Tenne“ bedeuten; es ist vielmehr gleich oqqiov, mroßoXaw (vgl. Crum,
Dict. s. v.), d. h. ein Kornspeicher. Es kann sich also hier gar nicht um frisch ge­
droschenen Weizen, sondern nur um solchen Weizen handeln, der bereits in einen Speicher
geschafft war. Um so auffallender ist es, daß drei der Ostraka am 20. 27. bzw. 28. Pachön
geschrieben sind, also zu einem Zeitpunkt, an dem die Ablieferung des eben erst geernteten
Getreides gerade begann (s. oben S. 65), und also normalerweise das Getreide noch
nicht auf dem Speicher lagerte. Nun ist uns aber in No. 39 der Grund angegeben,
weshalb Zekiel aus seinem Speicher Weizen abliefern mußte: die mit dem zweiten Trans­
port (<pogd) eingelieferten 11 Artaben waren schlecht (acaigov) gewesen; der den Abtransport
leitende Beamte greift deshalb auf den im Speicher lagernden guten Weizen zurück und
schickt davon mit dem fünften Transport 45 Artaben, von denen aber nur 34 dem Zekiel
zugute gerechnet werden. Es liegt also in No. 39 und vielleicht auch in No. 86 (ebenfalls
Speicher des Zekiel) und 38 (Sekeina) eine Art von Zwangsvollzug vor. Es ist nun an
sich wohl möglich, daß die beiden Bauern Sekeina und Zekiel sofort, noch ehe der Beamte
zur Prüfung ihrer Tennen ankam, für eigene Zwecke einen Teil des eben erst (im Pachön)
geernteten Getreides beiseite, d. h. auf ihren Speicher geschafft haben. Auffallend aber ist
doch der ausdrückliche Hinweis des Beamten darauf, daß der Weizen aus dem Speicher
stammt. Denn wenn dieser Weizen sich in nichts von dem übrigen auf den Tennen
lagernden Getreide unterschied, konnte die Betriebsleitung bzw. der Müller kein Interesse
an der Erwähnung des Speichers haben. Dagegen war diese dann vollauf berechtigt,
wenn eine andere Qualität von Weizen, nämlich Frühweizen der Mühle angemeldet
wurde. Nach den von Schnebel 359—60 beigebrachten Beispielen von ngcoiog alrog
war bei Zweierntenwirtschaft die erste Ernte etwa gegen Ende Februar abgeschlossen.
Von einer solchen Frühernte stammender Weizen konnte also in der Tat am 20./27./28. Pachön,
d. h. 15. bezw. 22./3. Mai schon längst auf dem Speicher liegen und war von anderer Quali­
tät wie der eben erst abgeerntete und ausgedroschene Weizen der zweiten (Haupt-)Ernte. —

1) Vgl. die ägdyfiara nvQiva refriixonoirj/ieva in BGU III 75718 und dazu Schnebel 169. — 2) Ein
ganz anderes g*.- liegt vor in No. 43 (wenn richtig interpretiert) = „im Austausch für“, „gegen“.
Hier hat also wohl der die Transporte leitende Beamte (bzw. der Schreiber unserer Ostraka) das
Getreide unmittelbar von der Tenne eines gar nicht unserem Betrieb zugehörigen Bauern (im Austausch
für geliefertes Heu) zur Mühle fahren lassen. No. 43 wäre also nicht wie die ändern Ostraka, ein Frachtbrief,
sondern ein zur Mühle geschicktes Aviso, 1 Wagen und 5 Säcke zu dem Bauern zu senden, um dort bereit­
stehende 15 Artaben abzuholen. Man beachte auch das frühe Datum (13. Pachön wie in No. 25); viel­
leicht sollte möglichst bald auf das kaum vom Feld eingebrachte Getreide die Hand gelegt werden.
Band 66.] W. Hengste’nberg: Nachtrag zu „Die griechisch-koptischen л(отЛоvi-0straka 133

Selbstverständlich ist auch der „alte“ (nakuov) Weizen von No. 76. 77. 84(?) einem Speicher
entnommen worden1. Die drei Ostraka sind am 24./28. Epiphi bzw. 2. Mesore, d. h. Ende
Juli und ganz am Schluß des Wirtschaftsjahres der 11. Indiktion geschrieben worden:
man schaffte also diesen Weizen zur Mühle, um mit einem alten Restbestand aufzuräumen.
Auch hier kann man fragen: ist dieses „alte“ Getreide ein immerhin annähernd sechs
Monate (von Februar bis Juli) lagernder Frühweizen desselben Wirtschaftsjahres oder
ist es vorjähriger Weizen ? Aus dem Umstand, daß in No. 77 drei ägen statt mit normaler
weise 45 Artaben, mit 52 Artaben „alten“ Weizens beladen werden können, darf man
schließen, daß dieser durch die Ablagerung bereits erheblich ausgedörrt und deshalb
leichter geworden war. Aber wie schnell dieser Vertrocknungsprozeß des Getreides auf
einem ägyptischen Speicher vor sich gehen mag, das entzieht sich meiner Schätzung .
Leider bietet also weder die Gruppe No. 38. 39. 86 noch diejenige von No. 76. 77. 84
eine genügende Handhabe, um mit Sicherheit die Zweierntenwirtschaft3 für den Betrieb
nachzuweisen, aus dem unsere Ostraka stammen; aber die Fälle beider Gruppen scheinen
mir leichter erklärbar bei Annahme einer solchen intensiveren Landbebauung4.
Die größte Überraschung, die uns die neuen Münchner Ostraka bringen, besteht
aber wohl darin, daß der Weizen nach Angabe einiger von ihnen nicht in die Mühle,
sondern an den noir^e gebracht werden soll. Der мл. (tt)noirge ist, wie ich glaube, der­
jenige Ort, wo das zum Saatgut bestimmte Getreide „ausgeschüttet“ und genau nach
der für die Aussaat auf dem betreffenden Feld wünschenswerten Beschaffenheit sortiert
wird5. Unmittelbar verbunden mit diesem Sortierungsplatz war natürlich der No. 71
genannte Speicher. Zu diesem Sortierungsplatz erfolgen, genau wie zur Mühle, Fuhren,
deren Wägen, Säcke und Artaben ebenfalls in dem Verhältnis 1 : 5 : 1 5 stehen. so No.70. 74,
in No. 75 ist nur die Belastung der 6 Wägen nicht ganz die normale (vgl. unten). — Be­
sonders lehrreich aber ist der Fall von No. 71: hier werden auf 3 Wägen 15 Säcke verladen,
aber statt 45 Artaben kommen nur 30 in den Speicher des Sortierungsplatzes; wo die
fehlenden 15 Artaben bleiben, sagt die nächste Zeile: §omoi(cos) eene ah. äor. ie етмотЛо«.
Hier lichtet sich das Dunkel, das um eene verbreitet war, endgültig. Insbesondere ist
der Fall von No. 24 genau analog demjenigen von No. 71, denn beidemal beträgt die
nach eene stehende Artabenzahl genau die Differenz, um welche die im Anschluß an die
aya^ai und adxxoi genannte Artabenmenge zu niedrig war (vgl. oben S. 64). Nur ist
eben in der knapper gefaßten No. 24 die Bemerkung епгч^о ппмАИОтг^е nach ah. am. oe
ausgelassen. Mit No. 21. 23 ist andererseits No. 53 zusammenzuhalten: 44 + 13 = 57
Artaben ist um 3 Artaben weniger, als nach der Säckezahl (20) zu erwarten wäre (vgl.
oben S. 64). Wo die fehlenden Artaben in No. 21. 23. 53 geblieben sind, ob die Säcke
einfach nicht gehörig gefüllt waren, bleibt unaufgeklärt; soviel aber scheint sicher, daß
wie in No. 71 die 30 Artaben, so auch in No. 21 (174 :16), No. 23 (81 :15), No. 24 (75 : 30)
No. 53 (44 : 13) die jeweilige Hauptmasse im Speicher des Sortierungsplatzes verblieb und
nur die hinter eene stehende kleinere Artabenmenge in die Mühle selbst gelangte. Die
Erwähnung dieses Sortierungsplatzes konnte als selbstverständlich um so eher unterlassen
bleiben, als Mühle und Sortierungsplatz ganz nahe beieinander gelegen sein müssen, da ja

1) Erwähnt wird der Speicher in Verbindung mit altem Weizen(?) nur in No. 84. — 2) „Alter
{ts c) Weizen wird auch — und zwar offenbar als vollwertig — auf gezählt in der Weizenaufstellung
(Xnyog) Ep 53216. Von ausgelesenem Saatgut (ebps., сото nefcpe.) ist alter Weizen zu unterscheiden,
s. BKU 4518. Übrigens wurde auch Saatgut in Säcken aufbewahrt, s. Crum, Dict. s. v. еЬрл.
3) Vgl. Schnebel 145ff. — 4) Auch bei der so auffallend früh (13. Pachön) datierten No. 25 handelt es sich
Hann vielleicht um щтод alroq. Man beachte, daß hier keine Wägen, und neben adxxoi auch &аШа er­
wähnt werden. Über &aV.la als Verpackungsart für Altweizen vgl. unten. — 5) Vgl. Schnebel 122 3. —
Die Arbeit des Sortierens (noTge s. oben No. 70) ist nicht zu verwechseln mit derjenigen des „Worfelns
{hxfiäv, tMo, ujwig), die unmittelbar nach dem Dreschen auf der Tenne erfolgt, s. Schnebel 180ff.
134 W. Hengstenberg : Nachtrag zu „Die griechisch-koptischen MoirAon-Ostraka“. [66. Band.

nach No. 71 die eine und dieselbe Fuhre gleichzeitig beiden Örtlichkeiten das Getreide
zubringt. — Auch No. 59, wo die Beschreibung der Fuhre (1 Wagen, 5 Säcke, 1 ftaXXiov)
dem eene vorausgeht, dem dann die Gesamtmenge des Getreides (16 Artaben) folgt,
ebenso wie No. 8. 36. 62( ?). 87, wo ohne Erwähnung von Wägen und Säcken nur
eine geringe Artabenzahl mit vorausgehendem eene verzeichnet wird, bieten jetzt
keine weitere Schwierigkeit mehr: mit eene- oh. oqt.................eTMoirAoH = ,,schaffet(?)
soundsoviel Artaben zur Mühle“ bestimmt der die Transporte von den Tennen
abgehen lassende Beamte einen kleineren Weizenposten zu unmittelbarer Ver­
mahlung in der Mühle. — Nun war es ja wohl von vornherein nicht recht wahr­
scheinlich, daß sämtliches auf unseren Ostraka verzeichnete Getreide — und es
handelt sich ja um teilweise recht bedeutende Massen — unverzüglich unter den
Mühlstein zur Zermahlung gelangen sollte. Angesichts der Aufklärung, die uns No. 71
und die ihm verwandten Stücke gaben, wird man annehmen dürfen, daß alles „in die
Mühle“ gelangende Getreide in der Hauptsache zunächst am Sortierungsplatz abgeladen
wurde. Aber während auf den mit der Bemerkung eene- usw. versehenen Stücken der die
Transporte von den Tennen ablassende Beamte, der ja wohl gleichzeitig der Schreiber unserer
Ostraka war (s. oben S. 68), selbst dasjenige Getreide spezifizierte, das sofort zu Mehl ge­
macht werden sollte, bleibt auf den Frachtbriefen, auf denen die Bemerkung eene- fehlt,
die Entscheidung darüber dem am Sortierungsplatz stationierten Beamten überlassen.
„Zur Mühle“ (eTMOv\on) aber wurde das Getreide gesandt, weil tmottAoii entweder be­
reits zu einer Ortsbezeichnung geworden oder wenigstens der Oberbegriff war, unter dem
man die beieinander liegenden Lokalitäten des Speichers, des Sortierungsplatzes und des
großen Mühlsteines bzw. Mühlhauses vereinigte1.
Diejenigen Fälle „einfacher“ Unregelmäßigkeit, in denen die Artaben das Dreifache
der Säcke betragen, wird man auch hier aus partiell nicht normalem Zustand des Weizens
erklären dürfen (vgl. oben S. 63). So wird man in No. 69 (ä/i. 2, oäx. 8, oh. oqt. 24)
die beiden Wägen, statt mit 5, wegen ungewöhnlich feuchten Zustands des Weizens mit
nur je 4 Säcken beladen haben. Aus dem gleichen Grund hat man wohl auch in No. 75
(ä/n. 6, oax. 28, Artaben fehlen)2 nur 4 Wägen mit je 5, dagegen 2 Wägen mit je 4 Säcken

1) Wie mir Herr W. E. Crum mitzuteilen die Liebenswürdigkeit hatte, ist ihm die Gleichung von
eene mit dem Namen CHim etc. (vgl. oben S. 65) = „Haufen o. ä.“ (so Spiegelberg s. v.) immer noch
wahrscheinlicher als diejenige mit dem Vb tcs.ho. Doch glaube ich nicht, daß an dieser Stelle (vor olr. oqt.
mit Zahl) ein Nomen ohne Präposition und Artikel stehen kann; insbesondere scheint mir in No. 71 nach
o/mhco? nur ein Yb möglich. Ist dies richtig, so muß dieses Vb im Imperativ stehen. — Nun weisen unsere
Ostraka eine gewisse Ähnlichkeit auf mit den von Wilcken, Ostraka No. 1091—1125 edierten Stücken
aus Sedment (saec. II ex.); vgl. z. B. den Aufbau von No. 1096: 1. Monatsdatum, 2. Provenienz (auoXoyoi
'0£vQvyx<m), 3. Jahrgang (yevrjftatog xe), 4. Transportmittel (Sia ovtov), 5. Fuhre {rfjg aprf/g ß’ <pogäg),
6. Angabe der Getreidemenge in Säcken und Artaben (letztere das Dreifache der ersteren). Wilcken
hat diese Ostraka (1. c. S. 707) als Notizen erkannt, die sich die Beamten einer bei Sedment gelegenen Kontroll­
station über Getreidetransporte, die vom Fajjum nach dem Nil geschafft wurden, für ihre eigenen Rechnungs­
bücher gemacht haben. — Nach längerer Überlegung glaube ich doch an der Erklärung unserer Ostraka als
Frachtbriefe festhalten, und sie nicht als Notizen auffassen zu sollen, die sich ein an einer Durchgangsstation,
etwa am „Sortierungsplatz“, sitzender Kontrolleur für seine eigene Rechnung gemacht hätte. Man schreibt
sich schwerlich Aufforderungen im Imperativ in sein eigenes Notizbuch. In der Praxis freilich dienten auch diese
Frachtbriefe als Belege für das Rechnungsbuch (vgl. oben S. 67). — Dem von Herrn Prof. L. Wenger mir gegen­
über geäußerten Ein wand, daß doch auch die zugunsten der Einzelabsender (Getreideschuldner) ausgestellten
Quittungen unseren Ostraka ganz ähnlich dasselbe Schema aufweisen mußten, möchte ich doch entgegenhalten,
daß auf solchen Quittungen ebenso wie in WS 341 (s. oben S. 67 n. 2) mehrere yoQai zusammengebucht worden
sein müssen, wäürend auf unseren Ostraka immer nur von einer Fuhre die Rede ist. — 2) Vermutlich waren
es 3 ■ 28 = 84 Artaben. — In No. 72 ist dagegen die Zahl der Säcke ausgelassen. Da aber die Artabenzahl (370)
genau das Fünfzehnfache der Zahl der Wägen (18) beträgt, liegt hier wohl ein völlig normaler Fall vor.
Band 66.] W. Hengstenberg : Nachtrag zu „Die griechisch-koptischen motAoh-Ostraka“. 135

beladen. Andererseits konnten in No. 80 (äfi . 4, adx. 22, ah. ägx. 66) infolge ungewöhnlich
trockenen Zustands des Getreides neben 2 Wägen, die normal mit 5 Säcken belastet
waren, auf den restlichen 2 Wägen je 6 Säcke untergebracht werden.
Zwei außergewöhnlich umfangreiche Transporte, die an zwei aufeinander folgenden
Tagen (18. und 19. Epiphi) von der Tenne des Gunthe abgingen, zeigen die schon oben
S. 63 bemerkte „doppelte Unregelmäßigkeit“: No. 60 (äfi. 21, adx. 106, ah. ägx. 312)
und No. 61 (äju. 11, odx. 66!, ah. OQT. 162). Auch hier scheint man (wie in No. 3) ange­
sichts eines in den oberen Lagen trockenen Zustands des Getreides eine im Verhältnis
zur Wagenzahl überraschend große Zahl von Säcken mitgenommen, dann aber, da sich
das Getreide doch als feuchter als erwartet herausstellte, diese Säcke zwar verwendet,
aber nicht voll gefüllt zu haben.
Endlich verlohnt es sich auch, auf das Problem der daXXia noch einmal zurückzu­
kommen. Die oben S. 64 ff. geäußerte Mutmaßung, daß das ftaXXlov mindestens auf
unseren Ostraka nicht ein abstraktes Getreidemaß, sondern eine konkrete Verpackung
(kleinerer Sack oder dgl.) ist, scheint mir insbesondere durch No. 65 bestätigt zu werden:
äfi. 4, adx. 19, -dal. 1, oh. dox. 59; d. h.: in die 19 adxxoi waren normalerweise 3 • 19 = 57
Artaben gefüllt; die zu den 59 fehlenden 2 Artaben müssen also in dem 1 &aX. verpackt,
adxxog und dalXiov also nur zwei verschiedene Verpackungsmittel für ausgedroschenes
Getreide gewesen sein. Ähnlich liegt der Fall von No. 59 (äfi. 1, adx. 5, MX. 1, eene
ah. äqx. 16): die 16 Artaben sind nach dem oben Gesagten die Gesamtmasse des in die
Mühle selbst zur Zermahlung „zu schaffenden“ Getreides; an sich würden allerdings
adx. 5, daX. 1 auf 15 + 2 = 17 Artaben schließen lassen; um aber den Wagen nicht
übermäßig zu belasten, wurde offenbar das 1 ■d-aXX(ov statt mit zwei, nur mit einer Artabe
gefüllt. Mit No. 76 (daX. 16, ah. oqx. 32) ist No. 26 [dal. 17, ah. dgx. 34) zusammen­
zuhalten; nur daß es sich, im Gegensatz zu No. 26, in No. 76 um Altweizen handelt,
die Artabe also hier leichter wog als bei frischem Weizen1. Aber in beiden Fällen wird
das öoMiw als konkreter Sack od. dgl. zu gelten haben, der zwei (Raum-)Artaben Ge­
treide faßte; da aber keine Wägen erwähnt werden, sind in No. 26. 76 die ■&aXXia wohl
auf Lasttiere geladen gewesen, ebenso wie in No. 30 (vgl. oben S. 64)2.
Angesichts der Menge des neu hinzugekommenen Materials ist es eher auf­
fallend, daß im ganzen nur drei neue Namen auftauchen (No. 59. 64. 71). Ganz fehlen
nur solche Namen, die auch innerhalb des „alten Bestandes“ selten waren (nämlich
Atöre 2 mal, Laurete und Sekeina je lmal); andererseits sind diejenigen Namen,
die dort am häufigsten wiederkehrten, auch auf den neuen Ostraka mehrfach vertreten.
Apollon, Ariön, Paterne, Hatre müssen weitausgedehnte Felder zu bebauen gehabt
haben, um solche Getreidemassen abliefern zu können. Wie rasch die Lieferungen auf­
einander folgten, zeigt auch das neue Material: Paterne z. B. liefert im 9. Indiktionsjahre
(s. Index): am 5. Epiphi 15, am 8. Epiphi 90 und 30 (zwei Lieferungen an einem Tag!),
am lOten desselben Monats 95 Artaben ab3. Lieferungen des Apollon und Arion sind
über eine Zeitspanne von 6 Jahren (6.—11. Indiktion), Lieferungen des Adam und Hatre
über 5 Jahre (7.—11. Indiktion) hin bezeugt; d.h. diese Leute waren keine Pächter,
sondern waren fest in ihrer Erde verwurzelt. Zweimal findet sich vor dem Namen der
Ehrentitel &na>.: No. 23 &. peTe, No. 65 a. g^Tpe. Die Annahme, dieser letztere sei
eine von dem 11 mal bezeugten einfachen Hatre verschiedene Persönlichkeit gewesen,

1) Zu No. 77 (äfi. 3, &aL 26, oh. dgr. 52) vgl. oben S. 133. — 2) Auffallend ist, daß in No. 76. 77,
wo von Altweizen die Rede ist, dieser nicht in odxxoi, sondern in ftaXXia gefüllt war. Der Grund ist mir
nicht ersichtlich, denn auf dem Speicher gelagert hatte dieser Weizen vermutlich in großen Krügen, vgl.
die Funde in Epiphanius-Kloster: Ep I 52 und Tafel XIII C. — 3) Über die hohen Lieferungen des
Gunthe an zwei aufeinanderfolgenden Tagen s. oben.
136 W. Hengstenberg : Nachtrag zu „Die griechisch-koptischen MoVAon-Ostraka“. [66. Band.

hätte alle Wahrscheinlichkeit wider sich: ajus. muß also ein Titel gewesen sein, der je nach
Gelegenheit gegeben oder weggelassen werden konnte1. Immerhin deutet wohl auf
eine in gewissem Sinn gehobene Lebensstellung der mit diesem Titel Versehenen hin.
Trotzdem waren sie wohl keine selbständigen Bauern. Denn eine dörfliche, von freien
Bauern errichtete Institution kann der Betrieb, aus dem unsere Ostraka stammen, nicht
gewesen sein, da er Felder umfaßte, die nicht nach ihrem Eigentümer benannt und also
wohl von der Betriebsleitung selbst bewirtschaftet wurden2. Auch können z. B. Apollon
und Hatre nicht bloße Kunden der dem Betrieb angeschlossenen Mühle, im übrigen aber
selbständig gewesen sein, da auch sie ihr Getreide nicht nur zum Mahlen in die Mühle,
sondern auch auf den Kornboden des Sortierungsplatzes schicken (vgl. No. 72 bzw. 70. 74):
sie müssen also eine höhere Instanz über sich gehabt haben, die ihnen u. a. ihr Saatgut
zuwies (vgl. oben S. 133). Die Mutmaßung, die ich oben auf S. 68 ff. auf Grund des „alten
Bestands“ angestellt habe, scheint mir deshalb, nachdem das neue Material hinzuge­
kommen ist, an Wahrscheinlichkeit zu gewinnen: der Betrieb, in den uns diese Ostraka
einen Blick zu werfen gestatten, war derjenige eines Großgrundbesitzes. Wie ansehnlich
dieser gewesen sein muß, davon gibt nicht nur die relativ gehobene Stellung seiner von
ihm abhängigen Hörigen einen schwachen Begriff, sondern auch das Vorkommen der
nvgyoi, des Sortierungsplatzes und des damit verbundenen Kornbodens und Mühlhauses.
Außer der Gemeinschaftstenne, von der oben S. 132 die Rede war, muß es auch noch einen
zweiten dem Betrieb gehörigen Speicher (neben den Privatspeichern)3 gegeben haben,
denn da der „alte“ Weizen von No. 76. 77 auf Wägen bzw. Lasttieren zur Mühle transpor­
tiert werden muß, kann der Speicher, auf dem der Weizen gelagert hatte, nicht identisch
mit dem Speicher des Sortierungsplatzes sein4.
Was endlich die Frage nach der Herkunft dieser Ostraka betrifft, so hatte sich in
mir, bereits ehe ich den Hinweis auf ed-Deir erhielt, der Eindruck verstärkt, daß Luxor
selbst dafür kaum in Betracht kommt (vgl. oben S. 52). Der Gebrauch von «e- als
Pluralartikel statt korrektem R- in M\nK«nHproc (No. 11. 20. 37) ist nicht für Theben
bezeugt, ist aber häufig auf Papyri, die aus Schmun stammen; vgl. Ryl 250 cmocic
nnene^; 290 nneovepHTe, 27723 neujMMO, 359 neHpn. Andererseits ist der Schwund
des Genitiv-R- in MMtnu-pooc (No. 74. 82) und MMioirge ebenfalls charakteristisch
für mittelägyptischen Dialekt; vgl. den Übergang von n- in e- in Ryl 267 ovpToq
eco-yo und von mR- in mc- in 1. c. mcottä^V€ktu>p. Aber auch das Vorkommen von
nicht zu M- angeglichenem S- vor n in n&.go Kn.uAttoirge (No. 71) ist gang und gäbe auf
den Papyri aus Schmun; vgl. Ryl passim. — Die Schreibung des Monats „des Königs
Amenophis“: nivpcMjoTn (so No. 77) ist für Schmun belegt in Kr(all) 118 und BM 1088
neben njvpMgoTn in Ryl 192, während für Djeme nA.pMg&.Tn in J98 (allerdings durchweg

1) Der Träger des Titels muß nicht unbedingt ein Kleriker gewesen sein. Nach Crum,
Dict. s. v., „often forms names borne by laymen“. Das Beispiel des Hatre scheint mir aber zu
zeigen, daß die Verbindung von *>. und Eigennamen nicht immer so unlöslich war, daß von der Ent­
stehung eines neuen mit gebildeten Personennamens geredet werden könnte. — 2) Daneben gab es
Felder, die ein einzelner Beamter im Nebenamt bewirtschaftete; so im Fall der jivgyoi, s. oben S. 131.
— 3) Gerade auch der Besitz des Sekeina bzw. Zekiel von eigenen Speichern (No. 38. 39) deutet auf eine
relativ gehobene, selbständige Stellung dieser Hörigen hin. — Dagegen wird „die Insel“ (No. 77) mit
ihrem Speicher (? No. 84) unter der unmittelbaren Gutsverwaltung gestanden sein. — 4) Man vergleiche dazu,
was uns in der Weizen-Aufstellung Ep 532 über die Aufbewahrungsplätze für Weizen im Epiphanius-Kloster
gesagt wird: neben einer Brottruhe (Z. 10), einem Kasten und einem „Gefäß“ (xoinov Z. 15) werden Z. 6
„die großen Krüge (Xaxwv) der Türme (nvgyoi)“ genannt. Das Kloster scheint keine ‘jigenen Felder besessen
zu haben. Fremder Weizen muß als Bezahlung für im Kloster verfertigte Binden angenommen werden,
was nicht hindert, daß Dienstleistungen von außerhalb des Klosters Stehenden durch das Kloster mit
Weizen bezahlt werden müssen.
Band 66.J W. Hengstenberg: Nachtrag zu „Die griechisch-koptischen Mon-'Aoii-Ostraka“.

„achmimisch“ gehalten) und Ep 537, bzw. n&pM^T in J 86« bezeugt sind; vgl. auch
Crum in ÄZ 39 (1901) 130 n. — Ortsnamen mit einleitendem niAg- (so No. 79) kommen
außer in Aphrodito auch in dem nahe gelegenen Schmun vor, s. Ryl p. 136 n. 2. Sollte
meine Übersetzung von No. 43. 85 richtig sein, so würde es zwar für qc- (statt qi-) in Theben
Parallelen geben (z. B. tc- statt s. Ep I 238); dagegen ist ein ypH statt gpe m. W.
sonst nur im Faj jumischen bezeugt, s. BM 602 ngpH (sic.) nneTc&n^ei. — Ich würde darum
die Heimat dieser Tonscherben in der Umgegend von Schmun, und hier eher nördlich als süd­
lich der Stadt gesucht haben. Sollte dagegen die Herrn Dr. Sobhy gegenüber gemachte
Angabe (s. oben S. 122) auf Richtigkeit beruhen, und unter ed-Deir das Deir Rifah
(SO von Assiut) und nicht etwa Deir Abu Hannes (Schmun auf der anderen Flußseite
gegenüber gelegen) zu verstehen sein, so wäre damit wieder aufs neue erhärtet, wie
schwierig es immer noch ist, koptische Dokumente allein nach sprachlichen Indizien
zu lokalisieren. Denn die in dieser Gegend bekannt gewordenen Funde zeichnen sich aus
durch „musterhaft reines Sahidisch“1. Das gleiche Lob wird man, auch wenn man von
dem immerhin noch zweifelhaften eene und £pH absieht, der Sprache der mottA.oh-
Ostraka nicht erteilen können2.

Indices.
Die römischen Zahlen geben die Indiktion; die eingeklammerten Zahlen die Nummer an.

I. Personennamen.
A&pA£AM XI Pay 29 (71). ? Pach 20 (86), 28 (39).
VII Pach 28 (6). ‘X.ATrpeTe (ajia) VII Ep 7 (23).
IX Ep 9 (57). MU1CHC............................ ..............(6).
XI Pay 15 (68), 17 (69). nAfemeoc IX Pay 1 (27), 16 (45),
Ano3V.2V.uitt VI Pay 1 (40), 20 (1). (riAftmoc) 23 (47); Ep 5 (53).
Ep 6 (4). nAiOM-^oire VII Pay 11 (12), 18 (13).
VII Pay 20 (14), 21 (15),23 ? Ep 22 (87).
(16), 29 (18) ? (19). nATepne VI Ep 12 (42), 13 (5).
IX Pach 30 (26 AnoTV- VII Pay 1 (7), 26 (17).
Aot), Pay ? 30), IX Ep 5 (32), 8 (55), 8
Ep 1 (51). (56), 10 (33).
XI Ep 2 (72). nA<3ATT VI Ep 6 (41).
ApilOtl VI Ep 3 (2). IX Ep 6 (54), 21 (36).
VII Pay 10 (10). Ep 14 IX€£pHTtOp IX Ep 17 (59).
(24). CCReittA ? Pach 27 (38).
IX Pay 16 (46), 21 (28) £ATpe (atta) VII Pay 7 (9).
29 (50). IX Pach 30 (26), Pay 24
XI Pay 13 (67). (48), 26 (49); Ep 1
A.TU)pe(A.^tOpA.)VI Ep 5 (3). (31), 5 (52), 11 (58),
VII Ep 7 (22). 21 (63).
? ? (64). XI Pay 5 (65 aha), 12
ue[
(66), 23 (70); Ep 7 (74).
uoirnee (uoTTöe) VII Ep 2 (21).
IX Ep 18 (60), 19 (61).
1) Ygl. Crum: Gizeh a. Rifah 43, WS 12, Ep I 233. - 2) Wie mir C. Schmidt mündlich mitteilte,
ist inzwischen die Fundstätte der Ostraka zweifelsfrei festgestellt worden, und zwar in der Nähe einer
großen koptischen Ansiedelung im äußersten Westen des Fajjums. Vielleicht hatte mich die auch für
koptische Verhältnisse ungewöhnlich bedenkenlose Vermischung von Griechisch und Landessprache auf
diese außerhalb des eigentlichen Ägyptens liegende Gegend hinweisen sollen. Vgl. auch das oben 123
und 1341 Gesagte.
18
Zeitschr. f. Ägypt. Spr., G6. Band.
138 W. Hengstenberg: Nachtrag zu „Die griechisch-koptischenjwon-'Acm-Ostraka“. [66.Band.

II. Ortsbezeichnungen.
«ivypt'Oc(nenHpc'oc) VII Pay 10(11), ? (20). dj>oi MnpHc IX Ep 10 (34).
IX Ep ? (37). $oi[ IX Ep 20 (62).
XI Pay 8(82); Ep 7(74). t£iaciXikh VI Pay 7 (8).
? Ep ? (88) ? Pay ? (78).
JIIAgA ? Ep ? (79). TMOTTC IX Ep 24 (? 84).
nno«" emioge IX Ep 19 (35). XI Mes 2 (77).

III. Ostraka ohne Eigennamen.


IX Pach 13 (43), Pay 7 (44), XI Ep 28 (76).

Wörterverzeichnis.
Die Zahlen bedeuten Seiten.

I. Koptisch.
AUA. 135-6. coto 129.
*go, n- 607. 61. 132—3. 1363. TCA^nO s. eene
feip 615. qe- statt qi ? 1234. 137.
e- 61. gA-(= dia) 603. 62. 131—2.
iioge, iAg- 60. 1294. 137. (= dvxi ?) 1233. 1322.
M A - R - S. gAJIMA R- gew-n-.u* R- 531. 561. 62. 67. 131—2.
ma.-wot^c 1271. 133—4. 136 goi 60. 68. 1254.
Move, T- 129. 1363. g^R- 62. 682.
novge S. MA.-nOTrg€ g^pHf TC- 1233. 137.

nA.p€MgoTn 129. 136—7. g^iTen- 54. 67.


eene- 543. 64—5. 1242. 133—4.

II. Griechisch.
ama^ = a/iat-ag 532. 627. gOMOiy = quoicos 127.
oqtaßag S. ahov agräßag = nahuov 129. 1302. 133.
ßaaihxrj (sc. yfj) 68. 1293. 131. nA/)Qio(n) 65. 132.
•x, = did 61®. 1253. 127. iTA^y = naw( 65.
€111^5= E7U(pt 65. 133. Tiveyog 552. 68. 1282. 1314.
= 58*. 594. 64. 135. CA.K = aaxxovg 532. 62. 135.
Ivdixruovog 53®. 58®.
1 CAnpon 61. 132.
M€cop(H) 129. 133. qc = ahov ägraßag 532. 62. 63. 1231.
Mouton, T- 53®. 61—2. 1232. 133—4. q>op —<pogd 55*. 612. 63. 66. 1341.

1) Die Schreibung von ivdixzicovog wechselt z. T. nach dem Indiktionsjahr, aus dem die Ostraka
stammen: so findet sich für die VI. Ind. nur •Äiitu (No. 1—4. 40—2); für die VII. Ind.: (No. 8.10—2.
14—8.20—4), nri.a (No. 6.7), (No. 13). Während der XI. Ind. dagegen schreibt manraw* (No.65.68.71),
iv*m (N. 66—7. 69.78—9.82), (No. 70. 72. 74—6), (No. 77). Man beachte, daß zwischen den während
der Indiktionsjahre VI—VII vorkommenden Schreibungen und denjenigen d. J. XI in keinem Falle
Übereinstimmung vorliegt. Die Schreibung während Ind. IX hält dazwischen die Mitte: (wie VI:) ^in»
No. 25. 27 . 29. 31. 85); (wie VII:) (No. 54—9. 61—3); (wie XI:) ukmb (No. 28. 43), «v-a.ni (No. 33. 34.
51. 53), •*«& (No. 30). mH (No. 36. 60) und das kursive ta, = ldt (No. 26) finden sich nur während der
IX. Ind.
Band 66.] Miszelle. 139

Miszelle.
Isis Regengöttin? — Im 29. Bande dieser Zeitschrift S. 59 hat A. Erman eine
Notiz auf einem wohl zum mathematischen Papyrus Rhind gehörigen Blatte1 ans Licht
gezogen, die in Übersetzung lautet:
Jahr 11, Monat 1 der Bh t -Jahreszeit Tag 2, Geburt des Seth:
Es ließ die Majestät dieses Gottes ihre Stimme (hören?).
Geburt der Isis:
Es regnete der Himmel.
Erman fügt hinzu: „Wenn man die ’Geburt des Seth' und die ’Geburt der Isis'
als das nimmt, was sie sonst gewöhnlich bezeichnen2, so kann ich in dem Satze keinen
anderen Sinn finden, als den, daß es gedonnert und geregnet hat am 3ten und 4ten Schalt­
tage, die mit dem 2. Thoth und 3. Thoth zusammenfielen. Dies ereignete sich zu einer
Jahreszeit, wo Gewitter in Ägypten Vorkommen und vermutlich gegen Ende der Hyksos-
zeit“. Er empfiehlt diese Angabe der Prüfung durch Fachgenossen, die in den kalen­
darischen Fragen bewandert seien.
Die durch Erman gewonnene Erkenntnis scheint mir aber doch nur erst den Weg
geöffnet zu haben zum Verständnis der Notiz. Man kann wohl noch weiter Vordringen,
indem man sich vor allem ernstlicher fragt, was denn den Schreiber zu ihr veranlaßt
haben mag. Gewiß wäre es bei der Seltenheit von Donner und Regen in Theben, wo der
Schreiber saß, verständlich, wenn sich jemand auch ohne besondere Nebengedanken
aufgeschrieben hätte, daß beides an gewissen Tagen eingetreten sei. Wenn man aber
bedenkt, daß eins der wenigen Donnerwetter gerade am Geburtstage Des Gottes gebrüllt
hat, als dessen Stimme der Donner galt, so sieht man, daß in eben diesem Zusammen­
treffen der Schreiber ein Wunder gesehen hat, das des Festhaltens wert war.
Hat man das erkannt, so ergibt sich, daß auch die zweite Hälfte der Notiz in gleichem
Sinne gedeutet werden muß. Man wird also erstens schließen müssen, daß nicht bloß die
Tatsache eines Regenfalles festgehalten werden sollte, sondern ein Wunder, darin liegend,
daß er gerade am Geburtstage der Göttin niederging. Zweitens aber werden wir der
Notiz entnehmen müssen, daß der Regen als eine Äußerung der Isis gegolten hat, wie der
Donner als eine des Seth.
Es gab schon immer einige Spuren, die auf das Vorhandensein einer solchen
Vorstellung hindeuten konnten. Ich meine die Stellen3, wo die Rede davon ist,
daß der Isis Regen zu ungewöhnlicher Zeit, oder aus ihrem Körper herniedergehendes
Wasser zur Verfügung steht, wenn ihr Sohn Horos durch Feuer gefährdet ist, oder wo
ihre in den Nil fallenden Tränen erwähnt werden. Aber diese Spuren sind an sich doch
recht schwach. Die richtig verstandene Notiz des Papyrus Rhind dagegen läßt, meine
ich, keinen Zweifel daran, daß wir der Göttin zu ihren sonstigen Eigenschaften auch die
einer Herrin des Regens zugestehen müssen. H. Schäfer.

1) Letzte Behandlung bei T. Eric Реет, The Rhind Mathematical Papyrus S. 129. —
2) Die Geburten der Götter Osiris, Horos, Seth, Isis, Nephthys liegen in dieser Reihenfolge auf den
fünf letzten Tagen des Jahres, den Epagomenen (Schalttagen). — 3) Metternichstele Z. 55; Ebers S. 69,
vgl. ÄZ 26 S. 129; Magischer Harris 7, 7. 9; Allgemein Wiedemann, Das alte Ägypten S. 20;
Derselbe, Herodot S. 101.

18*
140 Eingegangene Schriften. [66. Band.

Eingegangene Schriften.
Einber, Aaron f: Egypto-Semitic-Studies. Aus den Sethe, Kurt: Urkunden der XVI11. Dynastie, lirster
Überresten des Original-Manuskripts hergestellt Band: Historisch-biographische Urkunden (Ur­
und nach älteren Arbeiten des Verf. ergänzt von kunden des ägypt. Altertums, hrsg. von Georg
Frida Behnk. Mit einem Vorwort von Kurt Sethe. Steindorff, IV. Abteilung, Band 1.) 2. verb. Auf­
(Veröffentl. der Alexander Kohut Memorial Foun­ lage. Leipzig 1930.
dation. Philol. Reihe Bd. 2.) XXVII, 118, meist Sélim Hassan: Hymnes Réligieux du Moyen Em­
autograph. S.) gr. 8°. Leipzig 1930. pire (VIII, 199 S.) 4». Kairo 1930.
Farina, Giulio: La Pittura Egiziana. (IV, 24 S., University of Chicago, Oriental Institute Pu­
205 Taf.) 4°. Mailand 1930. blications. Vol. VIII: Medinet Habu —-Vol. I:
Jernstedt, P.: Die Koptischen Papyri des Asia­ Earlier Historical Records of Ramses III. by the
tischen Museums. (Publications de la Société Epigraphic Survey. (Field Director Harold Hay­
Egyptologique à l’Université d’Etat de Leningrad den Nelson). (XVIII, 12 S. und 54 Taf.) Fol.
6.1930.) Chicago 1930.
Kees, Hermann: Die Himmelsreise im ägyptischen — Oriental Institute Communications No. 7 : Medinet
Totenglauben. (Vorträge der Bibliothek War­ Habu Studies, 1928/29.1. The architectural survey.
burg VIII, S. 1—20.) Leipzig 1930. By Uvo Hölscher. II. The language of the
— Kultlegende und Urgeschichte. Grundsätzliche historical texts commemorating Ramses III. By
Bemerkungen zum Horusmythus von Edfu (Nach­ John A. Wilson (33 S. mit 18 Abb. und 3 Tafeln;
richten d. Gesellsch. d. Wissensch. zu Göttingen, Chicago 1930.
Philol.-Histor. Klasse 1930. Fachgruppe I, Alter­ — Oriental Institute Communications No. 10:
tumswissenschaft, Nr. 3.) Medinet Habu Reports. I. The epigraphic survey.
— Artikel: Memnon. Memphis. Suchos. (Paulys 1928/31. By Harold H. Nelson. II. The archi­
Realenzyklopädie der klassischen Altertumswis­ tectural survey. 1929/30. By Uvo Hölscher
senschaft). (69 S. mit 42 Abb. im Text und 4 Tafeln)
Lansing, Ambrose: The Theodore M. Davis Bequest, Chicago 1931.
the Objects of Egyptian Art (Bulletin of the Me­ Vikentiev, Vladimir: La haute Crue du Nil et l’A­
tropolitan Museum of Art, März 1931). verse de l’an 6 du roi Taharqa. Le Dieu „Hemen“
Metropolitan Museum of Art (Bulletin Dezem­ et son Chef-Sieu „Hefat“. (Université Egyptienne.
ber 1930): The Egyptian Expedition 1929/1930. Recueil de Travaux publiés par la Faculté des
H. E. Winlock: The Museum’s Excavations at Lettres, Fase. IV.) (XV, 121 S. mit 7 Taf.) 8°.
Thebes. — N. de G. Davies: The Work of the Kairo 1930.
Graphic Branch of the Expedition. Vogel, Kurt: Der Moskauer mathematische Papyrus.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums. 2. Band, (Archiv für Geschichte der Mathematik, der Na­
2. Abteilung: Der Orient vom zwölften bis zur turwissenschaften und der Technik, Band 13,
Mitte des achten Jahrhunderts. Aus dem Nachlaß S. 446—463). Berlin 1931.
hrsg. von Dr. Hans Erich Stier. (X, 460 S.) 8°. Wijngaarden, W. D. van: Het Boek der Wijsheid
Stuttgart, Berlin 1931. van Amen-em-ope, den Zoon van Kanecht. (827S.)
Moret, Alexandre: Histoire de l’Orient, Fase. 1 und 8 °. Santpoort 1930.
2. (Histoire Ancienne I in der Sammlung: L’Hi- Williams, Caroline Ransom: Two Egyptian Torsos
stoire Générale, hrsg. von G. Glotz). from the Main Temple of the Sun at El-Amarneh.
Neugebauer, O.: Arithmetik und Rechentechnik (Metropolitan Museum Studies Vol. 3, S. 81—99).
der Ägypter. ( Quellen und Studien zur Geschichte Wolf, Walther: Das ägyptische Kunstgewerbe. (Ge­
der Mathematik Band I, S. 301—380). schichte des Kunstgewerbes aller Zeiten und Völ­
Peet, T. Eric.: A Comparative Study of the ker, hrsg. von H. Th. Bossert. Band IV. S. 48
Literatures of Egypt, Palestine, and Mesopotamia. bis 142 mit 5 Tafeln).
Egypt’s Contribution to the Literature of the — Aufsätze: Sesostris.—AmenophisIV.(AusdemSam-
Ancient World. (Schweich Lectures of the melwerke „Menschen, die Geschichte machten“).
British Academy) 8, VIII, 136 S. London 1931. — Das schöne Fest von Opet (Veröffentlichungen
Scharff, A.: Übersicht über die Ägypten-Literatur der Ernst von Sieglin-Expedition, hrsg. von Georg
des Jahres 1927. (Vorgeschichtliches Jahrbuch Steindorff. Band V). (76 S. mit 6 Abb. im Text
IV, S. 336-342). und 2 Tafeln) 2° Leipzig 1931.
— Zwei Rundbildwerke der Königin Hatschepsut Zippert, Erwin: Der Gedächtnistempel Sethos’ I.
(Berliner Museen. 52. Jahrgang. S. 28—34). zu Abydos. Berliner Inaugural-Dissertation 1931.
Zum Aufsatz S. R. K. Glanville, Records of a Royal Dockyard
of the Time of Tuthmosis HI: Papyrus British Museum 10056

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