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Experiment auf der ISS: Alzheimerprotein lagert sich im All langsamer zusammen

News EXPERIMENT AUF DER ISS


17.06.2020
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Minuten
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Alzheimerprotein lagert sich im
All langsamer zusammen
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Das Peptid Beta-Amyloid ist vermutlich an der Entstehung der Alzheimerkrankheit


beteiligt. Im All verhält es sich anders als auf der Erde, zeigt nun ein Experiment
auf der ISS.
von Daniela Mocker

© ESA/NASA / ISS / CC BY-SA 3.0 IGO CC BY-SA IGO (AUSSCHNITT)

Das Peptid Beta-Amyloid wird in unserem Körper stetig aus dem Amyloid-
Precursor-Protein gebildet. Welche Funktion Beta-Amyloid erfüllt, ist immer noch
nicht abschließend geklärt. Bekannt ist jedoch, dass es die Neigung hat, sich zu
faserartigen Strukturen, so genannten Fibrillen, zusammenzulagern, die
neurotoxisch wirken können, wenn sie nicht mehr in ausreichendem Maß
abgebaut werden. Dieser Prozess scheint auch von der Schwerkraft beein[usst zu
werden: Im All, das beobachteten nun Wissenschaftler um Maho Yagi-Utsumi von
den japanischen National Institutes of Natural Sciences, bilden sich die Amyloid-
Fibrillen offenbar langsamer als auf der Erde.

Für ihr Experiment schickten die Forscher tiefgekühlte Lösungen mit Beta-Amyloid
zur Internationalen Raumstation. Auf der ISS angekommen, wurden die Proben
aufgetaut und anschließend in einem Inkubator auf 37 Grad Celsius erwärmt, um
die Peptide, die zu diesem Zeitpunkt noch einzeln vorlagen, zur Bildung von
Fibrillen anzuregen. Nach sechs Stunden, einem, drei oder neun Tagen froren die
Astronauten die Proben wieder ein und schickten sie bei der nächsten Gelegenheit
zur Auswertung zurück zur Erde. Dort verglichen die Forscher den Zustand der
Peptide mit solchen, die ein ähnliches Prozedere auf der Erde durchlaufen hatten.
Dabei entdeckten sie, dass die Bildung der Fibrillen in der Mikrogravitation auf der
ISS merklich langsamer vorangegangen war als auf der Erde. Außerdem konnten
sie feststellen, dass sich auch die Struktur der Amyloid-Fasern voneinander
unterschied.

Beta-Amyloid steht in Verdacht, an der Entstehung der Alzheimerkrankheit beteiligt


zu sein. Zumindest bndet man im Gehirn der Patienten nach deren Tod oft
massive Ansammlungen des Peptids. Dass sich die Krankheit womöglich
langsamer entwickeln würde, wenn Menschen das All bevölkerten und zumindest
vorübergehend in der Schwerelosigkeit lebten, lässt sich aus den Daten der
Forscher allerdings nicht ableiten. Dafür ist das Experiment von Yagi-Utsumi und
Kollegen viel zu künstlich: Im Köper tragen eine Reihe von Faktoren und Prozesse
zur Aggregation von Beta-Amyloid und zur Entstehung von Alzheimer bei, die
Wissenschaftler bislang nicht gänzlich verstanden haben. Dennoch könnten
Experimente auf der ISS vielleicht helfen, ein besseres Verständnis für die Bildung
von Amyloid-Fasern zu bekommen, hoffen die Forscher – und für die Entstehung
von Makromolekülen an sich.

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Daniela Mocker
Daniela Mocker ist stellvertretende Redaktionsleiterin von
»Spektrum.de«.
@danielazeibig folgen

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