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Sozialerziehung in der Altersgemischten Gruppe

von

Alma Gj.

Genderhinweis
“Im Sinne einer besseren Lesbarkeit der vorliegenden Seminararbeit wurde die männliche
oder weibliche Form gewählt. Dies impliziert keinesfalls eine Benachteiligung des jeweils
anderen Geschlechts. Bei allen Ausführungen sind Frauen und Männer gleichermaßen
gemeint”

Eidesstattliche Erklärung
“Ich versichere, dass die vorgelegte Seminararbeit selbständig verfasst wurde und die
verwendeten
Quellen im anschließenden Verzeichnis erfasst sind”.

Einverständniserklärung
“Für die in der vorgelegten Seminararbeit verwendeten Fotos wurde eine
Einverständniserklärung eingeholt”
Vorwort

Meine sechsjährige Tochter hat mich dazu gebracht, dieses Thema für die Seminararbeit zu
wählen. Sie erzählt uns jeden Tag etwas Neues vom Alltag im Kindergarten, von Interaktionen
mit gleichaltrigen und jüngeren Kindern, was sie voneinander lernen und wie sie miteinander
umgehen, wie z.B. bei kleinen Streitereien und Versöhnungen. Ich finde es ganz toll, wenn sie
voll Stolz erzählt, dass sie den Kleinsten sehr gerne hilft, wenn diese Hilfe brauchen.
Wenn ich mich zurückerinnere war sie ein stürmisches, sehr lautes Kind, welches Spielsachen
auf keinen Fall mit anderen teilen wollte. Aber durch das Zusammenleben und den
Interaktionen mit anderen Kindern hat sie gelernt, handlungsfähig zu sein, anderen Kinder zu
helfen, mit anderen zu teilen, deren Besitz zu respektieren und Regeln und Grenzen
einzuhalten. Sie hat die Sprache sehr schnell gelernt und enge Freundschaften geknüpft. Alle
diese Erfahrungen lassen uns verstehen, wie wichtig das soziale Leben ist und es macht mir
viel Freude darüber zu schreiben.

Inhaltsverzeichnis

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Einleitung …………………………………………………………………………………………..4

1 Soziales Lernen……………………………………………………………………………...5
1.1 Wie wichtig ist Soziales Leben………………………………………………………..5
1.2 Richtziele sozialen Lernens…………………………………………………………….5

2 Altersgemischte Gruppe…………………………………………………………………...6
2.1 Begriffsbestimmung……………………………………………………………………..6
2.2 Montessori`s pädagogische Begründung der Altersmischung…………………..6
2.3 Vor- und Nachteile von altersgemischten Gruppen………………………………..7

3 Die Kinder der altergemischten Gruppe……………………………………………….9


3.1 Die Jüngsten………………………………………………………………………………..9
3.2 Die Zwei bis Fünfjährigen……………………………………………………………….9
3.3 Die Fünf bis Sechsjährigen…………………………………………………………….10

4. Soziales Verhalten…………………………………………………………………………..10
4.1 Der Übergang von der Familie in der Kinderbetreuungseinrichtung………….11
4.2 Blick auf die Neuen………………………………………………………………………12

5. Soziales Spiel………………………………………………………………………………….12
5.1 Rollen- & Regelspiele…………………………………………………………………….12
5.2 Spielanregungen………………………………………………………………………….13

6. Die eigene Umsetzung - Das Praktikum…………………………………………………14


6.1 Aktivitäten im Kindergarten……………………………………………………………14
6.2 Bei der Tagesmutter……………………………………………………………………...16

7. Schlußwort……………………………………………………………………………………..17

8. Literaturverzeichnis…………………………………………………………………………18

9. Bilder…………………………………………………………………………………………….19

Einleitung

Die vorliegende Arbeit fokussiert sich auf die Sozialerziehung in der altersgemischten Gruppe.

2
Im ersten Kapitel erkläre ich, dass das soziale Leben von Kindern einen großen Einfluss auf die
Entwicklung ihrer Persönlichkeit hat und dass Kinder durch Interaktionen mit anderen Kindern
in ihrer sozialen Entwicklung gefördert werden.
Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit der altersgemischten Gruppe. Hier werde ich die
Begriffsbestimmung, Begründung bzw. Vor- und Nachteile der Altersmischung erklären.
Mit den Interaktionsmöglichkeiten zwischen großen und kleinen Kindern, in altersgemischten
Gruppen, beschäftigt sich das dritte Kapitel. Das vierte Kapitel behandelt einen weiteren
wichtigen Punkt der Arbeit , nämlich das soziale Verhalten. In diesem Teil konzentriere ich mich
vor allem auf das Wertverhalten, dass das Kind von der Familie erworben hat und mit der
Ausführung des prosozialen Verhaltens. In Kapitel fünf wird gezeigt, dass die Kinder durch das
gemeinsame Spiel die Möglichkeit haben, soziale und individuelle Kompetenzen weiter zu
entwickeln.
Zum Schluss präsentiere ich meine eigenen Aktivitäten, die ich im Praktikum umgesetzt habe.

1. Sozialerziehung

Unter dem Begriff Sozialerziehung ist nicht nur die Anpassung des Kindes in der Gruppe zu
verstehen, sondern vor allem die Förderung des Kindes in seinem Eigenwert innerhalb der
Gruppe. Im Zentrum der sozialen Erziehung steht das Vermitteln von Werten und Normen.

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1.1 Wie wichtig ist Soziales Leben
Das soziale Umfeld spielt eine große Rolle in unserem Alltag und ist in jedem Lebensabschnitt
sehr wichtig. Kleinkinder wollen z.B. immer Bindungen und Beziehungen zu Erwachsenen oder
Kindern auf ihre Art und Weise aufbauen. Durch Interaktion mit anderen Kinder werden ihre
Bedürfnisse befriedigt, sie sammeln dadurch positive Erfahrungen und Erkenntnisse und
erleben gute Gefühle. Kinder lernen im Zusammenleben mit anderen Kinder handlungsfähig zu
sein, beim Mitspielen, Geben und Teilen probieren sie verschiedene Verhaltenswesen aus.
Kinder lernen wie wichtig es ist, Willen und Besitz der anderen zu respektieren, sie lernen auch
wie man Entscheidungen trifft, Probleme löst und vieles mehr.
Das Soziale Leben von Kinder hat einen großen Einfluss auf die Entwicklung ihrer
Persönlichkeit und große Bedeutung für die spätere Integration in die Gesellschaft.

1.2 Richtziele sozialen Lernens.


Das soziale Lernen zielt auf den Erwerb von Fähigkeiten ab, die es Kindern erlaubt, in der
sozialen Umwelt kompetent zu leben und sie kritisch mitzugestalten.

● Soziale Fähigkeiten sichtbar machen und sozial verantwortliches Handeln erlernen


● Eigene Gefühle erkennen und wahrnehmen
● In verschiedenen Sozialformen agieren
● Förderung von Kooperationsfähigkeiten
● Fehler eingestehen
● Erziehung zu Toleranz und Verständnis
● Rücksicht nehmen auf andere
● Andere Menschen achten
● Verantwortungsgefühl stärken
● Regeln anerkennen und einhalten, um in der Gruppe sicher und bewusst zu handeln

“Das Menschliche Individuum kann sich ohne das soziale Leben nicht entwickeln” 1

2. Altersgemischte Gruppe
2.1 Begriffsbestimung
Unter dem Begriff “Altersmischung” versteht man die gemeinsame Betreuung von Kindern
unterschiedlichen Alters. Es gibt verschiedene Formen und Strukturen von Altersmischung und
viele unterschiedliche Meinungen darüber. Allgemein ist davon auszugehen, dass die
klassischen Betreuungsformen wie: Kinderkrippe: ( Kinder bis zum vollendeten 3. Lebensjahr ),
Kindergarten: (Kinder ab 3 Jahren bis zur Einschulung) und Horte: ( Einrichtungen für

1Maria Montessori

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schulpflichtige Kinder außerhalb der Unterrichtszeit ), als “altersgemischt” zu bezeichnen sind.
Einige Autoren aber sehen das als Selbsverständigkeit und sind der Meinung, dass
Altersgemischte Gruppen über die klassischen Altersstufen hinausgehen müssten. Das heißt,
Altergemischte Gruppen sind die Einrichtungen, in denen gemeinsam betreut werden:
● Kleinst- und Kindergartenkinder,
● Kindergarten- und Hortkinder
● Kinder aus allen drei Altersstufen
Auch die Namensgebung ist nicht einheitlich. Einrichtungen mit altersübergreifenden Gruppen,
wo Kinder ab dem vollendeten 18. Lebensmonat bis zur Beendigung der Schulpflicht
gemeinsam betreut werden, sind auch als “erweiterter” oder “weiter” Altersmischung Gruppen
bezeichnen, z.B “Kinderhäuser” bzw “Familiengruppe”. Martin R. Textor spricht in seinen
Publikationen über zwei Hauptformen einer weiten Altersmischung; “kleine Altersmischung”
( Säuglingsalter bis Einschulung) und “große Altersmischung” (Säuglings -, Klein - und
Schulkinder, bis hin zu Zehn- oder Zwölfjährigen)

2.2 Montessoris Begründung der Altersmischung


Reformpädagogin Maria Montessori war eine der ersten Personen, die Gründe für die
Altersmischung anführte. Sie hat geschrieben :
“Das Interessante an der Gesellschaft sind die verschiedenen Typen, aus denen sie sich
zusammensetzt. Ein Altersheim für alte Männer oder alte Frauen ist etwas Totes. Es ist
unmenschlich und grausam, Menschen gleichen Alters zusammenzutun. Dasselbe trifft
für die Kinder zu, denn dadurch zerreißen wir das Band des sozialen Lebens und nehmen
ihnen die Nahrung… Es ist eine künstliche Isolierung, die die Entwicklung des sozialen
Gefühles verhindert‘ (…) Unsere Schulen haben bewiesen, dass sich die Kinder
verschiedenen Alters untereinander helfen; die Kleinen sehen, was die Größeren tun,
und bitten sie um Erklärungen, die diese ihnen gern geben. Es ist ein regelrechter
Unterricht, da die Geistesform des fünfjährigen Kindes dem des dreijährigen so nahe ist,
dass das Kleine von ihm leicht aufnimmt, was wir ihm nicht erklären können”
Maria Montessori sah die altersgemischte Gruppe als pädagogische Chance und als einen der
besten Wege für die individuelle Entwicklung des Kindes. Die Altersmischung gibt den Kindern
die Möglichkeit voneinander indirekt zu lernen, sich gegenseitig zu helfen, anzuerkennen und zu
fördern. Montessori verweist darauf, dass ein fünfjähriges Kind einem dreijährigem Kind eine
Reihe von Dingen besser klarmachen kann als ein Erwachsener, weil die Kinder sich

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miteinander in Denken, Fühlen und Sprache näher stehen als den Erwachsenen. In
altersgemischten Gruppen entsteht ein natürliches soziales Altersgefälle, welches viele
Anregungen und soziale Erfahrungen anbietet. Zum Beispiel beobachten jüngere Kinder ältere
bei der Arbeit2 und bekommen neue Anregungen und Interesse an Materialien, beraten sich
untereinander, helfen sich gegenseitig und sammeln so vielfältige, soziale Erfahrungen.
Dadurch wird die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes gefördert und das
Gemeinschaftsgefühl kann sich entwickeln, eine gegenseitige Hilfsbereitschaft und
verständnisvolle Teilnahme. Diese drei Verhaltensweisen sind nach Montessori, die
Bildungswirkungen der Altersmischung. Die altersgemischten Gruppen ermöglichen und fördern
auch die Zusammenarbeit der Kinder im Sinn des kommunikativen Lernens.

2.3 Vor und Nachteile von altersgemischten Gruppen


Der deutsche Autor, Publizist und Pädagoge Martin Textor stellt in seinen Publikationen die Vor-
und Nachteile von altersgemischten Gruppen für folgende Bereiche vor:
● Allgemeines
Als Vorteile; die Kinder haben über Jahre hinweg konstante Bezugspersonen. Die Gruppe ist
sehr stabil, da jedes Jahr nur wenige Kinder neu hinzukommen. Geschwister können
gemeinsam eine Einrichtung besuchen. Kinder mit Entwicklungsrückständen werden nicht zu
Außenseitern. Als Nachteil kann es sich erweisen, bei einer “schlechten” Erzieherin unterliegen
die Kinder viele Jahre lang deren “negativem” Einfluss. Bei einer weiten Alterspanne fallen
entwicklungsverzögerte Kinder kaum auf und bekommen wenig Hilfe. Auch wenn in der Gruppe
wenig ältere Kinder sind, kann es sein, dass sie in ein Kleinkindverhalten zurückfallen.
● Sozialentwicklung
Als Vorteil; Kinder konkurrieren nicht miteinander, sondern sie versuchen sich gegenseitig zu
ergänzen und zu unterstützen. So hat Rivalität kaum Bedeutung. Es gibt wenige Konflikte und
weniger Streit um dieselben Spielsachen. Ältere Kinder sind Verhaltensmodelle für jüngere, z.B
Modelle der Konfliktlösung können jüngere Kinder von älteren lernen. Auch die Älteren lernen
Hilfsbereitschaft, Rücksichtnahme und Verantwortung für die Jüngeren zu übernehmen. Sie
lernen Empathie, bieten Trost und emotionale Unterstützung. Soziales Leben ist ein großer
Vorteil besonders für Einzelkinder. Es bietet eine sehr gute Chance in der Gruppe “Ersatz”-
Geschwister zu finden.

2“Das Kind spiel nicht, es arbeitet”


Maria Montessori

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Als Nachteil; in der Gruppe gibt es wenig Zusammenhalt, da die Kinder sehr unterschiedliche
Interessen haben können. Die Möglichkeiten für typische Freundschaften sind geringer. Ältere
Kinder sind nicht nur “positive” Verhaltensmodelle.
● Persönlichkeitsentwicklung
Als Vorteil; beim Wechsel oder Anwesenheit des Personals, gibt die Anwesenheit größerer
Kinder den Kleinkindern Sicherheit. Durch die Übernahme von Verantwortung erleben ältere
Kinder mehr Selbstwertgefühl und werden dadurch Selbstbewusster. Geringerer Wechsel
vermittelt mehr Sicherheit und Geborgenheit. Jüngere bekommen von Älteren mehr
Anregungen und Entwicklungsreize. Als Nachteil; ältere Kinder reagieren aggressiv und
zurückweisend, wenn sie oft bei ihren Aktivitäten gestört werden. Bei den jüngeren Kindern
kann ein negatives Selbstwertgefühl entwickelt werden, da sie oft als unbeliebte Spielpartner
bezeichnet werden.
● Kognitive Entwicklung
Vorteile sind; jüngere Kinder lernen von älteren Kindern und ältere Kinder sichern ihr Wissen
somit durch Wiedergabe und Wiederholungen. Da in der Gruppe weniger gleichaltrige sind,
besteht weniger Leistungsdruck. Eine intensive schulische Förderung ist möglich, da nur wenig
Schulkinder betreut werden.
Als Nachteil; ältere Kinder könnten kognitiv zu wenig stimuliert , leicht unterfordert und jüngere
Kinder eher überfordert werden.
● Sprachentwicklung.
Jüngere Kinder können durch Interaktionen mit größeren Kameraden ihre Sprache
weiterentwickeln, weil ihre Sprachstil besser auf deren Aufnahmefähigkeit einstellen.

3. Die Kinder der altersgemischten Gruppe.


3.1 Die Jüngsten
Die Kinder vom ersten bis zum zweiten Lebensjahr, sind die Jüngsten einer altersgemischten
Gruppe. So lange sie noch krabbeln, sind sie noch “Babies” für die anderen. Dann folgen die
ersten Schritte. Dieser Prozess wird auch von älteren Kindern beobachtet. So helfen sie z. B.
den Kleinen bei den ersten Gehversuchen. Nach den ersten Schritten folgen die ersten Worte.
Die älteren Kinder gehen auf das Sprechbedürfnisse der Kleinen aufmerksam ein und
bestärken sie sich selbst auszuprobieren. Auch die Selbständigkeitsentwicklung der Jüngsten
in der altersgemischten Gruppe läuft sehr schnell, denn sie nehmen an Erfahrungen teil, und
wenn sie einmal unerwünscht sind, gibt es in der Gruppe viele andere Möglichkeiten die

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Neugierde zu befriedigen. Das gemeinsames Leben unter einem Dach, bietet so zu sagen, eine
ideale Lernatmosphäre für die Kleinkinder.

3.2 Die Zwei- bis Fünfjährigen


In diesem Alter finden die Kinder weitere Möglichkeiten sich ihre Umwelt anzueignen und durch
ihre Motorik und ihr Sprachverhalten erledigen sie viele Dinge des Alltags selbständig, ohne
Hilfe der Anderen. Sie nehmen sich auch viel mehr als eigenständige Persönlichkeit wahr, da
sie mehr Gefühl für ihren Körper haben. Für Zwei bis Vierjährige ist es wichtig, ihre neu
erworbenen Kompetenzen, selbständig ausprobieren zu können. In diesem Alter imitieren die
Kinder Handlungen und Verhaltensweisen der älteren Kinder und entwickeln sie in eigener
Weise weiter. In altersgemischten Gruppen versuchen die Pädagoginnen und Betreuerinnen,
den Entwicklungsdruck zu vermeiden. Zum Beispiel wird in der Kindergrippe von jedem Kind
erwartet, bestimmte Dinge zu beherrschen, Schneiden, Kleben, Reißen. Sauberwerden und
Ordnung zu lernen, gehören auch dazu. Aber wie bereits erwähnt, fehlt dieser
Entwicklungsdruck in der altersgemischten Gruppe. Jedes Kind hat seinen eigenen Rhythmus
und benötigt seine individuelle Zeit um diese Fähigkeiten zu erwerben und auszubauen. So wird
Individualisierung - eine der Prinzipien für Bildungsprozesse in elementaren
Bildungseinrichtungen, entsprechend dem “Bundesländerübergreifenden Bildungs-Rahmen-
Plan” - bestmöglich auch in der altersgemischten Gruppe umgesetzt.
Individualisierung: Jedes Kind ist einzigartig in seiner Persönlichkeit, seiner sozialen
und kulturellen Herkunft, seinen Bedürfnissen und Lernpotenzialen sowie seinem
Entwicklungstempo. Im Sinne der Individualisierung wird das Recht jedes Kindes ernst
genommen, auf seine spezielle Art und in seinem Rhythmus zu lernen.3

3.3 Die Fünf- bis Sechsjährigen


Die ältesten Kinder bewegen sich total selbständig in der Gruppe und versuchen immer mehr
Räume zu erobern, sind überall aktiv und gestalten die Gruppenräume nach ihren Interessen
und ihren Bedürfnissen. Da die Betreuerinnen die Kinder schon lange genug kennen und ihr
Verhalten einschätzen können, dürfen sich die Kinder auch außerhalb des Gruppenraumes
bewegen. In diesem Alter lernen die Kinder, wie Regeln entstehen und wie wichtig es ist diese
auch einzuhalten. Das Regelbewusstsein ist bereits ausgebildet. Z.B. wissen sie sehr genau,
dass vor Spielbeginn zunächst ein gemeinsamer Konsens erreicht werden muss. Bei fünf- bis

3Bundesländerübergreifenden Bildungs Rahmen Plan

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sechsjährigen Kindern ist auch das Verantwortungsgefühl ausgebildet. So nehmen sie z.B
kleinere Kinder beim Gestaltungen mit und helfen ihnen bei Tätigkeiten die diese noch nicht
beherrschen. Die Großen helfen den Kleinen und fühlen sich als “Lehrende”, die etwas wissen
und können und sind stolz auf ihre Fähigkeiten, sind stolz “Vorschulkinder” zu sein.

4 Soziales Verhalten zwischen Kleinen und Großen


Das Sozialverhalten ist ein wichtiger Faktor für das Zusammenleben in einer Gesellschaft. Es
geht um alle Verhaltensweisen, welche sich an andere Mitglieder der Gruppe richten und von
ihnen gewertet werden können.

4.1 Der Übergang von der Familie in den Kindergarten


Die Familie ist die wichtigste Sozialisationsinstanz überhaupt. Das Wertverhalten, welches das
Kind durch die Beziehung der Familienmitglieder untereinander gelernt und erfahren hat, wird
später auf andere Sozialisationsfelder übertragen. Manche Kinder erwerben von der Familie
auch negatives Verhalten. Sie kennen z.B nur negative Zuwendung in ihrer Familie und das
gleiche geben sie auch im Kindergarten weiter. In Interaktion mit anderen Kinder zeigen sie am
Anfang kein liebevolles Verhalten, weil sie selbst fast nie eine liebevolle Zuwendung erlebt
haben. Häufig reden sie mit lauter Stimme, wie auch zu Hause, um die Aufmerksamkeit der
Eltern zu bekommen. Die Eltern, Pädagoginnen und Betreuerinnen sind Vorbilder für die Kinder
und es ist wichtig den Kindern positives Verhalten vorzuleben und zu fördern. Es ist bewiesen,
dass die Ausübung prosozialen Verhaltens durch Üben von Handlungen gefördert werden
kann. So wurde z.B. einer Gruppe von Kindern im Kindergartenalter prosoziale
Fernsehsendungen gezeigt, eine andere Gruppe bekam eine neutrale Fernsehsendung zu
sehen.
Die Kinder, die die prosoziale Sendung gesehen haben und anschließend an einem Rollenspiel
teilnahmen, zeigten eine größere Hilfsbereitschaft als die Kinder der Gruppe mit der neutralen
Sendung. Das zeigt dass Kinder Hilfsbereitschaft lernen können indem man sie Erfahrungen
machen lässt. Hilfsbereitschaft haben diese Kinder auch zu Hause demonstriert, spontan bei
Hausarbeiten z.B Mitkochen, Tischdecken oder anderen Tätigkeiten.

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Eine wichtige Form Kindern prosoziales Verhalten zu vermitteln ist auch das Übertragen von
Verantwortung. Damit ist gemeint, dass die Eltern oder andere wichtige Bezugspersonen die
Kinder dazu auffordern sich prosozial zu betätigen. Studien haben gezeigt dass Kinder, denen
man Verantwortung überträgt, eher motiviert sind sich prosozial zu verhalten. In der Familie
z.B wird von den älteren Kindern erwartet, dass sie ihren jüngeren Geschwistern helfen sollen.
Dieses Verhalten wird auch im Kindergarten übertragen, die älteren Kinder übernehmen ganz
natürlich die Rolle des Beschützers und Aufpassers jüngerer Kinder. Diese Verantwortung wird
von den Kindern oft als Privileg und nicht als Pflicht betrachtet, oder wenn es nicht so sein
sollte, müssen die Eltern es so vermitteln. Die Rolle, die sie erhalten, verleiht ihnen Prestige und
Vertrauen in ihre Kompetenzen und Fähigkeiten. So sollte für diese Kinder die Teilnahme an
prosozialen Aktivitäten eine Erfahrung sein, die auch einen Belohnungswert hat.

4.2 Blick auf die Neuen


Die “Kleinen”, die “Mittleren”, die “Großen” sind Gruppenzugehörigkeiten die im Kindergarten
jeden Tag zu hören sind. Jedes Jahr werden die “Großen” den Kindergarten verlassen, ihre
Plätze werden frei und die neuen “Kleinen” werden bald kommen. Der Wechsel bringt für die
Gruppe neue Rollenzuweisungen. Die verbleibenden Kinder freuen sich auf die „Neuen“ und
unterstützen diese beim Hineinwachsen in ihre neue Rolle. Darüber reden die Kinder sogar
gern miteinander. Die vierjährige Maria z.B erzählt ganz stolz, dass sie nicht mehr klein ist und
sucht eine kleine Freundin, der sie alles zeigen will, sogar auch helfen, wenn die kleine Hilfe
braucht. Simon, der 5 Jahre alt ist, betont sogar, dass die Großen, den Neuen alles zeigen
müssen; wo die Spielsachen sind, Malen und Bastelbereich, so halt alles. Für die fünfjährige
Manuela ist es wichtig, sehr freundlich mit den Neuen umzugehen und sie auch zu mögen. Ja,
bei solch wunderschönen Gesprächen stellt sich mir nur eine Frage: Warum setzen wir nicht
die Kinder als “pädagogische Mitarbeiter” im Kindergarten ein?

5. Soziales Spiel
Kinder lieben es miteinander zu spielen, gemeinsam etwas herzustellen oder bestimmte
Situationen spielerisch zu realisieren. Der Kontakt, Interaktionen, Austausch beim
Miteinanderspielen und Anregungen sind sehr wichtig für ihre Entwicklung. Durch das
gemeinsame Spiel haben die Kinder die Möglichkeit soziale und individuelle Kompetenzen
weiter zu entwickeln. Z.B.: bei Gesprächen besser zuhören zu können, weniger Vorurteile
gegenüber anderen zu haben, höheres Verantwortungsbewusstsein zu zeigen und
Kooperationen mit anderen einzugehen.

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5.1 Rollenspiele & Regelspiele
Beim Rollenspiel brauchen die Kindern unbedingt Spielpartner, gleichaltrige, jüngere und
ältere. Je mehr Mitspieler zur Verfügung stehen, desto mehr Sozialkontakte entstehen und
desto mehr Erfahrungen können gesammelt werden. Die Kinder spielen zusammen ihren Alltag
nach, schlüpfen in unterschiedliche Rollen, z.B. mal Mutter, mal Vater, Verkäuferin, Ärztin usw.
und entwickeln dabei Verständnis für die Welt der Erwachsenen. Durch solche Spiele hat das
Kind die Möglichkeit sich selbst zu entdecken und seine Bedürfnisse und Wünsche in einer
Rolle zu erfüllen. Kinder bringen im Spiel ihre Ideen und ihre Vorstellungen ein und gleichzeitig
wird das Sozialverhalten geübt. Kinder sprechen sich untereinander ab, was sie spielen wollen
und sie müssen sich über die Rollenverteilung einigen. So lernen die Kinder tolerant zu sein,
Entscheidungen zu respektieren oder Kompromisse zu schließen. Sie beobachten sich
gegenseitig und lernen voneinander.
Eine soziale Form des Spiels ist auch das Regelspiel. Das Verständnis der Spielregeln und die
Gruppenfähigkeit sind Voraussetzung für Regelspiele. Dabei lernen Kinder mit sozialen Regeln
umzugehen, sich in eine Gruppe einzuordnen, Konflikte zu lösen und Geduld und Ausdauer zu
zeigen.

5.2 Spielanregungen
“Das kann ich ja doch”, “Mach mir das mal vor”, “Ich will bei euch mitmachen” oder “komm wir
probieren`s auch mal ”. Diese Sätze sind uns bekannt und veranschaulichen den Wunsch der
Jüngeren, sich an älteren Kinder zu orientieren, mitzumachen und voneinander zu lernen. Um
dieses Ziel zu erleichtern, sollten jüngere Kinder überzeugt sein und Freude haben, mit ihren
Schwächen auseinander setzen und gegen Mehrheit stellen können. Anderseits sollten ältere
Kinder die kleinsten mitspielen lassen, unterschiedliche Fähigkeiten erkennen, Geduld und
Ausdauer beim gemeinsamen Spiel zeigen. Es kommt oft vor, dass Kinder die Fähigkeiten von
anderen Kindern nicht wahrnehmen, vor allem Jüngere und sind auch nicht zurückzuhalten.
Durch ausgewählte Spiele können Anpassungsfähigkeit, Aufmerksamkeit und Wahrnehmung
der Kinder gefördert werden. Zum Beispiel, das Spiel “friedliches Tauziehen”: alle Kinder
fassen ein langes Seil an und stellen sich damit zu verschiedenen Formen auf: Dreieck,
Quadrat, Kreis, Stern usw. Für die ältere Kindern ist das Tauziehen bekannt und sie gehen
gleich los, aber erfahren dabei, dass die Kleineren weniger Kraft und Standfestigkeit im Spiel
aufbringen. Sie haben das Verständnis für andere. Die Großen wissen auch, dass die Kleinen
wichtige Spielpartner sind und durch sie, können sie ihre eigenen Fähigkeiten einschätzen.

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“ Das unterhaltsamste Spielzeug eines Kindes ist, ein anderes Kind” 4

4George Bernard Shaw

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6. Die eigene Umsetzung - Das Praktikum
Das soziale Spiel war die gewählte Methode um meine Seminararbeit während des Praktikums
umzusetzen, weil durch das gemeinsame Spiel von Kindern Kontakte, Interaktionen,
Anregungen entstehen und soziale und individuelle Kompetenzen weiter entwickelt werden
können.

6.1 Aktivitäten im Kindergarten


● Das Rollenspiel “Familien Alltag”
Durch Rollenspiele schlüpfen die Kinder in die Rolle anderer Menschen und entwickeln auf
diese Weise Verständnis für die Verhaltensweisen anderer, erfüllen ihre Wünsche, drücken ihre
Gefühle aus und entdecken sich selbst.
“Familien Alltag” war unsere Thema und die Kinder waren alle begeistert. Sie haben schnell
verhandelt, wer mitspielen darf und wer nicht. Ich fand es auch toll, dass die Kinder selbst, sich
untereinander über Rollenverteilung und den Verlauf der Handlung abgesprochen haben. Im
Spiel waren dabei sechs Mädchen, die sechsjährige Anna, Valeria, Julia und Clara, die
fünfjährige Melissa und die dreieinhalbjährige Sara. Sara und Clara sind Schwestern. Die
Kinder schlüpften in verschiedene Rollen, die sie selber gewählt hatten. Die Mutter war Clara.
Die großen Schwestern waren Anna und Julia, die beiden gehen in die Schule. Anna besucht
die vierte Klasse und Julia besucht die zweite Klasse. Melissa geht in den Kindergarten und die
kleine Sara noch in die Krippe. Valeria war die Kinderärztin. Dass auch eine Kinderärztin im
Spiel vorkommt, war eine Idee von Valeria selbst. Wenn sie groß ist möchte sie Kinderärztin
werden. Julia schlug vor, dass die Ärztin auch ihre Tante sein sollte und alle waren mit der Idee
einverstanden. Im Spiel war kein Junge dabei. Die Mädchen wollten keinen Bruder im Spiel
haben. Auch für die Rolle des Papas gab es unterschiedliche Vorstellungen wie, unsere Eltern
sind geschieden, wir kennen den Papa nicht oder Papa ist im Dienst. Schließlich entschieden
sie sich dafür, dass Papa von Beruf Lokführer ist, und er am Wochenende arbeiten musste .
Die Handlung:
Es ist Wochenende, alle sind zu Hause, außer Papa, er ist Lokführer und im Dienst. Die Mutter
hat vorher geplant gemeinsam mit den Mädchen Frühlingsputz zu machen, aber die kleine
Sara hat hohes Fieber und die Mutter überlegt den Frühlingsputz besser zu verschieben. Die
Mädchen sprachen miteinander und machten der Mutter den Vorschlag den Frühlingsputz auch
allein zu schaffen. Die Mutter war natürlich begeistert und war mächtig stolz auf ihre Töchter.
Die Mädchen sind schnell und hoch motiviert an die Arbeit gegangen. Anna hat die ganze
Küche sauber gemacht und dann gemeinsam mit Melissa die Fenster geputzt, Julia hat die

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Schränke und die Wäsche aufgeräumt. Inzwischen kümmerte sich die Mutter um Sara. Die
kleine hatte noch Fieber und wollte weder essen noch trinken. Die Mutter hat sofort ihre
Schwester Valeria angerufen. Sie ist Kinderärztin. Nach einer halben Stunde ist die Ärztin
gekommen, sie hat die Kleine untersucht und festgestellt, dass sie Angina hat. Sara musste
unbedingt Medikamente nehmen. Während die Ärztin die Kleine untersuchte waren die
größeren Schwestern so fleißig. Sie haben Tee gekocht und den Tisch ganz schön vorbereitet.
Nach der ganzen Arbeit sind alle am Tisch gesessen und haben den Tee genossen.
Es war wirklich schön zu sehen, wie die Kinder die Situationen aus dem Alltagsleben
nachspielten. Clara hat ihre Rolle als Mutter fast ernst genommen. Ich habe zu ihr gesagt, dass
sie die Rolle super gespielt hat und sie antwortete: - Auch meine Mama macht sich so viel
Sorgen um uns, wenn wir krank sind. So hat das Kind im Rollenspiel die Möglichkeit sich in
andere hineinzufühlen und sieht die Situation mit “anderen Augen”. Die kleine Sara hat mich
sehr überrascht. Sie ist 3,5 Jahre alt und hat ihre Rolle perfekt gespielt. Sie war still genau wie
ein krankes Kind, hat die Anweisungen der Ärztin toll befolgt und hat große Ausdauer gezeigt,
was manchmal kleinen Kindern schwer fällt. Die Valeria war die Kinderärztin, ihre
Lieblingsrolle. Als ich sie fragte, warum sie eine Kinderärztin werden will, antwortete sie :
„Ich will kranken Kindern helfen, damit sie schnell wieder gesund werden.“
Anna, Julia und Melissa haben als Schwestern sehr gut miteinander interagiert, kein Neid,
keine Rivalität, waren fleißig und sehr hilfsbereit. Sie sagten zu mir, dass auch Zuhause immer
alle hilfsbereit sind.
Durch Rollenspiele schlüpfen die Kinder in die Rolle anderer Menschen und entwickeln auf
diese Weise Verständnis für deren Verhaltensweisen, erfüllen ihre Wünsche, drücken ihre
Gefühle aus und entdecken sich selbst.

● Das Spiel “Hasenjagt”


Durch Spielen haben Kinder mehr Kontakte und Interaktionen untereinander .
Hasenjagd ist ein Spiel für Große und Kleine und ich wollte dieses Spiel unbedingt umsetzen,
um zu beobachten wie die Kinder miteinander umgehen und um Sozialverhalten im Spiel
zwischen Klein und Groß zu erproben und zu unterstützen.
Das Spiel fand draußen im Garten statt. Die Kinder teilten sich in drei Gruppen auf, sodass
zwei Kinder übrig blieben. Eines dieser beiden Kinder war der Hase, das andere der Fuchs. Die
drei Gruppen bildeten jeweils einen Bau, in dem sich die Kinder an den Händen fassten, ein
Kind der jeweiligen Gruppe setzte sich in die Mitte. Sinn des Spiels ist, dass der Fuchs den
Hasen zu fangen versuchen muss. Der Hase hat die Möglichkeit, in den nächsten schützenden
Bau zu laufen, doch muss dann der Hase, welcher vorher im Bau gesessen hat, diesen

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verlassen und nun seinerseits vor dem Fuchs fliehen. Wenn ein Hase in den Bau läuft, wird der
Hase dann zum Teil des Baus und ein Kind des Baus wird zum Hasen in der Mitte. Wenn der
Fuchs einen Hasen fängt tauschen diese beiden dann die Rollen, der Fuchs wird Hase, der
Hase ein Fuchs.
Für die Kinder war es ein unbekanntes Spiel und sie waren alle neugierig. Spielanregungen
waren am Anfang sehr groß. Im Garten waren fast sechzig Kinder. Jeder wollte mitspielen.
Viele Kinder sagten gleichzeitig, “Ich will der Hase sein” , die meisten von den Jungs mit voll
lauter Stimme “Ich bin der Fuchs”, “kann ich der Fuchs sein”. Ich habe den Kindern eine Frage
gestellt nämlich, was brauchen wir damit das Spiel gut läuft? Die älteren Kinder wussten ganz
genau, das die Spielregeln sehr wichtig sind, Ich dürfte nur ein Kind als Fuchs wählen, alle
anderen sollen sich in drei Gruppen einzuordnen. Zuerst durften Sternkinder die Hasen sein,
das sind die Kleinsten, dann die Mondkinder, die mittleren, und zuletzt die Sonnenkinder, die
sind die Großen, die Schulkinder. Der erste Fuchs war auch ein Sternkind.
Die Kinder haben sich an die Regeln gehalten und lernten, wie wichtig Regeln sind. Die
Kleinsten zeigten Geduld und Ausdauer im Spiel und lernten sich gegen die Älteren
durchzusetzen. Ältere Kinder zeigten Rücksichtnahme den Jüngeren gegenüber.

6.2 Bei der Tagesmutter

● Klebriges Popcorn
Um sich an der Entwicklung der eigenen Fähigkeiten zu freuen, unterschiedliche Fähigkeiten zu
erkennen und sich gegen andere stellen zu können, haben wir das Spiel “Klebriges Popcorn”
gespielt. Das Spiel wird mit Musik begleitet. Am Anfang läuft die Musik leise und die Kinder
sind am Boden als kleine Maiskörner gesessen. Die Musik wir langsam lauter und lauter und
die Kinder stehen als Popcornklumpen auf. Kinder müssen dann ihre Arme vor dem Körper
verschränken und springen und hüpfen als kleine klebrige Popcorns durch den Raum und
suchen nach anderen kleinen klebrigen Popcorns. Wenn ein Popcorn mit einem anderen in
Kontakt kommt, kleben diese zusammen und poppen gemeinsam umher, kleben wieder mit
anderen zusammen, bis schließlich ein riesiger Popcornball durch den Raum hüpft.
Während des Spiels haben die Kinder bemerkt, dass einer schneller als die anderen war oder
einer höher als die anderen hüpfen konnte. Sie lernten dabei auch noch auf einander zu
achten. Jeder war zufrieden mit seinen persönlichen Fähigkeiten und das Spiel hat viel Spaß
gemacht.

● Vöglein, piep einmal

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Kleinen Kindern fällt es schwer im Spiel Ausdauer und Geduld zu zeigen. Um diese
Fähigkeiten zu fördern, habe ich das Spiel “Vöglein, piep einmal” ausgewählt.
Damit die Kinder länger im Kreis sitzen bleiben und Ausdauer zeigen, haben wir vorher
Kastagnetten gebastelt und im Spiel als Instrument verwendet. Man hält sie in einer Hand und
klappt sie mithilfe einer Fingers schnell und rhythmisch zusammen. Alle Kinder sitzen im Kreis.
Ein Kind mit verbundenen Augen setzt sich auf den Schoß eines Spielers und sagt “Vöglein,
piep einmal”. Der Spieler antwortet mit “piep” und gleichzeitig klappt die Kastagnette. Das Kind
muss erraten, auf wessen Schoß es sich gesetzt hat. Hat das Kind den Spieler erraten, wird die
Augenbinde wieder abgenommen. Natürlich gab es auch Spielanregungen. “Ich fange an”, “ich
will zuerst die Augen verbinden”. Wir haben gemeinsam entschieden dass, die kleine Verena
anfängt, weil sie die kleinste in der Gruppe war. Die Stimmen zu kennen, war für die Kinder
nicht schwer. Das wichtigste war, dass die es geschafft haben, das Spiel zu Ende zu bringen.

Schlusswort
Eltern sollten ihren Kindern soziale Kontakte und Interaktionen mit jüngeren, gleichaltrigen und
älteren Kindern ermöglichen. Kinder brauchen soziale Erziehung. Durch gemeinsames Leben
bekommen die Kinder die Möglichkeit, ihre sozialen, kognitiven und individuellen Kompetenzen
weiter zu entwickeln. Altersmischung bietet eine ideales forum und Lernatmosphäre. Die Kinder
beobachten sich gegenseitig und lernen voneinander. Sie lernen sich sozial zu verhalten,
hilfsbereit zu sein, Verantwortung zu übernehmen, lernen wie man Entscheidungen trifft, wie
man Probleme löst und vieles mehr. Soziale Erfahrungen sind sehr wichtig für die
Persönlichkeitsentwicklung des Kindes.

16
Wie Maria Montessori sagte:
“Das menschliche Individuum kann sich ohne das soziale Leben nicht entwickeln”

Literaturverzeichnis

Ehmke-Pfeiffer, I. & Großmann, H. (2005). Altersmischung in der Kindertagesbetreuung -


Chancen einer Organisationsform (2 Vorlage) ( Potzdamer Berichte zur Bildungs- und
Sozialisationsforschung, Bd. 6). Verlag: Empirische Pädagogik, Landau 2005

Fischer Reinhard, Ludwig Harald, Klein-Landeck Michael. 100 Jahre Montessori


Kinderhaus: Geschichte und Aktualität eines pädagogischen Konzepts. Herausgegeben im
Auftrag der Montessori Vereinigung e.v. Broschiert - 27 Mars 2009. Seite 175 - 184

Kogler. Liselotte: Der Einfluss der altersmäßigen Zusammensetzung von Kindergartengruppen


auf das prosoziale Verhalten der Kinder / vorgelegt von Liselotte Kogler, - 1985. Seite 25 - 30

Schäfer Matthias. GROSS UND KLEIN UNTER EINEM DACH. Altersgemischte Gruppen in
Kindertagesstätten. Verlag Herder Freiburg im Breisgau 1996. Herstellung: Freiburger
Graphische Betriebe 1996. Seite 82 - 90

17
Bfi - Unterlagen:
Kapl Hannelore: Sozialisation
Kügler Marie: Sozialformen und Interaktion
Pucher Jürgen: Spiel und Spielformen

Textor. Becker. Ingeborg . Kindergartenalltag - eine praxisorientierende Einführung in die


Kindergartenarbeit. Neuwied, Kriftel, Berlin: Luchterband 1995. (Online Buch )
http://www.kindergartenpaedagogik.de/27.html

Textor R. Martin. Sozialerziehung und Konfliktbewältigung. Das Kita - Handbuch


http://www.kindergartenpaedagogik.de/1995.html
Textor. R Martin. Vor- und Nachteile einer weiten Altersmischung in
Kindertageseinrichtungen. Das Kita - Handbuch
http://www.kindergartenpaedagogik.de/29.html

Kindergartenexperten.de http://www.kindergartenexperte.de/infos-fuer-
erzieherinnen/kiga-als-paed-einrichtung/sozialerziehung/

https://www.zerion.net/familja/
https://www.zerion.net/kendi-i-prinderve/
https://www.zerion.net/forumi-i-vogelusheve/
https://www.zerion.net/diapazon/
https://www.zerion.net/diskutime/
https://www.zerion.net/jeta/
https://www.zerion.net/fitness/
https://www.zerion.net/shtepia/
https://www.zerion.net/kafshet/

Rollenspiele: Spielend hinein in die Welt der “Grossen”


http://www.kindergesundheit-info.de/themen/spielen/3-6-jahre/rollenspiel/

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