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SCHIEDSRICHTERORDNUNG

Stand: April 2010


Schiedsrichterordnung

INHALT
1 SCHIEDSRICHTERWESEN .................................................................................... 3

1.1 Grundsätzliches .................................................................................................. 3


1.2 Schiedsrichterwarte ............................................................................................ 3
1.3 Verbandsschiedsrichterausschüsse ................................................................... 4
1.4 Grundlagen......................................................................................................... 4

2 PERSON, AUFGABEN UND EINSATZ DES SCHIEDSRICHTERS ........................ 4

2.1 Person des Schiedsrichters ................................................................................ 4


2.2 Aufgaben des Schiedsrichters ............................................................................ 5
2.3 Auswahl und Einteilung der Schiedsrichter ........................................................ 7

3 SCHIEDSRICHTERAUSWEIS, LEHRBEFUGNIS ................................................... 7

3.1 Ausweisstufen .................................................................................................... 7


3.2 Lehrbefugnis ....................................................................................................... 7

4 LEHRGÄNGE UND PRÜFUNGEN .......................................................................... 8

4.1 C-Schiedsrichter (Bezirksschiedsrichter) ............................................................ 8


4.2 B-Schiedsrichter ................................................................................................. 8
4.3 A-Schiedsrichter (Bundesschiedsrichter)............................................................ 9
4.4 Internationaler Schiedsrichter ............................................................................. 9

5 VERLÄNGERUNG DES SCHIEDSRICHTERAUSWEISES ..................................... 9

5.1 Tätigkeitsverpflichtung ........................................................................................ 9


5.2 Tätigkeitsnachweis ........................................................................................... 10
5.3 Verlängerung des Ausweises ........................................................................... 10
5.4 Rückstufung, Neuzulassung ............................................................................. 10

6 FORTBILDUNG DER SCHIEDSRICHTER ............................................................ 10

7 SCHLUSSBESTIMMUNGEN ................................................................................. 11

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1 SCHIEDSRICHTERWESEN

1.1 GRUNDSÄTZLICHES

1.1.1 Die Schiedsrichterordnung (SRO) des Bayerischen Turnspiel-Verbandes e. V.


(BTSV) hat den Zweck, einheitliche Richtlinien für das Schiedsrichterwesen
innerhalb des BTSV zu schaffen. Für das Schiedsrichterwesen über den Lan-
desverband hinaus gelten Spiel- und Schiedsrichterordnung des Deutschen
Turner-Bundes (DTB).

1.1.2 Die Schiedsrichterordnung gilt für alle Spielarten im BTSV.

1.1.3 Der Schiedsrichter muss Mitglied eines Mitgliedsvereines sein.

Der Schiedsrichter ist verpflichtet, bei Vereinswechsel den Schiedsrichter-


ausweis innerhalb von 4 Wochen an den zuständigen Landesschieds-
richterwart zur Eintragung des neuen Vereins vorzulegen.

1.1.4 Vereine, die am Wettkampfbetrieb des BTSV teilnehmen, sind verpflichtet,


Schiedsrichter zur Leitung von Wettspielen abzustellen.

1.1.5 Die Meldung zur Ausbildung von Schiedsrichtern hat namentlich über den
Verein zu erfolgen.

Nach erfolgreicher Ausbildung erhält der Schiedsrichter einen der Ausbil-


dungsstufe entsprechenden Schiedsrichterausweis.

1.1.6 Der Schiedsrichter ist in Ausübung seines Amtes im Auftrag seines Vereines
tätig, unabhängig davon, welche Turnspielgliederung für seine Auswahl und
seinen Einsatz verantwortlich zeichnet.

1.2 SCHIEDSRICHTERWARTE

1.2.1 Für das Schiedsrichterwesen im BTSV sind die Schiedsrichterwarte der


Landesfachausschüsse verantwortlich. Sie müssen den Schiedsrichteraus-
weis der Ausweisstufe A mit Lehrbefähigung für Ausweisstufe B besitzen.

1.2.2 Den Landesfachschiedsrichterwarten obliegen im Rahmen der Richtlinien


ihrer Fachausschüsse als Aufgaben:

a) die einheitliche Aus- und Fortbildung von Schiedsrichtern sowie deren


Prüfung bis Ausweisstufe B;
b) die Ernennung von Schiedsrichtern nach bestandener Prüfung, die
Ausstellung der Schiedsrichter- und Lehrbefugnisausweise sowie deren
Verlängerung;
c) die Führung der Schiedsrichterkartei;
d) der Einsatz und die Überwachung der Schiedsrichter auf Landesebene;
e) die Überwachung des Schiedsrichterwesens in den Bezirken;
f) die Berufung von Ausbildern für Lehrgänge;

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g) unter Mitwirkung der Schulsportbeauftragten die Zusammenarbeit mit


Erzieherverbänden und Schulen;
h) Vorschläge für Änderungen der SRO.

1.2.3 Die Bezirksfachschiedsrichterwarte müssen im Besitz der Ausweisstufe B mit


Lehrbefähigung für Ausweisstufe C sein. Sie nehmen für ihren Bereich sinn-
gemäß die Aufgaben nach SRO 1.2.2 a), b), usw. im Benehmen mit dem
Landesfachschiedsrichterwart wahr.

1.2.4 Die Kreisfachschiedsrichterwarte regeln den Schiedsrichtereinsatz in den


Kreisen und müssen im Besitz der Ausweisstufe C sein.

1.3 VERBANDSSCHIEDSRICHTERAUSSCHÜSSE

1.3.1 Die Landesschiedsrichterwarte als Vorsitzende und die Schiedsrichterwarte


der Bezirke bilden die Verbandsschiedsrichterausschüsse der Spielarten;
ihnen obliegen die informativen und organisatorischen Maßnahmen für das
Schiedsrichterwesen im BTSV.

1.3.2 Die Ausschüsse tagen nach Bedarf. Der Tagungsablauf regelt sich nach der
Geschäftsordnung.

1.4 GRUNDLAGEN

1.4.1 Grundlagen für die Tätigkeit der Schiedsrichterwarte und Schiedsrichter sind
die Satzung, die Landesspielordnung (LSO) und diese Schiedsrichter-
ordnung in Verbindung mit der Finanzordnung (FO) und der Rechts- und
Strafordnung (RSO) des BTSV sowie die Spielregeln der einzelnen Spiel-
arten (LSO 4.2.1).

2 PERSON, AUFGABEN UND EINSATZ DES SCHIEDSRICH-


TERS

2.1 PERSON DES SCHIEDSRICHTERS

2.1.1 Der Schiedsrichter ist der Träger des Spielgedankens, von seiner Leistung
hängt der Verlauf eines Spieles wesentlich ab Er fördert alles, was dem Spiel-
fluss dient und unterbindet alles, was den Spielablauf stört. An seine Person
sind deshalb an Anforderungen zu stellen:

a) gründliche Kenntnis der Spielregeln, der SRO und der einschlägigen


Bestimmungen der LSO, sowie Sicherheit in deren Auslegung;
b) Spielerfahrung und Einfühlungsvermögen;
c) gute körperliche Verfassung;
d) schnelle Auffassungsgabe und objektive Beurteilung der Spielvorgänge

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2.1.2 Nicht Härte, sondern Umsicht, Besonnenheit, Sicherheit und Entschlossen-


heit in Auftreten, Leiten und Entscheiden, sowie Ehrlichkeit und Objektivität
sind die Eigenschaften, die einen guten Schiedsrichter kennzeichnen.

2.1.3 Nicht nur im Verhalten, auch im Äußeren ist er durch korrekte Kleidung Vor-
bild der Spieler.

2.1.3.1 Bei Meisterschaften, Pokalspielen, Turnfesten und internationalen Veranstal-


tungen trägt er eine lange, graue Hose und weißes Hemd - die Schieds-
richterin lange, graue Hose und weiße Bluse - mit dem Verbandsabzeichen.

2.1.4 Der Schiedsrichter verhält sich als Zuschauer neutral und enthält sich Dritten
gegenüber einer persönlichen Stellungnahme zu den Entscheidungen eines
amtierenden Spielgerichtes.

2.2 AUFGABEN DES SCHIEDSRICHTERS

2.2.1 Der Schiedsrichter ist der alleinige Leiter des Spieles. Er entscheidet endgül-
tig und unabhängig. Seine Tatsachenentscheidungen sind unanfechtbar.

2.2.2 Die Aufgaben des Schiedsrichters ergeben sich aus Abschnitt „Spielrichter"
der Spielregeln. Sie sind nachfolgend aufgeführt und ergänzt.

2.2.3 Aufgaben vor dem Spiel

2.2.3.1 Der Schiedsrichter nimmt das Spielberichtsformular bei der örtlichen Spiel-
leitung entgegen und vergleicht bei zentraler Zeitnahme die Uhren. Er bleibt
jedoch für sein Feld stets verantwortlich.
2.2.3.2 Er prüft Spielfeld, Spielgerät, Spielkleidung auf ordnungsgemäßen Zustand
und sorgt für die Abstellung von Mängeln.
2.2.3.3 Er prüft -wenn nicht zentrale Prüfung durch die Spielleitung vereinbart ist- die
Spielberechtigung der Mannschaften und Spieler (Übereinstimmung von
Spielerpass und Person, Gültigkeit des Passes nach LSO 3.1.2 bis 3.1.2.2)
und vergleicht die Eintragung im Spielbericht mit den Pässen (je nach Vor-
druck: Name, Altersangabe, Pass-Nummer, Spieler-Nummer).
2.2.3.4 Er weist Anschreiber und Linienrichter in ihre Aufgaben ein.
2.2.3.5 Er führt mit den Spielführern die Auslosung von Seiten - und Ball im Korbball
gegebenenfalls der Trikotwahl, durch.

2.2.4 Aufgaben während des Spieles

2.2.4.1 Der Schiedsrichter trifft seine Entscheidung kurz und knapp nur aufgrund
einwandfrei selbst gesehener Fehler und darf sich durch Spieler, Mann-
schaftsbetreuer und Zuschauer nicht beeinflussen lassen. Das Gehör darf
ihm die Richtigkeit seiner optischen Wahrnehmungen nur bestätigen. Durch
Zeichen und Aussagen der Linienrichter kann er seine Beobachtungen er-
gänzen und danach seine Entscheidung fällen.

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2.2.4.2 Er eröffnet und schließt das Spiel und hat das Recht es zu unterbrechen und
abzubrechen und nach vorheriger Ankündigung nach Maßgabe der Regeln
nachspielen zu lassen.
2.2.4.3 Er wacht über die Einhaltung der Spielregeln und gibt Beginn und Ende der
Halbzeiten sowie erzielte Vorteile durch laute Ansage in der Fachsprache
und/oder die fachlich festgelegten Handzeichen bekannt.
2.2.4.4 Er überwacht die Aufzeichnungen des Anschreibers und sorgt für die laufen-
de Ansage (Anzeige) des Spielstandes und die Festhaltung des Halbzeiter-
gebnisses im Spielbericht.
2.2.4.5 Er hat die Pflicht, Spieler und Mannschaften bei unsportlichem Verhalten zu
verwarnen und in schweren Fällen je nach Vorschrift der Spielregeln mit Zeit-
strafe oder Feldverweis zu bestrafen. Diese Maßnahmen sind nicht rückgän-
gig zu machen, daher nach besonders sorgfältiger Überlegung zu treffen.
2.2.4.6 Einsprüche - auch solche gegen Tatsachenentscheidungen - vermerkt er
sofort im Spielbericht.
2.2.4.7 Fragen der Spielführer - bei Jugendmannschaften der Mannschaftsbetreuer
(LSO 5.1.6) - beantwortet er knapp und klar und vermeidet Diskussionen.

2.2.5 Aufgaben nach dem Spiel

2.2.5.1 Der Schiedsrichter verkündet das Ergebnis und lässt den Spielgruß ausbrin-
gen.
2.2.5.2 Er prüft die Vollständigkeit des Spielberichtes, schließt ihn mit seiner Unter-
schrift und übergibt ihn der Spielleitung.

Der Spielbericht muss enthalten:

a) das Endergebnis, Namen des Siegers und die Ergebnisse der einzel-
nen Spielabschnitte,
b) besondere Vorkommnisse (Einsprüche, Verwarnungen, Zeitstrafen,
Feldverweise, Unfälle u.ä.),
c) Ordnungsstrafen nach RSO 3.2,
d) die Passnummern und Namen der Spieler,
e) die Unterschriften der Spielführer und des Anschreibers.
2.2.5.3 Die Spielerpässe feldverwiesener Spieler werden einbehalten und der
örtlichen Spielleitung zur Weiterleitung an den zuständigen Landesfachwart
übergeben. Soll nach Auffassung des Schiedsrichters eine andere als die in
RSO 3.1.1.3 aa) vorgesehene automatische Sperre ausgesprochen werden,
so begründet er dies in einem entsprechenden Antrag unter Darlegung des
Sachverhaltes.

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2.3 AUSWAHL UND EINTEILUNG DER SCHIEDSRICHTER

2.3.1 Jedes Spiel muss von einem geprüften, für die Leistungsklasse zugelassenen
neutralen Schiedsrichter geleitet werden Er hat sich auf Verlangen der Spiel-
leitung gegenüber auszuweisen

2.3.1.1 Beim Ausbleiben eines Schiedsrichters bestimmt die örtliche Spielleitung


einen Ersatzschiedsrichter nach den Bestimmungen der Ziffer 2.3.1. Ist ein
solcher nicht vorhanden, so kann ein Schiedsrichter, der einer niedrigeren
Ausweisstufe oder/und einem der beiden Vereine angehört, nur mit Zustim-
mung beider Mannschaften eingesetzt werden.

2.3.2 Die Vereine sind in Spielrunden verpflichtet, an jedem Spieltag, an dem sie
beteiligt sind, ein Spielgericht zu stellen. Die Einteilung ist Sache der Spiel-
leitung. Säumige Vereine werden nach den Bestimmungen der RSO bestraft
(siehe LSO 6.1.1).

2.3.3 Die Schiedsrichterwarte können jederzeit die persönliche Berufung von


Schiedsrichtern vornehmen oder veranlassen. Sie ist bei Meisterschaften und
ähnlichen Veranstaltungen die Regel. In diesem Falle bestimmt sich die Ent-
schädigung der Schiedsrichter nach der Finanzordnung (siehe LSO 6.1.1.1).

2.3.4 Ein Schiedsrichter kann während des Spiels grundsätzlich nicht abgelöst
werden. Ausnahmen sind nur zulässig, wenn er einen Unfall erleidet oder aus
persönlichen Gründen abberufen wird.

3 SCHIEDSRICHTERAUSWEIS, LEHRBEFUGNIS

3.1 AUSWEISSTUFEN

3.1.1 Die Ausbildung der Schiedsrichter erfolgt in Lehrgängen mit dem Ziel, eine
der folgenden Ausweisstufen zu erreichen:

C-Schiedsrichter Bezirksschiedsrichter
B-Schiedsrichter Landesschiedsrichter
A-Schiedsrichter Bundesschiedsrichter
l-Schiedsrichter Internationaler Schiedsrichter

3.2 LEHRBEFUGNIS

3.2.1 Besonders befähigten Schiedsrichtern soll zur Heranbildung eines Ausbil-


dungsstabes die Lehrbefugnis zuerkannt werden Es kann verbunden werden

a) mit dem B-Ausweis


die Erteilung der Lehrbefugnis für C-Schiedsrichter,
b) mit dem A-Ausweis
die Erteilung der Lehrbefugnis für C- und B-Schiedsrichter

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3.2.2 Die Berechtigung zur Ausbildung von B- und C-Schiedsrichtern steht dem
Landesschiedsrichterwart zu. Er kann geeignete Mitarbeiter berufen.

3.2.3 Die Lehrbefugnis wird im Schiedsrichterausweis eingetragen und entspre-


chend dem Nachweis der geforderten Fortbildung verlängert.

3.2.4 Die Schiedsrichterausweise gelten bis auf Widerruf, müssen jedoch alle 4
Jahre verlängert werden.

4 LEHRGÄNGE UND PRÜFUNGEN

4.1 C-SCHIEDSRICHTER (BEZIRKSSCHIEDSRICHTER)

4.1.1 Der C-Schiedsrichterausweis berechtigt zur Leitung der Meisterschaftsspiele


im Bezirk und von Freundschaftsspielen auf Landesebene.

4.1.2 Der Ausweis ist nur mit dem jeweiligen Jahresstempel des Landesschieds-
richterwartes gültig.

4.1.3 Ein C-Lehrgang umfasst folgende Bereiche

a) Vermittlung gründlicher Kenntnisse der Spielregeln, Unterrichtung über


die SRO und die einschlägigen Bestimmungen der LSO (Abschnitte
3.1, 3.3, 3.5, 4.5, 5.6) und die jeweilige Fachgebietsordnung.
b) Diskussion über die Spielregeln und praktische Arbeit.
c) Prüfung.
4.1.3.1 Die Dauer eines C-Lehrganges beträgt mindestens 6 Stunden.
4.1.3.2 Die schriftliche Prüfung besteht aus der Beantwortung von Fragen mit dem
Gesamtwert von 100 Punkten, von denen mindestens 80 Punkte erreicht
werden müssen. Dafür stehen 60 Minuten zur Verfügung. 80% der Fragen
umfassen reine Regelkenntnisse, 20% Regelauslegungen. Die ausgewerte-
ten Ergebnisse sind zu besprechen.
4.1.3.3 Die praktische Prüfung besteht in der Leitung von wenigstens einem Spiel.
85% der vom Prüfer bemerkten Fehler müssen festgestellt und angezeigt
werden.

4.2 B-SCHIEDSRICHTER

4.2.1 Der B-Schiedsrichterausweis berechtigt zur Leitung der Meisterschaftsspiele


auf der Landesebene und in Regionalligen sowie von Freundschaftsspielen
der Bundesebene.

4.2.2 Der Ausweis ist nur mit dem jeweiligen Jahresstempel des Landesschieds-
richterwartes gültig.

4.2.3 Nach bestandener Prüfung kann der B-Schiedsrichter die Lehrbefugnis für die
Ausbildung von C-Schiedsrichtern beantragen.

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4.2.4 Voraussetzung für die Beteiligung an einem B-Lehrgang ist der Besitz des C-
Ausweises und ein mindestens einjähriger Tätigkeitsnachweis.

4.2.5 Ein B-Lehrgang umfasst folgende Bereiche:

a) Diskussion über die Spielregeln.


b) Regelauslegung und Erfahrungsaustausch.
c) praktische Arbeit mit Erläuterungen.
d) schriftliche Prüfung.
4.2.5.1 Die Dauer eines B-Lehrganges beträgt mindestens 10 Stunden
4.2.5.2 Die schriftliche Prüfung besteht aus der Beantwortung von Fragen mit einem
Gesamtwert von 100 Punkten, von denen mindestens 90 Punkte erreicht
werden müssen. Dafür stehen 70 Minuten zur Verfügung. 50% der Fragen
umfassen Spielregeln. 50% beinhalten Regelauslegungen.
4.2.5.3 Die praktische Prüfung besteht aus der Leitung eines zugeteilten Spieles;
dabei muss der Beweis der Regelkenntnis und ihre richtige Auslegung er-
bracht werden.
4.2.5.4 Bei der mündlichen Prüfung muss der Anwärter vor allem zeigen, dass er zu
sicheren und schnellen Entscheidungen in schwierigen Spielsituationen befä-
higt ist und über Organisationsfragen aus den Ordnungen Bescheid weiß.
Geringe Mängel der bisherigen Prüfungsergebnisse können ausgeglichen
werden.

4.3 A-SCHIEDSRICHTER (BUNDESSCHIEDSRICHTER)

4.3.1 Die Zulassung als A-Schiedsrichter regelt sich nach der Schiedsrichter-
ordnung des DTB.

4.4 INTERNATIONALER SCHIEDSRICHTER

4.4.1 Die Zulassung zum Internationalen Schiedsrichter erfolgt durch die internatio-
nalen Fachverbände nach deren Bestimmungen. Die Meldung erfolgt durch
die zuständigen Fachwarte und Schiedsrichterwarte des DTB.

5 VERLÄNGERUNG DES SCHIEDSRICHTERAUSWEISES

5.1 TÄTIGKEITSVERPFLICHTUNG

5.1.1 Der Schiedsrichter erkennt mit seiner Unterschrift unter den Schiedsrichter-
ausweis die Schiedsrichterordnung und die sich aus ihr ergebenden Ver-
pflichtungen an.

5.1.2 Er ist verpflichtet, die von ihm verlangte Anzahl von Spielen zu leiten und
sonstige mit der Spielleitung verbundene Aufgaben zu übernehmen.

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5.1.3 Die Ablehnung von Aufgaben kann nur aus wichtigem Grund erfolgen.
Schuldhaftes Fehlen eines angesetzten Schiedsrichters wird gemäß RSO
(unter Vereinshaftung) bestraft. Dreimaliges Nichterscheinen wird mit Zurück-
stufung geahndet.

5.2 TÄTIGKEITSNACHWEIS

5.2.1 Jeder Schiedsrichter muss sich in dem Einlagevordruck zum Schiedsrichter-


ausweis von der örtlichen Spielleitung die geleiteten Meisterschafts- und
Freundschaftsspiele und die Mitwirkung als Anschreiber bestätigen lassen
und den Nachweis am Ende des Spieljahres zum Verlängerungstermin zu-
sammen mit dem Schiedsrichterausweis beim Landesschiedsrichterwart ein-
reichen.

5.2.2 Schiedsrichter mit Lehrbefugnis sollen jährlich wenigstens einmal:

a) bei Lehrausweis für C in einem Lehrgang als Ausbilder tätig sein;


b) bei Lehrausweis für A und B einen Lehrgang leiten.

5.3 VERLÄNGERUNG DES AUSWEISES

5.3.1 Als Beurteilungsgrundlage für die Verlängerung gelten:

a) Meisterschaftsspiele der internationalen Bundes- und Landesebene.


b) internationale, bundes- und landesoffene Turniere.

5.3.2 Sind aufgrund der Eintragungen im Tätigkeitsnachweis die Bedingungen nach


Ziffer 5.1.2 erfüllt, so wird der Schiedsrichterlehrausweis nach Ziffer 4.1.2,
4.2.2 verlängert.

5.4 RÜCKSTUFUNG, NEUZULASSUNG

5.4.1 Bei Vorliegen eines Verstoßes nach Ziffer 5.1.2 oder Nichtvorlage des
Tätigkeitsnachweises nach Ziffer 5 2.1 der SRO kann eine Rückstufung vor-
genommen werden:

a) von Ausweisstufe B in C.
b) von Ausweisstufe C in ein Ruhen der Lizenz.

5.4.2 Die Rückstufung kann aufgehoben werden, wenn nach Ablauf eines Rückstu-
fungsjahres in dem spätestens darauf folgenden Jahre ein der vorherigen
Gruppe entsprechender Lehrgang besucht wird.

6 FORTBILDUNG DER SCHIEDSRICHTER


6.1 Jeder Schiedsrichter mit und ohne Lehrbefugnis ist verpflichtet, nach Erwerb
seines Schiedsrichterausweises sich weiterzubilden, seine Kenntnisse auf
dem Laufenden zu halten und anzuwenden.

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6.2 Als Nachweis für die Lehrbefugnis können bestätigte Spielleitungen aner-
kannt werden (SRO 5.3.1).

6.3 Darüber hinaus muss sich der C- und B-Schiedsrichter alle 2 Jahre an einem
Fortbildungslehrgang beteiligen. Andernfalls ist ihm vom Schiedsrichteraus-
schuss der Ausweis zu entziehen.

6.3.1 Fortbildungsziel ist es, in Abstimmungslehrgängen die Regelauslegung und


praktische Regelanwendung in den verschiedenen Ausweisstufen zu koordi-
nieren.

6.3.2 Fortbildungslehrgänge werden einberufen und geleitet vom Landesschieds-


richterwart oder einem von ihm beauftragten Lehrwart.

6.4 Als Fortbildungslehrgang kann eine vom Schiedsrichterwart anerkannte


Diskussion, Besprechung oder Einweisung vor einer Veranstaltung gewertet
werden.

7 SCHLUSSBESTIMMUNGEN
7.1 Diese Schiedsrichterordnung kann endgültig nur vom Verbandstag oder vom
Verbandsausschuss geändert werden.

7.2 Diese Schiedsrichterordnung wurde am 27. März 1971 von der Landes-
tagung in Grünwald beschlossen, vom Verbandstag in Rothenburg o. d. T.
am 20./21. November 1976, vom Verbandstag in Uffenheim am 20./21. No-
vember 1982, vom Verbandstag in Uffenheim am 12./13. April 1986 geändert
und letztmals vom Verbandstag in Rothenburg o.d.T. am 13./14. April 2002
geändert.

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