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Phraseologie

Phraseology

HSK 28.1


Handbücher zur
Sprach- und Kommunikations-
wissenschaft
Handbooks of Linguistics
and Communication Science

Manuels de linguistique et
des sciences de communication

Mitbegründet von Gerold Ungeheuer (†)


Mitherausgegeben 1985"2001 von Hugo Steger

Herausgegeben von / Edited by / Edités par


Herbert Ernst Wiegand

Band 28.1

Walter de Gruyter · Berlin · New York


Phraseologie
Phraseology
Ein internationales Handbuch der
zeitgenössischen Forschung
An International Handbook of
Contemporary Research

Herausgegeben von / edited by


Harald Burger, Dmitrij Dobrovol’skij, Peter Kühn,
Neal R. Norrick
1. Halbband / Volume 1

Walter de Gruyter · Berlin · New York


" Printed on acid-free paper which falls within the guidelines
of the ANSI to ensure permanence and durability.

Library of Congress Cataloging-in-Publication Data

Phraseologie : ein internationales Handbuch zeitgenössischer For-


schung # Phraseology : an international handbook of contemporary
research / edited by Harald Burger ... [et al.].
p. cm. " (Handbooks of linguistics and communication science
# Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft ;
28.1"28.2)
Includes bibliographical references and index.
ISBN 978-3-11-017101-3 (v. 1 : alk. paper)
ISBN 978-3-11-019076-2 (v. 2 : alk. paper)
1. Phraseology. I. Burger, Harald. II. Title: Phraseology.
P326.5.P45P4687 2007
418"dc22
2006039480

ISBN 978-3-11-017101-3
ISSN 1861-5090

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek


Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie;
detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

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Printed in Germany
Typesetting: bsix, Braunschweig
Coverdesign: Rudolf Hübler, Berlin
Vorwort
Phraseologie ist eigentlich ein Zweig der Linguistik mit einer bereits hundertjährigen
Tradition, die bis zu Charles Ballys “Traité de stilistique française” (2 Bde., Heidelberg
1909) zurückreicht. Ballys Ideen wurden nicht unmittelbar weitergeführt, sondern erst
in den 40er Jahren von V.V. Vinogradov aufgenommen. Dies führte zur Entstehung
zahlreicher Arbeiten am russischen Material. Doch erst in den 70er Jahren des 20. Jahr-
hunderts hat sich die Phraseologie zu einem international anerkannten und expandie-
renden Forschungsgebiet entwickelt.
In den 70er und 80er Jahren gaben verschiedene Forscher (Adam Makkai “Idiom
Structure in English” 1972 für den anglistischen Bereich, Harald Thun “Probleme der
Phraseologie” 1978 für den romanistischen Bereich, Harald Burger/Annelies Buhofer/
Ambros Sialm “Handbuch der Phraseologie” 1982 und Wolfgang Fleischer “Phraseo-
logie der deutschen Gegenwartssprache” 1982 für den germanistischen Bereich, um
nur einige wichtige Publikationen zu nennen) mit sehr unterschiedlichen Konzeptionen
von Phraseologie einen Überblick über die Phraseologieforschung der damaligen Zeit.
Seither ist das Interesse an der Phraseologie sprunghaft gewachsen, wie die Vielzahl an
internationalen Tagungen und neuen Publikationen in den verschiedensten Teilberei-
chen des Gebietes zeigt. Es gibt auch bereits zusammenfassende Überblicksdarstellun-
gen, die allerdings keinesfalls den Status von Handbüchern haben (z.B. Christine Palm
“Phraseologie – Eine Einführung” 1997 und Harald Burger “Phraseologie – Eine Ein-
führung am Beispiel des Deutschen” 2. Aufl. 2003). 1999 wurde die “Europäische Ge-
sellschaft für Phraseologie” (EUROPHRAS) gegründet. Angesichts der Tatsache, dass
sich die Phraseologie zu einer eigenständigen linguistischen Disziplin entwickelt hat,
drängt sich nunmehr wieder eine aktuelle handbuchartige Übersicht über die neuen
Forschungen auf. Das Handbuch “Lexikologie” (2002, HSK) widmet der Phraseologie
bereits ein Kapitel, allerdings nur unter dem Aspekt “besondere Formen lexikalischer
Einheiten”, womit der Status der Phraseme nur partiell erfasst wird.
Es sind auch bereits umfangreiche Bibliographien (Joachim Lengert “Romanische
Phraseologie und Parömiologie” 1999; in elektronischer Form die EURALEX- und
EUROPHRAS-Bibliographien) vorhanden, deren Auswertung in einem Forschungs-
überblick sich aufdrängt.
Während in den 70er Jahren noch diskutiert wurde, ob man eine “enge” (strikt struk-
turalistisch orientierte) oder eine “weite” (auch pragma-, sozio- und psycholinguisti-
sche Aspekte einbeziehende) Konzeption von Phraseologie vertreten solle, besteht heu-
te weitgehend Konsens darüber, dass Phraseologie ein sehr breites Feld linguistischer
Phänomene und Fragestellungen umfasst. Ebenso ist nicht mehr zu bezweifeln, dass
Sprichwörter zumindest auch wichtige phraseologische Aspekte aufweisen. Eine für
die Phraseologie insbesondere im kontrastiven Bereich interessante Frage ist das Ver-
hältnis von Wortbildung und Phraseologie, das in verschiedenen Sprachen sehr unter-
schiedlich sein kann. Aus dieser Perspektive ist es vielleicht wichtiger, die idiomati-
schen Aspekte der Wortbildung hervorzuheben, als strikte Grenzen zwischen den Be-
reichen zu ziehen.
Manche Autoren sprechen z.B. von “formelhafter Sprache” in einem sehr weiten
Sinne, um Verwechslungen mit einer im engen Sinne strukturalistisch verstandenen
“Phraseologie” zu vermeiden. Die Herausgeber des vorliegenden Handbuchs halten
VI Vorwort

diese terminologische Vorsicht für unangebracht, angesichts der zunehmenden Ver-


wendung des Ausdrucks “Phraseologie” im weiten Sinne (vgl. dazu Art. 1.). Ein Hand-
buch “Phraseologie” wird also auch den großen Bereich der nur schwach idiomati-
schen Wortverbindungen (“Kollokationen” und ähnliche Erscheinungen) berücksichti-
gen müssen, ebenso wie die “Routineformeln” und die linguistischen Aspekte von
Sprichwörtern und verwandten satzwertigen Verbindungen, schließlich sogar die phra-
seologischen Aspekte von Texten bzw. Textmustern.
Die neueren Entwicklungen haben dazu geführt, dass die Fragen der Klassifikation
und der Terminologie (vgl. dazu Art. 1), die in den Anfängen der Forschung dominant
waren, in den Hintergrund gerückt sind. Nach wie vor aktuell sind morphosyntakti-
sche, semantische, pragmatische und textlinguistische Aspekte der Phraseologie. Eine
Reihe von Fragestellungen, wie z.B. die kognitive Orientierung der Phraseologie oder
interkulturelle und kultursemiotische Gesichtspunkte, haben sich in den letzten Jahren
als besonders produktiv erwiesen.
Die empirische Basis der Phraseologieforschung ist in jüngster Zeit beträchtlich er-
weitert worden. Die großen Korpora, wie sie zuerst im angelsächsischen Sprachraum,
neuerdings aber auch z.B. in Deutschland, Frankreich, Österreich, der Tschechischen
Republik und Russland erstellt wurden, ermöglichen nicht nur eine stärkere Absiche-
rung theoretischer Annahmen (zu verschiedenen der oben genannten Problembereiche
können von der Korpuslinguistik neue Aufschlüsse erwartet werden), sondern eröffnen
auch neue methodische Zugänge zur Auffindung und Abgrenzung phraseologischer
Erscheinungen. Insbesondere auch der Bereich der Kollokationen wird durch diese
Methoden besser erschließbar.
Die Situation ist also in verschiedener Hinsicht grundlegend anders als zur Zeit des
Handbuchs von Burger/Buhofer/Sialm (1982), als es in vielen Bereichen darum ging,
relevante Fragestellungen überhaupt erst zu formulieren. Das neue Handbuch kann be-
reits auf breitem Wissen und reichhaltiger Forschung aufbauen. Gesichertes Wissen zu-
sammenzufassen ist also das erste Ziel. Darüber hinaus sollen selbstverständlich offene
Fragen diskutiert und Desiderata der Forschung formuliert werden.
Trotzdem sind wir uns darüber im Klaren, dass auch nur annähernde Vollständigkeit
des Themenspektrums nicht zu erreichen war. Verzögerungen, die mit einem Hand-
buchunternehmen naturgemäß verbunden sind, und unterschiedliche Schwerpunktset-
zungen der einzelnen Autoren haben dazu geführt, dass nicht alle Themen in gleicher
Weise vertreten und ausgearbeitet sind. Der Umfang der einzelnen Beiträge hängt nicht
nur vom Thema des Artikels, sondern ebenso sehr auch von der jeweiligen For-
schungslage und der Aktualität des Themas ab. Ebenso liegt es in der Natur eines ge-
druckten Handbuchs, dass Literatur der allerjüngsten Zeit nicht vollständig berücksich-
tigt werden kann.
Das Handbuch besteht aus zwei Teilbänden. Die Aufteilung wurde aus technischen
Gründen vorgenommen. Der erste Teilband umfasst die Kapitel I-XIII (Artikel 1-51),
der zweite Teilband die Kapitel XIV-XX (Artikel 52-95) einschließlich des Namen-
und Sachregisters.
Insgesamt haben 96 Autorinnen und Autoren an diesem Handbuch mitgearbeitet. Im
ersten Teilband werden nach einer kurzen Diskussion terminologischer und klassifika-
torischer Grundprobleme die grundlegenden strukturellen, semantischen und semioti-
schen Aspekte der Phraseme behandelt. Diese Darstellung wird durch die pragmatische
Vorwort VII

Perspektive erweitert, wobei es zunächst um grundsätzliche pragmatische Fragestellun-


gen geht, die anschließend auf die Textebene und die Frage von Schriftlichkeit und
Mündlichkeit ausgedehnt werden. Die Verwendung von Phrasemen wird weiter spezi-
fiziert unter soziolinguistischen, fachsprachlichen, arealen, sowie kontrastiven und in-
terkulturellen Gesichtspunkten.
Im zweiten Halbband wird die Perspektive erweitert auf die Phraseologie einzelner
Sprachen. Darüber hinaus geht es um kognitive und psycholinguistische Aspekte der
Phraseologie sowie um den Spracherwerb. Ein wichtiger Akzent liegt auf dem Theo-
rie-Praxis-Verhältnis und den Anwendungsbereichen Phraseodidaktik, Phraseographie
sowie um computer- und korpuslinguistische Aspekte der Phraseologie. Den Ab-
schluss bildet ein Überblick über die historische Phraseologie von Einzelsprachen.
In Kapitel I, das den ersten Teilband eröffnet, geht es um den Objektbereich der
“Phraseologie”, dessen Umfang und Merkmale, und damit verbunden um Grundfragen
der Terminologie und Klassifikation. Die Herausgeber des Bandes stellen auf der Basis
aller vorliegenden Artikel die von den Autoren verwendeten Konzepte von “Phraseolo-
gie” und die entsprechende Begrifflichkeit vergleichend dar und diskutieren u.a. die
Frage, ob eine Vereinheitlichung der Terminologie sinnvoll und wünschbar ist.
In Kapitel II werden strukturelle Aspekte der Phraseme behandelt. Es wird eine
Übersicht über die relevanten morphologischen Besonderheiten der Phraseme gegeben
und das Verhältnis zwischen Wortbildung und Phraseologie erläutert. Berücksichtigt
wird auch die Rolle der Orthographie für die schriftsprachliche Konstitution und die
Abgrenzung von Phrasemen. Aus dem Bereich der Syntax werden valenztheoretische
und generative Ansätze herausgegriffen sowie die Beschreibung der Phraseme im Rah-
men der Grammar.
In Kapitel III geht es um die Semantik der Phraseme. Es beginnt mit Überlegungen
zu einer für die Analyse von Idiomen geeigneten Metasprache. In einem weiteren Arti-
kel wird die semantische Rolle einzelner Wörter in Phrasemen und die Motivation der
Phraseme (Metapher, Metonymie, usw.) behandelt, wobei die Quellen und Arten der
Idiomatizität und Grade der Analysierbarkeit unterschieden werden. In einem dritten
Artikel geht es um die Darstellung der paradigmatischen Strukturen in Phrasemen (se-
mantische Felder, Synonymie, Antonymie, usw.). Ein letzter Artikel beschäftigt sich
mit den Lexikalischen Funktionen der Meaning-Text-Theory als Werkzeug für die Ana-
lyse von Phrasemen.
Kapitel IV bezieht sich auf die Pragmatik, Stilistik und Rhetorik der Phraseme. An
pragmatischen Gesichtspunkten werden angesprochen: Phraseme als Sprechakte; Phra-
seme im Rahmen der Grice’schen Pragmatik und der Relevanztheorie; Phraseme aus
der Perspektive der Höflichkeitstheorie und damit zusammenhängender Konzepte,
schließlich aus der Sicht der Konversationsanalyse. Ein zweiter Artikel betrifft die Fra-
ge, welche Rolle die Phraseme für die Ausprägung von Textstilen spielt. Hierbei geht
es u.a. um Einstellungskundgaben, Selbstprofilierung, Adressatenorientierung usw. Ein
dritter Artikel greift exemplarisch einen für die Phraseologie besonders wichtigen As-
pekt der Rhetorik heraus: die Argumentation.
Semiotische Aspekte der Phraseme werden in Kapitel V behandelt. Hier geht es um
die Darstellung des speziellen Zeichencharakters von Phrasemen, da Phraseme ein se-
kundäres semiotisches System bilden. Es kommen die semiotischen Dimensionen (Se-
mantik, Syntaktik, Pragmatik) zur Sprache sowie das semiotische Verhältnis von Phra-
VIII Vorwort

seologie und Parömiologie und die Rolle der Frequenzanalyse. Dabei wird eine mög-
liche Verankerung der Phraseologie in verschiedenen semiotischen Richtungen und
Traditionen diskutiert.
Das Kapitel VI, Phraseme im Diskurs, beginnt mit allgemeinen Überlegungen zur
Funktion der Phraseme in gelesener, gehörter, geschriebener und gesprochener Form.
Ein weiterer Artikel befasst sich mit der besonderen Rolle der Phraseme bei Textbil-
dung und Textprogression. Aufgrund ihres polylexikalischen Aufbaus und ihrer se-
mantischen Spezifik haben Phraseme besondere Möglichkeiten und Aufgaben text-
struktureller Art. Aus dem großen Bereich der soziolinguistischen und diskursanalyti-
schen Fragestellungen werden zwei Bereiche herausgegriffen, die sich unter
phraseologischer Perspektive als besonders interessant herausgestellt haben: Jugend-
sprache und Stadtsprache.
Zu Phrasemen in einzelnen Text- und Gesprächssorten (Kapitel VII) gibt es bereits
eine Vielzahl von Einzelstudien. Die Artikel dieses Kapitels sind einigen Textarten ge-
widmet (Texte der Printmedien, der audiovisuellen Medien, politische Rede, Werbetex-
te, Witze, Comics, populärwissenschaftliche Texte sowie populäre Kleintexte wie z.B.
Horoskope), die sich durch besonders interessante Phrasemverwendungen auszeich-
nen. Sowohl in den generellen Überlegungen wie bei den einzelnen Textsorten wird
das Konzept der “Funktion” des Phrasems problematisiert und diskutiert.
In Kapitel VIII, Phraseologie in literarischen Texten und Autorenphraseologie, wird
zunächst die Frage nach den spezifischen Funktionen von Phrasemen in literarischen
Texten behandelt. Anschließend wird der Gebrauch der Phraseme bei einigen Autoren
untersucht, die bereits die Aufmerksamkeit der Phraseologieforschung auf sich gezo-
gen haben (Spenser, Emerson, Kraus, Proust, Dostoevskij). Schwerpunkte sind die
kontextuelle Einbettung der Phraseme, ihre Rolle bei der Gestaltung größerer Textab-
schnitte, autorenspezifische Modifikationen von Phrasemen, das Verhältnis zwischen
dem Zeitspezifischen und dem Autorspezifischen. Die Verschiedenartigkeit der ausge-
wählten Autoren dient dazu, die unterschiedlichen Aspekte des Begriffs “Autorenphra-
sem” zu zeigen.
Sprichwörter (Kapitel IX) werden sowohl als Phraseme als auch als kulturelle Ein-
heiten oder Gegenstände der Volkskunde betrachtet. Der erste Artikel behandelt die
sprachwissenschaftlichen Besonderheiten von Sprichwörtern. Es werden Sprichwörter
von verwandten Erscheinungen wie Idiomen, Zwillingsformeln, Klischees, Sentenzen,
Aphorismen, Anspielungen usw. abgegrenzt. Diskutiert werden charakteristische
Sprichwortmuster und -rahmen sowie die formelhaften Eigenschaften von Sprichwör-
tern, wie Prosodie, Parallelismen und Bildhaftigkeit, sodann auch systematische Bezie-
hungen zwischen Sprichwörtern, wie z.B. Synonymie und Antonymie. Der zweite Ar-
tikel behandelt Sprichwörter als kulturelle Einheiten und Gegenstände der Volkskunde,
insbesondere auch die Entstehung und Weiterentwicklung von Sprichwörtern. Das
Auftreten und die Funktionen von Sprichwörtern in der Werbebranche, in der Popmu-
sik, in den Medien, in der Literatur usw. werden thematisiert. Im letzten Artikel werden
Nachschlagewerke für Sprichwörter in verschiedenen Sprachgemeinschaften, insbe-
sondere auch unter methodologischen Aspekten, besprochen.
In Kapitel X werden Besondere Typen von Phrasemen behandelt. Es geht dabei um
Phraseme mit einer charakteristischen Struktur (Zwillingsformen, komparative Phrase-
me) sowie Funktionsverbgefüge. Pragmatisch determinierte Phrasemtypen wie Routi-
Vorwort IX

neformeln, Slogans und andere Spruchsorten werden ebenfalls behandelt. Zum Schluss
werden phraseologische Fragestellungen auf die Textebene hin erweitert.
Kapitel XI widmet sich der Fachphraseologie. Diskutiert wird zunächst der spezifi-
sche Gebrauch von Phrasemen in Fachtexten, auch unter dem Aspekt des Verhältnisses
von Fachsprache und Gemeinsprache. Sodann werden exemplarisch zwei Bereiche
ausgewählt: Phraseme in juristischen und medizinischen Texten.
Areale Aspekte der Phraseologie stehen im Mittelpunkt von Kapitel XII. Ein erster
Artikel behandelt am Material verschiedener Sprachen den Forschungsstand und die
Methoden der Erforschung der dialektalen Phraseologie. Dabei geht es vor allem um
kognitiv-basierte und kultursemiotische Ansätze. Ein zweiter Artikel widmet sich aus
germanistischer Perspektive der Phraseologie der deutschen Dialekte, der bisherigen
Erfassung und Beschreibung dialektaler Phraseme u.a. in Lexika und Sprachatlanten
und diskutiert neue empirische Methoden und Fragen des Sprachkontakts. In einem
dritten Artikel geht es um die standardsprachliche Binnendifferenzierung des Deut-
schen aus phraseologischer Perspektive (Teutonismen, Helvetismen, Austriazismen
etc.). Der letzte Artikel befasst sich mit den nationalen Varietäten im britischen und
amerikanischen Englisch.
Ausgangspunkt von Kapitel XIII, Phraseme im Sprachvergleich und in der Überset-
zung, ist eine Diskussion zentraler Begriffe der kontrastiven Phraseologie, darunter vor
allem des Begriffs der “Äquivalenz” und der verschiedenen Auffassungen dieses Kon-
zepts. In diesem Zusammenhang werden auch praktische Anwendungsmöglichkeiten
der Ergebnisse kontrastiver Studien besprochen. Im zweiten Artikel fällt bei der Unter-
suchung interkultureller Aspekte der Phraseologie vor allem die Kategorie des Kultur-
wissens ins Gewicht. Es handelt sich dabei um bestimmte kognitive Strukturen (vom
kulturspezifischen Alltagswissen bis hin zu semiotisierten sekundären Zeichen), die in
der lexikalischen Struktur bestimmter Phraseme in verschiedenen Formen fixiert sind.
Berücksichtigt werden Untersuchungsergebnisse konkreter Sprachvergleiche. Den Fo-
kus des dritten Artikels bilden theoretische und praktische Problemen des Übersetzens
von Phrasemen. Es werden vor allem literarische, aber auch Gebrauchstexte berück-
sichtigt.
Der zweite Teilband beginnt mit Kapitel XIV, der Phraseologie einzelner Sprachen.
Exemplarisch werden einige indoeuropäische und nicht-indoeuropäische Sprachen
(inkl. Plansprachen) ausgewählt, deren Phraseologie entweder bereits hinreichend un-
tersucht ist oder zu denen wenig Literatur zugänglich ist (z.B. Chinesisch oder Ara-
bisch). Wünschenswert wäre natürlich eine breitere Palette von Sprachen, doch der li-
mitierte Umfang des Handbuchs und die beschränkten Möglichkeiten, Autoren zu ge-
winnen, reduzieren das Wünschbare auf das Machbare. Berücksichtigt werden dabei
u.a. die in der betreffenden Sprache vorkommenden phraseologischen Klassen und ihre
Besonderheiten sowie das Verhältnis zwischen Phraseologie und Wortbildung, kultur-
spezifische Züge, Auffälligkeiten der Metaphorik sowie auch die jeweilige For-
schungstradition. Die Gewichtungen der Gesichtspunkte sind je nach Sprache und Au-
tor unterschiedlich.
Kognitive und psycholinguistische Aspekte der Phraseologie bilden den Schwerpunkt
von Kapitel XV. Wichtigstes Ziel der kognitiv orientierten Phraseologieforschung ist
die Aufdeckung der Rolle der bildlichen Bedeutungskomponente beim Funktionieren
der Idiome (erster Artikel). Viele Besonderheiten der Semantik, Pragmatik und Syntax
X Vorwort

von Idiomen lassen sich auf die Spezifik der zugrundeliegenden Metaphernstruktur zu-
rückführen. Unter psycholinguistischer Perspektive werden Fragen der Speicherung
von Phrasemen, die psychischen Prozesse bei der Produktion sowie beim Verstehen
und Verarbeiten behandelt, und zwar einerseits mit Fokus auf der amerikanischen
(zweiter Artikel) und der europäischen (dritter Artikel) Forschungstradition.
In Kapitel XVI, Spracherwerb und Didaktik der Phraseme, geht es zunächst um die
Frage der altersspezifischen Entwicklung des Gebrauchs und Verstehens von Phrase-
men. Dabei kommen sowohl naturalistische (Beobachtung, Aufzeichnung auf Daten-
träger) als auch experimentelle Methoden zur Sprache. In zwei Artikeln werden diese
Probleme für den Erstspracherwerb und für den Zweitsprachenerwerb behandelt. Das
Kapitel beschäftigt sich ferner mit dem aus phraseologischer Sicht bisher vernachläs-
sigten Gebiet des Muttersprachen- und Fremdsprachenunterrichts. Im Artikel über die
Behandlung der Phraseme im Muttersprachenunterricht geht es vor allem um histori-
sche, stilistische und pragmatische Fragestellungen. Im Bereich des Fremdsprachenun-
terrichts stehen dagegen das Erlernen, Üben, Behalten und situationsadäquate Anwen-
den von Phrasemen im Vordergrund.
Die beiden einleitenden Artikel von Kapitel XVII, Phraseographie, behandeln die
theoretischen, methodologischen und praktischen Probleme der ein- und zweisprachi-
gen Phraseographie. Im Weiteren werden die phraseographischen Traditionen verschie-
dener Sprachen dargestellt. Die Phraseographie ist in den hier besprochenen Sprachen
sehr unterschiedlich ausgeprägt und entwickelt. In den jeweiligen Artikeln werden so-
wohl die historische Entwicklung der Phraseographie als auch die gegenwärtige Situa-
tion der ein- und zweisprachigen Wörterbücher dargestellt.
In Kapitel XVIII, Computerlinguistische Aspekte der Phraseologie, werden Phrase-
me im Kontext der maschinellen Übersetzung, automatischen Spracherkennung und
Spracherzeugung thematisiert. Ein wichtiges computerlinguistisches Problem besteht
darin, Phraseme automatisch als solche zu erkennen. Die Schwerpunkte des ersten Ar-
tikels sind Methoden der Datengewinnung aus den Korpora, Identifikation der Phrase-
me durch Kodierung und syntaktische Analyse sowie ihre semantische Repräsentation
im Lexikon. Der zweite Artikel konzentriert sich auf Phraseme in NLP-Anwendungen
und auf Entwicklungstendenzen und neuere methodologische Ansätze.
Im Kapitel XIX, Korpuslinguistische Aspekte der Phraseologie, werden die für die
Phraseologie relevanten Ergebnisse der aktuellen korpusbasierten Projekte beschrie-
ben. Aus theoretischer Sicht sind folgende Aspekte zu erwähnen: Das korpuslinguisti-
sche Herangehen führt zu einer neuen Sicht vieler Begriffe und Probleme der Phraseo-
logie (darunter Frequenz, Gebräuchlichkeit, Festigkeit/Stabilität vs. Variabilität und ih-
re Grenzen, Lexikalisierung, Usualisierung). Aus lexikographischer Sicht ermöglicht
das korpuslinguistische Herangehen, die Gestaltung der Lemmata zu präzisieren, ein
enormes empirisches Material auszuwerten und auf seiner Grundlage relevante seman-
tische, pragmatische und kombinatorische Eigenschaften der Phraseme aufzudecken
und zu beschreiben. Der erste Artikel behandelt korpuslinguistische Methoden anhand
englischer Korpora, der zweite Artikel anhand deutscher Textkorpora. Der dritte Arti-
kel befasst sich mit dem WWW als Korpus für Phraseme.
In allen Artikeln des Kapitels XX, Historische Phraseologie, werden zum einen
Grundfragen behandelt, die sich für alle Sprachen stellen: Methodische Probleme der
Erfassung von Phrasemen und ihrer Bedeutungen in historischen Texten, Prozesse der
Vorwort XI

Entstehung von Phrasemen, Herkunftsbereiche, Verfestigungsprozesse, lexikalischer,


morphosyntaktischer und semantischer Wandel, Aussterben von Phrasemen. Wichtige
Aspekte sind ferner die Standardisierung der Schriftsprachen und die Rolle der Dialek-
te für die Genese der Phraseme. Zum anderen wird das Spezifische der einzelsprach-
lichen historischen Entwicklung in den Vordergrund gestellt. Dabei wird so weit mög-
lich die Geschichte der Phraseologie auf dem Hintergrund der allgemeinen Sprach-
und Kulturgeschichte dargestellt. Die Auswahl der berücksichtigten Sprachen richtet
sich nach bereits vorliegenden einschlägigen Untersuchungen.
Namen- und Sachregister im zweiten Teilband schließen das Handbuch ab. Auf ein
Abkürzungsverzeichnis wurde verzichtet, da sowohl in den Artikeltexten als auch in
den Literaturverzeichnissen (wissenschaftlich) konventionalisierte Abkürzungen ver-
wendet wurden.
Folgende Schreibkonventionen wurden vereinbart, die bei den meisten Artikeln ein-
gehalten werden: metasprachlich erwähnte Phraseme und sonstige sprachliche Ausdrü-
cke in Kursivschrift, Bedeutungsangaben in einfachen Anführungszeichen, die wörtli-
che Bedeutung eines Phrasems gegebenenfalls in doppelten Anführungszeichen; eben-
falls Zitate, Termini und Titel von Wörterbüchern in doppelten Anführungszeichen.
Die Vernetzung der Artikel kommt u.a. auch in den Artikelverweisen (vgl. Art.) zum
Ausdruck.
Das neue Handbuch soll verschiedenste Adressatengruppen ansprechen: Linguisten,
Literaturwissenschaftler, Lexikographen, Didaktiker, Übersetzer, Psychologen, Ethno-
logen und Soziologen.
Wir möchten unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern danken, die uns bei der Re-
daktion, den Korrekturen und der Übersetzung geholfen haben: Maximiliane Frobe-
nius, Johannes Glembek, Gabi Hennen, Hiloko Kato, Stephen Miller und Corinna Nor-
rick.
Die Herausgeber hoffen, dass das Handbuch “Phraseologie” zur Konsolidierung und
zur Integration der Phraseologie beiträgt sowie ihre Entwicklung durch konzeptionelle
Forschungsimpulse voranbringt.

August 2006 Harald Burger (Zürich)


Dmitrij Dobrovol'skij (Moskau)
Peter Kühn (Trier)
Neal R. Norrick (Saarbrücken)
Foreword
Phraseology is a branch of linguistics with a significant tradition reaching back to
Charles Bally’s “Traité de stilistique française” (2 vols., Heidelberg, 1909). Bally’s
ideas were not extended immediately, but they were taken up by V.V. Vinogradov in
the 1940s, leading to the initiation of numerous publications on Russian materials.
Phraseology did not, however, become an internationally recognized and expanding
area of research until the 70’s of the previous century. In the 70’s and 80’s various
scholars (Adam Makkai “Idiom Structure in English” 1972 for English, Harald Thun
“Probleme der Phraseologie” (1978) for the Romance Languages, Harald Burger/An-
nelies Buhofer/Ambros Sialm “Handbuch der Phraseologie” (1982) und Wolfgang
Fleischer “Phraseologie der deutschen Gegenwartssprache” (1982) for German, to
name just a few important publications) gave an overview of phraseology for that era
from very different perspectives. Since then interest in phraseology has grown by leaps
and bounds, as demonstrated by the abundance of international conferences and new
publications in the various special areas of the field.
There are also already summary overviews of phraseology, though none with the sta-
tus of proper handbooks. Palm (1997) and Burger (1998) represent new introductions
to phraseology. 1999 saw the establishment of the “European Society for Phraseology/
Europäische Gesellschaft für Phraseologie” (EUROPHRAS), a sign of the necessity
for international exchange in this area of research. Now that phraseology has evolved
into an independent linguistic discipline, an up-to-date handbook representation of re-
cent phraseological research has become a compelling obligation. The “Handbook of
Lexicology/Handbuch der Lexikologie” (2002 HSK) dedicated a chapter to phraseol-
ogy, but only under the heading of “special forms of lexical units”, so that set phrases
as units in their own right were only indirectly included.
In the meantime, comprehensive new bibliographies have appeared (Joachim Len-
gert: “Romanische Phraseologie und Parömiologie” 1999; the Euralex and Europhras
Bibliographies in electronic form), awaiting evaluation in a fresh overview of relevant
research.
While in the 70s the discussion still raged whether we ought to propagate a “narrow”
(strict formal-structuralist orientation) or a “wide” (including pragmatic, sociolinguistic
and psycholinguistic perspectives) conception of phraseology, today there is a general
consensus that phraseology encompasses a very broad palette of linguistic phenomena
and issues. Similarly, it can no longer be denied that proverbs possess important phra-
seological characteristics. An interesting issue for phraseology, especially from a con-
trastive linguistic point of view, is the relationship between word-formation and phra-
seology, since this relationship manifests itself in different ways from one language
system to the other. From this perspective, it is perhaps more important to stress the
idiomatic character of word-formation, rather than to draw a strict line between the two
areas.
Some authors speak of “formulaic language” in a very general sense to avoid confu-
sion with a narrowly structuralist definition of phraseology. The editors of this Hand-
book consider this terminological caution unnecessary, in light of the increasing use of
the term phraseology in the more general sense (compare Article 1). This new Hand-
book of Phraseology therefore includes the large territory of weakly idiomatic word
Foreword XIII

groups (collocations and similar phenomena), along with the routine formulae and the
linguistic characteristics of proverbs and related sentence-level units, as well as phra-
seological aspects of texts and text patterns.
The new developments in phraseology have led to a re-evaluation and re-definition
of the questions and terminology (see Article 1) which were dominant at the beginning
of research in this field. Of continuing interest are morphological, syntactic, semantic,
pragmatic, and textlinguistic aspects of phraseology. In the meantime, certain special
areas of research in phraseology have come to assume a central role, namely: the cog-
nitive basis of phraseology (as an area of Cognitive Linguistics, especially in connec-
tion with cognitive linguistic research on metaphor), along with intercultural and cul-
tural semiotic aspects of phraseology.
The empirical basis of research in phraseology has expanded considerably in recent
years. The large corpora, initially produced in the Anglo-American language commun-
ity, but now in Germany, France, Austria, the Czech Republic and Russia as well, are
rendering our theoretical assumptions more testable (we can expect new impulses from
corpus linguistics for some of the above mentioned areas), but they are also opening
new methodological approaches for discovering and distinguishing phraseological phe-
nomena. Especially the area of collocation is becoming more clearly defined through
corpus linguistic methods.
The situation is thus in many respects fundamentally different from the era of the
Handbook by Burger/Buhofer/Sialm (1982), in so far as they were concerned with ini-
tial formulations of relevant issues in many cases. This new Handbook already builds
on a basis of broad knowledge and rich research. Summarizing established knowledge
is therefore the first goal of the new Handbook. Beyond that, of course, open questions
are discussed and desiderata for future research are formulated.
We are nevertheless aware that we have only been able to achieve an approximation
to completeness in the areas represented. Delays, which are unavoidable in the under-
taking of a handbook, and the special interests of the contributing authors conspire to
ensure that all topics do not receive the same kind or the same amount of attention.
The coverage and length of the individual articles depends not only on the topics them-
selves, but also very much on the current research situation and the interests of the au-
thors themselves. It is also in the nature of a handbook that the most recent literature
cannot receive as much attention as it may deserve.
The handbook falls into two volumes for technical reasons. The first volume con-
tains chapters I-XIII (articles 1-51), and the second volume contains chapters XIV-XX
(articles 52-95) along with the name and subject indexes. All together ninety-six au-
thors contributed to this handbook. In the first volume, following a brief consideration
of terminology and classification, fundamental structural, semantic and semiotic as-
pects of set phrases are discussed. This discussion extends to comprise pragmatic per-
spectives, initially fundamental pragmatic issues and then text-linguistic matters, in-
cluding written versus oral discourse. The forms and functions of formulaicity are fur-
ther investigated under the perspectives of sociolinguistics, language for special
purposes, and areal linguistics as well as contrastive and intercultural points of view. In
the second volume, the scope broadens to embrace phraseology in individual lan-
guages. In addition, cognitive and psycholinguistic aspects of phraseology along with
language acquisition come in for attention. The handbook places special emphasis on
XIV Foreword

the relation between theory and practice and on areas of application: phraseodidactics
and phraseography along with computer and corpus linguistic aspects of phraseology.
An overview of the historical phraseology of individual languages rounds out the sec-
ond volume.
Chapter I, which opens the first volume, concerns the subject area of phraseology,
its range and characteristics, and in relation to them, fundamental issues of terminology
and classification. On the basis of the articles assembled here, the editors of the vol-
ume describe and compare different concepts of phraseology and the terminology used
by the authors in their respective articles. They further discuss the desirability and prac-
ticability of a standardization of terminology.
The second chapter covers Structural aspects of set phrases. It gives an overview of
the relevant morphological features of fixed expressions and describes the relationship
between word-formation and phraseology, as well as considering the role of orthogra-
phy for the written instantiation and distinction of set phrases. In regard to syntax, it
sketches valence theoretical and generative approaches as well as problems concerning
the description of set phrases in Construction Grammar.
The third chapter concerns the Semantics of set phrases. It begins with a discussion
of the metalanguage appropriate to the study of set phrases. A further section covers
the semantic role of single words in set phrases and the motivation of set phrases
(metaphor, metonymy etc.), distinguishing sources and types of idiomaticity, degrees
of analyzability. A third section contains a treatment of paradigmatic structures in set
phrases (semantic fields, synonymy, antonymy etc.). A final section is devoted to Lex-
ical Functions in Meaning-Text Theory as a tool for analyzing restricted collocations.
The fourth chapter addresses Pragmatic, stylistic, and rhetorical issues in phraseol-
ogy. It considers Gricean Pragmatics and Relevance Theory, discussing set phrases and
implicature, single stage versus two-stage interpretation. It also contains a discussion
of set phrases and politeness theory, including face-threatening acts, power, rapport
and inference, finally, from the perspective of Conversation Analysis as well. A second
article contains a discussion of stylistic properties and functions of set phrases in dis-
course, including who uses set phrases, with whom, and to what effect; where set
phrases occur in discourse; set phrases as discourse markers, set phrases and deixis and
so on. A third section concentrates on the role of set phrases in a central area of dis-
course analysis, namely argumentation.
Semiotic aspects of set phrases stand at the center of interest in the fifth chapter. This
chapter deals with the specific sign character of set phrases from the particular perspec-
tives of syntax, semantics and pragmatics, in so far as set phrases form a secondary
semiotic system, while covering the possible embodiment of phraseology in different
semiotic directions and traditions. In particular, it considers the relationship between
phraseology and paremiology, and the role of frequency analysis.
The sixth chapter, Set phrases in discourse, begins with a general consideration of
set phrases in reading and listening, writing and speaking. A second article explores
the special role set phrases play in the formation and progression of texts, due to their
polylexemic structure and their characteristic semantics. From the disciplines of socio-
linguistics and discourse analysis, two important topic areas have been chosen for their
special significance from a phraseological perspective: adolescent language and city
language.
Foreword XV

On the topic of Set phrases in types of texts and conversation (chapter VII) there are
already a number of individual investigations. The articles in this chapter address vari-
ous types of texts marked by their characteristic use of set phrases: printed and audio-
visual texts, spoken political texts, advertising texts, jokes and comics, popular science
texts and short personal-interest texts such as horoscopes. Authors address the concept
of the “function” of set phrases in general as well as in individual text types.
Chapter VIII, Phraseology of literary texts and individual authors, initially addresses
the question of specific functions of set phrases in literary texts. Following this general
consideration of phraseology in literary texts, it selects just a few exemplary authors
who have previously attracted the attention of phraseology researchers, namely Spens-
er, Emerson, Karl Kraus, Proust, and Dostoevskij. The linguistic description goes be-
yond a systematic structural analysis to focus on the contextualisation of set phrases,
their role in the constitution of larger textual units, particular authorial modifications of
set phrases and the relationship between the authors’ usage and that characteristic for
their respective language eras. The diversity of the authors chosen serves to demon-
strate the various aspects of the term “authorial set phrase”.
Proverbs (chapter IX) are treated both as set phrases and as cultural artifacts or items
of folklore. The first section on proverbs as set phrases covers linguistic features of
proverbs. It distinguishes proverbs from related units such as idioms, binomials, cli-
chés, sayings, gambits, epigrams, allusions etc. It explores characteristic proverb pat-
terns and proverb frames. It deals with the formulaic properties of proverbs such as
prosody, parallelism and imagery. Systematic semantic relations between proverbs
such as synonymy and antonymy receive attention. Figurative properties of individual
proverbs are treated as well. The section on proverbs as cultural artifacts and items of
folklore covers the genesis and evolution of proverbs. It treats proverb occurrence and
functions in advertising, in popular songs, in the various media, in literature and so on.
A final section covers proverb dictionaries in different language communities, espe-
cially from a methodological point of view.
Particular types of set phrases come in for attention in chapter X: first those with a
characteristic structure such as binomials, similes and light verb constructions (includ-
ing contrastive perspectives), then pragmatically fixed types of set phrases, such as
routine formulae, slogans and the like. Finally, it addresses issues surrounding formu-
laicity at the text level.
Chapter XI considers Set phrases in technical language. It treats the specific use of
set phrases in language for special purposes, especially from the perspective of the re-
lationship between technical language and common language. The articles cover the
special features of set phrases and describe the functions of set phrases in two chosen
areas: legal texts and economic texts.
Areal aspects of phraseology make up the subject matter of chapter XII. The first
article addresses the state of the art and research methods in the phraseology of dia-
lects, based on data from various language communities. It focuses primarily on impor-
tant results from research on dialect phraseology from a cultural semiotic perspective.
The second article – from the perspective of German dialectology – concerns the phra-
seology of dialects, the collection and description of dialectal set phrases, e.g., in lex-
ical and language atlases, along with questions of language contact. A third article
treats standard language differences within German from a phraseological perspective
XVI Foreword

(Teutonisms, Helvetisms, Austrianisms, etc.). The last article deals with phraseology in
the national varieties of English.
The starting point for chapter XIII, Contrastive phraseology and translation, is a dis-
cussion of central concepts of contrastive phraseology, in particular the notion of
equivalence. Various practical applications of research on equivalence are discussed. In
the investigation of intercultural aspects of phraseology in the second article, the cate-
gory of cultural knowledge looms especially large. Certain cognitive structures (from
culture specific, everyday knowledge all the way to semiotized secondary signs),
which are fixed in the lexical structure of specific set phrases in different ways, are
considered. Research results from concrete language comparisons receive attention as
well. The third article then focuses on theoretical and practical problems of translation.
A successful translation of a set phrase is not necessarily a set phrase. Both literary and
practical texts are considered.
The second volume of this handbook begins with chapter XIV, the Phraseology in
individual languages. It singles out a few languages whose phraseology is already well
researched (including phraseology in planned languages) for purposes of exposition, as
well as languages for which little research on phraseology exists (e.g. Chinese and Ara-
bic). Of course, a broader palette of languages would be desirable, but limitations of
space in the Handbook and the difficulty of finding appropriate authors have reduced
the ideal to the possible. Classes of set phrases which occur in the languages in ques-
tion and their special properties as well as the relationship between phraseology and
word formation, culture specific characteristics, conspicuous patterns of metaphor,
will be considered. The weighting of these various factors differs by language and au-
thor.
Cognitive and psycholinguistic aspects of phraseology constitute the topic of chapter
XV. One main topic (first article) in a cognitive approach to phraseological research is
the role of image components of meaning in the functioning of idioms and the applic-
ability of the cognitive theory of metaphor to idiomaticity. Many special characteristics
of the semantics, pragmatics and syntax of idioms follow from the details of their meta-
phoric structure. This chapter also considers memorization of set phrases and psycho-
logical processes during the production and comprehension of set phrases, on the one
hand, in the American tradition (second article), and on the other hand, in the European
tradition (third article).
Chapter XVI, Language acquisition and language teaching, considers the age-spe-
cific development of set phrase use and comprehension. It takes both naturalistic (ob-
servation, records) and experimental methods into consideration. Two separate articles
treat this topic with regard to first language acquisition and second language acquisi-
tion. It also treats the often neglected field of phraseology in first and second language
teaching. The article concerning the topic of set phrases in first language teaching con-
templates primarily historical, stylistic and pragmatic problems. In the area of second
language teaching, by contrast, the acquisition, practice, memorization and adequate
use of set phrases are at the center of attention.
The first two foundational articles in chapter XVII, Phraseography, deal with the
theoretical, methodological and practical problems of monolingual and bilingual phra-
seography. Further, traditions of phraseography in different language communities are
considered. Phraseography has developed in divergent ways in the languages treated
Foreword XVII

here. The various articles describe not only the historical development of phraseology
but also the current situation in monolingual and bilingual dictionaries.
Chapter XVIII, Computer linguistic aspects of phraseology, covers set phrases in the
context of machine translation, automatic language recognition and production. One of
the central problems facing computer linguistics with regard to phraseology is the auto-
matic recognition of set phrases. The focal points of the first article are methods of data
collection from corpora, identification of set phrases through coding, and syntactic
analysis along with the semantic representation of set phrases in the lexicon. The sec-
ond article concentrates on set phrases in Natural Language Processing and on recent
developments and new methods.
The chapter on Corpus linguistic aspects of phraseology (XIX) describes the results
of current corpus-based projects relevant to phraseology. From a theoretical perspec-
tive, the following must be mentioned: a corpus linguistic approach leads to a new
view of many phraseological terms and problems (including frequency, familiarity,
stability versus variability and its boundaries, lexicalization, entrenchment). From a
lexicographical perspective, the corpus linguistic approach offers more precision in the
creation of lemmata, as well as enabling the evaluation of an enormous quantity of em-
pirical material. In this way, it also makes the appraisal and description of relevant se-
mantic, pragmatic and combination characteristics possible. The first article treats cor-
pus linguistic methods with English corpora, while the second article treats those with
German corpora. A final article explores the use of the World Wide Web as a resource
for research in phraseology.
Finally, in the articles in chapter XX, Historical phraseology, we come to basic phra-
seological questions which can be raised for any language: methodological problems
in the study of set phrases and their meaning in historical texts; the development of set
phrases; their origins, their gradual entrenchment as a permanent part of a language,
and their eventual disappearance from it; lexemic, morphosyntactic and semantic
changes. Important issues are also the standardization of written languages and the role
of dialect in the genesis of set phrases. In addition, the specifics of monolingual phrase
history are explored, illustrating the history of phraseology with the help of the general
history of language and culture. Besides considering phraseological and paremiological
work in the narrow sense, those lexicological, language-historical and folkloric studies
with a phraseological component are taken into account. A few languages have been
selected on the basis of apposite available research.
An index of names and subjects in volume two completes the Handbook.
The following writing conventions were established, and they are reflected in most
of the contributions: metalinguistically cited set phrases and other linguistic items in
italics, meanings and glosses in single quotes, the literal meaning of a set phrase in
double quotes where necessary; double quotes also for quoted passages, technical
terms and titles of dictionaries. No index of abbreviations was deemed necessary, since
standard (scholarly) abbreviations appear in the articles and their bibliographies.
Cross-references within the articles themselves, as in: (see Art.), contribute to the inter-
relatedness of the individual contributions.
This new Handbook seeks to address a broad and varied readership: linguists, liter-
ary scholars, lexicographers, pedagogues, translators, psychologists, ethnologists and
sociologists.
XVIII Foreword

We would like to thank our colleague and assistants, who have helped us with edit-
ing, correction and translation: Maximiliane Frobenius, Johannes Glembek, Gabi Hen-
nen, Hiloko Kato, Stephen Miller, and Corinna Norrick.
The editors hope that the Handbook of Phraseology contributes to the consolidation
and integration of phraseology and advances its development through conceptual re-
search impulses.

August 2006 Harald Burger (Zurich)


Dmitrij Dobrovol'skij (Moscow)
Peter Kühn (Trier)
Neal R. Norrick (Saarbrücken)
Inhalt/Contents

1. Halbband/Volume 1
Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . V
Foreword . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . XII

I. Einführung/Subject area, terminology and research topics


01. Harald Burger, Dmitrij Dobrovol’skij, Peter Kühn, Neal R. Norrick
1a. Phraseologie: Objektbereich, Terminologie und
Forschungsschwerpunkte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1
1b. Phraseology: Subject area, terminology and research topics . . . . . . . . 10

II. Strukturelle Aspekte der Phraseme/


Structural aspects of set phrases
02. František Čermák, Idioms and morphology . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
03. Irmhild Barz, Wortbildung und Phraseologie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27
04. Anke Levin-Steinmann, Orthographie und Phraseologie . . . . . . . . . . . . . 36
05. Barbara Wotjak, Antje Heine, Syntaktische Aspekte der Phraseologie I:
Valenztheoretische Ansätze . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41
06. Koenraad Kuiper, Syntactic aspects of phraseology II:
Generative approaches . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53
07. Helmuth Feilke, Syntaktische Aspekte der Phraseologie III:
Construction Grammar und verwandte Ansätze . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63

III. Semantik der Phraseme/Semantics of set phrases


08. Anatolij Baranov, The problem of the metalanguage . . . . . . . . . . . . . . . 77
09. Harald Burger, Semantic aspects of phrasemes . . . . . . . . . . . . . . . . . . 90
10. Kristel Proost, Paradigmatic relations of phrasemes . . . . . . . . . . . . . . . 110
11. Igor Mel’čuk, Lexical Functions . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 119

IV. Pragmatik – Stilistik – Rhetorik der Phraseme/


Pragmatic, stylistic, and rhetorical issues in phraseology
12. Natalia Filatkina, Pragmatische Beschreibungsansätze . . . . . . . . . . . . . . 132
13. Barbara Sandig, Stilistische Funktionen von Phrasemen . . . . . . . . . . . . 158
14. Jan Wirrer, Phraseme in der Argumentation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 175

V. Semiotische Aspekte der Phraseme/


Semiotic aspects of set phrases
15. Peter Grzybek, Semiotik und Phraseologie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 188
16. Elisabeth Piirainen, Phrasemes from a cultural semiotic perspective . . . . 208
XX Inhalt/Contents

VI. Phraseme im Diskurs/Set phrases in discourse


17. Stephan Stein, Mündlichkeit und Schriftlichkeit aus
phraseologischer Perspektive . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 220
18. Annette Sabban, Textbildende Potenzen von Phrasemen . . . . . . . . . . . . 237
19. Claus Ehrhardt, Phraseme in der Jugendsprache . . . . . . . . . . . . . . . . . . 253
20. Lorenz Hofer, Phraseologie in Stadtsprachen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 264

VII. Phraseme in einzelnen Text- und Gesprächssorten/


Set phrases in types of texts and conversation
21. Mariann Skog-Södersved, Phraseologismen in den Printmedien . . . . . . . 269
22. Lutz Köster, Phraseme in audiovisuellen Medien . . . . . . . . . . . . . . . . . 275
23. Stephan Elspaß, Phrasemes in political speech . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 284
24. Marjo Vesalainen, Phraseme in der Werbung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 292
25. Neal R. Norrick, Set phrases and humor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 302
26. Lutz Köster, Phraseme in populären Kleintexten . . . . . . . . . . . . . . . . . . 308
27. Kathrin Kunkel-Razum, Phraseme in populärwissenschaftlichen Texten . . 312

VIII. Phraseme in literarischen Texten und Autorenphraseologie/


Phraseology of literary texts and individual authors
28. Wolfgang Eismann, Phraseme in literarischen Texten . . . . . . . . . . . . . . . 316
29. Charles Clay Doyle, Proverbs in the works of Edmund Spenser . . . . . . . 330
30. Wolfgang Mieder, Proverbs in the works of Ralph Waldo Emerson . . . . . 337
31. Evelyn Breiteneder, Phraseme bei Karl Kraus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 348
32. Michel Martins-Baltar, Marcel Proust, Pragmatiker
der „gebräuchlichen Ausdrücke“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 355
33. Anatolij Baranov, Dmitrij Dobrovol’skij, Phraseme bei Dostoevskij . . . . . 366

IX. Sprichwörter/Proverbs
34. Neal R. Norrick, Proverbs as set phrases . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 381
35. Wolfgang Mieder, Proverbs as cultural units or items of folklore . . . . . . . 394
36. Tamás Kispál, Sprichwörtersammlungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 414

X. Besondere Typen von Phrasemen/


Particular types of set phrases
37. Csaba Földes, Phraseme mit spezifischer Struktur . . . . . . . . . . . . . . . . 425
38. Jeroen van Pottelberge, Funktionsverbgefüge und verwandte
Erscheinungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 436
39. Heinz-Helmut Lüger, Pragmatische Phraseme: Routineformeln . . . . . . . . 444
40. Ulla Fix, Der Spruch – Slogans und andere Spruchtextsorten . . . . . . . . . 459
41. Ulrich Dausendschön-Gay, Elisabeth Gülich, Ulrich Krafft,
Phraseologische/formelhafte Texte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 468
Inhalt/Contents XXI

XI. Fachphraseologie/Set phrases in technical language


42. Rosemarie Gläser, Fachphraseologie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 482
43. Anne Lise Kjær, Phrasemes in legal texts . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 506
44. Gertrud Gréciano, Phraseme in medizinischen Texten . . . . . . . . . . . . . . 516

XII. Areale Aspekte der Phraseme/


Areal aspects of phraseology
45. Elisabeth Piirainen, Dialectal phraseology: Linguistic aspects . . . . . . . . 530
46. Peter Zürrer, Phraseme aus germanistisch-dialektologischer Sicht . . . . . . 540
47. Regula Schmidlin, Phraseological expressions in German standard
varieties . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 551
48. Karin Aijmer, Set phrases in the national varieties of English . . . . . . . . . 563

XIII. Phraseme im Sprachgebrauch und in der Übersetzung/


Contrastive phraseology and translation
49. Jarmo Korhonen, Probleme der kontrastiven Phraseologie . . . . . . . . . . . 574
50. Annette Sabban, Culture-boundness and problems of cross-cultural
phraseology . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 590
51. Werner Koller, Probleme der Übersetzung von Phrasemen . . . . . . . . . . . 605

2. Halbband/Volume 2
XIV. Phraseologie einzelner Sprachen/
Phraseology in individual languages
52. Neal R. Norrick, English phraseology
53. Peter Kühn, Phraseologie des Deutschen: Zur Forschungsgeschichte
54. Kurt Feyaerts, Dutch phraseology
55. Claudine Moulin, Natalia Filatkina, Phraseology of Luxembourgish
56. Simon Neuberg, Phraseologie des Jiddischen
57. Christine Palm Meister, Phraseologie des Schwedischen
58. Salah Mejri, French phraseology
59. Stefania Nuccorini, Italian phraseology
60. María Teresa Zurdo, Phraseologie des Spanischen
61. Dmitrij Dobrovol’skij, Tatjana Filipenko, Russian phraseology
62. Peter Ďurčo, Slovak phraseology
63. Irma Hyvärinen, Phraseologie des Finnischen
64. Moufida Ghariani Baccouche, Arabic phraseology
65. Yong Liang, Phraseologie des Chinesischen
66. Mi-Ae Cheon, Phraseologie des Koreanischen
67. Sabine Fiedler, Phraseology in planned languages
XXII Inhalt/Contents

XV. Kognitive und psycholinguistische Aspekte/


Cognitive and psycholinguistic aspects
68. Dmitrij Dobrovol’skij, Cognitive approaches to idiom analysis
69. Raymond W. Gibbs, Jr., Herbert L. Colston, Psycholinguistic aspects
of phraseology: American tradition
70. Annelies Häcki Buhofer, Psycholinguistic aspects of phraseology:
European tradition

XVI. Spracherwerb und Didaktik der Phraseme/


Language acquisition and language teaching
71. Annelies Häcki Buhofer, Phraseme im Erstspracherwerb
72. Alison Wray, Set phrases in second language acquisition
73. Peter Kühn, Phraseme im Muttersprachenunterricht
74. Stefan Ettinger, Phraseme im Fremdsprachenunterricht

XVII. Phraseographie/Phraseography
75. Rosamund Moon, Phraseology in general monolingual dictionaries
76. Sophia Lubensky, Marjorie McShane, Bilingual phraseological
dictionaries
77. Anthony Cowie, English phraseography
78. Peter O. Müller, Kathrin Kunkel-Razum, Phraseographie des Deutschen
79. Ken Farø, Danish phraseography
80. Joachim Lengert, Phraseographie des Französischen
81. Massimo Fanfani, Phraseographie des Italienischen
82. Antonio Pamies, Spanish phraseography
83. Tatjana Filipenko, Valerij Mokienko, Phraseographie des Russischen
84. Jarmo Korhonen, Phraseographie des Finnischen
85. Vilmos Bárdosi, Regina Hessky, Phraseographie des Ungarischen

XVIII. Computerlinguistische Aspekte der Phraseologie/


Computational linguistic aspects of phraseology
86. Annely Rothkegel, Computerlinguistische Aspekte der Phraseme I
87. Ulrich Heid, Computational linguistic aspects of phraseology II

XIX. Korpuslinguistische Aspekte der Phraseologie/


Corpus linguistic aspects of phraseology
88. Rosamund Moon, Corpus linguistic approaches with English corpora
89. Manfred Sailer, Corpus linguistic approaches with German corpora
90. Jean-Pierre Colson, The World Wide Web as a corpus for set phrases
Inhalt/Contents XXIII

XX. Historische Phraseologie/Historical phraseology


91. Charles Clay Doyle, Historical phraseology of English
92. Jesko Friedrich, Historische Phraseologie des Deutschen
93. Claude Buridant, Historische Phraseologie des Französischen
94. Ottavio Lurati, Historische Phraseologie des Italienischen
95. Valerij Mokienko, Historische Phraseologie der slawischen Sprachen

Namenregister/Index of names
Sachregister/Index of Subjects
1

I. Einführung/Subject area, terminology and research topics

1a. Phraseologie: Objektbereich, Terminologie und


Forschungsschwerpunkte

1. Die Problematik wie man trotz terminologischer Differenzen


2. Der Oberbegriff für das gesamte Gebiet zu einer innerfachlichen Verständigung gelan-
3. Der Oberbegriff für die sprachliche Einheit gen kann. Auch soll der Beitrag als Anregung
4. Termini für Subklassen dienen, künftig auf terminologische Idio-
5. Termini für Grundbegriffe
6. Aussterbende Termini
synkrasien zu verzichten, wenn es sich
7. Synonyme Termini sprachlich und sachlich verantworten lässt.
8. Fachliche und alltagssprachliche Verschiedene Autoren haben von sich aus
Begrifflichkeit Überlegungen zur Terminologie angestellt
9. Probleme einer exhaustiven Klassifikation (Filatkina Art. 12, Fix Art. 40, Zurdo Art. 60,
10. Interessenabhängigkeit der Terminologie Hyvärinen Art. 63, Ghariani Baccouche Art.
11. Aspekte und Termini aus benachbarten 64, Cheon Art. 66, Lubensky/McShane Art.
Disziplinen 76, Cowie Art. 77, Farø Art. 79, Colson Art.
12. Desiderata 90), die in den folgenden Punkten berücksich-
13. Fazit
14. Literatur (in Auswahl)
tigt werden. Einige Autoren, vor allem aus
den romanischsprachigen Ländern, die ihre
Artikel auf Deutsch oder Englisch geschrie-
1. Die Problematik ben haben, haben sich den deutschen oder
englischen Terminologien angepasst. Einige
Bei der Konzeption des vorliegenden Hand- haben dennoch die in ihrer eigenen Sprache
buchs haben die Herausgeber versucht, zu üblichen Termini diskutiert, andere haben
Händen der Autoren eine einheitliche Termi- darauf verzichtet, so dass nur für einen Teil
nologie und Klassifikation zu erstellen. Seit der behandelten Sprachen ein Terminologie-
sich die Phraseologieforschung außerhalb der vergleich möglich ist.
damaligen Sowjetunion zu konstituieren be-
gann, gibt es Klagen über die terminologische 2. Der Oberbegriff für das gesamte
Uneinheitlichkeit, und diese Klagen sind bis
heute nicht verstummt (vgl. etwa die Listen Gebiet
von Termini bei Pilz 1981, 25ff., Schemann Das linguistische Gebiet hat nicht überall ei-
1993, XXVII ff., auch noch Wray 2002, nen allgemein gebräuchlichen Namen, der au-
44ff.). Die Unzufriedenheit mit dem (anfäng- ßerhalb der engeren fachlichen Kreise ver-
lichen) Begriffswirrwarr führte zu einzelnen standen wird. Immerhin hat sich “Phrase-
Versuchen, konsistente terminologische und ologie”/“phraseology”/“phraseologia” u.ä.
klassifikatorische Systeme aufzustellen, die deutsch, englisch, in den slavischen (russ.
aber nicht zu einer grundsätzlichen Verein- “фразеология” = “frazeologija”) und einem
heitlichung in der Forschung geführt haben. Teil der romanischen Sprachen weiträumig
Das neue Handbuch bietet die Gelegenheit, durchgesetzt. Selbst in der Forschung in
auf diesem Weg einen Schritt weiterzukom- nicht-indoeuropäischen Sprachen (zum Ara-
men. Nach langen Diskussionen sind die Her- bischen und Koreanischen vgl. Art. 64 u. 66)
ausgeber des Bandes allerdings zum Schluss hat teilweise eine Anpassung an diese For-
gelangt, nur vorsichtig in die terminologi- schungstradition stattgefunden: So ist bei-
schen Usancen der Autoren eingreifen zu spielsweise in der chinesischen Forschung
wollen. Bei bestimmten Artikeln, wo es leicht “shuyu” als Übersetzung des englischen
möglich war, haben sie die Autoren um Ver- “phraseology” bzw. des Russischen “frazeo-
einheitlichung gebeten, bei anderen musste logija” eingeführt (vgl. Liang Art. 65). Im
aber von vornherein darauf verzichtet werden. Französischen scheint keine derartige Über-
Der folgende Beitrag soll u.a. zeigen, welches einstimmung zu herrschen (unter anderem,
die Gründe dafür sind, dass es letzten Endes weil “phraséologie” außerhalb der linguisti-
nicht sinnvoll ist, auf einer Vereinheitlichung schen Disziplin eine pejorative Konnotation
zu bestehen. Zugleich soll gezeigt werden, haben kann). Mejri rückt statt dessen den Ter-
2 I. Einführung/Subject area, terminology and research topics

minus “frozenness” (entspricht frz. “fige- Oberbegriff für feste Wortkomplexe jeder Art
ment”) als zentrale Eigenschaft der phraseolo- (manchmal mit Ausnahme von Sprichwör-
gischen Phänomene in den Vordergrund, ohne tern). Einige Autoren unterscheiden dabei
das Gebiet selber einheitlich zu benennen. Phraseologismen im engeren und im weiteren
Einige Autoren behalten das (ältere) Ne- Sinne: Phraseologismen im engeren Sinne
beneinander von “Phraseologie” und “Par- sind durch das Merkmal der Idiomatizität ge-
ömiologie” explizit oder implizit (wie sich an kennzeichnet, während bei den Phraseologis-
den Termini für die sprachlichen Phänomene men im weiteren Sinne Kollokationen,
zeigt) bei (vgl. Bárdosi/ Hessky Art. 85, Eis- Sprichwörter und formelhafte Texte mit ein-
mann Art. 28). bezogen werden (z. B. Filatkina Art. 12, Hä-
In der modernen russischen Forschung ist cki Buhofer Art. 70); gelegentlich gelten als
“Phraseologie” eigentlich der Name für das Phraseologismen im engeren Sinne diejeni-
ganze Gebiet und man spricht von “Parömio- gen unterhalb der Satzgrenze, während dieje-
logie” nur, wenn man bewusst auf diesen nigen im weiteren Sinne Satzcharakter auf-
Teilbereich eingeht. Dann wird “Phraseolo- weisen (vgl. Liang Art. 65).
gie” im Sinne von ‘Rest der Phraseologie’ ge- In jüngster Zeit wird zunehmend der Ter-
braucht, was aber eher selten ist. minus “Phrasem”, engl. “phraseme” verwen-
Die Herausgeber des Handbuchs schlagen det (z. B. Baranov Art. 8, Burger Art. 9,
vor, künftig auf die Dichotomie “Phraseolo- Proost Art. 10, Mel’čuk Art. 11, Sandig Art.
gie” und “Parömiologie” zu verzichten und 13, Wirrer Art. 14, Piirainen Art. 16 und 45,
das ganze Gebiet als “Phraseologie” zu be- Stein Art. 17, Baranov/Dobrovol’skij Art. 33,
zeichnen. Kjaer Art. 43, Gréciano Art. 44, Sabban Art.
Dabei darf aber nicht übersehen werden, 50, Dobrovol’skij/Filipenko Art. 61, Häcki
dass ein einheitlicher Terminus noch keines- Buhofer Art. 70, Kühn Art. 73, Lubensky/
McShane Art. 76: “We will call phraseologi-
falls eine einheitliche Extension des Gebietes
cal units “phrasemes” in order to circumvent
garantiert. Es gab in der Anfangsphase der
the more semantically restricted label of
Phraseologie die Tendenz, das Forschungsge-
“idiom”. [...] The rationale for discussing
biet um der Konsolidierung willen gegen an- phrasemes instead of idioms per se is that pe-
dere linguistische Gebiete abzugrenzen. In dagogical and practical (e.g., in natural lan-
jüngster Zeit ist aber eher eine gegenläufige guage processing) experience has shown that
Tendenz zu beobachten, insbesondere seit knowledge of a broad range of (semi-)fixed
durch die Korpuslinguistik Fragestellungen entities is advantageous”, Filipenko/Mokien-
aufgekommen sind, die eine starke Verwandt- ko Art. 83, Rothkegel Art. 86, Heid Art. 87,
schaft mit herkömmlichen phraseologischen Mokienko Art. 95), gelegentlich kommen
Fragen haben, ohne sich aber mit diesen voll- “Phraseologismus”/engl. “phraseologism”
ständig zu decken. Daten in bisher nicht ge- und “Phrasem”/“phraseme” nebeneinander
kanntem Umfang, neue Arten von Daten, vor (z. B. Ďurčo Art. 62, Gläser Art. 42) oder
neue Analysemethoden führen zu neuen Fra- “phraseme” und “phraseological unit” (Sailer
gestellungen oder zur Neuformulierung alter Art. 89). In den deutschsprachigen Artikeln
Fragestellungen. des vorliegenden Handbuchs finden sich
“Phraseologismus” (z. B. Hofer Art. 20) und
“Phrasem” als Oberbegriff, wobei beide etwa
3. Der Oberbegriff für die sprachliche gleich oft gebraucht werden. Im Russischen
Einheit wird der Terminus “фразема” = “frazema”
äußerst selten verwendet, diese Funktion er-
Es ist offensichtlich nicht leicht, sich auf ei- füllt der herkömmliche Terminus “фразеоло-
nen umfassenden generischen Begriff zur Be- гизм” = “frazeologizm”, der schon aus der
zeichnung der phraseologischen Wortverbin- Schulgrammatik allgemein bekannt ist.
dungen zu einigen. Im Deutschen war und ist Englischsprachige Autoren sind jedoch oft
immer noch “Phraseologismus” weit verbrei- nicht bereit, sich auf den Terminus “phra-
tet. Im Russischen bezeichnet “фразеоло- seme” einzulassen. So wird “idiom” als Ober-
гизм” = “frazeologizm” (“Phraseologismus”) begriff verwendet (z. B. Gibbs/Colston Art.
allerdings je nach Konzeption entweder eine 69), daneben aber auch “collocation” (in sei-
Unterklasse (die in der deutschen Terminolo- ner älteren Bedeutung, vgl. 10.1.). Dies kann
gie als “Idiom” bezeichnet wird) oder ist der zu Missverständnissen mit denjenigen Termi-
1a. Phraseologie: Objektbereich, Terminologie und Forschungsschwerpunkte 3

nologien führen, bei denen “Idiom” und gie, haben entsprechend auch keinen Oberbe-
“Kollokation” Subklassen von “Phrasemen” griff für den gesamten Bereich.
sind. Als internationaler Terminus würde sich
Ein im Englischen weitgehend akzeptierter “Phrasem”/“phraseme” eignen, wenn auch
Terminus ist “set phrase” (Norrick Art. 25 die angelsächsischen Autoren sich darauf ver-
und 52, Aijmer Art. 48, Cowie Art. 77, Col- ständigen könnten. Angesichts der Dominanz
son Art. 90), der zumindest den Vorteil hat, des Englischen als Wissenschaftssprache wird
mit keiner der anderen Terminologien zu kol- man wohl eher bei einem Nebeneinander von
lidieren. Colson (Art. 90) spricht auch von “Phrasem/phraseme” und “set phrase” bleiben
“semi-fixed phrases” als Subklasse von “set müssen.
phrases” und macht die Sprachgebundenheit Der Terminus “Phrasem” hat allerdings den
der Termini explizit: “The general term set Nachteil, dass durch das Suffix -em stark der
phrase will be used as an English equivalent Systemaspekt betont wird (vgl. “Phonem”,
of the German Phraseologismus in the broad “Morphem”, “Lexem”, “Textem”). Es ist
sense, as defined by Burger (1998). It thus in- wohl nicht möglich, damit alles Formelhafte
cludes all fixed expressions of a language, außerhalb der Idiome, Kollokationen usw. ab-
such as collocations, idioms, quasi-idioms, zudecken. Sobald der engere Bereich der
catch phrases, routines, proverbs.” Phraseologie verlassen wird und Weiterungen
Verschiedentlich finden sich auch “phra- in irgendeiner Richtung stattfinden, ist “Phra-
seological expressions” (Schmidlin Art. 47, sem” nur noch mit Einschränkungen brauch-
Feyaerts Art. 54) oder “phraseological unit” bar. Die Herausgeber schlagen vor, “Phra-
(Fiedler Art. 67, Nuccorini Art. 59). sem”/“phraseme” – dort, wo der Terminus ge-
In den Artikeln zum Französischen, die al- braucht wird – für den engeren Bereich der
lerdings auf Deutsch oder Englisch geschrie- Phraseologie (also als Oberbegriff für Idiome
ben sind (vgl. 1.), gibt es keine einheitliche und Kollokationen) zu verwenden, bei einer
Praxis. Neben “Phrasem” finden sich “Phra- weiten Konzeption aber auf andere Termini
seologismus”, “phraseologische Einheit” als Oberbegriffe auszuweichen (z. B. “formel-
(Lengert Art. 80, der dies durchgehend als hafte Sprache”, “formulaic language” – so
Oberbegriff verwendet). Eine eigene Termi- Norrick Art. 52, Wray Art. 72, “feste Wort-
nologie, weil von der Literaturwissenschaft verbindung”, “formelhafte Texte” – so Dau-
herkommend, hat Martins-Baltar (Art. 32), sendschön-Gay/Gülich/Krafft Art. 41). Den-
der die von ihm dargestellten Phänomene (die noch ist es ratsam, für das linguistische Ge-
nicht durchwegs alle phraseologischen Merk- biet als Ganzes – in seinen engeren oder
male aufweisen, wie er explizit vermerkt) in weiteren Konzeptionen – den nunmehr doch
der deutschsprachigen Version als “gebräuch- eingebürgerten Terminus “Phraseologie” zu
liche Ausdrücke” bezeichnet. Mejri (Art. 58), verwenden.
der – wie gesagt – als dominierende Eigen-
schaft “frozenness” in den Vordergrund stellt, 4. Termini für Subklassen
hat keinen stabilen Terminus für die sprachli-
che Erscheinung, schließt sich aber meist Die Bezeichnung von Subklassen hängt na-
dem englisch dominanten Terminus “set türlich auch von der Wahl des Oberbegriffs
phrase” an. ab. Störende Konkurrenzen von terminologi-
Im Spanischen scheint sich “unidad fraseo- schen Systemen ergeben sich dann, wenn der-
lógica” (= “phraseologische Einheit”/“phra- selbe Terminus in einer Terminologie den
seological unit”) durchzusetzen (Zurdo Art. Oberbegriff, in einer anderen eine Subklasse
60, Pamies Art. 82). bezeichnet. Das ist besonders bei “Idiom”
Einige Autoren (z. B. Hyvärinen Art. 63) oder “Kollokation”, aber auch bei anderen
haben gar keinen Oberbegriff für alle phra- Termini der Fall, und hier muss man sich je-
seologischen Erscheinungen, sondern ver- weils vor Augen führen, welchem System der
wenden als zwei Hauptklassen “Phrasem” Begriff zuzuordnen ist.
und “Sprichwort” (vgl. 1.). Cowie verwendet z.B. (Art. 77) “set
Diejenigen Autoren, die sich mit Sprich- phrase” als Oberbegriff und “pure idiom”/“fi-
wörtern befassen (Mieder Art. 30 und 35, gurative idiom”/“collocation” als Unterbegrif-
Norrick Art. 34) sprechen von “proverb” (und fe. Bei Moon (Art. 88) sind “set phrases”,
verwandten Phänomenen). Sie diskutieren “idioms” und “formulae” Unterklassen von
nicht das Verhältnis zur gesamten Phraseolo- “phraseology”:
4 I. Einführung/Subject area, terminology and research topics

“Phraseology is used very generally to re- renten bildlichen Grundlage, die ihre aktuelle Be-
fer to recurrent lexicogrammatical patterning; deutung als Ergebnis der semantischen Derivation
set phrases to those recurrent patterns that ha- erscheinen lässt.
ve specialized meanings or functions; idioms 3. “frazeologičeskie sočetanija” (“phraseologische
to set phrases which are typically figurative Verbindungen”) = Kollokationen, deren Bedeutung
and which have non-compositional meanings. sich aus den Bedeutungen ihrer Konstituenten zu-
Formulae is used to refer to recurrent phrases sammensetzt, wobei eine der Konstituenten in ihrer
with specific functions but which are not ne- “phraseologisch gebundenen” Bedeutung auftritt,
cessarily problematic for meaning. Other d.h. als Kollokator fungiert (nach Dobrovol’skij/
terms, including proverb, simile, and phrasal Filipenko Art. 61).
verb, have their standard meanings” (ge-
kürzt). Die heute international vorherrschende Klas-
Terminologisch schwierig gestaltet sich die sifikation des phraseologischen Materials ba-
Begrifflichkeit, wenn in einer bestimmten siert auf Vinogradovs Unterteilung in relativ
Sprache die Subklassen durch sprachliche homogene Klassen (mit verschiedenen Varia-
und kulturelle Besonderheiten gekennzeich- tionen), nämlich in Idiome (die den ersten
net sind und eine Vergleichbarkeit eigentlich beiden Klassen von Vinogradov entsprechen),
nicht möglich ist. Dies ist beispielsweise im Kollokationen (= Klasse 3 bei Vinogradov)
Chinesischen der Fall, in dem die Subklassen und Sprichwörter (vgl. z. B. Mel’čuk Art. 11,
der “shuyu” hinsichtlich ihrer besonderen Baranov/Dobrovol’skij Art. 33, Sabban Art.
morphosyntaktischen Struktur, ihrer melodiö- 50, Feyaerts Art. 54, Dobrovol’skij/Filipenko
sen Rhythmik, ihrer metaphorischen Struktur Art. 61, Hyvärinen Art. 63, Häcki Buhofer
sowie auf Grund ihrer speziellen kommunika- Art. 70, Lubensky/McShane Art. 76, Rothke-
tiven und kulturspezifischen Verwendung ge- gel Art. 86, Heid Art. 87, Sailer Art. 89, Mo-
kennzeichnet sind und typisiert werden müs- kienko Art. 95). Oft werden auch “Routine-
sen. Die dabei verwendeten übersetzten Ter- formeln” als eine selbständige Klasse behan-
mini wie z. B. “idiomatische Redewendung”, delt, in anderen Konzeptionen werden sie je
“Redensart” oder “Sprichwort” sind nur be- nach Idiomatizitätsgrad teils den Idiomen,
dingt mit denen der europäischen Phraseolo- teils den Kollokationen zugeordnet.
gieforschung identisch und könnten zu Miss- Auf weitere Details gehen wir hier nicht
verständnissen führen (vgl. Liang Art. 65). ein. Im Übrigen ermöglicht der Weg über das
Im Koreanischen (Cheon Art. 66) gibt es eine Register die Suche nach spezifischen Klas-
wichtige Subklasse, die in mancher Hinsicht sen.
den “Geflügelten Worten” im Deutschen ent-
spricht, aber doch ihre völlig eigenen histori-
schen und kulturspezifischen Bedingungen 5. Termini für Grundbegriffe
hat: aus alten chinesischen Texten stammende Termini für die Grundbegriffe der Phraseolo-
“sayings”, die heutzutage in soziolinguisti- gie wie “Polylexikalität”, “Idiomatizität”, “Fi-
scher Hinsicht markiert verwendet werden, guriertheit”, “Festigkeit”, “frozenness”, “fige-
einen hohen Grad von Gebildetheit anzeigen ment”, “semantische Autonomie”, “semanti-
usw.
sche Teilbarkeit” usw. werden in den ent-
Es hat keinen Sinn, hier alle in den Artikeln sprechenden Artikeln besprochen. Bei einem
besprochenen Subklassen aufzuführen. Er- Vergleich der Artikel zu indoeuropäischen
wähnt werden soll nur die auf Charles Bally Sprachen und zu Sprachen anderen Typs zeigt
zurückgehende, für die russische Tradition
sich, dass die Grundbegriffe unter Umständen
grundlegende Klassifikation (vor allem Vino-
eine je nach Sprachtyp wechselnde Bedeu-
gradov 1946, 121ff.; 1947, 143ff.), weil sie
tung annehmen (beispielsweise ist das Merk-
Vorbild für zahlreiche spätere Klassifikatio-
mal der “Polylexikalität” in einer Sprache wie
nen war:
dem Koreanischen in einer gegenüber dem
1. “frazeologičeskie sraščenija” (“phraseologische Deutschen oder Englischen modifizierten
Ganzheiten”) = völlig unmotivierte Idiome, deren Weise anzuwenden, vgl. Cheon Art. 66). Ab-
Bedeutung von den Bedeutungen ihrer Konstituen- gesehen von solchen sprachspezifischen Dif-
ten nicht abgeleitet werden kann.
ferenzen sei darauf hingewiesen, dass manche
2. “frazeologičeskie edinstva” (“phraseologische Autoren die Begriffe deutlich abweichend
Einheiten”) = motivierte Idiome mit einer “lebendi- vom gebräuchlichen Verständnis verwenden
gen” inneren Form, d. h. Idiome mit einer transpa- (z. B. gebraucht Mejri, Art. 58, “idiomaticity”
1a. Phraseologie: Objektbereich, Terminologie und Forschungsschwerpunkte 5

in einem viel grundsätzlicheren – zeichen- dt. “Routineformel”, “kommunikative Formel”,


theoretischen – Sinn, als es sonst üblich ist). “kommunikativer Phraseologismus”, “pragmati-
scher Phraseologismus”, “Konversationsformel”,
“Gesprächsformel”; engl. “routine formulae”,
6. Aussterbende Termini “speech formulae”;

Einige Termini, die im Lauf der Forschungs- dt. “verbnominale Konstruktion”, “Funktionsverb-
gefüge”, “Funktionsverbfügung”, “Streckverb” (die
geschichte eine Zeitlang Verwendung fanden, beiden letzteren werden kaum noch verwendet),
haben sich auf die Dauer nicht durchsetzen engl. “light verb construction”, “composite predi-
können. Das gilt z. B. für “Phraseolexem” cate”, “expanded predicate”, “thin verb”, “stretched
oder “Schematismus” oder “Wortgruppenle- verb construction”, “support verb construction”, frz.
xem”. Symptomatisch dafür ist ein Artikel “locution verbale”, “verbe support”, “construction à
wie der von Kunkel-Razum (Art. 27), in dem verbe support”, span. “verbo soporte”, ital. “verbo
ältere Termini (wie “Phraseolexem”) in Zita- supporto”.
ten aus eigenen Arbeiten der Autorin auftau-
chen, die aber im Übrigen den Terminus Wenn man eine Vereinheitlichung anstreben
“Phrasem” verwendet und daneben auch würde, wären solche Dubletten, Tripletten
“Phraseologismus”, aber nur in einem Zitat etc. am ehesten Kandidaten dafür. Aber selbst
aus einer neueren Arbeit. Ähnliches ist z.B. dieses scheinbar einfache Problem ist kaum
bei Ehrhardt (Art. 19) und Skog-Södersved lösbar, weil die gewachsenen terminologi-
(Art. 21) zu beobachten. schen Traditionen stark sind und eine termi-
Der Terminus “sprichwörtliche Redensart”, nologische Änderung zu Verfremdungen füh-
der eine lange europäische Tradition hat (vgl. ren würde.
10.), bzw. seine englische Entsprechung “pro-
verbial phrase”, wird heute noch in der 8. Fachliche und alltagssprachliche
Sprichwortforschung (Norrick Art. 34) ver-
wendet, darüber hinaus aber wohl nur noch
Begrifflichkeit
dann, wenn ein Autor seine Affinität zu Von den Fachtermini zu unterscheiden sind
volkskundlichen/ethnologischen Forschungs- alltagssprachliche Termini und Kategorisie-
traditionen betonen will (Eismann Art. 28) rungen, die in den einzelnen Sprachen geläu-
oder wenn mit dem Terminus ausgedrückt fig sind. Z.B. dt. “Redensart”, “Sprichwort”,
werden soll, dass ein Phrasem von einem engl. “proverb”, frz. “proverbe”, “locution”
Sprichwort abgeleitet ist (so Buridant, Art. usw. Es empfiehlt sich, diese Kategorien/Ter-
93). mini nur dort in die wissenschaftliche Termi-
Aus der Perspektive der Phraseologiefor- nologie zu übernehmen, wo es einen großen
schung ist er ungeeignet bzw. redundant, weil Deckungsbereich gibt (wie bei “Sprichwort”).
es keine stichhaltigen strukturellen Kriterien Eine besondere Situation ergibt sich für die
gibt, die eine Abgrenzung gegenüber “Idiom” Phraseographie: Titel von Wörterbüchern
usw. erlauben würden. können nicht nach rein fachlichen Gesichts-
Der früher verbreitete Terminus “Klischee” punkten gewählt werden, sie müssen schon
(“cliché”), der den stereotypen Charakter aus ökonomischen Gründen die alltagssprach-
mancher Phraseme akzentuierte, ist heute lichen Kategorisierungen berücksichtigen. So
kaum mehr in Gebrauch. ist es verständlich, dass der Duden-Band 11
“Redewendungen” heißt.
Im Russischen ist – was Nicht-Slavisten
7. Synonyme Termini überraschen wird – “Phraseologie” der all-
Es gibt mehrere Termini, die verschiedenen tagssprachlich gebräuchliche Oberbegriff, so
Sprach- und Forschungstraditionen entstam- dass auch populäre Wörterbücher so gut wie
men, aber total synonym verwendet werden, ausschließlich “фразеология” = “frazeologi-
z.B.: ja” (“Phraseologie”) oder “фразеоло-
гический” = “frazeologičeskij” (“phraseolo-
dt. “Zwillingsformel”, “Paarformel”, engl. “binomi- gisch”) im Titel tragen können.
al”;
Auch in russischen Schulbüchern wird die
dt. “komparativer Phraseologismus”, “phraseologi- (ursprünglich) fachliche Terminologie ver-
scher Vergleich” (wobei die beiden deutschen Ter- wendet. So wird in einem Lehrbuch für die
mini ihrerseits synonym verwendet werden), engl. 8. – 11. Klasse (“Russische Sprache: Theo-
“simile”; rie”) die Phraseologie kurz abgehandelt. Es
6 I. Einführung/Subject area, terminology and research topics

heißt, dass es im lexikalischen System einer So gehört z. B. engl. live and learn struktu-
Sprache einen besonderen Bereich gibt, der rell zu den “Zwillingsformeln”/“binomials”,
aus Phraseologismen bzw. phraseologischen und zwar zum speziellen Typus der “irreversi-
Einheiten besteht. Die Phraseologismen wer- blen Zwillingsformeln”/“irreversible bino-
den als bildliche, idiomatische Einheiten des mials” und syntaktisch zum Typus V + V,
Lexikons charakterisiert, die aus zwei und kann aber hinsichtlich Gebrauch und Verbrei-
mehr Wörtern bestehen. Es werden Beispiele tung als “Sprichwort” gelten. Idiomatisch ist
gebracht, die ausschließlich Idiome sind, so live and learn bei manchen Verwendungen,
dass es unklar bleibt, ob auch andere phraseo- wo es so viel bedeutet wie ‘man lernt nie
logische Klassen unter “Phraseologismen” aus’, aber manchmal ist es auch wörtlich zu
subsumiert werden. Anschließend wird ge- verstehen, z. B. als einfache Aufforderung. Je
sagt, dass es eine besondere linguistische Dis- nach Interesse des Forschers (Systemlingui-
ziplin gibt, die “Phraseologie” heißt und sich stik oder Pragmatik/Diskursanalyse oder
mit Phraseologismen befasst. Phraseographie) kann die eine oder andere
Die Anbindung an Laien-Traditionen ent- Typisierung im Vordergrund stehen.
hebt die allgemeinsprachlichen und die spe- Als Vertreter einer jungen Disziplin fühlen
zialisiert phraseologischen Wörterbücher aber sich manche Phraseologieforscher verpflich-
nicht der Verpflichtung, in den Vorwörtern tet, eine terminologische Einheitlichkeit anzu-
und Gebrauchsanleitungen eine Systematisie- streben, wie sie angeblich in anderen lingui-
rung anzustreben, die sich auf der Höhe der stischen Teildisziplinen bereits erreicht sei.
phraseologischen Forschung befindet – was Bei genauerem Hinsehen gibt es aber alleror-
nur bei wenigen Wörterbüchern einigermaßen ten Konkurrenz terminologischer Bräuche –
erreicht ist. man führe sich nur die Differenzen zwischen
Kispál (Art. 36) weist darauf hin, dass romanistisch oder anglistisch orientierter Se-
Sprichwörtersammlungen meist die Beson- mantik vor Augen oder die Uneinheitlichkeit
in der Wortartenklassifikation des Deutschen.
derheit aufweisen, dass sie nicht nur Sprich-
Die verschiedenen Terminologien der Syntax-
wörter, sondern “auch Redewendungen, ei-
forschung zeigen deutlich, dass es auch theo-
gentlich fast den ganzen Bereich der Phraseo-
rie- und sachbedingte unvermeidbare Diffe-
logie zum Gegenstand haben”. Dies spiegelt renzen der Klassifikation und Terminologie
die alltagssprachliche, aber auch von der geben kann.
Volkskunde favorisierte Auffassung, dass Das Alter einer Disziplin spielt allenfalls
“Sprichwörter” auch den Bereich der “sprich- innerhalb einer Sprachtradition eine Rolle. So
wörtlichen Redensarten” umfassen (vgl. 10.). ist auch die phraseologische Terminologie im
Russischen viel einheitlicher als in anderen
9. Probleme einer exhaustiven Sprachen, weil das Russische eine lange ter-
minologische Tradition hat. Demgegenüber
Klassifikation ist im Koreanischen oder Arabischen noch
der Einfluss verschiedener anderssprachiger
Grundsätzlich ist es, angesichts der offenen Terminologien zu registrieren, so dass die Si-
Grenzen des Gebietes und der sachgegebenen tuation momentan noch konfus erscheint. In
Unschärfe der Kategorien, weder möglich manchen Ländern ist die terminologische La-
noch wünschbar, eine exhaustive Klassifikati- ge klar durch eine Forschungstradition be-
on und entsprechende Terminologie zu erstel- stimmt (z. B. in Finnland durch die deutsch-
len. Eher kann das (inzwischen weit über den sprachige germanistische Forschung).
ursprünglichen Wittgensteinschen Kontext
hinaus für viele Kategorisierungsprobleme
adaptierte) Konzept der “Familienähnlichkei- 10. Interessenabhängigkeit der
ten” ein passendes Modell liefern. Je nach- Terminologie
dem welche Ähnlichkeiten man in den Vor-
dergrund rücken will, kann und muss auch Terminologie und Klassifikation sind stark in-
die Terminologie modifiziert werden. teressenabhängig, wie die folgenden Überle-
Manche terminologische Probleme ergeben gungen zu einigen Termini zeigen.
sich einfach daraus, dass ein und dieselbe
Wortverbindung unter verschieden Gesichts- 10.1. Kollokation und Idiom
punkten, also mehrfach klassifiziert werden “Kollokation” galt und gilt z.T. noch als Leit-
kann: begriff für korpusbasierte Untersuchungen
1a. Phraseologie: Objektbereich, Terminologie und Forschungsschwerpunkte 7

(obwohl die korpusbasierten Arbeiten zur 10.2. Sprichwörtliche Redensart


Phraseologie in der Regel eine viel feinere Im Deutschen wurden Termini wie “sprich-
Differenzierung vornehmen, die dem heuti- wörtliche Redensart” oder “bildliche Redens-
gen internationalen Usus entspricht; vgl. 4. art” vor allem im 19. Jahrhundert (vgl. Mül-
und Sailer Art. 89). Der Begriff hatte zu- ler/Kunkel-Razum Art. 78) von Autoren ideo-
nächst mit Phraseologie nur partiell zu tun, logisch aufgeladen, denen es um romanti-
weil Wortverbindungen jeglicher Art darunter sierende, z.T. kulturhistorische und erziehe-
erfasst wurden (‘alles was zusammen vor- risch-lehrhafte, z.T. um nationale oder natio-
kommt’). Von Seiten der Phraseologie wurde nalistische Aspekte der Phraseme ging. Man
er anfänglich abgelehnt, weil kein dezidiert versprach sich aus der Betrachtung der Phra-
phraseologisches Merkmal damit verbunden seologie einen Erkenntnisgewinn über die
war. Inzwischen hat “Kollokation” einen fe- “Natur”, das “Wesen” der eigenen Sprache
sten Platz in der Phraseologie als Subkatego- und Kultur. Bei “Redensart” handelt es sich
rie (mit schwacher oder gänzlich fehlender se- um eine Lehnübersetzung vom französischen
mantischer Umdeutung), die den “Idiomen” “façon de parler”, die erstmals 1605 bei Jo-
als den semantisch markierten Phrasemen ge- hann Arndt (“Vom wahren Christentum”) be-
genübersteht. Hausmann (2004) spricht von legt ist. Die Bezeichnung “sprichwörtliche
einem “Kollokationskrieg”, der durch die Redensart” findet sich zuerst in Justus Georg
Verwendung des Begriffs im “Oxford Collo- Schottels “Ausführlicher Arbeit von der Teut-
cations Dictionary for Students of English” schen Hauptsprache” (1663).
(2002) einerseits, “A Dictionary of English Heutzutage werden die Bezeichnungen
Collocations” (1994) andererseits repräsen- “sprichwörtliche Redensart” (“idiomatische
tiert ist. Während das erste Wörterbuch einen Redewendung” bei Röhrich/Mieder 1977,
Kollokationsbegriff im engeren Sinne (wie er 15), “bildliche Redensart”, “Redensart” oder
von Hausmann definiert wurde, mit einer pri- “Redewendung” bzw. “Wendung” vor allem
mär zweiteiligen Struktur von “Basis” und noch in Deutschdidaktiken und Sprachbü-
“Kollokator” – ähnlich auch Sailer Art. 89) chern verwendet. Im Zentrum steht dabei die
vertritt, arbeitet das zweite mit der lingui- “sprichwörtliche Redensart”, die vor allem
stisch kaum fassbaren korpuslinguistischen von Rudolf Hildebrand (1917, 80f. u. 93f.) in-
Auffassung von mehr oder weniger usuellen haltlich bestimmt wurde. Dabei spielen ganz
Wortverbindungen. unterschiedliche Aspekte eine Rolle, die letzt-
Eine Überlappung ergibt sich beim engeren lich dazu geführt haben, dass die unterschied-
Kollokationsbegriff mit der in der Germani- lichen Termini in ihrer Bestimmung bis heute
stik verbreiteten semantisch definierten Teil- recht unscharf geblieben sind: Als “hervorste-
klasse der “teilidiomatischen Phraseologis- chendes Merkmal” sprichwörtlicher Redens-
men” oder “Teil-Idiome” (vgl. Burger 2003, arten gilt in der Deutschdidaktik
32, 38, im Anschluss an zahlreiche ältere Ar- (1) die Bildhaftigkeit (“Der Bilderreichtum unse-
beiten) wie Bauklötze staunen oder Geld zum rer Sprache offenbart sich auch in den sprich-
Fenster hinauswerfen, wo jeweils eine Kon- wörtlichen Redensarten”),
stituente (staunen bzw. Geld) wörtlich und (2) die Volkstümlichkeit (“[...] tatsächlich ist der
die andere idiomatisch zu verstehen ist. Haus- Ursprung der meisten bildhaften Redensarten
mann (2004, 313ff.) zeigt, dass auch diese im Volksmund zu suchen. Sehr viele von ih-
Art Konstruktionen unter seinem Kollokati- nen kommen aus den Sonderwortschätzen und
der speziellen Phraseologie der verschiedenen
onsbegriff subsumierbar sind. sozialen Gruppen unseres Volkes, den sog.
In der Psycholinguistik (amerikanischer Standes-, Berufs- und Fachsprachen”),
Richtung) wird demgegenüber alles Phraseo- (3) ihre kultur- und sprachgeschichtliche Bedeu-
logische als “idiom” bezeichnet und man in- tung (“Manche dieser Redensarten haben uns
teressiert sich auch primär für die Probleme, wertvolles altes Sprachgut erhalten und kün-
die sich mit der Verarbeitung von idiomati- den als sprechende Zeugen der Vergangenheit
schen (im semantischen Sinn) Sprachzeichen von längst untergegangenen Einrichtungen,
Anschauungen und Gewohnheiten”),
ergeben. In der europäischen Tradition dage-
(4) ihre Anschaulichkeit und Verständlichkeit
gen wird der Terminus “idiom” in Bezug auf (“Viele bildhafte Redensarten sind heute noch
die Phraseme gebraucht, die den Kernbereich plastisch und anschaulich, so daß ihre Bilder
des phraseologischen Systems bilden (vgl. für jeden Sprachgenossen verständlich sind”
Häcki Buhofer Art. 70). bzw. verständlich gemacht werden sollen),
8 I. Einführung/Subject area, terminology and research topics

(5) die “volkstümliche Kürze und Prägnanz ihres wissenschaftlichen Phraseologie (zu Bally
Ausdrucks”, vgl. Mejri Art. 58).
(6) “die ebenfalls für das Volkstümliche bezeich-
nende Vorliebe für groteske Übertreibungen”
(z. B. da lachen ja die Hühner), 11. Aspekte und Termini aus
(7) ihr teilweise euphemistischer Charakter (z. B. benachbarten Disziplinen
lange Finger machen für stehlen),
(8) die gelegentlichen Wortspiele (z. B. Einfälle
Der Einfluss der Pragmatik bzw. der Ge-
wie ein altes Haus haben),
(9) “Namensscherze” (z. B. nicht aus Gebersdorf sprächs- und Konversationsanalyse sowie der
sein), Forschungen zur ritualisierten Kommunikati-
(10) “die Vorliebe für formelhafte Wendungen wie on auf die Phraseologie zeigt sich zum einen
Wortpaare” (z. B. in Bausch und Bogen) oder im Bereich der Terminologie: Seit Mitte der
(11) “veraltete Sprach- und Wortformen” (z. B. mit siebziger Jahre tauchen erstmals Termini auf
Kind und Kegel) (vgl. Schmidt 1959, 232ff.). wie “pragmatische Idiome”, “pragmatische
Phraseologismen”, “Routineformeln”, “kom-
Diese Funktionalisierung auf die Kultur- und munikative Formeln”, “pragmatische Stereo-
Sprachgeschichte bleibt bis weit in die siebzi- type”, “pragmatische Prägung”, “Gesprächs-
ger Jahre des vorigen Jahrhunderts dominie- formeln”. Aber auch “gambits” und “hedges”
render Bezugspunkt der Redensartendidaktik (genau genommen, wenn ich es mal so sagen
(vgl. Kühn Art. 73). darf, wenn man so will, wie er im Buche
steht) zählen, sofern es sich um feste Wortver-
10.3. Phrase bindungen handelt, fortan zum Objektbereich
In der populären deutschsprachigen Stilistik der Phraseologie. Ihre Bedeutungen lassen
(z. B. Reiners 1951) wurde ein Terminus wie sich allerdings nur auf der Basis ihrer kom-
“Phrase” in einem vor-phraseologischen Sinn munikativ-situativen Verwendung beschrei-
verwendet, um die “Plattheit”, die “Phrasen- ben (vgl. Lüger Art. 39, Fix Art. 40). Zum an-
haftigkeit” oder den “Stilschwindel” (Reiners deren hat der Einbezug der text(sorten)lingui-
1951, 190) bestimmter Wortverbindungen zu stischen Forschung zu einer weiteren
markieren. Die Vertreter dieser Richtung war- Perspektivenerweiterung der Phraseologie ge-
nen vor “gewohnten, abgegriffenen Bildern führt: Zum Gegenstandsbereich der phraseo-
unserer Alltagssprache” (Reiners 1951, 263), logischen Forschung zählen nun auch “for-
melhafte Textteile” und “Texte”. Kennzeich-
vor “abgedroschenen” Wendungen mit
nend sind die Vorgeformtheit und Formel-
“Schablonenbildern” wie in Staub aufwir-
haftigkeit von Texten bei fast gleichbleiben-
beln, eine Frage anschneiden oder Dampf
dem Inhalt (vgl. Fix Art. 40).
machen (Engel 1913, 399).
Karl Kraus, der wohl berühmteste deutsch-
sprachige Sprachkritiker, argumentiert sehr 12. Desiderata
viel differenzierter (vgl. Breiteneder Art. 31):
Als “Raum- und Zeitgenosse” thematisiert er Bereits bei der Auswahl der Autorinnen und
den journalistischen und ideologischen Ge- Autoren ist den Herausgebern bewusst ge-
brauch der Phrase in der von ihm in den Jah- worden, dass in einigen Bereichen noch große
ren 1899 bis 1936 herausgegebenen Zeit- Forschungslücken bestehen:
schrift “Die Fackel”, insbesondere analysiert – Die Geschichte der Phraseologie ist für die
er die Propagandaphrasen des Ersten Welt- meisten Sprachen noch nicht oder kaum er-
krieges (Platz an der Sonne, Schulter an forscht. Nur für die Parömiologie existiert
Schulter, Serbien muß sterbien) und die “Re- schon seit langem auch ein weiter verbrei-
vindikation des Phraseninhaltes” durch die tetes historisches Interesse. Dabei wäre ge-
Nationalsozialisten (Salz in offene Wunden rade angesichts des gegenwärtigen kultur-
streuen, mit einem blauen Auge davonkom- wissenschaftlichen Trends auch in der
men, aus einem Menschen “ein Gulasch zu Sprachwissenschaft die historische Phra-
machen”; “Krümmt auch weiterhin keinem seologie ein äußerst ergiebiges For-
Juden auch nur ein Haar”). schungsfeld.
Aber auch in der wissenschaftlichen Stili- – Für viele Einzelsprachen, vor allem der
stik wurde die “Klischiertheit” mancher Wort- nicht-indoeuropäischen Familien, sind
verbindungen hervorgehoben, so schon von phraseologische Untersuchungen Mangel-
Charles Bally, einem der ersten Vertreter einer ware, sofern es überhaupt einschlägige Ar-
1a. Phraseologie: Objektbereich, Terminologie und Forschungsschwerpunkte 9

beiten gibt. Dementsprechend ist es gegen- 13. Fazit


wärtig auch nur in sehr beschränktem Aus-
maße möglich, den Einfluss der Sprach- Der Umfang des Objektbereichs “Phraseolo-
struktur auf die Phraseologie kontrastiv zu gie” hat sich seit den 70er Jahren des 20. Jahr-
untersuchen. hunderts erheblich erweitert. Gegenüber einer
– In der russistischen und germanistischen “engen” Konzeption haben sich verschiedene
Forschung wurde schon sehr früh Wert Varianten einer “weiten” Konzeption mehr
darauf gelegt, Phraseme nicht nur zu klas- oder weniger durchgesetzt. Damit sind aber
sifizieren und in ihren strukturellen Eigen- auch die Grenzen der Disziplin fließend ge-
schaften zu beschreiben, sondern sie auch worden. Neben dem strukturell bestimmbaren
im text(sorten)spezifischen Kontext zu Kernbereich gibt es viele “periphere” Berei-
analysieren. Ähnliche Arbeiten stehen in che, die je nach Forschungsinteresse unter
anderen Sprachen erst am Anfang oder “Phraseologie” subsumiert werden. Und da-
fehlen überhaupt. Studien in diesem Be- mit ist es überhaupt fragwürdig geworden,
reich würden sprach- und kulturverglei- die Metapher von “Kern” und “Peripherie”
chende Erkenntnisse auf der Textebene er- weiterhin zu verwenden. Für das Problem der
möglichen. Klassifikation und Terminologie ergibt sich
– Nach jahrzehntelanger Beschäftigung vor daraus (und aus den oben ausgeführten weite-
allem mit den theoretischen Aspekten der ren Gründen), dass eine internationale, spra-
Phraseme ist es an der Zeit, den Anwen- chenübergreifende Vereinheitlichung nur bis
dungsbezug der linguistischen Fragestel- zu einem gewissen Grade möglich und
lungen stärker zu fördern. So haben die wünschbar ist.
meisten Wörterbücher noch viel zu wenig Die Herausgeber des Bandes halten es frei-
die Erkenntnisse der Phraseologiefor- lich nicht für vertretbar, jegliche Erweiterung
schung in die Wörterbuchpraxis umgesetzt. des Bereichs zu akzeptieren. So halten sie
Vergleichbares gilt für die Didaktik. Phra- eine Verwischung der (strukturell determinier-
seologische Arbeiten könnten sich geziel- ten) Grenzen zwischen Phraseologie und
ter auf die phraseographische und phraseo- Wortbildung in Sprachen wie dem Deutschen
didaktische Praxis ausrichten und dazu bei- für nicht angebracht (ein Terminus wie “Ein-
tragen, veraltete Traditionen zu über- Wort-Phraseologismus”, der gelegentlich an-
winden. zutreffen ist, ist in Bezug auf das Deutsche
– Die bisherigen Forschungen zur kognitiven ein Widerspruch in sich), während sie z.B. für
Verarbeitung von Phrasemen erweitern die das Französische durchaus diskutiert werden
phraseologische Perspektive insofern, als kann.
metaphern-semantische, kultursemiotische Die Phraseologie hat vielfältige Beziehun-
und interkulturelle Fragestellungen in den gen zu benachbarten linguistischen Diszipli-
Blick kommen: Die Frage nach der Reprä- nen. In ihrem Kernbereich (um noch einmal
sentation der Phraseme im mentalen Lexi- die traditionelle Metaphorik zu verwenden)
kon führt zum einen zu neuen Fragestel- lässt sie sich als Teilbereich einer umfassen-
lungen und Modellierungen mit Auswir- den Lexikologie situieren, also derjenigen
kungen auf die Phrasemsemantik und Disziplin, die sich mit den formalen und se-
Lexikographie. Zum anderen eröffnen die mantischen Eigenschaften der Lexikoneinhei-
kultursemiotischen Ansätze die Möglich- ten befasst. In einer so verstandenen Lexiko-
keit, einen Beitrag zur Beschreibung und logie hat sie aber gegenüber den Wörtern eine
Erklärung interkulturell bedingter Kommu- Sonderstellung, da Phraseme komplexer orga-
nikationsprobleme zu leisten. Gerade eine nisiert sind als Wörter und z. B. spezifische
interkulturell ausgerichtete Phraseologie- morphosyntaktische Eigenschaften aufwei-
forschung könnte zu einer Überwindung sen. Sobald man die “peripheren” Bereiche
der traditionellen kulturkundlichen Per- berücksichtigt, die etwa mehr oder weniger
spektive führen und einen Beitrag zur in- feste Wortverbindungen, modellhafte syntak-
terkulturellen Kommunikation liefern, in- tische Gebilde, formelhafte Textbausteine
dem beispielsweise über die Beschreibung bzw. formelhafte Texte oder auch formelhafte
von Phrasemen Auto- und Heterostereo- Elemente in Interaktionsprozessen einbezie-
type oder interkulturell bedingte Verste- hen, tangiert Phraseologie Disziplinen wie
hensschwierigkeiten herausgearbeitet wer- Syntax, Textlinguistik, Pragmatik oder Kon-
den könnten. Hier steht die Forschung erst versationsanalyse. Schließlich ergeben sich
am Anfang. bei der Beschreibung der Phraseme Aspekte,
10 I. Einführung/Subject area, terminology and research topics

die für stilistische und literaturwissenschaftli- Pilz, K.D. (1981): Phraseologie. Stuttgart.
che Fragestellungen relevant sein können – Reiners, L. (1951 [1943]): Stilkunst. Ein Lehrbuch
hierauf hat seinerzeit bereits Charles Bally zu deutscher Prosa. 4. Aufl. München.
Anfang der Phraseologieforschung hingewie- Röhrich, L./Mieder, W. (1977): Sprichwort. Stutt-
sen. gart.
Schemann, H. (1993): Deutsche Idiomatik. Die
14. Literatur (in Auswahl) deutschen Redewendungen im Kontext. Stuttgart.
Schmidt, W. (1959): Deutsche Sprachkunde. Ein
Burger, H. (2003): Phraseologie. Eine Einführung Handbuch für Lehrer und Studierende. Berlin.
am Beispiel des Deutschen. 2. Aufl. Berlin.
Vinogradov, V.V. (1946): Osnovnye ponjatija russ-
Duden 11 (2002): Redewendungen. Wörterbuch der koj frazeologii kak lingvističeskoj discipliny. In: Vi-
deutschen Idiomatik. 2., Aufl. Hrsg. von der Du- nogradov, V.V. (1977), 118-139.
denredaktion. Mannheim. [1992]: Redewendungen
und sprichwörtliche Redensarten. Idiomatisches Vinogradov, V.V. (1947): Ob osnovnyx tipax fra-
Wörterbuch der deutschen Sprache. Bearbeitet von zeologičeskix edinic. In: Vinogradov, V.V. (1977),
G. Drosdowski und W. Scholze-Stubenrecht. Mann- 140-161.
heim. Vinogradov, V.V. (1977): Izbrannye trudy. Leksiko-
Engel, E. (1913): Deutsche Stilkunst. 18. Aufl. logija i leksikografija. Moskva.
Wien. Wray, A. (2002): Formulaic language and the lexi-
Hausmann, F.J. (2004): Was sind eigentlich Kollo- con. Cambridge.
kationen? In: Steyer, K. (Hrsg.): Wortverbindungen
– mehr oder weniger fest. Berlin, 309-334. Harald Burger, Zürich (Schweiz)
Hildebrand, R. (1917 [1867]): Vom deutschen Dmitrij Dobrovol’skij, Moskau (Russland)
Sprachunterricht in der Schule und von deutscher
Erziehung und Bildung überhaupt. 14. Aufl. Leip- Peter Kühn, Trier (Deutschland)
zig. Neal R. Norrick, Saarbrücken (Deutschland)

1b. Phraseology: Subject area, terminology and research topics

1. Issues of terminology Union, and the objections are still heard today
2. The generic term for the whole subject area (see, for example, the lists of terms by Pilz
3. The generic term for the linguistic unit 1981, 25ff., Schemann 1993, XXVII ff., as
4. Terms for subcategories well as Wray 2002, 44ff.). Due to the discon-
5. Fundamental phraseological terms
6. Obsolete terms tent with the initial chaos regarding the termi-
7. Synonymous terms nology, solitary attempts to compose consis-
8. Specialized and everyday perception of terms tent terminological and classificatory systems
9. Problems regarding an exhaustive definition were made. However, these attempts did not
10. Topical dependency of terminology lead to a fundamental standardization of ter-
11. Perspectives and terms from neighboring minology in research literature.
disciplines This new handbook provided a chance for
12. Outlook progress regarding the terminology. After
13. Conclusion
14. Select bibliography much discussion, the editors decided not to
encroach too deeply into the authors’ termi-
nological territory. In certain articles where
1. Issues of terminology standardization was easily possible, they re-
quested the authors to do so. In other articles,
During the conception of this handbook, the standardization of the terminology had to be
editors tried to establish a uniform terminol- abandoned. The following article will show,
ogy and classification for the authors to use. among other things, why it is not necessarily
There have been complaints about terminolo- sensible to insist upon a terminological stan-
gical inconsistency since research on phra- dardization at all costs. At the same time, we
seology began outside of the former Soviet will illustrate how understanding within this
1b. Phraseology: Subject area, terminology and research topics 11

field of research can be achieved in spite of The editors of this handbook suggest dis-
terminological differences. This article should carding the dichotomy of “phraseology” and
also be understood as a stimulus to abstain “paremiology” in favor of the single term
from such terminological idiosyncrasies if at “phraseology” to denote the whole subject
all possible. area.
In this handbook, several authors have cho- Nevertheless, it should not be ignored that
sen to discuss the terminology, and this will a uniform term does not guarantee a uniform
be taken into account in the following article extension of the research field. In the begin-
(Filatkina Art. 12, Fix Art. 40, Zurdo Art. 60, ning phase of phraseology research, there was
Hyvärinen Art. 62, Baccouche Art. 63, Cheon a tendency to circumscribe the research field
Art. 65, Lubensky/McShane Art. 76, Cowie for purposes of consolidation. However, re-
Art. 77, Farø Art. 79, Colson Art. 90). Some cently, the opposite has been the case, espe-
authors, in particular those from Romance cially because questions that are closely re-
Language countries who opted to write in lated to conventional phraseological ques-
English or German, adapted to the respective tions, but not identical, have been raised by
terminologies. Others discussed the terminol- corpus linguistics. Data on a scale that was
ogy used in their own language, while some unheard of until now, new types of data and
refrained from doing so. Therefore, a compar- new forms of analysis lead to new questions
ison of terminologies is only possible for or to restatements of old questions.
some of the languages dealt with.
3. The generic term for the linguistic
2. The generic term for the whole unit
subject area
Evidently, it is not easy to come to an agree-
The linguistic field does not have a general ment on a general, generic term to describe
name that is understood outside of specialized phraseological word connections. In German,
circles. Nevertheless, “Phraseologie”/“phra- the term “Phraseologismus” was and is still
seology”/“phraseologia” etc. has prevailed in widespread. In Russian, depending on the
German, English, Slavic (Russ. фразеология conception, “фразеологизм” = “frazeolo-
= frazeologija) and in some of the Romance gizm” (“phraseologism”) either describes a
Languages. Even the research on non-Indo- subcategory (which is defined as “idiom” in
European languages (for Arabic and Korean, German) or it is the generic term for fixed
see Art. 64 and 66) has adapted partly to this word complexes of any kind (sometimes with
tradition: for example, in Chinese, “shuyu” the exception of proverbs). Some authors dif-
has been introduced as the translation of the ferentiate between phraseologisms in a broad
English “phraseology” or the Russian “fra- and a narrow sense: in a narrow sense, the
zeologija” (see Liang Art. 65). distinguishing feature of phraseologisms is
In French research, there is no such confor- idiomaticity, whereas in a broad sense, collo-
mance (among other things because “phraséo- cations, proverbs and formula-based texts are
logie” can have a pejorative connotation out- included in the definition of phraseologisms
side of the linguistic field). Instead, Mejri fo- (e.g. Filatkina Art. 14, Häcki-Buhofer Art.
cuses on the term “frozenness” (correlating 70). Sometimes, phraseologisms in the nar-
with the French “figement”) as the central row sense are defined as those shorter than a
trait of phraseological phenomena, without sentence, whereas those defined as phraseolo-
naming the field as a whole. Some authors ex- gisms in the broad sense have the characteris-
plicitly or implicitly retain the (older) juxta- tics of a sentence (see Liang Art. 64).
position of “phraseology” and “paremiology” Increasingly, the term “phraseme” has been
(as can be seen regarding the terms for the lin- used (e.g. Baranov Art. 8, Burger Art. 9,
guistic phenomena; see Bárdosi/Hessky Art. Proost Art. 10, Mel’čuk Art. 11, Sandig Art.
85, Eismann Art. 28). In modern Russian re- 13, Wirrer Art. 14, Piirainen Art. 16 and 45,
search, phraseology is the name for the whole Stein Art. 17, Baranov/Dobrovol’skij Art. 33,
field of research, and “paremiology” is only Kjaer Art. 43, Gréciano Art. 44, Sabban Art.
mentioned when this subcategory is elabo- 50, Dobrovol’skij/Filipenko Art. 61, Häcki-
rated on. Then, “phraseology” is used in the Buhofer Art. 70, Kühn Art. 73, Lubensky/
sense of “the rest of phraseology”, which is McShane Art. 76: “We will call phraseologi-
rather rare. cal units “phrasemes” in order to circumvent
12 I. Einführung/Subject area, terminology and research topics

the more semantically restricted label of (which, as he explicitly remarks, do not share
“idiom”. [...] The rationale for discussing all of the phraseological characteristics) as
phrasemes instead of idioms per se is that “gebräuchliche Ausdrücke” (Engl. “common
pedagogical and practical (e.g., in natural lan- expressions”). As mentioned before, Mejri
guage processing) experience has shown that (Art. 58) concentrates on the dominant char-
knowledge of a broad range of (semi-)fixed acteristic of “frozenness”, but has no consis-
entities is advantageous”, Filipenko/Mokien- tent term for the general linguistic phenome-
ko Art. 83, Rothkegel Art. 86, Heid Art. 87, non. He usually uses the term “set phrase”.
Mokienko Art. 95). Sometimes, “phraseolo- The Spanish term “unidad fraseológica”
gism” and “phraseme” are both used (e.g. (Engl. “phraseological unit”) seems to be the
Ďurčo Art. 62, Gläser Art. 42), as well as dominant term in Spanish research (Zurdo
“phraseme” and “phraseological unit” (Sailer Art. 60, Pamies Art. 81).
Art. 89). Other authors (e.g. Hyvärinen Art. 63) have
In the German articles in this handbook, no generic term for phraseological phenom-
the German terms “Phraseologismus” (e.g. ena, but rather the main two areas “phraseme”
Hofer Art. 20) and “Phrasem” occur fairly and “proverb” (see 1.). The authors who dealt
equally as generic terms. However, in Rus- with proverbs and related phenomena adhered
sian, the term “фразема” = “frazema” rarely to the term “proverb” (Mieder Art. 30 and
occurs. The conventional term “фразеоло- Art. 35, Norrick Art. 34). They do not discuss
гизм” = “frazeologizm”, which was intro- the relationship between phraseology in gen-
duced by school grammar books, is preferred. eral and proverbs. Thus, they do not identify
Oftentimes, English-speaking authors are not a generic term for the whole subject area.
willing to accept this term. Therefore, “Phraseme” would be suitable as an inter-
“idiom” (e.g. Gibbs/Colston Art. 69), as well
national term, if Anglo-American authors
as “collocation” (the older meaning, see
could agree upon it as well. In view of the
10.1.), are used as generic terms. This can
fact that English is the dominant scientific
lead to misunderstandings in regard to those
terminologies which define “idiom” and “col- language, it can be assumed that the parallel
location” as subcategories of “phrasemes”. usage of “phraseme” and “set phrase” will
“Set phrase” is a widely accepted term in continue. The term “phraseme” has the disad-
English (Norrick Art. 25 and Art. 52, Aijmer vantage that its suffix -eme emphasizes the
Art. 48, Cowie Art. 76, Colson Art. 90). Its systematic aspect (compare “phoneme”,
advantage is that it does not collide with any “morpheme”, “lexeme”, “texteme”). It is
other terminologies. Colson (Art. 90) also probably impossible to cover all formulaic as-
uses “semi-fixed phrases” as a subcategory of pects other than idioms, collocations, etc.
“set phrases”, thus explicitly clarifying the with this term. The term “phraseme” can only
connections between the terms: “The general be used with restrictions as soon as the nar-
term set phrase will be used as an English row subject area of phraseology is left be-
equivalent of the German Phraseologismus in hind.
the broad sense, as defined by Burger (1998). Therefore, the editors propose usage of the
It thus includes all fixed expressions of a lan- term “phraseme” in the narrow subject area of
guage, such as collocations, idioms, quasi- phraseology (and hence as a generic term for
idioms, catch phrases, routines, proverbs.” idioms and collocations). In the case of wider
Occasionally, the terms “phraseological ex- conceptions, the editors suggest other terms
pressions” (Schmidlin Art. 47, Feyaerts Art. as generic terms (e.g. “formelhafte Sprache”/
54) or “phraseological unit” (Fiedler Art. 67, “formulaic language”, Norrick Art. 52 and
Nuccorini Art. 59) occur as well. Wray Art. 71 “feste Wortverbindung” [Engl.
There is no consistent practice in the arti- “fixed word connections”], “formelhafte
cles on French phraseology, which were writ- Texte” [Engl. “formulaic texts”], Gülich/Dau-
ten in German and English (see 1.). The terms sendschön-Gay/Krafft Art. 41). However, it is
“phraseme”, “phraseologism” and “phraseo- sensible to use the term “phraseology” for the
logical unit” (Lengert Art. 80, who uses this linguistic subject area as a whole – whether in
as a generic term throughout) all occur. Mar- a narrow or broad sense.
tins-Baltar (Art. 32) has a particular terminol-
ogy because he is a literary scholar. In the
German version, he denotes the phenomena
1b. Phraseology: Subject area, terminology and research topics 13

4. Terms for subcategories 1947, 143ff.), which goes back to Charles


Bally, should be mentioned, because it was
Evidently, the designation of subcategories is exemplary for several later classifications:
dependent on the choice of the generic term.
Collisions in the terminological systems can 1. “frazeologičeskie sraščenija” (“phraseo-
occur. This happens when one term is a gen- logical entireties”) = completely unmoti-
eric term in a certain terminology and a desig- vated idioms, whose meanings cannot be
nation for a subcategory in another terminol- deduced from the meanings of its consti-
ogy. This can be observed in the cases of tuents;
“idiom” or “collocation”, but also with other 2. “frazeologičeskie edinstva” (“phraseolo-
terms. It is always important to clarify which gical units”) = motivated idioms with a
system the term belongs to. For instance, “living” inner form, i.e. idioms in which
Cowie (Art. 77) uses “set phrase” as the gen- the actual meaning appears as a result of
eric term and “pure idiom”/“figurative semantic derivation;
idiom”/“collocation” as subcategories. Moon
(Art. 87) names “set phrases”, “idioms” and 3. “frazeologičeskie sočetanija” (“phraseo-
“formulae” as subcategories of “phraseology” logical connections”) = collocations
(Phraseology is used very generally to refer whose meaning can be deduced from the
to recurrent lexicogrammatical patterning; set meanings of their constituents, whereby
phrases to those recurrent patterns that have one of the constituents is used in its
specialized meanings or functions; idioms to “phraseologically bound” meaning and
set phrases which are typically figurative and thus functions as a collocator (according
which have non-compositional meanings. to Dobrovol’skij/Filipenko Art. 60).
Formula is used to refer to recurrent phrases Today, the internationally leading classifica-
with specific functions but which are not ne- tion of phraseological material is based on Vi-
cessarily problematic for meaning. Other nogradov’s division into relatively homoge-
terms, including proverb, simile, and phrasal neous classes (with different variations). The
verb, have their standard meanings. classes are: idioms (which corresponds to Vi-
[abridged]). nogradov’s first two classes), collocations (=
Vinogradov’s third class) and proverbs (see e.
When, in a particular language, the subcate- g. Mel’čuk Art. 11, Baranov/Dobrovol’skij
gories have specific linguistic or cultural fea- Art. 33, Sabban Art. 50, Feyaerts Art. 54, Do-
tures, there are terminological difficulties. A brovol’skij/Filipenko Art. 61, Hyvärinen Art.
comparison becomes impossible. This occurs 63, Häcki-Buhofer Art. 70, Lubensky/
in Chinese research, because the subcate- McShane Art. 76, Rothkegel Art. 86, Heid
gories of “shuyu” are defined by their specific Art. 87, Sailer Art. 89, Mokienko Art. 95).
morphosyntactic structure, melodic rhythm Often, “routine formulae” are treated as an in-
and metaphoric structure, as well as by their dependent class. However, sometimes they
special communicative and cultural applica- are classified as either idioms or collocations,
tion. The translated terms such as “idiomatic depending on their degree of idiomaticity. We
expression”, “expression” or “proverb” are will not go into further detail here. A search
not easily comparable with the terminology for specific classes can be conducted using
of European phraseology research and can the index at the back of the handbook.
lead to misunderstandings (see Liang Art.
65). In Korean research (Cheon Art. 66),
there is an important subcategory which cor- 5. Fundamental phraseological terms
responds to the so-called German “Geflügelte
Worte” (Engl. “sayings”). However, it has Terms for fundamental concepts of phraseol-
very specific historic and cultural conditions, ogy like “polylexicality”, “idiomaticity”, “fig-
e.g. “sayings” from old Chinese texts, which urativeness”, “Festigkeit”, “frozenness”,
nowadays are marked in sociolinguistic per- “figement”, “semantic autonomy”, “semantic
spective as portraying a high degree of intel- analyzability” etc. are discussed in the corre-
lectualism, etc. sponding articles. When comparing the arti-
It is not sensible to list all of the subcate- cles on Indo-European languages with articles
gories treated. However, the fundamental on other languages, it becomes clear that fun-
classification for the Russian research tradi- damental terms can vary in meaning depend-
tion (especially Vinogradov 1946, 121ff.; ing on the type of language they describe (for
14 I. Einführung/Subject area, terminology and research topics

example, the feature “polylexicality” is used Engl. “simile”, Ger. “komparativer Phraseologis-
differently in a language like Korean than in mus”, “phraseologischer Vergleich” (synonymous
languages such as German and English, see usage of both terms in German);
Cheon Art. 66). Apart from such language- Engl. “routine formula”, “speech formula”, Ger.
specific differences, it is important to point “Routineformel”, “kommunikative Formel”, “kom-
out that some authors use the terms in other munikativer Phraseologismus”, “pragmatischer
contexts than usual (e.g. Mejri Art. 58, who Phraseologismus”, “Konversationsformel”, “Ge-
uses “idiomaticity” in a much more general – sprächsformel”;
semiotic – sense than customary).
Engl. “light verb construction”, “composite predi-
cate”, “expanded predicate”, “thin verb”, “stretched
verb construction”, “support verb construction”,
6. Obsolete terms Ger. “verbnominale Konstruktion”, “Funktions-
verbgefüge”, “Funktionsverbfügung”, “Streckverb”
(the last two are practically obsolete), Fr. “locution
Some terms which developed over time in the verbale”, “verbe support”, “construction à verbe
history of phraseological research have not support”, Span. “verbo soporte”, Ital. “verbo sup-
maintained their significance. This is true for porto”.
e.g. “phraseolexeme” or “schematism” or
“word group lexeme”. The article by Kunkel- If a standardization of terminology were the
Razum (Art. 27) is symptomatic of this devel- goal, such multiple synonymous terms would
opment. Older terms (like the German “Phra- be the first to go. But even this seemingly
seolexem”) come up in citations of the simple problem is not solvable. The deep-
author’s own, older work. Other than that, the rooted terminological traditions are too strong
German term “Phrasem” is used, and the Ger- and changes in terminology would lead to
man term “Phraseologismus” occurs once, alienation for certain authors or schools.
but only as a quote from newer work. Similar
differences can be observed in the articles by
8. Specialized and everyday perception
Ehrhardt (Art. 19) and Skog-Södersved (Art.
21). of terms
The term “proverbial phrase”, which has a
It is important to differentiate between every-
long European tradition (see 10), is still used day terms or common categorizations and
today in research on proverbs (Norrick Art. specialized terms. For example, the English
34). Other than that, the term is only used “proverb”, Ger. “Redensart”, “Sprichwort”,
when authors want to emphasize their affinity Fr. “proverbe”, “locution”, etc. These cate-
with ethnic/ethnologic research traditions gories and terms should only be used as
(Eismann Art. 28) or, alternatively, if the fact scientific terminology if the majority of fea-
that a set phrase is derived from a proverb is tures are in common with the linguistic con-
being stressed (as in Buridant Art. 93). From cept (for example, “proverb”).
the perspective of phraseology research, the Phraseography is a special problem, be-
term is unsuitable or even redundant. This is cause the titles of dictionaries cannot be cho-
due to the lack of sound structural criteria that sen according to mere scientific criteria. For
allow a definition which differs from that of economic reasons, everyday, general categori-
“idiom” etc. zations need to be considered. Thus, it is un-
The formerly wide-spread term “cliché”, derstandable that the German “Duden-Band
which stressed the stereotypical character of 11” is titled “Redewendungen” (Engl. “say-
some set phrases, is practically obsolete. ings”).
In Russian, “phraseology” is the general,
everyday term. Thus, surprisingly, popular
dictionaries almost always include “фразео-
7. Synonymous terms логия” = “frazeologija” (“phraseology”) or
“фразеологический” = “frazeologičeskij”
There are several terms which go back to dif- (“phraseological”) in their titles.
ferent language and research traditions but The originally specialized terminology is
are used synonymously, e.g.: used in Russian schoolbooks as well. For ex-
Engl. “binomial”, Ger. “Zwillingsformel”, “Paarfor- ample, phraseology is briefly treated in a
mel”; schoolbook for 8th– 11th graders (“The Rus-
1b. Phraseology: Subject area, terminology and research topics 15

sian Language: Theory”). The textbook says be taken literally. It all depends on the focus
that there is a special subject area in the lexi- of the research (system linguistics or prag-
cal system of a language which is made up of matics/discourse analysis or phraseography).
phraseologisms or phraseological units. Phra- As representatives of a relatively new disci-
seologisms are characterized as idiomatic, fig- pline, some phraseologists feel the need to
urative units of the lexicon (of two or more achieve terminological uniformity, as has al-
words). There are examples, but they are all legedly been accomplished in other linguistic
idioms. Therefore, it is unclear whether other subject areas. Nevertheless, there are antagon-
phraseological subcategories are grouped un- isms of terminological traditions in many dis-
der the term “phraseologisms” or not. In con- ciplines, e.g. the differences between Roma-
clusion, the textbook mentions that there is a nic and Anglophone semantics or the chaos
special linguistic discipline called “phraseol- concerning the classification of German parts
ogy” which deals with phraseologisms. of speech. There are also different terminolo-
However, this link to a lay tradition does gies in syntax research, which shows that
not relieve everyday and specialized phraseo- sometimes, unavoidable, theory-based or fac-
logical dictionaries of the responsibility of at- tually-based differences between classifica-
tempting to introduce a categorization which tion and terminology can exist.
corresponds with recent phraseological find- The age of a research discipline only plays
ings, be it in the prefaces or in the user’s man- a role within the tradition of one language.
uals. Nonetheless, this has not been done in Russian phraseological terminology is much
most everyday dictionaries. more uniform than in other languages due to
Kispál (Art. 36) emphasizes that diction- its long terminological tradition. In contrast,
aries of proverbs usually have the tendency to the influence of foreign terminologies is dis-
include not only proverbs, but also sayings cernible in Korean and Arabic research, mak-
and, in fact, almost the whole area of phra- ing the terminological situation seem confus-
seology. This mirrors the everyday assump- ing. In other countries, the terminological si-
tion (which is also made in ethnic studies) tuation is clearly defined by a certain research
that “proverbs” also include the subject area tradition (e.g. in Finland due to German Ger-
of “proverbial sayings” (see 10.). manic research).

9. Problems regarding an exhaustive 10. Topical dependency of terminology


classification
Terminologies and classifications are depen-
When considering the open boundaries of the dent on the topic and goal of the research
subject area of phraseology, and its fuzziness being performed, a reality which we will
concerning categories, it seems neither desir- show here on the basis of several terms.
able nor possible to find an exhaustive classi-
fication or terminology. The concept of “Fa- 10.1. Collocation
milienähnlichkeiten” or “family resem- “Collocation” was and is still a leading notion
blences” (which has advanced far beyond the for corpus-based research (although today the
original Wittgenstein context to adapt to cate- differentiation in corpus-based work on phra-
gorization problems) can offer a solution. De- seology corresponds to international conven-
pending on the similarities that are empha- tions; see 4., see also Sailer Art. 89). At first,
sized, the terminology can be and must be the term’s connection to phraseology was
modified. merely marginal because all sorts of word
Some terminological problems develop groups were subsumed under it (’alles was
simply because one item can be classified into zusammen vorkommt‘). Phraseologists re-
several different groups: jected the term because no exact phraseologi-
For example, structurally, live and learn cal feature was attached to it. In the mean-
belongs to the “binomials” – to be exact, to time, the term “collocation” has found its
the special type called “irreversible bino- place as a subcategory of phraseology (with a
mials”. Syntactically, it is of the type V + V, weak or non-existent semantic reinterpreta-
but regarding its usage and dissemination, it tion) which opposes “idioms” as the semanti-
can count as a “proverb”. Sometimes live and cally marked set phrases. Hausmann (2004)
learn is idiomatic, whereas in other cases, for speaks of a “war of collocations”, embodied
example when it is a simple command, it can by the contradictory usage of the term in the
16 I. Einführung/Subject area, terminology and research topics

“Oxford Collocations Dictionary for Students wahren Christentum” (1605). The term
of English” (2002) and “A Dictionary of Eng- “sprichwörtliche Redensart” (Engl. “prover-
lish Collocations” (1994). While the former bial expression”) was coined by Justus Georg
views collocations in a narrow sense (corre- Schottels in 1663 in his “Ausführliche Arbeit
sponding with Hausmann’s definition of a pri- von der Teutschen Hauptsprache” (Engl.
marily bipartite structure of “basis” and “col- “Elaborate Work on the Main German Lan-
locator” – see also Sailer Art. 89), the latter guage”).
works with the corpus linguistics-based con- Today, the terms “proverbial expression”
ception of more or less common word groups (or “idiomatic expression”, see Röhrich/Mie-
– a conception which is very elusive from a der 1977, 15), “figurative expression”, “ex-
linguistic point of view. pression” or the German terms “Redewen-
In German studies, the narrow understand- dung” and “Wendung” (Engl. “figure of
ing of the term “collocation” overlaps with speech”) are used primarily in German peda-
the widespread semantically defined class gogy and textbooks. The focus is on “prover-
called “teilidiomatische Phraseologismen” bial expressions”, which were defined tex-
(Engl. “partly idiomatic phraseologisms”) or tually by Rudolf Hildebrand (1917, 80–81
“Teil-Idiome” (Engl. partial idioms) (see Bur- and 93–94). Many different factors play a
ger 2003, 32, 38, as well as several older role and have led to the fact that the assorted
works). This includes collocations like Bau- terms have remained blurry until today. In
klötze staunen (Engl. “to wonder building German pedagogy, the “defining features” of
blocks” = to be flabbergasted) or Geld zum proverbial expressions are
Fenster hinauswerfen (Engl. “to throw money
out the window” = to be a spendthrift). Both (1) imagery (“The pictorial nature of our language
reveals itself in proverbial expressions”),
of these have one constituent which can be ta- (2) traditionality (“[...] the origin of many figura-
ken literally (staunen and Geld), whereas the tive expressions can be found in folk lan-
other must be understood idiomatically. Haus- guage. Many stem from special vocabularies
mann (2004, 313ff.) shows that these types of and phraseologies of different social groups in
collocations can be subsumed under his con- our country, from the so-called class, profes-
ception of collocations as well. sional and specialized languages”),
In American psycholinguistics, anything (3) significance for culture and language history
phraseological is defined as an “idiom” and (“Some of these expressions have upheld our
the focus is primarily on those problems valuable linguistic heritage and are witnesses
which occur when processing idiomatic (in of the past – of obsolete institutions, customs
and perspectives.”),
the semantic sense) linguistic signs. European (4) concreteness and comprehensibility (“Even
psycholinguistics concentrates on the term today, many figurative expressions are so tan-
“idiom” in regard to those set phrases which gible and graphic that anyone can understand
form the core of the phraseological system them”),
(see Häcki-Buhofer Art. 70). (5) folksy brevity and pithiness of expression,
(6) folksy fondness for grotesque exaggeration
10.2. Proverbial expressions (e.g. da lachen ja die Hühner [Engl. “even the
chickens are laughing” = that’s ridiculous]),
Especially in the 19th century, German terms (7) partly euphemistic features (e.g. lange Finger
such as “sprichwörtliche Redensart” (Engl. machen [Engl. “make long fingers” = steal]),
“proverbial expression”) or “bildliche (8) occasional wordplay (e.g. Einfälle wie ein
Redensart” (Engl. “figurative expression”) altes Haus haben [Engl. “to break down like
were used in an ideological way by authors an old house/to have ideas like an old per-
who emphasized the romanticizing, in part son”]),
culturally historic or pedagogical, in part na- (9) puns on proper nouns (e.g. nicht aus Gebers-
tional or nationalistic aspects of set phrases dorf sein [Engl. “to not be from Givingcity” =
(see Müller/Razum Art. 77). The goal of to be greedy]),
phraseological research was knowledge about (10) fondness for formula-based figures of speech
like coupled words (e.g. in Bausch und Bogen
the “nature” or the “character” of the German [Engl. “in wad and arch” = lock, stock, and
language and culture. The German term “Re- barrel]) or
densart” (Engl. “expression”) is a loan from (11) obsolete word or language forms (e.g. mit
the French “façon de parler” (Engl. “way of Kind und Kegel [Engl. “with child and cone”
speaking”). The German term appeared for = with everything]) (see Schmidt 1959,
the first time in Johann Arndt’s work “Vom 232 ff.).
1b. Phraseology: Subject area, terminology and research topics 17

This functionalization of phraseological per- 11. Perspectives and terms from


spective on culture and language history was neighboring disciplines
the dominating focus of German didactics of
expression until the 1970s (see Kühn Art. The influence that pragmatics, discourse ana-
73). lysis and the research on ritualized communi-
cation have had on phraseology can be seen
10.3. Phrases in the terminology. Since the mid-1970s,
In popular German stylistics (e.g. Reiners terms like “pragmatic idiom”, “pragmatic
1951), the German term “Phrase” (Engl. phraseologism”, “routine formula”, “commu-
“catchphrase” or “expression”) was used in a nicative formula”, “pragmatic stereotype”,
pre-phraseological sense to accentuate the and “conversational formula” have emerged.
However, “gambits” or “hedges” (to be exact,
German “Plattheit” (Engl. “flatness”), “Phra-
let me put it this way, to put it in a nutshell,
senhaftigkeit” (Engl. “rhetoricality”) or
be that as it may, as it were) count as parts of
“Stilschwindel” (Engl. “stylistic bogus”) the subject area of phraseology as well, as
(Reiners 1951, 190) of particular word long as they are fixed word groups. Nonethe-
groups. Representatives of this conception less, their meanings can only be described on
caution us not to use “habitual, stale images the basis of their communicative/situational
of our everyday language” (Reiners 1951, usage (see Lüger Art. 39, Fix Art. 40).
263), or “trite” expressions with “template Furthermore, the inclusion of text(type) lin-
images” as in Staub aufwirbeln (Engl. “to guistic research has led to an expansion of the
produce dust” = to create a sensation), eine perspective of phraseology. “Formulaic texts”
Frage anschneiden (Engl. “to cut a question” and “formulaic discourse chunks” now be-
= to broach a topic) or Dampf machen (Engl. long to the subject area of phraseology. Such
“to make steam” = to accelerate) (Engel texts and portions of texts are pre-formulated
1913, 399). and formula-based, with a repeated, almost
Karl Kraus is probably the most renowned identical content (see Fix Art. 40).
German language critic, and his arguments
are more refined. (see Breiteneder Art. 31). He
was editor of the magazine “Die Fackel” from 12. Outlook
1899 to 1936, and he focused on the journal-
istic and ideological usage of catchphrases. While selecting the authors for this handbook,
He analyzed the propaganda catchphrases of the editors recognized that in several areas of
WWI (Platz an der Sonne [Engl. “place in the research, there are still major deficiencies:
sun”], Schulter an Schulter [Engl. “shoulder – The history of phraseology has not been
to shoulder”], Serbien muß sterbien [Engl. researched for most languages. Paremiol-
“Serbia must die”, as a rhyming pun]) and the ogy is the only subject area which enjoys
Nazis’ so-called “revindication of the content widespread historic interest. However,
of the catchphrase” (Salz in offene Wunden especially in regard to the recent culturally
streuen [Engl. “to rub salt in the wounds”], historic trend, the history of phraseology
mit einem blauen Auge davonkommen [Engl. could become a particularly fruitful re-
“to scrape by with a black eye”], aus einem search area.
Menschen ein Gulasch zu machen [Engl. “to – There are many languages, in particular
turn people into goulash” = to pulverize the non-Indo-European languages, for which
enemy], Krümmt auch weiterhin keinem Ju- hardly any or no phraseological research
den auch nur ein Haar [“to keep from harm- has been conducted. Accordingly, it is dif-
ing any Jew at all”]). ficult to determine the influence of lan-
However, the cliché character of some guage structure on phraseology, because
word groups was emphasized in scientific sty- comparisons become complicated or im-
listics as well, for example by Charles Bally, possible.
one of the first representatives of scientific – From early on in the Russian and Germa-
phraseology (in reference to Bally, see Mejri nic research traditions, set phrases were
Art. 58). not only classified and described structu-
rally, but also analyzed in a text(type) spe-
cific context. Similar work is missing or
just beginning for other languages. Studies
18 I. Einführung/Subject area, terminology and research topics

on this level would facilitate textually area. They agree that a fuzzy line between the
based linguistic and cultural comparisons. structurally defined areas of phraseology and
– After decades of theoretical analysis of set word formation is inappropriate in languages
phrases, the time has come to focus on the such as German (a term like the German term
application of linguistic findings. Most dic- “Ein-Wort-Phraseologismus” [Engl. “one-
tionaries have not yet implemented the word-phraseologism”] is a contradiction in it-
data from phraseological research, a fact self), whereas e.g. in French, such unclear
which is also true of pedagogy. Phraseolo- limitations may be disputable.
gical work could adjust to phraseographic Phraseology has various relationships to
and phraseodidactic practices and ulti- neighboring linguistic disciplines. In its core
mately help overcome obsolete traditions. subject area (to return to the traditional meta-
– Till now, research on the cognitive proces- phor once again), phraseology can be a sub-
sing of set phrases has expanded the phra- area of comprehensive lexicology. Lexicol-
seological field to include metaphor-se- ogy analyzes formal and semantic features of
mantic, culturally semiotic and intercultur- lexicon units. If this is our understanding of
al problems. New questions and models lexicology, then phraseology can play a spe-
emerge when studying the representation cial role, because set phrases are organized in
of set phrases in the mental lexicon, with a more complex way than words. They also
repercussions for the treatment of set have specific morphosyntactic features.
phrases in semantics and lexicography. As soon as the “peripheral” areas are taken
Furthermore, culturally semiotic ap- into account, the perspective widens to in-
proaches offer an opportunity to describe clude more or less fixed word groups, model-
and define intercultural communication based syntactic shapes, formula-based texts
problems. Intercultural phraseological re- or text units. As a result, phraseology is adja-
search can also help overcome the tradi- cent to disciplines like syntax, text linguistics,
tional, culturally focused perspective. In pragmatics and discourse analysis. Ulti-
addition, it can advance intercultural com- mately, when defining set phrases, factors
munication by describing set phrases to de- arise that can also be relevant to stylistic or
fine autostereotypes and heterostereotypes, literary questions – which is a fact that
or by focusing on communicative difficul- Charles Bally indicated early on, at the begin-
ties due to interculturalism. Research in ning of phraseological research.
these subject areas is just beginning to be
conducted.
14. Select bibliography

Burger, H. (2003): Phraseologie. Eine Einführung


13. Conclusion am Beispiel des Deutschen. 2. Aufl. Berlin.
Duden 11 (2002): Redewendungen. Wörterbuch der
The complexity of the subject area “phraseol- deutschen Idiomatik. 2., Aufl. Hrsg. von der Du-
ogy” has expanded greatly since the 1970s. denredaktion. Mannheim.
Not only is there a “narrow” conception, but Duden 11 (1992): Redewendungen und sprichwört-
different varieties of a “broader” conception liche Redensarten. Idiomatisches Wörterbuch der
exist as well. Thus, the limits of this research deutschen Sprache. Bearbeitet von G. Drosdowski
discipline have become blurred. Apart from und W. Scholze-Stubenrecht. Mannheim.
the structurally defined core, there are several Engel, E. (1913): Deutsche Stilkunst. 18. Aufl.
“peripheral” areas which may or may not be Wien.
subsumed under the term “phraseology” de-
pending on their research focus. Conse- Hausmann, F.J. (2004): Was sind eigentlich Kollo-
kationen? In: Steyer, K. (Hrsg.): Wortverbindungen
quently, it has become questionable whether – mehr oder weniger fest. Berlin, 309–334.
the metaphor of “core” and “peripheral” areas
is still appropriate. For these (and all the Hildebrand, R. (1917[1867]): Vom deutschen
aforementioned) reasons, an international uni- Sprachunterricht in der Schule und von deutscher
Erziehung und Bildung überhaupt. 14. Aufl. Leip-
formity of terminology and classification is zig.
only possible and desirable to a certain de-
gree. Pilz, K.D. (1981): Phraseologie. Stuttgart.
Evidently, the editors of this handbook can- Reiners, L. (1951[1943]): Stilkunst. Ein Lehrbuch
not accept just any expansion of the subject deutscher Prosa. 4. Aufl. München.
1b. Phraseology: Subject area, terminology and research topics 19

Röhrich, L./Mieder, W. (1977): Sprichwort. Stutt- Vinogradov, V.V. (1977): Izbrannye trudy. Leksiko-
gart. logija i leksikografija. Moskva.
Schemann, H. (1993): Deutsche Idiomatik. Die Wray, A. (2002): Formulaic language and the lexi-
deutschen Redewendungen im Kontext. Stuttgart. con. Cambridge.
Schmidt, W. (1959): Deutsche Sprachkunde. Ein
Handbuch für Lehrer und Studierende. Berlin.
Vinogradov, V.V. (1946): Osnovnye ponjatija russ-
koj frazeologii kak lingvističeskoj discipliny. In: Vi- Harald Burger, Zurich (Switzerland)
nogradov, V.V. (1977), 118–139.
Dmitrij Dobrovol’skij, Moscow (Russia)
Vinogradov, V.V. (1947): Ob osnovnyx tipax fra-
zeologičeskix edinic. In: Vinogradov, V.V. (1977), Peter Kühn, Trier (Germany)
140–161. Neal R. Norrick, Saarbrücken (Germany)
II. Strukturelle Aspekte der Phraseme/Structural aspects of set
phrases

2. Idioms and morphology

1. Morphology in idioms: Overview and general Czech, Slovak or Russian. The case of, basi-
background cally, isolating Chinese may seem a problem,
2. Idioms in the language system but only to a degree. In fact, it may be used as
3. Idioms in the text and their anomalous
behaviour
evidence that, from a typological perspective,
4. Some open questions this separation of language levels and, hence,
5. Conclusions too narrow delimitation of the field of idioms
6. Select bibliography is wrong. Because Chinese primarily uses
only one kind of compounding (with next-to-
no derivation), and because discrimination
1. Morphology in idioms: Overview between compounding and collocation is tra-
and general background ditionally difficult (together or apart?), but
also due to its different writing system, this
While most views of idioms are limited to the language requires recognition of a link be-
obvious field of word-form combinations or tween idioms of level A and C (cf. jiânglái
collocations (A: collocational idioms, Čermák standing for “future”, i.e. jiâng “act”+ lái
1982, 1988, 1994, 2001), with some theorists “come”). In many cases it is simply difficult
allowing their existence above this level as to decide whether some item should count as
well (B: propositional or sentence idioms), a compound and collocation, hence as “one
only very few are prepared to go in the oppo- word or more words”, the latter view pre-
site direction, namely below the word level. ferred traditionally by many linguists.
This is the large area of idiomatic combina- Thus it seems that the widespread tradi-
tions of morphemes (C: lexical idioms), ne- tional view of idioms having a multi-word
glected by those who are concerned with (see- character cannot be upheld.
mingly) free forms only, choosing not to see
Instead, a defining feature of idioms should
the very same phenomenon in compounds
be seen in their multi-component character,
and elsewhere, thereby ignoring an obvious
where a component may belong to any of the
link between higher levels and the level of
morpheme combinations. In general, identical traditional levels of meaningful language
content may be rendered either as a combina- units, thus comprising words (word-forms),
tion of separate forms (split hairs, cut cor- clauses (sentences) and morphemes.
ners) or of morphemes inside a lexical idiom, For any combination of these three types of
i.e. a single-word lexeme (hair-splitting, cor- units as constituents (components) to count as
ner-cutting). This is basically a Europocentric an idiom (of A, B, or C type), another basic
view, building on familiar isolating, inflec- defining condition must hold, namely the
tional or agglutinative language types, and anomalous character of their combination (in
disregarding polysynthetic languages, with more than one sense). This anomaly may gen-
their characteristic incorporational construc- erally be either syntagmatic (combinatorial
tions within the scope of a single textual limitation of a constituent) or paradigmatic (a
word, where idioms as such should not exist. constituent being member of a severely
The existence of idioms is most probably closed paradigm, set). To be specific about
universal (Čermák 1994b, 1994c), although the approach to idioms in what follows: the
its specific manifestation depends on the ty- idiom is a unique and fixed combination of at
pological character of the language in ques- least two elements (constituents) such that at
tion. Thus it is evident that the Katzenjammer least one of these does not function in the
(hangover) type idiom is much more frequent same way in any other combination or combi-
in languages with great compounding cap- nations of the kind, or occurs in a highly re-
ability, such as Dutch, German, Finnish or stricted number of them, or in a single one
Hungarian, than in languages with less, pre- only (for more on this, see, for example, Čer-
ferring derivation and inflexion, such as mák 1988 and 2001).
2. Idioms and morphology 21

In this framework, both the above morpho- (2) unique combinations (word-formation)
logical fields, i.e. compounding (2.2.1) and of elements (morphemes, usually) famil-
derivation (2.2.2), will be handled in what iar separately from elsewhere, but occur-
follows. ring as a whole in the idiom only, e.g.
There are, moreover, further morphological the English on tenterhooks, at logger-
features relevant to idioms. Besides some spe- heads, go haywire, German Mattscheibe
cial cases of “frozen” inflexional forms (2.1), haben (Matt-matt, Scheibe-screen: be
inflexion will be investigated in its major not quite with it), sich großtun (groß-
manifestation of idiom behaviour in texts (3), great tun-do: to boast), jm. Fersengeld
mostly where it is rather rich, such as in geben (Ferse-heel, Geld-money: take to
Czech. one’s heels), or Dutch op apegapen lig-
gen (aap-ape, gaap-yawn: be on one´s
last legs).
2. Idioms in the language system
(3) constituents made of single morphemes,
In a sense, the inflectional (morphological) whose combinatorial capacity outside a
character of idioms, or rather of some consti- certain idiom is (almost) nil, such as
tuent parts of idioms, is largely frozen in the French au fur et à mesure (fur: step by
system, idioms being stored there in a particu- step), avoir maille à partir avec (maille-
lar, usually unchanging form. Thus the Eng- small historical coin: be at loggerheads
lish idioms give someone a big hand, at hand with), English take umbrage (umbrage),
must retain their constituent hand in singular in high dudgeon (dudgeon), to and fro
form, while in the idioms hands off, have (fro) or Czech být hin (hin: be fagged
one’s hands tied it has plural forms only. This out), dávat bacha (bacha: be on one´s
general feature of idioms, when there is an in- guard), jít k duhu někomu (duhu: do
flectional form present, suggests that idioms good to someone).
are, in fact, made up of word forms, and not (4) Rarely, manifestations of an earlier state
lexemes or words on this level. However, of morphology no longer in use in the
some idioms do allow a limited amount of in- system may be found. Thus, inspecting
flection in texts (see 3) and actual use, where Czech idioms být s to (be able to, from
the verbs give and have may assume different German im Stande sein), ležet ladem (lie
forms (morphs). These frozen inflectional fallow), remnants of an old Accusative
morphs have been chosen by whoever coined valency of the preposition s (with) and
the idiom to give shape to his or her intended of an old Instrumental case valency of
meaning and remain intact. Of course, quite a the verb ležet (lie), manifested in the
number of idioms do not contain any in- case form of the noun following it la-
flected forms, for a number of reasons, some dem, are to be found, neither of which is
of them typological (see above 1). possible any longer in today’s language.
2.1. The morphological nature of idiom 2.2. Morphological nature of lexical idioms
constituents
By contrast, such phenomena in word-forma- It should be noted, however, that what will be
tion are more frequent. Some idioms may called here lexical idioms (see C in 1), recog-
contain: nizing an idiomatic combination of mor-
phemes within the boundaries of a single lex-
(1) special unique constituents, not to be eme, is an important field of concern. For
found elsewhere in language, made up Czech, a highly inflectional language using
of frozen parts, too, which may overlap derivatives profusely, Klötzerová’s estimate,
with their overall highly restricted use in based on an analysis of a medium-sized stan-
a single idiom (or a handful of them), dard dictionary (“Slovník spisovné češtiny”,
such as the Czech Do třetice všeho do- 1994), suggests that some 5 percent of the
brého (Third time lucky), where the words (out of some 50 000 lemmas) belong to
noun třetice (a group of three, a deriva- lexical idioms one way or another.
tive of tři “three”) has been apparently The phenomenon of lexical idioms offers a
coined for this saying only and is not challenge to current views of word-formation
found elsewhere. More often, however, as based on rules only and allowing for no ex-
the unique quality of such constituents ceptions, a fact hardly ever admitted in that
consists in field. Lexical idioms, substantially enlarging
22 II. Strukturelle Aspekte der Phraseme/Structural aspects of set phrases

both the field and scope of phraseology, cran- occurring nowhere else in the lan-
usually go unnoticed (in most cases and ap- guage), etc.
proaches). Only a few linguists have paid German examples are quite common, too,
more than passing attention to the phenomen- including more than one type of words.
on, such as Coates (1964), Čermák (1982, Christkind (Christ-Christian, Kind-child:
125ff.), Henschel (1987), Klötzerová (1997) Father Christmas), Sűndenbock (Sűnden-sin+
and Makkai (1972). The terms, or rather la- Bock-buck: scapegoat), Spielverderber (Spiel-
bels, used here are also few. Thus, Makkai, game+ Verderber-who ruins: spoilsport),
who has taken the term from Bloch, calls Schweinehund (Schwein-pig+ Hund-dog:
these cranberry idioms or idioms containing stinker, swine), Großmaul (groß-great+
cranberry forms (with Moon 1998 shifting it Maul-mouth: braggart), Hasenherz (Hase-
slightly to cranberry collocations). Makkai hare+ Herz-heart: chicken-hearted, cow-
uses the term somewhat inconsistently, how- ardly), Wassserkopf (Wasser-water+ Kopf-
ever, for both a lexical or lexemic idiom head: idiot), Eiertanz (Ei-egg+ Tanz-dance:
(cranberry) and phrasal verbs (put out). In manoeuvres), Eselsbrűcke (Esel-donkey+
German, in contrast to the traditional notion Brűcke-bridge: shortcut), Kinderspiel (Kind-
of Mehrgliedrigkeit (Getrenntgeformtheit) child+ Spiel-game: child’s play, trifle), Steck-
Einwortidiom (single-word idiom) is used enpferd (Stecken-rod/stick+ Pferd-horse: hob-
(Henschel 1987), while in Czech lexikální by), Katzenjammer (Katze-cat+ Jammer-mis-
idiom (frazém) is to be found. ery: hangover), etc.
They may be formed using the same basis
2.2.1. Compounds more than once, cf. kurzerhand (kurz-short,
Hand-hand: on the spot), unterderhand (un-
It has already been noted (see 1) that exam- ter-under+ Hand-hand: secretely, on the black
ples like corner-cutting (as against cut cor- market), allerhand (alle-all+ Hand-hand: all
ners) point to an obvious link and absence of sorts of), vorderhand (Vorder-front+ Hand-
a sharp boundary between collocational and hand: for the present). Other examples in-
lexical idioms. There are numerous other clude adverbs, verbs or microsentences, e.g.
cases supporting this in more than one lan- unverrichteterdinge (unverrichtete-unper-
guage, see, for example, Czech kratochvíle formed+ Ding-thing: empty-handed, re-
(pastime, diversion) versus krátit si dlouhou buffed), sitzenbleiben (sitzen-sit+ bleiben-re-
chvíli (pass the time by), svéhlavý (stubborn) main: not manage to get married), ver-
versus mít svou hlavu (have a mind of one´s gißmeinnicht (vergiß-forget!+ mein-me+
own) or German unterderhand versus unter nicht-not: forget-me-not), etc. Proper names
der Hand (unter-under, Hand-hand: secretly, take part in this, too, cf. Danaergeschenk
on the black market), using both forms, etc. It (Danaer-Danaoi+ Gift-present: Greek gift),
is evident that compounding is a rich field to Damoklesschwert (Damokles-Damocles+
look for lexical idioms, in direct proportion to Schwert-sword: sword od Damocles), etc. It
the language’s typological preference for must be pointed out that where German (or
compounds. The following examples will be another language, for that matter) has a com-
limited to some of the more obvious cases pound and, hence, a lexical idiom, another
where an apparent anomaly, preferably of a language may have a collocational idiom de-
semantic nature, can be found. In most of noting the same thing, cf. Hasenherz and
these cases, the sum of the meanings of the Czech zaječí srdce, etc.
constituent parts does not add up to the total Looking at other languages, lexical idioms
meaning of the lexeme (lexical idiom). Most of this compounding sort are no exception
but not all of the examples discussed below either.
are nouns. Thus Czech has a number of them, such as
It may come as a surprise that some of the tlučhuba (tluče-he beats+ huba-mouth: big-
commonest words are to be found here. Such mouth, windbag), patolízal (pata-heel+ lízat-
is the English breakfast (break + fast) where lick: toady, bootlicker), černokněžník (černý-
the meaning of the sum of the constituents black+ kníže-prince: sorcerer), držgrešle (drž-
does not amount to its composite meaning. hold!+ grešle-small coin: skintflint, niggard),
Similarly, greenhorn, man-of-war, ladybird, pecivál (pec-oven + válet se-lie idly: lay-
fishwife, egghead, hothead, backlash, hot- about, stay-at-home), strašpytel (strašit-
dog, happy-go-lucky, cranberry (the last item frighten+ pytel-sack: poltroon, coward), pře-
2. Idioms and morphology 23

dsevzetí (před-before+ se-oneself+ vzetí-tak- Finally and briefly, Polish and Italian.
ing: resolution), kratochvíle (krátit-shorten+ Compare the Polish łopatologia with its con-
chvíle-while: pastime), poduška (pod-under+ stituents (łopata-shovel+ -logia -logy: spoon-
ouška-ears: cushion), but also terms mateří- feeding) or Italian caposcarico (capo-head+
douška (mateří-mother´s+ douška-breath: scarico-empty: lightheaded, joker), malapéna
thyme), jitrocel (jitřit-open wound+ celit- (mala-bad+ péna-pain: hardly, scarcely), mal-
close: ribwort), devětsil (devět-nine, síla- edetto (male badly+ detto-said: damned,
power: butterbur), levhart (lev-lion, hart-0: cursed), etc.
leopard), etc. The last case offers an element It should be pointed out that only a few
(hart, having no discernible meaning) not to superficially transparent and usually meta-
be found elsewhere, a phenomenon found on phorical examples have been chosen, which
other strata of idioms (see also 2.1. and the can be easily multiplied, especially by those
definition of idioms). which may not be so evident. It is a rich field,
Similarly, Finnish has a number of exam- which requires systematic study and it should
ples, such as mustasukkainen (musta-black+ not be viewed as limited to metaphors only
sukka-stocking: jealous), yliammuttu (yli- (see the Czech case -hart). In all of the cases,
above+ ampua-shoot: exaggerated), mukiin- each language showing somewhat different
preferences, it holds that these idioms exhibit
menevä (muki-cup, perhaps from English
a restricted and anomalous combinatorial ca-
mug+ mennä-go: suitable), nuolennopea pacity of their constituents with no rule be-
(nuoli-arrow+ nopea-fast: fast as an arrow), hind them.
jääräpäinen (jäärä-ram+ pää-head: stub- Getting back to English, so powerful in
born), hienohelma (hieno-fine+ helma-bottom phrasal verbs and, hence, collocational idioms
part of skirt: fashion-conscious), etc. French (type B above), compare also existing idio-
offers some examples of very common every- matic combinations of single prepositions and
day words belonging to lexical idioms, such adverbs for one verb only:
as beau-frère (beau-beautiful+ frère-brother:
brother-in-law), maintenant (main-hand+ te- TAKE
after/against/apart/away/back/down/
nant-holding, from maintenir-maintain and from/in/off/on/out/over/to/up,
Latin manu tenere-hold hand: now), blanc-se-
ing (blanc-white+ seing-signature: free hand), it is not difficult to see that the converse situa-
pied-noir (pied-foot+ noir-black: Frenchman tion for corresponding transformations into
born in Algeria), tête-bêche (tête-head+ lexical idioms does not obtain. Thus there are
bêche-spade: top-to-tail), laissé-pour-compte only four available for the same verb, namely
(laissé-left+ pour-for+ compte-count: re- takeaway, take-off, takeover, takedown, the
jected, returned), plain-pied (plain-high tide+ rest, such as *takeafter, *takeagainst, *takea-
pied-foot: ground floor, one-storey high), etc. part, *takeback, *takefrom, *takein, *takeon,
The phenomenon can be easily illustrated *takeout, *taketo, *takeup not having been
coined (yet?). This little combinatorial exer-
in other Germanic languages, due to the pro-
cise, consistent with the idiom definition
fusion of compounding in them. Consider the above and the commutation test it implies,
Dutch duivelskunstenaar (duivels-devil’s+ may show a free capacity for a future coinage.
kunstenaar-artist:magician, wizard), spijker- Adding some more analogous examples for
hard (spijker-nail, hard-hard: as hard as a come, get, go, set and turn, thus exhausting
flint/stone), goedkeuren (goed-good+keuren- the field, such as comeback, getaway, get-to-
evaluate/estimate: approve), steengoed (steen- gether, get-up, go-between, setback, turn-
stone+goed-good: fantastic, great), steenrijk about, turn-on, turnout, turnover, it can be
(steen-stone+ rijk-rich: immensely rich), dik- seen that this type of coinage is rather popu-
kop (dik-thick+ kop-head: pigheaded person), lar, though, of course, not productive.
kruidje-roer-mij-niet (kruidje-herb+ roer- One may wonder why certain other exam-
touch+ me-me+ niet-not: touch-me-not), etc. ples such as the English jackpot have not
Just a few examples from Swedish, too: hög- been included above. The problem has been
tid (hög-high+ tid-time: festivity), bokvurm hinted at by referring to the above verb as de-
(bok-book+ vurm-worm: bookworm, biblio- pletive. The crux of the matter is in the diffi-
maniac), spelevink (spela-play+ vinka-wave: culty of distinguishing between a very large
gadabout, tomboy), svartsjuk (svart-black+ number of meanings (dictionary senses) and a
sjuk-ill: jealous), etc. loss of meaning (depletion). In this light,
24 II. Strukturelle Aspekte der Phraseme/Structural aspects of set phrases

jackpot (with 14 meanings for jack and 6 for (b4) is to be seen in addition of valency
pot, according to “The New English Diction- where there has been none previously.
ary of English”) represents a border-line case Thus, to the regular verb vyzrát (ripen),
of sorts, the number of meanings for jack already changed into an idiom by a pre-
being simply too large and especially diverse. positional valency, is also added the pre-
It seems, namely, that this type of coinage fix vy- (vy-out/up+ zrát-ripen+ na-on:
might refer to a basic, prototypical meaning get the better of someone, outflank
of a constituent if viewed independently, this someone). This type strongly resembles
being, on the other hand, difficult for jackpot. the English verb phrases in part.

2.2.2. Derivation Finally, prefixed verbs may form a number of


lexical idioms by
A situation similar to that in compounds is to
be observed in derivatives, mostly in those (c) employing an additional reflexive pro-
languages which prefer derivation to com- noun se (oneself). Thus, the regular zašít
pounding. A good example of an inflectional (za-behind/up+ šít-sew: sew up) with no
language with lexical idioms of this type is reflexive turns into an idiom once this
Czech. Just a few examples will be men- has been added zašít se (za-behind/up+
tioned, illustrating types of idiomatic coinage šít-sew +se-oneself: hide, especially to
here – the list could easily be extended. The avoid being given an unpleasant task, lit-
obvious subfield to look for these in is verbs erally: sew oneself in/behind). Similarly,
with prefixes, especially the most frequent the regular vystřelit (vy-out+ střelit-
ones (there being, in fact, a direct counterpart shoot: shoot, shoot out) becomes an
to the English collocational idioms with pre- idiom when another reflexive pronoun si
positions/particles in the postpositive posi- (for oneself, for one’s own benefit) is
tion, mentioned above), cf. najít (na-on+ jít- added along with prepositional valency,
go: find), ujít (u-away+ jít-go: be passing, cf. vystřelit si z někoho (vy-out+ střelit-
especially in ujde to it is not so bad), vyjít (vy- shoot: take someone for a ride, cheat
out+ jít-go: get by, make both ends meet), etc. someone, lit., shoot out of someone),
It must be pointed out that in this type of etc.
Of course, other non-noun lexical idioms
(a) pure additive prefixation some of these could easily be included, too, such as adjec-
prefixed verbs are polysemous, hence tives, cf. bezuzdný (bez-without+ uzda-bridle:
only the idiomatic case is glossed over unbridled, unrestrained), zákeřný (za-behind+
here. A different and quite common type keř-bush: treacherous, i.e. lurking behind the
(b) may be represented by prefixation, bush), etc.
where valency has been changed in a Similar examples are to be found in any
number of ways. Thus the other Slavonic language, all of them using a
(b1) regularly coined verb přebrat něco (pře- lot of inflexion and derivation, cf. Polish
over+ brát-take: take over something) is najść (na-on+ -jść-go: surprise, turn up) cog-
generally used with a noun in the Accu- nate to the Czech najít, discussed above, but
sative case. If, however, having a different meaning, or Slovak zavariť
(b2) the valency is abolished and no noun ap- někomu (za-behind+ variť-cook: make it hot
pears following the verb, a lexical idiom for someone, cause someone difficulties) with
obtains with a completely different a dative valency or vyfarbiť sa (vy-out+ far-
meaning (pře-over+ brát-take: have had biť-colour+ sa-oneself: show oneself in one’s
true colours) with an additional reflexive
one too many, have drunk too much, be
prounoun added to make it an idiom, etc.
drunk). Similarly, the regular verb zahý-
bat/zahejbat (za-behind+ hýbat-move:
bend, turn), once 3. Idioms in the text and their
(b3) its regular adverbial valency (někam anomalous behaviour
somewhere) is substituted by the dative
case, one (někomu to someone) begins to A crucial role of morphology is to be seen in
mean something else (za-behind+ hýbat- the textual behaviour of idioms, and more
move: two-time someone, be unfaithful broadly, through morphology, in their syntac-
to). Still another type of valency change tical and textual behaviour. To be able to ap-
2. Idioms and morphology 25

preciate this, we must view morphology more (6) zmizet ze světa (disappear from the face
broadly, namely as extended to those morpho- of the earth):
logical categories which may not have a typi- que, pass, cond, imp, imp neg, fut, 1sg,
cal morpheme (ending) to signal them. As ex- 1.pl
plained earlier (Čermák 1984, 1988, 1998, (7) hodit někomu udičku (see if someone
2001), their character and nature may be pro- will take the bait):
jected into their negative textual behaviour, neg, pass, imp, imp neg, present
namely those categories in which they do not (8) poslouchat něco/někoho jen na půl ucha
prototypically occur. For the sake of brevity, (listen to someone/something with only
examples of possible (and not prototypical) half an ear):
uses are left out of consideration. This anom- ques, neg, pass, cond, imp, imp neg, fut
alous character varies from one idiom to an- (9) mít vokno (have a blank/mental block-
other. Consider first the following five Eng- age):
lish verbal idioms, chosen at random: pass, imp, imp neg, fut
(1) spill the beans (10) ukázat někomu záda (turn one´s back on
someone, cease to smile on someone):
(2) fall head over heels
ques, neg, pass, imp, imp neg, pres, fut,
(3) lead someone by the nose 1sg, 1pl
(4) have one´s hands full
(5) not grow on trees Employing more categories this time, one can
see that their morphologically anomalous
It seems that imperative use (and form) is not character is rather varied, though some ten-
to be found for (1)–(5), whereas negative im- dencies are readily observable, across lan-
perative does not prototypically obtain for guages as well, cf. (2) for Czech and (4) for
(2)-(5), while passive voice forms are improb- English, which happen to be close equivalents
able for (2), (4) and (5). Similarly, 1st person of each other, in fact, or 6) for Czech and (5)
singular use is not usual for (1), (2) and (5), for English, having an Inanimate Agent for
interrogative form for (2) and (3) and, like- Subject and thus not allowing certain other
wise, no negative form is found with (2) and categories, such as 1st Person Singular and
(3), etc. It should be evident that quite a num- Plural, etc. This obvious manifestation of the
ber of other categories (moods, tenses) have idiom’s (semantic and functional) nature
not been considered. through non-acceptance of some morphologi-
Looking at Czech and reversing the ap- cal categories, can, in fact, be further used.
proach by trying to enumerate these prototy- Thus, one can design classes, each chosen for
pically non-occurring categories for each their specific configurations, typical for a cer-
idiom (an approach used extensively in the tain class of idioms in each case only. It is ob-
“Czech Dictionary of Idioms”), one obtains vious that this might, in turn, be viewed as a
(the categories are abbreviated): basis for a functional classification of idioms.
A different set or configuration of, preferably
(1) vodit někoho za nos (lead someone by negative and anomalous, indexes of this type
the nose): can be envisaged for nominal and other types
pass, imp of idioms, not considered here.
(2) mít plné ruce něčeho (have one´s hands
full):
ques, neg, pass, imp, imp neg 4. Some open questions
(3) přijít někomu pod ruku (get/come within Obviously, a number of open questions re-
striking distance of someone): main to be resolved in a systematic treatment
ques, neg, pass, imp, imp neg, present of the field. Thus derivation (illustrated in
(4) neříct v něčem ještě poslední slovo (have 2.2.2) might be seen as a problem in forming
yet to say the last word): a transitory field of idioms in some lan-
ques, positive, cond, imp, imp neg, pre- guages, such as Czech, where reflexive verbs
sent, fut, 1 sg,1 pl are a sort of collocations, in fact, written as
(5) mít se k světu (be going great guns, make separate words in contrast to other languages,
great strides): such as Russian, etc. A similar problem may
quest, neg, pass, cond, imp, imp neg, fut, be seen in the prepositional valency (see
1 sg, 1 pl above), also written as a separate unit and
26 II. Strukturelle Aspekte der Phraseme/Structural aspects of set phrases

forming, effectively, a collocation in most Čermák, F. (1994c): On the nature of universality in


languages. phraseology and idiomatics. In: Z problemów fra-
On a more general basis, the nature of the zeologii polskiej i słowiańskiej VI, Warszawa, 15–
meaning of constituents may influence our 19. (A shortened version of Čermák 1994b).
perception or, perhaps, willingness, to see Čermák, F. (1998): Linguistic units and text entities:
idioms in some derivations or compounds, theory and practice. In: Fontenelle, Th./Hilligs-
simply because of the type of polysemy or mann, P./Michiels, A. et al. (eds.): Euralex ’98 Pro-
ceedings. 8th International Congress of the Euro-
meaning depletion, etc. pean Association for Lexicography. Liège, 282–
290.
5. Conclusions Čermák, F. (2000): Combination, Collocation and
Multi-Word Units. In: Heid, U./Evert, S. et al.
Morphology in idioms is clearly a vast and (eds.): Proceedings of the Ninth Euralex Internatio-
underexplored field open to further investiga- nal Congress. EURALEX 2000. Stuttgart, 489–
tion, where the traditional solution of viewing 496.
these lexical idioms as mere exceptions in Čermák, F. (2001): Substance of idioms: perennial
word-formation, if ever mentioned, does not problems, lack of data or theory? In: International
do it justice. This contribution was only able Journal of Lexicography 14, 1–20.
to sketch a few relevant aspects of the field, Coates, W.A. (1964): Meaning in morphemes and
pointing to the obvious common idiomatic compound lexical units, In: Proceedings of the 9th
features it shares with idioms on other levels. International Congress of Linguists. The Hague,
Where spelling may obscure the phenomen- 1046–1051.
on, these natural links and meaning relations, Ďurčo, P. (1994): Probleme der allgemeinen und
expressed by a transformation to a different konstrastiven Phraseologieforschung. Am Beispiel
stratum, may be a convincing argument for des Deutschen und Slowakischen. Heidelberg.
viewing them together. Gondek A./Szczęk J. (2002): Wesen der Einwort-
idiome und ihr Verhältnis zur Phraseologie (am Bei-
spiel der Einwortphraseme mit Farbbezeichnungen
6. Select bibliography im Deutschen), In: Studia Linguistica XXI, 65–77.
Henschel, H. (1987): Das Problem der Einwordti-
Burger, H. (1998): Phraseologie. Eine Einführung diome und ihr Verhältnis zur Phraseologie (am Ma-
am Beispiel des Deutschen. Berlin. terial des Tschechischen und anderer Sprachen. In:
Čermák, F. (1982): Idiomatika a frazeologie češtiny Zeitschrift für Phonetik, Sprachwissenschaft und
[Idiomatics and Phraseology of Czech]. Praha. Kommunikationsforschung 40, 6, 830–847.
Čermák, F. (1988): On the substance of idioms. In: Klötzerová, P. (1998): Hranice frazeologie se po-
Folia Linguistica 22,3–4, 413–438. souvají. Lexikální frazémy v češtině [Limits of
Čermák, F. (1991): Universals, typology and phraseology are moving on. Lexical phrasemes in
idioms. In: Palek, B./Janota, P. (eds.): Proceedings Czech]. In: Slovo a slovesnost 59, 277–279.
of LP‘ 90 Conference Linguistics and Phonetics: Makkai, A. (1972): Idiom structure in English. The
prospects and applications. Prague, 261–269. Hague.
Čermák, F. (1994a): Idiomatics. In: P.A. Luelsdorff Moon, R. (1998): Fixed expressions and idioms in
(ed.): The Prague School of structural and functio- English. A corpus-based approach. Oxford.
nal linguistics. Amsterdam, 185–195. Wissemann, H. (1961): Das Wortgruppenlexem und
Čermák F., (1994b): Povaha univerzálního ve fra- seine lexikographische Erfassung. In: Indogermani-
zeologii a idiomatice [The nature of what is univer- schen Forschungen 66, 225–258.
sal in the phraseology and idiomatics]. In: Krošlá-
ková E./Ďurčo, P. (eds.): Frazeológia vo vzdelávaní,
vede a kultúre 1993. Nitra, 45- 52. František Čermák, Praha (Czech Republic)
3. Wortbildung und Phraseologie 27

3. Wortbildung und Phraseologie

1. Gegenstandsbereich und Terminologie Teilidiome (eine Fahrt ins Blaue) und der de-
2. Phraseme und Wortbildungen unter motivierten Idiome (aus dem Häuschen sein)
nominativem Aspekt (Burger 2003, 38; zu Motivationstypen Do-
3. Phrasembildung und Wortbildung als brovol’skij 1997, 112–127).
Verfahren der Lexikonerweiterung
4. Phraseme und Wortbildungen als Quelle
Den hier angestrebten Vergleich zwischen
lexikalischer Neuerungen Phraseologie und Wortbildung rechtfertigen
5. Literatur (in Auswahl) demnach funktionale, strukturelle und seman-
tische Gemeinsamkeiten von Phrasemen und
Wortbildungen. Diese Gemeinsamkeiten sind
1. Gegenstandsbereich und ins Verhältnis zu setzen zu dem wichtigsten
Terminologie Unterschied der Benennungsarten: zur Polyle-
xikalität der Phraseme einerseits und zur Mo-
Der Terminus Phrasem, hier verwendet im nolexikalität der Wortbildungen andererseits
Sinne Burgers (2003, 35), steht für eine struk- (zu fließenden Übergängen zwischen mono-
turell, semantisch und pragmatisch heteroge- und polylexikalen Einheiten unter pragma-
ne Menge von Benennungsarten. Für den tisch-funktionalem Aspekt vgl. Stein 2004,
funktional ausgerichteten Vergleich mit der 268; Donalies 2004, 7; grundsätzlich zur Un-
Wortbildung in diesem Abschnitt sind nicht terscheidung Feilke 2004, 59).
alle diese Arten gleichermaßen geeignet. Es Aus den Äquivalenzen und den Differen-
werden die nominativen Phraseme (Fleischer zen sowie aus partiellen Überschneidungen
1997a, 122; Burger 2003, 37) ausgewählt, ergibt sich ein mehrschichtiges Spannungs-
weil sie Begriffe repräsentieren und daher verhältnis zwischen Phrasemen und Wortbil-
Wörtern bzw. Wortbildungen funktional äqui- dungen, das im Folgenden am Benennungs-
valent sind. status der Einheiten, an den Verfahren ihrer
Nominative Phraseme und Wortbildungen Bildung sowie an ihrem Anteil an der Erzeu-
stellen Einheiten des Lexikons dar oder, wenn gung neuer lexikalischer Einheiten erläutert
sie (noch) nicht lexikalisiert sind, potentielle wird. Im Mittelpunkt steht das Deutsche; ge-
Einheiten des Lexikons (zum Terminus Lexi- legentlich werden andere Sprachen einbezo-
kon im Überblick Schindler 2002, 34f). Da gen.
für ihre Bildung vorhandene sprachliche Zei-
chen, die bereits Benennungsfunktion haben,
(wieder)verwendet werden, nennt man sie mit
2. Phraseme und Wortbildungen unter
dem Aufkommen der Nominationsforschung nominativem Aspekt
sekundäre Benennungen (Telija 1977). So-
wohl Phraseme als auch Wortbildungen ver- 2.1. Komplementarität der Benennungsarten
fügen über eine “komplexe Formativstruktur” Phraseme und Wörter gelten als pragmatisch
(Fleischer 1997a, 162), von sekundären Sim- komplementär (Feilke 2004, 59). Feilke er-
plizia wie Griff und Kurzwörtern wie Uni, klärt ihre pragmatische Komplementarität mit
BfA in der Wortbildung abgesehen. Komplex ihrer unterschiedlichen Rolle beim Sprechen.
sind sie insofern, als sie aus mehr als einem Während Wörter in erster Linie die grammati-
bedeutungstragenden Segment (Morphem) sche Ordnung des Sprechens gewährleisten,
bestehen. Eine weitere gemeinsame Eigen- ermöglichen Phraseme “illokutionäre, propo-
schaft von Phrasemen und Wortbildungen ist sitionale und textuelle Ordnungsleistungen
die potentielle morphosemantische und/oder des Sprechens” (ebd.). Setzt man die Wortbil-
figurative Motivation. Bei beiden Benen- dungen als Teilmenge der Wörter zu den
nungsarten ist die Motivation graduell ausge- Phrasemen ins Verhältnis (Fleischer 1997a,
prägt, wobei gleitende Übergänge zwischen 169f.), lassen sich weitere Aspekte einer
den Motivationsstufen bestehen. Im Allge- Komplementarität erkennen. Die Benen-
meinen wird grob unterschieden zwischen nungsarten verfügen z.B. jeweils über spezifi-
voll-, teil- und demotivierten/nicht motivier- sche Domänen, und zwar (i) bei der Vertei-
ten/idiomatisierten Einheiten. In der Phraseo- lung der Benennungsarten auf die Wortarten
logie führt diese Abstufung zu den Subklas- Substantiv und Verb und (ii) bei der Vertei-
sen der meist vollmotivierten Kollokationen lung der Benennungsarten auf verschiedene
(freudiges Ereignis), der teilweise motivierten Bezeichnungsbereiche.
28 II. Strukturelle Aspekte der Phraseme/Structural aspects of set phrases

(i) Die Wortarten Substantiv und Verb unterschei- schiede nebeneinander (Grund des Meeres –
den sich hinsichtlich des Bestandes an Phrasemen Meeresgrund; engl. seafloor – bottom of the
und Wortbildungen. Während das Substantiv im sea; russ. morskoje dno – dno morja) oder,
Deutschen die meisten Wortbildungsmodelle auf- was häufiger ist, es lassen sich semantische
weist und demzufolge der Anteil substantivischer
Wortbildungen im Lexikon besonders groß, der der Differenzen ausmachen. Quantitativ gesehen,
Phraseme dagegen gering ist, erweist sich das Verb stellen konkurrierende Benennungen insge-
als besonders reich an Phrasemen (Fleischer 1996, samt ein Randphänomen im deutschen Allge-
336). Nach Burger (2001, 34) entspricht ein solches meinwortschatz dar. Zwischen den Haupt-
Verteilungsverhältnis für Phraseme bei Substantiv wortarten bestehen jedoch Unterschiede in
und Verb auch der Situation in anderen europä- der Häufigkeit der Konkurrenzen.
ischen Sprachen. Eine besonders starke Konkurrenz
für Phraseme stellen beim Substantiv im Deutschen 2.2.1. Konkurrenz beim Substantiv
die Komposita dar. Sie werden im Allgemeinwort-
schatz quantitativ gegenüber den Zweiwortphrase- Beim Substantiv gehören konkurrierende
men wie schwarze Kunst, lahme Ente als die ökono- Wortbildungen und Phraseme im Allgemein-
mischere Benennung deutlich bevorzugt. wortschatz zu den Ausnahmen. Neben den 61
Im Fachwortschatz bietet sich ein etwas anderes nominalen phrasemischen Personenbenen-
Bild. Hier spielen nominale Syntagmen wie schnel- nungen, die Braun (1991) zusammenstellt,
ler Brüter, integrierter Schaltkreis, ökologisches
Gleichgewicht eine wichtige Rolle als Termini existieren weder usuelle noch okkasionelle
(Wiese 1988, 28; Burger 2001, 33; Elsen 2004, Einwortbenennungen in quantitativ signifi-
27f). kanter Anzahl, wie Wörterbuch- und Korpus-
recherchen (GWDS 1999; WSL 2004) erge-
(ii) Auch die Verteilung von Phrasemen und Wort- ben. Die Mehrzahl der Phraseme hat keine
bildungen auf Bezeichnungsbereiche erweist sich Wortentsprechung, z.B. alter Knacker, alter
als tendenziell verschieden (Schindler 1993; Hart- Schwede, blondes Gift, bestes Pferd, schwar-
mann 1998). Wörter benennen Sachliches und sub- zes Schaf, ein Rufer in der Wüste, kein Kind
jektiv Bedeutsames gleichermaßen und lassen keine
“Bevorzugung bestimmter Denotatstypen” (Schind- von Traurigkeit. Wenn doch Konkurrenten le-
ler 1993, 103) erkennen; Phraseme dagegen treten xikalisiert sind, dann meist solche mit seman-
beispielsweise gehäuft bei der Nomination mensch- tischen Unterschieden, so bei alte Meister, ein
licher Verhaltensweisen auf. Fleischer (1997a, 179) Terminus der Malerei – Altmeister ‘als Vor-
nennt als besonders reich mit Phrasemen ausgestat- bild geltender Vertreter eines Berufszweiges’,
tete Denotatsbereiche im Deutschen ‘menschliches große Tiere, Fische ‘Mächtige’ – Großtiere,
Fehlverhalten’ (Belästigung, Betrug, Flucht, Miss- Großfische ‘jeweils sehr große Vertreter der
achtung, Nasführung, Prahlerei, Trunkenheit, Faul- Tiere/Tierart’, ein stilles Wasser ‘ruhiger
heit) sowie ‘negative menschliche Eigenschaften
und Zustände’ (Dummheit, Erfolglosigkeit, Er-
Mensch’ – Stillwasser ‘nicht fließendes Ge-
schöpfung, Krankheit, Verrücktheit). Auch im Be- wässer’. Bei nur drei Beispielen aus dem Kor-
reich ‘zwischenmenschliche Beziehungen’ (Ableh- pus tragen Wort und Phrasem die gleiche Be-
nung, Zurechtweisung) finden sich auffallend viele deutung: ein Mann von Welt – Weltmann, ru-
Phraseme. ‘Ablehnung’ beinhalten beispielsweise hender Pol – Ruhepol, frecher Dachs –
jmdm. etwas/eins husten, jmdm. einen Korb geben, Frechdachs. Ein nur einmal belegtes okkasio-
jmdm. eine Abfuhr erteilen, jmdm. die kalte Schulter nelles Kompositum in jeweils gleicher Be-
zeigen, rutsch mir den Buckel runter, an die falsche deutung findet sich in WSL 2004 zu Kapitän
Adresse geraten sein, du kannst mir [mal] im der Landstraße, großer Bruder, graue Maus,
Mondschein begegnen. Eine ähnliche Konzentrati-
on auf diese Bezeichnungsbereiche konstatiert junges Blut – Landstraßenkapitän, Großbru-
Rajchštejn (1980, 58–61) für das Russische. der, Graumaus, Jungblut. Auch wenn es
kaum Restriktionen für die Bildung entspre-
chender Komposita zu geben scheint, vgl. ein
2.2. Konkurrenz der Benennungsarten Rufer in der Wüste – ein *Wüstenrufer, das
Konkurrierende Benennungen, worunter hier schwarze Schaf – das *Schwarzschaf, bleiben
Wortbildungen und Phraseme aus weitgehend solche Bildungen in der Regel okkasionell
gleichem lexikalischem Material verstanden (zu den Restriktionen bei der Bildung von
werden sollen, kommen beim Substantiv Adjektiv-Substantiv-Komposita im nichtphra-
(duales System – Dualsystem), beim Adjektiv semischen Wortschatz vgl. Motsch 2004,
(steinhart – hart wie Stein) und auch beim 379ff.). Im Fachwortschatz ist die Konkur-
Verb vor (Gewähr leisten – gewährleisten). renz stärker ausgeprägt, vgl. dezimale Zahl –
Sie stehen entweder als Ausdrucksalternati- Dezimalzahl, ökologisches System – Ökosys-
ven ohne nennenswerte semantische Unter- tem (Möhn 1986; Wiese 1988, 28).
3. Wortbildung und Phraseologie 29

Interlinguale konfrontative Forschungen besonders relevant ist, denn das Kompositum


zur Nomination stecken noch in den Anfän- lässt sich zusätzlich zu den Gebrauchsmög-
gen (Donalies 2004, 5). Aber schon ein Blick lichkeiten des Phrasems auch attributiv ver-
auf Übersetzungsäquivalente deutscher sub- wenden: Das Brot ist hart wie Stein > stein-
stantivischer Komposita offenbart einzel- hartes Brot, ?das wie Stein harte Brot; weiß
sprachspezifische Merkmale der Benennun- wie Schnee > schneeweiß; glatt wie ein Aal >
gen, die größtenteils auf sprachtypologische aalglatt. Ein Kompositum ist aber bei weitem
Parameter wie beispielsweise analytische nicht zu allen Vergleichsphrasemen üblich:
oder synthetische Formenbildung (Wellmann gesund wie ein Fisch im Wasser – *fischge-
2000, 287) zu beziehen sind. Die Merkmale sund, *fisch-im-Wasser-gesund; stolz wie ein
betreffen u.a. die Einwort- bzw. Mehrwort- Spanier – *spanierstolz. Das Wortbildungs-
struktur sowie die Wortart und Abfolge der muster hat umgekehrt auch Komposita her-
Konstituenten: Großmacht – engl. great vorgebracht, zu denen kein Phrasem existiert:
power, frz. grande puissance, russ. velikaja pechschwarz, blütenweiß, spindeldürr, nudel-
deržava; Handgepäck – engl. hand luggage, dick (Fleischer 1996, 339).
frz. bagage à main, russ. ručnoj bagaź (zu
weiteren Unterschieden Grimm 2001, 218).
3. Phrasembildung und Wortbildung als
2.2.2. Konkurrenz beim Verb Verfahren der Lexikonerweiterung
Beim Verb sorgen Besonderheiten der verba-
len Wortbildung und der verbalen Phraseolo- 3.1. Grundsätzliches
gie für eine andere Konkurrenzsituation (Flei- Neue lexikalische Einheiten werden im Deut-
scher 1996, 333–336). Zum einen gibt es we- schen durch Wortbildung, Bedeutungsbil-
gen fehlender morphosyntaktischer Unter- dung, Phrasembildung und Entlehnung ge-
scheidungsmerkmale keine scharfen Grenzen wonnen. Zunächst für eine spezifische Situa-
zwischen bestimmten komplexen Verben und tion geprägt bzw. entlehnt, können sie in
Phrasemen (danksagen – Dank sagen), was einem allmählichen Usualisierungsprozess
beim Substantiv ausgeschlossen ist, zum an- auf Dauer im Lexikon fixiert werden. Welche
deren bieten besonders die Funktionsverbge- Einheiten und wie viele lexikalisiert werden,
füge verschiedene Möglichkeiten der seman- bestimmen in erster Linie der Bezeichnungs-
tischen Differenzierung der ‘Prozessualität’ und Differenzierungsbedarf der Sprecherge-
(ruhen – zur Ruhe bringen, kommen; enden – meinschaft. Aber auch formale und semanti-
zu Ende sein, gehen, führen, bringen). Sie sche Eigenschaften der jeweiligen Benennung
entlasten gewissermaßen die Partikelverbbil- beeinflussen die Lexikalisierung. Prognosen
dung und die Präfixderivation mit ihren hoch- über die Lexikalisierungschance einer okka-
gradig polyfunktionalen Verbpartikeln bzw. sionellen Benennung sind in Abhängigkeit
Präfixen (ausruhen, beenden). Bei einem wei- von der sozialen Relevanz der bezeichneten
ten Verständnis von Phraseologie lassen sich Sache tendenziell möglich. Für einige der bei-
schließlich auch die ingressiven und kausati- spielsweise Anfang 2005 mit dem neuen
ven Fügungen aus Adjektiv und werden bzw. Mautgesetz aufgekommenen neuen Komposi-
machen und die entsprechenden Präfixverben ta scheint die Chance der Lexikalisierung zu
als Konkurrenten hierher stellen: rot, müde bestehen, wie hohe Belegzahlen (WSL 2005)
werden – erröten, ermüden; frisch, möglich vermuten lassen, vgl. Mauteinführung, Maut-
machen – erfrischen, ermöglichen. einnahmen, Mautpreller, Mautsünder, Auto-
Einen Spezialfall stellen Vergleichskon- bahn-, LKW-, PKW-, Citymaut. Von den an-
struktionen wie dumm wie Bohnenstroh sein fänglich vorkommenden Mehrfachbenennun-
– strohdumm sein dar, die relativ häufig kon- gen für ein und dieselbe Sache (Maut-
kurrieren. Ob solche Vergleiche zu den verba- einnahmen, -einkünfte, -erlöse) setzt sich im
len oder adjektivischen Phrasemen zu zählen Laufe der Zeit meist eine durch und die ande-
sind – Fleischer plädiert für die Zuordnung zu ren werden seltener.
den verbalen (Fleischer 1996, 337) – soll hier Auch rasches Veralten von Wörtern, die
nicht diskutiert werden. Von Interesse ist viel- trotz großer Verbreitung nur kurzzeitig üblich
mehr das häufige Nebeneinander von Phra- sind (Gurtfahrer, Begrüßungsgeld, Mauer-
sem und entsprechendem Kompositum. Of- specht ‘Souvenirsammler an der Berliner
fenbar werden beide Benennungsarten vor al- Mauer’) zeigt den Zusammenhang zwischen
lem dann lexikalisiert, wenn der Begriff Benennungsbedarf und Lexikonausbau.
30 II. Strukturelle Aspekte der Phraseme/Structural aspects of set phrases

Die vier genannten Verfahren der Wort- mittelt aufgrund von Wörterbuchvergleichen
schatzvermehrung werden für lexikalische z.B. für die zweite Hälfte des 19. Jh. und für
Neuerungen in unterschiedlicher Häufigkeit das 20. Jh. u.a. folgende neuaufgekommene
genutzt. Es dominiert die Wortbildung; ihr Phraseme: ins Auge gehen, weg vom Fenster
folgen in abnehmender Frequenz Bedeu- sein, ein alter Hut sein, jmdn. auf Hochtouren
tungsbildung, Entlehnung und Phrasembil- bringen, eine lange Leitung haben, am Ball
dung. Die quantitativ ungleiche Nutzung von bleiben, das Handtuch werfen/schmeißen,
Wortbildung und Phrasembildung lässt sich eine Hürde nehmen, über die Runden kom-
zum einen erklären mit einem der pragmati- men.
schen Prinzipien, die Motsch (2004, 26f.) für Die Ausgangseinheiten freie syntaktische
die Lexikonerweiterung durch Wortbildung Fügung, Kollokation, Idiom und Sprichwort
formuliert hat, und zwar mit dem Prinzip der werden für die Bildung von Phrasemen unter-
Knappheit. Dieses Prinzip bewirkt insofern schiedlichen Verfahren unterzogen, wobei die
die Limitierung der Komplexität lexikalisier- hier gewählte Reihenfolge ihrer Nennung der
ter Benennungen, als hochkomplexe Benen- Hierarchie ihrer Nutzungsfrequenz entspricht
nungen, da sie unökonomisch sind, seltener (zur Terminologie Fleischer 1992, 54; Muns-
als weniger komplexe im Lexikon fest wer- ke 1993, 488). Die wichtigsten Verfahren sind
den. Phraseme stellen solche im Gebrauch die folgenden:
unökonomischen Benennungen dar. Zum an-
– die Umdeutung freier syntaktischer Fügun-
deren sind viele Phraseme, insbesondere
gen oder Kollokationen (metaphorische,
Idiome und Teilidiome, durch eine spezifi-
metonymische und elliptische Bedeutungs-
sche Konnotation charakterisiert, die ihre
bildung): Öl ins Feuer gießen, das Hand-
kommunikative Reichweite einschränkt.
tuch werfen ‘resignierend aufgeben’,
3.2. Phrasembildung jmdm. nicht ins Gesicht sehen können,
nicht mehr/nicht wieder werden.
Die Phrasembildung im Deutschen ist bislang – die Stereotypisierung (auch: Fixierung)
nur in Ansätzen beschrieben worden (Deni- freier syntaktischer Fügungen (Fleischer
senko 1988; Fleischer 1997b; Munske 1993). 1997b, 12): den Tisch decken, die Zähne
Das hat seine Ursache nicht nur in dem gerin- putzen, eiserne Reserve, der Ernst des Le-
gen Alter phraseologischer Forschungen ins- bens. Munske (1993, 492f.) nennt diesen
gesamt, sondern auch darin, dass es sich bei Typ unspezifische Phrasembildung.
der Phrasembildung wie bei der Bedeutungs- – die Modifikation vorhandener Phraseme
bildung um allmähliche semantische Prozesse (vgl. 4.3), wobei Munske hierunter nicht
handelt, die über längere Zeiträume verfolgt nur die textgebundenen Abwandlungen
werden müssen und deren Beschreibung dem- wie in das Bemühen der Gelehrten, ihr
zufolge das Studium historischer Texte ein- Humortalent nicht unter den Scheffel zu
schließt, mit all den bekannten Schwierigkei- stellen aus sein Licht nicht unter den Schef-
ten (Burger 2003, 128f.). Die eingeschränkte fel stellen fassen möchte, wie allgemein
historische Sprachkompetenz heutiger Spre- üblich, sondern auch die “Bildung komple-
cher macht die Identifizierung syntaktischer mentär, konvers und aktional modifizier-
Fügungen als phrasemisch in historischen ter” Phraseme (Munske 1993, 505) wie
Texten zu einer komplizierten Aufgabe, denn z.B. mit dem/gegen den Strom schwimmen,
man kann sich meist nicht auf formale Indi- aus dem Konzept kommen, jmdn. aus dem
zien der Phraseologizität von Ausdrücken Konzept bringen, sich (nicht) aus dem
stützen, sondern muss anhand ihrer Semantik Konzept bringen lassen (anders Fleischer
auf den Phrasemstatus schließen. Auch die 1997a; Burger 2003, 152ff.). Hierher ge-
Methode, ältere und neuere Wörterbücher hört auch die Verkürzung von Sprichwör-
nach der Aufnahme von Phrasemen in ihre tern.
Lemmalisten zu vergleichen, birgt erhebliche – die Bildung nach Modellen: von Tag zu
Unwägbarkeiten (Korhonen 1995, 137), die Tag, von Jahr zu Jahr ‘fortschreitend in
sich nicht zuletzt aus dem jeweils spezifi- der Zeit’ (Modell: von X zu X; X steht für
schen Entwicklungsstand der Lexikographie die Bezeichnung einer Zeiteinheit), Glas
ergeben. Je mehr verschiedene Wörterbücher um Glas ‘ein Glas nach dem anderen’
für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung (Modell: X um X) (Burger 2003, 44). Hier
stehen, umso sicherer lassen sich die Befunde folgt die Phrasembildung festen syntakti-
verallgemeinern. Korhonen (1995, 144f.) er- schen Mustern, sodass bedingt von Mo-
3. Wortbildung und Phraseologie 31

dellhaftigkeit gesprochen werden kann telefon), ohne in dieser Teilbedeutung auch frei ge-
(zum Modellbegriff in der Phraseologie bräuchlich zu sein. Die figurative Konstituente (La-
Fleischer 1997a, 131–134; 191–197). In wine in Kostenlawine, Welle in Grippewelle) kann
diese Gruppe gehören auch Zwillingsfor- aber auch als separates Wort bereits über eine sol-
che Lesart verfügen (Lawine in Lawine an Zuschrif-
meln und komparative Phraseme wie Kopf ten, Welle in Welle der Entrüstung) und in dieser
an Kopf, Land und Leute, Kunst und Kul- Lesart stark wortbildungsaktiv werden, vgl. die
tur, Mensch und Maschine; sich benehmen Komposition mit -welle: Auswanderungs-, Flücht-
wie ein Elefant im Porzellanladen, lügen lings-, Fress-, Hitze-, Kältewelle.
wie gedruckt, lügen, dass sich die Balken Werden komplexe Wörter als Ganzes figurativ ge-
biegen, reden, wie einem der Schnabel ge- braucht wie Fuchsschwanz ‘kleine Säge’, Rotkehl-
wachsen ist (Fleischer 1997a, 103–109). chen ‘kleiner einheimischer Singvogel mit brau-
nem, an Kehle und Brust orangerotem Gefieder’
3.3. Phrasem- und Wortbildung im Vergleich (nach GWDS 1999), so liegt Bedeutungsbildung
wie in der Phraseologie vor. Die Bedeutungsverän-
Auf den ersten Blick scheinen zwischen den derung ist der Wortbildung nachgeordnet und nicht
dominanten Phrasembildungsverfahren und Ergebnis des Wortbildungsvorganges.
Wortbildungsverfahren wenig Gemeinsam-
keiten zu bestehen; vielmehr treten deutlich (ii) Die Modifikation: Auch das Phrasembildungs-
grundsätzliche Unterschiede hervor: verfahren der Modifikation hat sein Äquivalent in
der Wortbildung, jedoch deutlich beschränkt auf
Wortbildung vollzieht sich im Wesentlichen nach wenige Einzelfälle. In Analogie zu usuellen kom-
strukturell-morphologisch bestimmten Modellen, plexen Wörtern entstehen durch die Substitution ei-
und zwar als Kombination vorhandener sprachli- ner Konstituente (oft scherzhaft verwendete) neue
cher Elemente, als Konversion von Wörtern in eine Wörter, deren Verstehbarkeit ebenso wie die der
andere Wortart oder als Kürzung komplexer Wörter phrasemischen Modifikation an die Kenntnis des
oder Syntagmen (Fleischer/Barz 1995). Ausgangswortes und des Textes gebunden ist, vgl.
offenhörlich nach offensichtlich in einem musikkri-
Es werden dabei jeweils neue Wörter, d.h. so- tischen Text (Poethe 2002, 32), Romanzweitling
wohl formal als auch semantisch neue Einhei- nach Romanerstling bzw. Erstlingsroman, Kanzler-
ten, ausgeprägt. Bei der Phrasembildung da- dämmerung nach Götterdämmerung in einer Rezen-
gegen handelt es sich im Kernbereich haupt- sion über eine Ausgabe der Briefe Konrad Adenau-
sächlich um idiosynkratische semantische ers; Lustvermesser nach Landvermesser in einem
Veränderungen vorhandener Strukturen. Be- Text über einen Sexualforscher (Die Zeit 2005).
zieht man allerdings die Wortbildungsbedeu- Solche Produkte holistischer Wortbildung (nach
Plank 1981) bleiben meist okkasionell und werden
tung in die vergleichende Betrachtung ein, nur in Ausnahmefällen lexikalisiert wie z.B. zwei-
entsteht ein anderes Bild. Es lassen sich dann sam, Zweisamkeit, gebildet nach einsam, Einsam-
in der Wortbildung ähnliche semantische Pro- keit; zungenfertig, Zungenfertigkeit, gebildet nach
zesse wie in der Phrasembildung nachweisen. fingerfertig, Fingerfertigkeit (vgl. 4.).
Allerdings sind sie nicht konstitutiv für den Schließlich finden sich auch Kontaminatio-
Wortstatus des neuen Wortes. nen sowohl bei Phrasemen als auch bei Wort-
(i) Die Umdeutung: Die Wortbildung kann von fi- bildungen, z.B. aus meiner Ansicht < aus
gurativer Bedeutungsbildung begleitet sein. Meta- meiner Sicht/nach meiner Ansicht; das spielt
phorische und metonymische Bedeutungsbildung keine Bedeutung < das spielt keine Rolle/hat
treten beim Erst- oder Zweitglied eines Komposi- keine Bedeutung. Mitunter kommen für eine
tums auf, und zwar eigens für die Bildung des Kontamination mehrere Ausgangseinheiten in
Kompositums, vgl. Fahrstuhl in Fahrstuhlmann- Betracht, z.B. ich bin auf geschlossene Ohren
schaft ‘Mannschaft, die häufig von einer Spielklas-
gestoßen < auf Ablehnung/taube Ohren sto-
se in die nächsthöhere aufsteigt und in der nächsten
Saison wieder absteigt’. Die figurativ gebrauchten ßen/die Ohren vor jmdm. verschließen/bei
Konstituenten entfalten eine unterschiedliche Wort- jmdm. ein offenes Ohr finden. Meist werden
bildungsaktivität. Entweder bleiben sie an den einen solche Phraseme vermischt, deren Bedeutun-
Kompositionskontext gebunden wie Turnschuh (in gen Ähnlichkeiten aufweisen. Entsprechende
Turnschuhgeneration ‘Generation von Jugendlichen Beispiele begegnen auch in der Wortbildung:
(bes. der 80er-Jahre), deren Unbekümmertheit in Kurlaub aus Kur, Urlaub, fürchterbar aus
der Kleidung in der Bevorzugung von Turnschuhen fürchterlich und furchtbar.
als ständig getragenem Schuhwerk zum Ausdruck
kommt’ (GWDS 1999) oder sie prägen allmählich
Reihen aus wie Telefon (z.B. in Gesundheitstelefon
‘Beratungsstelle, die telefonisch Auskunft zu Ge-
sundheitsfragen gibt’, Grammatik-, Bürger-, Reise-
32 II. Strukturelle Aspekte der Phraseme/Structural aspects of set phrases

4. Phraseme und Wortbildungen als Funktionsverb nehmen ist das Suffix -e ganz
Quelle lexikalischer Neuerungen besonders aktiv (Inbetrieb-, Inangriff-, Stel-
lungnahme). Durch Konversion entstehen
Sowohl Wortbildungen als auch Phraseme ebenfalls Substantive mit diesen Wortbil-
können grundsätzlich als Ausgangseinheiten dungsbedeutungen. Als Basis fungieren ver-
für neue lexikalische Einheiten fungieren, bale Phraseme (Amokläufer, Klinkenputzer,
und zwar für neue Wörter (abschreiben > Ab- Phrasendrescher, Süßholzraspler, Zechprel-
schreibung, aus der Reihe tanzen > Aus-der- ler; Rechthaberei, Grundsteinlegung, Wei-
Reihe-Tänzer, Die Zeit 2005), neue Bedeutun- chenstellung, Verzichtleistung, Zugrundele-
gen (Tochtergesellschaft > Tochter ‘Subunter- gung; Inkrafttreten, Naserümpfen), für die
nehmen’, auf dem Holzweg sein > Holzweg Bildung von Nomina agentis auch in partizi-
‘Irrweg’) und neue Phraseme (Hammelbein > pialer Form (Asylsuchende, Gewerbetreiben-
jmdm. die Hammelbeine lang ziehen; stille de). Die Konversion erfasst entweder das ge-
Wasser sind tief > ein stilles Wasser) (für das samte phrasemische Formativ (in Kraft treten
Russische Ohnheiser 1998; für das Englische > das Inkrafttreten) oder spart Segmente aus
Gläser 1990, 22). (jmdm. auf die Schulter klopfen > das Schul-
Der Schwerpunkt liegt nachfolgend auf der terklopfen).
Phraseologie als Ausgangsbereich. Die Wort- Trotz nachweisbarer Produktivität dieser
bildung wird nur als Quelle für Neosemantis- Modelle bleibt der Lexikalisierungsgrad der
men (Kinne 1998, 84) berücksichtigt. meisten dephrasemischen Bildungen eher
niedrig, von den Derivaten auf -nahme abge-
4.1. Dephrasemische Wortbildung sehen. Die Wortbildungen übernehmen meist
Aus Phrasemen können wie auch aus freien die Konnotationen ihrer Basen und unterlie-
syntaktischen Fügungen Substantive, Adjekti- gen somit bestimmten Gebrauchsbeschrän-
ve und Verben gebildet werden. Das ge- kungen, was die Lexikalisierungsaffinität of-
schieht durch Derivation (sich/einer Sache fenbar mindert, vgl. ‘derb’ die große Fresse
Bahn brechen + -er > Bahnbrecher, leichten haben > großfressig.
Herzens + -ig > leichtherzig; sich jmdn./etw. Adjektive entstehen aus nominalen und aus
auf den Hals laden > sich etw. aufhalsen; mit verbalen Phrasemen mit Hilfe der Suffixe
semantischer Differenz bei jmdm. in der Krei- -isch, -ig (halsbrecherisch, leichtherzig, ziel-
de stehen ‘bei jmdm. Schulden haben’ > strebig) und auch als komplexe Partizipien I
jmdm. etwas ankreiden ‘zum Vorwurf ma- (unheilstiftend); im Englischen mit -y und -ed
chen, anlasten’), Konversion (mit den Ach- (smart aleck > smart-alecky, broken-hearted,
seln/die Achseln zucken > das Achselzucken) light-fingered; Gläser 1990, 23).
und Komposition (Gespräch unter vier Augen Dass nur wenige phrasembasierte komple-
> Vieraugengespräch). Die Bildungsmodelle xe Verben vorkommen, erklärt sich zum einen
entsprechen denen, die auch für freie Syntag- daraus, dass die Mehrzahl der Phraseme im
men als Ausgangseinheiten genutzt werden Deutschen syntaktisch als Verb fungiert, so-
(den Film vorführen + -er > Filmvorführer). dass für ein gleichbedeutendes konkurrieren-
In anderen Sprachen kommt dephrasemi- des “Einwortverb” offenbar wenig Bedarf be-
sche Wortbildung ebenfalls vor: russ. pereli- steht. Bei den Syntagmen aus Adjektiv +
vat’ iz pustogo v porošnee ‘leeres Stroh dre- Verb kommt noch ein anderer Aspekt hinzu.
schen’ > pustoporošnij ‘nichtig, eitel, nutzlos’ Hier ist aufgrund fehlender morphologischer
(Eckert 1978, 227); engl. to take someone’s Indizien die Grenze zwischen freier oder
breath away ‘jmdm. verschlägt es den Atem’ phrasemischer Fügung einerseits und Parti-
> breathtaking ‘atemberaubend’, to catch kelverb andererseits fließend (frei sprechen/
someone’s eye > eye-catching, eye-catcher; freisprechen). Eine semantische Umdeutung
ungar. megtalálja/keresi a kiskaput > ‘kiska- führt eher zur Univerbierung: den Angeklag-
puzás ‘ständiger Versuch, das Gesetz zu um- ten freisprechen, die Verabredung festklopfen,
gehen’ (Földes/Györke 1988, 106). der Kolben darf sich nicht festfressen. Gegen-
beispiele lassen sich allerdings auch hierzu
4.1.1. Derivation und Konversion anführen: sich blind verstehen ‘im Sport her-
Zur Ableitung von Substantiven aus Phrase- vorragend aufeinander eingespielt sein’,
men werden die Suffixe -er für Nomina agen- jmdn. fertig machen ‘zermürben’. Mitunter
tis und -e, -erei, und -ung für Nomina actionis stehen syntaktische Fügung und Wort auch
genutzt. An Funktionsverbgefügen mit dem ohne semantischen Unterschied nebeneinan-
3. Wortbildung und Phraseologie 33

der, vgl. blind fliegen/blindfliegen, blind glied gekürzt. Das jeweilige Restwort “absor-
schreiben/blindschreiben, wobei die Zusam- biert” (Blank 1997, 291f.) die Bedeutung des
menschreibung als fachsprachlich gilt (Duden ganzen Kompositums, sodass zwischen dem
1, 234). Die geltenden orthographischen Re- Ausgangskompositum und dem Restwort Sy-
geln für diesen Strukturtyp folgen dem Unter- nonymie entsteht: Förderband – Band, Gast-
schied wörtliche vs. figurative Bedeutung wirt – Wirt, Tochterfirma – Tochter, Gipfel-
nicht systematisch. treffen – Gipfel (zu weiteren semantischen
Relationen vgl. Blank 1997, 295). Dass die
4.1.2. Komposition Restwörter außerhalb dieses Zusammenhangs
Phraseme treten v.a. als Erstglied in substanti- oft bereits hochgradig polysem sind, scheint
vischen Komposita auf (Nacht-und-Nebel-Ak- die elliptische Verwendung nicht zu restrin-
tion, Kopf-an-Kopf-Rennen; vgl. Schmidt gieren. So verzeichnet das GWDS Band als
2000, 155). Wie okkasionelle Bildungen bele- synonymisches Restwort zu vier verschiede-
gen, scheint es für das substantivische Kom- nen Komposita, zu Mess-, Fließ-, Förder-,
positionsmodell mit phrasemischem Erstglied Zielband und außerdem in mehreren weiteren
kaum Restriktionen in Bezug auf Komplexi- Teilbedeutungen; vgl. auch Schirm als Syno-
tätsgrad und syntaktische Struktur des Phra- nym zu Bild-, Fall-, Lampen-, Regenschirm.
sems zu geben, denn auch hochkomplexe Im GWDS sind bei mehr als einhundert sim-
Phraseme in Satzstruktur kommen in der Erst- plizischen Lemmata Teilbedeutungen als sol-
gliedposition vor: Friss-Vogel-oder-stirb-Me- che Reduktionsprodukte ausgewiesen.
thode, die “Gelegenheit-machte-Liebe”-The-
orie der Anthropologen. Neben diesem Mo- 4.2.2 Phraseme als Ausgangseinheit
dell, in dem die Phraseme sowohl in ihrer Die elliptische Bedeutungsbildung auf phra-
Nennform als auch flektiert Verwendung fin- semischer Grundlage führt im Vergleich zur
den, kann auch nur eine Konstituente des wortbildungsbasierten wesentlich seltener zur
Phrasems Erstglied sein. Sie repräsentiert in Lexikonerweiterung, wenngleich das Verfah-
dem Fall allein die Bedeutung des zugrunde- ren okkasionell durchaus verbreitet ist. Es
liegenden Phrasems: mit dem Holzhammer stellt jedoch nicht eine Reduktion einer kom-
‘grob, undifferenziert’ (Duden 11, 370) > plexen Form ohne weitere Veränderungen dar
Holzhammermethode ‘sehr grobe, plumpe wie in der Wortbildung, sondern mit der Re-
Methode, jmdm. etw. beizubringen oder duktion ist in der Regel ein Wortartwechsel
jmdn. zu beeinflussen’ (GWDS); unter dem verknüpft. Aus einem verbalen Phrasem ver-
Pantoffel stehen > Pantoffelheld. selbständigt sich eine nominale Konstituente,
Unabhängig davon, ob das Phrasem voll- und zwar in einer durch das Phrasem moti-
ständig oder reduziert in das Kompositum vierten Bedeutung (Häcki Buhofer 2002,
eingeht, muss dem Rezipienten die Phrasem- 135), vgl. bei jmdm. ins Fettnäpfchen treten
bedeutung für das Verstehen des Komposi- ‘durch eine unbedachte, taktlose Bemerkung
tums bekannt sein (Fleischer 1997b, 22). oder Verhaltensweise Missfallen erregen,
Sonst erschließt sich ihm die Bedeutung jmdn. kränken’ (Duden 11, 218) > Fettnäpf-
nicht. Kontextinformationen helfen in der Re- chen ‘Fauxpas’. Für diesen Prozess ist auch
gel wenig. der Terminus Autonomisierung üblich (Flei-
4.2. Elliptische Bedeutungsbildung scher 1997a, 142; dazu im Ungarischen und
Russischen Földes/Györke 1988, 104f.).
Nach Fritz (1998, 42) gehört die elliptische Durch die elliptische Bedeutungsbildung
Bedeutungsbildung neben der metaphori- auf phrasemischer Grundlage entstehen zwei
schen, metonymischen, euphemistischen, iro- verschiedene Arten lexikalischer Neuerun-
nischen u.a. zu den “innovativen kommunika- gen:
tiven Verfahren”, mit deren Hilfe sprachliche
Ausdrücke für neue Zwecke genutzt werden. (1) Aus vormals in der Gegenwartssprache
Für diese Art der Bedeutungsbildung können an den phraseologischen Kontext gebun-
sowohl Nomen-Nomen-Komposita und Verb- denen Konstituenten werden freie Wör-
Nomen-Komposita als auch Phraseme als ter in einer phrasemisch motivierten Be-
Ausgangseinheiten fungieren. deutung (arm wie eine Kirchenmaus >
Kirchenmaus ‘arme Person, armes Land’
4.2.1. Wortbildungen als Ausgangseinheit o. Ä.; jmdm. einen Bärendienst erweisen
Komposita als Ausgangseinheiten werden > Bärendienst ‘Unannehmlichkeit, Är-
entweder um das Erst- oder um das Zweit- gernis’).
34 II. Strukturelle Aspekte der Phraseme/Structural aspects of set phrases

(2) Usuelle freie Lexeme gewinnen zu ihrer In der Regel bleiben solche Modifikationen
Bedeutung eine weitere Teilbedeutung allerdings textgebunden (zur Modifikation
hinzu, sodass Polysemie entsteht oder ausführlich Burger/Buhofer/Sialm 1982; Wot-
ausgebaut wird (Kinderschuhe ‘Schuhe jak 1992; Hemmi 1994; für das Französische
für Kinder’, noch in den Kinderschuhen Sabban 1998; für das Russische Biedermann
stecken > Kinderschuhe ‘Anfang’). 1991; für das Finnische Piitulainen 1996).
Wird ein Phrasem aber als ein Muster aufge-
Der Gebrauch des Wortes in den übrigen
fasst und bei gleichbleibender Struktur mit je-
nicht phrasemisch motivierten Teilbedeutun-
weils neuen Konstituenten ausgestattet, kön-
gen wird entweder nicht beeinflusst wie bei
nen sich stabile Neuerungen ergeben, vgl.
Kinderschuhe ‘Schuhe für Kinder’ oder die
jmdm. auf die Nerven/den Wecker/Docht/
phrasemisch basierte Bedeutung verdrängt
Kranz usw. gehen; nicht aus der Asche/Hüfte/
eine ältere Teilbedeutung des Wortes wie bei
Kinderstube (keine Kinderstube haben/im Knete usw. kommen.
Galopp durch die Kinderstube geritten sein/ Eine Modifikation kann formal durch die
mit dem Düsenjäger/im D-Zug durch die Kin- Substitution einer Konstituente oder durch
derstube gefahren/gerast/gebraust sein > die Erweiterung oder Reduktion des Konsti-
Kinderstube ‘im Elternhaus genossene Erzie- tuentenbestandes erfolgen. Als Erweiterungs-
hung, Lebensart, Manieren’). Die Bedeutung formen treten v.a. die Attribuierung und die
‘Zimmer für Kinder in einer Wohnung’ ist Komposition auf. Bei der Erweiterung eines
veraltet und findet sich gegenwärtig nur noch Phrasems durch ein Kompositum handelt es
regional bzw. metaphorisch im Bezug auf sich um eine “formale Modifikation” (Burger
Pflanzen oder Tiere (Die meisten Fischarten 2003, 152) mit semantischen Konsequenzen.
nutzen das Wattenmeer als Kinderstube, be- Eine Konstituente des Phrasems wird erwei-
vor sie mit ihrem Nachwuchs in den weiten tert, indem sie Zweitglied eines Kompositums
Ozean hinausziehen, WSL 2004). wird. Die umgekehrte Anordnung von Erst-
Nicht alle phrasemischen Konstituenten und Zweitglied ist ausgeschlossen (Elspaß
eignen sich für die Autonomisierung, sondern 1998, 177). Das ergänzte Erstglied bringt eine
sie müssen bestimmten Bedingungen genü- zusätzliche Information ein, sodass mit der
gen. Folgende Konstituenten werden bevor- neuen Phrasemform eine Informationsver-
zugt autonomisiert: dichtung zustande kommt, vgl. im gleichen/in
einem Boot sitzen ‘gemeinsam in derselben
(i) phrasemisch gebundene Konstituenten. Je stärker schwierigen Lage sein’ – Oper sitzt mit im
die Bindung an den phrasemischen Kontext im
Sprachbewusstsein ausgeprägt ist, umso leichter
Bachfest-Boot (Leipziger Amtsblatt 2005)
scheint die Autonomisierung zu funktionieren. ‘die Kulturinstitution Oper beteiligt sich an
der Ausrichtung des Bachfestes’. Kollokatio-
(ii) Wörter (meist regulär gebildete Wortbildungen), nen werden ebenfalls auf diese Weise modifi-
die aktuell motivierbar sind (Häcki Buhofer 2002, ziert: sich ein(en) Virus einfangen > ... muss
154). er sich wohl den Dresdner Nonkonformisten-
Virus eingefangen haben (Die Zeit 2003).
(iii) phrasemische Konstituenten mit einer mög-
lichst geringen phrasemischen Aktivität, d.h. sol-
Das eingesetzte Kompositum kann auch ein
che, die in nur wenigen Phrasemen vorkommen. usuelles sein: dem Kantor auf der (Lebens)-
spur ‘Ankündigung einer Führung durch ein
Als elliptische Bedeutungsbildung kann man Bach-Museum’ nach jmdm., einer Sache auf
auch die Konversion von Adjektiven aus sub- der Spur sein ‘Anhaltspunkte zur Aufde-
stantivischen Kollokationen betrachten, wie ckung von jmds. [verbotenem, verborgenem]
Helles aus helles Bier oder die Rechte, Linke Tun, einer Angelegenheit haben’ (Duden 11,
aus die rechte, linke Hand, vgl. auch russ. 722).
detskaja komnata > detskaja ‘Kinderzim- Mit dem gleichen Effekt lässt sich das Erst-
mer’, spal’naja komnata > spal’naja ‘Schlaf- glied eines Kompositums im Phrasem kon-
zimmer’. textbezogen austauschen wie in auf Tuchfüh-
lung gehen/kommen ‘in engen [körperlichen]
4.3. Modifikation Kontakt kommen’ (Duden 11, 788), das mo-
Phraseme sind schließlich insofern Quelle le- difiziert wird zu die ersten Neugierigen sind
xikalischer Neuerungen, als sie modifiziert gestern [auf der Fahrzeugmesse] schon auf
verwendet werden können und in der modifi- Blechfühlung gegangen (Leipziger Volkszei-
zierten Form neue Benennungen darstellen. tung 2003). Dass es sich bei den phraseolo-
3. Wortbildung und Phraseologie 35

gisch gebundenen Wortneubildungen, sieht Fleischer, W. (1992): Konvergenz und Divergenz


man sie isoliert, um scheinbar unsinnige Wör- von Wortbildung und Phraseologisierung. In: Kor-
ter handelt (Bachfest-Boot, Blechfühlung), honen, J. (Hrsg.): Phraseologie und Wortbildung –
macht sie auffällig und bindet sie an ihren Aspekte der Lexikonerweiterung. Tübingen, 53–
65.
Text. Eine selbständige Lexikalisierung
scheint in den meisten Fällen ausgeschlossen Fleischer, W. (1996): Zum Verhältnis von Wortbil-
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4. Orthographie und Phraseologie

1. Vorbemerkungen Abweichungen von dieser Norm gibt es in


2. Orthographie und Phraseologismusdefinition vier Teilbereichen, und zwar hinsichtlich
3. Historische Komponente
4. Bildung von Spracheinheiten – der vorgeschriebenen Buchstabenfolge
5. Orthographienormen bzw. der Wahl des Buchstabens,
6. Literatur (in Auswahl) – der Getrennt- bzw. Zusammenschreibung,
– der Groß- und Kleinschreibung und
– der Interpunktion (vgl. Stetter 1994, 687).
1. Vorbemerkungen Während die drei erstgenannten Punkte we-
sentliche Kriterien für die Beurteilung der ge-
Unter Orthographie ist laut Nerius (1994, normten Schreibung von Phraseologismen
720) die “Norm der Schreibung einer Spra- darstellen, ist der Bereich der Interpunktion
che, d.h. die Norm der graphischen Repräsen- nur in bezug auf die Verwendung von Binde-
tation sprachlicher Einheiten” zu verstehen. strichen vertreten.
4. Orthographie und Phraseologie 37

2. Orthographie und an dieser Stelle nicht ausführlicher begründet


Phraseologismusdefinition werden, vgl. dazu Reichmann (1976, 4ff.).
Die Wichtigkeit der orthographischen Lö-
Betrachtet man einschlägige Phraseologis- sung in Bezug auf die Phraseologismusbe-
musdefinitionen näher, so fällt ein Merkmal stimmung wird dadurch deutlich, dass von
besonders auf, das mit unterschiedlicher Be- dem Merkmal “Mehrwortcharakter” selbst
zeichnung fast durchgängig im Zusammen- bzw. von der Verbindung dieses mit jeweils
spiel mit anderen Parametern aufgeführt wird, anderen Merkmalen der gesamte Objektbe-
und zwar: “Polylexikalität” (Burger 1998, 15) reich von “Phraseologie” abhängt. Wird z.B.
oder “Mehrwortcharakter” (Eckert/Günther der Mehrwortcharakter nicht als obligatorisch
1992, 33) bzw. “Mehrgliedrigkeit” (Gläser angesehen, sondern nur das Merkmal der
1986, 17) u.a.m. “Stabilität” bzw. “Idiomatizität”, haben wir es
Diese Termini mit ein und derselben Be- mit einem ganz anderen Phraseologiever-
deutung, die ich im Folgenden durch die Be- ständnis zu tun. Diese als “Phraseologie im
zeichnung “Mehrwortcharakter” ersetze, be- weiten Sinne” zu bezeichnende Auslegung
sagen, dass ein Phraseologismus obligatorisch nimmt wiederum ein anderes Aussehen an,
aus mindestens zwei Wörtern bestehen muss, wenn das Merkmal “Mehrwortcharakter” hin-
um als solcher anerkannt zu werden. An die- zugenommen wird und dafür das der “Idio-
ser Stelle eröffnet sich auch die Sicht auf die matizität” wegfällt – dann sind wir im Be-
linguistischen Teildisziplinen “Syntax” und reich der Syntagmen angelangt, denen aus
“Wortbildung”, auf die in diesem Beitrag aber diesem Grunde Eckert/Günther (vgl. 1992,
nur am Rande eingegangen wird. 24ff.) zurecht ein größeres Kapitel in ihrer
Nicht verschwiegen werden soll in dem Arbeit zur russischen Phraseologie widmen.
Zusammenhang die Auffassung von einigen Die dort auf S. 25 in Bezug auf die (nach al-
Linguisten vor allem der britischen bzw. ame- ten Rechtschreibenormen) geschriebene deut-
rikanischen Traditionslinie, die auch idiomati- sche Konjunktion so daß getroffene Bemer-
sierte Komposita zum Kreis der Phraseologis- kung, dass “Oft [...] die fehlende Univerbie-
men rechnen (vgl. Gréciano 1995; Gläser rung eine rein orthographische Angelegenheit
1986, 24). [ist]” wird durch die heute vorgegebene
Geht es um den Mehrwortcharakter des Schreibweise sodass einmal mehr bestätigt
Phraseologismus, d.h. um das Vorhandensein und ist auch in anderen Sprachen anzutreffen,
vgl. russ.: čtoby ‘sodass’ (gebildet aus čto +
bzw. Fehlen dieses Merkmals, rückt vor allem
by). Bei Hinzunahme des Merkmals “Idioma-
die orthographische Teildisziplin “Getrennt-
tizität” bietet sich der im Russischen als Phra-
und Zusammenschreibung” in den Mittel-
seologismus einzuordnende Mehrwortkom-
punkt der Betrachtung. Wenn Burger (1998,
plex pod šofe (šefe) mit der Bedeutung ‘be-
15) hinsichtlich der Polylexikalität davon
schwipst, in angetrunkenem Zustand’ als
spricht, dass “Dieses Merkmal [...] relativ un- Beispiel an, von dem eine zugelassene Va-
problematisch definierbar [ist]”, dann ist die- riante in Wortform existiert, vgl.: podšofe
ser Einschätzung in bestimmten Fällen zu wi- bzw. podšefe. Wie es zu dieser Variantenbil-
dersprechen. Er selbst schränkt die Gültigkeit dung kommen kann, wird unter dem nächsten
dieser Aussage im nächsten Satz sofort ein, Punkt erörtert.
indem er sie richtigerweise von der Fähigkeit
abhängig macht, definieren zu können, “was
ein ‘Wort’ ist”. Auch Baranov/Dobrovol’skij 3. Historische Komponente
führen zunächst die Unterscheidung des Ein-
wort- bzw. Mehrwortcharakters als “einzigen Neben der Getrennt- und Zusammenschrei-
relativ klaren operationalen Begriff” im Hin- bung spielt bei Phraseologismen auch die gra-
blick auf die Phraseologismusdefinition an, phische Umsetzung der Laute eine Rolle, und
verweisen dann aber ebenfalls auf die Proble- zwar in demselben Maße wie bei der Einwort-
me, die in Abhängigkeit von der Existenz ei- lexik. Veränderungen in dieser Hinsicht kön-
ner orthographischen Tradition in der Sprache nen am besten aus diachroner Sicht festge-
die Unterscheidung von Wort und Wortgrup- stellt werden. Folgende aus dem Deutschen
pe bzw. Wort und Satz erschweren (vgl. 1996, Wörterbuch der Gebrüder Grimm entnomme-
51 – Übers. von Autorin). Dass man in der nen Beispiele von kommunikativen Formeln,
Linguistik noch weit von einer allgemein an- Sprichwörtern und Phraseologismen per se,
erkannten Wortdefinition entfernt ist, braucht vgl.:
38 II. Strukturelle Aspekte der Phraseme/Structural aspects of set phrases

(1) es ist nicht der rede werth! (Schiller) (6) doch war er indessen selbst müde, und
kleiner regen macht groszen wind legen so zu sagen mürbe geworden (Goethe).
(Simrock)
du ligst im treck bitz über die oren Jüngeren Datums sind dagegen die nachste-
(Keiserberg) henden Beispiele aus dem Slowenischen (vgl.
viel hertz haben (Gottsched) Kržišnik 2002), die sich in einem gewissen
den vogel abschissen (Steinbach), Zeitabschnitt von einer Wortgruppe in ein
Einzelwort verwandelt haben, vgl.:
in denen sich im Laufe der historischen
Sprachentwicklung die Schreibweise der ein- (7) nebodigatreba ‘Tunichtgut’ (wörtl.: nebo
zelnen phraseologischen Komponenten durch ‘Himmel’ + diga < ‘heben’ + treba <
sich ändernde Normvorstellungen bzw. -vor- ‘müssen’) oder tjavdan ‘ziellos’ (wörtl.:
gaben geändert hat, werden in allen Sprachen tja ‘dorthin’ + v ‘in’ + dan ‘Tag’) u.a.m.
zu finden sein. Vinokur (1955, 137) führt u.a. Diesen durch starke Idiomatisierung gekenn-
den berühmten russischen Dichter Griboedov zeichneten Spracheinheiten stehen gering
an, der in den ersten Jahrzehnten des 19. Jh. idiomatisierte Verbindungen gegenüber – im
noch na evu anstatt najavu mit der Bedeutung Deutschen z.B. solche Einheiten, die nach ei-
‘wach’ bzw. ‘in Wirklichkeit’ schrieb und da- ner gewissen Periode der Zusammenschrei-
mit im heutigen Sinne – orthographisch bung durch die letzte Rechtschreibereform
falsch. Wird dagegen keine eindeutige Nor- fast die Form wiedererlangt haben, wie sie sie
mierung vorgenommen, kann das dazu füh- zu Zeiten v. Humboldts besessen haben, vgl.:
ren, dass mehrere Schreibweisen – u.a. von
der Zusammenschreibung über eine Verbin- (8) im Stande, zu(m) Grunde liegen (vgl. v.
dung per Bindestrich bis hin zur Getrennt- Humboldt 1998).
schreibung – gleichberechtigt nebeneinander
Auf die Zweckmäßigkeit dieser Neuerung
existieren, vgl.:
wird unter Punkt 5 näher eingegangen.
(2) serb.: na pravdi Bogu bzw. na pravdi-
Bogu ‘unschuldig’.
4. Bildung von Spracheinheiten
Eine unterschiedliche graphische Umsetzung
von Lauten stellt im Gegensatz dazu das Vor- Die Rolle der Orthographie, d.h. der Vorstel-
handensein mehrerer Aussprachemöglichkei- lung von der Beziehung zwischen lautlicher
ten aufgrund von dialektalen oder anderen und graphischer Umsetzung bezogen auf ein
sprachvariativen Einflüssen dar, vgl.: Signifikat, ist besonders dann interessant,
wenn sie Schwankungen unterworfen ist, was
(3) russ. tak i ėtak (bzw. ėdak) ‘so oder so’. wiederum dann eintritt, wenn auf der Signifi-
In diesem Fall ist die orthographische Seite kats- bzw. Begriffsebene Veränderungen ein-
nur das Spiegelbild für andere sprachliche Er- treten, d.h. mit einer bestimmten Lautkette im
scheinungen. Laufe der Zeit ein anderer Sachverhalt wider-
Sprachgeschichtlich gesehen spiegelt sich gespiegelt wird. Im Zusammenhang mit den
der ehemalige Phraseologismusstatus am im Rahmen einer “weiten Phraseologie” re-
deutlichsten in den sog. Univerbierungen wi- präsentierten Spracheinheiten rücken damit
der. Ohne die einzelnen Typen diskutieren zu zwei Arten von Sprachwandelprozessen in
wollen, sollen an dieser Stelle entsprechende den Fokus, bei denen auf einer ganz bestimm-
Beispiele aufgeführt und danach die Ursache ten Stufe der orthographische Faktor zum
für deren Zusammenschreibung geklärt wer- Tragen kommen kann.
den. 4.1. Phraseologisierung
Die Schreibung von sozusagen z.B. sah,
nach dem “Grimmschen Wörterbuch” zu ur- Versteht man unter “Phraseologisierung” die
teilen (Grimm 1893, Bd. 14, 1659), bei Goe- nochmalige und andersweitige Interpretation
the, Schiller und Wieland im Original noch eines bereits usualisierten Szenarios bzw. Fra-
wie folgt aus: mes, das in der jeweiligen Sprache m.H. einer
Mehrwortkette realisiert wird, bzw. die ein-
(4) der bauer ist auch ein Mensch – so zu sa- malige Interpretation eines auf reiner Phanta-
gen (Schiller – Wallenstein) sie beruhenden Szenarios bzw. Frames dersel-
(5) das vergnügen, so zu sagen über eine ne- ben Form (vgl. Levin-Steinmann 2004a, 92),
benbuhlerin zu siegen. (Wieland) tritt der orthographische Aspekt dann auf den
4. Orthographie und Phraseologie 39

Plan, wenn sich an dem ursprünglichen Mehr- ‘überwerden’ kak ‘wie’] sto ‘hundert’ čertej
wortcharakter etwas ändert. Die Ursache da- ‘Teufel’), die sich in dem vorliegenden Wort
für ist kognitiver Natur, und zwar die infolge allerdings nur teilweise widerspiegelt. Der
der (Um)interpretation stattfindende Verknüp- Wortcharakter wird bei diesem Beispiel durch
fung der Zeichenkette mit einem als “Ganz- die Möglichkeit der festen Verknüpfung der
heit” empfundenen Begriff, was sich entspre- beiden lexikalischen Bestandteile und vor al-
chend auch graphisch widerspiegelt, vgl. dazu lem durch deren Einrahmung m.H. zweier
ebenfalls die Ausführungen von Gréciano Wortbildungssuffixe – des prozesskonstituie-
(1995, 455f.). Im Ergebnis dieses Prozesses renden Präfix o- und des Infinitivmorphems
kommt es in erster Linie zur Vereinigung von -t’ – erzeugt. Von der Kompositionsfähigkeit
Präposition und Substantiv zu Ganzheiten, der lexikalischen Bestandteile hängt also
vgl.: ebenfalls ab, ob es zur Wortbildung kommen
kann oder nicht.
(9) russ. na/storože und na/čeku ‘wachsam’,
na/ugad ‘aufs Geratewohl’, na/smarku, 4.2. Grammatikalisierung
v/prosak usw., Was den Prozess der Grammatikalisierung
die in dieser Form nicht selten die adverbiale mit dem vorliegenden Thema verbindet, ist
Komponente innerhalb eines verbalen Phra- nicht unbedingt sofort ersichtlich. Aber aus-
seologismus bilden. gehend von der Definition, die entweder die
Die andere große Gruppe von Sprachein- Entstehung von Grammatik an sich bzw. die
heiten, auf die diese Entwicklung zutrifft, Entstehung eines “more grammatical” Aus-
sind die bereits erwähnten, als autonome drucks (vgl. Himmelmann 1992, 4; Lehmann
Spracheinheiten fungierenden Univerbierun- 1982, 9) beinhaltet, wird die Beziehung zu
gen wie z.B. dt. kurzerhand oder vorderhand den mehrgliedrigen Präpositionen bzw. Kon-
(vgl. Burger 1998, 145). Ein sehr markantes junktionen, die im Sinne von Sapir (1972
Beispiel finden wir im Russischen. Das Ad- [1921], 97f.) “relationale Begriffe” widerspie-
jektiv ‘verrückt’ bzw. die Personenbezeich- geln, offensichtlich, die in entsprechenden
nung ‘Verrückter’ sumasšedšij beruht hier auf “weiten” Phraseologismusbestimmungen in
dem Szenario ‘(ein) von dem Verstand herun- den Objektbereich miteinbezogen werden.
tergegangen(er)’ (wörtl. s ‘von’ + um ‘Ver- Ebenso wie bei den Phraseologismen per se,
stand’ + sšedšij ‘heruntergegangen’ < sojti zu denen sprachliche Zeichen gerechnet wer-
‘heruntergehen’), das als Wiedergabe des Pro- den, die in der Terminologie von Sapir “an-
zesses per se weiterhin als Phraseologismus schauliche” bzw. “abgeleitete” Begriffe be-
existiert, vgl.: sojti s uma ‘verrückt werden’, zeichnen, neigen auch die Vertreter des als
d.h. der Mehrwortcharakter bleibt in dieser “grammatischer” geltenden Funktionsberei-
konkreten Bedeutung bewahrt. Diese diffe- ches zur Univerbierung, d.h. Zusammen-
renzierte orthographische Realisierung hängt schreibung. Beispiele für diese Art der ortho-
nicht damit zusammen, dass der verbale graphischen Enwicklung ist in einer Vielzahl
Mehrwortkomplex in der kontextuellen An- von Sprachen zu finden, vgl.:
wendung etwa durch syntaktische Einschübe (10) dt. anstatt, poln. za/miast, russ. und
auseinandergerissen werden könnte, sondern bulg. v/mesto
allein damit, dass die mit dem adjektivischen
und substantivischen Wortartstatus verbun- mit derselben Bedeutung und Bildungsgrund-
dene Bedeutungskomponente als besonders lage bzw.:
eng zusammengehörig mit den eigentlichen
(11) dt. inmitten, poln. wo/kół, tschech.
lexikalischen Bedeutungsbestandteilen emp-
u/vnitř sowie russ. v/nutri.
funden wird. Bei der Festlegung der orthogra-
phischen Norm spielt u.U. die Lebendigkeit Die Erlangung des Wortstatus wird in diesen
der Motivationsbasis eine nicht zu unterschät- Fällen durch die begriffserzeugende Interpre-
zende Rolle, d.h.: je verständlicher das phra- tation des zugrunde liegenden Szenarios un-
seologische Bild ist, um so wahrscheinlicher terstützt, d.h., der neu entstandene und als
wird die Bewahrung des Mehrwortcharakters. Ganzheit empfundene Begriff wird auf der
Das nicht mehr ganz so durchsichtige Bild graphematischen Ebene mit einem adäquaten
bei russ. ostočertet’ mit der Bedeutung ‘zu- sprachlichen Ausdruck bedacht.
tiefst satthaben’ basiert auf der Vorstellung Eine vergleichbare Situation liegt bei der
‘nadoest’ kak sto čertej’ (wörtl. [nadoest’ Schreibung der bereits erwähnten Finalkon-
40 II. Strukturelle Aspekte der Phraseme/Structural aspects of set phrases

junktion dt. so/dass bzw. russ. čto/by vor. Die dieser Form auf einer früheren Stufe der
Entwicklung in Richtung Zusammenschrei- Sprachentwicklung bereits existierten, zwi-
bung ist allerdings nicht automatisch gege- schenzeitlich dann aber durch Zusammen-
ben, wie die russische adversative Konjunkti- schreibung diesen Lexikbereich verlassen ha-
on v to vremja kak ‘während’ (wörtl. ‘in der ben (vgl. Levin-Steinmann 2004b). Dieser
Zeit wenn’) demonstriert. Die Ursache für die Lösungsweg gehört m.E. zu den kritikwürdig-
Bewahrung des Mehrwortstatus liegt in dem sten innerhalb der gesamten Reform, denn
Fall nicht an der Unmöglichkeit, die Einzel- mit ihm werden “vernünftige (weil sinnvolle)
bestandteile fest miteinander zu verknüpfen, Unterscheidungen der bisherigen Recht-
sondern an der Tatsache, dass diese Konjunk- schreibung [...] aufgegeben, und die weiterbe-
tion ihre temporale Lesart nicht verloren hat – lassenen Klein-und-Zusammen-Schreibungen
im Gegenteil – die adversative Lesart unter in den Bereich der Ausnahmen verwiesen.”
bestimmten kontextuellen Bedingungen auf und damit “Entwicklungen der Schreibspra-
dieser aufbaut und damit keine solch “eindeu- che rückgängig [gemacht], die seit Jahrhun-
tige” feste Verbindung zwischen graphemati- derten im Gange sind und subtile Differenzie-
scher und begrifflicher Ebene besteht. rungen erlauben” (Suchsland 1999: 209f.).
Ein typisches Beispiel dafür stellt die Neu-
schreibung von z.B.:
5. Orthographienormen
(12) sitzen bleiben
5.1. Allgemeines
in der Bedeutung ‘die Schulklasse wiederho-
Die obigen Ausführungen deuten an, welche
len’ dar, bei der die graphische Realisierung
prinzipiellen Überlegungen hinsichtlich der
nicht mehr wie früher zwischen der wortwört-
Festlegung von Orthographienormen ange-
lichen und übertragenen Lesart differenziert.
stellt werden müssten. Geht man mit Erfurt
Die Zeichenkette mit der übertragenen Be-
(1996, 1390) davon aus, dass Schreibung “die
deutung repräsentiert somit im Sinne entspre-
Segmentierung von Graphemketten in gram-
chender Definitionen dieser Spracheinheit ei-
matisch bestimmte Einheiten” bedeutet, dann
nen Phraseologismus.
führt das zu der methodologischen Konse-
quenz, dass “Segmentierung [...] grammati- Eine andere Gruppe von Phraseologismen
sche Analyse ein[schließt]”. Erfurt (1996, stellt der Typ
1395) benutzt in diesem Zusammenhang sehr (13) Eis laufen
treffend die Formulierung von der “Visuali-
sierung von Grammatikalität”. Unterstrichen dar, der zwar nicht über das Merkmal der
wird diese Sichtweise durch die Aussage von “Idiomatizität” verfügt, aufgrund der sprachli-
Stetter (1994, 688), der zurecht feststellt, dass chen Nichtexplikation bestimmter, die Bedeu-
“orthographische Wohlgeformtheit eines Aus- tung wesentlich bedingender semantischer
drucks die grammatische voraussetzt”. Zu Rollen jedoch eine mehr oder weniger gram-
welchen konkreten Konsequenzen führen matische Version der betreffenden Struktur-
diese Aussagen nun im Hinblick auf die Nor- einheit wiedergibt. Die vor der Reform anzu-
mierung der Getrennt- und Zusammenschrei- wendende Zusammenschreibung hat Wider-
bung – des orthographischen Teilgebietes, sprüche dieser Art neutralisiert, was in dieser
das im Zusammenhang mit Phraseologie am Form hätte konsequent fortgeführt werden
meisten interessiert? Betrachten wir aus die- müssen, um auch auf der graphematischen
sem Blickwinkel die vorläufigen Ergebnisse Ebene der Begriffsentwicklung bzw. -neubil-
der in Deutschland eingeleiteten Orthogra- dung gerecht zu werden.
phiereform und die Diskussion darüber.
5.2. Der Bezug zwischen 6. Literatur (in Auswahl)
Orthographiereform und
Phraseologismusbildung Baranov, A.N./Dobrovol’skij, D.O. (1995): Idioma-
tičnost’ i idiomy. In: Voprosy Jazykoznanija 5, 51–
Aus phraseologischer Sicht – wenn man den 64.
Mehrwortcharakter als obligatorisches Merk-
mal voraussetzt – ist zu konstatieren, dass Burger, H. (1998): Phraseologie. Eine Einführung
sich die entsprechende Orthographiereform am Beispiel des Deutschen. Berlin.
durch die Erzeugung einer ganzen Reihe von Eckert, R./Günther, K. (1992): Die Phraseologie der
Phraseologismen auszeichnet, die teilweise in russischen Sprache. Leipzig.
5. Syntaktische Aspekte der Phraseologie I: Valenztheoretische Ansätze 41

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5. Syntaktische Aspekte der Phraseologie I: Valenztheoretische Ansätze

1. Einbettung in den Gesamtrahmen der pologisierungen sowohl morphosyntaktische


Phraseologie als auch semantische oder pragmatische Kri-
2. Phraseme und Valenz: Kurzer terien zugrunde gelegt werden können und
Forschungsüberblick dass ebenso Mischklassifikationen denkbar
3. Zu einer valenzbasierten (Mehrebenen-)
Beschreibung von Phrasemen sind. Dabei können starre Grenzen zwischen
4. Ausblick den einzelnen Phrasemtypen nicht festge-
5. Literatur (in Auswahl) macht werden, so dass die Gesamtmenge der
Phraseologismen wohl eher als Kontinuum
von nicht-, teil- und vollidiomatischen Ein-
1. Einbettung in den Gesamtrahmen der heiten zu betrachten ist, wobei die Idiomatizi-
Phraseologie tät zum einen horizontal gruppendifferenzie-
rendes Kriterium sein kann. In diesem Fall
1.1. Bei Betrachtung der in den letzten Jahren dient sie zur Abgrenzung zwischen Kolloka-
zahlreich erschienenen Literatur, die in den tionen, Funktionsverbgefügen (FVG), kon-
weiteren Bereich der “Phraseologie/Phraseo- junktionalen und präpositionalen grammati-
logismen/Phraseme” einzuordnen wäre (vgl. schen Relatoren, gesprächsspezifischen For-
u.a. Korhonen 2002, Burger 2003, Steyer meln mit Gesprächssteuerungs-, Verständ-
2004b) wird deutlich, dass hinsichtlich der nissicherungs- und Vagheitsreduzierungs-
verschiedenen phraseologischen Subtypen funktion auf der einen Seite und Wortidiomen
und ihrer sie klassifizierenden Merkmale (WI) auf der anderen Seite. Zum anderen
noch keine Einigung in Sicht ist. Als ein kann mittels des Idiomatizitätsbezugs auch
Grund dafür ist anzusehen, dass solchen Ty- eine weitere Ausdifferenzierung vertikal in-
42 II. Strukturelle Aspekte der Phraseme/Structural aspects of set phrases

nerhalb der Gruppen (bspw. zwischen voll-, Danksagungen; Glückwunschtexte; Koch-/


teil- und nichtidiomatischen Sprichwörtern Backrezepte; Selbstständigkeitserklärungen;
bzw. auch Routineformeln) vorgenommen juristische Texte etc.
werden. Jede einzelne dieser Gruppen impli- Diese g r o b e Zusammenschau (vgl. dazu
ziert ihrerseits wieder Untergliederungsmög- auch Stein 2004) soll einerseits einen Ein-
lichkeiten nach untermengenidentifizierenden druck vermitteln vom weiten Gegenstandsbe-
und -differenzierenden Merkmalen. Im Fol- reich “Phraseologie” und seinen internen
genden versuchen wir eine Ein- und Zuord- Strukturierungsmöglichkeiten, wobei hier
nung im Gesamtbereich polylexikalischer, re- trotz semantischer Nähe/Identität zwischen ei-
lativ stabiler phraseologischer Einheiten: ner Reihe von Komposita und Phraseolexe-
Zunächst unterscheiden wir Phraseme un- men (vgl. z.B. steif wie ein Stock und stock-
terhalb der Satzebene und satz- und textwerti- steif; schwarzer Markt und Schwarzmarkt)
ge Phraseme. Erstere lassen sich weiter unter- bzw. funktionaler Äquivalenz zwischen Ein-
gliedern in: wort- und Mehrworteinheiten (vgl. z.B. Hal-
lo, Grüß dich und Guten Tag) nur mehrglied-
a) Wortidiome/Phraseolexeme; referieren als Be-
nennungseinheiten auf Objekte, Vorgänge,
rige Einheiten zugerechnet werden.
Sachverhalte und sind vollidiomatisch (jmdn.
durch den Kakao ziehen; das Ei des Kolum- 1.2. Das weitere Erkenntnisinteresse dieses
bus) oder teilidiomatisch (einen Streit vom Beitrags ist v.a. auf Phraseme unterhalb der
Zaun brechen; Bauklötze(r) staunen); Satzebene gerichtet – konkret auf infinitivfä-
b) Kollokationen (i.w.S.); nichtidiomatisch; prä-
hige Substantiv-Verb-/Verb-Substantiv-Ver-
feriertes Zusammenvorkommen von LE im
Text – mit Abstufungen in der Vorhersagbar- bindungen, die zwar für FVG den Normalfall
keit; zwischen langue und parole (Blumen darstellen, für WI und Kollokationen aber nur
pflücken; den Tisch abräumen; klare Brühe; eine Vorkommensweise unter anderen sind.
schallende Ohrfeige); Hinsichtlich einer Ausweitung der Valenz-
c) Funktionsverbgefüge; nichtidiomatisch; kom- theorie auch auf andere Klassen von Phrase-
plexer Prädikatsausdruck aus Verb + Substan- men, so z.B. in Richtung auf pragmatische
tiv (in Kontakt treten; Verwendung finden); Phraseologismen (vgl. Ágel 2004, 67), stehen
d) konjunktionale und präpositionale grammati- noch fundierte Untersuchungen aus.
sche Relatoren; nichtidiomatisch; strukturelle Wenn wir nachfolgend als prototypische
Phraseologismen (weder ... noch; ohne dass;
von ... an; mit Hilfe; in Bezug auf; um ... wil-
Demonstrationsbeispiele vollidiomatische
len); verbale Idiome mit substantivischer Basis-
e) gesprächsspezifische Formeln (Teile von Äu- komponente, deren Nennform das Verb im In-
ßerungen); nichtidiomatisch; dienen der Ge- finitiv ausweist, wählen, so sind wir uns des-
sprächssteuerung, der Verständnissicherung, sen bewusst, dass dies nur eine Ausprägung
dem Kommunikationsmanagement; situati- von vielen möglichen anderen Vorkommens-
onsungebunden (im wahrsten Sinne des Wor- weisen im Rahmen der großen Klasse der
tes; ehrlich gesagt; wie dem auch sei; wenn vollidiomatischen (den Bock zum Gärtner
man so will). machen; jmdm. Honig ums Maul schmieren)
bzw. teilidiomatischen (einen Streit vom
Bei den satz- und textwertigen Einheiten ist Zaun(e) brechen, Bauklötze(r) staunen, jmdm.
folgende Subklassifizierung denkbar: ein Loch in den Bauch fragen) verbalen
a) Routineformeln; voll-/teil-/nichtidiomatisch; Idiome ist (Fleischer 1997, 154ff.) und dass
situationsgebundene, selbstständige Äuße- ebenso gut auch andere Untergruppen (vom
rungseinheiten (Hals- und Beinbruch! Abwar- Typ alt aussehen, sauer reagieren, baden ge-
ten und Tee trinken. Lass dir’s schmecken!); hen) hätten gewählt werden können. Nicht in-
zum Teil Einworteinheiten als Äquivalente finitivfähige festgeprägte prädikative Kon-
(Auf Wiedersehen. Mach’s gut. vs. Tschüs./ struktionen vom Typ jmdm. platzt der Kra-
Mach, dass du rauskommst! vs. Raus!); gen; bei jmdm. ist der Groschen gefallen;
b) Sprichwörter; voll-/teil-/nichtidiomatisch; ge- jmdm. fehlt ein Stück Film; jmdm. geht ein
kennzeichnet durch abgeschlossene Form, ho-
hen Bekanntheitsgrad, Polyfunktionalität und
Licht auf (Fleischer 1997, 99–103; Ágel
Polysituativität (Es ist nicht alles Gold, was (2004, 66) spricht in diesem Zusammenhang
glänzt. Lügen haben kurze Beine. Irren ist von “ergativsprachlichen” Phrasemen im Un-
menschlich.); terschied zu “akkusativsprachlichen” Phrase-
c) formelhafte Texte; komplexe formelhafte Äu- men) stellen einen spezifischen Strukturtyp
ßerungen auf Textebene: Todesanzeigen; dar. Hier wird in besonderer Weise das Zu-
5. Syntaktische Aspekte der Phraseologie I: Valenztheoretische Ansätze 43

sammenspiel zwischen wendungsinternem Wotjak 1992, Keil 1997, Burger 1998 u.a.)
Komponentenbestand und wendungsexterner zunächst die Grundrisse einer integrativen Va-
Aktantenstruktur (Aktant synonymisch zu Er- lenztheorie mit besonderer Gewichtung der
gänzung gebraucht) deutlich, da das Subjekt Valenzträgerbeschreibung (bezogen auf Sim-
wendungsinterne Komponente und damit der plexverben, Präfix- und Partikelverben sowie
Stellenplan subjektlos ist. auf Phraseologismen unterschiedlichen Typs),
Auch bei den Kollokationen als “einzel- für die er ein Stufenmodell der Formvariabili-
wortbezogene Kookkurrenzen” im Unter- tät vorschlägt und (unter Bezug auf Welke
schied zu “Mehrwortverbindungen” (Steyer 2002) von einer Aktantenhierarchie ausgeht,
2004 a, 113) stellt die von uns zentrierte Aus- d.h. von einer inhärenten Sachverhaltsper-
prägung als Substantiv-Verb-/Verb-Substan- spektivierung im Sinne einer “logisch-prag-
tiv-Kollokationen nur einen Strukturtyp unter matischen Rangfolge der Beteiligtenrollen”
weiteren dar (Bahns 1996; Hausmann 2004, (2004, 76) im Zusammenspiel von phraseolo-
315; Lehr 1998, 270). gismusinterner und -externer Valenz. Weiter-
hin entwirft Ágel die Grundzüge einer inte-
grativen Theorie des Aktantenpotenzials, ge-
2. Phraseme und Valenz: Kurzer For- splittet einerseits in dichotomische Theorien,
schungsüberblick die von einer grundsätzlichen Unterscheidbar-
keit von Ergänzungen und Angaben ausge-
2.1. Das Phänomen der Valenz von WI/Phra- hen, und andererseits in multidimensionale
seolexemen wurde in der bisherigen For- (prototypische) bzw. eindimensionale (gradu-
schung mehrfach zentriert, wobei im Rahmen elle) Zentrum-Peripherie-Theorien. Diese ge-
unserer kurzen Bilanzierung nicht Vollstän- hen davon aus, dass die Grenzen zwischen
digkeit angestrebt werden kann; wohl aber Ergänzungen und Angaben “höchstens nur in
sollen wesentliche Beiträge, die vorgängige Bezug auf einzelne Valenzrelationen oder gar
Untersuchungen mit in den Blick genommen
nicht anzunehmen sind” (Ágel 2004, 80; vgl.
haben, skizziert werden. Dabei beginnen wir
auch Ágel 2000).
bei jüngeren Arbeiten und verfolgen die Ent-
wicklungslinien zurück. Zuletzt ist Hyvärinen Schumacher/Kubczak/Schmidt u.a. (2004,
(2003, 748ff.) der Valenz von “Nicht-Vollver- 54 sowie 110 f) thematisieren (in “VALBU –
ben mit lexikalischen und idiomatischen Prä- Valenzwörterbuch deutscher Verben”) die
dikatsteilen” (darunter FVG und Verbidiome) syntaktische und semantische Valenz von
nachgegangen, und Gréciano (2003, 843ff.) Phraseologismen, worunter sie Idiome und
hat “Probleme der Valenz in der Phraseolo- FVG fassen. Diese erscheinen gut auffindbar
gie” (von der Morphologie über die Syntax am Ende der Einträge zu einem bestimmten
zur Semantik und Pragmatik) untergruppen- Verb. Dabei wird nicht nur das Verb “als Va-
übergreifend beleuchtet und in die For- lenzträger für einen Satz angesehen”, sondern
schungslandschaft eingeordnet. Auch Ágel das gesamte Gefüge. Kühn (2003, 103ff.) hat
(2004) bündelt Probleme und neuere Ent- für Wörterbucheintragungen zu Phrasemen
wicklungen der Valenztheorie allgemein und einen “Lexikographie-Check” vorgeschlagen
unterstreicht (vgl. in ähnlicher Richtung be- und dabei – unter Bezug auf Burger 1998 und
reits Wotjak 1992, 80f.), dass Phraseologis- im Anschluss an Kjaer 1987 – folgerichtig
men als “(valenz)syntaktischer Normalfall” auch die “phraseographische Nennform” (wo
und keineswegs als Sonderfall anzusehen sei- nicht selten unzureichende Valenzangaben
en (2004, 65). Er plädiert (wie auch in Ágel und die fehlende Berücksichtigung morpho-
2000) für einen integrativ angelegten Valenz- syntaktischer Restriktionen zu beklagen sind)
ansatz und die Beschäftigung der Valenztheo- und Lemmatisierungsprobleme sowie “ex-
rie mit insgesamt vier Grundfragen; diese sei- terne Phrasemvalenzen” berücksichtigt.
en wiederum zu unterteilen in je zwei Valenz- Korhonen (1995a, 95ff.) beschreibt (ge-
potenztheorien (den Valenzträger und das stützt auf ein Korpus, das für das Projekt
Aktantenpotenzial betreffend) und zwei Va- “Kontrastive Idiomatik Deutsch-Finnisch”
lenzrealisierungstheorien (die strukturelle und zusammengetragen wurde), insbesondere mit
kontextuell-situative Valenzrealisierung be- Blick auf (lerner-)lexikographische Zwecke,
treffend), ohne sie mit Blick auf die Phraseo- Probleme der Erfassung des Idiomkerns als
logie detaillierter auszuführen. In Sonderheit Valenzträger und der von ihm abhängigen Er-
skizziert er (unter Berücksichtigung der Un- gänzungen. Dabei werden sehr einleuchtend
tersuchungen von Kolde 1979, Hessky 1988, sowohl für den Idiomkern als auch für die
44 II. Strukturelle Aspekte der Phraseme/Structural aspects of set phrases

Umgebungen Gebrauchsüblichkeiten und -re- dungsinternen Verbs in freier Wortverbindung


striktionen, kern- und ergänzungsbezogene (= Valenz von streuen): Sn – Vf – Sa – pS; d)
Variationsmöglichkeiten und Probleme bei ih- Valenz des zum WI-Semem (teil-)synonymen
rer lexikographischen Erfassung aufgezeigt. Verbs (sofern vorhanden) in freier Wortver-
Wotjak (1992, 47ff.) hat verschiedene An- bindung (= Valenz von jmdn. täuschen): Sn –
sätze zur Beschreibung polylexikalischer ver- Vf – Sa sowie e) einer linearen Auflistung der
baler Einheiten nachgezeichnet. Insbesondere wendungsinternen und wendungsexternen
ist sie eingegangen auf die syntaktischen Aktanten/Summe von a) und b). Zu berück-
Konstruktionsmodelle von Fix (1974/1976), sichtigen sind hier wiederum die Unterschie-
die phraseminterne und -externe Strukturbe- de zwischen vollidiomatischen Einheiten
schreibung/Beschreibung des Aktantenpoten- (Sand in die Augen streuen; Honig ums Maul
zials verbindet, sowie auf den prozedural schmieren) und teilidiomatischen Einheiten
orientierten Ansatz von Rothkegel (1989), die (sich die Lunge aus dem Hals schreien; ein
Verb-Nomen-Verbindungen (WI und FVG) Loch in den Bauch fragen; Bauklötze[r] stau-
untersucht. Diese Einheiten übernehmen als nen); bei Letzteren wird – bei gleich bleiben-
Gesamtausdruck Prädikatsfunktion und deter- dem Aktantenpotenzial – ein entsprechend
minieren die Argument- und Aktantenstruktur seiner Bedeutung in freier Wortverbindung
des Satzes. Wotjak thematisiert gleicherma- gebrauchtes Verb modifiziert (sehr laut
ßen vorgängige Arbeiten von Pankratowa schreien; hartnäckig fragen; sehr staunen).
(1983) zur wendungsexternen Valenz von WI
und Torzowa (1983). Letztere vergleicht die 2.2. Anders als bei den WI vermisst man bis-
Valenz verbaler WI (z.B. jmdm. den Kopf wa- her ähnlich ausführliche Beschreibungen von
schen) mit der Valenz des Verbs in freier Aspekten der Valenz für die FVG. Bei Engel
Wortverbindung (z.B. Wäsche waschen) so- (2004, 211) findet sich bspw. nur die Bemer-
wie – wenn möglich – auch mit der Valenz kung, dass diese komplexen Ausdrücke, wie
des zum WI synonymen Verbs (jmdn. kritisie- die einfachen Verben, eine eigene Valenz auf-
ren). Bei der Untersuchung von 460 “Paaren” weisen. Im Wesentlichen durchzieht die fol-
(WI auf der einen Seite und wendungsinter- gende Diskussion wie ein roter Faden die
nes Verb in freier Wortverbindung auf der an- Fachliteratur: Für Helbig (1979, 277f., ähn-
deren Seite) kommt die Autorin zu dem Er- lich Helbig/Buscha 2001, 91f.) stellen die Va-
gebnis, dass bei 68 Prozent der untersuchten lenzverhältnisse, sowohl innerhalb des FVG
Fälle die quantitative Valenz des WI niedriger als auch im gesamten Satz, eine Besonderheit
ist als die des homonymen Vergleichsverbs dar. In dem Moment, da ein Verb zum Funk-
(jmdm. Hörner aufsetzen vs. jmdm. eine Müt- tionsverb wird, verliere es nicht nur seine ur-
ze aufsetzen) und dass dies darauf beruhe, sprüngliche lexikalische Bedeutung, sondern
dass bei WI die fehlende Valenzstelle im In- erhalte (quantitativ wie qualitativ) eine andere
neren der Wendung besetzt sei. Valenz als das entsprechende Vollverb:
Wotjak selbst ist am Beispiel somatischer (1) Das Gesetz kommt zur Anwendung. (Funkti-
WI sowie solcher mit einem Kleidungsstück onsverb) ? *Das Gesetz kommt.
als wendungsinterner Komponente sehr de- (2) Der Lehrer kommt zur Bahnhofshalle. (Voll-
tailliert Möglichkeiten syntaktischer und se- verb) ? Der Lehrer kommt.
mantischer Valenzrahmenbildungen nachge- So sei das nominale Glied in FVG mit kom-
gangen. An einem Ausschnitt aus dem Ge- men obligatorisch, obwohl das Vollverb kom-
samtfeld verbaler Phraseme hat sie die men allein in Verbindung mit einem Subjekt
syntaktische und die semantische Struktur in grammatisch richtig ist. Aktanten (außerhalb
einem je ebenenspezifischen Herangehen mo- des FVG) hingen in erster Linie vom nomina-
delliert, wobei die Hypothese einer Nichtiso- len Glied und erst über dieses vom gesamten
morphie zwischen formalgrammatischer Aus- FVG ab; das Funktionsverb sei hier kein di-
drucksstruktur und propositionalsemantischer rekter Valenzträger. Ferner betonen Helbig/
Inhaltsstruktur bestätigt wurde. An ausge- Buscha (2001, 92), dass die Aktanten der
wählten Beispielen (z.B. Sand in die Augen FVG nicht als Attribute zum Verbalsubstantiv
streuen) weist sie (1992, 56) auf die unter- zu verstehen seien, sondern selbstständige
schiedlichen Valenzverhältnisse hin zwischen Satzglieder darstellten, da sie sich auf das
a) WI-Aktantenpotenzial: Sn – WI – Sd (als Prädikat und damit auf das FVG als Ganzes
Pertinenzdativ); b) interner Valenz des WI: in- beziehen und im Satz selbstständig permutier-
ternes Verb – Sa – pS; c) Valenz des wen- bar sind. Eisenberg (2004, 314f.) expliziert,
5. Syntaktische Aspekte der Phraseologie I: Valenztheoretische Ansätze 45

dass unter den Linguisten bezüglich der Va- de syntaktische Leerstelle durch die Präposi-
lenz von FVG und – damit im Zusammen- tionalphrase ausgefüllt (2005, 428).
hang stehend – der syntaktischen Funktionen
in Sätzen, deren Prädikat ein FVG ist, nach 2.3. Bei den Kollokationen stellt sich die Si-
wie vor Uneinigkeit herrsche. Unter anderem tuation wieder anders dar; Valenzträger ist
Helbig (1979) und Helbig/Buscha (2001), hier nicht – wie bei WI und FVG – die verbo-
aber auch Eroms (2000) aufgreifend, disku- nominale Einheit, sondern allein das Verb,
tiert er, ob es sich bei den Nominalgruppen während das Nomen Aktantenstatus hat. Um
außerhalb des FVG (in: Karl bringt den Be- als Kollokation gelten zu können, bedarf es
schluss zur Ausführung = den Beschluss) um eines unverkennbaren Grades an Rekurrenz,
eine Ergänzung oder um ein Attribut zum No- ein in der Syntagmatik prädizierbares Mitein-
minal des FVG (= Ausführung) handeln andervorkommen. Was diese Selektionspräfe-
könnte, wobei er selbst, in Anlehnung an renzen/diese Prädiktabilität betrifft, so unter-
Eroms, zur Ergänzung tendiert. V. Pottelberge scheiden wir zum einen variable Leerstellen-
(2001, 51ff.) schließlich ist der Ansicht, dass besetzungen (mit größeren bzw. geringeren
sich die Valenz des Funktionsverbs nicht, wie Abstufungen in der Vorhersagbarkeit) und
im Allgemeinen behauptet würde, von der zum anderen Leerstellenkonstanten (zu denen
Valenz des gleichlautenden Vollverbs unter- wir auch die Kollokationen rechnen), die vor-
scheide, sondern dass das gemeinsame Auf- kommen als:
treten von Substantiv und Verb (im FVG) in
a) obligatorische, nichtselektive Aktantifizierun-
keinerlei Weise ein Zusammenwirken beider gen, wobei als Aktanten nur jeweils eindeutig
auf die Valenzverhältnisse im Satz hervorrufe. festgelegte Lexeme in Frage kommen, wie
Präpositionalgruppen wie in Helbigs Beispie- z.B. “Zähne” bei den Verben blecken und flet-
len, die sich angeblich an das FVG binden, schen oder “Stirn” bei runzeln oder auch tieri-
seien allein der Valenz des Substantivs ge- sche Lautäußerungen wie “Frosch” bei qua-
schuldet. Andersherum nehme “das Substan- ken. Vgl. dazu u.a. die Untersuchung von
tiv [...] einfach eine Leerstelle ein, die vom Krohn (1984) zur menschlichen Körperteilbe-
wegung, in der er die wesenhaften Bedeu-
Funktionsverb vorgesehen wird. Das alles tungsbeziehungen von Porzig, Grebes Sinn-
entspricht ganz und gar den Regeln der deut- kopplungen, Leisis semantische Kongruenz
schen Syntax.” Ebenso wenig stimme und die lexikalischen Solidaritäten von Cose-
schließlich die Annahme, dass bei der Valenz riu praktisch-empirisch herausgearbeitet hat,
von FVG insofern eine Funktionsverteilung sowie die Studie von Dupuy-Engelhardt
vorliege, als “[i]n syntaktischer Hinsicht das (1990) zum lexikalisch-semantischen Feld des
Funktionsverb der Valenzträger [sei], in se- Hörbaren.
mantischer Hinsicht das Substantiv” (v.Pottel- b) systemhaft disponible und im Gedächtnis ge-
speicherte, habitualisierte Aktanten (z.B.
berge 2001, 55). “Gras/Getreide” bei mähen);
Die Aktualität der Problematik – sowohl in c) nichtselektive Implikationen, die nur im Falle
Bezug auf die FVG im Allgemeinen als auch zusätzlicher Spezifizierungen aktantifiziert
und erst recht hinsichtlich der Valenz – ver- werden können (z.B. “Zähne” bei beißen oder
deutlicht das völlig neu erarbeitete Kapitel zu “Zunge” bei lecken);
den FVG in der neuen Duden-Grammatik d) lexikalisch-morphematische Inkorporierungen
(2005, 424). Hier werden sehr ausführlich die (z.B. köpfen, löffeln, schultern);
syntaktischen und semantischen Valenzrela- e) elliptische Bildungen, bei denen bestimmte
Aktanten i.d.R. nur bei Spezifizierung vertex-
tionen zwischen Funktionsverb, Funktionsno- tet werden, z.B.: Die Henne legt (Eier). X
men und “Grundverb” (Verb, von dem das säuft (Alkohol). X gibt (Karten).
Verbalsubstantiv abgeleitet ist) dargelegt. Bei
FVG mit akkusativisch angeschlossenem Ver-
balsubstantiv sättige der nominale akkusativi- 3. Zu einer valenzbasierten
sche Teil (der keinen Aktantenstatus ein-
nimmt) eine syntaktische Leerstelle beim (Mehrebenen)beschreibung von
Funktionsverb, analog zum Akkusativobjekt Phrasemen
des entsprechenden Vollverbs (2005, 425). Im
Falle von FVG mit präpositional angeschlos- 3.1. Allgemeine Prämissen
senem Verbalsubstantiv, deren Verben sich als 3.1.1. Während, wie vorgängig gezeigt wur-
Vollverben meist mit Richtungs- und Ortsad- de, bei WI und FVG Substantiv(komplex)
verbialien verbinden, werde die entsprechen- und Verb gemeinsam das Prädikat bilden
46 II. Strukturelle Aspekte der Phraseme/Structural aspects of set phrases

(vgl. u.a. auch Wotjak 1992, 34; Hyvärinen (3) Ich stelle das Lexikon zu den anderen Bü-
2003, 748f.), ist das Nomen bei Kollokatio- chern/in den Schrank.
nen (wie bei freien Wortverbindungen) Ak- Vf (stelle) – Sn – Sa – pS (= syntaktisches
tant. Der Satz: X gibt Y einen Korb, der sich Satzmodell)
je nach Lesart frei bzw. phraseologisch dar- Prädikat – AGENS – PATIENS – (direktiona-
ler) LOCATIV (= semantisches Satzmodell)
stellen lässt, verdeutlicht das Zusammenspiel
Einordnung in das lexikalisch-semantische
zwischen interner und externer Valenz; so ist Feld der Beförderungsverben.
bei (2) die Sa-Stelle bereits wendungsintern
“vergeben” und somit gesättigt.
(4) zur Verfügung stellen; 2 (+1)

(1) geben; 3

jmd. ( jmdm.) etw.

jmd. jmdm. etw.


(4) Ich stelle euch das Lexikon zur Verfügung.
Vf/FVG (stelle zur Verfügung) – Sn – (Sd) –
Vf (gibt) – Sn – Sd – Sa (= syntaktisches Sa (= syntaktisches Satzmodell)
Satzmodell) Prädikat – AGENS – ADRESSAT – PATIENS
Prädikat – AGENS – ADRESSAT – PA- (= semantisches Satzmodell)
TIENS (= semantisches Satzmodell) Einordnung in das lexikalisch-semantische
Einordnung in das lexikalisch-semantische Feld der Verben des
Besitz-/Verfügungswechsels
Feld des Besitz- und Verfügungswechsels

(2) einen Korb geben; 2 3.1.3. Im letzten Beispielpaar schließlich liegt


strukturelle Homonymie vor zwischen einer
Substantiv-Verb-Kollokation und einem WI.
Für die Presse-Schlagzeile Zahn gezogen las-
sen sich entsprechend der Senderintention un-
jmd. jmdm. terschiedliche Satzsemstrukturen ermitteln:
(5) Aktualisierung/Isotopiestrangentwicklung
im medizinischen Sinn (Verb des Beförderns)
Vf/Wortidiom (gibt einen Korb) – Sn – Sd = und (6) Aktualisierung im Sinne von jmdm.
syntaktisches Satzmodell) wurde eine Illusion genommen (Einstellungs-
Prädikat – AGENS – ADRESSAT (= seman- verb).
tisches Satzmodell)
Einordnung in das lexikalisch-semantische (5) ziehen; 2 (+1)
Feld der Ablehnung
jmd. (jmdm.) etw. (Zahn,
3.1.2. Bei FVG als lexikalisierte, nichtidio- Fäden)
matische Einheiten bilden, wie bei den verba-
len WI, Substantiv und Verb gemeinsam den
Valenzträger (Hyvärinen 2003, 748). Das ver-
Sn (Sd) Sa
deutlichen wir im Folgenden anhand des
Verbs stellen und am FVG zur Verfügung
stellen: = etw. (Zahn/Fäden) entfernen, herausholen,
wobei der dadurch Begünstigte/Betroffene
(3) stellen; 3 (Person, Tier) genannt werden kann (Perti-
nenzdativ):
(5) Besonders eindrucksvoll ist die Sammlung
von Kuriositäten aus der “Wunderkammer”
Peters des Großen, darunter 33 Zähne, die
jmd. etw. irgendwohin der Zar selbst gezogen haben soll. (Frankfur-
ter Rundschau, 01.08.1997, 3)
5. Syntaktische Aspekte der Phraseologie I: Valenztheoretische Ansätze 47

Dem Hund wurden sämtliche Zähne gezogen und stufen, sie jedoch in den betreffenden Einträ-
Stahlstifte implantiert, um seine Bißwirkung zu er- gen als solche kenntlich zu machen und durch
höhen. (Frankfurter Rundschau, 04.01.1997, 4) Verwendungsbeispiele zu erhellen. Wie auch
immer man sich entscheiden mag (Ergänzun-
(6) den Zahn ziehen; 1 (+2) gen oder Angaben), wichtig ist, insbesondere,
wenn Valenzmodelle eine Hilfe für den Nicht-
muttersprachler darstellen sollen, dass die
jmd. (jmdm.) (Gegenstand der Spezifik der freien Dative nicht unterschlagen
Illusion) wird, dass bei den entsprechenden Verben auf
sie hingewiesen wird. Zu Pertinenzrelationen
im Rahmen der einem infinitivfähigen WI
Sn (Sd) (NS) bzw. einer festgeprägten prädikativen Kon-
struktionen zu Grunde liegenden literalen Be-
= jmdm. eine bestimmte Illusion/bestimmte deutung der Komponentenkette (jmdm. auf
Illusionen nehmen (oft im Passiv): die Zehen treten; jmdm. sind die Hände ge-
bunden) wie auch zu “Trägerrelationen”/Trä-
6) Die Schüler dachten, wir schieben hier ’ne
ganz lockere Nummer, weil kein Lehrer dabei
ger-Dativ (Träger eines Kleidungsstücks:
ist. Den Zahn hat Claire den Teilnehmern ih- jmdm. etw. in die Schuhe schieben; jmdm. ist
res Projekts gleich gezogen – und ihr Team das Hemd näher als der Rock) vgl. Wotjak
gleich richtig hart rangenommen. (Frankfurter (1992, 61ff.). Sie untersucht, in welchem Um-
Rundschau, 28.08.97, 6) fang sich die operationellen Tests zur Diffe-
renzierung der freien Dative in freien Wort-
Syntaktisches bzw. semantisches Satzmodell verbindungen (vgl. u.a. Helbig/Buscha 2001,
zu (5) – Kollokation: 263f.) auf WI übertragen lassen.
Vf – Sn – Sa (Zahn; Fäden); Sd kann als Per-
tinenzelement hinzutreten;
Prädikat – AGENS – PATIENS (Pars 3.1.4. Wir betrachten Valenzbeziehungen als
ADRESSAT) – ADRESSAT eine komplexe, systematisch aufeinander be-
und zu (6) – WI: ziehbare Erscheinung auf mehreren Ebenen
WI – Sn – Sd – (NS, dass) (Semantik: Prädikats- und Argumentenstruk-
Prädikat (WI) – AGENS – ADRESSAT – IN- tur; Syntax; kommunikativ-pragmatische
HALT/THEMA Aspekte), als Ergebnis einer Syntaktifizierung
Über die Eingruppierung der Pertinenzele- von semantischen Beziehungen (Helbig
mente als Ergänzungen bzw. Angaben gehen 1992, 13; Sommerfeldt/Schreiber 1996, 1).
die Meinungen auseinander. Engel (2004, Diese Ebenen sind (in ihrer jeweiligen Eigen-
303f.) sieht den Pertinenzdativ als Attribut ei- ständigkeit wie aber auch mit allen Interde-
nes nominalen Kopfes an: pendenzen) im Rahmen eines mehrstufigen
Beschreibungsmodells verbaler WI neben an-
ziehen deren Aspekten in komplexer Weise zu be-
rücksichtigen. Als Beschreibungsraster und
Messlatte, die an jede einzelne zu beschrei-
Sn Sa bende Einheit angelegt wird, erbringt ein sol-
ches Vorgehen, zumal bei einer kombiniert
semasiologisch-onomasiologischen Betrach-
Sd tungsweise, einen hohen Nutzen für lernerle-
xikographische und Sprachlernzwecke (im
Zur spezifischen Problematik dieses Dativs Vorfeld der praktischen Anwendung). Oft be-
vgl. auch Schumacher/Kubczak/Schmidt u.a. klagte Wörterbuchdefizite (u.a. Wiegand
(2004, 36), die – angesichts des Umstandes, 1998 und 2002) lassen sich so verringern.
dass Dative dieser Art zum einen “nicht un- Eine Beschreibungsebene allein ist nicht er-
mittelbar und allein vom Verb abhängen” und klärungs- und beschreibungsadäquat. Längst
zum anderen nur “bei einer begrenzten Zahl ist durch zahlreiche Untersuchungen nachge-
von Verbvarianten” anzutreffen sind (was wiesen, dass ein und demselben syntaktischen
wiederum für eine gewisse Verbbestimmtheit/ Satzmodell/syntaktischen Kasusrahmen un-
Verbabhängigkeit dieser Elemente spricht), terschiedliche semantische Satzmodelle/se-
für ihr Valenzwörterbuch die Lösung gewählt mantische Kasusrahmen entsprechen können
haben, Pertinenzelemente als Angaben einzu- und umgekehrt. Ausdrucks- und Inhaltsstruk-
48 II. Strukturelle Aspekte der Phraseme/Structural aspects of set phrases

tur lassen sich nicht isomorph aufeinander ab- Falle haben wir es mit der zweiten Perspekti-
bilden, vgl. z.B. ve zu tun, wobei der ursprüngliche Besitzer/
(7) Passanten fielen dem Angreifer in den Arm. Verfügende “ausgeblendet” wird – im Unter-
(jmdn. zurückhalten) schied zu den Verhältnissen bei den einfachen
(8) Die ewigen Streitereien/Die Kinder fielen den Verben stehlen, klauen, entwenden, wo er
Nachbarn auf die Nerven. (jmdm. lästig wer- durchaus dem Aktantenpotenzial (als fakulta-
den) tiver Aktant) zuzurechnen ist und ebenfalls
Hier entsprechen dem gleichen syntaktischen im Unterschied zu bestehlen, berauben, wo er
Satzmodell: WI (Verb – pS) – Sn – Sd unter- obligatorisch als Sa aktantifiziert/in Perspekti-
schiedliche semantische Satzmodelle (Kasus- ve gebracht ist. Der Gegenstand (Sa) ist bei
rahmen): (7) Prädikat (Tätigkeit) – AGENS – unserem WI obligatorisch zu benennen, wäh-
ADRESSAT und (8) Prädikat (Vorgang) – rend er bei stehlen weggelassen werden kann,
Gps/Gegenstand psychischer Prozesse – Tps/ wenn “die Handlung betont wird oder wenn
Träger psychischer Prozesse (Helbig/Buscha eine habituelle Handlung bezeichnet wird”
2001, 470). Umgekehrt können deutlich von- (Schumacher/Kubczak/Schmidt u.a. 2004,
einander abweichende Ausdrucksstrukturen 696).
über das gleiche semantische Satzmodell ver- Im Rahmen des mehrstufigen Beschrei-
fügen. bungsmodells erscheint die Nennform an der
Spitze des Eintrags. Aus ihr gehen bereits
3.2. Beschreibung verbaler Wortidiome (am wichtige Informationen hervor über Syntax
Fallbeispiel sich etw. unter den Nagel (morphosyntaktische Distribution und Präfe-
reißen) renzen) und Semantik der Verbumgebungen
(Korhonen 1995c, 19ff.; 49ff.; Burger 1998,
3.2.1. Valenzbasierte modulare Beschrei-
bungsmodelle, die für einfache Verben und 176), d.h. über die interne Beschaffenheit
Präfixverben entwickelt wurden (u.a. Helbig (wendungsinterne Komponenten sind durch
1983; Helbig 1992; Bondzio 1993; Sommer- Unterstreichung markiert) und das externe
feldt/Schreiber 1996; Schröder 1992 und Potenzial sowie über bestimmte Gebrauchs-
1993; Schumacher/Kubczak/Schmidt u.a. präferenzen und -restriktionen; vgl. u.a. die
2004) lassen sich (vgl. bereits Wotjak 1992, Perfekt- und Futurpräferenzen bei Einheiten
80f.) mit Nutzen auf die Beschreibung verba- wie mit den Ohren schlackern, Bauklötze(r)
ler WI übertragen, zumal einfache LE in ihrer staunen oder die Perfekt-Präferenz bei fast
semantischen Komplexität durchaus den WI vom Stuhl fallen. Bei reflexiven WI, bei de-
nicht nachstehen müssen. Auch wenn sich nen das Reflexivum als wendungsinterne
nicht selten bei WI die partner- wie situations- Komponente aufzufassen ist und nicht als Ob-
bedingte Verwendungscharakteristik umfang- jekt, wird angegeben, in welchem Kasus (Da-
reicher gestalten mag, ändert das nichts an tiv oder Akkusativ) das “sich” erscheint (sich/
der prinzipiellen Übertragbarkeit valenztheo- A aus dem Staub machen vs. sich/D den Kopf
retischer wie -praktischer Vorgehensweisen. zerbrechen). Strikt zu trennen (auch in der
Die Vielzahl der in einem modularen Be- Schreibweise) ist bereits in der Nennform
schreibungsmodell für WI zu berücksichti- zwischen “etwas” als wendungsinternem In-
genden Aspekte soll im Weiteren am Fallbei- definitpronomen und “etwas” als “Platzhal-
spiel sich etw. unter den Nagel reißen aus ter” für die wendungsexterne unbelebte Va-
dem großen Feld der Verben des Besitz- bzw. lenzstelle: keiner Fliege etwas zuleide tun
Verfügungswechsels verdeutlicht werden können vs. sich etw. zu Herzen nehmen; mit
(vgl. auch Wotjak 1992). Dieses Feld lässt etw. hinter dem Berg halten (Fellbaum/Kra-
sich wiederum danach untergliedern, ob der mer/Stantcheva 2004). Nennformvarianten
Besitz-/Verfügungswechsel vom Besitzer/Ver- (als unterschiedliche Sememe zu einem WI-
fügenden oder Nichtbesitzer/Nichtverfügen- Formativ) wie auf die Nase fliegen 1 (hinfal-
den ausgeht (Gansel 1992, 104; Sommerfeldt/ len) und auf die Nase fliegen 2 (enttäuscht
Schreiber 1996, 61), d.h., ob die GEBEN- werden) sind besonders zu kennzeichnen. Zu
oder NEHMEN-Perspektive aktualisiert wird weiteren bereits in der Nennform zu beach-
(Sommerfeldt/Schreiber, 1996, 79ff.): a) Be- tenden Aspekten, wie bspw. die wendungsin-
sitzer (von dem die Aktivität ausgeht) – Verb terne Variabilität, Artikelrestriktionen, Nega-
– Nichtbesitzer – Gegenstand bzw. b) Nicht- tionspartikelüblichkeiten sowie die Berück-
besitzer (von dem die Aktivität ausgeht) – sichtigung aspektuell-konversiver Paradig-
Verb – Besitzer – Gegenstand. In unserem men (in der Patsche sitzen – aus der Patsche
5. Syntaktische Aspekte der Phraseologie I: Valenztheoretische Ansätze 49

helfen; auf dem Spiel stehen – aufs Spiel set- gatheit. Daraus abgeleitet wird der syn-
zen) etc. vgl. insbesondere Korhonen (1995b, taktische Kasusrahmen/das syntaktische
67ff.). Satzmodell. Dabei finden auch Perspek-
tivierungen und Aktantensequenzen (für
3.2.2. Das von der Semantik ausgehende Be- den Fall alternativer Eliminierbarkeit)
schreibungsmodell (Wotjak 1992, 80ff.) um- Berücksichtigung.
fasst in (partieller) Übereinstimmung mit für IV. (i) Beispielsätze/Szenarien (vgl. dazu
einfache Verben vorgeschlagenen Modellen Neubauer 1998; Kühn 2003), die durch
(Helbig 1983 und Sommerfeldt/Schreiber geschickte Variierung und Auswahl
1996) sowie unter besonderer Berücksichti- (bspw. zur Bestätigung der Nennform
gung der für WI geltenden Spezifika die fol- und vor allem zur Erhellung semanti-
genden Stufen/Module: scher und morphosyntaktischer Ge-
I. (i) An die Prädikatenlogik angelehnte brauchsüblichkeiten) zusätzliche Infor-
Beschreibung der Archisemformel (Wot- mationen beisteuern sollen (Passivfähig-
jak/Wotjak 1995) mit Angabe der Prädi- keit, Modus, Tempuspräferenzen, Attri-
katsseme (z.B. HAVE und CAUSE) und buierungsmöglichkeiten wendungsinter-
der Zahl der Argumentvariablen (Stellig- ner Substantive, Komparationsfähigkeit
keit). Bereits hier wird die makrostruktu- wendungsinterner Adjektive, unübliche
relle Einordnung in ein phraseosemanti- und bevorzugte Personalformen, übliche
sches Feld (z.B. Feld der Mitteilung, freie Angaben etc.). Wenn bspw. in der
Feld des Besitz- und Verfügungswech- Nennform bei einer Ergänzungsmöglich-
sels) deutlich. Weiterhin werden ggf. (ii) keit Person und Sache alternieren, wie
Prädikatsmodifikatorseme angegeben, bei jmd./etw. gerät außer Rand und
und unter (iii) erscheint die Einordnung Band; jmd. stellt jmdn./etw. an den Pran-
in ein Kernwortfeld entsprechend der Se- ger, sollten die Belegbeispiele die alter-
mantik des Kernwortes (Somatismus; native Belegungsmöglichkeit dokumen-
WI mit Eigennamen; WI mit Tier-, Zah- tieren (Kjaer 1987). Die Beispiele sollten
len-, Farbbezeichnung etc.). so gewählt werden, dass sie die situati-
Auf dieser Stufe wird im Rahmen der onstypische, adressatenspezifische und
Beschreibung eines größeren Korpus textsortenorientierte Verwendung des
deutlich, welche Bereiche bevorzugt Phrasems illustrieren und “Einstellungs-
durch WI benannt werden (phraseose- kundgaben” des Sprechers/Schreibers
mantische Felder) und ob WI mit den gegenüber dem bezeichneten Sachver-
gleichen Kernwörtern bevorzugt be- halt und dem Kommunikationspartner
stimmte Sachverhalte und Konnotatio- verdeutlichen, vgl. u.a. Kühn (2003,
nen zum Ausdruck bringen (Kernwort- 115) und Cheon (1998, 63ff.) die die fol-
felder). genden pragmatischen Parameter vor-
II. Informationen zum Valenzpotenzial in schlägt: “Intention” (Sprecher will, dass
semantischer Hinsicht; diese umfassen ...); “emotionaler Gehalt” (Ärger, Freude
die semantisch-funktionalen und die se- ... mit Hinweisen zur jeweiligen Intensi-
mantisch-kategorialen Bestimmungen tät); “Vertrautheit” der Kommunikations-
der Ergänzungen in Gestalt der semanti- partner (mit den Ausprägungen “sehr
schen Kasus und der semantischen gut”, “gut”, oder “mindestens gut” bzw.
Merkmale (vgl. u.a. das Merkmalsinven- ohne Angaben, wenn die Vertrautheit für
tar bei Engel 2004, 188f.) sowie den dar- den Phrasemgebrauch keine Rolle
aus abgeleiteten semantischen Kasusrah- spielt); “Transaktionsebene” (entspre-
men/das semantische Satzmodell. chend dem sozialen Status von Sprecher
III. Informationen zum Valenzpotenzial in und Hörer; der Sprecher hat einen höhe-
morphosyntaktischer Hinsicht, die sich ren/niedrigeren Status als der Hörer bzw.
(analog zu II.) wiederum splitten in syn- beide haben den gleichen Status); “An-
taktisch-funktionale (Satzglieder: Sub- wendungsbereich” (gehoben/umgangs-
jekt, Objekt ...) und syntaktisch-katego- sprachlich/salopp/derb).
riale (Stellungsglieder: Wortarten und (ii) Verbalisierte Bedeutungsbeschrei-
Oberflächenkasus wie Sn, Sa, pS) Be- bung (abgeleitet aus den vorgängigen
stimmungen der Aktanten – bei Kenn- Stufen) unter Angabe von Parallelver-
zeichnung von Fakultativität und Obli- bentsprechungen sowie
50 II. Strukturelle Aspekte der Phraseme/Structural aspects of set phrases

(iii) von phraseologischen Synonymen Seine Arbeit als Vermögens- und Finanz-
und Feldpartnern; pragmatische Informa- berater nutzte er, um sich Geld von sei-
tionen zu stilistischen/diastratischen, nen Kunden unter den Nagel zu reißen.
evaluativen (auf die Stilfärbungen bezo- Dafür verurteilte ihn jetzt das Amtsge-
genen), diatopischen und diatechnischen richt zu einer Freiheitsstrafe auf Bewäh-
(Interrelation von Wort und Sachgebiet) rung. (Frankfurter Rundschau, 14.10.97)
Aspekten einschließlich der Adressaten-/ (Sa = Geld/Sache)
Senderspezifik, Angaben zum nonverba- Ums Geld geht es dem ehemaligen Ent-
len Verhalten, das üblicherweise mit wicklungshelfer dabei weniger, er hat
dem Gebrauch bestimmter WI system- Kontakte in ganz Afrika und möchte Ta-
haft verbunden ist (auf Holz klopfen). lenten zum internationalen Durchbruch
verhelfen. Hat er seine Schützlinge zu
3.2.3. Anhand des Fallbeispiels sich etw. un- Stars geformt, reißen sie sich Topmana-
ter den Nagel reißen wird im Weiteren das ger unter den Nagel. (Frankfurter Rund-
vorgängig beschriebene Modell verdeutlicht: schau, 03.03.97, 29) (Sa = Topmanager/
hum)
sich (Dativ) etw. unter den Nagel reißen; a b c Sie haben sich die Ideen ihrer ehemali-
? 2 (3 Argumente ? 2 Aktanten) gen Partner unter den Nagel gerissen.
(Sa = Ideen/abstrakt)
I. (i) Archisemformel (Prädikate und Argu-
(ii) Bedeutungsbeschreibung:
mente): [(HAVE c, b)]ti & [CAUSE a
sich etw. (Sache, Idee) auf nicht redliche
(HAVE a, b)]ti+k
Weise/geschickt/bei günstiger Gelegen-
phraseosemantisches Feld: Besitz-/Ver- heit aneignen; seltener: jmdn. (Person)
fügungswechsel/NEHMEN aus dem Verfügungsbereich eines ande-
(ii) Prädikatsmodifikatorseme zu ren in die eigene Verfügungsgewalt brin-
CAUSE HAVE: nicht legitim; auf nicht gen. (umgangssprachlich)
redliche Weise; ohne Gegenleistung; oft (iii) Synonyme/Feldpartner: stehlen,
heimlich mopsen, klauen, stiebitzen; mitgehen las-
(iii) Kernwortfeld: Somatismus (Nagel) sen (zum Bedeutungsumfang vgl. dort).
II. Argumentspezifikation: semantisch- Für die Erstellung und Ausfüllung eines Be-
funktionale und semantisch-kategoriale schreibungsrasters im oben angegebenen Sinn
Bestimmung der Argumente: (sowohl mit Blick auf die Bedeutungsbe-
a ? AGENS (Nehmender/Nichtbesitzer) schreibung, die Ermittlung der semantischen
Mensch, Institution und syntaktischen Üblichkeiten bei der Aus-
b ? PATIENS (Gegenstand/Genomme- füllung der Aktantenpositionen als auch hin-
nes) Gegenstand/Sache; seltener: nicht sichtlich der kommunikativ-pragmatischen
sinnlich Wahrnehmbares und Mensch Rahmenbedingungen) erweist sich die Arbeit
c ? SOURCE (Besitzer/Verfügungsbe- an und mit umfangreichen elektronischen
rechtigter) Mensch, Institution Korpora (über Introspektion, Befragungen
III. Aktantenspezifikation: syntaktisch-funk- und teilnehmende Beobachtung hinaus) von
tionale und syntaktisch-kategoriale Be- großem heuristischen Wert.
stimmung der Argumente:
3.3. Beschreibung von Funktionsverbgefü-
a ? Subjekt Sn gen
b ? Akkusativobjekt Sa
Wie bereits erläutert, verstehen wir die FVG
c ? ———— (nicht aktualisiert) gleichermaßen wie die verbalen WI als Va-
IV. (i) Beispiele: lenz tragende Mehrworteinheiten. Daher kann
Ich kann euch nur raten, ihn zu lesen, das oben am Beispiel des WI sich etw. unter
wenn ihr ihn irgendwo aufreißen könnt. den Nagel reißen explizierte Modell in ähnli-
Reißt euch das Ding unter den Nagel, cher Weise für die Beschreibung der FVG,
wenn ihr es bei irgendwem stehen seht, dargestellt am Fallbeispiel mit jmdm. in Kon-
und gebt es nicht wieder her. Leiht es takt treten, Anwendung finden. Dabei entfällt
euch aus und gebt es nicht wieder zu- das Kernwortfeld, da die nominale Kompo-
rück. Ihr sagt einfach, ihr habt es verlo- nente nichtidiomatisch und Hauptbedeutungs-
ren. (Plenzdorf 1973, Die neuen Leiden träger ist, so dass sie demselben Feld ange-
des jungen W., 27f.) (Sa = Buch/Sache) hört wie das FVG selbst.
5. Syntaktische Aspekte der Phraseologie I: Valenztheoretische Ansätze 51

mit jmdm. in Kontakt treten a b ? 2 (2 Ar- schlüsse zu erwarten sind. Das betrifft u.a.
gumente ? 2 Aktanten) das Verhältnis von Bedeutung (semantischer
I. (i) Archisemformel (Prädikate und Argu- Mikrostruktur) und Valenz, die Unterschiede
mente): (CAUSE a (CONTACT a, b)) zwischen teilidiomatischen (Verb als nichti-
phraseosemantisches Feld: kommunikations- diomatischer Teil) und vollidiomatischen Ein-
verben/Verben der Kontaktaufnahme heiten, Gemeinsamkeiten und Unterschiede
(ii) Prädikatsmodifikatorseme CONTACT: in- in den (semantischen und syntaktischen) Va-
tentional lenzverhältnissen bei verbalen Phrasemen als
II. Argumentspezifikation: semantisch-funktio- Ganzheit, wendungsinternem Verb in freier
nale und semantisch-kategoriale Bestimmung Wortverbindung und (sofern vorhanden) Par-
der Argumente:
a ? AGENS (Mensch, Institution)
allelverbentsprechung, Gemeinsamkeiten und
b ? ADRESSAT (Mensch, Institution; selte- Unterschiede zwischen unterschiedlichen
ner: abstrakt; andere (Lebe-)Wesen) Klassen verbonominaler Phraseme (Grenzzie-
III. Aktantenspezifikation: syntaktisch-funktio- hungen im Interesse je eigenständiger Such-
nale und syntaktisch-kategoriale Bestimmung bereichszonen im Lernerwörterbuch bspw. für
der Argumente: WI, Kollokationen und FVG), das Verhältnis
a ? Subjekt Sn zwischen der Valenz verbaler Phraseme und
b ? präpositionales Objekt pS der Valenz von ihnen abgeleiteter Substanti-
(bei Subjekt im Plural ? pS fakultativ) ve, Valenz anderer Phrasemklassen (über ver-
IV. (i) Beispiele:
Die Frage ist, wie man sich Hochleistungs-
bale Einheiten hinaus).
sport vorstellen muß in einer Welt, in der Gen-
technik als normal gilt. Man sollte früh mit
Naturwissenschaftlern in Kontakt treten, und
5. Literatur (in Auswahl)
auch hier ist das IOC gefordert. (Frankfurter
Rundschau 13.11.1998, 18) (pS = Mensch) Ágel, V. (2000): Valenztheorie. Tübingen.
Auch der Rest der Familie ist der Polizei Ágel, V. (2004): Phraseologismus als (valenz)syn-
schon seit Jahren bekannt – wiederholt musste taktischer Normalfall. In: Steyer, K. (Hrsg.), 65–86.
der Vater “mit der Polizei in Mannheim,
Frankfurt und Wiesbaden in Kontakt treten”, Ágel, V./Eichinger, L.M./Eroms, H.W./Hellwig, P.
um sich nach dem Verbleib seiner Kinder zu et al. (2004) (Hrsg.): Dependenz und Valenz. Ein
erkundigen. (Mannheimer Morgen vom internationales Handbuch der zeitgenössischen For-
05.08.1999, Lokales) (pS = Institution) schung. Bd. 1. Berlin.
Vor wenigen Monaten traten die Schulen in Bahns, J. (1996): Kollokationen als lexikographi-
Kontakt und organisierten den Austausch. sches Problem: Eine Analyse allgemeiner und spe-
(Frankfurter Rundschau 17.03.1998, 3) (Sn zieller Lernerwörterbücher des Englischen. Tübin-
(Pl) = Institutionen) gen.
Bei religiösen Riten inhaliert sogar der Prie-
ster und Medizinmann diesen Tabakrauch Bergenholtz, H./Mogensen, J.E. (1998): Die Gram-
durch die Nase, um in Kontakt mit den Göt- matik der Verben in Langenscheidts Großwörter-
tern zu treten, Antworten auf ungelöste Fra- buch Deutsch als Fremdsprache. In: Wiegand
gen zu erhalten und die Zukunft von ihnen zu (Hrsg.), 77–87.
erfahren. (Frankfurter Rundschau 26.09.1998, Bondzio, W. (1993): Funktorenstrukturen der deut-
6) (pS = Gottheit) schen Sprache. Ein Beitrag zur Grundlegung einer
(ii) Bedeutungsbeschreibung: jmdn. kontaktie- semantischen Valenztheorie. In: Simmler, F.
ren/gezielt kennen lernen; einen Kontakt initi- (Hrsg.): Probleme der Funktionellen Grammatik.
ieren. Berlin, 21–89.
(iii) Synonyme/Feldpartner: jmdn. kontaktie-
ren; zu jmdm. Kontakt aufnehmen; mit jmdm. Burger, H. (1998): Phraseologie: eine Einführung
in Verbindung treten. am Beispiel des Deutschen. Berlin.
Burger, H. (2003): Phraseologie. Eine Einführung
am Beispiel des Deutschen. 2. Aufl. Berlin.
4. Ausblick
Cheon, M.-A. (1998): Zur Konzeption eines phra-
Nach wie vor bleiben – bei allem Erkenntnis- seologischen Wörterbuchs für den Fremdsprachler.
fortschritt – mit Blick auf die Valenz allge- Tübingen.
mein viele Fragen offen (Ágel 2004). Auch Dobrovol’skij, D. (2002): Phraseologismen im de
auf dem Feld der Phrasemvalenzen warten Gruyter Wörterbuch Deutsch als Fremdsprache. In:
noch unbeackerte bzw. kaum beackerte Flä- Wiegand (Hrsg.), 363–374.
chen auf ihre Erforschung, wobei durch die Duden (2005): Die Grammatik. 7., völlig neu erarb.
Arbeit mit großen Korpora wesentliche Auf- und erw. Aufl. Leipzig.
52 II. Strukturelle Aspekte der Phraseme/Structural aspects of set phrases

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6. Syntactic aspects of phraseology II: Generative approaches

1. Introduction search programme has undergone a number


2. Some observations concerning the place of of major changes during the last forty years.
idioms in the evolution of generative theory The Standard Theory (Chomsky 1965) was
3. How might generative theories deal with the succeeded by the Principles and Parameters
structural properties of phrasal lexical items?
4. Conclusion
framework (Chomsky 1981) which has now
5. Select bibliography made way for the Minimalist Programme
(Chomsky 1996). Each of these in turn has
been through a significant number of articula-
1. Introduction tions.

The term ‘generative theory’ is ambiguous.


Chomsky uses it to designate a linguistic the- 2. Some observations concerning the
ory which is fully explicit, “a properly formu- place of idioms in the evolution of
lated general theory” (Chomsky 1975, 86). generative theory
What he means by that is a formal theory like
those of the advanced natural sciences. But it
is also used to designate the generative the- 2.1. Introduction
ories proposed by Chomsky and his associ- To understand the role that phrasal lexical
ates, i.e. theories within the Chomskian re- items have played in the evolution of genera-
search programme. Not all generative theories tive theory one must understand what the cen-
in the former sense are within the Chomskian tral aims of the Chomskian programme are.
research programme. For example, Head-dri- They are articulated early in the evolution of
ven Phrase Structure Grammar (Pollard/Sag generative theory and in detail in (Chomsky
1988) and Lexical Functional Grammar 1975) and in (Chomsky 1965). First, a gen-
(Bresnan 1982) are both generative in the for- erative theory must meet conditions of obser-
mer sense. Furthermore, the Chomskian re- vational adequacy. This involves, minimally,
54 II. Strukturelle Aspekte der Phraseme/Structural aspects of set phrases

accounting for the data of a natural language features which are not determined by Univer-
where these data are seen as the surface order sal Grammar. Some of these are historical det-
strings of words which constitute the sen- ritus. Again phrasal lexical items might thus
tences of the language. Second it must meet be relegated to the periphery since they are
conditions of descriptive adequacy where this not made available universally and thus may
involves the linguist’s grammar modelling the not be accounted for centrally within genera-
speaker’s internalised grammar. Third a gen- tive theory (Becker 1975).
erative theory must meet conditions of expla- Within the Minimalist Programme the
natory adequacy. Explanatory adequacy in- well-known syntactic levels of D(eep) struc-
volves accounting for the process whereby a ture and S(urface) structure are abandoned
child is able to select from among the many and the syntax becomes the unmediated inter-
grammars compatible with the incoming lin- face between the levels of Logical Form and
guistic data he or she perceives, just that Phonetic Form, rather in accord with de Saus-
grammar which is the outcome the language sure’s view of language being the code which
learning process. The search for the Universal connects sound and meaning (de Saussure
Grammar, those genetic predispositions 1959). The basis for the abandonment is that
which constrain the acquisition of natural lan- these intermediate levels are not conceptually
guages, is thus central to the Chomskian en- necessary and thus, if linguistic theory can do
terprise. Within the Principles and Parameters without them, it should, rather along the lines
Framework the search for universals takes the of the Generative Semantics call at the end of
following form. The Universal Grammar con- the 1960s ‘Is deep structure really neces-
sists of a set of principles, language-indepen- sary?’. Lexical items remain significant since
dent constraints on those grammars which hu- they provide much of the information needed
mans will naturally create. The parameters of to construct syntactic form. The syntax builds
Universal Grammar associated with these trees out of lexical information in accord with
principles are set through exposure to input the Projection Principle through a merge op-
giving an idealised grammar of any natural eration which combines what is projected
language. One principle is the Projection from the lexicon into syntactic representa-
Principle whose import is that the syntactic tions. That being so, the lexicon is consulted
properties of lexical items are inviolable in at the lowest possible position in the syntactic
the syntax. Lexical properties are projected representation of the sentence since only in
from the lexicon and syntactic representa- that way can trees be built by the merge op-
tions, for example, observe the sub-categori- eration. Phrasal lexical items as such appear
sation properties of those lexical items to play no role in the minimalist programme
(Chomsky 1981, 29). Thus we would expect lexicon although there is nothing to prevent
phrasal lexical items no less than other lexical them from doing so.
items to be subject to the Projection Principle
and thus to play a part in the theory of syntax. 2.2. The standard theory era
This has not been a significant enterprise in
generative theory. The first appearance of phrasal lexical items
However there are important caveats. in generative theory is to be found in the last
Chomsky makes distinctions which effect the few pages of Aspects of the theory of syntax
way phrasal lexical items in generative theory (Chomsky 1965). Here Chomsky deals with
might be accounted for. Only an I language, inflectional and derivational morphology as
the internalised language of a native speaker, areas yet to be theorised within a generative
is an object for linguistic inquiry. Generative syntax. He also says,
grammars thus contain I lexica. External lan- Consider, for example, such phrases as ‘take for
guages, languages of speech communities, granted’, which abound in English. From a seman-
are not coherent objects of study (according tic and distributional point of view, this phrase
to Chomsky 1986). In so far as phrasal lexical seems to be a single lexical item, and it therefore
items are known within a speech community must be entered in the lexicon as such, with its un-
ique syntactic and semantic features. On the other
rather than by individuals, they play no role hand its behavior with respect to transformations
in generative theory. Furthermore Universal and morphological processes obviously shows that
Grammar determines only the core properties it is some sort of Verb-with-Complement construc-
of any natural language (Chomsky 1981). tion. Once again we have a lexical item with a rich
Natural languages also have a periphery of internal structure (Chomsky 1965, 190).
6. Syntactic aspects of phraseology II: Generative approaches 55

Two central properties are thus taken to re- e.g. by and large, must be found in a complex
quire explanation: that phrasal lexical items dictionary reserved for such items, as distinct
are distributionally and semantically single from the simplex dictionary which contains
units while at the same time being syntacti- only the monomorphemic words of the lan-
cally complex. Note that the properties of guage. Lexical rules would then provide the
being distributionally and semantically single morphologically complex lexical items for
units are independent in the following sense. the syntax.
A unit may be distributionally single without The non-compositional semantics of phra-
necessarily being semantically non-composi- sal lexical items led to a small skirmish in the
tional. But a unit which is semantically non- so-called linguistics wars (Harris 1995). An
compositional will also be distributionally opening exchange in the late 1960s concerned
singular. How singular remains an interesting the question of the compositionality of idioms
question. Chomsky’s position here is defini- and their transformational idiosyncrasies.
tional. So at the outset, phrasal lexical items Chafe (1968) noted three significant sets of
are single lexical units which have phrase properties of idioms. Idioms were non-com-
structure. A subset (idioms) are non-composi- positional, transformationally defective and
tional. some were syntactically ill-formed. The Stan-
These central problems raised by Chomsky dard Theory only accounted for syntactically
were addressed a little later by Weinreich well-formed, compositional sentences which
(1969). Weinreich’s analysis first provides an were transformationally non-defective.
extensive discussion of the kinds non-compo- Idioms were thus an anomaly in the Choms-
sitionality to be found in phrasal lexical items kian paradigm to use the terminology of
and compounds. He finds that idioms are gen- Kuhn (1962). A Generative Semantics ac-
erally well-formed in their phrase structure. count of language which did not fall foul of
He also finds non-compositionality to be an such an anomaly should therefore be pre-
“extreme example of contextual semantic spe- ferred. The reply from Fraser (1970) was that
cialisation defined by a cluster of characteris- there were two problems for generative theo-
tics that also occur separately” (Weinreich ry: to account for the insertion of idioms into
1969, 224). He also has important views on the Deep Structure of the sentence and to ac-
the semantic motivation of idioms in finding count for their transformational defectiveness.
that such motivation can only be established a Fraser (1970, 27) supposes that idioms are en-
posteriori (Weinreich 1969, 259). He then tered into the syntactic representation of a
turns to the place of idioms in a standard the- sentence with their own internal structure. A
ory generative grammar. Weinreich shows problem with this solution are those phrasal
that semantic specialisation and syntactic lexical items which are discontinuous, i.e.
idiosyncrasy in the form of transformational which contain slots. These, he suggests, con-
defectiveness can be correlated but not al- tain a variable which can restrict the syntactic
ways perfectly. For lexical insertion to allow and perhaps other properties of what may be
idioms to be inserted in a Deep Structure, placed in the place of a variable (a slot) (Fra-
Weinreich proposed that a generative gram- ser 1970, 28–29). Some of these slots, for ex-
mar contain an idiom list which indicates for ample, contain genitive noun phrases which
each item: the words of which it is composed, have co-refentiality properties which are idio-
the phrase marker which defines its syntactic syncratic. For example, the idiom lose NP’s
representation and a semantic representation mind must have the noun phrase co-referen-
of its sense. In addition it contains contextual tial with the subject of the sentence while
features and instructions for obligatory or break NP’s heart must not have the noun
prohibited transformations. The idiom list al- phrase co-refential with the subject of break.
lows the grammar to generate well-formed A solution here is to specify insertion restric-
phrases and clauses, and then to compare tions on the noun phrase (Fraser 1970, 31).
these with the phrases and clauses in the As for ungrammatical idioms, Fraser sup-
idiom list. If a like expression is found in the poses that, since the phrase structure of such
idiom list, then the grammar can also generate idioms plays no role in the syntax but is re-
the idiom with all is idiosyncrasies by insert- quired for the phonology, the idioms should
ing it in the appropriate frame. Those expres- be entered into the syntactic representation of
sions which do not have literal counterparts the sentence with a phrase structure represen-
such as ungrammatical phrasal lexical items, tation analogous to an expression which re-
56 II. Strukturelle Aspekte der Phraseme/Structural aspects of set phrases

sembles the idiom in its surface structure re- and that the rules of word-formation, such as
presentation (Fraser 1970, 31). those for the structure and meaning of com-
As far as transformational defectiveness is plex words, act as redundancy rules showing,
concerned, Fraser suggests, following Wein- by filtering out what is predictable, what lan-
reich (1969, 231), that all idioms are in some guage learners need to learn.
measure transformationally defective, i.e. that Jackendoff shows how these proposals can
they will not undergo all the movements that be applied to idioms. Idioms usually have
a non-lexicalised expression of the same syn- regular phrase structure. Where they do, the
tactic form would (Fraser 1970, 32). He also phrase structure rules of the language will act
suggests that this property is idiolectally idio- as redundancy rules leaving behind only the
syncratic (Fraser 1970, 23). But he proposes idiosyncrasies which speakers must learn if
that movements can be categorised into kinds they are to learn the idiom. Idioms have idio-
which form a hierarchy of frozenness. If an syncratic senses, therefore these will not be
idiom will undergo one kind of movement, able to be filtered out by redundancy rules. If
then it will undergo all those of the kinds be- we extend this treatment to restricted colloca-
low on the hierarchy but not necessarily those tions then these may well be compositional
of the kinds higher on the hierarchy (Fraser and therefore their semantics will be redun-
1970, 36–41). As a result, any idiom will be dant under normal rules of semantic interpre-
marked for the highest level on the hierarchy tation leaving only the fact of the idiosyn-
on which it can undergo movement. The re- cratic lexical selection of one word by another
sult of its transformational behaviour will to be learned. Jackendoff’s approach also ex-
thus be predictable. plains the nature of bound words such as um-
The view that there is a connection be- brage. Where a phrasal lexical item contains
tween semantic transparency and relative such a word, its properties are not redundant
flexibility under movement was revisited by since the word does not appear in the lexicon
Nunberg, Sag and Wasow (1994). elsewhere as a word in its own right. All its
In the early 1970s Chomsky (1970) and properties must therefore be learned along
Halle (1973) proposed theoretical modifica- with the rest of the words in the lexical item,
tion of the Standard Theory in form of the in this case the words take (umbrage) at.
lexicalist hypothesis which proposes that Jackendoff’s is a theory of language acqui-
word-formation is not a syntactic process but sition where phrasal lexical items are con-
occurs in the lexicon by means of word-for- cerned. It therefore addresses explanatory
mation rules. Halle’s proposals echo some of adequacy in a way that few generative the-
Weinreich’s in this regard but it was not until ories which deal with phrasal lexical items
Jackendoff’s study of morphology (1975) that do. There are no separate idiom lists. Phrasal
idioms came to have a place within the lexic- lexical items are lexical items like all others.
alist version of the Standard Theory. Their phrase structure is usually redundant
Jackendoff’s theory is one of the best-ar- and therefore does not have to be learned. If
ticulated generative theories of phrasal lexical their semantics is not predictable, then they
items and his proposals of 1975 have been re- are idioms and their meaning does have to be
worked and updated in some of his later learned. In every case, Jackendoff accounts
work, e.g. (Jackendoff 1995). They are worth for what is predictable and therefore not need-
looking at in some detail. Jackendoff pro- ing to be learned, and that which is idiosyn-
poses that the structural properties and se- cratic and therefore to be learned.
mantic properties of derivational morphemes Much of what is predictable is so on the ba-
are not mapped on to one another isomorphi- sis of other lexical items already in the lexi-
cally. Thus the rules for each must be sepa- con. The order in which items are learned is
rated so that, in a particular instance, a word therefore significant in predicting what is re-
may be given the correct structural and se- dundant and what is to be learned. Jackendoff
mantic descriptions by different rules. For ex- proposes an algorithm for an internalised lex-
ample, the rule which adds the suffix –ion to icon which permutes lexical items into the op-
English stems has three different meanings so timal order, that which has the maximum re-
that a discussion is ‘the act of discussing’ but dundancy. One could see this order also as a
a congregation is not ‘the act of congregat- way in which the information in the mental
ing’. He proposes that each complex word is lexicon is re-ordered as new lexical items are
entered in full in the native speaker lexicon learned. Suppose that a speaker discovered
6. Syntactic aspects of phraseology II: Generative approaches 57

that umbrage occurred freely in a number of seem is a one place predicate and that the
sentences. It would then be the case that take clausal idiom The fat to be in the fire is its
umbrage at would be cheaper to learn than it complement, that is, its one argument. The
was before since the relevant information re- subject of the embedded clause can move into
lating to umbrage would have its own lexical the subject of seem position since the subject
entry and thus be redundant in take umbrage of seem position must be filled, thus breaking
at. up the linear string of the idiom.
Raising also plays a part in the VP internal
2.3. The principles and parameters era subject hypothesis. Idioms played a small part
With the advent of Government and Binding in the argumentation for this hypothesis. In
theory and the Principles and Parameters fra- Chomsky’s (Chomsky 1986) account of syn-
mework of which it is an instance, phrasal tax, functional projections became significant
lexical items seem not to have been an object in unifying the behaviour of heads and their
of attention often. Perhaps the major reason complements. Heads of phrase included not
for this was the shift from seeing grammars just the lexical heads: noun, verb, adjective
as rule-based systems to looking at con- and preposition, but also I, tense inflection,
straints on the kinds of rules that humans and C, complementiser, giving rise to their
might conceive during language acquisition. maximal projections IP and CP. This allowed
However, idioms were significant on a num- all clauses to have the structure of phrases
ber of occasions. Proposals for reanalysis and with a head position, complements (for which
raising show the use to which idioms were heads subcategorise) and specifiers as re-
put. quired by X’ theory. All clauses were CPs
Reanalysis can be illustrated by the the pas- and the complement of the head of CP was
sive. Idioms like take advantage of NP can IP. The subject was in the specifier of IP posi-
passivise in two ways so that one can say ad- tion. A number of theorists then suggested
vantage was taken of NP or NP was taken ad- that the subject was only superficially in the
vantage of. The reanalysis solution was by specifier of IP position but was underlyingly
way of syntactic re-analysis where, for the in- in the specifier of verb phrase position and
ner passive, the object of the verb take is the moved to the specifier of IP, e.g. Koopman
argument which is raised to subject position. and Sportiche (1991). One set of data used as
For the outer passive, the whole phrase take evidence for this proposal is idioms. These
advantage of is re-analysed as a verb without are clausal idioms where the tense and aspect
internal structure and the object of that verb are slots. Slots are constituents of phrasal lex-
can then be raised to subject position to form ical items whose content is able to be chosen
the passive. freely such as in Much water has run under
Chomsky uses reanalysis to deal with vio- the bridge where the idiomatic reading of the
lations of subjacency (a principle which con- subject is retained even if we were to say
strains extraction). These violations result Much water might have been running under
from extractions from infinitival clauses the bridge. An additional hypothesis is
which become no longer violations after rea- needed to make the argument valid and that is
nalysis (Chomsky 1981, 313). Levine (1984) the idioms are unbroken strings, i.e. that they
shows that reanalysis is not a satisfactory way have no slots. The assumption then would be
to account for such data since it violates a that the idiom is underlyingly much water run
number of other requirements on words. If under the bridge. If that is so, then the subject
the reanalysed constituents are words, they can appear in specifier position of the verb
should behave in all ways like words. They phrase ‘below’ tense and aspect given a Bar-
do not. But note that reanalysis provides a riers style analysis of the syntax of clauses
formal means to deal with the initial observa- (Chomsky 1986). After movement, the sub-
tion that idioms are both a single unit and one ject can end up to the left and higher up the
with internal structure. tree than tense and aspect thus accounting for
Proposals for raising also made use of their being able to be freely selected. This is
idioms as data. Traditionally it was supposed essentially an argument based on a hypothesis
that the subject in a sentence like The fat about phrasal lexical items to the effect that
seems to be in the fire has got there by being all slots are external to phrasal lexical items.
raised out of a complement clause (Postal Both raising and reanalysis are to be found
1974). Here the assumption is that the verb in Larson’s analysis of double object con-
58 II. Strukturelle Aspekte der Phraseme/Structural aspects of set phrases

structions (Larson 1988) where again idioms mantically (Marantz 1984). Among other ar-
played a bit part. X bar theory requires that guments for such an asymmetry, Marantz as-
all branching in syntax is binary. However serts that idioms which have lexicalised sub-
three place predicates such as give have two jects also have lexicalised internal arguments
internal arguments within the verb phrase. such as objects but not vice versa. The debate
Without further analysis, it would seem that as to whether Marantz’s observation is true is
the verb phrase node could have ternary critiqued by Everaert and Kuiper (1996). The
branching. Larson suggests that the verb and result of their fuller interrogation of an idiom
indirect object have a closer semantic (and database shows that Marantz’s observation is
syntactic) relationship than the verb and its not wholly correct. There are idioms which
direct object. The verb and indirect object have lexicalised subjects but slots for internal
should thus be a constituent with the direct arguments, for example, Hanging is too good
object being further up the tree under a verb for somebody, Life passed somebody by.
phrase shell which has an empty verb head. There is clearly a need to understand what
Raising is responsible for placing the verb in kinds of slots there might be in phrasal lexical
its surface position under the higher verb items and where in the syntactic structure of
node. Idioms come into play because Larson phrasal lexical items they might appear before
believes that idioms containing double object much weight can be placed on hypotheses
constructions where the direct object is a slot, which suppose that phrasal lexical items are
i.e. where the idiom is discontinuous, for ex- unbroken strings. Similarly the hypothesis
ample, take someone to the cleaners, support that phrasal lexical items are single constitu-
the hypothesis that the verb plus indirect ob- ents needs to be investigated in its own right
ject are a complex predicate with the direct for the same reason.
object as a single argument. Take only comes
to be outside the slot direct object after move- 2.4. Minimalism
ment to the head of the VP shell. That is what Minimalist approaches to idiom data are more
Larson’s analysis of double object construc- difficult to document because the Minimalist
tions would predict. Programme is not a coherent set of hypoth-
Reanalysis is used for constructions where, eses yet. Much seems to be contested and it is
instead of just the verb being raised to the difficult to ascertain what is not. Advent of
higher position, the verb plus its indirect ob- the Merge operation and the consequent re-
ject are raised on the assumption that they to- quirement that the lexicon is consulted at the
gether can be reanalysed as a verb rather than earliest possible point creates both opportu-
a V’. This gives rise to constructions such as nities and challenges for re-evaluating how
He took to the cleaners all the people who phrasal lexical items might be accounted for
had invested in the company. Note that the in a generative model. I will return to some of
verb plus complement idiom stays together the possibilities in section 3. However two re-
under this analysis being analysed as a verb cent proposals will serve to illustrate what use
along very similar lines to the outer passive Minimalist theoreticians have made of
reanalysis of idioms. idioms. Like the demise of deep structure
In another debate within the Principles and which was prefigured in Generative Seman-
Parameters framework, idioms with slots in tics, Minimalism has also returned to a syn-
complement position came to be a focus of at- tactic view of word meaning in the form of
tention. The debate concerned so-called ‘sub- lexical decomposition (Hale/Keyser 1998).
ject - object asymmetry’. The intuitive basis Richards (2001) again uses the single consti-
for this asymmetry concerns the sense that tuent and unbroken string hypotheses for
verbs have a closer relationship with their idioms to support lexical decomposition. The
complements than they do with their subjects. argument concerns alternations such as:
This is accounted for in syntactic structure by Mary gave Susan the boot.
the proposal that verbs subcategorise for their Susan got the boot from Mary.
complements but not for their subjects. On Richards suggests that these are converses
the other hand according to theta theory semantically and that there is one idiom here
(Chomsky 1981) verbs have theta roles to and not two. That idiom is HAVE the boot.
‘donate’ to their arguments and subjects are The verbs give and get are semantically and
among such arguments. So the question arises syntactically the result of the combination of
whether such an asymmetry also exists se- BECOME with HAVE in the case of get, and
6. Syntactic aspects of phraseology II: Generative approaches 59

CAUSE with HAVE in the case of give. The Note that both Richards’ and McGinnis’s
proposal is that only HAVE belongs to the proposals are at the syntax/semantic interface
idiom. Such a proposal is only possible as a which has become, under Minimalism, a sig-
deductive consequence of a theory of lexical nificant area of research whose findings can
decomposition. apply to idioms since these project properties
McGinnis (2002) also looks at the way in which are both semantic and syntactic.
which idioms interface with current theories
of syntax and semantics. The particular area 2.5. Conclusion
she is interested in is the Aktionsarten or the It seems that in constructing generative the-
aspectual properties of verbs and idiomatic ories, theory comparison has always played a
expressions containing verbs. Verbs are significant role (Botha 1981). Phrasal lexical
known to have properties relating to what items, idioms in the main, appear from time
kind of action the verb denotes, be it achiev- to time as data for or against positions taken
ing a goal or maintaining a state of affairs. in such theoretical debates. It is also clear that
The aspectual properties of verbs have many idioms are not themselves an object of theo-
repercussions for their syntactic behaviour. rising much of the time except in so far as this
For example, progressive aspect is only possi- bears on the theories under discussion. Their
ble for verbs which denote activities but not use appears to be overridingly to do with
states. McGinnis’ hypothesises that idioms claims for constituency. Since they are as-
are compositional as far as their aspectual sumed to be single, unbroken constituents,
properties are concerned. This hypothesis is they can provide evidence for underlying con-
based on the assumption that there are two stituency on the assumption that they enter
kinds of meaning, structural and idiosyn- underlying syntactic representations as single
cratic. Only the structural aspects interact unbroken constituents.
with the syntax. Verb headed idioms will, un- In this respect phrasal lexical items are
der McGinnis’s hypothesis project their as- treated differently from words. Words are a
pectual properties into the syntax in the same serious object of study in generative theory.
way that they would in the same configura- The sub-discipline of morphology has been
tion if they were literal expressions since incorporated into generative theory since
these are structural and not idiosyncratic se- 1970. There are major textbooks outlining its
mantic properties. The prediction is that there current theoretical position within generative
will be no verb headed idioms that will have theory, for example Spencer (1991). Looking
aspectual properties that its head cannot nor- at just two major textbooks on generative
mally project. This is an interesting hypoth- syntax Haegeman (1991) has no index refer-
ence to idioms and Radford (1997) has only
esis since it places a limit on semantic non-
five page-references to idioms. Almost all of
compositionality in the specific case of aspec-
these deal with the verb phrase internal sub-
tual properties but it also predicts that, where
ject hypothesis. Morphologists also, with
there are other ‘structural’ semantic proper- some exceptions, deal with the fact that words
ties, these will also not be able to be idiosyn- exist by making morphological theories vul-
cratic in idioms. McGinnis uses these propo- nerable to the set of existing words. By con-
sals in order to opt for a Distributed Morphol- trast, those who use phrasal lexical items as
ogy model of idioms (Marantz 1997) rather data in either syntactic or semantic generative
than a Representational Modularity one theories appear to use existing items more as
(Jackendoff 1997). examples. They do not take it that, since phra-
However an investigation of German sal lexical items exist, there is an obligation
idioms on the basis of a large corpus (Fell- to examine at least a reasonably-sized subset
baum to appear) suggests that Aktionsarten when making claims about such items. They
can alter in idioms. Argument-taking proper- also deal almost exclusively with idioms and
ties of predicates which project in the syntax do not examine, for example, formulae (phra-
can also be altered in the case of raining cats sal lexical items with contextually restricted
and dogs. These observations again suggest conditions of use) or restricted collocations.
that an investigation of the relevant properties The presumption may be that there are few
of phrasal lexical items conducted on a more theoretically significant issues with phrasal
general basis should precede the early closure lexical items other than idioms. Basic ques-
of some generative theorising. tions such as the form phrasal lexical items
60 II. Strukturelle Aspekte der Phraseme/Structural aspects of set phrases

take in the native speaker’s internal lexicon the object is a slot but a following adjunct is
have received only scant attention. lexicalised, for example, take something into
An illustration of such attitudes is to be account. The something is a freely selectable
found in the introduction to a recent book noun phrase as we saw in section 2.4 with
dealing with lexical specification and inser- Larson’s analysis of double objects. For Lar-
tion (Coopmans/Everaert/Grimshaw 2000b) son this is evidence that the verb must have
where the editors say, “The traditional as- moved so that the slot is underlyingly outside
sumption is that ‘lexical insertion’ means the of the idiom.
replacement of an X0 position in a Phrase- There are more serious slot problems. In
marker by a lexical formative. Simultaneous many possessive noun phrases in idioms such
insertion of more that one X0, as in the case as take someone’s word for NP, the noun
of phrasal idioms, is probably exceptional” phrase is freely fillable as we saw in section
(Coopmans/Everaert/Grimshaw 2000a, ix). It 2. Again one might make the case that the NP
is certainly the case in every chapter in the is in some sense at the periphery of the idiom
book that it is assumed that lexical insertion rather than inside it as positive evidence for
affects only lexical items at the word level. the unbroken chain theory. There are also par-
That is the traditional generative assumption. allel cases to the clausal cases used in the VP
But the claim that the insertion of more than internal subject hypothesis discussion. These
one word at a time is exceptional is a proble- are more serious still. There are idioms such
matic claim. What makes it exceptional? Is as make [DETERMINER attempt] on with
this is a statistical claim as to the number of noun phrases which are complements of verbs
phrasal lexical items one might expect to find but where the determiner of the NP may be a
in sentences? If so, where did the evidence freely selectable functional constituent. The
for this claim come from? Is it a claim about head of the DP, as these are called, following
human competence or performance? Or is it Abney (1987), is a slot. One might insert his
just another way of saying that generative the- or the or a. Yet the verb of which the noun
orists are not interested in the theory that sen- phrase is the complement is lexicalised and
tences might be constructed of lexicalised the head noun of the noun phrase is also lexi-
phrases as well as words. calised. If the argument for idioms used in the
verb phrase internal subject argumentation
3. How might generative theories deal were to be extended to these cases then one
with the structural properties of has an argument for a complement internal
verb source, since the determiner would have
phrasal lexical items? to be outside of the linear unbroken string.
That would be a seriously counter-intuitive
3.1. Phrasal lexical item integrity proposal. The underlying phrase structure of
In section 2 it was clear that generative syn- the object would then look as follows: [V’
tacticians assume that idioms are single syn- [DP[V put][N pen]][PP to paper]]. The alter-
tactic constituents and unbroken at some level native is to give up the absolute notion that
of representation, presumably also in their idioms are unbroken strings of lexicalised
lexical entries. It is worth examining these in- constituents. However a more modest con-
tegrity hypotheses more closely. Koopman straint is possible as we will see in section
and Sportiche (1991, 224) frame the constitu- 3.2.
ency assumption this way “If X is the mini- It seems that, contrary to the general prac-
mal constituent containing all the idiomatic tice outlined in section 2, it is possible for
material, the head of X is part of the idiom.” generative theory to focus on the place phra-
This appears to be generally the case although sal lexical items occupy in the grammar of a
there is at least one clear English counter-ex- language and in a theory of grammar in gen-
ample, the idiom more N than you can shake eral as has just been done. That would be to
a stick at. Here N is a noun slot in head posi- assume that there is nothing exceptional in
tion. Not withstanding the quantifier, even their behaviour except that, like other lexical
non-count nouns can function in the slot. items, they have idiosyncratic properties. Like
The second assumption, that idioms are un- words, they can be examined for their proper-
broken, i.e. have no freely fillable constitu- ties as linguistic three part symbols with pho-
ents, appears more contentious. There appear nological form, syntactic structure and mean-
to be numerous phrasal lexical items where ing. Like words they can be examined as to
6. Syntactic aspects of phraseology II: Generative approaches 61

how they project their properties into the syn- cause traps require specialised preparation it
tax of the sentences in which they may ap- is an interesting question to what extent this
pear. specialised sense of set involves linguistic as
opposed to non-linguistic knowledge.
3.2. Phrase structural properties S selection and c selection thus interact
We have seen in section 3.1 that phrasal lexi- with l selection in interesting ways. Where a
cal items have the head of phrase lexicalised. head is polysemous it has multiple sets of as-
Not only is the head of phrase lexicalised, sociated s and c selection properties. This is
phrasal fixation requires the selection of a also true for l selection properties. For each
lexical head by another lexical head (van Ges- sense there may be associated l selection
tel 1995, 78). There is also a configurational chains often more than one since many lexical
limitation, the selected head must be within heads are the heads of numerous phrasal lexi-
the syntactic domain of the selector head. cal items each of which is lexically a set of l
This set of hypotheses has been proposed by selection properties. In each case, l selection
O’Grady (1998) and empirically supported by properties can be matched with s and c selec-
work of Kuiper and Everaert (2000). This tion properties which the lexical head also
leads to a view of listing in the lexicon where has. What this suggests is that a particular l
phrasal lexical items are the result of lexical selection chain is to be assessed in terms of
selection. Single word lexical items have gen- redundancy by means of the s and c selection
erally been held to have two sets of selec- properties of its head. Where a lexical head
tional properties: semantic or s selection prop- is, say, two ways ambiguous, speakers will
erties and constituent or c selection proper- often be able to recognise which of its general
ties. Let us suppose that they also have senses and thus associated s and c selection
lexical or l selection properties where a head set are instantiated in an l selection chain. So,
selects, as well as its semantic or syntactic for example, in the restricted collocation see
surrounding structure, also actual word(s) in stars speakers know that this is a specific in-
its immediate environment with which it stantiation of see as a predicate with one in-
forms phrasal lexical items. While s and c se- ternal theme argument as direct object. Re-
lection properties account for the way in stricted collocations are thus congruent with
which the head limits what can happen syn- one set of both the s and c selection properties
tactically and semantically in its immediate of the head of the restricted collocation.
environment, l selection accounts for the fact Where the reading of a lexical selection chain
that this head is the head of a number of phra- is not congruent with the s selection proper-
sal lexical items. L selection properties, just ties of a head, one has an idiom. For example,
like s and c selection properties are idiosyn- the thematic structure of put is not observed
cratic since there is no way to predict that a in put a match to NP. Here the theme argu-
given head will select a specific lexical item ment is the final NP, as can be seen by the
rather than another. Take, for example, the paraphrase light NP. Where it is not congruent
notoriously idiosyncratic nature of preposi- with the c selection properties of the head,
tional and verbal usage. One travels by bus. one has an ill-formed phrasal lexical item. In
Why by? One catches the bus. Why catch? In the idiom It’s raining cats and dogs, as sug-
each case we can see the syntactic head of the gested in section 2.4, a canonical zero place
complement phrase selecting a specific lexi- predicate has been given a direct object. Seen
cal head of its predicate. This is the reverse of in this way, the basic types of phrasal lexical
normal c and s selection where syntactic items turn out to be the result of the kind of
heads select for the properties of their com- redundancy-seeking process which Jackend-
plements. This kind of ‘inverse’ l selection is off proposes, and which was summarised in
also present in a number of cases where com- section 2. The c and s selection properties of
plements retain their literal reading whereas the head specify what is redundant in the l-se-
the predicates which c select them have spe- lection chains of the head.
cialised senses which they only have in collo- Other structural properties of l selection
cation with complements with a specific lexi- can be noted. Where an l selection chain is
cal head. We might regard these as bound longer than two words, the selection process
senses. For example, in the restricted colloca- creates chains where each selected head in
tion set a trap, set has a specialised sense turn selects the next. In every case the se-
meaning to prepare the trap for operation. Be- lected head must be within the domain of the
62 II. Strukturelle Aspekte der Phraseme/Structural aspects of set phrases

selector head. Slots in lexical selection chains and selection sets, in the semantic domain,
are the result of the c selection properties of for example, about the nature of non-compo-
the head applying to the l selection chain sitionality, anaphora and pronominalisation
without that chain meeting those require- within phrasal lexical items. There is a sub-
ments. In verb particle constructions the verb field waiting to happen.
c selects for a theme argument but the l selec-
tion chain only has the head of an intransitive
prepositional phrase selected. The direct ob-
ject of the verb is thus a slot. Slot restrictions 5. Select bibliography
occur where the head of the construction l se-
lects features of a slot without at the same Abney, S.P. (1987): The English noun phrase in its
time selecting the lexical head of the slot. sentential aspect. Cambridge.
Such slot restrictions need not be part of the s Becker, J. (1975): The phrasal lexicon. In: Shank,
election properties of the head. For example, R./Nash-Webber, B.L. (eds.): Theoretical issues in
the restrictions on the co-reference properties natural language processing. Cambridge, 60–63.
of genitive NPs mentioned in section 2.2. Botha, R.P. (1981): The conduct of linguistic inqui-
These are therefore not redundant. Sometimes ry: A systematic introduction to the methodology of
the head l selects not a single head but a small generative grammar. The Hague.
set of lexical heads which are all semantically Bresnan, J. (ed.) (1982): The mental representation
equivalent but subset of what is s and c se- of grammatical relations. Cambridge.
lected by the head which selects them. For ex- Chafe, W.L. (1968): Idiomaticity as an anomaly in
ample, in be in a bad mood/temper the last the Chomskian paradigm. In: Foundations of Lan-
two words are both possible but no others. guage 4, 109–127.
This sketch of a possible generative theory Chomsky, N. (1965): Aspects of the theory of syn-
of phrasal lexical items makes many empiri- tax. Cambridge.
cal predictions. But it does not predict that all Chomsky, N. (1970): Remarks on nominalizations.
slots are in some way external to the phrasal In: Jacobs, R.A./Rosenbaum, P.S. (eds.): Readings
lexical item proper. It says nothing about flex- in English transformational grammar. Waltham,
ibility under movement or which phrasal lexi- 184–221.
cal items allow internal modification by Chomsky, N. (1975): The logical structure of lin-
freely-selected adjuncts and which will not. guistic theory. Chicago.
Perhaps these properties are not systematic. Chomsky, N. (1981): Lectures on government and
However they clearly can be the subject of binding. Dordrecht.
empirical investigation within a generative Chomsky, N. (1986): Barriers. Cambridge.
theory of the phrasal lexicon.
Chomsky, N. (1996): Minimalism. Cambridge.
Coopmans, P./Everaert, M./Grimshaw, J. (2000a):
4. Conclusion Introduction. In: Coopmans, P./Everaert, M./Grims-
haw, J. (eds.), ix-xvii.
We can conclude that there is no phraseologi- Coopmans, P./Everaert, M./Grimshaw, J. (eds.)
cal sub-discipline akin to morphology and (2000b): Lexical specification and insertion. Am-
that phraseology as it is practised in continen- sterdam.
tal Europe is virtually unknown within gen- de Saussure, F. (1959): Course in general lingui-
erative theory. However phrasal lexical items stics. Transl. Wade Baskin. New York.
have played a supporting role as data in a Everaert, M./Kuiper, K. (1996): Theory and data in
number of theories and debates in generative idiom research. In: Aucoin, M./Celis, R./Dobrin, L.
theory and a number of significant empirical M./McNair, L./Singer, K. (eds.): Parasession on
findings about phrasal lexical items have re- theory and data in linguistics. Chicago, 43–57.
sulted. Those cluster around their syntactic Fellbaum, C./Kramer, U./Stantcheva, D.: Eins, ei-
form, particularly as it meets the requirements nen eine und etwas in deutschen Wortverbindungen
of generative theories. These include require- – mehr oder weniger VP-Idiomen. In Steyer K.
ments of domain restriction, headedness of (ed.) Wortverbindung – mehr oder weniger fest.
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Much less is known theoretically about the Fraser, B. (1970): Idioms within a transformational
more idiosyncratic properties of phrasal lexi- grammar. In: Foundations of Language 6, 22–42.
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7. Syntaktische Aspekte der Phraseologie III: Construction Grammar und verwandte Ansätze 63

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7. Syntaktische Aspekte der Phraseologie III: Construction Grammar und


verwandte Ansätze

1. Vorbemerkungen schichtlich zeichnet es sich dadurch aus, dass


2. Zugänge in der Geschichte der es einerseits nicht zum Kernbereich phraseo-
Sprachwissenschaft logischer Fragestellungen gehört und bis in
3. Thematisierung in Idiomatik und Phraseologie die jüngere Gegenwart eher explizit als rand-
4. Neuere Zugänge der Sprachtheorie ständiges Gebiet behandelt worden ist, ande-
5. Der construction approach
6. Literatur (in Auswahl) rerseits jedoch gibt es – vielleicht abgesehen
von der aktuellen Hochkonjunktur der Kollo-
kationsforschung- kaum ein phraseologisches
1. Vorbemerkungen Forschungsgebiet, das in der jüngsten For-
schungsentwicklung eine vergleichbar große
Grammatische Konstruktionen bilden ein dis- Aufmerksamkeit in der allgemeinen Sprach-
ziplinär ambivalentes und theoretisch viel- theorie gefunden hätte. Allein der so genannte
schichtiges Themengebiet. Forschungsge- Berkeley-Ansatz der construction grammar
64 II. Strukturelle Aspekte der Phraseme/Structural aspects of set phrases

zeichnet in den letzten Jahren für drei große die –mit Karl Bühler zu sprechen- die Axio-
internationale Konferenzen verantwortlich matik der Sprachwissenschaft selbst betref-
(ICCG Berkeley 2001, Helsinki 2002, Mar- fen. Für Bühler war die Unterscheidung von
seille 2004). Der Kontext der Diskussion zum Lexikon und Syntax ein methodologisches
construction-approach – ante und post litte- Dogma im positiven Sinne (Bühler 1934/82,
ram – ist dabei gerade dadurch gekennzeich- 75). Und in der Tat bestätigt gerade die Hoch-
net, dass nicht Phraseologismen der Gegen- konjunktur der “constructions-Diskussion”
stand sind, auf den die Fragestellungen zielen, die methodologische Unverzichtbarkeit der
sondern umgekehrt, Versuche zur Entwick- Unterscheidung. Die Sprachwissenschaft hat
lung einer allgemeinen Sprach- und Gramma-
mit dem methodischen “Hülfsmittel” (Hum-
tiktheorie ihren Ausgangspunkt bei der Ana-
lyse idiomatischer Muster nehmen. In diesem boldt, 1963/88 [1830–1835], 421) der be-
Sinn formuliert Ágel (2004): grifflichen Unterscheidung von Lexikon und
Grammatik seit ihrem Bestehen gerade auch
“Sollte der sprachliche Normalfall nicht das Okkas- empirisch erfolgreich gearbeitet. Solche Fra-
sionelle, sondern das Geprägte und Vorgeprägte
sein, müssten Theorien und Methoden der Lingui- gen zum forschungsgeschichtlichen Status
stik darauf umgestellt werden, dass die ad-hoc-Bild- des Problems können hier nicht vertieft wer-
ungen mehr oder weniger kreative Realisierungen den, sind aber bei der Erörterung im Blick zu
idiomatisch geprägter und vorgeprägter Modelle halten.
darstellen, dass also die grammatischen Regeln auf Sprachtheoretisch gibt es sehr heterogene
der Basis dieser Modelle funktionieren” (Ágel Zugänge zum hier behandelten Problem. Die
2004, 67). Gliederung des Beitrags orientiert sich an die-
Diese Situation ist bezeichnend für die heuti- sen Diskussionssträngen, von denen die Dis-
ge Lage der Phraseologie, die von den Rän- kussion zur construction grammar nur einer
dern ihres klassischen Deskriptionsbereichs ist: Das folgende Kapitel 2 geht unter Bezug
her einen Wandel erfährt. Die hier zu behan- auf Hermann Paul, Karl Bühler und Otto Jes-
delnden Forschungen beziehen sich durch- persen exemplarisch auf die Geschichte der
gängig auf Fragen, in denen es um die Rolle Diskussion ein, die ihre Wurzeln vor allem
syntaktischer Musterhaftigkeit im weiteren im psychologischen Assoziationismus und in
Sinne geht. Mit dem Deskriptionsbereich sind der Pragmatik hat. Das 3. Kapitel referiert die
zugleich Grundfragen der Linguistik im All- Diskussion und Erforschung des Problems in-
gemeinen wie auch der Phraseologie im Be- nerhalb der Phraseologie und Idiomatik. Das
sonderen angesprochen: Wie ist das Verhält- 4. Kapitel referiert neuere Zugänge der
nis von Lexikon und Grammatik zu konzipie- Sprachtheorie etwa im Kontext der Lexikali-
ren? Wie ist ein Lexikon zu konzipieren, das sierungs- und Grammatikalisierungsfor-
musterannotierte grammatische Regeln ent-
schung, aber auch in der Korpuslinguistik.
hält? Wie kann eine Konzeption des Lexikons
Hier werden auch Konzepte aus der Pragma-
theoretisch gerechtfertigt werden, die –sofern
sie lexiko-grammatische Konstruktionen im tik und der Kognitiven Linguistik eingebun-
weiteren Sinne mitberücksichtigt – zwangs- den. Das 5. Kapitel schließlich geht exempla-
läufig einen hohen Grad von Redundanz auf- risch ein auf den sogenannten “construction
weisen muss? Wie kann dabei der Tatsache approach” und stellt die aktuelle Diskussion
Rechnung getragen werden, dass grammati- zu ‘grammatical constructions’ vor. Hier wer-
sche Konstruktionen zugleich als regulär, d.h. den Beiträge zugeordnet, die mit einem
als regelhaft konstruierbar und als in toto ver- sprachtheoretisch allgemeinen Zugang
fügbare Einheiten der sprachlichen Kompe- Aspekte grammatischer Musterbildung the-
tenz zu werten wären? Grundsätzliche Fragen matisieren und/oder sich explizit dem con-
schließen sich an, etwa die, ob die Ausdeh- struction-Ansatz zuordnen. Im Blick auf den
nung eines erweiterten Begriffs von Phraseo- hier infrage stehenden Problembereich wird
logizität auch auf den Bereich der Syntax im Folgenden der Arbeitsbegriff syntaktische
nicht zu einem panphraseologischen Sprach- Musterhaftigkeit bzw. syntaktisches Muster
konzept führt, das ebenso kritisch zu sehen verwendet, wenn darauf nicht in einem theo-
wäre wie etwa panmetaphorische Bedeu- retisch und begrifflich spezifischen Sinne re-
tungskonzeptionen in der Semantik und feriert wird.
Sprachphilosophie.
Diese Fragen zeigen, dass hier sprachtheo-
retisch sensible Punkte angesprochen sind,
7. Syntaktische Aspekte der Phraseologie III: Construction Grammar und verwandte Ansätze 65

2. Zugänge in der Geschichte der aus den Mustern abstrahiert” (ebd.). Als Bei-
Sprachwissenschaft spiele für sein Konzept diskutiert Paul z.B.
Stellungsmuster wie spricht Karl, schreibt
In vorwissenschaftlichen Sprachkonzeptionen Fritz mit Voranstellung des Prädikats und Ge-
und ebenso in der Sprachwissenschaft ante nitivkonstruktionen wie das Haus des Vaters,
litteram gehört die Annahme einer Existenz der Bruder Karls (ebd.) ebenso wie subjekt-
syntaktischer Muster zum selbstverständli- und verblose Aufforderungssätze wie: jedem
chen und nicht weiter problematisierten com- das seine, fort mit ihm, her damit (ebd. 134)
mon ground. Als relevante Zugänge sollen mit phraseologischer Komponente etc.
hier allerdings nur Konzeptionen behandelt In seiner Habilitationschrift “Über Gedan-
werden, bei denen Musterbildung für den ken und Gedankenerinnerungen” (1907/
Sprachbegriff selbst theoretisch konstitutiv 1908) untersucht Bühler die Fähigkeit Gedan-
und entsprechend methodologisch reflektiert ken zu erinnern und wiederzuerkennen. Ins-
ist. besondere interessiert ihn die Frage, ob es an-
In Hermann Pauls Ansatz zu einer kultur- schauungslose Formen der Gedanken gebe.
wissenschaftlichen Linguistik spielt der Be- Er stößt auf die Beobachtung, dass im typi-
griff des Musters eine zentrale Rolle. “Erst schen Fall “der Gedanke erst nach den Wor-
wo Sprechen und Verstehen auf Reproduktion ten” komme (Bühler 1908, 79). Verantwort-
beruht, ist Sprache da.” (Paul 1880/1995, lich dafür macht er die “Gestaltqualität” des
187). Die sprachlichen Formen werden Paul Satzes. In seiner “Sprachtheorie” reformuliert
zufolge im Gebrauch hervorgebracht und er- Bühler 1934 die frühen Beobachtungen in ei-
halten ihre Stabilität und Verfügbarkeit außer- ner für diesen Beitrag einschlägigen Weise.
sprachlich durch die wiederholte Assoziation Er stellt fest, dass “das ganz oder teilweise
mit Verwendungszusammenhängen und in- leere syntaktische Schema der eigentlichen
nersprachlich sowohl durch die Assoziation Formulierung einer Antwort vorherging und
so genannter ‘Vorstellungsgruppen’ mit Aus- das faktische Sprechen irgendwie erkennbar
drucksmustern als auch durch die wechselsei- steuerte” (Bühler 1934/1982, 253; Herv. Büh-
tige Stabilisierung analoger Ausdrucksmuster. ler). Den für das Frageinteresse ausschlagge-
Die “kombinatorische Tätigkeit” (ebd. 109) benden Denkansatz der so genannten “Würz-
besteht vor allem in der Rekombination von burger Schule” der Gestaltpsychologie formu-
Mustern. Reproduktion ist für Paul nicht me-
liert Bühlers Kollege Otto Selz, wenn er
chanische Wiederholung, sondern die Bestäti-
schreibt:“[…] daß prinzipiell sämtliche durch
gung eines sozial bestimmten ‘Usus’ und
wird in Abgrenzung zur sozial unqualifizier- die Arbeit vorangegangener Generationen er-
ten sogenannten ‘Urschöpfung’ eines Indivi- worbene Mittel zur Verwirklichung kulturel-
duums gesehen (vgl. ebd. 174ff.). Paul legt ler Werte der routinemäßigen Aktualisierung
Wert auf die Unterscheidung von Regel und zugänglich werden.” (Selz 1981, 47, cit. nach
Muster. Im Zusammenhang seiner Ausfüh- Eschbach 1990, 125) Selz entwickelt in die-
rungen zu den ‘syntaktischen Verbindungen’ sem Kontext eine Theorie so genannter
betont er, nur das Muster gebe dem Einzelnen “Komplexergänzungen”, die er unter anderem
“das Gefühl der Berechtigung zu eigenen Zu- an “syntaktischen Operationsschemata” über-
sammenfügungen” (ebd. 111). Paul unter- prüft (vgl. Knobloch 1998, 179ff.).
sucht die ‘syntaktischen Verbindungen’ und Otto Jespersen (1924) stellt Fragen syntak-
kommt dabei zu einer Bestimmung der Ver- tischer Musterhaftigkeit explizit unter ein be-
bindung als Zeichen: “Mit der äusseren Form griffliches Kontinuum mit Fragen der Phra-
der syntaktischen Zusammenfügung assozi- seologie. Das erste Kapitel seiner “Philoso-
iert sich das Gefühl für eine bestimmte Funk- phy of grammar” ist überschrieben mit
tion und diese Funktion bildet dann in Ge- “Living grammar”. Dort kommt neben den
meinschaft mit der äusseren Form das Band, Abschnitt ´Formulas and free expressions´
welches die Proportionen zusammenhält” der Abschnitt ´Grammatical types´ zu stehen.
(ebd. 109). Für Paul wird noch nicht zum Pro- Die lebenden Elemente der Grammatik sind
blem, dass die Assoziation als individualpsy- Konstruktionstypen, “living types of formati-
chologische Kategorie hier unzureichend ist. on” (ebd. 19), die aus dem Gebrauch abstra-
Das Muster ist immer Beispiel für eine sozial hiert sind und die grammatische Produktion
bestätigte und dadurch sinnvolle Anwendung. (Syntax und Wortbildung) leiten. Die syntak-
Die Regel ist sekundär. Sie wird “unbewusst tische Ausdrucksbildung des Sprechers ist
66 II. Strukturelle Aspekte der Phraseme/Structural aspects of set phrases

“determined by what he has done previously und Prägung der syntaktischen Konstruktion
in similiar situations and that again was deter- aus. Der Gesichtspunkt einer spezifisch prag-
mined chiefly by what he had habitually matischen und semantischen Prägung syntak-
heard from others”. Aber dieser syntaktische tischer Konstruktionen i.w.S. steht bei den im
Habitus wird situativ ständig neu angepasst folgenden diskutierten Forschungsansätzen
und verändert. “This in course of time may im Vordergrund.
lead to new turns and new habits; in other
words to new grammatical forms and usa-
ges.” (Jespersen 1924/1968, 29) Damit ist 3. Thematisierung in Idiomatik und
auch der Zusammenhang von syntaktischen Phraseologie
Konstruktionen mit Fragen der Grammatikali-
sierung angesprochen. Die Phraseologie hat sich syntaktischer Mu-
Mit dem weiter oben bereits angesproche- sterhaftigkeit einerseits erst relativ spät ge-
nen Begriff des syntaktischen Schemas oder widmet, weil sie ihren Gegenstandsbereich
Satzschemas verbindet sich eine weitere lange implizit am Modell des Wortes ausge-
grundlegende Diskussionslinie, die noch kurz richtet hat. Der Quasi-Lexemstatus und die
zu kommentieren ist. Banionyte (2002) gibt Bestimmung als Wortverbindung blendet den
einen Überblick der Diskussion zur soge- Aspekt syntaktischer Prägung weitgehend
aus. Den Status der Frage innerhalb der Phra-
nannten Satzmodell-Forschung, die nament-
seologie kennzeichnet Fleischer (1982, 135):
lich im germanistischen Bereich eine lange
“Die Konstruktionen liegen in einem Grenz-
Tradition hat und bis in die letzte Auflage der bereich der Phraseologie zur Syntax. Ihre Ein-
Duden-Grammatik in den Satzbauplänen eine beziehung in die Phraseologie ist strittig.”
wichtige Rolle spielte (vgl. Duden 1995, Andererseits gibt es seit dem Beginn phraseo-
650ff.). Dabei folgt man der Annahme, dass logischer Forschung die Beschäftigung mit
Regeln weitgehend induktiv aus Mustern ab- dem Problem in verschiedenen Zusammen-
strahiert werden, die ’natürliche‘ syntaktische hängen, und insbesondere die jüngere Ge-
Kenntnis aber Musterkenntnis ist. Insgesamt schichte der Phraseologie zeigt eine deutliche
werden 23 ‘Hauptpläne’ und 8 ‘Nebenpläne’ Hinwendung zu den hier angesprochenen Fra-
unterschieden. “(...) es handelte sich dabei gen (vgl. Feilke 2004).
gleichsam um Hülsen, um formale Muster, in
die sich verbale Wortketten ’einpassen‘, wenn Von der Phraseologie her sind es in Anleh-
sie zu Sätzen formuliert werden.” (Duden nung an Černyševa (1975) die Merkmale des
1995, 650) Seriellen und der Modellierbarkeit von Phra-
Nach Banionyte integriert die Entwicklung seologismen, die den Übergangsbereich defi-
einmal den auf Drach zurückgehenden Ge- nieren, der bis zu pragmatisch geprägten syn-
sichtspunkt der Stellungstypen des deutschen taktischen Mustern reicht. In den Gesichts-
Satzes, der sich auch in Glinz’ “geistigen punkten des Seriellen und der Model-
Grundbildern” des Satzes wiederfinde, und lierbarkeit sind divergente theoretische und
zum anderen die Valenzschemata. Für Ger- methodische Zugänge zu syntaktischer Mu-
hard Helbig sind die Satzmodelle sterhaftigkeit angelegt, die bis in die aktuelle
“Grundstrukturen des Satzes, die sich ergeben aus Diskussion innerhalb der ‘construction gram-
dem Versuch, die unbegrenzte Zahl von möglichen mar’ reichen. Das Kriterium des Seriellen ist
Sätzen einer Sprache, auf eine begrenzte Zahl von semasiologisch begründet und geht vom Aus-
Modellen zurückzuführen. Sie […] enthalten nur druck aus, das der Modellierbarkeit dagegen
Glieder, die durch die syntaktische Valenz an das ist onomasiologisch begründet und setzt bei
Verb bzw, Adjektiv gebunden sind (morphosyntak- einer satz- und ausdrucksemantischen Typik
tische Satzmodelle) bzw. als semantische Kasus an. Zum seriellen Aspekt zitiert Fleischer
vom Prädikat gefordert werden (semantische Satz- (1982, 119) Černyševa mit Beispielen wie
modelle)” (Helbig 1996, 128).
das Wort ergreifen, die Flucht ergreifen, Maß-
Im Unterschied zu Paul, Bühler, Selz und Je- nahmen ergreifen. Hier zählen einerseits die
spersen steht bei der Satzmodellforschung ein einzelnen Wendungen zu den sogenannten
grammatikographisches Interesse im Vorder- phraseologischen Verbindungen, also zum
grund. Der Muster- und Modellbegriff zielt Lexikon, andererseits ist der Bildungstyp “X
zwar auf eine gebrauchsorientierte grammati- ergreifen” abstrahierbar und erlaubt eine se-
sche Beschreibung, geht aber explanativ nicht rielle Erweiterung der Liste. Dabei können
von der primär pragmatischen Motiviertheit entsprechende Strukturmuster mehr oder we-
7. Syntaktische Aspekte der Phraseologie III: Construction Grammar und verwandte Ansätze 67

niger idiomatisiert sein. Bei der Untersuchung bek 2000, 13ff.). Mit diesem Ansatz erweist
von VP-Idiomen mit eins, eine, einen und et- sich das traditionelle Forschungsgebiet der
was stoßen z.B. Fellbaum u.a. (2004, 189) Parömiologie als Vorläufer für die aktuelle
auf die Muster: eins/einen + reflexiv (konstru- ‘constructions’-Diskussion. Aufschlussreich
iertes) Verb und eins, einen, eine + Präp. +N ist auch eine von Arora (1995) vorgelegte em-
+ geben/bekommen. pirische Studie zur Wahrnehmung der Sprich-
Dagegen steht bei Ausdrücken wie sicher worthaftigkeit von sprichwortartigen Artefak-
ist sicher oder ein Bierfass von einem Kerl ten, die aufgrund sprichworttypischer seman-
(Fleischer 1982, 121) der Aspekt des semanti- tischer, syntaktischer und phonetischer
schen Modells im Vordergrund. Die Autose- Merkmale für den Versuch konstruiert wor-
mantika können vollständig ersetzt werden; den waren. Hier schnitten zahlreiche Arte-
der jeweiligen Produktivität liegt ein abstrak- fakte besser ab als originale Sprichwörter.
tes semantisch typisiertes Ausdrucksmodell Die phraseologischen Standardwerke füh-
zugrunde, das allerdings an die syntaktische ren unter den Stichworten Modellbildungen
Konstruktion gebunden und darüber hinaus und Phraseoschablonen äußerungswertige
pragmatisch sprechakt- und kontextbezogen Muster, z.B. Du, und studieren? ebenso auf
geprägt ist. Neben dieser Unterscheidung wie mögliche Konstituenten z.B. Kopf an
spielt in der jüngeren Diskussion die Unter- Kopf; von Stadt zu Stadt etc. (Burger 1998,
scheidung von grammatisch-formaler und 42ff.; Fleischer 1982, 136ff.). In der Regel ist
phraseologischer Bindung syntaktischer Kon- hier die syntaktische Konstruktion oberfläch-
struktionen sowie von Satzteil- und Äuße- lich an ein spezifisches lexikogrammatisches
rungsschablonen eine wichtige Rolle. Darauf Element mit Fügungspotential (z.B. Konjunk-
geht ausführlich die leider unveröffentlichte tion, Präposition) gebunden, das allerdings je-
Habilitationsschrift von Schindler (1996) ein. weils erst wieder synsemantisch durch die je-
weilige Konstruktionsbedeutung interpretier-
Zählt man die Parömiologie zur Phraseologie, bar wird: z.B. für das Muster von X zu X : von
dann ist der Gesichtspunkt der Modellierbar- Stadt zu Stadt im Unterschied zu von Woche
keit über Phrase und Satz hinaus auch beim zu Woche im Unterschied zu von Mann zu
Sprichwort von erheblicher Bedeutung, das Mann. Die semantische Modellierung ist je-
Permjakov in seiner “Grammatik der Sprich- weils erkennbar an den Gebrauch rückgebun-
wörterweisheit” (1979/1984) als “Zeichen den. Sie kommt nicht dem syntaktischen Mu-
und Modell typisierter Situationen” analysiert ster an sich zu. Die syntaktische Konstruktion
(cit. nach Grzybek 2000, 7). In der Tradition ist pragmatisch oder semantisch geprägt, und
des Moskauer Strukturalismus werden zwar in der Regel ohne Aufhebung der Kom-
Sprichwörter als sekundäre semiotische Mo- ponentenbedeutungen (vgl. Feilke 1996,
dellbildungen analysiert, wobei bei Permja- 222f.). Dies kann freilich hinzutreten. Die se-
kov allerdings eine weitgehende Ablösung mantischen Bedingungen der Genese einer
der sogenannten formbildenden Gruppen, die Modellbildungsfunktion hat Lambrecht
bei ihm auf logischen Invarianten beruhen, (1984) im Kontext der scenes-and-frames-Se-
von den Bedingungen der Verwendung statt- mantik Fillmores am Beispiel von Zwillings-
findet. Grzybek kommt das Verdienst zu, un- formeln sehr gut gefasst.
ter Rückgriff auf die Arbeit Seitels (1972),
Permjakovs Modellbildungsansatz pragma- Der serielle Aspekt syntaktischer Musterhaf-
tisch reformuliert zu haben. Auf einem primä- tigkeit ist im Kontext der Phraseologie ausge-
ren Signifikationsniveau artikuliert jedes hend von den sogenannten Funktionsverbge-
Sprichwort die sogenannte Sprichwortsituati- fügen wiederholt thematisiert worden (siehe
on, die an einer literalen Lesart orientiert ist. Art. 38). Eine Bestimmung in diesem Sinn
Auf dem sekundären Signifikationsniveau findet sich bereits bei Bally, der schreibt: «Il
wird eine Modellsituation artikuliert. Diese y a série ou groupement usuel lorsque les élé-
satzsemantische Aussagebeziehung ist ab- ments du groupe conservent leur autonomie,
strakt und bildet die Grundlage etwa für die tout en laissant voir une affinité évidente qui
Übersetzung von Sprichwörtern. Diachron ist les rapproche, de sorte que l’ensemble pré-
die Modellsituation Ergebnis der Abstraktion sente des contours arrêtés et donne l’impressi-
eines Verwendungsschemas aus verschiede- on du ’déja vu‘« (Bally 1951, S. 70; Herv. H.
nen kontextualen Verwendungen (Interakti- F.). Der Aspekt der seriellen Produktivität ist
onssituationen) (vgl. zusammenfassend Grzy- mit Recht zunächst am Beispiel von Kon-
68 II. Strukturelle Aspekte der Phraseme/Structural aspects of set phrases

struktionen wie zur Entscheidung kommen/ korpuslinguistischen Forschung eingegangen,


bringen/stehen oder unter Kontrolle kommen/ die das Problem aus jeweils unterschiedlicher
bringen/stehen diskutiert worden. Dabei ist Perspektive aufgreifen.
schon früh auch die Einschränkung des Kon- Noch dicht an der Phraseologie liegen zu-
struktionstyps auf die so genannten Funkti- nächst Forschungen zur Lexikalisierung von
onsverben kritisiert worden (v. Polenz 1963, Syntagmen (Coulmas 1985, Pawley 1986),
Burger 1987, Eisenberg 1989, 309). Beispiele die aber – etwa in dem einflussreichen Auf-
wie die Initiative ergreifen, Beifall finden, in satz von Pawley/Syder (1983) – bereits primär
Gefahr geraten weisen das Merkmal des Se- sprachtheoretisch inspiriert sind, indem sie
riellen unabhängig vom Vorhandensein eines nach dem Status von “nativelike selection
Funktionsverbs, eines nomen actionis und ei- und nativelike fluency” für den Begriff der
ner einleitenden Präposition auf, die gemein- linguistischen Kompetenz fragen. Während
hin als FVG definierenden Eigenschaften an- im phraseologischen Kontext Lexikalisierung
gesehen werden. Infolgedessen hat sich der vor allem mit Strukturverlusten (phonetisch,
Deskriptionsbereich erheblich ausgeweitet morphologisch, syntaktisch, semantisch,
(vgl. u.a. Polenz 1987). Im Anschluss an pragmatisch) erklärt wird, löst sich die jünge-
Überlegungen Wotjaks (1994) habe ich von re Diskussion davon ab. In den Vordergrund
den FVG sogenannte Nominalisierungsver- rückt das Interesse an arbiträrer und konven-
bgefüge wie jmd. Hilfe leisten, jmd. Antwort tioneller Selektion und Kombination: “Many
geben und im weiteren Substantiv-Verb-Kol- forms are called by the grammar but few are
lokationen (SVK) wie die Initiative ergreifen chosen […] Insofar as the selection is not pre-
unterschieden (Feilke 1996, 147ff.). Stein dictable on grammatical grounds, we may say
(1993) und van Pottelberge (2001) beziehen that it is arbitrary, and so, to that extent the
sich auf eine Obergruppe “verbonominaler standard expression is lexicalized” (Pawley
Konstruktionen”, bei denen semantisch ein 1986, 112). Dies gilt dann freilich auch für
“merkmalarmes” Verb mit einem “merkmal- das grammatische Konstruktionsmuster
reichen” Abstraktum verbunden ist. Weder selbst. Entsprechend folgert Coulmas (1985,
das Verb noch das Substantiv liefern allein 265): “Der bei weitem größte Teil des Lexi-
die Bedeutung des Prädikats. Strukturell geht kons besteht aus komplexen lexikalischen
es um Verb-Akkusativobjekt-Verbindungen Einheiten, inklusive einer sehr großen Zahl
(z.B. Lob aussprechen), Verb-Präpositional- lexikalisierter Satzstämme.” Rothkegel
objekt-Verbindungen (z.B. in Anspruch neh- (1989) befasst sich mit den Möglichkeiten der
men) oder Verb-Subjekt-Verbindungen (z.B. Modellierung in diesem Sinne konventionel-
ein Eingriff erfolgt). Intern ist die Gesamt- ler polylexikaler Ausdrücke für Zwecke einer
gruppe durch einen abnehmenden Fixierungs- automatischen Übersetzung. Im Fokus stehen
grad gekennzeichnet. Die Produktivität des polylexikale Verbalausdrücke wie: Stoff lie-
Konstruktionstyps steht außer Frage, die fern, Neugier erregen, (k)einen Sinn ergeben,
Phraseologizität besteht in der mehr oder we-
Maßnahmen ergreifen (ebd. 17). Charakteri-
niger ausgeprägten arbiträren und konventio-
stisch für solcherart lexikalisierte “Kolloka-
nellen Selektion aus einem Paradigma mögli-
tionen” sind nach Rothkegel “relative Fixie-
cher Kollokationspartner z.B. in Anspruch
rung des syntaktischen Musters und auf be-
nehmen vs. *in Anspruch ziehen, in Betracht
stimmte Kontexte eingeschränkte Bedeutung
ziehen, zur Rechenschaft ziehen, zur Verant-
wortung ziehen vs.* zur Verantwortung neh- einer Teilkonstituenten” (ebd.). Interessant ist
men; die Initiative ergreifen vs. *die Initiative Rothkegels Schlussfolgerung: Weil in allen
nehmen etc. diesen Fällen die Ausdrücke semantisch
transparent und kompositionell, überdies auch
syntaktisch variierbar sind, sei “die Fixierung
4. Neuere Zugänge der Sprachtheorie der syntaktischen Konfiguration Bedingung
für den Bedeutungsaufbau” (ebd. 18). Hier
In diesem Kapitel geht es um jüngere Theo- taucht schon früh die in der construction
rie- und Forschungsentwicklungen in der Lin- grammar zentrale Hypothese einer unmittel-
guistik, die grammatische Musterhaftigkeit baren Form-Inhalt-Zuordnung auf.
als ein relevantes Forschungsproblem auswei- Auch genuin illokutive Potentiale können
sen. Hierfür wird auf die Lexikalisierungsdis- über spezifische syntaktische Realisierungs-
kussion, die Grammatikalisierungsdiskussion formen lexikalisiert werden. Ein Zugang zu
sowie auf Grundlagen und Konsequenzen der diesem Sachverhalt ergibt sich theoretisch im
7. Syntaktische Aspekte der Phraseologie III: Construction Grammar und verwandte Ansätze 69

Anschluss an Grice’ Theorie konversationel- syntagmatischen Konstruktionen bilden und


ler Implikaturen. Grice unterscheidet von in der Folge das entsprechende syntagmati-
konversationellen Implikaturen, welche auf sche Muster die grammatische Information
der Basis von Kommunikationsmaximen ge- trägt. Diewald (1997, 57) zitiert z.B. folgende
steuerte, situativ abhängige und individuell Beispiele Luthers, die in ihrer Sukzession die
inferentielle Größen sind, die so genannten diachrone Umdeutung des Temporaladverbs
konventionellen Implikaturen. “Sie werden weyl zur Konjunktion dieweil/weil belegen:
nicht mittels pragmatischer Prinzipien und 1) Weyl die paten das kind noch hallten ynn
kontextuellen Wissens kalkuliert, sondern der tauffe, sol yhm der priester die hauben
vielmehr durch Konvention gegeben.” (Le- auffsetzen. 2) Dieweil Mose seine Hände em-
vinson 1994, 130) Levinson diskutiert das porhielt, siegete Israel. 3) Ihr wisset um der
Beispiel Du bist der Professor vs. Sie sind Fremdlinge Herz, dieweil ihr auch seid
der Professor. Die Verwendung des Personal- Fremdlinge in Ägyptenland gewesen. Beispiel
pronomens Sie zeige, “einem einzelnen 1 ist eindeutig temporal, Beispiel 2 erlaubt
Adressaten gegenüber gebraucht, konventio- konversationell eine kausale Inferenz und in
nell, aber nicht wahrheitsfunktional an, daß Beispiel 3 ist die kausale Inferenz bereits kon-
der Adressat dem Sprecher gegenüber entwe- ventionell impliziert. Diewald weist darauf
der gesellschaftlich distanziert oder überlegen hin, dass die Umdeutung aus mehrdeutigen,
ist” (ebd. 131). Er verweist auf entsprechende von ihr so genannten “kritischen Kontexten”
Grammatikalisierungen in vielen fernöstli- erwächst, in denen die neue Deutungsoption
chen Sprachen (vgl. hierzu Haase 1994). metonymisch an eine spezifische syntagmati-
Nach Levinson wirft das Konzept der kon- sche Konstellation gebunden ist: “Auffällig
ventionellen Implikatur verschiedene wichti- ist, dass die Grammatikalisierung von weil
ge Fragen über die Strukturierung einer von einem bestimmten Syntagma, einer be-
Grammatik auf, denn hier sei “die Syntax in stimmten sprachlichen Konstruktion (von di
bezug auf die Pragmatik nicht autonom, ein wile daz) ausging” (ebd.). Es sind nach der
Postulat, das die meisten Linguisten ablehnen Theorie Diewalds stets spezifische Konstruk-
würden” (ebd. 132). Fritz (2002, 191f.) disku- tionen in spezifischen Kontexten, die eine
tiert Beispielsätze, mit denen man im Deut- Lesart-Ambiguität (siehe Beispiel 2) tragen,
schen Vorschläge machen kann, unter dem und aus denen die neue, stärker grammatikali-
Aspekt eingeschränkter Kompositionalität. sierte Variante hervorgeht, wobei die spezifi-
Z.B. Wir könnten doch mit dem Fahrrad fah- schen Bedingungen dafür hier nicht erörtert
ren oder Könnten wir nicht mit dem Fahrrad werden können (vgl. z.B. Diewald 2001).
fahren? Sie folgen dem Muster: Modalverb Von hier aus ergibt sich auch ein enger Zu-
im Konjunktiv (könnten), Modalpartikel und sammenhang mit den zahlreichen Diskussio-
Satzart (doch + Verbzweitsatz, nicht + Ver- nen zum Verhältnis von Polysemie und Mu-
berstsatz). “Diese Kombinationen signalisie- sterbildung (vgl. z.B. Nemoto 1998).
ren konventionell den Vorschlagscharakter Diachron handelt es sich dabei um Rea-
der Äußerung” (Fritz ebd.). Empirisch sind nalysen, die zur Etablierung neuer grammati-
syntaktische konventionelle Implikaturen die- scher Konstruktionen führen wie in dem be-
ser Art so zahlreich, dass sie hier kaum de- kannten Beispiel Behaghels Ich sehe das. Er
skriptiv behandelt werden können. Eine aus- kommt. versus Ich sehe, dass er kommt. “Die
führliche theoretische Diskussion eines sol- zunächst freie, pragmatisch in aktuellen Kom-
chen Beispiels habe ich in einer munikationsbedürfnissen begründete Anord-
Auseinandersetzung mit Manfred Bierwisch nung der Zeichen im Diskurs, also in der Re-
in Feilke (1994, 315ff.) anhand des deikti- de, wird überführt in geregelte syntaktische
schen Ausdrucks Hier ist X vorgelegt. Strukturen” (Diewald 2000, 35). Hier ist frei-
lich die semantische Umdeutung auf der
Die neuere Grammatikalisierungsforschung Grundlage einer konversationellen Implikatur
bildet einen weiteren eigenständigen Zugang nicht mehr notwendige Voraussetzung. Es
zur grammatischen Musterbildung. Sie nutzt geht um die konstruktionelle Reanalyse eines
dafür die Grice’schen Vorüberlegungen. Kern sympraktischen (demonstratives Pronomen)
des Ansatzes ist die Überlegung, dass gram- Elements als synsemantisches Element (Kon-
matische Formen sich durch ein Abblassen le- junktion). Die Reanalyse wird in dem Maße
xikalischer Bedeutung und die kontextuelle erleichtert, in dem die sympraktisch deikti-
Umdeutung bestimmter Komponenten aus sche Bedeutung – etwa bei mentalen Verben
70 II. Strukturelle Aspekte der Phraseme/Structural aspects of set phrases

– verblasst. Das Erkennen des neuen Ele- Im Unterschied zu einer auf die Konventio-
ments i.S. einer Konjunktion ist dabei offen- nalisierung von Implikaturen zurückgehenden
kundig an das Erkennen der Konstruktion als Grammatikalisierung von Konstruktionen, die
Ganzes (Satzkomplement) gebunden. Gram- als Konstruktionen auch semantisch geprägt
matikalisierung als Faktum des Sprachwan- sind, steht hier zunächst häufig der Aspekt
dels bedeutet synchron, dass grammatische des geprägten Produktionsmusters im Vorder-
Konstruktionen als Ganze in der Kompetenz grund. Im Anschluss an Makkai (1972) habe
verfügbar sind. Diese Perspektive fasst Paul ich solche Formen in Feilke (2004, 53ff.) als
Hopper in seinem Beitrag “Emergent Gram- Produktionsidiome charakterisiert. Mukherjee
mar” wie folgt: (2002) erörtert den korpuslinguistischen Zu-
“The forms of language are to be seen as embedded sammenhang im Kontext einer “usage based
in formulaic constructions that are basically prefa- cognitive grammar”, die sich an theoretischen
bricated but repeated with local variations, one va- Prämissen Langackers orientiert. In einer de-
riation splitting off and founding a new family of taillierten Analyse des Gebrauchs von “give”
constructions” (Hopper 1998, 165). zeigt Mukherjee, dass präferierte, frequente
Einen sehr starken Impuls hat die Diskussion Gebrauchsmuster erstens kognitiv hochgradig
zu grammatischer Musterhaftigkeit und gram- durch spezifische pragmatische Kontexte mo-
matical constructions schließlich auch durch tiviert sind und zweitens die “pattern selecti-
das Erstarken der Korpuslinguistik erfahren. on” an allgemeinen Präferenzen der Lineari-
Als Pionierarbeit in diesem Kontext kann sierung von Konstituenten orientiert ist. Aus-
John Sinclairs “Corpus, Concordance and gehend von einem Grundmuster (Subjekt,
Collocation” (1991) gelten. So kommt Sin- Verb, direktes und indirektes Objekt), das als
clair nach einer detaillierten Analyse der Kon- ‘default case’ gesetzt wird, bilden sich Ge-
kordanzen zum Lemma yield inkl. weiterer brauchsmuster i.S. einer abgestuften Typik
Formen wie yielding, yielded, yields zu dem aus. So werden etwa optionale Elemente des
Ergebnis, dass Bedeutungsunterschiede hoch- syntaktischen Rahmens aus pragmatischen
gradig konventionell an spezifische Kontexte Gründen ausgelassen, z.B. das direkte Objekt,
im Zusammenhang mit der Verwendung in wenn der Referent vorerwähnt ist, das indi-
bestimmten syntaktischen Konstruktionen ge- rekte Objekt, wenn der Rezipient irrelevant
bunden sind. Drei Hauptbedeutungen des ist oder das logische Subjekt ´by-agent´ bei
Lemmas (1. nachgeben, 2. zu etwas führen, 3. Passiv-Verwendung. Weitere kognitive Moti-
erzeugen/Erzeugnis) koinzidieren deutlich ve prägen die Konstruktionen, etwa wenn das
mit einer intransitiven Verbform, einer transi- Belebtere am Konstruktionsanfang steht oder
tiven Verbform und der Verwendung als No- nach dem Gesetz der wachsenden Glieder re-
men). Vorsichtig formuliert er eine Erkennt- levante Informationen ans Satzende rücken
nis, die sich im Fortgang der korpuslinguisti- usw. Die Frequenz der Muster spiegelt in die-
schen Forschung der vergangenen 15 Jahre sem Sinn rekurrente Gebrauchsmotive und
immer weiter durchsetzt: “It seems that there führt zum kognitiven “entrenchment” (Ein-
is a strong tendency for sense and syntax to wurzelung) (ebd. 96) der entsprechenden
be associated” (Sinclair 1991, 65). grammatischen Konstruktionen.
Der Erkenntnisweg steht dabei nur einem Altenberg (1998) akzentuiert einen weite-
empirischen Verfahren offen, das große Zah- ren Aspekt. Er plädiert für eine Sicht, nach
len empirischer Konstruktionen untersucht der “recurrent clause element sequenzes can
und vergleicht: Die Konkordanzen zu einzel- be regarded as a series of overlapping and in-
nen Lexemen bzw. Funktionswörtern (z.B. terlocking options that are utilized again and
auch phrasal verbs, vgl. Sinclair 1991, 67ff.) again by speakers in ongoing discourse” (ebd.
zeigen in der Analyse, dass typische Verwen- 115). Auf der Grundlage korpuslinguisischer
dungen und “senses” arbiträr und konventio- Daten aus dem London-Lund-Corpus skiz-
nell mit bestimmten syntaktischen Konstruk- ziert er ein “stitching model of discourse pro-
tionen einhergehen. Zugleich zeigt sich dabei, duction” (ebd. 116), nach dem in der Sprach-
dass von den morphologisch und syntaktisch produktion großenteils vorgefertigte Phrasen
möglichen Verwendungen stets nur eine Aus- kombiniert werden. Unter Rückgriff auf
wahl im Gebrauch ist und pragmatisch sinn- Theorieelemente der funktionalen Satzper-
voll ist. Die Konstruktionsmöglichkeiten sind spektive entwickelt er ein Strukturschema für
im Sinne einer abgestuften Typik der Verwen- die Textfunktionen von Phrasen (vgl. ebd.
dung geordnet (ebd. 105f.). 111). Korpuslinguistisch analysiert er die Ver-
7. Syntaktische Aspekte der Phraseologie III: Construction Grammar und verwandte Ansätze 71

teilung der überlappenden Strukturen. Das Er- 5. Der “construction approach”


gebnis wird in der folgenden Grafik wieder-
gegeben. Das Spektrum der jüngeren Diskussion zu
Type Clause element sequences n
dieser Forschungsrichtung kann hier nicht
entfaltet werden. Ich stelle übergreifende
Frame L D 108 Grundannahmen des Ansatzes kurz vor und
Onset D S 155 referiere einige für das Forschungsinteresse
Stem S V 845 der Phraseologie exemplarische Fälle gram-
Rheme V O 20 matischer Konstruktionen.
Tail O A 13 Die Entwicklung der construction grammar
Transition A L 13 nimmt explizit Bezug auf den Konstruktio-
Note:A = adverbial; D = discourse item; L = linking word; O = object;
nen-Begriff in der traditionellen Grammatik
S = subject; V = verb element und grenzt ihn ab von einer regelorientierten
Grafik 8.1: Most common clause element sequenzes Grammatikschreibung: “The overarching cla-
(Altenberg 1998, 115) im is, that the proper units of a grammar are
more similiar to the notion of construction in
Werden nun die Strukturpositionen dieses traditional and pedagogical grammars than to
Modells besetzt, so ergeben sich trotz des – that of rule in most versions of generative
wegen des Frequenzkriteriums- geringen An- grammar.” (Fillmore et al. 1988, 501) Ent-
teils lexikalischen Materials plausible Se- sprechend fällt zunächst auch die Definition
quenzen wie: “but I mean are you going to der Grammatik einer Sprache aus: “The gram-
do it at all/because you see I don´t want to mar of a language can be seen as a repertory
see you at the moment/and you know we´ve of constructions, plus a set of principles
got to do so you know really” (ebd. 116). which govern the nesting and superimposition
Das Erstarken der Korpuslinguistik steht in of constructions into or upon one another”
engem Zusammenhang mit der neueren Ent- (Fillmore 1988, 37). Soweit es um ein ´reper-
wicklung der Computerlinguistik. Sowohl tory´ geht, ist damit weitestgehend der lexika-
hinsichtlich der Deskription von Korpora als lische Aspekt der Sprache angesprochen:
auch hinsichtlich der Simulation der Textver- “The entire language is captured by an exten-
arbeitung und ihrer Bedingungen führt die ded lexicon, or ‘constructicon’” (Goldberg
Computerlinguistik zu eigenständigen gram- 1998, 205). Übergreifend charakterisiert Kay
matischen Modellen, in denen heute gramma- (1997, 123ff.) den Ansatz in Abgrenzung zu
tische Musterhaftigkeit eine herausragende anderen grammatiktheoretischen Orientierun-
Rolle spielt. Die einschlägigen Grammatiken gen als nichtderivationell, monostratal und
werden als usage-based, experience-based, oberflächenorientiert. Vom Typ her sei die
exemplar-based, memory-based attribuiert. construction grammar eine Unifikationsgram-
Sailer (2004, 216) resümiert ganz im Sinn matik, die sprachliche Informationen ver-
von Altenbergs “stitching model”: “Gemein- schiedener Art (phonolog. morphosyntakt.,
sam ist diesen Vorschlägen, dass Eigenschaf- syntakt., semantisch pragmatisch) über Merk-
ten der tatsächlichen sprachlichen Erfahrung malbeschreibungen strukturbezogen integriert
eines Sprechers für den Sprachaufbau als zen- zusammenfasse. Eine zentrale Hypothese der
tral erachtet werden, wohingegen die Rolle Theorie ist, dass grammatische Formunter-
von abstrakten, allgemeinen Regeln als recht schiede unmittelbar Bedeutungsunterschieden
gering eingeschätzt wird. Im reinsten Fall ei- und pragmatischen Differenzen entsprechen
nes solchen Ansatzes gibt es gar keine ab- und umgekehrt. “Construction grammar pla-
strakten Regeln, sondern lediglich eine Men- ces great emphasis on the fact that probably
ge von ‘Beispielsätzen’. Neue Sätze werden any of the kinds of information that have been
dann entweder aus Bestandteilen dieser Bei- called ‘pragmatic’ by linguists may be con-
spielsätze zusammengesetzt oder in Analogie ventionally associated with a particular lin-
zu ihnen gebildet. Diese Ansätze haben sich guistic form and therefore constitute part of a
in praktischen computerlinguistischen Aufga- rule (construction) of grammar” (Kay 1997,
ben als sehr erfolgreich erwiesen.” Der kor- 123). Diesen allgemeinen Aussagen zum
puslinguistische Zugang stellt die sprachtheo- Grammatiktyp steht eine Reihe gleichfalls
retische Relevanz solcher Überlegungen und übergreifender wichtiger begrifflicher Bestim-
entsprechender Sprachproduktionsmodelle mungen zu den ‘constructions’ selbst zur Sei-
eindrücklich unter Beweis. te, auf die ich im Folgenden eingehe:
72 II. Strukturelle Aspekte der Phraseme/Structural aspects of set phrases

Constructions sind, wie bereits angedeutet, “conversational reasoning” (Kay 1997, 124).
´form-meaning-pairings´. In ihrem inzwi- Über die externe Syntax sind constructions an
schen klassischen Aufsatz zu grammatical spezifische Kontexte der Verwendung rück-
constructions legen Fillmore, Kay und O´ gebunden.
Connor (1988, 504) zunächst einen weiten Grammatical constructions stehen unterein-
Begriff von Idiomatizität zugrunde, der das ander in dynamischen Beziehungen: Sie sind
Spektrum derjenigen Ausdrücke und Aus- Grundlage für die Bildung neuer konkreter
drucksweisen umfasst, die sowohl verstehen- Ausdrücke “A construction is a schema or
seitig als auch produktionsseitig nicht von Le- template, which captures what is common to
xikon und Syntax alleine her prädiktabel sind. a range of expressions, and which, at the sa-
Constructions sind idiomatisch in dem Sinn, me time, sanctions the creation of new ex-
dass “something about their form and mea- pressions of the respective type” (Taylor
ning is not strictly predictable from the pro- 1998, 177). Für Goldberg (1995) bilden die
perties of their component parts or from other constructions einer Sprache ein Netzwerk,
previously established constructions” (Gold- das durch so genannte “inheritance links” be-
berg 1995, 4). Dabei kann es sich um phrasale schrieben werden kann (polysemy-, subpart-,
Muster ebenso handeln wie um Lexeme. Die instance-, metaphorical links) (ebd. 74ff.). Sie
Trennung zwischen Syntax und Lexikon im folgt hier Lakoff, für den eine construction in
Sinne eines Teils genereller Regeln einerseits dem Maße motiviert ist, wie sie Merkmale ei-
und einer Menge kategorial strukturierter ner anderen construction erbt. Dabei sind die
konventioneller Symbole andererseits wird constructions nach Taylor (1998) wiederum
aufgegeben. im Sinne einer Typik geordnet, wobei zentral
Syntaktisch sind grammatical constructions die das Muster bildende so genannte “sanctio-
über ihre ‘interne Syntax’ und ihre ‘externe ning construction” (Taylor 1998, 188) steht.
Syntax’ charakterisierbar (vgl. Fillmore et al. Ich stelle im Folgenden kurz drei gänzlich
1988, 508ff.). Die externe Syntax betrifft den verschiedene Typen von constructions vor, an
syntaktischen Verwendungsrahmen, i.e.S. den denen jeweils die allgemeinen und spezifi-
Verwendungskontext der Konstruktion. Die schen Merkmale deutlich werden können.
interne Syntax betrifft den Umstand, dass
häufig eine syntaktische Struktur vorliegt, Die “Incredulty-Response-Construction”
die, von außen betrachtet, idiosynkratisch ist, (IRC): Die Form ist aus der Phraseologie un-
konstruktionsbezogen betrachtet, aber hoch- ter dem Stichwort Phraseoschablonen be-
gradig regelhaft ist. Grammatical constructi- kannt und wird mit Beispielen wie Du und
ons können ihrerseits aus constructions aufge- studieren?!, Mein Bruder und großzügig?!
baut sein oder werden. etwa bei Fleischer (1982, 138ff.) diskutiert.
Semantisch sind die Verwendung und das Fillmore et al. (1988, 511) diskutieren Fälle
Verstehen von constructions im Sinne einer wie diese als typisch für so genannte ‘formal
Figur/Grund-Relation schemabezogen. La- idioms’. In einem einschlägigen Aufsatz dis-
koff (1987, 290ff., 462ff.) sieht als ‘Grund’ so kutiert Lambrecht (1990, 215ff.) im Engli-
genannte “idealized cognitive models” schen und im Deutschen Fälle wie What, me
(ICMs), deren Ausdifferenzierung er am Bei- worry?/Ich und mir Sorgen machen?!, My
spiel von unterschiedlichen there-constructi- boss give me a raise?!/Mein Chef und mir
ons verfolgt. Fillmore et al. (1988) und Kay eine Gehalterhöhung geben?!, Him wear a
(2004) sehen als ‘Grund’ ein “scalar model” tuxedo?!/Der und einen Smoking anziehen?!
vernetzter Propositionen, das am Beispiel der Exemplarisch deutlich wird an diesen Kon-
Konjunktion ‘let alone’ expliziert wird. Gold- struktionen das Verhältnis von interner und
berg (1995) sieht als ‘Grund’ der Konstruk- externer Syntax: “While the internal syntax of
tionen ‘scenes’ mit abstrakten Handlungspart- the two major constituents ist trivial, their ex-
nern und Handlungsrelationen im Sinne der ternal syntax is a unique feature of this parti-
Semantik Fillmores, die sie am Beispiel ver- cular construction” (ebd. 220). Die Konstitu-
baler Satzrahmen (argument-constructions) enten, z.B. mein Chef und mir eine Gehaltser-
untersucht. höhung geben sind unauffällig, die
Pragmatisch zeichnen sich constructions Kombination ist idiosynkratisch. Das syntak-
durch ihre potentielle illokutionäre Kraft aus. tische Muster ist nach Lambrechts Analyse
Dabei beruht ihr Funktionieren primär auf “directly paired with a specific discourse
konventioneller Implikatur und nicht auf function” (ebd.). Motiviert ist die Struktur
7. Syntaktische Aspekte der Phraseologie III: Construction Grammar und verwandte Ansätze 73

durch die Extrapositionierung eines in diesem und im Satzfragment aufgegriffen werden


Fall nominalen topic, das in einer “context muss.
proposition” unmittelbar vorerwähnt sein Der let alone-Satz wird semantisch als ska-
muss (Chef) und der Kombination des Topic lares Modell interpretiert, wobei zwei Punkte
mit einem Aussagenzitat, das in der Nenn- in einem Kontinuum von Bedingungen zu
form vorgestellt wird. “Since what prompted einander in Beziehung gesetzt werden. Let
the use of the IRC was the controversial pai- alone markiert dabei das “negative polarity
ring of the argument and the predicate in the item”. Das abstrakte Schema der semanti-
contextproposition, it is also natural … that schen Interpretation von let-alone –Sätzen
the IRC should have the syntax of a conjoi- kann paraphrasiert werden als: Welchen
ned coordinate structure whose conjuncts are Grund auch immer man hätte zu glauben,
the argument and the predicate of the context dass A (erste Proposition), es gibt stärkere
proposition” (ebd. 221). Die externe Syntax Gründe zu glauben, dass B (Fragment).
der IRC ist bestimmt durch die Trias a) con- Pragmatisch hat die Form unmittelbare illo-
text-proposition b) IRC c) follow-up-proposi- kutionäre Kraft: Sie weist die Kontextpropo-
tion. Letztere hat comment-Funktion, und sition zurück, auf die mit der Proposition B
wird durch den zweiten Teil des folgenden noch einmal referiert wird und sie verstärkt
Beispiels Der und einen smoking anziehen?! diese Zurückweisung zusätzlich durch die Zu-
Du hast sie wohl nicht alle! belegt. Die Kon- rückweisung einer auf der implizierten Skala
struktion, deren Strukturformel anzugeben niedriger einzuschätzenden Bedingung in A.
und zu erläutern ich mir hier erspare (ebd. Die detaillierte Analyse des Beispiels kom-
222), ist, wenngleich irregulär, hochgradig mentieren die Autoren wie folgt: “A language
produktiv. Sie erbt zugleich Komponenten ei- can associate semantic information with
ner allgemeineren Konstruktionsfamilie, die structures larger than elementary lexical items
Lambrecht (ebd.) als “Unlinked-Topic-Con- and can associate semantic interpretation
struction” bezeichnet und die verschiedene principles with syntactic configurations larger
Formen der Extrapositionierung von topics and more complex than those definable by
im Diskurs zur Verfügung stellt. means of simple phrase structure rules” (ebd.
534).
Klassisch geworden ist die Analyse der Kon-
junktion let alone als grammatical constructi- Als letztes Beispiel greife ich sogenannte “ar-
on (Fillmore et al. 1988). Die let-alone-con- gument-structure-constructions” auf. Sie spie-
struction interessiert die Autoren als semiau- len in der aktuellen Auseinandersetzung mit
tonome grammatische Konstruktion, die alternativen Grammatikmodellen die wichtig-
einerseits Eigenschaften mit einer großen ste Rolle. Hier gehört keinerlei lexikalische
Zahl weiterer ähnlicher Konstruktionen teilt, oder auch überhaupt phonologische Substanz
andererseits Eigenschaften aufweist, die “uni- zur Definition der Form. Prominent geworden
que to this particular familiy of expressions” ist die Untersuchung von Goldberg (1995).
sind (ebd. 511). Nach Goldberg denotieren constructions sce-
Als Beispiel zitieren Fillmore et al. (1988, nes oder auch “conceptual archetypes” (Lang-
512) folgende Situation: acker), die grundlegend für menschliche Er-
“A: I Know, that Louise is a picky eater, but I fahrungen und damit “semantisch privile-
bought the kids some squid for dinner. giert” sind (“Scene Encoding Hypothesis”,
B: I doubt you could get Fred to eat shrimp, let ebd. 39ff.). Solche scenes sind z.B.: “som-
alone Louise squid.” eone did something to someone, something
Die Konstruktion gehört syntaktisch zur Fa- moved, someone caused something to change
milie der “Paired-Focus-Constructions”. Die state, someone experienced something, som-
Konjunktion koordiniert – mit prosodischem eone possessed something” (ebd. 66). Zu un-
Fokus- zwei grammatisch äquivalente Konsti- terscheiden ist dabei zwischen einem “basic/
tuenten, wobei die der Konjunktion vorausge- central sense” und verschiedenen “related
hende Konstituente grammatisch wohlge- senses” (“constructional polysemy”, ebd.
formt ist und die nachfolgende Konstituente 31ff.). Die verschiedenen Bedeutungen von
als Satzfragment realisiert wird. Die Kon- constructions stehen in Verbindung mit be-
struktion braucht extern einen affektiven con- stimmten Verbgruppen, wenngleich einige
text sentence (hier die Äußerung von A), der Verben auch im Rahmen diverser constructi-
als “negative polarity trigger” dienen kann ons auftauchen können. Die Verben selbst lie-
74 II. Strukturelle Aspekte der Phraseme/Structural aspects of set phrases

fern reichere semantische Hintergrundinfor- hier ein empfindlicher Punkt in der Sprach-
mationen als die constructions (ebd. 27ff., theorie angesprochen ist. Als einer der maß-
40f.). Teil der Bedeutung von Verben sind die geblichen Initiatoren und gleichzeitig derjeni-
assoziierten “participant roles”: “slots in the ge, der die Formalisierung der Beschreibung
rich semantic representation of predicates” von constructions am intensivsten betrieben
(ebd. 110), Teil der Bedeutung von construc- hat, plädiert Kay (2002) mit Vehemenz für
tions die assoziierten “argument roles”: “slots eine Unterscheidung zwischen “constructi-
in the semantic representation of particular ons” und “patterns of coining”. Erstere sieht
constructions” (ebd. 110). Durch diese be- er als Gegenstand der Grammatik, coinings
griffliche Unterscheidung soll dem Umstand (Prägungen) dagegen nicht. Sie seien “lexi-
Rechnung getragen werden, dass constructi- cally restricted expressions … which are not
ons sehr generelle Rollen festlegen (“such als systematically productive” (ebd. 11) “Patterns
agent, patient, goal” (ebd. 43), während Ver- of coining are not predictive of grammaticali-
ben spezifischere Rollen festlegen, die “in- ty” (ebd. 15). Ihre Verwendung und ihr Ver-
stances of the more general argument roles” stehen erfordere ein von der sprachlichen
sind (ebd. 43). Verben “profilieren” partici- Form unabhängiges Wissen. Er warnt davor,
pant roles (ebd. 44ff.). Constructions “profi- die eingeforderte Unterscheidung in der Dis-
lieren” demgegenüber argument roles (ebd. kussion aufzugeben, denn damit begebe man
48ff.), wobei diejenigen argument roles als sich der für den Begriff der Grammatik ent-
profiliert gelten, die mit direkten grammati- scheidenden Methode, der “prediction of
schen Relationen (SUBJ, OBJ, OBJ2) ver- grammaticality as a key method in empirical
bunden sind. Verben werden verschiedenen grammatical study” (ebd.). Nach meinem Ver-
Ereignistypen zuweisbar, deren Semantik ständnis meint er hier weniger die Methode
nicht vom Verb, sondern von der construction als das Kriterium der Wohlgeformtheit, das er
bestimmt ist. Goldberg kann mit diesem Zu- in Gefahr sieht, wenn formbezogenes Wissen
gang u.a. ungewöhnliche Verbverwendungen und spracherfahrungsabhängiges Wissen
erklären, z.B. John sneezed the napkin off the nicht scharf unterschieden werden. Der con-
table. Obwohl das Verb to sneeze intransitiv struction approach allerdings steht m.E. für
ist, kann es hier transitiv im Sinne des Ereig- einen Ansatz, der diese Trennung im Sinne ei-
nistyps einer “caused motion” verwendet wer- ner strikten kategorialen Grenze theoretisch
den. Im Hintergrund steht dabei eine “caused aufhebt. Darin liegt auch das Neuerungspo-
tential für die grammatische Theorie.
motion construction” (CMC), wie sie auch
anderen Sätzen zugrunde liegt, wobei im Fol-
genden jeweils typische Verben zur Anwen- 6. Literatur (in Auswahl)
dung kommen: Ann put the book on the table.
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diese wird von der Konstruktionssemantik çaise. Troisième edition. Genève.
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7. Syntaktische Aspekte der Phraseologie III: Construction Grammar und verwandte Ansätze 75

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III.Semantik der Phraseme/Semantics of set phrases

8. The problem of the metalanguage

1. Existing senses of the term “metalanguage” terance, presupposition, synonymy, polysemy,


2. Semantic metalanguage phoneme, morpheme, contradiction etc.; cf.
3. Features of metalanguage elements the sense of metalanguage in Philosophy of
4. Parameters of the vocabulary of metalanguage grammar by Reichenbach (McMahon 1976).
5. Declarative vs. procedural metalanguages
6. Completeness of semantic description In the second – exclusive – sense, the meta-
7. Depth of semantic description language is in a true opposition to the object
8. Syntax of semantic metalanguage language; there is a contradictory opposition
9. Semantic metalanguage in phraseology between them. From this point of view, meta-
10. Conclusion language forms an autonomous semiotic sys-
11. Select bibliography tem. In this case, any element of metalan-
guage should be interpreted and explained
specially: for expressions such as sentence,
1. Existing senses of the term accent, and word, special explications, which
“metalanguage” can be done in a form of metalanguage repre-
sentation, are needed. For instance, in the
In linguistics, logic and semiotics, the notion field of grammatical modeling, many gram-
of metalanguage has different interpretations. matical categories were redefined; cf. redefi-
Usually metalanguage is understood as a sys- nition of categories such as “case”, “gramma-
tem of signs, which is used for description tical gender”, “number” etc. in Zaliznjak
and interpretation of another language – the (1973). In Wierzbicka, for example, the cate-
object language. Applying metalanguage to gory of presupposition can have the following
the object language allows us to create con- metalanguage representation:
ceptual models which can be used for analy- Sentence S has presupposition P = ‘Think-
sis of an object of scientific research. A con- ing, that you know P, I say S’ (Wierzbicka
ceptual model makes it possible to ontologize 1969).
a given phenomenon through introduction of In the inclusive sense, metalanguage is a
the corresponding concept into the world part of a language as a whole, and there is no
model, which presupposes agreement of the strict distinction between the object language
new concept with already existing notions and the metalanguage. Therefore, words in
and conceptual representations. In this sense, corresponding contexts such as meaning,
metalanguage can be considered to be an im- sense, utterance, synonymy and contradiction
portant instrument of cognitive modeling. In are simultaneously part of the natural lan-
accordance with the famous thesis of Roman guage and part of the metalanguage used by
Jakobson “the meaning of any linguistic sign scientists in linguistic descriptions. With the
is its translation into some further, alternative inclusive interpretation, the term “metalan-
sign, especially a sign in which it is more guage” corresponds to the notion of terminol-
fully developed” (Jakobson 1966, 274). In ogy.
other words, the essence of any linguistic re- The development of its own specific meta-
search is using many-stage procedures to re- language is needed for any area of language
write the object language expressions with which functions in a level or any other theore-
signs of metalanguage. tical model. Within phonetics and phonology,
The term “metalanguage” has two main morphology, syntax, semantics and prag-
senses in linguistic, philosophical and logical matics, metalanguages are created which can
studies: the inclusive and the exclusive sense. be used for description of the relevant phe-
In the inclusive sense, any natural language is nomena of language and speech.
a combination of the object language and the
metalanguage, in terms of which we can
speak about the object language (Curry 2. Semantic metalanguage
1963). From this point of view, semantic me-
talanguage will contain such expressions as If an object under consideration is the plane
meaning, sense, denotation, signification, ut- of content of natural language expressions (in
78 III. Semantik der Phraseme / Semantics of set phrases

particular, phrasemes), then it is necessary to 3. Features of metalanguage elements


use representations consisting of elements of
semantic metalanguage. Expressions of se- Usually, some restrictions are imposed on ele-
mantic metalanguage must convey the essen- ments of metalanguage. The first restriction is
tial features of the meanings of the object lan- the structural requirement (S-requirement),
guage expressions. In the ideal case, the se- according to which the amount of metalan-
mantic representation completely and truly guage elements should be less then the
reflects the content of the object language and amount of elements in the object language.
its expressions. This important postulate can The S-requirement is fulfilled in componen-
be called the hypothesis of correct mapping tial analysis, during which the semantics of
object language expressions is described as a
of content in semantic representation. The hy-
set of semantic elements without relations be-
pothesis of correct mapping allows equaliza-
tween them. Analysis of this kind provides
tion of the content of object language expres- explications for words using only a few se-
sions with the description of this content in mantic components. Thus, the semantic repre-
the semantic metalanguage. Sometimes the sentation of husband is an unstructured set of
sign of approximate equality (≈) is put be- semantic components {‘animate’, ‘male’,
tween an object language expression and its ‘adult’ and so on} (Bendix 1966; Nida 1974;
semantic representation. This means that the Seliverstova 1975). The observance of the S-
semantic representation only completely and requirement makes it possible to reflect upon
truly reflects the content of the object lan- the important differences between the expres-
guage expression in the present stage of con- sions of the object language. This can be done
temporary semantic theory or in relevance to through comparison of their explications in
a specific applied goal. Such a theoretical po- semantic metalanguage (occurrence of one
sition is typical for linguists working in the and the same element in semantic representa-
field of Generative and Interpretative Seman- tions of different words etc.). The S-require-
tics, or working on the model “Meaning ↔ ment forms a basis for a non-contradictory
Text”, as well as for the creator of the Lingua description of integral and differential aspects
Mentalis, Wierzbicka, and her followers. of word meaning. The integral part of mean-
There are tendencies to create a universal ing includes components common for words
metalanguage for the description of semantic from the same semantic field, whereas the dif-
phenomena at different levels of the language ferential part of meaning includes those com-
system: meaning of words, meaning of sen- ponents which are specific for each of the se-
tences, semantics of grammatical categories, mantically similar words. In addition, the S-
semantics of phrasemes, metaphors etc. For requirement makes the avoidance of logical
instance, the metalanguage of the “integral circles in semantic definitions possible.
description of semantics” developed in the The structural organization of a metalan-
Moscow semantic school (by Apresjan and guage (in the sense mentioned above) has
his colleagues) and the metalanguage of se- some undesirable consequences, e.g. difficul-
mantic primitives developed by Wierzbicka ties in understanding semantic explications, i.
are supposed to be such universal languages. e. meaning definitions.
Another restriction imposed upon semantic
In modern linguistics – and most of all, in
metalanguages is the requirement of simpli-
linguistic semantics – metalanguage is usual- city of its elements. The requirement of sim-
ly understood in exclusive interpretation. The plicity (SM-requirement) is connected with
exclusive interpretation allows consideration the S-requirement and, in a certain sense, is
of metalanguages as formal systems and derived from it. From a semantic point of
usage of semantic representations in computa- view, according to the SM-requirement, ele-
tional models of the language system. ments of metalanguage should be simpler
The basis of any metalanguage includes than the object language expressions. It is
two main components: (i) the initial alphabet clear that one of the most important goals of
of elements or units (vocabulary of metalan- semantic representation by means of a meta-
guage) and (ii) the allowed rules for the gen- language is to explicate the meaning of object
eration of well-formed metalanguage formu- language expressions. Supporters of the posi-
lae (expressions) from initial elements. tivist ideal of scientific analysis claim that the
explication divides the explicandum into sim-
pler components. In the ideal case, such “sim-
8. The problem of the metalanguage 79

pler components” should be self-evident. The guistic expression, we gain the simplicity of
only way we can use semantic metalanguages components of the explication and lose its
as an instrument for explication of semantic syntax. A researcher need only decide which
structure of words, sentences and even texts way is better to solve a given problem.
is in such a theoretical framework. Such an Another problem of metalanguages, due to
approach has proven itself not only in the the- the implementation of the SM-requirement, is
ory of semantics, but also in the field of ap- the nature of elementary semantic elements:
plied linguistics: in computational modeling these elements can only be defined on the ba-
of intellectual human behavior. In particular, sis of the analysis of the lexicon in general
the SM-requirement provides the algorithmi- and, maybe, of lexicons of several languages.
zation of procedures such as the generation of Therefore, on the current level of semantic
logical inferences from a text, searching for theory, the semantic primitives of all existing
information in a text, analysis of text contra- metalanguages can be considered to be more
dictions etc. or less insightful heuristics.
Nevertheless, we cannot consider the SM- Semantic metalanguages can be classified
requirement to be a universal instrument of on the basis of different parameters. In section
explication of meaning. If the linguist follows 4, some important parameters of semantic
the SM-requirement without exceptions and metalanguages are discussed.
divides the meaning of a given word into ele-
mentary building blocks, he or she increases 4. Parameters of vocabulary of
the number of components in the definition
and, consequently, complicates its syntax. metalanguage
The complexity of syntax of semantic expli-
The first parameter of classification is the
cations caused by the SM-requirement can be number of elements in a metalanguage. At
illustrated by the following example from first, this parameter seems rather formal, but
Wierzbicka (1996, 23): it gives very important information about the
X is Y’s mother: content characteristics of the metalanguage.
At some time before now, Y was very small The number of primitives in semantic meta-
At this time Y was inside X’s body, Y was like part languages varies from 13–60 elements in
of X Wierzbicka’s Lingua Mentalis up to several
Because of this, people can think something like
this
hundred semantic elements and relations in
X wants to do good things for Y computational models of text understanding.
X doesn’t want bad things to happen to Y Metalanguages for description of syntactic-
semantic relations vary in this way as well.
A way to avoid abnormal complexity of defi- For instance, Fillmore’s Case Grammar has
nitions due to the SM-requirement is by using seven deep cases; the set of valences and
the requirement of relative simplicity, accord- grammatical relations by Apresjan includes
ing to which not maximal, but relative simpli- 25 different relations (Apresjan 1974). Ac-
city of definition components in comparison cording to the complementarity principle of
with the explicandum is needed (cf. Apresjan syntax and semantics, the decrease of the
1980). number of semantic elements in the metalan-
The relationship between the syntax of a guage makes these elements simpler and, at
definition and the complexity-simplicity of its the same time, leads to greater complexity of
components has a principal characteristic. the syntax of explications.
This relationship is valid in any direction: The second parameter refers to a relation-
more complexity of components of the defini- ship between the elements of the metalan-
tion (of course, without violation of the S-re- guage and the lexemes of the object language.
quirement) provides the simplification of syn- First, it is necessary to consider five cases: (i)
tax up to the coincidence of explicata with the the vocabularies of the metalanguage and the
explicandum. This effect illustrates the com- object language coincide; (ii) the vocabularies
plementarity principle of syntax and seman- of the metalanguage and the object language
tics in semantic metalanguages. In other overlap partly; (iii) the vocabulary of the me-
words, since in nature, matter cannot disap- talanguage is included in the vocabulary of
pear, it is impossible to achieve absolute ex- the object language; (iv) the vocabularies of
plication of meaning. Using semantic meta- the metalanguage and of the object language
language for division of the meaning of a lin- neither coincide nor overlap; (v) the vocabu-
80 III. Semantik der Phraseme / Semantics of set phrases

lary of the object language is included in the guage of the model “Meaning ↔ Text”, se-
vocabulary of the metalanguage. The last mantic elements do not correspond to words
combinatorial variant (v) was not found in of natural language. In other words, it is an
real examples of metalanguages, and, there- example of the fourth case – the vocabularies
fore, will be excluded from the analysis. of the metalanguage and the object language
Apparently, case (i) only characterizes me- neither coincide nor overlap. This is reflected
talanguages in traditional dictionaries at their in the notation by using different letter-types
worst. The reason is obvious: the user, espe- and putting semantic explications in quotation
cially if he or she is a native speaker, does not marks, etc. Therefore, theoretically, the voca-
need explanations in a sophisticated semantic bularies of the object language and the meta-
metalanguage. language do not coincide. Of course, many
In the second case (the partial overlapping artificial elements of the metalanguage can
of the vocabularies of the metalanguage and have correlates in natural language, but in se-
the object language), the main part of the me- mantic representation, they can function quite
talanguage vocabulary is borrowed from the differently.
vocabulary of the object language, but these The fourth case is typical for metalan-
elements are picked out in such a way that guages which have been developed for artifi-
there is no synonymy between them. Polys- cial intelligence systems, which model human
emy is not allowed, either. At the same time, thinking as well as one of the most important
if there is no appropriate way to express the phenomena of human intellectual activity –
necessary meaning using natural language, ar- linguistic competence and language ability.
tificial elements can be included in the voca- Cf. elements of the metalanguage of concep-
bulary of the semantic metalanguage. An ex- tual dependencies for computational models
ample of such a metalanguage is the metalan- of text understanding by Schank DO – unspe-
guage for superficial semantics (Apresjan cific elementary action, AA – characteristic/
1980). Its vocabulary includes both elements attribute of an action. Schank (1975) pointed
borrowed from the object language and artifi- out that in his metalanguage, the predicates
cial elements. One such element is the fre- for the description of intellectual activity
quent predicate KAUZIROVAT’ (to cause), (which are quasi-graphs in nature) are not di-
the meaning of which is defined in Russian rectly connected with the natural language ex-
by rather a long expression delat’ tak, čtoby pressions, and that, moreover, they cannot
nečto imelo mesto “to do so, that something have linguistic correspondences at all.
takes place”.
The fourth case – the vocabulary of the me- 5. Declarative vs. procedural
talanguage is included in the vocabulary of metalanguages
the object language – satisfies the principle of
naturalness introduced by Leibniz (1903). The inner form of rules is another parameter
The principle of naturalness presupposes of classification of metalanguages. With this
that only elements that are also elements of parameter, it is possible to divide metalan-
the lexicon of the object language can be used guages into two classes: declarative and pro-
in the metalanguage. If a word has different cedural metalanguages. Declarative metalan-
meanings, only one meaning is allowed for it guages represent the plane of content as a set
in the metalanguage. In metalanguages which of descriptions or propositions about the ob-
observe the principal of naturalness, logical ject of description (classification), i.e. certain
variables, quantifiers and other symbols of parts of the plane of content. Descriptions of
the language of formal logic are forbidden. declarative semantic metalanguage consist of
This principle was realized in studies on the already defined elements of the vocabulary. A
semantics of natural language by Bogusławs- typical example of a declarative metalan-
ki (1970) and Wierzbicka (1972). For in- guage is a language of definitions in ordinary
stance, Wierzbicka uses the pronouns SOME- explanatory dictionaries. For instance: cup =
ONE and SOMETHING in semantic explica- ‘a small open container usually used for
tions, instead of variables, and instead of drinking; usually has a handle’ (Webster’s
logical quantifiers, she uses the pronouns Online Dictionary). In procedural metalan-
ALL and SOME. guages, the plane of content of language ex-
In the Moscow Semantic School, which is pression is represented as a set (an algorithm)
in some sense a successor of the metalan- of procedures (operations), which should be
8. The problem of the metalanguage 81

implemented. Thus, the procedural represen- In phraseology, there are some attempts to
tation is a more or less detailed instruction explicate the inner form of phrasemes through
about a given activity in a situation. The se- procedural operators such as ‘imagine’, ‘com-
mantic representation of the meaning of the pare’ etc. – see section 9.
word cup in procedural metalanguage would
be an algorithm for designing this object or
an instruction for its use. Cf. an instruction 6. Completeness of semantic
for using an iron, which can be considered a description
typical example of a procedural description:
Semantic metalanguages are distinguished
1) remove the mains plug from the wall sock-
from each other by the completeness of the
et before filling the iron; 2) flip open the fill-
description of the object language semantics.
ing cap; 3) leave the cap hanging on the hand- There are two completely different positions.
grip by its retainer; 4) pull up the handgrip; 5) In the first case, a goal of semantic descrip-
pour no more than 50 ml of water into the fill- tion is complete analysis and exhaustive de-
ing opening, etc. scription of the meaning. Therefore, semantic
The two types of metalanguages consid- representation of language expression should
ered above correspond to two kinds of knowl- explicate all necessary and sufficient condi-
edge – declarative (“knowing that”) and pro- tions for its correct use. From this point of
cedural (“knowing how”) knowledge. This view, the semantic representation is consid-
distinction was widely discussed in episte- ered to be “God’s truth”. The linguist can put
mology and in cognitive science (Brachman/ an equal sign or, at least, a sign of approxi-
Levesque 1985; Reichgelt 1991; Solso 1998; mate equality, between the explicandum and
Ullman 2001). In contraposition to declara- the explicata.
tive knowledge, it is impossible to verify pro- This view of semantic representation is
cedural knowledge as true or false. Procedural shared by linguists working in the Moscow
knowledge can be valued only on the base of semantic school in the field of Generative and
success of the algorithm implementation. De- Interpretative Semantics (Bellert 1969; Kart-
clarative and procedural metalanguages are tunen 1976; Fodor 1975), and by the propo-
rather different in their features. In general, nents of Lingua Mentalis (Wierzbicka 1969;
declarative representation cannot be replaced 1972, 1980).
by procedural representation and vice versa. In the opposite approach, it is supposed
Moreover, there is knowledge which is more that semantic metalanguage is an artifact, a
procedural or more declarative in nature. For kind of “hocus-pocus”, i.e. that semantic me-
instance, knowledge about concrete things of talanguage can describe only a part of the
reality is usually declarative, but human func- content of a language expression. For in-
tional abilities such as driving a car or physi- stance, there are metalanguages which can be
cal activities are represented in form of proce- used for the representation of entailments
dural knowledge in a cognitive system. Wino- from the meaning of the sentence, its neces-
grad (1975, 189) wrote that “some things are sary conditions for using in discourse. In this
case, the linguist puts the sign of logical en-
better represented procedurally, others as de-
tailment (implication) between the defined
clarative facts, and all we need to do is work unit and the semantic explication. This under-
on how these can be integrated”. standing of the nature of semantic metalan-
Research has shown that the use of declara- guages is implemented in systems of artificial
tive metalanguages is better for the descrip- intelligence modeling the human ability to ex-
tion of the semantics of words denoting con- tract knowledge from a text. This ability is
crete things, and that procedural metalan- based upon procedures of transformation of
guages are oriented towards the analysis of sentences and parts of the text (generation of
the semantics of function words such as parti- entailments, presuppositions, conditions of
cles, conjunctions, prepositions etc. (Baranov, speech acts etc.) - cf. computational models
Paršin 1990, Baranov 2000). Although it is of text processing developed by Schank and
possible to find several examples of procedur- his colleagues (Schank 1975; Schank/Abel-
al descriptions of function words (cf. Paršin son 1977).
1984), there are no significant studies which In applied linguistics, metalanguages are
use representative linguistic data and are often developed for partial description of text
based on procedural methodology. semantics, e.g. cognitive mapping, a method
82 III. Semantik der Phraseme / Semantics of set phrases

of analysis of political texts and political and associations. This phenomenon is de-
thinking, which allows representation of cau- scribed by the terminological metaphor
sal relations in a special graph-like diagram, i. “depth of semantic description”. There are
e. “cognitive map” (Axelrod 1976; Bаranov metalanguages which allow analysis on dif-
2001). ferent depths (levels) of explication in regard
In the framework of the “Meaning ↔ Text” to the word-, sentence- and text- semantics in
model a special metalanguage was elaborated semantic representation. It is difficult to ima-
for the description of collocations, one type gine which level of semantic representation is
of phrasemes, (see Mel’čuk 1996; 1998 and the most comprehensive.
article 11 in this volume), namely the Meta- Metalanguages can be compared using the
language of Lexical Functions. The argument depth of semantic explication as a parameter,
of such a function is the word; the meaning of if we assume that the depth of explication
the function is the corresponding collocation stands for the amount of aspects (levels) of
containing this word. In the theory of Lexical meaning which can be described with the
Functions, collocations can be regarded as an help of these metalanguages.
idiomatic way of expressing meaning. Cf.: One of the levels of semantic description is
the Lexical Function Mang from Russ. dožd’ the capacity to represent levels of semantics,
‘rain’ is prolivnoj ‘pouring’ – Mang (dožd’ such as the propositional, illocutionary or
‘rain’) = prolivnoj ‘pouring’, Mang from modal level, or also the division of semantic
Russ. aplodismenty ‘applause’ is burnye information according to communicative fea-
‘storm’ – Mang (aplodismenty ‘applause’) = tures (given/old information vs. new informa-
burnye ‘storm’; the Lexical Function Caus tion, actual division of the sentence - theme
from victory is to win or to gain – Caus (vic- vs. rheme, topic vs. comment; definiteness vs.
tory) = to win/to gain. These examples show indefiniteness, contrastiveness etc.).
that Lexical Functions represent generalized In Generative Semantics, the main predi-
meanings of collocators, and therefore, Lexi- cate of the semantic representation is used to
cal Functions cannot fulfill the requirement of explain the illocutionary or modal level of
completeness of semantic description; this is sentence semantics. The subject of this predi-
an appropriate method for classifying colloca- cate is a speaker (‘I’); the place of the direct
tions. object is occupied by the propositional con-
The requirement of completeness of se- tent of the sentence. Such representation is ty-
mantic description is considered too strong, pical of so called “performative analysis” –
because the experience of conceptual model- one of the branches of Generative Semantics.
ing and modeling in natural sciences has Predicates representing illocutionary force
shown that a model can reflect only some im- are supposed to be elementary, and the list of
portant parts of the modeled object or parts of them is limited. E.g., the illocutionary force
its significant functions.
of imperatives is represented by the predicate
Moreover, the plane of content of language REQUEST, the illocutionary force of ques-
expressions includes not only pure linguistic
tions is represented by the predicate ASK etc.
components, but also extralinguistic compo-
In the Lingua Mentalis theory developed by
nents. Therefore, semantic metalanguages de-
Wierzbicka, the illocutionary force is a part of
veloped within linguistics are incomplete a
the modal frame in which the proposition is
priori. For example, they cannot support the
analysis of truth-conditions in the sentence included. In Wierzbicka’s theory, all types of
(cf. contradiction of “weak” and “strong” se- illocutinary force are not semantic primitives;
mantics). they are rather complex expressions consist-
ing of simple elements of the metalanguage
(Wierzbicka 1980).
7. Depth of semantic description On the one hand, the communicative struc-
ture of a sentence reflects the positions of the
As a cognitive process, understanding mean- sentence in a text (beginning, middle and end
ing is not universal. The background of the of the text or its part), and on the other hand,
hearer (recipient) and his or her communica- it reflects the comprehension of a described
tive intentions vary in different situations, and situation by the speaker. The representation
for this reason, the understanding of the text of the communicative structure presupposes
can differ. From the point of view of the reci- mapping the semantic metalanguage into ca-
pient, a text can have different consequences tegories such as the actual division of a sen-
8. The problem of the metalanguage 83

tence (theme vs. rheme, topic vs. comment, representation takes on the form of a chain of
old vs. new information etc). To explicate the the semantic elements of the metalanguage.
actual division (theme vs. rheme opposition), The order of elements in this chain depends
Dahl (1969) proposed a metalanguage with on purely external factors, i.e. appropriate-
elements of predicate calculus, based on fea- ness, the order of parts in a given object lan-
tures of material implication. In his metalan- guage expression etc. Such semantic repre-
guage, natural language sentences have a pre- sentations are typical of simple computational
dicate with implicative semantics on a deep systems of automatic annotation, as well as of
level; a theme is represented as the assump- systems of automatic retrieval. During pro-
tion of this predicate, the rheme as its conclu- cessing of a document in computational sys-
sion. Boguslavskij introduces the “predicate tems of this kind, all key words of the text re-
of actual division” into the semantic structure ceive definitions in the form of sets of seman-
of a sentence: ‘TO, čto X EST’ Y’ “WHAT tic elements. The simple order of elements
about X, X IS Y”, where X is a theme of a will be a well-formed semantic representation
sentence, Y is its rheme, ‘to’ “that”, ‘čto’ of a sentence or a text (document).
“what” and ‘est’’ “is” should not be consid- In metalanguages that are more complex,
ered as independent semes, but rather as parts special inventories of semantic relations are
of the general semantic component ‘TO, čto introduced. This inventory can coincide with
X EST’ Y’. This method of representation is the syntactic relations of the object language.
used for the explication of semantic differ- This is typical of the metalanguages in tradi-
ences between neutral and focused negation tional explanatory dictionaries. Another pos-
(Boguslavskij 1986, 73ff.). sibility is the reduction of the set of syntactic
By applying the Lingua Mentalis, Wierz- relations of the object language. This idea
bicka explicates the actual division of a sen- was realized in the Lingua Mentalis and in
tence from a purely semantic position. In her different normalized versions of English used
interpretation, the theme is introduced by a for complicated technical domains (technol-
modal frame - ‘thinking about’ - and the ogy for servicing airplanes, computers, tech-
rheme by a modal frame - ‘I say’ (Wierzbicka nical devices etc.).
1972; Wierzbicka 1980). The third possibility occurs when the sys-
One can consider the reflection of different tem of the syntactic means of the metalan-
aspects (levels) of the semantics of language guage has nothing in common with the syn-
expression and of text as a whole in semantic tactic relations of the object language. In this
metalanguage a possible conceptual model of case, the inventory of the syntactic relations
the depth of understanding. Another dimen- of the metalanguage can be borrowed from
sion of this phenomenon concerns the degree logic, cf. metalanguages developed in the fra-
of simplicity of the metalanguage elements: mework of Generative Semantics (Lakoff,
the simpler the elements used, the more expli- McCawley and others) and the theory “Mean-
cit and deeper the semantic representation. ing ↔ Text”.
However, total semantic explicitness cannot
In the past decades, a tendency has arisen
be achieved – see the complementarity princi-
to develop metalanguages based on semantic
ple of syntax and semantics in semantic expli-
networks, cf. metalanguages for meaning re-
cation above.
presentation in the field of artificial intelli-
gence (Skragg 1978) and machine translation
8. Syntax of semantic metalanguage (Šaljapina 1980).
It is obvious that only metalanguages with
In the most general sense, the syntax or gram- an inventory of syntactic relations borrowed
mar of semantic metalanguage is a set of rules from a natural language satisfy the principle
for the generation of well-formed semantic of naturalness. But in computational models
explications. The degree of the development of language functioning and in artificial intel-
of the syntactic features of a metalanguage ligence systems, metalanguages are used
depends partly on the aspect of semantics de- which normally have no correspondence to
scribed by the metalanguage, and partly on the syntactic relations of a natural language.
the purposes of a given semantic description. We can consider types of the elements of
The minimal version of metalanguage syn- the metalanguage as one of its syntactic fea-
tax is a simple union of semantic elements in tures, i.e. the “parts of speech” of metalan-
an unstructured set. In this case, the semantic guage. Usually linguists do not explicitly dis-
84 III. Semantik der Phraseme / Semantics of set phrases

cuss this problem, but each semantic metalan- 1998). In Russian there are two idioms with
guage (except for very simple ones, such as very similar meanings, but rather different in-
the componential analysis) has at least two ner forms: na každom šagu lit. “at every step”
categories of “words”: terms and predicates and na každom uglu lit. “at every corner”.
or their equivalents. They mean something like ‘everywhere’ or
‘very often’. The hypothesis of synonymy of
their meanings is supported by examples like
9. Semantic metalanguage in (1), where these idioms can be interchanged:
phraseology
(1) Kostja zavisit ot sotni obstojatelstv,
Up till now, there have been no special meta- opastnost’ podsteregaet ego na každom
languages for the description of phraseme se- šagu/na každom uglu. lit. “Kostja de-
mantics. The only exception is the theory of pends on hundreds of circumstances,
Lexical Functions mentioned above, but Lex- danger is on the watch for him at every
ical Functions can only represent a very small step/at every corner”
area of semantics of collocations. Moreover,
the plane of content of other types of phra- But this hypothesis is not valid. There are
semes is much more complicated. For the many contexts, where interchange is impossi-
most part, descriptions of phraseme semantics ble, cf. (2):
are reduced to the lexical definitions in dic-
(2) V lesu na každom šagu/*na každom uglu
tionaries. At best, such definitions satisfy the
možno najti griby. lit. “In the forest at
requirement of simplicity or, to be more ex-
every step/*at every corner it is possible
act, the requirement of relative simplicity and
to find mushrooms”.
the structural requirement. However, by no
means can the problem of the semantic de- If we take the structure of the inner forms of
scription of phrasemes be limited to picking these idioms into account, the restriction of
out their differencia specifica. In contrast to usage of this kind can be explained. The word
the other types of lexicon units, most phra- ugol “corner” is a metonymy of a house;
semes (above all, idioms) have a living inner therefore, the inner form of the idiom na kaž-
form, which is a very important component of dom uglu refers to the concept of ‘a built en-
the meaning of an idiom. In other words, the vironment’ – small town, city etc. The inner
description of idiom semantics should have form of the idiom na každom šagu expresses
two interconnected parts: 1) the description of the idea of movement – the word šag ‘step’ is
semantics in a strict sense (representation of a metonymy of a process of movement. The
differencia specifica and integral components restriction of the usage in (2) can be ex-
of meaning) and 2) the description of the im- plained, if we include in semantic representa-
age component, i.e. inner form. tion of the idiom na každom uglu the idea ‘re-
Modern semantic metalanguages are based stricted space, fulfilled with buildings of dif-
on the assumption of arbitrariness of a lin- ferent kinds’, and in definition of the idiom
guistic sign, introduced in linguistics by Saus- na každom šagu – the idea of movement. It
sure as an important postulate of the structural can be done in the following way:
approach to language analysis. With their in- na každom šagu % ‘(nečto vstrečaetsja) v
ner form, idioms contradict this postulate of očen’ mnogix mestax nekotorogo ograničen-
structural linguistics, because inner form, nogo prostranstva’ “(someone, moved, can
making a way of reference to the actual mean- find something) in many places within a re-
ing, often takes part in shaping meaning for- stricted space”;
mation. The term “reference” is used here in na každom uglu % ‘(nečto imeet mesto) v
the sense of a way of pointing to the actual očen’ mnogix mestax nekotorogo zastroenno-
meaning of an idiom, which is represented in go prostranstva’ “(something takes place) in
its inner form. Let us consider some exam- very many places within a built environ-
ples, illustrating the real influence of the inner ment”.
form on the meaning of idioms. The semantic structure of these idioms is
actually more complex, but for purposes of il-
9.1. Inner form as part of the meaning of an lustration of the thesis under consideration,
idiom simplification of this kind is acceptable.
Issues discussed in sections 9.1. to 9.4. were The example above shows that if an idiom
studied in detail in (Baranov/Dobrovol’skij has an inner form, considered to be alive, it is
8. The problem of the metalanguage 85

an important part of its meaning, amalga- dstavlenie ob Y-e’ “X causes imagination of


mated with other components of idiom se- Y”, ‘X točno tak že, kak Y’ “X is the same as
mantics. The question arises: how is it possi- Y”, ‘X associiruetsja s Y-om’ “X is associated
ble to introduce important aspects of the inner with Y”, ‘X možet byt’ ob"asneno kak Y’ “X
form in a definition? can be explained as Y” , ‘X analogično Y-u’
“X is analogy to Y”, ‘X interpretiruetsja kak
Y’ “X is interpreted as Y”.
9.2. The inner form in a definition The possibility of structuring the definition
There are very few attempts to represent the in such a way that the part of the inner form
inner form of an idiom in its lexical defini- explication is clearly separated from the other
tion. One of them is a system of definition part of the definition (from the so called ac-
proposed in the dictionary of Russian idioms tual meaning) is at the core of the explicit
edited by Telija (1995). She writes in the In- strategy. The list of operators used for expli-
troduction: cating the inner form depends on the type of
phraseological dictionary. A scientific de-
After the definition there is a semantic subdefinition scription of idioms presupposes the unifica-
(“podtolkovanie”), which is usually introduced by
the word “podrazumevaetsja” ‘it is supposed’. This tion of operators introducing the inner form.
part of semantic explication explains those shades In the ideal case, there should be only one op-
of meaning, which are connected with its figurative erator. One can compare the operator ‘ima-
parts, but was not included in a definition (Telija gine’ used by Wierzbicka (1980) for semantic
1995, 20). description of color terms. In any case, an ex-
Compare an example of the use of this opera- plication of the inner form in a definition may
tor in the following definition: not simply repeat a given metaphor, i.e. the
NE POMNIT’ SEBJA kto. literally “do not re-
representation of the inner form of the idiom
member about yourself” Buduči v krajne vozbuž- shake a leg ‘hurry’(in examples like Mary,
dennom sostojanii, ne kontrolirovat’ svoix ėmocio- you always take such a long time to put on
nal’nyx projavlenij, postupkov ili dejstvij. “being in your makeup. Come on, shake a leg!) may
excited emotional state, one could not command not contain a component such as “it is similar
emotions of himself, could not control actions and to shaking a leg”. Such explications would
behavior”. podrazumevaetsja burnoe projavlenie explain nothing. In the proposed explicit
ėmocij ili polnaja utrata samoobladanija “It is sup-
posed extreme showing of emotions or losing one’s
strategy, the metaphor is not repeated directly
self-control” (Telija 1995, 83). in the semantic explication.
In the implicit strategy of semantic repre-
The strategy, realized by Telija and her collea- sentation, there are no special operators for
gues, is not oriented towards the semantic ex- the inner form, and relevant semantic infor-
plication of the inner form proper. As be- mation is distributed among different compo-
comes clear from the definitions, the semantic nents of the definition. In the explicit strategy,
operator “podrazumevaetsja” ‘it is supposed’
it is possible to enumerate operators of inner
can introduce different types of semantic in-
form representation; in the implicit strategy,
formation. In the abovementioned example,
the semantic component ‘extreme showing of every case is unique. Nevertheless, it is possi-
emotions or losing one’s self-control’ has ble to formulate general ideas of this defini-
nothing to do with the inner form of the Rus- tion technique, especially the use of metapho-
sian idiom ne pomnit’ sebja. ric entailments for explication of the inner
A different approach to inner form seman- form in the definition.
tics was presented in (Baranov/Dobrovol’skij It can be claimed that the implicit strategy
1996; 1998). In these papers it was demon- is not an appropriate instrument for scientific
strated, that semantic explication of inner description of idiom semantics, because this
form can be explicit and implicit. Explicit strategy is irregular and unpredictable. On the
strategy based on semantic operators, intro- other hand, the implicit strategy is better for
duced in semantic representation an idea of an ordinary user because it is informal and
comparing of two entities: ‘X sopostavimo s less artificial. For instance, in the definition
Y-om’ “X is comparable with Y”,‘X kak by of the Russian idiom do otkaza (napolnit’, za-
Y’ “X is a kind of Y/as if Y”, ‘X napominajet polnit’... čto-libo) “to be chock-a-block, to be
Y’ “X resembles Y”, ‘X vosprinimaetsja kak chock-full” a component of a definition ‘ne-
Y’ “X is perceived as Y”, ‘X vyzyvaet pre- vozmožno dobavit’ čto-libo ešče’ “it is im-
86 III. Semantik der Phraseme / Semantics of set phrases

possible to add more” implicitly expresses a possible, imaginary world. The most appro-
figurative part of the meaning of the idiom: priate operators here are ‘sozdaet(sja) vpeča-
do otkaza (napolnit’, zapolnit’... čto-libo) tlenie’ “an impression is made”, ‘X vyzyvaet
“to be chock-a-block, to be chock-full” lit- predstavlenie ob Y-e’ “X causes imagination
erally “(to fill, to pack) up to refusal” = ‘čto- of Y”, ‘X kak by Y’ “X is a kind of Y”. For
libo vmeščaet takoe količestvo kogo-libo/ instance, in a definition of the Russian idiom
čego-libo, čto nevozmožno dobavit’ čto-libo jabloku negde upast’ “there are a lot of peo-
ešče’ “something contains such a large num- ple” an operator ‘sozdaet(sja) vpečatlenie’
ber of people or things that it is impossible to “an impression is made” is used:
add something else”.
In practical lexicography, both the explicit (ii) jabloku negde upast’ (gde-libo) literally
and the implicit strategy can be used in one “there is no place for an apple to fall” =
and the same definition. Such cases can be ‘v kakom-libo meste tak mnogo ljudej,
considered examples of a mixed strategy of čto sozdaetsja vpečatlenie, čto ne os-
inner form presentation. taetsja svobodnogo prostranstva daže
dlja čego-to sovsem nebolšogo’ “some-
9.3. Elements of typology of the explicit where there are so many people, that an
strategy impression is made, that there is no place
even for something very small”.
As mentioned above, the essence of the expli-
cit strategy consists of a direct comparison of An operator ‘čto opisyvaetsja kak’ “which is
two different conceptual domains – the source described as” has much in common with a
domain (in the sense of the Cognitive Theory concept of possible world as well. Cf. defini-
of Metaphor) and the part of the idiom se- tion of the Russian idiom vse uši prožužžat’
mantic which does not have any direct corre- “din smth. into smb.’s ears”:
spondence to the inner form (i.e. target do-
main). These two domains are connected with (iii) vse uši prožužžat’ (komu-libo, čem-libo/
the help of a special semantic operator. One o čem-libo/o kom-libo/nasčet čego-libo/
of the typical operators of this kind is an op- nasčet kogo-libo/s čem-libo) literally “to
erator ‘X sopostavimo s Y-om’ “X is compar- drum all the ears of somebody” = ‘nas-
able with Y”, which is used in the definition tojčivo govorit’ komu-libo o čem-libo/
of the Russian idiom ot žiletki rukava ‘noth- kom-libo s cel’ju dobit’sja želaemogo,
ing’: čto opisyvaetsja kak sliškom intensivnoe
vozdejstvie na organy sluxa’ “insistently
(i) ot žiletki rukava ‘nothing’ literally say something to somebody, trying to
“sleeves from waistcoat” ‘polnoe otsutst- achieve the goal, which is described as
vie resursa kak rezul’tat ego nespravedli- too intensive influence on the organs of
vogo raspredelenija, sopostavljaemoe s hearing”.
nesuščestvujuščej čast’ju čego-libo’
“completely lack of something as a result An operator ‘X kak by Y’ “X is a kind of Y”
of its injustice distribution, comparable differs from other operators of possible world:
with non-existent part of something”. it emphasizes an idea of unreality of the pos-
sible world under consideration. A metaphor
The source domain of the metaphor is repre- par excellence makes an opposition between
sented in a definition by the component ‘ne- two conceptual domains – real and imagin-
suščestvujuščaja čast’ čego-libo’ “non-exis- able one. Therefore, it is better to use the op-
tent part of something”. Explication of inner erator ‘X kak by Y’ “X is a kind of Y/as if Y”
form through reference to a more general no- in semantic explications, where conceptual
tion can be considered one of the possibilities gap between source-domain and goal-domain
within implicit strategy. In other words, this (in a frame of cognitive theory of metaphor)
example illustrates explicit as well as implicit is rather large, cf. definition of the Russian
strategies, i.e. it is an example of the mixed idiom otdat’ koncy “to die” (cf. American
strategy. kick off):
Rather often, the idea of comparison fixed
in the definition is complicated by the refer- (iv) otdat’ koncy literally “to let go rope’s
ence to a possible world. In such cases, one ends” = ‘umeret’, kak by prekrativ kon-
part of the definition is connected with the takty s okružajuščim mirom’ “to die as if
real world, and another one is connected with to refuse to maintain contact”.
8. The problem of the metalanguage 87

An operator ‘osmysljaemyj kak’ “X is under- strategy. The main heuristic is the representa-
stood as Y” differs in semantics from the op- tion of relevant metaphorical entailments in
erator of comparing (i) and from the operators the definition. Another heuristic is para-
of possible world creation (ii-iv). It points out phrases of the inner form using hyperonym-
standard ways of metaphorical interpretations hyponym relationships.
of abstract entities, cf. explication of the Rus- Below, some typical cases are discussed,
sian idiom bitkom nabityj ‘chock-full’: first of all the heuristic of representation of
metaphorical entailments. The clearest case
(v) bitkom nabityj (kem-libo/čem-libo) lit- of this kind can be found in definitions of
erally “full up as beaten” = ‘nečto, os- idioms whose inner form is based on the me-
mysljaemoe kak vmestilišče, soderžit ta-
taphor of PERCEPTION. For instance, in the
koe bolšoe količestvo otdel’nyx suščnos-
Russian idiom konca ne vidno “there’s no
tej, čto počti perepolnjaetsja imi’
“something, understood as container, has bottom to something” a metaphorical conse-
so many separate entities, that it is al- quence is described as ‘nevozmožnost’ obnar-
most overfilled by them”. uženija čego-libo’ “impossibility to find
something”:
It is obvious that these operators are only ex-
amples of possible operators which can be (vi) konca ne vidno literally “the end of
used for inner form representation in a dic- something is not yet in sight” = ‘nekotor-
tionary definition. Nevertheless, it is possible yj process ili sostojanie imeet mesto v te-
to point out the parameters of selection of čenie sliškom dlitel’nogo otrezka vreme-
verbs for inclusion in a set of potential opera- ni, i nevozmožno obnaružit’ priznakov
tors of this kind. These parameters character- ego okončanija’ “a process or a state
ize a core of metaphorization and nomination takes place during too long period of
phenomena. The process of metaphorization time and it is impossible to find evi-
is strongly connected to the impossibility of dences of the its end”
the literal understanding of a linguistic ex-
pression. Therefore, the idea of the possible It should be mentioned that even rather ab-
world generation is brought to the forefront. stract metaphors could be explicated in form
Thus, the first parameter characterizes a pos- of entailments. Thus, the ONTOLOGICAL
sible world generation and defines the degree metaphor from the Russian idiom xot’ otbavl-
of its “unreality”, cf. operators ‘X kak by Y’ jaj “there is something to saturation” is repre-
“X is a kind of Y/as if Y” (rather high degree sented in a definition through an idea of de-
of unreality) and ‘X napominaet Y’ “X re- crease of quantity:
sembles Y” (low degree of unreality). The
(vii) xot’ otbavljaj (čego-libo u kogo-libo) lit-
second parameter characterizes a process of
erally “you can even decrease quantity”
nomination and defines causal relations be-
tween an object of nomination (target do- = ‘kogo-libo/čego-libo u kogo-libo tak
main) and a type of nomination (source do- mnogo, čto daže esli i umen’šit’ količest-
main). Cf. the operator ‘X napominaet Y’ “X vo ėtogo, vse ravno budet mnogo’
resembles Y” mentioned above. The third “someone has so much of something,
parameter characterizes the comparison of that even if a quantity of something is
two entities and it is applicable to all opera- decreased, nevertheless it will still be too
tors under consideration. much”.
Therefore, a candidate for an operator of The explication of inner form in a definition
possible world creation should be a two-argu- allows us to differentiate between idioms with
ment predicate, whose slots can be filled by similar semantics, but with different meta-
entities of the real or a possible world. phors in the figurative component of their
meanings. For instance, the Russian idioms
9.4. Elements of typology of the implicit do otkaza “cram-full” and xot’ otbavljaj
strategy “there is something to saturation” (discussed
Almost every case of the implicit strategy is above) have very similar meanings, but their
unique and, therefore, it is impossible to give inner forms are quite different. The inner
a comprehensive typology of this approach to form of the idiom do otkaza “cram-full” is re-
inner form representation. We can only dis- presented in a definition with component “im-
cuss the existing heuristics of the implicit possibility to add something else”:
88 III. Semantik der Phraseme / Semantics of set phrases

(viii) do otkaza (napolnit’, zapolnit’... čto- (xii) the inner form “to jump over one’s head”
libo) literally “up to refusal” = ‘nekotor- is interpreted as ‘dejstvie, prevosxodjaščee
oe vmestilišče soderžit takoe bol’šoe ko- vozmožnosti sub"ekta’ “an action outreached
ličestvo čego-libo, čto nevozmožno do- expectations about one’s possibilities”:
bavit’ čto-libo ešče’ “a container in-
cludes so much of something, that it is (xi) (byt’, cenit’sja…) na ves zolota literally
impossible to add something else”. “to be worth its weight in gold” = ‘nečto
rassmatrivaetsja kak bolšaja cennost’ i
Definitions (vii) and (viii) include different vsledstvie ėtogo okazyvaetsja nedosta-
metaphorical entailments: in (vii), the idea of točnym’ “something is considered as a
“decreasing”, and in (viii), the idea of “in- great value and therefore is insufficient”;
creasing” is presented. These ideas are the se- (xii) prygnut’ vyše golovy literally “to jump
mantic model of the inner form of these over one’s head” ‘sdelat’ čto-libo, pre-
idioms. vosxodjaščee predstavlenija o vozmož-
There is another possibility within the im- nostjax sub"ekta’ “to do something out-
plicit strategy, namely the paraphrase of the reached expectations about one’s possi-
inner form, its transformation into the stan- bilities”.
dard mode of reference. This type of inner
form representation can be found in the defi- Another example of hyperonym-hyponym re-
nition of the Russian idiom nest’ čisla (komu- lationships can be found in the definition of
libo/čemu-libo) “without number”. the Russian idiom kaplja v more “a drop in
the ocean”. In the metaphor which the idiom
(ix) nest’ čisla (komu-libo/čemu-libo) lit- is based on, there is a contradiction between
erally “there is no number for amount of kaplja “drop” and more “sea”. This contradic-
someone/something” = ‘kogo-libo/čego- tion is reflected in the definition through a
libo tak mnogo, čto nevozmožno sosči- more general contradiction between large and
tat’’ “there are so many of someone/so small:
much of something, that it is impossible
to count them/it”. (xiii) kaplja v more literally “a drop in a sea”
= ‘nečto količestvenno očen’ malo po
The way of reference to the meaning ‘large sravneniju s čem-to ogromnym – celym,
amount’, i.e. “there is no number for the mel’čajšej čast’ju kotorogo ono javljaets-
amount of people or of something”, used in ja’ “something quantitatively is very
the idiom (ix), is not conventional. A more small in comparison with the whole,
standard way to express this idea is given in which is very large and of which the
the definition above. small element is a very little part”.
The inner form of the Russian idiom vse do
odnogo “one and all” involves a non-standard In semantics of discussed idiom a contradic-
way of reference to the meaning as well: tion of “part/element vs. hole” is of great im-
counting all the elements of a set has a form portance as well. It is introduced in the defini-
of pointing out all the elements and the last tion with an instrument of inner form presen-
element – “all until one/last”. In the defini- tation too.
tion, this meaning is represented in the form
of “without exception”: 10. Conclusion
(x) vse do odnogo literally “all until one/
last” = ‘vse elementy nekotorogo mno- The inner form of an idiom is an important
žestva bez isključenija’ “all the elements part of its semantics. Any semantic metalan-
of a set without exception”. guage for the description of phraseology
should have special instruments for the repre-
The third possibility within implicit strategy sentation of this phenomenon in the defini-
is using hyperonym-hyponym relationships, i. tion. Without explicating the inner form, se-
e. semantic explication by means of the hy- mantic description of phraseology will be pa-
peronym nomination for a given hyponym. In tently incomplete. At the same time, it is clear
the definition of the Russian idiom na ves zo- that a word-for-word mirroring of the under-
lota “to be worth its weight in gold” (xi) an lying metaphor in the definition explicates
element of inner form ‘zoloto’ “gold” is inter- nothing, even if we introduce the metaphor
preted as a value; in a definition of an idiom by special semantic operators. This type of in-
prygnut’ vyše golovy “to tumble over oneself” ner form representation would be useful
8. The problem of the metalanguage 89

neither from the point of view of semantic Curry, H. (1963): Foundations of mathematical lo-
theory nor from the point of view of lexico- gic. New York.
graphical praxis because, in this case, the ob- Dahl, O. (1969): Topic and comment: A study in
ject of semantic explication would simply be Russian and General Transformational Grammar.
repeated in the definition. Göteborg.
The strategies of inner form representation Fodor, J.A. (1975): The language of thought. New
and the ways of explicating its semantics pre- York.
sented here cannot be regarded as final. Meta- Jakobson, R. (1966): On linguistic aspects of trans-
linguistic instruments of inner form represen- lation. In: Вrоwеr, R.A. (ed.): On translation. New
tation will be developed in the near future. York, 232–239.
However, it can be stated that semantic theory Karttunen, L. (1976): Discourse referents. In: Syn-
has not so far been able to provide phraseol- tax and semantics. Vol. 7. New York, 364–385.
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9. Semantic aspects of phrasemes

1. Idiomaticity riage’ 2. ‘to turn sb. down in a more general


2. Literal meaning sense’. The idiom consists of components that
3. Literal – non-literal – figurative usually have a lexical (Korb, geben) or a
4. Relations of literal and phraseological
meaning
grammatical (einen) meaning. At the non-
5. Synchrony and diachrony phraseological, “literal” level, these compo-
6. Types of motivation nents can very well be a normal German syn-
7. Collocations tagm whose meaning emerges from the regu-
8. Features of phraseological semantics in lar combination of the components, i.e. from
special-purpose languages their combination in accordance with the nor-
9. Idiomaticity in word formation mal semantic and morphosyntactic rules. The
10. Intra- and interlexical semantic relations
11. Semantics of phrasemes – semantics of
phraseological meaning of the word combina-
lexemes tion has no apparent connection with the non-
12. Select bibliography phraseological one (Korb does not have the
meaning ‘proposal of marriage’, geben does
This article will provide an overview of the not mean ‘to turn down’ etc.). The absence of
most important semantic problems that occur such a connection is called “idiomaticity”.
in the field of phraseology. Instead of follow- Seen from this perspective, idiomaticity is an
ing one specific semantic theory, I will pro- anomaly, and its characterization is primarily
ceed in a more eclectic manner. (Unless other- negative. This poses the question of whether
wise noted, all exemples derive from the Ger- idiomaticity can also be characterized posi-
man language.) tively. Current research states that positive
characterizations are possible for large areas
1. Idiomaticity of phraseology (see below).
The non-phraseological meaning of a syn-
From a semantic point of view, it does not tagm that also has an overall phraseological
make much sense to separate phraseology meaning is often called the “literal” meaning.
from word formation. (This distinction is also This manner of speaking can be misleading
problematic in regard to language compari- because it suggests that the “literal” level of
son, cf. art. 2). I will discuss the main classes the combination’s meaning has the same stat-
of phraseology and take word formation into us as the “phraseological” level (see below re-
account in passing. garding the problematic nature of the “literal
I will start with idioms, which were at the meaning”). However, the phraseme has only
centre of attention in previous works on phra- a lexical meaning – namely, the phraseologi-
seological semantics. Most of the main se- cal one. Psycholinguistically, this is also the
mantic factors can best be demonstrated with first one to be activated when one hears or
idioms. reads the word combination. The “literal”
The idiom as a whole has a “phraseological meaning (or rather one literal meaning of sev-
meaning”, that is, an overall meaning, e.g. eral potential ones, as the components can be
jmdm. einen Korb geben (“to give sb. a bas- polysemic at the literal level) can be activated
ket”) has the phraseological meaning 1. ‘to in texts and situations. It is present “in the
turn sb. down regarding a proposal of mar- background”, but does not have to be of any
9. Semantic aspects of phrasemes 91

importance in the actual use of language. unless there is etymological knowledge about
Thus, it would be more correct to refer to the the origin of the idiom. Terminologically
“literal reading” instead of the “literal mean- speaking, jmdm. einen Korb geben is much
ing” (in German one should replace the adjec- more idiomatic than die Katze aus dem Sack
tive “wörtlich” – which has already caused lassen.
many discussions in German lexicology – by If one considers not only idioms, but also
“literal”). Furthermore, the phraseological other types of phrasemes, it can be seen that it
meaning can be pushed into the background is still possible to distinguish various degrees
and then become a latent reading. These are of motivation. The phraseme einen Streit vom
questions concerning the text-linguistic em- Zaun brechen (“to break a quarrel from the
bedding of idioms (see Burger/Buhofer/Sialm fence”, ‘to start a quarrel’) is idiomatic with
1982 or Sabban 1998). respect to the component vom Zaun brechen,
In this article, I am directly concerned with but einen Streit keeps its literal meaning. Ei-
both semantic levels and will use the term nen Streit, however, is part of the whole phra-
“literal meaning” for reasons of simplicity. seme, as this component cannot be substituted
Instead of “phraseological” meaning, one by a different one. Phrasemes with such a se-
often finds the expressions “derived” or “fig- mantic structure can be named “partly-idio-
urative” meaning. “Phraseological meaning” matic” or “semi-idiomatic”. “Collocations”
has the advantage of denoting no more and (see 7.), finally, can be regarded as fully moti-
no less than the “meaning of the phraseme”, vated even if one of the components may pos-
whereas both “derived” and “figurative” al- sibly have experienced a semantic specializa-
ready suggest a certain kind of (historical) de- tion (e.g. “light verb constructions”, see art.
rivation or a specific connection with the lit- 38).
eral meaning. There is great confusion regarding the
One of the main semantic problems in question of who should recognize this moti-
phraseology is describing and explaining if vation. The linguist, who is conscious of the
and how the two meanings or levels of mean- semantic and syntactic rules and has formu-
ing are connected. The stronger the connec- lated them meta-linguistically and thus as-
tion, the more the idiom is “motivated” (see sesses the motivation, or the “layperson”,
below 6. regarding the different types of mo- who does not analyze the idiom, but “only”
tivation). Some authors doubt whether the uses it? Assuming the latter, should it then be
question of motivation is pertinent from a the one who already knows the idiom or the
synchronic semantic point of view (e.g. Roth- one who does not yet know it? In addition, is
kegel 1973), but the majority consider it it the speaker (i.e. the one who uses the
meaningful, inasmuch as, for a semantic ana- idiom), or the listener (i.e. the one who hears
lysis, one cannot totally abstract from the and has to understand the idiom)? Further-
consciousness of the speakers. Researchers more, if the listener has not heard the idiom
share the opinion that there are many inter- before, should she or he be questioned under
vening levels between motivated and non- experimental conditions or in an everyday sit-
motivated idioms. uation? In the former case, should the listener
At first glance, the two meanings of to let be able to guess the meaning of the idiom
the cat out of the bag have nothing in com- from its components (context-free) or from a
mon. Let, cat and bag do not have meanings constructed context? In the latter case, the lis-
that would easily lead to meanings like ‘re- tener might glean some indication of the
veal’, ‘secret’ and so on. If one considers the idiom’s meaning from the situation. Finally
syntagm as a whole in its literal meaning, one could also think of a “generalized” (not
then it is possible for a native speaker to es- “ideal” in Chomsky’s sense) speaker/listener,
tablish a connection: the cat is the secret, it is and some sort of collective consciousness in
kept in a bag (locked up in a container). If the which the motivation is embedded. Most re-
cat is let loose, the secret is “let loose”. How- searchers do not ask any of these questions,
ever, this connection is only clear to someone pretending to know the answers already.
who knows the phraseological meaning of the Other authors pose them explicity (e.g. Nun-
word combination. With the German jmdm. berg/Sas/Wasow 1994), but do not give satis-
einen Korb geben, it is completely impossible factory answers. Depending on the answer,
to connect the two meanings (‘to turn sb. different views of motivation arise. Many
down’ and ‘to give sb. a basket’, see above) controversies could be resolved if researchers
92 III. Semantik der Phraseme / Semantics of set phrases

clearly stated who should recognize the moti- phraseological/idiomatic/figurative meaning


vation. obsolete. Phraseological meaning has certain
In my opinion, methological pluralism is characteristics that are normally ascribed to
most appropriate. On the one hand, one could literal meaning. It is conventional, lexical-
conduct experiments where the subjects have ized, “linguistic” in the stricter sense, i.e. it
to assess the meaning of idioms both context- does not need to be processed through impli-
free and in various contexts, with the well- catures. It is “salient” in the sense of Giora
known restrictions of experimental situations. (1999): “(...) salience (...) is a function of its
On the other hand, text-related analyses are conventionality (...), familiarity (...), or fre-
necessary and possible due to the large cor- quency.” (921) Salient meanings “are ac-
pora now available. This would allow an an- cessed automatically. They cannot even be
swer to the question of what speakers and blocked by contextual factors indicating that
writers actually do with the idioms when they they are irrelevant (...). However, salient
use them in a text and what kind of semantics meanings have to be suppressed sometimes,
result from this (already discussed in Thun so as to give way to less salient or nonsalient
1978, Burger/Buhofer/Sialm 1982, Gréciano (...).” (Ariel 2002, 376)
1983). In German phraseology research, these se-
In German phraseology, it has been sug- mantic transfers have been described in much
gested that the term “Motivation” should be detail under the heading “Modifikationen”
replaced by “Motivierbarkeit” (see Häuser- (“modifications”) (Burger/Buhofer/Sialm
mann 1977, 22), to show how gradual and 1982, 68ff., B. Wotjak 1992). It has also been
how dependent on both the speaker’s and the shown (Hemmi 1994) that such modifications
listener’s consciousness motivation actually are not understood well by all recipients. One
is. of the reasons for this is their inability to com-
prehend the play with the salient and non-sali-
2. Literal meaning ent reading.

2.1. What is the literal meaning? 2.2. How important is the literal meaning for
idiomaticity?
In the last few years, there has been a broad
philosophical and linguistic discussion about The semantic character of literal meaning can
the concept of “literal meaning” (cf. Gibbs be an indication of its degree of idiomaticity.
[1994, 24ff.] and the special issue “Literal, G. Wotjak (1986) comments on the literal
minimal and salient meanings”, Ariel [ed. meaning of idioms such as jmdm. rutscht das
2002]). Here, we will only mention those as- Herz in die Hose (“the heart slides into some-
pects relevant to phraseology. Throughout the one’s pants”, ‘to be very scared’, cf. Engl. my
whole discussion, various dichotomies are heart is in my boots). He mentions that the
mixed or used simultaneously (e.g. conven- average speaker considers the literal meaning
tional/non-conventional, context-free/context- as somewhat strange and not actually possi-
dependent, non-figurative/figurative, “what is ble, as it deviates from everyday experience.
said”/“what is implied”, linguistic/extralin- The literal meaning therefore incorporates,
guistic or inferred meaning, etc.). Due to this context-free, the signal to look for a different,
confusion of terminology, some researchers meaningful interpretation in accordance with
consider the distinctions completely useless average world knowledge (187). Whether
and abandon the concept of “literal meaning”. these “signals” lead to inferences in a psycho-
Others do not go this far: they relativize the linguistic sense is quite a different matter. For
concept or content themselves with gradual this to be true, the literal meaning of idioms
transitions from literal to non-literal meaning. would always have to be activated first,
It is undisputed that, depending on the per- which is not in accordance with the current
spective, one or the other is prominent. Ariel state of knowledge. Thus, there is hardly any
proposes the distinction of (at least) three dif- evidence that the understanding of such
ferent perspectives of literal meaning: the lin- idioms is a two-stage-process. (Regarding the
guistic, the psycholinguistic and the interac- use of idioms in texts, however, the nature of
tional. the literal word combination can be relevant
It is important to note that for phraseology, nonetheless.)
such a relativization regarding phrasemes ren- There are literal meanings of idioms which
ders the strict distinction between literal and are more probable, i.e. they are more likely
9. Semantic aspects of phrasemes 93

than others to relate to an occurrence in the kinds of deviations on the literal level of
real world. The literal meanings of die Katze meaning. Although, as we know, the border-
aus dem Sack lassen ( Engl. let the cat out of line between semantics and world knowledge
the bag) or bury the hatchet, are quite possi- cannot be defined precisely, the term “seman-
ble in the real world. In contrast, mit der tic incompatibility” should only be used if se-
Wurst nach dem Schinken werfen (“to throw mantic category boundaries (such as concrete/
with the sausage after the ham”, ‘to try to suc- abstract) are crossed, or if semantic category
ceed with little effort’) denotes an act which conditions are violated. From this point of
could actually be performed, but only under view, an idiom such as Sturm im Wasserglas
very special circumstances. Einen kleinen (“storm in the water glass” cf. Engl. a storm
Mann im Ohr haben (“to have a small man in in a teacup) is clearly a borderline case. On
the ear”, ‘to be crazy’) or jmdm. in den Hin- the literal level of idioms, real semantic in-
tern kriechen (“to crawl into someone’s be- compatibility is certainly not common.
hind”, ‘to ingratiate oneself with someone’)
are imaginable in a world of fantasy, but not
in the real world. 3. Literal – non-literal – figurative
In some idioms, the components are not se-
The description of the relationship between
mantically compatible on the literal level.
literal and non-literal is further complicated
Jmdm. den Schneid abkaufen (“to buy cour-
by the fact that “non-literal” can have several
age from sb.”, ‘to discourage sb.’, cp. Engl.
meanings. The non-literal reading of an idiom
take the fight out of sb.) – abkaufen (“to buy can be metaphorical, or it can represent an-
sth. from sb.”) relates only to concrete things other kind of reinterpretation of the literal
as an autonomous verb. reading (e.g. the meaning of spill the beans is
In the idiom etw. geht jmdm. durch Mark non-literal and non-metaphorical). Here,
und Pfennig (“sth. goes through sb.’s marrow “metaphorical” is understood in a synchro-
and penny”, ‘sth. frightens sb.’), the substitu- nous sense, i.e. “dead metaphors” (leg of a ta-
tion of the original Mark und Bein (“marrow ble) are not regarded as metaphorical. We are
and leg”, etymologically Bein = ‘bone’) cre- thus dealing with a tripartite concept: literal –
ates a (funny) incompatibility. This is exactly non-literal/non-metaphorical – non-literal/me-
why the modified version is so common. taphorical. (Dirven [2003] uses the division
Compare also keine müde Mark (“not a tired literal – non-literal – figurative.) However the
Mark”, ‘not the smallest amount’) – where distinction is defined, it is always of a gradual
müde (‘tired’) can only refer to a person and nature.
not to money. Dobrovol’skij/Piirainen (2005) give the
For some idioms, it is impossible, for struc- concept a new turn: they use the triple group-
tural reasons, to construct a sensible literal ing literal – non-literal – figurative, but modi-
meaning: fy the concept of figurativeness. A relation is
Bauklötze staunen ‘to be very astonished’ figurative only if it contains an “image com-
(Bauklötze = ‘building bricks’, staunen = ‘to ponent”. “By image component we under-
be astonished’) or seinen Mann stehen (“to stand a specific conceptual structure mediat-
stand one’s man”, ‘to prove one’s ability’) are ing between the lexical structure and the ac-
already irregular regarding the syntax, insofar tual [= phraseological] meaning of figurative
as staunen and stehen are mono-valent verbs. units.” (14) This means that the phraseologi-
Another idiom, which illustrates this even cal meaning of the relation must contain
more clearly, is structurally even more irregu- “traces of the literal meaning” which are in-
lar: auf Teufel komm raus (“on devil come herited by the figurative meaning. The exam-
out”, ‘with all one’s might’). ple (to be caught) between a rock and a hard
For Dobrovol’skij/Piirainen (1996, 123), place (14ff.) shows that the common diction-
Gold (‘gold’) in Gold in der Kehle haben (“to ary definition ‘to be in a very difficult posi-
have gold in the throat”, ‘to be able to sing tion’ is not sufficient to explain the expres-
very nicely’) is an example of semantic in- sion’s usage in a real context. The image
compatibility. I would suggest that ‘Gold in component, which can be transcribed as, “as
der Kehle’ is rather unlikely in reality, even if the person pursuing his/her goals was not
though there is no apparent semantic incom- able to move away freely” (15), is missing. In
patibility. It is true, however, that symbolic this sense, idioms such as to kick the bucket
components in phrasemes may cause different (17) can also be regarded as “figurative” “be-
94 III. Semantik der Phraseme / Semantics of set phrases

cause they clearly refer to their denotata by does not imply that they must be different in
using other concepts”. A further requirement general.
for figurativeness that Dobrovol’skij/Piirainen
propose is “additional naming”. This refers to 4.1. Isomorphism vs. non-isomorphism of the
a situation where there is a non-figurative in levels of meaning
addition to the figurative way of denoting B. Wotjak (1985, 270ff.) refers to the iso-
“approximately the same entity”. In this case, morphism vs. non-isomorphism of the planes
the figurative expression has a semantic sur- of expression and content of a phraseme. For
plus value compared to the non-figurative one her, expression-structure denotes the phra-
(see below 11.3.). In my opinion, this require- seme’s grammatical organization. She shows
ment is neither necessary nor useful, for it is that two identical or very similar expression
an unsolved problem within the field of se-
structures (jmdm. in den Arm fallen/jmdm. auf
mantics in which case one may state that two
die Nerven gehen, “to fall into sb.’s arms”/“to
expressions denote the same entity.
go on sb.’s nerves”) can represent different
content structures (‘to hold sb. off’/‘to annoy
4. Relations of literal and sb.’) with different case frames (I will not go
phraseological meaning into the formalization given by Wotjak), and
vice versa. If we stay on the semantic level,
The two syntagms of an idiom – the literal this isomorphism can be reinterpreted as a re-
and phraseological – can be analyzed sepa- lation between the levels of meaning. What
rately, as we have done so far. However, one seems to be an expression structure with Wot-
can also ask about the relations that may exist jak would then be the regular semantic inter-
between them. This question is not relevant pretation of the expression structure of the lit-
for weak (or non-) idiomatic word combina- erally understood word combination. From
tions such as Dank sagen (“to say thanks”, ‘to this point of view, the examples mentioned
thank sb.’) or den Tisch decken (‘to set the ta- above are not equivalent: jmdm. in den Arm
ble’) as one cannot make out two distinct le- fallen may well have a regular literal interpre-
vels of meaning in these examples. However, tation, whereas jmdm. auf die Nerven gehen
the question is relevant for idioms. There can does not allow a reasonable literal interpreta-
be simple or more complex relations between tion except under extraordinary (e.g. medical)
the two meanings of idioms (cf. the Prisma- circumstances. On the semantic level, the
Modell by Geeraerts 2003). If one can make question of isomorphism is thus only relevant
out a relation, it is a kind of “motivation” of if the word combination allows a literal inter-
the phraseological meaning by the literal pretation.
meaning. For now, I will pass over the ques- A clear example where there is no iso-
tion of the nature of this motivation (see be- morphism between levels of meaning could
low 6.), and will only deal with the question be the following: ins Gras beissen (“to bite
of the semantic relation. into the grass”, ‘to die’). I would like to sym-
The phenomena discussed in the next two bolize the literal meaning as follows: ‘<ins>
paragraphs are all so closely intertwined that <Gras> <beißen>’ – as the notation for a
in certain cases the same phenomenon is “compositional” meaning (where the seman-
viewed from different perspectives. tic interpretation of the word combination
We also have to keep in mind that the lit- arises from the regular syntactic-semantic
eral meaning seems to arise ‘on its own’ – out combination of the meaning of the compo-
of the regular interpretation of the word com- nents). The phraseological meaning, on the
bination as it would work as a free word com- other hand, can be simply paraphrased as
bination –, whereas the phraseological mean- ‘sterben’ (‘to die’) (with this, however, we
ing must be paraphrased. It is well known that only verbalize the denotative aspect of mean-
to a certain extent, each paraphrase varies ing). At first glance, it is obvious that the lit-
from person to person. Besides, it has been eral and phraseological meanings are struc-
argued that phrasemes can not be paraphrased tured differently – the literal meaning comes
in the same way as lexemes or free word about compositionally, the phraseological,
combinations. This radical point of view, non-compositionally. At second glance, how-
however, has not been substantiated. The ever, one might ask if we are not dealing with
paraphrases of some idioms might be more an artefact of paraphrasing. ‘Sterben’ itself, as
complex than those of most lexemes, but this definition of the meaning of the idiom, would
9. Semantic aspects of phrasemes 95

need to be paraphrased again (e.g. as ‘cease German idiom, too, which is paraphrased by
to live; expire, lose vital force’ COD). Duden 11 as ‘etw. Wertvolles jmdm. anbieten,
This conceptual difficulty is even more ap- der kein Verständnis dafür hat, es nicht zu
parent if one looks for cases where the struc- würdigen weiss’ (“to offer sth. valuable to sb.
tures of meaning of the two levels are in fact who does not appreciate it”). (Geeraerts him-
isomorphic. self mentions restrictively that it cannot be
Here, we may consider the much debated claimed “that the metaphorically motivated
example aus einer Mücke einen Elefanten readings of parel and zwijn in the idiom coin-
machen (“to make an elephant out of a mos- cide exactly with the lexicalized metaphorical
quito/midge” cf. Engl. to make a mountain meanings” [446].)
out of a molehill). In this case, isomorphy can If we take the validity – or at least the plau-
mean that: (1) each component of the mean- sibility – of a certain paraphrase for granted,
ing of the idiom can be assigned to a compo- if the phraseological meaning (= the para-
nent of the literal meaning – disregarding, for phrase of the idiom) is compositionally struc-
the time being, the nature of this assignment tured and if this structure can be mapped onto
(cf. motivation as explained above) and (2) in the (naturally also) compositional structure of
both cases the overall meaning comes about the literal meaning with a one-on-one meth-
through regular, syntactic-semantic processes. od, then we are dealing with an isomorphism.
According to this pattern, we have the fol-
lowing results: 4.2. Semantic autonomy
literal phraseological Contrary to the beginnings of Transforma-
aus der Mücke out of something small tional Grammar, European phraseologists al-
einen Elefanten something big ready noted in the nineteen seventies that not
machen make all idioms are a “monolithic” block whose
Whether this assignment is plausible depends meaning forms an inseparable entity.
on the formulation of the paraphrase. In the Under the title of “semantic autonomy” it
paraphrase of Duden 11, ‘etwas unnötig auf- was and still is being investigated how much
bauschen, weit übertreiben’ (“needlessly and in what way the components of the phra-
magnify sth., strongly exaggerate sth.”), no seme contribute semantically to its overall
isomorphism is apparent. Here as well, how- meaning. With this criterium, several semanti-
ever, it could be argued that ‘aufbauschen’ cally grounded classes can be distinguished:
(“to magnify”, “to exaggerate”) and ‘übertrei- (1) Idioms without semantically autonomous
ben’ (“to exaggerate”) could be paraphrased, components. These are also called “non-com-
with the well-known “regressus ad infinitum” positional”. They are regarded in some classi-
of definitions. fications (e.g. Cowie, who talks of “pure
A German example has already been given idioms” [cf. art. 77] as idioms “sensu stric-
by Burger (1973, 16): tu”.) A German example would be ins Gras
sich ins warme Nest setzen (“to sit down in beissen (“to bite into the grass”, ‘to die’). This
the warm nest”), ‘in gute Verhältnisse einhei- does not mean, however, that they are gener-
raten’ (similar to Engl. to marry money). ally unmotivated. Many idioms of this type
Here, the idiomatic meaning of the compo- are motivated “as a whole” in the sense of
nents can be correlated separately with the lit- metaphorical or metonymical motivation, for
eral meanings. instance Engl. let the cat out of the bag, bury
Geeraerts (2003) discusses the Dutch ex- the hatchet (cf. the scheme in Keil 1997,
ample parels voor de zwijnen gooien (German 125–126).
Perlen vor die Säue werfen, English to cast
[or throw] pearls before swine ‘give or offer In older German research, this type of
valuable things to people who do not appreci- idiom was called a “partly motivated” (or also
ate them’ ODI). Here, a separation of the “partly idiomatic”) phraseme. This term,
phraseological meaning parallel to the literal however, is impractical because it collides
meaning is definitely possible (pearls – valu- with “teilmotiviert” (cf. (3)). German exam-
able things, swine – inferior people). How- ples: jmdm. den Stuhl vor die Türe setzen (“to
ever, the specific nuance of the idiom cannot put sb.’s chair in front of the door”, ‘to kick
be deduced from the isomorphism. ‘Who sb. out’), die Flinte ins Korn werfen (“to
does not care about it’ is semantically not the throw the shotgun into the grain”, ‘to give
same as ‘inferior people’. This goes for the up’). English examples are close ranks, do a
96 III. Semantik der Phraseme / Semantics of set phrases

U-turn and run off the rails (see Cowie, art. individual, it can only be deduced from the
77). overall metaphor of the idiom what is done to
this person.
(2) Idioms with semantically autonomous The problem of this line of argument is
components are called “compositional”. Sen- well-known and arises time and again when
su strictu idioms are regarded as composi- the “transformational deficiencies” of idioms
tional only if all their components are autono- are discussed. (Since the seventies, the ques-
mous (cf. 4.1.). tion whether the originally so-called transfor-
Semantic autonomy is particularly strong if mational deficiencies are syntactic and/or se-
the components, taken out of the idiom, can mantic phenomena and in particular, whether
have the same figurative meaning (apart from the syntactic behaviour of idioms can be de-
their literal meaning) as within the idiom. duced from the semantic behaviour, has been
This kind of autonomy can be found system- the source of many debates. I cannot go into
atically with idioms which are motivated the details of this here.) The dividing line be-
“symbolically” (see below). Horn (2003) tween “normal”, regular versions of the idiom
gives examples such as pull strings/There are and its intentionally deviating modifications
no strings (attached), and several examples is difficult to draw in individual cases, and
of the verbs take and make (257). The idio- the judgements of native speakers regarding
matic interpretation comes about through nor- this often diverge.
mal grammatical processes, through which (3) There are idioms with only one semanti-
the metaphorical meanings of the components cally autonomous component, such as the
can be combined. When the component of the German idiom einen Streit vom Zaun brechen
idiom only has a figurative meaning outside (“to break a quarrel from the fence”, ‘to raise
the idiom, the structure is even simpler. Horn a quarrel’). Here, Streit (“quarrel”) has its
(2003) mentions the example make headway: non-phraseological meaning, while vom Zaun
NP complements like headway “do not have brechen (“break from the fence”) has an idio-
distinct literal occurrences” (258). A context matic meaning (neither the component vom
in which headway appears outside the idiom Zaun nor the component brechen has an
would be “Their headway on the problem autonomous meaning). Such expressions are
was remarkable” (259). The examples to let “partly idiomatic” or “partly motivated”, re-
the cat out of the bag or to bury the hatchet spectively, but in a different sense than in (1).
are of a different nature. Taken out of the In this case, one part of the idiom is in fact
idiom, cat, bag, hatchet do not have the meta- idiomatic itself, but another one is non-idio-
phorical meaning (if at all) that they have matic. The non-idiomatic part is bound to the
within the idiom. idiomatic one, meaning that vom Zaun bre-
Following Wasow et al. (1982), Keil chen (in the idiomatic sense) can only occur
(1997, 91–92) argues that unmotivated (opa- in combination with Streit (or possibly with
que) idioms might also have semantically synonymous lexemes). The opposite is not
autonomous components. Her example for true, and we are thus dealing with a one-sided
this is einen Bock schießen (“to shoot a goat” determination.
‘einen groben Fehler machen’ cp. Engl. to The non-motivated idioms of group (1) are
make a boo-boo) and jmdm. einen Bären auf- also called “opaque”, while the motivated
binden (“to bind a bear onto sb.” ‘to hoax idioms of group (1) and the idioms of group
sb.’). It is apparent that the components Bock (2) are “transparent”. The idioms of the third
(“goat”) and Bär (“bear”) exhibit a certain se- group are partially opaque or transparent, re-
mantic autonomy in contexts where these spectively. (Horn 2003 uses the expression
components can be isolated (e.g. “der Bock, “transparency” [256ff.], in my opinion, need-
den er geschossen hat”, “the goat that he lessly, in a much more restricted sense: Only
shot”). In the paraphrase, Bock or Bär can be those idioms whose components occur out-
“translated” as ‘mistake’ or ‘cock-and-bull side of the idiom with the same meaning as
story’, respectively. Contrary to this, such a inside it are called transparent.)
direct “translation” is not possible in den
Bock zum Gärtner machen (“to make a gar-
dener out of the goat”, ‘to assign a certain
task to sb. who is not qualified for it’).
Although the word Bock can refer to a certain
9. Semantic aspects of phrasemes 97

5. Synchrony and diachrony to this idiom since the custom is not per-
formed anymore (Parad 2003, 235). Idioms
In order to deal with the question of motiva- such as das goldene Kalb anbeten (“to wor-
tion, it is important to differentiate between a ship the golden calf”, ‘be greedy for money’)
synchronic and a diachronic perspective, even represent a different case altogether. In the
though this differentiation is not always pos- biblical context, the primary offence is the
sible. The following factors must be men- worship of the calf. In today’s language (since
tioned: the 18th century), the adjective golden (stands
for ‘money’ – a symbolic motivation, cf. 6.)
(1) An idiom can contain an obsolete compo-
has become the centre of motivation (Parad,
nent, but as a whole still be synchronically
282).
alive. This applies to all idioms with “unique”
components. Etw. von der Pike auf lernen Wanzek (2003) provides numerous convin-
(“to learn sth. from the pike”, pike = lance, cing examples of processes of reinterpreta-
‘to learn sth. by working one’s way up from tion, e.g. the semantic history of blauer Mon-
the bottom’. In the army, new recruits had to tag – “blue Monday”, ‘Montag an dem man
exercise with the pike.) In German, Pike is der Arbeit fernbleibt’ (‘a Monday on which
not used outside the idiom any more. one does not go to work’).
The original phrase was blauen Montag
This phenomenon also occurs in word forma- machen (“to make blue Monday”). Today we
tion (so-called “cranberry-composition”). only have the ellipsis blau machen (“to make
blue”, ‘not to go to work’). The reference to
(2) Historical-genetic motivation is not al-
the week day has been lost and blau has lost
ways in accordance with traceable synchronic
its symbolic motivation.
motivation (in those cases where one can talk
During the placement of phraseology in
of synchronous motivation).
phraseodidactics (see art. 73), it is often char-
With sich mausig machen (‘to express oneself acteristic that synchronous and diachronous
or behave insolently and pertly’), many Ger- aspects are mixed. Kühn (1993, 70–71)
man speakers will think of a Maus (“mouse”) quotes such a text in which the author tries to
and possibly of the fact that mice can be med- elucidate the present-day meaning through
dlesome. Historically, the word combination the original motivation – which can only lead
comes from falconry and is connected to the to confusion.
word Mauser (<Lat. muta) ‘seasonal change In the cognitive theory of metaphors and
of the plumage [of birds]’) (also the older ad- idioms, historical material has entered syn-
jective: mausig). “Der Falke, der gerade die chronic interpretation since Lakoff’s early
Mauser überstanden hat (= mausig ist), ist be- work. Here, it is often unclear to what extent
sonders lebhaft und jagdlustig.” (Duden 11, the diachronic information is relevant for
“the falcon that has just changed its plumage speech production and perception of today’s
is especially lively”). In this case, one can say speakers/hearers. One rarely finds a discus-
that the idiom has been “reinterpreted” in the sion of this problem in the early cognitive-lin-
course of history (regarding “reinterpretation guistic literature. For Baronov/Dobrovol’skij
processes”, cf. Geeraerts 2003, 449). (1996), the phraseological meaning (“actual
In the following examples, the changes are meaning” in their terminology) is “the gen-
more subtle: eration of meaning of an idiom in a quasi-his-
These days, gegen den Strom schwimmen torical dimension” (i.e. it emerges ‘as if we
(Engl. to swim against the current) means try to imagine how the meaning of an idiom
‘not to subscribe to the majority’s view’. In appears from its components’) (414–415).
Middle High German and in Luther’s texts, it “Quasi-historical”, “as if”, “imagine how ...
still meant ‘to try something impossible’ appears” are all very cautious and vague ex-
(Parad 2003, 219). A different aspect of this pressions. The synchronic motivation of the
phenomenon is shown in the idiom sich idiom is a “reconstruction” of “the cognitive
Asche aufs Haupt streuen (“to sprinkle ashes procedures involved in paradigmatic knowl-
on one’s head”, ‘to regret’). In the biblical edge ontologization” (428). We are thus deal-
context, and in Luther’s texts as well, it refers ing with a post-festum-reconstruction which
to the real custom of sprinkling ashes on is supported by quasi-historical deductions.
one’s head as a sign of sorrow. Today, most Accordingly, the “rules” for the deduction of
dictionaries assign the connotation ‘facetious’ idiomatic meaning are not “productive”, in
98 III. Semantik der Phraseme / Semantics of set phrases

the sense that they would allow predictions, (2) It has been known for a long time that
but are post-festum-generalizations: “One of many idioms have components which
the central problems in the field of phraseol- exhibit a certain degree of semantic
ogy is the formulation of rules according to autonomy (see above 2.4.). However, it
which particular idiomatic meanings can be has but recently been thoroughly investi-
derived on the basis of some initial semantic gated to what extent this is relevant for
substance that is partially given by the direct, motivation.
nominative meanings of the component.” (3) Metonymy is much more important in
(411–412) phraseology than could be expected
Dobrovol’skij/Piirainen (2005), however, from most research. It is also receiving
explicitly refer to the problem. They claim increasing attention in the context of
that the etymological description should be cognitive linguistics.
regarded as a constituent part of the motiva- (4) Finally, it has been shown more recently
tion. It may generally be accepted that “folk that in certain cases, motivation can have
etymology” is a constituent part of the moti- a complex structure, i.e. that the different
vation. However, Dobrovol’skij/Piirainen go types of motivation do not occur sepa-
one step further and include the linguistically rately, but often in typical combinations,
“true” etymology in the semantic description. characterizing the motivation of one and
They describe an “etymological memory” of the same phraseme.
the lexical unit which “determines its behav- Below I will describe the different types of
iour in current discourse” (82). In this case, motivation:
the task of the linguist would be to look for
traces of this etymological memory in real 6.1. The symbol
contexts (it may occur that no such traces can Dobrovol’skij/Piirainen (1996) have shown
be found, in which case one can suppose that that “symbols” are important for the motiva-
no such etymological memory exists). As a tion of phrasemes. Following Lotman’s view,
German example for the effectiveness of ety- symbols are culturally imparted concepts
mology, they present seinen Hut nehmen “to based on convention and cannot be under-
take one’s hat” ‘to resign from one’s post, of- stood without the corresponding knowledge.
fice, to step down’ (82–83). Originally, this Contrary to metaphors and metonymies, in
expression only referred to men; this restric- my opinion, no basic cognitive operations but
tion has been widely preserved in contempor- only cultural knowledge is needed to under-
ary texts even though the socio-cultural con- stand symbols. Animals, colours and numbers
ditions have changed. are studied regarding their symbolic value
within phrasemes. In many languages, the
colour black stands for something ‘bad’. The
6. Types of motivation black sheep (of the family) (das schwarze
Schaf in German, musta lammas in Finnish)
In historical-etymological research, different has a negative connotation “aufgrund der Ab-
types of motivation have been known and dis- weichung von der Norm” (242, “due to its de-
cussed for a long time (cf. Munske 1993). viation from the norm”) in the biblical con-
Whether and to what extent they are relevant text. This symbolic meaning enters the phra-
synchronically is an important topic in recent seme, which as a whole undergoes a
phraseological research. For the latter, the fol- metaphorical transfer to ‘family’ or, more
lowing findings are fundamental: generally, to any kind of ‘group’. Gold in der
Kehle haben (“to have gold in the throat”, ‘to
(1) Motivation is often not about occasional be able to sing very nicely’) is, in Dobrovol’-
transfers of meaning, but rather about skij/Piirainen’s view, an example of a sym-
processes which are based on models bolically based metaphor. I would rather clas-
that can lead to further, similarly struc- sify it as a metonymy since the meaning “to
tured forms. This insight can be attribu- be able to sing very nicely” stays within the
ted to ideas in cognitive linguistics. One same realm of experience (Kehle [“throat”]
does not need to accept the entire theo- stands for Gesang [“singing”]). If one accepts
retical claim of Lakoff/Johnson’s work the effectiveness of symbols in phrasemes,
and its enhancements in order to agree one must at the same time grant the symbolic
with this idea. components a clear semantic autonomy.
9. Semantic aspects of phrasemes 99

6.2. Metaphor and metonymy “Metaphor is a mapping of a conceptual domain,


the source, onto another domain, the target. Source
More recent literature (particularly in the field and target are either in different taxonomic domains
of cognitive linguistics) agrees that meta- and not linked by a pragmatic function, or they are
phorical processes follow different principles in different functional domains.”
than metonymical ones, despite numerous in- In contradistinction, metonymy is “a mapping
terconnections in particular cases. This view, of a conceptual domain, the source, onto an-
already held by Roman Jakobson, is also other domain, the target. Source and target
dominant in recent works on phraseology. are in the same functional domain and are
There it is quite apparent (cf. Munske 1993) linked by a pragmatic function, so that the tar-
that at least in German phraseology, the num- get is mentally activated.”
ber of phrasemes with exclusively metonymi- Pragmatic function in the sense of Faucon-
cal motivation (e.g. den Kopf verlieren = to nier means that “they are grouped in the same
lose one’s head) is much smaller than the functional experiential domain by an ICM or
number of phrasemes with metaphorical moti- a frame” (237), like White House and U.S.
vation (e.g. in den sauren Apfel beissen, “to government (“The White House did not inter-
bite into the sour apple”, corresponds roughly vene” is a metonymy, 238).
to to bite the bullet). Thus, it is clear why, in “The metonymic source projects its con-
phraseology, there are so many more studies ceptual structure onto that of the target, not
on metaphors than on metonymies. by means of a systematic matching of coun-
However, by discussing the numerous Ger- terparts, but by conceptually foregrounding
man idioms in the semantic field ‘Dummheit’ the source and by backgrounding the target.”
(“stupidity”), Feyaerts (1999) shows how dif- (226)
ferent levels of metonymical motivation can In Proust is tough to read (224) “the sub-
be interconnected. He finds metonymical con- domain of Proust’s works is “backgrounded”
cepts for STUPIDITY such as ‘sensorische and the whole domain of their author (in
Abweichung’ (“sensory aberration”), ‘man- which PERSON is a primary subdomain) be-
gelhafte visuelle Wahrnehmung’ (“insuffi- comes prominent” (226).
cient visual perception”), ‘unvollständiger When drawing a comparison with the ter-
sensorischer Apparat’ (“incomplete sensory minology of Lakoff’s theory and its further
apparatus”), ‘mangelhafter Kopfinhalt’ (“in- developments, idioms are not at the centre of
sufficient head-content”) etc., with examples interest. Nonetheless, the cognitive terminol-
such as einen Wurm/eine Motte (and many ogy may be applied to them. Baranov and
quasi-synonyms) im Kopf haben (“to have a Dobrovol’skij’s (1996) considerations are ex-
worm/a moth in the head”). plicitly related to idiomaticity. They formulate
This results in a metonymical chain (156): the difference using the concept of “frames”
[WÜRMER (...)] für [MANGELHAFTER and show “that metonymical transformations
KOPFINHALT] für [DUMMHEIT] can be described in cognitive terms as opera-
‘Mangelhafter Kopfinhalt’ itself can be tions on one frame (most often with the re-
motivated in different metonymical ways, e.g. duction of a frame to one or several slots).
as a ‘violent contact with the head’ as a direct Metaphorical transformations presuppose op-
cause of the insufficient container/box and its erations over more than one frame.” (420)
content (169): Other authors, such as Feyaerts (1999,
Du hast wohl eins mit dem Holzhammer abge- 140ff.), who is also explicitly concerned with
kriegt? idioms, refuse to differentiate between meta-
(roughly “you must have been hit by a hammer?”) phors and metonymies by means of a do-
Du bist wohl auf den Kopf gefallen? main-concept, as it is difficult to delineate do-
(roughly “you must have fallen on your head?”) mains in a plausible way.
In the following, I will only explain the basic This is why Feyaerts sticks to the classical
terms, since the cognitive concept of meta- distinction that goes back to Roman Jakobson
phors is discussed more thoroughly elsewhere and conceives the metaphor as a relation of si-
(art. 68). milarity, the metonymy as a relation of conti-
Based on the discussion of present con- guity “zwischen zwei Entitäten (Bedeutun-
cepts of metonymies, Barcelona (2002, 246) gen, Konzepten)” (“between two entities
draws the line between metaphors and meton- [meanings, concepts]”). In this context, it is
ymies as follows: important to note that neither similarity nor
100 III. Semantik der Phraseme / Semantics of set phrases

contiguity exist “objectively”, but are a con- 6.3. Synecdoche


struct of the particular language or speaker. Many authors – including specialists in rheto-
A few recent studies point out that meta- ric – consider the synecdoche a subclass of
phoricity may be motivated by metonymicity. the metonymy. Others emphasize the autono-
Barcelona even claims that this is the normal my of the synecdoche. Dietz (1999, 33ff.),
case and that metonymy is “a more basic cog- for instance, suggests that the synecdoche
nitive strategy than metaphor” (244). How- should be defined through its prototypical re-
ever, this question is beyond the scope of this presentation in classical rhetoric (pars-pro-
article. Based on examples from word forma- toto relation and genus-species relation), and
tion (such as Nl. schapenkop = Germ. Schafs- that the more quantitative relations (synec-
kopf, “sheephead”, ‘stupid person’) and phra-
doche) should be separated from the more
seology (such as Nl. in de strong zitten “to sit
qualitative ones (metonymy, e.g. cause – ef-
in the shit” ‘to be in great trouble’), Geeraerts
fect). The issue of synecdoche as a subclass
(2003) gives evidence of the interaction of
of metonymy or as an independent category
metaphor and metonymy.
has received only scant attention in phraseol-
An interesting borderline case between me-
ogy. This may be because, on the one hand,
tonymy and metaphor – seinen Hut nehmen
in (German) phraseology the synecdoche
(“to take one’s hat”, ‘to [forcedly] resign from
plays only a secondary role and, on the other
office’) – is discussed by Hartmann (1999),
hand, it often appears in connection with me-
who, using Baranov/Dobrovol’skij’s tools,
tonymical or metaphorical relations.
pleads for a metonymical interpretation of this
idiom (although the semantic transformation In the German language, the synecdoche
crosses a domain-boundary). appears more frequently in word formation
than in phraseology (Dummkopf, Rotkehlchen
In the German language, many examples
in contrast to ein kluger Kopf, cf. Munske
of combinations of metonymies and meta-
phors can be found in idioms with colour de- 1993, 503).
scriptions as components, such as this exam- Whereas the pars-pro-toto type occurs
ple: fairly often in German phraseology, the
Alles im grünen Bereich (‘everything in the genus-species type is quite rare (regarding the
green area’, “everything is under control, following examples, cf. Dietz 1999, 312ff.).
okay”) – goes, according to Duden 11, back This asymmetry is semantically interesting
to “auf die Anzeige von Kontroll- und Regel- because pars-pro-toto relations are imagi-
automaten (...), die mit roten Feldern den Ge- nable, but genus-species-relations are often
fahrenbereich, mit grünen Feldern den nor- not.
malen Arbeitsbereich (...) markieren” (“the Obvious cases such as pro Nase (“per
display of control machines that mark danger- nose”) for ‘per person’ – a pars-pro-toto rela-
ous regions with red fields and the normal op- tion – are rare. Most often, the semantic spe-
erating range with green fields.”). cificity of a phraseme cannot be fully ex-
First of all, the expression is a metonymy plained by the synecdoche. In seine (eigene)
in the technical field itself, and it means that Haut retten (literally equivalent to English to
the operation is under control in this range. save one’s [own] skin), Haut (“skin”) stands,
From there, the expression is metaphorically firstly, for ‘body’, secondly for the physical
transferred to situations and human actions existence and the human being as a whole
where everything is ‘in Ordnung, unter Kon- (‘to save oneself’).
trolle’ (“okay, under control”, cf. Wanzek It is difficult to find clear examples of
2003). The technical metonymy itself is based genus-species relations. In seine Brötchen
on the symbolic meaning of green and red verdienen (“to earn one’s bread rolls”, ‘to
(Dobrovol’skij/Piirainen 1996, 275–276). We earn one’s living’), Brötchen (“rolls”) might,
thus end up with the following chain: at first sight, be considered a subset of ‘gro-
ceries’. However, this expression surely not
grün (symbol) only relates to groceries, but to all means of
symbol

subsistence.
grüner Bereich (engineering) Circumstances are even more complex in
metonymy the case of hinter Schloss und Riegel (“behind
↓ lock and bolt”) or in den eigenen vier Wänden
grüner Bereich (action) (“within your own four walls”). We cannot
metaphor simply reinterpret Schloss und Riegel (“lock
9. Semantic aspects of phrasemes 101

and bolt”) to ‘prison-door’, nor Wände uations, one or the other meaning can stand
(“walls”) to ‘house’ or ‘apartment’. In the out. This becomes apparent when one or the
first case, ‘prison-door’ is itself a synecdoche other level is additionally specified:
for ‘prison’, and the whole expression then er schüttelte kaum merklich den Kopf (level of real
means ‘to be in prison (as a prisoner)’. In the behaviour)
second case, ‘house’ does not simply denote (“he shook the head hardly noticeably”)
the place, but also the special feeling of er schüttelte verneinend den Kopf
‘being at home’, of ‘to feel at ease at home’. (level of symbolic meaning)
Synecdoches can also be understood in the (“he shook his head negating”)
broader sense (cf. Dietz, 322ff.) by including If the real motivation is lost, i.e. if the real be-
“partial aspects” of actions or circumstances. haviour is not performed anymore, the ex-
In doing so, one leaves the realm of classical pression is completely idiomatized. In the
rhetoric and enters the field of the cognitive 17th century, sich die Haare raufen (roughly
concept of “frames” and “scripts” (or “scenar- “to tear at one’s hair”) was a behaviour per-
ios”). The act of paying, for example, in- formed in reality, which is not the case these
cludes a row of partial factors or phases, the days. What is left is the phraseological mean-
first of which is verbalized by tief in die ing ‘not to know what to do out of despera-
Tasche greifen (müssen) (“to [have to] reach tion, to be desperate’. Expressions that were
deep into the pocket”). Here, for today’s never based on real behaviour and whose real
speakers, a metaphorical motivation exists in level of meaning is only imagined are called
addition to the synecdochial one because we “pseudo-kinegrams”: jmdm. in den Arsch
are no more concerned only with coins (as in kriechen (“to crawl into sb.’s ass”, ‘to flatter
the original, historical motivation), but pri- sb. or to act submissively in a dishonorable
marily with bills or not even physical money, manner’). If the actual behaviour can only be
but rather with electronic money transfers and imagined, it is plausible to suppose a metony-
such. mical relation in the usual sense (see Munske
1993, 502). In cases such as die Ohren spitzen
6.4. The special case of kinegrams (roughly equivalent to to prick up one’s ears)
Concerning motivation, kinegrams (Burger we may possibly be dealing with a combina-
1976, Burger/Buhofer/Sialm 1982, 56ff.), tion of metonymy and metaphor. If one con-
such as den Kopf schütteln (“to shake the siders the behaviour of certain animals (such
head”), mit der Faust auf den Tisch schlagen as cats or dogs, that raise their ears so that the
(“to bang the fist onto the table”), and die ends stand up, Duden 11) to be the motivation
Achseln zucken (“to shrug the shoulders”) re- of this idiom, then we are dealing with a met-
present a special case. On the linguistic level, onymy, which is metaphorically transferred
these expressions have no striking character- from the domain ‘animals’ to the domain ‘hu-
mans’ (this example is discussed in Dietz
istics. The meaning of den Kopf schütteln is
1999, 306–307).
the same as the meaning of the regular combi-
nation of the components, i.e. the expression
denotes a non-verbal, physical behaviour. 7. Collocations
This behaviour is itself symbolically encoded,
though, in most cases, not in a unique way. The term “collocations” denotes fixed word
Den Kopf schütteln can, for instance, denote connections which show no or only very
‘negation’ as well as ‘astonishment’. The weak idiomatic transformations of meaning.
symbolic meaning of the behaviour then en- As such, they do not appear very interesting
ters into the phraseological meaning of the at first from the semantic point of view.
word connection. The relationship between As an example, the connection wir befin-
the literal and phraseological meaning should den uns in Anfahrt auf [Ort] (roughly “we are
be characterized metonymically, as Dietz approaching [place]”) is specialized to an-
noted (1999, 304); the gesture expresses a nouncements in German trains. One could
certain kind of emotion, for example. How- use the same expression if one wanted to
ever, the metonymical relation does not, as communicate one’s location while driving a
usual, denote a substitution, but both mean- car, but it is probably uncommon. In Switzer-
ings coexist side by side. In kinegrams, by land, the corresponding announcement (with
contrast with other idioms, both levels of the same function) would be nächster Halt
meaning are active. However, in concrete sit- [Ort] (“next stop [place]”). These two word
102 III. Semantik der Phraseme / Semantics of set phrases

combinations do not differ semantically, but everyday word combinations should be men-
are only fixed in this form. One could possi- tioned. The letzte Meile (“the last mile”) is an
bly speak of a pragmatic specialization in a inconspicuous free word combination in
certain context and situation. A more restric- everyday language use. In the technical termi-
tive view is held by Hausmann (e.g. 1985) nology of telecommunications, however, the
who calls only those word connections “col- expression has experienced a semantic specia-
locations” that consist of two components lization.
which exhibit a hierarchical gradation be- “Als letzte Meile bezeichnet man bei Strom-und
tween “base” and “collocate” (cf. also art. Gasversorgungs- sowie bei Telekommunikations-
77). For example, in Geld abheben (“to with- netzen (z.B. Telefonnetz, Kabelfernsehen, Internet)
draw cash”), the noun Geld (“money”) is the den letzten Abschnitt der Leitung, die zum Hau-
base and the verb abheben (“to withdraw”) is sanschluss bzw. zum Teilnehmerhaushalt führt.”
the collocate. This hierarchy arises predomi- (http://de.wikipedia.org/wiki/Letzte_Meile, looked
nantly from the text-producer’s point of view up on 19.4.06)
(the person writing the text looks for the verb
(“In electrical and gas supply as well as telecommu-
to go with Geld). The history of the concept nication networks [e.g. telephone network, cable
of “collocation” is summarized in Bahns TV, internet], the letzte Meile denotes the last seg-
(1996). Regarding the history of the concept ment of the cable that leads to the house connection
of collocations, as well as the discussion in or the household of the participant.”)
the Anglo-Saxon research as to where the col-
location should be placed in the spectrum be- Compare the English expression local loop:
tween free and fixed word connections, see In telephony, a local loop is the wired connection
Bahns (1996, 6ff.). From a semantic point of from a telephone company’s central office in a lo-
view, collocations have either no distinct fea- cality to its customers’ telephones at homes and
tures compared to free word combinations, or businesses. This connection is usually on a pair of
copper wires called twisted pair.
they are a sub-class of the partly-idiomatic (http://searchnetworking.techtarget.com/sDefini-
word combinations. In the latter case, the base tion/0,,sid7_gci212497,00.html, looked up on
in principle has the same meaning as outside 20.4.06)
the collocation. This is not the case for the
collocate. A typical collocation which, syn- In this case, the German expression is not
chronically, must be regarded as partly-idio- borrowed from the English language. In addi-
matic, is to kill time (cf. art. 77): time (basis) tion, the German one is more strongly meto-
is being used in a literal sense, while kill (col- nymical than the English one. Gross (1996,
locate) is used figuratively. Expressions such 27) emphasizes that nouns and nominal com-
as Geld abheben (“to withdraw cash”) should pounds are of central importance in the crea-
be viewed as borderline cases. Abheben (“to tion of terminologies in languages for special
withdraw”) in Geld abheben has a meaning purposes.
which only occurs in connection with Geld Metaphors are also relevant in technical
(or in semantically related words such as languages. Scientists use metaphors, namely
Guthaben (“deposits”) and so on). These are single-word metaphors, as well as phraseolo-
phenomena on the border of “lexikalische So- gical metaphors. The TEXT-metaphor is pro-
lidaritäten” (“lexical solidarities”) in the sense totypical for this. It comes from genetic re-
of E. Coseriu. Only if the historically underly- search, was made public by experts and ex-
ing imagery was still active synchronically in perienced an unimagined development in the
abheben (“to withdraw”) – which is probably non-professional public, in which certain as-
not the case –, would the connection have to pects of the semantics of ‘Text’ became inde-
be regarded as partly-idiomatic. pendent and completely uncoupled from the
technical basis. Such processes are also ob-
served in phraseology where they take on re-
8. Features of phraseological semantics markable semantic dimensions. As a repre-
in special-purpose languages sentative example, the expression schwarzes
Loch (“black hole”), which has been thor-
Regarding the phraseology of special-purpose oughly investigated, should be mentioned.
languages, the reader may refer to the articles “Ein schwarzes Loch ist ein Himmelskörper,
42–44. Here, I would like to address only a dessen Materie so stark komprimiert ist, dass
few semantic matters. First, the specialization er zu einem Punkt ohne Ausdehnung mit un-
– in the sense of a terminologization – of endlich hoher Dichte zusammenfällt.”
9. Semantic aspects of phrasemes 103

(Drewer 2003, 149) (“A black hole is a celes- compounds have been examined for a long
tial body whose matter has been compressed time precisely because of their intermediate
so much that it collapses to a point without position between phraseology and word for-
area and with infinitely high density.”) mation. Gross counts the “noms composés”
The metaphor black hole was coined by the (compounds) as “locutions” by which he de-
American physicist John Archibald Wheeler notes “tout groupe dont les éléments ne sont
(in a publication from 1968). In 1968, the ex- pas actualisés individuellement” (each group
pression black hole was already commonly whose elements are not individually “actua-
used in the English language (as ‘punishment lisés”). With “actualisés” he means the con-
cell’, ‘place of confinement for punishment’, crete morphosyntactic shaping regarding ca-
‘the deep dark pool under a waterfall’, sus, numerus (in the case of the verb, regard-
Drewer 2003, 182 according to the Oxford ing the person, tempus etc.). Put differently:
English Dictionary 1961). In German, in con- not each component of “noms composés” can
trast, only the simple lexeme Loch (“hole”) be individually “actualisé”. Among the
had a meaning that becomes relevant for the “noms composés”, there are examples where
physical metaphor, namely ‘Gefängnis’ the internal structure differs from the structure
(“prison”). With the translation of Engl. black of regular French word connections (tire-bou-
hole to German schwarzes Loch, a new Ger- chon, en-cas, va-nu-pieds, Gross 34); most of
man phraseme was created, a phraseme that, them, however, do not structurally differ from
at first, was only used in technical contexts, free word connections (vin blanc). The se-
but soon appeared and became popular in mantics of nominal “locutions” exhibits a de-
non-technical, popular science texts. In non- gree of idiomatization similar to that in the se-
technical contexts, the metaphor produces a mantics of verbal idioms. At first glance,
chain of associations which stem from the some expressions have no distinct semantic
everyday meaning of the word connection: features, i.e. only a deeper investigation
Black holes are a danger, a threat, they are shows that they are phraseological at all. The
anthropomorphized into ravenous and mali- main aspect of their phraseologization is the
cious creatures, leading to hell, and so on. fact that as a whole, the expressions represent
a “dénomination”, and thus cannot be viewed
as a shortened expression.
9. Idiomaticity in word formation Vin blanc is a type of wine (in contrast to
vin rouge). Nobody says “ce vin est blanc”
The borderline between word formation and (“this wine is white”), but “c’est un vin
phraseology differs from language to lan- blanc” (Gross 50). We are not dealing with a
guage. In German, it can be drawn very predication in which the predicate ‘white’ is
clearly. Regarding morphology, compounds added to ‘wine’, nor with the colour ‘white’
are words but not word combinations (the within the paradigms of colours that are usual
first component loses its morphological inde- in the French language. (The colours used to
pendence, only the second component is in- describe different types of wine are, at best, a
flected, the inflection of attributive adjectives reduced paradigm.) This is even more appar-
is determined by the second component, etc.). ent in arme blanche ‘hand weapon’, where
This is not so clear in French and English. blanche does not allow any contrasts within
Čermák (art. 2) also gives examples from the colour paradigm (not: une arme verte,
non-Indo-European languages. Interlingual noire; Gross 51).
comparison shows that in places where there The semantic distinction of “endocentric”
is a compound in German, other languages and “exocentric” noms composés shows a
often have a phraseological word combina- clear difference of idiomatization: from a se-
tion (cf. Weisswein/vin blanc/white wine). It is mantic perspective, the noun is the head of
thus necessary to include compounds in the the phrase in endocentric compounds. This is
discussion. This is important because, seman- why it is possible to say:
tically, the same phenomena as in phraseol-
ogy can also be observed in word formation. “Un vin blanc est un vin.”
This problem arises most often in the realm Only a more thorough investigation shows
of the noun, much more rarely in the verbal that there is also an idiomatization in endo-
realm. centric compounds. For example, porte de
As an example, let us take the French lan- garage (“garage door”). If one says la porte
guage (Gross 1996), a language in which de mon garage (“the door of my garage”),
104 III. Semantik der Phraseme / Semantics of set phrases

then the combination de mon garage (“of my The phenomenon of polysemy exists in
garage”) is a “détermination”, it identifies a phrasemes as well as in words. The following
given object. Porte de garage (“garage aspects are characteristic for phraseology:
door”), on the other hand, denotes a certain jmdm. eins auf die Nase geben (“to give sb. some-
type of porte (Gross 37ff.). thing onto the nose”)
The exocentric compounds are fully or 1) ‘jmdn. verprügeln’ (“to beat sb. up”)
partly idiomatized. In German, there are 2) ‘jmdn. zurechtweisen’ (“to rebuke sb.”)
many exocentric compounds (fully idiomatic
In examples of this kind, it is apparent that
e.g. Augenblick “instant”, Auge “eye” + Blick
the first phraseological meaning is already a
“look”), Hochzeit (“wedding”, hoch “high” +
metaphor or metonymy, such that polysemy
Zeit “time”). It is thus impossible to say:
presents itself as a gradation of metaphoriza-
“(Ein) Augenblick ist ein Blick” (“an in-
tion with increasingly abstract meaning. This
stant is a look”).
phenomenon is called “secondary (or tertiary
In German, one very often encounters exo-
etc.) metaphorization” (cf. Häusermann 1977,
centric semantic structures where the second
component of the compound is metaphorical 96ff.; Černyševa, in: Stepanova/Černyševa
and metonymical: Reisewelle (“surge of holi- 1975, 227ff.; Hyvärinen 1996). Of course it
day traffic”, Reise “voyage”, Welle “wave”), occurs only in metaphorical phrasemes, and
Baulöwe (“building speculator”, Bau “con- similarly, but less frequently, in words. One
struction”, Löwe “lion”), Geldquelle (“source can thus only speak of a relative dissimilarity
of money”, Geld “money”, Quelle “source”), of the phraseological meaning compared to
Bücherwurm (“bookworm”, Bücher “books”, the lexical one. The reason for this lies in the
Wurm “worm”). (Rothkegel 1973 defines the secondary semiotization (cf. art. 15) of phra-
terms “endocentric”/“exocentric” with logical semes: “Behind” the word that occurs as a
categories. She also applies them to verbal component of the phraseme, there is always
idioms even though the distinction is not so (unless it is a unique component) the word in
apparent here.) its autonomous meaning. Put differently: in
lexicology, it is already the second semantic
level that corresponds to the primary meaning
10. Intra- and interlexical semantic of the polysemic phraseme.
relations This can be seen, for example, in the case
of the adjective hart (“hard”):
Besides the previously discussed features, 1. a) ‘nicht weich oder elastisch, sondern fest
phrasemes are often attributed specific se- und widerstandsfähig; kaum nachgebend’ (...)
mantic properties thought to be essential for (“not soft or elastic, but solid and resistant;
the distinction between phrasemes on the one scarcely yielding/giving in”) ein harter Stein
hand and words and non-phraseological word (“a hard rock”)
combinations on the other hand. These prop- (...)
erties mainly refer to “interlexical” semantic 1. d) ‘abgehärtet, robust und widerstandsfähig’
relations (synonymy, hyponymy etc.) be- (“hardened, robust and resistant”) Cowboys
tween phrasemes and other lexical units sind harte Burschen (“Cowboys are tough
guys”)
(words or phrasemes). They may also or refer ‘mühevoll, schwer [erträglich]’ (“trouble-
to “intralexical” semantic relations between some, hard [to bear]”) harte Arbeit (“hard
different meanings (polysemy) of one single work”)
phraseme (cf. Lutzeier 1995). In art. 10, ‘ohne Mitgefühl; unbarmherzig, streng’
which is mainly concerned with interlexical (“without sympathy; pitiless, severe”) ein har-
relations, Proost discusses the question ter Friedensvertrag (“a severe peace treaty”)
whether phrasemes can, as a rule or at least (...)
partially, be distinguished from non-phraseo- 4. a) ‘von grosser [als unangenehm empfun-
logical lexical units on the basis of their role dener] Stärke, Intensität’ (“of great [unplea-
in lexical-phraseological paradigms. For this sant] strength, intensity”) ein harter Winter
reason, I will only elaborate on the “intralexi- (...) (“a hard winter”)
(Duden GW)
cal” problem of polysemy. (In chapter 11, I
discuss certain general semantic properties, The concrete meaning (1.a) is metaphorized
such as vagueness, expressivity etc., which in several directions, but it is always possible
are mainly, albeit not exclusively, ascribed to to refer to a concrete base. The case where a
phrasemes.) concrete base is missing, i.e. where the first
9. Semantic aspects of phrasemes 105

level of the word’s meaning already has a cally sufficiently described by the paraphrase
metaphorical character, only occurs in lexi- in Duden 11:
cology if there is a word in the word family 1. ‘den Anker auswerfen, ankern’ (“to throw out
that has the non-metaphorical concrete mean- the anchor, to anchor”)
ing. For example, behämmert (‘stupid/crazy’) 2. ‘[irgendwo] Rast machen; sich niederlassen’
obviously has only a metaphorical meaning (“to rest [somewhere]; to settle down”)
(‘sb. who has been hit on the head with a
hammer and is therefore stupid’). The word The second paraphrase sets the frame within
behämmert can only (synchronically) be un- which the metaphor can become effective.
(Other metaphorizations, such as ‘to reach the
derstood metaphorically because the adjective
goal of an action’, can also be imagined.)
is connected to the noun Hammer (“ham- Perhaps the fact that it is so easy to produce
mer”), which itself has a concrete meaning secondary metaphorization is specific to phra-
(and several metaphorical ones), and to the seology. The image of ‘throwing an anchor’
verb behämmern (“to treat with a hammer, to can be applied ad-hoc to many situations. But
hit onto something incessantly”), which can this transfer is not equally common in all
only be understood in a concrete way. kinds of situations, and outside the frame giv-
Černyševa (1981, 40) distinguishes be- en by paraphrase (2), a transfer would not ap-
tween “sekundäre” (secondary) and “paral- pear idiomatic.
lele” (parallel) metaphorization. In the latter
case, several metaphorical meanings come
about in parallel to a primary (concrete) 11. Semantics of phrasemes – semantics
meaning of a word connection. These meta- of lexemes
phorical meanings are not based on one an-
other; instead, they are independent. It ap- I will discuss certain semantic aspects below
pears that this phenomenon occurs very which are often believed to be specific to
phrasemes. However, it will become clear that
rarely. The examples that Wanzek (2003, 22)
it is difficult to make generalizations in this
gives indicate that such shifts in meaning hap- respect (cf. art. 10).
pen only occasionally:
Jmdm. grünes Licht geben (“to give sb. 11.1. Complexity
green light”) 1. ‘to give sb. the permission to It is a commonplace in phraseology research
do something’, 2. ‘to give somebody ecologi- that phrasemes are generally semantically
cal electricity’. The second meaning appar- more complex than words. In the terminology
ently was only found in an advertisement for of the seme-analysis, this means that in addi-
ecological electricity and it is unlikely that it tion to its semantic kernel, the phraseme pos-
is commonly used. sesses more “differenzierende und konkreti-
It has been suggested (by Černyševa, cf. sierende Seme” (“differentiating and concre-
Häusermann 1977, 99) that for phrasemes tizing semes”, B. Wotjak 1992, 24) than a
one should use the vague term “weite Bedeu- (semantically comparable) word. A typical
tung” (“broad meaning”) instead of the term explanation from a dictionary can illustrate
“polysemy”, as phrasemes supposedly often that:
have a much less definite meaning than Das Kind mit dem Bade ausschütten ‘zu radikal
words. The examples given for instance by vorgehen, mit dem Schlechten zugleich auch das
Häusermann (1977, 98) do not convince the Gute verwerfen’: Wegen dieser Zwischenfälle
reader that there is a need for a special kind gleich ein allgemeines Demonstrationsverbot zu
of “meaning” for phrasemes. In my opinion, verhängen, das heisst doch das Kind mit dem Bade
it suffices to note that idioms whose motiva- ausschütten. (Duden 11)
tion is still alive can be applied to novel situa- (“to pour out the child with the bath”, ‘to proceed
tions through normal metaphorical and meto- too radically, to dismiss the bad at the same time as
nymical processes. Here, it is crucial that a the good’: To impose a general ban on demonstra-
given idiom does not allow any kind of po- tions due to these incidents would mean das Kind
tential metaphorization, except for those that mit dem Bade ausschütten.)
stay within the conventionalized frame. As It is not quite clear from the first part of the
such, the widely discussed example vor Anker explanation ‘zu radikal vorgehen’ (“to pro-
gehen (cf. Häusermann, see above) (“to go ceed too radically”) how this expression is
before anchor”, ‘to anchor’) is lexicographi- typically used; the second part, in which there
106 III. Semantik der Phraseme / Semantics of set phrases

are two expressions – ‘etwas Schlechtes’ (“Gemini. You want to hit several flies with one
(“something bad”) and ‘etwas Gutes’ (“some- swat [roughly equivalent to Engl. kill two birds with
thing good”) – and a relation between the one stone], concentrate on the surest victims and
not on the most distant target, that saves a lot of
two, clarifies this point. Accordingly, the ex- time.”)
ample that is given to illustrate the usage of
the expression is formulated in a characteris- It is not known what the points of reference
tic way. Both expressions, ‘etwas Schlechtes’ are to which the phrasemes could be applied.
and ‘etwas Gutes’, are addressed in the con- It is not said what the “several flies” refer to,
text of diese Zwischenfälle (“these incidents”) which action is alluded to when the person in
versus allgemeines Demonstrationsverbot question “hits the flies with one swat”, and so
(“general ban on demonstrations”) and one on.
should make the relation explicit as follows: The phrasemes offer empty formulas, so to
‘not only prevent incidents during demonstra- speak, formulas that would be filled by the
tions, but generally ban demonstrations.’ context in other kinds of texts, and whose
However, it may well be that the expres- concretization is left to the person targeted in
sion is not relational in this sense, but is used the horoscope.
much more simply in the sense ‘to proceed In metaphorical or metonymical idioms,
too radically’. Aus einer Mücke einen Elefan- the target domain is fixed semantically to
ten machen (“to make an elephant out of a varying degrees. This may be due to the fact
mosquito”, ‘to blow something up, to that the target domain is not specified at all in
exaggerate’, Duden 11) is a similar case. The one component because there, the idiom con-
Duden definition is sufficient for many occur- tains an external valence, e.g. the indirect ob-
rences, but the expression is also typically ject in the idiom [einer Sache] einen Riegel
vorschieben (roughly: “to put a lock bar [in
used in situations in which two quantities or
front of something]”, ‘to prevent something,
qualities are put in relation to one another
to prevent somebody from doing something
(e.g. ‘to [wrongfully] make a big thing out of
undesirable’).
a small thing’).
The external valence can also be more
In texts, semantic complexity can be found clearly specified semantically as, for instance,
particularly in idioms that have a composi- in etwas an die grosse Glocke hängen (“to
tional structure. This does not necessarily hang something onto the big bell”, ‘to tell the
mean that the compositional structure is used, whole world about sth. private/confidential’).
but one typical usage is surely the one dis- It is part of the semantics of the idiom that the
cussed above. If the compositional structure thing that is “hung onto the bell” must be
is not used, more global and less specific se- something confidential. However, idioms
mantics come into operation, which are not without empty valences (except for the sub-
prominent in dictionaries – and probably ject) also exhibit a great range of semantic
rightly so. specificity.
Proost (art. 10) shows that there are indeed Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen
certain phrasemes (in the class of verbs/phra- (see above), ‘to reach two goals at the same
semes denoting speech acts) whose meanings time’ is highly unspecified in regard to the
are “more specific and hence more complex” target domain. Put differently: the context has
than those of corresponding verbs, indepen- to determine what Fliegen (“flies”) and
dent of the context in which they occur. To Klappe (“fly swat”) stand for.
what extent this finding can be generalized re- By contrast, the target domain is fully de-
mains to be seen. termined in the metonymical expression eine
weiche Birne haben (“to have a soft pear”, ‘to
11.2. Vagueness be a bit simple-minded’) and the expression
In seeming contradiction to the preceding as- is clearly comprehensible out of context (re-
pect, it is often said that many idioms are garding this problem, see the discussion by
especially “vague”. If, in a tv-horoscope (cp. Dietz 1999, 150–151, concerning the expres-
art. 26), it is said: sion in den sauren Apfel beissen müssen).
Zwillinge. Sie wollen mehrere Fliegen mit einer 11.3. Expressivity
Klappe schlagen, konzentrieren Sie sich dabei auf
die sichersten Opfer und nicht wieder auf das ent- Many different characteristics are subsumed
fernteste Ziel, das spart viel Zeit. (SAT1, 13.9.96) under the title “expressivity” of the phraseme,
9. Semantic aspects of phrasemes 107

characteristics that could better be called much more frequent in this class than in
“connotative surplus value”. Many phrasemes words.
have a surplus of connotative characteristics First of all, this is of course only valid for
compared, respectively, to the corresponding those types of phrasemes that are defined
simple words or to an equivalent non-phra- through their pragmatic characteristics, espe-
seological formulation. These are partly latent cially communicative formulae. It has been
characteristics that will become effective only shown that the meaning of communicative
in certain contexts. The following two charac- formulae goes well beyond the literal mean-
teristics are especially important: ing of the word connection. Normally, how-
(1) In phrasemes with two readings, the literal ever, we are not concerned with idiomaticity
reading can “resonate” or be “actualized”. involving metaphorical (or similar) reinterpre-
This is especially important in metaphorical tations, but rather with pragmatic reinterpreta-
(or metonymical) idioms. Thus, in some tions and specializations.
works, expressitivity is equated with figura- Tu, was du nicht lassen kannst! (“Do what
tiveness. In my opinion, this point of view is you cannot leave”), for instance, is not an or-
too restrictive because other aspects (cf. (2)) der, but rather a warning or a dissuasion from
are neglected. an action. Dietz (1999, 158) provides the fol-
(2) Metaphoricity and metonymicity (and lowing paraphrase “Ich rate dir davon ab.
other “tropes” of classical rhetorics) are not Wenn du es trotzdem tun willst, kann ich dich
the only rhetoric features that characterize nicht daran hindern, aber sage nicht, ich hätte
large groups of phrasemes. Numerous phra- dich nicht gewarnt!” (“I advise you not to do
semes exhibit other rhetoric features that cer- it. If you still want to do it, I cannot prevent
tainly occur outside of phraseology as well, you, but don’t say I did not warn you!”).
but not in the lexicalized form. For example, Similar statements can be made about
the internal rhyme is eye-catching in many “fixed phrases” such as Da lachen ja die
idioms and proverbs (Germ. mitgefangen mit- Hühner! (“Even the chickens are laughing”).
gehangen; Morgenstund hat Gold im Mund; The ‘lachenden Hühner’ (“laughing chick-
Eile mit Weile). In binomial idioms, the twin ens”) are first of all not simply a metaphor for
structure is often accentuated by an allitera- ‘lachende Menschen’ (“laughing people”). It
tion (Germ. fix und fertig, gang und gäbe), rather means the following: ‘Eine Sache ist so
equally in verbal phrasemes that have a twin lächerlich, dass sogar Hühner darüber lachen
component (Germ. mit jmdm. durch dick und würden’ (“Something is so ridiculous that
dünn gehen). even chickens would laugh about it”). But
this is not the end of the story. As a whole,
Oftentimes, the “pragmatic surplus value” the expression is used to communicate one’s
(see below 11.4) is subsumed under the title rejection of an absurd claim (Dietz 159). The
“expressivity”. However, because of its cru- unreal-hyperbolic picture confirms and even
cial importance for the usage of phrasemes, I intensifies the rejection.
will discuss it separately. But idioms also frequently exhibit prag-
matic components. Evaluative actions in par-
11.4. Pragmatic surplus value ticular are performed with phrasemes and at
At the end of our discussion about semantics, the same time, with actions such as refer and
I will briefly discuss the so-called “pragmatic predicate. There, negative evaluations clearly
surplus value” (regarding the basic pragmatic prevail. According to Kühn (1994, 420, and
aspects of phrasemes see art. 12–14). It is already earlier), phrasemes are “besonders ge-
well known that semantic and pragmatic as- laden” (“particularly loaded”) pragmatically.
pects cannot be clearly separated, and this is For example, according to Duden 11, the
especially true for phraseology. In the follow- phraseme etw. an den Mann bringen (“to
ing, I give a few examples to illustrate how bring something to the man”) has two negat-
difficult it is to delineate the two aspects: ing meanings: ‘etw. verkaufen’ (‘to sell some-
Pragmatic factors that determine the con- thing’) and ‘im Gespräch o.ä. etwas mitteilen,
crete usage of the expression in context and äussern, erzählen’ (‘to communicate, utter,
account for its surplus value, compared to tell something during a conversation or simi-
quasi-synonymous non-phraseological formu- lar’). This paraphrase does not explain why,
lations, are of great importance throughout in certain contexts, this phraseme is favoured
the whole spectrum of phrasemes and are over the simple verb verkaufen (“to sell”).
108 III. Semantik der Phraseme / Semantics of set phrases

For that, one has to take the pragmatic surplus COD (1995) = The Concise Oxford Dictionary of
value into account, which is described by Current English. Thompson, D. (ed.). Ninth Editi-
Kühn (1994, 421) as follows: “In beiden Ver- on. First edited by H.W. Fowler and F.G. Fowler.
wendungsweisen drückt man zudem aus, dass Oxford.
das Verkaufen einer Ware oder Anbringen ODI (2004) = The Oxford Dictionary of Idioms.
eines Argumentes wegen bestehender Siefring, J. (ed.). 2nd ed. Oxford.
Schwierigkeiten (...) anstrengend, mühevoll
oder recht schwer ist. Derjenige, der etwas an 12.2. Literature
den Mann bringt, wird daher als geschickt, Ariel, M. (ed. 2002): Literal, minimal and salient
ausdauernd, erfahren, zielstrebig oder clever meanings. In: Journal of Pragmatics 34, 345–506.
angesehen.” (“In both kinds of usages, one
also expresses the fact that the selling of Ariel, M. (2002): The demise of a unique concept
of literal meaning. In: Journal of Pragmatics 34,
goods or the utterance of an argument is ex- 361–402.
hausting, troublesome or quite hard due to ex-
isting difficulties. The one who brings some- Bahns, J. (1996): Kollokationen als lexikographi-
thing to the man is thus considered skillful, sches Problem. Eine Analyse allgemeiner und spe-
persevering, experienced or clever.”) zieller Lernerwörterbücher des Englischen. Tübin-
gen.
Munske (1993, 492–493) uses the example
Die Neuen Bundesländer (“The new federal Baranov, A.N./Dobrovol’skij, D. (1996): Cognitive
states” of Germany) to show what role the modeling of actual meaning in the field of phraseo-
evaluative aspect already plays in the con- logy. In: Journal of Pragmatics 25, 409–429.
scious creation of a phraseme (in this case an Barcelona, A. (2003): Clarifying and applying the
onymic one). After the reunification of West notions of metaphor and metonymy within cogniti-
and East Germany, a new name for the east- ve linguistics: An update. In: Dirven, R./Pörings, R.
ern part was needed, a name that would not (ed.) (2003), 207–277.
evoke negative associations with the GDR Baur, R.S./Chlosta, C./Piirainen, E. (Hrsg.) (1999):
past, but would emphasize the positive aspect Wörter in Bildern – Bilder in Wörtern. Baltmanns-
of the newly attained unification. The expres- weiler (= Phraseologie und Parömiologie Bd.1).
sion Die Neuen Bundesländer fulfilled this Burger, H. (In Zusammenarbeit mit H. Jaksche)
demand and Munske considers it an example (1973): Idiomatik des Deutschen. Tübingen.
of a “gelungenen Nominationsaktes” (493, Burger, H. (1976): “die Achseln zucken” – Zur
“successful act of nomination”). (Moreover, sprachlichen Kodierung nicht-sprachlicher Kommu-
in historical retrospect, one could also speak nikation. In: Wirkendes Wort 26, 311–334.
of a euphemistic formulation – as Munske Burger, H./Buhofer A./Sialm A. (1982): Handbuch
himself suggests –, since it is debatable der Phraseologie. Berlin.
whether the complete fading-out of the GDR
past was the right path to choose.) However, Černyševa, I.I. (1981 [1973]): Das phraseologische
System und seine semantischen Kategorien (an
new features such as ‘unemployment’, deutschem Material). In: Jaksche, H./Sialm, A./Bur-
‘ecological destruction’, etc. were soon added ger, H. (Hrsg.): Reader zur sowjetischen Phraseolo-
to the positive valuation, features that threaten gie. Berlin, 29–49.
to neutralize the originally positive connota-
tion. The complementary expression, the an- Dietz, H.-U. (1999): Rhetorik in der Phraseologie.
Zur Bedeutung rhetorischer Stilelemente im idioma-
tonym Die Alten Bundesländer (“Old federal tischen Wortschatz des Deutschen. Tübingen (=
states”) was created shortly thereafter, an ex- RGL 205).
pression that has been acquiring more and
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9. Semantic aspects of phrasemes 109

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110 III. Semantik der Phraseme / Semantics of set phrases

10. Paradigmatic relations of phrasemes

1. Introduction big. The discussion of the paradigmatic rela-


2. Paradigmatic relations of phrasemes and tionships of phrasemes will be restricted to
words the sense relationships of these word combi-
3. Phrasemes in lexical fields nations. These include relations of identity or
4. Phrasemes as fillers of lexical gaps
5. Select bibliography
similarity of meaning (synonymy), relations
of meaning contrast (antonymy, complemen-
tarity, converseness, etc.) and relations of
1. Introduction meaning inclusion (hyponymy).

Phrasemes are multiword expressions which 2.1. Synonymy


are units of the lexicon. Like one-word lexical Synonymy is a relation of similarity or iden-
items, they enter into paradigmatic and syn- tity of meaning between senses associated
tagmatic relations with other elements of the with two or more different lexical forms (cf.
lexicon. Paradigmatic relations hold between Cruse 2002, 486), where the latter may be
a particular unit in a given combination of single words as well as phrasemes. The syno-
sounds, words or other linguistic elements nymy relations of phrasemes have been
and units which are substitutable for it in that claimed to be different from those of words
combination (cf. Lyons 1977, 241). They are not only with respect to their frequency but
set apart from syntagmatic relations, which also regarding their distribution across differ-
are relations holding between a particular lin- ent sections of the vocabulary.
guistic unit and the elements which precede Many authors have argued that synonymy
or follow it in the combination in which it oc- is more wide-spread among phrasemes than
curs (cf. Saussure 1967, 276–289). For exam- among words (cf. Černyševa 1981, 44–45;
ple, the adjective big is syntagmatically re- Dobrovol’skij 1988, 47; Schindler 1993, 97;
lated with the determiner a and the noun ani- Fleischer 1997, 178; Burger 1998, 74–75).
mal in the combination a big animal while This has been claimed to be true especially of
being paradigmatically related with other ad- absolute synonymy, a relation of complete
jectives such as small, wild and carnivorous identity between the senses of two or more
in phrases like a small animal, a wild animal distinct lexical forms. Though absolute syno-
and a carnivorous animal. The syntagmatic nymy is generally acknowledged to be rare
and paradigmatic relations which a given lin- among words (cf. Černyševa 1981, 44–45;
guistic unit enters into both contribute to its Cruse 2002, 488–489), the notion is not un-
differential value (Saussure’s ‘valeur’), i.e. problematic with respect to phrasemes either.
the value determined by the unique position a It is not clear in particular how similar the
unit occupies within the language system. senses of two or more phrasemes have to be
This article deals with the differential value of for these phrasemes to be regarded as abso-
phrasemes as compared to that of words. It lute synonyms. If identity of denotation and
will be concerned especially with the question connotation is required for two or more phra-
of whether there is anything specific about semes to be absolute synonyms and connota-
the meaning of phrasemes as opposed to that tions are taken to include the imagery of phra-
of words. The semantic properties typical of semes, absolute synonymy is likely to be as
phrasemes will be studied on the basis of the rare among phrasemes as it is among words.
paradigmatic relations of these word combi- If, by contrast, the imagery of phrasemes is
nations with words and other phrasemes. not taken to be part of a phraseme’s connota-
tions, absolute synonymy may well be more
frequent among phrasemes than among
2. Paradigmatic relations of phrasemes words.
and words The abundance of phraseological syno-
nyms is often taken to be a consequence of
Lexical items which are paradigmatically re- the lexical variability of phrasemes. Words
lated may but need not be semantically re- which are part of phrasemes are often substi-
lated. In a sequence such as a big house, for tuted by other words in an ad hoc fashion to
example, big may be substituted by white or increase the degree of expressivity of phra-
old, whose senses are not related with that of semes whose images are felt to have lost their
10. Paradigmatic relations of phrasemes 111

expressive power (cf. Fleischer 1997, 178; to someone’), jmdm. einen Tadel/Rüge ertei-
Schindler 1993, 100). This phenomenon is len (‘to give someone a reprimand/rebuke’),
clearly illustrated by the Dutch example be- jmdm. eine Zigarre verpassen (‘to pass some-
low, in which the Dutch phraseme liegen dat one a cigar’), and so on. Such long series of
men zwart ziet (‘to lie [so much] that one absolute synonyms do indeed seem to be rare
turns black’) is varied to fit the purposes of a among words.
literary text: Though long series of absolute one-word
Hij loog, de kapitein. Hij loog dat hij zwart zag, dat synonyms hardly seem to exist, phraseologi-
een kruisje op zijn voorhoofd verscheen, dat de ta- cal synonyms do not outnumber one-word sy-
toeëring op zijn onderarm, een lichtblauwe zee- nonyms in any group of synonymous expres-
meermin en een donkerblauwe dolk, verbleekte, en sions. German verbs like hervorheben, beto-
toch wilde ik hem geloven met mijn stomme kop. nen, herausstellen and unterstreichen
(From: Hugo Claus: De Geruchten. Amsterdam, (English to emphasise, to stress, to underline
2002. 267) and to highlight), for example, which are
Translation: He lied, the captain. He lied [so much]
listed in Table 1, may be regarded as syno-
that he turned black, that a cross appeared on his nyms (in their relevant interpretations as
forehead, that the tattoo on his forearm – a light speech act verbs), because they are all used to
blue mermaid and a dark blue dagger – faded out, refer to situations in which a speaker emphati-
and still, in my stupidity, I wanted to believe him. cally mentions something (cf. Harras et al.
[Translation mine] 2004, 399–400). Differences concerning
When ad hoc variants persist over time, they other aspects of the meanings of these verbs
may ultimately become part of the lexicon. are also hard to find. Phrasemes meaning ‘to
Lexical variation of existing phrasemes often emphatically mention something’ are etwas
leads to the formation of long series of abso- ins Blickfeld rücken (‘to move something into
lute phraseological synonyms. An example is the field of view’), etwas in den Vordergrund
the series built by the German idioms in stellen (‘to place something into the fore-
(1a)–(1d), which all mean ‘to rebuke some- ground’) and einer Sache Nachdruck verlei-
one’ (Word-by-word translations are given in hen (‘to give emphasis to something’). As the
brackets. 1d may also be used in the sense of comparison of one-word and phraseological
‘to hit someone’): synonyms in Table 1 shows, the number of
phrasemes meaning ‘to emphatically mention
(1a) jmdm. eins/etwas aufs Dach geben (‘to something’ does not exceed that of verbs with
give someone one/something onto the the same meaning.
roof’)
(1b) jmdm. eins auf den Deckel geben (‘to Tab. 10.1.: German verbs and VP-phrasemes mea-
ning ‘to emphatically mention something’
give someone one onto the lid’)
(1c) jmdm. eins auf den Hut geben (‘to give Expressions meaning ‘to emphatically
someone one onto the hat’) mention something’
(1d) jmdm. eins auf die Nase geben (‘to give Verbs VP(Verb Phrase)-
someone one onto the nose’) Phrasemes
Insofar as the expressions in (1a)–(1d) are all hervorheben etwas in Blickfeld
betonen rücken
used to refer to the same type of situation – herausstellen etwas in den Vordergrund
one in which a speaker tells a hearer that he/ unterstreichen stellen
she evaluates one of that hearer’s past actions einer Sache Nachdruck
negatively, they are synonymous with respect verleihen
to their denotation. Under the assumption that
the imagery of phrasemes is not part of a
phraseme’s connotations, (1a)–(1d) do not One-word synonyms clearly outnumber phra-
differ with respect to their connotations either seological synonyms in the lexical field of
and may therefore be regarded as absolute sy- German verbs of judging such as beurteilen,
nonyms. Other expressions which may be re- einschätzen, einstufen, bewerten, werten, bes-
garded as being absolutely synonymous with timmen and klassifizieren (English judge, as-
those in (1a)–(1d) (but are not lexical variants sess, evaluate and classify). These verbs all
of these) include jmdm. auf die Finger klop- have interpretations as psych-verbs (verbs
fen (‘to knock someone onto the fingers’), used to refer to a psychological state, here
jmdm. etwas flüstern (‘to whisper something one of making a judgement of the nature or
112 III. Semantik der Phraseme / Semantics of set phrases

quality of something) and as speech act verbs behaviour, and that they often express nega-
(verbs used to refer to the linguistic expres- tive evaluations of these (cf. Černyševa 1984,
sion of that psychological state). In addition 18; Dobrovol’skij 1988, 39–40; Černyševa
to these two interpretations, some of them 1989, 44; Fleischer 1997, 179). Accordingly,
(e.g. to classify) are additionally used to refer they are most frequent in lexical fields relat-
to physical and hence non-linguistic actions ing to extra-linguistic areas which are psycho-
(e.g. one of arranging something in groups). logically or socially relevant to human
In their interpretations as speech act verbs, beings. However, one-word synonyms too
these verbs may be regarded as synonyms, seem to cluster in particular areas of the voca-
because they are all used to refer to situations bulary. Cruse, for example, observes the fol-
in which a speaker expresses that he/she lowing tendency in the distribution of one-
makes a judgement of the quality or nature of word synonyms:
something or somebody, and because they do Synonyms tend to occur in clusters, rather than
not differ with respect to other aspects of their being evenly spread throughout the vocabulary. ... it
meaning either (cf. Harras et al. 2004, 267– seems that synonyms are particularly frequent in
268). Combinations such as eine Einschät- areas which are in some way emotionally or so-
zung/Beurteilung etc. von etwas geben/abge- cially sensitive for human beings, and where there
ben/von sich geben/aussprechen etc. being is hence a special need to tailor language precisely
free rather than fixed, phraseological syno- to context, especially in its non-propositional as-
nyms of German verbs of judging are rare, cf. pects. Hence, taboo areas of discourse are particu-
larly rich in synonyms: it is claimed, for instance,
Table 2: that English has over 120 terms for sexual inter-
Tab. 10.2.: German verbs and VP-Phrasemes mea- course; there is also a rich treasury of words for the
ning ‘to emphatically express something’ sex organs, for urination and defecation, and so on.
Other typical emotionally sensitive areas are death
Expressions meaning ‘to express a judgement of and money. (Cruse 2002, 495).
the quality or nature of something’ These observations suggest that one-word
Verbs VP(Verb Phrase)- and phraseological synonyms may show con-
Phrasemes siderable overlap with respect to the areas of
beurteilen ein Urteil fällen the vocabulary in which they abound. If what
einschätzen Cruse claims holds not only for English but
einstufen also cross-linguistically, clustering cannot be
bewerten considered to be a distinguishing characteris-
werten tic of phraseological as opposed to one-word
bestimmen synonyms. The claim that words evenly cover
klassifizieren all areas of the extra-linguistic world is
further contradicted by the pervasiveness of
If phraseological synonyms appear in large lexical gaps. Instances of missing lexicalisa-
clusters in particular lexical fields while being tions have been observed with respect to a
scarce in others, it is not clear whether syno- variety of lexical domains including kinship
nymy is indeed generally more wide-spread terms (cf. Lyons 1977, 301–305), cooking
among phrasemes than among words. The terms (cf. Lehrer 1974, 95–109), terms denot-
claim would at least have to be tested by ing parts of the body (cf. Allan 2002, 265),
quantitative analyses of the frequency and and speech act expressions (cf. Verschueren
distribution of words and phrasemes in differ- 1985, 186–204; Proost 2001, 113–117).
ent sections of the vocabulary.
Phraseological synonyms have been 2.2. Oppositeness
claimed to differ from one-word synonyms “Oppositeness” (or “opposition”) is a superor-
not only with respect to their frequency but dinate term covering different relations of
also regarding their distribution. Particularly, paradigmatic opposition (cf. Lyons 1977,
phrasemes have been observed to be un- 270–287; Cruse 1986, 197–198; Lehrer
evenly spread throughout the vocabulary, 2002). Lexical opposites may be antonyms
while words are claimed to cover any area of (gradable opposites such as good/bad, heat/
the extra-linguistic world. Many authors have cold), complementaries (ungradable opposites
pointed out that phrasemes are very fre- like dead/alive, open/shut, true/false), con-
quently used to refer to social phenomena, verses (relational opposites such as above/be-
psychological states and patterns of human low, follow/precede, give/receive, buy/sell),
10. Paradigmatic relations of phrasemes 113

directional opposites (forwards/backwards, general lexical item and a more specific one,
up/down), and so on. “Antonymy” is also is referred to as either “hyperonymy” or
sometimes used instead of “oppositeness” as “superordination” (cf. Lyons 1977, 291).
a more general term covering different types Cruse defines hyponymy in terms of unilat-
of paradigmatic opposition. eral entailment between two sentences of the
Oppositeness relations between phrasemes form “A is f(X), where f(X) is an indefinite ex-
have been claimed to differ from those hold- pression and represents the minimum syntac-
ing between words in a variety of ways. For tic elaboration of a lexical item X for it to
one thing, phraseological opposites seem to function as a complement of the verb to be”
be less frequent than one-word opposites (cf. (Cruse 1986, 88):
Černyševa 1981, 47–48). Furthermore, most X will be said to be a hyponym of Y (and, by the
one-word opposites happen to be adjectives same token, Y a superordinate of X) if A is f(X) en-
while the majority of phraseological oppo- tails but is not entailed by A is f(Y). (Cruse 1986,
sites are of the category VP (Verb Phrase) (cf. 88–89)
Černyševa 1981, 48; Gontscharowa 1983, According to this definition, stallion is a hy-
123; Dobrovol’skij 1988, 47–48; Schindler ponym of horse, because This is a stallion en-
1993, 96). Apart from these quantitative dif- tails This is a horse, but This is a horse does
ferences, phraseological opposites also show not entail This is a stallion. Similarly, dog is a
characteristics which one-word opposites do hyponym of animal, rose of flower, crimson
not possess. Firstly, the substitution of phra- and scarlet are both hyponyms of red, murder
seme components by their lexical opposites is a hyponym of kill, and so on.
does not necessarily result in the formation of In the literature on the paradigmatic rela-
phraseological opposites (cf. Černyševa tions of phrasemes, hyponymy relations have
1981, 48; Schindler 1993, 96). Substitution of been completely ignored. Taking the scarcity
quick by its antonym slow in quick on the up- of publications on the hyponymy relations of
take (‘quick to understand and learn’), for ex- phrasemes as an indication of the scarcity of
ample, leads to the formation of an anto- these relations themselves, Schindler attri-
nymous phraseme slow on the uptake, but the butes this phenomenon to the different refer-
replacement of thin by thick in to skate on ential properties of phrasemes and words. Ac-
thin ice (‘to take a risk’) does not. There is no cording to Schindler, phrasemes rarely occur
such phraseme as to skate on thick ice mean- as hyponyms of other phrasemes, because
ing ‘to take no risk’. Secondly, relations of they differ from one another with respect to
oppositeness sometimes hold between phra- their connotations rather than their denota-
semes which do not contain lexical opposites. tions. By contrast, the semantic differences
An example is the German idiom pair sich ins between words concern the denotations rather
Zeug legen/sich auf die faule Haut legen, than the connotations of these lexical items.
where sich ins Zeug legen (‘to put oneself Words are used to differentiate classes of ob-
into the harness’ means ‘to exert oneself’ and jects, actions, events etc. and thereby estab-
sich auf die faule Haut legen (‘to put oneself lish hierarchies. Since phrasemes do not pri-
onto the lazy skin’) means ‘to be lazy’. marily differ from one another with respect to
Thirdly, phrasemes containing lexical oppo- their denotations, they do not establish hierar-
sites may happen to be synonymous. This is chies and therefore rarely occur as hyponyms
illustrated by the German idiom pair einen of other phrasemes (cf. Schindler 1993, 94–
Coup starten/einen Coup landen, which con- 95).
tain the lexical opposites starten (‘to take While phrasemes seldom enter into hypo-
off’) and landen (‘to land’) but still have the nymy relations with other phrasemes, they
same meaning (‘to successfully perform a occur more frequently as hyponyms of words
great and bold undertaking’) (cf. Fleischer (cf. Schindler 1993, 95). Schindler mentions
1997, 182). ein feuchtes Grab finden (‘to find a wet
grave’, meaning ‘to drown’) as an example of
2.3. Hyponymy a phraseme which is a hyponym of a word
Hyponymy is a paradigmatic relation of sense (here of sterben – ‘to die’) and suggests that
which “holds between a more specific, or this verb may also have to be regarded as a
subordinate lexeme, and a more general, or superordinate of both ins Gras beißen (‘to
superordinate, lexeme, ...” (Lyons 1977, 291). bite into the grass’) and den Löffel abgeben
The converse relation, that between a more (‘to hand in the spoon’). Though these phra-
114 III. Semantik der Phraseme / Semantics of set phrases

semes also mean ‘to die’, they may only be In what follows, the lexicalisation proper-
used with reference to human beings, a re- ties of speech act verbs and speech act phra-
striction which does not hold for sterben. This semes will be compared on the basis of the
means that ins Gras beißen and den Löffel ab- conceptual system underlying the classifica-
geben are semantically more specific than tion of speech act verbs in the Handbuch
sterben, which is one reason for treating the deutscher Kommunikationsverben (cf. Harras
former as being hyponyms of the latter. An- et al. 2004). The study referred to in this sec-
other reason is that the relations between in tion takes into account all 715 speech act
Gras beißen and den Löffel abgeben on the verbs listed in the dictionary volume of the
one hand and sterben on the other may be de- Handbuch as well as 676 speech act phra-
scribed in terms of class inclusion: The class semes (cf. Proost 2004). These simple and
of creatures which die includes the class of complex lexicalisations represent a close to
creatures which “bite into the grass” (or exhaustive collection of German speech act
“hand in the spoon”), but the reverse does not expressions. In the dictionary volume of the
hold (cf. Schindler 1993, 95). Handbuch, the meaning of speech act verbs is
If studies on the hyponymy relations of described in terms of properties of the situa-
phrasemes are rare, other paradigmatic sense tions these verbs are used to refer to. Two or
relations of phrasemes have not often been more speech act verbs are regarded as syno-
the topic of linguistic research either. What nyms if they are used to refer to the same type
seems to be missing in particular are systema- of situation. Groups of verbs used to refer to
tic studies of the distribution of words and the same type of situation constitute lexical
fields of synonymous verbs. Though many
phrasemes in particular sections of the voca-
speech act phrasemes turn out to be classifi-
bulary. Systematic studies of the semantic
able as belonging to the lexical fields consti-
properties of phrasemes as opposed to those tuted by speech act verbs, others cannot be
of words necessarily have to be limited to a classified in that way. This indicates that a re-
particular section of the vocabulary. This is latively large number of phrasemes lexicalise
due to the fact that lexical items belonging to concepts different from those lexicalised by
different lexical areas lexicalise different verbs. These phrasemes will be dealt with in
types of concepts. Consequently, each part of sections 3.2 and 3.3. Phraseological syno-
the vocabulary requires its own conceptual nyms of speech act verbs will be dealt with
system for the semantic representation of the first.
lexical items it comprises. A conceptual sys-
tem designed for a particular lexical domain 3.1. Phrasemes as synonyms of words
may be used to represent the structure of the The majority of speech act phrasemes (65
relevant concepts as well as the relations percent of the phrasemes considered) can be
among them. It may also serve as the basis classified as belonging to the fields of speech
for the comparison of the lexicalisation prop- act verbs. This means that most speech act
erties of words and phrasemes. Examples of phrasemes are synonyms of speech act verbs.
studies dealing with special lexical domains Examples are the expressions in (2) and (3)
include recent accounts of the meaning of below, which may be used as synonyms of
speech act verbs (cf. Harras et al. 2004, versprechen (‘to promise’) and schwören (‘to
Proost 2004). These have been concerned swear’) respectively. (In these and in the fol-
especially with the position occupied by verbs lowing examples, ‘COLL’ stands for ‘colloca-
and VP-phrasemes in lexical fields. tion and ‘I’ for ‘idiom’):
(2a) (jmdm.) ein Versprechen geben (‘to give
3. Phrasemes in lexical fields someone a promise’) (COLL)
(2b) (jmdm.) sein Wort geben (‘to give some-
This section compares the meaning of Ger- one one’s word’) (COLL)
man speech act verbs with that of German (2c) jmdm. etwas in Aussicht stellen (‘to put
speech act phrasemes. Speech act expressions something into someone’s view’)
are expressions used to refer to linguistic ac- (COLL)
tions or to particular aspects of these. Exam- (2d) eine Verpflichtung eingehen (‘to enter
ples include to promise, to request, to inform, into an obligation’) (COLL)
to praise, to slander, to excommunicate, to (2e) eine Zusicherung machen/geben (‘to
whisper, to interrupt, and so on. make/give an assurance) (COLL)
10. Paradigmatic relations of phrasemes 115

(3) (jmdm.) etwas hoch und heilig verspre- At this point, a distinction must be made
chen (‘to promise (someone) something which has not been mentioned so far: that be-
highly and holy’) (I) tween idioms and collocations. While idioms
and collocations are both multiword lexical
Like their one-word synonyms versprechen items, idioms differ from collocations in that
and schwören, the phrasemes in (2) and (3) they show a certain degree of idiomaticity or
are typically used to refer to situations in non-compositionality of meaning. A phra-
which a speaker tells a hearer that he/she (i.e. seme is idiomatic if its meaning is not com-
the speaker) wants to perform a future action posed of the lexical (i.e. literal or conventio-
which he/she considers to be in the interest of nalised-metaphorical) meanings of its compo-
the hearer. Such situations are characterised nents. Collocations appear to be synonyms of
by a combination of speaker attitudes includ- speech act verbs significantly more often than
ing the speaker’s attitude to the proposition idioms. In the study on which the lexicalisa-
(henceforth the speaker’s propositional atti- tion tendencies presented in this section are
tude), the speaker’s intention and the speak- based, 91 percent of the collocations consid-
er’s presuppositions. Particularly, versprechen ered proved to be classifiable as synonyms of
and schwören and their multiword synonyms speech act verbs, while only 54 percent of the
may all be used to refer to situations which idioms could be classified in that way. This
may be described by the following speaker at- observation indicates that collocations and
titudes (‘S’ stands for ‘speaker’, ‘H’ for idioms differ with respect to their lexicalisa-
‘hearer’ and ‘P’ for ‘propositional content’): tion properties: While collocations mostly
lexicalise the same concepts as speech act
8 9
> Propositional attitude of S: > verbs, idioms often lexicalise concepts differ-
>
> >
>
>
> S wants: do P >
> ent from those lexicalised by speech act
>
< >
=
Speaker intention: verbs.
>
> S wants: H recognise: S wants: do P >
>
Different classes of speech act verbs also
>
> Speaker’s presuppositions: >
> show different proportions of idioms and col-
>
> >
>
: P is in the interest of H ; locations. In spite of the general tendency for
collocations to be synonymous with speech
act verbs, collocations are rare in the lexical
Though versprechen and schwören and their fields constituted by expressive speech act
multiword synonyms all lexicalise the same verbs (verbs used to refer to the expression of
combination of speaker attitudes, they also evaluations and emotions). Idioms clearly
differ with respect to other aspects of their outnumber collocations in these fields. They
meaning: schwören and (jmdm.) etwas hoch are particularly frequent in the fields of verbs
und heilig versprechen both lexicalise a high- expressing negative evaluations. Examples of
er degree of intensity than versprechen. Fig- such verbs are zurechtweisen (‘to rebuke’),
ure 10.1. represents the similarities and differ- diffamieren (‘to defame’) and angeben (‘to
ences in the meanings of versprechen and boast’). Synonyms of zurechtweisen (‘to re-
schwören and their multiword synonyms: buke’) have already been mentioned in sec-
tion 2.1 (examples (1a)–(1d) and other syno-
Propositional Attitude (S): S wants: do P
nyms of these). Synonyms of to defame and
Intention (S): S wants: H recognise: S wants: do P to boast include those listed in (4) and (5) be-
Presuppositions (S): P is in the interest of H low:
Synonyms of diffamieren (‘to defame’):
{versprechen, (jmdm.) ein Versprechen geben, (jmdm.) sein (4a) jmdn. ins Gerede/in Misskredit/in Verruf
Wort geben, jmdm. etwas in Aussicht stellen, eine
Verpflichtung eingehen, eine Zusicherung machen/geben} bringen (‘to bring someone into the gos-
sip/discredit/ill repute’) (I)
(4b) jmdn. in den Schmutz/Staub ziehen/zer-
[+Manner: Intensification] ren/treten (‘to draw someone into the
dirt/dust’)(I)
{schwören, (jmdm.) etwas hoch und heilig
(4c) jmdn. mit Dreck/Schmutz bewerfen/be-
versprechen} sudeln (‘to throw mud/dirt at someone’)
(I)
Fig. 10.1.: Meanings of versprechen and schwören (4d) jmdn. schlecht/madig machen (‘to make
and their phraseological synonyms someone [look] bad/worm-eaten’) (I)
116 III. Semantik der Phraseme / Semantics of set phrases

Synonyms of angeben (‘to boast’) istic of phrasemes. Speech act verbs lexicalis-
ing negative evaluations are also more fre-
(5a) große Reden schwingen (‘to swing big quent than such which lexicalise positive
speeches’) (I) evaluations. The abundance of expressions
(5b) kräftig/mächtig ins Horn/in die Trompete lexicalising negative evaluations seems to af-
stoßen (‘to powerfully/mightily blow fect the lexicon as a whole, at least in this part
into the horn/trumpet’) (I) of the vocabulary. Since speech act phrasemes
(5c) den Mund (zu) voll nehmen (‘to take cluster in particular lexical fields and speech
one’s mouth too full’)(I) act verbs do so too, it is also far from obvious
(5d) große/dicke Töne reden/spucken (‘to that synonymy is more wide-spread among
talk/spit big/fat sounds’) (I) speech act phrasemes than among speech act
verbs.
While speech act phrasemes are distributed
unevenly across different lexical fields, the The observation that only half of the
same is true of speech act verbs. Speech act idioms considered may be classified as syno-
verbs and speech act phrasemes sometimes nyms of speech act verbs indicates that
even cluster in the same lexical fields. For ex- idioms often lexicalise concepts different
ample, verbs like diffamieren, diskreditieren, from those lexicalised by verbs. In the next
schlecht machen, verunglimpfen and verleum- section, I shall be concerned with speech act
den (English to defame, to discredit, to tra- concepts which get lexicalised by speech act
duce and to slander) may be used as syno- phrasemes (mainly by idioms) rather than by
nyms of the idioms in 4. However, clusters of speech act verbs.
one-word synonyms are not quite as large as 3.2. Phrasemes as hyponyms of words and
the largest idiom clusters. Very large clusters other phrasemes
of synonymous idioms only occur in the
fields of verbs expressing negative evalua- Most speech act phrasemes which are not sy-
tions. Of the idioms which may be used as sy- nonyms of speech act verbs expand the mean-
nonyms of speech act verbs, 32 percent are ings of these. Phrasemes fulfilling this func-
synonyms of verbs like to rebuke, to boast tion have meanings which are more specific
and to defame. The remaining 68 percent are and hence more complex than that of a corre-
distributed more or less evenly across differ- sponding verb. Examples of such phrasemes
ent lexical fields. These observations show include those listed in (9):
that clustering is not typical of the distribution (9a) jmdm. einen Floh ins Ohr setzen (‘to put
of speech act phrasemes. Rather, speech act a flea into someone’s ear’; meaning: ‘to
verbs also cluster in particular lexical fields. tell someone something which causes
Like speech act phrasemes, they are particu- him/her to have expectations unlikely to
larly frequent in the fields of verbs expressing be fulfilled’) (I)(9b) jmdm. eine bittere
negative evaluations. Examples of synon- Pille zu schlucken geben (‘to give some-
ymous speech act verbs lexicalising negative one a bitter pill to swallow’; meaning:
evaluations are listed in (6)–(8) below: ‘to tell someone something disagree-
able’) (I)
(6) meckern, mosern, nörgeln, murren, mä-
keln (English: to grumble, to grouse, to Though the idioms in (9) lexicalise speaker
carp, to nag) attitudes which are also part of the meaning
(7) spotten, verspotten, hänseln, veräppeln, of verbs like mitteilen (‘to inform’), the mean-
veralbern (English: to mock, to laugh at, ing of these idioms is more complex than that
to deride, to ridicule) of mitteilen. jmdm. einen Floh ins Ohr setzen
is used to refer to a speech act in which a
(8) tadeln, rüffeln, kritisieren, beanstanden,
speaker informs a hearer of something, there-
bemängeln, monieren, missbilligen, ver-
by causing that hearer to have expectations
urteilen, anprangern (English: to blame,
unlikely to be fulfilled. Apart from lexicalis-
to criticise, to object (to something), to
ing a particular result (a hearer’s expecta-
censure, to disapprove, to condemn, to
tions), the idiom jmdm. einen Floh ins Ohr
denounce)
setzen also lexicalises a negative evaluation
These examples show that, though phrasemes of that result by the discourse situation speak-
lexicalising negative evaluations do indeed er (i.e. a speaker describing the utterance
outnumber those lexicalising positive evalua- made by the speaker of the situation referred
tions, this is by no means a typical character- to). A discourse situation speaker describing
10. Paradigmatic relations of phrasemes 117

the utterance of another speaker by means of seological synonyms of speech act verbs
the idiom jmdm. einen Floh ins Ohr setzen in- which are superordinates of other phrasemes
dicates that he/she considers the hearer’s ex- happen to be collocations rather than idioms.
pectations unlikely to be fulfilled. The idiom On the whole, the observations on the hypo-
in (9b) (jmdm. eine bittere Pille zu schlucken nymy relations of phrasemes may be sum-
geben) also lexicalises all the speaker atti- marised as follows: phrasemes frequently oc-
tudes which are part of the meaning of verbs cur as hyponyms of superordinate verbs as
like to inform. In addition to these, jmdm. well as superordinate collocations, but hypo-
eine bittere Pille zu schlucken geben ex- nymy relations between phrasemes and super-
presses a specification of the propositional ordinate idioms are rare.
content as something disagreeable to the
hearer. Figure 10.2. shows which components 3.3. Idiom-specific fields
are part of the meaning of idioms like jmdm.
einen Floh ins Ohr setzen and jmdm. eine bit- 3.3.1. Idioms constituting hybrid fields
tere Pille zu schucken geben as compared to A small number of the phrasemes which do
those lexicalised by mitteilen (‘to inform’) not have one-word synonyms lexicalise
and its one-word and multiword synonyms: speaker attitudes which are part of the mean-
ings of different types of speech act verbs.
These phrasemes may therefore be considered
Propositional Attiude (S): S knows P
Speaker Intention: S wants: H know P
to constitute hybrid fields. Almost all of the
Speaker Presuppositions: H does not know P phrasemes fulfilling this function are idioms.
An example is die Werbetrommel rühren (‘to
{mitteilen, informieren, sagen, (jmdm.) Bescheid sagen, jmdn. beat the publicity drum’; meaning: ‘to express
über etwas ins Bild setzen, jmdn. von etwas in Kenntnis setzen,
jmdm. etwas zur Kenntnis bringen, ...} one’s support of something with the intention
of gaining further support for it from other
people’). This idiom lexicalises speaker atti-
[+Result: Wish of II] [+Spezifikation of P] tudes which are part of the meaning of verbs
like verbreiten (‘to spread’) as well as such
lexicalised by verbs like preisen (‘to praise’).
[+Neg. Evaluation] Specifically, die Werbetrommel rühren lexica-
lises the propositional attitude, the speaker’s
{jmdm. einen Floh ins Ohr {jmdm. eine bittere Pille zu intention and the speaker’s presuppositions
setzen} schlucken geben} lexicalised by verbs like preisen (‘to praise’)
as well as the speaker’s presuppositions lexi-
Fig. 10.2.: Meaning of phrasemes expanding the calised by verbs like verbreiten (‘to spread’).
meaning of verbs like mitteilen (‘to inform’)
Additionally, it lexicalises the feature [ad-
dressed to several hearers] which is part of
Speech act phrasemes expanding the meaning the meaning of verbreiten. Figure 10.3. repre-
of speech act verbs are semantically more sents the components which are part of the
complex than these and may therefore be re- meaning of die Werbetrommel rühren, see
garded as hyponyms of the verbs whose Fig. 10.3. on next page.
meanings they expand. Since jmdm. eine bit-
tere Pille zu schlucken geben and jmdm. einen
Floh ins Ohr setzen are both used to refer to 3.3.2 Idioms constituting independent lexical
special acts of informing someone of some- fields
thing, these expressions may both be consid-
ered to be hyponyms of the superordinate An equally small number of speech act phra-
verb mitteilen (‘to inform’). The observation semes which are not synonyms of speech act
that the large majority of phrasemes which verbs constitute lexical fields independent of
are not synonyms of speech act verbs expand those of speech act verbs. Examples are the
the meanings of these indicates that hypony- idioms listed in (10):
my relations between phrasemes and superor-
dinate words are indeed frequent. To the ex- (10a) Farbe bekennen (‘to confess one’s co-
tent that these superordinate verbs mostly lour’)
have multiword synonyms, hyponymy rela- (10b) Flagge zeigen (‘to show one’s flag’)
tions also seem to hold between phrasemes (10c) Klartext reden/sprechen (‘to speak in
and superordinate phrasemes. However, phra- clear text’)
118 III. Semantik der Phraseme / Semantics of set phrases

Speaker attitudes lexicalised by


verbreiten ('to spread')
Speaker attitudes lexicalised by
preisen ('to praise')
features. Furthermore, phrasemes being other-
wise identical still differ with respect to their
Propositional Attitude (S) Propositional Attitude (S): imagery. However, there is also a consider-
S knows P
Speaker Intention:
S considers P good
Speaker Intention:
able number of speech act phrasemes (mostly
S wants: H knows P S wants: H recognise: S idioms) which lexicalise concepts different
considers: P good from those lexicalised by speech act verbs
Speaker presuppositions: Speaker Presuppositions:
H does not know P P is the case
and may hence be regarded as fillers of gaps
Utterance: Utterance: in the word inventory. These phrasemes fulfill
Adressed to several hearers Not specified one of the following three functions: They ex-
pand the meaning of words, they constitute
hybrid fields or they establish lexical fields of
their own. Idioms fulfilling one of these func-
Propositional Attitude (S): tions obviously have denotations different
S considers P good
Speaker Intention:
from those of words.
S wants: H recognise: S These observations suggest that the ques-
considers: P good tion of whether there is anything specific
Speaker presuppositions:
1. H does not know: P about the meaning of phrasemes must be an-
2. P is the case swered differently for different types of phra-
Utterance:
Adressed to several hearers
semes. Phrasemes which are synonyms of
words typically differ from one another with
Speaker attitudes lexicalised by die respect to their imagery and thereby widen
Werbetrommel rühren
the range of lexical items from which speak-
Fig. 10.3.: Components of the meaning of die Wer- ers may select to express a certain concept.
betrommel rühren. However, phrasemes which do not have one-
word synonyms fulfill functions which go far
(10d) eine deutliche Sprache sprechen (‘to beyond that of increasing the possibilities of
speak a clear language’) choice. Specifically, these phrasemes (mostly
The idioms in (10) all mean ‘to express one’s idioms) provide economical means for the ex-
opinion openly and emphatically’. They lexi- pression of concepts which would otherwise
calise the propositional attitude ‘S knows P’ have to be expressed by more or less elabo-
and the speaker intention ‘S wants H to know rate paraphrases. Phrasemes of this type are
P’, which are typically lexicalised by verbs therefore indispensable elements of the lexi-
like mitteilen (‘to inform’). However, the con.
idioms in (10) differ from verbs like inform in The results obtained for German speech act
that they additionally express a specification phrasemes need not be valid for speech act
of the propositional content as the speaker’s phrasemes in languages other than German or
opinion on a particular subject. Such a speci- for phrasemes belonging to other lexical do-
fication is not part of the meaning of verbs mains. Similar studies of the distribution of
like inform or any other speech act verb, nor phrasemes and words in other sections of the
is it part of the meaning of other speech act vocabulary are needed to check whether phra-
phrasemes. For this reason, the idioms in (10) semes generally fulfill the functions observed
constitute a lexical field of their own. with respect to German speech act phrasemes.
It is by no means clear, for example, whether
idioms fill gaps in the word inventory in
4. Phrasemes as fillers of lexical gaps every part of the lexicon. Other extensive stu-
dies of specific lexical domains will have to
The discussion of the paradigmatic relations show whether generalisations can be made.
of speech act phrasemes has shown that phra-
semes often lexicalise the same concepts as
words and may hence be regarded as syno- 5. Select bibliography
nyms of these. Speech act phrasemes which
are synonymous with speech act verbs do not Allan, K. (2001): Natural language semantics. Ox-
differ from these with respect to their denota- ford.
tion, though they may differ from both their Burger, H. (1998): Phraseologie: Eine Einführung
one-word and their multiword synonyms with am Beispiel des Deutschen. Berlin.
respect to connotative aspects of their mean- Černyševa, I.I. (1981): Das phraseologische System
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11. Lexical Functions 119

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11. Lexical Functions

1. Collocations 1. Collocations
2. Semantic derivatives
3. Lexical Functions as a tool for the description A collocation is a particular type of set
of collocations and semantic derivatives phrase, or phraseme. For subsequent discus-
4. Lexical Functions in the lexicon
5. Select bibliography sion a few auxiliary notions are needed:
– A sign X of language L is a triplet
Lexical Functions were introduced in Žol- h‘X’; =X=; "x i, where ‘X’ is the signif-
kovskij/Mel’čuk 1965, 1967 in order to for- ied, =X= the signifier, and Σx the syntactics
malize the presentation of COLLOCATIONS – a of the sign – the constraints on the cooc-
major subset of set phrases. It turned out, currence of X with other signs of L.
however, that Lexical Functions are also con- – The operation of linguistic union + unites
venient for the presentation of SEMANTIC DE- linguistic items according to general rules
RIVATIVES. Semantic derivatives and colloca- of L and, where appropriate, according to
tions feature essential similarity and an im- syntactics of these items.
portant intersection; they should be treated in – The phrase AB of L consisting of lexemes
parallel. Lexical Functions constitute a formal A and B is free if and only if its two com-
tool for homogeneous systematic description ponents are selected by the Speaker un-
of these two linguistic phenomena within the restrictedly (i.e., using any lexical selec-
framework of a particular linguistic approach, tion rules of L available) and combined
known as the Meaning-Text Theory [= MTT]. regularly (i.e., according to general combi-
120 III. Semantik der Phraseme / Semantics of set phrases

nation rules of L). If AB is not free, it is a 2003, the references in Cowie (ed.) 1998 and
phraseme. Grossmann/Tutin (eds.) 2003). They are also
– If the signified of a phraseme AB can be a problem for dictionary-making: collocations
represented as ‘B(A)’, where ‘A’ is the ar- are not LUs and have no lexical entries of
gument of the predicate ‘B’, ‘A’ is the se- their own; however, all collocations of an LU
mantic dominant of this signified; the se- L must be presented in L’s entry. (Note that
mantic dominant of a signified is under- collocates are as a rule LUs, although they
scored: ‘AB’. may have no lexical entries in the dictionary
– Phrasemes are subdivided in idioms (the of L – if they show unique cooccurrence). In
signified of an idiom either does not in- order to describe collocations in a systematic
clude the signifieds of its components or, if way, MTT proposes Lexical Functions – see
it does, then only of one and not as the se- 3.
mantic dominant), 2) collocations (the sig-
nified of a collocation includes the signif-
ied of one of its components as the seman- 2. Semantic derivatives
tic dominant), and 3) quasi-idioms (the
signified of a quasi-idiom includes the sig- A collocation is an observable result of SYN-
nifieds of both of its components, but TAGMATIC GROUPING of lexemes — a result of
neither as the semantic dominant). constrained lexeme selection. There is also
– Idioms, quasi-idioms and lexemes of L are PARADIGMATIC GROUPING of lexemes, which
lexical units [= LUs] of L; each one of is not directly observable, because it exists
them has a lexical entry in the dictionary only in the brain of the speaker; it underlies
of L (for a possible exception, see the end all lexical selections done by the latter. The
of Section 1). meanings of any two LUs L1 and L2 are in
one of the four following relations: they can
be equal (‘L1’ = ‘L2’), one can include the
Definition 1: Collocation other (‘L1’ ) ‘L2’), they can have a non-
A phraseme AB ¼ h‘S’ ; /A/ + /B/ ; ΣAB i of empty intersection (‘L1’ \ ‘L2’ ≠ Ø), or they
L is a collocation if and only if it satisfies si- can have no intersection (‘L1’ \ ‘L2’ = Ø).
multaneously the following three conditions: These set-theoretical relations underlie sev-
1. AB’s signified ‘S’ includes the signified eral paradigmatic lexical relations well-
of one of its components, for instance, of known in linguistics, for instance:
A, as its semantic dominant: ‘S’ )‘A’. – Lexical synonymy (exact and approxi-
2. A is selected by the Speaker for its sig- mate): PUMA ~ MOUNTAIN LION; TORNADO
nified ‘A’ independently of B and unrest- ~ TWISTER; [to] FIRE [upon N] ~ [to] SHELL
rictedly. [N] ~ [to] MACHINE-GUN [N]; OBSTACLE ~
3. B is not selected unrestrictedly for its SNAG.
signified ‘S´’ (which is the difference – Lexical antonymy – a special case of se-
‘S’ – ‘A’): B is selected as a function of mantic inclusion: the extra element in the
A. meaning of one of the antonyms is nega-
tion, as in ALLOW ~ FORBID, where ‘allow
A is the base of the collocation AB, and B its
Y to Z’ ≈ ‘say that Y can Z’, and ‘forbid Y
collocate.
to Z’ ≈ ‘say that Y cannot Z’.
Examples of collocations (bases are in small
caps) Some of these lexical relations are morpholo-
– do h*make i a FAVOR, give h*send i a gically marked: thus, the nouns runn+er and
LOOK, take h*seize i a STEP, pay h*make i
swimm+er have a suffix that identifies them
a VISIT, ... [the collocate is a light, or sup- as agent nouns derived from [to] run and [to]
port, verb] swim. This is morphological derivation. But
– strong h*powerful i COFFEE, heavy in many cases morphological derivation is not
h*weighty i RAIN, patently h*evidently i AB- regular: someone who steals is not a *steal
SURD, as ALIKE as two peas in a pod h*as
+er, but a thief, and someone who flees is not
two drops of water i, ... [the collocate is an a *flee+er, but a refugee or a fugitive. Bed-
intensifier] room translates in Russian as spa+l´nja, lit.
‘sleep+er’, from spa-(t´) ‘[to] sleep’, while
Collocations represent the main challenge for dining room gives stol+ovaja, lit. ‘tabl+er’,
any theory of phraseology (see Mel’čuk from stol ‘table’, and not from es-(t´) ‘eat’.
11. Lexical Functions 121

Semantically, however, these pairs are propor- designate a situation or an object similar to or
tional: identical with that referred to by L, a generic
‘bedroom’ ‘dining room’ ‘spal´nja’ ‘stolovaja’
notion for L, a participant in the situation ‘L’,
_______ _________ ______ _______ etc. Semantic derivatives can also be de-
= = =
‘sleep’ ‘eat’ ‘spat´’ ‘est´’ scribed by Lexical Functions.
The meaning added in the noun L´ with re-
spect to the verb L is the same in all pairs: 3. Lexical Functions [= LFs] as a Tool
‘room designed to do L’. This meaning ap- for the Description of Collocations
pears in many LUs (cf. sitting/living room, and Semantic Derivatives
study, kitchen, bathroom, nursery, junk room,
ball room, storage room, etc.) of many lan- 3.1. Definitions
guages; at the same time, it does not have a
standard expression. Therefore, the corres- LFs are designed to describe the two phenom-
ponding relation between L and the derived ena just introduced: collocations and semantic
lexeme – and all relations of the similar type derivatives. (For more on LFs, see Žolkovskij
– must be explicitly shown in the dictionary /Mel’čuk 1965, 1967, Mel’čuk 1974, 78–
under L. This can be done in the form of 109; 1996, 1998, 2003, Mel’čuk et al. 1984,
cross-references – from L to all its semantic 1988, 1992, 1999, Mel’čuk et al. 1995, 125–
correlates {L´i}; {L´i} are semantic deriva- 151, Mel’čuk/Zholkovsky 1984, 1988, Wan-
tives of L. Semantic derivatives of an LU are ner (ed.) 1996.)
of course LUs themselves. The noun function in the term Lexical
Function is used in its mathematical sense:
Definition 2: Semantic derivative f(x) = y; the adjective lexical indicates that f’s
A semantic derivative of lexeme A of L is domain of definition as well as the range of
lexeme B that satisfies the following condi- f’s values are both lexical expressions.
tions:
Definition 3: Lexical Function
1. B shares semantic material with A: either
A correspondence f that associates with an
‘B’ = ‘A’, or ‘B’ ) ‘A’ [this means that
LU L a set f(L) of lexical expressions is called
‘B’ differs from ‘A’ by a semantic com-
a Lexical Function if and only if it satisfies
ponent ‘d’: ‘d’ = ‘B’ – ‘A’].
the following three conditions:
2. The semantic difference ‘d’ is present in
many lexical pairs or it is negligibly 1. Homogeneity of f(L)
small (it can be neutralized in a sufficient For any two different LUs L1 and L2, if
number of contexts). f(L1) and f(L2) both exist, then any ele-
ments L´1 [ f(L1) and L´2 [ f(L2) bear an
Condition 2 is crucial: for a lexeme of L to be
(almost) identical relationship to L1 and
a semantic derivative of another lexeme, the
L2, respectively:
semantic difference between them must be
systematic or negligible in L. L01 L02
— ≈—
Examples of semantic derivatives L1 L2
– Action noun (‘d’ = Ø ): Fr. prendre ‘take’ 2. Maximality of f(L)
~ prise, acheter ‘buy’ ~ achat, laver For any two different LUs L´1 [ f(L1)
‘wash’ ~ lavage, s’empresser ‘haste’ ~ em- and L´2 [/ f(L2), we have
pressement, tomber ‘fall’ ~ chute, ... [most L´1 L´2
of these are morphological derivatives, but —— ≠ ——
so irregular that they have to be listed in L1 L2
the dictionary]
– Diminutive (‘d’ = ‘little pleasant [L]’): 3. Phraseological character of f(L)
Rus. grob ‘coffin’ ~ grób+ik, dub ‘oak’ ~
dub+ók, tramváj ‘tram’ ~ tramváj+čik, If f is applicable to several LUs, then, at least
ózero ‘lake’ ~ ozer+k(-ó)/ozer+c(-ó) [these in some cases, f(L1) ≠ f(L2), while f(L1) and
highly productive formations are also mor- f(L2) cannot be specified without mentioning
phological derivatives] individual LUs L1 and L2.
Semantic derivatives {L´i} of L show sys- In f(L), L is the keyword of f, and f(L) =
tematic semantic relationships with L: L´ can {L´i} is the value.
122 III. Semantik der Phraseme / Semantics of set phrases

LFs applicable to several LUs are called nor- A particular type of LFs is of special interest:
mal; those applicable to only one LU (or Standard LFs, which form a proper subset of
maybe to a few semantically close LUs) are normal LFs.
called degenerate. (Degenerate LFs are an
extreme case of Non-Standard LFs, see be- Definition 4: Standard Lexical Function
low). A normal LF f is called Standard if and only
if it satisfies both following conditions:
Comments on Definition 3
1. Broadness of the domain of f
1. The value f(L) of an LF f is a set of lin- f is defined for a relatively large number
guistic expressions; the elements of f(L) of keywords. [The meaning ‘f’ is suffi-
need not be strictly synonymous: they ciently abstract – i.e., poor – to be ap-
must be only more or less synonymous. plicable to many other meanings; it can
An expression that appears as an element even be empty.]
of the value of an LF f is either an LU (a
lexeme or a phraseme), or a morphologi- 2. Diversity of the range of f
cal unit (an affix or a compounding f has a relatively large number of expres-
stem), or else a free phrase. sions as elements of its possible values
and these expressions are more or less
2. Condition 1 guarantees that, for any two
equitably distributed between different
keywords, the semantic and syntactic re-
keywords.
lationships between any element of the
value of f and the keyword remains ap- Condition 1 characterizes f as a POTENTIAL
proximately the same. Standard LF, while Condition 2 characterizes
3. Condition 2 is necessary for the satu- f as an ACTUAL Standard LF; it means that the
rated character of f(L): f is maximal in set of all f (Li), for a vast variety of Li, is rela-
that it returns all possible elements of tively rich.
any given value. Thus, any intensifier of Normal LFs that do not satisfy both Condi-
L must belong to the value f(L) of f that tions 1 and 2, on the one hand, and degener-
covers the intensifiers (Magn). ate LFs, on the other, are called Non-Stan-
dard, see 3.4.2.
4. Condition 3 ensures the phraseological Here is an example of Non-Standard LF:
character of the phrase f + f(L): it re- the meaning ‘without addition of dairy pro-
quires that in L, for the given pair of duct’. It has two expressions in English, a
LUs hL1, L2i, the value of f be phraseo- phraseological one – BLACK (with COFFEE:
logically bound by its keyword; the se- black coffee), and a free one – WITHOUT
lection of the elements of f(L1) and those MILK (tea without milk, not *black tea). The
of f(L2) is contingent on particular L1 expressions of this meaning are thus lexically
and L2, respectively. distributed, so that it satisfies conditions 1 - 3
5. For each f its domain of applicability is of Def. 3 and is an LF. Yet it fails Condition 1
specified: f may be applicable to all LUs of Def. 4: it is too specific and applicable only
(as Syn), to very many LUs (as Magn, to a few names of beverages. (It fails Condi-
applicable to any LU whose meaning in- tion 2 of Def. 4 as well.) It corresponds to a
cludes a gradable component), to few Non-Standard LF.
LUs (as Pos, which applies only to LUs
Among Standard LFs, a subset of about 60
referring to evaluations), or even to one
basic LFs is singled out: Simple Standard
LU (such as the Non-Standard LF [year] LFs; they will be dealt with in 3.3.
which has 366 days, applicable only to
YEAR: leap year). If f is applied to an 3.2. Classification of LFs
LU which does not belong to its domain,
For a better surveyability, LFs can be classi-
the result is absurd: *Pos(sleep) or *Op-
fied from different viewpoints. Three
er2(tree). However, even applied inside
classification axes will be considered here:
its domain, f may return an empty value:
Oper3(exam) = – (English has no stan- 1. Paradigmatic vs. syntagmatic LFs. Para-
dard expression for the meaning ‘con- digmatic LFs deal with SELECTION of
stitute the subject matter of an exam’) or LUs for naming something; they are
RealII3(invitation) = – (English does not aimed at answering questions of the type
say *follow an invitation). «What is called an object/situation X, re-
11. Lexical Functions 123

lated to Y?» – while speaking of X rather duce Complex LFs, such as AntiMagn,
than Y. Syntagmatic LFs deal with COM- IncepOper1, CausFunc0, CausPred-
BINATION of LUs in order to characterize Plus, etc. There are also configurations
something; they are aimed at answering of LFs and Mixed LFs.
questions of the type «What is called the
action hcharacteristics, attribute, etc.i X 3.3. Simple Standard LFs
of Y?» – while speaking of Y rather than A list of most common Simple Standard LFs
X. For instance, paradigmatic lexical follows (see Mel’čuk 1974, 82–99, 1992,
correlates of L = SCHOOL are: TEACHER, 1996, as well as in Mel’čuk et al. 1984, 1988,
STUDENT, PRINCIPAL, SUBJECT, EXAM, 1992, 1999 and Mel’čuk et al. 1995).
LESSON, MARK, CLASS, MANUAL, COL-
LEGE, UNIVERSITY, TEACH, LEARN, ...
Such lexical correlates are typically used List of Simple Standard LFs
in the text instead of their keyword L; Paradigmatic Lexical Functions
for a paradigmatic LF f (L) and L are in (nºnº 1–21)
an «either–or» relation. Syntagmatic lex-
ical correlates of L form with L colloca- LFs nºnº 1–3 are basic LFs: they embody the
tions, like those in (1): offer/accept the three central lexical relations of the MTT fra-
challenge, make a remark, place N on a mework, namely synonymy, antonymy, and
course. Thus, for L = SCHOOL, syntag- conversion.
matic lexical correlates are: TEACH (ele- Syn, Anti and Convij do not have a part of
mentary/high school), GO (to school), speech of their own: they are of the same part
GRADUATE (from a school), DRIVING of speech as their Keyword L.
(school), ELEMENTARY (school), HIGH 1. Syn [Lat. synonymum] = synonym. This
(school), ... Such lexical correlates are LF corresponds to the basic relation of
typically used in the text together with synonymy, or identity of meaning, which
L; for a syntagmatic f, an element of the is so important in MTT.
f(L) and L are in a «both–and» relation, Syn (helicopter) Syn (telephoneV)
since they form a collocation. = copter, chopper = phoneV
Some lexical correlates L´i of L appear in 2. Anti [Lat. antonymum] = antonym. This
both syntactic varieties – sometimes instead LF corresponds, roughly speaking, to the
of L, sometimes together with it. This particu- relation between an expression and the
larity is indicated in the lexicographic de- negation of (a part of) this expression.
scription of L´i: an element of the value f(L) Anti returns for an LU L another LU L´
of a syntagmatic f that “covers” the whole such that the meanings ‘L’ and ‘L´’ dif-
meaning L + f(L) is called fused and is fer only by a negation in one of them:
marked by the preceding symbol //. For in- this negation can be “hidden” deep with-
stance, A2(conductV [an orchestra]) = con- in the decomposition of the correspond-
ducted [by N] //under the baton [of N]. (Such ing meaning (Apresjan 1974, 288–302,
syntactic “deviations” do not undermine the Apresjan/Cinman 2002, 112–116).
inherent paradigmatic vs. syntagmatic nature
of a given LF.) The LF Anti is applicable to an LU L such
that its meaning ‘L’ is (or contains) a predi-
2. Standard vs. Non-Standard LFs differ in cate which accepts the negation. In the text,
two major respects: the value Anti(L) – accompanied by negation
i) Quantitatively – Standard LFs have (very) – is used instead of the keyword L (Alain is
many possible keywords and value ele- still young. ≈ Alain is still not old).
ments, and Non-Standard LFs have very
few. 3. Convijk [Lat. conversivum] = conver-
sive. Conversives correspond to the third
ii) Qualitatively–Standard LFs participate important relation of the MT-approach:
in synonymic paraphrasing of sentences, that between two equisignificant LUs
while Non-Standard ones do not (for whose DSynt-Actants do not correspond.
more on this difference, see, e.g., Mel’- More precisely, this LF returns for L an
čuk 1992 and Polguère (forthcoming)). LU L´ with the same meaning as L but
3. Simple vs. complex LFs: Simple Stan- with its DSynt-Actants [= DSyntAs] i, j
dard LFs can form combinations to pro- and k permuted with respect to its Sem-
124 III. Semantik der Phraseme / Semantics of set phrases

actants, so that they become, e.g., the Syntactically, L and Figur(L) are both
DSyntAs k, i and j [i→k, j→i, and nouns; Figur takes its keyword L as its
k→j]. The relation of conversion under- DSyntA I: Figur(L)–I→L.
lies the deep syntax in MTT. Cf.:
Figur(fog) = wall [wall of fog ≈ fog]
Figur(rain) = curtain [curtain of rain
≈ rain]
Figur(remorse) = pangs [pangs of remorse
≈ remorse]
LFs nºnº 6–21 correspond to derivational
meanings of natural languages. LFs nºnº 6–9
[For instance, A precedes B = B follows A, are PURELY STRUCTURAL DERIVATIVES of L, i.
where L = PRECEDE and Conv(L)21 = FOL- e., LUs which have the same meaning as L
LOW]. but are used in quite different types of DSynt-
The LF Conv is applicable to LUs that configurations; thus, ‘S0(L)’ = ‘L’, but of
have Sem- and DSynt-actants. It is very im- course L and S0(L) are syntactically in com-
portant in the system of simple standard LFs, plementary distribution.
since many of these stand in the relation of 6–9. S0, A0, V0, Adv0 – noun (= S(ubstan-
conversion to each other : tival)), adjective, verb and adverb,
thus, Func1 = Conv21Oper1, etc. respectively, which have the same
meaning as L:
Conv21(include) Conv231 (opinion)
)

= belong = reputation S0(analyze) = analysis


Conv21(behind) Conv21( precede) V0(analysis) = analyze
= in front of = follow A0(city) = urban
Adv0(follow [N]) = after [N]
LFs nºnº 4–5 are hyperonyms of L: nº 4 is a S0, A0, V0 and Adv0 are applicable to an LU
real hyperonym, and nº 5, a metaphorical one. of any corresponding part of speech (i.e., S0
4. Gener [Lat. genus] = the closest generic is applicable to any LU except an S, A0 – to
concept for L. The value of this LF must any LU except an A, etc.).
appear in at least one of the following LFs nºnº 10–21 are MEANINGFUL DERIVA-
two constructions: TIVES of L – i.e., LUs which add something
‘Gener (L)–ATTR→DER(L)’ = ‘L’ to the meaning of L. As a general rule, the
[where DER is any DSynt-derivative, meaning of such a derivative of L includes
see below, nºnº 6–9]; or that of L: ‘DERmeaningful(L)’ ) ‘L’.
L, X1, X2, ..., Xn and other (kinds of) LFs nºnº 10–17 are applicable to any L
Gener(L). which expresses a functor, i.e., denotes a si-
tuation. Among them, LFs nºnº 10–15 are ac-
Gener has the part of speech of L; most cur- tantial and circumstantial nouns.
rently, it is a noun. Gener(L) can, but need
not, appear together with L. If Gener is syn- 10. Si is the standard name of the i-th (Deep-
tagmatically combined with its keyword L, it Syntactic) actant of L; in the first place,
takes L as its ATTR: Gener(L)–ATTR→L. agent noun [‘the one who L-s’] and pa-
tient noun [‘the one whom someone/
Gener(republic) = state
[republican state = republic]
something L-s’].
Gener(liquidN) = substance There are Sis of two syntactic types. An Si(L)
[liquidA substance = liquidN] of the first type is used in the text, as a rule,
Gener(arrestN) = reprisals instead of L, especially if this L is a verb. An
[arrests and other (kinds of) reprisals]
Si(L) of the second type is used in the text to-
5. Figur [Lat. figuraliter ‘figuratively’] = gether with L, taking it as its own DSyntA II:
standard received metaphor for L such S1–II→L, etc.
that the elements of its value appear in
the construction ‘Figur(L)–I→L’ = ‘L’;
thus Figur(L) is used in the text together
with L. Semantically, L is the name of a
specific object, phenomenon or event.
11. Lexical Functions 125

The verb TEACH: The noun LETTER: Qual1(cryV/N) = sad


‘Person X teaches sub- ‘Letter by person X Qual1(laughV/N) = cheerful
ject Y to people Z’: to person Y about Z’: Qual2(doubtV/N) = implausible
S1(teach) = teacher S1(letter) = author, Qual2(laughV/N) = awkward, absurd
sender [of the letter]
S2(teach) = (subject) S2(letter) = addressee Quali entails the probability of Ablei but not
matter [in high school] [of the letter] vice versa: if something is implausible it
S3(teach) = pupil S3(letter) = contents tends to be “doubtable,” but a “doubtable”
[of the letter] statement is not necessarily implausible; an
obvious statement is likely to be provable,
but something provable is by no means al-
In the left-hand column, one sees what are ways obvious; etc.
fused values of LFs, and in the right-hand
column, non-fused values. The same differ- LFs nºnº 18–19 correspond to SYNTACTIC IN-
ence in syntactic behavior appears with other FLECTIONAL MEANINGS: those of the participle
LFs as well. and of the deverbal adverb, respectively.
11–15. Sinstr, Smed, Smod, Sloc, Sres are, re-
spectively, the standard name of in- 18. Ai denotes the determining property of
strument, means, mode, location, and the i-th DSyntA of L from the viewpoint
result of the situation denoted by L of its role in the situation ‘L’. A1 is se-
(L is, as a rule, a noun or a verb). mantically roughly equivalent to an ac-
These are circumstantial nouns. Like tive participle (≈ ‘which is L-ing’), and
actantial nouns, circumstantial nouns A2, to a passive participle (≈ ‘which is
are normally used instead of their being L-ed’):
keyword L; if they aren’t, they also
A1(anger) = in [anger]// angry
take it as their DSyntA II: A1(speed) = with [a speed of ...]
Sinstr–II→L, etc. A2(analyze) = // under analysis
A2(conduct [an orchestra] = //under the baton [of N]
Sinstr (shoot)
) = firearm
Sinstr(murderV,N) = murder weapon [The symbol “//” indicates the fused elements
Smed (shoot)
) = ammunition of the given LF value; see 3.2, p.23, col-
Smod(consider) = approach [I consider this umn.]
problem as follows:
...~ My approach to this problem is as follows: ...]
Sloc(fightV [two armies]) = battlefield
19. Advi denotes the determining property
Sloc(war) = theater (of war) of the action by the i-th DSyntA of L
Sres (learn)
) = knowledge, skills from the viewpoint of the role of the
Sres (explosion)
) = shockwave DSyntAi of L in the situation denoted by
Sres (copyV)
) = copyN L. Adv1 is semantically roughly equiva-
lent to an active verbal adverb (≈ ‘while
LFs nºnº 16 and 17 specify properties of L-ing’), and Adv2, to a passive verbal
DSyntAs of L; both are adjectives and both adverb (≈ ‘while being L-ed’):
replace L in the text.
Adv1(anger) = with [~] //angrily
16. Ablei [Lat. habilis ‘able, manageable’] Adv1(decreaseN,V) = //down [Sales amounted to 6
denotes the determining property of the million, a decrease of 2.7
i-th potential DSynt-actant of L (‘such percent = ..., down 2.7 percent.]
Adv2(applause) = to [the ~]
that it can L easily’/‘such that it can be Adv2(bombard) = //under bombardment [They
L-ed easily’): fled under heavy bombard-
Able1(cryV) = tearful ment.]
Able1(vary) = variable
Able2(prove) = provable LFs nºnº 20–21 reflect what in many lan-
Able2(trustV) = trustworthy guages are SEMANTIC INFLECTIONAL MEAN-
INGS.
17. Quali [Lat. qualitas] – determining prop-
erty of the i-th probable DSyntA of L 20. Imper [Lat. imperāre ‘[to] command’] is
(‘such that it is predisposed to L’/‘such an imperative expression meaning ‘do
that it is predisposed to be L-ed’): L!’
126 III. Semantik der Phraseme / Semantics of set phrases

Imper(shoot) = Fire! 25. Bon [Lat. bonus ‘good’] = ‘good’, i.e.,


Imper(speak low) = Sh-h-h! this adjective is a received praise for L
Imper(seize arms) = Take up arms! coming from the speaker:
Imper(stop [to a horse]) = Ho!
21. Result [Lat. *resultāre ‘[to] result’] is a Bon(cutV) = neatly, cleanly
Bon(proposal) = tempting
verb meaning ‘[to] be the expected result Bon(service) = first-class
of L’ and it applies to verbs: Bon(aid) = valuable
Result(buyV) = ownV
Result(lie down) = be lying Prepositional LFs: nºnº 26–30
Result(have learnt) = know [how], LFs nºnº 26–30 are prepositions expressing
have necessary skills LOCATION WITH RESPECT TO ‘L’ or the ROLE
Syntagmatic LFs (nºnº 22–46) ‘L’ PLAYS in the situation in question: Locin,
Syntagmatic LFs can be naturally subdi- Locad and Locab are locative markers (‘in/at
vided according to their Deep-Syntactic part L’, ‘into L’, ‘out of L’), while Instr and Propt
of speech: they can be nominal, adjectival/ are respectively an instrumental and a causa-
adverbial, prepositional (a subclass of adver- tive markers (‘with/using L’ and ‘because of
bial LFs), and verbal. L’). They take L as their DSyntA II:
Locin–II→L, etc.
Nominal LFs: nº 22
26–28. Locin, Locad, Locab [Lat. locus
22. Centr [Lat. centrum ‘center’] means ‘the ‘place’] is a preposition governing L and
center/culmination of L’; syntactically, it designating a type of spatial location
is a noun that takes the name of L as its with the respective directionality, i.e.,
DSyntA II: Centr–II→L, etc. ‘being in’, ‘moving into’, ‘moving out
of’:
Centr(forest) = the thick [of the ~]
Centr(crisis) = the peak [of the ~] Locin(height) = at [a height of ...]
Centr(glory) = summit [of ~] Locad(height) = to [a height of ...]
Centr(life) = prime [of ~] Locab(height) = from [a height of ...]

29. Instr [Lat. instrumentum ‘instrument’] is


Adjectival/Adverbial LFs : nºnº 23–25
a preposition meaning ‘by means of L’:
LFs nºnº 23–25 express different qualifica-
tions of L: Magn is a quantitative modifier Instr(typewriter) = on [ART ~]
(Do ‘L’ – to what extent?), Ver is an objective Instr(satellite) = via [~]
qualifier (Does ‘L’ correspond to L’s norm?), Instr(mail) = by [~]
while Bon is a subjective qualifier (Does the Instr(argument) = with [ART ~]
speaker approve of ‘L’?). All three are DSynt- 30. Propt [Lat. propter ‘because of’] is a pre-
adjectives/DSynt-adverbs and depend on L position meaning ‘because of/as a result
via the DSynt-Relation of L’:
ATTR: Magn←ATTR–L, etc.
Propt(fear) = from, out of [~]
23. Magn [Lat. magnus ‘big, great’] means Propt(love) = out of [one’s ~ of ...]
‘very’, ‘to a (very) high degree’,
‘intense(ly)’: Verbal LFs: nºnº 31–46
The verbal LFs nºnº 31–42 are support
Magn(naked) = stark verbs, phasal verbs, causative verbs, and ful-
Magn(laughv) = heartily; one’s head off fillment verbs. They are most naturally intro-
Magn(patience) = infinite duced by triplets (this will be explained for
Magn(skinny [person]) = as a rake each case).

24. Ver [Lat. verus ‘real, genuine’] = ‘as it 31–33. The LFs Operi, Funci and Laborij
should be’, ‘meeting intended require- are support (or “light”) verbs. They are
ments’: semantically empty – or at least emptied
– in the context of L. Their L is a noun
Ver(surprise) = sincere, genuine, unfeigned whose meaning is or includes a predicate
Ver(punishment) = well-deserved (in the logical sense), thus presupposing
Ver(instrument) = precise actants; it is the name of an action, a
Ver(walkV) = steadily state, a property, a relation, etc.
11. Lexical Functions 127

The support verbs serve to link, on the


DSynt-level, (the name of) a DSyntA of L to
L itself; they thus play an important semantic-
syntactic role and can be loosely called semi-
auxiliaries. The phrases with a support verb
have since long attracted the attention of lin-
guists and have been relatively well studied: a
rich bibliography on support verbs in many
different languages can be found in Ibrahim
2002. Fig. 11.1: Support Verbs and their DSynt-Relation-
ships with their Keyword
Operi [Lat. operāri ‘[to] do, carry out’]:
the DSyntA I of this verb (and its SSynt-Sub-
ject) is the expression that is described in the Fig. 11.1 presents the noun L = QUESTIONN
Government Pattern [=GP] of L as the i-th with two DSyntAs: I = ALAIN and II = LEO;
DSyntA of L, and Operi’s DSyntA II (= its the whole means ‘Alain asks Leo (many)
Main S(urface)Synt-Object) is L itself. questions’.
(Further DSyntAs of Operi, if any, are the The arrows represent LF values, i.e., the
phrases described in the GP of L as further support verbs under consideration. The ar-
DSyntAs of L.) row’s tail indicates DSyntA I (= SSynt-Sub-
ject) of the corresponding support verb, the
Oper1(blowN) = [to] deal [ART ~ to N] head pointing to its DSynt-actant II (= Main
Oper1(supportN) = [to] lend [~ to N] Object). Thus:
Oper2(blowN) = [to] receive [ART ~ from N]
Oper2(supportN) = [to] receive [~ from N] Oper1(question) = [to] ask (Alain asked Leo many
questions [= II])
Funci [Lat. *functionāre ‘[to] function’]: Oper2(question) = [to] get (Leo got many questions
the DSyntA I of this verb (and its SSynt-Sub- [= II] from Alain)
ject) is L itself, and its DSyntA II (= its main Func1(question) = comes (Many questions came to
SSynt-Object) is the i-th DSyntA of L. Leo from Alain)
Func2(question) = is addressed, concerns (Alain’s
Func1(blowN) = comes [from N] many questions were addressed to
Func2(blowN) = falls [upon N] Leo [= II])
If Funci has no object, the subscript 0 is used: Func0(question) = is asked, is posed (Alain’s many
questions to Leo were posed in a
Func0(snowN) = falls Func0(preparations) strange context).
= are under way Labor12(question) = [to] pepper (Alain peppered Leo
Func0(option) = is open Func0(rumors) with questions [= III])
= circulate Labor21(question) = – (it could be something like
Laborij [Lat. labōrāre ‘[to] work, toil’]: *Leo prompted Alain to (ask)
the DSynt-actant I of this verb (and its SSynt- many questions [= III])
Subject) is the i-th DSyntA of L, its DSyntA A different way to express the same idea is by
II (= its main SSynt-Object) is the j-th DSyn- using Table 11.1 below.
tA of L, its DSyntA III (= its secondary From the diagram of Fig. 11.1 and Tab.
SSynt-Object) is the j+1-th DSyntA of L, and 11.1 it is easy to see why the support verbs
its further DSyntA (= its third SSynt-Object) are presented as three LFs: these LFs are dis-
is L itself. tinguished according to their syntactic beha-
Labor12(interrogation) = [to] subject [N to an ~] vior with respect to the major sentence ele-
Labor32(leaseN) = [to] grant [N to N on ~] ments, and there are exactly three such ele-
Tab. 11.1 Syntax of Support Verbs
DSynt-role of L and L’s actants with respect to the support verb VLF
DSynt-actant I of VLF is: DSynt-actant II of VLF is: DSynt-actant III/IV of VLF is:
Ist/IInd IIIrd/IVth
Oper1/2 L
Support verb

DSyntA of L DSyntA of L
none/Ist/IInd IIIrd/IVth
Func0/1/2 L
DSyntA of L DSyntA of L
VLF

Labor12/21 Ist/IInd DSyntA of L IInd/Ist DsyntA of L L


128 III. Semantik der Phraseme / Semantics of set phrases

ments: SSynt-Subject, Main (roughly, Direct) Also like the phasal LFs, the causative LFs
Object and Second (roughly, Indirect or are used in combination with other verbal
Prepositional) Object. LFs namely with support verbs:
34–36. The LFs nºnº 34–36 represent the CausOper1(opinion) = [to] lead [N to ART ~]
meaning of what are called phasal PermFunc0(aggression) = [to] condone [ART ~]
verbs: Liqu(2)Func0(aggression) = [to] stop [ART ~]
LiquFunc0(traces) = [to] wipe out [ART ~]
Incep [Lat. incipere] – ‘begin’,
CausFunc1(hopeN) = [to] raise [~ in N]
Cont [Lat. continuāre] – ‘continue’,
Fin [Lat. fīnīre] – ‘cease’.
40–42. The LFs nºnº 40–42 – Reali, Fact0/i
They are semantically full and linked by ob- and Labrealij, or fulfillment verbs –
vious semantic relations: mean, roughly, ‘[to] fulfill the require-
Fin(L) = IncepNon(L) [‘He ceased to sleep’ = ‘He ment of L’ [= ‘[to] do with L what you
began not to sleep’] are supposed to do with L’] or ‘L fulfills
Cont(L) = NonFin(L) = NonIncepNon(L) [‘He its requirement’. The ‘requirements’ dif-
continues to sleep’ = ‘He fer with respect to different Ls: thus, the
does not cease to sleep’]
‘requirement’ of a hypothesis is its con-
Here again, a tripartite organization of these firmation, the ‘requirement’ of a disease
LFs has an obvious motivation (which is is the malfunctioning/death of the person
completely different from the preceding affected, and the ‘requirement’ of an ar-
case): the initial Incep plus two negative “de- tefact is that it be used according to its
rivations” from it. intended function. Reali [Lat. realis
The three phasal LFs are applicable to ‘real’], Fact0/i [Lat. factum ‘fact’] and
verbs or verbal expressions only. To apply Labrealijk [a hybrid of Labor and Real]
one of them to a noun, a support verb is used: are (more or less) synonymous full
‘begin negotiations’ is written as Incep-Op- verbs, different with respect to their syn-
er1(negotiations), etc. As a result, the phasal tax; their keywords are actantial nouns
LFs are most often used in combination with whose meaning includes the component
other LFs, i.e., in Complex LFs (see 3.4.1, corresponding to a ‘requirement:’ ‘sup-
p. 129). A phasal verb takes L as its DSyntA posed to ...’, ‘designed to ...’, etc.
II: Incep–II→L, etc.
IncepOper1(fireN [shooting]) = [to] open [~ on N] In contrast to the support verbs, which mostly
IncepOper2(power) = [to] fall [under the accept as their keywords abstract nouns, the
~ of N] fulfillment verbs can have both abstract and
FinOper1(power) = [to] lose [one’s ~ concrete keywords, provided the latter are ac-
over N] tantial and imply a ‘requirement.’ Such con-
ContOper1(power) = [to] retain [one’s crete nouns are necessarily the names of arte-
~ over N] facts or organs, which are by definition ‘de-
ContFunc0(offer) = stands
ContFunc0(smellN) = lingers [Locin N],
signed to ...’.
lingers on Syntactically, Reali, Fact0/i and Labrealijk
are fully analogous to the LFs Operi, Func0/i
37–39. LFs nºnº 37–39 represent the mean- and Laborijk, respectively. The keyword L
ing of causative verbs: and its DSyntAs fulfill with respect to Reali,
Caus [Lat. causāre] – ‘cause’ [≈ ‘do something so etc. the same syntactic roles as they do with
that a situation occurs’] respect to Operi, etc. Therefore, they are
Perm [Lat. permittere] – ‘permit/allow’ [≈ ‘do no- linked to their keywords in the following
thing which would cause that a situation does not way:
occur]’ Reali–II→L, Fact0/i–I→L, and
Liqu [Lat. *liquidāre] – ‘liquidate’ [≈ ‘do some- Labrealijk–III/IV→L.
thing so that a situation does not occur’]
These LFs are semantically full. Very much Real1(accusation) = [to] prove [ART ~]
like phasal LFs, these LFs are also linked by Real1(car) = [to] drive [ART ~]
semantic relations: Real1(illness) = [to] succumb [to ART ~]
Real2(law) = [to] abide [by ART ~]
Liqu(L) = AntiCaus(L) = CausNon(L); Real2(hintN) = [to] take [ART ~]
Perm(L) = NonLiqu(L) = NonCausNon(L) Real2(demandN) = [to] meet [ART ~]
11. Lexical Functions 129

Compare: 3.4. Other (≠ Simple Standard) LFs


Oper1 (obstacle) = [to] face [an ~], but
3.4.1. Complex LFs and configurations of
Real1(obstacle) = //[to] turn back
Oper2 (attackN) = [to] be [under ~], but LFs
Real2(attackN) = [to] fall [to ART ~].
Definition 5: Complex Lexical Function
The LFs nºnº 43–46 express new situations A sequence of syntactically linked Simple
related to the situation referred to by the key- Standard LFs, e.g., f and g, that applies to one
word L. keyword L – fg(L) – is called a Complex
(Standard) LF if and only if this sequence has
43. Involv [Lat. involvere ‘[to] drag along’] as elements of its value global (= indecompo-
is a verb meaning ‘[to] involve Y’, ‘[to] sable) lexical expressions, covering the mean-
affect Y’; it links L and the name of a ing ‘f + g’.
non-participant Y which is affected or A Complex LF corresponds to what is
acted upon by the situation ‘L’; Y is called the product of LFs in Kahane & Pol-
DSyntA II of Involv, and L (= the key- guère 2001.
word), its DSyntA I: A Complex LF fg(L) is different from the
composition of LFs f(g(L)): generally speak-
Involv(lightN) = floods [N = Y, e.g. the room] ing, fg(L) ≠ f(g(L)). Thus:
Involv(snowstorm) = catches [Nhum = Y Locin N],
hits [Narea = Y] – Adv1Real1(whim) = on [a ~], and
Real1(whim) = [to] satisfy [ART ~]; but of
44. Manif [Lat. manifestāre ‘[to] manifest’] course Adv1(satisfy) ≠ on.
is a verb meaning ‘L manifests itself [≈ – IncepOper1(loveN) = [to] fall [in ~], and
becomes apparent] in Y’. The keyword Oper1(loveN) = [to] be [in ~]; but obvious-
L, a noun, is DSyntA I of Manif, and Y ly Incep(be) ≠ [to] fall.
(= in which L manifests itself), its – Magn(applause) = thunderous,
DSyntA II: AntiMagn(applause) = scattered; but
Anti(thunderous) ≠ scattered.
Manif(amazement) = lurks [in Andrew’s eyes]
Manif(joy) = explodes [in them] Along with Complex LFs, the description of
semantic derivations and collocations still re-
45. Degrad [Lat. degradāre ‘[to] degrade’] quires another type of union of LFs – confi-
is a verb meaning ‘[to] degrade’ ≈ ‘[to] gurations of LFs.
become permanently worse or bad’. It Definition 6: Configuration of Lexical
takes its keyword L, which can be any Functions
noun, as its DSyntA I: A set of syntactically non-linked LFs f+g that
have the same keyword L – [f+g](L) – is
Degrad(milk) = goes sour
called a configuration of LFs if and only if
Degrad(meat) = goes off
Degrad(discipline) = weakens this set has a global (= indecomposable) lexi-
Degrad(house) = becomes dilapidated cal expression, covering the meaning ‘f + g’.
[Magn + Oper1](doubt) = [to] be plagued [by ~]:
≈ ‘[to] have [= Oper1]
46. Son [Lat. sonāre ‘[to] sound’] is a verb strong [= Magn] doubts’
meaning ‘[to] emit characteristic sound’. [Ver + Oper1](health) = [to] have a clean bill
Son also takes its keyword, which most [of ~]: ≈ ‘[to] have
often, but not necessarily, is a concrete [= Oper1] good [= Ver]
noun, as its DSyntA I. health’

Son(dog) = barks 3.4.2. Non-Standard LFs


Son(battle) = rumbles Non-Standard LFs have been defined pre-
Son(banknotes) = rustle viously: these are LFs that do not satisfy the
Son(wind) = howls conditions of Def. 4, p. 122. While a Standard
Caus1Son(tongue) = [to] click [one’s ~] LF is associated with a very general and ab-
Caus1Son( fingers) = [to] snap [one’s ~] stract meaning, a Non-Standard LF has a very
specific and concrete one. Because of this, it
is impossible to describe Non-Standard LFs
in a systematic way. No general formalism
130 III. Semantik der Phraseme / Semantics of set phrases

can be devised for them: they are written in


“controlled” natural language, very much like 1) CII.2 : N denotes something that can be
lexicographic definitions. (Actually, the de- seen or felt
scription of a Non-Standard LF is its mini-de- 2) CII.4 : N denotes people
finition.) Consider two examples:
[‘C’ stands for ‘column’; the Roman numeral identi-
STEAK, noun fies the column, and the Arabic one, the cell in it.]
minimally cooked : rare
moderately cooked : medium John’s hhisi revulsion against racism hagainst dis-
maximally cooked : well-done mal results of his endeavori; John’s hhisi revulsion
at the sight of sea food; John’s hhisi revulsion for
These are quite specific meanings and they work hfor all those killingsi; John’s hhisi revulsion
are expressed idiomatically: minimally for h= towardi these scoundrels htoward the gov-
cooked carrots cannot be called rare, and ernmenti
moderately cooked broccoli is not medium.
Impossible:
NOSE, noun
thin and curving John’s hhisi revulsion *at these shouts [cor-
like an eagle’s beak : aquiline [~] rect expression: ... for these shouts] [by Con-
short and flat : pug, snub [~] straint 1]
fat and round : bulbous [~] John’s hhisi revulsion *towards these shouts
having high prominent bridge : Roman [~] [by Constraint 2]
short and having its end
slightly turned up : turned up [~] Lexical Functions
The number of Non-Standard LFs is unli- Syn \ : distaste; repugnance;
mited, and their meanings unpredictable. repulsion; disgust; loathing
They have to be collected the hard way – Anti \ : attraction
searching for them in the corpora. Conv21Anti \ : appeal
A1 : revulsed
4. LFs in the lexicon Able2 : revulsive
LFs have important applications in semantics Magn + Able2 : of utmost ~ | G = SCENE,
and syntax, but their most natural domain is SIGHT [G is the syntactic
Governor of the LF value]
the lexicon, and that is what is illustrated Magn : deep < extreme < utmost;
here. The MTT presupposes the existence of visceral
a special type of lexicon in whose entries LFs AntiMagn : slight
occupy an important place. This lexicon is Propt : from [~]
known as the Explanatory Combinatorial Oper1 : experience, feel [~]
Dictionary [= ECD]. Since the publications Magn + Oper1 : be filled [with ~]
on ECDs are numerous (Žolkovskij/Mel’čuk Magn + Labor12 : fill [N with ~]
1967, Mel’čuk et al. 1984, 1988, 1992, 1999, Conv21Caus2Oper1 : be driven [to ~]
Mel’čuk et al. 1995, Mel’čuk/Zholkovsky Adv1Manif : with [~]
1984), I will limit myself to giving a sample
lexical entry, ECD-style. In this way LFs can Examples
be shown in their natural habitat. He did it from deep revulsion for the bitterness of
the sectarian strife. Any revulsion they might feel
REVULSION from fat-ass bastards they ran up against profession-
Definition ally was ad hominem and not ad genus [A. Lurie].
X’s revulsion for Y : ‘X’s (strong) negative feeling Mary turned her head away in revulsion. I felt no
about Y caused by X’s perception of Y, simi- revulsion for her maternal fantasies, only a practical
lar to what people normally experience when concern. She met his advances with revulsion. It
they perceive something that make them sick was a scene of utmost revulsion. Pam was driven to
and such that it causes that X wants to avoid revulsion (by the sight of the dead animal) h*The
any contact with Y’. sight of the dead animal drove Pam to revulsioni.
Revulsion at slaughter cut war short [newspaper
Government Pattern heading].
X=I Y = II At present (the beginning of 21st century),
1. N’s 1. against N the work on Explanatory Combinatorial Dic-
2. Aposs 2. at N tionaries has entered a new phase. Two im-
3. A 3. for N portant modern trends in using LFs in the dic-
4. toward N
tionary are :
11. Lexical Functions 131

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lexical databases, which can underlie the tions. In: Cowie (ed.) 1998, 23–53.
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1997). re. In: Szende, Th. (ed.), Les écarts culturels dans
– Developing lexicographic software along les dictionnaires bilingues. Paris. 19–64.
with a lexical database of the ECD type –
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the LAF project (Polguère 2000a, b). tion à la lexicographie explicative et combinatoire.
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rerabotki tekstov na estestvennyx jazykax. In: Rus- Mel’čuk, I., et al. (1984, 1988, 1992, 1999): Dic-
skij jazyk v naučnom osveščenii 2, 102–146. tionnaire explicatif et combinatoire du français con-
temporain : Recherches lexico-sémantiques I, II, III,
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IV. Pragmatik – Stilistik – Rhetorik der Phraseme/
Pragmatic, stylistic, and rhetorical issues in phraseology

12. Pragmatische Beschreibungsansätze

1. Zum Begriff Pragmatik der Kommunikation verwendeten Sprach-


2. Phraseologie als Gegenstand pragmatischer strukturen, aber auch das Repertoire dieser
Betrachtungen Sprachstrukturen in Kontexten gehören zum
3. Einfluss der Pragmatik auf die Skopus der pragmatischen Beschreibungsan-
Phraseologieforschung
4. Zusammenfassung und Ausblick sätze. Wie Levinson (2000, 9) zu Recht be-
5. Literatur (in Auswahl) merkt, liegt gerade in dieser Tatsache der
Kern des Definitionsproblems: “Der Termi-
nus Pragmatik betrifft sowohl kontextabhän-
1. Zum Begriff Pragmatik gige Aspekte der Sprachstruktur als auch
Prinzipien des Sprachgebrauchs und -verste-
Phraseologieforschung und Pragmatik, die hens, die mit der Sprachstruktur nichts oder
sich als wissenschaftliche Disziplinen unge- nur wenig zu tun haben”.
fähr zur gleichen Zeit in der Linguistik eta- Ohne in die Diskussion zwischen Formalis-
bliert haben, haben eines gemeinsam: Beide ten und Funktionalisten (Leech 1983, 46) ein-
Forschungsrichtungen kennen die Vielzahl zutreten und eine klare Grenzlinie zwischen
möglicher Definitionen und das Fehlen klarer Pragmatik und Soziolinguistik (vgl. dazu den
Grenzen. Seit ihrer Entstehung in den 70er (in engeren Pragmatik-Begriff in der angloameri-
der westeuropäischen Linguistik) bzw. in den kanischen Linguistik, Levinson 2000, 6) zie-
50er Jahren (in der sowjetischen Sprachwis- hen zu wollen, wird den folgenden Überle-
senschaft) war die Phraseologieforschung gungen eine weit gefasste, in der kontinental-
überwiegend damit befasst, ihr Untersu- europäischen Tradition verbreitete Definition
chungsobjekt – die Phraseologismen – zu de- der Pragmatik als “a general functional per-
finieren und zu systematisieren. Diese Dis- spective on (any aspect of) language, i.e. as
kussion dauert teilweise bis in die Gegenwart an approach to language which takes into ac-
an und geht – angesichts der Komplexität der count the full complexity of its cognitive, so-
Phraseologismen und nicht zuletzt dank der cial, and cultural (i.e. ‘meaningful’) functio-
pragmatischen Wende in der Linguistik – eher ning in the lives of human beings” (Verschue-
in Richtung Ausweitung des Gegenstandbe- ren/Östman/Bloomaert 1995, 13f.) zugrunde
reichs (Art. 1). Im vorliegenden Artikel wird gelegt. Die Analyse der phraseologischen
der weite Phraseologismus-Begriff, der Kol- Formen soll aber auch nicht außer Acht gelas-
lokationen einerseits und Sprichwörter sowie sen werden, da sie die Äußerungen über deren
formelhafte Texte andererseits umfasst, ver- Funktionen erst ermöglicht.
wendet. Die Verwendung dieses Pragmatik-Begriffs
Ebenso vielfältig und weit gefasst ist der ist durch die in den Abschnitten 2 und 3 ange-
Begriff der Pragmatik. Er erstreckt sich auf führten Beispiele für pragmatische Beschrei-
mehrere Teiltheorien, z.B. auf Deixis und Re- bungsansätze in der Phraseologie begründet.
ferenz, Theorie der konversationellen Impli- Wie die Belege zeigen, bezieht sich die prag-
katuren und Höflichkeitstheorie, Präsupposi- matische Beschreibung hier speziell auf die
tionen, Sprechakttheorie und Konversations- Formen einiger Phraseologismen und auf Ver-
analyse (Meibauer 2001, 4ff.). Allgemein suche ihrer Klassifizierung, auf die Funktio-
wird unter Pragmatik im linguistischen Zu- nen von Phraseologismen in verschiedenen
sammenhang die Lehre vom Zeichenge- Textsorten im synchronen und diachronen
brauch einerseits und die Lehre vom Sprach- Schnitt, auf ihre Gebrauchsbesonderheiten, il-
handeln andererseits in konkreten Situationen lokutionäre Kraft und stilistische Färbung, die
und zu Zwecken der Kommunikation verstan- einzel- und/oder mehrsprachig untersucht
den (Linke/Nussbaumer/Portmann 2004, werden können und wichtige Konsequenzen
170). Die Intentionen der an der Kommunika- für die lexikographische Kodifizierung der
tion Beteiligten, die Regularitäten des kom- Phraseologismen mit sich bringen. Schließ-
munikativen Umgangs, die Funktionen der in lich reichen die pragmatischen Beschrei-
12. Pragmatische Beschreibungsansätze 133

bungsansätze bis hin zu Untersuchungen des


Stellenwertes der Phraseologie in der so ge-
nannten formelhaften Sprache und als Mittel
der Gestaltung der sozialen Identität. Der Ter-
minus Pragmatik wird somit im Folgenden
nicht nur in Bezug auf die Forschungsberei-
che angewandt, sondern auch auf Merkmale
der sprachlichen Einheiten, indem von prag-
matischen Phraseologismen die Rede sein
wird, sowie auf Merkmale der Metasprache,
so dass man z.B. von der pragmatischen Be-
schreibung der Phraseologismen in Wörterbü-
chern sprechen kann.

2. Phraseologie als Gegenstand


pragmatischer Betrachtungen
2.1. Frühgeschichte
Pragmatik als wissenschaftliche Disziplin im
oben definierten Sinn setzt zwar in den 50er
Jahren des 20. Jahrhunderts ein (Nerlich/Clar-
ke 1996); als Reflexion über den Sprachge-
brauch in der Gesellschaft hat sie jedoch u.E.
eine Frühgeschichte, die für das Deutsche mit Abb. 12.1.: J. Agricola, Sybenhundert und fünffZig
den Anfängen der Grammatikschreibung im Teütſcher Sprichw=rter.
16. Jahrhundert (Moulin 2000, 1903ff.) zu-
sammenfällt. Auch Phraseologie tritt erst im
16. Jahrhundert in vollem Maße in größeren
Sammlungen in Erscheinung, mit für dieses
vorwissenschaftliche Paradigma kennzeich-
nenden sprach- und sittenpflegerischen Zwe-
cken (Filatkina, in Vorbereitung). Am deut-
lichsten kommen sie in der 1534 erschienenen
Sammlung J. Agricolas zum Ausdruck, in der
der Gebrauch von Phraseologismen unter-
schiedlicher Typen durch ihre Etymologie er-
klärt und in den größeren Zusammenhang der
Sitten- und Moralpflege gestellt wird. Dies
veranschaulicht Abbildung 12.1. mit dem Ar-
tikel Auß an galgen, in dem den Erläuterun-
gen zu den typischen Verwendungssituatio-
nen des Ausdrucks kurze (quasi)semantische
Angaben folgen. Den Kern des Artikels bil-
Abb. 12.2.: J. Agricola, Sybenhundert und fünffZig
den ausführliche Informationen zu den “inn Teütſcher Sprichw=rter.
Deutſchen landen” üblichen Strafverfahren.
Breiten Raum nimmt der als vorpragmatisch Zur gleichen Zeit findet die Phraseologie in
zu bezeichnende Kommentar im Artikel zur Grammatiken, Stil- und Rhetoriklehren sowie
Routineformel Aber doch ein, vgl. Abbildung Kanzleibücher Eingang (Filatkina, in Vorbe-
12.2. Der Leser wird dort auf die möglichen reitung). Stellvertretend seien hier die Erläu-
Verwendungssituationen hingewiesen. terungen zum Kollokationsgebrauch mit dem
Verb abbrechen in den “Synonyma” L.
Schwartzenbachs genannt (Abbildung 12.3.),
die als Vorläufer zur Wörter-im-Kontakt-Dis-
kussion in der modernen Linguistik betrachtet
werden können: Nach der Aufzählung der Sy-
nonyme zum Verb abbrechen beschäftigt sich
134 IV. Pragmatik – Stilistik – Rhetorik der Phraseme/Pragmatic, stylistic, and rhetorical issues

Schwartzenbach mit der Frage nach ihrer kor- matikographischen Literatur auf Deutsch feh-
rekten syntagmatischen Verknüpfung. Dabei len weitgehend. Wie aber die oben angeführ-
werden die semantisch-pragmatischen Unter- ten Beispiele bereits veranschaulichen, bieten
schiede zwischen den Synonymen herausge- diese Textsorten ausreichend Material sowohl
stellt: zum vorwissenschaftlichen Pragmatikbegriff
als auch zum formelhaften Gebrauch der älte-
ren Sprachstufen und seinem Wandel.

2.2. Gegenwart: Phraseologie aus der


Perspektive pragmatischer Teiltheorien
Obwohl die Entstehungsgeschichten der
Phraseologie und Pragmatik ungefähr in die
gleiche Zeit zu datieren sind, hatten die bei-
den Disziplinen bis in die 80er Jahre des 20.
Jahrhunderts nur wenig Berührungspunkte.
Insbesondere gilt dies für die Pragmatik, die
dem phraseologischen Material immer noch
größtenteils verschlossen bleibt und ein man-
Abb. 12.3.: L. Schwartzenbach, Synonyma, Bl. III. gelndes Interesse an phraseologischen Frage-
stellungen zeigt. Trotz der spezifischen Ei-
Aus der Perspektive der historischen Pragma- genschaften der phraseologischen Einheiten,
tik sind die Auflistungen der für die Briefkor- die ihre Betrachtung unter pragmatischer Per-
respondenz typischen Anfangs- und Schluss- spektive gerade unumgänglich machen, be-
formeln in der Cantzley und Titel bFchlin F. schränken sich die meisten rezenten Einfüh-
Frangks interessant, wobei der Aspekt ihrer rungen und Handbücher auf die zufällige Ver-
Institutionalisiertheit und der Gebundenheit wendung phraseologischer Beispiele in den
an den gesellschaftlichen Status für Frangk Kapiteln zur Griceschen Implikaturtheorie
zentral ist (vgl. Abbildung 12.4.): und/oder Höflichkeitstheorie, ohne ihre Be-
sonderheiten in irgendeiner Weise zu be-
schreiben (Horn 2004; Meibauer 2001; Mey
2001; Verschueren/Östman/Blommaert 1995;
Thomas 1995). Diese Lücke wird besonders
augenfällig, wenn man sie mit der Fülle der
Versuche vergleicht, mit Hilfe der Pragmatik
grammatische und syntaktische Phänomene
(z.B. den Gebrauch der Personalpronomina
oder der Tempusformen im Deutschen) bzw.
(lexikalisch-semantische) Sprachwandelpro-
zesse zu erklären. Eine breite Anwendung ha-
ben die pragmatischen Beschreibungsansätze
traditionell bei der Erklärung solcher rhetori-
scher Topoi wie Metapher und Ironie gefun-
den; Phraseologisches wird aber auch hier nur
am Rande berücksichtigt.
Im Folgenden sollen anhand ausgewählter
Beispiele potenzielle gemeinsame For-
schungsperspektiven für pragmatische Teil-
theorien und Phraseologieforschung überwie-
gend am Material der deutschen Sprache auf-
gezeigt werden.
Abb. 12.4.: F. Frangk, Ein Cantzley und Titel
2.2.1. Referenz, Deixis/Indexikalität und
bFchlin.
Phraseologismen
Eingehende Untersuchungen zum Stellenwert Deixis/Indexikalität als eine besondere Form
der Phraseologie und zu Reflexionen über der Referenz, unter der der kontextabhängige
diese sprachliche Ebene in der älteren gram- Bezug von Wörtern verstanden wird, gehört
12. Pragmatische Beschreibungsansätze 135

zu einem der Standardgebiete der Pragmatik. Quasthoff 1983, 17ff.) und die standardisierte
Unter deiktischen/indexikalischen Zeichen/ Form hinzukommen.
Ausdrücken wurden dabei bis jetzt Personal-, Spätestens seit den Arbeiten von Gülich
Demonstrativ- und Temporalpronomina, (1978, 6f.) und Quasthoff (1983, 11ff.) ist
Tempusgebrauch sowie höflichkeitsbezogene außerdem bekannt, dass selbst die so genann-
Ausdrucksmittel (Honorifika) subsumiert. ten generalisierenden Phraseologismen (All-
Die Tatsache, dass auch Phraseologismen zu sätze (Gülich 1978, 6); common knowledge-
den Mitteln gehören können, die eine Sprache expressions (Quasthoff (1978, 36)) trotz aller
zur Verfügung stellt, um Bezüge auf Perso- ihrer Abstraktionsmerkmale (z.B. verallge-
nen, Orte und Zeitpunkte herzustellen, und meinernder Charakter des Ausdrucks, All-
deren pragmatische Bedeutung erst aus den quantoren, gnomisches Präsens, definiter Ar-
Kontexten erschlossen werden kann, wurde tikel bzw. Null-Artikel usw.) in indexikali-
übersehen. Phraseologismen wie wie dem scher Verwendung auftreten können. Diese
auch sei..., sagen wir mal..., hiermit gehe ich Merkmale sorgten dafür, dass man anfangs
zu Punkt X meines Vortrags über..., das darf Sprichwörter und Gemeinplätze wie Wer die
doch wohl nicht wahr sein... usw. sind indexi- Wahl hat, hat die Qual; Andere Länder, ande-
kalische Zeichen, die einer Betrachtung im re Sitten; Ende gut alles gut usw. als Einhei-
Rahmen der Text- oder Diskursdeixis (Levin- ten mit fehlender Anbindung an den umge-
son 2000, 93) wert sind. Text- bzw. ge- benden Kontext beschrieben hat. Wie die
sprächsstrukturierende Funktionen können neueren Untersuchungen zeigen, übernehmen
eben nicht nur von den einfachen Lexemen sie in konkreten Situationen gerade auf Grund
erfüllt werden, sondern auch von den gerade der allgemeinen Bekanntheit ihres Inhalts ver-
für diese Zwecke hochgradig standardisierten schiedene interaktive Funktionen. Der Grad
Formeln (vgl. unten 2.3. sowie Quasthoff der Indexikalität kann mit der Variation sogar
1983, 19). steigen, vgl. Wo gehobelt wurde, da fielen die
Eine vergleichbare theoretische Bereiche- Späne gegenüber Wo gehobelt wird, da fallen
rung würde die nähere Betrachtung der Anre- Späne (Lüger 1999, 93).
de- und Routineformeln im Zusammenhang Der Bezug auf Personen, Sachverhalte, Or-
mit der Sozialdeixis (Levinson 2000, 97) te und Zeitpunkte kann ferner mit Hilfe der
bringen, insbesondere angesichts der Tatsa- onymischen Phraseologismen geschaffen
che, dass ihr stark formalisierter Charakter, werden. Sie stellen keine expressiven Kon-
die Abhängigkeit von der spezifischen Kultur kurrenzbildungen zu den Einzellexemen dar,
und die Wichtigkeit ihrer korrekten Beherr- sondern übernehmen referierende Funktio-
schung für die Sprachkompetenz in zahlrei- nen, z.B. im Bereich der Lokaldeixis (2) oder
chen Untersuchungen im Rahmen der Phra- Temporaldeixis (3). In diesen Zusammenhang
seologieforschung bereits herausgestellt wur- sind außerdem die volkstümlichen Benennun-
den (vgl. unten 2.3. und 3.5.). Aber auch die gen von Pflanzen, Tieren und Krankheiten zu
Betrachtung anderer Phraseologismus-Typen stellen, die in Umgangssprachen und/oder
aus indexikalischer Perspektive könnte für Dialekten oft ausschließlich phraseologischer
die Pragmatik neue Erkenntnisse bringen. Natur sind (4).
Dass ein Sprecher mit Hilfe der Sentenz (1) (2) Freiberger Mulde, Rheinisches Schiefergebir-
auf einen bestimmten Sachverhalt (Preise bei ge, Grünes Gewölbe, neue Bundesländer (im
Neckermann) referiert und ihn als indiskuta- Zusammenhang mit ihrer geographischen La-
bel bewertet/qualifiziert, wird nur aus dem ge)
(3) Tag der deutschen Einheit, die Heiligen drei
unten angeführten Kontext verständlich Könige
(Quasthoff 1983, 16): (4) der Gemeine Löwenzahn, das Fleißige Lies-
(1) A: Neckermann hat auch ganz hübsche chen, schwarzer Tod
Preise, nicht? Weitere Beispiele für die indexikalische Ver-
B: Da wollen wir gar nicht erst drüber reden.
wendung von onymischen Phraseologismen
In diesem Sinn ist die Sentenz (1) indexika- ließen sich z.B. unter den dialektalen sowie
lisch. Der Unterschied zu den indexikalischen veralteten Monats- bzw. Tagesbezeichnungen
Zeichen in Form von Einzellexemen besteht finden. In dieser Hinsicht könnten sowohl
allerdings darin, dass zu der Referenz die zu- Pragmatik als auch Phraseologie zur Erfor-
sätzlichen semantisch-pragmatischen Kompo- schung der historischen Deixis und ihres
nenten (hier: Bewertung, zu den anderen vgl. Wandels beitragen. Für die Phraseologiefor-
136 IV. Pragmatik – Stilistik – Rhetorik der Phraseme/Pragmatic, stylistic, and rhetorical issues

schung bedeutet ferner die Öffnung gegen- Grice (1967/1989) unter Metaphern, Hyper-
über den Fachtermini neue Perspektiven bei beln, indirekten Sprechakten sowie ironischen
der Untersuchung der Deixistypen. Äußerungen als Quellen für die Entstehung
Als indexikalische Ausdrücke sind Phra- der konventionellen und konversationellen
seologismen aber nicht nur auf Grund ihrer Implikaturen. Darunter werden die nicht di-
Kontextgebundenheit zu betrachten. Versteht rekt ausgedrückten Folgerungen, das Mitge-
man unter einem Index im Peirceschen Sinn meinte verstanden. Im Vordergrund der Impli-
die Zeichen, bei denen die Beziehung zwi- katurtheorie als eines weiteren Teilgebiets der
schen Zeichen und Bezeichnetem auf einer Pragmatik steht die Frage, wie man mit einer
direkten realen (kausalen) Beziehung zwi- sprachlichen Äußerung etwas anderes zu ver-
schen einem Anzeichen, Symptom und einem stehen geben kann (to implicate), als es die
tatsächlich vorhandenen, singulären Objekt Bedeutung der einzelnen, in der Äußerung
beruht (Rauch → Feuer), so sind die Phraseo- verwendeten Konstituenten eigentlich nahe-
logismen (5) als indexikalisch motiviert zu legt. Die Bedeutungsübertragung bzw. die fi-
beschreiben: gurative Bedeutung solcher Äußerungen wird
(5a) den heiligen Ulrich anrufen durch den Sprachgebrauch lexikalisiert; diese
(5b) How long is a piece of string? konventionelle Implikatur sichert das Ver-
Mit Dobrovol’skij/Piirainen (2005, 88) ist ständnis und das Gelingen der Kommunikati-
festzustellen, dass die Motivation des Idioms on. Die konversationellen Implikaturen ent-
(5a) auf phonetischer Basis indexikalisch ist: stehen Grice zufolge durch den Verstoß gegen
Der Personenname Ulrich imitiert onomato- die Konversationsmaximen; der Verstoß be-
poetisch das Geräusch des Sich-Übergebens. gründet die Notwendigkeit für den Sprecher/
Beispiel (5b) ist hingegen auf konzeptueller Hörer, nach weiteren Deutungsmöglichkeiten
Ebene indexikalisch. Es wird im Englischen zu suchen.
als Reaktion auf die Vorwürfe, beim Sprechen Die Anwendung der konventionellen und
unpräzise zu sein, verwendet. Als eine Ge- konversationellen Implikaturen hat sich be-
genfrage, die keinen Sinn ergibt, indiziert sie reits in den ersten pragmatisch angelegten Ar-
symptomatisch die Unmöglichkeit einer prä- beiten bei der Deutung der Euphemismen
ziseren Antwort auf die Frage, die mehrere (Sadock 1978), indirekten Sprechakte (Mor-
Antworten zulässt. Diese Belege liefern somit gan 1978) und der Ironie (Sperber/Wilson
einerseits von phraseologischer Seite zusätzli- 1981) bewährt. Aufbauend auf der Grice-
che Beispiele, die bei der Erklärung der Me- schen Theorie genießen die innerhalb der (lo-
chanismen der Indexikalität von der theoreti- gischen) Pragmatik als Tautologismen be-
schen Pragmatik berücksichtigt werden müss- zeichneten Einheiten die größte Aufmerksam-
ten. Andererseits fehlt innerhalb der keit der Pragmatiker (Autenrieth 1997; Ward/
Phraseologie für die Beschreibung der indexi- Hirschberg 1991). Gemeint sind solche Ein-
kalisch basierten Motivation eine geeignete heiten wie Krieg ist Krieg; Wenn es regnet,
Metasprache (Dobrovol’skij/Piirainen 2005, regnet es; Was sein muss, muss sein usw. Sie
89), die möglicherweise pragmatisch angelegt sind als Einheiten mit einer zusätzlichen, se-
werden könnte. kundären Bedeutung (additional meaning)
charakterisiert worden, die im Redeprozess
2.2.2. Die Implikaturtheorie und nicht substituiert werden können (are not sub-
Phraseologismen stitutable). Grice (1975, 52) zufolge stellen
Die aktuelle Bedeutung des Idioms (5b) und sie einen besonderen Fall der konversationel-
folglich seine Verwendung erklären sich au- len Implikatur dar, die durch den Verstoß ge-
ßerdem aus der Tatsache, dass seine Motivati- gen die Maxime der Quantität seitens des
on auf dem Verstoß gegen die Griceschen Sprechers zustande kommt, indem er dem
Kommunikationsmaximen (Grice 1967/1989) Hörer mehr als eine Möglichkeit zur Interpre-
bzw. gegen das Prinzip der Relevanz (Sper- tation seiner Äußerung gibt. Hinzu kommt
ber/Wilson 1995) beruht: Um eine erfolgrei- die Tatsache, dass Tautologien sprachspezi-
che Kommunikation zu gewährleisten, darf fisch sein können: Selbst wenn sie sich in ih-
man keine Fragen stellen, von denen man be- rer Struktur gleichen, können sie in verschie-
reits vorher weiß, dass ihre Beantwortung un- denen Sprachen über einen unterschiedlichen
möglich ist. kommunikativen Wert verfügen (Wierzbicka
Ohne sich explizit mit phraseologischen 1987, 96). Trotz der Kritik an Grices Heran-
Beispielen auseinanderzusetzen, erwähnt sie gehen scheinen die Ergebnisse in Ward/
12. Pragmatische Beschreibungsansätze 137

Hirschberg (1991, 510ff.) seine Relevanz zu 221ff.) die Frage auf, warum und unter wel-
bestätigen, indem das Entstehen von Implika- chen Bedingungen es die Kommunikations-
turen vom Gesamtkontext der Äußerung ab- teilnehmer für notwendig halten, ihre Äuße-
hängig gemacht wird. In der Phraseologiefor- rungen mit Hilfe der metakommunikativen
schung sind die Tautologien mehrmals unter Formeln wie ich mach’s kurz, das muss noch
den Begriffen Modellbildungen (Burger gesagt/erwähnt werden, drück ich mich mal
2003, 44; Burger/Buhofer/Sialm 1982, 35) vorsichtig aus zu kommentieren. Er kommt
bzw. Phraseoschablonen (Fleischer 1997, zum Schluss, dass die Formeln einerseits als
130ff.) beschrieben worden, wobei eher die Indikatoren für die Befolgung von Konversa-
syntaktischen Aspekte ihrer Stuktur im Vor- tionsmaximen und andererseits für die Ent-
dergrund standen. scheidung von Maximenkonflikten eingesetzt
Ferner wurden in der Zwischenzeit die in werden. Ferner müsste die Möglichkeit über-
der Phraseologieforschung als adverbielle prüft werden, mit Hilfe der konversationellen
Phraseologismen bezeichneten Einheiten wie Implikatur die Frage zu beantworten, wie die
im Gefolge, am Rande, im Vorfeld, im Laufe, nicht wörtliche Verwendung von Sprache
im Verlauf, im Verfolg, im Zuge, im Weg(e), überhaupt entsteht.
im Anschluss u.a. Gegenstand der Grammati-
kalisierungstheorie. Den Ausgangspunkt von 2.2.3. Phraseologismen als Sprechakte und
Überlegungen dieser Art bildet die Tatsache, aus Perspektive der Konversations-
dass bei der Untersuchung des Sprachwandels analyse
neben den morphosyntaktischen Aspekten Seit der Einführung der Sprechakttheorie
auch Semantik und Pragmatik von Bedeutung (Austin 1955, Searle 1969) in die Linguistik
sind. Bei der Klärung der Frage nach der Ent- ist bekannt, dass die Äußerungen natürlicher
stehung der aufgezählten komplexen Präposi- Sprachen nicht immer nur deskriptiv sein
tionen behauptet z.B. Meibauer (1995, 71), können. Das wichtigste Anliegen der Sprache
dass der zugrunde liegende Prozess metapho- besteht in der Kommunikation, im Handeln
risch sei und am Anfang eines Konventionali- zur Realisierung der Intentionen der Spreche-
sierungsprozesses konversationelle Implikatu- rInnen wie Mitteilung, Feststellung, War-
ren stünden. nung, Drohung oder Empfehlung. Ebenfalls
Für die Phraseologieforschung erweist sich ist bekannt, dass gewisse Handlungen nur un-
die Implikaturtheorie aus zweifacher Sicht als ter Verwendung spezifischer Sprachmittel
fruchtbar: Bei bekannten Phraseologismen realisiert werden können, wobei vor allem die
unterschiedlicher Typen sind konventionelle so genannten performativen Verben im Mit-
Implikaturen zwar ein zentraler Bestandteil telpunkt der Betrachtung standen, z.B. eröff-
der Bedeutung und des darin kodierten Vor- nen, taufen, danken, protestieren, kündigen
wissens, das nicht jedes Mal neu konstruiert usw. Erst seit kurzem ist die Pragmatik zu der
bzw. von der wörtlichen Bedeutung ausge- Erkenntnis gekommen, dass manche schriftli-
hend beurteilt werden muss, vgl. die Beispiele che sowie mündliche Handlungen auch mit-
für Idiome in Gréciano (1997, 46ff.), satz- tels phraseologischer Einheiten konstituiert
wertige Phraseologismen in Lüger (1999, 77) sind. Dabei wurde bereits die Rolle der kom-
und Anredeformeln in Levinson (1983, 141). munikativen und Höflichkeitsformeln in die-
Ihre Beschreibung in Wörterbüchern mit Hil- sen Funktionen betont. So untersucht Antos
fe des implikaturtheoretischen Begriffsappa- (1986, 1987) aus sprechakttheoretischer Per-
rats ist u.a. für die Entwicklung der sozialen spektive Grußworte in Festschriften, die als
Kompetenz im Rahmen des DaF-Unterrichts “Textakte” primär die illokutive Funktion der
von Bedeutung. Für die Pragmatik eröffnet Deklaration von sozialer Anerkennung erfül-
sich mit Phraseologismen eine neue Material- len. Das Vorkommen von “organisationsspre-
quelle, die insbesondere im Hinblick auf die zifischen” Grußformeln, Gemeinplätzen und
wenigen Beispiele für konventionelle Impli- Topoi wird zwar als eine (fakultative) mikro-
katur bei Grice ergiebig sein könnte (Davis stilistische Besonderheit der Grußworte
1998, 59, 148). (1986, 71; 1987, 13) betrachtet; im Großen
Die konversationelle Implikatur suggeriert und Ganzen bleiben jedoch die beiden Stu-
die enge empirische Arbeit am Text und zielt dien der Phraseologie fern. Vor allem in Un-
auf die Erklärung der sprecher-, situations- tersuchungen zur formelhaften Sprache (2.3.)
und kontextbedingten Elemente des Phraseo- wurde die konstitutive Rolle der situations-
logismen-Gebrauchs ab. So wirft Stein (1995, und institutionellabhängigen Phraseologis-
138 IV. Pragmatik – Stilistik – Rhetorik der Phraseme/Pragmatic, stylistic, and rhetorical issues

men bei deklarativen, direktiven, kommissi- legten Untersuchungen die Struktur von Ge-
ven sowie indirekten Sprechakten hervorge- sprächen aufzudecken, wendet sich das
hoben. Forschungsinteresse vor allem der Syntax,
Allerdings ist mit Schemann (1981, 190) Phonetik, Prosodie und Lexik zu. Der Phra-
festzustellen, dass der Sprecher, der z.B. die seologieforschung mangelt es ihrerseits an
kommunikative Routineformel guten Morgen Berücksichtigung des gesprächssprachlichen
verwendet, nicht in erster Linie im sprechakt- Materials, um die Frage nach der Teilhabe der
theoretischen Sinn wünscht, der Hörer möge Phraseologismen an spezifischen Regularitä-
einen “guten Morgen” verbringen. Die Frage ten der Konversation zu beantworten. Die
nach den mit den Phraseologismen geäußer- Frage nach den diachronen Entwicklungsli-
ten Sprechakten ist von den Phraseologismen nien der phraseologischen Formulierungsstra-
allein her nicht zu beantworten: Erst der tegien ist gegenwärtig ebenfalls eine For-
sprachliche bzw. situationelle Kontext konsti- schungslücke.
tuiert in der Interaktion der Kommunikations-
teilnehmerInnen den Sprechakt (Schemann 2.3. Gegenwart: Formulierungstheorie,
1981, 195). Diese Frage ist somit eng an die formelhafte Sprache und Phraseologie
Funktionen der Phraseologismen im Redepro- In den 90er Jahren rückten die phraseologi-
zess gekoppelt, die meistens vielfältig sind schen Fragestellung immer mehr ins Blickfeld
(3.2.). der Formulierungstheorie (Gülich/Kotschi
Die Schwierigkeit, in einer gegebenen 1987), indem hervorgehoben wurde, dass die
Kommunikationssituation einen genau zu de- erfolgreiche Sprachverwendung als Lösung
finierenden Sprechakt auszumachen, die Pro- von Formulierungsproblemen zu verstehen ist
bleme der Abgrenzung von Sprechakten ha- und somit nicht nur von Intentionen und Prä-
ben zu einer größeren Skepsis gegenüber dem missen der Beteiligten abhängt. Viele der in
theoretischen Modell der Sprechakte und zu der Kommunikation auszuführenden Sprach-
einer verstärkten Hinwendung zu empirisch- handlungen sind konventionalisierte, rituali-
induktiven Methoden sowie Untersuchung sierte Kommunikationsformen, die das For-
der gesamten Konversationsstrukturen ge- mulieren ökonomischer gestalten, es konstitu-
führt. Vgl. dazu stellvertretend z.B. die These ieren und das Verstehen erleichtern bzw. es
Quasthoffs (1978, 6) in Bezug auf das Argu- erst ermöglichen. Für das soziale Sprachhan-
mentieren, das nicht einen Sprechakt darstellt, deln ist somit eine besondere Typik kenn-
sondern vor allem eine Sequenz von Sätzen zeichnend. Dafür haben sich die Termini Ste-
(a matter of a sequence of sentences). reotypie (Quasthoff 1978, Wenzel 1978), for-
Aus der klassischen Rhetorik hat die Prag- melhafte Sprache (Stein 1995), Ritual (Lüger
matik die Beobachtungen zu expressiven 1983, 697; Werlen 1984, 81), speech formu-
Funktionen der Phraseologismen übernom- lae (Baranov/Dobrovol’skij 2003) bzw. Com-
men. Leech (1983, 146) betrachtet idiomati- mon sense-Kompetenz (Feilke 1996) geprägt.
sche Ausdrücke wie her eyes nearly popped Die Common sense-Kompetenz liefert eine
out of her head; it makes my blood boil; he wichtige Grundlage für die menschliche Fä-
was all ears; that’ll cost the earth; I’ve been higkeit, gemeinsame Kontexte für Meinen
working my fingers to the bone usw. als Mit- und Verstehen zu erzeugen. Sie ist somit eine
tel der stilistischen Übertreibung (in the exag- ‘Kontextualisierungs’-Kompetenz, “ein auf
gerated use of universal quantifiers and refe- die ökologischen Bedingungen menschlichen
rences to the extremities of scale) und des “In- Handels bezogenes und durch diese Bedin-
teresseweckens” im Redeprozess (Interest gungen pragmatisch konstituiertes und stabili-
Principle). Doch fehlt es hier an Analysen siertes intuitives Wissen” (Feilke 1994, 363).
jeglicher Art. Bei der Beschreibung der Mechanismen eines
In diesen Zusammenhang sind ferner die in gelungenen bzw. misslungenen sprachlichen
der Zwischenzeit zahlreich gewordenen Un- Handels ist deshalb die Fokussierung auf die
tersuchungen zu unterschiedlichen Ge- Intentionen der Beteiligten (wie dies etwa die
sprächstypen zu stellen, die zwar den rituellen Sprechakttheorie tut) nicht ausreichend. Das
Charakter ihrer einzelnen Sequenzen hervor- Wissen über die sprachliche Typik, die Kon-
heben, mit der Phraseologie aber im Großen ventionen scheint dabei eine zumindest ge-
und Ganzen wenig zu tun haben, vgl. exem- nauso große Rolle zu spielen.
plarisch Werlen (1984, 230ff.). Bei dem Ver- Die erwähnte Konventionalisierung, Routi-
such, in den konversationstheoretisch ange- ne im mündlichen Gespräch (Coulmas 1981)
12. Pragmatische Beschreibungsansätze 139

bzw. beim Verfassen schriftlicher Texte (Gü- konstituieren sprachliche Handlungen, die
lich 1997) entsteht zu einem wesentlichen sich in der alltäglichen kommunikativen Pra-
Teil durch die Verwendung von Phraseologis- xis jeder Sprachgesellschaft wiederholen (wie
men im weiten Sinn, wobei insbesondere die Gruß, Danksagung, Vorstellung, Selbstidenti-
Rolle der Routineformeln, Sprichwörter, Ge- fizierung, Entschuldigung, Empfehlung usw.)
meinplätze und der geflügelten Worte hervor- und sind an rekurrente Situationen des sozia-
gehoben wurde. Die Habitualisierung des len Verkehrs gebunden. Sie ermöglichen den
sprachlichen Handels erfolgt – anders ausge- einzelnen Mitgliedern eines soziokulturellen
drückt – durch den Mechanismus der idioma- Systems adäquates und gruppenkonformes
tischen Prägung (Feilke 1994, 366). Sprache Handeln und Reagieren und sind deshalb als
als Mittel der Kommunikation ist somit nicht Resultat der Situationsstandardisierungen zu
nur auch, sondern wesentlich idiomatisch betrachten (Coulmas 1981, 14). Nichtsdesto-
(Feilke 1996, 313). Idiomatisch geprägt sind trotz lassen Routineformeln Unterschiede im
die Ausdrücke, die “als Handlungsmodelle Grad ihrer Situationsgebundenheit erkennen.
fungieren können, indem sie Schemata sozia- Die Formeln Das Wort hat der Abgeordnete
ler Koorientierung indizieren” (Feilke 1994, XY oder Fasten your seat belts, please! sind
369). Dabei kommt ihnen nicht die Funktion eher nur in ganz spezifischen Kontexten vor-
der Zeichen der sekundären Nomination, der stellbar, wobei Um gleich zum Kern der Sa-
Lückenbüßer im Sinne von expressiven Kon- che zu kommen ... oder Um zusammenzufas-
kurrenzbildungen zu Einzellexemen zu, son- sen... in verschiedene Situationskontexte ein-
dern die der primären und einzig möglichen gebettet sein können (Coulmas 1981, 86).
konstituierenden Mechanismen des sprachli- Mehr noch können einige Routineformeln
chen Handels (Coulmas 1981, 88; Feilke Glieder einer ganzen routinisierten Sequenz,
1994, 369; Feilke 1996, 199). Zu denken wä- einer stereotypen Situation sein, in deren Ab-
re hier vor allem an solche Situationen wie lauf ihnen ein ganz bestimmter Platz zuge-
Grüßen und Vorstellen, Danken und Ent- wiesen wird, vgl.: Die Sitzung ist eröffnet; Ist
schuldigen, Glückwünschen, Ess- und Trink- noch jemand zugestiegen? oder Werden Sie
formeln, Kontakteröffnung und Kontaktbeen- schon bedient? Sie können ferner mehr (so-
digung, sei es in der alltäglichen Kommuni- weit ich weiß) oder weniger (danke gleich-
kation (Gülich/Henke 1979, 1980; Rauch falls) iterierbar sein.
1992) oder im offiziellen Sprachgebrauch Das Spezifische an Routineformeln besteht
(Holly 1979; Quasthoff 1983; Svensson laut Coulmas allerdings vor allem in ihren
1984; Werlen 1984; Fix 1992), in der Münd- Funktionsprofilen im Sprechakt. Deshalb
lichkeit oder Schriftlichkeit (Antos 1986, kann für ihn die Theorie der Routineformeln
1987; Gülich 1978/1981; Fix 1990; Eckkram- nur pragmatisch im Sinne einer Funktions-
mer 1996; Stein 2001; Preußer 2002). In der orientiertheit sein, wobei diskursive und so-
letzten Zeit findet diese These auch am Mate- ziale Funktionen voneinander abgegrenzt
rial der Fachtexte ihre Bestätigung, deren werden. Sozial betrachtet können Routinefor-
Sprache ebenfalls als in hohem Maße routini- meln institutions-, situations- oder funktions-
siert/idiomatisch geprägt bezeichnet wird, spezifisch verwendet werden, was heißt, dass
wobei die vorkommenden Phraseologismen es Formeln gibt, “deren Vorkommen auf die
als unumgängliche Ausdrucksmittel, Zeichen Wahrnehmung einer bestimmten Funktion in
der primären Nomination fungieren (Grécia- einer bestimmten Situation in einem bestimm-
no, 1995, 1998; Art. 42–44). ten institutionellen Rahmen beschränkt sind,
In den formulierungstheoretisch orientier- andere, die in bestimmten Situationen be-
ten Untersuchungen zur formelhaften Sprache stimmten Funktionen dienen, und schließlich
werden Phraseologismen vor allem in Bezug solche, deren Verwendung hauptsächlich
auf das Ausmaß ihrer Beteiligung an der Ge- durch bestimmte Funktionen [...] bestimmt
staltung der Formelhaftigkeit und auf ihre ist, während die situativen Restriktionen ihres
Funktionen in ritualisierten Sprechakten be- Vorkommens sehr unspezifisch sind” (Coul-
schrieben. Vgl. den Überblick in Stein (1995, mas 1981, 118f.). Unter dem Aspekt der do-
52). Als einer der ersten widmete sich Fl. minierenden Funktion unterscheidet Coulmas
Coulmas “der pragmatischen Fundierung der (1981, 119) fünf Hauptklassen von Routine-
Idiomatik” (Coulmas 1981, 13ff.). Ihm zufol- formeln, die jeweils weiter unterteilt werden.
ge spielen vor allem Sprichwörter und Routi- Im Diskurs erfüllen die Routineformeln eine
neformeln dabei die entscheidende Rolle: Sie Reihe anderer Funktionen wie gesprächssteu-
140 IV. Pragmatik – Stilistik – Rhetorik der Phraseme/Pragmatic, stylistic, and rhetorical issues

ernde, evaluative, metakommunikative, ent- – Themasteuerungssignale, z.B. bei Exem-


lastende usw., die nicht unbedingt auf spezifi- plifizierung eines Sachverhalts (also sagen
sche situative Gegebenheiten bezogen sein wir mal) oder Verkürzung eines themati-
müssen (1981, 100ff.). Zu der Funktion der schen Aspekts (und so weiter und so wei-
Kommunikationserleichterung vgl. auch Kol- ter).
ler (1977, 80); Gülich (1978, 15); Fleischer
(1997, 220f.). Wie bei der formalen Analyse zumeist keine
übliche syntaktische Form festzulegen ist,
Die Coulmassche Einteilung in instituti-
lässt die pragmatische Analyse keine domi-
ons-, situations- oder funktionsspezifische
nierende Funktion bestimmen. Angesichts
Phraseologismen wird von St. Stein (1995,
dieser Multifunktionalität ist die Klassifikati-
49ff.) erneut aufgegriffen und vervollstän-
on der gesprächsspezifischen Formeln nur
digt. Genauso wie Coulmas unterteilt Stein si-
nach einem Funktionsspektrum durchzufüh-
tuationsgebundene pragmatische Phraseolo-
ren (Stein 1995, 239). Sie soll ferner die
gismen in situationell und institutionell ge-
Grundlage für ihre Integration in den Bereich
bundene Formeln (Ich eröffne die
der Phraseologie liefern.
Versammlung, Es war einmal ... usw.) und
nur situationell gebundene (Guten Appetit! Für Feilke (1994, 377f.; 1996, 211ff.) ist
Schönes Wochenende!). Ihnen wird – im Un- diese Integration auch auf einem anderen
terschied zu Coulmas (1981) – die Gruppe Weg möglich. Ausgehend vom Konzept der
der situationsunabhängigen gesprächsspezifi- idiomatischen Prägung schlägt er vor, bei der
schen Phraseologismen gegenübergestellt Definition der Phraseologismen von den bis-
(vgl.: ich würde sagen, was weiß ich, oder so, her üblichen lexikalischen, am Wortbegriff
sehen Sie), die einerseits unabhängig von re- orientierten und syntaktischen Kriterien abzu-
kurrenten kommunikativen Ereignissen auf- sehen und die Prägungstypen “nach den funk-
treten und im Kommunikationsgeschehen tionalen Dimensionen des Zeichenprozesses”
nicht obligatorisch (iterierbar) sind, aber an- zu differenzieren: “So ist es sinnvoll, Prägun-
dererseits auf Grund ihrer Gebrauchsbedeu- gen, die sich auf den sozial-kommunikativen
tung ebenfalls nur in einem kommunikativ- Sinn von Handlungen beziehen, von solchen
funktionalen Rahmen beschrieben werden zu unterscheiden, die sich auf die semantische
können. Konzeptualisierungsleistung beziehen. Beide
Gesprächspezifische Phraseologismen be- wiederum können unterschieden werden von
reiten aus pragmatischer Sicht zweierlei idiomatisch geprägten syntaktischen Struktu-
Schwierigkeiten. Zum einen sind sie formal ren. In diesem Sinne schlagen wir vor, die
heterogen und sowohl morphologisch-syntak- ‘Idiomatischen Prägungen’ zu differenzieren
tisch als auch lexikalisch-semantisch verän- in ‘pragmatische’, ‘semantische’ und ‘syntak-
derbar. Sie sind nicht eindeutig lexikalisiert tische’ Prägungen” (Feilke 1994, 378). Jeder
und verfügen meistens über keine einheitliche dieser Typen beinhaltet eine Vielzahl an wei-
feste Form. Zum anderen sind solche Einhei- teren Unterteilungen, die – wie Feilke selbst
ten wie Darf ich dazu was sagen oder Ich bemerkt – die Möglichkeiten der eindeutigen
würde meinen oft nicht wörtlich zu verstehen Zuordnung einschränken. Die pragmatischen,
und eignen sich zur Erfüllung mehrerer kom- semantischen und syntaktischen Komponen-
munikativer Funktionen, was die Angabe ei- ten treten nicht isoliert voneinander auf, son-
ner üblichen Bedeutung unmöglich macht. dern können in einem Prägungstyp in unter-
Die Beschreibung solcher Formeln muss sich schiedlichem Maße vertreten sein. Dies soll
deshalb allein auf das kommunikative Poten- der Überblick über die Typen syntaktischer
zial konzentrieren. Es besteht für Stein (1995, Prägung in Abbildung 12.5. verdeutlichen.
151ff.) in ihrer Rolle als: Als klassenbildend gilt der primäre Bezug auf
syntaktische Funktionen, wie bei den Beispie-
– Gespächssteuerungs- und Gliederungssig- len der Unterklasse der lexikalisch organisier-
nale analog den Interpunktionszeichen bei ten Satzbeziehungsmuster solange [Satz 1],
schriftlichen Texten; [Satz 2]; Nach allem, was [Satz 1], [Satz 2];
– Sprecher- und Hörersignale, z.B. zur Über- [Satz 1] nichtsdestoweniger [Satz 2], Zwar
brückung von Formulierungsflauten; [Satz 1], aber [Satz 2] usw. Darüber hinaus
– partnerbezogene und beziehungsstabilisie- können die syntaktischen Ausdrucksmodelle
rende Äußerungsteile, insbesondere bei einen gewissen semantischen (vgl. Unterklas-
Kontaktsicherung und Aufmerksamkeits- se 2: jmdn. um seine Ruhe bringen; schimp-
steuerung; fen, dass die Wände wackeln) oder pragmati-
12. Pragmatische Beschreibungsansätze 141

schen (vgl. Unterklasse 3: Die Welt ist lichen Komponenten (formelhaften Elemen-
schlecht, Krieg ist Krieg; Im Folgenden ...; ten, Grundmustern) in spezifisch schreib-
Soviel ich weiß ...) Mehrwert besitzen. Trotz sprachlichen Ausprägungen bestehen und in
des detaillierten Charakters dieser Klassifika- bestimmten Situationen unverändert reprodu-
tion wirft sie einige Fragen auf: Inwiefern tra- ziert werden, z.B. Einladungen, kürzere und
gen z.B. die Konjunktionen solange und komplexere Danksagungen (u.a. aus wissen-
nichtsdestotrotz zur Gestaltung des Formel- schaftlichen Arbeiten), Glückwunschkarten,
haften bei? Inwiefern sind sie für Untersu- Todesanzeigen usw. Das Formelhafte in der
chungen aus phraseologischer Perspektive er- Sprachverwendung kann somit nicht nur in
giebig? Wie unterscheiden sich die als syntak- relativ kurzen Äußerungssequenzen, sondern
tische Ausdrucksmodelle klassifizierten auch in Gestalt ganzer Texte vorkommen. Die
Prägungen Die Welt ist schlecht oder Krieg ist Gebundenheit an bestimmte Situationen be-
Krieg von den in die Gruppe der pragmati- stimmt den pragmatischen Charakter dieser
schen Prägungen gehörenden Einheiten des Texte, die Besonderheiten ihrer sprachlichen
Typs So ist das Leben oder Man tut, was man Gestaltung (Auswahl der lexikalischen Mittel,
kann (Feilke 1996, 272)? grammatisch-syntaktische Struktur) sowie ih-
re Funktionen als Formulierungshilfen: Auf-
gaben, die fester Bestandteil sozialer Interak-
tionen in einer Gesellschaft sind, werden rou-
tiniert; ihre sprachliche Umsetzung als
Handlung wird erleichtert.
Merkmale wie Vorgeformtheit, Voraussag-
barkeit im Kommunikationsablauf, Obligiert-
heit, Situationsgebundenheit, aber auch Kul-
turspezifik (Coulmas 1981, 81ff.) haben
schriftliche sowie mündliche formelhafte
Texte mit Phraseologismen gemeinsam. Ihre
syntaktischen Charakteristika erlauben, sie
mit Phraseoschablonen und/oder Modellbil-
dungen zu vergleichen. Die pragmatischen
Funktionen weisen Parallelen mit Routinefor-
meln auf. Diese Tatsache lässt die Frage stel-
len, ob Textteile oder ganze Texte nicht nur
als Gegenstand der Formulierungstheorie,
sondern auch als Phraseologismen beschrie-
ben werden können (Gülich 1997, 131). Die
Beschreibung der Formelhaftigkeit könnte da-
bei von den Erkenntnissen der Phraseologie-
forschung bei den überwiegend syntaktisch
orientierten Untersuchungen zu den aufge-
zählten Phraseologismus-Typen profitieren;
die Phraseologieforschung würde dabei zu ei-
Abb. 12.5.: Überblick über die Typen syntaktischer
nem Teilgebiet der “Theorie der sozialen In-
Prägung, in: H. Feilke, Sprache als soziale Gestalt, teraktion” (Schemann 1981, 187) avancieren.
S. 241.
2.4. Gegenwart: Soziolinguistik und
Während die oben dargestellten Studien die Phraseologie
Phraseologie vor allem in der mündlichen for- Seitens der Soziolinguistik und der Sozialpsy-
melhaften Kommunikation im Hinblick auf chologie wurde in den 80er Jahren darauf hin-
ihre Funktionen und Klassifikationsmöglich- gewiesen, dass Sprache neben anderen Funk-
keiten zum Gegenstand haben, wird sie in der tionen der Kommunikation der sozialen Iden-
letzten Zeit auch bei den Untersuchungen zu tität und Ethnizität dient (Gumperz 1982 a,
den schriftlichen formelhaften Texten (Gülich 7). Während diese Funktion an sich universal
1978/1981; 1997; Art. 41) berücksichtigt. ist, bietet jede Sprache idiosynkratische Mit-
Darunter werden Texte mit fester Gesamt- tel zu ihrer Realisierung (vgl. ‘ways of spea-
struktur verstanden, die aus konstanten inhalt- king’, Gumperz 1982 a, 13). Dazu zählen die
142 IV. Pragmatik – Stilistik – Rhetorik der Phraseme/Pragmatic, stylistic, and rhetorical issues

Soziolinguisten neben Grammatik, Lexik und dazu bilden unterschiedliche Wissensbereiche


Prosodie u.a. auch Idiome und andere formel- wie die unmittelbare Erfahrung, das Wissen
hafte Ausdrücke (formulaic utterances, con- über die Lebensbedingungen und die Norma-
textualization cues Gumperz 1982 b, 130ff.) litätsvorstellungen in einem lokal verankerten
Innerhalb der Linguistik hat diese These in sozialen Milieu.
der Untersuchung der sprachlichen Stereoty- Die Formalisierung einer Sprache kann
pie ihren Niederschlag gefunden. Das stereo- aber auch umgekehrt zu der Gestaltung einer
type Sprechen wird in Quasthoff (1978, 6ff.; standardisierten sozialen Identität beitragen
Wenzel 1978, 28ff.) als eine “allgemeine und als ein politisches Instrument des Ein-
Aussage, welche in ungerechtfertigt vereinfa- schleifens von Sprach- und Denkmustern aus-
chender Weise, mit emotional-wertender und genutzt werden. Ständige Wiederholung ein-
normativer Tendenz einer Klasse von Perso- geschliffener Stereotype (Länge und Dauer
nen bestimmte Eigenschaften oder Verhal- des Kampfes), Drang nach Pathos (dringliche
tensweisen zu- oder abspricht”, bestimmt. und hochbedeutsame Aufgaben), Unschärfe
Stereotypie in diesem Sinn unterscheidet sich durch Nominalisierung (im Bezirke der Be-
somit vom Begriff des Stereotypen im Sinne lange statt bei) sowie Reduzierung der Höf-
von Formelhaftem (vgl. 2.3.): Der letztere re- lichkeitsformen in der Anrede (Werter Profes-
kurriert auf vorgeformte, geprägte Ausdrucks- sor Schmidt) sind nur einige Merkmale des
weisen in mehr oder weniger standardisierten formelhaften entleerten Sprachgebrauchs in
Situationen, ohne eine bewertende Kompo- der DDR, bei dem die spezifischen Phraseo-
nente zu enthalten. logismus-Typen eine unmittelbare Rolle spie-
Stereotype wie Der Mensch ist sterblich, len (Fix 1992, 6ff.).
Der Mensch ist schwach oder Kinder lernen
spielend können phatische (Quasthoff 1978, 3. Einfluss der Pragmatik auf die Phra-
194) oder appellative bzw. darstellende Funk-
seologieforschung
tionen erfüllen (Wenzel 1978, 97). Auf ihre
ausdrucksseitige Formelhaftigkeit gehen Nicht zuletzt ist aber die skizzierte Kluft zwi-
Kallmeyer/Keim (1986, 1994) und Keim schen der Pragmatik und Phraseologie auf die
(1995; 1997) besonders ausführlich ein. Die mangelnde theoretische Aufbereitung der
von ihnen untersuchten ‘Individuenstereoty- Phraseologieforschung zurückzuführen, die
pen’ bzw. ‘Eigenschaftsformeln’ sind über- die Theorieentwicklung bis vor kurzem nur
wiegend Gemeinplätze, die sich im Kommu- sehr zurückhaltend verfolgt hat. Seit den spä-
nikationsprozess zu gruppenspezifischen For- ten 70er Jahren setzen sich die Erkenntnisse
melprägungen zur Charakterisierung der der Pragmatik bei phraseologischen Frage-
Gruppenmitglieder und Symbolisierung der stellungen durch und umfassen heute fast alle
Zugehörigkeit zu einer Sprechgemeinschaft Gebiete der Phraseologieforschung. Im Fol-
(Kallmeyer/Keim 1986, 123) sowie zu Mit- genden sollen sie kurz skizziert werden.
teln des Sprachspiels (z.B. die Unsinnsfor-
meln) und der sozialen Ab- und Ausgrenzung 3.1. Pragmatische Beschreibungsansätze,
entwickelt haben, vgl. die Formeln zur Cha- Gegenstandsbestimmung und Definition
rakterisierung einer älteren Frau die brauchd Der Einfluss der Pragmatik manifestiert sich
vielleischd a schdunn fer in die schdroßebohn vor allem auf dem Gebiet, das in der traditio-
noi awwer wenn, s donze do brauchd se kään nellen Phraseologieforschung eine lange Zeit
schdegge do brauchd se nix. hindurch dominierte – Gegenstandsbestim-
Das formelhafte Sprechen wird hier unter mung und Definition. H. Burger führt bereits
dem Aspekt seiner Dynamik im größeren Zu- (1973, 58) den Begriff der pragmatischen
sammenhang mit sozialer Identität in städti- Idiome ein, der in Burger/Buhofer/Sialm
schen Milieus untersucht. Aus pragmatischer (1982, 105) durch den allgemeineren Termi-
Sicht ist die Schlussfolgerung interessant, nus pragmatische Phraseologismen ersetzt
dass zur Symbolisierung der sozialen Identität wird. Darunter werden syntaktisch mehr oder
von der Mittelschicht der Stadtbevölkerung weniger feste Formeln verstanden, die in kon-
teilweise andere Phraseologismus-Typen be- ventionalisierten Formen in den kollektiven
nutzt werden als die, die traditionell in der Sprachbesitz integriert sind und der Bewälti-
Standardsprache als frequent betrachtet wur- gung der wiederkehrenden kommunikativen
den und bisher Gegenstand der phraseologi- Situationen dienen. Die Eigenart der Verwen-
schen Studien ausmachten. Die Grundlage dungsweise pragmatischer Phraseologismen
12. Pragmatische Beschreibungsansätze 143

liegt darin, dass die Wendungen als formel- der traditionellen Phraseologieforschung ent-
hafte bekannt sind (Quasthoff 1983, 7). Mit ziehen.
dieser Behauptung ragt eine neue wichtige Die Heterogenität der pragmatischen Phra-
Komponente in die Definition hinein: Um als seologismen als Klasse manifestiert sich au-
phraseologisch bezeichnet zu werden, müssen ßerdem darin, dass darunter in der Zwischen-
die Einheiten in der konventionalisierten zeit nicht nur Routineformeln und gesprächs-
Form zum mentalen Lexikon der Mehrheit spezifische Phraseologismen subsumiert
der SprecherInnen gehören. werden, sondern auch Gemeinplätze (Gülich
In den neueren Studien wird zur Bezeich- 1981, Sabban 1994), geflügelte Worte und
nung derartiger Ausdrücke außerdem der Ter- Sprichwörter (Schemann 1987, Harnish 1995,
minus Routineformel verwendet. Für Burger/ Lüger 1999). Auch für Phraseologismen die-
Buhofer/Sialm (1982, 123ff.) erstrecken sie ser Typen gilt, dass ihre Funktionen nur mit
sich auf zwei Typen: 1) Den ersten bilden Hilfe der pragmatischen Kategorien adäquat
Gruß-, Glückwunsch- und andere Arten von beschrieben werden können (3.3.).
Formeln, die entweder in sehr allgemein zu Der Forschungsgeschichte gehört ebenfalls
definierenden Situationstypen zu verankern die syntaktische Einteilung der Phraseologis-
sind oder sich auf spezifische Situationstypen men in satzglied- bzw. satzwertige Einheiten
beziehen, d.h. situationsgebunden sind, vgl. an. Die pragmatische Wende hat dazu geführt,
Ich eröffne die Versammlung. 2) Der zweite dass auch Ausdrucksformen auf Textebene in
Typ enthält Formeln wie nicht wahr?, meines Gestalt “formelhafter Texte” als phraseolo-
Erachtens, ich meine, die vorwiegend bei der gisch betrachtet werden. Die Einbeziehung
Gestaltung der mündlichen Kommunikation von Einheiten, die Textgröße besitzen, ist
unterschiedliche Funktionen übernehmen. In noch nicht ausdiskutiert (Fleischer 1997,
der Literatur haben sich dafür die Termini ge- 258f.), da sie die Erweiterung des Gegen-
sprächsspezifische Phraseologismen (Burger/ stands der Phraseologie mit sich zieht. Diese
Buhofer/Sialm 1982, 123f.), gambits (Keller Erweiterung bedeutet allerdings die Erweite-
1979), hedges (Clemen 1997, 242f.) und Dik- rung um eine textlinguistische Dimension, die
tumscharakterisierungen (Hagemann 1997) angesichts der Notwendigkeit der präzisen
geprägt, vgl. hierzu die Übersicht in Beck- Empirie nicht von Nachteil sein kann.
mann/König (2002, 422ff.). Die erwähnte Erweiterung vollzieht sich
Die beiden Typen sind syntaktisch und se- aber auch in die entgegengesetzte Richtung:
mantisch sehr heterogen und lassen sich nur Die pragmatische Wende hat zu der Neuinter-
mit pragmatischen Kategorien beschreiben, pretation des Kriteriums Polylexikalität ge-
da selbst ihre Verfestigung sich eher auf ihre führt, der zufolge auch Einwortlexeme auf
pragmatische Leistung im kommunikativen Grund ihrer pragmatischer Charakteristika in
Geschehen bezieht. Phraseologismen dieser den größeren Rahmen der Formelhaftigkeit
Gruppe sind somit im pragmatischen Sinn herangezogen werden (Feilke 1994, 1996).
fest (Burger 2002, 397; Burger 2003, 29ff.). Nicht zuletzt führen diese definitorischen
Das semantische M