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Zusammenfassung Casebook Algemeins Unternehmens- und


Gesellschaftsrecht
Rechtswissenschaften (Universität Salzburg)

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1. Was waren die Kritikpunkte am HGB und worin lagen die wichtigsten Neuerungen aufgrund des
HaRÄG, welches zum heutigen UGB führte?

Nicht mehr zeitgemäßer Kaufmannsbegriff; UGB als Sonderprivatrecht (lex specialis); Firmenrecht
geändert + liberalisiert; Neubestimmungen bei Unternehmensübergängen (Einzel); Bildung von
einheitlicher OG + KG; Änderung bei schuld- und sachenrechtlichen Bestimmungen

3. Wer ist nach dem UGB Unternehmer?

3 Varianten: Angelehnt an das KSchG: Unternehmer, wer ein Unternehmen betreibt (§1 UGB)

§2 Unternehmer kraft Rechtsform

§3 Kraft (unrichtiger) Eintragung

4. Durch welche Tatbestandsmarkmale ist der Unternehmer nach § 1 UGB gekennzeichnet?

Auf Dauer angelegt Organisation (Mindestmaß an planvollem Handeln) selbstständiger wirtschaftlicher


Tätigkeit, mag sie auch nicht auf Gewinn gerichtet sein. (Abgrenzung unternehmerische/private
Tätigkeit) Bsp: Vermieter; Unternehmereigenschaft von Personengesellschaften; Entgeltlichkeit

5. Was versteht man unter dem Begriff „freier Beruf“?

Tätigkeiten für die eine Gewerbeberechtigung erforderlich ist, sind keine freien Berufe. Dafür sprechen
jedoch eigenes Standesrecht und eigene gesetzliche Interessensvertretung. In Zweifelsfällen entscheidet
die Höchstpersönlichkeit. (Bsp: Notar, Arzt, Rechtsanwalt, Architekt, Schriftsteller,…)

6. Wie behandelt das UGB die freien Berufe?

Sonderstellung da das UGB für sie zum Teil eingeschränkt ist. Nichtanwendung des 1. Buches des UGB
(§4 Abs2UGB). In keinem Fall unterliegen sie der Eintragungspflicht und dem Rechtsformzwang (§8).
Auch das 3. Buch findet gem §189 Abs 4 keine Anwendung. (Ausnahme: GmbH & Co KG). Auf eine
freiberufliche tätige eingetragene Personengesellschaft wird durch opt-in das 1. Buch angewendet.

7. Der Landwirt L möchte sich mit seiner Landwirtschaft als Einzelunternehmer in das Firmenbuch
eintragen lassen. Ist das möglich? Welche Konsequenzen sind damit verbunden?

Durch die Eintragung unterwirft sich der Landwirt mit seiner gesamten Tätigkeit freiwillig der
Anwendung des 1. Buches. Unabhängig von der Eintragung ist das 4. Buch jedenfalls anzuwenden.

Die Eintragung in das Firmenbuch bei Einzelunternehmern hat deklarative (beschreibende), bei
Personen- und Kapitalgesellschaften konstitutive (rechtsbegründende) Wirkung.

8. Dr. A ist der einzige praktische Arzt und ausgebildeter Homöopath, der in seiner kleinen
Landgemeinde auch eine ärztliche Hausapotheke führt. Seine Tätigkeit als Homöopath übt er lediglich
an zwei Nachmittagen aus, wobei er dafür eigene Räumlichkeiten zur Verfügung hat. Werden seine
Tätigkeiten den freiberuflichen oder den gewerblichen Tätigkeiten zugeordnet? Welche Konsequenzen
sind damit verbunden?

Es kommt darauf an ob man die Tätigkeiten trennen kann, ist dies nicht möglich, kommt es auf die
Haupttätigkeit an. (Arzt = Freiberuflich, Rest gewerblich). Arzt und Apotheker sind nicht trennbar. Arzt

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und Homöopath schon. Konsequenz: Als Arzt und Apotheker hat er die Sonderstellung als freier Beruf.
Als Homöopath unterliegt er vollständig dem UGB.

9. Der Fußballverein FC-XY veranstaltet wöchentlich auf seinem Fußballplatz ein Fußballturnier, bei
dem der Verein gegen Entgelt Snacks und Getränke sowie Vereinsartikel in einem Kiosk den
Zuschauern anbietet. Er bestellt bei der V-GmbH, einem Copy-Shop, die Lieferung von 100 Stück
weißen T-Shirts, die mit einem Team Foto bedruckt werden sollen, um sie im Kiosk zu verkaufen. Nach
Erhalt der Lieferung stellt sich heraus, dass die V-GmbH versehentlich 100 Stück rosa T-Shirts bedruckt
hat. Ist für den FC-XY die Mängelrüge nach §377 notwendig?

Die Unternehmereigenschaft des Vereins ist nach §1 UGB zu prüfen. Die Unternehmereigenschaft ist
gegeben, die Mängelrüge nach § 377 ist anzuwenden.

10. Ist der FC-XY auch dann Unternehmer, wenn er bei, wöchentlichen Fußballspiel Speisen und
Getränke gegen freiwillige Spenden anbietet?

Die Frage der Entgeltlichkeit von Spenden ist einzelfallbezogen. Hier ist die Unternehmereigenschaft zu
bejahen, da es „gegen freiwillige Spende“ ist, die Höhe der Gegenleistung ist also nicht festgelegt.

11. Wie 10. Wäre der Sachverhalt anders zu beurteilen, wenn der FC-XY zB ein großes Bier gegen eine
„freiwillige Spende von EUR 3“ anbietet?

Klarer Etikettenschwindel und somit Unternehmereigenschaft.

12. Der FC-XY wirbt auch um Nachwuchssportler, die als außerordentliche Vereinsmitglieder eine
Ausbildung genießen können. Nach der Satzung des Vereins haben sie dafür einen erhöhten
Mitgliedsbeitrag zu bezahlen, besitzen aber weder das aktive noch das passive Wahlrecht in der
Generalversammlung. A unterfertigt anlässlich des Besuches eines Funktionärs in seiner Wohnung das
Beitrittsformular, möchte aber am nächsten Tag doch nicht Mitglied werden. Kann er unter Berufung
auf §3 KSchG vom Vertrag zurücktreten?

Nach §1Abs5 KSchG handelt es sich beim Verein um ein Unternehmen. Der erhöhte Mitgliedbeitrag ist
gleichzusetzen mit einem Entgelt für die Leistung. § 3 ist anzuwenden.

13. Die X-GmbH ist österreichweit tätig und unterstützt Jugendliche kostenlos bei der Arbeitssuche. Sie
finanziert sich ausschließlich über Spenden und Subventionen. Kommt für sie das UGB zur
Anwendung?

Hier handelt es sich um Unternehmereigenschaft kraft Rechtsform. (Entsteht oft erst mit Eintragung)

14. Wie 13. Macht es einen Unterschied, wenn die Tätigkeit in der Rechtsform einer OG ausgeübt
wird?

Hier ist §2 nicht anwendbar. Es ist nach §1 UGB zu prüfen. Bei nicht unternehmerisch tätigen
Personengesellschaften wird jedenfalls das 2. Buch angewendet. Abgesehen von firmen- und
firmenbuchrechtlichen Bestimmungen (1. Buch), das unabhängig angewendet wird, sind die restlichen
UGB Bestimmungen nicht einschlägig.

15. A hatte einen kleinen Buchladen, den er mit 31.12. eingestellt hat. Als er am 1.2. bei seinem
früheren Lieferanten L für sich privat Bücher kauft, verwendet er seine alte Firmenbezeichnung und
Kundennummer. Eine Löschung der Firma im Firmenbuch ist nicht erfolgt. Als A die Bücher bei

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Fälligkeit des Kaufpreises nicht bezahlt, weil er zwischenzeitlich verreist ist, verlangt L den Kaufpreis
samt Verzugszinsen nach §456 UGB. Zu Recht?

Hier kommt §3 zur Anwendung -> im Firmenbuch zu Unrecht eingetragen (absoluter Verkehrsschutz)

16. Wie 15. Macht es einen Unterschied, ob L Kenntnis davon hat, dass A seinen Betrieb eingestellt hat
oder nicht?

Nein, es ist ein Verkehrsschutz und kein Vertrauensschutz.

17. Was ist ein „Scheinunternehmer kraft eigenen Verhaltens“?

Er ist kein Unternehmer. Es muss sich um qualifizierten Rechtsschein handeln, also durch ausdrückliche
Erklärung oder eine schlüssige Handlung entstehen. Gutgläubige Dritte können sich auf diesen
Tatbestand berufen, der Scheinunternehmer jedenfalls nicht.

18. Wo spielt im UGB die Unternehmensgröße noch eine Rolle?

Bei der Rechnungslegungspflicht (§189) und der Eintragungspflicht (§ 8) Beachte 700.000€ und
1.000.000€

19. A beginnt am 1.1. mit den Vorbereitungen für die Eröffnung seines Cafes, die für den 1.5. geplant
ist. A ist sehr ungeduldig und möchte sich bereits mit 1.2. in das Firmenbuch eintragen lassen und auch
schon B die Prokura erteilen. Ist das möglich?

Da im 1. Buch eine Einschränkung fehlt, ist § 1 Abs 3 KSchG (Vorbereitungsphase) anzuwenden. Er kann
sich in das Firmenbuch eintragen lassen und nach §48 UGB B als Prokuristen bestellen.

20. Welche Funktion hat das Firmenbuch und wie ist es aufgebaut?

Es ist ein öffentliches Register mit der Funktion der Verzeichnung und Offenlegung der einzutragenden
Tatsachen, die für Dritte im Geschäftsverkehr von Interesse sein können. Es besteht aus Hauptbuch und
Urkundensammlung. Urkunden nur noch elektronisch abfragbar.

21. Wo sind die gesetzlichen Regelungen zum Firmenbuchrecht zu finden?

Ein kleiner Abschnitt befindet sich in den §§ 7-16UGB der Rest im FBG.

22. Welche Tatsachen werden in das Firmenbuch eingetragen?

§ 2FBG zählt die Rechtsträger auf, die einzutragen sind. (GesbR und stille Ges nicht aufgrund der
fehlenden eigenen Rechtspersönlichkeit) -beachte § 8 Abs 1 Satz 2 UGB

Unterscheidung zwischen allgemeiner (§3 FBG) und besonderer Eintragung (§§4-9 FBG). Fast immer
besteht Eintragungspflicht, selten aber auch Eintragungsfähigkeit der Tatsachen (§38 Abs4 UGB)

23. A betreibt ein gut gehendes Antiquitätengeschäft und hat gleich im ersten Geschäftsjahr die
Umsatzschwelle von EUR 1.000.000 überschritten. An eine Eintragung in das Firmenbuch hat A nicht
gedacht. Mit welchen Sanktionen muss A rechnen?

Eintragungspflicht siehe Fall 18. (§ 8 UGB). Lediglich eine Zwangsstrafe nach §24 FBG

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24. A und B gründen die AB-GmbH mit einem Stammkapital von EUR 70.000. Der Sitz der Gesellschaft
ist Linz. Bei welchem Gericht ist die Firmenbucheingabe zur Eintragung der Gesellschaft einzubringen
und wer ist für die Eintragung zuständig?

Nach §120 JN ist der mit Handelssachen betraute Gerichtshof erster Instanz sachlich zuständig. Örtlich ist
es jenes Gericht, in dessen Sprengel das Unternehmen seinen Sitz/Hauptniederlassung hat. Für
Geschäfte mit Bezug auf das Firmenbuch ist grundsätzlich der Rechtspfleger zuständig (§22 Abs 1 RPflG).
Nur die in §22 Abs 2 RPflG genannten Geschäfte bleiben dem Einzelrichter vorbehalten -> GmbH mit
Stammkapital ab 70.000€.

25. wie 24. Mit Gesellschafterbeschluss wurden A und B zu selbstständig vertretungsbefugten


Geschäftsführern der in Gründung befindlichen AB-GmbH bestellt. Wer hat die Anmeldung der GmbH
vorzunehmen und welche Formalien sind dabei zu beachten?

Generell schriftlich; in öffentlich beglaubigter Form (§ 11 UGB) als Ausnahme gilt die vereinfachte
Anmeldung nach §11 FBG. Nach dem § 9 GmbHG kann die Anmeldung zur Eintragung nur von sämtlichen
Geschäftsführern erfolgen. (vgl §33 UGB).

Nach § 35a FBG gilt ein Notar, der eine Erklärung beurkundet oder beglaubigt, als ermächtigt, die
Eintragung zu beantragen.

26. Wie läuft das Eintragungsverfahren ab?

Grundsätzlich nach Anmeldung einer Partei wird das Eintragungsverfahren nach dem AußStrG
angewendet. (Vgl § 15 FBG). Es folgen formelle (ausreichend legitimiert, Tatsachen eintragungsfähig,..)
und materielle Prüfung (inhaltliche Richtigkeit). Eine Eintragung im Firmenbuch ist unzulässig, wenn sie
sachlich unrichtig ist. Bei verbesserungsfähigen Mängeln gibt es den Verbesserungsauftrag nach § 17
FBG. Über die Eintragung entscheidet das Firmenbuchgericht mit Beschluss. Die Eintragung ist entweder
konstitutiv (= rechtsbegründend zB.: Entstehung von Kapitalgesellschaften durch Eintragung) oder
deklarativ (rechtsbekundend zB.: Eintragung der Prokura). Für die Bekanntmachung siehe §10 UGB.

27. Was sagen Sie zu folgender Aussage: „Jeder in das Firmenbuch eingetragene Rechtsträger ist
Unternehmer.“

Die Aussage ist unrichtig. Nicht alle in §2FBG aufgezählten Rechtsträger sind nach § 1 oder 2 UGB auch
Unternehmer. Beispiele nicht unternehmerisch tätige OG/KG bzw Privatstiftung.

28. G ist über das eigenmächtige Handeln seines engsten Mitarbeiters P, der Prokurist ist, verärgert
und widerruft aus diesem Grund die Prokura. Um die Eintragung des Widerrufs in das Firmenbuch
kümmert er sich jedoch nicht. P bemüht sich in der Folge besonders, seine Qualität als Mitarbeiter
unter Beweis zu stellen. Aus diesem Grund schließt P im Namen des G einen Kaufvertrag über 50
Flaschen Wein mit V ab. V hat nicht in das Firmenbuch eingesehen und auch sonst nicht darüber
nachgedacht, ob P zur Vertretung von G berechtigt ist. Kann V von G die Zahlung des Kaufpreises
verlangen?

Der Widerruf der Prokura ist sofort wirksam, die Eintragung im Firmenbuch nur deklarativ. Es besteht
jedoch Rechtscheinhaftung nach §15 UGB. (negative Publizität)

Voraussetzungen für das Vertrauen auf das Firmenbuch sind: eintragungspflichtige Tatsache; Eintragung
und/oder Bekanntmachung; unbetroffener Dritter; Unkenntnis des Dritten

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Die Löschung der Prokura ist nach § 53 UGB eine eintragungspflichtige Tatsache.

29. wie 28. Macht es einen Unterschied, wenn V zufällig davon erfahren hat, dass G über die
Eigenmächtigkeit von P verärgert war und ihm deshalb nicht mehr so viel „Freiraum“ gewähren will?

Nein, nur die positive Kenntnis des Widerrufs ist ausschlaggebend. Eine fahrlässige Unkenntnis schadet
nicht, da keine Nachforschungspflicht besteht.

30. wie 28. G hat aber diesmal den Widerruf der Prokura unverzüglich beim Firmenbuch angemeldet.
Zum Zeitpunkt des Abschlusses des Kaufvertrags über die 50 Flaschen Wein war die Löschung der
Prokura bereits mehr als einen Monat im Firmenbuch eingetragen und bekanntgemacht.

Nach § 15 Abs 2 UGB kam es zu keinem Kaufvertrag. Zu beachten ist jedoch die 15 tägige Schonfrist die
kaum zu beweisen ist. Ein Vorgehen als falsus procurator ist möglich. (gegen P)

31. wie 30. Wie wäre der Fall zu beurteilen, wenn V ein langjähriger Geschäftspartner von G ist und P
regelmäßig die Weinbestellungen für G abgewickelt hat?

Hier handelt es sich um einen besonderen Rechtsschein der stärker zu berücksichtigen ist als § 15 Abs 2.

32. Die Gesellschafter der XY-OG verhandeln mit A über den Eintritt in die Gesellschaft. Obwohl die
Vertragsverhandlungen mit A letztendlich geplatzt sind, wurde er schon vorher in das Firmenbuch
eingetragen. A hat das Firmenbuchgesuch mit dem seine Gesellschafterstellung angemeldet wurde,
mit unterfertigt. Auf die Löschung der Eintragung nach dem Abbruch der Vertragsverhandlungen
wurde vergessen. In der Folge hat die XY-OG ua. ein neues Kopiergerät von V gekauft. Als die XY-OG
die Rechnung von V dafür nicht bezahlt, tritt V an A heran. Muss A den Kaufpreis leisten?

Es kommt auf die aktive Mitwirkung des unrichtig eingetragenen an. Das ist hier der Fall. Nach § 15 Abs 3
UGB ist A zur Zahlung verpflichtet.

33. Ist § 15 Abs 1 UGB auch zu Lasten einer nicht unternehmerisch tätigen Privatstiftung anzuwenden?

Die auf das Firmenbuch bezogenen Vorschriften des UGB, wie etwa auch § 15 UGB gelten für alle im
Firmenbuch eingetragenen Rechtsträger.

34. A möchte wissen, ob B Gesellschafter der XY-GmbH ist. Wie könnte er das in Erfahrung bringen?

Es ist dem Hauptbuch des Firmenbuchs zu entnehmen (vgl §5Z6 FBG). §9 UGB erlaubt jedermann zu
Einsichtnahme. Vgl § 33 und 35 FBG. Die Eintragung ist nur deklarativ -> kein Gutglaubensschutz

35. A möchte aus reiner Neugierde in den Gesellschaftsvertrag der XY-GmbH Einsicht nehmen. Ist das
möglich und wo kann er Einsicht nehmen.

Der Gesellschaftsvertrag liegt in er Urkundensammlung und ist deshalb auch nach §9 einzusehen.

36. Was ist die Firma und worin liegt ihre Bedeutung?

Definition in §17 UGB: Der in das Firmenbuch eingetragene Name eines Unternehmers, unter dem er
seine Geschäfte betriebt und die Unterschrift abgibt. Die Firma ist die Bezeichnung des
Unternehmensträgers und nicht des Unternehmens.

Die Bedeutung liegt in der Identifizierung des Unternehmensträger und in der Offenlegung seiner
Handlungsweise als Tätigkeit im Geschäftsverkehr. Firma hat auch einen wirtschaftlichen Wert. Man

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unterscheidet zwischen Personen-, Sach-, Fantasie- oder gemischter Firma. Außerdem zwischen
ursprünglicher (originärer) und abgeleiteter (derivativer) Firme bezüglich Nachfolger.

37. Worin unterscheidet sich die Firma von der Geschäftsbezeichnung?

Geschäftsbezeichnung identifiziert nicht den Unternehmensträger, sondern bezeichnet das


Unternehmen und werden dort verwendet wo eine Firma nicht möglich ist. (= nicht eingetragene
Unternehmer) Es gibt keine gesetzlichen Regeln, außer das allg. Verbot der Irreführung.

38. Was ist allgemein bei der Firmenbildung zu beachten?

§ 18 UGB nennt die allgemeinen Eigenschaften die eine Firma erfüllen muss. Er beinhaltet im Abs2 den
Grundsatz der Firmenwahrheit. (Gefahr der Irreführung reicht) § 19 ordnet den zwingenden
Rechtsformzusatz an.

39. Diskutieren Sie die Zulässigkeit der folgenden Firmenwortlaute:

ManagementKompetenz GmbH: Ist eine nicht unterscheidungskräftige Gattungsbezeichnung. Diese sind


nur bei Verkehrsgeltung schutzfähig.

Creativ GmbH: Es besteht aus Allgemeinbegriffen und ist wie oben nicht unterscheidungskräftig
(benötigt individualisierenden Zusatz)

Mister*lady GmbH: Bild- und Sonderzechen erfüllen nach der Literatur keine Namensfunktion und damit
keine Kennzeichnungseignung. *, #, = werden abgelehnt.

Shopping@Berlin AG: die Eintragungsfähigkeit des Zeichens @ wird mittlerweile erlaubt.

www.WITOKFZ.at GmbH: Domain-Namen können Kennzeichnungsfunktion erfüllen und sind OK.

R+V Versicherung: Für die Kennzeichnungswirkungen sollen mindestens 2-3 Buchstaben und
Verbindungszeichen verwendet werden.

AAA GmbH: Buchstabenkombinationen die nicht aussprechbar sind, sind nicht erlaubt.

1+2 GmbH: Reine Ziffernkombinationen sind umstritten. Kombinationen unbedenklich (SAT1)

GsmbH als Rechtsformzusatz: Durch den optischen Eindruck könnte es zu einer Täuschung kommen. Ist
aber prinzipiell nicht durch § 5 Abs 1 GmbHG ausgeschlossen. -> nicht erlaubt.

Academy of Business Consulting LTD: Es besteht zwar eine Täuschungseignung durch den Begriff
„Academy“, der Verkehrskreis der angesprochen wird, ist jedoch geringer schutzbedürftig und daher die
Gefahr hinzunehmen.

Architektur Sonnenschein GmbH: Im Gegensatz zu „Architekt“ ist Architektur nicht geschützt.

40. Beim Firmenbuch des HG Wien ist die M-GmbH eingetragen. Kann beim LG Korneuburg auch eine
M-GmbH mit Sitz in Klosterneuburg eingetragen werden?

Zu beachten ist die Unterscheidbarkeit der Firma nach §29 UGB. (Ausnahme: Privatstiftung §2PSG)
Unterscheidbarkeit ist der Eindruck des Firmenkerns bei gewöhnlicher Aufmerksamkeit im alltäglichen
Geschäftsleben. Da diese beiden Orte hier nicht als einer aufzufassen sind, liegt kein Problem vor.

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41. Die „Manu Spedition GmbH“ ist im Firmenbuch des HG Wien eingetragen. Alleingesellschafter und
Geschäftsführer ist Martin Nussbacher. Im Firmenbuch des LG Wiener Neustadt ist die „Manu
Transport GmbH“ eingetragen. Martin Nussbacher ist dort Hälftegesellschafter und
alleinvertretungsbefugter Geschäftsführer. Zwischen den Gesellschaften besteht keine wechselseitige
Beteiligung. Der Sitz der Manu Spedition GmbH soll nunmehr von Wien nach Wiener Neustadt an die
Geschäftsadresse der Manu Transport GmbH verlegt werden. Ist dies firmenrechtlich möglich?

Grundsätzlich wäre hier die Verlegung aufgrund des Namens „Manu“ das bei beiden Unternehmen als
Schlagwort zum Kern benutzt wird, problematisch und nicht möglich. Durch die Stellung von Martin
Nussbacher als Geschäftsführer bzw Gesellschafter beider Gesellschaften entsteht eine
Konzerngesellschaft bzw Glieder ein und deserleben Unternehmensgruppe, wodurch die Sitzverlegung
möglich wird.

42. Armin Maier möchte als Einzelunternehmer ein Sportgeschäft eröffnen und die Firma „David
Beckham Sportartikel e.U.“ nennen. Von David Beckham hat Armin Maier die Zustimmung zur Führung
des Namens erhalten. Ist eine solche Firma zulässig?

Durch den Grundsatz der Firmenwahrheit darf bei einem Einzelunternehmen der Name einer anderen
Person nicht aufgenommen werden. § 20 UGB

43. Armin Meixner führt sein Unternehmen als „Bäckerei Armin Meixner e.U.“ Er veräußert sein
Unternehmen an Bert Berger. Ist es zulässig, dass dieser die Firma „Bäckerei Armin Meixner e.U.“
weiterführt?

Der Grundsatz der Firmenwahrheit gem. § 18 UGB wird hier von § 24 UGB, dem Grundsatz der
Firmenkontinuität durchbrochen. Siehe § 22 UGB. Eine Fortführung ist also möglich, der
Rechtsformzusatz ist jedoch gem. § 19 UGB zu ändern.

44. Armin Meixner hatte gemeinsam mit Bert Berger die „Bäckerei Armin Meixner OG“ gegründet.
Nach einiger Zeit möchte sich Armin Meixner auf die Rolle eines Kommanditisten zurückziehen. Ist es
zulässig, die Firma in „Bäckerei Armin Meixner KG“ zu ändern?

Durch § 24 Abs2 UGB ist die Verwendung des Namens kein Problem, der Rechtsformzusatz muss jedoch
geändert werden.

45. Conrad Huber war Alleingesellschafter der C. Huber-GmbH. Mit Notariatsakt überträgt er seinen
Geschäftsanteil an David Müller. Ist es zulässig, dass die Firma der Gesellschaft weiter auf C. Huber-
GmbH lautet? Eine Vereinbarung darüber, ob der Firmenwortlaut nach Ausscheiden beibehalten
werden kann oder geändert werden muss, wurde nicht getroffen.

Je nach Argumentation ist die Namensfortführung kein Problem oder erfordert die Zustimmung des
C.Huber. Um sicher zu gehen sollte bereits vorweg eine entsprechende Vereinbarung getroffen werden
(= Eliminierungspflicht)

46. Wie schützt das Gesetz die Firma?

Durch § 37 UGB gibt es den Anspruch auf Unterlassung bei unbefugtem Gebrauch der Firma. Ein
Schadenersatzanspruch steht überdies zB nach § 1311 ABGB offen. Weiter besteht der zivilrechtliche
Namensschutz des Unternehmensträgers gem § 43 ABGB zu. Zu beachten sind weiter § 9 iVm 15 UWG
sowie § 2 UWG. Nach dem § 12 MarkSchG ist die nicht berechtigte Verwendung der Marke mit

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angemessenem Entgelt und Schadenersatz zu bestrafen. Weiter ist nach § 24 FBG eine Zwangsstrafe zu
setzen.

47. Wie kann man ein Unternehmen rechtlich qualifizieren?

Das Unternehmen selbst ist ein Rechtsobjekt und braucht ein Rechtssubjekt (OG, KG, AG ect) um Träger
von Rechten und Pflichten zu sein. Die jüngste Lehre bezeichnet das Unternehmen nicht mehr als
Gesamtsache iSd § 302 ABGB sondern als Sondervermögen.

48. X möchte das Möbelhaus „Schöner Wohnen“ erwerben. Das Möbelhaus steht im Eigentum der Y-
GmbH. Welche Möglichkeit gibt es für die Übertragung von Unternehmen? Wodurch unterscheiden
sich die einzelnen Varianten?

 Durch Einzelrechtsnachfolge durch Erwerb der zu dem Unternehmen gehöhrenden einzelnen


Gegenständen, Rechten ect. (asset deal): Es kann als einziges Verpflichtungsgeschäft übergeben
werden, jedoch nicht als ein einziges Verfügungsgeschäft (jeweils erforderlicher Modus).
Vergleiche § 38 UGB. Bewegliche Sachen werden gem §§ 426 ff ABGB übertragen.

 Im Wege der erb- oder gesellschaftsrechtlichen Gesamtrechtsnachfolge : Alle Rechte und


Pflichten gehen uno actu über, in den Fällen in denen das Gesetz diese ausdrücklich normiert. zB
§ 142 UGB (Anwachsung), §§ 219 ff AktG (Verschmelzung) ect. Von Todeswegen nur bei
Übergang des Unternehmens auf den/die Erben. Die Gesamtrechtsnachfolge erfolgt in einem
einzigen Verfügungsgeschäft und ist mit der rechtskräftigen Einantwortung vollendet. Wichtig ist,
dass das grundbücherliche Eintragungsprinzip durchbrochen wird und hier nur deklarative
Wirkung hat.

 Durch Anteilserwerb an einer Unternehmenstragenden Gesellschaft (share deal): Es kommt zu


keiner Änderung des Zurechnungssubjekts denn es werden nicht die einzelnen Gegenstände des
Unternehmens erworben, sondern die Anteilsrechte am Unternehmensträger übertragen.
Vorteil zum asset deal: viel einfachere Abwicklung; Nachteil: Erwerb mit allen Risiken.

Ergebnis: X könnte das Möbelhaus als Gesamtsache im Wege der Einzelrechtsnachfolge oder
Gesamtrechtsnachfolge durch Verschmelzung/Spaltung oder durch den Kauf aller Anteile erwerben.

49. Was regeln die §§ 38 ff UGB?

Die §§ 38f UGB haben Bestimmungen zum Unternehmensübergang zum Inhalt. Genaueres ist aus den
Überschriften zu entnehmen.

50. X und Y gründen die XY Fitness-GmbH. In diese GmbH bringt X zum Stichtag 1.1. sein Fitness-Studio
ein, wobei alle Vertragsverhältnisse unter Ausschluss der bisherigen Forderungen und
Verbindlichkeiten auf die GmbH übergehen sollen. Die GmbH wird im Firmenbuch eingetragen und
führt die Tätigkeit wie bisher fort. Der Haftungsausschluss wurde weder im Firmenbuch noch auf
sonstige Weise bekanntgemacht. X hat eine alte Rechnung des V über ein Sportgerät aus der Zeit vor
dem Stichtag nicht bezahlt. Kann X von der XY Fitness-GmbH den Kaufpreis verlangen?

Nach 38 Abs 4 UGB haftet der Erwerber grundsätzlich für unternehmensbezogene Verbindlichkeiten.
Eine Abweichung davon wäre nur bei Eintragung in das Firmenbuch möglich oder wenn es dem Dritten
mitgeteilt wurde. Für die Haftung gibt es folgende Voraussetzungen:

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Erwerb eines Unternehmens: § 1 Abs 2 UGB ist heranzuziehen. Nach § 38Abs 5a UGB sind jedoch
Gebrauchsüberlassungsverhältnisse vom Anwendungsbereich des § 38 UGB ausgenommen. (Vollrecht
am Unternehmen wird nicht erworben)

Erwerb unter Lebenden: Hier handelt es sich um eine endgültige Einzelrechtsnachfolge. Die
Bestimmungen der Gesamtrechtsnachfolge gegen jedoch dem § 38 UGB als speziellere Regel vor.

Fortführung des Unternehmens: Laut Sachverhalt gegeben da es weiter betrieben wird.

Kein kundgemachter Haftungsausschluss: § 38 Abs 4 UGB verlangt einen besonderen Publizitätsakt in


Form von Firmenbucheintragung oder Mitteilung des Dritten.

Die GmbH haftet daher für alle unternehmensbezogenen Verbindlichkeiten.

51. X möchte sich von Ihnen beraten lassen und wissen, (1) ob die Variante der „verkehrsüblichen
Bekanntmachung“ auch bei einem im Firmenbuch eingetragenen Unternehmen möglich sei, und (2)
was denn als eine derartige „verkehrsübliche Bekanntmachung“ in Betracht kommt.

(1) ist ohne Probleme möglich. (2) Darauf wird im Gesetz nicht genau eingegangen, eine Kundmachung
im „Amtsblatt zur Wiener Zeitung“ sollte jedoch ausreichend sein.

52. wie 50. Weiters hat X auch noch eine alte Architektenrechnung für den Umbau seines Privathauses
offen. Wen kann der Architekt in Anspruch nehmen?

Grundsätzlich nach §1170 ABGB gegen X. Eine Haftung nach § 1170 iVm 38 Abs 4 UGB scheitert an der
privaten Verbindlichkeit.

Eine weitere Möglichkeit wäre § 1409 ABGB als Haftung bei rechtsgeschäftlicher Übernahme eines
Vermögens oder Unternehmens. Die Übernahme des Unternehmens ist ausgeschlossen, siehe oben.
Beim Vermögen muss es sich im Wesentlichen um das gesamte Vermögen handeln.

53. Worin bestehen die wesentlichen Unterschiede zwischen einer Haftung nach §38 UGB und § 1409
ABGB?

Im Gegensatz zu § 38 UGB ist §1409 zwingend (vgl § 38 Abs 4 UGB); nach § 1409 haftet der Erwerber nur
für Schulden, die er kannte oder kennen musste außerdem ist sie beschränkt mit dem Wert der
übernommenen Aktive

54. X verpachtet Y sein Fitness-Studio. Welche Konsequenzen sind mit einem solchen Vertrag
verbunden und welche Vorkehrungen sollten die Vertragsparteien treffen?

§ 38 Abs 5a führt zu folgenden Konsequenzen: Es kommt zu keinem automatischen Übergang der


Rechtsverhältnisse, deswegen sind Zessionen und Vertrags/Schuldübernahmen mit Zustimmung des
Dritten notwendig (§§ 1392 ff ABGB). Damit die Zahlung nicht an den Falschen erfolgt, sollte es eine
Mitteilung über den Inhaberwechsel geben.

Wie oben gesehen ist auch § 1409 wegen der nicht vorhandenen Unternehmens- oder
Vermögensübernahme nicht möglich.

55. Wie 50. Wie wäre der Sachverhalt zu beurteilen, wenn das Fitness-Studio ein selbstständiger Teil
des von X als Einzelunternehmer betriebenen Wellness-Zentrums wäre, das X auch zukünftig alleine
weiterführt?

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Die Anwendung des § 38 UGB bei wesentlichen Unternehmensteilen bzw. wenn die
Unternehmensidentität gewahrt bleibt, steht außer Frage. Fraglich ist es jedoch beim Erwerb von
Unternehmensteilen. Wichtig sind die Selbstständigkeit und die Qualifikation als eigenständiger
„Teilbetrieb“. Ergebnis: Anspruch besteht zu recht da ein wirtsch. Zusammenhang gegeben ist.

56. Wie 50. Von der Vereinbarung über die Vertragsübernahme ist ua auch der Liefervertrag über
Sportgeräte mit dem Sportgerätehersteller S betroffen, der zur jährlichen Abnahme von fünf Geräten
berechtigt und verpflichtet und bis 2012 unkündbar ist. S möchte nicht, dass der Vertrag auf die XY
Fitness-GmbH übergeht, weil er schon mehrmals mit Y schlechte Erfahrungen gemacht hat. Besteht für
S die Möglichkeit, die Vertragsübernahme zu verhindert?

Nach §38 Abs 2 UGB hat der Vertragspartner innerhalb von 3 Monaten nach Mitteilung über die
Vertragsübernahme ein Widerspruchsrecht (ohne wichtige Gründe). Der Vertrag bleibt also mit X
aufrecht, der nicht mehr über das Unternehmen verfügt. Es besteht ein außerordentliches
Kündigungsrecht für den Veräußerer.

57. Sind X und Y auch zur Mitteilung verpflichtet, wenn sie im Zuge des Unternehmensübergangs
vereinbaren, dass die bestehenden Vertragsverhältnisse nicht auf die XY Fitness-GmbH übergehen?

Nach § 38Abs3 UGB ist mitzuteilen „OB“ das Vertragsverhältnis übernommen wurde. Es ist daher immer
eine nachweisliche Mitteilung an die Restpartei abzugeben. Bis dahin Vertrauensschutz nach Abs3.

58. wie 50. Y freut sich allerdings, als der Studio-Besucher B am 1.3. völlig unvermutet EUR 1.000 im
Studio bezahlt. B hatte seit Beginn des Fitness-Studios seinen Mitgliedsbeitrag nicht bezahlt. Zum
Stichtag des Unternehmensübergangs waren Mitgliedsbeiträge von B iHv EUR 3.500 offen. Die
Mitglieder wurden nur davon informiert, dass die Mitgliedsverträge auf die GmbH übergegangen sind.
Davon, dass alle bisherigen Forderungen und Verbindlichkeiten bei X verbleiben, wissen die Mitglieder
nichts. Einige Monate später verlangt X jedoch EUR 3.500 von B. Zu Recht?

§38 Abs 3 UGB soll Dritte vor Nachteilen schützen, die ihnen aus der unterlassenen Verständigung im
Zusammenhang mit dem Unternehmensübergang erwachsen können. Daher kann er hier nur noch 2.500
€ fordern, 1000€ wurden bereits schuldbefreiend an Y gezahlt.

59. wie 58. Anlässlich der Zahlung der EUR 1.000 hat B zugleich mit Y vereinbart, dass damit auch die
restliche Schuld i Hv EUR 2.500 erledigt ist.

Durch den umfassenden Schuldnerschutz in der Unsicherheitsphase über die Person des richtigen
Gläubigers zu bewirken, spricht dafür, dass diese Vereinbarung auch gegen den wahren Gläubiger
wirksam sein muss.

60. B hat seinerzeit die Bürgschaft für X hinsichtlich der Verbindlichkeiten aus dem Liefervertrag über
die Sportgeräte mit dem Sportgerätehersteller S übernommen. Kann B der Vertragsübernahme
widersprechen? Welche Konsequenzen ergeben sich aus einem solchen Widerspruch?

Nach § 38 Abs 1 Satz 2 UGB bleibt die bestellte Sicherheit auch bei Übergang der Verbindlichkeit auf den
Erwerber aufrecht. Es besteht jedoch ein Widerspruchsrecht nach § 38 Abs 2 innerhalb von 3 Monaten.
Auch hier würde dann die Verbindlichkeit beim Veräußerer bleiben, zum Erlöschen kommt es nicht.

61. Der praktische Arzt Dr. X kauft die Ordination von seinem Kollegen Dr. Y. Keiner der beiden Ärzte
ist im Firmenbuch eingetragen. Kommen in diesem Fall die §§ 38 f UGB zur Anwendung?

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Der Unternehmensübergang kommt auch bei nicht eingetragenen Unternehmern zum Tragen §§ 38 ff.
Für Freiberufler (genau wie Land- und Forstwirte) gilt das 1. Buch des UGB jedoch nicht, außer es kam zu
einem Opting-in. (§ 1409 ABGB würde jedenfalls zur Anwendung kommen)

62. Welche Funktion hat § 40 UGB?

§ 40 UGB regelt eine besondere unternehmensrechtliche Haftung des Erben bei Übernahme eines
Unternehmens, die neben die Verbindlichkeiten aus dem Erbrecht tritt. Diese Haftung kann nach Abs 2
nur auf 2 Möglichkeiten ausgeschlossen werden: Haftungsausschluss nach § 38 Abs 4 oder Einstellung
der Fortführung des Unternehmens innerhalb von 3 Monaten nach Einantwortung.

63. Was sind die Wesensmerkmale der Prokura und worin besteht ihre Funktion?

Die Prokura (= Formalvollmacht) ist eine rechtsgeschäftliche Vollmacht iSd §§ 1002 ff ABGB mit der
Besonderheit, dass ihr Umfang gesetzlich (§§ 48-53 UGB) zwingend festgelegt ist, der weitestgehend
rechtsgeschäftlich auch nicht beschränkbar ist. Sie ist im Firmenbuch einzutragen und vom
eingetragenen Unternehmer zu erteilen. Begründet nur ein rechtliches Können im Außenverhältnis.

Sie dient der Erleichterung und der Sicherheit des unternehmerischen Rechtsverkehrs. (§ 15 UGB)

64. Worin besteht der Unterschied zwischen der rechtsgeschäftlichen und der organschaftlichen
Vertretung?

Rechtsgeschäftlich Bevollmächtigte haben, von einem anderen abgeleitet, Vollmacht, während


organschaftliche Vertreter unmittelbar die Gesellschaft repräsentieren.

65. Kann der Prokurist P dem Mitarbeiter M die Prokura erteilen?

Nein, sie ist nur durch den eingetragenen Einzelunternehmer selbst/dessen Vertreter bzw bei
Gesellschaften durch die organschaftlichen Vertreter zu erteilen. (vgl auch § 52 Abs 2 UGB)

66. Welche Schritte sind erforderlich, um für eine OG/KG einen Prokuristen bestellen zu können? Wer
erteilt die Prokura?

Es ist zu differenzieren wer im Innenverhältnis (= Geschäftsführungsmaßnahmen) und wer im


Außenverhältnis (= Vertretungshandlung) befugt ist.

Bei der OG: Nach § 116 Abs 3 UGB im Innenverhältnis die Zustimmung aller geschäftsführenden
Gesellschafter. Im Außenverhältnis die Einzelvertretungsbefugnis jedes einzelnen Gesellschafters (§ 125)

Bei der KG: Zustimmung aller geschäftsführenden Gesellschafter. Nach außen nur von jedem einzelnen
Komplementär.

67. Welche Schritte sind für die Prokuraerteilung bei der GmbH erforderlich? Wer hat hier die Prokura
zu erteilen?

Nach § 35 Abs 1 Z 4 GmbHG haben die Gesellschafter einen Beschluss zu fassen ob Prokura erteilt
werden soll. Im Außenverhältnis wird die Prokura durch alle Geschäftsführer erteilt (§ 28 Abs 2 GmbH).

68. Der Vorstand einer AG erteilt die Prokura, ohne die Zustimmung des Aufsichtsrats einzuholen. Ist
die Prokura wirksam?

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Nach § 71 Abs 2 AktG wird bei der AG der Prokurist im Außenverhältnis (wenn nichts Anderes bestimmt)
von allen Verstandsmitgliedern gemeinsam bestellt. Gem § 95 Abs 5 Z 11 ist intern die Zustimmung des
Aufsichtsrats einzuholen. Bei Nichteinholung dieser ist die Prokura zwar aufrecht, eine Haftung des
Verstands (§ 84 AktG) oder Abberufung von Verstandsmitgliedern (§ 75 Abs 4 AktG) können folgen.

69. Der nicht eingetragene Unternehmer X erteilt seinem Mitarbeiter Y die Prokura. Ist das möglich?

Eine Prokura kann nach § 48 Abs 1 UGB nur durch einen eingetragenen Unternehmer erteilt werden.
Hier ist lediglich eine Handlungsvollmacht nach den §§ 54 ff UGB möglich (Konversion).

70. Kann ein Schriftsteller Prokura erteilen?

Als Freiberufler müsste er sich nach §4 Abs 2 UGB optiert haben. Dann wäre es problemlos möglich.

71. Der Hochstapler X tritt ständig als Unternehmer auf, obwohl er Angestellter in einem
Unternehmen ist. Um den Unternehmerstatus zu untermauern, erteilt er Y die Prokura und lässt auch
keine Gelegenheit aus, von seinem Prokuristen Y zu sprechen. In der Folge schließt Y mit V einen
Vertrag über zehn Firmenhandys ab. Auch V gegenüber hat X schon von seinem Prokuristen Y
gesprochen. X will den Kaufpreis nicht bezahlen. Kann er sich darauf berufen, dass Y nicht sein
Prokurist ist?

Vgl Fall 17. X ist Scheinunternehmer, er kann zwar keine Prokura erteilen, durch sein Verhalten hat er es
sich jedoch zurechnen zu lassen. Der Vertrag zwischen X und V ist wirksam und verpflichtet zur Zahlung.

72. Die Komplementäre der XY-KG beschließen, dem Kommanditisten die Prokura zu erteilen. Ist das
Zulässig?

Gem § 170 UGB ist ein Kommanditist „als solcher“ nicht vertretungstauglich. Vollmachtserteilung passt.

73. Der eingetragene Unternehmer X erklärt nur gegenüber Y, dass er P die Prokura erteilt. Ist das eine
wirksame Prokuraerteilung?

Die Zustimmung des Prokuristen ist nicht erforderlich, sie muss nach § 48 Abs 1 UGB jedenfalls
ausdrücklich erteilt werden. Firmenbucheintragung wirkt nur deklarativ -> mit Zugang wirksam.

74. Der eingetragene Unternehmer X duldet seit Jahren, dass sein engster Mitarbeiter Y mit „ppa“
zeichnet. Was halten Sie davon?

Eine Anscheinsprokura wird abgelehnt (da nicht ausdrücklich erteilt – siehe oben). Die Duldung wird hier
allgemein eine Anscheins- oder Duldungshandlungsvollmacht iSd § 54 UGB begründen.

75. Im Dienstvertrag des Prokuristen P ist die Klausel enthalten, dass er die Einwilligung des
Geschäftsführers X einholen muss, bevor er Rechtsgeschäfte mit einem Volumen von über EUR 5.000
abschließt. P holt die Einwilligung vor Abschluss des Vertrages mit V nicht ein, obwohl dieser den
Schwellenwert überschreitet. Ist das Rechtsgeschäft wirksam?

Der Umfang der Prokura ist nach § 49 UGB geregelt, eine Beschränkung dieses Umfangs ist nach § 50
UGB Dritten gegenüber unwirksam. Einzige mögliche Beschränkung ist die Filialprokura nach § 50 Abs 3.

76. wie 75. Wie ist der Sachverhalt zu beurteilen, wenn der Vertragspartner V die Beschränkung
kannte?

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Der Geschäftsherr wird nur bei Kollusion oder bei Missbrauch der Vertretungsmacht durch den
Prokuristen gegenüber dem Dritten nicht rechtswirksam vertreten. Mögliche Berufungsgründe:
materielle/ideelle Nachteile für den Geschäftsherrn; absichtliches Zusammenwirken um den
Geschäftsherrn zu schädigen; Vertreter hat bewusst zum Nachteil gehandelt und der Dritte hat davon
gewusst oder es hat sich geradezu aufgedrängt.

Ergebnis: Hier ist keine bewusste Handlung zum Nachteil des Geschäftsherrn gegeben. Es ist nur
pflichtwidrig, aber nach außen rechtswirksam.

77. Der Prokurist P kauft ein Grundstück und belastet gleichzeitig das Grundstück mit einer Hypothek
für den aushaftenden Kaufpreis. Ist das Rechtsgeschäft wirksam?

Nach § 49 Abs 2 ist für die Veräußerung und Belastung von Grundstücken eine besondere Befugnis
erforderlich. Möglich ist dies durch die Immobiliarklausel § 49 Abs 2 UGB (wird ins FB eingetragen) oder
nach allg. zivilrechtlichen Bestimmungen iSd § 863 ABGB. Hier handelt es sich jedoch um den Erwerb und
der Belastung DIESER Liegenschaft. Es ist keine ausdrückliche Vollmacht nach § 49 Abs 2 UGB notwendig.

78. Sind folgende Rechtshandlungen des Prokuristen P zulässig?

Unterzeichnung des Jahresabschlusses und Einreichung beim Firmenbuch: Prinzipalgeschäfte (persönl.


Geschäfte des Unternehmers können nicht vom Prokuristen ausgeführt werden (§ 194 UGB, §222)

Änderung des Firmenwortlauts: Nein, dies gehört nicht zum Betrieb eines Unternehmens, sondern in die
Grundlagen unternehmerischen Handelns -> nur Unternehmer vorbehalten.

Privatgeschäfte des Unternehmers: Grundsätzlich sind nur unternehmensbezogene Geschäfte


abgedeckt, eine Ausweitung auf Privatgeschäfte durch §§ 1002 ff ABGB ist möglich.

79. A und B sind Prokuristen der XY-GmbH und nur zur Gesamtvertretung berechtigt. A schließt mit V
einen Kaufvertrag über einen PKW ab. B stimmt diesem Geschäft im Nachhinein gegenüber A zu. Ist
der Kaufvertrag wirksam?

Nach § 48 Abs 2 ist eine Gesamtprokura zulässig. (beidseitig bzw. halbseitig) Hier genügt die interne
Zustimmung des Mitvertretungsbefugten (vgl § 125 Abs 2 Satz 2 UGB)

80. wie 79. Kann B im Vorhinein A eine Einzelvollmacht für dieses Geschäft erteilen?

Durch den anderen Gesamtprokuristen ist nach §125 Abs2S2 eine Einzelvollmachtserteilung möglich.

81. Im Gesellschaftsvertrag einer GmbH ist vorgesehen, dass die beiden Geschäftsführer A und B nur
gemeinsam oder mit einem Prokuristen gemeinsam vertretungsbefugt sind. Ist die Belastung eines
Grundstücks zulässig, wenn der Vertrag von A gemeinsam mit dem Prokuristen abgeschlossen wird?

Erst ist zu prüfen ob diese Regelung überhaupt zulässig ist: für GmbH § 18 Abs 3 GmbHG; für AG >§§ 71
Abs 3 und 95 Abd5Z11 AktG; für OG/KG § 125 Abs 3 UGB

Hier handelt es sich um eine gemischte (unechte) Gesamtvertretung. Der Prokurist handelt hier als
Organ, also ist der § 49 Abs 2 UGB nicht anzuwenden.

82. Im Gesellschaftsvertrag wird dem Kommanditisten X die Prokura eingeräumt. Der Komplementär Y
widerruft die Prokura ohne Begründung. Ist diese Vorgangsweise zulässig?

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Nach § 52 Abs1 UGB ist die Prokura jederzeit widerruflich. Sie ist zwingend und bedarf keiner
Begründung. Im konkreten Fall ist im Innenverhältnis ein wichtiger Grund erforderlich (Sonderrecht auf
Prokuraerteilung). Anderenfalls kann auf neuerliche Prokuraerteilung und Eintragung geklagt werden.

83. Der einzelvertretungsbefugte Prokurist P hat dem Firmenbuchgericht mitgeteilt, dass er seine
Vollmacht gegenüber der XY-GmbH aufgekündigt hat, und beantragt die Löschung der Prokura. Ist ein
solcher Antrag zulässig?

Der Prokurist kann lediglich eine Mitteilung von der Beendigung der Prokura beim Gericht einreichen.
Dieses wird dann die Löschung durch den Geschäftsherrn veranlassen. § 53 Abs 3 UGB

84. Wie umschreibt das Gesetz die Handlungsvollmacht und worin liegt ihre Funktion?

Gem § 54 UGB ist jede unternehmerische Vollmacht, die keine Prokura ist, eine Handlungsvollmacht.
(General-, Art- und Spezialhandlungsvollmacht) §§ 54 f UGB dienen dem Verkehrsschutz.

85. Wodurch unterscheidet sich die Handlungsvollmacht von der Prokura?

Alle Unternehmer (auch nicht eingetragene) können diese erteilen, sowie alle dazu Bevollmächtigten;
muss nicht ausdrücklich erteilt werden; sie ist weder eintragungspflichtig noch eintragungsfähig; der
Umfang wird durch den Unternehmer bestimmt, nicht durch das Gesetz; Unwiderruflichkeit kann
vereinbart werden.

86. F ist Filialleiter eines Schmuckgeschäftes. Nach seinem Dienstvertrag sollte ihm eine weitgehend
eigenständige und eigenverantwortliche Tätigkeit zukommen. Er wickelt auch schon jahrelang für
seine Filiale den Einkauf ab. Der Inhaber I ist aber mit dem Preis, den F mit dem Lieferanten L bei der
letzten Bestellung für die Lieferung von Designeruhren ausverhandelt hat, nicht einverstanden. Ist
dieses Rechtsgeschäft wirksam?

Im vorliegenden Fall ist das Vorliegen einer Generalhandlungsvollmacht nicht zu bezweifeln. Es greift die
gesetzliche Vermutung des Umfangs nach § 54 UGB. (= Branchenüblichkeit) Hier handelt es sich um ein
übliches Rechtsgeschäft – es ist also wirksam.

87. wie 86. In dieser Sachverhaltskonstellation hat I seinem Filialleiter F ausdrücklich untersagt,
Designeruhren, deren Kaufpreis EUR 10.000 übersteigt, zu kaufen. Sind Rechtsgeschäfte, die den
vorgegebenen Betrag übersteigen, wirksam?

Nach außen greift der Vertrauensschutz des § 55 UGB. Der Vertretene müsste beweisen, dass der dritte
die Beschränkung kannte oder kennen musste. Hier ist von der Wirksamkeit des Vertrages auszugehen.
(vgl auch § 10 Abs 1 KSchG)

88. Der Unternehmer U hat seinen beiden Mitarbeitern A und B Gesamthandlungsvollmacht


eingeräumt. In der Folge schließt A allein einen Kaufvertrag mit V ab. U ist mit dem Vertrag nicht
einverstanden. Ist dieser Vertrag wirksam?

Hier geht man davon aus, dass die Gesamthandvollmacht keine Beschränkung dieser ist, sondern nur
eine Ausgestaltung -> § 55 UGB kommt nicht zum Tragen also kein wirksamer Kaufvertrag. Anders wäre
es wenn A schon in der Vergangenheit die Alleinvertretungsbefugnis erweckt hätte.

89. X ist Angestellter eines Autohauses, das von der A-GmbH betrieben wird. X verkauft K einen
Gebrauchtwagen und sichert zu, dass es sich um ein Fahrzeug Baujahr 2012 mit einem Kilometerstand

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von 50.000 km handelt. Tatsächlich handelt es sich aber um ein Fahrzeug Baujahr 2010 mit einer
Fahrleistung von circa 100.000 km. Überdies hat X dem K noch verschwiegen, dass dieses Fahrzeug
nicht der A-GmbH, sondern ihm persönlich gehört. K macht sein Wandlungsrecht bezüglich des
Kaufvertrags, verbunden mit einer Forderung auf Rückzahlung des Kaufpreises, nach §932 Abs 4 iVm §
1435 ABGB gegenüber der A-GmbH geltend. Ist das möglich?

Es besteht eine Ladenvollmacht nach § 56 UGB. Gewöhnlich ist hier davon auszugehen, dass die vom
Angestellten abgegebenen Erklärungen dem Unternehmensträger zuzurechnen sind. Im Außenverhältnis
wird der Vertrag gewandelt, der Rest wird im Innenverhältnis abgewickelt. (alle Tatbestände prüfen)

90. wie 89. Wäre der Sachverhalt anders zu beurteilen, wenn X zur Begleichung des Kaufpreises auch
das alte Fahrzeug von K in Zahlung genommen hätte?

Grundsätzlich ist der Ankauf bei der Ladenvollmacht nicht erfasst. Hier wäre der Ankauf jedoch ok, da
dies zum gängigen Vorgang in dieser Branche gehört.

91. Das Café S wird von der X-GmbH betrieben. A arbeitet dort als Angestellte und hatte in dieser
Funktion die Befugnis erhalten, die laufenden Einkäufe von Konditoreiwaren zu tätigen und die
jeweiligen Tageslosungen abzurechnen. Darüber hinaus war A keine Handlungsvollmacht oder
Vertretungsmacht eingeräumt. Der Kaffeemaschinenvertreter V sucht das Café S auf, um dort eine
Kaffeemaschine zu verkaufen. A hat sich als Chefin ausgegeben und den Kaufvertrag mit dem
Firmenstempel der X-GmbH unterzeichnet. Der Vertreter V wusste nichts von den tatsächlichen
Verhältnissen. Die X-GmbH weigert sich, den Kaufpreis zu bezahlen. Zu recht?

Für den Kauf von Inventar besitzt A keine Handlungsvollmacht, deswegen kommt eine
rechtsgeschäftliche Bindung der X-GmbH nach §§ 1029 Satz2, 1030 ABGB bzw § 56 UGB nicht zustande.
A ist ein Vertreter ohne Vertretungsmacht

92. wie 91. Kann V die Zahlung des Kaufpreises von A verlangen?

Mangels Vertragsverhältnis kann V nicht die Zahlung von A gem § 1062 ABGB verlangen. A haftet für den
Vertrauensschaden nach § 1019 ABGB, dieser ist begrenzt durch das hypothetische Erfüllungsinteresse.

93. wie 91. In dieser Variante handelt es sich bei der gegenständlichen Kaffeemaschine um ein für die
X-GmbH eigens beschafftes Sondermodell. V hat – nachdem A den Kaufvertrag unterfertigt hat – die
Kaffeemaschine bei seinem Lieferanten bestellt. Sie wurde ihm auch umgehend geliefert. Nachdem die
X-GmbH den Kaufvertrag nicht genehmigt hatte, war V mit dem Problem konfrontiert, dass das
Sondermodell nur schwer verkäuflich war. Schließlich ist es ihm nach einiger Zeit gelungen, die
Maschine an B zu verkaufen. B hat die Maschine aber nur deshalb gekauft, weil ihm V letztlich einen
Preisnachlass gewährt hat; gegenüber dem Einkaufspreis ist bei V damit ein Verlust in Höhe von EUR
1.000 entstanden. A wusste, dass sie zum Kauf der Kaffeemaschine nicht befugt war. Kann V gegen A
Ansprüche geltend machen?

Es handelt sich um einen Vertrauensschaden iHv € 1000. A hat rechtswidrig und schuldhaft gehandelt,
weil sie wusste, dass sie keine Vollmacht besitzt. -> § 1019 ABGB Vertrauensschaden möglich.

94. Für wen gelten die Bestimmungen des 4. Buches des UGB?

Nach § 343 UGB gelten die Bestimmungen für unternehmensbezogene Rechtsgeschäfte von
Unternehmern iSd §§ 1-3 UGB sowie für juristische Personen des öffentlichen Rechts. Für den achten

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Abschnitt des 4. Buchs legt § 455 einen gesonderten Anwendungsbereich fest. Es ist grundsätzlich auf
alle Unternehmer iSd §§ 1-3 UGB anzuwenden. Sogar der Scheinunternehmer kraft eigenen Verhaltens
unterliegt gutgläubigen Dritten gegenüber den Bestimmungen des 4. Buches.

95. Wie definiert das UGB unternehmensbezogene Geschäfte?

Nach § 343 As 2 UGB sind es alle Geschäfte eines Unternehmers, die zum Betrieb seines Unternehmens
gehören. Im Zweifel sind Rechtsgeschäfte zum Unternehmen gehörig.

96. Der Psychiater X kauft im Möbelhaus Y eine rote Rolf-Benz-Couch für sein Privathaus. Bei Abschluss
des Kaufvertrags gibt X dem Verkäufer seine Visitenkarte, die auf Dr. X, Psychiater, lautet und auf der
die Adresse seiner Praxis angegeben ist, und lässt sich auch die Rechnung auf diese Adresse ausstellen.
Als Lieferadresse nennt er aber seine Privatadresse. Im Kaufvertrag wird die Anfechtung wegen § 934
ABGB zu Lasten von X ausgeschlossen. Nach Lieferung stellt sich jedoch heraus, dass die Couch kein
Original, sondern eine billige Imitation und daher weniger als die Hälfte des vereinbarten Kaufpreises
wert ist. Kann X den Vertrag trotzdem auf Grundlage von § 934 ABGB anfechten?

Nach § 935 kann § 934 ABGB grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden. Im Bereich des
Unternehmensrechts stellt diese jedoch nur dispositives Recht dar -> nach § 351 UGB kann es
ausgeschlossen werden. Bei Privatgeschäften ist das Anfechtungsrecht zwingend. Dass es sich um einen
Privatkauf handelt war nicht ausreichend erkennbar. Der Ausschluss ist also wirksam.

97. K möchte ein Paketbotendienstunternehmen eröffnen. Noch vor Eröffnung des Unternehmens
kauft er von V einen gebrauchten Klein-LKW. Im Kaufvertrag erklären beide Vertragsteile, auf eine
Anfechtung dieses Vertrages wegen Verkürzung über die Hälfte des wahren Wertes zu verzichten. Da
sich herausstellt, dass der gekaufte LKW weniger als die Hälfte des Kaufpreises wert ist, möchte K den
Kaufvertrag ungeachtet der angeführten Vertragsregelung trotzdem unter Berufung auf § 934 ABGB
anfechten. Ist das möglich?

Nach § 343 Abs 3 gelten Vorbereitungsgeschäfte nicht als unternehmensbezogene Geschäfte, ein
Ausschluss der Anfechtung ist also unwirksam.

98. X und Y schließen einen GmbH-Gesellschaftsvertrag ab. Zum Alleingeschäftsführer wird darin X
bestellt. Noch vor Eintragung der Gesellschaft in das Firmenbuch schließt X den Mietvertrag für die
GmbH über das künftige Geschäftslokal ab. Unterliegt dieser Vertrag den Bestimmungen über
unternehmensbezogene Geschäfte des UGB?

Der § 343 Abs 3 UGB ist nur auf natürlich Personen anzuwenden. (Vgl § 1 Abs 3 KSchG)

99. Welche Bedeutung hat die Unterscheidung zwischen ein- und zweiseitigen
unternehmensbezogenen Geschäften?

Einseitig: ein Unternehmer, für den das Geschäft zum Betrieb seines Unternehmens gehört. Sofern sich
aus den einzelnen Bestimmungen nicht anderes ergibt kommt schon bei einseitigen Geschäften das 4.
Buch zur Anwendung. Ausnahmen könnten ausschließlich zweiseitige unternehmensbezogene Geschäfte
sein, solche die bei einseitigen nur für den Unternehmer gelten oder insb. Die Regeln über Verzugszinsen
§§ 455 ff UGB.

100. Wodurch unterscheidet sich die Haftung eines Unternehmers von jener nach allgemeinem
Zivilrecht?

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Der Sorgfaltsmaßstab ist höher (§ 347 UGB) und der Umfang der Schadenersatzpflicht weiter (§ 349) –
dieser ist jedoch nur bei zweiseitigen Unternehmensbezogenen Geschäften anzuwenden.

101. Die XY-Bank übernimmt für ihren Kunden K eine Bürgschaft und übermittelt die
Bürgschaftserklärung dem Gläubiger des K per Telefax. Ist die Bürgschaft wirksam?

Eine verbindliche Bürgschaft ist nur mit Einhaltung des Schriftlichkeitsgebots des § 1346 Abs2 ABGB
möglich. Nach jüngster Judikatur ist eine per Telefax übermittelte Bürgschaftserklärung formgültig.
Entscheidend ist die eigenhändige Unterschrift auf der Originalurkunde.

102. Was ist ein Kontokorrentverhältnis? Worin liegt der Zweck?

Nach §355 UGB bezeichnet ein Kontokorrentverhältnis (laufende Rechnung) eine Parteienvereinbarung
(Kontokorrentvertrag), wonach die aus der laufenden Geschäftsverbindung stammenden Ansprüche und
Leistungen samt Zinsen in regelmäßigen Abständen verrechnet werden und aus dem sich zugunsten
einer Partei ergebenden Überschuss eine von den einzelnen Posten unabhängige neue Forderung
begründet wird.

Zweck liegt in der Erleichterung und Vereinfachung des Geschäftsverkehrs. Weiter hat er eine
Vereinheitlichungsfunktion, da das Saldoanerkenntnis die verschiedenen Rechtsgrundlagen der
einzelnen Forderungen ersetzt (Verjährung, Erfüllungsort...) zuletzt hat es auch noch eine
Sicherungsfunktion, zumal jede Partei für ihre Forderung Befriedigung durch das Erlöschen ihrer
Schulden erlangen kann.

103. Welche Konsequenzen hat die Kontokorrentgebundenheit der einzelnen Forderungen?

Schon durch die Einstellung in das Kontokorrent verlieren die einzelnen Forderungen ihre
Selbstständigkeit (nur mit Zustimmung des Partners können sie abgetreten, verpfändet, ... werden)

104. Aus welchen Forderungen setzt sich der kausale Saldo zusammen?

Gem §355 Abs 3 sind am Ende der Rechnungsperiode die §1415 und §1416 ABGB anzuwenden. Bei
mehreren Schuldposten kommt es bei der Tilgung zuerst auf die einvernehmliche Vereinbarung an. Gibt
es das nicht, zuerst die Zinsen, dann das Kapital. Gibt es mehrere Kapitalschulden, zuerst die schon
eingeforderten oder zumindest fällige – ansonsten die, die am meisten beschwerlich sind.

105. Welche Rechtswirkungen entfaltet das Saldoanerkenntnis?

Das Saldoanerkenntnis ist ein abgeschwächter abstrakter Verpflichtungsgrund, der neben die im
kausalen Saldo fortbestehenden Einzelansprüche tritt. Demjenigen dem ein Anspruch auf Überschuss
zusteht kann sich darauf berufen, der andere hat die Einrede der ungerechtfertigten Bereicherung. (§
355 Abs4)
Zu beachten ist §355 Ab6 UGB – das Sich-Berufen auf einen Rechnungsabschluss der gegen die guten
Sitten bzw. ein gesetzliches Verbot verstößt.

106. A ist in Geldnöten. Deshalb entschließt er sich kurzerhand, seiner Mutter den Pelzmantel und eine
Perlenkette zu entwenden. Im Anschluss verkauft er die beiden Gegenstände dem Pelzhändler P. Kurze
Zeit später verkauft P die beiden Gegenstände an K. Kann die Mutter die Herausgabe des Pelzmantels
und der Perlenkette von K verlangen?

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Es ist zu prüfen ob die Mutter gegen K eine Eigentumsklage nach §366 ABGB hat, oder ob dieser
gutgläubig Eigentum nach §367 erworben hat. „von einem Unternehmer im gewöhnlichen Betrieb seines
Unternehmens“ wird hier nur der Pelzmantel, nicht aber die Perlenkette verkauft. K ist also verpflichtet
die Perlenkette an M herauszugeben.

107. Unter welchen Voraussetzungen kann sich der Gläubiger durch eine außergerichtliche
Pfandverwertung befriedigen? Wie läuft das Verwertungsverfahren ab?

Voraussetzungen: nur bewegliche körperliche Sachen sowie Inhaber- oder Orderpapiere; das Pfandrecht
muss entweder kraft Gesetz oder durch Rechtsgeschäft begründet worden sein; Die Pfandverwertung ist
nur zulässig, wenn die Forderung fällig ist (Ausnahme §460a ABGB)

Ablauf: Nach § 466a Abs 2 ABGB hat der Pfandgläubiger Rücksicht auf die Interessen des Pfandbestellers
zu nehmen. Der Verkauf darf grundsätzlich erst nach Androhung und Ablauf eines Monats erfolgen (§
366b Abs1 ABGB) Abweichung bei Unternehmern nach § 368 UGB auf 1 Woche. Die Verwertung hat
nach Abs2 durch öffentliche Versteigerung zu erfolgen. Der weitere Ablauf ist in §466b-c geregelt.

108. Werden auch Sparbücher von der außergerichtlichen Pfandverwertung erfasst?

Sparbücher werden regelmäßig weder als Inhaber-noch als Orderpapiere gesehen. Jedoch werden
Sparurkunden in § 466b Abs 4 ABGB erwähnt was wiederum dafür spricht.

109. Was sind die Voraussetzungen, um das Zurückbehaltungsrecht nach § 369 UGB auszuüben?

Es muss sich dabei um ein beidseitiges unternehmensbezogenes Geschäft handeln. Die Forderung muss
fällig sein und in Geld forderbar. Gegenstand können nur bewegliche Sachen oder Wertpapiere aus dem
Eigentum des Schuldners sein. Sie müssen mit dem Willen des Schuldners in der Innehabung des
Gläubigers sein.

110. Der Unternehmer A, Betreiber einer KFZ-Werkstätte, schließt mit dem Architekten B, mit
welchem er in einer laufenden Geschäftsbeziehung steht, einen Werkvertrag über die Reparatur
dessen Fahrzeugs ab. Dieses Fahrzeug wird zum Teil für private Tätigkeiten genützt. Nach erfolgter
Übergabe des reparierten Fahrzeugs kommt B seiner Verpflichtung zur Werklohnzahlung nicht nach.
Nachdem B bei A neuerlich wegen einer anderen Angelegenheit mit dem reparierten Wagen erscheint
und diesen zur Reparatur übergibt, verweigert A die Herausgabe unter Berufung auf das
unternehmerische Zurückbehaltungsrecht nach §369 UGB bis zur Bezahlung des Werklohns aus dem
vorangegangenen Reparaturauftrag. Ist dieses Vorgehen rechtmäßig?

Nach §344 UGB ist im Zweifel das Rechtsgeschäft zum Betrieb gehörend. Mit der Überlassung des
Fahrzeuges zur Reparatur ist das Erfordernis der Gewahrsamerlangung mit Willen des B erfüllt. (im
Gegensatz zum Retentionsrecht nach § 471 ABGB besteht es nicht nur für konnexe Forderungen). Das
unternehmerische Zurückbehaltungsrecht entsteht immer wieder originär -> A hat das Recht dazu

111. Welche Wirkungen sind mit dem Zurückbehaltungsrecht verbunden?

Der Gläubiger kann die Herausgabe des Zurückbehaltungsgutes verweigern (Retentionseinrede) Er kann
sich nach § 371 UGB Befriedigung verschaffen. Als Rechtsbesitzer genießt der Gläubiger Besitzschutz. Im
Insolvenzverfahren hat er ein Absonderungsrecht

112. Welche Besonderheit sieht das UGB im Zusammenhang mit der Gewährleistung vor?

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Neben der Gewährleistung nach dem ABGB hat der Käufer die Verpflichtung zur Mängelrüge nach §377

113. Auf welche Rechtsgeschäfte findet die Mängelrüge Anwendung?

Auf beidseitige unternehmensbezogene Kaufverträge sowie Werklieferungsverträge über bewegliche


Sachen. (Vgl §§377 und 381). Vgl auch § 391 UGB.

114. Welche Mängel müssen gerügt werden?

Für Sachmängel, nicht für Rechtsmängel. Bei versteckten Mängel, sobald sie hervorkommen.

115. Der Großbauer L hat bei seinem Futtermittelhersteller F 800 Säcke Rinderfutter bestellt. Bei
Lieferung lässt L das Tierfutter sofort ins Lager bringen, ohne sich darum weiter zu kümmern. Nach gut
drei Wochen stirbt plötzlich ein junges Kalb von L. Daraufhin schaut sich L die Futtersäcke an und
bemerkt, dass die Außenseite der Säcke und das Tierfutter stark schimmelig und bereits verfault sind.
Das Labor bestätigt die Vermutung von L, dass im Rinderfutter gefährliche Pilze enthalten sind, die bei
jungen Kälbern zum Tod führen können. Bei entsprechender Aufmerksamkeit hätte L die Pilze schon
bei Lieferung leicht erkennen können. Als F die Zahlung des Kaufpreises begehrt verweigert L die
Zahlung mit dem Argument, dass das Tierfutter den Tod eines jungen Kalbes verursacht hat. F meint
aber nur: „Die Reklamation ist nach mehr als 6 Wochen zu spät.“ Hat F mit dieser Behauptung Recht?

Die Mängelrüge hat innerhalb angemessener Zeit, im Zweifel innerhalb von 14 Tagen zu erfolgen. In
concreto ist die Mängelrüge nach 6 Wochen zu spät.

116. Wie hätte L vorgehen müssen, damit er seine Untersuchungsobliegenheit ordnungsgemäß erfüllt
hätte?

Bei großen Mengen sind Stichproben zu nehmen. Beachte: Die Regelungen der §§ 377 sind dispositiv.

117. wie 115. Könnte L einwenden, dass er nicht zur Mängelrüge verpflichtet war, weil die gelieferte
Ware offensichtlich von der Bestellung so erheblich abweicht, dass eine Genehmigung ohnedies
ausgeschlossen ist?

Die Ausnahme von der Mängelrüge wird in §378 aufgezählt, nämlich bei nicht genehmigungsfähigen
Anderslieferungen (nicht zu verwechseln mit Schlechtlieferung) bzw. nicht genehmigungsfähigen
Mengenabweichungen. Im konkreten Fall handelt es sich um eine Schlechtlieferung, da die vereinbarte
Qualität nicht entsprochen wurde. L kann also nicht gewinnen.

118. wie 115. Welche Rechtsfolgen sind mit der Versäumung der rechtzeitigen Mängelrüge
verbunden?

In §377 Abs 2 UGB sind die Folgen aufgezählt (Verlust von Gewährleistung, ect). Der Anspruch auf Ersatz
des Mangelfolgeschadens sowie deliktischer Anspruch bleibt jedoch bestehen. F hat also Anspruch auf
Zahlung des Kaufpreises.

119. wie 115. Kann L trotz Unterlassung der Mängelrüge Ansprüche gegen F geltend machen?

Der Mangelfolgeschaden am verendeten Tier ist nach Prüfung der Tatbestandsmarkmale des
Schadenersatzanspruchs unproblematisch. L hat also Anspruch auf Ersatz des Wertes des Tieres.

120. wie 115. Im Unterschied zum Grundsachverhalt hatte sich kurz vor der Lieferung des Tierfutters
an L im Werk von F ein Zwischenfall ereignet, bei dem nicht ausgeschlossen werden konnte, dass

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dadurch Tierfutter mit gefährlichen Schimmelpilzen verunreinigt wurde. Da F aber den vereinbarten
Liefertermin mit L unbedingt einhalten wollte, vertraute er darauf, dass schon nichts passiert sein
würde.

Kein Rechtsverlust des Käufers bei vorsätzlichem oder grob fahrlässigem Verschulden bzw Verschweigen
des Verkäufers. (§ 377 Abs 5 UGB). L hat also auch Anspruch auf den Mangelschaden und die
Gewährleistungsbehelfe des §932 ABGB.

121. Der Getränkegroßhändler S führt zahlreiche Spezialbiere kleiner Regionalbrauereien in seinem


Sortiment. Da er weiß, dass diese wirtschaftlich auf ihn angewiesen sind, diktiert er harte
Vertragskonditionen: Als Zahlungsfrist für die einzelnen Lieferungen legt er jeweils drei Monate fest,
Verzugszinsen werden überhaupt abbedungen und auch für den Fall, dass ein Lieferant ausstehende
Zahlungen über ein Inkassobüro einfordert hat er sich abgesichert, indem er die Entschädigung hierfür
mit dem Pauschalbetrag von EUR 40 deckelt. Was sagen Sie zu diesen Vertragsbestimmungen?

Die Verzugszinsen sind in § 456 geregelt und sind nur bei Verschulden des Schuldners zulässig. Die Dauer
von Abnahme- oder Überprüfungsverfahrens beträgt höchstens 30 Tage ab Empfang der Ware oder
Erbringung der Leistung (§ 457), längere Fristen sind nur ausdrücklich festzulegen. § 458 UGB ordnet eine
Entschädigung für etwaige Betreibungskosten des Gläubigers an, die diesem bei Verzögerung der
Zahlung entstehen können. § 459 UGB sieht eine Nichtigkeit von grob nachteiligen
Vertragsbestimmungen oder Geschäftspraktika vor. (bei Zahlungstermin, Frist,…) Nach Abs 4 ist der
Ausschluss von Verzugszinsen jedenfalls grob fahrlässig, selbiges gilt für die Entschädigung für
Betreibungskosten nach Abs 5. Es steht eine Verbandsklage nach §460 zu, diese gilt jedoch nur für
Unternehmer. Die Zahlungsfrist ist bis 60 Tage angemessen.
Hier sind also das festgelegte Zahlungsziel von drei Monaten und der Ausschluss von Verzugszinsen
nichtig. Die Zahlungsfrist übersteigt die 60 Tage deutlich. Auch die Regelung über den Ersatz der
Betreibungskosten ist zwar nicht vollkommen Ausgeschlossen, sollte aber bei näherer Betrachtung nicht
Stand halten. Als Konsequenz werden die jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen angewendet. §§456
und 458 sind anzuwenden.

122. Was ist ein Handelsvertreter?

Charakteristika nach dem §1Abs1HVertrG: selbstständig; gewerbsmäßig; für einen anderen Unternehmer
tätig; ständig betraut; Vermittlung oder Abschluss von Geschäften; Als Abschlussvertreter hat er
Handlungsvollmacht iSd § 54UGB

123. Ist der Handelsvertreter Unternehmer iSd UGB?

Anhand des eigenen Geschäftsbetriebes ist auch der selbstständige Handelsvertreter Unternehmer.

124. Worin unterscheidet sich der Handelsvertreter von anderen Absatzmittlern?

Makler (§1 MaklerG): nicht ständig betraut; keine Bemühungspflicht;

Kommissionär (§ 383 UGB): für Rechnung eines anderen, jedoch im eigenen Namen; nicht gewerbsmäßig

Kommissionsagent: in eigenem Namen jedoch ständig betraut;

Vertragshändler: ständig betraut in eigenem Namen auf eigene Rechnung Vertragsware zu vertreiben;

Franchisenehmer: auf eigene Rechnung, in eigenem Namen ständig betraut;

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Aufgrund der wirtschaftlichen Abhängigkeit von Vertragshändler und Franchisenehmer sind diese nur im
Außenverhältnis Unternehmer, nicht aber im Innenverhältnis

125. In einem Handelsvertretervertrag ist vereinbart, dass der Handelsvertreter nach Beendigung
seiner Tätigkeit für 12 Monate keine andere Vertretungstätigkeit übernehmen darf. Ist eine solche
Klausel zulässig?

Ein gesetzliches Wettbewerbsverbot gibt es nicht, jedoch kann während aufrechtem Vertragsverhältnis
ein Konkurrenzverbot ausgehandelt werden. Vgl § 25 HVertrG

126. Kann der Handelsvertreter eine Provision bekommen, obwohl er kein Geschäft vermittelt bzw
abgeschlossen hat?

Provision gebührt für jedes durch seine Tätigkeit zustande gekommenes Geschäft
(=Verdienstlichkeitsprinzip) siehe §§8ff HVertrG. Ein Provisionsanspruch ohne Verdienstlichkeit ist nach §
12Abs1 HVertrG möglich, bei der eine angemessene Entschädigung gebührt, falls er vertragswidrig daran
gehindert wurde Provision zu verdienen.

127. A ist als selbständiger Handelsvertreter schon seit Jahren für B tätig. Nachdem B merkt, dass A
nur während der Hälfte des Tages Kundenbesuche durchführt, kündigt B den Handelsvertretervertrag
aus wichtigem Grund. Ist die Kündigung wirksam?

In §22 HVertrG sind Beispiele für die vorzeitige Auflösung des Vertragsverhältnisses. In Concreto ist hier
jedoch kein Grund gegeben, da es sich nicht um einen erheblichen Zeitraum handelt, in dem die Tätigkeit
unterlassen wird.

128. wie 127. Hat A aufgrund der Kündigung Ansprüche gegen B?

Gem §11 HVertrG ist ein Provisionsanspruch für Geschäfte, die nach der Beendigung des
Vertragsverhältnisses zustande gekommen sind zuzusagen. Weiters gebührt ein Ausgleichsanspruch
nach §24. (Voraussetzungen siehe im §)

129. In welchen Fällen gebührt der Investitionskostenersatz nach § 454 UGB?

Ein Unternehmer, der an einem vertikalen Vertriebsbindungssystem als gebundener Unternehmer oder
als selbstständiger Handelsvertreter teilnimmt, hat bei Beendigung des Vertragsverhältnisses Anspruch
auf Ersatz von Investitionen, die er nach dem Vertriebsbindungsvertrag für einen einheitlichen Vertrieb
zu tätigen verpflichtet war, soweit sie bei der Vertragsbeendigung weder amortisiert noch angemessen
verwertbar sind. Beispiele für Investitionen aufgrund der vertraglichen Verpflichtung könnten ZB
Ausstattung, Aufmachung, EDV oder auch Mitarbeiterschulungssysteme sein.

130. In einem Immobilienmaklervertrag findet sich die Bestimmung, dass die Zahlung der Provision
auch dann zu leisten ist, wenn kein Vermittlungserfolg erreicht wird. Ist eine solche Klausel zulässig?

Der Immobilienmakler ist ein Zivilmakler und ist den besonderen Bestimmungen des MaklerG
unterworfen. Ist der Kunde Verbraucher kommt außerdem noch das KSchG zum Einsatz. Ein
Entgeltanspruch trotz Erfolglosigkeit ist nur innerhalb der Grenzen des § 15 MaklerG möglich. ZB, wenn
der Auftraggeber das Geschäft ohne Grund unterlässt. Vgl auch Abs 2 (bei Alleinvermittlungsauftrag).
Gegenüber Verbrauchern ist eine solche Vereinbarung nach § 31 Abs 1 Z 3 KSchG nur dann
rechtswirksam, wenn sie ausdrücklich und schriftlich erfolgt.

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131. Wodurch unterscheidet sich der Versicherungsagent vom Versicherungsmakler? Welche


gesetzlichen Bestimmungen kommen für diese beiden Absatzmittler zur Anwendung?

Der Versicherungsagent ist ständig mit der Aufgabe betraut, welches auch das entscheidende
Abgrenzungskriterium zum Versicherungsmakler ist. Er hat eine Bemühungspflicht. (nach dem HVertrG)
Für den Versicherungsmakler kommen die Bestimmungen des MaklerG zur Anwendung. Eine
Bemühungspflicht besteht nur gegenüber dem Versicherungskunden (§ 27 Abs2). Bei beiden ist auf die
GewO und das KSchG zu achten.

132. Welche Pflichten treffen den Kommissionär?

Er hat das übernommene Geschäft mit der Sorgfalt eines ordentlichen Unternehmers auszuführen; dabei
hat er die Interessen des Kommittenten wahrzunehmen und dessen Weisungen zu befolgen. (§ 384
UGB). Ist ein Abschluss mit günstigeren Bedingungen möglich als vereinbart ist es weiterzugeben (§387).
Er ist zur umfassenden Interessenwahrung verpflichtet (§§ 384 Abs 2 ff). Grundsätzlich hat der
Kommissionär nach den Weisungen des Kommittenten zu handeln. (Ausnahmen nach §385 Abs2). Zu
beachten sind außerdem die gesetzten Preisgrenzen. (§ 386)

133. Wodurch unterscheidet sich der Spediteur vom Frachtführer bzw der Speditionsvertrag vom
Frachtvertrag?

Spediteur betrifft die Güterversendung für Rechnung eines anderen im eigenen Namen (§407 UGB). Der
Speditionsvertrag ist ein Geschäftsbesorgungsvertrag. Der Spediteur ist für die Organisation der
Güterversendung verantwortlich. Der Frachtführer führt diese tatsächlich aus. (§425 UGB) Der
Frachtvertrag ist ein echter Vertrag zugunsten Dritter (§881 Abs2 ABGB)

134. Welche Dokumente spielen im Frachtverkehr eine wichtige Rolle? Welche Funktionen haben sie?

Frachtbrief: ist eine Beweisurkunde (§426)

Frachtbriefdoppel: Hat Sperrwirkung (mit der Übergabe des Frachtbriefdoppels an den Empfänger
verliert der Absender das Verfügungsrecht über das Frachtgut - § 433 Abs 2)

Ladeschein: ist ein Wertpapier das vom Frachtführer ausgestellt wird und dessen Erklärung enthält.

135. Was macht ein Lagerhalter?

Ist jemand, der die Lagerung und Aufbewahrung von Gütern übernimmt. §§ 416 ff UGB

136. Wodurch zeichnet sich grundsätzlich eine Gesellschaft aus?

Es ist eine durch Rechtsgeschäft begründete Rechtsgemeinschaft mindestens zweier Personen, die einen
bestimmten Zweck durch organisiertes Zusammenwirken erreichen will.

137. Warum bilden sich Gesellschaften? Welcher Sinn und Zweck steckt dahinter?

Möglichkeiten: Finanzierung; Synergieeffekte; Risikobegrenzung; Unternehmenskontinuität; Steuer- und


Sozialversicherungsrecht

138. Welche Faktoren sind bei der Auswahl der richtigen Gesellschaftsform zu beachten?

Anwendungsbereich; Haftung; erforderliche finanzielle Mittel; Art (und Umfang) der Mitwirkung;
Organisationsstruktur; Flexibilität (Privatautonomie); Kosten; Rechnungslegung;

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Kapitalmarktorientierung (Börsenorientierung nur bei AG möglich); Image im Rechtsverkehr; Steuer- und


Sozialversicherungsrecht

139. Was ist mit „numerus clausus“ der Gesellschaftsformen gemeint?

Es gibt eine geschlossene Anzahl von möglichen Gesellschaftsformen, diese können jedoch vermischt
werden (atypische Ausgestaltung). Manche Tätigkeitsbereiche können nur in bestimmten Rechtsformen
ausgeübt werden.

140. Was ist unter einer Innen- bzw einer Außengesellschaft zu verstehen? Nennen Sie Vertreter der
jeweiligen Gruppe.

Außengesellschaft: Rechtsgeschäfte werden im Namen der Gesellschaft abgeschlossen -> treten nach
außen in Erscheinung. (OG, KG, GesbR, Kapitalgesellschaften..)

Innengesellschaft: Rechtsgeschäfte werden von einem Gesellschafter im eigenen Namen, auf Rechnung
der Übrigen abgeschlossen. (stille Gesellschaft und GesbR, wenn der Ges.Wille nach innen gerichtet ist)

141. Nach welchen Strukturmerkmalen kann man Personen- und Kapitalgesellschaften unterscheiden?
Nennen Sie Vertreter der jeweiligen Gruppe.

Aufbau (Personen-/Kapitalbezogenheit); Arbeitsleistung; Organstellung (Fremdorganschaft);


Mitgliedschaft (bei Kapitalgesellschaften ohne Zustimmung möglich); Auflösung

OG, KG, GesbR, Stille Gesellschaft, GmbH, AG, SE

142. Wodurch unterscheiden sich Gesellschaften ieS und Körperschaften?

Gesellschaften ieS: alle Personengesellschaften aufgrund der geschlossenen Mitgliederzahl, der


fehlenden Rechtspersönlichkeit, der Haftungssituation und der Organisationsform

Körperschaften: alle juristischen Personen, jedenfalls aber die Kapitalgesellschaften und div. Vereine.

143. Was versteht man unter einer fehlerhaften Gesellschaft?

Ausgangspunkt ist ein mangelhafter Gesellschaftsvertrag. (zb beachtlicher Irrtum) Eine ex-tunc Auflösung
wäre fatal weshalb eine fehlerhafte Gesellschaft sowohl im Innen- als auch Außenverhältnis wirksam ist.
Voraussetzung ist ein mangelhafter Gesellschaftsvertrag und dass die Gesellschaft bereits in Vollzug
gesetzt wurde. Als drittes Kriterium darf die Ges. nicht aus wichtigen Belangen der Allgemeinheit oder
bestimmter schutzwürdiger Personen unvertretbar sein. Trift alles zu kann die Fehlerhaftigkeit nur im
Rahmen von Gestaltungsklagen geltend gemacht werden.

144. Was ist ein Konzern?

Mehrere rechtlich selbstständige Gesellschaften zu einer wirtschaftlichen Einheit zusammengefasst


werden. Sinn der Konzernbildung ist die koordinierte Verfolgung eines gemeinsamen wirtschaftlichen
Ziels. Die Trennung: Die Gliederung nach regionalen oder sachlichen Gesichtspunkten. Es gibt kein
kodifiziertes Konzernrecht und keine Konzerndefinition (vgl aber § 15 AktG und § 115 GmbHG) Für
Zwecke der Konzernrechnungslegung vgl § 244 UGB. Man kann zwischen Vertragskonzernen und
faktischen Konzernen sowie Unterordnungs- und Gleichordnungskonzernen unterscheiden.
Familienbezeichnungen wie Tochter, Mutter, Schwestergesellschaft. Es besteht eine rechtliche Trennung
der Vermögenssphären.

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145. Inwiefern hat das Unionsrecht einen Einfluss auf das Gesellschaftsrecht?

Verordnungen stellen unmittelbar anwendbare Rechtsquellen dar. Harmonisierung durch Richtlinien. Die
Niederlassungsfreiheit (Art 49 und 54 AEUV) spielen eine erhebliche Rolle, sowie die
Kapitalverkehrsfreiheit (Art 63 AEUV).

146. Wie werden Gesellschaften kollisionsrechtlich angeknüpft?

Gründungstheorie: Untersteht der Rechtsordnung, nach der sie gegründet wurde, bzw. wo sie derzeit
ihren satzungsmäßigen Satz (Satzungssitz) hat. -> weitgehende Rechtswahlfreiheit

Sitztheorie: Entscheidend ist der Verwaltungssitz (Hauptverwaltung), dieser Theorie folgt Österreich.

147. Die I-S.A.S. ist eine Personengesellschaft nach italienischem Recht. Sie ist beim
Unternehmensregisteramt von Neapel mit Sitz in Neapel eingetragen. Der Gesellschafter A haftet
unbeschränkt, der Gesellschafter B haftet beschränkt mit seinem Geschäftsanteil. Die Gesellschafter
beschlossen am 13.3.2014 die Verlegung des Gesellschaftssitzes von Neapel nach Wien. B möchte nun
die Gesellschaft im Österreichischen Firmenbuch registrieren lassen. Ist das möglich?

Grundsätzlich möglich, Voraussetzungen: Verwaltungssitz nach Österreich verlegt; Bei der Beibehaltung
der Rechtsform in Österreich muss die Herkunftsrechtsordnung eine Sitzverlegung ohne Liquidation der
Gesellschaft zulassen; zuletzt muss die Gesellschaft auch die rechtlichen Anforderungen einer
österreichischen Gesellschaft erfüllen. (Abschluss eines derartigen Gesellschaftsvertrages)

148. Die italienische Muttergesellschaft verpflichtet sich, in die österreichische Tochtergesellschaft, an


der sie zu 20% beteiligt ist, EUR 10.000 einzulegen. Nachdem dieser Betrag an die Tochtergesellschaft
geflossen ist wird vereinbart, dass diese von der Muttergesellschaft eine Maschine um EUR 10.000
erwirbt. Nach welchem Recht ist der Tatbestand der verdeckten Sacheinlage zu beurteilen?

Die Frage ist nach § 10 IPRG zu beantworten. Ausschlaggebend ist der Verwaltungssitz der Gesellschaft,
in die die als verdeckte Sacheinlage zu bewertende Bareinlage eingezahlt wurde. -> Ö Recht

149. Wodurch zeichnet sich eine GesbR aus?

Eine Gesellschaft durch Vertrag zwischen zwei oder mehreren Personen die ihre Mühen und/oder ihre
Sachen zum gemeinschaftlichen Nutzen vereinigen (§ 1175 ABGB) Sie besitzt keine eigene
Rechtspersönlichkeit, daher kann ihr keine Unternehmereigenschaft iSd UGB zugesprochen werden.

150. „Die GesbR besitzt keine eigene Rechtspersönlichkeit“. Was bedeutet dies konkret im
rechtsgeschäftlichen Verkehr?

Sie kann nicht selbst Träger von Rechten und Pflichten sein.

151. Für welche Tätigkeitsbereiche kann die Rechtsform „GesbR“ gewählt werden?

Sie hat einen sehr weiten Anwendungsbereich weshalb sie auch als Auffanggesellschaft dient. In der
Praxis oft im Bauwesen oder zum Betreiben eines Unternehmens solange die Schwellenwerte nicht
überschritten werden. (Verwandlung zu OG/KG). Auch Land- und Forstwirte sowie Freiberufler können
sich zum Zwecke der gemeinsamen Ausübung zusammenschließen. Vor Abschluss eines
Gesellschaftsvertrages bei Kapitalgesellschaften (Vorgründungsstadium) nimmt die Rsp eine GesbR an.
Zu beachten sind auch Syndikatsverträge und Bankenkonsortien bzw sogar Eheleute.

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152. Die drei Freunde A, B und C erfahren zufällig durch Aushang am Gericht, dass das von ihnen schon
seit längerem anvisierte Seegrundstück samt Villa zwangsversteigert wird. Da jeder von ihnen aber
alleine nicht über ausreichende Mittel zur Ersteigerung dieser Immobilie verfügt, treffen die drei
folgende Vereinbarung: B und C gewähren dem A ein Darlehen von je EUR 300.000 um das Anwesen zu
ersteigern, wobei nach außen hin nur A als Bieter auftreten und das Meistgebot bei EUR 900.000
liegen soll. Begründen A, B und C durch diese Verabredung bereits eine GesbR?

Es sind drei Personen, die durch Vereinbarung ihre finanziellen Mittel zusammengelegt haben um eine
bestimmte Immobilie zu ersteigern. Hier tritt sie als Innengesellschaft auf. Sie verfolgen einen
gemeinsamen Zweck. Im Gegensatz dazu begründet bloßes gemeinsames Besitzen und Verwalten keine
GesbR. Hier entsteht für die Ersteigerung also schon eine GesbR.

153. A und B sind miteinander verheiratet und treten im geschäftlichen Verkehr als „Architektenbüro
A+B“ auf. Die Einnahmen werden zusammengelegt, die Ausgaben je nach Bedarf von A oder B
bestritten. Mit X schließen die beiden einen Vertrag über ein Großprojekt ab. Auf Grundlage dieses
Vertrages erbringen beide ihre Planungsarbeiten. Die Abwicklung des Projekts ist sehr zeit- und
arbeitsintensiv, weshalb es vermehrt zu Streitigkeiten zwischen A und B kommt. Die Endbesprechung
hat daher A alleine mit X vorgenommen. Dabei zahlte X dem A in bar das vereinbarte Entgelt, welcher
sich sogleich mit dem gesamten Betrag ins Ausland absetzt. B verlangte nun von X die Leistung des
vereinbarten Entgelts. Muss X nochmals an B leisten?

A und B bilden hier eine GesbR. Ihre Forderungen sind Gesamthandforderungen. Der Schuldner wird frei
indem er an alle leistet oder an denjenigen, der von allen dazu bevollmächtigt ist (§ 1008 ABGB). Da A
weder bevollmächtigt war, noch an beide geleistet wurde, hat B gem. §1203 ABGB einen Anspruch auf
den Forderungsteil. Da jedoch eine Gesamthandforderung nur von allen gemeinsam gefordert werden
kann bleibt B nur die Forderung auf Hinterlegung des Geschuldeten für alle Gesellschafter (§890 ABGB)

154. Die beiden Künstler X und Y haben sich zwecks Durchführung einer Vernissage zu einer GesbR
zusammengeschlossen und treten als solche auf. Die Rechnung für das Catering Cook4U iHv EUR 2.000
blieb jedoch unbeglichen. Kann Cook4U den Künstler X für den gesamten Betrag belangen?

Nach §1199 ABGB haften die Gesellschafter gegenüber Dritten als Gesamtschuldner, womit X den
gesamten Betrag leisten muss und sich dann im Innenverhältnis regressieren kann. (§ 896 ABGB)

155. X und Y betrieben in der Rechtsform einer GesbR eine Fahrschule. Wie sich später herausstellte,
war die Vereinbarung über den Abschluss der GesbR KFG-widrig, was zur Entziehung der
Fahrschulbewilligung führte. Die Leitung der Fahrschule übernahm Y. Die Gesellschafter lösten ihre
Vereinbarung über die Errichtung einer GesbR im Juni 2013 auf und wandelten die von X eingezahlte
Einlage in ein Darlehen um. Der Fahrschulbetrieb wurde im Dezember 2013 eingestellt; über das
Vermögen des Y wurde das Insolvenzverfahren eröffnet; zuständiger Masseverwalter ist I. A ist kurz
vor Insolvenzeröffnung und Betriebsschließung in Folge der Bewilligungsentziehung (nach dem
Ausscheiden von X als Gesellschafter) akquirierter Kunde der Fahrschule, konnte seine noch vor
Insolvenzeröffnung bezahlte Ausbildung aufgrund der Betriebsschließung nicht in Anspruch nehmen
und forderte seine Zahlung von Y (bzw UI als Vertreter von Y) zurück. Kann I den an A geleisteten
Geldbetrag im Wege des Schadenersatzes von X als ehemaligen Gesellschafter der GesbR fordern?

Die Forderung des A erfolgt nach Auflösung der GesbR. Eine Haftung des ehemaligen Gesellschafters
besteht nur für vor seinem Ausscheiden begründete Verbindlichkeiten. > keine Haftung des X (§1202)

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156. Der Finanzmanager F, der ehemalige Gasthausbetreiber G und der Koch K gründen gemeinsam
eine GesbR, um eine Gastwirtschaft zu betreiben. F leistet eine Bareinlage IHv EUR 200.000, G bringt
eine vollständige Ausstattung für den Gasthausbetrieb im Wert von EUR 300.000 ein und K übernimmt
das Kochen. In der ersten Woche erwirtschaften die drei Ausgaben iHv EUR 2.000 und Einnahmen iHv
3.000. Woraus setzt sich der Hauptstamm zusammen? Wer ist am Hauptstamm in welchem Ausmaß
beteiligt? Wie hoch ist das Gesellschaftsvermögen?

Der Hauptstamm setzt sich aus den Bareinlagen sowie den Sacheinlagen, welche quoad dominium
eingebracht worden sind. Die Bareinlage des F ist jedenfalls dem Hauptstamm zuzurechnen, die
Gasthaus-Ausstattung nur bei quoad dominium, wovon hier ausgegangen wird. Mangels abweichender
Vereinbarungen sind nur die Gesellschafter beteiligt, die einen Beitrag zum Hauptstamm geleistet haben
(F mit 40% und G mit 60%) Das Gesellschaftsvermögen wird durch gewinnbringende Geschäfte erhöht
und durch verlustbringende vermindert. (entspricht also nicht dem Hauptstamm)

157. Wie ist die Geschäftsführung bei der GesbR gesetzlich geregelt?

Es gelten die Regeln der §§1189 ff ABGB. Alle Gesellschafter haben eine Mitwirkungspflicht. Für
gewöhnliche Geschäftsführungsmaßnahmen gilt das Mehrstimmigkeitsprinzip (§ 833 ABGB) Das
Stimmgewicht richtet sich nach dem Kapitalanteil. Arbeitsgesellschaftern obliegt nur ein Beratungsrecht
(§1188 alt). Es ist die gewöhnliche von der außergewöhnlichen Geschäftsführungsmaßnahme zu
unterscheiden (§ 834 ABGB). Bei Grundlagengeschäften (Beziehung der Gesellschafter untereinander) ist
das Einstimmigkeitsprinzip heranzuziehen.

158. A und B sind Brüder, V ist ihr Vater. Gemeinsam betreiben die drei eine Minigolfanlage im
Salzkammergut in Form einer GesbR. Die Brüder A und B haben die Finanzierung übernommen, V
betreibt die Anlage aktiv. Eines Tages beschließen A und B, die neue Freundin von A (F) als neue
Gesellschafterin aufzunehmen. V ist damit ganz und gar nicht einverstanden. Was kann V tun? Gehen
Sie davon aus, dass im GV für diese Situation nichts vorgesehen ist.

Hier handelt es sich um ein Grundlagengeschäft. Auch V als Arbeitsgesellschafter hat ein Stimmrecht. Es
erfordert die Zustimmung aller, die hier nicht gegen ist weshalb es unwirksam ist und keinerlei
Bindungswirkung entfaltet. Geleistete Einlagen sind zurückzuzahlen.

159. wie 158. Die Stimmung in der GesbR ist durch die Weigerung des V, F in die GesbR aufzunehmen,
schwer erschüttert. Da aber alle drei zumindest so vernünftig sind, ihr florierendes Geschäft nicht aufs
Spiel zu setzen, stimmen sie zu, die Geschäftsführung zukünftig an jemanden Neutralen zu übertragen.
Um sicherzugehen, dass keiner von den dreien „hintenrum“ auf den neuen Geschäftsführer einwirkt,
beschließen die drei auch, keinerlei Weisungen an den Geschäftsführer erteilen zu dürfen. Geht das?

Mit der Bestellung eines Gesellschafters als Geschäftsführer können die anderen keine Weisung erteilen.
An Gesellschaftsfremde kann die Geschäftsführung nicht zur Gänze übertragen werden. -> unwirksam
(Vgl § 1190 ABGB – alt)

160. Wie ist die Vertretung bei der GesbR gesetzlich gereglt?

Sie befindet sich in §§1197ff ABGB. Es kommt bei der Vertretung – wie bei den gewöhnlichen
Geschäftsführungsmaßnahmen – auf die Stimmenmehrheit auf Grundlage der Kapitalanteile an. Nach §
178 UGB ist bei unternehmerisch tätigen und nach außen auftretenden GesbR auf die
Einzelvertretungsbefugnis jedes Gesellschafters zu vertrauen.

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161. 14 Skilehrer betreiben gemeinsam eine Ski- und Snowboardschule in Form einer GesbR. Einer der
Skilehrer muss feststellen, dass 9 der Gesellschafter sich einem konkurrierenden Skischulunternehmen
angeschlossen haben. Daraufhin wird umgehend eine Gesellschafterversammlung einberufen. 5
Gesellschafter stimmen für den Ausschluss der 9 Gesellschafter, diese wiederum stimmen gegen ihren
Ausschluss. Ist ein wirksamer Beschluss über den Ausschluss der 9 Gesellschafter zustande
gekommen?

Ein Verstoß gegen das Konkurrenzverbot nach §1187 ABGB stellt einen wichtigen Grund dar. Ein
Ausschlussgrund des §1213 ABGB ist verwirklicht. Es muss einstimmig sein, wobei betroffenen
Gesellschafter kein Stimmrecht zu kommt. Bei demselben Ausschlussgrund und gleichzeitigem
Ausschluss kommt der Stimmrechtsausschluss für alle zu tragen. Somit kommt ein wirksamer Beschluss
der Minderheit über den Ausschluss zustande.

162. Was ist unter einer OG zu verstehen?

Sie ist in § 105 UGB definiert: Gesellschaft ieS; Außengesellschaft; Eingetragene Personengesellschaft;
Unternehmereigenschaft im Einzelfall nach §1UGB zu beurteilen; Tritt unter ihrer Firma auf §§ 17ff UGB;
sie ist rechtsfähig, jedoch keine JP; Gesamthandschaft; zweckoffen; alle Gesellschafter haften
unbeschränkt; mindestens 2 Gesellschafter; entsteht mit der Eintragung in das Firmenbuch (§ 123 UGB)

163. Die OHG war nach hM und Rsp rechtsfähig, aber keine juristische Person. Wie wurde dies bislang
begründet? Wie lassen sich diese Argumente nunmehr, nach Änderung des HGB durch das HaRÄG, auf
die OG umlegen? Wenn die OG keine juristische Person ist, was ist sie dann?

Es besteht eine Gesamthandschaft, keine JP und aus steuerlicher Sicht eine sog „Mitunternehmerschaft“.
Die OG ist als solche Inhaberin des Gesellschaftsvermögens.

164. Was versteht man unter einer Gesamthandschaft?

Sie wird durch die Gesellschafter in ihrer gemeinsamen („gesamthandschaftlichen“) Verbundenheit


konstituiert; Prinzip der Selbstorganschaft; keine 1-Personen-Gesellschaft; mindestens ein Gesellschafter
muss unbeschränkt und persönlich haften

165. Wo ist die OG gesetzlich geregelt?

Primär in §§105-160, §§1-58 und §§343-454 UGB. Vorschriften über die Firma §§17-21 UGB und das
Firmenbuch §§8ff UGB. Ob es zur Anwendung des 3. Buches kommt ist nach §189 zu beurteilen.

166. A und B überlegen, eine OG zu gründen, die auf Computer-Support spezialisiert ist. Im Zuge dieser
Überlegungen stoßen sie auf die Frage, welche ihrer Freunde an diesem Projekt mitmachen können.
Viele haben bereits Interesse bekundet: O ist bereits Gesellschafter an einer OG; als Geldgeber könnte
die P-Privatstiftung fungieren; R ist Gesellschafter einer Ein-PersonenGmbH und möchte sich mit dieser
an der OG beteiligen; die stille Gesellschaft St, gebildet von dem stillen Gesellschafter S und dem
Einzelunternehmer T, möchte als persönlich haftender Gesellschafter mitwirken, X und Y führen ein
Computergeschäft in der Rechtsform einer GesbR und wollen mit dieser auch einsteigen. Wer kann
mitmachen?

Jedenfalls alle natürlichen Personen, auch wenn sie schon Gesellschafter sind. Privatstiftungen können
gem. §1 Abs2Z3 PSG nicht persönlich haftend sein. Es wäre also nur bei einer KG möglich. JP wie die
GmbH sind problemlos. Bei GesbR und stillen Gesellschaft fehlt die Rechtsfähigkeit der Gesellschaft.

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167. wie 166. Wie ist weiter vorzugehen, um die OG tatsächlich zu gründen?

Es muss ein Gesellschaftsvertrag geschlossen werden der größtenteils Gestaltungsfreiheit besitzt.


Danach ist von sämtlichen Gesellschaftern bei Gericht die OG unter ihrer Firma zur Eintragung in das
Firmenbuch anzumelden. (§§106 ff UGB) -> wirksam entstanden. (weil konstitutiv) (vgl §123)

168. Gibt es noch andere Möglichkeiten eine OG zu gründen?

Es besteht auch die derivative Gründung zb. Durch die Umwandlung einer KG oder sogar
Kapitalgesellschaft in eine OG. Auch GesbR -> OG möglich (§§ 8 und 189 UGB)

169. Welche Kriterien sind bei der Auslegung eines OG-Gesellschaftsvertrages (bzw eines
Gesellschaftsvertrages einer Personengesellschaft generell) zu beachten?

Grundsätzlich ist die Absicht der Parteien auszulegen §§914f ABGB, kommt es jedoch zum Wechsel der
Vertragsparteien, hat eine objektive Auslegung nach den Kriterien Wortlaut, Zweck und systematischer
Zusammenhang zu erfolgen.

170. A, B und C melden die OG zur Eintragung in das Firmenbuch an. Auf die Unterschrift des
Gesellschafters D, dem im Gesellschaftsvertrag keine Geschäftsführungsbefugnis eingeräumt wurde,
wird verzichtet, zumal sich dieser auch gerade auf Urlaub befindet. Wie wird das Gericht diesen Antrag
auf Eintragung behandeln?

Gem. §§106f UGB hat die Anmeldung von sämtlichen Gesellschaftern zu erfolgen. Es erfolgt ein
Verbesserungsauftrag gem §17 FBG. Sollte sich D weigern können die anderen Gesellschafter auf
Mitwirkung klagen (§ 16 UGB)

171. wie 170. Jedoch übersieht das Gericht, dass D an der Anmeldung nicht mitgewirkt hat, und trägt
die OG ein. Was bedeutet das für die OG?

Mit der Eintragung gilt der Mangel als geheilt und ist wirksam entstanden.

172. A, B und C sind sehr kreativ und schreiben am liebsten Theaterstücke. Damit auch alles in
geordneten Bahnen verläuft, formulieren die drei einen Gesellschaftsvertrag und unterzeichnen
diesen. Darin ist vorgesehen, dass nur A oder B die Gesellschaft wirksam vertreten können, da C sich
gerne über Ohr hauen lässt. Am nächsten Tag mietet C im Namen der „ABC-Theaterwerkstatt OG“ ein
kleines Atelier zu einem überhöhten Preis an. Ein paar Tage später haben A, B und C heftige
künstlerische Differenzen. Der hohe Mietzins trägt sein Übriges dazu bei. Die drei „schmeißen“ alles
hin und keiner will und kann mehr mit den beiden anderen. Zur Eintragung der OG in das Firmenbuch
ist es nie gekommen. An wem kann sich der Vermieter schadlos halten?

Es entstand eine Vorgesellschaft. Für diese Phase ist §123 Abs 2 UGB ausschlaggebend. Es werden alle
anderen auch berechtigt/verpflichtet, es sei denn der Dritte wusste, dass C keine Vertretungsbefugnis
hat.

173. wie 172. Macht es für den Vermieter einen Unterschied, wenn zum Zeitpunkt seiner
Schadloshaltung die OG bereits eingetragen ist?

Mit der Eintragung kommt es zum Eintritt der OG in die Rechtsverhältnisse. Nach §128 kann die
Vermieterin unmittelbar gegen die Gesellschafter vorgehen oder auch gegen die OG selbst.

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174. Im Gesellschaftsvertrag einer OG ist vorgesehen, dass A eine Bareinlage iHv EUR 10.000 leistet, B
seiner Markenrechte im Wert von EUR 20.000 und C im ersten Jahr seine Arbeitskraft im Wert von EUR
20.000 „einbringt“. A hat seine Einlage nie geleistet. Über die Gewinn- und Verlustverteilung ist im
Gesellschaftsvertrag nichts festgelegt. Im ersten Jahr erwirtschaftet die OG einen Verlust iHv 6.000 im
zweiten Jahr einen Gewinn iHv EUR 5.000. Davon will A seinen Gewinnanteil sofort entnehmen. Wie
hoch ist sein Gewinnanteil? Darf er diesen überhaupt entnehmen?

Da im GV nichts vereinbart wurde bemisst sich die Gewinn-/Verlustverteilung gem §121 UGB. Zuerst
bekommt C einen angemessenen Betrag für seine Arbeitskraft (§ 1195 ABGB). Für den Rest kommt es auf
das Beteiligungsverhältnis an. Dieses ist abhängig von den vereinbarten Einlagen. (fest Kapitalkonten) Es
besteht grundsätzlich der Anspruch auf Auszahlung des Gewinnanteils (Entnahmerecht), doch kann
dieser Anspruch gem „122 UGB nicht geltend gemacht werden, da A vereinbarungswidrig seine Einlage
nicht geleistet hat. (Gleich bei offenbaren Schaden für die Gesellschaft oder entsprechendem Beschluss)

175. Die ABC-OG produziert und vertreibt Solaranlagen. C glaubt, in dieser Branche reich werden zu
können, und kauft 55% der Anteile an der X-GmbH, welche 75% ihrer Umsatzerlöse mit Solaranlagen
erzielt. A und B bekommen davon zufällig Wind und sind wütend. Was können sie tun?

Zu beachten ist das Wettbewerbsverbot des §112 UGB: keine Geschäfte im Geschäftszweig der
Gesellschaft machen; nicht als unbeschränkt haftender Gesellschafter einer gleichartigen Gesellschaft
teilnehmen. Dies wäre problemlos, da C jedoch auch als beschränkt haftender Gesellschafter durch das
Halten der Mehrheit der Anteile einen Einfluss auf die Geschäftsführung hat (= Abhängigkeitsverhältnis)
wirkt der §112; -> nach §113 Schadenersatz, Eintrittsrecht oder Unterlassungs-/Beseitigungsanspruch

176. wie 175. C hielt bereits bei seinem Eintritt in die OG die Anteile an der X-GmbH. Können A und B
dennoch gegen ihn vorgehen?

Falls sie es wussten und nicht ausdrücklich etwas bedungen haben gilt es als bewilligt. (§112 Abs2).
Wussten sie es nicht können sie in den Fristen des §113 Abs 3 UGB dagegen vorgehen.

177. Der Gesellschafter X der XY-OG will Z als neuen Gesellschafter aufnehmen. Ist das so einfach
möglich?

Da es sich um ein Grundlagengeschäft handelt ist ein einstimmiger Beschluss nötig – es kann jedoch im
GV das Mehrheitsprinzip vorgesehen sein (§119 UGB)

178. Welche Schranken bestehen für Mehrheitsbeschlüsse in einer OG?

Das Bestimmtheitsgebot wurde zur Kernbereichslehre weiterentwickelt, die bei unverzichtbaren


Gesellschafterrechten die Zustimmung des betroffenen Gesellschafters verlangt. Daneben gibt es noch
das Sittenwidrigkeitsverbot des §879 ABGB (sittenwidrige willkürliche Abhängigkeit des
Minderheitsgesellschafters vom Mehrheitsgesellschafter). Schranken bilden auch die Treuepflicht und
das Gleichbehandlungsgebot.

179. Im Gesellschaftsvertrag der ABC-OG ist festgelegt, dass C von der Geschäftsführung
ausgeschlossen ist. A hat bereits mehrmals für die Gesellschaft nachteilige, wenn auch nur kleinere
Geschäfte abgeschlossen und damit jeweils seinen Bekannten lukrative Geschäfte zukommen lassen. C
hat immer versucht, den Geschäften zu widersprechen, B hat A aber immer gedeckt. Was kann C tun?

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Für gewöhnliche Geschäfte ist hier eine Einzelgeschäftsführungsbefugnis vorgesehen wobei B ein
Widerspruchsrecht gem §115 UGB hat. C kann bei Gericht eine Entziehungsklage gegen A einreichen.
Dafür sind ein wichtiger Grund und der Antrag der übrigen Gesellschafter notwendig (§ 117). C müsste B
also ebenfalls klagen (verbunden). C kann aber auch die Entziehung der Vertretungsbefugnis nach §127
erwirken. Denkbar wären auch Ausschluss des A (§ 140) oder Auflösung der Gesellschaft (§ 133)

180. wie 179. Bei den von A abgeschlossenen nachteiligen Geschäften handelt es sich um
außergewöhnliche Geschäfte. Was kann C tun?

Nach §116 Abs2 ist für diese ein Beschluss sämtlicher Gesellschafter erforderlich. Nach außen ist des
Geschäft zwar wirksam, A begeht aber eine Pflichtverletzung. Sanktionen sind Schadenersatz, Entzug der
Geschäftsführungs- und Vertretungsbefugnis bzw. Ausschluss oder Auflösung der Ges. (§§ siehe oben)

181. Wie ist die Vertretungsbefugnis bei der OG geregelt?

Es herrscht Einzelvertretung (§125 UGB). Davon kann im GV abgewichen werden. Für Rechtssicherheit
müssen vertretungsbefugte Gesellschafter und Art der Vertretungsbefugnis ins FB (§ 125Abs4 UGB)

182. A schließt im Namen der AB-OG ein Geschäft ab. B ist damit ganz und gar nicht einverstanden.
Kann B etwas dagegen tun?

Sollte im GV keine Gesamtvertretung festgelegt sein kann nur bei Kollusion oder Missbrauch etwas
unternommen werden. Sollte es zu einer Verletzung im Innenverhältnis gekommen sein bestehen
Anspruch auf Schadenersatz, Entziehungsklage und Ausschluss. (wie oben)

183. Ist das Prinzip der Selbstorganschaft bei der OG konsequent verwirklicht?

Die Gesellschafter haben die Möglichkeit, Dritten durch Prokura, Handlungs- oder Prozessvollmacht
Vertretungsmacht einzuräumen. -> keine Durchbrechung der Selbstorganschaft. Dritte könne aber als
Liquidatoren auftreten.

184. Der eingetragene Unternehmer Georg hat der Fit-Mit-Hit OG im Juni mehrere Fitnessgeräte
verkauft und geliefert. Der Kaufpreis von EUR 25.000 ist jedoch im Oktober noch immer nicht bezahlt.
Kann die OG dafür in Anspruch genommen werden?

OG ist rechtsfähig und kann für fällige, nicht verjährte Schulden in Anspruch genommen werden.

185. wie 184. Zum Zeitpunkt des Kaufes der neuen Geräte war ua Astrid Gesellschafterin der OG. Muss
auch Astrid zahlen?

Gesellschafter der OG haften: persönlich; unbeschränkt/bar; unmittelbar; primär und solidarisch. Nach
§1062 ABGB iVm § 128UGB kann also von Astrid gefordert werden. Sie hat Regressanspruch gegen die
OG (§§110 UGB, § 1358 ABGB) und gegen die Mitgesellschafter.

186. wie 184. Beate ist im August – also nach Abschluss des Vertrages mit Georg – in die Gesellschaft
eingetreten. Zwischen den Gesellschaftern wird vereinbart, dass Beate für Altverbindlichkeiten, die
vor ihrem Eintritt in die Gesellschaft begründet wurden, nicht haftet. Haftet Beate gegenüber Georg
für die EUR 25.000?

Der Haftungsausschluss nach §130 Abs2 UGB entfaltet nur im Innenverhältnis Wirkung -> Beate haftet.

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187. wie 184. Die Gesellschafterin Clara ist im Juli aus der Gesellschaft ausgeschieden. Dies wurde auch
sogleich im Firmenbuch eingetragen. Kann sich Georg auch an Clara halten?

Entscheidend bei der Nachhaftung ist der Zeitpunkt des Ausschadens (§ 160 UGB). Clara haftet.

188. wie 184. Doris ist bereits vor Jahren aus der Gesellschaft ausgeschieden; ihr Ausscheiden wurde
allerdings nicht in das Firmenbuch eingetragen. Kann sie deshalb von Georg in Anspruch genommen
werden?

Es kommt zum Schutz durch negative Publizität (§ 15 UGB). Doris kann in Anspruch genommen werden.

189. wie 184. Ernst wurde aufgrund eines Fehlers als Gesellschafter der OG eingetragen. Er war aber zu
keinem Zeitpunkt Gesellschafter. Kann Georg trotzdem Ernst iHv EUR 25.000 in Anspruch nehmen?

Es handelt sich um eine anfänglich unrichtige Eintragung. Er kann nur gem §15 Abs 3 UGB iAg werden.

190. Die Fit-Mit-Hit OG ist auch bei der Entrichtung des Mietzinses an den Vermieter Viktor, mit
welchem sie 2007 einen Mietvertrag auf 10 Jahre abgeschlossen hat, sehr nachlässig. Die Mieten für
August 2013 und August 2014, welche jeweils zum 1. Des Monats fällig waren, sind bis dato
unbeglichen. Florian ist bereits im Jänner 2009 aus der Gesellschaft ausgeschieden, was auch sogleich
in das Firmenbuch eingetragen wurde. Kann sich Viktor trotzdem an Florian halten? (Annahme:
klagsweise Geltendmachung gegen Florian vor oder spätestens im Juli 2016)

Gem § 160 UGB ist die Haftung nur für jene Verbindlichkeiten die vor Ablauf von fünf Jahren nach dem
Ausscheiden fällig sind (beachte Abs2). Er hat also für den Mietzins August 2013 einzustehen.

191. Die Druckfrisch OG hat im März 2013 drei Hightech-Kopiermaschinen geliefert bekommen.
Aufgrund eines Fehlers in der Buchhaltung wurden die Rechnungen nie beglichen. Leider musste
wegen fehlender Rentabilität im Mai 2013 Konkurs über das Vermögen der OG eröffnet werden. Die
Löschung der Gesellschaft wurde schließlich am 1.9.2014 in das Firmenbuch eingetragen. Der Lieferant
der Maschinen hat leider erst im Oktober 2014 die noch offene Rechnung bemerkt. An wen kann sich
dieser noch wenden?

Mit der Löschung der OG kann diese nicht mehr belangt werden (keine Rechtsfähigkeit). Die Haftung
gegen Gesellschafter ist nach §159 UGB auch nach der Auflösung aufrecht. 5-jährige Verjährungsfrist
beginnt mit Eintragung der Auflösung im Firmenbuch. Der Kaufpreisanspruch hier unterliegt jedoch der
3-jährigen Verjährungspflicht nach § 1486 ABGB.

192. Im Insolvenzverfahren über das Vermögen der Druckfrisch OG wurde ein Sanierungsplan (20%
Quote abgeschlossen. Was bedeutet das für die Haftung der Gesellschafter?

Die Rechtswirkung kommt auch den Gesellschaftern zugute (§ 164 Abs2 IO). Für selbständige
Verpflichtungsgründe gilt dies nicht.

193. Die Werkunternehmerin Ulmer OG verpflichtet sich zur Fertigung, Lieferung und Installation einer
Papiermaschine beim Werkbesteller Bayer GmbH. Leider funktioniert die Installation durch die
Arbeiter der Ulmer OG nicht so wie geplant und die Papiermaschine produziert kein brauchbares
Material. Die Bayer GmbH verlangt nun vom Gesellschafter Udo der Ulmer OG die Fertigstellung der
Installation. Zu Recht?

Es kommt zu einer Mittellösen zwischen Erfüllungstheorie und Haftungstheorie -> Interessensabwägung

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194. Die Telefonitis OG weist in ihren Anzeigen darauf hin, dass sie um 15% billiger ist als der
Konkurrent A, verschweigt dabei jedoch den Umstand, dass beim Konkurrenten A kein Mindestumsatz
erforderlich ist, bei der Telefonitis OG hingegen schon. Kann der Konkurrent A einen Gesellschafter der
OG auf Unterlassung klagen wegen Verstoßes gegen das UWG? (Annahme: Es liegt eine irreführende
vergleichende Werbung vor.)

Es haftet nur jener Gesellschafter persönlich, der am Wettbewerbsverstoß beteiligt ist.

195. Die Flink Fuhrpark OG kauft vom Gebrauchtwagenhändler Gert einen gebrauchten LKW. Gert hat
dabei der OG ausdrücklich zugesichert, dass das Fahrzeug unfallfrei ist und nur 50.000 km aufweist;
beides war für die beiden Gesellschafter der OG, Max und Moritz, sehr wichtig, da sie nicht gleich
wieder mit ihrem Fahrzeug in der Werkstatt stehen wollten. Der Kaufpreis sollte in den nächsten
Tagen überwiesen werden, was jedoch nie geschehen ist. Ein paar Monate später verlangt nun Gert
Zahlung des Kaufpreises von Max. Dieser steht aber auf dem Standpunkt, den Kaufpreis wegen Irrtums
bzw Wandlung nicht bezahlen zu müssen. Denn einen Monat nach Kauf des LKW musste dieser bereits
in die Werkstatt gebracht werden. Dabei hat sich herausgestellt, dass der LKW schon einige Unfälle
hatte und der Kilometerstand von 150.000 auf 50.000 zurückgestellt worden war. Kann Max damit
durchdringen?

Es herrscht das Prinzip der Akzessorietät: Dem Gesellschafter stehen alle Einwendungen zu, die von der
Gesellschaft erhoben werden können (§129 UGB), soweit ein Leistungsverweigerungsrecht immer dann,
wenn der Gesellschaft das Recht zusteht, das ihrer Verbindlichkeit zugrundeliegende Rechtsgeschäft
anzufechten oder anzurechnen.

196. wie 195. Max verweigert die Zahlung des Kaufpreises mit dem Argument, Moritz hätte eine
Forderung gegen Gert in der gleichen Höhe aufgrund eines anderen Geschäftes, mit welcher er
kurzerhand aufrechnet. Ist dies möglich?

Grundsätzlich sind nur persönliche Einwendungen entgegenzuhalten. Es müsste also Moritz in Anspruch
genommen werden oder er müsste seine Forderung an Max abtreten um aufrechnen zu können.

197. Die drei Sportfreaks A, B und C betrieben einen Golfclub. Sie sind zu gleichen Teilen am Gewinn
und Verlust der OG beteiligt und einzelgeschäftsführungsbefugt. In letzter Zeit kommt es häufiger vor,
dass A am Golfplatz ist und alles leitet, während B und C größtenteils im Süden sind. Eines Tages, als B
sich zufällig blocken lässt, verlangt A von ihm EUR 12.000 da er von der Mayr Gartengestaltung GmbH
wegen einer noch offen Restforderung in Anspruch genommen wurde; weitere EUR 3.000 da er diesen
Betrag zur Beseitigung von Unwetterschäden am Golfplatz privat bezahlt hat, sowie weitere EUR 600,
da A der OG seinen Golf-Caddy verkauft hat und der Kaufpreis bis dato unbezahlt ist. Muss B wirklich
EUR 15.600 an A leisten?

Ein Gesellschafter kann nach §110 UGB bei den anderen Gesellschaftern regressieren, wenn er sich nicht
aus dem Gesellschaftsvermögen befriedigen kann. (nach Verlustbeteiligung) Aufwendungen in
Gesellschaftsangelegenheiten können nur von der Gesellschaft gefordert werden. (Dasselbe gilt für den
Anspruch auf Auszahlung des Gewinnanteils). A muss sich jedenfalls seinen Anteil anrechnen lassen. Die
3.000 kann er nur von der Gesellschaft fordern. B hat für 1/3 also 4.200€ einzustehen.

198. X und Y bemerken, dass Z Gesellschaftsvermögen der OG veruntreut hat. X und Y überlegen nun,
wie sie Z loswerden können, ohne selbst alles aufgeben zu müssen. Welche Vorgehensweise
empfehlen Sie?

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Die Voraussetzungen für eine Ausschlussklage nach §140 UGB sind: ein wichtiger Grund; keine mindere
Maßnahme; Antrag aller Gesellschafter. Die Auseinandersetzung mit dem ausgeschiedenen
Gesellschafter hat nach §137 UGB zu erfolgen -> Gegenstände zurückgeben; Abfindung nach
Buchwertklausel/Ertragswertklausel; im Innenverhältnis von Gesellschaftsschulden zu befreien; an
Gewinn und Verlust bei schwebenden Geschäften nimmt er weiter teil (oft abbedungen)

199. Gesellschafter einer OG sind zu gleichen Teilen Vater, Tochter und Sohn. Der Vater verstirbt. Die
Tochter hat einen Sohn (Enkel). Wie geht es mit der OG weiter? Welche Szenarien sind denkbar?

Grundsätzlich führt der Tod zur Auflösung der Gesellschaft (§ 131 Z4 UGB) ihr kann jedes
entgegengewirkt werden: Bei einer Fortsetzungsklausel ist es 50/50 zwischen Tochter und Sohn; Nach
§139 UGB kann auch eine einfache Nachfolgeklausel (Fortsetzung mit den Erben) vereinbart werden;
qualifizierte Nachfolgeklausel;
denkbar ist auch eine Eintrittsklausel. Sie benötigt eine Erklärung und führt nicht zu der Übernahme,
sondern einer neuen Mitgliedschaft, welche auch eine Einlageleistungsverpflichtung nach sich zieht.
Sollte nicht festgelegt sein, haben die Gesellschafter die Möglichkeit des Fortsetzungsbeschlusses gem
§141 UGB.

200. wie 199. Das Enkelkind soll aufgrund einer qualifizierten Nachfolgeklausel im Gesellschaftsvertrag
nach dem Tod des (Groß-)Vaters Gesellschafter der OG werden. Das Enkelkind ist daran ganz und gar
nicht interessiert, weil es schon gehört hat, dass die Haftung bei der OG „besonders streng“ sei. Gibt es
für das Enkelkind eine Möglichkeit, diesen „Nachteil“ zu umgehen?

Neben dem Ausschlagen des Erbes (§805 ABGB) kann ihm die Stellung eines Kommanditisten eingeräumt
werden und der auf ihn fallende Teil der Einlage des Erblassers als seine Kommanditeinlage anerkannt
werden. (139 UGB). Es kann einstimmig angenommen werden, ansonsten kann das Enkelkind sein
Ausscheiden erklären.

201. Was passiert bei Tod eines Gesellschafters mit der OG bis zur Einantwortung?

Bei einer Nachfolgeklausel nach §139 wird die OG bis zur Einantwortung mit der Verlassenschaft
fortgesetzt, danach mit den Erben.

202. Ein Gesellschafter der OG ist zahlungsunfähig. Wirkt sich dies auf den Fortbestand der OG aus?

Zahlungsunfähigkeit stellt einen Insolvenzgrund dar. Die Eröffnung des Konkursverfahrens ist ein
Auflösungsgrad nach §131 Z 5. Der insolvente Gesellschafter gilt mit dem Zeitpunkt der
Konkurseröffnung für ausgeschieden es ist ein Fortsetzungsbeschluss zu erlassen.

203. A ist Gesellschafter einer sehr gewinnbringenden OG. Daneben verfügt A aber über kein
nennenswertes Vermögen. Wie kommen seine Privatgläubiger an sein Geld?

Sie haben die Möglichkeit die Gesellschaft zu kündigen (§135). Im Liquidationsverfahren können die
Privatgläubiger auf den Anteil am Liquidationserlös zugreifen. Den übrigen Gesellschaftern bleibt auch
hier die Möglichkeit des Fortsetzungsbeschlusses gem § 141 UGB.

204. Zu welchem Zeitpunkt ist eine OG beendet?

Die Gesellschaft gilt als aufgelöst, wenn ein gesetzlicher oder vertraglicher Auflösungsgrund vorliegt.
Damit wird das Liquidationsverfahren bei Fortbestehen der Gesellschaft eingeläutet. Das
Auseinandersetzungsguthaben wird dann unter den Gesellschaftern verteilt, womit die Gesellschaft

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vollbeendet ist. Das Erlöschen der Firma ist im Firmenbuch anzumelden. Danach ist noch die Haftung
nach §159 und die Aufbewahrungspflicht nach § 157 iVm § 212 UGB zu beachten.

205. Wann muss bei einer OG der Insolvenzantrag gestellt werden? Wer ist dazu verpflichtet?

Nur die Zahlungsunfähigkeit (§ 66 IO) ist ein Insolvenzgrund und kann von jedem vertretungsbefugten
Gesellschafter beantragt werden. Bei verdeckten Kapitalgesellschaften ist hingegen Überschuldung ein
Insolvenzgrund.

206. Der vorletzte Gesellschafter einer OG scheidet aus. Was passiert?

Die OG erlischt und geht im Wege der Gesamtrechtsnachfolge auf den verbleibenden Gesellschafter über
§ 142 UGB.

207. „Die KG ist nur eine Abwandlung der OG.“ Was ist damit gemeint?

Der Unterschied liegt in der Haftung der Gesellschafter eine KG muss mindestens einen Komplementär
und einen Kommanditisten aufweisen. Kommanditist wird primär als Kapitalgeber angesehen. Bis auf die
§§ 161-177 sind sogar dieselben Regeln anzuwenden.

208. Muss eine KG stets als solche neu gegründet werden?

Nein. Es ist ein Rechtsformwechsel möglich. (zB. Eintritt eines Gesellschafters als Kommanditist)

209. Wie erfolgt die Gewinn- und Verlustverteilung bei der KG?

Grundsätzlich wie bei der OG (§§ 167 iVm 121 UGB). Zusätzlich ist den Komplementären ein ihrer
Haftung angemessener Betrag des Jahresgewinns zuzuweisen.

210. Wann darf der Kommanditist seinen Gewinnanteil nicht entnehmen?

Nach §168 iVm §122 wenn er seine Pflichteinlage noch nicht geleistet hat; Verlustzuweisung zu
beachten; Betrag seiner Einlageleistung durch die Gewinnentnahme gemindert wird; offenbarer Schaden
der Gesellschaft führt

211. Unterliegt der Kommanditist einem gesetzlichen Wettbewerbsverbot?

Nein. Vgl §165 UGB. (zu beachten sind GV und die Treuepflicht)

212. Mit welcher Mehrheit wird der Gesellschaftsvertrag bei der KG abgeändert?

Es ist ein Grundlagengeschäft und erfordert Einstimmigkeit (auch Kommanditisten)

213. Wie ist im UGB die Geschäftsführungsbefugnis bei der KG geregelt? Inwieweit kann davon
vertraglich abgewichen werden?

Nach §164UGB sind Kommanditisten prinzipiell von der Geschäftsführung ausgeschlossen. Bei
außerordentlicher Geschäftsführung ist die Zustimmung sämtlicher Gesellschafter erforderlich, also auch
der Kommanditisten. Für die Prokuraerteilung nur die Zustimmung aller geschäftsführenden
Gesellschafter Die gesetzlich oder vertraglich eingeräumte Geschäftsführungsbefugnis kann mit
Entziehungsklage nach §117 UGB wieder entzogen werden.

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219. Der Gläubiger einer KG möchte gegen einen Kommanditisten Klage einbringen. Um vorab sein
Prozesskostenrisiko zu minimieren, wäre es hilfreich, wenn er Informationen über die Haftsumme und
die Pflichteinlage einholen könnte. Ist dies möglich?

Im Firmenbuch steht nur die Haftsumme. § 171 UGB normiert eine Auskunftspflicht des Kommanditisten.

220. Vera hat der X-KG im Juli mehrere weiße Trüffel verkauft und geliefert. Der Kaufpreis von EUR
18.000 ist im Oktober noch immer nicht bezahlt. Das Geschäft hat damals der Komplementär X für die
KG abgeschlossen. Im Firmenbuch ist weiters der Kommanditist Alfred mit einer Haftsumme von EUR
10.000 eingetragen. Seine Pflichteinlage in derselben Höhe hat Alfred noch nicht geleistet, da er meint,
mit seiner Forderung gegen die KG aufrechnen zu können: Er hat der KG ein Fahrzeug (Wert: EUR
8.000) zu einem Preis von EUR 10.000 verkauft. Der Kaufpreis ist bislang unbezahlt geblieben. Wen
kann Vera in Anspruch nehmen?

Grundsätzlich gegen die KG gem. §1062 ABGB. Auch an X gem §161 Abs 2 iVm 128 UGB. Für die
Aufrechnung der Kaufpreisforderung des Alfred gegen die KG ist der objektive Wert der Forderung
ausschlaggebend. Sie hat also einen Anspruch gegen Alfred gem §1062 iVm 171 iHv 2.000€.

221. wie 220. Der Kommanditist Bernd (Pflichteinlage: EUR 15.000; Haftsumme: EUR 10.000) hat EUR
15000 nicht an die Gesellschaft geleistet, sondern an W, der eine Forderung gegen die Gesellschaft in
dieser Höhe hatte. Außerdem hat sich Bernd im Frühjahr einen Vorschuss auf seinen Gewinnanteil iHv
EUR 3.000 ausbezahlen lassen. Tatsächlich erwirtschaftet die KG keinen Gewinn. Kann Vera von Bernd
EUR 18.000 verlangen?

Die 15.000 EUR die Bernd an die Gesellschaftsgläubiger geleistet hat, ist als eine haftungsbefreiende
Leistung zu werten. Weiter ist die Beschränkung des §172 Abs 3 zu beachten. Gewinnvorschuss zählt als
Einlagenrückgewähr. Die Haftsumme beträgt jedoch €10.000 und die Einlage €12.000. Vera könnte sich
aber die Forderung der KG gegen Bernd (3.000€ Vorschuss) pfänden und überweisen lassen.

222. wie 221. Anstelle des Gewinnvorschusses iHv EUR 3.000 werden auf Wunsch des Bernd EUR
20.000 vom Konto der KG an die Tochter von Bernd als Unterhaltsleistung für die kommenden drei
Monate überwiesen. Wie ist die Haftung des Bernd gegenüber Vera (Forderung: EUR 18.000) nun zu
beurteilen?

Es kann nur in Höhe der Haftsumme gefordert werden (= €10.000), jedoch kann sich Vera die Forderung
der KG gegen Bernd wieder pfänden und überweisen lassen -> 8.000€

223. wie 220. Ebenso war Carlo zum maßgeblichen Zeitpunkt Kommanditist der KG (Pflichteinlage: EUR
10.000; Haftsumme: EUR 15.000) Die Pflichteinlage hat er zur Gänze geleistet. Im Geschäftsjahr zuvor
ist auf Carlo ein Verlustanteil iHv EUR 3.000 entfallen. Wie wirkt sich dies auf seine Haftung aus?

Jedenfalls ist er iHv €5000 zur Haftung verpflichtet, darüber hinaus ist er aber nicht verpflichtet, Verluste
auszugleichen.

224. wie 223. Im darauffolgenden Jahr wird Carlo ein Gewinn iHv EUR 4.000 gutgeschrieben, welchen
er sogleich zur Gänze entnimmt. Hat sich nun etwas an seiner Haftung geändert?

Ja, nach §172 Abs 3 UGB muss es zu einer Verlustauffüllung kommen. Carlo hätte nur 1000 € entnehmen
dürfen. Somit kann er neben den 5000€ für weitere 3000€ in Anspruch genommen werden.

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225. wie 220. Im September ist überdies Dita der KG als Kommanditistin (Pflichteinlage: EUR 10.000;
Haftsumme: EUR 10.000) beigetreten. Mit ihr haben die übrigen Gesellschafter vereinbart, dass sie die
Pflichteinlage vorerst nicht zu leisten hat und dass sie überdies für die vor ihrem Eintritt begründeten
Verbindlichkeiten nicht haftet. Bedeutet dies für Vera, keine „Chance“ gegen Dita zu haben?

Nach §173 hat der Eintretende auch für Altschulden einzustehen. Weiter kann die Vereinbarung über die
Pflichteinlage nicht eingewendet werden. (§ 172 Abs2)

226. wie 220. Edith ist im Juni der KG als Kommanditistin (Pflichteinlage: EUR 0; Haftsumme: EUR
3.000) beigetreten. Ihr Eintritt wurde aber erst im August im Firmenbuch eingetragen. Haftet Edith
bereits für die im Juli begründete Verbindlichkeit?

Sie kann iHv €3000 in Anspruch genommen werden, da gem §176 Abs 2 auch auf vor der Eintragung des
Kommanditisten begründete „Zwischenschulden“ die Vorschriften betreffend die Haftung des
Kommanditisten anzuwenden sind.

227. wie 220. Der Kommanditist Franz (Pflichteinlage: EUR 10.000; Haftsumme: EUR 10.000) ist im
August aus der Gesellschaft ausgeschieden. Dies wurde auch sogleich im Firmenbuch eingetragen. Er
hat seine Pflichteinlage geleistet und für seine Verdienste von der KG eine Abfindung iHv EUR 8.000
erhalten. Kann sich Vera an Franz halten?

Entscheidend ist der Zeitpunkt des Ausscheidens, nicht der Firmenbucheintragung. Danach ist §160
einschlägig. Durch die Bezahlung der Abfindung aus dem Gesellschaftsvermögen ist es zu einer
Einlagenrückgewähr gekommen, welche zu einem Aufleben der Haftung führt (€8000). §172 Abs3 UGB

228. Der Kommanditist A kauft bei seinem Freund F im Namen der KG 5 Notebooks zum Preis von EUR
10.000. Die KG ist noch nicht im Firmenbuch eingetragen, der Gesellschaftsvertrag aber bereits
abgeschlossen. F weiß, dass A Kommanditist der KG ist, dem ausschließlich die gesetzlichen Rechte
und Pflichten eingeräumt wurden. F verlangt nun vom zweiten Kommanditisten B den vollen
Kaufpreis. Könnte B etwas einwenden?

Im Außenverhältnis entsteht die KG mit Firmenbucheintragung §123 UGB. Die Haftung in der
Vorgesellschaft wird in § 176 bis zur Haftsumme normiert. Die Haftung ist jedoch ausgeschlossen, wenn
der Dritte den Mangel kannte oder kennen musste.

229. In welchen Konstellationen haftet der Kommanditist (ausnahmsweise) unbeschränkt?

Nur in den Fallen in denen dieser wie ein Komplementär auftritt (Rechtsscheinhaftung), bzw auch bei
Fällen in denen der Kommanditist eine eigene rechtsgeschäftliche Verpflichtung übernommen hat.

230. Kann ein Kommanditanteil unter Lebenden übertragen werden?

Nur wenn es im GV so vorgesehen ist oder die Zustimmung aller übrigen Gesellschafter erteilt wird. Es
muss ein Nachfolgevermerkt ins Firmenbuch eingetragen werden (§ 4Z 6FBG)

231. A überträgt seinen Kommanditanteil an B. A hatte seine Pflichteinlage zur Gänze geleistet. Der
Kaufpreis wurde aus dem Privatvermögen des B geleistet. Daraufhin tätigt B Entnahmen. Muss A dafür
gegenüber den Gesellschaftsgläubigern einstehen?

Nein, es ist §172 Ahs3 letzter Satz zu beachten. Ein Alt-Kommanditist, der seine Einlage geleistet und in
der Folge nicht zurückerhalten hat, haftet für Verringerung der Einlage durch Nachfolger nicht.

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232.Der Kommanditist A kündigt seine Kommanditbeteiligung an der AB-KG ohne wichtigen Grund.
Der Gesellschaftsvertrag regelt den Abfindungsanspruch eines ausscheidenden Kommanditisten in der
Art, dass der anteilige Unternehmenswert im Zeitpunkt der Kündigung „mindestens 110% der
geleisteten Kommanditeinlage“ betragen soll. Der anteilige Unternehmenswert würde zu einem
niedrigeren Abfindungsbetrag führen. Welcher Abfindungsbetrag steht A zu?

Der Betrag ist sittenwidrig. Ihm steht eine Abfindung in Höhe des anteiligen Unternehmenswertes zu.

233. Wie wirkt sich der Tod eines Kommanditisten auf den Fortbestand der KG aus?

Sie wird nicht aufgelöst, sondern mit dem Nachlass bzw den Erben fortgesetzt.

234. Ist die GmbH & Co KG eine Personen- oder Kapitalgesellschaft? Worin liegt die Besonderheit?

Sie ist eine KG jedoch kommt es zu einer Typenvermischung.

235. Wo sind die gesetzlichen Regelungen für die GmbH & Co KG zu finden?

Die verdeckte Kapitalgesellschaft ist in wesentlichen Bereichen den Kapitalgesellschaften gleichgestellt.

236. Der Kommanditist K (Haftsumme EUR 10.000) hat aus der GmbH & Co KG mit Zustimmung der
Mitgesellschafter ohne Rechtsgrund EUR 100.000 erhalten. Was kann der Insolvenzverwalter der
GmbH & Co KG von ihm verlangen?

Das Verbot der Einlagenrückgewähr ist analog §82, 83 GmbHG auf Zuwendungen an Kommanditisten
anzuwenden.

237. Warum ist die GmbH & Co KG eine in der Praxis so beliebte Rechtsform?

Die Haftung ist beschränkt; Drittorganschaft durch die GmbH; flexiblere Ausgestaltung; Steuerrechtlich

238. Wie wird eine GmbH & Co KG gegründet?

Zuerst GmbH gründen danach die KG oder den Komplementär der KG durch die GmbH ersetzen. Es kann
jedoch auch durch eine errichtende Umwandlung nach § 5 UmwG gegründet werden.

239. A möchte alleine eine GmbH & Co KG gründen. Geht das?

Eine „Ein-Personen-GmbH&Co KG“ ist möglich.

240. Was bedeutet Beteiligungsgleichlauf bei der GmbH & Co KG? Welcher Zweck steckt dahinter?
Erläutern Sie dies an einem Beispiel.

Die Kommanditisten einer KG sind im selben Verhältnis auch Gesellschafter der Komplementär-GmbH.

241. A, der gleichzeitig Kommanditist und Gesellschafter der Komplementär-GmbH ist, hält den
derzeitigen Geschäftsführer der GmbH (B) für untragbar. Wie kann er gegen den Willen der anderen
Gesellschafter eine Abberufung erwirken? B ist des Weiteren schon länger der Ansicht, über den
Ankauf einer Maschine im Wert von EUR 200.000 alleine entscheiden zu können, da dies zur
gewöhnlichen Geschäftstätigkeit gehöre. Tatsächlich handelt es sich aber um eine Maßnahme des
außerordentlichen Geschäftsbetriebs, die der Zustimmung der Kommanditisten bedarf. Wie kann A
den B vom Ankauf der Maschine abhalten?

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Eine Entziehungsklage nach §§117,127 UGB könnte nur gegen die GmbH selbst gerichtet werden. Als
Gesellschafter der GmbH kann A allerdings eine Abberufungsklage nach § 16 Abs 2 GmbHG erheben. Um
B vom Ankauf der Maschine abzuhalten, kann A die actio pro socio als Unterlassungsanspruch gegen die
GmbH als Komplementärin geltend machen.

242. Dem A, der Kommanditist und Geschäftsführer der Komplementär-GmbH ist, soll zur
Ermöglichung einer einfacheren Zeichnung für die KG in dieser auch Prokura erteilt werden. Ist das
möglich?

Sie ist unzulässig da in ein und derselben natürlichen Person gleichzeitig eine beschränkte (§49 UGB) und
eine unbeschränkte (§126 UGB) Vertretungsbefugnis vereinigt wären. Bei einem
kollektivvertretungsbefugten Organ einer Personen- und Kapitalgesellschaft würde das die
vorgeschriebene Kollektivvertretung unterlaufen.

243. Was ist mit den vor 1.1.2007 gegründeten Erwerbsgesellschaften (OEG und KEG) geschehen?

Sie gelten als OG bzw KG.

244. Wann spricht man von einer stillen Gesellschaft?

Bei der Beteiligung an einem Unternehmen oder Vermögen eines anderen mit einer Vermögenseinlage.
(§179 UGB) Es führt zu einer Gewinnbeteiligung (§182). Die StGes hat keinerlei Vermögen.

245. Wo findet die stille Gesellschaft bei der Kategorisierung der Gesellschaften ihren Platz?

Sie ist eine Personengesellschaft ohne eigene Rechtspersönlichkeit -> Gesellschaft ieS. Innengesellschaft

246. A und B wollen sich jeweils mittels EUR 1.000 an einer OG/KG beteiligen, jedoch ohne nach außen
in Erscheinung zu treten. Steht den beiden dafür die stille Gesellschaft zur Verfügung?

Die OG/KG muss dafür unternehmerisch tätig sein. Es entstehen 2 stille Gesellschaften.

247. A ist bereits Gesellschafter der OG/KG. Steht dieser Umstand einer Beteiligung als stiller
Gesellschafter entgegen?

Der stille Gesellschafter muss eine vom Unternehmensinhaber verschiedene Person sein. (GmbH, AG, ..)
A kann sich als Gesellschafter beteiligen.

248. A beteiligt sich als stiller Gesellschafter an einer GmbH. Leider stehen die Sterne für diese
schlecht. Da A mit dem Alleingesellschafter der GmbH befreundet ist, will dieser A „aus der Sache
heraushalten“ und bezahlt ihm die Einlage kurzerhand zurück. Einige Monate später muss die GmbH
Insolvenz anmelden. Sie sind Insolvenzverwalter der GmbH. Was tun Sie?

Es kommt zu einer Anfechtung im Insolvenzverfahren (§188 UGB)

249. Erläutern Sie die Rechtsposition des stillen Gesellschafters.

Ausschlaggebend ist die gesellschaftsvertragliche Ausgestaltung, wobei die Gewinnbeteiligung


unabdingbar ist. (§ 181 UGB). Normalerweise ist der stille Gesellschafter nicht an der Geschäftsführung
beteiligt, sondern hat bloß ein Kontrollrecht nach §183.

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250. Im Zusammenhang mit der stillen Gesellschaft fallen oft die Begriffe „typische“ und „atypische“
stille Gesellschaft. Was ist darunter jeweils zu verstehen? Wodurch unterscheiden sich diese beiden
Formen?

Die gesetzliche Form stellt die typische, die geänderte Form (zb mit Vereinbarungen über
Geschäftsführung oder Gesellschaftsvermögen) die atypische.

251. Die Rechtspositionen eines stillen Gesellschafters und eines Kommanditisten unterscheiden sich
wodurch voneinander?

Der stille Gesellschafter wird nicht ins Firmenbuch eingetragen und tritt nicht nach außen in Erscheinung.
Er haftet nie. Der Kommanditist ist an der außerordentlichen Geschäftsführung beteiligt. Die
Bestimmungen sind jedoch weitgehend dispositiv.

252. Die stille Gesellschaft und das partiarische Darlehen unterscheiden sich wodurch voneinander?

Dem stillen Gesellschafter sind Kontrollrechte eingeräumt, außerdem kann die Beteiligung am Verlust
vertraglich vereinbart werden. Außerdem verfolgt die StGes einen bestimmten gemeinsamen Zweck.

253. Was ist unter einer EWIV zu verstehen? Welchen Zweck verfolgt sie?

Die Europäische wirtschaftliche Interessenvereinigung ist eine supranationale Gesellschaftsform. Es ist


eine Personengesellschaft die die Tätigkeiten von Unternehmen durch grenzüberschreitende
Kooperationen erleichtern soll. Sie steht nur für Hilfsaktivitäten zur Verfügung. Siehe EWIV-VO.

254. Wo sind die gesetzlichen Regelungen für die EWIV zu finden?

Rechtsgrundlage sind EWIV-VO und EWIVG sowie subsidiär die Anwendung der für Offene Gesellschaften
geltenden Bestimmungen.

255. Mit welcher Rechtsform hat die EWIV die meisten Gemeinsamkeiten? In welchen Bereichen
bestehen dennoch Unterschiede?

Sie ist in weiten Teilen mit der OG vergleichbar. Unterschied: EWIV besitzt Unternehmereigenschaft kraft
Rechtsform; die Haftung ist nicht primär; sie besitzt Fremdorganschaft

256. Was ist unter einer GmbH zu verstehen?

Es ist eine Kapitalgesellschaft mit personalistischen Elementen. Haftungsfund bildet das


Gesellschaftsvermögen. Juristische Person mit Unternehmereigenschaft durch Rechtsform (§2UGB)

257. Diskutieren Sie die Begriffe Trennungsprinzip, Haftungsprivileg und Durchgriff.

Trennungsprinzip: Als eigene Rechtspersönlichkeit ist die GmbH von den Gesellschaftern getrennt.

Haftungsprivileg: Nach §61 Abs2 GmbHG haften GmbH-Gesellschafter nicht für Gesellschaftsschulden,
sondern das Gesellschaftsvermögen.

Der Durchgriff kann in Zurechnungsdurchgriff (zB. Bei Konkurrenzverbot) und Haftungsdurchgriff


unterteilt werden.

258. Welche Geschäftsbetriebe können in einer GmbH geführt werden?

Sie kann zu jedem gesetzlich erlaubten Zweck gegründet werden (Normativsystem).

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259. Wie viele Personen sind mindestens erforderlich, um eine GmbH zu gründen?

Es ist auch eine Ein-Personen-Gründung zulässig. (beachte „Errichtungserklärung)

260. Welche Vorgaben enthält das GmbHG für die Kapitalaufbringung?

Für den Gläubigerschutz: mindestens 35.000€ Stammkapital – mindestens 70€ pro Gesellschafter (§6);
mindestens die Hälfte des Stammkapitals muss in Bar aufgebracht werden (= Hälfteklausel -> 2
Ausnahmen siehe §6a); Die Gründungsprivilegien des §10b GmbHG sind zu beachten.

261. Mutter (M) und Vater (V) betreiben jeweils seit sieben Jahren ein Einzelunternehmen.
Gemeinsam mit ihren beiden Kindern beschließen die vier, eine GmbH zu gründen (Stammkapital EUR
100.000): M und V bringen jeweils ihre Einzelunternehmen im Wert von je EUR 45.000 ein. Der Sohn
(S) bringt Barmittel (EUR 2.000) und die Tochter (T) zwei Notebooks (EUR 6.000) und Barmittel (EUR
2.000) ein. Ist damit den Kapitalaufbringungsvorschriften des GmbHG Genüge getan?

Die Unternehmen von M und V sind zum Zweck der Fortführung und bestehen seit mehr als fünf Jahren.
Die Kinder sind beteiligt. (§6a ist erfüllt) Die Hälfteklausel ist nur für die verbleibenden 10.000€
anzuwenden. Dies wäre nur möglich wenn die aktienrechtlichen Gründungsvorschriften eingehalten
wurden, da 4000€ Bar 6000€ Sachen.

262. Eine GmbH soll von A (Stammeinlage: EUR 30.000, B (Stammeinlage: EUR 14.800) und C
(Stammeinlage: EUR 200) bar gegründet werden. Wie viel muss jeder bei Gründung aufbringen?

Es ist die Vierteleinzahlungspflicht des §10 zu beachten. Kommt man damit nicht auf den Betrag von
17.500€ ist der Rest (mit welchem Verteilungsschlüssel auch immer) zusätzlich einzuzahlen.

263. Wie viele Barmittel sind erforderlich, um eine GmbH zu gründen?

Grundsätzlich €17.500 jedoch müssen die Ausnahmen des §6a beachtet werden. Es kann sein, dass
keinerlei Barmittel aufgebracht werden müssen. Nutzt man die Gründungsprivilegien €5000

264. In welchen Schritten verläuft die Gründung einer GmbH?

Durch den Gesellschaftsvertrag in Notariatsaktform kommt es zur Errichtung der GmbH. Alle
Stammeinlagen sind von den Gesellschaftern zu übernehmen (Vollübernahme). Dann sind die
Geschäftsführer zu bestellen, da diese die Anmeldung zur Eintragung ins Firmenbuch vornehmen
müssen. Ein Aufsichtsrat ist zu bestellen (§§ 3,4,9 ,29). Ein Gründungsbericht (bei mehr als der Hälfte)
über die eingebrachten Sachen ist zu erstellen und einer internen Gründungsprüfung zu unterziehen.
Extern wird vom Firmengerichtsexperten geprüft, sonst ist eine Beschreibung der Sacheinlage
ausreichend. Es sind steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung und Bemessung der
Gesellschaftssteuer einzuholen. Als nächstes sind die Einlagen zu leisten und behördliche
Genehmigungen einzuholen. Es folgt die Anmeldung zum Firmenbuch (§9). Alles wird vom
Firmenbuchgericht geprüft -> wirksam entstanden §2 Abs 1 GmbHG.

265. Der Gesellschafter A bringt seine Forderung gegenüber einem Dritten in die GmbH ein. Monate
später stellt sich heraus, dass die Forderung nichts wert ist. Wer hat dafür wem gegenüber
einzustehen?

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Eine Forderung sollte einbringlich und somit vollwertig sein. A hat zu allererst die Wertdifferenz an die
Gesellschaft zu leisten (§10a). Kann er nicht leisten haben die Mitgesellschafter einzustehen (§70
GmbHG). Nach §10 Abs 4 haftet auch der Geschäftsführer für das fehlende Stammkapital.

266. Welche Maßstäbe sind bei der Auslegung von GmbH-Gesellschaftsverträgen zu beachten?

OGH vertritt das Postulat der einheitlichen Auslegung des Gesellschaftsvertrages.

267. Was versteht man unter einer Mantelgründung? Ist diese zulässig?

Eine GmbH wird gegründet, um später, zum gegebenen Zweitpunkt, ein Unternehmen betreiben zu
können. Sie ist zulässig wenn alles offen von statten geht und der Zweck richtig angegeben wird.

268. A, B und C schließen einen GmbH-Gesellschaftsvertrag in Notariatsaktsform ab. Als


Geschäftsführer ist darin A genannt. Dieser schließt sogleich im Namen der GmbH einen Mietvertrag
über diverse Büroräumlichkeiten ab Was passiert mit dem Mietvertrag, sobald die GmbH im
Firmenbuch eingetragen ist.

In dem Stadium der Vorgesellschaft ist sie eine Gesamthandgesellschaft sui generis und rechts-,
handlungs- sowie insolvenzfähig. Mit der Eintragung ins Firmenbuch entsteht die GmbH wirksam als
juristische Person. Alle Rechte und Verpflichtungen sowie Rechtsverhältnisse gehen automatisch über.
Dafür ist keine Zustimmung des Gläubigers erforderlich (§ 2 Abs2)

269. wie 268. Aufgrund von unüberwindbaren Differenzen zwischen den Gesellschaftern wird die
GmbH ein paar Tage später aufgelöst. Zur Eintragung der GmbH in das Firmenbuch ist es nie
gekommen. An wem kann sich der Vermieter gegebenenfalls schadlos halten?

In der Vorgesellschaft haftet der Handelnde nach §2 Abs 1 GmbHG. Daneben die Vorgesellschaft.

270. wie 269. Macht es einen Unterschied, wenn der Gesellschaftsvertrag noch nicht unterzeichnet
war, als der Unternehmensbetrieb durch A, B und C begonnen und der Mietvertrag abgeschlossen
wurde?

Ja, da dann keine Vorgesellschaft, sondern bloß ein Vorgründungsstadium besteht. Es wird eine GesbR
als „Auffanggesellschaft“ angenommen. -> unbeschränkte Haftung aller Gesellschafter.

271. V vermittelt Versicherungsverträge und arbeitet mit selbstständigen Maklern zusammen. A


entschloss sich Anfang 2014, als Versicherungsmakler selbstständig tätig zu werden. Im Juni 2014
vereinbarten V und A den Verkauf von „namentlich genau definierten Kundenbeziehungen samt den
dazu gehörigen Versicherungsverträgen zur freien und uneingeschränkten Bearbeitung bzw
Verwaltung“. Als „Verkäufer“ der Versicherungsverträge wurde V genannt, als Käufer zwei Stellen im
Vertrag die von A zu gründende PR-GmbH, an einer Vertragsstelle A selbst. A gründet im Juli 2014 die
RP-GmbH als Einmanngesellschaft. Wer ist Vertragspartner des V? Wer hat Rechts und Pflichten aus
dem Kaufvertrag erworben?

Nur A konnte Rechte und Pflichten aus dem Kaufvertrag erwerben, ein automatischer Vertragsübergang
nach §2Abs2 GmbHG ist hier nicht möglich. A wird Vertragspartner des V.

272. Wenn bereits vor Eintragung der GmbH (Stammkapital: EUR 35.000) im Namen dieser gehandelt
werden darf, ist es dann möglich, dass durch diese Aktivitäten das Gesellschaftsvermögen zum

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Zeitpunkt der Eintragung ins Firmenbuch bereits zur Gänze aufgebraucht ist? (Annahme: Davon sind
als Gründungskosten EUR 5.000 angefallen)

Es besteht zwar kein Vorbelastungsverbot, jedoch eine Vorbelastungshaftung. Durch diese trifft die
Gründer eine Unterbilanzhaftung für die Differenz zwischen Stammkapital und Gesellschaftsvermögen.
Von Aufwendungen nach §7 sind abzusehen. Sie stehen also für 30.000 € anteilig ein.

273. Welche Organe sind zwingend bei jeder GmbH einzurichten, welche nur unter bestimmten
Voraussetzungen und welche fakultativ?

Die GmbH ist nur durch ihre Organe handlungsfähig. Es sind also mindestens ein Geschäftsführer und die
Generalversammlung zu bestellen. Der Aufsichtsrat ist nur nach §29 GmbHG einzurichten. Eine kleine,
nicht-aufsichtsratspflichtige GmbH ist von der Abschlussprüfung befreit. (§ 268 UGB)

274. Welche Möglichkeiten gibt es, Geschäftsführer einer GmbH zu werden?

Mit Gesellschaftsvertrag können nur Gesellschafter zum Geschäftsführer werden. Mit


Gesellschafterbeschluss auch Dritte. In besonderes Fällen auch durch das Gericht ein Notgeschäftsführer.
(§ 15a)

275. G ist gewerberechtlicher Geschäftsführer der B-GmbH. Handelsrechtlicher Geschäftsführer ist der
Alleingesellschafter B. Über das Vermögen der B-GmbH wird das Insolvenzverfahren eröffnet. Die B-
GmbH hat in der Zeit vor Insolvenzeröffnung Sozialversicherungsbeiträge nicht mehr beglichen. Der
Masseverwalter M begehrt diese nun im Rahmen der Geschäftsführerhaftung; G habe sich entgegen
seiner Verpflichtung nicht um den Geschäftsbetrieb der B-GmbH gekümmert. Welche Möglichkeiten
der Haftung sind beim gewerberechtlichen Geschäftsführer anzudenken? Haftet G dem
Masseverwalter für die vorenthaltenen Sozialversicherungsbeiträge?

Der gewerberechtliche Geschäftsführer ist gegenüber der Gewerbebehörde für die Einhaltung der
Gewerbevorschriften verantwortlich. Er hat also keine gesellschaftsrechtliche Funktion und ist vom durch
das GmbHG bestellten Geschäftsführer zu unterscheiden. Mögliche Haftung nach: der GewO;
Schutzgesetz gem. §1311 ABGB; §§ 1443c und d StGB. Hier kommt es zu keiner Haftung.

276. A und B sind zu gleichen Teilen Gesellschafter der GmbH. Beide streben das Amt des
Geschäftsführers an. A und B stimmen jeweils für sich selbst. Geht das überhaupt? Wer wird
Geschäftsführer?

Notwendigkeit der einfachen Mehrheit (§ 39 GmbHG), wobei sie selbst stimmberechtigt sind (abs5).
Kommt es zu keiner Einigung kann vom Gericht ein Notgeschäftsführer bestellt werden (§ 15 a GmbHG)

277. A hält 60% der Anteile an der GmbH und ist Geschäftsführer. Bei einem Verkehrsunfall verliert er
zum Teil sein Gedächtnis und kann seine Aufgaben als Geschäftsführer nicht mehr ordentlich
wahrnehmen. Trotzdem will A seine Funktion nicht zurücklegen. Was können die beiden
Gesellschafter B und C, welche je 20% an der GmbH halten, tun?

Eine Abberufung kann jederzeit ohne Gründe vorgenommen werden (§ 16). Wieder §39 wie oben, A
kann also selbst stimmen -> es bliebt nur eine Abberufung aus wichtigem Grund mittels
Abberufungsklage beim zuständigen Handelsgericht. (§16 Abs2) Dreht ein Nachteil kann auch eine
einstweilige Verfügung angeordnet werden.

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278. A ist amtierender Geschäftsführer der XY-GmbH. A soll gekündigt werden. Wer ist dafür
zuständig?

Die Beendigung des amtierenden Geschäftsführers obliegt der Generalversammlung, des nicht mehr
amtierendem, dem neuen.

279. B wurde von der Generalversammlung zum neuen einzelvertretungsbefugten Geschäftsführer mit
Wirkung „ab Eintragung in das Firmenbuch“ bestellt. B bringt beglaubigt unterfertigt ein
Firmenbuchgesuch beim zuständigen Firmenbuchgericht auf Eintragung seiner Geschäftsführerposition
„ab Eintragung in das Firmenbuch“ ein. Das Gericht verweigert die Eintragung. Zu Recht?

Nach § 17 Abs 2 GmbHG lässt sich keine Analogie erkennen, dass der neu bestellte zur Anmeldung
legitimiert ist. Er ist zu der Zeit noch nicht vertretungsbefugt.

280. Wie kann sich der Minderheitsgesellschafter einer GmbH in Bezug auf seine
Geschäftsführerposition im Gesellschaftsvertrag absichern? Welche Variante ist für den
Geschäftsführer vorteilhafter?

Einerseits durch ein echtes Sonderrecht zur Geschäftsführung (durch Gerichtsentscheidung §50 Abs 4
GmbHG), oder eine Beschränkung des Widerrufs auf wichtige Gründe (§ 16 Abs 3 GmbHG)

281. Welche Aufgaben hat der Geschäftsführer? Können die Gesellschafter auf seine Tätigkeiten
Einfluss nehmen?

Nach Innen die Geschäftsführung, nach Außen die Vertretung. Er unterliegt den Weisungen der
Gesellschafter (vgl auch §§20 und 35) – Rechnungswesen und internes Kontrollsystem führen (§22).
Aufsichtsrat Bericht erstatten (§28a) und die Generalversammlung einzuberufen (§§36 ff) - Nach außen
gerichtlich und außergerichtlich zu vertreten, wobei Beschränkungen gegenüber Dritten unwirksam sind.

282. Zu welchem Zeitpunkt ist der Geschäftsführer verpflichtet, Insolvenz anzumelden?

Die Insolvenzantragspflicht wird entweder die die Zahlungsunfähigkeit (§66 IO) oder Überschuldung (67
IO) ausgelöst. Es muss dann ohne schuldhaftes Zögern, spätestens aber 60 Tage nach dem Eintritt ein
Antrag zu stellen. (= Insolvenzantragspflicht) § 69 Abs 2 IO.

283. Welche Folgen hat die Verletzung der Insolvenzantragspflicht für den Geschäftsführer?

Einerseits eine Innenhaftung nach § 25 GmbHG, andererseits eine Außenhaftung; daneben kann auch
eine Eigenhaftung aus culpa in contrahendo auf den Geschäftsführer zutreffen

284. A und B sind einzelvertretungsbefugte Geschäftsführer der X-GmbH, welche nicht


aufsichtsratspflichtig ist. A vermietet der X-GmbH eine private Immobilie für Betriebszwecke. Für die
GmbH unterzeichnet er als Geschäftsführer. Ist dies zulässig?

Es liegt ein Insichgeschäft vor, das aufgrund der Gefährdung der Interessen der GmbH
zustimmungspflichtig ist. (§ 25 Abs 4 GmbHG) Die Genehmigung kann auch nachträglich eingeholt
werden. Sonst kann Schadenersatzpflicht entstehen.

285. wie 284. A ist Alleingesellschafter und Geschäftsführer. Wert hat hier zuzustimmen?

Nach §18 Abs 5 und 6 GmbHG ist eine Urkunde zu errichten, es sei denn sie ist gewöhnlich.

286. Gibt es im GmbHG auch ein Wettbewerbsverbot? Wenn ja, für wen gilt es?

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Ja für Geschäftsführer sowie ihre Stellvertreter. (§24) „ohne Einwilligung“. Ein nachvertragliches
Wettbewerbsverbot ist zulässig aber die Sittenwidrigkeit zu beachten. Ansprüche von der Gesellschaft
selbst geltend zu machen.

287. Was ist der Unternehmensgegenstand? Welche rechtliche Bedeutung hat die Festlegung des
Unternehmensgegenstandes?

Er legt den Tätigkeitsbereich der Gesellschaft fast (4 GmbHG = zwingend). Wichtig für die
Geschäftsführungsbefugnis (§20) und das Wettbewerbsverbot (§24)

288. Hat der Geschäftsführer auch bei Kartellverstößen der GmbH einzustehen?

Er hat für diese nur dann einzustehen, wenn er sie selbst begangen hat oder aktiv daran beteiligt war,
oder trotz Kenntnis nichts unternommen hat.

289. Der Geschäftsführer A ist bei der Z-GmbH als Minderheitsgesellschafter beteiligt. A nimmt bei der
Bank für die Gesellschaft einen Kredit auf und gibt befragt zum Grundvermögen der Z-GmbH an, dass
das Grundstück in der Bilanz der Z-GmbH mit dem Wert von EUR 40 Mio deutlich unterbewertet und
das Unternehmen zukunftsträchtig sei. Tatsächlich war das Grundstück EUR 20 Mio wert. Die
wirtschaftliche Lage des Unternehmens war bei Kreditvergabe bereits schlecht. Kann die Bank
erfolgreich gegen A wegen Falschinformation bei der Kreditvergabe an die Gesellschafft gerichtlich
vorgehen?

Die Eigenhaftung ist hier nur bei unmittelbarem eigenwirtschaftlichem Interesse des A oder wenn er
persönliches Vertrauen in besonderem Maße in Anspruch genommen hätte.

290. Da der Geschäftsführer G eher chaotisch veranlagt und überdies durch private Dinge abgelenkt
ist, vergisst er, die Kündigung eines nicht mehr benötigten Wartungsvertrages vorzunehmen. Der
GmbH entsteht dadurch ein Schaden in Höhe von EUR 10.000. Kann G von der GmbH zur Haftung
herangezogen werden?

Objektiver Sorgfaltsmaßstab des §25 GmbHG. Sie haften für einen durch Pflichtverletzung entstandenen
Schaden zur ungeteilten Hand (Abs2). (Beachte: Entlastungsbeweis)

291. Folgt der OGH der „Business Judgment Rule“? Was ist damit gemeint?

Nur „eklatante Überschreitungen des Ermessensspielraums“ bzw eine „evident unrichtige


Sachentscheidung“ oder eine „geradezu unvertretbare unternehmerische Entscheidung“ sollen zu einer
Haftung führen. Keine volle gerichtliche Nachprüfung, sondern nur bei grober Fehlentscheidung. Haftung
des Vorstandes. „Unter Business Judgement Rule versteht man international ein Rechtsprinzip, das die
Verantwortlichen in Unternehmen vor einer weit gefassten persönlichen Haftung für die Folgen ihrer
Entscheidungen schützt, sofern diese sorgfältig vorbereitet wurden und an den Interessen des
Unternehmens ausgerichtet waren.“

292. Wer entscheidet darüber, ob der Haftungsanspruch gegen den Geschäftsführer geltend gemacht
wird?

Nach § 35 Abs 1 Z 6 GmbHG bedarf die Geltendmachung von Ersatzansprüchen gegen Geschäftsführer
eines Beschlusses der Generalversammlung.

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293. An der GmbH sind A und B jeweils zu 50% beteiligt. In der Gesellschafterversammlung soll über
die Erhebung von Haftungsansprüchen gegen A, der auch Geschäftsführer ist, entschieden werden. B
stimmt dafür, A dagegen. Ist nun die Erhebung von Haftungsansprüchen gegen A möglich?

A unterliegt einem Stimmverbot nach §39 Abs 4. Somit kommt es zu einem einstimmigen Beschluss.

294. A und B sind Gesellschafter einer GmbH. A ist Mehrheitsgesellschafter. In der


Generalversammlung wird A wirksam zum Vorsitzenden bestellt. Tagesordnungspunkt in der
Generalversammlung ist die Einforderung der restlichen Stammeinlage vom Mehrheitsgesellschafter
A. Der Minderheitsgesellschafter B ist der Ansicht, dass bei dieser Abstimmung A nicht
stimmberechtigt ist und stimmt dann – entgegen A – für die Einforderung der Stammeinlage von A. Im
Protokoll wurde Folgendes ausdrücklich festgehalten: „Beschluss auf Einforderung der restlichen
Stammeinlage von A. Die Protokollierung dieses Satzes erfolgte nicht über Veranlassung des
Vorsitzenden der Generalversammlung.“ A weigerte sich dem Beschluss Folge zu leisten und zahlte die
restliche Stammeinlage, trotz mehrmaliger Aufforderung und Androhung des Ausschlusses als
Gesellschafter und Geschäftsführer (Kaduzierungsverfahren), nicht ein. Die GmbH begehrte daraufhin,
gestützt auf den rechtwirksamen Beschluss – wie angekündigt – die Löschung des A als
Geschäftsführer und Gesellschafter. Ist die Einforderung der Stammeinlage in der
Generalversammlung wirksam beschlossen worden?

Bei verbandsrechtlichen Beschlüssen, wie etwa einem Beschluss über die Einforderung von Einlagen, gilt
das Stimmverbot des §39 Abs 4 nicht. A ist stimmberechtigt und muss nicht einzahlen.

295. Welche Bedeutung hat es für die Haftung des Geschäftsführers, wenn er bei seiner an sich
haftungsbegründenden Handlung eine Weisung der Gesellschafterversammlung befolgt hat?

Nach §20 ist der Geschäftsführer weisungsgebunden. Bei Weisung eigentlich keine Haftung. Die Haftung
bleibt jedoch bestehen, wenn es für den Ersatz zur Befriedigung der Gläubiger erforderlich ist. (§ 25 Abs
5) Jedenfalls auch dann, wenn er den Weisungsbeschluss durch unrichtige oder unvollständige
Information der Gesellschafterversammlung erwirkt hat. Nur Weisungsbeschlüsse der
Generalversammlung, nicht aber Weisungen einzelner können haftungsentlastend wirken.

296. Wer kann zum Aufsichtsratsmitglied einer GmbH bestellt werden?

Grundsätzlich jede natürliche, voll geschäftsfähige Person, wobei die §§ 30a und e zu beachten sind:
Mandatshöchstzahl (beachte „Privileg der öffentlichen Hand“ bzw. „Konzern- oder Beteiligungsprivileg“);
nicht Geschäftsführer oder Arbeitnehmer; Verbot der Organbestellung gegen das Organisationsgefälle;
Verbot der Überkreuzverflechtung; fachliche Qualifikationen darlegen; Sorgfaltsmaßstab §33 GmbHG

297. Welche Möglichkeiten gibt es, Aufsichtsratsmitglieder einer GmbH zu werden?

Grundsätzlich durch Gesellschafterbeschluss (§30b); Recht für bestimmte Gesellschafter (§30c);


Ausnahmsweise durch das Gericht (§30d); Bei Betriebsrat bzw Zentralbetriebsrat werden die
Arbeitnehmervertreter von diesen entsandt (§110 ArbVG)

298. Aus wie vielen Mitgliedern besteht ein Aufsichtsrat midnestens?

Nach §30 GmbHG sind es 3. Gibt es einen Betriebs- bzw Zentralbetriebsrat müssen es 5 sein.

299. Welche Kompetenzen obliegen dem obligatorischen Aufsichtsrat, welche dem fakultativen?

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Die Aufgaben des §29 GmbHG obligatorischen Aufsichtsrates sind in den §§30i ff GmbHG geregelt:
Vierteljährliche Sitzung; Überwachung der Geschäftsführung; Einberufung der Generalversammlung;
Genehmigungspflicht bei bestimmten Angelegenheiten; Jahresabschluss, Vorschlag für die
Gewinnverteilung sowie Lagebericht zu prüfen und der Generalversammlung zu berichten; Gesellschaft
vertreten; Klage auf Nichtigerklärung eines Gesellschafterbeschlusses;

Der fakultative Aufsichtsrat hat die zwingenden gesetzlichen Kompetenzen wahrzunehmen. In der Praxis
kommt es eher zur Einrichtung eines Beirates. Zu beachten ist die Mitbestimmungsregelung §110 ArbVG

300. Welche Kompetenzen kommen der Generalversammlung zu?

Sie bildet das oberste Willensbildende Organ der GmbH und ist für alle Angelegenheiten der Gesellschaft
zuständig. Kompetenz zu allen Änderungen des Gesellschaftsvertrages (§§49ff) sowie sonstigen
Grundlagenbeschlüssen. Bestellung und Abberufung der Geschäftsführer (§§15f) und der
Kapitalvertreter im Aufsichtsrat (§30b). Weitere werden in §35 aufgezählt.

301. S ist Gesellschafterin der XY-GmbH. Der Gesellschaftsvertrag sieht vor, dass grundsätzlich
höchstens die Hälfte des Bilanzgewinns von der Gewinnverteilung an die Gesellschafter
ausgeschlossen werden soll. Weiters sieht der Gesellschaftsvertrag vor, dass die Gesellschafter über
die Gewinnverteilung und Verwendung des Bilanzgewinns zu beschließen haben und dass ein
Gewinnverwendungsbeschluss, mit dem weniger als die Hälfte des Bilanzgewinns ausgeschüttet
werden soll, einer Mehrheit von mehr als ¾ bedarf. S stellt in der Generalversammlung den Antrag, die
Hälfte des Bilanzgewinns auszuschütten und die zweite Hälfte auf neue Rechnung vorzutragen. Der
Antrag wurde von den übrigen Gesellschaftern abgelehnt; die Ausschüttung sei existenzgefährdend. S
gab dazu ihren Widerspruch zu Protokoll. S vertritt die Auffassung, dass durch die Ablehnung der
Ausschüttung („Ausschüttungsbremse“) die Gesellschafter gegen ihre Treuepflicht verstoßen haben
und begehrt deshalb die Nichtigerklärung des Beschlusses. Zu Recht?

Wenn es um das Überleben der Gesellschaft geht und die Interessen der Gesellschaft an der
Thesaurierung die Interessen der Gesellschafter an der Ausschüttung massiv überwiegen kann das
stimmen gegen die Ausschüttung nicht treuwidrig sein. (trotz Gesellschaftsvertrag)

302. Der Generalversammlung obliegt die Entlastung der Geschäftsführer sowie des Aufsichtsrates (§
35 Abs 1 Z 1 GmbHG). Was ist damit gemeint?

Durch diese wird zum Ausdruck gebracht, dass die Geschäftsführung gebilligt ist und für die Zukunft des
Vertrauens ausgesprochen. Mit der Entlastung hat die Gesellschaft ihr Recht verloren, Ansprüche gegen
diese Organe geltend zu machen. Diese Präklusionswirkung wird bei Verschleierung oder zur
Befriedigung der Gläubiger nicht angewandt.

303. Wie erfolgt die Beschlussfassung der Gesellschafter in der GmbH?

Grundsätzlich in der Generalversammlung, wobei auch durch Umlaufbeschluss (§ 34) oder formlose
Zustimmung sämtlicher Gesellschafter möglich ist.

304. Gesellschafter der AB-GmbH sind A und B, wobei B den Gesellschaftsanteil treuhändig für X hält.
Wer ist in der Generalversammlung neben A stimmberechtigt? B oder X?

Stimmberechtigt ist der Treuhänder, nicht der Treugeber, also B.

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305. Welche Präsenz- und Konsensquoren sieht das Gesetz für die Wirksamkeit von in der
Generalversammlung gefassten Beschlüssen vor?

Beschlussfähigkeit besteht bei Anwesenheit von 10% des Stammkapitals (§ 38 Abs 6)


(=Anwesenheitsquorum). Für das Konsensquorum besteht normalerweise einfache Mehrheit. (§39)

306. Die Gesellschafter A, B und C haben jeweils 1/3 Beteiligung und Stimmgewicht. Bei der
Versammlung erscheint C nicht. A stimmt für den Beschluss, B hat Bedenken und enthält sich daher
der Stimme. Ist der Beschluss zustande gekommen?

Durch nicht erscheinen und enthalten ist ein einstimmiger Beschluss zustande gekommen.

307. Die Gesellschafter A, B und C haben jeweils 1/3 Beteiligung und Stimmgewicht. B ist nicht nur
Gesellschafter, sondern auch – wie X und Y – selbständiger vertretungsbefugter Geschäftsführer. Es
soll ein Beschluss über die Entlastung der Gesamtgeschäftsführung gefasst werden. Ist B dabei
stimmberechtigt? Ist B stimmberechtigt, wenn über die Einzelentlastung der Geschäftsführer X und Y
abgestimmt wird?

Für die Entlastung siehe §35Abs1Z1. Nach §39Abs4 hat er kein Stimmrecht.

308. Ein Gesellschafterbeschluss ist fehlerhaft zustande gekommen. Welche Auswirkungen hat dies auf
seine Wirksamkeit?

Ist der Beschluss nichtig entfaltet er gegenüber niemandem rechtliche Wirkungen: Einberufungs- und
Ankündigungsmängel, Beurkundungsmängel oder inhaltliche Mängel.

Bei anfechtbaren, kann dieser mittels einer Anfechtungsklage (Rechtsgestaltungsklage) vernichtet


werden. Dies kann bei formellen oder inhaltlichen Mängeln der Fall sein. (vgl §41)

Unwirksam, wenn noch nicht sämtliche Wirksamkeitserfordernisse vorliegen -> werden wirksam.

Wirkungslos ist ein Beschluss wenn zwar alle Voraussetzungen gegeben sind, aber nicht eintreten kann.

309. Kann eine Beschlussanfechtung auch darauf gestützt werden, dass die Vorgaben eines
Syndikatsvertrages verletzt wurden?

Ein Syndikatsvertrag stellt eine neben dem Gesellschaftsvertrag getroffene schuldrechtliche Abrede
zwischen den Gesellschaftern dar und hat daher an sich keine „korporativen“ Wirkungen auf die
Gesellschaft. -> Judikatur ist nicht einheitlich

310. Die Bau-GmbH war im vergangenen Geschäftsjahr mit Auftragseinbrüchen konfrontiert. Um die
negativen Auswirkungen für die Gesellschaft zu minimieren, entschlossen sich die Geschäftsführer
unter hohen finanziellen Aufwendungen das neue Geschäftsfeld „Solaranlagen“ aufzubauen. Dieses
Vorhaben war vom im Gesellschaftsvertrag festgelegten Unternehmensgegenstand der Gesellschaft
gedeckt. Die Gesellschafter mussten in Folge der getätigten Aufwendungen keine Verminderung der
Gewinnausschüttung hinnehmen. Die Gesellschafter haben mit Beschluss die Geschäftsführer für das
vergangene Geschäftsjahr mehrheitlich entlastet, wobei A, der mit dem Aufbau des neuen
Geschäftsfeldes nicht einverstanden war, die Geschäftsführung nicht entlasten wollte und daher
dagegen gestimmt hat. Kann er den mehrheitlich gefassten Entlastungsbeschluss anfechten?

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Der Entlastungsbeschluss ist eine Ermessensentscheidung der Gesellschafter. Anfechtbar ist der
Entlastungsbeschluss bei schwerwiegenden Schädigungen der Gesellschaft. Hier kann also nichts
angefochten werden.

311. wie 310. A ist noch immer nicht mit dem neuen Geschäftsfeld einverstanden. Nach anwaltlicher
Beratung erscheint A im nächsten Jahr nicht zur Generalversammlung der Bau-GmbH, obwohl er
ordnungsgemäß geladen wurde. In der Generalversammlung wurde ein Entlastungsbeschluss der
Geschäftsführung gefasst, obwohl das im Gesellschaftsvertrag vorgesehene Präsenzquorum nicht
erreicht wird. Kann A, der an der Generalversammlung nicht teilnahm, den Entlastungsbeschluss
bekämpfen?

Zu beachten ist hier §41 Abs2 GmbHG. Da er ungehindert nicht erschienen ist kann er nicht anfechten.

312. Wer bestellt den Abschlussprüfer einer GmbH? Wer ist zum Abschlussprüfer wählbar? Welche
Aufgaben hat dieser?

Die Wahl erfolgt durch die Gesellschafter. (§30g Abs4a Z7) Wählbar ist wer den A-QSG entspricht. Ihm
obliegt die Prüfung des Jahresabschlusses sowie des Lageberichts. (§§268f UGB) Erst danach kann die
Feststellung des Jahresabschlusses erfolgen (§35 GmbHG)

313. Der Gesellschafter A vereinbart schriftlich mit B, dass er diesem seinen Geschäftsanteil um EUR
100.000 verkauft und überträgt. Am nächsten Tag will A davon nichts mehr wissen. Kann B auf
Zuhaltung des Vertrages klagen?

Nein da es einer Notariatsaktform bedarf. (§76 Abs 2 GmbHG)

314. Im Gesellschaftsvertrag einer GmbH ist festgelegt, dass die Übertragung eines Geschäftsanteils
von der Zustimmung sämtlicher Aufsichtsratsmitglieder abhängig ist. Ist eine derartige Klausel
zulässig?

Nach §76 ist sie zwar frei Übertragbar. Eine Vinkulierung (Zustimmung der Gesellschaft) ist möglich.

315. Gesellschafter A überlegt, seinen Geschäftsanteil zu veräußern (80%). Der Gesellschaftsvertrag


enthält eine Vinkulierungsklausel zugunsten aller Gesellschafter. A ist sich sicher, dass keiner der
anderen Gesellschafter zustimmen wird. Welche Möglichkeit hat A?

Er kann die Vinkulierungsklausel mittels eines Satzungsänderungsbeschlusses beseitigen versuchen. Bei


Anwendung der Vinkulierungsklausel und Verweigerung, kann A gem §77 GmbHG beim Handelsgericht
Antrag auf Gestattung der Übertragung stellen. (Ansonsten erfolgt Feststellungsklage durch die
Gesellschafter)

316. Was ist ein Aufgriffsrecht? Welcher Zweck steckt dahinter?

Das bedeutet - wenn ein Gesellschafter seinen Anteil veräußern will – die übrigen Gesellschafter das
Recht haben, den betreffenden Geschäftsanteil zu erwerben. Damit sollen unkontrollierte
Gesellschafterwechsel vermieden werden.

317. Das im Gesellschaftsvertrag vorgesehene Aufgriffsrecht soll geändert werden. Welche Form ist
dabei zu beachten? Welche Form ist zu beachten, wenn das Aufgriffsrecht nicht im Rahmen des
Gesellschaftsvertrages vereinbart wird?

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Für eine nachträgliche Einführung von Aufgriffsrechten durch Änderung des Gesellschaftsvertrages
genügt eine notarielle Beurkundung. (§ 49) Außerhalb des Gesellschaftsvertrages jedenfalls ein
Notariatskat. (§ 76 Abs2).

318. Was ist ein Mitverkaufsrecht bezüglich GmbH-Geschäftsanteilen? Welchen Zweck hat eine
derartige Regelung?

Ein Mitverkaufsrecht bedeutet, dass eine Veräußerung der Anteile eines Gesellschafters nur dann
zuglassen wird, wenn sich der Erwerber zugleich verpflichtet, auch die Anteile der übrigen Gesellschafter
zu denselben Konditionen zu übernehmen. Zweck ist die Möglichkeit zu identen Bedingungen Anteile zu
veräußern um dadurch an etwaigen Kontrollprämien partizipieren zu können. (auch der Ausstieg) Ein
Umgekehrtes Aufgriffsrecht ist möglich (Erwerb des Geschäftsanteils des veräußerungswilligen
Gesellschafters). Möglich ist auch die Mitverkaufspflicht (drag along right)

319. Ist eine gesellschaftsvertragliche Vereinbarung zulässig, nach der ein Geschäftsanteil bei Eintritt
bestimmter Umstände (zB bei Tod eines Gesellschafters) automatisch den anderen Gesellschaftern
zuwächst?

Der OGH hält es für unzulässig.

320. X hat wirksam einen Geschäftsanteil erworben, jedoch scheint er im Firmenbuch noch nicht als
Gesellschafter auf. Was kann er tun?

Gesellschafter ist nur wer im Firmenbuch als solcher aufscheint (§78). Er kann die Gesellschaft auf
Durchführung der Anmeldung klagen. Anmeldung obliegt dem Geschäftsführer.

321. Kann über den GmbH-Geschäftsanteil ein Wertpapier ausgestellt werden?

Eine Verbriefung des Geschäftsanteils in einem handelbaren Wertpapier ist verboten (§75 Abs3)

322. Großvater A hält 30% der Anteile an der GmbH und möchte je 10% an seine beiden Enkel B und C
übertragen. Im Gesellschaftsvertrag ist diesbezüglich nichts geregelt. Ist dies möglich?

Eine Splittung (Teilabtretung) unter Lebenden ist nur möglich, wenn dies im Gesellschaftsvertrag
vorgesehen ist (§79). Er kann eine Satzungsänderung begehren oder Miteigentum begründen (§80)

323. Die GmbH überlegt, eigene Anteile zu erwerben. Ist dies zulässig?

Grundsätzlich ist es verboten und wirkungslos (§81). Ausnahmen sind dem § zu entnehmen.

324. Die GmbH lässt von ihrem Gesellschafter A ein Bauwerk errichten. Ist dies problematisch, wenn
das dafür bezahlte Entgelt zu hoch angesetzt ist? Wonach bemisst sich die Angemessenheit eines
Entgelts überhaupt?

Es herrscht ein strenger Kapitalerhaltungsgrundsatz (=Verbot der Einlagenrückgewähr §82). Anspruch


besteht lediglich bei Bilanzgewinn (§82 Abs 1) und anteiligem Liquidationserlös (§91 Abs 3) Das
Rechtsgeschäft zwischen Gesellschaft und Gesellschafter erfolgt nach Drittvergleich (Fremdvergleich).

325. Ist das Verbot der Einlagenrückgewähr auch dann anwendbar, wenn die Zuwendung nicht an
einen unmittelbaren Gesellschafter, sondern an einen mittelbaren Gesellschafter (Gesellschafter der
Gesellschaft, die direkt an der Gesellschaft beteiligt ist) oder an eine Schwestergesellschaft erfolgt?

Anzuwenden auf alle Gesellschaften, die wirtschaftlich dem Gesellschafter zuzurechnen sind.

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326. Was sind die Rechtsfolgen einer verbotenen Einlagenrückgewähr?

Als erstes ein Rückgewähranspurch der Gesellschaft (§83). Daneben hafteten die Geschäftsführer für den
von der Gesellschaft erlittenen Schaden nach §25 GmbHG. Subsidiär kann es zu einer Ausfallhaftung der
Mitgesellschafter kommen (§83 Abs2/3). Das Rechtsgeschäft ist außerdem nichtig.

327. Ist ein gegen das Verbot der Einlagenrückgewähr verstoßendes Rechtsgeschäft mit einem Dritten
wirksam?

Grundsätzlich ja, Ausnahmen gibt es bei Kollusion oder Missbrauch der Vertretungsmacht

328. A und B möchten Geschäftsanteile der C-GmbH erwerben, wobei die von A und B neu
gegründeten AB-GmbH als Erwerberin auftreten soll. Die Finanzierung des Anteilserwerbes soll ua
durch einen Bankkredit an die C-GmbH erfolgen, wobei diese die Kreditmittel zum Erwerb der Anteile
durch die AB-GmbH an diese weiterleiten soll. Der Kredit wird durch Garantien der AB-GmbH sowie
von A und B besichert. Sind der Kredit und das Sicherheitengeschäft rechtswirksam zu Stande
gekommen?

Es unterliegt dem Verbot der Einlagenrückgewähr, da der Bank der Verwendungszweck bekannt war. ->
Nichtigkeit. Es ändert jedoch nichts an der Wirksamkeit der Sicherheiten, womit die Garantien von A und
B sehr wohl eine wirksame Hauptschuld besichert haben.

329. Worum geht es im Eigenkapitalersatzrecht?

Die Finanzierung der Gesellschaft erfolgt über Eigen- bzw Fremdmittel (Finanzierungsfreiheit). Die
Finanzierung mit Fremdmittel ist Hinsicht einer Insolvenz günstiger. Kommt es in der Krise zur
Gewährung eines Kredits für die Gesellschaft durch einen Gesellschafter wird dieser wie Eigenkapital
behandelt (§1 EKEG): Auszahlungssperre (§14); nachrangige Insolvenzforderung; Rechtswirkung eines
Sanierungsplanes

330. Welche Gesellschaftsformen werden vom Eigenkapitalersatzrecht erfasst?

Sie sind in §4 EKEG aufgezählt. (Rechtsformen mit beschränkter Haftung)

331. Wann ist eine Gesellschaft in der Krise?

Krise wird in §2 definiert: zahlungsunfähig; überschuldet; Eigenmittelquote unter 8%; fiktive


Schuldentilgungsdauer mehr als 15 Jahre – eine dieser Tatbestände reicht

332. X hat der A-GmbH ein dem EKEG unterliegendes Darlehen zu Sanierungszwecken gewährt. X
möchte nun sein Geld zurück, da er an die Sanierung nicht mehr glaubt, und er überlegt einen
Insolvenzeröffnungsantrag gem § 70 Abs 1 IO zu stellen, weil er weiß, dass die A-GmbH (unter
Berücksichtigung seiner Forderung) zahlungsunfähig ist. Ein befreundeter Rechtsanwalt hilft X bei der
Erstellung des Insolvenzantrages und teilt X im Zuge dessen mit, dass sein Antrag abgelehnt werden
wird, da die A-GmbH unter Außerachtlassung seiner Forderung noch zahlungsfähig ist. Soll X den
Insolvenzeröffnungsantrag stellen oder sich auf seinen befreundeten Rechtsanwalt verlassen?
Begründen Sie Ihre Antwort.

Kommt es zu einer Beurteilung der Zahlungsunfähigkeit der A-GmbH sind die Forderungen des X nicht zu
berücksichtigen (Rückzahlungssperre §14). §70 IO bezweckt, dass X eine Eröffnung des

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Insolvenzverfahrens beantragen kann, aber nur, wenn die Zahlungsunfähigkeit auch bei
Außerachtlassung seiner Eigenkapital ersetzenden Leistung vorliegt. Das ist nicht der Fall.

333. Wann liegt eine für das EKEG relevante „Kreditgewährung“ vor?

Liegt nicht vor bei (§3 EKEH): Geldkredit für nicht mehr als 60 Tage; Waren- oder sonstige Kredite für
nicht mehr als sechs Monate; verlängerter oder gestundeter Kredit; bei Nutzungsüberlassung und
Dienstleistungen

334. Welche Gesellschafter werden vom EKEG erfasst? Was meint das EKEH mit „abgestimmtem
Verhalten“?

Gesellschafter ist, wer mit einem Anteil von zumindest 25% oder kontrollierend beteiligt ist.
(beherrschender Einfluss) – Abgestimmtes Verhalten -> beachte auch §6.

335. Die Internet-GmbH ist sanierungsbedürftig. Die Anteile der Internet-GmbH werden zu gleichen
Teilen von der IA-GmbH und der IB-GmbH gehalten. Zur Finanzierung von neuem Anlagevermögen
gewährte die IA-GmbH der Internet-GmbH einen (eigenkapitalersetzenden) Kredit. Die IB-GmbH haftet
für diesen Kredit als Bürge. Die Gesellschafter der IA-GmbH, A, B und C, haften als Subbürgen. Die
Internet-GmbH kann ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen und nimmt die IB-GmbH
als Bürge in Anspruch. Kann sich die IB-GmbH bei den Subbürgen regressieren, wenn die Internet-
GmbH noch nicht saniert ist?

Es gibt eine Rückgriffsperre gegenüber der Gesellschaft, sodass der bürgende Gesellschafter nicht ihr
gegenüber regressieren kann, gegenüber seinen Subbürgen besteht kein Problem. § 15

336. Inwieweit wird ein Gesellschafter einer GmbH mit einem Geschäftsanteil von 25% vor der
Mehrheit geschützt?

Das GmbHG enthält zahlreiche Minderheitenrecht für Gesellschafter mit 10% des Stammkapitals (vgl
§30b Abs5) Darüber hinaus ist im UGB im Zusammenhang mit den Rechnungslegungsvorschriften ein
Minderheitenrecht für einen Gesellschafter mit 10% des Stammkapitals enthalten. Die
Minderheitenrechte stehen auch einem Gesellschafter mit einem Anteil von 25% zu, jedoch nicht das
negative Minderheitenrecht, Satzungsänderungsbeschlüsse zu verhindern (Sperrminorität). Dafür ist ein
Anteil von 25% plus einer Stimme erforderlich.

337.Erläutern Sie in groben Grundzügen die Voraussetzungen und Rechtsfolgen eines


Kaduzierungsverfahrens.

Das Kaduzierungsverfahren (§§66ff) ist ein Mittel zur Einhaltung der Kapitalaufbringungsvorschriften.
Diese steht der Gesellschaft neben einer Leistungsklage gegen säumige Gesellschafter zur Verfügung:
Gesellschafter erfüllt nicht bei Fälligkeit seiner Einlageschuld; Setzung einer Nachfrist;
Ausschlusserklärung; Haftung der Rechtsvorgänger (Reihenregress); Verkauf des Geschäftsanteils; als
letztes Mittel -> Ausfallshaftung (§70)

338. Eine GmbH benötigt dringend liquide Mittel. Im Gesellschaftsvertrag ist vorgesehen, dass jährlich
Nachschüsse in Höhe von gesamt EUR 20.000 eingefordert werden können. Ist dies zulässig?

Nachschüsse sind nur möglich wenn es im Gesellschaftsvertrag festgelegt wurde (§72 GmbHG) oder
mittels Satzungsänderungsbeschluss auf diesen eingewirkt wurde. (§50 Abs4). Es ist für sämtliche
Gesellschafter gleichermaßen vorzusehen (Gleichbehandlungsgebot). Der konkrete Betrag ist in Bezug

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auf die Stammeinlagen festzulegen. Darüber hinaus ist die Einforderung auch von einem wirksamen
Einforderungsbeschluss der Gesellschafter (§39) abhängig.

339. Im Gesellschaftsvertrag ist eine wirksame Nachschusspflicht festgelegt. Ein Gesellschafter weigert
sich, Nachschüsse zu leisten. Was kann dagegen unternommen werden?

Nach §73 kann entweder eine Leistungsklage oder das Kaduzierungsverfahren (§§66 ff) eingeleitet
werden.

340. Die Gesellschafter der X-GmbH leisten entsprechend dem Gesellschaftsvertrag einen Nachschuss
zur kurzfristigen Überbrückung eines Finanzierungsengpasses. Nach 2 Monaten werden die Mittel
wieder an sie zurückbezahlt. Zu Recht?

Gem §74 können eingezahlte Nachschüsse, wenn sie nicht zur Deckung eines bilanzmäßigen Verlustes
am Stammkapital erforderlich sind, zurückgezahlt werden. Erforderlich ist jedoch ein
Rückzahlungsbeschluss (§35 Abs1 Z3 iVm §39) der zu veröffentlichen ist. (§74 Abs2) – Frist von drei
Monaten. Wird das Verfahren nicht eingeleitet haften Leistungsempfänger, Geschäftsführer und übrige
Gesellschafter. (Abs 4)

341. Welche Möglichkeiten einer Kapitalerhöhung sind bei der GmbH denkbar?

Es gibt 2 Möglichkeiten. Eine nominelle und eine ordentliche Kapitalerhöhung (§§52ff). Für beide ist ein
notariell beurkundeter Satzungsänderungsbeschluss erforderlich. Sie ist beim Firmenbuch anzumelden.
Bei der nominellen Kapitalberichtigung (Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln) kommt es zu keiner
Vermögensänderung. Rücklagen werden in Stammkapital umgewandelt. Zu umwandlungsfähigen zählen
offene Rücklagen, für bestimmte Zwecke gebildete Rücklagen, gebundene Rücklagen.

Die ordentliche (effektive) Kapitalerhöhung führt zu einer Vermögensänderung weshalb der Betrag
anzuführen ist. §52 Abs 6 zu beachten (Hälfteklausel). Es ist eine Übernahmserklärung zu leisten.

342. Was ist das Bezugsrecht?

Nach §52 Abs 3 GmbHG haben die Gesellschafter bei einer Kapitalerhöhung das Recht, anteilig die neuen
Stammeinlagen übernehmen zu können. Kann vorweg im Gesellschaftsvertrag ausgeschlossen werden.

343. A und B sind Gesellschafter der Solar GmbH. Im Frühjahr 2014 soll ein neuer Gesellschafter C
aufgenommen werden. In der Generalversammlung am 5.3.2014 soll Folgendes beschlossen werden:
(1) Das Stammkapital von EUR 72.000 wird um zur Gänze bar einzubezahlende EUR 6.000 auf EUR
78.000 erhöht. (2) Zulassung des C zur Übernahme der Kapitalerhöhung. (3) A und B verzichten
ausdrücklich auf das ihnen zustehende Bezugsrecht. In der Übernahmeerklärung mit dem neuen
Gesellschafter C soll geregelt werden, dass dieser zusätzlich ein Agio in Höhe von EUR 240.000 zu
leisten hat, um die Wertäquivalenz aus stillen Reserven auszugleichen. Was ist ein Agio? Ist das Agio in
den Kapitalerhöhungsbeschluss mitaufzunehmen oder genügt die Regelung im Rahmen der
Übernahmevereinbarung?

Das Agio (Aufgeld) ist die Vereinbarung einer zusätzlichen, den Nominalwert der Stammeinlagen
übersteigenden Leistung bei der Gesellschaftsgründung oder bei einer Kapitalerhöhung. Es wird nicht
dem Stammkapital zugeschlagen und lässt den Geschäftsanteil unberührt. (=Nebenleistungspflicht) Hier
muss es aus mehreren Überlegungen in den Kapitalerhöhungsbeschluss aufgenommen werden:

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Sicherstellung des Gleichheitsgrundsatzes; Erleichterung der Beweislage bei §41; Herstellung der
wertungsmäßigen Einheit zwischen der Übernahmeerklärung und dem Kapitalerhöhungsbeschluss

344. Wodurch unterscheiden sich die verschiedenen Varianten der Kapitalherabsetzung bei einer
GmbH im Wesentlichen voneinander?

Nur bei der ordentlichen Kapitalherabsetzung (§§54ff) kommt es zu einer Verminderung des
Gesellschaftsvermögens. Es ist ein entsprechender Satzungsänderungsbeschluss und die Anmeldung
beim Firmenbuch durchzuführen. (Aufgebotsverfahren)

Bei nominellen Kapitalherabsetzungen (Abs2) werden nur die Nennbeträge der Stammeinlagen
herabgesetzt.

345. Hat ein GmbH-Gesellschafter ein Austrittsrecht?

Das GmbHG sieht kein Austrittsrecht vor, eine Put Option (Andienungsrecht) kann vorgesehen werden.

346. Kann ein GmbH-Gesellschafter die Gesellschaft kündigen oder aus wichtigem Grund die Auflösung
der Gesellschaft verlangen?

Weder noch. Vgl §§132f UGB. Möglichkeiten im Gesellschaftsvertrag sind strittig.

347. Kann ein GmbH-Gesellschafter auis der Gesellschaft ausgeschlossen werden?

Das GmbHG sieht es nicht vor. Zulässig ist es im GV. Zu beachten ist das GesAusG.

348. Auflösung, Liquidation und Beendigung – sind diese Begriffe als Synonyme zu verstehen?

Aufgelöst bei gesetzlichem oder vertraglichem Auflösungsgrund. Dann tritt das Liquidationsverfahren
ein. Nach dieser kann sie aus dem Firmenbuch gelöscht und nach vollständiger Verteilung des
Vermögens beendet werden.

349. Welche gesetzliche Auflösungsgründe bei der GmbH kennen Sie?

In § 84 GmbHG werden 6 aufgezählt. Verstaatlichung (§95)

350. Was versteht man unter einer Verschmelzung? Welche Gesellschaften können miteinander
verschmolzen werden?

Bei einer Verschmelzung werden Gesellschaften mit eigener Rechtspersönlichkeit unter Ausschluss der
Liquidation im Wege der Gesamtrechtsnachfolge miteinander vereinigt. GmbHs (§§96), AGs(§§ 219 ff
AktG), Genossenschaften gleicher Haftung (GenVerschmG),GmbH und AG (§234 AktG). Man
unterscheidet zwischen „zur Aufnahme“ und „zur Neugründung“.

351. Was versteht man unter folgenden Begriffen: „down stream merger“, „up stream merger“, „side
stream merger“?

Down stream merger: Verschmelzung der Muttergesellschaft auf die Tochtergesellschaft.

Up stream merger: Tochter auf die Mutter

Side stream merger: zwischen Schwestergesellschaften

352. Ist bei einem Verschmelzungsvertrag eine besondere Form einzuhalten?

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Er bedarf eines Notariatsaktes. Beachte §222 und 220 Abs3 AktG

353. Was ist das „Umtauschverhältnis“? Wie kann sich ein Gesellschafter einer an der Verschmelzung
beteiligten Gesellschaft gegen ein seiner Ansicht nach unrichtiges Umtauschverhältnis zur Wehr
setzen?

Verhältnis der Beteiligung der bisherigen Gesellschafter nach Verschmelzung. Das „richtige“
Umtauschverhältnis hängt vom relativen Wert der beiden Gesellschaften ab. (§ 96 Abs 2 GmbHG iVm
„220 Abs2 Z3 AktG). Hat ein Gesellschafter genug Stimmgewicht kann er den Verschmelzungsbeschluss
verhindern, sonst nichts, Eine Nachprüfung des Umtauschverhältnisses ist im Außerstreitverfahren
möglich (§225c AktG)

354. Die Ö-GmbH hält 86,48% der Anteile an der X-AG und begehrt den Gesellschafterausschluss
gemäß GesAusG unter Festsetzung einer angemessenen Barabfindung von EUR 1.000 pro Aktie für die
Minderheitsaktionäre. Der Ö-GmbH liegen am Tag vor der Hauptversammlung unwiderrufliche
Annahmeerklärungen des Übernahmeangebotes im Umfang von weiteren rund 6,79% des
Nennkapitals vor. A, ein Minderheitsaktionär, wendet ein, dass durch die Festsetzung der
Barabfindung in sein verfassungsrechtlich gewährleistetes Recht auf Eigentumsfreiheit eingegriffen
wurde, die Höhe willkürlich und treuwidrig festgesetzt und im Übrigen der Ausschluss
rechtsmissbräuchlich erfolgte; er möchte weiterhin an der X-AG beteiligt sein. Kann A sich gegen den
Ausschluss wehren?

Der Mehrheitsgesellschafter hat zum Zeitpunkt der Beschlussfassung mindestens 9/10 des Nennkapitals
zu besitzen. (§1 GesAusG). Die erforderliche Beteiligung ist also erbracht. Er kann sich nicht wehren.

355. Kann eine österreichische GmbH mit einer deutschen GmbH verschmolzen werden? Wie
funktioniert das grundsätzlich?

Ja aufgrund des EU-VerschG. Es kommt zur Zusammenarbeit der Gerichte aus den betroffenen
Mitgliedsstaaten und andererseits auch zu einer Kombination der beteiligten Rechtsordnungen. Zu
beachten sind auch Anhörungs- und Beteiligungsrechte von Mitarbeitern. Das Registerverfahren
(Firmenbuchverfahren) wird in §§ 14f EU-VerschG geregelt.

356. Was versteht man unter einer „Umwandlung“?

Formwechselnde Umwandlung (§§ 245 bzw 239 AktG) keine Vermögensverschiebung, sondern lediglich
zur Änderung der Rechtsform des ansonsten identisch bleibenden Rechtsträgers. Bei der übertragenden
Umwandlung (§§ 1 ff UmwG) kommt es zu einer Vermögensübertragung. Entweder durch
Gesamtrechtsnachfolge des Hauptgesellschafters (=verschmelzende Umwandlung) oder durch eine
OG/KG der Personen die mindestens 90% ausmachen. (=errichtende Umwandlung).

357. Welche Gesellschaften fallen unter das SpaltG und welche Arten der Spaltung gibt es?

Ausschließlich Kapitalgesellschaften. Man kann Aufspaltung zur Neugründung und zur Aufnahme
unterscheiden (Vermögen wird gegen Anteilsgewährung übertragen). Zu unterscheiden ist die
Abspaltung die lediglich Vermögen überträgt. Sonderform stellt die nicht-verhältniswahrende Spaltung
dar.

358. Was ist gemeint, wenn im Zusammenhang mit der Spaltung von einer „partiellen
Gesamtrechtsnachfolge“ gesprochen wird?

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Die Spaltung ermöglicht eine teilweise Vermögensübertragung, wobei es zu einer


Gesamtrechtsnachfolge kommt.

359. Warum kann es für eine an einer Spaltung beteiligten Gesellschaft gefährlich sein, wenn die
übertragende Gesellschaft hohe Verbindlichkeiten aufweist?

Wegen der Spaltungshaftung gem §15 SpaltG.

360. In welchen Fällen besteht bei der Spaltung ein Austrittsrecht?

Bei nicht verhältniswahrenden Spaltungen (§9 SpaltG) und rechtsformübergreifenden (§11)

361. Betrachten Sie den abgedruckten Firmenbuchauszug genau. Welche Informationen können
darauf abgelesen werden?

Ist dem Buch zu entnehmen!

429. Was ist unter SE zu verstehen? Welchen Zweck verfolgt sie?

Sie ist eine supranationale Gesellschaftsform, die für Unternehmen von grenzüberschreitender
Bedeutung zur Verfügung stehen soll.

430. Wo sind die Regelungen für die SE zu finden? In welchem Verhältnis stehen diese zueinander?

SE-VO, SEG, SE-RL. Unterliegen der Satzung sowie dem nationalen Aktienrecht. Die Rangordnung ist in
Art 9 SE-VO festgelegt.

431. Welche Möglichkeiten stehen ganz grundsätzlich für die Gründung einer SE zur Verfügung?

Geregelt in Art 2 und 3 SE-VO bzw. §§ 17 ff SEG. Gründung durch: Verschmelzung, Holding-SE, Tochter-
SE, Umwandlung einer nationalen AG in eine SE

432. Kann eine SE durch Verschmelzung einer österreichischen AG mit einer italienischen AAG
gegründet werden? Wie werden die Gläubiger der beteiligten Gesellschaften diesfalls geschützt? Wie
werden die Gesellschafter der österreichischen AG geschützt?

Ja nach Art 2 SE-VO. Zwischenstaatlichkeit ist erfüllt. Es besteht die Möglichkeit die
Verschmelzungsunterlagen abzufragen. (§19 Abs2 SEG). Bei Gefährdung der Forderungen kann eine
Sicherheit verlangt werden (§23 iVm 14 SEG). Widersprechende Aktionäre haben ein Austrittsrecht (§21)

433. Wodurch unterscheidet sich die Organisation der SE wesentlich von jener der österreichischen
AG? Was zeichnet diese „unterschiedliche“ Organisationsform aus?

Die SE hat entweder ein dualistisches (§35-37 – entspricht mehr oder weniger der österreichischen AG)
oder ein monistisches System (§38-60) zur Organisation. Vorteile des monistischen Systems sind ein
besserer Informations- und Kommunikationsfluss sowie eine umfangreichere Kompetenz. Nachteil ist
offensichtlich die fehlende Kontrolle einer zweiten Instanz.

434. Was versteht man unter einer Genossenschaft? Wodurch zeichnet sich diese aus?

§1 Abs 1 GenG. Es ist eine Personenvereinigung mit Rechtspersönlichkeit von nicht geschlossener
Mitgliederzahl, die im Wesentlichen der Förderung des Erwerbs oder der Wirtschaft ihrer Mitglieder
dient.

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435. Ist die Genossenschaft Unternehmer?

Sie ist ein Unternehmer kraft Rechtsform (§ UGB)

436. Ist die Genossenschaft eine Gesellschaft?

= eine durch Rechtsgeschäft begründete Rechtsgemeinschaft mindestens zweier Personen, die einen
bestimmten gemeinsamen Zweck durch organisiertes Zusammenwirken erreichen will. Sie ist eine
Körperschaft und somit auch eine juristische Person (von einer Gesellschaft ganz abgesehn)

437. Welche Arten von Genossenschaft kennt das GenG? Wodurch unterscheiden sich diese
voneinander?

Es gibt 3 Arten (§2 GenG): unbeschränkter Haftung, beschränkter Haftung und mit
Geschäftsanteilshaftung. Dazu muss man den Fall der Liquidation/Insolvenz unterscheiden (§§ 53, 76,
86a) Hier haften die Genossenschafter zwar auch persönlich und solidarisch, nicht jedoch primär oder
unmittelbar.

438. Was versteht man unter einer Genossenschaftsrevision?

Vergleichbar mit der Abschlussprüfung bei den Kapitalgesellschaften. (§1 Abs1 GenRevG)

439. Wie viele Organe muss eine Genossenschaft jedenfalls aufweisen?

Zwingend sind der Vorstand (§§15ff GenG) und die Generalversammlung (§§ 27ff). Ab 40 Arbeitnehmer
auch einen Aufsichtsrat (§ 24)

440. Ist eine Regelung in den Statuten zulässig, wonach der Vorstand der Genossenschaft vom
Aufsichtsrat bestellt wird?

Nach § 15 GenG kann der Genossenschaftsvertrag die Bestellung durch den Aufsichtsrat vorsehen.

441. Bei der Generalversammlung der „Farmer e.Gen.“ sind 150 von 1000 Mitgliedern anwesend. 90
der anwesenden Mitglieder stimmen dafür, dass künftig nur mehr Personen, welche im Umkreis von
100 km des Sitzes der Genossenschaft ihren ordentlichen Hauptwohnsitz haben der Genossenschaft
beitreten können. Das Stimmrecht bemisst sich nach Köpfen. Ein paar Tage später behauptet das
Mitglied A, welches „dagegen“ gestimmt hat, dass der Beschluss so oder so ungültig sei. Hat das
Mitglied A recht, wenn das Statut keine vom Gesetz abweichenden Mehrheitserfordernisse vorsieht?

Zur Beschlussfähigkeit benötigt sie 10% (§31). Das Konsensquorum ist absolute Stimmenmehrheit (§33).
Abänderungen des Genossenschaftsvertrages benötigen jedoch zwei Drittel. (§33 Abs 2 iVm § 5 Z4)

442. Das Genossenschaftsmitglied Hans würde gerne seine Mitgliedschaft an seine Tochter abgeben.
Geht das so einfach?

Es kommt auf die Art der Genossenschaft an. Bei beschränkter Haftung oder mit Geschäftsanteilshaftung
ist dies mit Zustimmung des Vorstandes möglich. (§83) Bei unbeschränkter, nur wenn es im
Genossenschaftsvertrag eingeräumt wurde (§ 54 Abs 2 GenG)

443. Nach § 142 UGB erlischt die Gesellschaft ohne Liquidation, wenn nur noch ein Gesellschafter
verbleibt. Das Gesellschaftsvermögen geht im Wege der Gesamtrechtsnachfolge auf diesen über. Ist
dies auch auf die Genossenschaft anwendbar, wenn Genossenschafter drei natürlich Personen und
eine GmbH sind, wobei auf letztere alle Anteile übertragen werden soll?

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Es besteht keine planwidrige Lücke, wodurch § 142 UGB nicht zur Anwendung kommt.

444. Was ist unter einer SCE zu verstehen? Welchen Zweck verfolgt sie?

Die Europäische Genossenschaft ist eine supranationale Gesellschaftsform mit Rechtspersönlichkeit, die
die Entwicklung länderübergreifender Tätigkeiten von Genossenschaften fördern soll.

445. Wo sind die gesetzlichen Regelungen für die SCE zu finden?

SCE-VO und SCEG.

446. Ist die Privatstiftung eine Gesellschaft? Beschreiben Sie diese kurz.

Sie ist ein eigentümerloses Rechtsgebilde, also keine Gesellschaft, trotzdem besitzt sie
Rechtspersönlichkeit. Sie steht für alle nicht-risikoreichen Tätigkeiten zur Verfügung. Geregelt im PSG.

447. Nach welchen Kriterien ist eine Stiftungserklärung auszulegen?

Grundsätzlich nach §914 ABGB.

448. Der Stifter möchte die X-Stiftung zur Versorgung für sich und seine Familie errichten und seine
drei Kinder als Vorstandsmitglieder bestellen. Geht das?

Nein. Begünstigte und Angehörige sind ausgeschlossen (§15 Abs 2 und 3 PSG) ebenso Beauftrage Abs 3a.

449. Welche Vorgaben sind bei der Errichtung eines Stiftungsbeirates zu beachten?

§ 14 PSG sieht die Organe vor. Zu beachten ist jedenfalls die Unvereinbarkeitsbestimmung des §23 Abs 2.

450. Was kann das Motiv dafür sein, Regelungen nicht in die Stiftungsurkunde, sondern in die
Stiftungszusatzurkunde aufzunehmen?

Nur die Stiftungsurkunde ist dem Formenbuch offenzulegen. Die Regelungen des §9 müssen dort hinein.

451. Der Stiftungsvorstand reduziert drastisch die vorhandenen liquiden Mittel, obwohl hierfür keine
Notwendigkeit besteht. Des Weiteren kauft der Stiftungsvorstand einen Anteil an einer vermieteten
Liegenschaft, wozu nicht nur die liquiden Mittel (nahezu) aufgebraucht werden, sondern sogar ein
Kredit aufgenommen wird. Können die Mitglieder des Vorstandes abberufen werden und wenn ja –
wie?

§27 Abs bestimmt, dass das Gericht ein Mitglied eines Stiftungsorgans auf Antrag oder von Amts wegen
abzuberufen hat, wenn dies die Stiftungserklärung vorsieht oder sonst ein wichtiger Grund vorliegt. Hier
besteht ein wichtiger Grund, deshalb ist der Vorstand abzuberufen.

452. Kann der Stifter auch noch nach Errichtung der Stiftung eine Änderung der Stiftungserklärung
herbeiführen? Wenn nein: Wer kann sonst notwendige Änderungen vornehmen?

Nur wenn er sich das Änderungsrecht vorbehalten hat (§33 Abs 2). Wenn nicht hat der Vorstand eine
Befugnis dazu. Dies hat das Gericht abzusegnen. (§ 33 Abs 2 Satz 2 und 3 PSG)

453. Welche Vor- und Nachteile hat es, wenn sich der Stifter einer Privatstiftung das Widerrufsrecht
vorbehält bzw wenn er dieses auch ausübt?

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Der Stifter hat mit dem Widerrufsrecht die Möglichkeit, sein Vermögen zurück zu erhalten. Der Vorstand
kann dieses auch nicht unterlaufen. Nachteil liegt in der Nichtanwendbarkeit der Zweijahresfrist des §
786 Abs 3 ABGB (Schenkungsanrechnung). Es ist als relevantes Kontrollmittel angesehen. Bei nur einem
Stifter wäre ein Eingreifen eines Gläubigers in das Stiftungsvermögen durch Pfändung möglich. Auch auf
das Steuerrecht hat es Auswirkungen.

454. Kann sich ein Stifter, der sich zunächst nur das Änderungsrecht vorbehalten hat, mittels einer
Änderung noch ein Widerrufsrecht beschaffen? Wenn nein: Sind sonst widerrufsgleiche Änderungen
zulässig?

Nein, das Recht steht nur zu wenn es von Anfang an vorbehalten wurde. Widerrufsgleiche sind auch
unzulässig.

455. Kann sich jeder Stifter das Widerrufs- und/oder das Änderungsrecht vorbehalten?

Änderungsrecht ja, Widerrufsrecht nur natürliche Personen.

456. Ist eine Stiftungserrichtung durch einen Treuhänder zulässig? Kann der Treugeber nachträglich in
die Stifterstellung einrücken?

Eine treuhändige Stiftungserrichtung ist zulässig, eine Übertragung ist jedoch nicht zugelassen.

457. Was ist unter einer FE zu verstehen? Welchen Zweck verfolgt sie? WO ist diese geregelt bzw
welche Grundlagen gibt es dazu?

Eine europäische Rechtsform, die es ermöglichen soll, private Gelder für Zwecke des Gemeinwohls
innerhalb der EU transferieren zu können. Voraussetzung: Gemeinnützigkeit; grenzüberschreitend;
Stiftungskapital von mind. 25.000€.

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