Sie sind auf Seite 1von 5

Ök Andacht – 19. Nov 2019 – Mt.

5,21-26

Es ist mein erstes Mal, auf Deutsch zu predigen. Mein Deutsch ist
noch nicht gut, aber ich versuche am besten!

Bevor ich predige, ich möchte alle bitten, lass uns die Bibel von
Matthäus 5, Verse 21 bis 26 lesen. Von der Hoffnung-für-alle-Bibel.
Ich mag diese Übersetzung, weil die Sprache sehr einfach ist. Ich lese
alles für uns:
Matthäus 5 Verse 21 bis 26
Versöhnung mit dem Gegner
21 »Wie ihr wisst, wurde unseren Vorfahren gesagt: ›Du sollst nicht
töten! Wer aber einen Mord begeht, muss vor ein Gericht gestellt
werden.‹
22 Doch ich sage euch: Schon wer auf seinen Mitmenschen zornig ist,
gehört vor Gericht. Wer zu ihm sagt: ›Du Schwachkopf!‹, der gehört
vor den Hohen Rat, und wer ihn verflucht, der verdient es, ins Feuer
der Hölle geworfen zu werden.
23 Wenn du also deine Opfergabe zum Altar bringst und dir fällt dort
ein, dass jemand dir etwas vorzuwerfen hat,
24 dann lass dein Opfer am Altar zurück, geh zu deinem Mitmenschen
und versöhne dich mit ihm. Erst danach bring Gott dein Opfer dar.
25 Wenn du jemandem etwas schuldig bist, dann setz alles daran,
dich noch auf dem Weg zum Gericht mit deinem Gegner zu einigen.
Sonst wird er dich dem Richter übergeben, und dieser wird dich
verurteilen und vom Gerichtsdiener ins Gefängnis stecken lassen.
26 Ich versichere dir: Von dort wirst du nicht eher wieder
herauskommen, bis du auch den letzten Rest deiner Schuld bezahlt
hast.«

1
Ich möchte diese Predigt mit arabischem Sprichwort öffnen:
‫خير الناس أحسنهم خلقا و أنفعهم للناس‬
Khoirun-naasi akhsanuhum khuluqan, wa anfa‘ahum lin-nasi!
(die besten Menschen sind die Menschen mit besten Charakteren und
nützlich für andere Menschen)
Menschen müssen: anfa‘ahum linnasi – nützlisch für andere
Manschen sein!
Deswegen sollte eigentlich ein guter Mensch einen Beitrag leisten
können oder Vorteile für andere haben.
Wir sollten andere zum Leben bringen!
Es gibt eine indonesische Redewendung: „memanusiakan manusia“
die Menschen machen die anderen Menschen als Menschen!
Deshalb ist eigentlich ein menschliches Wesen ein Wesen, wenn er /
sie andere zum menschlichen Wesen werden macht!
Es gibt auch ein anderes Sprichwort, aber diesmal ist es aus meiner
Heimatstadt, Manado, und es wird von einem indonesischen
Nationalhelden gesagt, der auch in Deutschland vor der
Unabhängigkeit Indonesiens studiert hatte. Sein Name war Sam
Ratulangi. Er sagte auf Minahasische Sprache: Si tou timou tumou
tou! (es reimt sich: tou bedeutet: entweder das Leben oder der
Mensch) – auf Englisch reimt es auch sich: (the living [human being]
lives to make live the [othes] live) - der Mensch lebt, um die anderen
auch leben zu machen.
Nochmals: der Mensch (tou) muss die anderen (die anderen
Menschen) leben zu machen (tumou tou).
Oder mit anderen Worten, ein Mensch soll für andere nützlich sein!

Stattdessen werden wir manchmal wie ein lateinisches Sprichwort:


Homo homini lupus! – Ein Mensch ist ein Wolf für die andere
Der amerikanische Komiker, Bill Maher (seine Mutter war Jude und
sein Vater war katholisch, aber er ist agnostisch). Er drehte einen

2
Dokumentarfilm über Religionen mit dem Titel: Religiulous - er
sagte: being religious is sometimes like being ridiculous.
Warum? Weil es manchmal religiöse Leute gibt, die lächerlich
(ridiculous) sind.
Sie sind religiös aber sie nehmen die Menschheit beiseite!
sie sind allerdings religiös, aber sie sind nicht spirituell

Es gibt so viele Fälle, in denen die Menschen so religiös sind! Aber


wir vergessen die Menschheit!

Vor 2 Jahren hatte ich auf Facebook eine Debatte über Matthäus 23
mit einem Mann (Der Text ist über Jesus, der die Pharisäer und
Schriftgelehrten der Thora kritisierte). Nach seiner Interpretation von
Matthäus 23 hat dieser Mann gesagt, dass Jesus auch über den Hass
lehrte. Stellt vor: Jesus lehrt über den Hass?
Es passiert, wenn wir nur religiös sind, aber wir hassen andere Leute!
Wirklich würde ich sagen: Menschen sind für Gott, aber Gott ist nicht
für die Interessen der Menschen!
Es gibt auch einen Fall im Evangelium über Schabbat: Schabbat ist
für die Leute, aber die Leute ist nicht für Schabbat (Mrk 2,27)
Deswegen würde ich auch sagen: Die Religion ist für die Güte der
Menschen, aber die Menschen ist nicht für die Religion!

Manchmal versklaven wir, als Menschen, den Gott! Aber uns


versklaven die Religion!
Aus Gründen der Religion und Religiosität hassen wir die anderen
Leute!
z. B. – Ich hasse ihn, oder ich hasse sie, oder ich hasse diese Leute,
denn sie sind nicht: Evangelisch, Katholisch, Orthodox, Christlich,
Islamisch, Jude, Hinduistisch, Buddhistisch, oder nicht Europäer,
Amerikaner, Asiaten, Afrikaner, Araber usw. Denn sie sind nicht wie
ich, wie was ich glaube, wie was ich will!

3
Denkt daran: Der Hass ist gegen die Liebe! Jesu Hauptlehre handelt
von Liebe!
Es gab einen Fall in Jakarta, wobei der Major (er heißt Ahok) wegen
Blasphemie gegen eine Religion ins Gefängnis gesteckt wurde –
Einige Leute benutzen einen Grund hinter der Religion, um ihre
Anklage richtig zu machen!
##
In der Zeit von Jesus gab es auch einige Leute, die den Gott
versklavten, aber sie wurden von der Religion und Religiosität
versklavt.
Warum? Weil sie die Bibel fehlinterpretiert hatten! Torah war für sie
als „das versklavende Gesetz“
Aber Jesus zeigt durch seine Lehre, einschließlich unseres heutigen
Textes: Die humane/menschliche Seite der Thora. Weil Thora aus
„yarah“ auf Hebräisch bedeutet einfach „Lehre“ (teaching)
Es gibt 2 unterschiedliche Thoras in jüdischer Tradition: die
schriftliche Thora und die mündliche Thora. Die mündliche Thora ist
wie ein Fenster, in der Mitte gibt es die schriftliche Thora. Das ist wie
eine Verhinderung. Wenn man tut etwas, das gegen die mündliche
Thora ist, dann sündigt man nicht gegen die wirkliche Thora!
Ich würde sagen, Jesus lehrt über diese Sache in unserem heutigen
Text –
Vers 21 – ist die Thora von 2.Mose [Exodus] 20,13; 21,12
Vers 22 – der Fenster der Thora – die Verhinderung! Wie man die
Thora machen soll
Vers 23-26 – die menschheitliche Interpretation für die Thora – die
Menschheit hinter der Religion / dem religiösen Text
Es gibt Leute, die denken würden, dass Jesus sehr extrem mit der
Thora war
Dieser Text ist ein Teil von der Bergpredigt in Mt 5-7. Kapitel 5-7
von Matthäus kann nicht ohne Kapitel 7 gelesen werden.

4
Der Grundgedanke von diesem Text (der Bergpredigt) liegt in Kapitel
7 Vers 12:
Πάντα οὖν ὅσα ἂν θέλητε ἵνα ποιῶσιν ὑμῖν οἱ ἄνθρωποι,
Pánta un hósa àn thélite hína piosin himin hi ánthropi,
Alles nun, was ihr wollt, dass die Menschen euch tun sollen,
οὕτως καὶ ὑμεῖς ποιεῖτε αὐτοῖς·
hútos kè himis piite avtis,
das tut ihr ihnen auch,
οὗτος γάρ ἐστιν ὁ νόμος καὶ οἱ προφῆται.
hutos gár estin ho nómos kè hi profite
denn das ist das Gesetz und die Propheten.

-- Das ist die Zusammenfassung der ganzen Bibel!


Unsere Beziehung ist nicht nur mit Gott bzw. mit der Religion,
sondern auch mit den anderen Menschen!
Viele Leute fühlen sich: nahe bei Gott, fromm, beten immer,
regelmäßig in die Kirche gehen usw. aber sie vernachlässigen die
Beziehung zu anderen Menschen: Sie hassen einander, sie
missgönnen anderen usw.

Die Terroristen fühlen sich Gott am nächsten, aber sie hassen anderen
Menschen! Sie töten anderen Menschen!
Denkt daran:
Wenn du das Gefühl hast, Gott nahe zu sein, aber andere Menschen
hasst, stimmt etwas nicht mit deiner Religiosität.
Amen!