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Strahlungsmessung

mit
Geiger-Müller-Zählrohren

Wegen vieler Anfragen, die uns in Zusammenhang mit Strahlungs-


messungen erreichen, haben wir eine Sammlung von bereits vergrif-
fenen Valvo-Veröffentlichungen zu diesem Thema zusammengestellt.
Diese Veröffentlichungen behandeln z.T. ausführlich die Grundla-
gen der Strahlungsmessung mit Geiger-Müller-Zählrohren, und daher
sind sie weiterhin von Interesse. Die Schaltungsvorsehläge sind
älteren Datums und z.T. noch mit Röhren oder abgelösten Halblei-
terbauelementen bestückt, wodurch eine Umrüstung auf moderne Bau-
elemente erforderlich ist. Für interessierte Leser dürften sich
jedoch weiterhin wertvolle Hinweise und Anregungen für den Bau
von Strahlungsmeßeinrichtungen ergeben.
Inhalt
Ein handliches Strahlungsmeßgerät,
Valvo Brief, Mai 1959

Gerät zur Strahlungsanzeige,


Transistor-Kompendium Teil IV, April 1965

Eine Zählrohrkombination zur Messung der Dosisleistung von y'-Strah-


lung im Bereich von 10 bis 10 r/h,
Technische Informationen, Oktober 1967

Eine Schaltung mit GM-Zählrohren für hohe Zählraten,


Technische Informationen, Oktober 1967

Anmerkung zur Strahlungsmessung,


Technische Informationen 46s, September 1956

Einfache Spannungsstabilisierung für GM-Zählrohre,


Technische Informationen 15, Februar 1962

Ein hochempfindliches Strahlenmeßgerät mit Mittelwertanzeige,


Technische Informationen Sonderdruck, Relaisröhren u. Anwendungen, Juni 1961

Wirkungsweise und Eigenschaften von GM-Zählrohren,


Technische Informationen, Dezember 1957

GM-Zählrohre, Begriffe und Definitionen,


Technische Informationen 24s, März 1955
YALYO

Strahlungsmessung
mit
Geiger-Müller-Zählrohren

Zusammenstellung von Valvo-Veröffentlichungen


(1955-1967)
Nachdruck 1980

Diese Schrift gibt keine Auskunft über Liefermöglichkeiten. Die angegebenen Daten
dienen allein der Produktbeschreibung und sind nicht als zugesicherte Eigen-
schaften im Rechtssinne aufzufassen. Etwaige Schadenersatzansprüche gegen uns
— gleich aus welchem Rechtsgrund — sind ausgeschlossen, soweit uns nicht Vorsatz
oder grobe Fahrlässigkeit trifft.
Es wird keine Gewähr übernommen, daß die angegebenen Schaltungen oder Ver-
fahren frei von Schutzrechten Dritter sind.
Ein Nachdruck — auch auszugsweise — ist nur zulässig mit Zustimmung des Heraus-
gebers und mit genauer Quellenangabe.
Ein handliches Strahlungsmeßgerät
Geräte zur Messung radioaktiver schen Untersuchungen, bei der Suche
Strahlung finden heute zunehmendes nach verlorengegangenen radioakti-
Interesse, da Bau und Handhabung ven Präparaten oder zur Kontrolle
ein neues, interessantes Betätigungs- von Trinkwasser, Nahrungsmitteln,
feld darstellen. Im vorliegenden Brief Kleidern u. a. m. Weitere Anwen-
soll deshalb ein einfaches Strah- dungen sind die Überwachung der
lungsmeßgerät beschrieben werden, Strahlungsintensität beim Transport
dessen Herstellung keinerlei beson- von radioaktiven Isotopen sowie
dere Schwierigkeiten bereitet, zumal überschlägige Intensitätsmessungen
da geeignete Bauelemente in preis- im Laboratorium bei der Untersu-
werten und zweckmäßigen Ausfüh- chung von radioaktiven Prozessen.
rungen im Handel erhältlich sind. Die vollständige Schaltung des Ge-
Abb. l zeigt zunächst das Prinzip- rätes ist in Abb. 2 wiedergegeben.
schaltbild eines batteriebetriebenen Sie besteht aus den zwei Haupt-
Strahlungsmeßgerätes, das zur Mes- teilen:
sung von Gammastrahlung mit dem a) Spannungswandler
Geiger - Müller - Zählrohr VALVO b) Zählrohrkreis
18503 und zur Messung von Alpha-
und Beta- sowie auch Gammastrah- Spannungswandler
lung mit dem Geiger-Müller-Zähl-
rohr VALVO 18504 bestückt werden Im Spannungswandler, der im we-
kann. sentlichen aus einem selbsttätigen
Als Stromquelle verwendet man eine Transistorschalter, einem Ferrox-
3 V Batterie, deren Spannung in einem cube-Kleintransformator und einer
Gleichspannungswandler auf 500 V Gleichrichteranordnung besteht, wird
heraufgesetzt wird. Die Anzeige der die Batteriespannung von 3 V auf
Strahlungsintensität erfolgt optisch eine Sekundärspannung von 500 V
mittels der Subminiatur-Anzeige- heraufgesetzt. Die Spannungsquelle
röhre VALVO DM 70. Zusätzlich zu bildet eine 3 V Batterie, an deren
dieser Anzeige können entweder ein Stelle auch zwei Monozellen zu
Kopfhörer oder ein Meßinstrument je 1,5 V verwendet werden kön-
angeschlossen werden. Das ganze nen. Die Geiger-Müller-Zählrohre
Gerät läßt sich in einem Gehäuse VALVO 18503 und 18504 benötigen
der Größe 18x6x3 cm3 unterbringen eine Gleichspannung von etwa 500 V
und wiegt mit zwei Monozellen von bei einer Stromaufnahme von weni-
je 1,5 V etwa 350 g. Die Leistungs- ger als 3 fiA.
aufnahme des Gerätes beträgt ins- Die Arbeitsweise des Spannungs-
gesamt 3 V x 36 mA « 100 mW. wandlers ist folgende:
Das Gerät kann überall dort mitge- Zur transformatorischen Herauf-
führt werden, wo es gilt, die Quel- setzung der Batteriespannung muß
len radioaktiver Strahlung aufzu- die Gleichspannungsquelle periodisch
spüren, beispielsweise bei geologi- ein- und ausgeschaltet und an-

I) Optische Anzeig«
Radioakhv* ..
Strahlung Kopfhor*f

,') Mikroampertmetcr

Abb. l Blockschaltbild eines batteriegespeisten Strahlungsmeßgeiätes


S pa nn ungs wand i* r Zählrohr li r«l s

. Dt S*l*ngl*iclvKhl*r
Alle Widerstand* t 10% ToL*r»rz 3.25*

Abb. 2 Schaltung des Strahlungsmeßgerätes

schließend gleichgerichtet werden. lung Li eine Spannungsspitze auf, die


Anstelle eines sonst üblichen mecha- um so höher ist, je kleiner die Streu-
nischenZerhackers wird hier ein Tran- kapazitäten der Transformatorwick-
sistor OC 76 als elektronischer Schal- lungen gehalten werden. Diese Span-
ter mit relaisartiger Funktion ver- nungsspitze wird auf die Sekundär-
wendet. Beim Einschalten der Batte- wicklung L-j ~i~ Lt entsprechend dem
rie durch den Druckknopf St fließt Übersetzungsverhältnis mit einem
ein rasch ansteigender Kollektor- Spitzenwert von etwa 250 V über-
strom lc durch den Transistor. Von tragen, anschließend in einer Ver-
der Spule L, wird hierbei eine nahe- dopplerschaltung (siehe Abb. 2)
zu konstante Spannung in der Spule gleichgerichtet und auf 500 V Gleich-
L« induziert, die als Vorspannung spannung gebracht. Die negative
für den Transistor dient und über Basisvorspannung über den Wider-
den Widerstand Ri einen konstanten stand R, sorgt dafür, daß der
Basisstrom /,, fließen läßt. Entspre- Gleichspannungswandler mit Sicher-
chend dem Kennlinienfeld des Tran- heit sofort nach dem Einschalten zu
sistors (Abb. 3) kann der Strom nach arbeiten beginnt. Die Spannungs-
dem Erreichen des Punktes P nicht quelle wird beim Stromanstieg peri-
weiter ansteigen. odisch kurzzeitig hoch belastet. Da-
mit sich der innere Widerstand be-
sonders einer gealterten Batterie
hierbei nicht störend bemerkbar
macht, wird die Batterie mit dem
Elektrolytkondensator C, von 50 uF
überbrückt.
Der Transformator im Spannungs-
wandler besteht aus einem geschlos-
Abb. 3 Idealisierte Transistorkennlinie
für / & (Basisstrom) = const.
senen Ferroxcube-Topfkern ohne
Luftspalt S 25/16-00-3 B-2 und er-
hält folgende Wicklungen:
Von diesem Augenblick an wird in
der Spule L; keine Spannung mehr L, : 155 Wdgn. 0,3 mm CuL
induziert, folglich sinken im gleichen L; : 35 Wdgn. 0,1 mm CuL
Moment der Basis- und Kollektor- L3 : 700 Wdgn. 0,06 mm CuL
strom nahezu auf Null, d. h. der
Transistor wird gesperrt. Beim Ab- L -. 1850 Wdgn. 0,06mm CuL
sinken des Stromes tritt an der Wick- Li innen, L* außen
Zählrohrkreis ist der Schalter S* zu öffnen, damit
eine Mittelwertbildung der Impulse
Der Zählrohrkreis dieses Gerätes unterbleibt. Jeder Einzelimpuls ruft
(Abb. 2) unterscheidet sich von dann ein knackendes Geräusch im
üblichen Schaltungen, bei denen Kopfhörer hervor. Schließlich kann
häufig das Zählrohr als Sonde her- zur Anzeige ein geeignetes Meß-
ausgeführt wird, dadurch, daß Zähl- instrument, z. B. ein Mikroampere-
rohr und Verstärker zu einer Bau- meter mit 100 uA Vollausschlag, an-
einheit zusammengefaßt sind. Die geschlossen werden. Der Schalter S»
Anzeigeröhre DM 70 dient gleichzei- ist hierbei zu schließen. Das Gerät
tig als Verstärkerröhre. Die für kann ferner in Verbindung mit
diese Röhre erforderliche Anoden- einem Registriergerät benutzt wer-
spannung wird der Sekundärwick- den. Hierfür kommen z. B. schrei-
lung La des Transformators ent- bende Mikroamperemeter (S* ge-
nommen und über einen Einw§eg- schlossen) oder dekadische Zähler
Gleichrichter (Serienschaltung von mit der Zählröhre VALVO E l T
2 x OA 85) gleichgerichtet. Das Git- (S- geöffnet) in Frage.
ter der DM 70 wird an die Katode
(Mantel) des Geiger-Müller-Zählroh-
res angeschlossen, so daß bei zuneh- Hinweise für den Aufbau des
mendem Strahlungseinfall die Gitter- Gerätes
spannung positiver und die leuch- Beim Bau des Gleichspannungswand-
tende Fläche auf der Anode größer lers ist zur Vermeidung von Ver-
wird. Der Vorteil dieser Schaltung lusten auf gute Isolation zu achten.
liegt in der hohen Empfindlichkeit, Es empfiehlt sich, für das Gerät kein
so daß selbst der Nachweis von Metallgehäuse zu wählen, weil es
Strahlungen geringer Intensitätdie radioaktive Strahlung zum Teil
möglich ist. abschirmt und dadurch empfind-
Bei der optischen Anzeige durch die lidikeitsverringernd wirkt. Hinzu
Anzeigeröhre DM 70 wird der zeit- kommt, daß die Schaltkapazitäten
liche Mittelwert der Zählimpulse sicherlich größer werden als bei
(Schalter Sa geschlossen) dem Gitter Verwendung eines Isolierstoffgehäu-
der DM 70 zugeführt. Der Heizfaden ses. Zur Herabsetzung dieser stören-
dieser Röhre ist über einen Vor- den Schaltkapazitäten ist es außer-
widerstand mit der Batterie verbun- dem ratsam, die Widerstände Rt
den. Bei nichtleitendem Zählrohr und RJ unmittelbar am Zählrohr an-
liegt das Gitter der DM 70 auf dem zubringen.
Nullpotential des Gerätes. Da der Das Zählrohr selbst wird am besten
Heizfaden eine Spannung von + 7,7 V mit einer isolierenden Schelle dicht
gegenüber dem Gitter führt, bleibt an der Gehäuseinnenwand befestigt.
die Anzeigeröhre gesperrt. In die- Ebenfalls in unmittelbarer Nähe des
sem Fall leuchtet nur der Punkt der Zählrohres sollten sich der Gitteran-
gesamten Leuchtfläche, die die Form schluß der DM 70 und das „obere"
eines Ausrufungszeichens hat. So- Ende des Integrationskondensators
bald hingegen das Zählrohr radio- C6 befinden. Man achte sorgfältig
aktive Strahlung registriert, wird darauf, daß das Zählrohr und ins-
der Kondensator C« aufgeladen, und besondere dessen Anodenanschluß
die Gitterspannung steigt entspre- beim Einbau in das Gerät und auch
chend der Impulshäufigkeit. Folglich später bei der Handhabung gegen
wächst der Anodenstrom der An- Bruch, Zug, Schlag und Biegung ge-
zeigeröhre, und der Leuchtstrich schützt sind. Beim Einlöten muß der
nimmt an Länge zu. mitgelieferte Anodenclip abgenom-
über den Außenwiderstand R« der men werden, damit die Einschmel-
Anzeigeröhre können im Bedarfs- zung nicht gefährdet wird.
fall weitere Anzeigegeräte ange- Als Chassis ist eine hochwertige Iso-
schlossen werden, z. B. ein hoch- lierstoffplatte zu verwenden, an der
ohmiger Kopfhörer. In diesem Fall die Lötfahnen oder Lötstifte so an-
8

VALVO Röhren Soll das Gerät außer zur Messung nungen vom Präparat gemessen;
für die Strahlungsmessung von Gammastrahlung auch zur Fest- statt der Entfernung ist in Abb. 5
Goigor-Müller-Zahlrohre stellung von Alpha- und Betastrah- auf der Abszisse die Strahlungs-
18503 zur Messung von y- und Neutronenstrahlung lung dienen, so verwende man an- menge je Zeiteinheit angegeben, die
18504 zur Messung von a-, ß-, y- und Neutro-
nenstrahlung
stelle des Geiger-Müller-Zählrohres dem Quadrat der Entfernung um-
18505 zur Messung von a-, ß- und y-Strahlung VALVO 18503 das Zählrohr VALVO gekehrt proportional ist.
18506 zur Messung von a-, ß- und ^-Strahlung 18504. Es ist zweckmäßig, die Lage
18509 zur Messung von y- und starker /3-Strahlung
des Zählrohres außen auf der Ge- Das Maß für die Strahlungsmenge
Blauempfindlicha Foto v e r v i e l f a c h e r häusewand zu kennzeichnen oder ist das Röntgen: l r = 1000 mr, Man
50 AVP 11stufig, Katodendurchmesser 32 mm
eine verschließbare Öffnung in der bezeichnet die Strahlungsmenge
51 UVP 11stufig, Katodendurchmesser 32 mm*)
52 AVP tOstufig, Katodendurchmesser 20 mm Gehäusewand anzubringen, weil die als „Dosis". Wird diese Strahlungs-
53 AVP Itstufig, Katodendurchmesser 44 mm Anordnung und Abschirmung des menge in der Zeiteinheit gemessen,
53 UVP Ilstufig. Katodendurchmesser 44 mm*)
54 AVP Ilstufig, Katodendurchmesser 111 mm Zählrohres in bezug auf die Strah- z. B. in r/h oder mr/h, so spricht man
55 AVP 15stufig. Katodendurchmesser 44 mm lungsquelle mitbestimmend sind für von der „Dosisleistung" (DL).
150 AVP 10stufig. Katodendurchmesser 32 mm
die Empfindlichkeit des Meßgerätes.
Wie Abb. 4 zeigt, soll die Alpha- Treten bei der Anwendung des Ge-
*) Diese Typen haben ein Quarzfenster mit be-
sonderer Durchlässigkeit für ultraviolette Strahlung und Betastrahlung durch das Fenster rätes kleinere Ströme als etwa l nA
des Zählrohres eintreten. Die Gam- auf, so befindet man sich im Bereich
mastrahlen hingegen sollen senk- des Nulleffektes, der durch die kos-
recht zur Zählrohrachse einfallen. mische Strahlung und die natürliche
Strahlung
Radioaktivität der Umgebung her-
vorgerufen wird. Hier ist keine zu-
VALVO
Die Eichung des Gerätes verlässige Messung mehr möglich.
18503
Die Eichkurve der Abb. 5 (Meß-
instrument parallel zu R«) eines der
vorstehenden Beschreibung entspre-
chendes Labormuster kann als An-
.t-,B-Strahlung
haltspunkt für die Eichung verwen-
det werden. Diese Kurve wurde bei
VALVO 1850*
angeschlossenem Meßinstrument in
einem Strahlungsfeld bekannter In-
Abb. 4 Messung von Gammastrahlung und tensität aufgenommen, das von einem
Messung von Alpha- und
Belaslrahlung radioaktiven Präparat (Kobalt 60)
erzeugt wurde. Von der geringen 0 0.1 0.2 05 1
zubringen sind, daß die Bauteile Energieabsorption der Gammastrah-
ohne lange Zuleitungen und Über- len in Luft wurde hierbei abgesehen.
kreuzungen zwanglos zwischen ihnen Die angezeigten Werte des Stromes /
Abb. 5 H i c h k u r v e des Strahlungsmeßgeiätes
Platz finden. wurden bei verschiedenen Entfer- nach Abb. 2 (Labormuster)

Geiger-Miiller-Zählrohre trode (Katode), in der sich hochiso-


liert ein axialer Draht (Anode) be-
Die Ausführung der Geiger-Müller- findet. Im Betrieb ist der Draht dem
Zählrohre richtet sich nach der Art Mantel gegenüber positiv. Die Fül-
der zu messenden Strahlung. Die lung besteht aus Edelgasgemischen
Zählrohre VALVO 18504, 18505 und mit einem Zusatz (z. B. Chlor) unter
18506 besitzen ein Strahleneintritts- einem Druck von etwa 10 Torr. Un-
fenster aus Glimmer. Sie dienen ter der Einwirkung radioaktiver
zum Nachweis von Alpha-, Beta-, Strahlung wird die Gasfüllung lei-
Gammastrahlung; der Typ 18504 fin- tend, und es setzt eine Entladung
det zusätzlich zur Messung von Neu- ein, die aber infolge des Gaszusatzes
tronenstrahlung Verwendung. Das sofort wieder erlischt. Die Zahl der
Zählrohr VALVO 18509 ist ein Mi- Entladungsstöße ist bis zu einem
niaturzählrohr zur Messung von Mittelwert von etwa 10 000 Impulsen
Gamma- und starker Betastrahlung; je Sekunde der Strahlungsintensität
das Zählrohr VALVO 18503 hinge- proportional. Die Registrierung der
gen dient zur Messung von Gamma- Entladungsstöße geschieht gewöhn-
und Neutronenstrahlen und besitzt lich über einen Verstärker mit Hilfe
kein Strahleneintrittsfenster. eines angeschlossenen Gerätes, das
Geiger-Müller-Zählrohre sind gasge- entweder jeden Impuls einzeln zählt
füllte Entladungsgefäße. Den Mantel oder den zeitlichen Mittelwert an-
Abb. 6 Geiger-Muller-Zählrohr mit Glimmer-
bildet eine zylindrische Metallelek- z< igt. fenster VALVO 18504
9

Gerät zur Strablungsanzeige

Das handliche Gerät enthält ein Geiger-Müller-Zählrohr 18 503. Die Anzeige


erfolgt optisch mit einer Abstimmanzeigeröhre (DM 70 oder DM 71). Die
Gleichspannungen für Zählrohr und Abstimmanzeigeröhre werden von einem
Gleichspannungswandler geliefert (vgl. auch Schaltung 5.5), der aus zwei
1,5 V-Zellen gespeist wird.
Das Gerät nimmt einschließlich der Heizung für die Abstimmanzeigeröhre nur
eine Leistung von 100 mW auf und läßt sich auf einem Raum von 18 cm X
X 6 cm X 3 cm unterbringen.
Bei akustischer Anzeige mittels Kopfhörer wird der sonst geschlossene
Schalter 83 geöffnet. Anstelle des Zählrohres 18 503, das nur auf ^-Strahlen
anspricht, kann auch das Zählrohr 18 504 verwendet werden, mit dem sich a-,
ß- und ^-Strahlen feststellen lassen.

11mA

Kopfhörer
36mA oder
Meßinstrument

225..1131JA

Die Punkte kennzeichnen gleiche Wicklungsenden bei durchweg gleichem Wicklungssinn.

Transformator
Ferroxcube-Schalenkern S 25/16 - 3B2 - AL 417 (K 3 00 061)
= 155 Wdgn. 0,3 CuL n-4
= 35 Wdgn. 0,1 CuL na
= 700 Wdgn. 0,06 CuL 712
= 1850 Wdgn. 0,06 CuL m

'
10

Eine Zählrohrkombination zur Messung der Dosisleistung


von r -Strahlung im Bereich von 10~3 bis 103 r/h

1. Einleitung und Zusammenfassung überwiegend zur Messung von ^-Strahlung vorgese-


hen sind, soll auch diese Betrachtung auf -/-Strahlung
Zur Beschreibung der Intensität ionisierender Strah- beschränkt bleiben. Die dieser Beschreibung zu-
lung wird häufig der Begriff der Dosis verwendet. Als grunde liegenden Untersuchungen wurden mit einer
Einheit der Dosis (genauer Ionen- oder Ladungsdosis, 60Co-Strahlungsquelle durchgeführt, die zwei j<-Emis-
im Gegensatz zur Energiedosis) kann das Röntgen (r) sionen von 1,17 und 1,33 MeV mit gleicher Häufigkeit
dienen, das einer lonendosis von 2,08-10' lonen- aufweist.
paaren pro cm3 Luft von 0 °C und 760 Torr entspricht.
Der Quotient aus Dosis und Zeit ist die Dosisleistung,
die etwa in der Einheit r/h angegeben werden kann. 109

Die Messung der Dosis bzw. der Dosisleistung kann


mit Hilfe einer Ionisationskammer erfolgen; es werden
dann direkt die erzeugten Ladungen gemessen. Auch
zwischen der Strahlungsmessung mit Geiger-Müller- ~ 2
TJ
c
Zählrohren und der Dosis läßt sich ein Zusammen- o. 1Q8
hang herstellen. Es ist dabei zu bedenken, daß die UJ 7
Amplitude der gemessenen Impulse unabhängig, die 5
Empfindlichkeit (ausgedrückt durch den Quotienten v
3
aus der Anzahl der registrierten Impulse und der ein-
gefallenen Dosis) aber stark abhängig von der Art
und der Energie der Teilchen bzw. Quanten ist. In 1CT
Bild l ist am Beispiel des Zählrohrtyps 18550 die Ab- 10 2 3 5 7 ICT1 2 3 5 7 1 2 3 5
Quantenenergie (MeV)
hängigkeit der Empfindlichkeit als Funktion der Quan-
tenenergie von y-Strahlung dargestellt. Ein ähnlicher Bildl. Abhängigkeit der Empfindlichkeit eines Geiger-
relativer Verlauf ist auch bei anderen Zählrohrtypen Müller-Zählrohres des Typs 18550 von der Energie
zu beobachten. Da die hier verwendeten Zählrohre der eingestrahlten y-Quanten
11
Ein Maß für die Dosisleistung ist der zeitliche Mittel- RA ist der Anodenwiderstand. Für die Strommessung
wert aus der Zahl der mit Hilfe eines kalibrierten Gei- kann die einfache Schaltung nach Bild 3 benutzt wer-
ger-Müller-Zählers registrierten Ereignisse. DieMittel- den.
wertbitdung kann in einfacher Weise dadurch
geschehen, daß mit einem genügend trägen Meß-
instrument der Zählrohrstrom gemessen wird. Diese
Möglichkeit soll hier erörtert werden, insbesondere
wird gezeigt, wie durch Kombination verschiedener
Zählrohre der Meßbereich über viele Dekaden der
Dosisleistung ausgedehnt werden kann. Hierbei wird
die Tatsache ausgenutzt, daß der mittlere Zählrohr-
strom im Bereich von l bis 2 Dekaden der Dosis-
leistung mit dem Logarithmus der Dosisleistung in Bild 3. Einfache Schaltung zur Messung des mittleren Zähl-
einem linearen Zusammenhang steht. Zur Versorgung rohrstromes eines Geiger-Müller-Zählrohres
der Zählrohre muß eine gut stabilisierte Spannungs-
quelle zur Verfügung stehen.
Bei kleinen Dosisleistungen nimmt der mittlere Zähl-
rohrstrom proportional der Dosisleistung zu. Bei höhe-
2. Die Abhängigkeit des mittleren
rer Dosisleistung wird der zeitliche Abstand der Zähl-
Zählrohrstromes von der Dosisleistung impulse schließlich so klein, daß Zählverluste auftreten.
Der mittlere Zählrohrstrom in einem Geiger-Müller- Gleichzeitig verringert sich die mittlere Impulsampli-
Zählrohr wird bestimmt durch die Amplitude und die tude, da die Anzahl der während der Erholzeit auf-
Häufigkeit der Zählimpulse. Für die Impulsamplitude tretenden Impulse mit verringerter Amplitude wächst.
UpM gilt ein Zusammenhang, wie er im ersten Teil Der Zählrohrstrom steigt daher bei höheren Dosis-
dieser Technischen Information angegeben wurde leistungen weniger stark mit der Dosisleistung an.
(siehe dort Bild 2). Im Geiger-Müller-Bereich (Plateau) Dieses Verhalten bestimmt den linear mit dem Loga-
nimmt die Amplitude etwa linear mit der Betriebs- rithmus der Dosisleistung ansteigenden Teil der Kur-
spannung zu. Bild 2 zeigt dies am Beispiel eines der ven in den Bildern 4 bis 7. Darüber hinaus stellt sich
bei sehr hohen Dosisleistungen ein nahezu konstan-
900 ter mittlerer Zählrohrstrom ein, da die Häufigkeit der
Impulse dann nur noch durch die Totzeit des Zähl-
rohres bestimmt wird.

3. Eine Zählrohrkombination zur


Messung von Dosisleistungen
Die vier Zählrohrtypen 18522, 18553, 18550 und 18529
sind so ausgewählt, daß die Dosisleistungsbereiche,
in denen der mittlere Zählrohrstrom mit dem Loga-
rithmus der Dosisleistung in linearem Zusammenhang
steht, aneinander anschließen. Wählt man anhand der
Bilder 4 bis 7 zu jedem Zählrohr einen passenden
Anodenwiderstand RA und eine günstige Betriebsspan-
nung ÜB, dann kann man eine Schaltung gemäß
Bild 8 aufbauen, die das in Bild 9 dargestellte Verhal-
ten zeigt. Der nutzbare Meßbereich wird dadurch auf
Bild 2. Abhängigkeit der Impulsamplitude von der Be-
triebsspannung bei einem Geiger-Müller-Zählrohr 6 Dekaden ausgedehnt. Die Annäherung der Kurve
des Typs 18522. Innerhalb des Plateaus läßt sich an den geradlinigen (d. h. proportional zum Loga-
diese Kurve recht gut durch die Gerade rithmus der Dosisleistung) Verlauf ist hierbei schon
UPM = Uß-0,2 U, ersetzen. recht gut gelungen. Die optimale Anpassung ergibt
sich, wenn man experimentell durch Verändern der
Anodenwiderstände und der Betriebsspannungen bei
hier verwendeten Zählrohre. Der maximale mittlere stufenweiser Erweiterung des Meßbereichs die Kurve
Zählrohrstrom 7max tritt bei hohen Zählraten auf, er nach Bild 9 an den linearen Verlauf angleicht.
erreicht dann etwa den Wert
Der mittlere Zählrohrstrom in dieser Anordnung ist so
groß, daß er direkt mit einem Mikroamperemeter ge-
12

1 10' IO2 IO3 10- IQ' 10-' i io1 io2 io3


Dosisleistung (r/hl Dosisleistung (r/h)

IUU
l
80
___ - - - • L/„ =
70
-" " -
- - 500V
, J __ - -t- -
60
ft '- - • — .1.- 460V
50
40
30
ff s.-
[£ /. i* - — \ = 3.3
410V

20 u./\18 553. R.
10 4 MO

-&
io-3 ^io-2
0
1 10' 102 IO3 1 ]-* io-1 \1 io2 ic
Dosisleistung (r/h) Dosisleistung (r/h)

x- - - — —l -
60
~ i >e= -
// - -. 5 00 V
tiA //
/ ' — ---
50 / >8= -
.'/ — —
16 0 V -

40 ^ — —
*• • • -

30 2 ~—-
—— •— m,

/L ""••
-
^ ~410 V"

rf
- -
- —

20
/'r
// 18 553. fi>» = 3.9 MQ
10
^T

a
0 ^
1 10' 102 IO3 1T2 IQ"3 IQ'2 IQ'1 1 10' 10 2 10
Dosisleistung (r/h) Dosisleistung (r/h)

Bild 4. Abhängigkeit des mittleren Zählrohrstromes eines Bild 5. Abhängigkeit des mittleren Zählrohrstromes beim
Zählrohres vom Typ 18522 von der eingestrahlten Zählrohr-Typ 18553 von der eingestrahlten Dosis-
Dosisleistung leistung
Die ausgezogenen Kurven stellen Mittelwerte über eine große Zahl von Zählrohren dar. Die gestrichelt ge-
zeichneten Kurven geben die Standardabweichungen an. Die Kurven gelten, ebenso wie in den Bildern 5, 6, 7
und 9, für die Strahlung einer 60Co-Quelle.
13

(uA)
80
^^^— B-
6 ) 0 \ \V
70
fS =/ - 5i
/

60

50 4 5(

to
18550. ffx = 3.9 MO

lr
i
v
r r
f
//
#• 9=

30

20 >jy
10
g
—^ -«*
^
1 )-3 IQ-* 10-1 ^ 1 10' 10* 103
Dosisleistung (r/h)
10
Dosisleistung (r/h)

10- 10' 103 10* 105 10fi


Dosisleistung (r/h) Dosisleistung (r/h)

10
Dosisleistung '(r/h) Dosisleistung (r/h)

Bild 6. Abhängigkeit des mittleren Zählrohrstromes beim Bild 7. Abhängigkeit des mittleren Zählrohrstromes beim
Zählrohr-Typ 18550 von der eingestrahlten Dosis- Zählrohr-Typ 18529 von der eingestrahlten Dosis-
leistung leistung
14

600V teov •600V 550V messen werden kann. Die Dämpfung des Instrumentes
richtet sich nach der statistischen Häufigkeit der Zähl-
impulse an der unteren Grenze des hier betrachteten
12.2MQ 2.7MP. k.7MP 2.2M
Dosisleistungsbereichs, die in der Größenordnung von
IBS;»2 U 55 3 1£ 55 0 1£ 52 5 • 103 Imp/s liegt. Man kann also ein Instrument mit

K •
^
"N /"">

r• "N geringer Dämpfung benutzen, das dann auch auf
plötzliche Änderungen der eingestrahlten Dosis-
leistung schnell reagiert.
Der Verlauf des mittleren Zählrohrstromes mit der
Dosisleistung, bzw. die Meßgenauigkeit, die mit der
beschriebenen Zählrohranordnung erreicht werden
kann, wird durch verschiedene Größen beeinflußt,
und zwar

Bild 8. Parallelschaltung von vier Zählrohren zur Messung 1. durch die Streuungen der Daten einzelner Zähl-
von Dostsleistungen im Bereich von 10-3 bis 103 r/h rohre. Hierüber geben die gestrichelten Kurven In
den Bildern 4 bis 7 und 9 Aufschluß;
2. durch Streuungen der Anoden widerstände. Die
dadurch bedingte relative Änderung des Zählrohr-
stromes entspricht etwa der relativen Änderung
tts
1 / des Anodenwiderstandes;
Ip-A)
225
/ / 's
'/ /
3. durch Schwankungen der Versorgungsspannung.
Die relative Änderung des Zählrohrstromes ergibt
s
200 x, sich aus der Gleichung
y X
175 **
X
-X M/I = AL/B/Up« .
150
^
Änderungen der Betriebsspannung wirken sich
125 ^
100
f 2" demnach um so weniger aus, je höher die Span-

/ nungsamplitude der Zählimpulse Ist. Eine hohe


Impulsamplitude erhält man bei hoher Betriebs-
//
75
spannung (innerhalb des Plateaus!) und niedriger
50

25
x s Geiger-Müller-Schwelle. Ein langes und bei relativ
niedriger Spannung beginnendes Plateau ist da-
Q her vorteilhaft für die Stabilität der Schaltung. Da
1 )-* 10-3 JO-2 10-' l 10l 102 10
Dosisleistung (r/h) die Spannung auch kurzzeitigen Schwankungen
unterworfen ist, sollte eine möglichst gut stabili-
Bild 9. Abhängigkeit des mittleren Zählrohrstromes der sierte Spannungsquelle verwendet werden;
Anordnung nach Bild 8 von der eingestrahlten Do*
sisleistung. Der Verlauf dieser Kurve wurde aus 4. durch die Temperatur der Zählrohre. Die Zählrate
den Bildern 4 bis 7 abgeleitet. Die ausgezogene und der Verlauf des Plateaus können von der
Kurve gilt für Zählrohre mit mittlerer Empfindlich-
keit, die gestrichelt gezeichneten Kurven ergeben Temperatur abhängen. Außerhalb des zulässigen
sich bei Berücksichtigung der Standardabweichun- Bereiches der Betriebstemperatur können Nach-
gen. impulse oder sogar Oszillationen auftreten.
15

Eine Schaltung mit Geiger-Müller-Zählrohren


für hohe Zählraten

1. Zusammenfassung Begriffe zu klären. Die Darlegungen beziehen sich


auf selbstlöschende Zählrohre mit Halogenzusatz, de-
Bei der Registrierung sehr schneller statistischer Im- ren grundsätzliche Wirkungsweise als bekannt vor-
pulsfolgen kommt es darauf an, durch ein hohes zeit- ausgesetzt wird.
liches Auflösungsvermögen des Zahlgerätes die Zähl-
verluste so gering wie möglich zu halten. Die ab-
2.1. Impulsform und -amplitude
solute Grenze des Auflösungsvermögens ist durch die
Totzeit des Zählrohres gegeben. Die volle Impuls- Die typische Form des Spannungsverlaufs an der
amplitude wird jedoch erst nach Ablauf der Erholzeit Anode eines im Auslösebereich arbeitenden selbst-
erreicht. Die nach Ablauf der Totzeit, doch innerhalb löschenden Geiger-Müller-Zählrohres während eines
der Erholzeit am Zählrohr auftretenden Impulse mit Entladungsvorganges zeigt das Oszillogramm in
verminderter Amplitude lassen sich aber evtl. durch Bild 1. Der Impuls beginnt mit einer sehr steilen Flanke
Anwendung besonderer Maßnahmen auch erfassen. und läuft annähernd nach einer Exponentialfunktion
Die zu diesem Zweck entworfene und hier beschrie- aus. Die Impulsdauer wird, sofern die Zeitkonstante
bene Schaltung besteht zunächst aus einem Katoden- der äußeren Schaltung hinreichend klein ist, von der
verstärker, einem Zwischenglied zur Reduzierung der Abwanderung der die Anode umgebenden Wolke
Impulsdauer und einer einfachen Verstärkerstufe. Die positiver Ionen bestimmt.
Ausgangsstufe ist eine impulsformende Triggerschal- Die Impulsamplitude an der Zählrohranode ist in
tung, die gleichmäßige Impulse mit einer Amplitude erster Linie eine Funktion der Betriebsspannung. Da-
von etwa 2 V an einen nachfolgenden Zähler oder
Dosismesser abgibt. Die Dauer dieser Impulse ist ge-
ringer als die Totzeit des Zählrohres. Die Schaltung
kann an verschiedene Zählrohrtypen angepaßt wer-
den. Es dürfen zu diesem Zweck nur Zählrohre ver-
wendet werden, die keine Nachimpulse liefern.

2. Einige Eigenschaften von


Geiger-Müller-Zählrohren
Zum besseren Verständnis der weiteren Ausführun- Bild 1. Spannungsverlauf eines Zählimpulses eines im Aus-
gen ist es angebracht, einige Eigenschaften von lösebereich arbeitenden selbstlöschenden Geiger-
Geiger-Müller-Zählrohren zu erörtern bzw. einige Müller-Zählrohres
16

gegen ist der Einfluß des Anodenwiderstandes gering. wäre also


Grundsätzlich führt ein größerer Anodenwiderstand
UpM«Us-0,25 U,.
zu einer größeren Amplitude, gleichzeitig aber auch
zu einer längeren Impulsdauer und damit zu einer
längeren Totzeit, was wiederum unerwünscht ist. Die 2.2. Totzeit und Erholzeit
Grenzen für den zulässigen Spielraum der Betriebs- Nach dem Einsetzen eines Entladungsvorganges ist
spannung und des Anodenwiderstandes sind durch das Zählrohr zunächst nicht in der Lage, weitere Teil-
den sich aus der Gasentladungscharakteristik erge- chen oder Quanten zu registrieren. Es treten also
benden Arbeitsbereich festgelegt, in dem das Zähl- beim Ablauf eines Spannungsimpulses anfangs inner-
rohr betrieben werden muß. Wie sich die Impuls- halb einer gewissen Zeit, der Totzeit, keine weiteren
amplitude mit der Betriebsspannung ändert, ist am Impulse auf. Danach können während einer Über-
Beispiel des Zählrohrtyps 18504 in Bild 2 gezeigt. gangszeit Impulse beobachtet werden, deren Ampli-
tude, von Null anfangend, mit zunehmendem Impuls-
abstand größer wird, um nach einer gewissen Zeit
wieder den vollen Wert zu erreichen. Diese Zeit, die
600
Erholzeit, zählt, ebenso wie die Totzeit, vom Beginn
eines Impulses an. Bild 3 zeigt anschaulich das An-
wachsen der Impulsamplituden im Verlauf der Erhol-
zeit.
Totzeit und Erholzeit ergeben sich direkt aus der
Zählrohr Typ 18504 Impulsdauer. Nimmt diese zu, etwa infolge einer
Anodenwiderstand größeren Zeitkonstante der äußeren Schaltung, dann
R. = 10 MO
werden auch Tot- und Erholzeit im selben Maße län-
ger.

0 100 200 l 300 400 500 600 u {v) 800


0.25U, Uilarl Ü,
Bild 2. Abhängigkeit der Impulsamplitude UpM an der
Anode eines Geiger-Müller-Zöhlrohres von der
Betriebsspannung Uß. Innerhalb des Plateaus gilt
mit guter Näherung UpM = Uß — 0,25 Us.

p-Totzeit
Die häufig zitierte Regel, wonach sich die Impuls- U Erholzeit
amplitude UPM als Differenz aus der Betriebsspannung
ÜB und der Startspannung Ustari ergibt, kann, wie
Bild 3. Verhalten der Amplituden schnell aufeinander fol-
Bild 2 zeigt, nur eine Vorstellung von der Größenord- gender Zählimpuise bei einem Zählrohr vom Typ
nung geben. Es ist auch keineswegs so, daß unterhalb 18550. Betriebsspannung UB = 550V ; Anoden-
der Startspannung USja,t die Impulsamplitude gleich widerstand R A = (10 + 1)M».
Null ist. Die Startspannung ist vielmehr von der An- Die Triggerung des Oszillografen war so einge-
sprechempfindlichkeit der an das Zählrohr angeschlos- stellt, daß die Horizontalablenkung nur durch Im-
senen Schaltung abhängig und läßt sich in bezug auf pulse mit voller Amplitude ausgelöst werden
konnte. Das Bild kommt durch fotografische Über-
das Zählrohr gar nicht definieren. Man kann nur
lagerung vieler Abläufe zustande.
sagen, daß sie unterhalb der Geiger-Müller-Schwelle
(Plateauanfang) U s] ) liegt. Würde man in diesem Bei-
spiel statt mit L/Siorf etwa mit 0,25 (Js rechnen, dann
Bei einem Impuls, der innerhalb der Erholzeit auftritt,
würde sich die zu erwartende Impulsamplitude, jeden-
ist die Totzeit kürzer als bei einem Impuls mit voller
falls für den allein interessierenden Geiger-Müller-
Amplitude. Die Totzeiten verhalten sich wie die Im-
Bereich (Plateau), wesentlich genauer ergeben. Damit
pulsamplituden. Das bedeutet, daß die Impulsfolge
hier dichter sein kann als aufgrund der normalen Tot-
zeit zu erwarten wäre.
') Die Geiger-Müller-Schwelle ist z. B. dadurch gekennzeichnet,
daß von diesem Spannungswert ab die Impulsamplitude eines
Entladungsvorganges unabhängig ist von der Energie des Die Totzeit Ist zum Teil eine Zählrohreigenschaft, da-
auslösenden Teilchens oder Quants, sofern der Zeitabstand neben aber auch eine Funktion des Anodenwider-
einzelner Ereignisse groß genug, das heißt, größer als die
Erholzeit ist. standes und der Betriebsspannung (s. Abschnitt 2.1).
17

3. Allgemeine Schaltungsmaßnahmen empfindlichkeit der Zählschaltung nicht geeignet sind,


die Zählverluste zu verringern. Im ersten Fall (Bild 6a)
sind die Amplituden des zweiten und dritten Impulses
3.1. Auskopplung der Zählimpulse kleiner als die Ansprechempfindlichkeit des Zählers,
Der Einfluß der Zeitkonstante der äußeren Schaltung so daß nur der erste Impuls registriert wird. Im zweiten
auf die Impulsdauer (und damit auf die Totzeit) wurde Fall (Bild 6b) werden zwei Impulse gezählt, während
bereits angedeutet (Abschnitt 2.1). Aus dem Ersatz- im dritten Fall (Bild 6c) der Zähler wiederum nur ein-
schaltbild des Zählrohres mit dem Anodenwiderstand mal anspricht, da die Spannung zwischen den einzel-
RA (Bild 4) ergibt sich diese Zeitkonstante zu nen Impulsen nie kleiner Ist als die Ansprechschwelle
p y*** des Zählers.
(0 — "-A *-p •

Bild 4. Ersatzschaltbild eines Zählrohres mit Anoden-


widerstand

Die Kapazität Cp setzt sich zusammen aus der Zähl-


rohrkapazität und Schaltungskapazitäten. Da eine
möglichst kleine Zeitkonstante TO (das heißt klein im
Vergleich mit der dem Zählrohr eigenen Totzeit) anzu-
streben ist, müssen RA und C0 ebenfalls klein sein. RA
darf aber im Interesse einer ausreichenden Lebens-
dauer des Zählrohres nicht beliebig klein werden. Cp
läßt sich aber dadurch verringern, daß durch Aufteilen
des Anodenwiderstandes der Einfluß der Schaltungs-
kapazitäten kleiner wird. Bild 5 zeigt die entspre-
chende Schaltung.

c*
Hl— Zahler

BlldS. Auskopplung der Zählimpulse bei aufgeteiltem


Anodenwiderstand

Ein Verhältnis der Widerstände von RA"/RA ÄJ 1/10


wird allgemein als günstig angesehen. In der hier zu
beschreibenden Schaltung wird dieses Verhältnis aber
noch kleiner gemacht, um zu noch kürzeren Totzeiten
zu kommen. Die Auskopplungskapazität Ck muß rela-
tiv groß sein (z. B. 10 nF), damit die Impulsamplitude
voll ausgenutzt werden kann.

3. 2. Schaltungen zur Verkürzung


der Impulsdauer
Anhand des Bildes 6 läßt sich zeigen, daß eine Ver- Bild 6. Impulsfolgen bei verschiedenen Betriebsspannun-
größerung der Impulsamplitude durch eine höhere gen. U0 ist die Ansprechschwelle des angeschlosse-
Betriebsspannung bzw. eine Erhöhung der Eingangs- nen Zählers.
18

Durch Differentiation gelingt es aber, diese Impuls- beschrieben, wobei n = RC ist. Trägt man uP2 in Ab-
folge in Einzelimpuise aufzulösen. Die Schaltung in hängigkeit von der Zeit t auf, dann ergibt sich im
Bild 7 ist als Differenzierglied anzusehen, wenn die Prinzip ein Verlauf nach Bild 7. Das hier auftretende
Zeitkonstante RC klein ist im Vergleich mit der Zeit- Überschwingen der Spannung ist unerwünscht, da ein
konstante des primären Vorganges. in den Zeitraum des überschwingens fallender Impuls
mit geringer Amplitude verlorengehen kann. Besser
Einen Zählimpuls kann man annähernd durch eine
Exponentialfunktion beschreiben ist deshalb die Schaltung nach Bild 8 geeignet. Sie ist
gerade so ausgelegt, daß RjC = n ist, also gleich der
upi = -UPM exp (-f/rj) . Zeitkonstante, die für den Auslauf des primären Im-
Der Spannungsverlauf am Widerstand R des Schal- pulses angenommen wurde. In diesem Fall läßt sich
tungsgliedes nach Bild 7 wird dann durch die Glei- der an fo abgenommene Impuls durch eine einzige
chung Exponentialfunktion beschreiben

uP2 = -UPM exp HM),


= U pM ex P H exP

wobei r2 = CRiR2!(Ri + fo) ist. Bild 8 zeigt auch den


Verlauf der Spannung an fa-
Da die Zählimpulse nur annähernd nach einer Expo-
nentialfunktion abklingen, diese Überlegungen streng
aber nur für Exponentialfunktionen gelten, muß man
in der Praxis auch bei der Schaltung nach Bild 8 mit
einem geringen überschwingen der Ausgangsspan-
nung rechnen, das aber im allgemeinen unschädlich
ist. Für die Wirksamkeit der Schaltung ist die richtige
Wahl der Zeitkonstante 12 entscheidend. Sie muß groß
sein im Verhältnis zur Anstiegszeit eines Zählimpulses
und klein gegenüber der Totzeit des Zählrohres. Wei-
ter ist zu bedenken, daß £2 nicht beliebig klein sein
darf, da bei dem endlichen Anstieg des Eingangsim-
pulses die Amplitude des Ausgangsimpulses auch vom
Verhältnis RifRj abhängt und mit kleinerem Wider-
stand Ä2 abnimmt.

Bild 7. Umformung eines Impulses mit exponentiellem


Verlauf in einer Reihenschaltung aus Widerstand 4. Verstärker- und Impulsformerschaltung
und Kondensator für hohe Zählraten

4.1. Beschreibung der Schaltung


Die in Bild 9 angegebene Schaltung enthält als we-
sentliches Element die im vorhergehenden Abschnitt
beschriebene RC-Kombination zur Verkürzung der
Impulsdauer (Rj, C, 82). Die Anpassung dieses Schal-
tungsgliedes an das Zählrohr wird mit einem White-
Katodenverstärker vorgenommen, dessen besonderes
Merkmal eine sehr niedrige Ausgangsimpedanz ist.
Die Ankopplung der Impulse an das Gitter der nach-
folgenden Verstärkerröhre E 180 F erfolgt über einen
100 nF-Kondensator. Das Produkt aus dieser Kapazität
und dem Wert des Gitterableitwiderstandes von
470 kQ muß groß sein gegenüber der Zeitkon-
stante n (s. Abschnitt 3.2). Der nicht lineare Verlauf
der IA, L/c-Kennlinie der Verstärkerröhre führt dazu,
daß Impulse mit großer Amplitude nicht in gleichem
Bild 8. Schaltung zur Verkürzung der Dauer eines Impul-
ses mit exponentiellem Verlauf. R,C ist hier gleich Maße verstärkt werden wie solche mit kleinerer Am-
der Zeitkonstante t,, die für das Abklingen des plitude. Die Impulsamplituden werden also teilweise
primären Impulses maßgebend ist. ausgeglichen.
19

100 nF
:

Bild 9. Schaltbild des Verstärkers und Impulsformers für hohe Zahlraten. Bis auf einige Ausnahmen sind alle
Widerstände Kohle-Schichtwiderstände, Toleranz ±10%, Nennlast 0,5 W.
Die Schaltung kann an verschiedene Zählrohrfypen angepaßt werden. Es gelten dann folgende
Werte:
Zählrohr- *A' RA" KI R2 C
typ (Mß) (kü) ItcO] (kQ) (pF)

18503 10 470 82 12 1000


18504 10 470 82 12 1000
18509 2,2 100 22 5,6 470
18529 2,2 100 22 5,6 470
18550 2,2 100 56 12 470
18522 10 470 560 68 1000
18552 2,2 100 68 18 1000
18553 2,2 100 82 12 1000

Die weitere Verarbeitung zu einheitlichen Impulsen mit Verbindungen zusammengebaut werden. Ist jedoch
einer Amplitude von etwa 2 V und etwa 2,5 ^s Dauer eine längere Verbindung vom Zählrohr zum Katoden-
erfolgt in einer Schmitt-Triggerschaltung. Die Schwelle verstärker durch ein Koaxialkabel nötig, dann ist der
bzw. die Vorspannung am Gitter der ersten Röhre Anodenwiderstand RA des Zählrohres mit einem Kon-
wird mit Hilfe eines Potentiometers so eingestellt, daß densator CA' zu überbrücken (Bild lOa). Der Wert
die Schaltung mit Sicherheit nicht auf Störungen wie dieses Kondensators ergibt sich aus dem Ersatzschalt-
Rauschen oder Brummen anspricht, aber jeden sich da- bild (Bild 10b). Es muß etwa gelten
von abhebenden Zählimpuls registriert. Die Einstel-
RA' CA' — RA" CA" •
lung muß speziell für jedes in der Schaltung verwen-
dete Zählrohr mit Hilfe eines Oszillografen vorge- CA" ist die Summe aus der Eingangskapazität des
nommen werden. Katodenverstärkers und der Kapazität des Koaxial-
kabels.
Besonders sorgfältig ist beim Anschließen des Zähl- Es Ist zu bedenken, daß durch Einführen der Parallel-
rohres an den Katodenverstärker vorzugehen. Hier kapazität CA das Abklingen des Zählrohrimpulses
muß jede unnötige Leistungskapazität vermieden gestört werden kann. Ferner werden die Totzeit und
werden. Am besten ist es, wenn Zählrohr und Kato- die Länge des Plateaus sowie die Lebensdauer des
denverstärker zu einer Einheit mit möglichst kurzen Zählrohres ungünstig beeinflußt.
20

Bild 10. Kompensation der Kabelkapazität beim Anschluß des Zählrohres an den Katodenverstärker durch
ein Koaxialkabel
a) Schaltbild, b) Ersatzschaltbild

4. 2. Verhalten der Schaltung im Betrieb


fluß der Zählrohrspannung auf die Impulsamplitude
Die Funktionen der einzelnen Schaltungsglieder las- an der Zählrohranode. Eine 10%ige Änderung dieser
sen sich aus den Oszillogrammen einer Impulsfolge Spannung führt hier zu einer ebenfalls etwa 10%igen
(Bild 11) ersehen, die an verschiedenen Stellen der Änderung der Impulsamplitude an der Zählrohranode
Schaltung aufgenommen wurden. Auch bei Schwan- (s. Abschnitt 2.1). Die Impulsamplitude am Ausgang
kungen der Versorgungsspannung um ± 10% wird des Impulsformers wird dadurch nicht beeinflußt. Da
die Arbeitsweise nicht beeinträchtigt. Abweichungen aber die Totzeit von der Betriebsspannung am Zähl-
bei der 300 V-Gleichspannung und der Heizspan- rohr abhängt, sollte im Hinblick auf eine gute Stabili-
nung um ± 10 % führen zu Änderungen der Impuls- tät der ganzen Schaltungsanordnung die Zählrohr-
amplituden um weniger als l %. Größer ist der Ein- spannung möglichst konstant sein.

Ausgang Katodenverstärker

Steuergitter Verstärkerröhre E 160 F

Anode Verstärkerröhre E180F

Ausgang Schmitt-Trigger

Bild 11. Oszillogramme einer Impulsfolge; Zählrohrtyp 18504, RA' = 10MQ


21
Anmerkung zur Strahlungsmessung
Die Präparatstärke wird durch die Anzahl der Zerfallsprozesse je Sekunde
angegeben. Die Einheit Curie hierfür (abgekürzt C) wurde so gewählt, daß
sie der Anzahl der Zerfallsprozesse je Sekunde in l g Radium (nämlich
3,7-lQ1^) entspricht. Kennt man die Art der Zerfallsprodukte und die frei-
werdenden Energien, so kann man den Zusammenhang zwischen Strahlungsinten-
sität und Präparatsstärke angeben.

Als Maß für die Strahlungsmenge dery -Strahlung ist die Angabe von Zahl
oder Ladung der in einer Volumen- oder Masseeinheit Luft gebildeten lonen-
paare oder die Angabe der Energieabsorption in Luft gebräuchlich; Einheit
ist das Röntgen (abgekürzt r):

Ir £ 2,08 . 109 IonenPaare = 2,58 • 10~4 M C 84 ^£


cm3 k* 8

Die so gemessene Strahlungsmenge nennt man "Dosis"; dann ist die "Dosis-
leistung" Strahlungsmenge je Zeiteinheit. Die Wirkung der Strahlung auf

die Gewebe des menschlichen Körpers ist damit f r e i l i c h nicht eindeutig


gekennzeichnet, denn die Energieabsorption ist kein unmittelbares Haß für
die biologische Wirkung der Strahlung. Zudem gilt die Angabe in Röntgen
nur für ^-Strahlung; ß-Strahlen und Neutronen haben eine weitaus größere
biologische Wirksamkeit. Dennoch bevorzugt man dieses Maß bei der Kenn-
zeichnung von S t r a h l u n g s i n t e n s i t ä t e n , weil sich die Ionisierung eines
Gases unmittelbar messen läßt, nicht aber die Wirkung im Gewebe.

Als "Toleranzdosis" bezeichnet man ferner diejenige Strahlungsmenge, die


bei dauernder Einwirkung vom menschlichen Körper ohne merkbare Schädi-
gung vertragen werden kann; es sind dies etwa 0,3 r je Woche (=* 1,8 mr/h).
Bei e i n m a l i g e r , k u r z z e i t i g e r Bestrahlung sind bis zu 25 r zulässig.

Der Zusammenhang zwischen Präparatstärke und Dosisleistung ist in Hand-


büchern (z.B. "Hütte") angegeben. Die folgende Tabelle gibt einige Werte
für gebräuchliche radioaktive Isotope:

Dosisleistung bei Präparatstärke für


y -Strahler Halbwertzeit ± mC in 10 cm 2 ^ iß 1Q ca
Entfernung Entfernung

Kobalt 60 51/3 Jahre 130 mr/h 15,4 MC

Tantal 182 111 Tage 63 mr/h 31,7 MC


Iridium 192 74 Tage 27 mr/h 74 nC
Cäsium 137 33 Jahre 37 mr/h 54 C
22

Einfache Spannungsstabilisierung für


Geiger-Müller-Zählrohre

In Bild l ist die Schaltung eines Gleichspannungswandlers angegeben, der mit


einer 3 V-Batterie als Spannungsquelle eine Ausgangsspannung von 500 bis 600 V
liefert. Da der Wirkungsgrad des Gleichspannungswandlers stark temperaturab-
hängig ist - er beträgt 75 % bei -50 °C und 20 % bei +60 °C - muß die Ausgangs-
spannung stabilisiert werden. Zur Stabilisierung wird ein VOR verwendet.

Unter der Voraussetzung, daß die Eingangsspannung IL des Gleichspannungswand-


lers um 30 % - von 3 V auf 2,1 V - absinken darf, und mit der Forderung, daß
dabei die Ausgangsspannung UQ um 16,7 % von maximal 600 V auf 500 V abfal-
len darf, erhält man einen Stabilisierungsfaktor von

AUj / AUo
1,8
= üi / ü^T
Die Gleichung für den Stabilisierungsfaktor einer belasteten Schaltung (vgl.
Bild 2), bei der zur Stabilisierung ein VDR verwendet wird, lautet

. i .. l^P . x+y
"ß ß
ß ist eine von der Materialzusammensetzung des VDR und den Bedingungen des
Herstellungsprozesses abhängige Materialkonstante; sie ist auch in der Glei-
chung
| ü | - C . |l|ß

) vgl. Anhang
23

Schalenkern FXC 3 B 5.
Typ S35/23,LuftspaltO,45mm

4 n F. 1000 V

n,=160Wdg -7/0 =200 M A

3V o+
U, -L-
h
4nF,1000V
=3500
470 « 9
4nF.1000V
Uc

OC74 E298ZZ/12
II
+A

Bild 1. Schaltung eines Gleichspannungswandlers, dessen AusgangsSpannung


durch einen VDR stabilisiert ist

enthalten, die näherungsweise den Kennlinienverlauf eines VDR beschreibt.


Dabei ist U die am Widerstand liegende Spannung, I der durch den Widerstand
fließende Strom und C eine durch die Abmessungen des Widerstandes gegebene
Konstante, (ü und I haben stets das gleiche Vorzeichen.)

In der Gleichung für den Stabilisierungsfaktor S ist

TJ2
x =

das Spannungsverhältnis und

das Stromverhältnis (vgl. Bild 2)

nr Bild 2.
l Grundschaltung zur Erläuterung
! der Stabilisierung

Bei U^ = 1200 V, U2 = 600 V, einem Stabilisierungsstrom Ij^ «= 140 |iA und einei
Strom I 2 = 20 jiA durch den Belastungswiderstand erhält man
24

600 V = 0,5
1200 V

= 20 =, 0,14
120

Wird der VDR E 298 ZZ/12 verwendet, so liegen die zugehörigen ß-Werte im Be-
reich von 0,16 bis 0,21. Mit den Werten an den Grenzen dieses Bereichs erhält
man die Stabilisierungsfaktoren

Smaz = 3>31 ( ß = 0,16)


'min = 2,65 (ß = 0,21)

Mit diesen Werten wäre der Leistungsbedarf für die Stabilisierung unnötig
groß. Es muß jedoch berücksichtigt werden, daß bei spannungsabhängigen Wider-
ständen nicht nur derß-Wert streut, sondern auch der C-Wert, der außerdem von
der Temperatur abhängig ist. Der C-Wert nimmt etwa um 0,12 bis 0,18 %/ C ab,
d.h., der Temperaturkoeffizient eines VDR ist negativ.

In Bild 3 ist die Ausgangsspannung UQ in Abhängigkeit von der Temperatur mit


der Eingangsspannung IL als Parameter aufgetragen. Verwendet wurde hierbei
ein VDR E 298 2Z/12 mit mittleremß - und C-Wert. Mit den Potentiometern R4
und Re lassen sich Streuungen des VDR ausgleichen.

Wie Bild 3 zeigt, ist bei konstanter Eingangsspannung U^ die Ausgangsspannung


UA im Temperaturbereich von -40 °C bis +60 °C ausreichend konstant. Bei einem
Abfall der Eingangsspannung um 30 % ist die Ausgangsspannung immer noch
UQ > 500 V.

600
\^ uo s)
"•^ U = kons!
(V)
^-^--^"-'•.JJ, S3 V
1
Bild 3. "-— ,
•—H~—-
Verlauf der Ausgangs- 550 **— ^^^•^—^
— — —— .
^^=

Spannung U in Abhängig-
keit von der Umgebungs- ^
temperatur bei konstan- "*-.
ter Eingangs Spannung U. —^ "--* k"-.~~~^ L
>^.__ IV
-2 •^~- •^-, •— i
500 —— --— . •^*» ^—^^.~^-^—
—— - —

-AO -30 -20 -10 10


60
25

A n h a n g

Das Grundschaltbild für eine Spannungsstabilisierung mit VDR bei Belastung


zeigt Bild 2. Den Stabilisierungsfaktor für Schwankungen der EingangsSpannung

S =
ul / U2

berechnet man zweckmäßig durch Einführung der Begriffe "Gleichstromwiderstand"


(R ) und "dynamischer Widerstand" (R,j)* Zwischen beiden besteht die einfache
Beziehung
Rd = ß • 2 = ß . Rs . (1)

Mit
Uo
2 - T (2^
Ti~*
erhält man für den Stabilisierungsfaktor

RIL -R^d
c U2
AU,
AU2
RL+Rd
-t + i (3)
"l RL'Rd Rd RL

RL+Rd

VRs
«
ä , (4)
R

r
li = Rr
L =y (5)
und unter der Verwendung der Gleichungen (l), (2) und (3) ergibt sich für
den Stabilisierungsfaktor

l 1-ß x+y
ß - -T •
26

K l n h odie m p Quill l die* Strahlen mcßgcrttl mit Mlttelwcrtanzelgc Eio liodiempftadlidie» StrahlenwnrngcrÄt

Die meisten Strahlenmeßgeräte sind nicht für sehr nied- Die Schaltung eines Strahlenwarngerätes nachßj'W? stellt
rige Werte — in der Größenordnung des normalen Hinter- eine Erweiterung der in Bild 8 angegebenen Schaltung dar.
grundes — eingerichtet. In mandien Fällen ist jedoch ein Anstelle des Meßinstrumentes ist hier eine weitere Relais-
Gerät erwünscht, mit dem man bereits eine Verdopplung röhre Z 70 U (RÖ 4) angeschlossen, in deren Anodenstrom-
des normalen Strahlenpegels feststellen kann. Eine solche kreis ein Relais liegt. Sobald das Katodenpotential dieser
Anordnung läßt sich mit Relaisröhren mit geringem Auf- Röhre bei zunehmender Strahlungsintensität einen Wert
wand aufbauen, wenn man die hohe Stromverstärkung von von etwa —35 V erreicht, wird die Spannung zwischen der
Relaisröhren ausnutzt. Zündelektrode (die auf festem, durch die Brennspannung
von Rö 3 bestimmten Potential liegt) und der Katode so
groß, daß sie zündet. Über das Relais wird dann ein Signal
ausgelöst, das erst bei Betätigung der Taste T wieder ab-
geschaltet wird. Der Relaisstrom fließt nach der Zündung
von Rö4 über die Diode OA 85, die vorher in Sperrichtung
beirieben wurde. Das Relais spricht in dieser Schaltung be-
18504 reits an, wenn die Strahlungsintensität etwa auf das Dop-
pelte des normalen Strahlenpegels (des Hintergrundes)
ansteigt.

4XZ70U

'-30QV 2*
/ XL
Z 7/ U
0UU
Bild 8. Hochempfindliches Strahlenmeßgerät mit Mittelwertanzeige

Bei einem Auslösezählrohr 18504 wird bei jedem Impuls


eine Ladung von etwa 10"8 As transportiert. In der glei-
chen Größenordnung liegt die Ladung, die zur Zündung
einer Relaisröhre Z 70 U über die Zündelektrode fließen
muß. Beim selbstlöschenden Betrieb kann man im Anoden-
kreis einen solchen Kondensator anbringen, daß nach jeder
Zündung im Hauptstromkreis ein Ladungstransport von
150 • 10~8 As erfolgt. Daraus folgt eine Ladungsverstärkung
von 15 000. Bei nicht zu hoher Impulshäufigkeit hat die
Stromverstärkung den gleichen Wert. Ein Zählrohr 18504
liefert bei normalem Hintergrund einen Strom von etwa
10" Ö A, der mit einer Relaisröhre Z 70 U auf 15 u.A ver-
Bild 9. Schaltung eines hochempfindlichen Strahlenwarngerätes
stärkt werden kann. Ein solcher Strom läßt sich aber bereits
bequem mit einem Drehspulinstrument messen.
Auf diesem Prinzip der Stromverstärkung beruht die
Schaltung nach Bild 8. Am Eingang liegt eine Spannungs-
verdopplungsschaltung, die eine Speisespannung von etwa
600 V für das Zählrohr liefert. Die Relaisröhre Rö l dien:
zur Stabilisierung der Zündelektroden-Vorspannung für
Rö 2, damit Netzspannungsschwankungen die Anzeige nicht
nennenswert beeinflussen. Die Siebglieder AI, Ci und ÄS, CL>
sind so bemessen, daß auch bei sehr niedriger Impulshäufig-
keit (15 Impulse pro Minute) eine Ablesung möglich ist.
27

Wirkungsweise und Eigenschaften von Geiger-Müller-Zählrohren


B.

In unserer Technischen I n f o r m a t i o n 24 S wurden der Aufbau und die Funk-


tion von Zählrohren beschrieben. Im Anschluß daran bringt das vorliegen-
de Heft eine Anzahl zusammenfassender und ergänzender Angaben.

Zählrohre sind heute ausgereifte und b e t r i e b s s i c h e r e Bauelemente. Dank


ihrer einfachen Handhabung und der unkomplizierten Betriebsweise sind sie
ein wertvolles und in sehr großem Umfang benutztes H i l f s m i t t e l auf allen
Anwendungsgebieten radioaktiver Isotope. Sie b e s i t z e n noch heute etwa
die gleiche Form wie die von Geiger und Müller 1928 b e s c h r i e b e n e n Aus-
führungen: Im Innern eines a b g e s c h l o s s e n e n , g a s g e f ü l l t e n M e t a l l r ö h r e s
(Katode) befindet sich ein konzentrisch angeordneter, isoliert angebrach-
ter Draht als Anode. Unter dem Einfluß einfallender Strahlung kann im Zähl-
rohr während des Betriebes schon durch ein einziges Elektron eine Entla-
dung ausgelöst werden, die sich in radialer Richtung auf die Anode hin
durch Stoßionisation und seitlich durch Photoionisation ausbreitet. Diese
Vorgänge f i n d e n hauptsächlich im Gebiet hoher F e l d s t ä r k e n , also in un-
m i t t e l b a r e r Nähe der Anodenoberfläche s t a t t , da die Elektronen nur dort
auf ihrer verhältnismäßig kurzen freien Wegstrecke zwischen zwei Zusammen-
stößen mit Gasmolekülen die zur Anregung ucd Ionisierung notwendige Energie
28

erhalten können. Wegen i h r e r k l e i n e n Masse bewegen s i c h die E l e k t r o n e n


viel schneller auf die Anode zu als die Ionen zur Katode hin. Daher ent-
steht kurz nach dem Beginn der Entladung eine Raumladungswolke positiver
Ionen um die Anode herum ( l o n e n s c h l a u c h ) , die sich verhältnismäßig lang—
/ —4 \ am (in etwa 10 s) zur Katode hin bewegt und wegen ihrer Raumladu

Feldstärke im Entladungsraum zunächst so weit herabsetzt, daß die Bildung


weiterer Ladungsträger nahezu aufhört. Bei Zählrohren, wie sie von Geiger
und M ü l l e r benutzt wurden, gelangen die Ionen zur Katode und lösen dort
beim Aufprall Elektronen aus, so daß die Entladung erneut e i n s e t z t . Die
Löschung kann dann nur durch besondere Schaltmaßnahmen oder durch Verwen-
/ 9 \g sehr großer Außenwiderstände (10 Q) err

Seit der Entdeckung von Trost (1937), daß bestimmte Zusätze zur Gasfül-
lung auch ohne ä u ß e r e Maßnahmen z u r L ö s c h u n g f ü h r e n , v e r w e n d e t m a n
solche selbstlöschenden Zählrohre in steigendem Maße. Sämtliche VALVO
Zählrohre sind selbstlöschende Typen, deren E d e l g a s f ü l l u n g eine geringe
Menge eines Halogens als Löschsubstanz hinzugefügt ist. Die Löschung der
Entladung durch einen solchen Zusatz beruht im wesentlichen d a r a u f , daß
die Herauslösung von Elektronen aus der Katode verhindert wird. Anfangs
benutzte man als Zusätze Alkohol und andere chemische Verbindungen, die
sich im Betrieb jedoch zersetzten, so daß Z ä h l r o h r e mit solchen Füllun-
gen nur eine begrenzte Lebensdauer besaßen. VALVO Halogen-Zählrohre zeich-
nen sich demgegenüber durch eine sehr hohe Lebensdauer aus; außerdem sind
»ie weitgehend temperaturunabhängig. Die erforderlichen Betriebsspannungen
der in diesem Heft genannten Zählrohre sind verhältnismäßig niedrig; sie
liegen etwa zwischen 400 und 700 V.

Mißt man in einer gegebenen Schaltung in Abhängigkeit von der Betriebs-


spannung die Größe und die Anzahl der Impulse je Zeiteinheit bei konstan-
ter Bestrahlung, so stellt man f e s t , daß die relativen Impulshöhen - bei
genügend großen Zeitabstand der Impulse - nach dem Erreichen einer be-
s t i m m t e n Spannung (Startspannung, Einsatzspannung) keine nennenswerten
Unterschiede mehr a u f w e i s e n . Außerdem z e i g t s i c h , daß die A n z a h l der
Impulse bei weiterer Spannungssteigerung nach dem Ü b e r s c h r e i t e n eines
höher liegenden Wertes (Geiger-MÜller-Schwelle, Anfangsspannung) nur sehr
wenig z u n i m m t * I n n e r h a l b e i n e s S p a n n u n g s b e r e i c h e s von 1 0 0 . . . 3 0 0 V
(Plateau, Zählbereich) bleibt der Anstieg k o n s t a n t ; darüber hinaus tritt
eine rasche Zunahme der Impulszahl und eine starke Verfälschung der An-
29

zeige durch Nachentladungen ein. Bei weiter fortgesetzter Spammngssteige-


rung würde eine stationäre Glimmentladung einsetzen und das Zählrohr da-
durch unbrauchbar werden.

Das Auflösungsvermögen des Zählrohres wird durch den Ablauf der Entladunga-
vorgänge bestimmt. Solange die lonenwolke sich noch in unmittelbarer Nähe
der Anode befindet, ist die Feldstärke zu klein für die Entwicklung wei-
terer Entladungsvorgänge. Erst wenn die positive Raumladungswolke ein
Stück nach außen gewandert ist, erreicht die Feldstärke wieder Werte, die
zur Auslösung einer neuen Entladung - wenn auch mit verminderter Impuls-
höhe - ausreichen. Den Zeitraum davor, in dem das Zählrohr völlig unemp-
f i n d l i c h ist, b e z e i c h n e t man als T o t z e i t .

Die ständig einfallende, äußerst durchdringende Höhenstrahlung führt auch


bei abgeschirmtem Zählrohr noch zu einer bestimmten Anzahl von Zählungen
in der M i n u t e , die man als Hintergrund oder N u l l e f f e k t bezeichnet. Unter
Umständen können hierzu auch radioaktive Strahlungen aus der Umgebung des
M e ß p l a t z e s beitragen.

Die vorstehenden Überlegungen z e i g e n , daß bei Messungen mit Zählrohren


unvermeidbare Fehler zu erwarten sind: Bei starken Strahlungsintensitäten
w i r d das Ergebnis durch das begrenzte Auflösungsvermögen der gesamten
Meßanordnung v e r f ä l s c h t , bei schwachen Intensitäten durch den N u l l e f f e k t .
Die M i t t e l zur v o l l e n Ausnutzung der Z ä h l r o h r e i g e n s c h a f t e n sind einmal
die Wahl eines breitbandigen Verstärkers mit ausreichender Verstärkung
und die Verwendung eines Zählgerätes mit kleiner T o t z e i t , zum ändern die
Abschirmung des Z ä h l r o h r e s gegen unerwünschte Strahlung. Trotz dieser
Maßnahmen wird es häufig vorkommen, daß man an den Grenzen des Meßberei-
ches arbeiten muß. Für diesen Fall werden hier einige Beziehungen angege-
ben, die eine recht genaue Abschätzung des Fehlers und eine Korrektur der
Meßergebnisse ermöglichen.

Bei der Berechnung der Zählverluste unterscheidet man zwischen zwei Ex-
tremfällen (Abb. l):
1. Ereignisse, die innerhalb der Totzeit stattfinden, werden nicht
gezählt und beeinflussen den Ablauf der Totzeit nicht. Das Ver-
hältnis der tatsächlichen mittleren Häufigkeit n zur gemessenen
Häufigkeit n 1 ist dann

l + Fi (1)
n' l-n'-c V'
30

f ist die Totzeit der gesamten Meßanordnung.

2. Ereignisse, die innerhalb der Totzeit stattfinden, werden nicht


gezählt, veranlassen aber den erneuten Ablauf der Totzeit, so
daß nur Ereignisse gezählt werden, deren zeitlicher Abstand vom
vorhergehenden Ereignis größer als die Totzeit ist. Man erhält
dann
n enir - l + F, (2)
n

li -*- EraigniM*
Zeit
(D

Z*t \> Zählungen


(2) T l. T

Z*it

Abb. 1: Der Zusammenhang zwischen Zahlungen und Ereignissen


nach Gl. l und 2.

<125 n'T 0.3

Abb. 2: Meßfehler nach Gl. l und 2 bei hoher Impulshäufigkeit

Die Kurven in Abb. 2 veranschaulichen diese beiden Beziehungen. Die wirk-


liche Impulshäufigkeit liegt in praktischen Fällen meist zwischen den ge-
nannten Extremfällen.
31

Für die Bestimmung der Totzeit f gibt ea mehrere Verfahren, von denen hier
nur zwei genannt seien. Das eine besteht darin, daß man zwei radioaktive
Präparate in bestimmtem Abstand vom Zählrohr anbringt und die Impulshäufig-
keiten bei Anwesenheit des einen ( n * ) , des anderen (n«) und beider Präpara-
te ( n i 2 ) f e s t s t e l l t . Nach Gl. (l) erhält man dann näherungsweise für die
Totzeit der gesamten Zählanordnung

n l +n 2~ n 12
t x —— ( v}
nl"n2

Das andere Verfahren ist in solchen Fällen anwendbar, in denen G l . ( 2 ) gilt.


Es besteht einfach in der Feststellung der maximalen Impulshäufigkeit n'
bei schrittweiser Annäherung eines radioaktiven Präparates. Die Totzeit T*
,
ist dann

f - id— 1 mal (4)

Bei geringer Impulshäufigkeit läßt sich der Einfluß des N u l l e f f e k t e s auf


folgende Weise berücksichtigen: Uan mißt zunächst während einer Zeit t0
den Nulleffekt UQ allein, sodann im Zeitraum t die zu untersuchende Strah-
lung unter Einschluß des N u l l e f f e k t e s (gesamte Impulshäufigkeit n 1 ) . Die
zu messende Impulshäufigkeit ist dann n = n ' - n/j j ihr mittlerer statis-
tischer Fehler 6n beträgt

6n=T t0 (5)
Dieser Fehler wird bei vorgegebener gesamter Meßzeit t+tg ein Minimum

t0 nO (6)

Soll ein vorgegebener minimaler Fehler An unterschritten werden, so gilt


für die Ueßdauer t zusätzlich zu Gl . (6) die Forderung:

Für vergleichende Messungen an gleichartigen Strahlern unterschiedlicher


Intensität genügen diese Hinweise zumeist. Bei Absolutmessungen und beson-
ders hohen Ansprüchen an die Genauigkeit müssen noch weitere physikalische
Gegebenheiten berücksichtigt werden, über die man ausführliche Angaben in
der unten angegebenen Literatur findet. Die Meßergebnisse hängen außerdem
von der Schaltung und der Betriebsweise des Zählrohres ab. Hierüber wird
in den folgenden Ausführungen Näheres gesagt.
32

Hinweiae zum Betrieb von VALVQ Zahlrohren

Allgemeine Angaben

Die Katode der VALVO Zählrohre besteht aus einem Chromeisen-Zylinder, der
*•
auf der einen Seite durch eine Glaseinschmelzung (mit der Anodendurchfüh-
rung), auf der anderen durch eine Chromeisen-Scheibe oder ein Glimmerplätt-
chen (Fenster) abgeschlossen ist. Die Wanddicke ist für viele Messungen von
wesentlicher Bedeutung und wird deshalb in den Datenblättern wie üblich
/ 2
durch ihr Flächengewicht in mg/cm angegeben.

Das Fenster ist mit dem Katoden-Zylinder durch eine Glaseinschmelzung


verbunden. Es ist mit einer leitenden Schicht zur Vermeidung von stören-
den Feldverzerrungen überzogen. Als Maß für die Dicke des Fensters wird
ebenfalls das Flächengewicht angegeben.

Die Füllung der VALVO Zählrohre besteht aus Neon, Argon und einem Halogen
l T •• U V.
als Loschsubstanz.

Betriebsdaten
O • L J

Die Betriebsspannung kann innerhalb des Plateaus beliebig hoch gewählt


werden, sofern nicht ihr Einfluß auf die Totzeit berücksichtigt werden muß.

Als StartSpannung bezeichnet man diejenige Spannung, bei der die Entladung
sich über die ganze Länge des Zählrohres auszubreiten beginnt und die Im-
pulshöhe deshalb unabhängig von der Energie des ionisierenden Teilchen wird.

Die Geiger-Müller-Schwelle kennzeichnet den Beginn des Plateaus; von die-


sem Wert der Spannung ab wird die Impulshäufigkeit bei konstanter Bestrah-
lung nahezu unabhängig von der Betriebsspannung.

Die Plateaulänge bezeichnet den Spannungbereich, in dem die Impulshäufig-


keit nahezu unabhängig von der Betriebsspannung ist.

Die relative Plateausteilheit wird in J&/V angegeben und kennzeichnet den


sehr geringen Anstieg des Plateaus. Bei der kehrzahl der VALVO Zählrohre
beträgt die relative Plateausteilheit ungefähr 0,01 j£/V.

Die T o t z e i t des Zählrohres ist derjenige Zeitraum nach dem Beginn eines
Impulses, in dem das Zählrohr auf einfallende Strahlung nicht anspricht.
33

Die T o t z e i t hängt von der Betriebsspannung, dem Außenwiderstand und der


S c h a l t k a p a z i t ä t parallel zum Zählrohr ab.

Der Hintergrund ( N u l l e f f e k t ) ist diejenige Impulshäufigkeit, die festge-


s t e l l t wird, wenn sich keine radioaktiven Präparate in der Nähe befinden;
sie ist hauptsächlich eine Folge kosmischer Strahlung. In den Datenblät-
tern sind die Werte für den Hintergrund (Zählungen/min) und die jeweiligen
Ueßbedingungen angegeben.

Die zu erwartende Lebensdauer ist bei allen VALVO Zählrohren größer als
5-10 Zählungen unter den in den Datenblättern angegebenen Betriebsbedin-
gungen. Die Lebensdauer hängt davon ab, w e l c h e Ladung bei jedem Impuls
durch das Zählrohr transportiert wird. Je höher man den Außenwiderstand
wählt, desto größer ist die zu erwartende Lebensdauer. Die in den Daten-
blättern angegebene Lebensdauer gilt für den jeweils genannten Außenwider-
stand und setzt voraus, daß die Betriebsspannung stets i n n e r h a l b des Pla-
teaus b l e i b t .

Die Umgebungstemperatur darf beim Betrieb der VALVO Zählrohre zwischen


-55 °C und +75 °C liegen (-40 ° C . . . + 7 5 °C beim Zählrohr 18509). Dieser
w e i t e Temperaturbereich erlaubt einen Betrieb der Zählrohre unter extremen
klimatischen Bedingungen. Bei rasch wechselnden Temperaturen muß nur dafür
gesorgt werden, daß kondensierende Feuchtigkeit nicht zu einer Verminderung
des Isolationswiderstandes zwischen Katode und Anode f ü h r t .

Der Einfluß der Temperatur auf die Betriebseigenschaften der VALVO Zähl-
rohre beschränkt sich im wesentlichen auf eine Erhöhung der Startspannung
um 0,5 V je Grad Temperaturzunahme und auf eine g e r i n g f ü g i g e Änderung
der Plateaulänge, die jedoch praktisch keinen Einfluß hat, wenn die Be-
triebsspannung etwa in der Mitte des Plateaus liegt.

Die SpannungsVersorgung der Zählrohre kann wegen des geringen Plateauan-


stieges meist ohne Stabilisierungsmaßnahmen erfolgen. Beim Betrieb an einem
220 V-Wechselstromnetz ist die Erzeugung der Betriebsspannung durch Span-
nungsverdopplung bei der Gleichrichtung leicht möglich.

Schaltungen
•••^«••••IMI^^^^^^^MV^^V

Die Schaltung eines Zählrohres hat beträchtlichen Einfluß auf Plateaulänge,


Plateausteilheit, Totzeit und Lebensdauer; sie verdient daher besondere
Aufmerksamkeit.
34

zahl röhr

U. ^
•OQ

Abb. 3: Vereinfachte Schaltung eines Zählrohres

Abb. 4: Einfluß einer Parallelkapazität C auf das Plateau


eines Zählrohres 18505

100

50

300 400 500 600 700

Abb. 5: Einfluß einer Parallelkapazität C auf die Totzeit


eines Zählrohres 18505
35

In Abb. 3 ist die vereinfachte Schaltung eines Zählrohres wiedergegeben.


Der Außenwiderstand (*R „Ä+ R a ' ) ist u n t e r t e i l t , um die S c h a l t k a p a z i t ä t e n
p a r a l l e l zum Zählrohr so k l e i n wie möglich zu halten. Übliche Werte sind
R = 10 MQ und R ' = l Mß. Beim Z ä h l r o h r 18509 können auch W i d e r s t ä n d e
a
bis herab zu R = 2 MQ und R f t ' = 200 kß verwendet werden.

Der E i n f l u ß einer P a r a l l e l k a p a z i t ä t C auf das Plateau geht aus A b b . 4


hervor. Damit jede unerwünschte Änderung des Plateaus so weit wie möglich
vermieden w i r d , soll der Widerstand Rfl unter Vermeidung unnötiger Schalt-
k a p a z i t ä t e n über den m i t g e l i e f e r t e n Anschlußclip umrittelbar mit der Anode
verbunden werden. Die P a r a l l e l k a p a z i t ä t C b e e i n f l u ß t z u g l e i c h die Tot-
zeit -t des Zählrohres in ungünstiger Weise, wie aus Abb. 5 zu erkennen ist.

Der Außenwiderstand b e e i n f l u ß t das Betriebsverhalten des Z ä h l r o h r e s in


folgender W e i s e : Mit wachsender Größe nehmen sowohl die Plateaulänge als
auch die T o t z e i t zu. Man könnte geneigt sein, einen m ö g l i c h s t niedrigen
Außenwiderstand zu wählen und die Verkleinerung der Plateaulänge in Kauf
zu nehmen, wenn man dafür niedrige Totzeiten erreichen kann. Mit Rücksicht
auf die Lebensdauer ist es indessen n i c h t ratsam, RELa k l e i n e r als 10 MQ
zu wählen. Nur bei dem Zählrohr 18509 ist dieser Weg zulässig, wenn die
Verkürzung des Plateaus bei der Wahl der Betriebsspannung berücksichtigt
wird. Die Totzeit dieses Zählrohres sinkt von 50 ns auf 10 \ia, wenn R
> &
von 10 Mß auf 2,5 Mfi h e r a b g e s e t z t w i r d .

Hinsichtlich der Auslegung des Verstärkers und der Bemessung des Verstärker-
einganges gelten folgende Überlegungen: Die Zählrohrimpulse besitzen eine
solche Form, daß man für ihre formgetreue Übertragung äußerst breitbandige
Verstärker brauchen würde. In der Regel interessiert man sich aber nicht
für die Form der Impulse, sondern nur für ihre Häufigkeit, so daß man sich
darauf beschränken kann, einen begrenzten Frequenzbereich zu übertragen.
Meist genügt die verzerrungsfreie Übertragung von Frequenzen zwischen 500 Hz
und 1,5 MHz. Verstärker für diesen Frequenzbereich lassen sich ohne beson-
dere Schwierigkeiten bauen. Man muß nur darauf achten, daß die obere Fre-
quenzgrenze nicht durch Schaltkapazitäten (insbesondere im Verbindungska-
bel zum Zählrohr) unnötig herabgesetzt wird, und daß die untere Frequenz-
grenze durch die Wahl h i n r e i c h e n d großer Koppelkondensatoren ( z . B . C in
Abb. 3) genügend tief gelegt wird.
36

10

0,1 1 10 102 103 10* 105 mr/h

Abb. 6: E m p f i n d l i c h k e i t e i n i g e r VALVO Zählrohre

Empfindlichkeit

Die Empfindlichkeit eines Zählrohres ist die Impulshäufigkeit, die in


Abhängigkeit von der Strahlungsintensität gemessen wird. In Abb. 6 ist
die Empfindlichkeit einiger VALVO Zählrohre angegeben. Bei der Messung
wird die in Abb. 3 angegebene Schaltung verwendet (Ra = 10 Mß, R&' = l M&).
Die Zählrohre waren jeweils an eine Zählanordnung mit einer Empfindlichkeit
von 0,1 V und einer Totzeit von 10 p.s angeschlossen. Die Strahlungsquelle
war ein Co 60-Präparat mit überwiegender f -Strahlung. Als Maß für die
Strahlungsintensität ist in Abb. 6 die Dosisleistung aufgetragen.

Fenster

Messung von y-Strahlung Messung von cc-und £ -Strahlung

Abb. 7: Anordnung von S t r a h l u n g s q u e l l e und Zählrohr

Anordnung der Strahlungsquelle

Die zweckmäßige Anordnung verschiedenartiger Strahler in bezug auf das


Zählrohr wird durch die Wirkung der Strahlungsarten bestimmt. Durch >-
Strahlung werden Elektronen aus der Zählrohrwandung herausgeschlagen; diese
37

ionisieren dann die Gasfüllung. Will man bei gegebener Strahlungsintensi-


tät eine möglichst hohe Impulshäufigkeit erreichen, so muß man den J* -
Strahler senkrecht zur Zählrohrachse anordnen, wie es in Abb. 7 dargestellt
ist. Das gleiche gilt für die Messung von Röntgenstrahlung. Da das Durch-
dringungsvermögen von«-- und ß -Teilchen in der Regel gering ist, gibt es
für die Messung dieser Strahlungsarten Zählrohre mit Glimmerfenster (18504,
18505, 18506). Bei diesen Zählrohren sind die Strahlungsquellen nach Abb. 7
so anzuordnen, daß ein möglichst großer Teil der Strahlung durch das Fen-
ster eintreten und die Gasfüllung unmittelbar ionisieren kann.

In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, daß die Anordnung der Strah-
lungsquelle nicht nur die Impulshäufigkeit, sondern auch den Verlauf des
Plateaus und die Impulsform beeinflussen kann, weil die lonisierungswahr-
scheinlichkeit und der Ablauf der Entladungsvorgänge im Zählrohr davon ab-
hängen, an welcher Stalle die Teilchen oder Quanten in das Zählrohr ein-
treten. Die Verformung des Plateaus tritt in Erscheinung, wenn das Strah-
lungsfeld stark inhomogen ist, etwa in unmittelbarer Nähe des Strahlers.
Als Beispiel hierfür zeigt Abb. 8 die Ergebnisse von Messungen (A,B,C),
die mit einem schwachen •y'-Strahler durchgeführt wurden. Bei der Messung D
wurde ein etwas stärkeres Präparat verwendet. Es muß freilich betont wer-
den, daß es sich bei den Kurven in Abb. 8 um verhältnismäßig geringfügi-
ge Plateauänderungen handelt und daß diese günstigen Ergebnisse nur durch
eine wohlüberlegte Zählrohrkonstruktion erreicht werden konnte.

ÖU


[°l
11
60 tun
•« a,
A C B

N =.
\t/
D Entfernung: 16cm

.
40 "L--

r
u- '
20

Betri ebsspannur g ub
n
300 400 500 600

Abb. 8: Beeinflussung des Plateaus durch die Anordnung


der Strahlungsquelle
38
Literaturhinweise

1. Kment und Kühn: Das Geiger-Müller-Zählrohr


Akademische Verlagsgesellschaft Geest und Portig KG., Leipzig 1953

2. Fünfer und Neuert: Zählrohre und Szintillationszähler


Verlag G. Braun, Karlsruhe 1954
.
3. Eohlrausch: Praktische Physik, Band 2
B.C. Teubner Verlagsgesellschaft, Stuttgart 1957

4. Ebert: Physikalisches Taschenbuch


Friedr. Vieweg und Sohn, Braunschweig 1957

5. Fortschritte der angewandten Radioisotopie und Grenzgebiete


Dr. Alfred Hüthig Verlag, Heidelberg 1957

6. Hanle, Schneider und Voss: Strahlennachweis- und Meßverfahren


VDI-Zeitschrift 1957, S. 1285...1295

7. Jaeger: Probleme des Strahlenschutzes bei der friedlichen Anwendung


der Atomenergie
Zeitschrift für angewandte Physik, 1957, S. 467...479

8. Stille: Rechnen und Messen in der Physik


Friedr. Vieweg und Sohn, Braunschweig 1955

9. Kurzberichte über 5 Vorträge zur Kernenergietechnik


herausgegeben vom VI)I , München 1957
39

Geiger-Müller-Zählrohre
B e g r i f f e und Definitionen

Bei der Lösung v i e l e r w i s s e n a c h a f t l i c h e r und t e c h n i s c h e r Aufgaben ist


die Verwendung radioaktiver Isotope heute allerorts in Gebrauch gekommen.
Der Nachweis und die Zählung der aus den atomaren Zerfall-Prozessen stam-
menden Teilchen oder Quanten wird dabei vorwiegend mit Geiger-Müller-Zähl-
geräten vorgenommen. Diese Geräte werden schon seit einiger Zeit in ver-
s c h i e d e n e n Ausführungen für m a n n i g f a c h e Verwendungsarten als durcbent-
wickelte Apparate serienmässig hergestellt.
Beim handwerklichen Gebrauch des Geiger-Müller-Zählrohrs ist es d i e n l i c h ,
die w i c h t i g s t e n theoretischen und praktischen Zusammenhänge, Begriffe und
Definitionen ) zu kennen. Sie sollen im folgenden in gedrängter Form zu-
sammengestellt werden*
Die heute gebräuchlichen Typen sind im Prinzip von den von Geiger und
M ü l l e r 1928 beschriebenen "Auslösezählrohren" nicht sehr verschieden*
Sie bestehen aus einem abgeschlossenen Gefäss mit einer ( f a s t immer)
z y l i n d r i s c h e n M e t a l l e l e k t r o d e und einem darin axial gespannten Draht,
welcher sich auf einem gegenüber der M e t a l l e l e k t r o d e hohen positiven
Potential befindet. Das Gefäss ist mit einem Gas oder Gasgemisch - gewöhn-
l i c h Edelgase - meist mit DampfZusätzen ( f ü r gewisse noch zu erörternde
Eigenschaften) unter einem relativ niedrigen Druck (ca. 10 Torr) gefüllt.
Ein solches Zählrohr zeigt im Schnitt die Abb. 1.

) Die hier verwendeten Definitionen s c h l i e s s e n sich an die in den


Proceedings of The I.E.E-,Aug. 52.
" Standards on Gas-Filled Radiation
Counter Tabes,Definitions of Terms, 1952 "
veröffentlichten Definitionen an, welche sich sicher früher oder später
auch in Deutschland einführen werden.
40

zum Verstärker

Teilchen

Hochspannung -Üb

Abb. l

Hat ein die Gefasswand durchdringendes Elementarteilchen oder Quant hin-


reichende Energie, um Gasteilchen ionisieren zu können, wird es auf seiner
Bahn im Gefäss eine Anzahl Paare von positiven Ionen und Elektronen erzeu-
gen. Ionen und Elektronen tragen im elektrischen Feld des Zählrohres ihre
Ladungen zur Katode (Wandung) bzw. zur Anode (Draht). Dieser Ladungstrans-
port hat einen Strömstoas durch den Arbeitswiderstand E& zur Folge, der -
sofern er hinreichend gross ist - gemessen werden kann.

Die Registrierung der Stromstösse, welche zeitlich in der der Strahlung


eigentümlichen Unregelmässigkeit erfolgen, geschieht gewöhnlich über einen
Verstärker mit Hilfe eines Gerätes, welches entweder jeden Stromimpuls ein-
zeln zählt oder die Gesamtheit der Stromstösse integriert und zeitlich
mittelt. Abb. 2 zeigt die Blockschaltung eines Geiger-Miiller-Zählgerätes.

Die Zahl der TOM einfallenden Teilchen oder Quant längs der Bahn durch das
Zählrohr unmittelbar erzeugten lonen-Elektronenpaare nennt man "Primär-
ioniaation". Im Anschluss an eine solche Primär!onisation können dann Vor-
gänge folgen, welche die Gesamtzahl der entstehenden Ladungen entweder ver-
kleinern oder vergrössern. Diese Vorgänge sollen kurz erörtert werden. Um
sie leichter überschaubar zu machen, verfolgt man am besten das Verhältnis
der an den Elektroden eintreffenden Ladungen zu den primär erzeugten Ladun-
gen (Primärionisation) bei wachsender Zählrohr-Spannung ü&, wenn zunächst
Gasart, Druck, Form des Rohres usw. unverändert bleiben. Es entsteht eine
Charakteristik, wie sie idealisiert in Abb. 3 skizziert ist.
41

Strahlung
Geiger-
Mü Her- Urker
/V integrierendes
Zählgerät
Zahlungen/Sekunde

Zäh 1 roh r

/
7 X
y

X
/ oc er

Zählungen
Gerät für
Netzteil mit
Einzelzäh- 567031
Hochspan-
nungserzeu- lung
gung

Abb. 2

Das Verhältnis der eintreffenden Ladungen zur P r i m ä r i o n i s a t i o n nennt man


"Gasverstärkung". In Abb. 3 ist die G a s v e r s t ä r k u n g über der Z ä h l r o h r -
Spannung U ( d o p p e l t l o g a r i t h m i a c h ) aufgetragen.

Bei sehr kleinen Spannungen kommt es vor, dass die Elektronen und Ionen
sich auf ihrem Wege, noch ehe sie die Elektroden erreichen, wieder zu neu-
tralen Teilchen vereinigen. Die Gasverstärkung ist dann also kleiner als 1.
Dieser Verlust an Ladungen, genannt "Rekombination",nimmt mit wachsender
Spannung ab, weil die im stärkeren elektrischen Felde schnelleren Teilchen
eine geringere Wahrscheinlichkeit haben, ihre Ladungen auszutauschen. Wenn
keine Rekombination mehr stattfindet, bleibt die Ladungsmenge und damit die
GasVerstärkung l über ein gewisses Spannungsintervall konstant (Bereich A—B
in Abb. 3).

Es ist einleuchtend, dass bis hierher die Zahl der ionisierten Teilchen
(Primärionisation) von der Art, Bahnrichtung und Energie abhängt. Aus die-
sen (und auch aus anderen noch deutlich werdenden Gründen) ist der Bereich
0-A-B in Abb. 3 für das Zählen von Teilchen wenig geeignet. Rohre, die in
diesem Bereich arbeiten, gehören daher auch nicht eigentlich zu den "Zähl-
rohren" } sie heiasen "Ionisationskammern".
42

Gasverstärkung

Glimmentladung

Geiger-Müller-Berelch
Auslösebereich

Proportionalbereich

Ionisationskammer-Bereich
(logarithmisch) Uo

Abb. 3

Mit wachsender Spannung wächst nun zugleich die in der Stossfolge von den
Elektronen jeweils erreichbare kinetische Energie, bis diese sekundär wei-
tere Ionisationen und damit örtliche "Elektronenlawinen" erzeugen ("Towns-
end-Lawinen"). Die Gasverstärkung wächst um einige Zehnerpotenzen an. Die
Elektronenlawinen selbst sind nahezu voneinander urabhängig, so dass die
entstehende Gesamtladung bei einer gegebenen Zählrohrspannung proportional
den primär erzeugten Ladungen, also proportional der Primärionisation ist.
Daher wird der Bereich B-C "Proportional-Bereich" genannt. Zählrohre, die
vorwiegend für diesen Bereich dimensioniert sind, heissen "Proportional-
Zählröhre".

Man erhalt damit am Arbeitswiderstand R Spannungsstösse, die bei einer


gegebenen Zählrohrspannung eine Funktion von Impuls und Energie der Teil-
chen sind.
43

(Die Bahnrichtung f ä l l t nur noch wenig ins Gewicht, weil die lonisations-
vorgänge in der Hauptsache in der Nähe des Drahtes erfolgen, nämlich an den
Stellen g r o s s e r Feldstärke.)

ct*-Teilchen und energiereiche p-Teilchen, harte kosmische Strahlungen usw.


haben grosse Spannungsstösse zur Folge, weiche p-Strahlung dagegen wesent-
l i c h kleinere.

Unter der Voraussetzung gut konstant gehaltener Spannung kann man daher
P r o p o r t i o n a l - Z ä h l r o h r e z . B . zur E n e r g i e b e s t i m m u n g energiearmer Teil-
chen verwenden. (Bei energiereichen Teilchen verkürzt sich der Proportio—
nal-Bereich, d.h. man kann dann in den folgenden noch zu besprechenden
Bereich gelangen.)

Wesentlich jedoch ist, dass jetzt die Gasverstärkung, die bis zu einigen
Zehnerpotenzen im Proportional—Bereich anwächst, hinreichend gross ist, um
einzelne Teilchen, auch solche kleinerer Energie, überhaupt nachzuweisen,
im Gegensatz zur Ionisationskammer, bei welcher der Teilchennachweis nur
unter ganz bestimmten Bedingungen möglich ist. (Die Nachweisempfindlich—
k e i t von Verstärkern liegt etwa bei 1000 Elektronen pro Impuls. Das ein-
fallende Teilchen muss also längs seiner Bahn wenigstens 1000 Gasteilchen
ionisieren.)

Geiger-Uüller-Bereich

Bei einer gewissen Spannung - am Punkte C, der "Geiger-Müller-Schwelle 11 -


sind die Energien so gross, dass kompliziertere Vorgänge erfolgen. Es bil-
den sich z.B. im Füllgas und an der Katode neue Elektronen, welche von
entstehenden Photonen ausgelöst w e r d e n , Sekundärelektronen, die von den
Ionen an der Katode erzeugt werden und damit neue Lawinenausgangspunkte
bilden. Innerhalb einer sehr kurzen Zeit wird jetzt der ganze Raum de«
Zählrohrs von der Ionisation e r f a s s t , gleichgültig, wie gross die ursäch-
liche Primärionisation gewesen ist ("Koronaentladung"). Die Gasverstär-
kung ist noch um einige Zehnerpotenzen grösser als im Proportional-Bereich.

Das Zählrohr befindet sich im "Auslösebereich" oder "Geiger-llüller-Be-


reich". Zählrohre, die vorwiegend für diesen Bereich dimensioniert sind,
heissen "Auslöse-Zählrohre" oder "Geiger-Müller-Zählrohre" als engerer Be-
griff.
44

Da nun jedes primäre lonisationsereignis, gleich, welcher Ursache und


welcher Stärke, stets eine I o n i s a t i o n im ganzen Zählrohr a u s l ö s t , , und
dieser Vorgang bei jeder Spannung innerhalb des betrachteten Bereiches
e r f o l g t , bleibt die Amplitude der Spannungsstösse am Widerstande R ft bei
beliebiger Spannung innerhalb dieses Bereiches unabhängig von der Primär-
i o n i s a t i o n , d.h. von A r t , Energie und Impuls der T e i l c h e n .

Benutzt man nun zur Registrierung der einfallenden Teilchen ein Gerät, wel-
ches die von jedem ursächlichen lonisationsereignis ausgelösten gleichwer-
tigen Spannungsatösse ("Zählimpulse") i n t e g r i e r t , erhält man eine von der
Zäh lröhrSpannung (innerhalb des Geiger-Müller-Bereiches) unabhängige Anzei-
ge.

Sodann kann man die Anzeige durch vergleichende Einzelauszählung der Im-
pulse und M i t t e l u n g eichen und erhalt somit den gewünschten Mittelwert der
"Zählungen/Sekunde".

Trägt man schliesslich die gemessenen Zählungen/Sekunde für eine gegebene,


im zeitlichen Mittel konstante Strahlungsquelle als Funktion der Zählrohr-
spannung U a u f , e r h ä l t man eine K e n n l i n i e , die in diesem Bereich sehr
f l a c h ist und meist ausschliesslich für das Zählen von Teilchen und Quan-
ten genutzt wird, weil die Zählung dann von der Spannung nahezu unabhängig
ist. Abb. 4 z e i g t als Beispiel diese K e n n l i n i e für den VALVO-Typ 18504.
Sie wird w e i t e r unten noch besprochen werden.

Wird nun eine noch höhere Spannung an das Zählrohr gelegt, ist die selb-
ständige Entladung so stark, dass eine stabile Glimmentladung e i n s e t z t ,
bei der sich die Spannung am Rohr auf einen kleinen (stabilen) Wert ein-
stellt und dort verbleibt (vgl. Abb. 3).

Plateau

Unter "Geiger—Müller-Zählrohren" versteht man, wie erörtert wurde, in enge-


rem Sinne Rohre, die im Bereich C-D in Abb. 3, bzw. innerhalb des in Abb. 4
wiedergegebenen flachen Kennlinienteiles arbeiten. Dieser flache Teil
h e i s a t "Plateau". Die zum Punkt PS gehörige Spannung U s , der Plateauanfang,
wird mit "Geiger-Müller-Schwelle" b e z e i c h n e t .
45

VALVO
18504

Geiger-Müller-Schwelle für Strahtungsquelle


von im Mittel
l 100 Teilchen /Sekunde
Pa = 10 MA
|

300 400 650 t/o (V)

Plateaulänge

Abb. 4

Unterhalb der Spannung Ua fällt die Kurve rasch ab, weil dort (im Propor-
tional-Bereich) keine gleichwertigen Zählimpulse integriert werden. Der
Verlauf des Kurvenstückes unterhalb U_ ist von Strahlungsart, Energie und
auch noch in gewissem Grade von der Ansprechempfindlichkeit des Verstär-
kers abhängig (weil energiearme Teilchen leicht unterhalb der Empfindlich-
keitsschwelle liegen können). Die Kurve dient vor allem dazu, da« "Plateau"
zu charakterisieren.

Die Zählungen/Sekunde sind selbstverständlich für Strahlungsquellen mit


grösseren Intensitäten denselben proportional, sofern nicht Zahlverluste
eintreten, welche noch erörtert werden sollen. (Man könnte darum an die
Ordinate in Abb. 4 auch Z/Z^QQ(°/O) schreiben.)

Für die Spannung ü_O sind in der Literatur verschiedene Bezeichnungen zu


finden, z.B.
" Schwellenwert der Spannung "
" Zündspannung "
" Plateauanfang "
" Einsatzspannung " •

Unter "Einsatzspannung" wird aber leider auch vielfach die (kleinere)


Spannung verstanden, bei welcher das Zählrohr bei einer gewissen Verstär-
46

kerempfindlichkeit (z.B. z in Abb. 4) auf Impulse anzusprechen beginnt.


Auch das Wort "Startspannung" wird dafür verwendet. Da der Wert dieser
Spannung von der Nachweisempfindlichkeit des Verstärkers abhängt, sollte
er nicht in den Daten von Zählrohren angegeben werden.

Die Spannungsdifferenz U - U in Abb. 4 heisst "Plateaulänge".


V

Das Plateau hat eine endliche Steilheit. Die Ursachen hierzu sind einer-
seits darin zu suchen, dass die Ausbildung der lonisationslawine an den
Enden des Zählrohres spannungsabhängig ist und andererseits bei wachsender
Spannung von den Ionen unvermeidlich an der Katode Sekundärelektronen aus-
gelöst werden, die ganze* Serien von "Nachentladungen" hervorrufen können.

Für die Steilheit des Plateau sollen im Anschluss an die erwähnten "Defi-
nitions of Terms" (siehe Anm. )) folgende Definitionen (vgl. dazu Abb. 4)
verwendet werdeni

Relative Plateausteilheit = 100 -^2- qg/V


z.AU
Normierte Plateausteilheit = — / — dimensionslos
zs // Us

Die Plateausteilheit beeinflusst die Zählgenauigkeit und ist daher ein


Mass für die Güte des Zählrohrs. Wie aus den Daten im Anhang zu ersehen,
haben alle VALVO—Zählrohre eine relative Plateausteilheit von weniger als
0,02 ?C/T.

Löschung

UM einzelne Teilchen überhaupt zählen zu können, muss das Zählrohr nach


einer gewissen Zeit in seinen Ausgangszustand zurückkehren, d.h. die Ent-
ladung «us s "löschen" oder gelöscht werden.

"i a "Proportional—Bereich" ist die Entladung noch instabil. Da die primäre


Ionisation wegen der am Draht sehr viel grösseren Feldstärke praktisch
auaschliesalich in dessen Nähe stattfindet, bildet sich dort rasch eine
relativ träge lonenwolke, die den Draht gänzlich umhüllt. Die wirksame
elektrische Feldstärke wird dadurch stark reduziert, und weitere Elektronen
werden an der Bewegung gehindert, d.h. die Entladung erlischt selbsttätig.

.
47

Der Rückgang der Feldstärke ist von der Grosse des Arbeitswiderstandes
abhängig. Mit wachsender Spannung ist ein immer grösserer Arbeitswider—
stand nötig, um die selbsttätige Löschung noch zu garantieren. ES müssten
dann Widerstände von 100 - 1000 MQ verwendet werden, welche durch die ent-
stehende grosse Zeitkonstante die Zählgeschwindigkeit erheblich herabset-
zen würden.

Im Bereich der selbständigen Koronaentladung schliesslich, dem "Auslöse—


bereich", ist die Löschung dann meist nur noch durch besondere Schaltungs—
massnahmen erreichbar, weil die von den Photonen und positiven Ionen aus-
gelösten Sekundärelektronen die Aufrechterhaltung der Entladung von allein
fortdauernd si ehern.

Eine selbsttätige Löschung im Auslösebereich ohne äussere Schaltmittel ist


aber, wie von Trost angegeben wurde, durch besondere DampfZusätze, z.B.
Alkohol, möglich. Diese Zusätze haben die Eigenschaft, die Photonen zu ab-
sorbieren, während sie selbst dabei zu niederatomigen Kohlenwasserstoffen
abgebaut werden.

Dieser Abbau kann wegen der beschränkten Menge des DampfZusatzes nicht be-
liebig lange erfolgen. Die Zählrohre haben daher eine begrenzte Lebensdau-
er, was man indessen gegenüber dem Vorteil einer höheren Zählgeschwindig-
keit gern in Kauf nimmt. Eine wesentliche Erhöhung der Lebensdauer gelang
schliesslich durch gewisse Halogenzusätze, welche die Eigenschaft haben,
nach Dissoziation (durch Elektronenstoss) sich wieder zu regenerieren.
Wie aus den Daten im Anhang zu ersehen, haben die VALVO Geiger—Müller-
Zählrohre eine Mindestlebensdauer von 10 Zählungen.

Halogenzählrohre haben allgemein sehr gute Eigenschaften. Auaser den Eigen-


schaften
a) selbsttätige Löschung,
,
b) lange Lebensdauer
kommt noch hinzu

c) eine relativ niedrige erforderliche Zählrohrspannung und


d) eine weitgehende Temperaturunempfindlichkeit.

(Bei Halogenzählrohren wird für die Katode dann Chrom—Eiaen verwendet,


damit das Halogen nicht aufgezehrt wird.)
48

Auflösung

Die Zahl der im Kittel pro Sekunde zählbaren Teilchen ist hauptsächlich
durch zweierlei umstände begrenzt. Zunächst können selbstverständlich der
Verstärker und das Registriergerät nur eine beschränkte Zahl von Impulsen
verarbeiten. Man unterscheidet, wie schon erwähnt wurde, hauptsächlich zwei
Arten der Registrierung:
a) Die integrierende Zählung unter Anwendung verschiedener
Integrierschaltungen, welche im Ausgang kontinuierlich die
pro Sekunde im Mittel einfallenden Teilchen anzeigen.

b) Die Zahlung der Einzelimpulse durch Flip-Flop-Schaltungen,


dekadische Zählgeräte u.a.m.

Ist das Auflösungsvermögen des Registriergeräte hinreichend gross, be-


stimmt das Zählrohr dann selbst die Auflösung. Im Zählrohr bildet sich,
wie oben erörtert wurde, eine positive Ionen-Raumladung. Während der Zeit,
die für die Abwanderung der Wolke nötig ist (etwa 10 s), ist das Zähl-
rohr unempfindlich für weitere eintreffende Teilchen. Erst nach dieser Zeit
können allmählich SpannungsstÖsse wachsender Amplitude wieder einsetzen.
*iu«n Überblick gibt die Abb. 6.


(an ffg)

'

K V. als
.erholt"
geltend
l
mini male Anzeige-
empfindlichst
d*s Registriergeräts

-Auflösungszeit
—Erholungszeit 4---I
Abb. 5
49

Es ist ersichtlich, dass als "Totzeit" die Zeit definiert ist, nach wel-
cher ein folgender Auslösevorgang im Zählrohr sich erst wieder als Lawine
bemerkbar machen kann.

Unter der "Auflösungszeit" versteht man die Zeit, nach welcher ein folgen-
der Impuls die Empfindlichkeitsschwelle des Registriergerätes erreicht.
Diese Zeit gehört also nicht eigentlich zu den Zählrohr-Kenndaten, weil
sie von der verwendeten Schaltung, d.h. eben von der Ansprechempfindlich-
keit des Verstärkers abhängt.

Die "Erholungszeit" ist die Zeit, nach welcher die Amplitude des Spannungs-
stosses wieder ihren ursprünglichen Wert angenommen hat. Gelegentlich wird
auch ein Prozentsatz festgelegt, bei welchem man das Zählrohr als "erholt"
gelten lässt. (Die Erholungszeit wird also - wieder gemäss Anmerkung )-
hier ni_c_ht, wie vielfach üblich, vom Ende der Totzeit an gerechnet.) Die
Totzeit ist von der Betriebsspannung abhängig. Als Beispiel zeigt die Abb.6
diese Abhängigkeit beim VALVO Geiger-Müller-Zählrohr 18504.

.
Totzeit VALVO
(jus) 18504
80 Ra • 10 MÄ

40-

300 400 500 600 Ua (V) 700

Abb. 6
50

Zah.Heh.ler

Aus dem vorangegangenen wird deutlich, dasa die Totzeit, bzw. Auflösungs-
z e i t , Zählverluste zur Folge haben wird, wenn innerhalb dieser Zeiten Teil-
chen einfallen. Auf die Methoden zur statistischen Erfassung der wahren
Zählimpulse soll hier in diesem Rahmen nicht eingegangen werden. Ulan un-
terscheidet
1) Durch Tot- und Erholungszeit bedingte Verluste (bei einem Regi-
striergerät, welches besser auflöst als das Zählrohr)

2) Verluste, welche entstehen, wenn Teilchen oder Quanten beim


Durcheilen des Zählrohrs keine Primärionisation auslösen.

Letzteres ist besonders bei *)f-Strahlung der Fall, weil ^-Quanten relativ
schwach ionisieren. Gewöhnlich wird etwa 0,5 - 2 °/o der Strahlung regi-
striert. Um ^f—Quanten brauchbar nachzuweisen, verwendet man Metalle hoher
Ordnungszahl als Wandelektrodenmaterial. Diese Metalle liefern dann von
der einfallenden Strahlung ausgelöste, registrierbare Sekundärelektronen.

Als Maas für die unvermeidlichen Zählverluste unter 2) kann man einen
"Wirkungsgrad" angeben, kau versteht unter "Wirkungsgrad" des Zählrohre«
das Verhältnis der Zahl der Primärioniaationen zur wahren Zahl der ein-
fallenden Teilchen oder Quanten (über die Zeit gemittelt).

Im Gegensatz zu den Zählverlusten stehen Primärionisationen, welche von


anderen Quellen stammen als von jener, die gemessen werden soll, welche
also die gemessene Zahl gegenüber der wahren Zahl vergrösaern. Fremde
Quellen können kosmische Partikel oder andere unkontrollierte Strahlungen
der Umgebung sein.

Diese störenden Primärionisationen nennt man "Hintergrund" (oder Null-


e f f e k t " ), auch "abgeschirmter Hintergrund", wenn man den Hintergrund bei
einer bestimmten Abschirmung des Zählrohrs gemeaaen hat.

Fenster

Die Wahl des Materials für die Wandung, die Stärke des für die Zylinder-
elektrode verwendeten Metalle oder die Anbringung einea "Fensters" für
den Einfall der Strahlung richtet aich nach der Strahlungsart, welche
gezählt werden soll.
51

Zur Zählung von et-Teilchen kleinerer Energie, weicher ß- und auch wei-
cher Röntgenstrahlung benutzt man sehr dünne Fenster für den Eintritt der
Strahlung, weil die Metallelektrode diese Strahlungen weitgehend absorbie-
ren würde. In topffÖrmigen Zählrohren, "Glockenzählern" befindet sich das
Fenster als Deckel an einem Ende des Zählrohrs. Als Fenster werden dünne
Glimmerblättchen oder Aluminiumfolien verwendet. Wegen der geringen Fen-
sterdicke ist es üblich, diese in Einheiten der auf die Fläche entfallen-
den Masse anzugeben.

Verstärkung und Spannungsversorgung

Für die Vielfalt von Anwendungsmöglichkeiten gibt es ebensoviele verschie-


denartige Schaltungen vollständiger Zählgeräte. Häufig wird man leichte
transportable Geräte einsetzen wollen. Dafür bieten heute die Halogenzähl—
röhre mit ihren relativ niedrigen Betriebsspannungen und der Transistor
als H i l f s e l e m e n t eine recht bequeme Möglichkeit, ein handliches Strahlungs-
m e s s g e r ä t zu entwickeln. Ein einfaches Beispiel zeigt die Abb. 7.

Man benutzt zur Erzeugung der Betriebsspannung für das Zählrohr eine Schal-
tung, in welcher ein Transistor ähnlich wie ein Sperrschwinger als automa-
tischer Schalter arbeitet. Aus den hochfrequenten Abschaltspannungen a»
Transformator erhält man über 2 Selengleichrichter die erforderliche
Gleichspannung von 500 Y. Die Zählimpulse werden in sehr vorteilhafter Wei-
se durch einen zweiten Transistor verstärkt. Solange kein Z ä h l r o h r s t r o m
vorhanden ist, fliesst durch IL> ein konstanter Strom von l mA. Eintreffende
Zählimpulse bewirken über den Basiskreis des Transistors eine Sperrung des-
selben, so dass der Emitterstrom in diesen Augenblicken ganzlich verschwin-
det. Die Spannungsimpulse von l V Spitzenwert am Widerstand R« von l kQ
können leicht über ein zwei-adrige s Kabel von ein paar Metern Lange an das
Anzeigegerät weitergegeben werden. Die ganze Anordnung ist sehr empfindlich
und lässt sich auf ungewöhnlich kleinem Raum unterbringen.
52

Transformator:
Ferroxcube III B 3, geschlossener Topfkern Typ 25/16,Luftspalt 0,1 mm
n,l = 115 Wdg. 0,2 mm 0
50 0,1 cim 0
n3 = 1250 0,1 mm 0

2,2 kß 50 / 8V
R, 47 ß C4 = 2,7 nF / 500 V
R l Hß Selengleichrichter
10 Mß
R« 82 kß
R, I Lf O
nBb

3,0 V
500 V
4 l V ss
17 mA für Hochspannungsteil
:batt
l mA für Verstärker

13 20 \iA für mai. Zählgeschwindigkeit


N ein
< 51 mW
N 10 mW (über C4,C2)
aus
19,6 °/o

Abb. 7
53

Anhang
Daten der VALVO Geiger-Uüller-Zählrobre.

18503 18504 18505 18506

Fenster G l i m m e r f e n s t e r
-
Verwendung für 7 <*-P,7
Strahlungsmessung Neutro- Neutro- cC.p,? <*,p.y
nen *•) nen )

selbst- selbst- selbst- selbst-


Löschung
löschend löschend löschend löschend
Ne , Ar , Ne , Ar , N'e , Ar , Ne, Ar,
Gasfüllung
Halogen Halogen Halogen Halogen
Katodenmaterial 2896 Cr 2856 Cr 28 # Cr 28 # Cr
72 # Fe 72# Fe 7256 Fe 72 # Fe

Katodenabmessungen mg
Wanddicke 250 250 320 345 cm^
14,4 14,4 19,8 27,8 mm
innerer Durchmesser
effektive Länge 40 40 36 36 nun

Gl immer fenster mg
Dicke 2-32) 1.5-22) 2,5-3,52) cma
effektiver Durchmesser - 9 19,8 27,8 mm
Fläche 63,5 300 600 mm^

Kapazität Cft - ca. 2 ca. 2 ca. 2 ca. 2 PF

Betriebsspannung UL * beliebig innerhalb Plateau V

Geiger-Müller-Schwelle , mai. 42 5 mai. 425 max. 450 max* 475 V


üg - 3)

250 250 250 300


Plateaulänge üg-UB -3)
min. 225 min. 225 min. 250 min* 250 v
relative Plateausteilheit
Az m 3)
0,01
mal. 0,02
0,01
raax.0,02
0,01 0,01
max. 0,02 max. 0,02
tv
z'AU

Totzeit max.100 max.100 max. 125 max. 225 \1B

abgeschirmter Hintergrund max. 20 max. 20 max. 25 max. 40 Zlgn


min
4)
erwartete Lebensdauer min-1010 min.!01( min.!01( min.1010 Zlgn

Umgebungstemperatur min.— 55 min.— 55 min. -55 min. -55


mal. +75 max. +75 max. +75 max. +75 °C
54

) Für die Zählung thermischer Neutronen muss das Zählrohr mit einer
Cadmium-Folie von etwa 0,5 mm Dicke umgeben werden.

2) Fertigungsstreuungen der Fensterdicke;bei jedem Exemplar jedoch kon-


stant über die Oberfläche.

3) Gemessen bei 100 Zählungen/Sekunde, R& = 10 Uß.


Mess-Schaltung:
Ra 10MÄ

-|| -"Ausgang

4) Abgeschirmt mit 50 mm Pb und 3 mm Al(2" Pb; 1/8" Al).

Allgemeine Anmerkungen:

Die Zählrohre sollen trocken und sauber gehalten werden, um Leckströme zu


vermeiden.

In Schaltungen mit den Zählrohren ist auf kleine Schaltkapazitäten zu


achten.

Abmessungen in mm:

i
i

r
=> * f
— _1 Ir 1
' -i
1—^- ("^ t J "PT
T ! JT Katnck Annrta

Katode L Anode • Glimm erfcnstar

18503 18504

-— -36 ^ 5 *12^
2,2- «• 36 *• !> —12*"
i
^ f
;
f
in £. »* t
irf~ •)
c* ±D J
r
t
L Anod«
' t
L Katode
1
-Anode ^
- Katode
-Glimmerfenster
-Gtimmarfcnster
18505 8506
tEIIEI-MIUEI-ZIILROIIE
Autgobc Jonuor 1961

B E T A - G A M M A - Z A H L R O H R FHZ 79

Das Beto-Gamma-Zählrohr FHZ 79 ist ein Halogenzähl-


rohr zur Messung von Gamma- und energiereicher Beta-
Strahlung. Durch seine Kolbenform ist es auch als Tauch-
zähirohr verwendbar.
Wegen seiner niedrigen Arbeitsspannung ist das Zählrohr
besonders für Messungen mit dem Strahlungsmeßgerät
FH 91 und den Labormonitoren FH 55 geeignet.

Art: Selbstlöschendes Auslösezählrohr mit Halogen-


zusatz.
Form: Kolbenzählrohr, auch als Tauchzählrohr verwend-
bar. Besonders empfindlich bei Strahlungseinfall
durch die Mantelflächen des Zählrohrkolbens.

Kenndaten: Richtwerte

Alle Doten gelten für finen Vorwiderstand von 10 M Ohm, für die Empfindlichkeit drr Zählrohre FHZ 79 bei Eintauch-
der im Zählrohrsockel eingebaut ist. messungen, angegeben als Zählrate (in Imp'min) pro Aktivitäts-
Einsatzspannung: 525 ± 25 Volt konzentration (nC/cm1).
Die Angaben sind nur als Richtwerte zur Abschätzung zu be-
Arbeitsspannung: 700 Volt
trachten.
Plateaulänge: > 250 Volt
Tl"4 80 Imp.'min pro nC/cm 1
Plateausteigung: < 8% / 100 V P« 1600
Mittlere Totzeit: ca. 140 ;'$ec bei Arbeitsspannung Sr"/Y« 1700
(s. Kurve) Ce'" 3000
Lebensdauer: > 3 • 10' Impulse jiti 300
Temperaturbereich: — 50' C . . . -f 100 C Csm 360

Temperaturkoefftzient 0,5 V/ ; C Co*° 1200

Nulleffekt: 80 ... 100 Imp/min ohne Blei-


abschirmung
20. ..30 Imp/min hinter 50 mm Blei
Technische Daten:
Effektiver Querschnitt gegenüber Gammastrahlung:
Kathode: Material: Tanta!
Q = 0,15 cm* für Co-60
Dicke: 0.1 mm (50% perforiert)
Q = 0,11 cmMür Ra
Innendurchmesser: 15 mm
Q = 0.10cmMürCs-137
Wandung: Material: Glas
Empfindlichkeit bei Eintauchmessungen: Dicke: 0.1 mm
S. Kurve (nur als Richtwert zu be- Massenbelegung: (Wandung +
trachten!) Kathode) cc. 25 mg/cm 3
Zähldraht: Aktive Lange 60 mm
Besondere Eigenschaften: Unempfindlichkeit gegenüber Durch-
schlägen Zählgas: Neon, Argon, Halogen
lif

FHZ 79

Besondere Eigenschaften.

t Halogeniohlrohre besitzen die Eigenschaft, daß das Zahlgas wieder rekom-


binierf. Dadurch besitzen sie eine sehr große Lebensdauer und sind unempfind-
lich gegenüber Durchschlagen. Ihre niedrige Arbeitsspannung gestattet den
Anschluß von Halogenzählrohren auch on Strahlungsmeßgeräte, die nur
niedrige Hochspannungen unterhalb 1.000 Volt zur Verfügung stellen können.
Durch ihre sehr geringe Temperaturabhängigkeit in einem weiten Temperatur-
bereich können sie auch für Messungen verwendet werden, bei denen starke
Temperaturschwankungen auftreten, z. B. bei Geländemessungen.
Da die Zählrohre sehr starke Impulse abgeben, können sie auch mit normalen
Kabeln größere'' Länge ohne Kothodenfolger mit dem Zählgeräl verbunden
werden.

•20-21»

Totieil
[u sec]

Abhängigkeit der
Totieil von dei
Überspannung

2DG

Überspannung[Vol

100 200

F R l ES E K E & H O E P F N E R G M B H - E R L A N G E N - B R Ü C K
TEL.: 2551-2555 - FS.:06/29894 • TELEGRAMME: F R I E S E K E ERLANGEN

FHS 226 / 5 ,' 1 ' *1 Änderungen vorbehalten


•^••••1 PAG Kugeffischer Georg Schäfer KGaA
Erzeugnisbereich Strahlen-Meßtechnik • System Frieseke ' " ' ''
Postfach 1 660 D-8520 Erlangen Tetefon 091 31/6301
LJ^^^^^^^J Teleiex 91 31 62 53 Telefax: 0 91 31/630228

Strahten-ltofitechnk GEIGER-MÜLLER-ZÄHLROHRE UND VORVERSTÄRKER Blatt 1 - 2


System Frieseke

PREISLISTE - ÄNDERUNGEN VORBEHALTEN -


DM/Stück
• o. MwSt.
Pos. Sach-Nr. Bezeichnung

GM-HALOGEN-ZÄHLROHRE
MIT SOCKEL NACH DIN 44421

1 .1 40980 Alpha-Beta-Zählrohr FHZ 80 470,—

1.2 4098-40 Alpha-Beta-Zählrohr FHZ 81-1 650,--

1.3 4098710 Alpha-Beta-Zählrohr FHZ 87-1 650,—

1.4 4097820 Gamma-ZäMrohr FHZ 78 Tl 1.720,—


incl . Werkprüfzeugnis

1.4.1 MQ-001 -850830


Prüfdokumentation zu FHZ 78 Tl
bei Anwendungen die einer besonderen
Zulassung bedürfen (TÜV, KTA) 430,—

1 .5 40977 Alpha-Beta-Zählrohr FHZ 77 470,--

".6 4C9721C Gamma-Zählrohr FHZ 72 L 270,--

1.7 40972 Gamma-Zählrohr FHZ 72 270,—

'• .8 40983 Beta-Gamma-Zählrohr FHZ 83 490,--

1.9 4C979 Beta-Gamma-Zählrohr FHZ 79 290,— .—

1.10 409852C Beta-Gamma-Zäh";ronr FHZ 85-1 1.400,—

2. ANSCHLUSSKABEL UND VORVERSTÄRKER


MIT ANSCHLUSSTECKER. nach DIN 44421

2.1 49842010213 Zählrohranschlußkabel 2 m 410,—

2.2 4227053 Vorverstärker FHT 640 B3 1.750,—

2 2.1 49842011408 Impulskabel 2 m 70,—

2.2.2 49842012608 Hochspannungskabel 2 m ( f ü r FHT 7000) 95,-

2.2.3 KT1 60380081 Koaxkabel pro/m 4,--

3 D 4012
^••••H FAG Kugerfischer Georg Schäfer KGaA
Erzeugnisbereich Strahlen -Meßtechnik • System Frieseke
T A 1 Postfach 1 660 D-8520 Erlangen - Telefon 0 91 31 /63 01
l^t^^^^^J Teletex:91 31 62 53 Telefax 0 91 31/630228

Strshten-Meßtechnik GEIGER-MÜLLER-ZÄHLROHRE Blatt 2 - 2


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PREISUSTE - ÄNDERUNGEN VORBEHALTEN - M - 2 - 0188


DM/Stück
o. MwSt.
Pos. Sach-Nr. Bezeichnung

3. GM-HALOGEN-ZÄHLROHRE
MIT SPEZIALSOCKEL

3.1 4099410 Gamma-Zählrohr FHZ 111 B 700,--

3.2 40995 Gamma-Zählrohr FHZ 112 870,--

4. NEUTRONEN-ZÄHLROHRE
KIT VORVERSTÄRKER

4.: 4C9171C Ne-trcnen-Zählrohr FHZ 17-1 1 .410,--

4.2 4227C53 Vorverstärker 1.750,--

4.2.1 49842011408 Impulskabel 2 m 70,--

4.2.2 49842012608 Hochspannungskabel 2 m (für FHT 7000) 95,—

4.2.3 KT160380081 Koaxobel pro/m 4,--

4.3 42294 Neutronen-Rem-Detektor BIOREM 5.270,--

4 . 3. T 49842011408 Impulskabe"! 2 m 70,--

4.3.2 49842012608 Hochspannungskabel 2 m (für FHT 7000) 95,™

4.3.3 KT1 60380081 Koaxkabel pro/m 4,—

5. GM-HALOGEN-ZÄHLROHRE
MIT EINGEBAUTEN VERSTÄRKER

5.1 4249410 Gamma-HD Zählrohr FHZ 610 790,—

3 D 4012
Nr.

O.m.b.H. .Ipr.L-'Jcl.*,-." r.':frnr l» v- Blatt Nr.


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