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Journalisten mobilisieren gegen Meinungsfreiheit

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Gastautor / 02.02.2021 / 06:00 / Foto: Jacek Halicki / 66 /


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Von Armin Rosen.

Der amerikanische Journalismus dachte einst von sich, er sei von Natur aus und
institutionell für die Redefreiheit. Besucher des Newseum, des Tempels der
Selbstverherrlichung der Medienindustrie an der Constitution Avenue in Washington,
wurden einst mit dem First Amendment begrüßt, das vertikal in über 74 Fuß (ca. 22,5 m,
Anm. d. Red.) hohen Marmor eingraviert war. Das Newseum ist seit 2019 geschlossen,
seine Betreiber haben auf die harte Tour entdeckt, dass die Öffentlichkeit das heroische
Selbstwertgefühl der Medien nicht teilt.

Das Museum war in mehrerer Hinsicht ein Anachronismus: Die Vorstellung, dass die
Journalisten selbst das verfassungsmäßige Recht auf freie Meinungsäußerung mit quasi-
religiöser Ehrfurcht betrachten, ist fast so kurios wie die Idee, das Thema Medien könnte
als Basis für eine große Touristenattraktion in D.C. dienen. Eine öffentlich verehrte
Presse, die ernsthaft an die freie Meinungsäußerung glaubt, das fühlt sich heute so an wie
etwas aus einer fiktiven Ära guter Gefühle. Heutzutage misstraut die amerikanische
Öffentlichkeit den Medien wie nie zuvor.

Mit dieser Seriositätskrise konfrontiert, propagieren die heutigen Konzernmedien


zunehmend Ideen, die Möchtegern-Machtmenschen jeder Partei gefallen würden. Etwa
die Einführung neuartiger Formen der staatlichen Kontrolle darüber, was Sie sehen, lesen
und hören können, sowie die Identifizierung von Menschen mit einem breiten Spektrum
an unpopulären oder nicht gebilligten Meinungen als inländische Terroristen. Der
öffentliche Diskurs ist nun ein „conflict space“ mit sozialen Medien, die als „information

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warzone“ dienen, erklärte der bekannte Intellektuelle Peter W. Singer in einem Essay, ein
paar Tage nach den abwechselnd gruseligen und absurden Trump-Unruhen auf dem
Capitol Hill, in dem er nahtlos ein Bezugssystem körperlicher Gewalt auf Staatsebene auf
eine Diskussion über verfassungsrechtlich geschützte Rede anwandte.

„Recht, einfach nur Scheiße zu reden“


In den letzten Jahren haben die Vereinigten Staaten schwerwiegendere Akte politischer
Gewalt und tödlichere Unruhen erlebt als die Ereignisse auf dem Kapitol – aber die
amerikanische Garantie der freien Meinungsäußerung soll anscheinend die Verwüstung
von Nanci Pelosis Büro nicht überleben. Diese Vorstellungen, dass freie
Meinungsäußerung die Wegbereiterin der Volksverhetzung sei oder dass die
Verhinderung von Hochverrat ein höheres Ziel sein sollte als offener Austausch oder
Entlarvung von vermeintlich gefährlichen Argumenten, das sind keine umstrittenen
Einzelmeinungen mehr. Sie tauchen regelmäßig auf bei den vermeintlich liberal gesinnten
Kommentatoren in der Washington Post und der New York Times auf.

Die Skepsis der Medien gegenüber der freien Meinungsäußerung begann eigentlich schon
lange vor den Unruhen im Kapitol – und bevor Trump gewählt wurde. Kalefa Sanneh von
der Zeitschrift The New Yorker nahm die wachsende Zwiespältigkeit gegenüber dem
bestehenden System des Ersten Verfassungszusatzes vorweg, als er 2015 in einem Essay
die „Sprachverrückten“ („speech nuts“) mit den „Waffennarren“ („gun nuts“) verglich.
Heute wird die Unterstützung der amerikanischen Mainstream-Normen für
Meinungsfreiheit aus früheren, weniger von Trump verwirrten Zeiten zunehmend als eine
Art finstere Exzentrik dargestellt, zum Beispiel als Slate in den Tagen nach dem Angriff
auf das Kapitol erklärte, „wir befinden uns in einem Moment, an dem die eine Hälfte des
Landes darum kämpft, frei von lähmenden, lebensbeendenden Akten zufälligen Terrors
zu sein, während die andere Hälfte desselben Landes erschreckenderweise mit ihrem
Recht beschäftigt ist, einfach nur Scheiße zu reden.“

Wie erschreckend, sich mit den eigenen Individualrechten zu befassen – oder zumindest
nicht zu verstehen, dass die Legitimität der eigenen verfassungsmäßig garantierten
Freiheiten von dem „Moment“ abhängt, in dem „wir“ uns gerade „befinden“. Sanneh war
nicht ganz so hämisch, und am Ende sagte er voraus, dass die Gewohnheit jedes akute
Gefühl eines nationalen Notstands außer Kraft setzen würde: „Vielleicht ist Amerikas
First Amendment, wie das Second Amendment, letztlich eine Frage der nationalen
Präferenz“, überlegte er. Jedenfalls hat Sanneh nicht dazu aufgerufen, dass jemand für
geschützte Äußerungen strafrechtlich belangt werden soll.

Sannehs scheinbarer Mangel an Enthusiasmus für die Verhängung von Geld- oder
Gefängnisstrafen gegen Leute, die nicht seiner Meinung sind, wird unter den Mitgliedern
einer Medienklasse, die entschlossen ist, zu zeigen, dass die „Staatsfeinde“ auch ihre
Feinde sind, immer seltener. Richard Stengel, der ehemalige Chefredakteur des Time-
Magazin und Mitautor von „The Long Walk to Freedom“, Nelson Mandelas Standard-
Autobiografie, argumentierte in einem Meinungsartikel der Washington Post von 2019,
dass die USA „Hate-Spech“-Gesetze benötigten. Er behauptete, dass das „First
Amendment [...] keine hasserfüllte Rede schützen sollte, die Gewalt von einer Gruppe

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gegen eine andere verursachen kann.“ Nun ist er für die Biden-Administration Leiter des
Übergangsteams der U.S. Agency for Global Media. Er wird zweifellos viel Unterstützung
für seine Vision einer staatlich regulierten Sprache finden bei zahlreichen Regimen, die
Journalisten einst zu verabscheuen behaupteten.

Zensurbefürworter argumentieren mit Arroganz

Hier ist ein Überblick über andere Medien und Medienfiguren, die in den
Überwachungsmodus geschaltet haben und sich als Skeptiker der Rechts- und
Sittenordnung entpuppen, welche die Existenz ihres Berufs überhaupt erst ermöglicht.

Anand Giridharas: „Es ist an der Zeit, dass diese Frage in den Vordergrund rückt:
Sollte es Fox News erlaubt sein, zu existieren?“, twitterte der Autor, „Talking Head“ bei
MSNBC (amerikanischer Nachrichtensender mit Sitz in New York, Anm. d. Red.),
Journalismus-Professor an der New York University, ehemaliger Journalist der New York
Times, Moderator der Vice-Talkshow und Aspen-Institut-Stipendiat neulich.
„Gehirnwäsche als Geschäftsmodell sollte nicht legal sein.“

Er fuhr fort: „Ich bin kein Jurist, aber ich verstehe nicht, warum man keine Bucatini ohne
einen bestimmten Anteil an Eisen herstellen darf, man aber hirnverbrannte
Unwahrheiten verbreiten und die Leute zum Terrorismus anstacheln kann.“
Schockierend, dass Giridharadas immer noch frei herumlaufen darf, wenn man bedenkt,
für wie „hirnverbrannt“ ich diese ganze Argumentation halte (Zum Einstieg: Im Bill of
Rights gibt es kein Amendment für Nudelgericht-Standards). Aber den Argumenten der
Zensurbefürworter wohnt eine gewisse Arroganz, vielleicht sogar ein Optimismus inne.
Niemand rechnet damit, dass seine selbst erfundenen Standards einmal gegen ihn
gerichtet werden könnten.

„Freie Meinungsäußerung als Waffe gegen den Jourmalismus“


Steve Coll: Es gibt nur wenige Figuren, die als eine Art Personifizierung des
institutionellen Journalismus sprechen können, aber wenn der zweifache Pulitzer-
Preisträger und Dekan der Columbia Journalism School es nicht kann, dann kann es
niemand. Es ist eine erschütternde Entwicklung, wenn jemand in Colls gehobener
Position sich fragt, ob diese ganze Sache mit der Redefreiheit es wirklich noch wert ist.

In einem Auftritt auf MSNBC im Dezember beklagte Coll den großen Spielraum
politischer Selbstdarstellung, den Facebook nach einem von Verschwörungstheorien
überfluteten Präsidentschaftswahlkampf zuließ. „Diejenigen von uns, die im
Journalismus tätig sind, müssen sich mit der Tatsache abfinden, dass die freie
Meinungsäußerung, ein Prinzip, das uns heilig ist, als Waffe gegen die Prinzipien des
Journalismus eingesetzt wird,“ warnte Coll.

Die Vorstellung einer Gegensätzlichkeit zwischen freier Meinungsäußerung und


Journalismus ist an sich schon bizarr genug; noch seltsamer ist die Idee, dass in diesem
völlig erfundenen Konflikt zwischen „freier Meinungsäußerung“ und „Journalismus“
letzterem eine höhere Priorität eingeräumt werden sollte. Wenn man den

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jahrzehntelangen Kontakt Colls mit der CIA und anderen Sicherheitsbehörden im Zuge
seines preisgekrönten Journalismus bedenkt, sieht diese Gegensätzlichkeit vielleicht ein
wenig weniger seltsam aus.

Colls Aussage mag logisch und intellektuell unstimmig gewesen sein, aber wie Stengels
Stück war es zumindest ein ehrlicher Blick in das, was verschiedene Journalismus-Päpste
dieser Tage denken: Sie denken, dass es ehrenhafter und vielleicht besser für die
Gesellschaft insgesamt ist, dass die vierte Gewalt das, was sie für ihr Prestige hält, sowie
ihre letzten Privilegien verteidigt, als dass die freie Meinungsäußerung gewahrt wird, die
sowieso nicht das Geschäft dieser Leute ist.

„Nicht jede Äußerung ist gleich“

Richard Stengel: Stengels Argument für amerikanische Gesetze gegen „Hate-Speech“


ist es wert, noch einmal genauer betrachtet zu werden, da sein Autor, im Gegensatz zu
allen anderen hier erwähnten, eine Vergangenheit im höheren Regierungsdienst hat und
den Leuten nahe steht, die gerade die Kontrolle über den amerikanischen Leviathan
gewonnen haben. „Als ich Journalist war, liebte ich die Behauptung von Richter Oliver
Wendell Holmes Jr., dass es in der Verfassung und im First Amendment nicht nur darum
geht, ‚die Gedankenfreiheit für diejenigen zu schützen, die mit uns übereinstimmen,
sondern auch die Freiheit der Gedanken, die wir hassen‘“, hat Stengel geschrieben, als er
Unterstaatssekretär für öffentliche Angelegenheiten und öffentliche Diplomatie während
Obamas zweiter Amtszeit war. „Aber als Regierungsbeamter, der um die Welt reist und
die Tugenden der freien Meinungsäußerung vertritt, habe ich erkannt, dass unser
Standard des First Amendments ein Ausnahmefall ist.“

Richtig! Hören Sie einfach auf die Anführer von Staaten wie China, Russland, der Türkei,
dem Iran, Nordkorea, Ägypten und vielen Dutzend anderen, Freund und Feind. Die
werden Ihnen sagen, wie dumm und gefährlich das First Amendment der US-Verfassung
ist. Warum sollte Amerika darauf bestehen, eine Art seltsame Ausnahme von den globalen
Normen zu sein? Außerdem ist es so viel einfacher und angenehmer, Macht auszuüben,
ohne dass lästige kleine Mücken einem auf Schritt und Tritt widersprechen und
unverfrorene Lügen darüber verbreiten, dass Menschen hungern, Bücher verboten
werden oder der Große Sprung nach vorn ein Misserfolg ist – Nicht, dass es in den
Vereinigten Staaten jemals, jemals so weit kommen könnte. Oder?

„Nicht jede Äußerung ist gleich“, schreibt Stengel. „Und wo die Wahrheit die Lügen nicht
vertreiben kann, müssen wir neue Leitplanken setzen.“ Angesichts der fast grenzenlosen
Macht der Exekutive unter der aktuellen Verkörperung des amerikanischen
Verfassungssystems, ist es nicht völlig paranoid zu denken, dass Stengels Ansicht
irgendwann in naher Zukunft Gesetzeskraft haben könnte.

„Absolutismus der freien Meinungsäußerung“


The New Yorker: Masha Gessen und Andrew Marantz sind zu einem regelrechten Tag-
Team der Skepsis gegenüber der freien Meinungsäußerung bei einem der führenden
Magazine Amerikas geworden. Gessen, eine Autorin und Hochschullehrerin, schaute mit

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Verwunderung und vielleicht sogar Beunruhigung auf die nüchterne und vernünftige,
nicht-instrumentelle Sichtweise ihrer College-Studenten auf das First Amendment und
die Meinungsfreiheit im Allgemeinen. „Die Nachrichtenmedien haben traditionell die
Verantwortung dafür getragen, dass der eigentliche Zweck des Ersten
Verfassungszusatzes erfüllt wird“, schreibt sie. „Doch die Amerikaner haben kein Problem
damit, diesen essentiellen Bestandteil der Demokratie profitorientierten Konzernen zu
überlassen, die so gut wie keine regulatorische Aufsicht haben.“ Vielleicht kann die freie
Rede ihren „Zweck“, was auch immer Gessen dafür hält, nur mit Hilfe von staatlichem
Zwang erfüllen.

Im Zuge der Recherchen für ein Buch über internetbasierte Radikalisierung kam Marantz
zu der Überzeugung, dass der „Absolutismus der freien Meinungsäußerung“ einem
bürgerlichen Selbstmordpakt gleichkomme und dass ein angemessenes Gleichgewicht
zwischen Freiheit und Sicherheit in das First Amendment implementiert werden müsse.
„Seine These sei, dass freie Meinungsäußerung gut sei“, klagte Marantz über einen
Vortrag von Mark Zuckerberg. „Natürlich sind alle außer Kim Jong Un damit
einverstanden; die Frage ist, ob die freie Rede das einzige Gut ist, das es wert ist,
angestrebt zu werden, und ob sie unaufhaltsam zu Wahrheit und Fortschritt führt.“
Wirklich? Das ist die Frage?

Zensur ist wie Glühwein auf einem Schloss


Emily Bazelon: Amerika „ertrinkt in Lügen“, erklärte die Essayistin und Journalistin
inmitten eines langen Artikels im New York Times Magazine im letzten Sommer mit dem
Titel „The Problem of Free Speech in an Age of Disinformation“.

Sicher tut es das! Aber wessen Lügen genau? Welche? Wie kann man von einem
Durchschnittsmenschen erwarten, dass er Lügen von der Wahrheit unterscheiden kann?
Vielleicht ist staatliche Zensur die Antwort auf dieses „Problem“.

Wie viele der anderen hier erwähnten Befürworter der kontrollierten Rede, hat Bazelons
Schreiben eine erkennbar augenzwinkernde Qualität an sich: Keine Sorge, lieber Leser,
SIE sind nicht derjenige, der zensiert werden wird. DIE sind es. Tatsächlich wird die
sogenannte Zensur nicht einmal so schlimm sein. Sie werden sie kaum bemerken.

Eine Sache, die die Leute vielleicht nicht sofort erkennen, wenn sie beängstigend
klingende Worte wie „Zensur“ hören, ist, dass der Akt der Kontrolle der Sprache anderer
Leute befriedigend sein kann, ein psychisches Netto-Positiv für diejenigen, die von einem
bereinigten Informationsraum träumen. Die Unterstützung von Zensur zeigt sogar, dass
Sie mit den fortschrittlichsten Strömungen kontinentaler Ideen in Kontakt sind. In
Europa gibt es vielleicht „mehr Vorschriften für die Meinungsäußerung“ – was eine nette
Umschreibung dafür ist, dass die Regierung Geld- oder Gefängnisstrafen für Äußerungen
verhängen kann, die in den Vereinigten Staaten verfassungsrechtlich geschützt sind –,
aber „diese Länder bleiben demokratisch; tatsächlich haben sie bessere Bedingungen für
ihre Bürger geschaffen, um zu unterscheiden, was wahr ist und was nicht, und um
informierte Entscheidungen darüber zu treffen, wie sie ihre Gesellschaften gestalten

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wollen.“ Wenn man über Zensur nachdenkt, sollte man an warme und kuschelige
Gedanken denken, vielleicht an gluhwein auf einem schloss oder an einen Teller
dampfenden oliebollen an einem Kanal.

Im Gegensatz dazu leide Amerika unter einem vorhersehbar großen Übermaß an


Redefreiheit. „Die Zensur externer Kritiker durch die Regierung bleibt eine ernsthafte
Bedrohung unter autoritären Regimen“, schreibt Bazelon. „Aber in den Vereinigten
Staaten und anderen Demokratien gibt es eine andere Art von Bedrohung, die dem
Diskurs über Politik, Nachrichten und Wissenschaft möglicherweise mehr Schaden
zufügt. Sie umfasst die massenhafte Verzerrung der Wahrheit und überwältigende Wellen
von Äußerungen von Extremisten, die verleumden und ablenken.“ Wir können einfach
kein First Amendment haben, wenn so viel Wahrheit von Leuten verzerrt wird, die nicht
unsere Meinung teilen, nicht wahr?

Schwache, bemitleidenswerte Fakten


Bill Adair: Obwohl er Politifact gegründet hat, hat der Journalismus-Professor der Duke
University nun erkannt, dass eine bloße Website nicht weit genug gehen kann, um die
Öffentlichkeit vor der gefürchteten Krankheit der Fehlinformation (misinformation) zu
schützen – die in diesem Monat die Nachfolge von „Desinformation“ (disinformation)
antritt, einem auf ausländische Bedrohungen ausgerichteten Begriff, der jetzt, da
Russland und China den USA zum Vorbild zu werden drohen, offenbar in Rente geschickt
wird. Warum sollten schwache, bemitleidenswerte Fakten gezwungen sein, gegen den
Irrtum anzukämpfen, ohne dass amerikanische Regierungskräfte sie unterstützen?

In einem gemeinsam mit dem Stanford-Professor Philip M. Napoli verfassten


Meinungsartikel stellte Adair mit Nachdruck fest, dass „Faktenüberprüfung den Mob, der
das Kapitol stürmte, nicht überzeugt hat“, und forderte „eine parteiübergreifende
Kommission, die das Problem der Fehlinformationen untersucht und Empfehlungen
ausspricht, wie man es angehen kann“, vielleicht durch „Vorschriften und neue Gesetze“.

Der Aufsatz von Adair und Napoli zeigt eine subtile Neudefinition der Begriffe in der
Zensurdebatte auf. Damals, in der unschuldigeren Welt des ersten Trump-Wahlkampfs,
bezog sich die angebliche zivilisatorische Geißel der „Fake News“ – ein Begriff, der
ursprünglich von Hillary Clintons Kampagne erfunden wurde, um die von Donald Trump
gegen sie erhobenen Anschuldigungen zu beschreiben, und der dann von Trump
genüsslich angeeignet wurde, um die gesamten amerikanischen Mainstream-
Nachrichtenmedien zu beschreiben – im Allgemeinen auf Geschichten, die völlig
erfunden waren oder die über nachweislich staatlich kontrollierte Informationskanäle
verbreitet wurden.

„Fake News“ wurde später zu „Desinformation“, oder Informationen, von denen jemand
glaubt, dass sie absichtlich der Irreführung dienen sollten. Die Hauptverdächtigen waren
in der Regel die in Moskau ansässigen Herren des amerikanischen Informations-
Ökosystems, wobei die allmächtigen Russen in mutmaßlicher Zusammenarbeit mit dem
wichtigsten Fake-News-Verbreiter und Beschwerdeführer Donald Trump arbeiten.

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Der neue Feind ist nicht mehr „Desinformation“, sondern „Fehlinformation“
(misinformation), also Informationen, die irgendjemand, irgendwo – vielleicht eine
präsidiale Kommission, vielleicht ein FCC-Bürokrat, vielleicht ein gesichtsloser Content-
Moderator, vielleicht ein Hochschulprofessor mit einer Website – für strafbar hält, weil
sie vermeintlich falsch oder nicht wahr genug sind. Das „Fehl“ in „Fehlinformation“ ist ein
angenehm schlüpfriger und weitläufiger Begriff, der Dinge einschließen kann, die
konventionell als „wahr“ angesehen werden könnten und tatsächlich wahr sind, aber
jemanden zu Schlussfolgerungen führen könnten, die nicht mit einer höheren Wahrheit
übereinstimmen und daher unerwünscht sind. Was sind überhaupt Fakten?

Social-Media-Firmen betreiben Informationskriegszonen


Peter W. Singer: Für Adair wurde der öffentliche Diskurs vor dem Angriff auf das
Kapitol von einer „Flutwelle der Fehlinformationen“ überschwemmt. „Kriegsführung“ ist
die Metapher der Wahl Singers, einem trendigen Großdenker bei der New America
Foundation mit dem schicken Titel Strategist. Das ist richtig: Worte sind nicht nur
Gewalt, sondern Gewalt in ihrer organisiertesten und systematischsten Form, Gewalt im
industriellen Maßstab. „Sie sind nicht nur Tech-Entwickler oder auch nur das Äquivalent
von Nachrichtenredakteuren“, schrieb Singer über Social-Media-Firmen ein paar Tage
nach der Belagerung des Kapitols in der Atlantic Media-eigenen, auf nationale Sicherheit
fokussierten Publikation Defense One.

„Nachdem sie sich jahrelang davor gedrückt haben, begreifen sie nun, dass sie
Informationskriegszonen betreiben. Und es gibt eine entscheidende Veränderung, die
sich aus dem Verständnis ergibt, dass soziale Medien nicht nur ein
Kommunikationsraum, sondern ein Konfliktraum sind. In Begriffen von Clausewitz sehen
sich die vergiftenden Kräfte nun einer ganz neuen Art von ‚Friktion‘ gegenüber.“

Das sind gewaltige Kräfte, brrr! Übrigens, zufällig oder vielleicht nicht so zufällig, war
Singer Mitglied sowohl im Beirat der National Security Agency als auch im Advisory
Committee on International Communications and Information Policy des State
Department.

Sender verbreiten „wahlverleugnende Inhalte“


CNN: Das TV-Netzwerk, das wohl mehr als sogar Fox dafür getan hat,
Fernsehnachrichten in ein von Infotainment getriebenes Wut-Gelage zu verwandeln – es
radikalisierte Zentristen mittleren Alters und gestrandete Flugreisende im ganzen Land –
hat jetzt Zweifel an seinem besonderen Geschäftsmodell, oder zumindest hat es seine
Bedenken gegenüber anderen Leuten, die an seinem Geschäftsmodell teilnehmen, jetzt,
da Donald Trump nicht mehr da ist, um seine Einschaltquoten zu steigern.

Um sein Geschäft aufrechtzuerhalten, sollte der 24-Stunden-Nachrichtensender eindeutig


besser darin werden, Nachrichten zu bringen – oder alternativ neue Zuschauer zu
gewinnen, indem er seine schwächeren Konkurrenten in der Cortisol-steigernden
Industrie aus der Leitung drängt.

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„Nur eine Erinnerung daran, dass weder @Verizon, @ATT, noch @comcast sich dazu
geäußert haben, warum sie Sender wie OAN & Newsmax in Millionen von Haushalten
ausstrahlen,“ twitterte Medienreporter Oliver Darcy vor kurzem, um ein CNN-Segment zu
bewerben, das der dringenden Problematik gewidmet war, andere Netzwerke aus dem
Kabelfernsehen zu vertreiben. „Haben sie irgendwelche Bedenken, diese Kanäle
angesichts ihrer wahlverleugnenden Inhalte zu verbreiten? Sie wollen sich nicht äußern.“

Man fragt sich, ob CNN noch einmal darüber nachdenkt, dass es selbst fast alle „Lügen-
erfüllten“ Trump-Kundgebungen während des Präsidentschaftswahlkampfes 2016 live
übertragen hat, auch während der Vorwahlen, eine Sachspende, die der Sender keinem
anderen Kandidaten gemacht hat. Oder über seine atemlose Rund-um-die-Uhr-
Russiagate-Berichterstattung, die buchstäblich Hunderte von Menschen verschiedener
Verbrechen beschuldigte, basierend auf anonymen Quellen, von denen einige scheinbar
absichtlich gelogen haben. Wahrscheinlich nicht: Das Drama der Trump-Ära, an dem
CNN nicht unwesentlich mitgewirkt hat, war sehr gut für den Gewinn des Senders.

Enthusiasmus für Zensur und Denunziantentum

Propublica: Ist es nicht seltsam, fragte sich die Non-Profit-Redaktion in einem Artikel
vom 19. Januar, der vier Reporter erforderte, dass der ehemalige Trump-Berater Steve
Bannon von Facebook und YouTube geworfen wurde, während Apple weiterhin seinen
Podcast ausstrahlt? Nicht?

Nun, nein, so seltsam ist es eigentlich nicht: Wenn Apple Bannon aus seiner Podcast-App
entfernen würde, würde das bedeuten, dass es eine Reihe kniffliger Entscheidungen
darüber treffen müsste, was genau eine Aufforderung zu realen Gewalttaten darstellt, was
dem konfliktscheuen Tech-Unternehmen eine Reihe rechtlicher, moralischer und
praktischer Dilemmata einbrächte. Dennoch drückt die Meldung die klare Hoffnung aus,
dass Apple und andere ehemals neutrale Content-Übermittler umfassende und politisch
motivierte Inhaltstests auf das von ihnen übermittelte Material anwenden werden. Was
könnte besser sein, nicht wahr – vor allem in einer Demokratie, die offensichtlich der
Stärkung bedarf.

„Audiodateien selbst werden von einem fragmentierten Netzwerk von Hosting-Diensten


unterstützt – was Geld kostet, im Gegensatz zur einfachen Katalogisierung durch ein
Portal wie das von Apple“, warnt der Artikel. Bannons Podcast zum Beispiel, „wird von
Podbean gehostet, das auf eine Anfrage nach einem Kommentar nicht geantwortet hat.
Seine Nutzungsbedingungen verbieten Inhalte, die ‚böswillig, falsch oder ungenau‘ sind.“

Es hat etwas Beunruhigendes, wenn Journalisten diese Art von Enthusiasmus für Zensur
durch Unternehmen und Denunziantentum der Bürger an den Tag legen.

Der Schrecken rhetorischer Angriffe auf Regierungsamtsträger


The Washington Post: Der Sedition Act von 1798 wird traditionell als Tiefpunkt in der
Geschichte der frühen Republik angesehen, als eindeutiger Beweis dafür, dass so etwas
wie das First Amendment notwendig war, um zu verhindern, dass die neuen Vereinigten

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Staaten in einen Despotismus europäischen Stils abglitten.

Nun, jetzt nicht mehr: Am 14. Januar, die Luft noch scharf vom Rauch des schwelenden
Kapitols, informierte die Geschichtsprofessorin am Notre Dame Katlyn Marie Carter die
Leser der Washington Post, dass das Gesetz vielleicht doch die eine oder andere
erwägenswerte Idee hatte. Vielleicht war der Sedition Act tatsächlich eine verpasste
Gelegenheit, unsere Demokratie durch staatliche Zensur zu verbessern, vor allem, wenn
es um den Schrecken rhetorischer Angriffe auf Regierungsamtsträger ging.

Es stimmt, bemerkte Carter, „die Gesetzgebung wurde lange Zeit als parteipolitischer
Trick verunglimpft, um die politischen Gegner der Federalist Party zu unterdrücken [...]
Aber diese parteipolitische Instrumentalisierung sollte nicht die Tatsache verdecken, dass
der Sedition Act auch als Reaktion auf eine wahrgenommene Krise der Fehlinformationen
und deren Potenzial, das Vertrauen in gewählte Beamte zu untergraben, vorangetrieben
wurde.“ Für Carter „taten die Befürworter des Sedition Act etwas Wichtiges. Sie hoben die
reale Bedrohung hervor, die Fehlinformationen für die Demokratie darstellten – und
immer noch darstellen – und erkannten, dass die Menschen oft entweder nicht in der
Lage oder nicht willens sind, die Wahrheit inmitten einer Überfülle von Material zu
finden.“

Wie viele Zensur-Fans definiert Carter nicht das genaue Rechtsmittel gegen Sprache, die
sie für inakzeptabel hält, oder definiert besonders dehnbare Begriffe wie „Unterminierung
des Vertrauens in gewählte Beamte“. Aber seien Sie versichert, dass irgendeine Art von
Abhilfe nötig ist, um die Flut abzuwehren. Die „Wahrheit“ muss durch eine externe
Autorität geschützt werden. Heute wird „die Aufgabe, die Wahrheit zu schützen
funktionell den profitorientierten Tech-Unternehmen überlassen, was keine bessere
Lösung ist als die, die der Sedition Act bietet. Obwohl die Social-Media-Giganten offenbar
jetzt auf die Gefahr von Fehlinformationen, die auf ihren Plattformen verbreitet werden,
aufmerksam geworden sind, bedurfte es eines gewaltsamen Aufstandes, um sinnvolle
Maßnahmen anzustoßen. Es könnte zu wenig und zu spät sein.“

„Influencer ausschalten, die Menschen radikalisieren“

Max Boot: Das S-Wort (gemeint ist Sedition, engl.: Aufruhr, Aufstand; Anm. d. Red.)
fand auch großzügig Verwendung nach der Belagerung des Kapitols in einer Kolumne
dieses vom Außenpolitik-Außenseiter zum nervenden Mitte-Links-Phrasenschleuderer
avancierten Autoren. Eine Breitseite für die Zensur, die auch in der Washington Post
veröffentlicht wurde – die sich im Besitz des Erzmonopolisten Jeff Bezos befindet, der
vertraglich verpflichtet ist, sichere Cloud-Computing-Dienste für die CIA bereitzustellen.

Boot plädiert für juristische und außerjuristische Konsequenzen für „eine ganze
Infrastruktur der Aufwiegelung“, die sich der Beihilfe zu Trumps groteskem Aufruhr
schuldig gemacht habe. „Wir müssen die Influencer ausschalten, die Menschen
radikalisieren und sie auf den Weg zu Gewalt und Aufruhr bringen“, schrieb er in einem
Satz, dessen urkomisch fehlplatzierte Attribute sowohl er als auch seine Lektoren

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übersehen haben. (Der Satz im Original lautet: „We need to shut down the influencers
who radicalize people and set them on the path toward violence and sedition”, Anm. d.
Red.)

Bezeichnenderweise umfasst das „Wir“ hier „große Kabelunternehmen wie Comcast und
Charter Spectrum“, welche, so glaubt Boot, Fox News, Newsmax und One America News
fallen lassen sollten. Was ist schon ein wenig Zensur unter Freunden? Sicherlich werden
wir schon nichts allzu wichtiges oder für das gesunde Funktionieren der Gesellschaft
lebensnotwendiges zensieren, wenn wir die Sender abschalten, die sich an die falsche
Hälfte der amerikanischen Gesellschaft anbiedern – während wir die richtige Hälfte
befriedigen. Sicherlich wird der bloße Akt der Zensur sich nicht als zersetzend für die
bürgerliche und moralische Basis des Landes erweisen, egal wie böse diese Netzwerke
sein mögen. Die vereinten Kräfte von The Washington Post und Comcast haben nur die
besten Interessen der Öffentlichkeit im Sinn.

Boot merkt hilfreicherweise in einem Nebensatz an, dass er „ein Analyst für globale
Angelegenheiten“ beim erwähnten CNN ist, was bedeutet, dass er explizit dafür
argumentiert, dass seine persönliche Konkurrenz von den vereinten Kräften der
Regierung und der Konzerne aus dem Rundfunk geworfen werden soll.

Aufrührerische, gewaltverherrlichende Inhalte sind überall

Associated Press: Ähnlich wie ProPublica, hat die AP ein erschütterndes „Schlupfloch“
entdeckt, das von ideologischen Extremisten ausgenutzt wird: Podcasts.

„Podcasts, die von den beiden Big-Tech-Firmen verfügbar gemacht werden, lassen Sie in
die Welt der QAnon-Verschwörungstheorie eintauchen, sich in Präsident Donald Trumps
falschen Behauptungen über eine gestohlene Wahl suhlen und sich in anderem
Extremismus sonnen“, berichtet die AP und warnt, dass „Podcasting ‚eine besonders
übergroße Rolle‘ bei der Propagierung weißer Überlegenheit spielt“, so „ein 2018
veröffentlichter Bericht der Anti Defamation League.“ Hat schon jemand Comics
untersucht? Die Texte von Rap-Songs? Falls Sie es noch nicht bemerkt haben:
Aufrührerische, gewaltverherrlichende Inhalte sind überall.

„Morgen könnte sich die Flut gegen oppositionelle Aktivisten richten“


Die einsame und sehr willkommene ausgleichende Bemerkung kommt von Jillian York
von der Electronic Frontier Foundation, die beobachtet: Zensur „geht mit dem Strom
gegen das, was in einem beliebigen Moment populär ist.“ Heute werden Menschen, die als
Teil der radikalen Rechten angesehen werden, ins Visier genommen. „Morgen“, warnt sie,
„könnte sich die Flut gegen oppositionelle Aktivisten richten.“

Für die aufkommenden, zensurfreundlichen Stimmen in den Medien und darüber hinaus
kennt die Geschichte keine Gezeiten, nur richtige Antworten. Welchen Einwand werden
die heutigen Intellektuellen erheben, wenn jemand an der Macht entscheidet, dass sie
diejenigen sind, die das Falsche sagen?

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Dieser Artikel erschien ursprünglich auf Englisch im Tablet Magazine, unter
tabletmag.com und wird mit Genehmigung nachgedruckt.

This story originally appeared in English in Tablet Magazine, at tabletmag.com, and is


reprinted with permission.

Armin Rosen ist Mitarbeiter des Tablet-Magazins.

Foto: Jacek Halicki CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

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Leserpost

netiquette:

Karla Kuhn / 02.02.2021

Wenn man wie ich, lange (1975) vor dem Mauerfall im “goldnen Westen” Fuß fassen
konnte, die damalige PRESSE (Spiegel, Süddeutsche, Zeit und gelegentlich auch andere )
gelesen hat, kommen mir diese BLÄTTE HEUTE vor, wie die Einheitspresse des
Unrechtsstaates, das “NEUE DEUTSCHLAND” Die Nachrichen im öffentlichen
Fernsehen schenke ich mir...

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Boris Kotchoubey / 02.02.2021

Diese Diskussion ist eigentlich aus dem 18.Jh. Das Prinzip, dass alle Meinungen, auch
“offensichtlich” falsche Meinungen, offen diskutieren darf, war eine Grundlage der
Aufklärung. Die heute verbreitete Ideologie erinnert an das Mittelalter, aber in der Tat ist
sie viel schlimmer, weil die “einzig richtige Meinung” von damals von der angeblichen...

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HaJo Wolf / 02.02.2021

@Dieter Kief: Grippeimpfung hat KEINE nachweisbare Wirksamkeit, nur fest zu stellen,
dass man keine Grippe bekommen hat, ist kein Nachweis, denn ich habe auch noch nie
Grippe gehabt und mich nie impfen lassen (und werde das auch künftig nicht tun!). der
einzige Nachweis von Wirkungen bei Grippeimpfungen sind Erkrankzngen udn...

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Karola Sunck / 02.02.2021

@ Mathias Rudek, ich möchte Ihren Text würdigen und ihnen mitteilen wie schön Sie den
Journalismus der heutigen Zeit dargestellt haben. So ähnlich habe ich mir das auch
gedacht. Und wenn den Menschen hier im Lande das Gehirn mit Zeitgeist-Mainstream-

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und Regierungspropaganda zugekleistert wurden, kommt aus den Hintergrund ganz
tückisch heimlich...

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Jürgen Will / 02.02.2021

@ Herr Schneegaß: Vielen Dank, dass sie meinen Gedanken aufgegriffen und fortgeführt
haben. Ich will nochmals betonen, dass Meinungen, wie ich das Wort verwende, weder
wahr noch falsch sein können. Ausdruck des Geschmacks eben. Daher auch die
Redewendung: Über Geschmack lässt sich nicht streiten. Bei der Debatte um die
“Meinungsfreiheit”...

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Markus Rüschenschmidt / 02.02.2021

“Gehirnwäsche als Geschäftsmodell sollte nicht legal sein.” - Sagte der große
Gehirnwäscher, (Meinungs-)Manipulator und Demagoge vor dem Herrn… Es ist im
Grunde wie mit den Demokratie-Verteidigern, die sich groß inszenieren: Sie sind immer
am schnellsten mit Meinungsfreiheitseinschränkungen, Redeverboten und Zensur bei der
Hand sind, wenn ihnen nichts mehr einfällt. Auf...

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Markus Rüschenschmidt / 02.02.2021

Okay, cool…Das ist grotesk! Die Journalisten-Kaste (selbstverständlich nur die politisch
korrekte) formiert und versammelt sich. Dass es selbst in den USA bereits so gravierend
ist wie bei uns (aber auf Speed), war mir derartig nicht bewusst! Der große internationale
Feldzug gegen alles Nichtlinke und nichtlinks Denkende kann also beginnen. Gehen...

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T. Schneegaß / 02.02.2021

@Ilona Grimm: Dieses Herrscher-Gebaren, Meinungen und Tatsachen zu unterdrücken,


zeugt ausschließlich von der Schwäche eigener Positionen. Sie argumentieren nicht, weil
sie es nicht können und löschen, weil sie nur DAS können. Möglicherweise halten sie
damit die Verbreitung ihnen unangenehmer Fakten zeitlich auf, NOCH können sie sie
nicht auf ewig verleugnen....

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Gabriele Klein / 02.02.2021

Zum einleitenden Text: Cancel Culture ist nicht made in USA sondern made in the
UDSSR bzw. d. Cultural Revolution Chinas. Hierzu gibt es diverse ziemlich zynische O
Töne seitens Lenins und auch Maos, wie man so was im großen Stil genauer macht.
Gestern sah ich ein Interview m. einem chinesischen...

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roland schneider / 02.02.2021

12/14
M.E. ist die Sache ziemlich banal: Es geht um die Erhaltung des eigenen Fake- und
Hatespeech-Monopols. Wie jeder Monopolist, so kaempfen auch die Regime-Medien mit
allen Mitteln gegen den Verlust ihrer bisherigen Monopolstellung. Ihre uralt bewaehrte
Methode: Sie schreien “Haltet den Dieb!”. Roger Letsch hat in seinem Gamestop-Beitrag
sinngemaess die...

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