Sie sind auf Seite 1von 21

Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Romanisches Seminar
Proseminar: Espan͂a en crisis –
Literarische und filmische Darstellungen der Krise(n) [090957]
Frau Jessica Schmidt
Sommersemester 2020

Darstellung der Krise am literarischen Beispiel


„Hermosa Juventud“

Hanna Schlusche
505905
Zwei-Fach-Bachelor: Spanisch/Mathe
Zweites Fachsemester
Steinfurter Straße 110, 48149 Münster
hschlusc@uni-muenster.de
Abgabedatum: 12. Oktober 2020
Inhalt
1. Einleitung ........................................................................................................................... 1

2. Definition: Krise ................................................................................................................. 1

3. Finanzkrise in Spanien ....................................................................................................... 3

3.1 Gründe der Auswirkungen der Finanzkrise in Spanien ................................................... 3

3.2 Jugendarbeitslosigkeit in Spanien .................................................................................... 4

3.3 Flucht ins Ausland ............................................................................................................ 5

4. Spielfilm „Hermosa Juventud“........................................................................................... 6

4.1 Darstellung der Charaktere............................................................................................... 6

4.2 Handlung .......................................................................................................................... 7

5. Krise am literarischen Beispiel........................................................................................... 7

5.1 Auswirkungen der Krise auf das Leben des Hauptcharakters Natalia ............................. 8

5.2 Auswirkungen der Krise auf das Leben von Carlos ....................................................... 11

5.3 Auswirkung der Krise auf das Leben der Nebencharaktere ........................................... 12

5.3.1 Natalias Mutter ........................................................................................................ 13

5.3.2 Natalias Bruder Pedro ............................................................................................. 13

5.4 Wahrnehmung des Selbst- und Fremdbild ..................................................................... 14

6. Zusammenfassung ............................................................................................................ 15

7. Quellenverzeichnis ........................................................................................................... 17

8. Plagiatserklärung der Studierenden Hanna Schlusche ..................................................... 19


1. Einleitung
Die Finanzkrise 2007 hat in Spanien, wie in ganz Europa, weitreichende Spuren hinterlassen.
Durch die bereits vorher existierenden Strukturprobleme der spanischen Wirtschaft trifft die
Krise Spanien besonders hart. Dies bildet sich in einem Einbruch der Wirtschaft und hohen
Arbeitslosenzahlen ab. Von der prekären Situation auf dem Arbeitsmarkt ist die gesamte
spanische Gesellschaft und besonders die Jugend betroffen. Die Generation „ni-ni“ bezeichnet
die perspektivlosen Jugendlichen, die weder arbeiten noch studieren. In seinem Film „Hermosa
Juventud“ stellt Rosales die Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung dieser Generation dar, indem
er Probleme, Herausforderungen und Umstände dieser Jugendlichen bildlich greifbar macht. In
dieser Hausarbeit wird die Auswirkung der Krise auf die Lebenswelten der Charaktere
thematisiert. Dazu wird den Fragen nachgegangen, in welche Bereiche die Krise eingreift, wie
sie die Wahrnehmung der Betroffenen beeinflusst und wie sie dabei ein Selbst- und Fremdbild
formt. Für diese Untersuchung wird zunächst der Begriff Krise genauer erläutert. Anschließend
werden Gründe und Folgen der spanischen Krise dargestellt und die damit verknüpfte
Jugendarbeitslosigkeit und Auswanderung erläutert. Im zweiten Teil werden zuerst die
Charaktere kurz eingeordnet bevor es zu einer Darstellung der Handlung des Films kommt. Es
folgt die Analyse der Auswirkungen der Krise im Leben der einzelnen Charaktere. Daran
anknüpfend wird das Selbst- und Fremdbild der Hauptcharaktere entwickelt. In einer
abschließenden Zusammenfassung werden die Ergebnisse gebündelt dargestellt. Die Grundlage
zu den Themen Jugendarbeitslosigkeit und Auswanderung ist verschiedenen Zeitungsartikeln
entnommen, die die Ansichten und Kritiken der Gesellschaft darstellen. Der Begriff Krise
wurde unter Hinzunahme eines Aufsatzes von Koselleck, sowie Interviews mit 11
Wissenschaftlern zu der Kampagne „Krisen einer globalisierten Welt – 11 Perspektiven“ im
Rahmen des Ausstellungsprojektes „Making crisis visible“ im Seckenberg Naturmuseum
dargestellt. Es handelt sich um einen vertrauenswürdigen Herausgeber der kurzen
Videosequenzen, wodurch die Quelle als vertrauenswürdig eingestuft werden kann.

2. Definition: Krise
„[E]ine Krise [ist] die Wahrnehmung eines grundlegenden gesellschaftlichen Umbruchs […]; einer
dramatischen Umwälzung, die grundlegende Entscheidungen abverlangt, um die Zukunft zu
gestalten“ 1

1
Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung: „Krisen definieren - Krisen einer
globalisierten Welt 1/11“. Im: Seckenberg Naturmuseum, Frankfurt am Main. Ausstellungsprojekt: Making Crisis
Visible. (Stand: 2019-2020). Frank Börsch (00:03:06).
Eine Krise bedeutet den Verlust von Normalität und ist verbunden mit Leiden und
Unsicherheit.2 Die Zukunft ist unbekannt und das Wissen, die Krise zu lösen, ist nicht
vorhanden, sondern muss erst entwickelt werden. „Der richtige Weg zum Handeln ist ganz
schwierig zu definieren und zu finden“.3 Gleichzeitig besteht eine gewisse Zeitnot, die zum
Urteilen und Handeln drängt4 und die Gesellschaft in Spannung versetzt. Die Entscheidungen,
die getroffen werden müssen, werden „endgültig“ und „unwiderruflich“ sein,5 wodurch Druck
auf den Entscheidungsfindungsprozess ausgeübt wird. Eine Krise markiert einen Wendepunkt
in der Gesellschaft, der zum Erfolg oder zum Scheitern führen kann. Es besteht eine Gefahr,
die Anlass zu Umstrukturierung oder Neujustierung der Gesellschaft sein kann.
„Out of every crisis mankind rises with some greater share of knowledge, higher
decency purer purpose.“6 Krisen können als ‚Motor‘ der Gesellschaft und als Generator für
den Fortschritt angesehen werden. Durch die direkte Konfrontation mit der bedrohlichen
ungewissen Entwicklung, wird neues Wissen darüber gebildet und Lösungen generiert 7. Dazu
ist das Vertrauen der Gesellschaft in die positive Entwicklung wichtig. „Fear and anxiety can
be debilitating and lead us not to act.“8 Zum Überstehen der Krise ist die Auseinandersetzung
mit den Problemen erforderlich.
Krisen sind ein „unabdingbares Element unserer Lebenswelt“.9 Sie können in allen
Lebensbereichen unserer Gesellschaft auftauchen und sind oft miteinander verflochten.
Damit eine Krise als diese gilt, muss sie sichtbar gemacht und artikuliert werden. Die
Wahrnehmung als Krise ist wichtig, um handeln zu können und Veränderungen
herbeizuführen.10

2
vgl. Koselleck, Reinhart (2006): „Einige Fragen an die Begriffsgeschichte von >Krise< Patriotismus. Gründe
und Grenzen eines neuzeitlichen Begriffs“. In: Koselleck, Reinhardt/ Spree, Ulrike/ Steinmetz, Willibald (Hrsg.):
Begriffsgeschichten. Studien zur Semantik und Pragmatik der politischen und sozialen Sprache. Frankfurt am
Main: Suhrkamp. S. 203.
3
Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung: „Aus Krisen lernen - Krisen einer
globalisierten Welt 6/11“. Im: Seckenberg Naturmuseum, Frankfurt am Main. Ausstellungsprojekt: Making Crisis
Visible. (Stand: 2019-2020). Verena Brinks (00:08:10).
4
vgl. Koselleck, Reinhart (2006): S.204.
5
vgl. ebd. S.204
6
Franklin D. Roosevelt: zit. von Koselleck (2006): S.211- 212.
7
vgl. Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung: „Die Krise als Chance - Krisen einer
globalisierten Welt 7/11“. Im: Seckenberg Naturmuseum, Frankfurt am Main. Ausstellungsprojekt: Making Crisis
Visible. (Stand: 2019-2020). Nicole Deitelhoff (00:02:08).
8
Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung: „Krisen definieren - Krisen einer
globalisierten Welt 1/11“ Darrel Moellendorf (00:05:24).
9
Koselleck, Reinhart (2006): S.203
10
vgl. Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung: „Die Politik der Krise - Krisen einer
globalisierten Welt 5/11“. Im: Seckenberg Naturmuseum, Frankfurt am Main. Ausstellungsprojekt: Making Crisis
Visible. (Stand: 2019-2020). Frank Börsch (00:04:42).
2
Krisen haben einen identitätsstiftenden Charakter und formen das individuelle Denken
und Empfinden über das eigene Selbst- und Fremdbild. „Jedes ‚Ich’ ist verknüpft mit einem
‚Wir’, von dem es wichtige Grundlagen seiner eigenen Identität bezieht.“11 Die individuelle
und die kollektive Identität beeinflussen sich gegenseitig. Die eigene Identität bildet sich
intersubjektiv und kommunikativ im Austausch über gemeinsame Werte und Normen, die
durch die Geschichte geprägt sind.12 Für die erfolgreiche Identitätsbildung ist die Anerkennung
durch das Kollektiv wichtig

„Identität wird als ein beständiges Herstellen und Umbilden eines mentalen Gebildes aufgefasst,
dass den sozialen, nationalen oder ethnischen Habitus eines zum Individuum gewordenen
Subjekts beständig neu formt.“13
Der Identitätsbildungsprozess wird fortlaufend von Kollektiv und Kultur geprägt. Wichtige
Orientierungspunkte bilden geschichtliche Ereignisse, da sie die Wahrnehmung der
Gesellschaft beeinflusst haben. Globale und gesellschaftliche Umbrüche beherbergen ein
Krisenpotential, können aber neue Freiräume zur Identitätsherstellung und -darstellung
schaffen.14
3. Finanzkrise in Spanien

Die Finanzkrise 2007 erschütterte nicht nur Spanien, sondern die ganze Welt. Sie brachte
weitreichende ökonomische, soziale und politische Konsequenzen mit sich.

3.1 Gründe der Auswirkungen der Finanzkrise in Spanien

Spanien hat nicht nur mit der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise zu kämpfen, sondern
gleichzeitig mit grundlegenden Strukturproblemen, die sich offenbaren. Spaniens Wirtschaft
war in den späten 1990ern und frühen 2000ern die am stärksten gewachsene europäische
Wirtschaft und hat im vergangenen Jahrzehnt die meisten Arbeitsplätze geschaffen. Während
die Arbeitslosenquote im Jahr 1994 noch 24,2% betrug, sank sie bis 2006 auf 8,3%. 15 Dies
veränderte sich schlagartig mit dem Platzen der Immobilienblase 2007. Grund dafür war die
Strukturschwäche Spaniens. Spaniens ansteigende Wirtschaft beruhte vor allem auf dem
Bausektor und der Tourismusbranche sowie Dienstleistungen. Somit basierte das

11
Assmann, Aleida (2006)3: „Soziales und kollektive Gedächtnis“. In: Assmann, Aleida (Hrsg.):
Erinnerungsräume. Formen und Wandlungen des kulturellen Gedächtnisses. München: Beck.
12
vgl. Kimminich, Eva (2003): „Macht und Entmachtung der Zeichen. Einführende Betrachtung über Individuum
Gesellschaft und Kultur“. In: Kimminich, Eva (Hrsg.): Kulturelle Identität. Frankfurt am Main: Lang. S. IX-X.
13
ebd. S.XIII.
14
vgl. ebd. S.VIII.
15
vgl. Köhler, Holm-Detlev: „Spanien in Zeiten der globalen Wirtschaftskrise“. In: Bundeszentrale für politische
Bildung (Stand: 30.08.2010). [https://www.bpb.de/apuz/32536/spanien-in-zeiten-der-globalen-wirtschaftskrise].
(Zugriff: 27.8.2020)
3
Wirtschaftswachstum auf zwei Branchen mit befristetem Wachstum und ökologischen
Nebenwirkungen. Spaniens Industrie ist ausschließlich auf Automobile fokussiert.16 Spanien
hat eine Exportschwäche und kann auf den internationalen Märkten nicht mithalten. Die
niedrige Produktivität, eine schwache Innovationskraft, sowie mangelnde Investitionen in
Forschung und Entwicklung tragen zu Spaniens Exportschwäche bei. 17 Zum
Wirtschaftswachstum trug auch der hohe Konsum der Spanier bei, der mit der Finanzkrise
einbricht. Als Folge nimmt das zuvor geschaffene Beschäftigungswachstum drastisch ab. Die
Arbeitslosenquote verdoppelt sich in einem Jahr. 4,5 Millionen Spanier sind arbeitslos. Die
Jugendarbeitslosigkeit steigt nach zwei Jahren auf 41,2% und die Zahl der Langzeitarbeitslosen
verdoppelt sich auf 40%. Über 80% der Spanier besitzen Eigentumswohnungen, die sie durch
Hypotheken bei der Bank finanzieren,18 wodurch viele von Ihnen obdachlos geworden sind.

3.2 Jugendarbeitslosigkeit in Spanien

Von dieser Situation sind besonders die Jugendlichen betroffen. Es wird von einer ganzen
Generation „ni-ni“ gesprochen, die perspektivlos in die Zukunft schauen und es ablehnen zu
arbeiten oder zu studieren. „El 54% no tiene proyectos ni ilusiones.“19 Die Jugendlichen sind
konfrontiert mit Prekarität, Unterbeschäftigung, Niedriglöhnen, und fehlender Anerkennung
der Ausbildung, so dass sich bei vielen Jugendlichen eine nihilistische Einstellung entwickelt.20
2013 liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei den Jugendlichen mit einem Schulabschluss zwischen
31,9% bei Männern und 34,3% bei Frauen. Die Erwerbslosigkeit ist somit fast doppelt so hoch
wie der europaweite Durchschnitt (Männer: 18,1%, Frauen: 17,6%).21 Ein Fünftel der Spanier
zwischen 15 und 24 Jahren besitzt nur eine schulische Grundbildung und „bleib[t] schwer
vermittelbar“.22 Während des Baubooms der 1990er, brachen viele die Schule ab, um schnell
und einfach Geld zu verdienen. Mit erhöhtem Bildungsabschluss steigt die Beschäftigung unter
den Jugendlichen an. Spanien liegt mit 56,6% an Jugendlichen mit Hochschulreife oder
Universitätsabschluss 19% unter dem europaweiten Durchschnitt von 76%. Auch wenn die

16
vgl. ebd.
17
vgl. ebd.
18
vgl. ebd.
19
Barbería, José Luis: “Generación ‘ni-ni’: ni estudia ni trabaja”. In: El país (Stand: 22.06.2009).
[https://elpais.com/diario/2009/06/22/sociedad/1245621601_850215.html]. (Zugriff: 27.08.2020).
20
vgl. ebd.
21
vgl. Sistema Estatal de indicadores de la Educación: “Tasa de actividad y de desempleo según nivel educativo”
(Stand: 2014). [https://www.educacionyfp.gob.es/inee/dam/jcr:07aa9211-4445-42a9-9ea4-06cfeb1be1f8/seie
2014-r-7.2.pdf]. (Zugriff: 27.08.2020).
22
Dugge, Marc: „Jugendarbeitslosigkeit in Spanien. Viele werden schwer vermittelbar bleiben“. In:
Deutschlandfunk (Stand: 08.08.2016). [https://www.deutschlandfunk.de/jugendarbeitslosigkeit-in-spanien-viele-
werden-schwer.680.de.html?dram:article_id=362471]. (Zugriff: 27.08.2020).
4
Jugendarbeitslosigkeit mit steigender Qualifizierung abnimmt, liegt Spanien mit 13,5% - 16,6%
im Vergleich deutlich über dem europäischen Durchschnitt von 5,4% - 6,3%. Die
Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland beträgt mehr als fünfmal weniger mit 2,3% - 2,6%.23
Auch die Universitätsabgänger in Spanien verzweifeln an der Arbeitssuche. Viele bleiben an
der Uni und machen einen weiteren Abschluss um sich weiter zu qualifizieren und sich bessere
Chancen aufzubauen.24 Letztendlich arbeiten nur 40% der Universitätsabgänger in einem
Beruf, der ihrem Abschluss entspricht.25 Andere findet man als Stadtführer, Kellner, Verkäufer
oder an der Supermarktkasse.26

3.3 Flucht ins Ausland

„Wir müssen zwischen Arbeitslosigkeit, Unsicherheit oder Exil wählen“ 27

Die ausweglose Lage in Spanien bewegt viele Jugendliche dazu, ihr Heimatland zu verlassen
um im Ausland Arbeit zu suchen. In den Jahren 2008 bis 2014 sind über 110.500 junge Leute
zwischen 20 und 34 Jahren aus Spanien ausgewandert.28 Die Initiative „Juventud sin futuro“
verdeutlicht mit ihrem Slogan „No nos vamos, nos echan“, dass den Jugendlichen keine andere
Möglichkeit geboten wird und sie gezwungen sind auszuwandern. Mit 22.212 Jugendlichen
flohen die meisten Spanier nach Großbritannien. Anschließend folgt Deutschland mit 12.897
arbeitslosen Jugendlichen. Der Fachkräftemangel in Deutschland bewirkt, dass Arbeitsplätze
wegfallen und der Mittelstand bedroht wird. Im Jahr 2011 blieben bundesweit 30.000
Ausbildungsplätze unbesetzt.29 Die damalige Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Ursula
von der Leyen spricht davon „für beide Seiten eine Perspektive [zu] bilden“30 und unterstützt
die Initiative, junge Spanier für eine Ausbildung in Deutschland anzuwerben.

23
vgl. Sistema estatal de indicadores de la Educación: “Tasa de actividad y de desempleo según el nivel educativo”
24
vgl. Dugge, Marc: „Jugendarbeitslosigkeit in Spanien. Viele werden schwer vermittelbar bleiben“
25
vgl. Barbería, José Luis: „Gerneración ‚‘ni-ni’: ni estudia ni trbaja”.
26
vgl. Dugge, Marc: „Jugendarbeitslosigkeit in Spanien. Viele werden schwer vermittelbar bleiben“
27
Emma Zelikovitsch, zit. von Schulze, Ralph: „Jugendarbeitslosigkeit – Auswandern als Ausweg – Jeder zweite
ohne Job“. In: Spanien Live (Stand: 08.09.2015).
[http://www.spanienlive.com/index.php/arbeiten/arbeitsmarkt/441-spanien-jugendarbeitslosigkeit-auswandern-
als-ausweg-jeder-zweite-ohne-job.html]. (Zugriff: 27.08.2020).
28
vgl. Deutsche Wirtschaftsnachrichten (2015): „Arbeitslosigkeit: Junge Spanier verlassen ihre Heimat“ (Stand:
23.08.2015). [https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/08/23/arbeitslosigkeit-junge-spanier-verlassen-
ihre-heimat]. (Zugriff: 27.08.2020).
29
vgl. Nehls, Anja (2012): „Auswandern als Chance“. In: Deutschlandfunk (Stand: 25.04.2012).
[https://www.deutschlandfunk.de/auswandern-als-chance.769.de.html?dram:article_id= 115092]. (Zugriff:
27.08.2020).
30
ebd.
5
4. Spielfilm „Hermosa Juventud“

Der Spielfilm „Hermosa Juventud“ stellt das Leben nach der Finanzkrise 2007 dar und rückt
die Jugendarbeitslosigkeit, sowie die Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen in den
Vordergrund. Am Beispiel des jungen Paares Natalia und Carlos stellt Rosales die Folgen der
finanziellen Lage für das Leben vieler Jugendlicher dar und macht die Perspektivlosigkeit
dieser Generation deutlich. Die Charaktere dieses Spielfilms vertreten verschiedene
Altersgruppen, auf die sich die Konsequenzen der Finanzkrise unterschiedlich auswirken.

4.1 Darstellung der Charaktere


Die 22-Jährige Natalia lebt gemeinsam mit Ihren Geschwistern Irene und Pedro zu Hause bei
ihrer Mutter in einer kleinen Wohnung. Die Verhältnisse sind einfach: die Zimmer sind klein
und eng (Badezimmer vgl. 00:19, Pedros Schlafzimmer vgl. 1:03:25, Natalias Schlafzimmer
vgl. 03:15) und die Ausstattung ist alt. Die Möbel sind kaputt und abgenutzt (Küchenschrank
vgl. 1:14, Sofa vgl. 2:22). Der Hauptcharakter Natalia geht keiner Arbeit nach oder bildet sich
anderweitig fort. Ihr Alltag spielt sich großteilig zu Hause ab. Zu Beginn des Films zeigt sie
sich wortkarg, müde und motivationslos (vgl. 0:55). Sie vertreibt sie sich die Zeit mit langem
Ausschlafen (vgl. 03:24), mit dem Spielen mit ihrem Handy (vgl. 01:41), mit Musik hören und
Zeitschriften lesen (vgl. 04:43). Sie übernimmt einige Aufgaben im Haushalt und kümmert sich
um ihre kleine Schwester Irene (vgl. 01:48). Außerhalb der Wohnung trifft sie sich mit ihren
Freunden (vgl. 35:45; 1:16:40), bummelt durch die Stadt (vgl. 21:02), klaut Kosmetikartikel
(vgl. 04:33), trifft ihren Vater (vgl. 31:17) und verbringt Zeit mit ihrem Freund Carlos
(vgl.05:48).
Ihre Mutter lebt getrennt von ihrem Mann und versucht, die Familie mit ihrem Einkommen
zu unterhalten. Sie kümmert sich um ihre jüngste Tochter Irene, die sich im Grundschulalter
befindet und ist besorgt um die Zukunft ihres Sohnes Pedro. Die Mutter möchte einen guten
Schulabschluss für ihren Sohn. Pedro ist unzufrieden mit der Situation und wünscht sich, von
zu Hause auszuziehen (vgl. 1:04:26). Der Druck seiner Mutter auf seine Schulleistungen und
die Anforderungen im Haushalt (vgl. 2:59) verärgern ihn. Natalias Vater kann der Familie nur
eine geringe finanzielle Unterstützung bieten. Er stellt für Natalia eine wichtige Bezugsperson
dar, der sie sich anvertrauen kann.
Natalias Freund Carlos ist 23 Jahre alt und wohnt zusammen mit seiner Mutter in einer
kleinen, dunklen Wohnung. Seine Mutter ist krank und benötigt viel Unterstützung.
Bewegungen fallen ihr sehr schwer, sie ist fettleibig und hat ein kaputtes Bein. Carlos scheint
der einzige Sozialkontakt seiner Mutter zu sein. Er pflegt sie und kümmert sich um sie: er

6
wäscht sie und kocht ihr Abendessen (vgl. 11:08, 11:42). Carlos geht keiner festen Tätigkeit
nach, arbeitet zu Beginn des Films als „Today’s Job“ auf dem Bau für 10 Euro am Tag (vgl.
8:56).
4.2 Handlung
Rosales Spielfilm stellt die ausweglose Situation vieler Jugendlicher dar, denen es unmöglich
ist, auf dem spanischen Arbeitsmarkt einen Job zu finden. Der Film zeigt, wie sich die
verschiedenen Ereignisse auf das Leben und Denken der Hauptcharaktere auswirken und wie
sich diese im Laufe des Filmes weiterentwickeln. Dabei nimmt die finanzielle Lage einen
großen Einfluss auf das Handeln.
Das junge Paar Carlos und Natalia nimmt, aufgrund des finanziellen Anreizes, an einer
Internet-Pornosendung teil. Es kommt zur Schwangerschaft Natalias, welche große finanzielle
Sorge bei ihr, Carlos und ihrer Mutter auslöst. Sowohl Natalias Mutter als auch Carlos zeigen
sich gegen die Schwangerschaft. Natalia ist unsicher über das weitere Vorgehen. Letztendlich
entscheidet sie sich dafür, das Kind zu behalten. Während ihrer Schwangerschaft wird Carlos
in eine gewalttätige Auseinandersetzung verwickelt, bei der er eine schwere Verletzung
davonträgt. Der Schadensersatz soll 7.000 Euro betragen, welche er jedoch nicht erhält. Carlos
und sein Freund beauftragen zwei Kriminelle, die den Schuldigen bedrohen sollen, um auf diese
Weise das Geld zu erhalten. Dieses Ereignis belastet Carlos stark. Die Geburt des Kindes erfreut
die ganze Familie. Natalia ist angestrengt von der Geburt und dem Schlafmangel. Die
finanzielle Lage bereitet ihr große Sorgen und sie beginnt sich in verschiedenen Geschäften als
Aushilfskraft zu bewerben. Dies bleibt ohne Erfolg. Der finanzielle Druck führt zu mehreren
Auseinandersetzungen mit Carlos, bei denen es zu einer Infragestellung der gesamten
Beziehung kommt. Letztendlich erkennt Natalia keine andere Lösungsmöglichkeit als die
Flucht ins Ausland. Sie lässt ihre Familie in Spanien zurück, um in Hamburg nach Arbeit zu
suchen. Schließlich landet sie auch dort in einem pornografischen Video.
5. Krise am literarischen Beispiel

Rosales Spielfilm „Hermosa Juventud“ stellt die Konsequenzen einer Krise für die Gesellschaft
am Beispiel verschiedener Charaktere dar. Der gesellschaftliche Umbruch kommt durch die
Finanzkrise und das Strukturdefizit der spanischen Wirtschaft zustande und zeigt sich im
Wegfall von Arbeitsplätzen und Arbeitslosigkeit. Die daraus resultierenden ökonomischen
Folgen breiten sich in alle Lebensbereiche der Betroffenen aus. Die Gesellschaft leidet unter
dieser ungewissen Lage, die ihnen keine Zukunft ermöglicht. Rosales thematisiert die
Wahrnehmung und den Umgang mit dieser Situation sowie den identitätsstiftenden Charakter.

7
5.1 Auswirkungen der Krise auf das Leben des Hauptcharakters Natalia
Der Hauptcharakter Natalia durchläuft eine Identitätsentwicklung durch den Einfluss der Krise.
Die Folgen der Krise wirken sich auf alle Lebensbereiche aus. Ihre ökonomische und familiäre
Lage ist stark davon beeinflusst. Natalia selbst ist starken Zweifeln, Unsicherheit und
Perspektivlosigkeit ausgesetzt. Ihre Sozialkontakte haben ähnliche Probleme und teilen
Natalias Situation. Der Mangel an Arbeit und damit das Fehlen von finanziellen Mitteln zum
Unterhalt ihrer Familie, zwingen die Jugendliche letztendlich zum Verlassen ihres
Heimatlandes. Der identitätsstiftende Charakter der Krise an der Protagonistin Natalia wird im
Folgenden genauer untersucht.
Die Protagonistin repräsentiert ein Mitglied der „ni-ni“-Generation. Sie geht weder einer
Arbeit nach, noch bildet sie sich weiter fort. Stattdessen lebt sie perspektivlos, ohne
Zukunftsplanung oder Aussicht auf Besserung vor sich hin. „Desarollan una actitud nihilista
porque no se les exige estar motivados, ni asumir responsabilidades hay redes y paraguas
sociales. “31Auch ihre Familie und ihr Freund Carlos sind von finanziellen Sorgen bedrängt und
stellen keine Erwartung an Natalia. Da Natalia keine Verantwortung übernehmen muss, lässt
sie die Tage vor sich hinstreichen, ohne das Bedürfnis etwas an ihrer jetzigen Situation zu
verändern. Hier lässt sich der „virus del desánimo“ erkennen, der „la naturaleza vitalista y
combativa“ minimiert32 und unter dem die gesamte Generation „ni-ni“ leidet.
Auch sonst zeigen ihre knappen, verspäteten Antworten auf die fordernden Fragen ihrer
Mutter Desinteresse und Motivationslosigkeit (vgl. 0:55). Ihre äußere Erscheinung unterstützt
das Bild von Trägheit. Zu Beginn tritt Natalia mit zerzausten Haaren und einer Jogginghose,
auf (vgl. 0:15). Die kurzen tonlosen Sequenzen, die zu Beginn des Filmes eingespielt werden,
vermitteln einen sehr tristen, einfachen und unbefriedigenden Tagesablauf der Jugendlichen,
der sich vor allem in der kleinen Wohnung abspielt. Diese Perspektivlosigkeit und Passivität
spiegelt die Jugendgeneration nach der Finanzkrise 2007 wieder, von denen 54% keine
Zukunftspläne haben. Von dieser Situation ist nicht nur Natalia betroffen, sondern auch ihre
Familie, ihr Freund und ihre anderen Sozialkontakte. Im Austausch mit ihren Freunden vor der
Party (vgl. 35:45) und im Park (vgl. 1:16:40) berichten die Jugendlichen über eigene
Erfahrungen mit Arbeitslosigkeit in der Familie und über ihre Alltagsprobleme. Die
Jugendlichen bilden eine ‚Wir-Gruppe‘, in der sich eine kollektive Identität durch den
intersubjektiven Austausch entwickelt. Dies prägt Natalias Identität und bestärkt ihr

31
Barbería, José Luis: “Generación ‘ni-ni’: ni estudia ni trabaja”
32
ebd.
8
Empfinden, der hoffnungslosen Situation in Spanien ausgesetzt zu sein. Die einzige Chance,
die sich am Ende für sie herausstellt, ist die Flucht ins Ausland.
Zusammen mit ihrem Freund Carlos wirkt sie einem pornografischen Video mit. Die
Aussicht schnell und einfach Geld zu verdienen, haben sie zur Teilnahem bewegt. Natalia sitzt
eng neben Carlos, lacht, bewegt sich immer wieder nervös hin und her und hat die Arme
verschränkt (vg. 15:42). Natalias Frage „Lo haría otra vez?“ (vgl. 19:53) nach dem Video,
verdeutlicht ihre Unsicherheit. Die Jugendlichen haben keine Entscheidungsmacht und sind auf
jegliche Gelder angewiesen. Durch ihre finanzielle Lage und die Krisensituation auf dem
Arbeitsmarkt bleiben ihnen keine anderen Möglichkeiten, Geld zu verdienen.
Mit Bekanntwerden der Schwangerschaft ändert sich Natalias Verantwortungsumfang
schlagartig. „Tu no tienes trabajo, yo no tengo dinero“(vgl. 24:48) ist die erste Reaktion ihrer
Mutter, die den Druck verdeutlicht, der nun auf Natalia lastet. Unmittelbar nach dem zweiten
Schwangerschaftstest wäscht sich Natalia verzweifelt die Hände, haut wütend auf den
Händetrockner und starrt sich im Spiegel an (vgl. 32:02). Sie ist überfordert mit der Situation.
Das lange schweigende Starren (vgl. 23:49) verdeutlicht ihre Unsicherheit über ihre Zukunft
durch ihre ökonomische Lage und die plötzliche Schwangerschaft. Auch Carlos reagiert mit
langem Schweigen. Beide sitzen weit voneinander entfernt und starren vor sich hin (vgl. 23:16).
Ein Kind zu bekommen bedeutet einen Umbruch zu ihrem jetzigen Leben und erfordert
Verantwortung zu übernehmen. Die begrenzten finanziellen Mittel, die ihnen zur Verfügung
stehen, werden zum Unterhalten des Kindes nicht ausreichen. Natalia möchte das Kind
behalten, entgegen der Ansicht ihrer Mutter und ihres Freundes Carlos. Ihr Vater möchte ihre
Entscheidung unterstützen, kann finanziell aber keine Hilfe leisten (vgl. 31:55). Mit der Geburt
ihres Kindes entdeckt Natalia eine Aufgabe in Ihrem Leben, der sie sich widmet. Natalia
bemüht sich, alle Bedürfnisse des Neugeborenen zu stillen und kommt dabei bis an ihre
körperlichen Grenzen. Sie ist müde und kaputt, aber glücklich (vgl. 45:08/1:13:40). Ihr
Verhalten steht im Kontrast zur Passivität und zur Perspektivlosigkeit vor der Schwangerschaft.
Die Zukunft der jungen Familie bewegt Natalia dazu, eine Arbeit finden zu wollen. Mit 75
ausgedruckten Bewerbungen (vgl. 1:17:05) stellt sie sich bei kleinen Geschäften vor und bietet
sich als Aushilfskraft ein. Die Arbeitsbedingungen spielen für sie keine Rolle. Sie bietet an zu
putzen oder einzuspringen, wenn jemand krank oder im Urlaub ist (vgl. 48:06). Ihre Suche
bleibt erfolglos. Die schlechten Aussichten auf dem spanischen Arbeitsmarkt durch die
Finanzkrise 2007 haben sich nicht verbessert. Durch die Geburt des Kindes sieht Natalie die
Dringlichkeit und die Möglichkeit Geld zu verdienen, um ihrem Kind eine Zukunft bieten zu
können. Ihre Ansichten über die Möglichkeit eine Arbeit finden zu können, haben sich geändert.

9
Natalias Passivität zu Beginn des Filmes schlägt in Aktivität um. Die erfolglose Jobsuche in
Spanien fordert sie dazu auf andere Alternativen wahrzunehmen, wodurch sie zu dem Schluss
kommt: „Tenemos que irnos“. (vgl. 59:51) Im Gespräch mit Carlos offenbart sie ihm ihre
bereits getroffene Entscheidung nach Deutschland zu ziehen, um dort Arbeit zu finden wie ihre
Freundin Trini. Die Notwendigkeit, die finanzielle Lage zu ändern, verdeutlicht die vorher
gezeigte Szene, in der sie erneut Kosmetikartikel klaut (vgl. 58:24). Zu Beginn der
Konversation stellt Carlos seine Pläne von einem eigenen Truck dar und ist enttäuscht über die
fehlende Unterstützung (vgl. 58:41). Diese Vorstellung stellt sich angesichts der finanziellen
Lage als utopisch dar, wie Natalia ihm aufgebracht vermittelt. Es kommt zu einer
Auseinandersetzung zwischen Carlos und Natalia, in der sie ihm vorwirft, sich nicht gut genug
um einen Job zu bemühen (vgl. 1:18:44). Der finanzielle Druck der jungen Eltern zeigt sich in
Vorwürfen gegen den Anderen. In einem weiteren Streit stellt Carlos die gesamte Beziehung in
Frage: „Así me quieres o no me quieres?“ (vgl. 1:19:42) und wirft ihr vor, nur das Geld und das
Baby zu wollen (vgl. 1:19:47). Die ungewisse Zukunft im krisenhaften Spanien bedroht das
Familienleben. Die jungen Eltern stehen unter der Verantwortung ein Kind großzuziehen und
verfügen über begrenzte finanzielle Mittel. Während der Krise besteht keine Aussicht auf
Arbeit und somit keine Möglichkeit, ihre Lage zu ändern. Später vertraut Natalia ihrem Vater
ihr Vorhaben an mit der Erklärung: „Mi familia tiene un paro y mi familia necesita que yo
trabaja“ (vgl. 1:23:45). Sie sieht sich zu dieser Entscheidung gezwungen, da es ihrer Familie an
finanziellen Mitteln fehlt und ihr eigenes Land durch die Krise erschüttert ist. Natalia möchte
nicht länger unter der Ungewissheit leiden, einen Job finden zu können, sondern möchte ihrer
Familie eine Perspektive bieten können.
Auch andere junge Spanier wie Natalia sind nach Deutschland geflüchtet, um Arbeit zu
finden. Sie nehmen Natalia gut auf und unterstützen sie dabei in Deutschland zurechtzukommen
(vgl. 1:25:08). Natalia ist engagiert, lernt fleißig Deutsch und hält den Kontakt nach Hause über
Skype Telefonate (vgl. 1:28:38). Am Ende landet sie erneut in einem Porno-Video. Dies Bild
stellt die ausweglose Situation der spanischen Jugendlichen dar und vermittelt die
Schwierigkeiten der „ni-ni“-Generation auf dem Arbeitsmarkt. Der Film zeigt auch
Positivbeispiele wie Trini und ihre Freundinnen. Letztendlich stellt der Film Natalias
Entwicklung von einem perspektivlosen Jugendlichen der „ni-ni“-Generation zu einer Mutter
mit Hoffnung und Zukunftsaussichten dar. Er spiegelt zuletzt die Sinnlosigkeit dieser
Transformation wieder, indem sie wie zu Beginn in einem Pornovideo mitspielt.
Die Krise verwebt ökonomische mit familiären Aspekte, die Natalias Identität prägt.
Die ungewisse Entwicklung der Wirtschaft Spaniens zeigt sich in Passivität und

10
Perspektivlosigkeit einer ganzen Generation, der auch Natalia und Carlos angehören. Diese
Lebenseinstellung manifestiert sich in ihrem unbefriedigendem Lebensalltag. Die ökonomische
Lage bedroht die Geburt ihres Kindes. Der Druck durch die Verantwortung und durch die
unsichere Zukunft lastet auf der Beziehung zu ihrem Freund. Natalia und Carlos können ihre
ökonomische Situation in ihrem eigenen Land nicht ändern. Letztendlich zwingt die Krise
Natalia ihre Familie zu verlassen, um im Ausland Arbeit zu finden.
5.2 Auswirkungen der Krise auf das Leben von Carlos
Natalias Freund Carlos befindet sich in einer ähnlichen Situation wie Natalia. Er hat ebenfalls
keine abgeschlossene Schulbildung und geht keiner festen Erwerbstätigkeit nach. Er trägt
bereits zu Beginn des Films die Verantwortung, seine pflegebedürftige Mutter zu versorgen.
Sein Vater wird im gesamten Film nicht erwähnt. Carlos versucht auf verschiedene Weisen,
Geld zu verdienen. Er arbeitet zwischendurch als Tagelöhner schwarz auf dem Bau für 10 Euro,
er plant beim Umzug seines Onkels zu helfen und überzeugt Natalia zur Teilnahme an dem
Pornovideo. Anders als Natalia würde er für 300 Euro ‚natürlich‘ wieder an einem Pornovideo
teilnehmen (vgl. 20:00). Carlos Arbeitslosigkeit lässt sich nicht durch Motivationslosigkeit und
Passivität wie bei Natalia erklären. Er ist engagiert. Die schlechte Situation des Arbeitsmarktes
und seine fehlende Schulbildung machen es für ihn allerdings unmöglich, einen Job zu finden.
In den Jahren des Baubooms brachen viele Jugendliche die Schule ab, um schnell und einfach
Geld zu verdienen. Sein abwesender Vater und seine kranke Mutter lassen darauf schließen,
dass auch Carlos früh die Schule verließ, um Geld zu verdienen. Für seine Zukunft plant er
einen Führerschein zu machen und einen eigenen gebrauchten Truck zu besitzen, um
selbstständig Geld verdienen zu können. Er möchte nicht mehr abhängig sein und zu einem
Lohn von 10 Euro am Tag arbeiten zu müssen. Er fühlt sich ungerecht behandelt und möchte
nicht weiter ausgebeutet werden. In einem Gespräch mit Raul über alte Trucks werden seine
fehlende Vorstellung von Autopreisen ersichtlich (vgl. 53:11). Carlos bedenkt ebenfalls nicht
weitere Kosten eines alten Trucks. Dies belegt, dass seine Zukunftspläne unrealistisch sind.
Die Nachricht von der Schwangerschaft Natalias schockt Carlos. Stumm kauert er in
einer Ecke und starrt vor sich hin. In einem Gespräch mit seinem Freund Raul offenbart er ihm
seine Ängste darüber, dem Kind nichts bieten zu können, ein schlechter Vater und ein ‚Nichts‘
zu sein (26:44). Hier werden seine Selbstzweifel und seine Unsicherheit durch seine jetzige,
finanziell ungewisse Lage deutlich. Er ist der problematischen Situation des Arbeitsmarktes
ausgesetzt und vom weiteren Verlauf der Krise abhängig. Die Krise beeinflusst sein Selbstbild
negativ.

11
Die gewalttätige Auseinandersetzung mit einem Fremden in einer Verkehrsstation
verspricht ihm einen Schadenersatz von 7.000 Euro. Sein Freund Raul ist begeistert „está
salvando la vida pegando 7.000 euros“ (vgl. 52:29) und beteuert, dass er sich für 7.000 Euro
auch die Kehle aufschlitzen lassen würde (vgl. 52:24). Es wird die Notwendigkeit dargestellt,
die ökonomische Lage zu ändern und dafür alles zu opfern. Die beiden Jugendlichen stellen ihr
Wohlergehen hinter den Besitz von finanziellen Mitteln zurück. Der Plan, sich einen
gebrauchten Truck anzuschaffen und dadurch ihre finanzielle Situation langfristig zu
verbessern, wird durch den Schadenersatz von 7.000 Euro greifbar. Als Carlos das Geld bei der
Gerichtsverhandlung nicht erhält, beauftragen Carlos und Raul zwei Kriminelle, die den
Schuldigen bedrohen und ihn dadurch zum Zahlen bewegen sollen. Carlos Passivität im
gesamten Gespräch verdeutlicht seine Zweifel (vgl. 1:04:10). Auch beim Angriff steht Carlos
weit weg vom Geschehen und ist abgeneigt (vgl. 1:09:32). Carlos ist beschämt und kann nicht
einmal mit Natalia über das Geschehene sprechen (vgl. 1:09:13). Die gegebenen Umstände
haben Carlos unfreiwillig zur Kriminalität geführt. Seine Selbstverachtung darüber wirkt sich
negativ auf seine Selbstwahrnehmung aus.
Mit der Geburt des Kindes kommt den Eltern eine große finanzielle Verantwortung zu,
der die Beiden nicht gewachsen sind. Es kommt zu mehreren Auseinandersetzungen zwischen
Natalia und Carlos. Die Krise bringt mit der finanziellen Not auch Existenzängste. Diese zeigen
sich in dem Misstrauen, der Wut und in den Auseinandersetzungen, die die Beziehung der
Beiden bedrohen. Zuletzt muss Carlos seine Freundin ins Ausland gehen lassen, ohne zu
wissen, was sie erwartet, wann sie wieder zurückkommen wird und ob ihre Beziehung diese
Entfernung aushält.

Auch bei Carlos wirkt sich der Krisenzustand auf ökonomische und familiäre Aspekte
und sein Selbstbild aus. Die Krise bringt Carlos durch die ungewisse Arbeitssituation in eine
finanziell unsichere Lage. In der Aussicht auf Geld begibt sich Carlos in die Kriminalität. Diese
Erfahrung lastet schwer auf ihm. Die finanzielle Situation wirkt sich negativ auf seine
Selbstwahrnehmung aus. Er hat große Selbstzweifel und sieht sich als „nichts“ an. Seine Mutter,
sowie seine Familie sind auf ihn als Geldverdiener angewiesen und leiden ebenfalls unter der
Unsicherheit. Durch diese Lage verliert Carlos seine Freundin ans Ausland.

5.3 Auswirkung der Krise auf das Leben der Nebencharaktere

So, wie die beiden Jugendlichen der Generation „ni-ni“, sind auch die anderen
Familienmitglieder den Folgen der Finanzkrise in Spanien ausgesetzt. Dies wird im Folgenden
an Natalias Mutter und ihrem Bruder Pedro dargestellt.

12
5.3.1 Natalias Mutter
Natalias Mutter lebt getrennt und finanziert den Unterhalt ihrer Kinder selber. Ihr Ex-Mann
kann durch seine schlechte ökonomische Lage nur einen geringen Teil dazu beitragen. Auch
ihre volljährige Tochter Natalia unterstützt die Familie nicht. Durch die fehlende
abgeschlossene Schulbildung und die schlechte Situation auf dem Arbeitsmarkt sieht die Mutter
derzeit keine Perspektive auf dem Arbeitsmarkt für Natalia. Somit lastet auf der Mutter ein
großer finanzieller Druck. Sie wünscht sich für ihren Sohn gute Zukunftsperspektiven und
drängt ihm zum Lernen, worunter ihre Beziehung leidet. Ihre jüngste Tochter Irene ist im
Grundschulalter bedarf viel Beachtung und Zuwendung. Die plötzliche Schwangerschaft von
Natalia ruft bei ihr Existenzängste hervor und sie muss zugeben, dass sie für den Unterhalt von
Natalia und ihrem Kind nicht aufkommen kann. „Ya no puedo más. Cada vez tenemos menos
dinero, cada vez son más en casa “(vgl. 15:20:50). Es ist eine Aufforderung an Natalia, ihre
jetzige finanzielle Lage zu verändern und bewegt Natalia schließlich zum Auswandern.
Durch die Krise sind ihre ökonomischen Mittel sehr begrenzt und halten einer
zusätzlichen Belastung durch ihre volljährige Tochter und ihrem Kind nicht stand. Die Ängste
um die Zukunft ihrer Kinder in dem wirtschaftlich kaputten Land belasten die Mutter sehr. Die
Krise wirkt sich somit auf den ökonomischen und familiären Bereich aus und belastet die
Mutter persönlich.
5.3.2 Natalias Bruder Pedro
Natalias Bruder ist indirekt von den Konsequenzen der Finanzkrise betroffen. Bereits in der
Schule lastet ein großer Druck auf ihm. Durch eine schlechte Schulbildung besteht die Gefahr,
auf dem spanischen Arbeitsmarkt zu scheitern. Die Streitigkeiten mit seiner Mutter über seine
Schulleistungen und die Aufgaben im Haushalt wirken sich negativ auf die Beziehung zwischen
den Beiden aus. Pedro ist unzufrieden und möchte von zu Hause ausziehen, wie er seiner
Schwester offenbart (vgl. 1:03:32). Diese bringt ihn davon ab und legt ihm nahe, der Mutter
aus dem Weg zu gehen oder sich in seinem Zimmer einzuschließen (vgl. 1:04:06). Er erwidert,
dass er sich vorkommen würde wie in einem „Gefängnis“ (vgl. 1:04:11). Die räumlichen
Gegebenheiten bieten dem Jugendlichen nur wenig Rückzugsmöglichkeit. Durch die
finanzielle Lage hat er Schwierigkeiten, an den sozialen Aktivitäten in seinem Freundeskreis
teilzunehmen. Die 15 Euro für die Konzertkarten leiht er sich von seiner Schwester (vgl. 25:12),
da seine Mutter sie ihm nicht gibt. Ein anderes Mal hält ihn die Forderung der Mutter, sich an
der Hausarbeit zu beteiligen, vom Treffen mit seinen Freunden ab (vgl. 55:35).
Bei dem Jugendlichen Pedro zeigt sich die Krise bereits im Bereich der Bildung. Er ist
einem großen Druck ausgesetzt, einen möglichst guten Schulabschluss zu erzielen, um eine
13
Chance auf Arbeit zu erhalten. Die Beziehung zu seiner Mutter ist durch diese
Erwartungshaltung negativ beeinflusst. Die knappen finanziellen Mittel führen dazu, dass er
Schwierigkeiten hat, an seinem sozialen Umfeld teilzunehmen.
5.4 Wahrnehmung des Selbst- und Fremdbild
Eine Krise hat nicht nur einen identitätsstiftenden Charakter und formt das Selbstbild, sondern
hat auch Auswirkungen auf das Fremdbild. Damit eine kollektive Identität entsteht, muss sie
sich von einer anderen Gruppe abgrenzen können. Dies wird im Folgenden genauer untersucht.
“¿Cuando sea rico te va a comprar una casita en la playa […] con piscina, un salón
grande… qué más quieres? “ (vgl. 06:22). Diese Illusion von Carlos, zu Beginn des Filmes,
verbildlicht die Einteilung in Arm und Reich. Auf ironische Weise teilt er seine Vorstellungen
mit, wie es wäre, wenn man reich wäre. Die luxuriöse Situation eines reichen Menschen wird
den Menschen mit finanziellen Problemen, wie Carlos und Natalia, gegenübergestellt. Die
Jugendlichen haben trotz ihres Alters nicht die Möglichkeit, ihre finanzielle Situation zu
verbessern und eigene Zukunftspläne zu entwickeln. Die finanzielle Notlage und die
Unsicherheiten durch den Krisenzustand verhindern das.
Zu Beginn des Films und nach der Schwangerschaft wird Natalia beim Klauen von
einem Kosmetikartikel gezeigt. Dabei handelt es sich um ein Gut, welches für sie nicht
lebensnotwendig ist. Natalia sieht sich selber als arm an und grenzt sich von der Bevölkerung
ohne finanzielle Probleme ab. Dadurch fühlt sie sich zum Klauen legitimiert.
Carlos ist bereits in der Schule auf Vorurteile gestoßen. Er wurde von den Lehrern als
Unruhestifter angesehen und erhielt von ihnen keine Unterstützung wie die anderen Kinder
(vgl. 28:46). Dabei war er sich bewusst „también necesita a alguien que te ensen͂a” (vgl. 28:35).
Dies lässt sich möglicherweise auf seine gesamte Kindheit beziehen und verdeutlicht, dass auch
sein abwesender Vater und seine kranke Mutter ihn in seiner Entwicklung nicht unterstützt
haben können. Die fehlende Akzeptanz und die Perspektivlosigkeit, die er bereits in der Schule
erlebt hat, unterstützen sein Selbstbild, ein „nichts“ zu sein. Die Schlechterstellung in der
Schule hat ihn dazu geführt, die Schule frühzeitig und ohne Abschluss zu beenden.
Carlos führt mit seinen Freunden ein erregtes Gespräch im Park über die Jugendlichen
in anderen Ländern, die als Anreiz zum Schreiben von guten Noten Geld bekommen (vgl.
28:56). Zudem sprechen sie über die Amerikaner und Ausländer, die zum Arbeiten nach
Spanien kommen und das Geld zurück in ihre Heimat schicken. (vgl. 29:05). Die Jugendlichen
fühlen sich ungerecht behandelt, da sie sich gegenüber den Jugendlichen anderer Länder
benachteiligt sehen. Zudem ist es für sie unverständlich, wieso sie unter Arbeitslosigkeit leiden

14
während die „Amerikaner und Ausländer“ nach Spanien fliegen, um zu arbeiten. Die fehlende
Arbeit und die Existenzängste durch die Krise führen zu rassistischen Tendenzen.
Das Selbstbild der Charaktere wird stark durch die Krise geprägt. Sie befinden sich in einer
ökonomischen Notlage, die auf der prekären Arbeitssituation basiert. Dies hat zur Folge, dass
den Jugendlichen keine Perspektiven gegeben sind. Sie fühlen sich handlungsunfähig und
unfair behandelt und versinken im Nichtstun. Bestätigungen für die unbezwingbare Lage
erhalten sie aus ihrem Freundeskreis. Ihre Freundinnen und Freunde gehen ebenfalls keiner
festen Beschäftigung nach und können über Entlassungen von Familienmitgliedern berichten.
Es besteht eine große Hoffnungslosigkeit. Diese wirkt sich auch auf die Selbstwahrnehmung
aus. Carlos bezeichnet sich als „nichts“ und denkt, kein guter Vater sein zu können. Auch
Natalia hat große Selbstzweifel, wie an ihre schweigenden Starren ersichtlich wird.
Das Selbst- und Fremdbild der Charaktere basiert auf der Spaltung der Gesellschaft in
arm und reich. Dabei ordnen sie sich dem armen Teil der Gesellschaft zu, der in einer
finanziellen Notlage unter Existenzängsten lebt. Die Vorurteile und die fehlende Akzeptanz,
die sie in der Gesellschaft erlebt haben, führen zu einem negativen Selbstbild, zu Missmut und
Perspektivlosigkeit. Sie teilen diese Situation mit ihrem sozialen Umfeld und entwickeln im
Austausch über die ungerechte Lage rassistische Tendenzen.
6. Zusammenfassung

Krisen markieren eine ungewisse Entwicklung, zu der eine Lösung generiert werden muss. Die
Betroffenen befinden sich in einer unsicheren Lage und haben keine Gewissheit über die
Zukunft. Diese Situation zeichnet die Jugendgeneration „ni-ni“ aus, zu der Natalia und Carlos
zugehörig sind. Sie sind betroffen von den Folgen der Krise auf dem Arbeitsmarkt und haben
keine Zukunftsvorstellungen. Auch ihre Freunde machen in ihrem Umfeld Erfahrungen mit
Arbeitslosigkeit. Die kollektive Identität, die sich in der gesamten Generation formt, ist geprägt
von Perspektivlosigkeit und Passivität. Die fehlende Möglichkeit, sich nicht selber ernähren zu
können, die Angewiesenheit auf die Familie und der fehlende Erfolg im Leben, führen zu
Selbstzweifeln der Jugendlichen. Dem eigenen Selbstbild wird ein reiches und gebildetes
Fremdbild gegenübergestellt. Zudem entstehen rassistische Tendenzen durch das
Unverständnis der Möglichkeiten der Schüler anderer Länder und den Frust, selber keine Arbeit
finden zu können. Der Umbruch durch die Finanzkrise wirkt sich auf die Situation des
Arbeitsmarktes und die ökonomische Situation der Gesellschaft aus. Die Krise hat somit
Einfluss auf das Leben der Charaktere. Natalia, Carlos und Natalias Vater können nicht am
Arbeitsleben teilnehmen. Carlos Mutter fehlt es an medizinischer Unterstützung und auf Pedro
lastet ein hoher Schuldruck. Allein Natalias Mutter geht einer festen Tätigkeit nach und steht
15
unter dem Druck, die gesamte Familie zu unterhalten. Diese Forderung rufen Existenzängste
bei ihr hervor. Der finanzielle Engpass treibt die Jugendlichen zur Pornografie. Carlos dazu
sich an Kriminelle zu wenden, Natalia zum Klauen und schließlich zum Verlassen ihrer Heimat
und ihrer Familie. Die hohe Arbeitslosigkeit und die fehlenden Möglichkeiten bergen Gefahren
und treiben die Jugendlichen zu falschen Entscheidungen durch finanzielle Anreize. Die
Schwangerschaft Natalias übt Druck auf die junge Familie aus, Verantwortung zu übernehmen
und die finanziellen Bedürfnisse zu befriedigen. Die derzeitige ökonomische Lage und die
ungewissen Gegebenheiten durch die Krise machen eine Zukunftsplanung im eigenen Land
nicht möglich und rufen Existenzängste hervor. Auch Natalias Familie kann nicht dafür
aufkommen. Die Ungewissheit bedroht die Geburt des Kindes und treibt Natalia schließlich zur
Flucht nach Deutschland. Die Krise führt zu einer geographischen Trennung der Familie. Der
finanzielle Druck und die fehlenden Aussichten auf Arbeit durch die Unsicherheit der Krise
sind ein allgegenwärtiger Begleiter der Charaktere. Die ökonomische Lage nimmt Einfluss auf
das Familienleben und die Beziehung zwischen den Charakteren und ist in allen Szenen des
Filmes präsent.

16
7. Quellenverzeichnis

PRIMÄRLITERATUR

Rosales, Jaime (2014): „Hermosa Juventud“ [Film]. Espan͂a: Wanda Visión y Les Productions
Balthazar.

SEKUNDÄRLITERATUR

Assmann, Aleida (2006)3: „Soziales und kollektive Gedächtnis“. In: Assmann, Aleida (Hrsg.):
Erinnerungsräume. Formen und Wandlungen des kulturellen Gedächtnisses. München:
Beck.

Barbería, José Luis: “Generación ‘ni-ni’: ni estudia ni trabaja”. In: El país (Stand: 22.06.2009).
[https://elpais.com/diario/2009/06/22/sociedad/1245621601_850215.html]. (Zugriff:
27.08.2020).

Deutsche Wirtschaftsnachrichten (2015): „Arbeitslosigkeit: Junge Spanier verlassen ihre


Heimat“ (Stand: 23.08.2015). [https://deutsche-wirtschafts-
nachrichten.de/2015/08/23/arbeitslosigkeit-junge-spanier-verlassen-ihre-heimat]. (Zugriff:
27.08.2020).

Dugge, Marc: „Jugendarbeitslosigkeit in Spanien. Viele werden schwer vermittelbar bleiben“.


In: Deutschlandfunk (Stand: 08.08.2016).
[https://www.deutschlandfunk.de/jugendarbeitslosigkeit-in-spanien-viele-werden-
schwer.680.de.html?dram:article_id=362471]. (Zugriff: 27.08.2020).

Kimminich, Eva (2003): „Macht und Entmachtung der Zeichen. Einführende Betrachtung über
Individuum Gesellschaft und Kultur“. In: Kimminich, Eva (Hrsg.): Kulturelle Identität.
Frankfurt am Main: Lang. S. VII-XXV.

Köhler, Holm-Detlev: „Spanien in Zeiten der globalen Wirtschaftskrise“. In: Bundeszentrale


für politische Bildung (Stand: 30.08.2010). [https://www.bpb.de/apuz/32536/spanien-in-
zeiten-der-globalen-wirtschaftskrise]. (Zugriff: 27.8.2020).

Koselleck, Reinhart (2006): „Einige Fragen an die Begriffsgeschichte von >Krise<


Patriotismus. Gründe und Grenzen eines neuzeitlichen Begriffs“. In: Koselleck, Reinhardt/
Spree, Ulrike/ Steinmetz, Willibald (Hrsg.): Begriffsgeschichten. Studien zur Semantik und
Pragmatik der politischen und sozialen Sprache. Frankfurt am Main: Suhrkamp. S. 204-217.

17
Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung: „Krisen einer
globalisierten Welt – 11 Perspektiven“. Im: Seckenberg Naturmuseum, Frankfurt am Main.
Ausstellungsprojekt: Making Crisis Visible. (Stand: 2019-2020). (Zugriff: 07.09.2020).

„Krisen definieren – Krisen einer globalisierten Welt 1/11“ [https://www.youtube.com/


watch?v=KtwLw5iUD3E&list=PL-JvUIePqbll0Xxac0K47FDVn5Gx4WyUX].

„Die Politik der Krise – Krisen einer globalisierten Welt 5/11“ [https://www.youtube.com/
watch?v=UtewuNXv434&list=PL-JvUIePqbll0Xxac0K47FDVn5Gx4WyUX&index=5].

„Aus Krisen lernen – Krisen einer globalisierten Welt 6/11“ [https://www.youtube.com/


watch?v=6O_ifBEXRW4&list=PL-JvUIePqbll0Xxac0K47FDVn5Gx4WyUX&index=6].

„Die Krise als Chance – Krisen einer globalisierten Welt 7/11“ [https://www.youtube.com/
watch?v=rX2d3iHwDJs&list=PL-JvUIePqbll0Xxac0K47FDVn5Gx4WyUX&index=7].

Nehls, Anja (2012): „Auswandern als Chance“. In: Deutschlandfunk (Stand: 25.04.2012).
[https://www.deutschlandfunk.de/auswandern-als-chance.769.de.html?dram:article_id=
115092]. (Zugriff: 27.08.2020).

Schulze, Ralph: „Jugendarbeitslosigkeit – Auswandern als Ausweg – Jeder zweite ohne Job“.
In: Spanien Live (Stand: 08.09.2015). [http://www.spanienlive.com/index.php/arbeiten/
arbeitsmarkt/441-spanien-jugendarbeitslosigkeit-auswandern-als-ausweg-jeder-zweite-
ohne-job.html]. (Zugriff: 27.08.2020).

Sistema Estatal de indicadores de la Educación: “Tasa de actividad y de desempleo según


nivel educativo” (Stand: 2014). [https://www.educacionyfp.gob.es/inee/dam/jcr:07aa9211-
4445-42a9-9ea4-06cfeb1be1f8/seie2014-r-7.2.pdf]. (Zugriff: 27.08.2020).

18
8. Plagiatserklärung der Studierenden Hanna Schlusche

Hiermit versichere , dass die vorliegende Arbeit Darstellung der Krise am literarischen Beispiel
„Hermosa Juventud“ selbstständig verfasst worden ist, dass keine anderen Quellen und
Hilfsmittel als die angegebenen benutzt worden sind und dass die Stellen der Arbeit, die
anderen Werken – auch elektronischen Medien – dem Wortlaut oder Sinn nach entnommenen
wurden, auf jeden Fall unter Angabe der Quelle als Entlehnung kenntlich gemacht worden sind.

____________________________________

Ich erkläre mich mit einem Abgleich der Arbeit mit anderen Texten zwecks Auffindung von
Übereinstimmungen sowie mit einer zu diesem Zweck vorzunehmenden Speicherung der
Arbeit in eine Datenbank einverstanden.

____________________________________

19