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AUSTRIAN

STARTUP
MONITOR
2018
2018
Inhalt

IMPRESSUM

Über den Austrian Startup Monitor...................... 15


Austrian Startup Monitor 2018
Copyright © 2018

Startups in Österreich ................................................ 19


GründerInnen in Österreich .....................................27
Alle Rechte vorbehalten. Jeder Teil des Inhalts dieses Buches kann unter
Bezugnahme auf die Quelle reproduziert oder übertragen werden, sofern
die Herausgeberin vorab darüber in Kenntnis gesetzt wird.

ISBN 978-3-200-05768-5 MitarbeiterInnen.......................................................... 45


Gedruckt und gebunden von Neografia, Inc.
Online: www.austrianstartupmonitor.at
Erscheinung: Wien, Juli 2018 Strategie & Geschäftsmodell .................................57
MEDIENINHABER AIT Austrian Institute of Technology GmbH, Center for Innovation
Systems & Policy, Giefinggasse 4, 1210 Wien, www.ait.ac.at
Innovation ....................................................................... 65
PRODUKTION & HERAUSGEBER
Home Town Media GmbH, Mariahilfer Straße 49/15, 1060 Vienna, Austria
Märkte Österreich & International ....................... 71
hometownmedia.eu, office@hometownmedia.eu

REDAKTIONELLES MANAGEMENT Alyssa-Ninja Weis


Kooperationen............................................................... 77
REDAKTION Sonja Burger Umsatz & Finanzierung ............................................. 85
LEKTORAT Renate Messenbäck

GRAFIKDESIGN & ILLUSTRATIONEN Karin Dreher, karin-grafikdesign.com


Umfeld & Entwicklung ...............................................97
AUTORINNEN Karl-Heinz Leitner (AIT), Georg Zahradnik (AIT), Rudolf Dömötör (WU),
Markus Raunig (AustrianStartups), Martina Pardy (AustrianStartups), Elke Mattheiss (AustrianStartups)
AuftraggeberInnen & PromotorInnen ............. 105
AUFTRAGGEBER Austria Wirtschaftsservice (aws), Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft Team .................................................................................110
(FFG), Rat für Forschung und Technologieentwicklung (RFTE), Wirtschaftsagentur Wien,
Wirtschaftskammer Österreich (WKO), Wirtschaftskammer Wien (WKW), Industriellenvereinigung (IV)
Abbildungsverzeichnis ............................................. 112
GEDRUCKT UND GEBUNDEN
NEOGRAFIA, a.s. Sučianska 39A
038 61 Martin-Priekopa Slovakia Referenzen..................................................................... 113

4 AUSTRIAN STARTUP MONITOR


EINLEITUNG

DEFINITION Startups gelten zu Recht als


Speerspitze des technologischen
service Gesellschaft mbH,
Wirtschaftskammer Österreich,
Monitor zu entdecken!
Über das Zeichnen eines
VON STARTUPS und wirtschaftlichen Wandels.
Denn sie schaffen die Märkte von
Rat für Forschung und Technolo-
gieentwicklung, Österreichische
aktuellen Stimmungsbildes der
Startup-Szene hinaus hat der
Startups werden morgen und wirken sich positiv Forschungsförderungsgesell- ASM aber auch längerfristige
schaft mbH, Industriellenvereini- Ziele. Er bildet das Fundament
als Unternehmen auf Wirtschaftswachstum und
Wettbewerbsfähigkeit eines gung, Wirtschaftskammer Wien eines langfristigen Projekts, das
mit folgenden Landes aus. In Österreich konnte
zweierlei beobachtet werden: Die
und Wirtschaftsagentur Wien fi-
nanziert wird. Wir sind stolz, dass
bereits existierenden Initiativen
in Deutschland, der Schweiz und
Eigenschaften Bedeutung von Startups stieg in es uns mit der ersten Ausgabe den Niederlanden ähnelt. Der
2018 gelungen ist, nun ein aus- ASM will die österreichischen
definiert: den letzten Jahren rasant und
der Themenbereich ist mittler- sagekräftiges, fundiertes und an Startups in ihrer Gesamtheit
weile in der breiten Öffentlichkeit der Realität orientiertes Bild der erfassen, verorten und in den
angekommen. Noch vor ein paar österreichischen Startup-Szene Folgejahren kontinuierlich wis-
Jahren war der Begriff „Startup“ zeichnen zu können. senschaftlich begleiten. Dadurch
für viele ein Fremdwort. Heute Der Austrian Startup Monitor soll er auch in den kommenden
1. STARTUPS sind hat fast jede/r dazu eine Mei- beantwortet eine ganze Rei- Jahren noch als zentrale Refe-
nung. Viel zu selten beruht dieses he von relevanten Fragen: Wer renz und Richtwert nutzbar sein
jünger als 10 Jahre. Bild auf konkreten Zahlen, Daten gründet wann, wo, wie und und die Analyse der weiteren
und Fakten. Kein Wunder – warum? Was ist charakteristisch Entwicklung der Startup-Land-
2. STARTUPS sind schließlich gab es bis dato noch für Startups in Österreich? Mit schaft ermöglichen.
keine wissenschaftlich fundierte welchen Problemen und Heraus- Wir sind überzeugt, dass der vor-
mit ihren Produkten, Datenbasis über die Entstehung, forderungen sind sie derzeit kon- liegende Report ein Meilenstein
Dynamik und Entwicklung von frontiert? Was wünschen sie sich in der Entwicklung des österrei-
Dienstleistungen, Startups in Österreich. von politischen Entscheidungs- chischen Startup-Ökosystems
Um diese Lücke zu schließen, trägerInnen? Welche Strategien ist, und freuen uns auf eine rege
Technologien oder
wurde der Austrian Startup verfolgen sie? Und last, but not Diskussion der Ergebnisse. Wir
Geschäftsmodellen Monitor (kurz ASM) initiiert. Der least: Welche Zukunftspläne wünschen Ihnen viel Freude beim
Austrian Startup Monitor ist haben sie? Schmökern und Kennenlernen der
innovativ. dabei ein Gemeinschaftsprojekt, All das und noch viel mehr gibt es österreichischen Startup-Szene!
das von Austria Wirtschafts- für Sie im ersten Austrian Startup
3. STARTUPS weisen
ein signifikantes Für das Studienteam

MitarbeiterInnen- oder KARL-HEINZ LEITNER MARKUS RAUNIG RUDOLF DÖMÖTÖR


(AIT AUSTRIAN INSTITUTE OF (AUSTRIANSTARTUPS) (WIRTSCHAFTSUNIVERSITÄT WIEN)
Umsatzwachstum auf TECHNOLOGY)

oder streben es an.

6 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 7


STATEMENTS ZUM AUSTRIAN
STARTUP MONITOR 2018

AUSTRIA RAT FÜR FORSCHUNG


WIRTSCHAFTS- & TECHNOLOGIE-
SERVICE ENTWICKLUNG
GESELLSCHAFT MBH Innovative Startups sind die Grundlage
für Wirtschaftsdynamik und gesell-
schaftlichen Wohlstand. Hier passieren
Startups leisten einen wichtigen
neuen Ideen, hier besteht der Mut auszu-
Beitrag zur Innovationskraft des
probieren, hier wird Zukunft gestaltet.
Landes und sichern in Kooperation
Aus diesem Grund ist es aus Sicht des

WIRTSCHAFTS-
mit bestehenden Unternehmen den
Rates zentraler Punkt einer vorwärts
Erfolg des Standort Österreich. Die
gerichteten Wirtschafts- und Gesell-

KAMMER
aws unterstützt als Förderbank des
schaftspolitik, Startups in Österreich den
Bundes Innovation und Wachstum in
bestmöglichen Raum für ihre Entfaltung

ÖSTERREICH
allen Phasen der Unternehmensent-
zu bieten.Erfreulicherweise sind bereits
wicklung. Einer der aws Finanzierungs-
erfolgreiche erste Schritte getan wor-
und Förderschwerpunkte liegt auf
den, dennoch besteht ein großes noch
IKT, Digitalisierung, Physical- und Life
nicht genutztes Potenzial.
Sciences.
Die Wirtschaftskammer unterstützt Dr. Hannes Androsch, Vorsitzender des
DI Bernhard Sagmeister und Mag.a Startups und etablierte Unternehmen Rates für Forschung und
Edeltraud Stiftinger, Geschäftsführer tatkräftig bei der Internationalisierung. Technologieentwicklung
der Austria Wirtschaftsservice GmbH Die Wirtschaftskammer schafft
Rahmenbedingungen für alle Unter-

ÖSTERREICHISCHE WIRTSCHAFTS- nehmen, denn Wirtschaft ist unteilbar.

FORSCHUNGS- AGENTUR WIEN Dr. Harald Mahrer, Präsident der


Wirtschaftskammer Österreich

FÖRDERUNGS- INDUSTRIELLEN- WIRTSCHAFTS-


GESELLSCHAFT MBH VEREINIGUNG KAMMER WIEN
Wien ist der Nukleus der heimischen
Startups sind einer der wesentlichen Startup Szene. Im internationalen Die Startups von heute sind die
Treiber des österreichischen Innovati- Wettbewerb funkelt die Vienna Durchstarter von morgen. Entschei-
onssystems. Daher stellen diese jungen Startup City immer sichtbarer. Wir Für die Industrie können Startups im dend ist, unsere regionale Wirtschaft
innovativen Unternehmen auch eine wissen natürlich, dass da noch viel Wettbewerb um neue Produkte am optimal zu vernetzen. Darum setzen
essenzielle Zielgruppe der FFG dar. Die mehr geht. Zahlen, Daten, Fakten Markt und für Geschäftsmodellinnova- wir als Wirtschaftskammer Wien an
FFG unterstützt von der ersten Idee über sind die Basis für weitere effiziente tionen als Partner einen entscheiden- zwei Hebeln an: Einerseits unterstützen
die Produktentwicklung bis zur Markt- Entwicklungsschritte. Die liegen jetzt den Vorteil darstellen. Zur Erhöhung wir bei der Gründung von Startups,
einführung un dem Marktaufbau. Auch in hoher Qualität vor. Wir werden sie der heimischen Innovationsdynamik andererseits stellen wir Brücken zu
die Digitalisierungsagentur der FFG wird in Wien nützen, um Startups noch müssen daher Schnittstellen zwischen bereits bestehenden Unternehmen her.
zukünftig einen wesentlichen Beitrag für effektiver dabei zu unterstützen, jungen und etablierten innovierenden So schaffen wir eine neue Dynamik am
Startups leisten. erfolgreich zu sein. Hier in Wien, in Unternehmen verstärkt geschaffen und Wirtschaftsstandort Wien, von der alle
Europa und auf der ganzen Welt. genützt werden. etwas haben.
Dr. Henrietta Eggerth und Dr. Klaus
Pseiner, Geschäftsführer der Österreichi- Mag. Gerhard Hirczi, Geschäftsführer Mag. Georg Kapsch, Präsident der DI Walter Ruck, Präsident der
schen ForschungsförderungsgmbH der Wirtschaftsagentur Wien Industriellenvereinigung Österreich Wirtschaftskammer Wien

8 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 9


Key Facts
Der Austrian Startup Monitor 2018 ist der erste umfassende Bericht über den
Status, die Perspektiven und das Umfeld österreichischer Startups. Der Bericht
basiert auf einer im Frühjahr 2018 durchgeführten Befragung von 512 GründerInnen
oder GeschäftsführerInnen. Um Startups für die Befragung zu identifizieren,
wurden mithilfe von unterschiedlichen Quellen insgesamt mehr als 1.500 Startup-
Gründungen seit 2004 recherchiert.

Der Austrian Die befragten Künstliche Intel- 90% der Die drei bedeutsamsten
Startup Startups ligenz (Artificial Startups koope- Finanzierungsquellen sind
beschäftigen Intelligence), rieren mit nationalen
Monitor im Schnitt 8,2 Autonomous und internationalen das eigene Ersparte (81%),
umfasst mehr MITARBEITE- Vehicles und Big PartnerInnen. Der Zu-
gang zu Märkten und die öffentliche Förderungen und
RINNEN, darun- Data werden
als 1.500 ter 6 Vollzeitbe- als die maßgeb-
gemeinsame Entwick-
lung von Produkten bzw. Unterstützungen (55%) sowie
Startup- schäftigte und
2,2 Teilzeitkräfte.
lichsten Zukunfts-
technologien
Dienstleistungen sind die
entscheidenden Motive.
Business Angels (33%).
Gründungen erachtet.
seit 2004. Über
die Hälfte 62% der GründerInnen
15% der befragten
Die aktuelle Nur jede achte

12% der Start-


Startups haben exter- Teilnehmerin ist
der erfassten sind zwischen 25 und
Startups 39 Jahre alt und 12%
nes Kapital von mehr
als 1 Million Euro akqui-
Geschäftslage der Meinung, dass

wurde dabei ups sind Spin-offs


sind Frauen. 75%
haben einen Universi- riert und 69% planen wird von 53% als die österreichische
Bundesregierung
tätsabschluss und 14% in den nächsten 12
in Wien von Universitäten kommen aus dem Aus- Monaten eine Fi- gut bzw. sehr gut ein ernstzunehmen-
des Interesse an
gegründet. land. 42% sind Mehr-
oder Unternehmen. fachgründerInnen.
nanzierungsrunde. eingeschätzt. der Unterstützung
von Startups hat.
Die Senkung der
Österreichische Star-
87% der befragten Startups planen in den Lohnnebenkosten
tups sind großteils (über Rund drei Viertel der befragten nächsten 12 Monaten Neueinstellungen. Im
ein Drittel) im IT-Bereich Startups haben bereits internationale (75%) und der Ab-
tätig. Ihren Jahresumsatz Märkte erschlossen und generieren Ex- Schnittsollen vier neue MitarbeiterInnen je Star- bau bürokratischer
konnten die Startups vom
portumsätze. 42% der heimischen Star- tup eingestellt werden. Dadurch soll die Mitar- Hürden (70%) sind
letzten auf dieses Jahr im
Durchschnitt fast ver- tups können als sogenannte „Born Glo- beiterInnenzahl der Startups um 40% steigen. die bedeutendsten
doppeln. Dies wird auch bals“ bezeichnet werden, was bedeutet, Allerdings hat die Hälfte der Startups Schwierig-
für das kommende Jahr dass sie von Tag eins an globale Märkte Wünsche an die ös-
angestrebt. keiten, passende MitarbeiterInnen zu finden.
erschließen möchten. terreichische Politik.

10 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 11


Key Facts in English
The Austrian Startup Monitor 2018 is the first comprehensive report about the status,
perspectives, and eco-system of startups in Austria. The survey also covers questions from
the EU Startup Monitor. We gathered insights from 512 founders or CEOs of Austrian startups
in a survey conducted in spring 2018. By collecting data from different sources more than
1,500 startups have been identified, which were invited to participate in the survey.

The Austrian On average, the Artificial Most of the The three most important
Startup surveyed startups intelligence, startups financing sources are the
employ 8.2 autonomous (90%) collaborate
Monitor people. Thus, the vehicles, and with national and inter-
national partners. They
founder’s own savings (81%),
comprises Austrian startup
big data are
considered
see market access and public subsidies and allo-
more than wances (55%), and business
the development of new
sector significantly
the most products and services
1,500 startups
angels (33%).
contributes to job important future as the most important
reasons to cooperate.
founded in creation in Austria. technologies.
Austria since
2004. More
12% of the surveyed The current business Only one in eight
The founders can be cha- 15% of the surveyed
racterised as follows: 62%
than the are aged between 25
startups have already startups thinks
startups are spin-offs and 39, 12% are women,
acquired external ca- situation is consid- that the Austrian
half of these 75% have a university degree pital of more than €1 government
startups were from universities, and 14% come from abroad. million euros and ered “good” or is seriously
university of applied Of the participating found- 69% intend to rai- interested in
launched in ers, 42% are serial entrepre- se external capital “excellent” by supporting
sciences, research neurs and have already built
within the next 12
Vienna. up another company before
53% of the startups. startups. The
institutes or companies. their current venture. months. most important
appeals startups
would make to
The majority of startups
About 75% of the startups A vast majority of the surveyed star- policy makers are
are active in the IT-in- participating in the survey have tups (87%) are planning to hire new for decreasing
dustry. On average, the already developed international employees within the next 12 months. social security
startups doubled their markets and thus export their On average, startups intend to hire contributions
products and services. Within the about four new employees in this time and taxes (75%)
revenue from last year
next year. Right from the start, 42% period, resulting in a 40% growth in the and reducing
to this year, and in the
of the startups are “born glo- number of employees. However, every bureaucratic
coming year they aim to bals,” meaning that they target other startup reported difficulties obstacles (70%).
double revenue again. global markets from day one. acquiring adequate personnel.

12 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 13


ÜBER DEN
AUSTRIAN
STARTUP
MONITOR

14 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 15


METHODE ASM DATENBANK
Mit der ASM Datenbank werden erstmalig österreichische
Startup-Gründungen möglichst vollständig erfasst.

In Österreich existieren bis dato In diesem Umfeld konnten Auf Basis öffentlich zugängli-
keine öffentlich verfügbaren zahlreiche Startups gefunden cher Informationen war es dann
Informationen wie Statistik- werden. Die Analyse von Wett- möglich, viele Daten über Cha-
erhebungen, Registrierungen, bewerben und Veranstaltungen rakteristika der Unternehmen

Der Austrian Startup Monitor (ASM) ist


oder ähnliche Quellen über die (z.B. Pioneers Festival, Fifteen und ihrer Innovationsaktivitäten
Gruppe der Startups. Dieses Seconds, Startup Live, Entrepre- zu erfassen. Vor dem Hintergrund
Defizit machte es bisher unmög- neurship Avenue) war ebenfalls der genannten Definitionskri-
ein langfristiges Vorhaben: Informationen lich, diese zu erfassen und zu aufschlussreich. Eine andere terien konnte für diese erste
quantifizieren. Die Anzahl aller Suchstrategie richtete den Fokus Ausgabe des ASM eine Gruppe
über den Status quo sowie die Entwicklung Unternehmensgründungen lag wiederum auf die systematische von 1.534 Startup-Gründungen
laut Wirtschaftskammer Öster- Analyse der Medienberichter- identifiziert werden. Ihnen ist
österreichischer Startups im Zeitverlauf reich in den letzten Jahren bei stattung über Startups. Da diese gemeinsam, dass alle zwischen
rund 37.000 bis 40.000 (inkl. ca. spezifische Finanzierungsformen, 2004 und 2017 ins Leben geru-
werden zusammengestellt und kontinuierlich 10,000 Personenbetreuer) pro wie etwa Risikokapitalfinanzie- fen wurden. Die überwiegende
Jahr. Um Startups unter allen rung, Crowdfunding oder öffent- Mehrheit – mehr als 90% – wur-
analysiert. Im ersten Schritt wurden Unternehmensgründungen liche Förderprogramme, nutzen, de ab 2008 gegründet und ist

österreichische Startups auf Basis


eingrenzen und identifizieren konnten auch die dazu öffentlich gemäß Definition somit maximal
zu können, mussten deshalb verfügbaren Informationen zehn Jahre alt.Aufgrund der
vielfältige Suchstrategien ausgewertet werden. gewählten Herangehensweise
unterschiedlicher Quellen identifiziert, mithilfe angewandt werden: Startups Datenbanken wie Startablish konnten nicht alle Startups lü-
siedeln sich häufig an speziellen oder Crunchbase waren eben- ckenlos identifiziert werden und
öffentlich verfügbarer Daten charakterisiert Standorten an, etwa in der Nähe falls eine wichtige Quelle, um es ist davon auszugehen, dass
von Inkubatoren und weiteren Startups ausfindig zu machen. die Population der gegründeten
und eine Datenbank aufgebaut. Im Rahmen Einrichtungen, welche bei der Startups in Österreich höher

einer Online-Befragung sind die Startups


Firmengründung unterstützen, ist. Der Datenbestand der ASM
oder Coworking-Spaces. Datenbank stellt dennoch die
derzeit umfassendste Grund-
dann zu ihren eigenen Perspektiven sowie ihrer GRUNDGESAMTHEIT DER STARTUPS gesamtheit aller Startups in

Wahrnehmung des österreichischen Startup-


Österreich dar.

Ökosystems befragt worden. Die Ergebnisse alle Startup-Grü


ndu

des ASM Survey sind neben den Daten aus der


n
a ten bank erfasste Sta gen
d e rD r tu p
4 in -G
1.53 r

Datenbank die zentrale empirische Basis für alle Unternehmensgründungen

ün
dunge
368 befragte Startups
(ca. 40.000 pro Jahr )
den ASM 2018.
n
(2
00
4-2
017)

Anmerkung bei der Interpretation der Abbildungen:


Aufgrund von Rundungsdifferenzen ergeben sich bei der Addition der Antworten
in manchen Fällen nicht immer 100% . Anmerkung: Die Größe der Kreise entspricht nicht der tatsächlichen Proportionalität.

16 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 17


ASM SURVEY
Alle im Zuge des Aufbaus der ASM Datenbank erfassten

STARTUPS
Startups wurden zu einer Online-Befragung eingeladen.
Bei der Befragung ging es vor Anfang März bis Ende April 2018 nitor Report 2018 wurden je nach

IN ÖSTERREICH
allem darum, neben spezifischen durchgeführt. Die Kontaktauf- Fragestellung beide Gruppen als
Firmenmerkmalen zu erheben, wie nahme erfolgte vorrangig durch Datenbasis herangezogen.
die GründerInnen das AustrianStartups. Zusätzlich ha- Mit Blick auf die Grundgesamt-
österreichische Startup- ben etliche MultiplikatorInnen die heit (1.534 Startups) ergibt das
Ökosystem einschätzen. Bedeutung des Survey innerhalb eine Rücklaufquote von rund 24%,
Die Entwicklung des dafür not- der Community kommuniziert. kalkuliert auf Ebene der Startups.
wendigen Fragebogens erfolgte Insgesamt hatte die Befragung Zieht man hinsichtlich der geo-
in enger Abstimmung mit der Pro- 532 TeilnehmerInnen, wobei bei grafischen Verteilung der heimi-
jektleitung des EU Startup Monitor einigen mehr als eine Person schen Startups Vergleiche zwi-
(startupmonitor.eu). Diese Studie teilnahm. Beim Großteil der Teil- schen Datenbank (1.534 Startups)
wird von der nehmerInnen – 88% – handelte und Survey (368 Startups), tritt
Europäischen Kommission es sich um die GründerInnen des ein ähnliches Muster zutage. Das
unterstützt, vergleicht europä- Startups. Um weiterführende Ana- Datenmaterial des Survey darf
ische Startup-Ökosysteme und lysen zu ermöglichen, wurden alle somit als repräsentativ für das
trägt ebenfalls zum KMU Jahres- gebeten, auf freiwilliger Basis den gesamte österreichische Startup-
bericht der Europäischen Namen des Startups zu nennen. Ökosystem, auch mit Blick auf die
Kommission bei. Der dazugehö- Auf diese Weise wurden schließlich Bundesländer, betrachtet werden.
rige Jahreskongress „SME As- 368 Unternehmen als Startups Zwei Unterschiede zwischen
sembly“ wird 2018 in Österreich per definitionem ermittelt. Die Datenbank und Survey fielen
stattfinden. Die Ergebnisse Differenz zwischen der Anzahl aller dennoch auf: Jene Startups, die
der Umfrage werden im Zuge des- Antworten und der als Startup auf die Umfrage geantwortet
sen mittels eines eigenständigen klassifizierten ist auf Mehr- haben, sind im Schnitt jünger und
Berichts im Herbst 2018 veröffent- fachantworten oder die anony- befinden sich in früheren Entwick-
licht werden. misierte Teilnahme zurückzufüh- lungsphasen.
Die Online-Befragung wurde von ren. Für den Austrian Startup Mo-

ASM REPORT
Der erste ASM Report für das getragen, indem zwischen der Startup Monitor (DSM) oder des
Jahr 2018 basiert auf Daten der Datenquelle ASM Survey Teilneh- Community Innovation Survey
ASM Datenbank und des ASM merInnen (N je nach Vollstän- (CIS) für Österreich wird fallweise
Survey. Was den ASM Survey digkeit der jeweiligen Frage max. verwiesen. Sie ermöglichen eine
betrifft, muss zwischen der 532) und ASM Survey Startups (N grobe Einordnung der aktuellen
Gruppe aller TeilnehmerInnen max. 368) unterschieden wird. nationalen Befunde.
und der Gruppe der identifi- Auf Ergebnisse anderer Studi-
zierten Startups unterschieden en wie des European Startup
werden. Dem wird Rechnung Monitor (ESM), des Deutschen

18 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 19


Die Grundgesamtheit

ANZAHL UND STANDORTE


der Datenbank beträgt
1.534 Startup-Gründungen
zwischen 2004-2017.

Die Bedeutung von Startups in gen zwischen 2004 und 2016 Wachstumsrate fortgesetzt hat.
der öffentlichen Wahrnehmung kontinuierlich gestiegen ist: Im Die Anzahl der in der Datenbank
ist deutlich gestiegen. Das hat Jahr 2004 wurden nur 25 Startup- erfassten Startup-Gründungen
nicht nur mit einigen bekannten Gründungen erfasst, zwölf Jahre ist zwischen 2004 und 2016 im
Erfolgsbeispielen und einer über später bereits 227 und im Vorjahr Schnitt jährlich um rund 20%
die Jahre intensiver gewordenen 180. Da sich Neugründungen gewachsen. WIEN
Medienberichterstattung zu tun, in der ASM Datenbank nur mit
sondern lässt sich auch empirisch zeitlicher Verzögerung erfassen NIEDERÖSTERREICH
belegen. lassen, kann davon ausgegan-
Prinzipiell ist feststellbar, dass gen werden, dass die Anzahl der
die Anzahl der in der Datenbank Neugründungen 2017 höher ist als 32 106 181 773
OBERÖSTERREICH
erfassten Startup-Neugründun- im Jahr davor und sich somit die
Burgenland 2% Kärnten 4%
Burgenland 2%
Kärnten 4%
Niederösterreich 9%
Niederösterreich 9%
Oberösterreich 15%
Salzburg 4%
Oberösterreich 15%
ANZAHL DER STARTUPS
Steiermark 12%
Tirol 3%
Vorarlberg 2% STARTUPS 53 183
IN ÖSTERREICH Wien 50% Wien 50%
IN ÖSTERREICH
Abb. 1. Quelle: ASM Survey (Startups) und ASM Datenbank IN PROZENT
Salzburg 4%
Totals 1.534
Totals
362

Steiermark 12%

Tirol 3% STEIERMARK
Vorarlberg 2% SALZBURG
TeilnehmerInnen am Survey BURGENLAND
VORARLBERG TIROL
Gründungen von Starups
7 16
von 2004 bis 2017 (ASM 14 62
Datenbak) 8 24
12 78 42 187

REPRÄSENTATIVE
STUDIENERGEBNISSE
ANZAHL DER STARTUP-GRÜNDUNGEN Abb. 3 Quelle: ASM Survey (Startups) und ASM Datenbank

IN ÖSTERREICH, 2004 BIS 2017 KÄRNTEN


Abb. 2. Quelle: ASM Datenbank, N=1.534 Wien
2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017*
Wien rangiert im Bundesländervergleich klar auf Platz 1 der
Startup Locations, was aus Anzahl und Verteilung der Startups
hervorgeht. In konkreten Zahlen: 773 Startups, sprich rund die
Hälfte aller österreichischen Startups, die zwischen 2004 und
13 92 TeilnehmerInnen am Survey
Gründungen von Startups von 2004 bis 2017 (ASM Datenbank)
2017 Fuß fassten, taten dies in Wien. Auf Platz 2 folgt Oberöster-
In Prozent
reich, an dritter Stelle liegt die Steiermark.

Oberösterreich
In beiden Bundesländern sind je rund 13% aller Startups ange-
siedelt. Auch dort konzentrieren sich die Neugründungen auf die

Niederösterreich

Steiermark
jeweiligen Landeshauptstädte Graz bzw. Linz. In den anderen Abb. 3 zeigt die Verteilung der Startups,
Bundesländern liegt die Quote deutlich darunter. Insgesamt 9% die am Survey teilgenommen haben. Die
der Startup-Gründungen gab es in Niederösterreich, gefolgt Anteile entsprechen in etwa der Grundge-
von Kärnten mit 4% und Tirol mit 3%. In puncto Startup-

Vorarlberg
Salzburg
Burgenland
samtheit aller in der Datenbank erfass-

Kärnten
Neugründungen rangieren Vorarlberg und das Burgenland mit ten Startups. In der Befragung sind nur
einem Anteil von weniger als 2% auf dem letzten Platz.

Tirol
Startups aus den Bundesländern Kärnten
* Aufgrund der gewählten Suchstrategien (siehe Kap. ASM DATENBANK) und der erst und Tirol etwas weniger häufig vertreten
in den jüngeren Jahren stark ausgebauten Startup-Infrastruktur, die die Identifikation als in der Grundgesamtheit. Insgesamt
Startups nach Bundesländern 
Startups
kann jedoch von einer repräsentativen nach Bundesländern 

1,9

1,1

3,6

6,0

8,8

7,0

14,6

12,0

3,9

4,1

1 1,6

12,3

3,3

5,1

2,2

1,6

50,0

50,8
erleichtert, war es insbesondere für die Jahre vor 2010 schwierig, Startups zu identifi-
(das hat wenig direkten Mehrwert zur Abbildung davor, zeigt aber das die Befragung repräsentativ ist.
zieren. Die Anzahl der gegründeten Startups ist hier vermutlich höher. Datenbasis ausgegangen werden.(das hat wenig direkten Mehrwert zur Abbildung davor, zeigt aber das die Befragung repräsentativ ist.
25 31 32 41 53 85 90 96 128 146 173 227 227 180 Kann man wohl auch ganz kompakt darstellen wie z.B. Abb 30 im DSM. Betonung auf die Ähnlichkeit und
Kann man wohl auch ganz kompakt
Burgenland darstellen wie
Kärnten z.B. Abb 30 im DSM. Betonung
Niederösterreich auf die Ähnlichkeit und
Oberösterreich Salzburg nic
Ste
Befragung Burgenland
1.9% Kärnten
3.6% Niederösterreich
8.8% Oberösterreich
14.6% Salzburg
3.9% Steierm
11.
Befragung
Gründungen 1.9%1.0% 3.6%6.6% 8.8%6.8% 14.6%
12.7% 3.9%3.5% 11.6%
12.
20 AUSTRIAN STARTUP MONITOR Gründungen  1.0% 6.6% 6.8% AUSTRIAN STARTUP MONITOR
12.7% 3.5% 21 12.9%
2004-2017
Startups nach Bundesländern 
2004-2017
(das hat wenig direkten Mehrwert zur Abbildung davor, zeigt aber das die Befragung repräsentativ i
ENTWICKLUNGSPHASE GRÜNDUNGSFORMEN
Mithilfe der Online-Befragung ließ sich zudem untersuchen, in welcher Startups haben unterschiedliche sind. Die Auswertung zeigte, 6% entstand als Spin-offs einer
Entstehungs- und Entwicklungs- dass die Mehrheit der befragten Universität, Fachhochschule oder
Entwicklungsphase sich die Startups aktuell befinden. Hier wird traditionell zwischen
geschichten. Der ASM 2018 erhob, Startups (87% bzw. 316 Unterneh- Forschungseinrichtung oder als
Seed-, Startup-, Growth- und Later-Stage-Phase unterschieden. wie verschiedene Gründungs- men) unabhängige Gründungen Ausgründung eines etablierten
formen österreichweit verteilt sind. Eine Minderheit mit rund Unternehmens.
Der Großteil (44%) befindet sich befragten Unternehmen stehen alt und damit meist in der
in der Startup-Phase, dahinter in engem Zusammenhang. Rund Startup-Phase. Unternehmen,

0,3%
folgt die Growth-Phase mit 34% ein Fünftel der Unternehmen ist die älter als vier Jahre sind,

5,5%
und rund 14% der befragten nicht älter als ein Jahr und befin- stecken häufig in der Growth-
Startups sind in der Seed-Phase. det sich damit gewöhnlich in der Phase. Sie machen rund
Die Verteilung der Entwick- Seed-Phase. Ein weiteres Drittel ein Drittel der befragten
lungsphasen und das Alter der ist zwischen zwei und drei Jahren Unternehmen aus.

14,2% 86,6%
Seed-Phase Spin-off
2,2% Andere (Konzeptentwicklung
einer anderen Spin-off
Forschungseinrichtung einer Universität/Fachhoch-
4,6%
und noch keine

Steady Stage Umsätze/NutzerInnen) schule 5,5%


(Die Unternehmensentwicklung stagniert,
es gibt kein wesentliches Wachstum mehr)
5,8% Unabhängige
Spin-off Gründung
eines bereits bestehenden Unternehmens

1,1% 0,8%
Later Stage
(Das Startup ist am Markt
44,3%
etabliert; ein Verkauf oder
Börsengang ist geplant ENTWICKLUNGSPHASE
GRÜNDUNGSFORM
oder steht bevor) DER
STARTUPS
Tochter- DER STARTUPS
IN PROZENT unternehmen IN PROZENT
33,6% eines bestehenden
Start- Unternehmens

up-Phase
(Es gibt bereits
ein marktfähiges
Produkt/MVP
und erste
Umsätze bzw.
1,0%
Growth NutzerInnen) Sonstiges
(Starkes Umsatz- und/oder
NutzerInnenwachstum)
Abb. 4. Quelle: ASM Survey (Startups), N=366 Abb. 5. Quelle: ASM Survey (Startups), N=365

22 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 23


BRANCHE 9,6% 7,4% 6,6%
Um die Frage, in welchen Branchen die österreichischen Startups gründen,
fundiert zu beantworten, wurde eine große Bandbreite −
insgesamt 22 Branchen − abgefragt.

Die Ergebnisse zeigen, dass die 7% auf Platz 4 und 5, auf Platz 6 im Bereich IT und Softwareent-
Bereiche IT und Softwareentwick- folgt schließlich der Handel (6%). wicklung gegründet werden.
lung dominieren. Wie der ASM Andere Branchen spielen mit Interessantes Detail: In den
Survey 2018 belegt, entfallen rund einem Anteil von je unter 5% der Bereichen Life Sciences, Industrie
35% der Gründungen auf diese Gründungen eine untergeordnete bzw. Hardware und Finanzwesen HARDWARE Industrielle KREATIVWIRTSCHAFT
beiden Branchen. Mit beträchtli- Rolle. entstehen häufiger als im Durch- Technologie/Produktion und Kommunikation/Marketing
KONSUMGÜTER Bekleidung/
Textil, Konsumgüter und
chem Abstand folgen die Felder Mit der Dominanz der beiden schnitt aller Gründungen Start- Elektronik/Elektrotechnik und Medien
Nahrungsmittel
„Life Sciences“ (inkl. Biotechnolo- Branchen IT und Softwareent- ups. Seltener als im Durchschnitt
gie, Gesundheitswesen, Medizin- wicklung bei Startups liegt Öster- der allgemeinen Unternehmens-

6,3% 4,1% 4,1%


technik und Pharma) und „Indus- reich international im Trend. Dies gründungsstatistik wird in Handel,
trielle Technologie/Produktion/ ergab der Vergleich mit anderen Bau und Gastronomie ein Startup
Elektronik/Elektrotechnik“ mit je Studien zur Branchenverteilung. aufgebaut.
rund 10%. Gründungen letzterer Auch in Deutschland oder der
Art werden international häufig Schweiz wird in diesen Bereichen
unter „Hardware-Gründungen“ am häufigsten gegründet.
zusammengefasst. Die Krea- Stellt man dies der Gründungs-
tivwirtschaft (Kommunikation/ statistik der Statistik Austria, die
Marketing und Medien) und alle Unternehmensgründungen
der Bereich Konsumgüter (Be- erfasst, gegenüber, wird auch
kleidung/Textil, Konsumgüter, dort augenscheinlich, dass
Nahrungsmittel) liegen mit rund Startups überproportional häufig

HANDEL ENERGIE & TRANSPORT FINANZWESEN


VERKEHR/LOGISTIK FINANZTECHNOLOGIE

34,9 % 10,2%
3,0% 1,9% 1,6%

SOFTWARE LIFE SCIENCE Biotechnologie,


IT/Softwareentwicklung Gesundheitswesen, Medizintechnik und Pharma BAUGEWERBE TOURISMUS BILDUNG
IMMOBILIEN
Abb. 6. Quelle: ASM Survey (Startups), N=364

24 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 25


GRÜNDERINNEN
IN ÖSTERREICH

26 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 27


GRÜNDERINNEN-TEAMS

Der ASM Survey repräsentiert über 1.700


Startup-GründerInnen aus 368 Startups.
In Österreich ist die Gründung eines Star-
tups eher Teamsache: Mehr als vier Fünf-
tel (81%) wurden im Team aufgebaut. Im
Durchschnitt liegt die Teamgröße bei 2,5 5+/7,4%
GründerInnen. Rund zwei Drittel der Star-
tups wurden von zwei (39%) oder drei 4/13,5% 1/19,3%
Personen (21%) gegründet.
Der Vergleich mit den österreichischen
GRÖSSE UND ZUSAM-
Daten aus dem ESM 2016 (77% Teamgrün- MENSETZUNG DER
GRÜNDUNGSTEAMS
dungen mit durchschnittlich 2,3 Grün- IN PROZENT
derInnen) lässt zwei Trends erkennen: 3/20,7%
Sowohl der Anteil als auch die Größe der 2/39,1%
GründerInnen-Teams ist leicht gestiegen.
Abb. 7. Quelle: ASM Survey (Startups), N=366

28 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 29


GESCHLECHT DER
GRÜNDERINNEN
Der ASM 2018 erfragt zum ersten Mal nicht nur die Teamgröße, sondern auch die
Zusammensetzung nach Geschlecht des gesamten Gründungsteams.

Bei den bisherigen Erhebungen 4% Einzelgründerinnen) und 71% schnittliche Teamgröße: 2,9 vs.
des ESM in Österreich wurde (ausschließlich) von Männern (inkl. 2,3). Gemischtgeschlechtliche
nur das Geschlecht derjenigen
erhoben, die an der Befragung
15% Einzelgründern) ins Leben
gerufen worden. Bei 29% der
Teams bestehen im Schnitt aus
drei Teammitgliedern. Der Frau- 56,3%
teilnahmen. Das macht es mög- Startups ist zumindest eine Frau enanteil bei Gründungsteams
lich, auch in dieser Hinsicht ein Mitglied des Gründungsteams. beträgt 12%. Das ist gegenüber
differenzierteres Bild der öster- Auffällig ist, dass der relative Anteil dem ESM 2016 eine Steigerung
reichischen Startup-Landschaft von Einzelgründungen bei Frauen um 4,4%. Der Frauenanteil in ös-
zu zeichnen. Fast ein Viertel der mit 60% fast dreimal so hoch terreichischen Gründungsteams
befragten Startups (23%) wurde ist wie bei Männern (21%). Dafür liegt jedoch nach wie vor unter
von gemischtgeschlechtlichen haben ausschließlich männliche dem europäischen Durchschnitt
Teams aufgebaut. Demge- Startup-Teams im Durchschnitt von 15%.
genüber sind 6% der Startups mehr Gründungsmitglieder als Männliches Team
(ausschließlich) von Frauen (inkl. Frauen-Startup-Teams (durch-

ANZAHL DER GRÜNDERINNEN

23,0% ZUSAMMENSETZUNG

249 85 16 2 DER GRÜNDUNGSTEAMS


IN PROZENT

2,6%
Gemischtes Team

1 1
3,7% 14,5% Weibliches
Team

Abb. 8. Quelle: ASM Survey (Startups), N=354 Abb. 9. Quelle: ASM Survey (Startups), N=354
Einzelgründerin Einzelgründer

30 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 31


ALTER DER
GRÜNDERINNEN
Startup-GründerInnen sind großteils unter 40 Jahre alt. Das Durchschnittsalter der
TeilnehmerInnen des ASM Survey beträgt 36,6 Jahre.

50+ bis 24 In der Altersgruppe zwischen 30 und 34


9,6% 5,6%
Jahren findet man mit 24% die meisten
25-29
GründerInnen. Die EnddreißigerInnen
45-49
18,5%
11% zwischen 35 und 39 Jahren machen
mit 20% die zweitstärkste Gruppe aus.
Auf Platz drei folgen mit 19% Gründe-
ALTER DER

40-44
GRÜNDERINNEN
IN PROZENT
rInnen, die zwischen 25 und 29 Jahre
12,0% alt sind. Interessant ist ferner, dass rund
die Hälfte der TeilnehmerInnen das ak-
30-34
tuelle Startup vor dem 30. Geburtstag
23,5%
aufbaute.
35-39

19,8%
Abb. 10. Quelle: ASM Survey (Startups), N=327

32 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 33


ERFAHRUNG UND
AUSBILDUNG DER
GRÜNDERINNEN
Österreichische Startup-GründerInnen sind hochgebildet, denn drei von vier haben Der ASM 2018 bringt darüber hinaus ein interessantes Detail ans Licht: 42% der
einen Hochschulabschluss: Sieht man sich diese Gruppe im Detail an, schloss jede/r TeilnehmerInnen haben vor dem aktuellen Startup schon einmal gegründet, sind
zweite GründerIn bzw. 49% ein Master- bzw. Magister-Studium ab. Der Anteil derer, die also MehrfachgründerInnen.
einen Bachelor-Abschluss vorweisen können, beträgt 16% und 10% sind promoviert. Was die Anzahl der Gründungen betrifft, haben die meisten (26%) vor dem aktuellen
6% haben ihr Studium abgebrochen, wie der ASM Survey deutlich machte. Weitere Unternehmen ein weiteres gegründet gehabt. Bei 10% waren es zwei, bei 2% drei, und
12% geben die Matura als höchsten Bildungsabschluss an. 3% haben erfolgreich eine mehr als drei Unternehmen haben 3% der TeilnehmerInnen aufgebaut.
Lehre abgeschlossen und 1% hat die Meisterprüfung abgelegt. Mit 42% liegt der Anteil der MehrfachgründerInnen auf einem ähnlichen Niveau wie
bei der Erhebung im Rahmen des ESM 2016. Damals betrug der Anteil 41%.
ANDERER ABSCHLUSS ABGESCHLOSSENE LEHRE/FACHSCHULE

3,7% 3,1%
MEISTERPRÜFUNG

1,2% MATURA
56,1%
11,8%
DOKTOR/PHD NEIN

9,9% JA, MEHR ALS 3 STARTUPS

UNIVERSITÄT/FH,
OHNE ABSCHLUSS 2,7%
5,9%
JA, 3 STARTUPS

MEHRFACHGRÜNDUNGEN
2,4%
AUSBILDUNG IN PROZENT
DER GRÜNDERINNEN BACHELOR
IN PROZENT
15,5%
JA, 2 STARTUPS

10,0%

JA, 1 STARTUP

26,4%
MAGISTER/MASTER

Abb. 11. Quelle: ASM Survey (alle GründerInnen) , N=327 48,9% Abb. 12. Quelle: ASM Survey (Startups), N=322

34 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 35


NATIONALITÄT DER
GRÜNDERINNEN
Der Großteil (86%) der Survey-TeilnehmerInnen besitzt die österreichische Darüber hinaus wurde untersucht, ob Mitglieder des
Staatsbürgerschaft. Etwa jede/r siebte GründerIn (14%) kommt aus dem Gründungsteams nach Österreich gezogen sind, um
Ausland. 10% sind EU-BürgerInnen (inkl. 7% deutsche StaatsbürgerInnen) und hier das Startup zu gründen. Die Ergebnisse zeigen,
4% stammen aus dem Nicht-EU-Ausland. dass dies bei jedem neunten Startup (11%) der Fall war.

454
NATIONALITÄT DER GRÜNDERINNEN

Nein
ÖSTERREICH

460

Ja 57

37
DEUTSCHLAND
87,3%

17 10,8% AUS DEM AUSLAND


ANDERE EU-LÄNDER ZUGEZOGEN
Österreich 85,5% IN PROZENT

21
Nicht-EU-Länder 3,8%
Andere EU-Länder 3,3%
HERKUNFT
NICHT-EU-LÄNDER
DER
Deutschland 7,0% GRÜNDERINNEN
IN PROZENT

Abb. 13. Quelle: ASM Survey (gesamt), N=531 Abb. 14. Quelle: ASM Survey (gesamt), N=527

36 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 37


GRÜNDUNGSMOTIVE
Das zentrale Motiv, um ein Startup zu gründen, ist für beinahe alle (91%)
TeilnehmerInnen: Die Möglichkeit, eine eigene Idee verwirklichen bzw. ein Problem
lösen zu können. Österreichische Startup-GründerInnen können demnach großteils
als „opportunity driven entrepreneurs“ charakterisiert werden.

Auch eine positive Einschätzung eigene/r Chef/in zu sein. Mit ei- passenden Job fanden und

GRÜNDUNGSMOTIVE
der Marktchancen spielt eine nigem Abstand folgen finanzielle diesen lieber selbst schufen. Der
Rolle und wurde von 56% als Interessen. Nur für etwas mehr Wunsch, mit dem Startup eine
bedeutender Auslöser angege- als ein Drittel (38%) ist finanzi- Familientradition fortzusetzen,
ben. Eine sehr starke Triebfeder
(51%) ist typischerweise auch der
eller Erfolg ein grundlegender
Motivationsfaktor. Interessant ist
war nur für 1% der befragten
GründerInnen relevant. IN PROZENT
Wunsch nach beruflicher Au- ferner, dass nur 4% aus Notwen-
tonomie und danach, ihre/sein digkeit gründeten, weil sie keinen

Ich möchte mein eigener Chef / meine eigene Chefin sein 51,2%
Ich möchte meine Idee verwirklichen/ein Problem lösen 90,5%
GRÜNDUNGSMOTIVE

419 260 237

Ich möchte eine Familientradition fortsetzen 1,1%


Ich habe keinen passenden Job gefunden 3,7%
Ich habe gute Marktchancen gesehen 56,2%

Ich möchte finanziell erfolgreich sein 37,8%


Ich möchte meine Ich habe gute Ich möchte mein EIGENER
IDEE VERWIRKLICHEN/ MARKTCHANCEN gesehen CHEF/meine eigene
EIN PROBLEM LÖSEN CHEFIN sein

175 17 5

Sonstiges 2,8%
Ich möchte FINANZIELL Ich habe KEINEN Ich möchte eine
ERFOLGREICH sein PASSENDEN JOB gefunden FAMILIENTRADITION
fortsetzen
Abb. 15. Quelle: ASM Survey (gesamt), N=463 (Mehrfachnennungen möglich)

38 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 39


LÄNGERFRISTIGE
PERSPEKTIVEN
Was die langfristige Perspektive betrifft, spielt der Wunsch nach Stabilität eine Für Startup-GründerInnen ist die Möglichkeit, mit ihrem Unternehmen zu scheitern,
maßgebliche Rolle. Die überwiegende Mehrheit (73%) will ein solides und profitables ein ständiger Wegbegleiter. Die TeilnehmerInnen wurden im Rahmen des ASM
Unternehmen aufbauen und EigentümerIn bleiben. Dieser Wert deckt sich mit den Survey auch dazu befragt: Was würden Sie konkret tun, wenn Ihr Startup scheitert?
Gründungsmotiven, da in neun von zehn Fällen ein Startup geschaffen wurde, um die Dabei wurde deutlich, dass sich die GründerInnen durch ein hohes Maß an Resilienz
eigene Idee Realität werden zu lassen bzw. um ein konkretes Problem zu lösen. auszeichnen: Rund zwei Drittel (65%) würden in diesem Fall wieder ein Startup
Jede/r fünfte GründerIn strebt einen Unternehmensverkauf an und 6% wollen ihr gründen. 19% würden die Seite wechseln und als MitarbeiterIn in einem Unternehmen
Startup an die Börse bringen. arbeiten und 13% als Freelancer oder Consultant tätig werden wollen.

Ich würde überhaupt


Wir wollen unser Wir wollen auf lange Sicht ein solides nicht mehr arbeiten.

1,0%
Startup an die und profitables Unternehmen aufbauen und
Börse bringen. als EigentümerInnen im Ich würde wieder

6,3%
Unternehmen verbleiben. ein Startup gründen.

73,2% Ich würde mich als Business Angel/


InvestorIn engagieren. 64,7%
2,5%
Ich würde als
Wir streben einen FreelancerIn/
Unternehmens- Consultant arbeiten.

13,3%
verkauf an.

20,4%

HANDLUNGSALTERNATIVEN
LANGFRISTIGE
BEI SCHEITERN
ENTWICKLUNGSPERSPEKTIVE
IN PROZENT
IN PROZENT Ich würde als
MitarbeiterIn in
einem Unternehmen
arbeiten.

18,5%

Abb. 16. Quelle: ASM Survey (gesamt), N=454

Abb. 17. Quelle: ASM Survey (gesamt), N=450


40 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 41
MANAGEMENTAUFGABEN FEHLER UND LERNEN
Die Aufgabengebiete von Startup-GründerInnen sind ausgesprochen vielfältig und Erfolgreiche Startups zeichnen sich typischerweise durch ein hohes Maß an
umfangreich. Sie umfassen nicht nur Arbeit im Unternehmen (z.B. Produktentwicklung, Flexibilität, Adaptivität und Lernfähigkeit aus. Insbesondere in den frühen
Kundenakquise, Recruiting), sondern auch am Unternehmen (z.B. Fundraising, Entwicklungsphasen stehen jedoch alle vor der Herausforderung, etliche
Organisationsentwicklung, Aufbau und Pflege von Kooperationen). Unsicherheiten, sogenannte „known and unknown unknowns“ zu bewältigen.

Wie verteilt sich jedoch die Im Schnitt entfallen je 25% auf Deutlich weniger Zeit entfällt auf Getreu dem Motto „fail early to feststeht. Fehl- und Rückschläge gen), „falsche/r Co-FounderIn“
Arbeitszeit der GründerIn- Produktentwicklung und opera- Fundraising (Kapitalakquise) mit succeed sooner“ orientieren sich sind auf dem Weg dorthin aber (21%), sowie „zu lange bis zur
nen auf die unterschiedlichen tive Mitarbeit im Unternehmen. 12%, Forschung (9%) und Recrui- zahlreiche GründerInnen dabei eher die Regel als die Ausnahme. Kündigung von MitarbeiterInnen
Aufgabenbereiche? Der ASM Die andere Hälfte der Arbeitszeit ting (5%). an experimentellen bzw. agilen Um aus den eigenen, aber auch zugewartet“ (21%). Fehler bei
2018 liefert dazu nun erstmals wird hauptsächlich für Manage- Modellen und Methoden. Mithilfe von den Fehlern anderer zu der Startup-Gründung gehen
konkrete empirische Befunde: mentaufgaben (21%) genutzt. von konsequenten Feedback- lernen, hat der ASM 2018 die anders ausgedrückt also groß-
Schleifen, etwa mit KundInnen GründerInnen gefragt, welche teils auf (mangelnde) Außenori-

9% oder PartnerInnen, werden Fehler sie beim Aufbau ihres entierung, die Zusammenarbeit

4%
die eigenen Annahmen zur Unternehmens aus eigener Sicht im Gründungsteam und den
Entwicklung von Unternehmen, gemacht haben. Bereich Personalführung zurück.

5% SONSTIGES Produkt oder Geschäftsmodell Die Top 3 der wichtigsten bzw. Das falsche Geschäftsmodell
so lange getestet und verfeinert, häufigsten Fehler sind: (1) „zu (14%), eine zu hohe „Burn Rate“
bis ein nachhaltiges und wenig Feedback vom Markt (12%) und der falsche Markt
profitables Business Model eingeholt“ (23% der Nennun- (10%) sind weitere Fehlerquellen.
FORSCHUNG

RECRUITING
12% FALSCHER MARKT ZU WENIG FEEDBACK VON MARKT

9,8% 22,9%

25% FUNDRAISING ZU HOHE BURN RATE

12,2%
AUFGABEN
DER GRÜNDERINNEN
FALSCHES
IN PROZENT GESCHÄFTSMODELL
PRODUKTENT-
WICKLUNG 13,8% FEHLER BEIM
AUFBAU DES STARTUPS
IN PROZENT

25% 21%
ZU LANGE ZUGEWARTET FALSCHE(R)
BIS ZUR KÜNDIGUNG VON CO-FOUNDERIN
MITARBEITERINNEN

20,5% 20,7%
OPERATIONS (OPERATIVE MITARBEIT) MANAGEMENT

Abb. 18. Quelle: ASM Survey (gesamt), N=447 Abb. 19. Quelle: ASM Survey (gesamt), N=417

42 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 43


MITARBEITERINNEN

44 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 45


BESCHÄFTIGUNG
Mit ihren innovativen Produkten, Geschäftsmodellen und Ideen treiben Startups die Die befragten Startups be- vollzeitbeschäftigt (>35 Stunden MitarbeiterInnenzahl liegt auf ei-
schäftigen derzeit laut hochge- pro Woche). Rechnet man diese nem vergleichbaren Niveau wie
Wirtschaft und den strukturellen Wandel an. Sie schaffen Beschäftigung und können
rechneten Eigenangaben rund Werte auf die Gesamtzahl der bei den Erhebungen im Rahmen
in ihrem Umfeld dynamische Effekte auslösen. Eine Abschätzung von beidem ist 3.000 Personen. Im Durchschnitt österreichischen Startups hoch, des ESM 2015 (7,5 MitarbeiterIn-
allerdings nur dann zuverlässig, wenn dies über einen längeren Zeitraum geschieht. beschäftigen diese 8,2 Mitar- ergibt dies in Summe deutlich nen) und 2016
Die Startups wurden im Rahmen des ASM Survey zur aktuellen und geplanten beiterInnen – 6 Vollzeit- und 2,2 mehr als 10.000 Beschäftigte. (8,7 MitarbeiterInnen).
TeilzeitmitarbeiterInnen (<35 Startups gewinnen somit auch
MitarbeiterInnenzahl befragt und gebeten, anzugeben, welche Herausforderungen
Stunden pro Woche). Knapp drei arbeitsmarktpolitisch an Re-
und Maßnahmen sie im Bereich Personalmanagement ausmachen können. Viertel der MitarbeiterInnen sind levanz. Die durchschnittliche

BESCHÄFTIGUNG

ANTEIL DER VOLLZEITMITARBEITERINNEN (>35 STUNDEN PRO WOCHE) 73,6% ANTEIL DER TEILZEITMITARBEITERINNEN (<35 STUNDEN PRO WOCHE) 26,4%
Abb. 20. Quelle: ASM Survey (Startups), N=359

46 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 47


GESCHLECHT HERKUNFT
DER MITARBEITERINNEN DER MITARBEITERINNEN
Das Geschlechterverhältnis unter den MitarbeiterInnen der Startups Ein Blick auf die Herkunft der MitarbeiterInnen zeigt, dass die befragten Startups
beträgt 1:2. Im Schnitt sind 68% der MitarbeiterInnen männlich und einen hohen Internationalisierungsgrad aufweisen. Rund jedes zweite Startup (55%)
etwa halb so viele (32%) weiblich. beschäftigt MitarbeiterInnen aus dem Ausland: In 50% der Startups sind Personen
aus anderen EU-Ländern tätig und in fast jedem vierten Startup (24%) arbeiten
Menschen aus Nicht-EU-Ländern.
GESCHLECHT DER MITARBEITERINNEN

68,3%

31,6%

314 86
MITARBEITERINNEN-
HERKUNFT
IN PROZENT
ÖSTERREICH NICHT-EU-LÄNDER

38
EU-LÄNDER
138
EU-LÄNDER
AUSSERHALB DER INNERHALB DER
EUROZONE EUROZONE
88,7% 39,0% 10,7% 24,3%
Abb. 21. Quelle: ASM Survey (Startups), N=366 Abb. 22. Quelle: ASM Survey (Startups), N=352

48 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 49


GEPLANTE
NEUEINSTELLUNGEN
In den nächsten 12 Monaten planen 87%, also neun von zehn Startups, weitere Die größte Nachfrage nach Produktentwicklung (42%) ist die Personal zu expandieren, kann
MitarbeiterInnen besteht im Be- Nachfrage ebenfalls groß. Mit durchaus als Indikator für be-
MitarbeiterInnen einzustellen. Hochgerechnet würde dies bedeuten, dass allein
reich Sales: Fast zwei Drittel der deutlichem Abstand folgen vorstehende Wachstumsschübe
durch die im Rahmen des Survey befragten Startups potenziell über 1.300 neue Startups (60%) haben vor, in den Design, Produktion, Forschung gewertet werden, was auch im
Arbeitsplätze entstehen könnten. nächsten 12 Monaten in diesem und Finanzen, wo aktuell nur nächsten Kapitel deutlich wird,
Bereich neue MitarbeiterInnen 10 bis 17% der Startups neue denn „Umsatzwachstum“ ist
Dies entspricht einem Zuwachs tigungswachstum von 48% ge- rund 1.500 Startups hoch, könn- einzustellen. In den Bereichen MitarbeiterInnen rekrutieren. aktuell das zentrale Unterneh-
von durchschnittlich 4,0 neuen genüber der aktuellen Mitarbei- ten in den nächsten 12 Monaten IT (51%), Marketing (49%) und Dass 60% vorhaben, in puncto mensziel der ASM-Startups.
MitarbeiterInnen pro Startup terInnenzahl. Rechnet man dies bis zu 5.000 Jobs geschaffen
und einem geplanten Beschäf- auf die Gesamtpopulation aller werden.

NEUEINSTELLUNG VON MITARBEITERINNEN IN DEN NÄCHSTEN 12 MONATEN Sales 60,4%


BEREICHE FÜR

86,8%
NEUEINSTELLUNGEN IT 50,7% Marketing
DIE NEUEINSTELLUNG
IN PROZENT

GEPLANT 48,6%
Produkt-
entwicklung
42,0%

13,2%
Design Produktion
Forschung 16,3%
14,2% 15,3%
KEINE Finanzen
NEUEINSTELLUNGEN Sonstige
10,8%
GEPLANT 9,7%

Keine
Angaben
0,3%
Abb. 23. Quelle ASM Survey (Startups), N=333 Abb. 24. Quelle: ASM Survey (Startups), N=289

50 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 51


REKRUTIERUNG
Eine große Herausforderung für Startups ist die Suche nach qualifizierten Die größte Herausforderung im Ebenfalls schwierig zu besetzen derungen. Noch einfacher ist es
Bereich Recruiting ist für Start- sind Sales-Positionen (30%) und bei Design, Forschung, Pro-
MitarbeiterInnen. Fast die Hälfte hatte im Vorjahr (2017) Schwierigkeiten, solche zu
ups die Besetzung von IT-Positi- Jobs in der Produktentwicklung duktion und Finanzen. Weniger
finden. Der ASM Survey legt auch hier konkrete Zahlen vor: 23% der befragten Startups onen. Fast jedes zweite befragte (23%). als 10% der Befragten gaben
schätzen die Rekrutierung als sehr schwierig, 26% als schwierig ein. Etwa 18% der Startups Startup (45%) gab an, dass es MitarbeiterInnen für den Bereich Positionen dort als schwierig zu
stellten 2017 gar keine neuen MitarbeiterInnen ein und nur 13% gaben an, dass die im Bereich IT am schwierigsten Marketing zu finden, stellt nur besetzen an.
sei, MitarbeiterInnen zu finden. 11% der Startups vor Herausfor-
Personalakquise nicht oder gar nicht schwierig war.

HERAUSFORDERUNGEN BEI DER


AKQUISE VON MITARBEITERINNEN
KEINE NEUEN
MITARBEITERINNEN IT 44,9% IN PROZENT
2017

17,6%
GAR NICHT
SCHWIERIG

NICHT 3,6% SEHR SCHWIERIG


SCHWIERIG
22,7% Sales 30,3%
9,0%
Produktentwicklung
22,8%

REKRUTIERUNG
VON QUALIFIZIERTEN SCHWIERIG
MITARBEITERINNEN
IN PROZENT 26,3% Marketing
10,7% Forschung
9,3%
Design Produktion
MODERAT
SCHWIERIG 5,6% 4,8% Finanzen Sonstige
20,9% 4,5% 3,9% Keine
2,5%

Abb. 25. Quelle: ASM Survey (Startups), N=335 Abb. 26. Quelle: ASM Survey (Startups), N=359

52 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 53


INCENTIVES FÜR
MITARBEITERINNEN INCENTIVES FÜR MITARBEITERINNEN
Um im Wettbewerb um die besten MitarbeiterInnen erfolgreich zu sein und sie IN PROZENT
im Unternehmen zu halten, setzen die ASM Startups zahlreiche Incentives ein.
Ganz oben auf der Liste steht die Ermöglichung flexibler Arbeitszeitmodelle,
was von mehr als drei Viertel praktiziert wird. An zweiter Stelle bieten 59% der
Startups ihren MitarbeiterInnen die Möglichkeit der Mitsprache/-entscheidung. Flexible Arbeitszeitmodelle 75,9%
Was finanzielle Anreize betrifft, über dem Kollektivvertrag. in den Startups zwei bis drei der
so gewähren 35% der Startups Ein weiteres beliebtes „goodie“ abgefragten Incentives ange-
ihren MitarbeiterInnen Bonus- ist die kostenlose Bereitstellung boten. Der Großteil – mehr als
zahlungen und bei 28% sind
diese am Unternehmen beteiligt.
von Speisen und Getränken im
Büro – ein Instrument, das von
zwei Drittel – setzt sogar vier
oder mehr der abgefragten Mitsprache/-entscheidung 59,0%
Die Hälfte der Startups leistet jedem dritten Startup ange- Anreizinstrumente ein.
Lohn- bzw. Gehaltszahlungen wandt wird. Im Schnitt werden

203 171
INCENTIVES

261
Gehalt über Kollektivvertrag 49,7%

Bonus 35,2%
FLEXIBLE ARBEITSZEIT- MITSPRACHE/ GEHALT ÜBER KOLLEKTIV-
MODELLE -ENTSCHEIDUNG VERTRAG

121 108 95
Gratis Essen und Getränke im Büro 31,4%

Equity 27,6%
BONUS GRATIS ESSEN UND EQUITY
GETRÄNKE IM BÜRO

37
ANDERE MATERIELLE
Andere materielle Incentives, und zwar 10,8%
INCENTIVES, UND ZWAR …
Abb. 27. Quelle: ASM Survey (Startups), N=366

54 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 55


STRATEGIE &
GESCHÄFTSMODELL

56 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 57


UNTERNEHMENSZIELE
Bei der Frage, woran sich die Startups bei der (weiteren) Unternehmens- Darüber hinaus wurde auch erfasst, ob die Startups vorrangig
entwicklung orientierten und was ihre wichtigsten Unternehmensziele sind, soziale und/oder ökologische Ziele verfolgen. Immerhin 27%
ist ein Aspekt zentral: Wachstum. der befragten Startups gaben an, dass ihnen soziale oder
Das genießt bei den befragten wichtig eingestuft. Profitabilität Befinden sich Startups in einer
ökologische Ziele sehr wichtig sind.

Nein
Startups derzeit die höchste liegt an vierter Stelle der Unter- späteren Entwicklungsphase,
Priorität: Umsatzwachstum ist nehmensziele und wird von 48% richtet sich der Blick verstärkt
für 61% der Startups sehr wich- als sehr wichtig betrachtet (4,1). nach innen. Auf die Bewältigung
tig, weiteren 19% wichtig. Im Analysiert man die Unterneh- interner Herausforderungen, wie
Durchschnitt wurde die Frage mensziele nach Entwicklungs- etwa Organisationsentwicklung
auf einer fünfstufigen Skala von phasen der Startups, zeigt sich, (Aufbau von Strukturen und
1 (unwichtig) bis 5 (sehr wich-
tig) mit 4,3 bewertet. Rund die
dass sich die strategischen
Prioritäten je nach Reifegrad
Prozessen), MitarbeiterInnenmo-
tivation und Personalentwick-
234
Hälfte der Befragten (56%) des Unternehmens wandeln: lung sowie Stärkung der Unter-
gibt an, dass NutzerInnen- bzw. Für Startups in der Seed-Phase nehmenskultur, wird ein deutlich
UserInnenwachstum für sie eine sind Produktentwicklung, dicht größeres Augenmerk gelegt.
essenzielle Zielsetzung ist. Hier ist gefolgt von NutzerInnenwachs- Internationalisierung wird von
die durchschnittliche Bewertung tum die beiden relevantesten einem Drittel der teilnehmenden
mit 4,1 ebenfalls hoch und gleich Unternehmensziele. In der Later- Startups als „sehr wichtig“ ein-
bedeutsam wie die Produktent- und Steady-Stage avanciert gestuft und gewinnt speziell in
wicklung. Diese wird von 48% der hingegen Profitabilität zur der Growth-Phase an Gewicht.
Startups als wichtig oder sehr Top-Priorität.

Ja
UNTERNEHMENSZIELE
KEINE ANGABE JA
3
4
3
4
3
4
3
4 8,8% 26,9%
2

2
3,1

1 1
4,3 4, 4,
98
5

5
1

Umsatzwachstum Produktentwicklung NutzerInnenwachstum (UserInnen) Profitabilität

3 3 3 3
4 4 4 4 KEINE ANGABE 32
2

2
3,1
2
2

3,5

3,2
3,8

SOZIALE UND
5

5
1
5

1
5

1
1

ÖKOLOGISCHE ZIELE
Internationalisierung Stärkung der Unternehmenskultur, Stärkung der MitarbeiterInnenmotiva- Organisationsentwicklungsprozesse,
NEIN IN PROZENT

64,3%
Werte, Normen etc. tion und Personalentwicklung Strukturen, Kommunikation etc.
aufbauen
3 3
4 4
2

2
2,7

2,6
5

5
1

Gemeinwohl MitarbeiterInnenwachstum
Abb. 29. Quelle: ASM Survey (Startups), N=364
Abb. 28. Quelle: ASM Survey (Startups), N=366

58 AUSTRIAN STARTUP MONITOR


(1) unwichtig bis (5) sehr wichtig AUSTRIAN STARTUP MONITOR 59
UNTERNEHMENS- GESCHÄFTSMODELL
STRATEGIE Die überwiegende Mehrzahl der Startups hat ein „digitales“ Geschäftsmodell.

Neben der Branchenzugehörig- steht Produktverkauf (Hardware) hervor, dass insgesamt nur etwas
keit (siehe Kapitel 2) wurde auch mit einem Anteil von 15%. IT-/ mehr als 4% der Startups Offline-
Das junge Unternehmensalter, die geringe Größe und die begrenzte erhoben, welches Geschäftsmo- Softwareentwicklung bieten 9% Dienstleistungen und standort-
Ressourcenausstattung erfordern von Startups spezifische Unternehmensstrategien, dell die Tätigkeit der Startups am an und je rund 8% betreiben gebundene Geschäftsmodelle
um sich am Markt erfolgreich zu etablieren. besten charakterisiert. E-Commerce, einen Online- haben.
Zur Auswahl standen elf typi- Marktplatz oder mobile bzw. Die Digitale Wirtschaft ist somit
Welche Maßnahmen und Stra- Sinne eines zeitlichen Vorsprungs 45% als sehr wichtig erachtet. sche Geschäftsmodellkatego- webbasierte Anwendungen. Mit der bevorzugte Nährboden für
tegien Startups anwenden, um gegenüber MitbewerberInnen Umgekehrt sind Geheimhaltung rien. Die meisten der befragten wenig Abstand kommen danach die Entstehung österreichischer
Wettbewerbsvorteile zu erlan- genutzt. 60% der befragten als Wettbewerbsstrategie nur Startups (21%) beschreiben ihr Online-Dienstleistungen mit 6%, Startups. Im Vergleich zu den
gen und diese nachhaltig auf- Startups haben KundInnenkon- jedem fünften Startup (19%) Business Model den Ergebnis- dicht gefolgt mit je 5% Anteil von Ergebnissen des ESM 2016 ist der
rechtzuerhalten, wurde im Zuge takte und 59% Geschwindigkeit sehr wichtig und eine schwere sen zufolge als „Software as a Engineering und Lizenzierung. Anteil von SaaS von 17% auf 21%
des ASM Survey erhoben. als sehr wichtig angegeben. Imitierbarkeit des Geschäftsmo- Service“ (SaaS). An zweiter Stelle Aus dem ASM 2018 ging zudem weiter gestiegen.
Am intensivsten werden der Die Gestaltung und Pflege des dells als entscheidender Wett-
Aufbau von KundInnenkontak- PartnerInnennetzwerks steht bewerbsfaktor gar nur 13% der
ten sowie Geschwindigkeit im an dritter Stelle und wird von Startups. Andere
UNTERNEHMENSSTRATEGIE
Kategorie
11,7%
3 3 3 Standortgebundener E-Commerce 7,7%
4 4 4
Groß- und/oder
2

2
Engineering 5,2%
4,4 4,3 Einzelhandel 1,9%

0
4,
5

5
1

KundInnenkontakte Zeitlicher Vorsprung PartnerInnennetzwerk


vor MitbewerberInnen Hardware
(Produktverkauf) 15,0%
3 3 3 Software as
4 4 4 a Service GESCHÄFTS-
2

MODELLE
3,6

2,8
3,8

21,0% IN PROZENT

IT-/Software-
5

5
1

Komplexität des Produkts oder Design Geheimhaltung entwicklung 8,5%


der Dienstleistung
Online-Dienst-
3 leistungsportal
4 6,0%
Lizenzierung 4,9%
2

2,5

Online-Marktplatz 7,7%
Offline-Dienstleistungen 2,5% Mobile oder webbasierte
5
1

Schwer imitierbares Anwendungen 7,4%


Geschäftsmodell (1) unwichtig bis (5) sehr wichtig
Abb. 30. Quelle: ASM Survey (Startups) [ohne IP], N=366 Abb. 31. Quelle: ASM Survey (Startups), N=366

60 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 61


NUTZERINNEN UND
KUNDINNEN
Im ASM Survey wird zwischen NutzerInnen eines Angebots (möglicherweise auch Das B2B-Segment ist mit Blick auf (zahlende) KundInnen noch
kostenlos) und KundInnen, mit denen Umsatz generiert wird, unterschieden. Diese bedeutender, als dies bei den NutzerInnen der Fall ist.
Differenzierung ist gerade für Unternehmen in der Digitalen Wirtschaft wichtig, da
Der Anteil der Startups, die ihre Drittel ihre Umsätze mit B2B- Auffällig ist, dass insgesamt nur
dort NutzerInnen- und KundInnenkreis verschieden sein können.
Umsätze nur bzw. hauptsächlich KundInnen. 13% der befragten ASM Startups,
mit Unternehmen erwirtschaf- Umgekehrt macht nur etwa die bei NutzerInnen sowohl B2C
Was den Bereich NutzerInnen Ein Drittel der befragten Startups det. Der Anteil jener Startups, die
ten, liegt bei 38% bzw. 27%. jedes fünfte Startup seine als auch B2B ansprechen, auch
betrifft, sind die meisten spricht KonsumentInnen und KonsumentInnen und Unterneh-
Mit öffentlichen Organisationen Umsätze überwiegend (14%) bei (zahlenden) KundInnen ihre
österreichischen Startups im Unternehmen gleichermaßen an. men gleichermaßen ansprechen
generieren 2% der befragten oder ausschließlich (5%) Umsätze mit KonsumentInnen
B2B-Segment tätig: 29% geben Daraus ergibt sich, dass sich nur wollen, ist im Vergleich zum ESM
Startups ihre Umsätze. Insge- mit KonsumentInnen. und Unternehmen gleicherma-
an, ausschließlich Unternehmen rund jedes sechste Startup (17%) 2015 von 24% auf 33% gestiegen.
samt erzielen somit rund zwei ßen erwirtschaften.
zu adressieren, und weitere 21% überwiegend oder ausschließlich
machen dies hauptsächlich. direkt an KonsumentInnen wen-

NUR KONSUMENTINNEN NUR UNTERNEHMEN

3,8% 28,6%
ÖFFENTLICHE ORGANISATIONEN NUR UNTERNEHMEN

NUR KONSUMENTINNEN 2,0% 38,9%


HAUPTSÄCHLICH
5,4%
KONSUMENTINNEN

13,5% HAUPTSÄCHLICH
KONSUMENTINNEN

13,8%

NUTZERINNEN-
SEGEMENTE UNTERNEHMEN UND KUNDINNENSEGMENTE
KONSUMENTINNEN
IN PROZENT IN GLEICHEM MASSE
IN PROZENT
13,0%

UNTERNEHMEN UND HAUPTSÄCHLICH HAUPTSÄCHLICH


KONSUMENTINNEN IN UNTERNEHMEN UNTERNEHMEN
GLEICHEM MASSE
21,4% 27,0%
32,7%
Abb. 32. Quelle: ASM Survey (Startups), N=365 Abb. 33. Quelle: ASM Survey (Startups), N=364

62 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 63


INNOVATION

64 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 65


INNOVATION VON INNOVATIONS-
PRODUKT, PROZESS, TECHNOLOGIE
UND GESCHÄFTSMODELL AUFWENDUNGEN
Ein wesentliches Charakteristikum von Startups ist ihr Innovationscharakter. Startups sind innovativ. Doch in welchem Ausmaß werden die Neuerungen
Innovationsaktivitäten sind dabei vielfältig: Innovation kann neue Produkte und (ausschließlich) intern entwickelt bzw. durch Aktivitäten von Externen erbracht?
Dienstleistungen ebenso wie Prozesse, Technologien und Geschäftsmodelle umfassen.
Wie die Erhebung ergab, werden nur neue Impulse, sondern terInnen) untersucht wurden, ist
Die Entwicklung neuer Produkte als wichtig oder sehr wichtig zeigten außerdem auf, dass der 22% der gesamten Innovations- generieren auch Nachfrage dieser Anteil bei Startups heute
oder Dienstleistungen ist die einstufen (Durchschnittswert Großteil der befragten Startups aufwendungen für Drittleistun- nach Dienstleistungen, sowohl deutlich höher. Dieser betrug bei
wichtigste Innovationsform, wie 3,77). Rund die Hälfte der Startups (ca. 80%) zumindest in einem der gen aufgebracht. Damit sollen national als auch international. der Vergleichsgruppe im Jahr
die Befragung österreichischer ist nach eigener Einschätzung vier genannten Bereiche sogar in erster Linie Problemstellungen, Im Vergleich zu den Ergebnis- 2014 nur rund 8%.
Startups zeigt. Die Mehrheit im Bereich der Prozesse sehr innovativ ist. In diesem Punkt die bei der Produktentwicklung sen des Community Innovation
(rund 86%) gab über sich selbst erfindungsreich. Zwar sind zeigte eine weiterführende Analyse oder Produktionsüberleitung Survey (CIS), bei dem innova-
an, dass das Startup in puncto Startups bei Geschäftsmodellen auf, dass Startups oft in mehreren auftauchen, gelöst werden. Auf tionsaktive kleine und mittlere
Produktinnovation innovativ im Durchschnitt häufiger innovativ Bereichen hochinnovativ sind. diese Weise liefern Startups nicht Unternehmen (10-50 Mitarbei-
oder sehr innovativ ist. Der als nicht innovativ, insgesamt Um schwer imitierbar zu sein
Durchschnittswert liegt auf einer hat dieser Bereich jedoch und Wettbewerbsvorteile zu
Skala von 1 (gar nicht innovativ) weniger Gewicht. Das hängt erlangen, kombinieren sie VERGABE VON
AUFTRÄGEN AN
bis 5 (sehr innovativ) sehr weit auch damit zusammen, dass die nämlich Innovationsaktivitäten in DRITTE (EXTERNE
oben, sprich bei 4,37. Der Bereich Möglichkeiten, um innovative unterschiedlichen Dimensionen. ENTWICKLUNG)
Produktinnovation wird von
Technologie gefolgt, den 61%
Geschäftsmodelle zu etablieren,
begrenzt sind. Die Ergebnisse 22%
INNOVATIONSORIENTIERUNG
3 3
4 4
INNOVATIONS-
3,2
2

3,8

AUFWENDUNGEN
IN PROZENT
5

5
1

Geschäftsmodell Technologie
3 3
4 4
2

2
3, 3

4,4
5

5
1

Prozesse Produkt/Dienstleistung
UNTERNEHMENSINTERNE ENTWICKLUNG
(1) gar nicht innovativ, (2) eher nicht innovativ, (3) eher innovativ, (4) innovativ, (5) sehr innovativ
Abb. 34. Quelle: ASM Survey (Startups), N=363 Abb. 35. Quelle: ASM Survey (Startups), N=353
78%
66 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 67
SCHUTZRECHTS-
STRATEGIEN
Wer Innovationen entwickelt und am Markt durchsetzen will, braucht adäquate
Strategien und Mechanismen zum Schutz von Ideen und Know-how. Für die
befragten Startups hat der rechtliche Schutz von Marken die größte Bedeutung,
gefolgt von Patenten und Musterschutz.

Auf die Bedeutung von unter- gen Patente und Musterschutz, Gruppe aller innovationsaktiven
schiedlichen Wettbewerbs- die für 20% bzw. 11% von sehr kleinen und mittleren Unterneh-
strategien wie Geschwindigkeit großem Belang sind. Insgesamt men, die im Community Innova-
(„Time-to-Market“) wurde erachten rund 40% der befrag- tion Survey (CIS) im Jahr 2014 in
bereits hingewiesen. Neben der ten Startups zumindest einen Österreich untersucht wurden,
Geheimhaltung von Ideen bietet der drei rechtlichen Schutzme- zeigt, dass Patente, Muster-
die rechtliche Absicherung von chanismen als sehr wichtig. schutz und Marken allesamt eine
Innovationen ebenfalls Schutz. Der rechtliche Schutz von Er- höhere Bedeutung haben. Der
Markenschutz besitzt laut ASM findungen und kreativen Ideen Markenschutz hat dabei sogar
Survey für Startups die größte spielt bei Startups eine größere eine überproportional hohe
Relevanz und ist für knapp ein Rolle als bei anderen Unter- Relevanz für Startups.
Drittel sehr wichtig. Danach fol- nehmen. Ein Vergleich mit der

3 3
4
SCHUTZRECHTSSTRATEGIEN 4
2

2,6
3,4

3 3
4 4
5

5
1

1
2

2,6
3,4

5
1

Marken 3 Patente
4
2

2,3

3
4
5
1
2

2,3

Musterschutz
(1) nicht wichtig bis (5) sehr wichtig
5

Abb. 36. Quelle: ASM Survey (Startups), N=337


1

68 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 69


MÄRKTE
ÖSTERREICH &
INTERNATIONAL

70 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 71


INTERNATIONALISIERUNG
Was die Zukunftspläne der Startups in puncto Internationalisierung betrifft, wurde Nahen Osten, 6% nach Süd- Welche Strategie wird der internationalen
deutlich, dass 76% in den nächsten 12 Monaten eine (weitere) Internationalisierung amerika und jeweils 4% nach Expansion zugrunde gelegt? Was sind dabei
Afrika sowie Australien/ die größten Herausforderungen?
vorhaben. 20% der Befragten wollen im selben Zeitraum zum ersten Mal Ozeanien zu expandieren.
Auslandsmärkte erschließen. Das Serviceangebot der Außen- Wie die Ergebnisse belegen, seit ihrer Gründung auf eine
wirtschaft Austria ist 70% der werden Auslandsmärkte von internationale Orientierung
Startups, die in den nächsten der Mehrheit der Startups setzen und schnellstmöglich
Der ASM Survey zeigt, dass 93% Absatzmärkte innerhalb der andere europäische Länder
12 Monaten (weitere) Interna- (58%) gemäß einer sequenzi- international präsent sein
oder 9 von 10 österreichischen EU: 70% planen, ihre nächsten außerhalb der EU. Des Weiteren
tionalisierungsschritte planen, ellen Internationalisierungs- wollen, können als „Born
Startups schon jetzt bzw. in Wachstumsschritte in anderen planen 22% der österreichischen
bekannt und wurde von 43% strategie Schritt für Schritt Globals“ bezeichnet werden
naher Zukunft international tätig EU-Ländern innerhalb der Euro- Startups, nach Nordamerika,
bereits in Anspruch genommen. erschlossen. Jene, die bereits und ihr Anteil beträgt 42%.
sind. Für die befragten Startups zone, 25% in anderen EU-Län- 13% nach Asien, 9% in den
liegen die wichtigsten neuen dern außerhalb der Eurozone zu
setzen. 17% adressieren in den
nächsten 12 Monaten
erstmals
Ja, in andere EU-Länder 254
innerhalb der Eurozone 70,2%

INTERNATIONALISIERUNGS-
PLÄNE IN DEN
NÄCHSTEN 12 MONATEN 89
IN PROZENT
63
81
Ja, in andere europäische Länder außerhalb der EU 17,4%

Ja 47
31
außerhalb der Eurozone 24,6%

52
Nein
Ja, nach Nordamerika 22,4%
Ja, in andere EU-Länder

16

22
Ja, nach Australien/Ozeanien 4,4%
Ja, in den Nahen Osten 8,6%

Ja, nach Asien 13,0%

22
Ja, nach Südamerika 6,1%

INTERNATIO-
Nein 14,4%

Wir sind von


Anfang an inter- 16
national ausge- NALISIERUNGS-
Ja, nach Afrika 4,4%

richtet und wollen


so schnell wie
möglich weltweit
STRATEGIE
präsent sein.
IN PROZENT
42% Eins nach dem anderen.
Wir gehen neue Märkte
Schritt für Schritt an.

Abb. 38. Quelle: ASM Survey (Startups), N=361


58%
Abb. 37. Quelle: ASM Survey (Startups), N=335

72 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 73


AKTUELLE MÄRKTE
Der Schritt in Richtung Internationalisierung stellt Startups aber auch vor viele neue Den Großteil (59%) ihrer Umsätze erwirtschaften die befragten Startups laut
Herausforderungen. ASM Survey innerhalb Österreichs. Etwa drei Viertel (73%) haben bereits
internationale Märkte erschlossen und generieren Exportumsätze.
So zeigt der ASM Survey, dass das dass die unterschiedlichen dInnenbedürfnisse (29%) sowie
Finden von geeigneten Partne- rechtlichen Rahmenbedingungen kulturelle Unterschiede (23%). Etwa 30% des Umsatzes werden mit 28% zehnmal so hoch wie Nordamerika ca. 5% des
rInnen bzw. Netzwerken für 58% besonders herausfordernd sind. Mit Sprachbarrieren und Unter- mit KundInnen aus anderen der von außerhalb der Eurozo- Umsatzes aus. Insgesamt
die wesentlichste Problematik Mit etwas Abstand folgen als schieden im Steuerwesen haben EU-Ländern erwirtschaftet. ne (3%). Andere europäische 4% des Umsatzes werden in
darstellt. (Mangelnde) Finanzielle Hemmfaktoren die oft notwen- jeweils etwa 19% der Startups zu Der Umsatzanteil von EU-Län- Länder, die nicht zur EU gehören, sonstigen Märkten erzielt.
Ressourcen führen 53% als großes dige Anpassung des Produkts an kämpfen. dern innerhalb der Eurozone ist machen etwa 1% und
Hindernis an und 46% finden, unterschiedliche lokale Kun-

Anpassung des Produkts bzw. der Dienstleistung an lokale (KundInnen-)Bedürfnisse 28,5%


HERAUSFORDERUNGEN BEI DER SÜDAMERIKA AFRIKA
INTERNATIONALISIERUNG
1,1% 0,4%
NORDAMERIKA ASIEN

5,1% 1,6%
NAHER OSTEN AUSTRALIEN/OZEANIEN

0,8% 0,7%
Unterschiede bei den rechtlichen Rahmenbedingungen 45,7%

ANDERE EUROPÄISCHE LÄNDER


AUSSERHALB DER EU

1,2%
ANDERE EU-LÄNDER
AUSSERHALB
DER EUROZONE

2,8%
Netzwerke/PartnerInnen finden 58,4%
Unterschiede im Steuerwesen 19,1%

AKTUELLE MÄRKTE
Kulturelle Unterschiede 23,0%

Finanzielle Ressourcen 52,9%

IN PROZENT
Keine Angabe 9,1%
Sprachbarrieren 19,4%

Sonstiges 1,4%

ANDERE EU-LÄNDER INNERHALB


DER EUROZONE ÖSTERREICH

27,5% 59,0%
Abb. 40. Quelle: ASM Survey (Startups), N=355
Abb. 39. Quelle: ASM Survey (Startups), N=333

74 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 75


KOOPERATIONEN

76 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 77


KOOPERATIONEN MIT
Kooperation ist die freiwillige unternehmensübergreifende Zusammenarbeit jenseits
von reinen Auftragsbeziehungen. Kooperationen mit kleinen und mittleren Unterneh-
men (KMU) haben dabei die größte Bedeutung: Knapp 80% aller befragten Startups

STARTUPS & ETABLIERTEN gaben an, mit kleinen und mittleren Unternehmen zu kooperieren.

UNTERNEHMEN
Bei diesen Kooperationen mit mit PartnerInnen im Ausland. Mit von Relevanz. Rund 27% der
kleinen und mittleren Unterneh- Hochschulen und Forschungs- Unternehmen gehen Partner-
men handelt es sich bei mehr als einrichtungen kooperieren 60% schaften mit NGOs und ähnli-
der Hälfte der Startups auch um der Startups. In dieser Gruppe chen Institutionen ein. Nur jedes
grenzüberschreitende Partner- dominieren jedoch nationale zehnte Startup ist bisher keinerlei
schaften. Kollaborationen mit PartnerInnen, mit denen vorwie- Kooperationen mit externen
anderen Startups sind für rund gend zusammengearbeitet wird. PartnerInnen eingegangen,
65% relevant. Mit Großunter- Kooperationen mit öffentlichen über 75% kooperieren insgesamt
nehmen arbeiten rund 64% der Einrichtungen, vor allem auf international.

Während ihrer Unternehmensentwick-


befragten Startups zusammen, nationaler Ebene, sind immerhin
knapp zwei Drittel davon auch noch für fast die Hälfte (46%)

lung sind Startups auf vielfältige Art und BEDEUTUNG UNTERSCHIEDLICHER KOOPERATIONSPARTNERINNEN

Weise auf KooperationspartnerInnen Wir kooperieren mit kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) 32,9% 46,2%

angewiesen und gehen strategische Wir kooperieren mit anderen Startups 30,3% 34,2%

Partnerschaften sehr bewusst ein. Dabei Wir kooperieren mit Großunternehmen 20,5% 43,7%

kooperieren 90% der befragten Startups Wir kooperieren mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen 36,6% 23,5%

mit kleinen und mittleren Unternehmen Wir kooperieren mit öffentlichen Einrichtungen 31,0% 15,2%

(KMU), anderen Startups, Großunterneh- Wir kooperieren mit NGOs und ähnlichen Institutionen 15,6% 11,2%
ausschließlich national
auch grenzüberschreitend
men, Hochschulen und Forschungsein-
richtungen, öffentlichen Einrichtungen
Wir kooperieren nur national 12,8%

oder NGOs, 75% der Startups kooperieren


Wir kooperieren gar nicht 10,3%
dabei auch international. Abb. 41. Quelle: ASM Survey (Startups), Mehrfachantworten möglich, N=341

78 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 79


KOOPERATION MIT ZIELE DER KOOPERATION
FORTUNE GLOBAL 500 Die Bandbreite an KooperationspartnerInnen ist weit. Ebenso vielschichtig
sind die Ziele, welche Startups durch Zusammenarbeit mit unterschiedlichen
KooperationspartnerInnen verfolgen.
Während insgesamt fast zwei Drittel der befragten Startups mit Großunternehmen
zusammenarbeiten, kooperieren 15% der befragten Startups sogar mit Fortune Insgesamt kooperieren 76% aller Auch was die Kooperation mit die Erhöhung der Innovationsfä-
Global 500 Unternehmen, also den weltgrößten internationalen Konzernen. Diese befragten Startups, um Zugang großen Unternehmen betrifft, higkeit von größter Bedeutung.
zu Märkten zu erhalten, 66% zur sind die Motive seitens der Mit Blick auf Hochschulen und
schaffen Zugang zu globalen Märkten und ermöglichen Wachstum.
Entwicklung von Produkten und Startups vielfältig. Für 50% der Forschungseinrichtungen ist we-
63%, um Zugang zu Technolo- Startups ist dabei der Zugang zu nig überraschend, dass der Zu-
gien zu erlangen. Es zeigen sich KundInnen und Märkten wesent- gang zu Technologien (34%) und
jedoch Unterschiede je nach Ko- lich. Aber auch Reputation und die Erhöhung der Innovations-
Wir kooperieren nicht mit Wir kooperieren mit Fortune operationspartnerIn. Handelt es Imagetransfer fallen ins Gewicht, fähigkeit (29%) oberste Priorität
Großunternehmen Global 500 Unternehmen sich etwa um kleine und mittlere etwa jedes dritte Startup zielt haben. Anders bei öffentlichen

35,8% 14,7% Unternehmen, sind zwei Aspekte


herausragend, der Zugang zu
bei Kooperationen mit Groß-
unternehmen darauf ab. Bei
Einrichtungen: Hier ist Fundrai-
sing (19%) am bedeutsamsten.
Märkten (49%) und die Entwick- Kooperationen mit anderen
lung von Produkten bzw. Dienst- Startups ist die Entwicklung von
leistungen (42%). Produkten und Services sowie

76%
ZIELE DER KOOPERATION Alle KooperationspartnerInnen
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU)

66%
Großunternehmen

63%
Andere Startups
Hochschulen und Forschungseinrichtungen
KOOPERATION MIT

54%
Öffentliche Einrichtungen

53%
FORTUNE GLOBAL 500

50%
NGOs und ähnliche Institutionen

49%
UNTERNEHMEN

42%
IN PROZENT

42%

39%
34%
34%

33%
32%

30%
29%

29%
28%

27%

26%
25%

24%
23%

23%

22%
19%
19%
19%
20%

20%
19%

19%
17%
18%

15%

13%
10%
11%

11%
11%
11%
Wir kooperieren nicht mit Fortune Global 500

10%

10%
9%

9%
Unternehmen, aber anderen Großunternehmen

7%
49,6%

7%
7%

7%
6%

5%

5%
4%

4%

4%
4%

4%
2%

1%
1%
1%

0%
0%
Zugang zu Entwicklung Zugang zu Reputation/ Erhöhung der Fundraising Zugang zu Zugang zu Exit-
KundInnen/ von Produkten/ Technologie Imagetransfer Innovations- Produktions- Daten Möglichkeiten
Märkten Services fähigkeit möglichkeiten (Open Data)
Abb. 42. Quelle: ASM Survey (Startups), N=341
Abb. 43. Quelle: ASM Survey (Startups), Mehrfachantworten möglich, N=307

80 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 81


KOOPERATION & PROBLEME BEI
ENTWICKLUNGSPHASEN KOOPERATIONEN
Während ihrer Unternehmensentwicklung sind Startups auf vielfältige Art und Weise Startups erachten es als sehr wichtig, geeignete KooperationspartnerInnen zu
auf KooperationspartnerInnen angewiesen und gehen strategische Partnerschaften identifizieren und auf sie einzugehen. Mehr als 90% der untersuchten Unternehmen
sehr bewusst ein. haben bereits Kooperationserfahrungen gesammelt.

Kooperationen sind dabei für von Kooperationen mit Unter- den gesamten Entwicklungsver- In der Praxis empfinden Startups mehr als die Hälfte, betrachten Unternehmenskulturen (2,6) und
Startups in allen Entwicklungs- nehmenspartnerInnen ist zwar lauf von ähnlich hoher Bedeu- eine unterschiedliche (Innova- dies als ein (großes) Problem. nicht kompatible Unternehmen-
phasen von großer Bedeutung. von Beginn an hoch, steigt aber tung. Die Zusammenarbeit mit tions-)Geschwindigkeit als sehr Mangelnde Flexibilität sind für sprozesse (2,4). Geografische Di-
Bereits in der Seed-Phase wird im Entwicklungsverlauf weiter öffentlichen Einrichtungen ist schwierig. Auf einer Skala von 39% der Startups eine (große) stanz oder mangelndes Vertrau-
regelmäßig auf verschiede- an. Dies ist durch die steigende bereits in der Seed-Phase, in der 1 (kein Problem) bis 5 (großes Schwierigkeit, ein Aspekt, der en werden hingegen als weniger
ne KooperationspartnerInnen Bedeutung des Marktzuganges Fundraising ein zentrales Ziel Problem) wird dieser Aspekt mit durchschnittlich mit 3,1 bewertet problematisch beurteilt.
zurückgegriffen. Dennoch zeigen über die Entwicklungsphasen zu darstellt, von großer Relevanz. 3,7 als besonders schwerwie- wird. Weitere Herausforderun-
sich Unterschiede über die Ent- erklären. Hochschulen und For- gend eingestuft und 57%, also gen betreffen unterschiedliche
wicklungsphasen. Die Bedeutung schungseinrichtungen sind über
PROBLEME BEI KOOPERATIONEN

KOOPERATIONSPARTNERINNEN UND ENTWICKLUNGSPHASEN


Seed-Phase
3,7 3,1 2,6
79% 83% Startup-Phase
72% 70% 66% 68%
63% 62% 63% 62% Growth
57%
54% 51% 48%
42%
Unterschiedliche Geschwindigkeit der Kooper- Mangelnde Flexibilität Unterschiedliche
30% 31% ationspartnerInnen (z.B. wenn es darum geht, der KooperationspartnerInnen Unternehmenskultur
13% neue Ideen aufzugreifen und umzusetzen)

Kleine und mittlere


Unternehmen (KMU)
Großunternehmen Andere Startups Hochschulen und
Forschungs-
Öffentliche
Einrichtungen
NGOs und ähnliche
Institutionen
2,4 2,2 2,1
einrichtungen

KOOPERATIONSZIELE UND ENTWICKLUNGSPHASEN Seed-Phase


71% 74% Startup-Phase
67% Growth Nicht kompatible Unternehmensprozesse (Zu) geringe Komplementarität (z.B. Technolo- (Zu) große räumliche Entfernung
63% 60% 59% 60% 59% 56% gie, Geschäftsmodell etc.
54% 48% 51% 46% 52%

2
42% 45%
41% 38% 36%
35% 32%

1 2 3 4 5

Zugang zu KundIn- Entwicklung Zugang zu Reputation/Ima- Erhöhung der Inno- Fundraising Zugang zu
nen/Märkten von Produkten/ Technologie getransfer vationsfähigkeit Produktionsmögli- Mangelndes persönliches kein kaum ein mittleres Problem großes
Services chkeiten Vertrauen
Problem Problem Problem Problem

Abb. 44. Quelle: ASM Survey (Startups), Mehrfachantworten möglich, N=337 Abb. 45. Quelle: ASM Survey (Startups), N=243

82 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 83


UMSATZ &
FINANZIERUNG

84 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 85


UMSATZ UND PROFITABILITÄT
UMSATZWACHSTUM Jedes sechste Startup hat bereits die Gewinnzone erreicht.

Die TeilnehmerInnen des ASM erstmals Gewinne erwirtschaf- profitabel zu werden. Demge-
Survey wurden befragt, wie ten. Demnach hat beinahe jedes genüber werden 29% die Ge-
77% der befragten Startups erwirtschafteten im Vorjahr (2017) bereits Umsätze.
lange es noch dauern würde, dritte Startup bereits den Break- winnschwelle in frühestens zwei
bis ihr Startup die Gewinnzone Even erreicht bzw. wird diesen bis über fünf Jahren erreichen.
Bis zu 50.000 Euro Umsatz (25%). Mehr als 1 Mio. Euro Um- Startup-Phase befinden. Dieses erreicht. Bei jedem sechsten voraussichtlich innerhalb eines Nur 1% der befragten Startups
wurden von 23% der Startups satz erwirtschaftete im Vorjahr Ergebnis deckt sich mit der Startup (18%) ist dies bereits der Jahres erreichen. gab an, dass das Erreichen von
erreicht. fast jedes zehnte Startup (9%). Umsatzanalyse, wonach 62% der Fall. Weitere 14% gaben an, dass 36% der Startups streben an, Profitabilität für sie keine Priori-
Bei je einem Viertel lag der In Kapitel 2 (Startups in Öster- Startups noch keinen bzw. bis zu sie im aktuellen Geschäftsjahr innerhalb von ein bis zwei Jahren tät hat.
Umsatz zwischen 50.000 und reich) wurde bereits dargestellt, 150.000 Euro Jahresumsatz im
300.000 Euro (25%) bzw. zwi- dass sich etwa 58% der befrag- letzten Geschäftsjahr auswiesen.
schen 300.000 und 3 Mio. Euro ten Startups in der Seed- oder

UMSATZ
Wir sind bereits Hat bei uns keine Priorität
profitabel 0,8%
Kein Umsatz 23,4%
Mehr als 5 Jahre 17,8%
€ 1 bis € 50.000 23,4%
2,5% Weniger als 1 Jahr
€ 50.001 bis € 150.000 15,1%
13,6%
€ 150.001 bis € 300.000 10,1%

€ 300.001 bis € 500.000 8,9%

€ 500.001 bis € 1 Million 9,8%

€ 1 bis € 3 Millionen 5,9% PROFITABILITÄT


€ 3 bis € 10 Millionen 2,4% IN PROZENT
erwartet ein Wachstum über 1 bis 2 Jahre
Mehr als € 25 Millionen 0,9%
erwarten ein Wachstum über + 200% 36,0%
UMSATZENTWICKLUNG
+ 100%
Außerdem wurden die Startups gebeten, ihre bisherige
und künftige Umsatzentwicklung anzugeben bzw. ein-
zuschätzen. Im Durchschnitt konnten die Startups ihren
Jahresumsatz vom Vorjahr auf dieses Jahr fast verdop-
peln: Startups konnten demnach ihren Jahresumsatz
2 bis 5 Jahre
29,2%
vom Vorjahr auf dieses Jahr mit 95% Umsatzwachstum
fast verdoppeln. Auch die Einschätzung des weiteren
Verlaufs ist von Optimismus gekennzeichnet, denn von
diesem zum nächsten Jahr streben die Startups eine
weitere Verdopplung des Umsatzes an.
50% der Startups am stärksten wachsendes Viertel
Abb. 47. Quelle: ASM Survey (Startups), N=363
Abb. 46. Quelle: ASM Survey (Startups), N=363

86 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 87


FINANZIERUNGSQUELLEN FINANZIERUNGSQUELLEN

Die teils langen Zeiträume bis zum Break-Even bzw. in vielen Fällen bis zur Erzielung erster Erspartes (finanzielle Mittel der GründerInnen) 81,2%
Umsätze stellen Startups vor eine fundamentale Herausforderung: Die Finanzierung des
Unternehmensaufbaus. Welche Finanzierungsquellen wurden dafür bisher genutzt?

Das eigene Ersparte ist die häu- der ESM 2016 verdeutlichte. In finanziert sich aus dem Cash
Öffentliche Förderungen und Unterstützungen 55,0%
figste Finanzierungsquelle. Bei Deutschland liegt der Anteil Flow (29%) und jedes fünfte
81% bzw. vier von fünf Startups darüber, nämlich bei 35%. Eine Unternehmen (22%) wird über
haben die GründerInnen eigene
finanzielle Mittel in die Startup-
detaillierte Darstellung und
Verteilung der zuerkannten För-
Bankkredite finanziert.
Eine Verdopplung des Anteils ist Business Angels 33,4%
Gründung und dessen Aufbau derungen und Unterstützungen bei Crowdfunding bzw. Crowdin-
gesteckt. Rund ein Viertel der findet sich auf den folgenden vesting zu beobachten: Waren

Interne Finanzierung (Cash Flow) 29,3%


befragten Startups (23%) wurde Seiten. es laut ESM 2016 noch 5% der
vom privaten Umfeld − Famili- Ein deutlicher Anstieg ist bei der Startups, sind es laut ASM 2018
enmitglieder und FreundInnen Finanzierung durch Business bereits 10% bzw. jedes zehnte
− finanziell unterstützt. Angels zu verzeichnen. Bereits Startup. Eine kleine Gruppe (1%)
Auf Platz 2 der wichtigsten jedes dritte österreichische gab an, bereits in der Vergan-
Finanzierungsquellen öster-
reichischer Startups rangieren
Startup profitierte von dieser
Finanzierungsform. Deren Anteil
genheit ein Initial Coin Offering
(ICO) gemacht zu haben. ICO
Familie und FreundInnen 22,9%
öffentliche Förderungen und Un- ist gegenüber dem ESM 2016 von ist ein relativ junges Phänomen,
terstützungen. 55%, also knapp 21% auf 33%, also um mehr als erlangte in den letzten Mona-
mehr als die Hälfte, haben diese
bereits in Anspruch genommen.
die Hälfte gestiegen. Inkubato-
ren/Company Builder nehmen
ten aber immer mehr Aufmerk-
samkeit. Die Startups wurden
Bankkredit 21,8%
Der Anteil geförderter Startups ebenfalls eine wichtige Rolle ein deshalb um ihre Einschätzung
ist gegenüber dem ESM 2016 – 19% der Startups erhielten von gebeten, ob der ICO künftig
(55%) konstant geblieben. In
Europa finanziert sich im Schnitt
ihnen finanzielle Unterstützung.
14% der österreichischen Start-
eine relevante Alternative zur
Venture-Capital-Finanzierung Inkubator/Company Builder/Accelerator 19,3%
jedes vierte Startup (27%) über ups haben Venture Capital (VC) darstellen werde. Dies wurde von
öffentliche Fördermittel, wie eingeworben. Etwa ein Drittel rund einem Viertel (24%) bejaht.

Venture Capital (VC) 13,8%


Keine Alternative
139

Crowdfunding/Crowdinvesting 9,9%
zu VC
38,6%

ZUKÜNFTIGE
Weitere Finanzquellen 6,9%
Keine Angabe
136 BEDEUTUNG VON
INITIAL COIN
37,8% OFFERINGS (ICO)
IN PROZENT
23,6%
Sonstige Kredite 2,8%
85
Alternative zu VC ICO Initial Coin Offering 1,1%
Abb. 48. Quelle: ASM Survey Startups, N=360 Abb. 49. Quelle: ASM Survey (Startups), N=365

88 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 89


EXTERNES KAPITAL
Ein Großteil (72%) der befragten Startups hat bisher externes Kapital erhalten. Was die Zukunftspläne in puncto Finanzierung betrifft, so planen 69%, also mehr als
Im Detail zeigt sich, dass 27% mit bis zu 150.000 Euro finanziert wurden. Jedes zehnte zwei Drittel, in den nächsten 12 Monaten eine (weitere) Finanzierungsrunde. 5% haben
Startup erhielt Beträge zwischen 150.000 und 300.000 Euro. Bis zu 500.000 Euro vor, Seed-Beträge von bis zu 50.000 Euro zusammenzubringen, und 21% möchten
erhielt nur etwas weniger als die Hälfte der befragten Startups (45%). Bei jedem zwischen 50.000 und 300.000 Euro sammeln. 14% planen, Risikokapital zwischen
achten Startup liegt das bisherige Fundraising-Volumen sogar zwischen einer halben 500.000 und 1 Million Euro aufzunehmen. Jedes fünfte befragte Startup (20%) hat
und einer Million Euro (13%). Mehr als eine Million Euro erhielten insgesamt 15% der vor, mehr als 1 Million Euro aufzubringen.
Startups. Eine Minderheit, aber doch 5%, konnte bisher mehr als drei Millionen Euro
erfolgreich akquirieren.

€ 1 bis € 3 Millionen 9,3% € 1 bis € 3 Millionen 10,3% € 3 bis € 10 Millionen 7,1%


€ 3 bis € 10 Millionen 4,3%
€ 500.001 bis € 1 Million 12,5% € 500.001 bis € 1 Million 13,8%

€ 10 bis € 10 bis € 25 Millionen 2,1%


€ 300.001 bis
€ 500.000 7,5% € 25 Millionen
0,3% € 300.001 bis Mehr als
€ 500.000 10,0% € 25 Millionen 0,3%
Mehr als
EXTERNE € 25 Millionen EXTERNE
€ 150.001 bis KAPITALAUFNAHME 0,9% KAPITALAUFNAHME
€ 300.000 10,1% BISHER € 150.001 bis GEPLANT
IN PROZENT € 300.000 9,7% IN PROZENT

€ 50.001 bis € 150.000 14,5% € 50.001 bis € 150.000 11,5%

Kein externes Kapital 27,8%


€ 1 bis € 50.000 12,8% € 1 bis € 50.000 4,7%
Keine Finanzierungsrunde in den
nächsten 12 Monaten geplant
30,6%

Abb. 50. Quelle: ASM Survey (Startups), N=361 Abb. 51. Quelle: ASM Survey (Startups), N=361

90 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 91


BEWERTUNG DURCH HERKUNFT DER RISIKO-
INVESTORINNEN KAPITALGEBERINNEN
Erstmals wurde im Rahmen des ASM Survey erhoben, wie hoch die Startups bei der Jene Startups, deren Unternehmen durch Business Angels oder Venture
jeweils letzten Finanzierungsrunde bewertet wurden. Die Ergebnisse zeigen für die Capital finanziert wurden, sind beim ASM Survey auch nach der Herkunft der
154 Startups mit externer Finanzierung, welche diese Frage beantworteten, vier RisikokapitalgeberInnen befragt worden.
annähernd gleich große Gruppen: 21% der risikokapitalfinanzierten Startups wurden
Diese kommen überwiegend aus finanziert. Außerhalb Österreichs pital aus weiteren EU-Ländern
mit bis zu 1 Million Euro bewertet. Je etwas mehr als ein Viertel erhielt bei der letzten
Österreich. 84% wurden durch spielt noch Deutschland eine (inkl. Großbritannien). 13% arbei-
Finanzierungsrunde eine Bewertung zwischen 1 und 2,5 Millionen Euro (28%) sowie private heimische Risikokapi- wichtige Rolle: Ein Viertel wird ten mit InvestorInnen
zwischen 2,5 und 5 Millionen Euro (26%). Ein Viertel der Startups (25%) wurde mit mehr talgeberInnen und 28% durch von RisikokapitalgeberInnen aus der Schweiz und 11% mit
als 5 Millionen Euro bewertet. öffentliches Risikokapital (z.B. aus Deutschland unterstützt. US-amerikanischen Risikokapi-
aws Gründerfonds, tecnet etc.) Bei 22% stammt das Risikoka- talgeberInnen zusammen.

HERKUNFT DER RISIKOKAPITALGEBERINNEN

34 15
Mehr als € 5 Millionen 25,3% ANDERES

10
DEUTSCHLAND EU-LAND
€ 2,5 bis € 5 Millionen
26,0% GROSSBRI-
12
15
TANNIEN

Österreich — Privates Risikokapital 83,8%


5
ANDERES NICHT-
EU-LAND
USA
FRANKREICH

BEWERTUNG BEI DER 18


SCHWEIZ ÖSTERREICH
LETZTEN FINANZI-
ERUNGSRUNDE
114

Österreich — Öffentliches Risikokapital 27,9%


PRIVATES
RISIKOKAPITAL

IN PROZENT 38
ÖFFENTLICHES
RISIKOKAPITAL

Deutschland 25,0%
€ 1 bis € 2,5 Millionen

Anderes Nicht-EU-Land 8,8%


27,9%

Anderes EU-Land 11,0%

Großbritannien 7,4%
Schweiz 13,2%

Frankreich 3,7%
USA 11,0%
IN WELCHEN LÄNDERN SIND
Bis € 1 Million 20,8% Kein externes Kapital 32,50% IHRE KAPITALGEBERINNEN
ANSÄSSIG?
IN PROZENT
Abb. 52. Quelle: ASM Survey (Startups), N=354
Abb. 53. Quelle: ASM Survey (Startups), N=256

92 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 93


ÖFFENTLICHE FÖRDERUNGEN UNTERSTÜTZUNG BEI
UND UNTERSTÜTZUNGEN DER KAPITALAKQUISITION
Öffentliche Förderungen und Unterstützungen sind für österreichische Startups – auch Um bei der Kapitalakquise erfolgreich zu sein, holen sich Startups oft externe
im europäischen Vergleich – eine überaus wichtige Finanzierungsquelle. Jene Startups, Unterstützung. Doch: An wen wenden sie sich?
die eine öffentliche Finanzierung erhalten haben (55%), wurden im ASM Survey im Detail
Diese Frage wurde im Rahmen Kapitalakquise wichtig oder sehr Startup-Community für 31%
befragt, welche Förderungen, Förderprogramme, Zuschüsse und Unterstützungen sie
des ASM Survey gestellt und wichtig waren. Im Durchschnitt (2,6).
konkret in Anspruch genommen haben. auf einer fünfstufigen Skala von wurde dieser Punkt mit 3,1 Auch InvestorInnen-Netzwerke
1 (keine Unterstützung) bis 5 bewertet. spielen für 29% für die Kapitalak-
Der ASM 2018 zeigt auf, welche sich folgende Favoriten heraus: Je Inkubatoren-Netzwerks AplusB. (maßgebliche Unterstützung) An zweiter Stelle in puncto Kapi- quise eine wichtige Rolle (2,5).
Förderinstitutionen für Startups mehr als ein Drittel (36%) der Be- 15% wurden im Rahmen der beantwortet. Bereits talakquise stehen Inkubatoren/ Demgegenüber gab nur jedes
eine wesentliche Rolle spielen: fragten erhielt eine FFG-Förderung Internationalisierungsinitiative vorhandene InvestorInnen, Akzeleratoren/Company Builder: vierte Startup an, bei der Kapi-
Von großer Bedeutung sind aus Zuschuss und Darlehen (z.B. unterstützt und 12% haben den wie etwa Business Angels, 36% hielten diese für wichtig talakquise von Unternehmens-
Förderungen von der aws und FFG. Start-up-Förderung und Basispro- Beschäftigungsbonus in Anspruch unterstützen Startups am bzw. sehr wichtig (durchschnitt- beraterInnen (24%) und Rechts-
Im Weiteren ist die Unterstützung gramme) oder einen aws-Zuschuss genommen. aws-Garantien (z.B. maßgeblichsten. 43% gaben liche Bewertung: 2,7), Förderbe- anwältInnen (23%) maßgeblich
von Bundesländern oder (z.B. PreSeed oder Impulse XS/XL). Double Equity, sonstige Kredit- an, dass die vorhandenen raterInnen waren für 32% wichtig unterstützt worden zu sein.
Gemeinden relevant – rund ein Jeweils fast jedes dritte Startup garantien) und aws-Lohnneben- InvestorInnen für die weitere oder sehr wichtig (2,7) und die
Drittel der Startups (38%) bezog hat die Forschungsprämie (31%) kostenförderung haben je 17% der
finanzielle Mittel von diesen Quellen. bzw. eine FFG-Zuschussförderung Startups genutzt. Darüber hinaus
Von Fördermitteln der EU profitierte (Patentscheck, Innovationsscheck) waren bzw. sind 12% der befragten UNTERSTÜTZUNG BEI DER KAPITALAKQUISE
jedes achte Startup bzw. 12%. (29%) in Anspruch genommen. Startups im aws-Seedfinancing-
Was die konkreten Initiativen und 26% der befragten Startups sind Programm. 3 3 3
Programme betrifft, kristallisieren bzw. waren Teil des universitären
4 4 4

2
2,7

2,7
3,1
ÖFFENTLICHE FÖRDERUNGEN UND UNTERSTÜTZUNGEN

5
1

1
FFG (gesamt) 57,6% FFG Bereits vorhandene InvestorInnen FörderberaterIn Inkubator/Accelerator/Company
z.B. Business Angels Builder
Reine Darlehensförderung
Förderung /Basisprogramme)
Förderung aus Zuschuss und

3 3 3
(z.B. Markt.Start) 5,6%
Sonstiges 12,1%
Darlehen (z.B. BP-Start-Up

aws (gesamt) 57,6% 4 4 4


Zuschussförderung (z.B.
Patentscheck, Innova-

2
tionsscheck) 28,8%

2,6

2,5

2,2
Förderungen von Bundesländern und Gemeinden 37,7%

5
1

1
Startup-Community InvestorInnen-Netzwerke RechtsanwältIn
36,4%

Forschungsprämie 30,8% 3 3 3
4 4 4
AWS

2
Lohnnebenkosten-

2,1
förderung 17,2%

2,

2,
AplusB 26,3%
Beschäftigungsbonus
Seedfinancing 12,1%
Garantie (z.B. Double Equity, sonst.

0
Zuschuss (z.B. PreSeed, Impulse

Kredit (ERP-Kleinkredit) 1,5%


Patentservices 7,6%

5
1

1
“go-international” 14,6% SteuerberaterIn UnternehmensberaterIn Bank
Sonstige 8,6%
Kreditgarantien) 17,2%

11,6%

3
XL/XS,…) 35,9%

Förderungen der EU 12,1% 4

2
1,5
Sonstige 9,2%

5
(1) keine Unterstützung bis

1
Abb. 54.. Quelle: ASM Survey (Startups), N=191 Abb. 55. Quelle: ASM Survey (Startups), N=272 Coworking-Space (5) maßgebliche Unterstützung

94 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 95


aws - Zuschuss (z.B. PreSeed, Impulse XL/XS,…) 35,9%
aws - Garantie (z.B. Double Equity, sonst. Kreditgarantien) 17,2%
aws - Lohnnebenkostenförderung 17,2%
aws - Seedfinancing 12,1%
aws - Sonstige 8,6%
UMFELD &
ENTWICKLUNG

96 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 97


AKTUELLE WESENTLICHE
GESCHÄFTSLAGE HERAUSFORDERUNGEN
Das Geschäftsklima bildet die Stimmungslage, etwa zu Umsatz- und Um ein besseres Verständnis für die momentane Lage der Startups zu gewinnen,
Gewinnerwartungen, ab. Damit ist es ein wichtiger Frühindikator, um wurden die TeilnehmerInnen nach ihren derzeit größten Herausforderungen befragt.
Perspektiven und konjunkturelle Entwicklungen von Unternehmen darzustellen.
Dies sind Vertrieb bzw. Kun- der Hälfte der Befragten werden Profitabilität, Kapitalakquise und
Die Einschätzung der aktuellen teilen sie als zufriedenstellend. der österreichischen Startups dInnenakquise sowie Umsatz- diese Themen als sehr große Internationalisierung ( je 3,2) für
Geschäftslage deutet auf eine Als schlecht oder sehr schlecht eine zumindest gute und 62% wachstum. Wieder erfolgte Herausforderung eingestuft. sie momentan zu den sehr gro-
positive Stimmungslage hin. In bewertet nur etwa jedes drei- eine zufriedenstellende Ein- die Beantwortung auf einer Mit einigem Abstand folgt die ßen Herausforderungen zählen.
Summe schätzt etwas mehr als zehnte Startup die derzeitige schätzung ab. fünfstufigen Skala von 1 (keine Produktentwicklung, die für 28% Eher interne Erschwernisse wie
die Hälfte der TeilnehmerInnen Geschäftslage. Im Vergleich Herausforderung) bis 5 (sehr eine sehr große Problemstellung der Aufbau von Prozessen und
des ASM Survey die aktuelle zum ESM 2016 wird heute die große Herausforderung). Bei den ist (Durchschnittswert: 3,5). Organisation (2,9) sowie Team-
Geschäftslage als sehr gut (18%) Geschäftslage insgesamt besser beiden genannten Bereichen Je etwa ein Drittel der Startups Entwicklung (2,7) werden nur von
oder gut (35%) ein. 39% beur- bewertet. Damals gaben 29% liegt die durchschnittliche Be- gab an, dass das Manage- etwa jedem zehnten Startup als
wertung bei 4,2 und 4,2. Von fast ment von Liquidität (3,4) sowie sehr herausfordernd erachtet.

AKTUELLE HERAUSFORDERUNGEN

3 3 3
4 4 4

3,5
2 2
4, 4,

Zufriedenstellend 39,4%

5
1

1
Vertrieb/KundInnenakquise Umsatzwachstum Produktentwicklung

3 3 3
Gut 34,7% 4 4 4

2
3,2
3,4

3,2
EINSCHÄTZUNG
DER

5
1

1
GESCHÄFTSLAGE Cash Flow/Liquidität Profitabilität Kapitalakquise (Fundraising)
IN PROZENT 3 3 3
4 4 4

2,9
2,9
3,2
6,6% Schlecht

5
1

1
Internationalisierung Personalakquise (Recruiting) Interne Prozesse
Sehr Schlecht 1,0% und Organisation
Sehr gut 18,3% 3
4

2,7

5
1
Abb. 57. Quelle: ASM Survey (gesamt), N=532
Team-Entwicklung (1) keine Herausforderung bis (5) sehr
Abb. 56. Quelle: ASM Survey (gesamt), N=518
große Herausforderung

98 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 99


UNTERSTÜTZUNG DURCH ERWARTUNGEN AN
DIE ÖFFFENTLICHE HAND DIE POLITIK
Rund um den Themenbereich öffentliche Hand sind für Startups zwei Fragen Die Startups wurden in diesem Zusammenhang nach ihren konkreten Wünschen bzw.
besonders relevant: Wie funktioniert die Zusammenarbeit bzw. Unterstützung durch Erwartungen an die Politik befragt. Daraus sollen Anregungen für die künftige Ausgestaltung
öffentliche Einrichtungen? Was erwarten sie sich von der Politik mit Blick auf ihre und Weiterentwicklung des österreichischen Startup-Ökosystems gewonnen werden.
unternehmerische Tätigkeit?
Höchste Priorität hat für Startups (54%) für die Besonderheiten von ternehmertums in der Gesellschaft
laut Analyse die Senkung der Startups an. (39%), ein verbesserter Austausch
Die Bewertung erfolgte auf einer Dotierung von Programmen). Das und die Mehrheit (62%) gibt an,
Lohnnebenkosten. Dies wurde von Eine Verbesserung der Rahmenbe- zwischen Politik und Startups (38%),
Skala von 1 (sehr negativ) bis 5 derzeitige Angebot an Digital Ser- dass sie den Eindruck hat, dass die
75% der Teilnehmenden auch als dingungen für Risikokapital und bei die Etablierung von Entrepreneur-
(sehr positiv). vices (z.B. Unternehmensservice- Bundesregierung wenig bis kein
konkrete Erwartung an die Politik der Kapitalakquise wünschen sich ship im Bildungssystem (37%) und
Was die Erfahrungen betrifft, sind portal, Online-Patentanmeldung) ernstzunehmendes Interesse an
formuliert. Ebenfalls eine große wiederum 51% bzw. 44%. Darüber eine bessere Unterstützung für
die negativen in der Mehrheit: wird von 34% der Befragten als der Förderung von Startups habe.
Mehrheit (70%) wünscht sich hinaus haben Startups mit Blick GründerInnen (z.B. lokale Unter-
33% der TeilnehmerInnen haben zufriedenstellend und von 26% Jenseits nationaler Grenzen
den Abbau bürokratischer und auf ihre unternehmerische Tätig- stützung und Beratung) (36%).
solche gemacht. Auf einer Skala als gut bewertet und weist einen wurden auch die Erfahrungen auf
regulativer Hürden. Mehr als die keit noch andere Erwartungen Diese Befunde decken sich mit
von 1 (sehr negativ) bis 5 (sehr Durchschnittswert von 2,8 auf. EU-Ebene abgefragt: Dabei zeig-
Hälfte gab Steuersenkungen/ an die Politik bzw. zeigen Defizite dem halbjährlich durchgeführten
positiv) bewerten sie die Zusam- Wichtig ist in diesem Zusam- te sich, dass zwar die Erfahrungen
-erleichterungen (55%) bzw. auf: Großes Gewicht hat hier die Wirtschaftsbarometer der
menarbeit mit 2,9. Nur ein Viertel menhang, wie das Interesse der mit EU-Institutionen noch ein we-
generell ein besseres Verständnis Verbesserung der Stellung des Un- Wirtschaftskammer.
stellt den öffentlichen Einrich- österreichischen Bundesregie- nig schlechter bewertet werden
tungen ein sehr gutes bis gutes rung an der Lage der Startups als mit nationalen Einrichtungen
Zeugnis aus und gibt an, positive eingeschätzt wird: Nur 12% bzw. (2,5 vs. 2,9), den EU-Institutionen ERWARTUNGEN AN DIE POLITIK
74,5%
Erfahrungen gemacht zu haben. jede/r achte TeilnehmerIn ist der jedoch ein größeres Interesse an
Hier ist allerdings zu berücksichti- Meinung, dass diese ein ernstzu- der Förderung von Startups als der Senkung der Lohnnebenkosten

69,7%
gen, dass nicht näher untersucht nehmendes Interesse daran hat, Bundesregierung attestiert wird
wurde, auf welche Ursachen dies Startups zu unterstützen. Rund ein (2,6 vs. 2,2). Weniger regulative und bürokratische Hürden

54,8%
zurückzuführen ist (Bsp. zu geringe Viertel (26%) ist unentschieden
Besseres Verständnis für die besonderen Bedürfnisse von Startups
ZUSAMMENARBEIT MIT ÖFFENTLICHEN 1 2 3 4 5 54,4%
Steuersenkungen/-erleichterungen
EINRICHTUNGEN
Bessere Rahmenbedingungen für Risikokapital 50,9%
Sehr Negativ Mittel Positiv Sehr
negativ positiv
43,8%
2,2
Bessere Rahmenbedingungen bei der Kapitalakquise

2,9 2,8 2,5 Verbesserung der Stellung des Unternehmertums in der Gesellschaft

Verbesserter Austausch zwischen Politik und Startups


39,3%
37,5%
Etablierung von Entrepreneurship im Bildungssystem 36,7%
Bessere Unterstützung für GründerInnen (z.B. lokale Unterstützung und Beratung) 36,0%
Wie positiv schätzen Sie Ihre Wie finden Sie das derzeitige Wie positiv schätzen Sie Ihre Finden Sie, dass die Bundesre- Erleichterung bei der Einstellung von Nicht-EU-BürgerInnen 28,9%
13,0%
Erfahrungen mit öffentlichen Angebot an Digital Services (z.B. Erfahrungen mit EU- gierung ein ernstzunehmendes
Behörden/Einrichtungen ein? Unternehmens- Institutionen ein? Interesse an der Unterstützung von Verbesserter Austausch zwischen Politik und etablierten Unternehmen

12,0%
serviceportal, Online- Startups hat?
Patentanmeldung etc.)? Verbesserung des Angebots an Qualifikationsmaßnahmen für MitarbeiterInnen
Abb. 59. Quelle: ASM Survey (gesamt), N=532
Abb. 58. Quelle: ASM Survey (gesamt), N=532

100 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 101


INNOVATIONS- &
TECHNOLOGIETRENDS
Wie schätzen Startups das zukünftige Potenzial aktueller Technologietrends ein?

Die Top 3-Technologietrends auf (4,5)), Big Data (4,2) und Autono- werden die Bereiche Robotics Startups wurden darüber hinaus zeigten, dass jene Technologien gence zu wenig Interesse ge-
Basis der Bewertung auf einer mous Vehicles (4,1). Diesen drei (4,0), Smart Medical Devices (3,9) befragt, welchen Innovations- mit dem größten Potenzial auch schenkt wird. 27% geben an, dass
fünfstufigen Skala von 1 (kein Technologien wird von je mehr und Quantentechnologie (3,9) themen ihrer Einschätzung nach diejenigen sind, welche aus Sicht dies bei Autonomous Vehicles
Potenzial) bis 5 (sehr großes als der Hälfte der Startups „sehr eingeschätzt. in Österreich (noch) zu wenig der TeilnehmerInnen zu wenig der Fall sei, gefolgt von Big Data
Potenzial) lauten: Künstliche großes Potenzial“ beschieden. Aufmerksamkeit gewidmet wird. beachtet werden: Mehr als ein (22%), Blockchain (21%) und dem
Intelligenz (Artificial Intelligence Ebenfalls als vielversprechend Hier kommt es zu einer Über- Drittel der Startups (39%) ist der Internet of Things (20%).
schneidung, denn die Ergebnisse Meinung, dass Artificial Intelli-

MANGELNDE AUFMERKSAMKEIT FÜR


POTENZIAL VON INNOVATIONS- UND TECHNOLOGIETRENDS INNOVATIONS- UND TECHNOLOGIETRENDS
3 3 3 3
4 4 4 4
2

2
1
4,5 4,2 4,

0
4,
5

5
1

1
Artificial Intelligence (AI) Big Data Autonomous Vehicles Robotics
3 3 3 3
4 4 4 4
2

3,9
3,9

3,9
0
4,

5
1

5
1

Internet of Things Smart Medical Devices Personalized Health Quantentechnologie

3 3 3 3
4 4 4 4
2

2
3,8
3,8

3,7

3,7
5

5
1

5
1

NanoTech GreenTech Blockchain Genome Engineering

3 3 3 3
4 4 4 4
2

2
3,6

3,6

3,5
3,7

Virtual/Augmented Reality 13,4%


Artificial Intelligence (AI) 38,8%
5

5
1

Smart Medical Devices 14,9%


1

Bots/Conversational UI 8,2%
Autonomous Vehicles 26,8%

Quantentechnologie 13,7%
3D Printing AgriTech Human Microbiome Virtual/Augmented Reality

Genome Engineering 9,0%


Personalized Health 18,4%

Human Microbiome 10,8%


Internet of Things 19,5%
3 3 3 3

Blockchain 21,3%

3D Printing 12,2%
GreenTech 19,2%
4 4 4 4

NanoTech 12,8%

Wearables 9,0%

Sonstiges 7,0%
Big Data 22,4%

Robotics 15,5%
AgriTech 14,9%
2

2
3,0

3,0

3,0
3, 4

EdTech 18,4%

Drones 9,9%
5

5
1

EdTech Drones Bots/Conversational UI Wearables

Abb. 60. Quelle: ASM Survey (gesamt), N=532 (1) kein Potenzial bis (5) sehr großes Potenzial
Abb. 61. Datenbasis: Survey (gesamt), Mehrfachnennungen, N=511

102 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 103


133 92 77 73

ARTIFICIAL AUTONOMOUS BIG DATA BLOCKCHAIN AUFTRAGGEBE-


RINNEN &
INTELLIGENCE (AI) VEHICLES

67 66 63 63

INTERNET OF THINGS GREENTECH EDTECH PERSONALIZED HEALTH


PROMOTOREN
53 51 51 47

ROBOTICS AGRITECH SMART MEDICAL QUANTENTECHNOLOGIE

46 44 42 37
DEVICES

VIRTUAL/AUGMENTED NANOTECH 3D PRINTING HUMAN MICROBIOME


REALITY

34 31 31 28

DRONES GENOME ENGINEERING WEARABLES BOTS/


CONVERSATIONAL UI

104 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 105


Die Finanzierung des Austrian Startup Monitor erfolgte durch folgende Institutionen:

AWS
Die Austria Wirtschaftsservice
Gesellschaft mbH (aws) ist
die Förderbank des Bundes.
Sie unterstützt innovative
RFTE
Start-ups von der ersten Idee Die Hauptaufgabe des Rats für
bis hin zum internationalen Forschung und Technologieent-
Markterfolg. Dabei bietet die wicklung (RFTE) ist die fundier-
aws zur Finanzierung zins-
günstige Kredite, Garantien, WKO te und unabhängige Beratung
der Bundesregierung in den
Eigenkapital und Zuschüsse Die Wirtschaftskammer Bereichen Forschungs-, Tech-
an. Zusätzlich werden Start- Österreich (WKO) ist die nologie- und Innovationspolitik.
ups durch eine Vielzahl an bundesweite Interessenver- Ziel ist es, eine zukunftsfähige
Coaching- und Beratungsleis- tretung der UnternehmerIn- FTI-Politik zu befördern. Eine
tungen gefördert. nen. Ihr Hauptanliegen ist wesentliche Grundlage sind die
www.aws.at die aktive Mitgestaltung der vom Rat erarbeiteten Strategi-
wirtschaftlichen Rahmen- en, etwa die aktuelle „Strategie

FFG WIRTSCHAFTS- bedingungen in Österreich. 2020“.


Für ihre mehr als 517.000 www.rat-fte.at

AGENTUR WIEN Mitgliedsbetriebe bietet sie


Die Österreichische For-
schungsförderungsgesellschaft IV ein umfassendes Bildungs-
und Serviceangebot an und
(FFG) ist Österreichs nationale orientiert ihr Handeln an
Förderungsinstitution für unter- Die Industriellenvereinigung
den Prinzipien der sozialen
nehmensnahe Forschung und Als erste Anlaufstelle für (IV) ist die freiwillige und
Marktwirtschaft.
unabhängige Interessenver-
WKW
Entwicklung. Sie wurde am nationale und internatio- www.wko.at
tretung der österreichischen
1. September 2004 gegründet
und steht zu 100% im Eigentum BMDW & BMVIT nale Unternehmen bietet
die Wirtschaftsagentur ein Industrie und der mit ihr
der Republik Österreich. Träger 360°-Service mit Förderun- verbundenen Sektoren. Eine
sind das BMVIT und das gen, Immobilien, Beratungen Bundesorganisation, neun Die Wirtschaftskammer Wien
Bundesministerium für Digi- und Workshops. Start-ups Landesgruppen und das Brüs- (WKW) vertritt aktuell rund
talisierung und Wirtschafts- und junge Unternehmen seler IV-Büro vertreten die 110.000 Mitglieder in der
standort (BMDW). Ziel ist die werden dabei mit einer Reihe Anliegen ihrer aktuell mehr als Bundeshauptstadt Wien.
Stärkung des Forschungs- und von kostenlosen und mehr- 4.400 Mitglieder aus produ- Der Fokus liegt darauf, Wien
Innovationsstandorts Öster- sprachigen Maßnahmen zierendem Bereich, Kredit- als Wirtschaftsstandort vor-
Der Austrian Startup Monitor
reich. gefördert. und Versicherungswirtschaft, anzubringen. Die WKW setzt
wurde vom Bundesministe-
www.ffg.at www.wirtschaftsagentur.at Infrastruktur und industriena- sich als Interessenvertretung
rium für Digitalisierung und
her Dienstleistung. Die IV-Mit- u.a. für eine unternehmer-
Wirtschaftsstandort und
glieder repräsentieren mehr freundliche Wirtschafts- und
Bundesministerium für
als 80 Prozent der heimischen Steuerpolitik ein.
Verkehr, Innovation und
Produktionsunternehmen. www.wko.at/service/w/
Technologie finanziell
www.iv.at wirtschaftskammer.html
unterstützt.

106 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 107


Folgende Multiplikatoren haben das Vorhaben unterstützt und insbesondere Folgende PartnerInnen haben Preise für die TeilnehmerInnen
Startups dazu motiviert, an der Befragung teilzunehmen der Befragung bereit gestellt:

Die Durchführung des Austrian Startup Monitor wurde auch vom Zentrum für
Entrepreneurship und angewandte Betriebswirtschaftslehre der Karl-Franzens-
Universität Graz unterstützt.

DANKSAGUNG
Folgenden Personen gilt weiteres besonderer Dank: Lara Agneter,
Benjamin Braun, Johanna Einsiedler, Georg Fürlinger,
Lukas Leimgruber, Kevin Oczon, Christoph Pokorny,
Elisabeth Sabeditsch, Sebastian Stumpf,
Remo Taferner, Lukas Vasold.

108 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 109


TEAM AUTOREN DES ASM 2018
Der Austrian Startup Monitor wird vom AIT Austrian Institute of Technology,
von AustrianStartups und dem WU Gründungszentrum erstellt.

AIT AUSTRIAN INSTITU- AUSTRIANSTARTUPS WU GRÜNDUNGS-


TE OF TECHNOLOGY AustrianStartups ist Öster- ZENTRUM
Das AIT ist die größte ange- reichs führender Think Tank für Das WU Gründungszentrum
wandte Forschungseinrichtung innovatives Unternehmertum. wurde im Juni 2015 als Kompe-
in Österreich. Das Innovation Gemeinsam mit mehr als 30.000 tenzzentrum an der WU Wien
Systems & Policy Center hat eine UnterstützerInnen arbeitet die eingerichtet und stellt eine
mehr als 25-jährige Erfahrung Non-Profit Plattform an einer konsequente Fortsetzung der
auf dem Gebiet der Innovati- Zukunft, in der Entrepreneurship Aktivitäten der WU zur Förde-
onsforschung und zahlreiche in Österreich so normal ist wie rung von Entrepreneurship und
innovationspolitische Studien auf Skifahren. Dabei vereint Austri- interdisziplinärer Vernetzung im
nationaler und internationaler anStartups die Erfahrung von universitären Umfeld dar. Das WU
Ebene durchgeführt. Die länger- erfolgreichen GründerInnen mit Gründungszentrum seit der erst-
fristige Analyse der Entwicklung einem weitreichenden Netz- maligen Durchführung des Eu-
von Unternehmen und die Ana- werk an ExpertInnen und zeigt ropean Startup Monitors im Jahr
lyse von Startup-Ökosystemen so Wege auf, wie in Österreich 2015 nationaler wissenschaftli-
ist ein wichtiger Schwerpunkt des ein unternehmensfreundlicheres cher Partner des europaweiten
Centers. Das AIT ist der Acade- Klima geschaffen werden kann. Projekts und führt die nationale
mic Lead Partner des Austrian Erhebung und Auswertung durch.
Startup Monitor.

UNIV.-PROF. DR. KARL-HEINZ MARKUS RAUNIG M.SC. ist DR. RUDOLF DÖMÖTÖR ist
LEITNER, Studium der Wirt- Geschäftsführer von Austrian- Direktor des WU Gründungszen-
schaftsinformatik, ist Senior Startups und Autor der Austrian trums und des ECN (Entrepre-
Scientist im Center for Innovati- Startup Agenda. Darüber hinaus neurship Center Network) sowie
on Systems & Policy am Austrian ist er Lektor an der Wirtschafts- Senior Scientist an der WU Wien.
Institute of Technology. Darüber universität Wien und selbst pas- Er ist Mitgründer der Entrepre-
hinaus ist er Professor für Innova- sionierter Gründer. Im Rahmen neurship Avenue, die größte En-
tionsmanagement und öffentli- seines Studiums spezialisierte er trepreneurship-Event-Reihe mit
che Institutionen am Zentrum für sich im Bereich Entrepreneurship Fokus auf Studierende in Europa.
Entrepreneurship und ange- und erforschte Innovations- In die österreichische Start-up-
wandte Betriebswirtschaftslehre Cluster und potenzielle Barrieren Szene ist er seit vielen Jahren
an der Karl-Franzens-Universität bei der Adoption von künstli- aktiv involviert und gründete
Graz. Inhaltliche Schwerpunk- cher Intelligenz. Er unterstützt unter anderem die Gründungs-
te seiner Arbeit sind Foresight, Startups aktiv als Mentor bei beratungsagentur „innovations-
Entrepreneurship, Innovations- diversen Wettbewerben und motor e.U.“. Er studierte Betriebs-
modelle und Forschungspolitik. Programmen wie dem Pioneers wirtschaft an der WU Wien sowie
Karl-Heinz Leitner hat zahlreiche Festival, dem Agro Innovation an der University of Technology
Beratungsprojekte für Unter- Lab oder dem Social Impact Sydney und absolvierte mehr-
nehmen, öffentliche Institutio- Award. monatige Aufenthalte an der
nen und die Europäische Union George Washington University
durchgeführt. (USA) und an der University of
Canterbury (Neuseeland).

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ABBILDUNGSVERZEICHNIS REFERENZEN
1 Anzahl der Startups in Österreich ................................20 33 KundInnensegmente.............................................................63 Deutscher Startup Monitor 2017 (DSM 2017). Bundesverband Deutsche Startups e.V. und KPMG (Hrsg.),
2 Anzahl der Startup-Gründungen in Österreich, 34 Innovationsorientierung ......................................................66 http://deutscherstartupmonitor.de/fileadmin/dsm/dsm-17/daten/dsm_2017.pdf
2004 bis 2017 ..............................................................................20
35 Innovationsaufwendungen ............................................... 67 European Startup Monitor 2015 (ESM 2015). Kollmann, T., Stöckmann, C., Linstaedt, J. und Kensbock, J. /
3 Repräsentative Studienergebnisse ................................21
36 Schutzrechtsstrategien....................................................... 68 German Startups Association (Hrsg.), http://europeanstartupmonitor.com/fileadmin/presse/download/
4 Entwicklungsphase der Startups .................................... 22 esm_2015.pdf
37 Internationalisierungspläne in den nächsten
5 Gründungsform der Startups ........................................... 23 12 Monaten ................................................................................. 72
European Startup Monitor 2016 (ESM 2016). Kollmann, T., Stöckmann, C., Hensellek, S. und Kensbock, J. /
6 Branche ........................................................................................ 24 38 Internationalisierungsstrategie ....................................... 73 German Startups Association (Hrsg.), http://europeanstartupmonitor.com/fileadmin/esm_2016/report/
7 Größe und Zusammensetzungder 39 Herausforderungen bei der Internationalisierung 74 ESM_201.pdf
Gründungsteams ....................................................................29
40 Aktuelle Märkte ........................................................................ 75
Statistik Austria (2016): Innovation. Ergebnisse der Innovationserhebung CIS 2014, Statistik Austria, Wien.
8 Anzahl der GründerInnen................................................... 30
41 Bedeutung unterschiedlicher
9 Zusammensetzung der Gründungsteams ..................31 KooperationspartnerInnen................................................ 79 WKO (2018): Unternehmensneugründungen 1993 – 2017. Vorläufige Ergebnisse, Wirtschaftskammer
10 Alter der GründerInnen ........................................................ 32 42 Kooperation mit Fortune Global Österreich, Wien.
500 Unternehmen ................................................................. 80
11 Ausbildung der GründerInnen ..........................................34
WKÖ (2018): WKÖ Wirtschaftsbarometer, Aussichten für 2018, Wirtschaftskammer Österreich, Wien.
43 Ziele der Kooperation ............................................................81
12 Mehrfachgründungen ..........................................................35
44 KooperationspartnerInnen und Entwicklungsphasen,
13 Herkunft der GründerInnen ...............................................36
Kooperationsziele und Entwicklungsphasen ...........82
14 Aus dem Ausland zugezogen ............................................ 37
45 Probleme bei Kooperationen ...........................................83
15 Gründungsmotive .................................................................38
45 Umsatz ......................................................................................... 86
16 Langfristige Entwicklungsperspektiven .................... 40
46 Profitabilität ............................................................................... 87
17 Handlungsalternativen bei Scheitern ...........................41
47 Zukünftige Bedeutung von
18 Aufgaben der GründerInnen ............................................42 Initial Coin Offerings (ICO)................................................ 88

19 Fehler beim Aufbau des Startups ...................................43 48 Finanzierungsquellen ........................................................... 89

20 Beschäftigung ........................................................................46 49 Externe Kapitalaufnahme bisher................................... 90

21 Geschlecht der MitarbeiterInnen...................................48 50 Externe Kapitalaufnahme geplant ................................91

22 MitarbeiterInnenherkunft ...................................................49 51 Bewertung bei der letzten Finanzierungsrunde .....92

23 Neueinstellungen von MitarbeiterInnen in den 52 Herkunft der RisikokapitalgeberInnen .........................93


nächsten 12 Monaten .......................................................... 50
53 Öffentliche Förderungen und Unterstützungen.....94
24 Bereiche für die Neueinstellung .......................................51
54 Unterstützung bei der Kapitalakquise .........................95
25 Rekrutierung von qualifizierten MitarbeiterInnen .52
55 Einschätzung der Geschäftslage .................................. 98
26 Herausforderungen bei der Akquise von
56 Aktuelle Herausforderungen .............................................99
MitarbeiterInnen ....................................................................53
57 Zusammenarbeit mit öffentlichen
27 Incentives ....................................................................................54
Einrichtungen ......................................................................... 100
28 Unternehmensziele ................................................................58
58 Erwartungen an die Politik ................................................101
29 Soziale und ökologische Ziele ...........................................59
59 Potenzial von Innovations- und
30 Unternehmensstrategie .................................................... 60 Technologietrends................................................................102

31 Geschäftsmodelle ...................................................................61 60 Mangelnde Aufmerksamkeit für Innovations-


und Technologietrends ......................................................103
32 NutzerInnensegmente .........................................................62

112 AUSTRIAN STARTUP MONITOR AUSTRIAN STARTUP MONITOR 113


114 AUSTRIAN STARTUP MONITOR
Startups schaffen die Märkte von morgen
und sind ein Schlüsselfaktor für die dyna-
mische Entwicklung einer Wirtschaft.
Mit dem Austrian Startup Monitor 2018 werden
auf Basis einer breit angelegten Untersuchung
der Status, die Perspektiven und das Umfeld
österreichischer Startups analysiert. Damit wird
erstmals eine fundierte Datenbasis über den
österreichischen Startup-Sektor für die interes-
sierte Öffentlichkeit, Politik und Startup-Com-
munity aufbereitet. Die adressierten Themen-
stellungen reichen von der Charakterisierung
der Gründungsteams über die verfolgten Ge-
schäftsmodelle und Finanzierungsstrategien bis
hin zu den Zukunftsplänen und der Einschätzung
des aktuellen Umfelds.

ISBN: 978-3-200-05768-5