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Hinweis zu Audio-Mitschnitten

0) Situationsbeschreibung / Zusammmenfassung / Management Summary


Der Mitschnitt vom gesprochenem Wort kann in vielen Situationen von Interesse sein.
Unter anderem kann dies an Hotlines oder auch in Telefonkonferenzen interessant
werden.
Dabei muss es tatsächlich nicht um die einzelne Person gehen, sondern auch um die
DOkumentation / Aufzeichnung der gesamten Veranstaltung.

1) Rechtsgrundlage:
- Audiomitschnitte ohne Erlaubnis (Einwilligung) sind gem. §201 StGB untersagt.

2) Ausnahmen vom Verbot:


- §32 StGB (Notwehr): Der Anrufer droht telefonisch Gewalt an.
- §34 StGB (rechtfertigender Notstand): Erpressung und Beleidigung am Telefon.

3) Was sagt der Datenschutz?


- Auch die Stimme des Betroffenen fällt in den Bereich der personenbezogenen Daten,
da hier die Rechte des Betroffenen auf informationelle Selbstbestimmung im Rahmen
des allgemeinen Persönlichkeitsrechtes aus Art. 1 Abs. 1 GG i.V.m. Art. 2 Asb. 1 GG
ergibt.
- Daher ist eine Rechtsgrundlage nach Art. 6 DSGVO notwendig, wenn die Stimme
aufgezeichnet werden soll.

4) Rechtsgrundlagen aus DSGVO-Sicht:


- Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO: Berechtigtes Interesse zur Durchsetzung und Abwehr
von Rechtsansprüchen.
Hier wird auf Grund der Interessenabwägung nur eine Durchsetzung von §§32,34 StGB
möglich sein.

- Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO: Einwilligung - der Betroffene muss vollumfänglich


über die Aufzeichnung und die Zwecke der Aufzeichnung informiert werden. Grundsätze
zur Einwilligung ergeben sich aus Art. 7 DSGVO. Die Einwilligung muss nachweisbar
sein.

5) Fallstrike der modernen Technik


Gem. den Vorgaben der transparenten Information des Betroffenen, ist auch darauf
hinzuweisen, wenn die Informationen im Rahmen der Verarbeitung an Dritte
weitergegeben werden. Die Veröffentlichung eines Mitschnitts aus einer
Telefonkonferenz oder eines Webinares an die anderen Teilnehmer ist dabei noch die
einfachste Form.
Sofern besondere Programme oder Systeme zur Aufzeichnung eingesetzt werden, kann
auch ein Speicherzwang beim Softwarehersteller bestehen, wodurch eine
Datenübermittlung vorliegt. Dies ist "gefährlich", wenn der Datenempfänger im
unsicheren Drittland liegt. Insgesamt sind also weitere Maßnahmen zur
Sicherstellung der Datenübermittlung notwendig - es sollten die Grundlagen der
Auftragsverarbeitung beachtet und gewährleistet werden.

6) Möglicher Ablauf der notwendigen Einwilligung:


a) Informieren Sie die Teilnehmer bereits bei der Anmeldung auf die mögliche
Aufzeichnung hin.
b) Kündigen Sie die Aufzeichnung VOR Beginn der Aufzeichnung nochmals an.
c) Warten Sie einen Moment, bevor Sie die Aufzeichnung beginnen.
d) Weisen Sie nach dem Aufzeichnungsstart nochmals darauf hin, dass die
Aufzeichnung nun gestartet ist.
Der Betroffene hat damit nun die Möglichkeit sein Endgerät stummzuschalten, sofern
er mit der Aufzeichnung nicht einverstanden ist.

Hinweis: Diese Information gilt für Videoaufzeichnungen sinnhaft genauso.

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