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Sinn und Sinnlichkeit –

Kreative Ideen zur Bereicherung


des Alltags in der Altenpflege
Inhalt
Inhalt Inhalt

Vorwort Christian Pietig


Vorwort Anja Fischbeck
6
7
SeniorenWohnen Grafenau
Wer riecht, der fühlt! 32
Fühlen 66 SeniorenWohnen
Rosenheim – Küpferling
SeniorenWohnen Der Klang der Schalen 104
SeniorenWohnen Schweinfurt – St. Elisabeth
Sehen 8 Hoefelmayrpark in Kempten Mutter der Sinne 68 SeniorenWohnen
SeniorenWohnen Grafenau Kräuter und Gewürze – München – Kieferngarten
Erleben, schmecken und riechen 34 SeniorenWohnen Zum Schwingen bringen 106
»Mobiler Laden«
Rosenheim – Küpferling
bringt Abwechslung 10 SeniorenWohnen SeniorenWohnen
Tierische Mitbewohner 70
SeniorenWohnen Bad Reichenhall – Kirchberg Bad Abbach – Lugerweg
Grünes begreifen und erleben 38 SeniorenWohnen Olching Entspannung bei Meeresrauschen 108
Fürstenfeldbruck – Buchenau
Vom Fühlen zum Wohlfühlen 72
Mit Bäumen durchs Jahr 12 Frühlingsduft liegt in der Luft 39 Denksportaufgabe Hörrätsel 110
Gefühltes im Kasten 73
SeniorenWohnen SeniorenWohnen Alzenau Elfenhafte Klänge der Zauberharfe 112
Murnau – Staffelsee Aromatherapie mit Ölen und Düften 40 SeniorenWohnen
Sinne erleben mit München – Kieferngarten
Augen und Händen 14 Barfuß zum Sommerfest 74 Alle Sinne 114
SeniorenWohnen
Schmecken 46 SeniorenWohnen Oberammergau SeniorenWohnen
München – Kieferngarten SeniorenWohnen Bayern trifft Asien 76 München – Kieferngarten
Jahreszeitliche Dekoration 16 Bad Reichenhall – Kirchberg Eine Traumwelt erfahren 116
SeniorenWohnen
Ein Blick in Großmutters Backstube 48 Badespaß mit allen Sinnen erleben 118
SeniorenWohnen Bad Füssing Bad Tölz – Haus am Park
Biographie-Parcours – Vitaminbasar 50 Gut gewickelt 80 SeniorenWohnen
Stationen des Lebens 18 SeniorenWohnen SeniorenWohnen Goldbach Bamberg – Am Bruderwald
SeniorenWohnen Wolframs-Eschenbach Wohlfühlen 82 Der Sinneswagen kommt 120
Neu-Ulm Ludwigsfeld Hollerblütenduft liegt in der Luft 52 SeniorenWohnen Hof
Rollator-Training in der Cafeteria 20 SeniorenWohnen
Augsburg-Haunstetten
Hören 92 Gesundheits- und Wohlfühltage 122
SeniorenWohnen
Riechen 22 Unterwegs mit SeniorenWohnen
Bad Abbach – Lugerweg Bad Abbach – Lugerweg
dem Schmankerlwagen 54
SeniorenWohnen »My Baby Baby Balla Balla« 94 Wahrnehmung
München – Kieferngarten SeniorenWohnen Alzenau mit allen Sinnen 126
Gesegnete Kräuter 24 Wache Zunge – wacher Geist 58 Musizieren mit
Rhythmusinstrumenten 96
SeniorenWohnen SeniorenWohnen
Frühlingskonzert mit Zither 98 Anhang 128
Rosenheim – Küpferling München – Kieferngarten
Lister aller Standorte 128
Der Sinn der Gerüche 26 Eiswagen sorgt für Abkühlung 60 SeniorenWohnen
Rothenburg o.d.T. – Bürgerheim Leitbild Pflege & Betreuung 130
SeniorenWohnen SeniorenWohnen
Bad Reichenhall – Marienheim Bad Reichenhall – Kirchberg Hausmusik liegt in der Luft 100 Quellenangaben,
Aromapflege 28 Schmackhafte Brotzeit 62 Kostenlose Überprüfung der Herstellerverzeichnis,
Hörgeräte und der Gehörfunktion 101 Bildnachweis,
SeniorenWohnen Hemau SeniorenWohnen
Impressum 132
Garten auf Rädern – Bad Reichenhall – Marienheim Aktivrunde –
das mobile Hochbeet 30 Durch Kochen Sinne erwecken 64 Regenmacher basteln 102
Sehen
Riechen
Fühlen
Schmecken
Hören
Vorwort  Christian Pietig Anja Fischbeck   | Vorwort

Senioren stehlen Endlich wieder tanzen


Maibaum »Den Frühling ins Haus bringen…., Training für Kopf und Körper ….,
Große Aufregung im SeniorenWohnen Buchenau. Entspannung für die Seele …, Musik wirkt Wunder …..«

Was war geschehen: motiviert durch die das Projekt »Sinnesfreuden« gestartet. Diese Aussagen machen Lust auf Wort erreicht sie oftmals nicht mehr.
vielen Artikel über den Diebstahl von Wie kreativ und einfallsreich unsere mehr und sprechen unsere Sinne Dagegen ist der taktile Sinn meist sehr
Maibäumen haben sich rüstige Bewoh- Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind, an. »Sinn und Sinnlichkeit« – nicht viel länger erhalten, so dass eine anre-
ner zusammengetan und den hauseige- wenn es darum geht, unsere Bewohner nur ein Buch- oder Filmtitel oder gende Handmassage den Menschen
nen Maibaum in einer Nacht- und Ne- anzuregen, das Leben mit allen Sinnen ein Thema für jüngere Menschen. erreicht und Wohlbefinden vermittelt.
belaktion »geklaut«. Dem Brauch zu erfahren und ihnen eine Freude zu Für ältere Menschen sind Sin- Der sog. Schutz vor sensorischer Depri-
entsprechend musste der Heimleiter den bereiten, können Sie an den Beispielen neserfahrungen wesentliche vation (früher Hospitalismus) kann nur
Baum mit Bier und Prosecco auslösen. in diesem Buch sehen. Voraussetzung zu Erreichung von durch ein individuell angepasstes Ange-
Anschließend wurde gemeinsam beim Ich möchte mich ganz herzlich bei allen Lebensqualität und/oder grundle- bot an Sinnesreizen erfolgen und ist ein
Maifest gefeiert. Kolleginnen und Kollegen bedanken, die gendes Mittel der Kommunikation. Qualitätskriterium für ein würdevolles
Das Leben in Pflegeheimen ist nicht nur sich tagtäglich dafür engagieren, dass Ein würdevolles Leben muss für jeden Menschen einen indivi- Leben bis an Lebensende. Es gibt un-
öde und trostlos wie dies in den Medien sich unsere Gäste im wahrsten Sinne des duellen und persönlichen Sinn haben. Insbesondere ältere zählig viele Argumente, warum die Sin-
häufig berichtet wird, sondern es ist Wortes bei uns wohl fühlen! Menschen mit körperlichen, psychischen und/oder kognitiven nesanregung für Menschen in Senioren-
auch lustig, lebendig und lebensfroh. Einschränkungen müssen diesen Lebenssinn erleben, um heimen eine Grundvoraussetzung für
Unter Anleitung unseres zentralen Christian ­Pietig Lebensqualität und Lebensfreude zu erfahren. eine angemessene und individuelle
Qualitätsmanagements haben wir 2015 Geschäftsführung Wie viele Sinne hat der Mensch? 6, 7, 10 oder 12 Sinne wie die Lebensqualität darstellt. Wir möchten
Anthroposophie beschreibt? Die Sinne, auf die wir uns haupt- mit diesem Buch Anregungen und Ideen
sächlich beziehen, sind die folgenden 5 Sinne: an alle Interessierten weitergeben, da-

* Sehen – optischer Sinn – visuelle Wahrnehmung mit pflegebedürftigen älteren Menschen

* Hören – akustischer Sinn – auditive Wahrnehmung ein Höchstmaß an Lebensqualität ermög-

* Riechen – olfaktorischer Sinn – olfaktorische Wahrnehmung licht werden kann.

* Schmecken – gustatorischer Sinn – gustatorische Wahr-


nehmung
Dieses Buch ist das Ergebnis eines
Projektes in den Einrichtungen der SSG,

* Fühlen – taktiler Sinn – haptische Wahrnehmung


Mit diesen Sinnen erschließt sich der Mensch die Welt, denn
deren Projektleitung ich inne hatte. Wir
bedanken uns bei allen Mitwirkenden
sie dienen der Wahrnehmung unserer Umwelt. Mit zunehmen- und ganz besonders bei unseren kreati-
dem Alter verändern sich die Empfindungen aller Sinne, z. B. ven und fachkompetenten Mitarbeitern,
nehmen die Seh- und Hörfähigkeit ab, Geruchs- und Ge- die die Ideen erarbeitet und umgesetzt
schmackssinn sind reduziert und die Sensibilität des Tastsinns haben. Wir sind stolz darauf, dass Sie in
verringert sich. Umso wichtiger ist es, diesen älteren Menschen unserem Unternehmen arbeiten!
geeignete Angebote zur Sinnesreizung zu bieten, damit die
Fähigkeiten der Wahrnehmung möglichst lange erhalten und Vielen herzlichen Dank.
erlebt werden kann.
Menschen, die an einer kognitiven Erkrankung, wie z. B. an Anja Fischbeck
einer Demenz leiden, werden im Laufe dieser Erkrankung Leitung Zentrales Qualitätsmanagement
zunehmend wahrnehmungseingeschränkt. Ein gesprochenes und Operatives Management

6 7
Sehen
Sehen  SeniorenWohnen Grafenau

»Mobiler Laden«
bringt Abwechslung
Eine gute Idee hat sich bewährt. Alle Bewohner profitie-
ren von der mobilen Einkaufsmöglichkeit

»»Bau des Einkaufwagens


mit tatkräftiger Unter-
stützung der Bewohner.

Vorbereitung – Durchführung –
Nachbereitung
In der Beschäftigungsgruppe »Männertreff« wurde überlegt,
wie die Idee eines mobilen Ladens realisiert werden könnte.
So entstand in gemeinsamer Arbeit aus einem ausrangierten
Pflegewagen ein mobiler Einkaufswagen. Dabei erhielten die
Senioren Unterstützung vom Hausmeister. Ausgestattet wurde
der Wagen mit unterschiedlich großen Körben.
Der mobile Laden wurde mit diversen Pflegeartikeln, Süßig-
keiten, Getränken und Allerlei bestückt. Die Einkaufspreise
werden 1:1 an die Bewohner weitergegeben. Die Büroangestell-
ten verwalten die Ein- und Ausgaben.
»»Endlich geschafft. Der »mobile Laden« ist fertig. Der erste Den Verkauf übernimmt das Team nach §87b. Jeden Montag-
Ziel Verkauf mit dem neuen Einkaufswagen begeisterte die Bewohner.
nachmittag fährt der mobile Laden durch die Wohnbereiche
und auf Wunsch in die Bewohnerzimmer. Die Körbe können

* Die Bewohner sollen die Mög-


lichkeit erhalten, Produkte für
einfach herausgenommen werden, so dass die Bewohner
die Ware besser sehen können. Vor jedem Verkaufsrundgang
den täglichen Gebrauch und Die Idee des »Mobilen Ladens« wird neu eingekauft, um fehlende oder gewünschte Produkte
Lieblingswaren direkt im Haus Das SeniorenWohnen Grafenau ist ein modernes Haus das 2010 zu beschaffen.
selbständig zu erwerben. Die fertig gestellt wurde. Die Bewohner hatten bisher keine Möglich-
Lebensqualität, selber einzu- keit, ihre Einkäufe direkt im Haus zu tätigen. Das Personal oder Wirkung auf die Bewohner
kaufen, soll erhalten bleiben. die Angehörigen erledigten deshalb die Einkaufswünsche vieler Dieses Projekt ist ein sehr großer Erfolg. Die Bewohner sind
Ebenso wird die visuelle Wahr- Bewohner. Dabei gingen jedoch die Eigeninitiative und das begeistert und nehmen das neue Angebot mit viel Freude an.
nehmung angesprochen. Lebensgefühl des selber Einkaufens verloren. Mit Hilfe eines Erinnerungen werden geweckt, Wünsche erfüllt und die Kom-
»Mobilen Ladens« wurde eine Einkaufsmöglichkeit im Haus in munikation angeregt.
allen drei Wohnbereichen geschaffen.

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Sehen  SeniorenWohnen Fürstenfeldbruck – Buchenau

Bäumen
Jahr
Mit
   durchs
Das SeniorenWohnen Buchenau blüht auf und trägt
Früchte. Die Jahreszeiten sorgen für Abwechslung.

An den Wänden hängen große, selbstgebastelte Bäume. Diese


werden gemeinsam mit den Bewohnern nach den Jahreszeiten
gestaltet. Dies ermöglicht eine aktuelle und nachhaltige
Auseinandersetzung mit den jahreszeitlichen Veränderungen in
der Natur: Von der Apfelblüte, über die Äpfel – bis hin zum »»Im Frühling wachsen die Blätter,
Schnee auf den einzelnen Zweigen. der Sommer bringt Früchte
und der Herbst färbt die Blätter.
Vorbereitung
Für das Schneiden der Apfelblüten und -blätter fertigten wir und Blättern dekoriert. Die Bewohner hatten die Idee, Eich-
Schablonen an. Mit Bleistift zeichneten die Bewohner anhand hörnchen und Schmetterlinge auszuschneiden und an einen
der Vorlage die verschiedenen Formen auf Tonpapier. Für die der Bäume zu kleben. Die Kolleginnen im Wohnbereich Demenz
drei gleich großen Bäume – je ein Baum pro Wohnbereich – entwickelten weitere kreative Gestaltungsideen für den Baum.
wurde ein Baum auf eine Kunststoffplatte mit Acrylfarbe und Gemeinsam mit den Bewohnern schnitten sie große Blüten
Ziel Pinsel gemalt. Der erste Baum war Schablone für die anderen. aus. In die Mitte jeder Blüte wurde jeweils ein Foto der Bewoh-
ner geklebt. Jede Blüte wurde mit einem anderen Muster
Durchführung
* Die Ziele des Angebots waren eine
kognitive Auseinandersetzung mit Die Bewohner schnitten unter Anleitung im Kreativ-Gruppenan-
individuell gestaltet und mit Glitzerstiften bemalt.

den natürlichen Veränderungen gebot Apfelblüten und -blätter für die Bäume gemeinsam aus. Wirkung auf die Bewohner
in den vier Jahreszeiten sowie die Während des Schneidens entstanden immer wieder interessan- Die Bewohner hatten viel Freude beim Aufzeichnen der Blüten Zielgruppe
spirituelle Betrachtung der Ver- te Gespräche. Manchmal widmeten sich die Bewohner auch und Blätter, beim Ausschneiden und anschließendem Verzie-
gänglichkeit (Herbst, Winter) des
Lebens und des Lebenskreislaufs.
sehr still und konzentriert ihrer Aufgabe. In den darauffolgen-
den zwei Wochen verzierten alle gemeinsam das Ausgeschnit-
ren mit den Glitzerstiften. Sie nutzten die kreativen Gruppen-
stunden für eine kognitive, spirituelle Auseinandersetzung mit * Bei jedem Kreativ-Gruppenange-
bot arbeiteten jeweils sechs bis
Jedes Jahr entsteht im Frühling tene mit Glitzerstiften. den Jahreszeiten und für gemeinsame Gespräche mit den zehn Bewohner aus verschiedenen
neues Leben, die Natur blüht auf. Im Verlauf des Projekts beteiligten sich nicht nur die Kollegin- anderen Bewohnern. Viel Spaß hatte auch eine kleine Gruppe Wohnbereichen mit. Einige der
Beim gemeinsamen Schneiden nen der Sozialen Betreuung an der jahreszeitlichen Baum-De- von Bewohnern beim engagierten Anmalen der Bäume mit Bewohner, die zum Beispiel nur
der Apfelbaumblüten und -blätter koration, auch der Einrichtungsleiter unterstützte tatkräftig und Acrylfarbe. Beim gemeinsamen Dekorieren durften die Bewoh- einen Arm bewegen können,
wurden auch die Sozialkontakte der Hausmeister sägte die Bäume aus den Platten heraus, ner frei entscheiden, wie sie den Baum mit Blüten und Blättern bekamen individuelle Hilfestel-
der Bewohner, die Kommunika- überzog die einzelnen Äste mit einem Feinschliff und bereitete schmücken wollten. Als die fertigen Bäume an der Wand lung. Bewohner, die feinmotorisch
tion, die Feinmotorik, die Hand- sie für das Bemalen vor. standen, gefielen sie den Bewohnern sehr gut. Stolz wurden gar nicht mehr in der Lage sind,
Auge Koordination und die Stär- Etwa in der siebten Projektwoche malte eine kleine Gruppe von die letzten Eichhörnchen auf die Bäume verteilt. Im September Papier zu schneiden, wurden
kung des Selbstvertrauens ge- Bewohnern, die sehr gerne mit Acrylfarbe und Pinsel arbeiten, setzen wir unser Projekt gemeinsam fort und die Bäume integriert und in die Tischgesprä-
zielt gefördert. die drei Bäume mit brauner Farbe an. Anschließend wurden die werden zum ersten Mal Früchte tragen. Die Bäume begleiten che miteinbezogen.
Kunstwerke mit einem Sprühlack versehen. In den folgenden uns nun durch die Jahreszeiten und sind fester Bestandteil der
Wochen wurden die Bäume geschmückt und mit Apfelblüten Wohnbereiche geworden.

12 13
Sehen  SeniorenWohnen Murnau – Staffelsee

»»Die Spiele bieten viel Gesprächsstoff

Sinne erleben
mit Augen und Händen
1. Angebot: Puzzle
Hufeisen, Klee und Pfennige Vorbereitung: Vom Schreibwarengeschäft wurden
alte Kalender gespendet. Hier wurden jeweils zwei
sorgen für Schmunzeleffekte
gleiche Kalender verwendet und die Kalenderblätter
laminiert. Ein Bild wurde als Vorlage genutzt und
das zweite identische Bild wurde zerschnitten.
Durchführung: Ein Puzzle wurde pro Tisch aufgebaut Durchführung: Die Bewohner sollten sich vor dem
und die Bewohner hatten die Möglichkeit, die ein- Öffnen der einzelnen Kiste überlegen, was sich in
zelnen Teile zu einem Ganzen zusammen zu fügen. der Kiste verbergen könnte. Beim Öffnen wurde
dann verglichen, ob die Idee mit dem tatsächlichen
2. Angebot: Memory Inhalt übereinstimmte. Der Inhalt sollte dann auch
Vorbereitung: Aus nostalgischen Postkarten und zum Anfassen und Fühlen anregen.
Motiven aus Natur und Tierreich wurden jeweils zwei
identische Blöcke verwendet. 4. Angebot: Gemeinschaftsbild
Durchführung: Die Postkarten wurden mit dem Bild Vorbereitung: Große Kartons bzw. Leinwände
nach oben auf einem Tisch verteilt. Die Bewohner wurden bereitgestellt sowie Acrylfarben und Pinsel.
mussten jeweils die Paare heraussuchen. Durchführung: Jeder Bewohner erhielt einen Pinsel,
»» Gemeinsam wird ein eine Farbe und eine Leinwand. Der Bewohner fing
Bild gemalt – alle sind 3. Angebot: Überraschungs- mit einer Farbe auf seiner Leinwand an zu malen
stolz auf das Ergebnis kisten mit Ratespiel und gab danach das Bild an seinen Nachbar weiter.
Vorbereitung: Kisten wurden mit diversen Motiven Dieser ergänzte das Bild mit einer anderen Farbe
beklebt und ein passender Inhalt mit »Schmunzel­ und so ging jedes Bild reihum bis jeder mit seiner
effekt« eingefüllt. Farbe etwas hinzugefügt hatte.

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Sehen  SeniorenWohnen München – Kieferngarten

Jahreszeitliche
Dekoration
Mit Bastelspaß kreative und
gestalterische Talente entdecken

Das gemeinsame jahreszeitliche Dekorieren der


Räumlichkeiten regt alle Sinne an. Zudem haben
die Senioren ein abwechslungsreiches Thema,
um sich auszutauschen. Auch beeinflusst eine
schöne Dekoration die allgemeine Stimmung und
die Atmosphäre im Raum.

Das gemeinsame Schaffen und Arbeiten mit den


Senioren lässt sich bestens beim wöchentlichen
Basteln der Gruppe »Kultur und Betreuung«
verwirklichen. Hier bekommt jeder der durch-
schnittlich 15 Teilnehmer eine wichtige Aufgabe
zugeteilt. Zur Jahreszeit passende Motive werden
ausgewählt, entsprechend vorbereitet und alle
werden beim Malen, Schneiden, Werkeln passend
angeleitet und unterstützt. Durch die vielen
unterschiedlichen Möglichkeiten kann für jeden
Bastler eine geeignete Aufgabe gefunden werden,
mit der er zurechtkommt und dabei Spaß hat. Nach
Fertigstellung der Dekorationen werden damit vor
allem der Konzert- und Theatersaal, das Café sowie
der Speisesaal verschönert.

Ziel Die Dekorationen kommen immer gut an und die


jahreszeitlichen Wechsel werden freudig erwartet.

* Verbesserung der Motorik und


der Hand-Auge-Koordination
Bewohner können an Blumen riechen, Holzarbei-
ten betasten und die vielen Farben bewundern. Vor
»»Frühling, Sommer, Herbst und Winter: jede
Jahreszeit bietet Gestaltungsmöglichkeiten

* Gefühl vermitteln, dass sie


gebraucht werden
allem die Helfer sind sehr stolz, wenn sie ihre
Arbeiten im Hause entdecken. Daran sieht man

* Gemeinschaft fördern deutlich, wie wichtig es ist, den Bewohnern beim


gemeinsamen Basteln das Gefühl zu vermitteln,
dass sie gebraucht werden.

16 17
Sehen  SeniorenWohnen Bad Füssing

Biographie-
Parcours
Stationen des Lebens
Die »guten alten Zeiten«
sind unvergessen – gerne
erinnert man sich an Früher »»»Weißt Du noch?« mit dieser Frage kamen
die Bewohner schnell ins Gespräch.

Vorbereitung, Durchführung, ganz klar der Positionswechsel heraus. Eine Person


Nachbereitung erzählte etwas aus ihrem Leben. Die anderen hörten
In den Gruppenstunden, wurde zur Anregung mit aufmerksam zu und ließen aussprechen.
Ziel den kleineren Bildern und mit Gegenständen, die Auch die »Vielredner«.
auf den Bildern abgebildet sind, gearbeitet. Bei den Einzelbetreuungen zeigten manche Be-

* Durch das gemeinsame Erin-


nern erfahren die Bewohner
Spezielles Handwerk zum Beispiel das Federn-
schleißen, wurde vorher recherchiert. Begonnen
wohner Freude am Mitteilen der eigenen Lebens-
geschichte, mache betrachteten »nur« die schö-
Wertschätzung und Bestäti- und beendet wurde die Stunde immer mit einem nen Bilder. Grundsätzlich gilt, in der Gruppe wie auch
gung. Durch das Betrachten Begrüßungs- und Verabschiedungslied. Das Betreu- bei den Einzelbetreuungen: Die Lebenserfahrungen
der Bilder, wird die Fähigkeit ungsteam sollte Mimik, Körperhaltung und verbale der Bewohnern, sind ihr persönliches, schützens- Zielgruppe
des Erinnerns gefördert. Das Reaktion genau beobachten, um so emotionale wertes Eigentum.
Grundbedürfnis, über Erlebnis-
se zu sprechen, wird gestillt.
Belastung sicher abfangen zu können.
* Teilnehmen können alle mobilen
Bewohner. In der Gruppe bis zu 15
Die Kommunikation wird ange- Wirkung auf die Bewohner Teilnehmern profitieren die
regt, das Kennenlernen neuer Die Fotografien weckten viele Erinnerungen. Bei Bewohner, die sich verbal nicht
Bewohner wird gefördert, das den Bewohnern und dem Betreuungsteam gleicher- mehr ausdrücken können, durch
Vertrauen untereinander und zu maßen. Die Bilder ermunterten zum Erzählen. Die Die Erinnerung die visuelle und akustische
den jeweiligen Betreuungskräf- Bewohner äußerten sich sehr positiv und erfreut. bringt mir zurück, Wahrnehmung. In der Einzelbe-
ten wird gestärkt. Sie erzählten lebhaft, von den »guten alten Zei- was ich längst verloren geglaubt. treuung, werden die gleichen
Ich schwelge in meinen Erinnerungen,
* Mit alten Fotografien wurden
die Flure in den Pflegewohnbe-
ten«. Sie genossen die Geselligkeit, das Vertrauen
und die Aufmerksamkeit aller, die an der Gruppen- träume mich zurück in schöne Zeiten,
Bilder in den Größen DIN A5 und
DIN A4 verwendet.
reichen umgestaltet. Dadurch stunde teilnahmen. Die Aufmerksamkeit, die ihnen finde viele abhandengekommene Kostbarkeiten.
wird eine Atmosphäre des entgegengebracht wurde, wirkte sich positiv und Und die schlechten Zeiten?
Vertrauten und des Wiederer- stärkend aus. Sie wurden als Persönlichkeit mit Da habe ich tatsächlich Erinnerungslücken.
© Annegret Kronenberg
kennens geschaffen. eigenen Lebenserfahrungen wahrgenommen. Sie
erfuhren Wertschätzung und Bestätigung.
Es kristallisierte sich bei den Gesprächen auch

18 19
Sehen  SeniorenWohnen Neu-Ulm Ludwigsfeld

Rollator-Training
in der Cafeteria
Sicherheit und Selbst-
ständigkeit im Alltag
»Das Alter ist nichts für Feiglinge« Stück nach vorne, bremsen und die Füße nachziehen.
Mit diesem Satz leitete die Physiotherapeutin die Einfüh- Klingt kompliziert – ist es auch! Aber Übung macht den
rungsrunde ein: Meister. Der Parcours konnte mehrmals gegangen wer-
Die Augen verschlechtern sich und das Gehör lässt nach, den, bis ihn alle Teilnehmer sicher und ohne Probleme
so dass nahende Autos schlechter wahrgenommen bewältigen konnten.
werden. Die Beine wollen nicht mehr so wie früher, die
Nerven bauen ab und die Reaktionszeiten werden lang- Nach dem Training wurden die Rollatoren von Fachperso-
samer. Ab dem 50. Lebensjahr erfolgt ein kontinuierlicher nal überprüft und gerichtet. Speziell die Bremsen wurden
Muskelabbau um ca. 1 Prozent pro Jahr. neu eingestellt.
In der Regel erhöht sich im Alter das Sturzrisiko. Die
Sturzgefahr ist bei unsicherem Gang immer gegeben.
Potentielle Sturzrisiken sind vielfältig, aufgrund der
Medikation, der körperlichen Beeinträchtigung, der
Umfeldgestaltung oder bedingt durch falsches
Schuhwerk. In Einzelfällen kann eine gepolsterte Spezial- Zielgruppe
hose vor schweren Sturzfolgen schützen.
Mitunter nimmt im Alter insgesamt die Selbständigkeit
ab, doch diese sollte unbedingt erhalten bleiben. * Alle Bewohner können auf
freiwilliger Basis teilnehmen.
Zuerst lagen neun Anmeldungen
Durchführung vor, doch als es losging, haben 15
Vom Team der Haustechnik wurde ein Parcours als Bewohner das Training absolviert.
Trainingsrunde aufgebaut: Gehsteige wurden mit einer Neugierige und interessierte
holprigen Gummimatte simuliert. Dahinter folgte eine Angehörige waren ebenfalls als
Bordsteinkante mit anschließender Kehre. Eine schiefe Zuschauer herzlich willkommen.
Rampe musste gemeistert werden, im Slalom ging es um
eng beieinander gestellte Kegel. Das sichere Hinsetzten
rückwärts auf einen Stuhl wurde geübt. Alle Bewohner
wurden einzeln begleitet und gesichert.
Die Teilnehmer übten danach ein größeres Hindernis zu
»»Eine schwierige Bordsteinkan- überwinden. Der Rollator musste frontal zu Kante gestellt »»Zufriedene und sichere Bewohnerinnen
te muss gemeistert werden werden, an der Sitzfläche angehoben werden, dann ein die »ihr« Training absolviert haben.

20 21
Riechen
Riechen   SeniorenWohnen München – Kieferngarten   | Riechen

Ziel »»»Pflanzendüfte sind wie Musik


für unsere Sinne.« (aus Persien)

* Ziel ist es, beim gemeinsamen


Kräuterbinden im SeniorenWohnen
Kieferngarten die Gemeinschaft
zu stärken und zu fördern und die
Sinne anzuregen.

»»Der Duft der Kräuter ist ein altes

Gesegnete
Sinnbild für die göttliche Güte

»»Das gemeisname

Kräuter
Binden der Kräuter-
In der Durchführung wurde ein großer Freiluftgottesdienst
buschen hat zum
gefeiert mit der Segnung der Kräutersträuße. Es wurden Erzählen angeregt.
bekannte Kirchenlieder gesungen und gemeinsam mit
unserem geistlichen Vertreter ein schöner Gottesdienst
gefeiert. Es wurde über die Heilwirkungen der verschiede-
nen Kräuter erzählt und die Bewohner wurden ermuntert,
an den Kräutern zu riechen und diese zu erraten.
An Maria Himmelfahrt werden In der Nachbereitung bekam jeder Bewohner einen
traditionell Kräutersträuße gesegnet. Kräuterstrauß überreicht, den er sich mit ins Zimmer Zielgruppe
nehmen konnte.

Wirkung auf die Bewohner * Alle Bewohner

Vorbereitung, Durchführung, Die Reaktion der Bewohner war sehr positiv. Es wurden * Gruppengröße beim Kräuter-
binden sechs bis acht
Nachbereitung Erinnerungen geweckt an frühere Gottesdienste. Beim Bewohner. Beim Gottes-
In der Vorbereitung wurden mit den Bewohnern Kräuter- Kräuterbinden wurden Erinnerungen wach an die Kräuter dienst etwa 50 Bewohner.
sträuße gebunden, in denen verschiedene Gewürze und Gewürze, die selbst in der Küche verwendet wurden,
enthalten waren, unter anderem Salbei, Majoran, Minze, oder als Heilkräuter zu gebrauchen waren. Es gab Ge-
Thymian, Rosmarin, Oregano und Melisse. Diese wurden sprächsrunden zum Thema und durch den olfaktorischen
mit einer Schleife verziert. und den haptischen Faktor war für jeden etwas dabei.

24 25
Riechen   SeniorenWohnen Rosenheim – Küpferling   | Riechen

»»Rezepte und Erfahrun-


gen werden ausgetauscht

Der Sinn der


Gerüche
Die menschliche Erinnerung ist
eng mit Düften verknüpft

Ziel
Vorbereitung
* Bei den Bewohnern des Hau- beitet, z.B. Kräuter schneiden, Tee aufgießen, Obst
ses mit verschiedenen Düften
Erinnerungen wecken und so- * Räumlichkeit, Getränke und Arbeitsmaterial werden
bereitgestellt.
zerkleinern, Kaffee mahlen. Hierbei wird der Ge­-
ruchsinn aktiviert. Die Ergebnisse werden im Anschluss
mit Anregungen für Gespräche
bieten. Es soll den Bewohnern * Es werden verschiedene Lebensmittel wie z.B. Tee-
sorten, Kräuter, Obst, Kaffee und vieles mehr je nach
gemeinsam genüsslich verzehrt oder begutachtet.
»»Das herrliche Aroma offenbart sich beim Schnippeln
die Möglichkeiten gegeben Themenbereich vom Team beschafft. Nachbereitung
werden, in Erinnerungen zu
schwelgen. * Anschließend werden diese zur Verwendung
bereitgestellt.
Bewohner werden verabschiedet und in ihre Wohn-
bereiche begleitet.

* Die Damen und Herren werden in die Räumlichkeiten


eingeladen und begleitet. Wirkung auf die Bewohner
Werden Sinne nicht stimuliert, verkümmern sie und das
Zielgruppe Durchführung Leben hat »weniger Sinn«. Durch die Sinne nehmen
Zum Einstieg werden alle Teilnehmer begrüßt, vorgestellt Menschen Kontakt mit der Umwelt auf. Die Anregung

* Alle Bewohner. Die optimale


Teilnehmeranzahl liegt bei acht
und mit einer passenden Geschichte zum Thema hin
geführt. Anschließend finden sich meist schon erste
kann auf einfache Art und Weise integriert werden.
Gerüche bleiben sehr lange im Gedächtnis haften. Die
bis zehn Personen. Teilnehmer, die Interesse an den ausgelegten Sachen Wahrnehmung von Gerüchen bringt oft eine Änderung
zeigen. Nun wird angefasst, betrachtet und daran gero- der Affektlage mit sich und ein Duft wird als angenehm
chen. Je nach Themenbereich werden die Produkte verar- oder unangenehm empfunden.

26 27
Riechen  SeniorenWohnen Bad Reichenhall – Marienheim

Aroma- Raumluft verteilt. Die Anwendung dauert in der


Regel 1–2 Stunden und kann mehrmals am Tag
wiederholt werden.

pflege
Massagen: Auch für Massagen sind ätherische
Öle sehr gut geeignet. Allerdings müssen die Öle
verdünnt werden. Bei den Basisölen sollte man nur
qualitativ hochwertige Produkte, am besten Biopro-
dukte, verwenden. Gängige Basisöle sind Olivenöl,
Mandelöl, Jojobaöl oder auch Sonnenblumenöl. Für
ein Massageöl werden 100 ml des Basisöls mit 10
Ein ganzheitlicher und ver-
Tropfen des ätherischen Öls angereichert. Zielgruppe
antwortungsbewußter Bäder und (Teil-) Waschungen: Um die ätherischen

Umgang mit ätherischen Ölen


Öle für ein Bad anzuwenden, benötigt man einen
Emulgator, z.B. Sahne, Honig oder Milch, mit dem * Aromapflege kann bei jedem Bewoh-
ner eingesetzt werden. Es gibt jedoch
das Aromaöl vermischt wird. Für einen Badezusatz Einzelfälle, für die Aromapflege nicht
ca. 10 Tropfen, für eine (Teil-) Waschung genügen angebracht ist. Beispielseise bei Aver-
Vorbereitung, Durchführung 2–3 Tropfen des ätherischen Öls. sionen gegen bestimmte Düfte oder

und Nachbereitung allergischen Reaktionen. Die Soziale


Wirkung auf die Bewohner Betreuung nutzt die Aromapflege für
Jeder Bewohner, der Aromaöle wünscht oder sich In der Aromapflege kann man durch verschiedene bestimmte Gruppenaktivitäten. Voraus-
gerne basal stimulieren lassen möchte, kann vor der Düfte verschiedene Wirkungen erzielen – beruhi- setzung ist allerdings, die Teilnehmer
Anwendung die verschiedenen Düfte der ätheri- gend oder belebend. können sich noch zu Verträglichkeit und
schen Öle probieren und auswählen. Im Rahmen der Abneigung von Aromen äußern. Zudem
Biografiearbeit werden die Lieblingsgerüche erfragt Beispiele für Aromen findet Aromapflege häufig bei schwer-
und gezielt bei schwer- und demenzkranken Bewoh- und ihre Wirkung: kranken, bettlägerigen aber auch bei
nern eingesetzt. Die Auswahl der Düfte erfolgt Nelke: Durch ihren süßlichen und gleichzeitig wür- demenzkranken Bewohnern Anwendung.
demnach sehr individuell. zigen Duft hat die Nelke stimulierende, anregende
Ätherische Öle werden dem Wasser für Bäder, (Teil-) und belebende Eigenschaften. Nelke kräftigt den
Waschungen beigemengt, mittels Duftbrunnen in Geist bei Konzentrationsschwierigkeiten oder
der Raumluft verteilt oder für Teilkörpermassagen geistiger Erschöpfung.
verwendet (basal stimulierend: belebend oder
beruhigend). Die Wünsche und Abneigungen der Fenchel: Das Fenchelöl hat einen süßlich anisähnli- Selbstvertrauen. Weiter wirkt Ylang Ylang psychisch
Ziel Bewohner werden berücksichtigt. Ätherische Öle chen Geruch, mit entspannenden ausgleichenden stärkend und kann Schlafstörungen mindern. Ylang
dürfen keinesfalls unverdünnt angewendet werden, Eigenschaften. Fenchel gilt als eine der ältesten Ylang ist gut für die Haut, es gibt ihr Feuchtigkeit
Durch die Anwendung ätherischer Öle in da sie die Haut reizen können. Alle Pflegenden, die Heilpflanzen und wird auch von uns geschätzt. zurück.
der Pflege wird: die Aromapflege anwenden, sind im Umgang mit

* das Wohlbefinden gesteigert den Ölen umfassend geschult. Wie lange eine Palmarosa ist ausgleichend und hautpflegend. Zeder: Das ätherische Öl der Zeder hat eine wär-

* basal stimuliert Aromapflege dauert, hängt von der jeweiligen Palmarosaöl wirkt harmonisierend und aufheiternd. mende, beruhigende und harmonisierende Wirkung.

* die Wahrnehmung von Düften


intensiviert
Anwendung und den Bewohnerwünschen ab. Es hat eine regulierende Wirkung und verleiht neue
Kraft und eine positive Einstellung. In einem Massa-
Es gilt als allgemein stärkend und das Atemsystem
kann durch die Verwendung eines Duftbrunnens

* Die Aromapflege ist auch sehr


gut für Bewohner in der palliativen
Duftlampe/Duftbrunnen: Für die Aromapflege mit
der Duftlampe oder dem Duftbrunnen werden auf
geöl oder verdünnt in der Badewanne kann Palma-
rosaöl bei Erschöpfung, Müdigkeit, Nervosität und
angeregt werden.

Phase geeignet und wird dafür 200 ml Wasser 3–5 Tropfen des gewählten ätheri- Stress angewendet werden. Lavendel: Das Öl hat einen sehr kräftigen Geruch. Es
auch vorrangig angewendet. schen Öls dazugegeben. Bei der Duftlampe wird duftet frisch und blumig. Lavendelöl wird gerne in
durch das elektrische Erwärmen und beim Duftbrun- Ylang Ylang: Da dieses Öl eine sehr ausgleichende der Naturkosmetik verwendet, findet aber auch bei
nen durch das Sprudeln des Wassers der Duft in der Wirkung besitzt, verleiht es innere Ruhe und schenkt Einschlafstörungen Einsatz.

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Riechen  SeniorenWohnen Hemau

Garten
kann jederzeit mit wenig Aufwand als Erinnerung gerufen und umgesetzt.
Medium innerhalb der Einzelbetreuung Die Bewohner berichten hierbei über
eingesetzt werden. Vorlieben sowie Abneigungen unter-

Rädern
Zudem steht ein Korb, bestückt mit schiedlicher Gerüche und können diese
Gartenhandschuhen, Pflanzwerkzeug benennen. Die damit verbundenen

auf und Arbeitsschürzen immer bereit, so


dass jederzeit mit den Pflanzarbeiten
Erinnerungen wie Kochrezepte, Erlebnis-
se und Emotionen werden geweckt. Be-

das mobile Hochbeet begonnen werden kann. Beim geplanten


Einsatz des Pflanzwagens werden, wenn
wohner, welche nur noch reduziert oder
nicht mehr verbal formulieren können,
möglich in Absprache mit den Bewoh- drücken sich durch gestische und mi-
nern, jahreszeitlich passende Kräuter, mische Darstellung aus und werden zur
So kommt der Garten Blumen und Erde vorab besorgt. Verbalisierung motiviert. Das gemeinsa-
Im Rahmen der Einzelbetreuung werden me Arbeiten und der persönliche Aus-
zu den Bewohnern durch die Pflanzarbeiten und die mitge- tausch fördern den Aufbau einer vertrau-
brachten Blumen und Kräuter die ensvollen Beziehung. Der Bewohner be-
Erinnerungen des Bewohners aktiviert. richtet von seinen Erfahrungen und es
Vorbereitung, Durchführung, können wichtige biografische Daten ge-
Wirkung auf die Bewohner sammelt werden, die wieder in den Pfle-
Ziel Nachbereitung
Die Reaktionen der Bewohner sind sehr ge- und Betreuungsprozess einfließen.
Gemeinsam mit dem Haustechniker wurde das Hochbeet positiv. Durch den Duft und die Farben

* Die Ziele des Angebots sind Erhalt


sowie Verbesserung der seelischen
geplant und ein Bauplan angefertigt. Die notwendigen
Materialien wurden von den Projektteilnehmern selbst
der Blumen und Kräuter wird immobilen
Bewohnern ein Stück Natur wieder näher
Verfassung. Zudem werden Erinnerun- besorgt. Die ordentliche Montage des Pflanzwagens gebracht. Das Interesse an der Gartenar-
gen durch den Einsatz von bekannten erfolgte durch den Haustechniker. Das mobile Hochbeet beit kann weiter erhalten werden und
Blumen, Kräutern und Naturproduk- hat seinen festen Platz im Wohnbereich gefunden und routinierte Arbeitsabläufe werden in
ten aktiviert. Im Speziellen soll eine Zielgruppe
basale, insbesondere eine olfaktori-
sche und gustatorische Stimulation
dieser Sinne erreicht werden. Hierbei * Das mobile Hochbeet soll vor allem von Bewoh-
nern genutzt werden, die aufgrund der reduzier-
werden durch Riechen und Schmecken ten Belastbarkeit stark in ihrer Mobilität einge-
unterschiedlicher Düfte biographische schränkt sind. Für Bewohner, die nur zeitweise
Erinnerungen geweckt. mobilisiert werden können oder bettlägerig sind,

* Erde und Kiesschicht können ertas-


tet und erfühlt werden. Blumen und
bietet der Pflanzwagen eine witterungsunabhän-
gige Beschäftigungsmöglichkeit. Durch die
Kräuter werden umgetopft und einge- schnelle Verfügbarkeit des mobilen Hochbeetes
pflanzt. Das fördert taktile sowie visu- kann Bewohnern mit schwankendem Allgemein-
elle Wahrnehmung und die Menschen zustand auch kurzfristig ein ansprechendes
werden wieder aktiv. Dies findet im Betreuungsangebot geschaffen werden.
Rahmen des Therapeutischen Tisch- /
Bettbesuches oder der Zehn-Minu-
ten-Aktivierung während der Einzel-
betreuung statt und wird im Team der
Sozialen Betreuung durchgeführt. »»Das mobile Hochbett ermöglicht ein
Gärtnern bei jeder Wetterlage

30 31
Riechen  SeniorenWohnen Grafenau

Wer riecht,
der fühlt!
Kräuter haben immer Saison –
ein zeitloses Angebot
gefüllt. Nach einer Trockenzeit von einem
Vorbereitung und Durchführung Tag wurde die Seife aus der Form genom-
Ziel Das Betreuungsteam besorgte Pflanzen und Kräuter, men und an die Bewohner verteilt.
die gemeinsam mit den Bewohnern umgetopft und zu

* Heutzutage wird die Bedeutung des


Geruchssinnes und die Wirkung
einem schönen Geruchspfad im Innenhof dekoriert
wurden. So entstanden eine Bank mit Duftrosen, eine
Aus Ringelblumen wurde eine Creme
gefertigt: Die getrockneten Blüten wurden
von Duftstoffen zunehmend wieder­ Bank mit Lavendel und eine Kräuterbank mit Minze, mit Melkfett erhitzt, abgekühlt und in
entdeckt. Kräutern, Gewürzen und Salbei, Majoran und Basilikum. Ebenso wurden kleine Tiegel gefüllt.
Räucherwerk werden für Wohlbefinden Schafgarbe, Ringelblume und Weihrauch eingetopft.
und Gesundheit eine positive Wirkung Der Geruchspfad kann jederzeit von mobilen und Brauchtumspflege – binden von Kräu-
zugeschrieben. Sie können zur Beru- immobilen Bewohnern besucht und genutzt werden. terbuschen zu Maria Himmelfahrt: Es
higung, Anregung und Stimmungsver- mussten mindestens sieben Kräuter und
besserung beitragen. Einen wesentli- Weiterverarbeitung Blumen mit eingebunden werden. Die
chen Einfluss auf den Geschmack hat Rosenseife wurde hergestellt: Duftrosenblütenblät- meisten Kräuter hatten wir vom Geruchs-
das Riechen und Schnuppern. Daher ter wurden mit den Bewohnern gemeinsam gepflückt pfad. Die fertigen Kräuterbuschen wur-
entstand die Idee, einen Geruchspfad und die Kernseife mit einer Reibe zerkleinert. den geweiht und jeder Bewohner bekam
im Innenhof zu entwickeln. Dabei Anschließend wurden Rosenblätter und Rosenöl einen. Er soll Glück und Gesundheit
waren die Erfahrungen und das Wissen zugegeben und das Gemisch in eine Herzform bringen.
der Bewohner sehr wertvoll. Wichtig
war neben dem Riechen und Genießen Herstellen von Lavendelduftsäckchen:
der eingepflanzten Kräuter und Pflan- Der Lavendel wurde getrocknet, kleinge-
zen die weitere Verarbeitung. schnitten und in kleine, selbst genähte
Säckchen gefüllt. »»Die Seifenproduktion auf Hochtpuren

Variationen von Holunder


Zielgruppe Gemeinsam wurde der Holunder gepflückt
Wirkung auf die Bewohner:
und verarbeitet zu: Durch die Gestaltung des Geruchspfads in unserem

* Das Projekt wurde im ganzen Haus


* Holler-Küchlein Innenhof wurde auch die Attraktivität und Akzeptanz
kommuniziert. An den Gruppenange-
* Holunder-Essig, Holunder-Öl dieses Bereiches deutlich erhöht. Die Gerüche von
boten nahmen jeweils zwischen sechs
und zehn Senioren teil. Vollständig * sowie Holunder-Himbeer-Erdbeer-
marmelade
Kräutern, Blumen sowie dem Selbsthergestellten
lösten Gefühle aus. Viele Gerüche erkannten die
immobile Bewohner wurden bei der Bewohner von früher und es wurden Erinnerungen an
Einzelbetreuung im Zimmer in das Trocken der Pfefferminze: Erlebnisse in der Vergangenheit geweckt. Man trifft
Projekt eingebunden. Für einen geschmackvollen Tee in den sich immer wieder dort, um noch einmal das Erlebte
Wintermonaten wurde die Pfefferminze Revue passieren zu lassen und das Wachstum der
zum Trocknen aufgehängt. Pflanzen zu beobachten.

32 33
Riechen  SeniorenWohnen Hoefelmayrpark in Kempten

Kräuter und
Gewürze – Erleben,
schmecken und riechen
Ein Gaumenfestival mit Mango-Pfefferminz­
Ziel lassi und karamelisierten Lavendelblüten.

* Den Bewohnern werden durch ver-


schiedene Aktionen, wie das Sam-
Die Aktionen im Überblick
meln, das Anpflanzen von Kräutern
und Heilpflanzen, deren anschlie- Im Jahresverlauf sammelten wir mit Bewohnern Bärlauch und
ßende Verarbeitung bis Spitzwegerich, pflanzten Kräuter an und »begossen« die Aktion
hin zum Verzehr und/oder der mit von der Küche hergestellter Maibowle. Während der Wande-
Verwendung als Hausmittel die rungen suchten wir Kräuter, aus welchen wir kurz später mit
Gelegenheit geboten, ihren Ge- den Bewohnern Salben, Tinkturen, Cremes und Öl herstellten.
schmacks- und Geruchssinn anzu- Der Küchenleiter zauberte aus Kräutern und Gewürzen verschie-
Die einzelnen Aktionen
regen und ihre Erinnerung aufzu­ dene Eissorten, die herrlich erfrischten und informierte uns Im April begaben sich unter der Führung der Köche
frischen. Ihre im Lauf eines langen über die Verwendung von Kräutern und Gewürzen in der hausei- ein knappes Dutzend Bewohner des Betreuten
Lebens erworbenen »medizini- genen Küche. Wohnens und die Mitarbeiterin der Sozialen Be­
schen« und gärtnerischen Kom- Es folgten Handmassagen mit Kräuterölen und das Atmen von treuung im Hausbus und Privat-PKW zur Iller, um
petenzen sowie ihre Fähigkeiten Wellness-Düften, sowie ein gemeinsames Gewürzkuchen- und auf den Wiesen und Wäldern entlang des Flusses
im Bereich »Kochen und Backen« Plätzchenbacken für alle interessierten Bewohner. den dort üppig wachsenden Bärlauch zu pflücken.
werden wiederbelebt. Eifrig waren alle mit gebücktem Rücken unter­-
wegs und in kürzester Zeit die mitgeführten Ei­­-
mer, Körbchen und Stoffbeutel gefüllt. Besonders
Emsige sorgten gleich für ihr eigenes selbst zu­ Zahl sich inzwischen verdoppelt hatte, eine von
bereitetes Abendmahl vor. Die Küche hingegen der Küche selbst zubereitete Maibowle mit frischem
kredenzte allen Bewohnern Bärlauchsuppe und Waldmeister.
Bärlauchquark. Im Juni orderten wir mehrere Fahrzeuge vom Roten
Ebenfalls noch im April trafen sich rund 15 Bewoh- Kreuz, um auch unsere interessierten gehbehinder-
ner und Soziale Betreuungen aller Wohnbereiche ten Bewohner, die auf Rollator oder Rollstuhl
in unserem hauseigenen Park, um unter der kun­ angewiesen sind, auf eine Kräuterwanderung durch
digen Führung eines Bewohners Spitzwegerich den Kemptener Wald mitnehmen zu können. Unter
zu sammeln, der dann anschließend zur gesund- der kundigen Führung einer Kräuterfachfrau suchten
heitlichen Verwendung mit und von den Bewoh­- und sammelten Bewohner wie Personal Heilpflan-
nern verarbeitet wurde. zen und Kräuter, deren Geruch und Geschmack auch
»»Die Aktionen an der frischen Im Mai pflanzten wir vor dem Hauptgebäude Kü- gleich vor Ort getestet wurde.
Luft wurden von den Teil-
nehmern als angenehme chenkräuter mit ca. 20 interessierten Bewohnern. In der darauffolgenden Woche trafen sich rund 25
Abwechslung wahrgenommen. Anschließend gab es für alle Anwesenden, deren Bewohner erneut und stellten gemeinsam mit der

34 35
Riechen   SeniorenWohnen Hoefelmayrpark in Kempten   | Riechen

»»Seit der Pflanzaktion im Mai


wachsen Küchenkräuter im
Beet vor dem Hauptgebäude

karamelisierten Lavendelblüten. Das


Rezept hierzu finden Sie auf Seite 61
Dieses »Gaumenfestival« ließ keinen
Bewohner »kalt« und mangels weiterer
Magenkapazitäten mussten Etliche
anschließend auf ihr Abendessen ver-
zichten. Dies wurde aber durch ein freu-
diges »das könnte jeden Tag so sein«
verschmerzt. Tagelang schwelgten die
Bewohner noch in der Erinnerung an den
Geruch und Geschmack der dargebote-
nen Eisspezialitäten.
Ende September hielt der Küchenleiter,
im Speisesaal einen interessanten und
informativen Vortrag über Herkunft,
Ursprung und Verwendung von Kräutern
Kräuterfachfrau sowie den Sozialen und Gewürzen in der heimischen Küche.
Betreuungen Salben, Tinkturen und Dabei konnten die Bewohner nicht nur
Speiseöle her. Die entsprechenden frische Gewürze und Kräuter erfühlen,
Utensilien wie Gläser mit Schraubver- riechen und schmecken. Sie erhielten
schluss, Plastikdöschen und weitere auch kleine Köstlichkeiten von der Küche
Behältnisse besorgte das Personal im dargereicht, in denen die verschiedenen
Vorfeld. Bestens ausgerüstet wurde jetzt Aromen geschmacklich intensiv wahr
das Sammelgut mit Feuereifer geschnip- genommen werden konnten. Bei der
Zielgruppe selt, gerupft, gerührt und im Mörser Verköstigung entwickelte sich eine rege
zerkleinert. Anschließend konnte sich Unterhaltung, die weit über das geplante

* Alle Bewohner, deren Geschmacks-und Geruchssinn


ein solches Erleben möglich macht. Insbesondere
jeder nach seinen Bedürfnissen aus dem
hergestellten Sortiment etwas auswäh-
Veranstaltungsende hinausreichte.
Im Oktober wurden die Sinne unserer
fühlten sich die Bewohner angesprochen, die sich len. Bewohner mit aus Kräutern hergestellten
selbst mit Naturheilmitteln, gärtnerischen Tätigkeiten Im August fand unser Eisnachmittag Wellnessdüften und Handmassagen an-
befasst und/oder gern mit Kräutern gekocht haben. statt, bei dem die Bewohner angesichts regt und verwöhnt.

* Für die Sammelaktionen war allerdings ein Mindest-


maß an Beweglichkeit Voraussetzung, wobei eine Teil­-
der Eiskarte mit der Sonne um die Wette
strahlten. Mit Hochgenuss verspeisten
Im November zogen vorweihnachtliche
Düfte durch´s Haus, um die Bewohner
nahme im Rollstuhl kein Problem darstellte, sofern der sie das von unserer Küche mit frischen auf die Advents- und Weihnachtszeit
betreffende Bewohner mobil genug zum Sitzen war. Kräutern und Gewürzen hergestellte vorzubereiten und einzustimmen. Unter

* Die Teilnehmerzahl schwankte somit bei den einzelnen


Angeboten zwischen 15–20 (bei den Sammel-, An-
Speiseeis. Gewählt wurde zwischen
Zitronensorbet mit Hibiskus-Rosenblü-
Anleitung des Küchenleiters und der
Sozialen Betreuungen wurden mit den
pflanz- und Verarbeitungsaktionen) und um die 80 bei tengelee, Mango-Pfefferminzlassi mit Bewohnern Gewürzkuchen und Plätz-
den Verzehraktionen im Speisesaal. Johannisbeeren, Aprikosengranita mit chen gebacken, die anschließend auf
Zitronenthymian und Mandelschaumso- allen Stationen und im Speisesaal »»Der Vortrag über Kräuter und Gewürze wurde
ße und Vanilleeis mit Kürbiskernöl und dargereicht wurden. anschaulich mit vielen Kostproben gestaltet

36 37
Riechen   SeniorenWohnen Bad Reichenhall – Kirchberg   | Riechen

»»Der intensive Geruch der Thuja


erinert an Obst und Kräuter

»Nichts belebt die


Vergangenheit so vollständig
wieder, wie ein Duft.«
Vladimir Nabokov

Grünes begreifen Frühlingsduft


und erleben
Den Kontakt mit der Natur mit
liegt in der Luft
Das Aroma der wieder erwachenden
Ziel »Kopf, Herz und Hand« ermöglichen Natur weckt die Lebensgeister

* Das Ziel der Aktivierungs- und


Erinnerungsrunden ist erster Linie
die Förderung der Sozialkontakte Palmbuschen-Binden Vorbereitung und Durchführung Mitbewohner des Wohnbereichs begrüßt und
und Kommunikation unter den Jedes Jahr ein besonderes Erlebnis: Gemeinsam wer- Das Team der Sozialen Betreuung besorgt die Ma- vorgestellt. Im Hauptteil wird gesungen, erzählt,
Mitbewohner in den Wohnberei- den bereichsübergreifend Palmbuschen gebunden. ­terialien, die benötigt werden. gemeinsam gebetet und vorgelesen. Zudem gibt
chen. Ein weiterer wichtiger Punkt Diese werden am Palmsonntag in der hauseigenen Durch den Duft oder die Farben der Blumen wird es verschiedene Materialien, Naturalien oder
ist die Anregung der Sinne bei Kapelle vom Pfarrer geweiht. den Menschen wieder ein Stück Natur näher ge- Bilder zum Ansehen. Es werden auch frühere
demenziell erkrankten Menschen Hier kommen Bewohner mit unterschiedlichen Krank- bracht. Die Teilnehmerzahl bei Gruppenstunden Erinnerungen ausgetauscht.
und die Erinnerungsarbeit durch heitsbildern aus allen vier Wohnbereichen zusammen. in den Wohnbereichen beläuft sich zwischen acht
Gespräche, Geschmacksvarian- Es werden wieder die Sozialkontakte im Haus gefördert, und zwölf Bewohnern. Wirkung auf die Bewohner
ten, Düfte oder Naturprodukte. sowie das soziale Verhalten. Menschen helfen sich Bei Gruppenaktivierungen gibt es immer eine Die Reaktionen der Bewohner sind sehr positiv,
untereinander. Vor allem wird der Geruchssinn angeregt, Einführung mit Informationen zum Thema und zur es wird zu Gesprächsthemen animiert und Erin-
es riecht nach Natur. zeitlichen Orientierung. Ebenso werden neue nerungen werden geweckt.

38 39
Riechen  SeniorenWohnen Alzenau

Aromatherapie Bergamotte

* belebend
* stimmungshebend
mit Ölen und Düften * antiseptische
(keimreduzierend)
Eigenschaften

* hautregenerierend
Duftprofil: frisch, grün-fruchtig, leicht Lavendel
Aromapflege in Kombination mit anderen Pflegemetho- Duftwirkung: erheiternd
Lavendel fein
den wie z. B. Basale Stimulation 5), kann bei Demenzkran- Rosengeranie
* besänftigt empfindliche Haut

ken einige belastende Symptome verbessern. Es gibt eine * antiseptisch


* ausgleichend
entspannend

* adstringierend
* beruhigend
Vielzahl an Anwendungen, wie Massagen, Einreibungen,
* reizlindernd bei entzündeter und
* Spannungen lösen sich, Ruhe kehrt ein
Waschungen, Bäder und Hautpflege.
gereizter Haut
Duftprofil: warm, rosig, blumig * frisch, krautig, mild-kampher
Duftprofil:
Duftwirkung: harmonisierend Duftwirkung: entspannend
Bergamotte
* Ätherische Öle (griechisch: Himmelsduft) sind immer
hochkonzentrierte Substanzen. Rosengeranien Orange

* Prüfen Sie die Qualität der Öle und verwenden keine


* hebt die Stimmung
billigen. Bewährt haben sich die Naturkosmetikmarken
* entzündungshemmend
löst Spannungen
Primavera I) oder Neumond II).
* hilft, die Haut zu beruhigen und zu reinigen
* Bei Allergikern und Asthmatikern folgende Öle meiden, sie
sind allergen und können die Schleimhäute reizen: Anis, * fruchtig, frisch, warm
Duftprofil:
Eukalyptus, Kampfer, Koriander, Kümmel, Muskatnuss, Men- Duftwirkung: erheiternd
thol, Nelke, Pfefferminze, Rosmarin, Salbei, Thymian,
Teebaumöl, Wacholder, Wurzelöl, Ysop, Zeder, Zimt.

* Nicht zu häufig und dauerhaft anwenden, sonst gewöhnen


sich die Menschen an den Geruch.

* Öle nicht innerlich anwenden

* Öle nicht pur auf der Haut anwenden


Rosmarin

Man unterscheidet:

* Kopfnote = kurze Verflüchtigungszeit (1–2 Stunden). Duft


entwickelt sich sofort im Raum und baut sich schnell wieder
ab, z.B. Orange, Mandarine.

* Herznote = mittlere Verflüchtigungszeit (2–5 Stunden). Duft


ist intensiv und blumig, z.B. Rose, Lavendel, Melisse.

* Basisnote = lange Verflüchtigungszeit (6–24 Stunden). Orange


Tiefe, erdige Wirkung, z.B. Honig, Vanille.
  Rosmarin Campher
Ätherische Öle sorgen bei palliativen Prozessen und in der
* klärend
Sterbebegleitung für Entspannung, Geborgenheit und seeli-
* durchblutungsfördernd
sches Wohlbefinden. Speziell das Rosenöl führt über Bäder und
* antibakteriell
Massagen zu tiefgehenden Erfahrungen bei Patienten und
ihren Angehörigen. Folgende Öle sind im Übergangskästchen * reinigt und harmonisiert unreine Haut
Duftprofil: frisch, klar, krautig
vorhanden: Duftwirkung: vitalisierend

40 41
Riechen  SeniorenWohnen Alzenau
Jasmin

Wacholder

* reinigend
* vitalisierend
* kräftigend
* strukturgebend
* gewebestärkend
* belebt die Sinne
Duftprofil: frisch, grün, waldig
Duftwirkung: vitalisierend

Jasmin

* Jasmin
* duftet sinnlich

* erotisierend Zielgruppe
Wacholder
* die
für
entspannend
Hautpflege werden dem Öl
antiseptische, zellerneuernde und
reizlindernde Wirkungen zugeschrieben. * Mundpflege ist ein gleichermaßen
wichtiges wie schwieriges Thema, da der
Duftprofil: betörend, blumig, sinnlich Mund zu den intimsten Zonen des
Duftwirkung: harmonisierend Menschen gehört und viele Bewohner
die Mundpflege kaum oder gar nicht
zulassen. Probleme wie Mundtrocken-
heit, Mundgeruch, schmerzhafter Mund,
Soor oder Borken und Beläge können
Mandelbaum
nichtmedikamentös im Rahmen der
Aromapflege behandelt werden.

Jojobastrauch

Jojobaöl

* spendet intensive Feuchtigkeit Mandelöl


und nährt
* das klassische Öl zur sanften Pflege

* stärkt hauteigene Schutzbarriere der Haut

* schützt * lässt
Zypressen vor Feuchtigkeitsverlust und sich gut mit ätherischen Ölen
Umwelteinflüssen mischen.
Zypresse
* strafft das Bindegewebe
* schenkt der Haut ausgewogene Feuch-

* durchblutungsfördernd * hat einen leichten natürlichen


verfeinert das Hautbild tigkeit, macht sie geschmeidig und

* antibakteriell * Lichtschutzfaktor. schützt sie

* adstringierend * fördert die Durchblutung

* stimulierender Duft klärt den Geist


* Für alle Hauttypen geeignet; beson-
* wirkt beruhigend auf gereizte Haut
Duftprofil: herb, klar, harzig
Duftwirkung: vitalisierend
ders wirksam bei fettiger und gereiz-
ter Haut. * für alle Hauttypen geeignet; besonders
wirksam bei trockener, empfindlicher

42 43
Riechen  SeniorenWohnen Alzenau Rezept   | Riechen

Rezepte für
Anwendungen

Pfefferminze

* Achten Sie auf eine korrekte Deklara-


tion der Inhaltsstoffe
Mundpflege-
butter
Erfrischendes
Fußbad
Für eine
Kompresse
* Sie müssen frei von Parabenen, PEGs
und Silikonen sein

* 8020 Tropfen
g zimmerwarme Butter
* 21 Tropfen
Tropfen Grapefuit, bio
* 22 Tropfen Rosmarinöl
Öle bei Asthma geeignet*):
* fleischöl, bioSanddornfrucht- * 1 Tropfen Zitrone, bio
* Tropfen Lavendelöl

* Kamille * 1 Tropfen Orange,


Ysop römisch nerv. Asthma bio Geben Sie beides auf eine

* Galbanum Bronchitis,
Petit Grain nerv. Asthma
* 15 Teelöffel flüssiger Honig
* Pfefferminze, bio Kompresse, die Sie im Raum
Aromapflege mit Ölen * Fenchel Bronchitis, Asthma * 5 Tropfen
Tropfen Zitronenöl, bio befestigen, sodass sich die

* Ysop Asthma Asthma * 5 Tropfen Grapefruitöl, bio Die Duftmischung in 2–3 EL Düfte gut verteilen können.

* Alant *
Nutzen Sie Zitronenöl in der Arbeit mit an Orangenöl, bio Sahne lösen oder in Meersalz gut

* Lavendel fein Husten,


Demenz erkrankten Menschen. Es kann Asthma einrühren und ins Fußbad geben.
die Vigilanz steigern und kognitive Fähig-
keiten anregen. * Asthma, asthmati-
sche Bronchitits
Die Zutaten werden miteinander
vermischt und in Eiswürfelformen
Ingwer-
Zitrone-Minze-
Anwendung in der Duftlampe:
* Benzoe Siam Asthma eingefroren, sodass sie anschlie-
Sirup
* 13–4Tropfen Pfefferminzöl
* Fichtennadeln ßend gelutscht werden können. Für die
* Mischung
Tropfen Zitronenöl
* Iris Die Mundpflegebutter kann Duftlampe
Die kann auch auf eine warme portioniert auf die Wohnbereiche
* 11 Liter Wasser
oder kalte Kompresse gegeben werden. Öle, die bei Asthma nicht zur individuellen Verwendung
* 100kg gZucker
Verwenden Sie Lavendel- und Rosmarinöl, angewendet werden sollten*): gegeben werden und schmeckt
* 13–4Tropfen Pfefferminzöl
* geschältfrischer Ingwer,
um schlechten Gerüchen
* Eukalyptus alle Sorten sehr gut, probieren Sie es doch
* Tropfen Zitronenöl und in dünne
(z.B. durch Ausscheidungen, offene
* Öle die Kampfer enthalten einmal selbst! Scheiben geschnitten
Wunden, Dekubitus) in Zimmern
* Kampfer Die Mischung kann auch auf
* 8 unbehandelte Zitronen
entgegenzuwirken.
* Lavandin super eine warme oder kalte Kompres-
* 1 Handvoll frische

* Alle Rosmarinsorten Sanddorn se gegeben werden. Verwenden Pfefferminze

Wie erkennt man die Qualität * Salbei Sie Lavendel- und Rosmarinöl,

* Schafgarbe um schlechten Gerüchen (z.B. Wasser, Zucker, Ingwer 10 Minu-


der ätherischen Öle?
* Schopflavendel durch Ausscheidungen, offene ten unter gelegentlichem Rühren

* Sie sollten naturbelassen sein und


nicht verändert sein, idealerweise * Speiklavendel Wunden, Dekubitus) in Zimmern
entgegenzuwirken.
köcheln lassen. Von den Zitronen
Schale abreiben und auspressen.
Bio-Qualität Rezept für ein Aromabad Minze waschen und mit Zitronen-

* Sie dürfen nur das Öl der angegebenen


Stammpflanze enthalten
Ätherische Öle stets mit einem Emulgator
mischen, z.B. mit Sahne oder Honig, flüs-
abrieb und Saft zum Zuckerwasser
geben. Abkühlen lassen und ab-

* Sie müssen frei von synthetischen


Zusätzen sein
siger Seife oder einer Handvoll Meersalz.
Für ein Vollbad braucht man:
seihen. Nochmal aufkochen und
in Flaschen abfüllen. Herrlich er­-

* Sie müssen sortenrein sein, also nicht


mit anderen Ölen gestreckt werden * 5-15 Tropfen ätherisches Öl nach
Belieben in den Emulgator gemischt
frischend und anregend.

44 45
Schmecken
schmecken   SeniorenWohnen Bad Reichenhall – Kirchberg

Ein Blick in
Großmutters
Backstube
Man nehme:
Eier und Schmalz,
Butter und Salz ...

Ein bis zwei Mal im Monat steht im SeniorenWoh-


nen Kirchberg die Backrunde in den einzelnen vier
Wohnbereichen auf dem Programm. Dies kommt
bei den Bewohnern immer sehr
gut an, denn es darf schon vorher genascht wer-
den. Hierbei werden der Geruchs- und der Ge-
schmacksinn angeregt. Wer sich hauswirtschaftlich
betätigen will, darf mischen, rühren oder Obst
schälen und schneiden.
Je nach Wohnbereich nehmen zehn bis 15 Be­-
Waffelrezept
»»Der Höhepunkt des Nachmittags ist natürlich die Verkostung 250 g Butter
wohner teil. Die Vorbereitungen hierzu sind
nicht besonders aufwändig. Die benötigten Zutaten 100 g Zucker
werden einige Tage zuvor in der haus­eigenen Küche
2 Eier
1 Pack Vanillezucker
bestellt. Der Backvorgang findet direkt in den
1 Schuss Rum
Sitzgruppen statt, damit die Leckereien besser
500 g Mehl
gerochen werden können. Zum Kuchenbacken wird
1 Pack Backpulver
das Minibackeisen verwendet. Aber auch Waffeln 500 ml Vollmilch
und Pfannkuchen werden gebacken, damit die
Wartezeit nicht zu lange ist, bis es endlich etwas
zum Probieren gibt.
Ziel In Gesprächskreisen werden auch bei diesen
Gruppenstunden alte Erinnerungen geweckt.

* Gemeinsames Tun schenkt


Freude. Besonders das gemein-
Es werden Rezepte ausgetauscht, die teilweise
noch aus Großmutters Backstube stammen.
same Backen löst einen Bewohner erzählen, zu welchen besonderen
angenehmen Küchentratsch Anlässen es früher besondere Leckereien ge­geben
über vergangene Zeiten und hat oder was die Oma oder Mama früher für Köst-
regionale Spezialitäten aus. lichkeiten auf den Tisch gebracht haben.
Das Wichtigste allerdings ist das herzhafte Hinein-
beißen und Genießen.

48 49
schmecken   SeniorenWohnen Bad Reichenhall – Kirchberg

Vitaminbasar
Frisches Obst und Buttermilch
machen Lust auf Vitamine.
Außerdem wird der Geschmacks-
sinn erhalten.

Jeden Mittwoch findet im Erdgeschoss in Besorgungen zu machen. Es herrscht


der Eingangshalle der Vitaminbasar statt. immer sehr großer Andrang.
Hier treffen sich Bewohner der gesamten Es werden verschiedene Obstsorten,
Einrichtung zum »Einkauf«, natürlich je nach Jahreszeit, und frische Butter-
kostenlos und zum »Ratschen«, wie man milch angeboten.
in Bayern sagt. Der Geschmacksinn wird aufrecht er­-
Wer nicht allein kommen kann, wird von halten. Die Bewohner teilen ihre Vor-
der Sozialen Betreuung begleitet. Der lieben und besonderen Wünsche der
Vitaminbasar wird regelmäßig von 30 bis Geschmacksrichtung mit.
40 Bewohnern besucht. Das Obst bietet besonders auch etwas
Ziel hierbei ist es, zeitliche Orientierung für die visuelle Wahrnehmung. Es wird
zu haben, sich Termine zu merken und farblich und nach Fruchtarten sortiert.
natürlich das Gefühl, eigenständig
»»Der Andrang ist groß

»»Der Vitaminbasar je­-


den Mittwoch ist eine
wunderbare Gelegen­-
heit zum Ratschen über
unterschiedliches Obst
und Erinnerungen.

50 51
schmecken  SeniorenWohnen Wolframs-Eschenbach

Holler-
blütenduft Rezepte für
10 Holunder-
liegt in der Luft küchle:

Mit Hollerküchle 200 g Mehl


250 ml Milch
zum Aktivierungs- und 6 Eier
Erinnerungsevent »»Was! Des gibt´s ja net. Hollersträubele macht ihr! Da 1 Prise Salz
bleib i da, doa drauf gfrei i mi«.
200 g Zucker
1 TL Zimt
Vorbereitung: Nachbereitung: 1 Schuss Rum
Im Juni werden die Holunderblüten gesammelt und Die übrigen Holunderküchle werden an weitere Fett zum Backen,
gezupft. Der Raum wird vorbereitet und bestuhlt. Die Bewohner und Mitarbeiter verteilt. Puderzucker zum
entsprechenden Zutaten werden in der Küche bestellt. Restliche Lebensmittel werden ordentlich auf- Bestäuben
Schüssel, Handtücher, Tabletts, das Rührgerät, Küchen- geräumt und alle Gegenstände werden gereinigt.
krepp, Getränke, die Kochfeldplatte, eine große Pfanne, Die Veranstaltung wird korrekt dokumentiert. Die Holunderblüten mehrmals ins
Sieb und Schaumlöffel werden bereitgestellt. kalte Wasser tauchen bis sie sauber
Wirkung auf die Bewohner sind. Auf Küchenpapier abtropfen
Ziel Durchführung: Die Reaktionen der Bewohner sind immer sehr lassen.
Die Holunderblüten werden mit Unterstützung der positiv – der spezielle Geruch der Holunderblüten Aus Mehl, Milch, Eier und Salz einen

* Das Ziel dieses Angebots ist die


Anregung der Sinne und natürlich
Bewohner in den Schüsseln gewaschen und von
verblühten Blüten befreit. Der Stiel bleibt bis zu einer
ist fast allen Bewohnern bekannt und weckt Erin-
nerungen an Früher. Eigentlich werden alle Sinne
dicklichen Pfannkuchenteig herstel-
len. Die abgetropften Holunderblüten
die Erinnerungsarbeit durch Ge- Länge von 10 cm an der Blüte. angesprochen. Die Wahrnehmung und die Sprache durch den dicklichen Teig ziehen und
spräche, Düfte, Blüten und Blätter. Anschließend wird der Teig für die Hollerküchle herge- werden gefördert. Soziale Kontakte werden ermög- im 180 Grad heißem Fett schwimmend
stellt. Die gewaschenen Holunderblüten werden erst in licht, motorische Fähigkeiten geschult und das ausbacken. (1)
Mehl getaucht, dann in den Teig getunkt und goldgelb Gedächtnis aktiviert. Außerdem stellt dieser jährlich Danach auf Küchenpapier vom über-
im heißen Fett gebacken. Nachdem das Gebäck abge- wiederkehrende Event eine schöne Abwechslung schüssigem Fett befreien und mit dem
Zielgruppe kühlt ist, wird der Stiel abgeschnitten. Es wird mit vom Alltag dar und bietet Freude und Spaß am Zucker-Zimt Gemisch großzügig
Puderzucker bestäubt und serviert. gemeinsamen Backen. bestreuen. (2)

* Geeignet sind alle Bewohner,


die Gesellschaft mögen, sich
Wichtig dabei ist das Gespräch mit den Bewohnern, die
sich so austauschen und Erfahrungen mit den Gruppen-
gerne in der Natur aufhalten mitgliedern teilen.
und die Freude am Backen Der Duft breitet sich im ganzen Haus aus und zieht (1) (2)
und Ausprobieren haben. andere Bewohner und auch Besucher an, die Interesse

* Die Teilnehmerzahl: 4–30 Be-


wohner, je nach Planung
und Neugier zeigen.
Der Hunger bzw. »die Gelust« nach dem besonderen
52 Gebäck im Monat Juni kommt von allein, denn es
handelt sich um eine schöne ländliche Tradition.

52 53
schmecken   SeniorenWohnen Augsburg-Haunstetten

Ein Lächeln
Ein Lächeln kostet nichts, aber es gibt viel.
Es macht den reich, der es bekommt,
ohne den, der es gibt, ärmer zu machen.
Es dauert nur einen Augenblick,
aber die Erinnerung bleibt manchmal für immer.
Niemand ist so reich, dass er ohne es auskommen kann
und niemand so arm, dass er nicht durch
ein Lächeln reicher gemacht werden könnte.
Ein Lachen bringt Glück ins Haus,
fördert den guten Willen im Geschäft
und ist das Zeichen für Freundschaft.
Es gibt dem Erschöpften Ruhe, dem Mutlosen Hoffnung,
dem Traurigen Sonnenschein
und es ist der Natur bestes Mittel gegen Ärger.
Man kann es nicht kaufen, nicht erbetteln, leihen oder stehlen,
denn es ist solange wertlos, bis es wirklich gegeben wird.
Manche Leute sind zu müde, Dir ein Lächeln zu geben.
Schenk´ ihnen Deins, denn niemand braucht ein Lächeln

Unterwegs mit dem nötiger als jener, der keins mehr zu geben hat.
(Gedicht eines unbekannten Autors des 17. Jahrhunderts)

Schmankerl-
wagen verständlich soll ein demenziell er-
krankter Mensch nicht mit Reizen über-
flutet werden.
die Sinne anzusprechen. Der Schman-
kerlwagen, ein Küchenwagen, wird zu
einem fahrenden Buffet umgewandelt.
Das Auge ißt mit – zum Das Ziel, ein Lächeln mit einem beson­ Das heißt, ein rotes Seidentuch wird
deren Angebot in die Gesichter der ringsum gespannt, vier silberne Tabletts
Anbeißen schön: Schaumküsse Bewohner zu zaubern, war geboren und mit leckeren Köstlichkeiten, je nach
Ziel und Schmalzbrot. wird seit etwa zwei Jahren umgesetzt. wöchentlichem Angebot abwechselnd
Es ist ein zusätzlicher Bestandteil von süß und deftig, werden darauf angerich-

* Mit dem Schmankerlwagen soll


den Bewohnern ein Lächeln Jeder Mensch hat eine individuelle Tagesstruktur. Im
Wohlbefinden, Lebensqualität und damit
Teil professioneller Pflege.
tet. Da gibt es Schnittchen mit Lachs,
Salami, Quark, Schmalzbrot mit Schnitt-
entlockt werden: einmal wö- Hinblick darauf gibt es die verschiedensten Gruppen- lauch oder Käsehäppchen mit Weintrau-
chentlich gibt es etwas Außerge- und Einzelangebote, an denen die pflegebedürftigen Konzept ben, Tomaten und kleingeschnitten Gur-
wöhnliches zu sehen und zu Senioren teilnehmen können. Für Bewohner, die aufgrund ihrer Diagno- ken. Schaumküsse sowie Eierlikör mit
schmecken. Je nach Jahreszeit werden Feste gefeiert, Rituale oder sen nicht selbstständig vom Angebot des Schokobechern, jahreszeitliches Obst wie
Bräuche ausgeübt. Es gibt aber auch bewusst Zeiten, Schmankerlwagens wählen können, ist Trauben, Melone, Bananen, Orangen,
in denen die Menschen nicht beschäftigt sind. Selbst- immer etwas dabei, um auch bei ihnen Mandarinen, aber auch Kekse und kleine

54 55
schmecken  SeniorenWohnen Augsburg-Haunstetten

Muffins werden darauf platziert. Das


Angebot soll dann je nach Erfahrung
variieren. Der Wagen fährt jeden Montag
durch die Wohnbereiche und wird mittels
Glockengeläute angekündigt. Als Ritual,
um sich im emotionalen Erfahrungs-
gehirn zu verankern. Die beschriebenen
Köstlich­keiten helfen, Gefühle zu we­-
cken: Zu­wendung, Geborgenheit, in
Erinne­rungen schwelgen, Sinne erfah­-
ren, Kom­muni­zieren, Respekt und An­
erkennung sowie Spaß.

Vorbereitung »»Der Schmankerl-Wagen hat sich zu einer beliebten Abwechslung entwickelt


Jeden Montag gegen 12:45 Uhr fängt das
Betreuungsteam an, den Schmankerl­
wagen herzurichten. Im Vorfeld hat das
Küchenteam bereits die bestellten neugierig auf den Wagen und zeigen was
Lebensmittel geliefert. sie möchten. Die Bewohner fangen an
Auf den Tabletts werden die Toasthäpp- zu strahlen und zu lächeln. Ein fester
chen bestrichen, belegt, kleingeschnit­- Bestandteil ist der Eierlikör, der immer
­ten und mit allerlei garniert, das Auge dankend angenommen wird. Es wird
isst ja bekanntlich mit. Der Eierlikör darf dabei viel erzählt von früher und wie gut
nicht fehlen, Servietten und natürlich die es schmeckt.
Glocke, um allen anzukündigen, dass Zum Abschied fragen wir, ob wir wieder
der Schmankerlwagen unterwegs ist. Die kommen dürfen, jedes Mal heißt es:
Vorbereitungszeit beträgt eine Stunde. »Na klar, kommt nur«. Zielgruppe
Pünktlich um 14 Uhr geht es los.
Wirkung
Durchführung
Es wird von Zimmer zu Zimmer gefahren
Aus fachlicher Sicht war es interessant
zu beobachten, wie die demenziell er- * Das Angebot richtet sich an alle
Bewohner, Menschen mit
und gerufen »Der Schmankerlwa­gen krankten Menschen ihre gespeicherten Demenz unterschiedlicher
kommt, der Schmankerlwagen kommt.« Erfahrungen aus ihrem emotionalen Einschätzung sowie mobile und
Dabei wird die Glocke geläutet. An jede Erfahrungsgehirn abholen. Dies kann immobile Bewohner.
Türe wird geklopft, wir werden oftmals man an Mimik und Gestik sowie nonver-
schon erwartet. Die Bewohner schauen balen und verbalen Aussagen erkennen.

56 57
schmecken  SeniorenWohnen Alzenau

Wache Zunge –
wacher Geist
Mit dem Konzept der Basale
Stimulation© 5) den Geschmacksinn
stimulieren. Die kulinarische Woche
ist bei allen Bewohnern beliebt.

Vorbereitung
Zur Vorbereitung des Projekts wurde eine Arbeitsgruppe
gebildet, deren Teilnehmer aus allen Bereichen des Hauses
kamen (Einrichtungsleitung, PDL, QMB, Küche, Soziale
Betreuung). »»Am Tag der offenen Tür gibt es eine Smoothie-Bar.
* Küche: Speiseplan erstellen; pürierte Kost herstellen

* Soziale Betreuung: Ergotherapeuten und Alltagsbegleiter


stellen Ideen für Aktivitäten zusammen und durch verschiedene Aktivitäten thema­- finanziert, so dass Bewohner und Besucher des

* zum Thema passende Dekoration für die Wohnbereiche tisiert werden. Hauses zu jeder Zeit verschiedene Kaffeespezia-
sowie Speisesaal und Eingangsbereich für den Tag der
offenen Tür organisieren * »Kulinarischer Gang«: Plakate mit Infor­
mationen zu den exotischen Obstsorten
litäten genießen können. Viele Bewohner und
Mitglieder des Heimbeirates genießen es sehr,

* zum Thema passendes kreatives Angebot, Gedächtnistrai-


ning und Inhalte für Beschäftigungsrunden vorbereiten * Geschmacks-Quiz: mit geschlossenen
Augen Obstsorten erkennen
nach dem Mittagessen einen Espresso zu trinken.

Durchführung * Gesprächsrunde

Ziel * »Obst früher – heute«


An zwei Tagen innerhalb der kulinarischen Woche werden
* »Alles hat seine Zeit« – Regional durchs Jahr
einzelne Bestandteile des Mittagessens zum Probieren für
* »Sauer macht lustig« – rund um die Zitrone

* Die kulinarische Woche des alle, die dies möchten als pürierte Kost angeboten. Dazu
* Bewegungsgeschichten rund um die Obst­
SeniorenWohnen Alzenau bietet gehören püriertes Gemüse und auch püriertes Fleisch. verarbeitung
Himbeer-
Senioren bewusste Geschmacks­
erlebnisse. Ihren Höhepunkt
An drei Tagen werden die verschiedenen Geschmackssinne
durch besondere Gerichte als Auswahlessen angesprochen: * Hauswirtschaftliche Tätigkeiten: Blätterteig
mit Obst füllen, Obstsalat, Joghurt oder Eis Smoothie
haben die Gaumenfreuden am
* »Süß«: süßer Auflauf mit Obst
125 g Himbeeren
jährlichen Tag der offenen Tür.
* »Sauer«: saure Nieren
* Kreatives Angebot: Tischkarten, Tischsets,
125 g Joghurt mild
* Zur Zielgruppe gehören alle im
Haus lebenden Bewohner sowie * »Scharf«: scharfe Nudeln Mitteldecken bestempeln, Deko für Fenster

4 Esslöffel Zucker (ersatz-
weise Stevia)
Mitarbeiter, Angehörige und Morgens gibt es im Speisesaal und den Wohnbereichen Müsli Auch nach Abschluss des Projektes werden den 1 Spritzer Limette
Gäste, die den Tag der offenen mit täglich wechselndem Obst. Für Alltagsbegleiter wird in Bewohnern, die dies mögen oder die kein Obst
Tür besuchen. allen Bereichen ein Korb mit exotischem Obst angeboten. Im essen können, Smoothies angeboten.
Rahmen von Beschäftigungsrunden oder kreativem Angebot Mit dem Erlös aus dem Verkauf der Smoothies am
kann das Geschmacksthema aufgegriffen Tag der offenen Tür wurde ein Kaffeevollautomat

58 59
schmecken  SeniorenWohnen München – Kieferngarten Rezepte   | schmecken

Vanilleeis
auf Kürbiskernöl
mit kandierten
Lavendelblüten

12 g Feiner Zucker

Eiswagen
8 g Lavendelblüten
2-3 Kugel Vanilleeis
1 EL Kürbiskernöl

sorgt für Zucker bei möglichst niedriger Tem-


peratur schmelzen (170°C). Abkühlen

Abkühlung
lassen, bis er noch zähflüssig ist. Dann
die Lavendelblüten fein gehackt zuge-
ben und vermengen. Dünn auf ein
Backpapier geben. Abgekühlt nochmals
fein hacken und über das Eis und das
Ein kulinarischer Höhepunkt bei Kürbiskernöl streuen.

heißen Temperaturen: gerade auch


für die bettlägerigen Bewohner.

Bei den heißen Sommer-Temperaturen dann Eis in den Pflegestationen, im


waren Erfrischungen angesagt und die Speisesaal, aber auch an die Beleg-
gab es in Form einer Kugel Eis. Zugleich schaft.
wurden dadurch mehrere Sinnesnerven Durch das Klingeln des Glöckchens am
angeregt: Das Eis konnte gesehen, Eiswagen neugierig gemacht, waren alle
gerochen, gefühlt (Kälte!) und ge- dankbar für die Abkühlung zwischen-
schmeckt werden. Von der Haustechnik durch. Vor allem ständig bettlägerigen
wurde ein entsprechender Wagen Pflegebewohnern konnten wir so ein
gebaut, der mit Eis, Waffeln und den Stück »Sommer-Frische« ins Zimmer
benötigten Utensilien ausgestattet bringen und die Freude über die kleine
wurde. Mehrere Mitarbeiter verteilten Aufmerksamkeit war allgemein groß.

60
schmecken   SeniorenWohnen Bad Reichenhall – Kirchberg Rezepte   | schmecken

Schmackhafte Rezepte
Brotzeit mit Kräutern

Kräuter auf dem Quarkbrot – Bewohner helfen mit,


essen gemeinsam und erzählen von ihrem Garten

* Das Ziel dieses Angebots ist es,


den Geruch- und vor allem den Ge­-
Bewohner erzählen vom eigenen Gar-
ten. Obst und Gemüse wurden ange-
schmacksinn anzuregen. Es werden pflanzt, verarbeitet und eingemacht.
Erinnerungen an den eigenen Kräu- Auch Rezepte mit Naturkräutern,
tergarten geweckt, den viele Bewoh- die bei kleinen Wehwehchen helfen
ner früher hatten. können, werden ausgetauscht.

* Die Vorbereitung ist einfach: Man


benötigt frisches Brot, Schnittlauch, * Dieses Angebot wird gerne genutzt
und gelegentlich kommen bis zu
Butter, Quark, Pfeffer und Salz. 15 Bewohner.

* Die Zubereitung erfolgt direkt in den


Wohnbereichen, so können die Wirkung
Bewohner mithelfen oder zusehen.
* Selbst Mitbewohner, die sonst nur

* Gegessen wird dann zusammen an


den Gemeinschaftstischen. Während
schwer zum Essen zu motivieren sind,
langen hier herzhaft mit Genuss zu.
des Essens kommen immer wieder
biografiebezogene Themen zur
Spra­che. Alte Rezepte aus Omas
Zeiten werden ausgetauscht und die Oma Moni´s
Kräuterquark Hustentee Abendtee Lebenslust-Tee

* 250 g Magerquark
* Malvenblüten * Melissenblätter * Zitronenmelisse
* 3Frisch
El Mineralwasser
* 11 ELEL Spitzwegerichblätter * Lavendel * Himberblätter
* 1 Knoblauchzehe
gehackte Kräuter nach Wahl
* Thymian * Johanniskrautblüten * Brombeerblätter
* Salz * Hopfenblüten * Rosenblüten
* Pfeffer Malvenblüten in kaltem Wasser

* ansetzen. Den Sud bis zur


Trinktemperatur erhitzen, dem
Wahlweise 1 EL mit ¼ l
kochendem Wasser 10 Minu-
Wahlweise 1 EL mit ¼ l kochen-
dem Wasser 10 Minuten
Den Magerquark mit dem Mineralwas- folgenden Tee zugeben: ten ziehen lassen ziehen lassen
ser glatt rühren, mit Pfeffer und Salz Spitzwegerichblätter, Thymian je
abschmecken. Die Knoblauchzehe 1 EL mit ¼ l kochendem Wasser
schälen und pressen. Die Kräuter nach 10 Minuten ziehen lassen
Wahl waschen, sehr fein hacken und
dem Quark beimischen.

62 63
schmecken SeniorenWohnen Bad Reichenhall – Marienheim   | schmecken

Zielgruppe
* In erster Linie wurde dieses neue Ange-
bot für Bewohner mit Orientierungsein-
schränkungen geschaffen. Da sich aber
bereits nach dem ersten Kochgruppen-
«« Während sich einige Bewohner noch in der Stadt befinden,
organisieren die Daheimgebliebenen das Menü. treffen auch rüstige Bewohner interes­siert
zeigten, hat sich inzwischen eine gemisch-
te Kochgruppe ge­bildet. Das gemeinsame

   DurchKochen Kochen des Mittagessens einmal pro


Woche fördert den Zusammenhalt in der

Sinne erwecken
Gruppe ungemein. Mittlerweile sind bis
zu zehn Bewohner aktiv beteiligt.

»»Alle genießen das gemeinsame Mittagessen in kleiner Runde, ganz wie früher in
ihren Familien. Erst wenn alle gegessen haben und satt sind, werden die Bewohner
Vom Einkauf über die Zubereitung wieder in ihre Wohnbereiche gebracht.

bis hin zum gemeinsamen Genießen

Die gemischte Kochgruppe im SeniorenWohnen nächsten Tag abbestellt. Die teilnehmenden Bewoh- Sozialen Betreuung werden die Bewohner in die
Marienheim in Bad Reichenhall wurde von der Leiterin ner werden über einen Aushang informiert, welches Wohnküche gebracht.
Ziel der Sozialen Betreuung und dem Einrichtungsleiter Gericht gekocht werden soll. Gekocht werden aus- Alle genießen das gemeinsame Mittagessen in
initiiert. Eine Spülmaschine und Kochutensilien schließlich Gerichte, die sich Bewohner aus der kleiner Runde, ganz wie früher in ihren Familien.

* Visuelle, olfaktorische und orale


Sinngebungsbereiche der de­-
wurden bereit gestellt, dann konnte die Kochgruppe
mit einem Wunschmenü starten.
Gruppe gewünscht haben. Am Freitagmorgen sind
die Frühaufsteher eingeladen, gemeinsam auf dem
Erst wenn alle gegessen haben und satt sind,
werden die Bewohner wieder in ihre Wohnbereiche
menzkranken Bewohner stimu- Wochenmarkt einzukaufen. Lebensmittel, die dort gebracht.
lieren, fördern und anregen. Vorbereitung, Durchführung nicht erhältlich sind, besorgen ehrenamtliche Mit-
und Nachbereitung Wirkung auf die Bewohner
* Noch vorhandene kognitive und
motorische Fähigkeiten erhalten. Am Vortag wird vom Betreuungsteam die Teilnehmer-
arbeiter. Der Marktgang wird insbesondere von den
Teilnehmern mit Orientierungseinschränkungen mit Bereits nach dem zweiten Kochgruppenangebot

* Den Bewohnern das Gefühl der


Selbständigkeit geben.
zahl ermittelt und das reguläre Mittagessen für den viel Freude erlebt. An den frischen Kräutern, Beeren,
Pilzen wird gerochen – das regt intensiv die Sinne
konnte vor allem bei den Bewohnern mit Orientie-
rungseinschränkungen eine gelöstere und zufriede-

* Den Bewohnern die Möglichkeit


geben, Beziehungen aufzunehmen
an. Während sich einige Bewohner noch in der Stadt
befinden, organisieren die Daheimgebliebenen das
nere Grundstimmung beobachtet werden. Sie
erinnern sich oft noch nach Tagen an ihre geleistete
und Begegnungen zu gestalten. Menü. In Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Arbeit beim Kochen.

* Auf sensible Art insbesondere


den demenzkranken Bewohnern
Eine Bewohnerin, die sehr stark unter örtlicher
Desorientierung und Ängstlichkeit leidet, fühlt sich
die Angst nehmen, und Verantwor- in der Gruppe sichtlich gut aufgehoben. Die anderen
tung übertragen.
«« Jetzt wird geschnippelt und gekocht. Gerüche von Teilnehmer finden das neue Angebot großartig und
frisch zubereiteten Lebensmitteln werden auf-
genommen, der Appetit wird angeregt und die melden sich inzwischen schon Tage vorher selb-
Freude auf das gemeinsame Mittagessen ist groß. ständig zur Kochgruppe an.

64 65
Fühlen
Fühlen   SeniorenWohnen Schweinfurt – St. Elisabeth   | Fühlen

»»Die gemeinsame
Arbeit schärft die
Konzentration und
regt zum Erfahrungs-
austausch an.

Ziel
* Anregung und Förderung der
taktilen Wahrnehmung

* Sensibilisierung des Tastsinns in


den Fingerspitzen

* Förderung der Feinmotorik

* Steigerung der Aufmerksamkeit


und Konzentration

* Förderung des Gedächtnisses


und der Orientierung

* Wachhalten von Emotionen und


Erinnerungen

* Förderung der Kommunikation

* Förderung der Durchblutung gruppe (2–4 Bewohner) oder in der Einzelbetreuung


ein­gesetzt werden.
Zeitlicher Umfang: max. 45 Minuten. Die Mitarbei-
»»Die Tastwand erfreut sich großer Beliebtheit. ter der Sozialen Betreuung stellen das benötigte
Material bereit. Beim Erstellen einer Tasttafel zum

Mutter der Sinne


Thema »Stoff« sind dies im Einzelnen: verschie-
dene Stoffe, sonstige Materialien (etwa Reißver-
systemen wie Sehen und Hören nicht gegeben. schlüsse, Knöpfe), Stoffkleber, Scheren und ein
Im Alter wird die Haptik immer wichtiger. Wenn Holzbrett als Grundlage.
Menschen schlecht sehen, wenn sie im wörtlichen Großen Wert legen wir auf die Hinführung und
Gestaltung einer Tastwand wie auch im übertragenen Sinn immer dünnhäu- Mitbestimmung der Bewohner beim kreativen
mit Stoffen im SeniorenWohnen tiger werden, dann meiden sie Dinge, die sich nicht Angebot. Der Rahmen wird wie bei jeder Aktivie-
gut anfühlen, wie z. B. zu kalt, zu scharfkantig oder rung beibehalten (Begrüßung, Hin- und Durch­
St. Elisabeth in Schweinfurt liegt nicht gut in der Hand. Die Stimulation des führung, Trinken, Abschluss).
taktilen Sinns ist in jedem Alter bei Gesunden eben- Ein kreatives Angebot findet in gemütlicher Atmos-
Der taktile Sinn, wird auch als »Mutter der Sinne« bezeich- so wichtig wie bei Erkrankten. Aus der Geronto­ phäre statt. Erinnerungsarbeit und biografiebezo­
net. Er wird durch das Empfinden beim Berühren und psychiatrie wissen wir, dass bei fortgeschrittener gene Gespräche fließen selbstverständlich in die
Tasten wahrgenommen. Die Hautoberfläche hat eine große Demenz das Fühlen am längsten funktioniert. Aktivierung mit ein.
Zahl von sensorischen Wahrnehmungsrezeptoren, die die
Empfänger von verschiedenen Reizen (Temperatur, Berüh- Vorbereitung und Durchführung Wirkung auf die Bewohner
rung, Schmerz, Vibration, Druck, Zug) sind. Schon in früher Um allen Bewohnern Zugang zum Wahrnehmungs- Beim Befühlen und Verarbeiten der verschiedenen
Kindheit werden wir mit Aussagen wie: »Man isst nicht mit angebot entsprechend ihrem Krankheitsbild und Materialien werden Erinnerungen lebendig. Es ent-
den Fingern« oder »Man guckt nicht mit den Händen« der jeweiligen Konstitution zu ermöglichen, wird stehen Gespräche über Stoffe und deren Verwen-
konfrontiert. Tagtäglich nutzen wir unsere Hände auch für der Tastsinn in unterschiedlicher Weise erfahrbar dungszwecke im Alltag und zu besonderen Anlässen.
Berührungen, um uns der Dinge zu vergewissern, deren wir gemacht. Für die Umsetzung sind alle Mitarbeiter Dadurch lässt sich eine ganzheitliche Anregung und
uns nicht sicher sind. Im wahrsten Sinne des Wortes der Sozialen Betreuung verantwortlich. Das An- Förderung der taktilen Wahrnehmung und der emo-
möchten wir etwas begreifen. Das ist bei anderen Sinnes- ge­bot kann als Gruppe (4–12 Bewohner), Klein- tionalen Erinnerung erreichen.

68 69
Fühlen  SeniorenWohnen Rosenheim – Küpferling

Tierische
Mitbewohner
Mehr Lebensfreude durch Hund
und Katz: Füttern, streicheln und
schmusen weckt alte Fähigkeiten.

Der positive Einfluss von Tieren Artgerechte Tierhaltung


Die Bewohner haben die Möglichkeit, mit den Tieren zu Jeder Tierhalter muss seinen Pflichten zur artgerechten
kuscheln und zu reden. Beobachtungen haben gezeigt, Haltung nachkommen: von der Fütterung, über die Imp-
dass das Streicheln eines Tieres Stress abbauen kann. fungen bis zum Gassigehen. Die Pflegekräfte kümmern
Viele Bewohner können auf Grund ihrer schweren Erkran- sich sehr gerne um die Haustiere.
kungen nicht oder nur bedingt das Zimmer oder den
Wohnbereich verlassen. Da ist es eine schöne Abwechs- Bewohner lieben Tiere
lung, wenn die Hauskatzen Laila und Lilly sanft schnur- Fleißig werden Leckerlies verteilt und um die Gunst
rend auf ihren Schoß springen, um mit ihnen zu schmu- gebuhlt. Dementen Menschen helfen die Tiere, zu ent-
sen. Auch die nasse Hundenase, die den Bewohner spannen und Ängste abzubauen. Sie lenken von Nöten,
vorsichtig stupst, kann bei traurigen Verstimmungen Sorgen und Schmerzen ab. Traurigen Menschen be-
Wunder bewirken. Mit Angehörigen und Ärzten kommt rühren sie das Herz und verbessern spürbar die Stim-
man im Beisein von Tieren besser ins Gespräch. mung. Tiere strahlen Sicherheit, Wärme und Vertrauen
Zielgruppe aus, fördern die Kommunikation und die Aufmerksam-
keit durch ihre beruhigende, einfühlsame Art und ihr

* Tierfreundliche Bewohner und demen-


te ältere Menschen, da sie ihre Stim-
ehrliches Wesen. Durch das Betreuungsangebot mit den
Katzen und dem Hund wurden erstaunliche Erfolge erzielt.
mung meist nicht mehr durch Worte Unruhige demente Bewohner werden ganz ruhig und still,
ausdrücken können. Die Teilnehmer- wenn sich eine unserer Katzen bei ihnen auf den Schoß
zahl ist meist beschränkt auf einen setzt und sich streicheln lässt. Bewohner, die schon lange
Bewohner. Das Tier sucht sich den nicht mehr gesprochen haben, fangen an mit den Tieren
Bewohner selber aus und entscheidet, zu reden. Eine Bewohnerin wollte nur essen, wenn der
wie lange es bei ihm bleibt. Trotzdem Hund neben ihr saß.
kommt es immer wieder vor, dass sich Bei Kontrakturen der Hände steckten wir ein Hundelecker-
die Hauskatzen oder der Wohnbereichs- li rein und als der Hund vorsichtig versuchte, an das Gutti
hund Jessy einer Beschäftigungs- zu kommen, öffneten sich die Hände der Bewohner und
gruppe anschließen. blieben für längere Zeit offen und entspannt. Man sieht in
den Gesichtern der alten Menschen immer ein Lächeln
auftauchen, wenn eins der Tiere zu Besuch kommt.

70 71
Fühlen  SeniorenWohnen Olching SeniorenWohnen Olching   | Fühlen

Fühlen zum Vom


Wohlfühlen
Gemeinsames Malen fördert die Sicher-
Ziel heit und das Vertrauen. Außerdem sind »»Die Kisten wandern reihum und bieten Gesprächsstoff

die Bewohner stolz auf ihre Bilder.


* Das Ziel ist, ein Aquarellbild zu einem

Gefühltes
vorgegebenen Thema selbstständig
zu malen. Die freie Interpretation der
Bewohner fördert Kreativität und Fan- Vorbereitung und Durchführung

im Kasten
tasie. Über den Prozess Malen kommen Das Team der Sozialen Betreuung stellt die Materialien. Es wird
die Bewohner an ihre Gefühle, sodass eine lange Tafel mit Wassergläsern, Pinseln, Farben, Aquarellpa-
Energien fließen, Blockaden sich lösen pier und Schürzen bestückt. Zu Beginn wird ein kurzes Gedicht
und Leichtigkeit entsteht. Darüber hin- vorgelesen, welches in das Thema der Stunde einleitet. Dazu
aus fördert Malen die Feinmotorik und gibt es leise themenorientierte Hintergrundmusik. Die Gruppe
Entspannung. aus neun Bewohnern bleibt während der gesamten Einheiten Ein Fühlkiste mit unsichtbaren
des Aquarellmalens zusammen. Die Zusammensetzung ist be­-
wusst gewählt, da sich erfahrungsgemäß Menschen innerhalb Gegenständen weckt den Tastsinn.
einer festgesetzten Gruppe öffnen, gegenseitiges Vertrauen und
Verständnis aufbauen und sich gegenseitig stärken. Das Aqua-
rellmalen dauert etwa 60 Minuten und wird von einem Mitarbei- Vorbereitung und Durchführung Ziel
ter der Sozialen Betreuung und einem Ehrenamtlichen begleitet. Die Fühlkästen werden von den Mitarbeitern der

Wirkung auf die Bewohner


Sozialen Betreuung befüllt und aufbereitet. Die
Fühlkästen werden in der Mitte des Raumes auf den * Das Ziel der mit verschiedensten Ma-
terialien befüllten Fühlkästen ist, die
Es entsteht ein freudiges Miteinander, begleitet von Loslösung Fußboden gestellt, sodass die Bewohner im Sitzkreis eigenen fünf Sinne zu schärfen, eine
und Erleichterung. Es stellt sich ein Gefühl von Zufriedenheit daran teilnehmen können. Die Gruppenstärke um- Rückerinnerung zu ermöglichen sowie
und Produktivität ein. Die Bewohner fühlen sich entspannt und fasst 6-8 Bewohner. Das Angebot dauert etwa 60 die Kommunikation zwischen den Be-
ernstgenommen und sind stolz auf ihr Bild. Durch das Ritual Minuten und wird von zwei Mitarbeitern der Sozialen wohnern anzuregen. Über den Tastsinn
Malen wird die Lebensfreude für den Alltag wieder spürbar und Betreuung angeleitet. kann die Herzenswärme angeregt und
hinterlässt ein wohliges Gefühl bei den Bewohnern. Zusätzlich die Seele und das Selbstbewusstsein
schafft die feste Gruppenstruktur Sicherheit für die Bewohner, Wirkung auf die Bewohner gestärkt werden. Die Bewohner erfah-
sodass sie sich wohlfühlen. Es werden verschiedene Reize und Gefühle geweckt, ren über das Fühlen die Oberflächen-
und Erlebnisse aus der früheren Zeit und der Kindheit beschaffenheit, die Tiefensensibilität
erinnert. Die Bewohner öffnen sich für die Eigenschaf- und das Gewicht der Materialien (wie
ten der Materialien, bauen Vertrauen auf oder Ängste Federn, Steine, Sand etc.).
ab und interessieren sich für die Materialien: welcher
Stein ist es? Woher stammt die Farbe? Wie kommt die
Struktur zustande? Über das gemeinsame Fühlen
werden Erlebnisse ausgetauscht und geteilt, sodass
sich die Bewohner wohl und verbunden fühlen.

72 73
Fühlen  SeniorenWohnen München – Kieferngarten

Barfuß zum
Sommerfest
Durch Anregung der Fußsohlen
bekommen die Senioren die Mög-
lichkeit, kleine Teile der Natur un­
mittelbar durch die Füße zu er-
spüren. Ansonsten geschieht das
meist eher mit Augen und Händen.

Gefördert werden insbesondere Koordinationsfähig-


keit und Gleichgewichtssinn der Teilnehmer. Zudem
werden soziale Faktoren bei der gemeinsamen Vorbe-
reitung trainiert.
Ziel Vorbereitung – Durchführung –

* Mal wieder barfuß laufen. Ohne


Schuhe. Da fühlt man sich in die
Nachbereitung
Zunächst wurden im Bereich Kultur und Betreuung
Kindheit zurück versetzt. Frei von Platten mit Holzrahmen gefertigt, die anschließend
den Socken und Schuhen, die einen von Bewohnern mit folgenden Naturmaterialien gefüllt
viel zu sehr einengen. Die Konzent- und eingeklebt wurden: Zapfen, Heu, Sand, Steinchen,
ration wird ganz auf die Fußsohlen Federn. Bei den Sommerfesten im Juli 2015 wurden
gerichtet: wie schön kitzelt das Gras dann die etwa 20 Teilnehmer mit nackten Füßen über
zwischen den Zehen, wie spitz sind den Pfad begleitet und konnten die unterschiedlichen
die Kiesel und wie schön weich ist Eigenschaften der Materialien spüren: Wärme, Ecken,
die Watte? Kanten, Spitzen.

* Ziel dieser Aktion ist die Ent-


schleunigung – die Entdeckung der Wirkung auf die Teilnehmer
Langsamkeit und die Schärfung der Der Barfußpfad weckt allgemein viele Erinnerungen an
Wahrnehmung mit den Füßen. Die frühere Lebensabschnitte, insbesondere Kindheitser-
Stimulierung der Fußreflexzonen lebnisse oder Erinnerungen wie an einen schönen
wirkt sich positiv auf das gesamte Urlaub auf dem Land. Die Teilnehmer entspannten
Körperempfinden aus. sich, konzentrierten sich auf den Boden unter ihren
Füßen und fanden es ganz einfach aufregend, einmal
wieder barfuß zu laufen.

74 75
Fühlen  SeniorenWohnen Oberammergau

Bayern trifft Asien


kommen. Bei der Anwendung genießen
Aroma Kneipp-
die Teilnehmer zuerst ein Fußbad mit
anwendung Zugabe von ätherischen Ölen und den
dabei aufsteigenden Duft.
Beginnend am rechten Bein den kalten
Ziel Wasserstrahl außen aufwärts bis über
die Kniekehle führen. Hier zwei bis drei

* Aktivierung und Stärkung des


Herz-Kreislaufsystems und des
Sekunden verweilen und dann innen
abwärts führen. Dasselbe auf der Bein-
Immunsystems wird angestrebt vorderseite bis über das Knie machen.

* Durch eine vermehrte Durchblutung


können Selbstheilungskräfte an-
Den Knieguss am linken Bein durchfüh-
ren. Zum Abschluss die rechte und die langsam ausgeführten Übungen werden
geregt und das vegetative Nerven-
system stabilisiert werden
linke Fußsohle abgießen. Für Wiederer-
wärmung sorgen. Vorsicht bei akuten * Wachstum zu mehr Spiritualität und
innerem Frieden
von der Sozialen Betreuung zuerst
gezeigt. Dank der Bewegungen spüren

* Verstärkte Durchblutung der Haut


und der Muskeln
Nieren- und Blasenentzündungen! die Teilnehmer, was für sie körperliche
An- und Entspannung bedeutet und was
Wirkung auf die Teilnehmer
* Gefäßtraining für die Venen
Zielgruppe
sie bei den zusätzlichen Atemübungen

* Zur Ruhe kommen Die Teilnehmer nehmen ein allgemei-


nes, körperliches Wohlempfinden wahr
empfinden. Der Bewohner merkt, wie
seine Körperwahrnehmung sein Denken
und eine bessere Durchblutung des
gesamten Körpers, wodurch sie wieder * Bewohner und Kunden, die ihre
Balance zwischen Körper, Geist und
positiv beeinflussen kann.
Der gesamte Körper kann so trainiert wer-
Zielgruppe mehr in »Schwung« kommen. Seele finden und erfahren möchten den, wie Arme, Schultern, Rumpf, Hüfte,
(Keine Altersbegrenzung) Wirbelsäule. Durch die Atemübungen

* Selbsterfahrung und Körperwahrneh-


mung für Bewohner und Kunden Yoga /Sitzyoga * 7-10 Teilnehmer intern und extern kann eine Verbesserung der Sauerstoff-
zufuhr erzielt werden.

* 7-10 Teilnehmer intern und extern


Wirkung auf die Teilnehmer
Ziel Vorbereitung, Durchführung: Für die Bewohner war es anfänglich eine
Beim Sitz-Yoga werden Übungen nicht neue Entdeckung, ihren Körper und ihre
Vorbereitung, Durchführung:
Die Anwendungen erfolgen nach dem * Harmonisierung des Nerven-, Hor-
mon- und Immunsystems, sowie
aus dem Liegen oder dem Vierfüßler-
stand heraus ausgeführt. Die Ausgangs-
Persönlichkeit so deutlich wahrnehmen
zu können. Manche Bewohner praktizie-
Wissen von Pfarrer Sebastian Kneipp1) alle weiteren körperlichen Systeme position der Übungen und Bewegungs- ren nun schon seit ein paar Jahren Yoga.
und werden traditionell im Allgäu und
Bayerischen Oberland angeboten. * Kräftigung der Muskulatur und
Mobilisation der Gelenke und der
muster ist das Sitzen auf Hockern oder
Stühlen und der Stand.
Dadurch sind sie offener und mutiger
geworden, ihre Wahrnehmungen, Gedan-
Vor der eigentlichen Anwendung führt Wirbelsäule Diese Bewegungsform ist ideal für ken und Gefühle zum Ausdruck zu
das Team aus der der Sozialen Betreu-
ung Atem- und Entspannungsübungen * Bewusstes Atmen und bewusstes
Entspannen
Menschen mit Bewegungseinschrän-
kungen oder Gleichgewichtsproblemen.
bringen. Sie sind dankbar, durch Yoga,
eine Quelle gefunden zu haben, aus der
durch, damit die Teilnehmer zur Ruhe Die verschiedenen und einfachen sowie sie schöpfen können.

76 77
Fühlen  SeniorenWohnen Oberammergau Rezepte   | Fühlen

Reiki2) Rezepte
Der Begriff Reiki kommt aus dem Japa-
nischen und bedeutet »Universelle Le- Zielgruppe Öl &
bensenergie«. Reiki wurde vor etwa 80 Balsam
Jahren in Japan von Mikao Usui Sensei
entwickelt. Reiki ist eine Technik, bei * Vor allem geeignet für Bewohner, die
sehr unruhig und ängstlich sind
der mit den Händen Energie übertragen
wird. Damit werden Körper, Seele und * Sehr gut geeignet für Bewohner, die
ein großes Schamgefühl haben oder
Geist des Empfängers in Einklang sich nur ungern berühren lassen
gebracht und der Raum geschaffen, in
dem Heilung passieren kann. * Sehr gut auch für Mitarbeiter zur
Entspannung geeignet Hautöl Ringelblumen- Beinwell-
balsam
balsam

ein und legt die Hände auf den Klien- Zur täglichen Verwendung Angenehm bei rissiger Haut. Eine Wohltat für die Beine.
Ziel ten. Reiki kann auch über die Aura geeignet.
übertragen werden. Dazu hält die
* 2blumenzungenblüten
Handvoll frische Ringel-
* 500 g Beinwellwurzel,

* Entspannend und wohltuend Mitarbeiterin die Hände etwa zehn


* 1kaltgepresstes
Flasche extra natives gesäubert und

* Selbstheilungskräfte können Zentimeter über den Menschen. Dieser Olivenöl


* 300 ml natives kleingeschnitten
aktiviert werden wird niemals irgendwo berührt, wo er es
* Ringelblumen
Lavendelblüten Olivenöl extra
* 80 g Lanolin

* Kann sich positiv auf die als unangenehm empfinden könnte.


* Rosenblätter * 2020 gg Wollfett und
* 500 ml Oliven oder
Verdauung auswirken Während der Behandlung fließt Reiki.
* Minzeblätter * Bienenwachs Sonnenblumenöl

* Kann Schlafstörungen verbessern Dieser Energiefluss wird oft als Wärme


* * 20 g Bienenwachs

* Balance von Körper und Seele oder Kribbeln empfunden. Dauer einer
Anwendung: 15 bis 45 Minuten. Die Blüten und Blätter werden mit
Zwei Handvoll frische Ringelblu-
menzungenblüten und 150 ml Lanolin im Topf schmelzen
dem Öl begossen. Danach lässt natives Olivenöl extra. In einem lassen, dann das Öl zugeben
Wirkung auf die Bewohner man sie drei Wochen an einem offenen Glas die Pflanzenteile und unter ständigem Rühren
Vorbereitung, Durchführung Die Erfahrung zeigt, seit Reiki im sonnigen Ort abgedeckt stehen. mit dem Öl begießen, bis diese 20 Minuten köcheln lassen.
Man benötigt keinen geschlossenen SeniorenWohnen Oberammergau Das Hautöl filtern und in Braun- bedeckt sind und zwei Wochen Die Wurzeln hinzufügen, Sud
Raum. Reiki ist Energiearbeit in Einzel- angeboten wird, sind innere Unruhe, glasflaschen füllen. an einem sonnigen Platz abge- abseihen. Bienenwachs im
betreuung. Reiki kann überall ange- Ängste, Verspannungen oder Schmer- deckt ausziehen lassen, öfters Wasserbad schmelzen lassen
wandt werden. Bei einer Reiki-Sitzung zen rückläufig. Nach einer oder mehre- rühren. Abseihen. und unterrühren. Zügig arbei­-
liegt der Klient bekleidet auf einem ren Anwendungen melden Betroffene 150 ml natives Olivenöl extra ten um gute Vermischung zu
Massagetisch oder sitzt in einem Stuhl. eine wesentliche Verbesserung des mit dem vorbereiteten Ölauszug bekommen. In Tiegel abfüllen.
Die Mitarbeiterin stimmt sich auf Reiki Allgemeinbefindens. auf max. 70° erhitzen und 30
Minuten ziehen lassen.
Durch ein feines Sieb abseihen.
Nochmal durch ein Sieb mit
»Strebe nach Ruhe, Papiertaschentuch abseihen.

aber durch das Gleichgewicht, 20 g Wollfett und 20 g Bienen-


wachs mit 200 ml des Öles unter
nicht durch den Stillstand Rühren auf max. 70 ° erhitzen,
bis alles geschmolzen ist. Ist die
deiner Tätigkeit.« Salbe zu flüssig noch Wachs
zufügen. Ist sie zu fest, noch Öl
von Friedrich Schiller hinzufügen. In Tiegel abfüllen.

78
Fühlen   SeniorenWohnen Bad Tölz – Haus am Park   | Fühlen

Wickel gelten als wirkungsvolle bewährte Heil- sich an diesem Tag auf das Experiment »Wickel«
mittel aus der Naturheilkunde und eignen sich eingelassen haben wünschten sich alle eine baldige
für die ganze Familie. Anwendungen mit Was­ser, Wiederholung der »liebevollen Behandlung«.
Heilpflanzen, Wickeln, ätherischen Ölen, Quark
& Co. lindern oftmals die Symptome bei Erkäl- Angebot
tungen, Verspannungen, Schmerzen unterschied-
* Quarkwickel
licher Ursache, können das Ein­schlafen unter-
* Kohlwickel
stützen und sollen auch das Immunsystem und
* Kartoffelwickel
unsere Abwehrkräfte stär­ken.
* Heißer Zitronen-Halswickel
Die einfache Umsetzung und wohltuende Wirkung
konnten wir am Tag der offenen Tür den Gästen und * Handmassagen

Gut
Bewohnern vorstellen und ihre Begeisterung zur Vorbereitungen:
Nachahmung wecken. Viele den Bewohner konnten
* Bestellung an Küche, was benötigt wird.
sich noch an Behandlung durch Wickel aus ihrer
Kindheit erinnern. Wer kennt nicht die abschwellen- * Restliche Dinge, die nicht übers Haus verfügbar
waren, wurden selbst besorgt.

gewickelt * Planung,
de Quarkkompresse bei Halsschmerzen, wohltuen- wie der Ablauf am Tag der offenen Tür
de ansteigende Fußbäder bei Erkältungen, kreis- sein wird.
laufstärkende Pulswickel bei Fieber, heiße
Kartoffelwickel bei Verspannungen um nur einige * Übung der Wickel.
Klassiker zu nennen. Die Wirkung der Inhaltsstoffe, Durchführung:

Vor allem ältere Menschen kennen noch


sowie die mit der Anwendung verbundene intensive
persönliche Zuwendung, unterstützten das allge- * Als die Vorbereitungen abgeschlossen waren,
kam der große Tag.
verschiedene Wickel gegen Entzündungen, meine Wohlbefinden und können auf einfache,
natürliche Weise Linderung bei den unterschied- * Zuerst kamen nur sehr wenige Leute, doch als
sich der Duft von Ätherischen Ölen im Haus
Schmerzen oder Verspannungen lichsten Beschwerden bringen. Die Bewohner, die verbreitete, war jeder im Einsatz.

80
Fühlen  SeniorenWohnen Goldbach

Wohlfühlen
Fühlkisten &
Fühlsäckchen
Vorbereitung:

Ein Sinnespfad und Fühlsäckchen geben * Kauf von Kisten und Waschlappen
in entsprechender Größe

den Bewohner Gelegenheit, über längst * Einschneiden der Löcher für die
Hände im vorderen Bereich der Kiste

vergessene Erlebnisse zu plaudern. * Bemalen


Bewohnern
der Kisten mit den

* Einkleben des Stoffes um Einblicke


zu verhindern
Wir fühlen die Welt
mit Hand und Fuss
Nachdem das Grundgerüst fertig war,
konnten die Felder gefüllt und der * Füllmaterial für die Fühlsäckchen
überlegen (Reis, Kaffeebohnen,
Handlauf angebracht werden. Am Linsen etc.)
Tag der feierlichen Einweihung kamen
die Bewohner zahlreich zum Sekt­ * Waschlappen mit Füllmaterial zu
einem Säckchen zusammennähen
»»Die Mitarbeiter der
Sozialen Betreuung
Ziel empfang in den Garten. Das Einwei-
Durchführung:
besuchen die Bewohner
in ihren Zimmern
hungsband wurde durchtrennt und der

* Verbesserung der Wahrnehmung


(taktil, olfaktorisch, visuell)
neue Barfußpfad wurde eröffnet und
für die ersten Benutzer frei gegeben.
Jeder Mitarbeiter der Sozialen Betreuung
hat eine Fühlkiste für seinen Wohnbe-

* Aktivierung geistig-kognitiver
Fähigkeiten
Die Testläufe erfolgten mit Bedacht
und Ruhe, um die Spürinformationen
reich bekommen und zu einer Gruppen-
veranstaltung eingeladen. Es fand in

* Sturzprophylaxe wahrnehmen zu können. Schnell kam angenehmer Atmosphäre eine Spür- und

* Wecken von Erinnerungen es zu Gesprächen über die Kindheit. Am


Ende des Weges wartete eine Sitzgele-
Raterunde statt. Die Kisten wurden mit
Alltagsgegenständen oder Naturmaterial
genheit mit Handtüchern, hier wurden gefüllt, wie Wäscheklammern, Mur-
die Füße mit kühlem Wasser abgespült. meln oder Tannenzapfen. Die Gruppen-
Zielgruppe Wirkung auf Bewohner:
teilnehmer durften reihum mit ihren
Händen in der Kiste erfühlen, was sich

* Alle Bewohner des Hauses Das Feedback der Bewohner war sehr
positiv. Sie sagten, dass sie schon
darin befindet. Sie haben sich gegensei-
tig ausgetauscht und bekamen am Ende
Wirkung auf die Bewohner:
vergessen hatten, wie sich Moos unter die richtige Antwort. So hatten die
den Füßen anfühlt. Viele fühlten sich Betreuungsassistenten Gelegenheit, über Die Gruppenaktivitäten mit den Fühlkis-
Vorbereitung: zurück in ihre Kindheit versetzt und den Gegenstand und dessen Bedeutung ten kamen bei den Bewohnern sehr gut
Der Sinnespfad wurde von der Haus- erzählten gern davon. zu sprechen. an. Die Gruppen hatten viel Spaß am
technik und dem Sozialen Dienst Einige von ihnen beschrieben eine Mit Zimmerbesuchen lief es ähnlich ab. Erraten und Ertasten der Gegenstände
gefertigt. gewisse Unsicherheit, da der Pfad Bei Bewohnern, die kognitiv in der Lage und beim Berichten über die Erinnerung
Am Anfang stand die Frage, mit wel- sehr uneben ist. Doch in Begleitung dazu waren, kamen die Kisten zum an früher. Beim Einsatz der Fühlsäckchen
chen Naturmaterialien der Sinnespfad einer Betreuungsperson und dem Einsatz. Bei Bewohnern mit kognitiven konnten unterschiedliche Reaktionen
gefüllt werden soll, um Erinnerungen ange­brachten Handlauf war es den­- Einschränkungen wurden die Fühlsäck- beobachtet werden. Es wurde z.B. der
zu wecken. Als Kind sind die Bewohner noch gut möglich. chen eingesetzt. Diese wurden in die Blick des Bewohners auf das Säckchen
oft barfuß gelaufen und somit war es Hand des Bewohners gelegt oder aber gelenkt, die Mimik veränderte sich
wichtig, verschiedene Materialien zu sanft über die Haut gestrichen. Auch der während des Streichens über die Haut
wählen wie Sand, Rindenmulch, Steine, Geruchssinn (etwa bei der Füllung mit oder aber die Hand schloss sich um das
Moos, Baumrinde…. Kaffeebohnen) wurde angeregt. Säckchen.

82 83
Fühlen  SeniorenWohnen Goldbach

»Wohlfühlen Vorbereitung: Durchführung:


in unserer Haut« Die Mitarbeiter der Sozialen Betreuung Die Mitarbeiter gingen in die Wohn­
entschieden sich entweder für Hand- bereiche: nach und nach kamen die

* Wohlfühlbäder oder Fußbad und haben alle dafür Bewohner und setzten sich gesellig

* Handbäder benötigten Materialien vorbereitet. Es zusammen.

* Fußbäder wurde ein gemütlicher, ruhiger Ort im Handbad: Schüssel mit Wasser stand

* Massagen Wohnbereich ausgewählt. Alle immobi-


len Bewohner wurden in den Zimmern
stand parat und der Bewohner nahm
auf einer gemütlichen Sitzgelegenheit
besucht. Platz. Die Hände wurden ins Wasser
Zu Beginn bekam jeder Mitarbeiter getaucht und leicht im Wasser massiert.
Ziel noch einmal genau die Hygieneregeln Die Bewohner signalisierten, wann es
erklärt. für sie genug war. Anschließend wurden

* Verbesserung der Lebensqualität Handbad: Schüssel mit Wasser, Kon- die Hände getrocknet und mit einer

* Entspannung densmilch und Honig, Handtuch Handcreme massiert.

* Verbesserung der Körper-


wahrnehmung
Fußbad: Schüssel mit Wasser, Olivenöl,
Handtuch
Bewohnern, denen es besonders gut
gefallen hat, baten anschließend noch
»»Jeder Bewohner durfte selbst entscheiden, ob er lieber ein Hand- oder ein
* Wahrnehmung der Körpergrenzen
bei immobilen Bewohnern
Wohlfühlbad: Auswahl der Bewohner
für Entspannungsbäder, Schaffen einer
um eine Maniküre.
Fußbad: Die nackten Füße kamen in die
Fußbad möchte oder eine Massage

entspannten Atmosphäre (Musik, Schüssel, der Bewohner lehnte sich


Kerzen, Dekoration, Duft, optimale entspannt zurück und schloss die Au­- Körpers zu spüren. Der Mitarbeiter saß
Badezimmertemperatur), Einlassen des gen oder es entstanden Gespräche zu ganz ruhig daneben. Nach etwa 30 Mi-
Badewassers in angenehmer Tempera- Themen, die den Bewohner bewegten. nuten wurde der Bewohner auf den
tur, Schild: »Bitte nicht stören« an der Nach ein paar Minuten wurden die Füße Rücktransfer vorbereitet, indem genau
Tür, Haarshampoo, Badeschaum mit im Wasser leicht massiert. Im Anschluss erklärt wurde, was passieren wird. Nach
Duft, Duschgel wurden die Füße abgetrocknet, ein- dem Abtrocknen gab es noch eine
Massagen: Hand- oder Körperlotion gecremt und komplett wieder angeklei- Körpermassage mit Körperlotion, die
det. Vorsicht: Bewohner sollten nicht Haare wurden geföhnt und der Bewoh-
mit eingecremten Füßen barfuß laufen, ner wurde wieder angekleidet.
um Stürzen vorzubeugen. Massagen: Bewohner, die weder ein
Entspannungsbad: Der Bewohner Hand-, Fuß- oder Entspannungsbad
wurde in seinem Zimmer abgeholt. In wollten, entschieden sich für eine
entspannter Atmosphäre wurde er Massage. Meistens wurden hier die
unterstützt, die Kleidung abzulegen. Hände massiert mit einer entsprechen-
Über einen Sitz- oder Hängelifter den Lotion.
wurden die Bewohner in die Badewan-
ne gehoben. Während die Musik spielte Nachbereitung:
und der Duft sich verbreitete, gab man Nach jeder Anwendung muss die Schüs-
dem Bewohner Zeit, sich zu entspan- sel oder auch die Badewanne genau
nen. Mit dem Waschlappen wurde sanft nach Vorgabe desinfiziert, gereinigt und
über die Haut gestrichen. Die Haare getrocknet und aufgeräumt werden.
wurden nass gemacht und anschlie-
ßend konnte mit einem Shampoo eine Wirkung auf die Bewohner:
Kopfmassage durchgeführt werden. Im Die Wirkung war von Bewohner zu Be­-
Anschluss ließ man dem Bewohner Zeit, wohner sehr unterschiedlich. Die meis-
die Situation zu genießen, die Augen zu ten von ihnen konnten gut abschalten
schließen und die Leichtigkeit des und entspannen.

84 85
Fühlen  SeniorenWohnen Goldbach

»Tierisch« »»Am Nachmittag fand im Garten


eine Hundevorführung statt. Die
Wohlfühlen Bewohner beobachteten das bunte
Treiben. Da es an diesem Tag sehr

* Hundebesuchsdienst (im Bewohner- warm war, kamen Planschbecken


für die Hunde zum Einsatz.
zimmer oder im Aufenthaltsbereich)

* Schildkröten, eine Katze

* Hundevorführung im Garten
Esel im Garten

*
Ziel besuchten die Labradore die immobilen »Die Welt
Bewohner auf den Zimmern. Hierbei der Gefühle«
* Förderung des Allgemeinbefindens durften sich die Tiere ganz nah am

* Förderung der Lebensqualität Körper des Bewohners ablegen und die


* Phantasiereisen
* Verbesserung der taktilen, visuellen
Wahrnehmung
Mitarbeiter beobachteten genau die
Reaktionen. Wenn an der Mimik deut- * Erinnerungsarbeit
Postkarten
mit

* Motivation zur Bewegung lich wurde, dass es ihnen unangenehm


ist, wurde der Hund sofort entfernt. Im * Ökumenischer Gottes-
dienst zum Thema »GeFÜHLE«
Vorfeld wurde abgeklärt, ob es laut in unserem Garten
Biographie Bewohner gibt, die Angst
Vorbereitung: vor Hunden haben.

* Organisation
dienstes
des Hundebesuchs- Im Laufe des Tages gingen die Mitarbei-
ter der Sozialen Betreuung mit den Ziel
* Absprache mit den Verantwortlichen Bewohnern in den Garten, um die Esel
bzw. den Hundebesitzern zu besuchen. Diese hatten ein abge-
* Gefühle wecken

* Organisation der Esel stecktes Gehege. Darin konnten sich


* Gefühle ansprechen

* Zum Füttern: Karotten in Stücke die Esel frei bewegen und die Bewohner
* Gefühle wahrnehmen und zulassen
schneiden konnten hineingehen. Die Esel wurden
* Stärkung des Wir-Gefühls

Durchführung:
mit Karottenstücken gefüttert. Auch das
Streicheln ließen sich die Esel gern * Verbesserung der
Toleranz untereinander
Die Gruppenangebote in den Wohnberei- gefallen und die Bewohner hatten keine
chen wurden von den Mitarbeitern der Berührungsängste. Mobilisierte Bewoh-
Sozialen Betreuung gestaltet. Hierbei ner, in Cosi Chairs, konnten mit ins
kamen die Landschildkröten zum Ein- Gehege gestellt werden und die Esel Zielgruppe
satz. Jeder Wohnbereich bekam eine wurden unter Aufsicht herangeführt.
Schildkröte zur Erinnerungsarbeit und
zur Förderung der taktilen Wahrneh- Wirkung auf die Bewohner: * Alle Bewohner des Hauses. Bei der
Arbeit mit Postkarten darf die Gruppe
mung. Die Bewohner durften die Schild- Tiere haben auf die Bewohner unter- nicht zu groß sein. Die Bewohner soll-
kröten berühren, anschauen oder sogar schiedliche Auswirkungen. Den meisten ten in der Lage sein, die Motive zu er-
auf dem Rollator spazieren fahren. Alle Bewohnern zauberte der Anblick der kennen und sich mitteilen zu können.
Mitarbeiter hatten auch das Wohl der Tiere ein Lächeln ins Gesicht. Sie Bei der Auswahl der Gruppenmitglie-
Tiere im Auge. Die Damen des Besuchs- wurden mobiler und ihr Bewegungsaus- der sollte auf die Biographie geachtet
dienstes kamen mit ihren Hunden vorbei maß vergrößerte sich sichtbar. Auch die werden und es sollte bei der Motiv-
und die Bewohner durften diese strei- psychische Verfassung einiger Bewoh- auswahl vorsichtig gewählt werden.
cheln. Während der Gruppenangebote ner verbesserte sich deutlich.

86 87
Fühlen  SeniorenWohnen Goldbach

Vorbereitung: anspricht. Dann wird den Teilnehmern eine bequeme Position einnehmen,
Feinfühligkeit spielt hier eine große Zeit gegeben, sich diese Karte genau sitzen oder liegen. Bei immobilen
Rolle. Es können allerlei Gefühle anzuschauen und sich Gedanken Bewohnern empfiehlt sich die Nestlage-
geweckt werden. Hier ist die Empathie darüber zu machen, warum er gerade rung zur Entspannung. Dann wird leise
der Mitarbeiter gefordert. Die Generati- diese Karte gewählt hat. Musik eingespielt und der Bewohner
on, die in unserem Haus lebt, hat Nach mehreren Minuten fragt der darf die Augen schließen. Beim Vorle-
bereits Kriege miterlebt und deshalb Mitarbeiter, ob ein Bewohner gern sen der Phantasiereise wird sehr
können auch Gefühle geweckt werden, anfangen möchte, über seine Karte zu langsam und ruhig gesprochen. Am
die sehr traurig sind. Ebenso ist es eine sprechen. Er erklärt, warum er sich für Ende sollte man den Bewohner langsam
Generation, die Gefühle oft unterdrü- diese Karte entschieden hat, was diese wieder zurück ins hier und jetzt holen.
cken musste, sodass es ihnen schwer Karte in ihm auslöst und warum. Dabei
fällt, diese zuzulassen. Biographien der zeigt er allen Gruppenteilnehmern Nachbereitung:
einzelnen Teilnehmer sollten berück- immer wieder das Bild. Wenn er fertig Gespräch über das Empfinden bzw. die
sichtigt werden. ist, fragt er in die Runde, ob jemand Gefühle während der Reise und wie sich
weitermachen mag. Wichtig: Kein der Bewohner danach gefühlt hat.
»»Nach Beendigung des
Gottesdienstes ließen
Durchführung: Bewohner muss über seine Karte Aufräumen der Materialien. es sich die beiden
* Musikanlage und Mikrofone aufbauen
Erinnerungsarbeit mit Postkarten:
Wichtig ist, dass den Gruppenmitglie-
sprechen, wenn er es nicht möchte. Die
Erfahrung zeigt aber, dass einer den Wirkung auf die Bewohner:
Pfarrerinnen nicht
nehmen, ebenfalls * über die Gedanken dazu und die
Absprache mit den Pfarrerinnen

barfuß über unseren


dern erklärt wird, dass es keine Bewer- Anfang machen muss und der Rest sich Postkarten: Das Feedback war sehr Liederauswahl. Wir teilten den Pfar-
Sinnespfad zu laufen.
tung ihrer Aussagen gibt. dann anschließt. individuell. Es gab Bewohner, denen rerinnen mit, dass es um das Thema
Es wird ein ruhiger Ort für die Gruppen- Phantasiereisen: Tränen in den Augen standen, denen Gefühle geht und dass eines der
aktivität gewählt. Es sollten nicht mehr Hierfür ist es wichtig, dass es keine ein Lächeln ins Gesicht gezaubert Ziele war, das Wir-Gefühl zu stärken.
als zehn Bewohner daran teilnehmen.
Auf dem Tisch liegen Postkarten mit
störenden Geräusche gibt. Am besten
geeignet sind Zimmerbesuche. Der
wurde, die sehr traurig waren, die von
bereits vergessenen Dingen berichte- * Stellen eines großen Stuhlkreises
mit Sitzmöglichkeiten in der Mitte
verschiedenen Motiven (Urlaubsländer, Mitarbeiter der Sozialen Betreuung ten, die in sich gekehrt waren usw… des Kreises
Tiere, Emotionen usw.). Zu Beginn hängt ein Schild an der Tür auf: »Bitte Bei den Phantasiereisen war es ähnlich.
erklärt der Mitarbeiter der Sozialen nicht stören«. Dann erklärt er dem Es gibt Menschen, die sehr gut abschal- Durchführung:
Betreuung, dass sich jeder Bewohner Bewohner, was er vorhat und dunkelt ten können und sich auf die Reise Der Gottesdienst wurde in Zusammen-
eine Postkarte aussuchen soll, die ihn den Raum etwas ab. Der Bewohner soll einlassen können und es gibt Men- arbeit mit den Pfarrerinnen und dem
schen, denen es sehr schwer fällt. Sozialen Dienst gestaltet. Bei den
Liedern spielte eine Betreuungs-
assistentin Gitarre und einige Bewoh-
Ökumenischer ner begleiteten sie mit Rhythmusin-
Gottesdienst strumenten. Ebenso gab es ein paar
zum Thema »Gefühle« begleitende Bewegungen mit den
Armen, die die Bewohner mitmachten.
Vorbereitung:
Die Pfarrerinnen sprachen über Ge-

* einige Bewohner übten im Vor-


feld mit Rhythmusinstrumenten,
fühle und dass es früher oft so war,
dass Gefühle nicht zugelassen werden
um die Lieder des Gottesdienstes durften. Sie ermutigten die Bewohner
zu begleiten ihre Gefühle zu zeigen.

* ebenso übte eine Mitarbeiterin der


Sozialen Betreuung auf ihrer Gitar-
Bei einem speziell ausgesuchten
Lied sollten alle Bewohner sich die
re, um die Lieder zu begleiten Hände reichen. So wurde deutlich,

* Aufbau des Altars mit frischen Blu-


men in unserem Garten
dass sie alle eine Gemeinschaft sind
und füreinander da sind.

88 89
Fühlen  SeniorenWohnen Goldbach

auch allein für den Bewohner


(akustische Wahrnehmung) altbe-
kannte Volkslieder.

Nachbereitung:
* Aufräumen
und Gläser
der Gesangsbücher

Wirkung auf die Bewohner:


Die meisten Bewohner hatten viel Freude
am gemeinsamen Singen.

Gesangsrunden: Waffeln backen


Vorbereitung: Vorbereitung:

* Bereitstellen von Gesangsbüchern.


Obwohl die meisten Bewohner die * Teig, Sahne und Kirschen wurden in
der Küche vorbereitet
Texte altbekannter Lieder kennen,
ist es wichtig, Liedtexte bereit- * die Waffeleisen wurden auf einen
Wagen gestellt
zustellen, damit jeder Bewohner
»»Immobile Bewohner fanden in der Mitte des Kreises ihren Platz mitsingen kann. Durchführung:
*
und mobile Bewohner bildeten den Außenkreis
Bereitstellen von Orangensaft Die Mitarbeiter der Sozialen Betreuung
sowie die Einrichtungsleiterin sind ge­-
Nachbereitung: Durchführung: meinsam durch die Wohnbereiche gegan-

* Transfer der Bewohner zurück ins Haus


Ziel
Nachdem die Gruppe im Aufenthaltsbe- gen und haben im Aufenthalts­bereich die

* Aufräumen der Stühle, des Altars reich Platz genommen hatte, bekam
jeder ein Glas Orangensaft (visuelle,
Waffeln frisch zubereitet. Auf jeden Teller
kamen eine frisch gebackene Waffel, da-
Wirkung auf die Bewohner:
* Anregung der Sinne olfaktorische und gustatorische Wahr- zu Vanilleeis, Sahne und Kirschen. Pas-
Die Bewohner waren während des Got-
tesdienstes sehr aufmerksam und nah- * Gefühle wecken nehmung). Die Gruppenteilnehmer
entschieden gemeinsam, welche Lieder
send dazu stand der Kaffee bereits auf
dem Tisch. Ein Genuss für die Bewohner.
men die Worte in sich auf. Beim Thema sie gern singen möchten. An diesem
Gefühle konnte man verschiedene Tag gab es in allen Wohnbereichen klei-
Reaktionen erkennen: Manchen Be- Zielgruppe ne Gesangsrunden. Zwischen den Lie-
wohnern standen Tränen in den Augen, dern wurde immer wieder von alten
andere waren in Gedanken versunken.
* Alle Bewohner des Hauses. Hierbei
spielt die Gruppengröße keine Rolle,
Zeiten gesprochen oder die Bewohner
berichteten, woher sie die Lieder ken-
da alle zusammen singen. Auch die nen. Um die Stimme zu ölen, tranken
»Das Feuerwerk Zusammensetzung entsprechend sie zwischendurch immer wieder vom
der GeFÜHLE« der Ressourcen der Bewohner ist ir- Orangensaft.
relevant, da auch ein dementer Mensch Als die Gruppenaktivitäten beendet

* Gesangsrunden im gesamten Haus bis zu einem bestimmten Stadium der waren, gingen die Mitarbeiter der

* Orangensaft
Genuss von frisch gepresstem Erkrankung noch in der Lage ist, Lieder
zu singen oder zu summen.
Sozialen Betreuung in die Zimmer der
Bewohner, die nicht an der Gruppe

* Zimmerbesuche mit Gesang teilnehmen konnten. Dort sangen sie

* Waffeln backen für alle Bewohner gemeinsam mit dem Bewohner oder

90 91
Hören
Hören  SeniorenWohnen Bad Abbach – Lugerweg

»My Baby Baby


Balla Balla«
Rhythmusgefühl mit Ball
Der Zusammenklang von Bewegung und
Rhythmus schult die Koordination

Vorbereitung, Durchführung, »»Konzentriert wird geklatscht und auf die Bälle geklopft.
Ziel Nachbereitung:

* Vorbereitung des Gymnastikraumes

* Das Ziel dieses Gruppenange-


* Schaumstoffbälle in unterschiedlichen Farben
Stuhlkreis
Wirkung auf die Bewohner:
bots ist das Wahrnehmen unter-
* bereitlegen (Sehsinn)
schiedlicher Töne – laut und
* die Bewohner wirken während des Angebots
leise, hoch und tief, eintauchen
* Betreuungskraft erklärt den Bewohnern den konzentriert, gleichzeitig locker und entspannt
Zielgruppe
in den Rhythmus und ganz bei Ablauf des Angebots
* sie tauchten nach und nach in den Rhythmus ein
sich sein (Selbstwahrnehmung).
* Der Ball wird zwischen den Oberschenkeln
* nach einer bestimmten Zeit waren alle Bewohner
Koordination der Handlungs- positioniert im gleichen Rhythmus und in einer Dynamik des
* Die Teilnehmer der Gymnastik-
abläufe, wichtig für die Verbin-
* Betreuungskraft gibt den Rhythmus vor: Klatschens und des Klopfens gruppe, bestehend aus etwa
dung der beiden Gehirnhälften,
bessere Gehirnaktivität (geistige
2x mit der flachen Hand auf den Ball klopfen,
2x in die Hände klatschen, 2x wiederholen, * die unterschiedlichen Töne (Klatschen mit den
Händen, Klopfen auf den Bällen) war akustisch
zehn Bewohnern, ist eine
gemischte Gruppe aus geistig
Beweglichkeit). dann Änderung des Rhythmus wahrnehmbar fitten und agilen Bewohnern.

* Nachbereitung des Raumes


* das Angebot wurde von einigen Bewohnern als

* Wegräumen des Materials und Dokumentation befreiend empfunden

94 95
Hören  SeniorenWohnen Bad Abbach – Lugerweg

Musizieren
mit Rhythmusinstrumenten
Selbst gebastelte Regenmacher
kommen in der Musikrunde
zum Einsatz. Das gemeinsame
Musizieren erquickt gesunde
wie beeinträchtigte Bewohner.
»»Das gute alte Waschbrett, noch immer leistet es wertvolle Dienste beim Musizieren

Tipps für die Durchführung:

* Suchen Sie bekannte Musikstücke aus, am besten


mit einem Refrain: »Ein Vogel wollte Hochzeit
machen«, »Mein Vater war ein Wandersmann« …

* Wählen Sie als Gruppenleiter Ihren Platz so, dass


Sie von allen Teilnehmern gut zu sehen sind

* Entweder suchen sich die Teilnehmer ihre Instru-


mente selbst aus oder diese werden zugeteilt:
Rahmentrommel, Klanghölzer, Rasseln, Schelltrom-
meln, Regenmacher, Waschbrett, Triangel…

Ziel * Berücksichtigen Sie Fähigkeiten und Möglichkeiten


der Teilnehmer. Hörbeeinträchtigte Bewohner
hören tiefe Tonlagen besser.
Wirkung auf die Bewohner:
* Förderung der Mobilität
* Achten Sie bei Schlaganfallpatienten darauf, dass
Zielgruppe
und Spontaneität der gelähmte Arm so weit wie möglich mit einbezo-
* Die Bewohner empfinden meist viel Freude am

* Spaß am Musizieren, Freude gen wird. Bei einer Handtrommel kann mit der gemeinsamen Musizieren
an Klang und Rhythmus geschädigten Hand das Instrument gehalten und
* Ingelacht
den Trinkpausen zwischen den Liedern wird
* Alle Bewohner, die Spaß an der

* Erlebnis in der Gemeinschaft mit der Gegenseite gespielt werden. und sich unterhalten, Bekanntschaften Musik und am Rhythmus haben,

* Verbesserung der
* Bieten Sie dementen Menschen eine Rassel an. und Freundschaften entwickeln sich oder werden 10 bis 15 Teilnehmer
Koordinations- und Damit ist es am einfachsten, im Takt zu spielen. vertieft. Teilweise werden Instrumente unter-
* demenziell erkrankte
Reaktionsfähigkeit
* Geben Sie Einsätze rechtzeitig verbal und durch einander ausgetauscht und dem anderen Menschen

* Steigerung der Aufmerk- Klatscheinsatz an. Bewohner erklärt.


* körperlich beeinträch-
samkeit und Konzentration
* Passen Sie die Geschwindigkeit des Musikstückes
den Möglichkeiten der Teilnehmer an. * Demente empfinden die Musik als schön und
können die Texte alter Volkslieder meist auswen-
tigte Bewohner

* Bieten Sie zwischen den Liedern Trinkpausen an. dig. Das »Altgedächtnis« wird angeregt.

96 97
Hören  SeniorenWohnen Bad Abbach – Lugerweg

Frühlingskonzert
mit Zither
Neun Musiker der Seniorengruppe
des Zitherclubs kennen sich aus
mit traditionellem Liedgut und wissen,
was den Bewohnern gefällt.

Vorbereitung, Durchführung, »»Der Zitherclub Regensburg 1884 e.V. erfreute die Senioren mit einem abwechslungsreichen Programm
Nachbereitung:

* Der Termin wurde extra auf Samstagnachmittag


gelegt, damit so viele wie möglich daran
teilnehmen können

Ziel * Plakate wurden im Haus ausgehängt und die


Presse wurde informiert

* Der Speisesaal wurde hergerichtet

* Viele Bewohner kennen aus


früheren Zeiten das Musik- * Bewohner die nicht selbständig in den Ver­
anstaltungsraum kommen konnten, wurden Wirkung auf die Bewohner: Zielgruppe
instrument »Zither« durch das anwesende Personal begleitet

* Teilhabe am Leben in der


* Gäste hatten freie Platzwahl
* Bewohner äußerten noch im Veranstaltungs-
* Alle Bewohner die sich
Gemeinschaft
* Liedtexte, die speziell biografieorientiert raum, wie sehr ihnen diese musikalische für Stubenmusi begeistern

* Erinnerungen wecken an: zum Thema Frühling passen, wurden an die Abwechslung gefallen hat können und deren Angehörige
frühere Zeiten, Besuche von Gäste verteilt
* Bewohner sangen mit, eine Vielzahl von ihnen
* Externe Gäste
Sitzweil, Stubenmusi
* Frühlingsgedichte wurden vom Zitherclub vorbe- lächelte

* Bekannte Melodien lassen reitet und präsentiert


* Einige Bewohner schunkelten im Sitzen, andere
längst vergangene Momente
wieder aufleben * Der Speiseraum wurde im Anschluss wieder für
den Normalbetrieb hergerichtet
wippten mit dem Fuß oder den Händen im Takt
der Musik oder summten mit

* Bewohner wurden zurückbegleitet und die


Veranstaltung wurde dokumentiert * Das Konzert fand so viel Anklang, daß es bereits
wiederholt wurde

98 99
Hören  SeniorenWohnen Rothenburg o.d.T. – Bürgerheim SeniorenWohnen Rothenburg o.d.T. – Bürgerheim   | Hören

Hausmusik Kostenlose Überprüfung der


liegt in der Luft Hörgeräte und der
Unter dem Motto »Hausmusik im SeniorenWohnen Gehörfunktion
Bürgerheim« trifft sich eine Gruppe von acht bis
zehn Bewohnern regelmäßig jeden Dienstagvormit- Die Fähigkeit des Hörens wird im Alter
tag zum gemeinsamen Singen und Musizieren. immer schwächer. Eine regelmäßige Über-
prüfung durch einen Hörgeräteakustiker
ermöglicht Maßnahmen, um eine Alters-
Ablauf
Als Vorbereitung zum Instrumentalspiel werden rhythmische
schwerhörigkeit zu behandeln.
Fertigkeiten erprobt. Auf Klanghölzern werden zunächst
einfache Rhythmen vorgeklopft. Die Bewohner spielen diese
nach. Dann geht es reihum. Schließlich wird aktiv auf Orff-,
Percussion-, und Effektinstrumenten musiziert. Zumeist
stellt dies für all diejenigen Bewohner, die das erste Mal an
dem Angebot teilnehmen, etwas ganz Neues dar. Die
meisten Instrumente waren ihnen bislang unbekannt. Leicht
spiel-, und handhabbare Effektinstrumente helfen erste
Hemmschwellen zu überwinden. Vorbereitung

Wirkung auf die Bewohner * Kontaktaufnahme


Hörgeräteakustiker
und Terminfestlegung mit dem

Ziel Innerhalb eines vertrauten Rahmens sammeln die Teilneh-


* Information der Bewohner-Vertretung über das
mer neue Erfahrungen und probieren aus. Begonnen wird bevorstehende Angebot

* Bewohner bekommen regelmäßig immer mit dem Singen bekannter Volkslieder oder Schlager-
* Information an die Heimbewohner
Ziel
Gelegenheit zum aktiven Musizie- melodien. Dazwischen tauscht man sich aus und knüpft
* Erinnerung der Bewohner an den Termin
Bereitstellen eines abgeschlossenen Raums
ren in der Gruppe auf leicht Kontakte. Das ein oder andere Lied erinnert an ein Erlebnis,
*
spielbaren Instrumenten. Es
werden bekannte Lieder gesun-
ruft Erinnerungen und damit auch Emotionen wach. Oft
fallen den Bewohnern plötzlich längst vergessene Liedstro- Durchführung * Überprüfung der Hörfähigkeit
einzelner Bewohner
gen. Zum Teil auch zweistimmige phen oder zweite Stimmen wieder ein, die sie einmal vor
* Begrüßung des Hörgeräteakustikers
* Überprüfung ihrer Hörgeräte
Liedsätze oder moderne Songs. langer Zeit gesungen haben.
* Eine ruhige Umgebung sicherstellen
Dabei steht nicht das musikalische
Ergebnis im Vordergrund, sondern
Einzelne Bewohner erproben sich nun in einfachen Formen
der Begleitung, wie z.B. Bordun oder Ostinat. Eine Bewoh- * Begleitung der Bewohner zum Hörgeräteakustiker
die Menschen mit ihren Bedürfnis- nerin erinnert sich noch an Gitarrengriffe aus ihrer Jugend- Nachbereitung
sen. Das Angebot richtet sich an zeit und übt sich darin, diese wieder umzusetzen. Schwung- Begleitung der Bewohner bei Bedarf zurück in ihr Zimmer
interessierte Bewohner ohne musi- volle, heitere Melodien animieren zum Mittun und es ist
kalische Vorkenntnisse. inzwischen oft so, dass spontan die Tür von außen aufgeht Wirkung auf die Bewohner
und ein Vorbeigehender überrascht fragt, wer da so stim- Das Angebot wurde von den Bewohnern gerne angenommen
mungsvoll musiziere. und wird einmal jährlich durchgeführt.

100 101
Hören  SeniorenWohnen Rothenburg o.d.T. – Bürgerheim

Aktivrunde –
Regenmacher basteln

Ein Regenmacher ist ein Effekt-


instrument: dreht man ihn um,
fällt die Füllung von einem Ende
»»Beim Basteln der Regenmacher müssen die Bewohner Fingerspitzengefühl beweisen.
zum anderen. Das Geräusch
erinnert an prasselnden Regen ... Röhre soll verschlossen werden. Dazu braucht man Geschmack verziert. Als Nachbereitung den Arbeits-
einen Pappdeckel, der mit Malerabdeckband oder platz aufräumen.
mit Klebeband befestigt wird. Am anderen Ende
wird das Füllmaterial – Reiskörner oder Maiskörner Wirkung auf die Bewohner
Vorbereitung eingefüllt. Die Menge des Inhalts ist individuell zu Freude und Begeisterung beim Basteln der Regen-
Folgende Materialien wurden organisiert: bestimmen. Die Öffnung kurz mit Folie, Hand oder macher war erkennbar. Die Fähigkeit, wieder einen

* Kartonrolle mit großem Durchmesser (Länge individu-


elle Entscheidung)
Papier abdecken und den Stab einmal langsam
umdrehen und horchen, ob das Geräusch so gefällt.
Hammer in der Hand zu halten, wurde aktiviert.
Fallen die Reiskörner durch das Nagelgewirr im

* Malerabdeckband, breites Klebeband Wenn ja, kann die Öffnung, wie vorhin beschrieben, Inneren des Regenstabs, klingt es wie prasselnde

Ziel * Nägel (etwas kürzer als der Durchmesser der Karton-


röhre) ca. bis 80–100 Stück je nach der Länge des
ebenfalls verschlossen werden.
Wenn nein, noch mehr Füllmaterial einfügen.
Regentropfen. Bewohner bestimmen durch die
eingefüllte Menge von verschiedenen Körnern den
Kartonrohres Einfach so lange probieren, bis der Klang des Klang des Regenstabes. Sie können durch die

* Wahrnehmung von verschiedenen


* Werkzeuge, wie Hammer, Ahle, Bohrer Regenmachers gefällt. Zum Schluss wird der Regen- Geschwindigkeit des Drehens, das Regengeräusch
Geräuschen
* zwei Plastik- oder Pappdeckel (Größe wie die Durch- stab angemalt, beklebt und nach dem individuellen selbst bestimmen.

* Beruhigende und entspannende Wir- messer der Kartonrolle)


kung der Geräusche auf die Bewohner
* Reiskörner oder Maiskörner
»»Die bunt verzierten Regenmacher
* Bewohner werden mit verschiedenen
Klängen konfrontiert * Malfarbe oder buntes Papier, auch selbstklebende
bunte Folie
klingen wie prasselnde Regentropfen.
Die Diaguitas-Indianer in Chile

* Stärkung des Selbstbewusstseins der


Bewohner durch die aktive gemeinsa- Durchführung
setzten das Instrument ein, um das
Wetter zu beeinflussen.
me Tätigkeit Mit dem Hammer die Nägel in das Kartonrohr in einer
spiralförmigen Reihe schlagen, die um das Rohr verläuft.
Einfacher geht es, wenn die Löcher mit Ahle oder Bohrer
Zielgruppe vorbereitet sind. Der Abstand zwischen zwei Nägeln sollte
etwa einen Finger breit sein.

* Alle Bewohner Zur Veränderung des Klanges, kann noch eine zweite

* Teilnehmer pro Arbeitsgruppe


vier bis sechs Personen
Nagelspirale in das Kartonrohr, etwas versetzt zur ersten
Spirale, geschlagen werden. Um die Nägel zu befestigen
und eine Fingerverletzung zu vermeiden, wird die Nagel-
spirale mit Malerabdeckband bedeckt. Ein Ende der

102 103
Hören   SeniorenWohnen Rosenheim – Küpferling   | Hören

Der Klang Vorbereitung, Durchführung,


Nachbereitung
*
Zielgruppe
Geeignet ist die Klangschalen-

der Schalen
Ein ruhiger Raum wird vorbereitet: das Licht wird massage für Einzelsitzungen
gedimmt, Liege, Bett oder Stuhl werden bereitge- und Klangbäder mit bis zu 15
stellt, wenn möglich wird der Raum beduftet. Im Teilnehmern, die ein ganzheitli-
Ziel SeniorenWohnen Küpferling gibt es einen speziell ches Erlebnis spüren möchten
dekorierten Entspannungsraum. Die Teilnehmer (Hören, Fühlen und Entspan-

* Den Klangschalen wird ein positiver


Einfluss auf das Schmerzempfinden
werden in eine bequeme Position gebracht. Die
Klangschalen werden am Körper angebracht und
nen). Klangschalenmassage ist
geeignet für Menschen jeder
und die Atmung beigemessen. Im Laufe angeschlagen. Dabei sollte nicht gesprochen wer- Altersstufe.
der Jahre konnte beobachtet werden, den. Der Bewohner wird sich auf Grund der Schwin-
dass die Verdauung spürbar verbes­- gungen sehr bald entspannen und unter Umständen
Seit 2009 finden die Klangschalen
sert werden konnte. Klangschalen in sogar einschlafen. Die Behandlungsdauer sollte etwa
der Pflege werden zur Entspannung nach der Methode von Peter Hess3) im 30 Minuten betragen. Es wird beobachtet wie der
eingesetzt, besonders bei dementen Bewohner reagiert. Ist der Bewohner unruhig, sollte einige Zeit weniger Schmerzen empfanden. Die Klang­-
Bewohnern. Die Sinnesanregung er-
SeniorenWohnen Küpferling Anwen- die Dauer verkürzt oder die Anwendung ganz unter- schalen werden auch zur Stimulierung der Atemwege
folgt durch Klang und Vibration der dung. Als Vorreiter dieses damals neuen brochen werden. Nach der Anwendung wird der und zur Vorbeugung einer Lungenentzündung angewen-
Schale, die durch den Körper geht. Bewohner zurück in die Gruppe gebracht. Die Scha- det. Auffallend viele Bewohner konnten danach ohne
Demente Bewohner spüren sich und Verfahrens wurden 22 Mitarbeiter in der len werden gereinigt und das Zimmer wird aufge- Abführmittel wieder zur Toilette gehen, da die Schwin-
ihren Körper durch die Vibration wie- räumt. Danach erfolgt die Dokumentation, wie es gungen der Klangschalen die Darmtätigkeit anregen.
der auf neue Art und Weise. Durch die
Pflege und in der Betreuung ausgebildet. dem Bewohner während und nach der Klangscha- Mit unruhigen Bewohnern führten wir abends eine
langjährige Erfahrung mit den Klang- Die Kollegen führten eine mehrmona- lenanwendung ging. Klangschalenmassage durch und viele konnten besser
schalen in der Pflege konnten positive einschlafen, da sie entspannt und ruhiger waren. Bei
Beobachtungen und schrift­liche tige Studie über die Auswirkungen der Wirkung auf den Bewohner sterbenden Bewohnern, die während der Sterbephase
Nachweise erbracht werden. Vielen dementen Bewohnern verhalf die Klangscha- unter Angstzuständen litten, wurde im Zuge der palliati-
Klangschalenanwendung bei Schmerzen
lenanwendung zu totaler Entspannung. Manche ven Begleitung während und nach der Klangmassage
und zur Lungenprophylaxe durch. Schmerzpatienten äußerten, dass sie danach für ihre Angst deutlich verringert.

104 105
Hören  SeniorenWohnen München – Kieferngarten

Zum Schwingen
bringen
Klangschalen können ganzheitlich
Ziel auf Körper, Geist und Seele wirken.
Im Pflegebereich steht Entspannung im Der Ton der Klangschale bringt
Vordergrund. Zusätzlicher Nutzen der
positiven Kraft von Klängen:
die Seele zum Schwingen. Der Klang
* Prophylaxe löst Spannungen, mobilisiert
* Entspannung
die Selbstheilungskräfte und setzt
* Stimulierung und Aktivierung aller
Sinne
schöpferische Energien frei. Vorbereitung
* Förderung von Vertrauen

* Seele baumeln lassen


* Bewohner über das Angebot

* Kontakte fördern, Teilhabe an der »»In einer ruhigen Atmosphäre kann man die Seele baumeln lassen informieren
Gemeinschaft (Gruppe)
* Klangschalenset und Zubehör wie

* Stressbewältigung Klöppel oder Saughalter vorbereiten

* Zusätzliches Material wie Luft-


ballons, Sand etc. vorbereiten

Zielgruppe * Ruhige Atmosphäre schaffen


Durchführung
Nachbereitung
* Desorientierte, sowie Men- Einzelbetreuung:
schen mit Demenz, Bettlägerige
und Interessierte * Entscheidung, ob Entspannungs-
oder Aktivierungsangebot bzw. * Entspannung betrifft auch die Blase, Bewohner auf
Wunsch zur Toilette begleiten
Prophylaxe, ggf. Absprache mit den
* InKlangschalenset
ruhiger Atmosphäre nachklingen lassen
Pflegekräften
* Reflektion und Dokumentation
reinigen und aufräumen

* Bettlägerige Bewohner wenn nötig


entlagern *
Wirkung auf die Bewohner
* Einsatz der Klangschalen je nach
Bedarf Die Reaktion der Bewohner auf das Klangschalen – Angebot
Gruppenangebot: ist durchweg positiv. In Gruppenangeboten steht nicht die

* Angebot planen, z. B. Klangbad


in der Gruppe
kognitive Leistung im Vordergrund, sondern Teilhabe, Spaß
und Entspannung. Somit fördern die Klangschalen gerade bei

* Visuell-taktile Erfahrungen mit der


Klangschale, z.B. mit Wasser oder
Demenzerkrankten die Kommunikation und Interaktion in der
Gruppe. Die Einzelbetreuung wird sehr intensiv erlebt, die
Sand o.ä. Schwingungen der Klangschalen bewirken Entspannung und

* Entspannungsangebote mit
der Klangschale
Wohlbefinden. Bettlägerige Bewohner können von den erwei-
terten Prophylaxen profitieren.
»»Vorab wird in einem Gespräch
die Anwendung erläutert.

106 107
Hören   SeniorenWohnen Bad Abbach – Lugerweg   | Hören

Zielgruppe
* Alle Bewohnerinnen, Teilneh-
merinnen pro Arbeitsgruppe
vier bis sechs Personen

* Liedtexte für das Abschlusslied


»Wenn bei Capri die rote Sonne im
Meer versinkt« werden verteilt und
anschließend gemeinsam gesungen.

* Gemeinsam Tisch abräumen und


Spülmaschine bestücken.

* Bewohnerinnen zurückbegleiten und


Dokumentation.

Entspannung Wirkung auf


die Bewohnerinnen:

Ziel
beiMeeres- * Erinnerungen und Emotionen an
frühere Urlaubsreisen werden ge-
weckt, es wird erzählt, gelacht,

*
rauschen »»Schöne Urlaubstage vergisst man nicht, egal wie lange sie her sind.
Ziel des Gruppenangebots Gemeinsamkeiten mit anderen
ist der Austausch unter Teilnehmerinnen entdeckt.
Frauen über familiäre Erleb-
nisse und Erfahrungen wäh- * Eine Bewohnerin kam mit alten
Urlaubspostkarten und zeigte sie
rend einer Reise, eines anderen Teilnehmerinnen. Die
Urlaubs, in der Heimat… Erinnerungen sind verborgene Frauen erzählen, was sie mit den
Vorbereitung, Durchführung,
* Reflektion der Rolle der Frau
Schätze, die sich nur schwer in Nachbereitung:
Postkarten in Verbindung bringen.
als Organisatorin der Familie
* Einige beschreiben welche Bilder

* Freude, Spaß, Geselligkeit Worte fassen lassen. Urlaubs-


* Kaffeetisch mit Kaffeegeschirr eindecken. Zusätzlich
wird der Tisch noch mit Sand und Muscheln, Urlaubshut,
vor ihrem geistigen Auge erschein­-
en. Beispielsweise Erinnerungen
atmosphäre lädt dazu ein, sich zu Tüchern, kleinem Liegestuhl und Möwen gestaltet. an frühere Urlaubsorte.
erinnern und die eigenen Schätze * Bewohnerinnen, die nicht selbständig kommen können,
werden abgeholt. * Ein Großteil empfand das Meeres­
rauschen als entspannend, einige
mit anderen Bewohnern zu teilen.
* Im Hintergrund spielt eine CD mit Meeresrauschen und schlossen ihre Augen.
Möwengeschrei.
* Eine Bewohnerin fing spontan an, das

* Die Betreuungskraft erzählt eine kurze Episode aus


ihrem Familienurlaub am Meer und bezieht im Gespräch
Lied »Eine Bootsfahrt die ist lustig…«
anzustimmen und andere beteiligten
die Teilnehmerinnen mit ein. sich am Singen.

108 109
Hören  SeniorenWohnen Bad Abbach – Lugerweg

Denksportaufgabe

Hörrätsel * Nachdem
Vorbereitung, Durchführung, das Geräusch erkannt und zuge-
ordnet wurde, wird gemeinsam über das Bild
Nachbereitung:
und Geräusch gesprochen (was verbindet

* Bewohner den Ablauf des Angebots erklären man damit, welche Erlebnisse, Erfahrungen

* Tragbaren CD-Player mit Geräusche-CD bereit-


stellen
hat man gemacht, welche Empfindungen wer-
den hervorgerufen)
Regenprasseln, Hundebellen oder
Hufgetrappel: Konzentriertes Zuhören
* Therapiematerial »Laute der Natur« CD und
Bildkarten mit Tier- bzw. Naturfotos vorberei- * Material wegräumen und Dokumentation

ten: Jeweils 3x3 Geräusche und Bilder aus- Wirkung auf den Bewohner:
aktiviert das akustische Gedächtnis. wählen (keine Überforderung) langsam stei-
gern, 20–30 Minuten. * Esnissewerden Erinnerungen wach, über Erleb-
mit Tieren, Naturerscheinungen usw.
Die Geräusche lösen Erinnerungen an
längst vergangene Tage aus. * Immer drei Bildkarten auf den Tisch oder
Therapietisch legen, Geräusche abspielen und
(Spaziergänge, Spiele, Feuer im Kamin usw.)
wird gesprochen.
diese den Bildern zuordnen lassen
* Gespräche und Emotionen entwickeln sich

* Ein Bild mit Kaminfeuer löst Erinnerungen an


den Vater aus: »Der hat so viele Kamine gemau-
ert, der hat Schornsteinmaurer gelernt«. Ganz
begeistert und voller Stolz auf den Vater hat
der Bewohner dann über seine Kindheit und
das gute Verhältnis zu seinen Eltern erzählt.

* Ein Bild mit Pferden weckt den großen Wunsch,


noch mal reiten zu dürfen.

Ziel Zielgruppe
* Ziel des Einzelangebots ist Stimulierung
der auditiven Wahrnehmung: Das Gehör * Das Angebot wird im Rahmen
der Einzelbetreuung im Be-
wird für die verschiedenen Geräusche wohnerzimmer am Bett, am
sensibilisiert. Konzentriertes und intensi- Tisch oder im Rollstuhl an-
ves Einlassen auf die Geräusche. geboten. Bei Menschen, die

* Anregung des akustischen und visuel-


len Gedächtnisses: Erkennen von Ge-
nicht oder nur kurze Zeit das
Bett verlassen können.
räuschen und diese mit den dazuge-
hörigen Bildern in Verbindung bringen.

* Anregung des limbischen Systems:


Raum für Emotionen (Neugier, Freude,
Motivation...)
»»Ohren gespitzt: Welches
Tier ist da zu hören?

110 111
Hören  SeniorenWohnen Bad Abbach – Lugerweg

Elfenhafte Klänge der


Zauberharfe
Das einfach zu erlernende Vorbereitung, Durchführung,
Nachbereitung:
Instrument beschert Teilnehmern
* Zauberharfe bereitstellen
Erfolgserlebnisse in kürzester Zeit
* Bewohner einladen
Noten auswählen

* Den Bewohnern das Instrument zeigen, befühlen


* lassen und erklären, was für ein sanftes, einfach
zu handhabendes Instrument es ist.

* Aussuchen des Liedes mit den Bewohnern


Ziel
* Mit einfachen, bekannten Liedern beginnen
(z.B. Volk-, Kinderlieder…)

* Einlegen des Notenblattes unter die Saiten


der Harfe * Zauberharfen bieten einen
sanften und niederschwelligen

* Betreuungskraft spielt langsam das Lied vor,


anhand des Notenblattes
Zugang zur Musik und zur
aktiven Musikgestaltung.

* Übergeben der Zauberharfe an den Bewohner Innerhalb kurzer Zeit ist es

* Anleitung, Unterstützung und Motivation durch


die Betreuungskraft
möglich, zusammen mit anderen
Menschen zu musizieren. Volks-,

* Unsicherheiten auffangen – Angst vor Fehlern


nehmen
Kinder- Weihnachtslieder,
Kanons und Klassikstücke

* Bewohnern den Freiraum geben, selber zu


experimentieren und auszuprobieren. Sich auf
können gespielt werden ohne
musikalische Vorkenntnisse.
Neues einzulassen Die Harfen ermöglichen dem

* Aufräumen der Materialien und Dokumentation Bewohner Erfolgserlebnisse.

Wirkung auf die Bewohner:

* Schnelles, einfaches Erlernen eines Instruments


Zielgruppe
* Mut, etwas Neues auszuprobieren

* Erfolgserlebnisse
* Erinnerungsarbeit – Lieder aus der Kindheit
* Bewohner, die nicht kognitiv

* Positives Gefühl, sich auf die Musik einlassen beeinträchtigt sind, in Klein-

* Entspannung gruppen bis fünf Bewohner,

* Konzentration Einzelbetreuung

»»Nach kurzer Anleitung können beliebte Volkslieder mit der Zauberharfe begleitet werden. * Mitbewohner kommen in den Genuss des
gemeinsamen Musizierens

112 113
Alle Sinne
Alle Sinne  SeniorenWohnen München – Kieferngarten

Eine Traum-
welt erfahren
Beim Snoezelen4) die Seele baumeln lassen:
Die bunte Lichtwelt eröffnet neue Tiefen
der Sinneswarnehmung.

Snoezelen – ein Erlebnis für die Sinne


Snoezelen ist eine Mischung aus »snooze« und »doze«, was
jeweils »ein Nickerchen machen« oder »dösen« bedeutet. Der
hauseigene Snoezelenraum bietet besonders den Bewohnern,
die mit Einschränkungen leben müssen, eine Sinnesanregung.
Der mobile Snoezelenwagen kann direkt im Bewohnerzimmer
eingesetzt werden. Somit können auch Menschen, die das
Zimmer nicht mehr verlassen wollen oder können, das Ange-
bot nutzen. Angewendet werden Licht- und Dufteffekte, sowie
weiche Decken, Betten, Liegen.
Reizüberflutung eintritt. Bei dementen Bewohnern,
Ort die sich nicht verbal äußern können, obliegt diese Ent-
Im Snoezelenraum, im Seniorentreff, im Bewohnerzimmer scheidung den begleitenden Mitarbeitern. Bei Benut-
oder am Bett mit dem mobilen Snoezelenwagen. zung des Wasserbettes immer eine Unterlage auflegen.
Das Snoezelen dauert, je nach individueller Befindlich-
Vorbereitung keit, zwischen 20 Minuten und einer Stunde. Bei Anzei-

* Angebot planen chen von Unwohlsein den Vorgang abbrechen.

Ziel * Materialien bereit legen (CD ggf. Aromaöl etc.)


Snoezelenraum, Snoezelenwagen bei Bedarf vorbereiten
Wirkung auf die Bewohner
* Wohnbereich informieren
* Das Prinzip des Snoezelens, »nichts muss, alles darf

* Stimulierung und Aktivierung


aller Sinne Durchführung
geschehen«, bietet für den Bewohner die Möglichkeit
der Entspannung und des Wohlbefinden in einer Umge-

* Förderung von Vertrauen und


Entspannung
Bewohner falls nötig aus den Zimmern abholen, informieren
und in den Snozelenraum begleiten. Oder den mobilen
bung, die frei von Forderungen, Misserfolgen und Stress
ist. Im Vordergrund steht, die Reize beim Snoezelen so Zielgruppe
* Neue Wahrnehmungsdimensi­ Snoezelenwagen ins Zimmer fahren. Lieblingsmusik erfragen, darzubieten, dass sie den Bewohnern angenehme
onen erleben oder Bewohner selbst wählen lassen und den biografischen Sinneswahrnehmungen und zudem besondere, nicht
* Menschen mit Demenz,

* Seele baumeln lassen Hintergrund beachten. Lassen Sie die Teilnehmer ihren alltägliche Erlebnisse ermöglichen. Bettlägerige und interessierte

* Kontakte fördern (bei der


Gruppenbetreuung)
bevorzugten Platz wählen oder bieten Sie eine gemütliche
Stellung an. Gewünschte Elemente einschalten, Bewohner
Demenzerkrankte Bewohner haben beim Snoezelen die
Möglichkeit, zu entspannen und zur Ruhe zu kommen.
Bewohner in Einzel-, bzw.
Gruppenbetreuung.
dabei Beratung anbieten. Dabei darauf achten, dass nicht Bettlägerige Personen mit wenig Kontakten zur Außen-
mehr als zwei Elemente gleichzeitig benutzt werden und eine welt erfahren hingegen Anregungen über alle Sinne.

116 117
Alle Sinne  SeniorenWohnen München – Kieferngarten Rezepte   | Alle Sinne

Rezepte
für Bade-
zusätze

Orangen-
Badekugel Ingwer-
Badesalz

Angenehm bei trockener, Badesalz – ein Dufterlebnis


rauer Haut.

* 500 g Totes Meer Badesalz


Für 6 Stück
* 25-30 g gemahlener Ingwer

Badespaß * *
30 g Kakaobutter 15 Tropfen ätherisches Öl

* 50g Zitronensäure
* Abrieb einer unbehandelten

* 100 g Natron Orange

* 15g Speisestärke
* 100 g zermahlene Haferflocken

mit allen Sinnen erleben * 25–30 Tropfen ätherisches Öl


* 100 g Milchpulver

* Zusätze 2 EL klein geschnittene


Kräuter oder Blüten, zerstoßene Alle Zutaten durchmischen und
Gewürze ( Wachholderbeere,- einige Tage durchziehen lassen,
Verwöhnprogramm von Kopf Zimt, Nelken usw. ) in verschließbare Gläser abfüllen.
Für ein Vollbad ca. 200 Gramm
bis Fuß: Beim Badespaß in den Kakaobutter bei schwacher Hitze ins Badewasser geben.
Themenbädern können Bewohner schmelzen lassen, alle anderen
Zutaten in einer Schüssel mi-
abtauchen und entspannen. schen, flüssige Kakaobutter
zugeben, feinkrümelig vermi-
schen. In Förmchen pressen oder
Mehr als nur Köperpflege gemütlicher gestaltet. Die passende zu Kugeln formen.
Baden kann so viel mehr sein, als nur Dekoration trägt ebenfalls zum Wohlfüh- Über Nacht im Kühlschrank
Körperpflege. Beim Baden werden die len bei. Nach Wunsch kann Musik zum trocknen lassen. 3 Monate halt-
Bewohner im SeniorenWohnen Kiefern- Baden gewählt werden. Zur Auswahl bar, wenn luftdicht verschlossen
garten verwöhnt. Ziel ist es, den Bewoh- stehen alternativ eine CD mit klassischer
nern ein Erlebnis mit allen Sinnen zu Musik oder mit Naturlauten und Entspan-
ermöglichen. Wir haben deshalb unsere nungsmusik. Für einen guten Duft sorgen
Pflegebäder verschönert. Karibikstrand, Badezusätze mit Rose, Lavendel, Milch
Baden im See und Nordseestrand sind und Honig und Orange. Und was ist mit
die Themen der Pflegebäder in den dem Geschmackssinn? Auf Wunsch wird
Wohnbereichen A, B und C. Durch einen ein Glas Saft zum Bad gereicht.
Wandschirm oder Vorhänge wurden So hoffen wir, dass wir den Bewohnern in
größere Pflegebäder unterteilt und damit ihrem Alltag ein kleines Highlight bieten.

118 119
Alle Sinne  SeniorenWohnen Bamberg – Am Bruderwald

Sinnes-
Der
wagen kommt
Die Sinne Sehen, Hören, Riechen,
Tasten und Körperwahrnehmung werden
Ziel
mit dem Sinneswagen stimuliert.
* Mit dem Sinneswagen können alle
Sinne der Bewohner stimuliert
werden. Zusätzlich wird die Ge- Vorbereitung
fühlsebene angesprochen. In Für den Einsatz der einzelnen Elemente müssen unbedingt
angenehmer Atmosphäre werden vorher die Krankheitsbilder und die derzeitige Befindlichkeit
die primären Sinne durch den Ein- des Bewohners berücksichtigt werden. Die biographischen
»»Im abgedunkeltem Zimmer
kommen die Lichteffekte
satz von Lichteffekten, Musik, tak- Hintergründe sowie die Vorlieben und Abneigungen des zu ihrer Entfaltung
tiler Stimulation und angenehmen Bewohners stehen stets im Mittelpunkt. Durch unangemesse-
Gerüchen angesprochen. Es sollen nen Einsatz kann der Bewohner für ihn unangenehmen Einflüs-
ganz besondere, nicht alltägliche sen ausgesetzt werden, die nachhaltig negativ wirken können.
Erlebnisse ermöglicht werden.
Durchführung
Harmonisch aufeinander abgestimmte multisensorische Reize Leise Klänge und Melodien erklingen aus dem
sollen Wohlbefinden bei den Bewohnern auslösen. Diese Reize CD-Spieler. Düfte wie Rose, Orange oder Lavendel
Zielgruppe müssen gezielt ausgesucht und angepasst werden. Ob ein, erfüllen den Raum. Warme Farben und Formen
zwei oder mehr Medien zum Einsatz kommen, ist individuell zu werden durch den Projektor an die Wand geworfen.

* Der Sinneswagen kann je nach


Bedürfnissen der Bewohner in
entscheiden.
Dem Bewohner wird Zeit und Freiraum gelassen, um selbst
Die Wassersäule sorgt für visuelle Effekte.
Es können Bilder zum Einsatz kommen, die zusam-
entstehende Wirkung werden möglichst genau
dokumentiert. Die Dokumentation der Reaktion des
der Einzel- oder in einer Gruppen- auszuwählen oder anzuzeigen, welche Reize als angenehm men mit einer vorgelesenen Traumreise oder einer Bewohners auf bestimmte Reize steht im Vorder-
betreuung angewandt werden. empfunden werden, worauf er sich konzentrieren und mit was Entspannungsreise angewandt werden. grund.
Bei einer Gruppensituation soll- er sich beschäftigen möchte. Verschiedenste Massageutensilien wie Igelball,
te eine Gruppengröße von maxi- Nach der Begrüßung des Bewohners wird erläutert, wie der Waschlappen, Öl, Pinsel, Federn etc. sorgen für die
mal vier Bewohnern nicht über- Ablauf geplant ist. Stimmt dieser zu und sind keine ablehnen- taktile Stimulation des Bewohners. Wirkung auf die Bewohner
schritten werden. den Reaktionen beobachtbar, kann mit der Betreuung begon- Das langsame Zurückholen und ein ruhiges Ende ist Die Wirkung ist sehr individuell. Für einige Bewoh-

* Der Besuch mit dem Sinneswagen


ist für alle Bewohner geeignet, die
nen werden. Geräuschquellen wie TV oder Radio werden
ausgeschaltet.
ein wichtiger Teil der Betreuung. Die Dauer einer
Einheit ist individuell zu bestimmen und richtet sich
ner sorgt der Einsatz des Wagens für eine Aktivie-
rung und Stimulation der Sinne. Die verbale und
Interesse daran zeigen und sich Es sollte darauf geachtet werden, dass der Bewohner bequem nach der jeweiligen Zielsetzung. Ein Bewohner auch die nonverbale Kommunikation können
darauf einlassen können. liegt oder sitzt. Bei Bedarf wird der Bewohner gelagert oder sollte jedoch nie mit dem Sinneswagen im abgedun- angeregt werden. Andere Bewohner finden bei der
Überwiegend wird er jedoch eingeladen, sich hinzulegen. kelten Raum alleine gelassen werden. Betreuung mit dem Sinneswagen Ruhe und können
eingesetzt bei immobilen Bewoh- Der Sinneswagen wird in das Bewohnerzimmer gebracht. Der sich vollkommen entspannen. Durch die Reize von
nern, unruhigen Bewohnern Raum wird sanft verdunkelt, um eine gemütliche und ruhige Nachbereitung außen können sich Autostimulation und krankheits-
und in der Palliativbetreuung Atmosphäre zu schaffen. Ein Schild mit der Aufschrift »Bitte Die verwendeten Utensilien werden desinfiziert und bedingte Zustände wie Angst, Unruhe und depressi-
nicht stören« wird außen an der geschlossenen Zimmertür in den Sinneswagen zurückgeräumt. Das eigene ve Stimmung mildern. Die Bewohner können
angebracht. Vorgehen, die angewandten Medien und die daraus genießen und erleben.

120 121
Alle Sinne   SeniorenWohnen Hof   | Alle Sinne

Ziel
* Entspannung und Zuwen-
dung geben

* Förderung der Wahrnehmung

* Anregung der Durchblutung

* Den eigenen Körper besser


wahrnehmen

* Sich selbst und seine Körper-


grenzen spüren »»Eine Handmassage regt die Durchblutung an und
* Wohlbefinden bereitet Vergnügen und Wohlbefinden

Gesundheits-
gab eine spezielle Fußmassage. Die
Bewohner entspannten sich bei ihrer
Kopf-, Gesichts-, Nacken- oder Schulter-
massage. Dazu gab es musikalische

und Untermalung, Lichtspiele mit sanften »»Verschiedene Materialien kamen zum Einsatz

Wohlfühltage
Blau- und Violettönen und beruhigenden
Düften. Die Hände wurden mit speziellen
Ölen eingerieben und massiert. Vom
Handgelenk bis in die Fingerspitzen
wurde geknetet und ausgestrichen.
* Fester Druck zum Abschluss
Relaxen und genießen:
Organisation * ermöglichen
Ausruhen des Bewohners

Das SeniorenWohnen Hof verwandelt


* Materialien bereitstellen
* Ruhiges Raumklima

Zielgruppe sich mit den richtigen Griffen und * Bewohners


Orientierung an der Biografie des
* effekte, aber keine Reizüberflutung
Entspannungsmusik, Düfte, Licht-

Materialien zu einer Wellness-Oase.


* Test der Hautverträglichkeit
* 5–10 Minuten Dauer der

* Vorwiegend in Einzelbetreuung,
aber auch in Kleingruppen * Bewohner beachten
Stimmung und Befinden der Behandlung

Wirkung auf Bewohner


möglich
* Beginn mit Fuß- oder Handbad,

* Geeignet für alle Bewohner, die 1. Angebot von Hand- Zusatz von Aromaölen nach Wunsch
* Beruhigend
Zustimmung signalisieren oder Fussmassagen und Verträglichkeit
* Förderung des natürlichen Schlafes

* Rüstige Bewohner
* Massage mit Händen und Hilfs-
* Anregend und aktivierend

* Demente Bewohner Wer kennt das nicht? Kalte Hände in der Winterzeit. Die Ergothera- mitteln, z. B. Igelball, Massage-
* Entspannung, stimmungsaufhellend

* Somnolente Bewohner peuten kannten ein tolles Gegenmittel: Mit Fingermassagen und handschuh, Bürste, Pinsel usw.
* Angstlösend
Schmerzlindernd

* Immobile Bewohner warmen Handbädern erreichten sie, dass die Senioren gut durch-
* Massage immer von innen
* Förderung der Mobilität durch besse-
blutete und geschmeidige Hände bekamen. »Ein tolles Gefühl«,
schwärmten alle Behandelten. Eine professionelle Fußpflegerin
nach außen (vom Gelenk zu den
Fingerspitzen) * re Beweglichkeit
122 123
Alle Sinne  SeniorenWohnen Hof

»»Die Gesundheits- und


Ziel Wohlfühltage waren
ein Fest für alle Sinne.

* Stimulation der Haut

* Förderung der Durchblutung

* Anregung der taktilen Wahrneh-


mung In der Salima Klangwelle LE 7 kommt ein

* Linderung von Schmerzen speziell für die Vibrationsfrequenzen


entwickelter Computer zum Einsatz, der
die sieben körpereigenen Töne erzeugt
und steuert.
Die innovativen Körperschallerzeuger,
die unter der Liege montiert sind, über-
tragen die Vibrationsfrequenzen wie
sanfte Wellen an den Körper. Durch die
verschiedenen Frequenzbewegungen im
tiefen Tonbereich entstehen Druck und
Schub im Gewebe. Es kommt zu einer
lang anhaltenden Entspannung der
Muskulatur. Diese Töne und Schwingun-
gen sind sehr variabel einstellbar, direkt
von der Muskulatur spürbar und »hör-
bar«. Sie strömen harmonisierend in die
Energiebahnen.

2. Angebot eines warmen


oder kalten Linsenbads 4. Angebot
Wirkung auf Bewohner Gaumenfreuden
Organisation
* Wohltat bei kalten und steifen Fingern Chefkoch Peter Siegel zauberte für die

* Rohe Linsen in der Mikrowelle oder im Ofen erhitzen


* Angenehm bei Kribbel- und Taubheitsgefühl Gäste selbst hergestellte Säfte aus

* mit den Händen die Linsen greifen, durchwühlen, kneten,


In eine Schüssel oder kleine Wanne geben
* Ruhe und Entspannung
Positives Wahrnehmungserlebnis Orangen, Kokosmilch und verschiedenen

Zielgruppe * durch die Finger gleiten lassen * Sirupsorten. Im Nu entwickelten sich


seine Lebkuchen-Milch-Cocktails zum

* Dauer der Anwendung 10 Minuten Renner.

* Einzelbetreuung
* In das Linsenbad kann man kleine Gegenstände, wie
Anschließend kann man eine Handmassage durchführen 3. Angebot Fitness & Entspannung Reger Andrang herrschte auch am

* Unruhige Bewohner
* Murmeln oder Münzen, geben, die ertastet werden müssen Geruchs- und Taststand. Wer erfolgreich

* Bewohner mit Beschwerden in Nun wartete der Heimtrainer auf motivierte Junggebliebene. mehrere verschiedene Gerüche richtig
Händen und Fingern
* Das Linsenbad kann auch für die Füße durchgeführt werden Ein spezielles Ergometer sorgte für Sicherheit und ein gutes interpretieren konnte oder unterschiedli-

* Bei arthritischen Schmerzen


* Auch ein kaltes Linsenbad ist möglich (Linsen aus Kühl-
schrank oder Gefrierfach), es lindert Schwellungen und
Gefühl. Gleich danach durften die trainierten Bewohner auf der
Salima ® Entspannungs-und Massageliege wieder mit wunder-
che Gegenstände wie Korken, Reis oder
Sand richtig erfühlte, wurde mit kleinen
Entzündungen schönen Melodien und Düften träumen. Preisen belohnt.

124 125
Alle Sinne Bad Abbach SeniorenWohnen Bad Abbach – Lugerweg   | Alle Sinne

»»Die Vielzahl der


Kräuter bietet einen
breiten Fächer
* Nasses Wattestäbchen in Brausepulver oder
in verschiedene Getränke je nach Vorlieben
an Duft- und Ge- des Bewohners tunken und über die Zunge
schmacksvarianten des Bewohners streichen.

* Lippen des Bewohners mit etwas Honig oder


Butter bestreichen.

* süß: oberen Bereich eines großen Schaum-


kusses entfernen und weiche Füllung dem
Bewohner reichen.

* herzhaft: Kräuterquark frisch zubereiten.

* vitaminreich: frisches Obst pürieren (eine


ganze Frucht als Anschauungsmaterial mit ans
Bett bringen).

* winterlich: Gehäuse und Schale eines Apfels


entfernen und diesen mit Pflaumenmus füllen.
Im vorgeheizten Backofen 20 Minuten backen.

* gemütlich: Gemeinsam Kaffeebohnen mahlen


und frisch aufbrühen. Dann in Sammeltassen
servieren.

Wahrnehmung
(»fleischig, wohlschmeckend«) und fett. Beeinträch-
tigt wird der Geschmackssinn durch Ernährung über Basal stimulierende Angebote
Magensonden, Zungenbeläge, Verkrustungen oder für den Bereich der
Entzündungen der Mundschleimhaut. Die Anzahl olfaktorischen Wahrnehmung
mit allen Sinnen der Geschmacksknospen verringert sich im Laufe
des Lebens um die Hälfte. Die Folge kann Appetitlo-
* Wichtig: Düfte die am Bett eingesetzt wer-
sigkeit sein. Ebenso ist die Speichelproduktion im den, wirken gleichermaßen auf Geist, Seele
Leckere Speisen und angenehme Gerüche Alter vermindert. Die dadurch entstehende Mund- und Körper. Düfte sollten immer biografie­
trockenheit erschwert dann das Kauen, Schlucken orientiert eingesetzt werden, wobei Allergien
schicken Mund und Nase auf Sinnesreise. Orale und Sprechen. beachtet werden müssen.

wie nasale Reize setzen Erinnerungen frei, machen Durch die olfaktorische (nasale) Stimulation können
* Lieblingsspeisen riechen lassen.

Appetit und erhöhen das Wohlbefinden.


Erinnerungen geweckt und Emotionen ausgelöst
werden. Von ursprünglich 30 Millionen Riechzellen * Am Alltagsgeschehen teilhaben lassen:
z.B. Zimmertüre öffnen, wenn gebacken wird.
besitzt man ab dem 60.Lebensjahr nur noch etwa
sechs Millionen. Dadurch schmeckt oft das Essen * Biografisch relevante und bekannte Gegen-
stände mit einbeziehen: z.B. Rose aus dem
»Basale Stimulation (von lat. basal = und Kommunikation erheblich beein- nicht mehr und Senioren essen zu wenig. Garten, Weihnachtsgesteck mit Apfelsinen-
grundlegend und voraussetzungslos und trächtigt ist…« (Wikipedia)5) schalen oder Zimtstangen …
stimulatio = Anreiz, Anregung) bedeutet
die Aktivierung der Wahrnehmungsberei- Gustatorische Reize
Basal stimulierende Angebote für
die orale Wahrnehmung: * bekannte Wasch- und Pflegeutensilien,
z.B. Cremes, Öle, duftende Shampoos und
che und die Anregung primärer Körper- Der Geschmackssinn ist bereits bei Duschbäder.
und Bewegungserfahrungen sowie Ange- Babies gut entwickelt. Vorlieben und
* Lieblingsspeisen und -getränke anbieten.
* frische Blumen ins Zimmer stellen. Vorsicht
bote zur Herausbildung einer individuel-
len non-verbalen Mitteilungsform (Kom-
Abneigungen gegenüber verschiedenen
Geschmacksrichtungen entstehen * Lieblingsgetränke einfrieren und als Eiswürfel
anbieten oder in Mullkompresse gewickelt.
bei stark duftenden Blumen wie Maiglöck-
chen, Flieder, Hyazinthe
munikation) bei Menschen, deren Eigen-
aktivität aufgrund ihrer mangelnden
schnell. Der Mund ist ein hochsensibler
und sehr intimer Bereich des Menschen. * JeodernachLippenpflegeprodukte
biografischem Bezug Lippenstift
anbieten. * Kräutertöpfchen ins Zimmer stellen, riechen
lassen, Gespräche anregen.
Bewegungsfähigkeit eingeschränkt ist
und deren Fähigkeit zur Wahrnehmung
Bei den Geschmäckern unterscheiden
wir süß, sauer, bitter, salzig, umami * Zähne putzen mit Lieblingszahnpflege­pro­
dukten, sowie Mundpflege allgemein. * Naturdüfte ans Bett bringen; z.B. Tannenzwei-
ge, Fichtennadeln, Moos

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Service    Die Standorte

SeniorenWohnen Altomünster SeniorenWohnen SeniorenWohnen Hof SeniorenWohnen Olching


Aichacher Straße 1 Bad Reichenhall – Wisbacherstraße Erlhofer Straße 10 Isabellastraße 1
85250 Altomünster Wisbacherstraße 4 95032 Hof 82140 Olching
Tel.: 0 82 54/99 80-0 83435 Bad Reichenhall Tel.: 0 92 81/73 07-0 Tel.: 0 81 42/44 11 77- 0
Fax: 0 82 54/99 80-490 Tel.: 0 86 51/95 61-21 00 Fax: 0 92 81/73 07-49 Fax: 0 81 42/44 11 77-540
info.atm@ssg.brk.de Fax: 0 86 51/95 61-21 99 info.hof@ssg.brk.de info.olc@ssg.brk.de
info.swbr@ssg.brk.de
SeniorenWohnen Alzenau SeniorenWohnen SeniorenWohnen Küpferling
Bachstraße 2 SeniorenWohnen im Hoefelmayrpark Küpferlingstraße 1–5
63755 Alzenau Haus am Park Hieberstraße 6 83022 Rosenheim
Tel.: 0 60 23/97 87-0 Buchener Straße 6 87435 Kempten Tel.: 0 80 31/30 97-0
Fax: 0 60 23/97 87-168 83646 Bad Tölz Tel.: 08 31/2 04-0 Fax: 0 80 31/30 97-970
info.alz@ssg.brk.de Tel.: 0 80 41/50 6-0 Fax: 08 31/24 113 info.ros@ssg.brk.de
Fax: 0 80 41/7 25 36 info.hmp@ssg.brk.de
SeniorenWohnen info.hap@ssg.brk.de SeniorenWohnen Bürgerheim
Augsburg-Haunstetten SeniorenWohnen Kieferngarten Spitalhof 4
Marconistraße 7 SeniorenWohnen Bauernfeindstraße 15 91541 Rothenburg o.d.T.
86179 Augsburg Am Bruderwald 80939 München Tel.: 0 98 61/94 67-0
Tel.: 08 21/65 07 95-0 Lobenhofferstraße 6 Tel.: 089/32 30 03-0 Fax: 0 98 61/94 67-200
Fax: 08 21/65 07 95-25 96049 Bamberg Fax: 089/32 30 03-60 20 info.rot@ssg.brk.de
info.aug@ssg.brk.de Tel.: 09 51/508-0 info.kie@ssg.brk.de
Fax: 09 51/583-80 SeniorenWohnen St. Elisabeth
SeniorenWohnen Lugerweg info.hbw@ssg.brk.de SeniorenWohnen Elsa-Brändström-Straße 62
Lugerweg 9 Pasing-Westkreuz 97422 Schweinfurt
93077 Bad Abbach SeniorenWohnen Buchenau Aubinger Straße 51 Tel.: 0 97 21/73 73-0
Tel.: 0 94 05/9 54 68-0 Otl-Aicher-Straße 1 81243 München Fax: 0 97 21/73 73-55
Fax: 0 94 05/9 54 68-20 82256 Fürstenfeldbruck Tel.: 089/88 93-0 info.ste@ssg.brk.de
info.bab@ssg.brk.de Tel.: 0 81 41/22 63 9-0 Fax: 089/88 93-999
Fax: 0 81 41/22 63 9-560 info.pwk@ssg.brk.de SeniorenWohnen
SeniorenWohnen Bad Füssing info.buc@ssg.brk.de Wolframs-Eschenbach
Münchener Straße 7 SeniorenWohnen Staffelsee Obere Vorstadt 4
94072 Bad Füssing SeniorenWohnen Goldbach Garhöll 1 91639 Wolframs-Eschenbach
Tel.: 08531/972-0 Weidenbörnerstraße 26 82418 Murnau Tel.: 0 98 75/97 71-0
Fax: 08531/972-402 63773 Goldbach Tel.: 0 88 41/61 27-0 Fax: 0 98 75/15 33
info.bfg@ssg.brk.de Tel.: 0 60 21/58 99-0 Fax: 0 88 41/99 66-0 info.web@ssg.brk.de
Fax: 0 60 21/58 99-24 info.mur@ssg.brk.de
SeniorenWohnen info.gob@ssg.brk.de
Bad Reichenhall – Kirchberg SeniorenWohnen Ludwigsfeld
Thumseestraße 9 SeniorenWohnen Grafenau Hasenweg 8 *Sortierung nach Orten von A bis Z
83435 Bad Reichenhall Spitalstraße 20 89231 Neu-Ulm
Tel.: 0 86 51/95 61-11 00 94481 Grafenau Tel.: 07 31/98 575-0
Fax: 0 86 51/95 61-11 99 Tel.: 0 85 52/96 42-0 Fax: 07 31/98 575-147
info.swbr@ssg.brk.de Fax: 0 85 52/96 42-450 info.num@ssg.brk.de
info.gra@ssg.brk.de
SeniorenWohnen SeniorenWohnen
Bad Reichenhall – Marienheim SeniorenWohnen Hemau Oberammergau
Riedelstraße 5a Anton-Scherübl-Straße 14 St.-Lukas-Straße 15
83435 Bad Reichenhall 93155 Hemau 82487 Oberammergau
Tel.: 0 86 51/76 29 99-0 Tel.: 0 94 91/9 50-0 Tel.: 0 88 22/918-0
Fax: 0 86 51/76 29 99-99 Fax: 0 94 91/9 50-200 Fax: 0 88 22/918-277
info.swbr@ssg.brk.de info.hem@ssg.brk.de info.amt@ssg.brk.de

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Unser Leitbild Pflege & Betreuung

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Service   

Allgemeiner Hinweis Quellenangaben


Das vorliegende Buch dokumentiert 1) Seite 76

ein Projekt der Sozialen Betreuung der Anwendungen nach Pfarrer Kneipp: siehe
Sozialservice-Gesellschaft. hierzu http://www.bad-woerishofen.de/
Die Beschreibung basiert auf Erfahrungs- kneipp-kur/kneippanwendungen [Stand:
berichten und jahrelanger Beobachtung 30.8.206]
durch geschultes Fachpersonal. Das vor-
liegende Buch richtet sich vorwiegend an 2) Seite 78

pflegerisches Fachpersonal. Eine Verviel- Reiki: alte japanische Heilkunst, die durch
fältigung, auch in Teilen, ist nur mit Ge- Händeauflegen versucht, die nach ihrer
nehmigung der Sozialservice-Gesellschaft Auffassung unerschöpfliche Lebensenergie
erlaubt. des Universums für eine revitalisierende
und heilende Wirkung auf Körper, Seele
Bildnachweis: Fotos der Sozialen Betreu- und Geist nutzbar zu machen. (http://www.
ung der Sozialservice-Gesellschaft, Fotolia, duden.de/rechtschreibung/Reiki, Stand
Primavera Life, Steffen Leibrecht. 30.8.2016)

3) Seite 104ff

Impressum: Klangschalen nach Peter Hess: weitere In-


formationen beim Peter Hess Institut (PHI)
Verantwortlicher i.S.v. Art. 8 Abs. 1 BayPrG Verwaltungsteam in D-27305 Uenzen
Sozialservice-Gesellschaft
des Bayerischen Roten Kreuzes GmbH 4) Seite 116

Snoezelen: https://de.wikipedia.org/wiki/
Geschäftsführer: Snoezelen [Stand: 30.8.2016]
Christian Pietig, Wolfgang Obermair
Hofmannstr. 54 5) Seite 40, Seite 58, Seite 126

81379 München Basale Stimulation: https://de.wiki-


Telefon: 089 613047-0 pedia.org/wiki/Basale_Stimulation
Fax: 089 613047-99 [Stand:31.5.2016].
Email: info@ssg.brk.de
www.seniorenwohnen.brk.de

Sitz der Gesellschaft ist München, Herstellerverzeichnis


Registergericht München, HRB I4 79 85
I) Seite 40
Verantwortlich: Christian Pietig Primavera Life GmbH, Naturparadies 1,
D-87466 Oy-Mittelberg
Lektorat: Elisabeth Mark II) Seite 40
Produktion: Josef Fehrer Neumond – Düfte der Natur GmbH,
Druck: H+DG Handels- und Gewerbegebiet 2, D-82399 Raisting
Dienstleistungsgesellschaft des BRK III) Seite 125
Gestaltungskonzept, Layout, Satz Salima ® Schwa-Medico Medizinische
und Illustrationen: Marion Feldmann Apparate Vertriebs-GmbH,
Umschlaggestaltung: Marion Feldmann Gehrnstraße 4, D-35630 Ehringshausen

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