Sie sind auf Seite 1von 8

Hallo lieber Bruder Timo,

Wir haben die Grundsätze in Deinem Dokument  studiert, darüber gebetet und
nachgedacht.
Hier ist unsere Antwort:
Wir bitten Dich lieber Timo, dass du alles je Geschriebene nicht nur als
Diskussionsmaterial betrachtest. Es ist ein Ausdruck unseres gemeinsamen Wunsches,
Jesus Christus in einem Zeitalter zu erheben wo viele Ideen kursieren und das Volk in
Dunkelheit versetzen.
Als Erstes möchten wir sagen, dass wir Dich und Deine Arbeit sehr schätzen, da du ein
Bruder bist der aufrichtig nach der Wahrheit sucht. Wir lassen uns gerne durch Dich positiv
beeinflussen und aufrütteln für das Leben in der Heiligkeit.
 
Wir schätzen Deine Ansichten wie Du über Sieg über die Sünde sprichst und über
die volle Übergabe. Du sprichst klar und deutlich gegen Gedanken der Toleranz die sich
wie eine Pest in unseren Reihen verbreiten.
In dieser Hinsicht kommt durch Dich eine große Hilfe für uns, da Du einer der Wenigen
bist der diese Punkte klar verkündet. Wir glauben, dass Du richtig erkannt hast, dass der
Zustand der Gläubigen und der allgegenwärtige Abfall vom Glauben mit der Lehre über
Jesus und seine Natur zu tun haben.

Wir als Adventisten waren eine sehr lange Zeit der Ansicht, dass wir diese Wahrheit haben
und alles was wir benötigen ist sich ein bisschen zu bemühen. Viel zu viele verlassen sich
auf doktrinäre Überlegenheit  der Adventisten und dementsprechend machen Sie keine
Fortschritte in der Erkenntnis.
 
Dir danken wir lieber Timo für alles was du für das Volk machst.

In dieser Sache hast du auch Recht, dass viele von uns dem Einfluss vom gefallenen
Babylon unterlegen sind.
Jesus wird als Mensch dargestellt, der nicht sündigen konnte.
Sünde wird nur als Sündhaftigkeit angesehen und daher besteht eine Gefahr, dass die
Werke immer weniger als Sünde betrachtet werden.
.
Du hast Recht, dass es eine enge Verbindung besteht zwischen dem wie wir über Jesus
glauben und wie wir leben.
 
 
Die folgenden Punkte aus deinem Schreiben und den Vorträgen sehen wir so:
 
1. Jesus hat keine sündhafte Neigungen bzw. sündige Natur haben können. Die alte
Natur kann dem Herrn nicht gehorsam sein. Es ist kein Sieg in dem alten Zustand
möglich„ „weil die Gesinnung des Fleisches Feindschaft ist gegen Gott, denn sie ist
dem Gesetz Gottes nicht untertan, denn sie vermag es auch nicht.
die aber, welche im Fleisch sind, vermögen Gott nicht zu gefallen.“(Rom.8,7.8)
 
Um mit dem Herrn im Einklang zu sein muss man zuerst neu sein. In der alten Natur sein
ist an sich eine verlorene Schlacht um die Heiligkeit von Beginn an. Aus diesem Grund hat
Jesus gesagt:
 
Niemand näht einen Flicken von neuem Tuch auf ein
altes Kleid... Auch tut niemand neuen Wein in alte Schläuche (Mk.2,21.22)
 
Weiterhin hat Jesus klar offenbart was mit einem passiert der trotzdem versucht aus
seiner alter Natur heilig zu leben:  reißt das Eingesetzte von ihm ab, das neue vom alten,
und der Riss wird ärger... zerreißt der Wein die Schläuche, und der Wein wird verschüttet,
und die Schläuche verderben.
Wir haben schon öfters solche Geschwister getroffen die psychisch oder körperlich sehr
viel leiden müssen wobei sie mit ganzem Herzen versuchen Gottes höchste Maßstäbe zu
erfüllen. Wir befanden uns oft in Erklärungsnot, dass nicht das gesunde Essen und der
adventistischer Lebensstil sie krank gemacht haben, sondern die alten Schläuche sind
gerissen, weil sie ständig versuchen in der alten Natur gehorsam zu sein.

 
2. Dass die alte Natur an sich Sünde ist, ist schon genug belegt. Die Bibel sagt über
die alte sündhafte Natur einfach nur dass sie Sünde ist. Alles andere zu behaupten ist
nicht orthodox.
 
Siehe, ich bin in sündlichem Wesen geboren, und meine Mutter hat mich in Sünden
empfangen. Ps.51,5 Luther 1912.

Was von einer Generation auf die andere vererbt wird, ist nichts anderes als Sünde. Die
Sünde hat sie von Gott getrennt. (Child Guidance 475).
 
Nicht nur die Sünde als Tat, sondern schon die Sündhaftigkeit an sich, die sündige Natur
also trennt uns von Gott. Aus diesen Gründen konnte Jesus keine Sündhaftigkeit besitzen.
An sich ist es ein gefährliches Paradox so etwas zu behaupten, dass Gott etwas mit der
Sünde zu tun haben könnte!
 
3.  Anderseits: Dass die alte Natur keine Sünde ist, hat keiner biblisch beweisen können.
Natürlich sind wir nicht schuldig, wenn wir alte Natur besitzen, aber wenn wir in unserer
alten Natur leben und verweilen ist das so wie bei Kain als Gott zu ihm sprach: 1. Moses
4:7: Ist's nicht so: Wenn du fromm bist, so kannst du frei den Blick erheben. Bist du aber
nicht fromm, so lauert die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber
herrsche über sie.

Die alte Natur ist der Baum und die bösen Früchte sind vom bösen Baum. Nicht die Frucht
macht den Baum böse sondern umgekehrt: der böse Baum macht die Frucht böse und
wird so erkennbar.
 
Aus diesem Grund ist es grundsätzlich falsch zu lehren, dass wir nur die Frucht besiegen
sollen, ohne dass wir den Baum mit der ganzen Wurzel absägen. So hat Gott die Sünde
besiegt und wir können diesen Sieg haben.

4. Es wurden Schriften von Ellen White zitiert, in denen sie schreibt, dass die
Menschheit nach dem Sündenfall „weniger Widerstandskraft gegen das Böse hatte“. Es
wurde so gedeutet, dass Ellen White damit gemeint hat, dass unsere alte Natur weniger
Widerstandskraft gegen das Böse hat.

Das kann sie nicht gemeint haben. Die alte Natur besitzt nicht wenig sondern überhaupt
keine gute Kraft in sich! Nicht wenig Gutes sondern nichts Gutes!
Ellen White meint und das ist sehr klar im Kontext zu verstehen, dass die gesamte
Menschheit wenig Kraft hat. Menschen bestehen nicht nur aus dem alten, sondern auch
aus dem Neuen. Die Menschen besitzen auch den Geist, welcher Begriff für die neue
Natur ist. Das Fleisch das ist Alte, Geist ist das Neue (siehe Luther seine Einführung zu
Römerbrief).

Aus diesem Grund ist die Deutung von Röm.8, 7 nicht korrekt und entspricht nicht den
reformatorischen Lehren, wenn der gefallene Mensch als Fleisch herunter reduziert wird.
Die Menschheit ist durch das Werk Jesu mehr als Fleisch und mehr als nur das Alte.
Jesus hat die neue Menschheit geschaffen (Eph.2, 15).

5. Dass fast alle Freikirchen lehren, dass die neue Menschheit erst bei der Bekehrung
entsteht, ist nicht biblisch. Bei der Bekehrung beginnt der neue Mensch zu regieren und
den Alten zu besiegen, aber seinen Anfang hat das Werk Jesu von Betlehem bis
Golgatha. In unseren Gemeinden wird zu oft so gepredigt, dass der einzelne Mensch
geboren wird in altem Zustand und der alte Mensch existiert bis zur Bekehrung, danach ist
er neuer Mensch.

Wenn das so ist, wie konnte der Apostel dann schreiben dass wir den Alten ausziehen und
den Neuen anziehen sollen? Ist es nicht klar, dass wir als komplette Menschheit
gleichzeitig neu und alt sind, so wie es Luther definiert hat, „zugleich gerecht und ein
Sünder“?

Dafür ist auch die Bibelstelle in Gal. 5,16.17 das Wort „Geist“ nicht der Heilige Geist zu
verstehen, sondern unsere neue Natur in uns.

Ich sage aber: Wandelt im Geiste, und ihr werdet die Lust des Fleisches nicht vollbringen...Denn
das Fleisch gelüstet wider den Geist, der Geist aber wider das Fleisch; diese aber sind einander
entgegengesetzt, auf dass ihr nicht das tut, was ihr wollt.

6. Jesus und seine Versöhnung am Kreuz betrifft nicht nur vergangene Sünden der
Gläubigen sondern alle Sünden. Es ist hier oft verkündet worden, dass bei einer
Bekehrung die bisherigen Sünden vergeben werden. Im weiteren Lebensverlauf d.h. bei
weiteren bzw. zukünftigen Sünden verrichtet Jesus seinen Dienst im Heiligtum um weitere
Sünden zu vergeben. Das würde bedeuten: Im Heiligtumsdienst wird ein weiteres Opfer
für die Sündenvergebung gebraucht. Das ist nicht wahr! Das ist die Folge der Behauptung,
dass bei einer Bekehrung bei der der Mensch Jesus als einen persönlichen Retter
annimmt nur seine vergangene Sünden vergeben werden.

Heb.10, 10 Durch welchen Willen wir geheiligt sind durch das ein für allemal geschehene
Opfer des Leibes Jesu Christi. - 11 Und jeder Priester steht täglich da, den Dienst
verrichtend und oft dieselben Schlachtopfer darbringend, welche niemals Sünden
hinwegnehmen können. 12 Er aber, nachdem er ein Schlachtopfer für Sünden
dargebracht, hat sich auf immerdar gesetzt zur Rechten Gottes, 13 fortan wartend, bis
seine Feinde gelegt sind zum Schemel seiner Füße. 14 Denn mit einem Opfer hat er auf
immerdar vollkommen gemacht, die geheiligt werden. 15 Das bezeugt uns aber auch der
Heilige Geist: denn nachdem er gesagt hat: 16 "Dies ist der Bund, den ich ihnen errichten
werde nach jenen Tagen, spricht der Herr: Indem ich meine Gesetze in ihre Herzen gebe,
werde ich sie auch auf ihre Sinne schreiben"; 17 und: "Ihrer Sünden und ihrer
Gesetzlosigkeiten werde ich nie mehr gedenken". 18 Wo aber eine Vergebung derselben
ist, da ist nicht mehr ein Opfer für die Sünde.

Das ist eine klare Aussage: Jesus ist für alle Sünden gestorben, nicht nur für vergangene
Sünden. Wenn die Bekehrung nur unsere vergangene Sünden aufhebt dann könnte nicht
geschrieben stehen:

1Joh.2,1 Meine Kinder, ich schreibe euch dieses, auf daß ihr nicht sündiget; und wenn
jemand gesündigt hat wir haben einen Sachwalter bei dem Vater, Jesum Christum, den
Gerechten. 2 Und er ist die Sühnung für unsere Sünden, nicht allein aber für die unseren,
sondern auch für die ganze Welt.

Nicht unsere Bekehrung hebt die vergangenen Sünden auf, sondern das Kreuz macht das
mit allen Sünden aller Menschen. Daran soll geglaubt werden und nichts Anderes
verkündet werden.

Wenn ein gläubiger Mensch sündigt, gehen seine Sünden nicht direkt ins Heiligtum auf
den Priester, sondern aufs Kreuz, auf das Opfer. Und selbst dieses Kreuz gilt als Eingang
ins Heiligtum. Wer durch einen anderen Eingang geht, d.h. wenn er an eine verfälschte
Darstellung des Opfers glaubt und verkündet, geht er nicht durch das zugelassene Tor.
Nach Joh.10 ist er ein Räuber und Dieb.

Im Allerheiligsten geht es nicht um Sündenvergebung sondern Sündentilgung. Es


werden nur diese Sünden getilgt, die bereut und aufgegeben wurden. Mit anderen
Worten gibt es keine Möglichkeit, dass einer der eine falsche Vorstellung vom
Rettungsplan hat, je die Sündentilgung erreicht.

Aus diesem Grund kritisieren die Protestanten unsere Lehren, dass Jesus
am Kreuz nur für vergangenen Sünden gestorben ist und im Heiligtum gegenwärtige
Sünden behandelt was nicht biblisch ist.

7. Weiterhin wird gelehrt, dass jemand aus seinem neuen Menschen sündigen kann.
Das ist nicht biblisch. Als müsste man zuerst neu sein um zu glauben und Gutes zu tun;
Gott sei Dank haben wir diesen Neuen durch Jesus sein Werk. Demzufolge ist es so, dass
der Mensch nur dann sündigen kann wenn er seinen neuen Zustand verliert.

1 Joh3, 9 Jeder, der aus Gott geboren ist, tut nicht Sünde, denn sein Same bleibt in ihm;
und er kann nicht sündigen, weil er aus Gott geboren ist. 10 Hieran sind offenbar die
Kinder Gottes und die Kinder des Teufels. Jeder, der nicht Gerechtigkeit tut, ist nicht aus
Gott, und wer nicht seinen Bruder liebt.

1Joh.5,4 Denn alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt; Luth.1912

Ganz einfach, wenn du sündigst dann bist du nicht neu. Wie kann dann verkündet werden,
dass der Mensch aus seinem neuen Zustand, aus seiner neuer Schöpfung, permanent
und willentlich sündigen kann?

Nun kann sich jemand fragen über welche Sünden wir hier sprechen? Wir sprechen über
die Sünden der Gläubigen:

1Kor.5, 11 Nun aber habe ich euch geschrieben, keinen Umgang zu haben, wenn
jemand, der Bruder genannt wird, ein Hurer ist, oder ein Habsüchtiger oder ein
Götzendiener oder ein Schmäher oder ein Trunkenbold oder ein Räuber, mit einem
solchen selbst nicht zu essen.

Habsucht ist genau wie Sucht nach Ruhm oft unter einem religiösen Mantel versteckt.
Viele die heute verkündigen, warten nicht auf Gott und fragen nicht Gott für jeden Schritt,
prüfen nicht, sondern suchen durch selbstbestimmten Gottesdienst eigenen Ruhm und
nicht den Ruhm Gottes.

8. Der Katholizismus lehrt seit dem gegenreformatorischen Konzil in Trient, dass unsere
Annahme von Gott durch unsere innere Erfahrung mit Gott geschieht. Mit anderen Worten,
der Gläubige muss eine innere Qualität besitzen bevor er von Gott angenommen wird.

„…ebenso würden sie niemals gerechtfertigt, wenn sie nicht in Christus wiedergeboren
werden, weil vermittels dieser Wiedergeburt durch das Verdienst seines Leidens die
Gnade, durch welche sie gerecht werden, ihnen zugeteilt wird.“
https://katholischglauben.info/konzil-von-trient-ueber-die-
rechtfertigung/#I_Einleitung(Kap.3)“

Die Reformation lehrt uns, dass die Rechtfertigung nicht durch eine innere Erfahrung der
Gläubigen geschieht, sondern außerhalb der Gläubigen in Jesus.
Rechtfertigung ist Jesus sein Werk für uns, bevor wir es erfahren haben. Der gläubige
glaubt an das was in und durch Jesus vollendet ist. Gott hat uns in Jesus schon
angenommen ohne dass wir ein inneres Erlebnis mit Ihm gehabt haben.

Deine Aussage Bruder Timo (Seite 4 deines Materials) lautet:

„Wiederholen wir noch einmal: Der Schlüssel für ein Leben in Freiheit ist die Verbindung
der menschlichen mit der göttlichen Natur. Diese Verbindung geschieht, wenn Christus
durch seinen göttlichen Stellvertreter, den Heiligen Geist, in unser Herz kommt.“

Das entspricht nicht dem Protestantismus. Protestanten glauben, dass die Verbindung
zwischen Mensch und Gott schon in Jesus Christus geschehen ist. Wir können nur daran
glauben. Wer glaubt bekommt den Heiligen Geist und dann beginnt die Heiligung.

Das bedeutet nur durch den Glauben.

Der Katholizismus lehrt die Erfahrung in uns und der Protestantismus lehrt das Geschehen
in Christus.

Für die Katholiken bedeutet Rechtfertigung auch gleich Heiligung. Rechtfertigung


beinhaltet Heiligung.

Für die Protestanten ist die Heiligung ein Erlebnis im gläubigen Menschen. Das geschieht
durch den Glauben an die vollkommen abgeschlossene Rechtfertigung durch Christus.
Also durch den Glauben und sonst nicht. Sonst ist es eine falsche Gerechtigkeit, eigene
Gerechtigkeit, Teig der Pharisäer.

9. Auslegung von Röm. 5,12 ist nicht richtig.


Wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der
Tod und so der Tod zu allen Menschen durchgedrungen ist, weil sie alle gesündigt haben.

Hier handelt sich nicht darum, dass alle Menschen mal gesündigt haben. Sonst würde
nicht stehen:

Aber der Tod herrschte von Adam bis auf Moses, selbst über die, welche nicht gesündigt
hatten in der Gleichheit der Übertretung Adams...(Vers 14).

Der Apostel sagt, dass in diesem Moment wo Adam gesündigt hat, die ganze Menschheit
gesündigt hat. Er war nämlich damals der Inbegriff der ganzen Menschheit.

Die Menschen brauchen Rettung durch Christus auch wenn sie nicht gesündigt hätten.

Jesus hat folgendes vollgebracht:

Durch seinen Gehorsam gegenüber allen Geboten Gottes, hat Christus eine Erlösung für
den Menschen bewirkt. Dies geschah nicht, indem man von sich zu einem anderen ging,
sondern indem man die Menschheit in sich aufnahm. So gab Christus der Menschheit
eine Existenz aus sich heraus. RH 5.April 1906 Part 15 (Google Übersetzer vom Original:
„By his obedience to all the commandments of God, Christ wrought out a redemption for
man. This was not done by going out of himself to another, but by taking humanity into
himself. Thus Christ gave to humanity an existence out of himself.”)

Es ist eine falsche Annahme, dass Jesus für uns ein Teil der Menschheit geworden ist. Die
Menschheit hat nicht IHN übernommen sondern das Gegenteil: ER hat die Menschheit in
Sich aufgenommen. Deswegen lautet die ewige Frage: Welche menschliche Natur
übernahm Jesus? also nicht so zu verstehen, dass Jesus Teil von uns geworden ist
sondern wir sind von Ihm übernommen, genauso wie eine Firma die Pleite geht von einer
gesunden und starken Firma übernommen wird.

Jesus trägt die ganze Menschheit in Sich und aus diesem Grund steht immer wieder im
Neuen Testament Begriff „in Christus“ (Bsp. Eph.1).

In Christus

Christus hat die sündige Existenz des ganzen Menschen in sich aufgenommen; Daher
reicht es nicht aus zu sagen, dass er die sündige menschliche Natur angenommen hat,
und es ist falsch zu sagen, dass er sich mit dieser Natur identifiziert hat. Da dies ein
allgegenwärtiges und sehr sensibles Thema ist, bei dem so viele Menschen betrogen
werden, müssen wir immer darauf achten, dass es nicht aus dem Gleichgewicht gerät
wenn wir davon sprechen, dass Christus die menschliche sündige Natur annimmt.
Wir müssen immer erklären, welche Art von Natur ER angenommen hat. In Bezug auf das
Wissen, das Siebenten-Tags-Adventisten durch Ellen White erhalten haben und das mir in
"27 Glaubenspunkte" (Ausgabe 1993) am zutreffendsten erklärt wird, können wir die
menschliche Natur der gefallenen Menschheit und Jesus Christus nicht gleichsetzen. Dies
ist ein Fehler, der sehr schwerwiegende Folgen hat und es sollte uns nicht überraschen,
dass es viele Probleme im Glaubensleben verursacht.
Sehr oft wird die Wahrheit von Menschen verteidigt, die sie nicht erlebt haben, aber das
macht die Wahrheit nicht weniger wahr. Auf der falschen Seite eines Punktes kann ein
Mann mit besserer Weihe stehen als jemand, der noch nie unterwegs war und gerade erst
die Wahrheit akzeptiert hat.
Wir glauben, dass Christus eins mit den Menschen wurde, ohne an ihrer Natur
teilzuhaben, die durch die Sünde im moralischen Sinne verändert wurde. Christus hatte im
Gegensatz zu uns keine Neigung zur Sünde. Christus ist heilig, und diese Heiligkeit hat
ER jede Sekunde seines Lebens auf Erden bewahrt. ER musste diese Heiligkeit nicht
aufgeben, um eins mit den Menschen zu werden.

Im Gegenteil, genau dieser Unterschied seiner menschlichen Natur ist ebenso wichtig wie
die Ähnlichkeit. Es ist unverständlich, dass viele gute Adventisten in dieser Frage falsch
glauben und mit größerem Eifer agieren und argumentieren als diejenigen, die die richtige
Einstellung vertreten. Wir haben zu Gott für diese Angelegenheit gebetet und können mit
Sicherheit sagen, dass Gott uns gezeigt hat, in welche Richtung die verheerenden
Auswirkungen dieses scheinbar kleinen Unterschieds im Glauben gehen.
Wenn wir glauben, dass die menschliche Natur Christi genau wie unsere war, dann
messen wir unsere Natur nicht mehr in Bezug auf Seine, sondern umgekehrt, wir
betrachten Christus in Bezug auf unsere. Anstatt Christus zu erheben, tun wir IHN durch
solch eine Annahme erniedrigen!

Viele reduzierten damit die Kriterien der Frömmigkeit. Anhand der sündlosen
menschlichen Natur Christi, an der wir am Glauben teilhaben, können wir deutlich
erkennen, dass der Mensch in Christus derjenige ist, der der Sünde gestorben ist.
Er ist in Christus und kann nicht absichtlich oder willentlich sündigen. Er ist nicht von
Sünde angezogen, wenn er in Christus ist, er verliert seine Neigung für sündhaftes
Verlangen und Benehmen.

Wenn man die Sündlosigkeit, die in Christus ist, nicht versteht, hat es zur Folge, dass
diejenigen die kein Sieg über die Sündhaftigkeit haben auch in Christus sind. Diese
falsche Annahme führt zu Perfektionismus wo nur der äußerliche Sieg über das sündhafte
Verhalten zählt d.h. es wird angenommen, dass in Christus Menschen sind, die nicht
wirklich in Christus sind.

Es gibt keine Dunkelheit in Ihm, was bedeutet, dass er, der in Ihm ist, ein reines Gewissen
hat und alles dem HERRN übergibt. Er hat die Taufe des Heiligen Geistes, völlige Hingabe
an Christus und volle göttliche Führung; dennoch sieht er sich als Sünder, der die Höhe
der Heiligkeit in Christus, die er erkannt, aber noch nicht erreicht hat, weil diese Heiligkeit
und Sündenlosigkeit in Christus ist, wo er selbst ist.
Wie können wir also glauben, dass das, was durch Maria geboren wurde, durch die
Auferstehung am ersten Tag der Woche wiedergeboren wurde, das gleiche ist wie das,
welches aus dem Willen eines Mannes geboren wurde? Es ist ein Unterschied wie Himmel
und Erde.
Einige gehen sogar so weit zu sagen, dass Christus etwas nicht retten konnte, das er nicht
selbst geworden ist, aber wenn wir es uns besser vorstellen, ist es im falschen Licht eine
Aussage, die unsere ganze Hoffnung zunichtemachen kann. Wir brauchen und haben
einen Retter der nicht so kaputt und heruntergewirtschaftet wie wir.
Möge Gott uns helfen, diese Angelegenheit in der Demut und Ehrfurcht Gottes zu
betrachten.

Deine Geschwister Irene und Duško