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EG-WRRL Grundwasserschutzberatung

GrundWasserKreis Untere Weser


Information 06/2014 16.01.15

ZWISCHENFRUCHTANBAU, ANRECHNUNG VON NÄHRSTOFFEN

Die Vorzüge des Zwischenfruchtanbaus


sind vielfältig. Neben der Möglichkeit, öko-
logische Vorrangfläche für das Greening
zu schaffen, ist besonders die Nährstofffi-
xierung im Oberboden ein entscheidender
Vorteil einer Winterbegrünung. Die Ver-
besserung der Bodenstruktur, die Un-
krautunterdrückung und der Erosions-
schutz sind weitere wichtige Aspekte. Im
Gegensatz zu den derzeit üblichen Acker-
früchten wie Getreide, Kartoffeln oder Si-
Quelle: DSV Saaten
lomais sind Zwischenfrüchte keine Hu-
muszehrer. Sie leisten sogar einen Beitrag
zur Humusreproduktion. Bei der Feldbegehung Anfang November in Ostereistedt bestand
die Möglichkeit, sich verschiedene Zwischenfruchtmischungen vor
In den letzten Jahren etablierten sich im- Ort anzusehen.
mer mehr Mischungen in der Feldmark. Je
nach Fruchtfolge und Bewirtschaftungs- In den nachfolgenden Abbildungen sind die Ergebnisse der Nähr-
praxis muss betriebsindividuell entschie- stoffaufnahme im oberirdischen Aufwuchs und die Reststickstoffge-
den werden, welche Mischungspartner halte im Boden dieser Praxisfläche dargestellt. In den Varianten
sich eignen. Vor allem in Fruchtfolgen mit wurden zwischen 11 und 15 kg Nmin/ha im Boden sowie zwischen
Raps und Zuckerrüben sollte darauf ge- 104 und 123 kg N/ha im Aufwuchs festgestellt. Die Praxisfläche wur-
achtet werden, dass keine Kreuzblütler wie de mit 20 m³/ha Rindergülle gedüngt.
Ölrettich oder Senf angebaut werden.

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Bezüglich der Stickstoffdüngung von Zwischen-


früchten gibt es verschiedene Ansichten. Nur aus
Wasserschutzsicht dürfte eine Zwischenfrucht gar
nicht gedüngt werden, damit sie den Boden „leer“
macht und so eine Auswaschungen von Nährstof-
fen verhindert wird. Um genügend Wurzel- und
Blattmasse bilden zu können, benötigt die Pflanze
jedoch eine ausreichende Versorgung von mindes-
tens 40 kg N/ha. Da nach dem Getreideanbau in
der Regel mit einem niedrigen Nmin-Gehalt zu
rechnen ist, ist eine Stickstoffzufuhr anzuraten.

Nmin nach Zwischenfrüchten 02.12.2014

Hierbei kann sowohl auf mineralische als auch organische Düngemittel zurückgegriffen werden. Organische Dün-
ger können jedoch bekanntermaßen unterschiedliche Mengen an verfügbaren Nährstoffen enthalten. Es ist des-
halb darauf zu achten, dass die Stickstoffgabe im Herbst insgesamt 80 kg N/ha bzw. 40 kg NH4-N nicht überschrei-
tet. In der nachfolgenden Tabelle sind die offiziellen Empfehlungen der LWK Niedersachsen zur N-Düngung im
Herbst nach Getreide dargestellt.

Orientierungswerte zur N-Düngung im Herbst nach Getreide


N-Düngebedarf nach Ernte der letzten Hauptfrucht*
Folgekulturen nach Getreide
(kg/ha)

Futterzwischenfrüchte**/Ackergras 40 - 60

Gründüngungszwischenfrucht** mit nachfolgender Winterung 20 - 40

Gründüngungszwischenfrucht** mit nachfolgender Sommerung 40 - 60

Keine Addition der anrechenbaren N-Mengen


* Hauptfrucht ist eine Kultur, die im Anbaujahr geerntet wird (alle Sommerungen und Kulturen zur Energie- bzw. Futternut-
zung, die im Anbaujahr geerntet werden).
** Zwischenfruchtanbau als Gemenge mit Leguminosenanteil: N-Düngebedarf: 20 kg N/ha, als reiner Leguminosenanbau kein
N-Düngebedarf.
Quelle: LWK Niedersachsen

Bei Berücksichtigung des aus dem Boden nachgelieferten Stickstoffs besteht nach der Ernte der letzten Haupt-
frucht bis zum Winter kein N-Düngebedarf:
 nach Mais, Raps, Kartoffeln, Zuckerrüben, Feldgemüse und Leguminosen
 zur Förderung der Strohrotte

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Zur Berechnung des Stickstoffdüngebedarfs werden die N-Anrechenbarkeiten der verschiedenen Wirtschafts-
dünger berücksichtigt.

Mindestwerte N-Anrechenbarkeit für Düngeplanung


Wirtschaftsdünger tierischer Herkunft bzw.
und Freiw. Vereinb. bei Herbstaufbringung zu Raps,
organische Düngemittel
Zwischenfrüchten, Getreide

Gärrückstände 60%
Kompost 10%
Rind 60%
Gülle
Schwein, Geflügel 70%
Schwein 30%
Rind, Pferd, Schaf, Ziege, Ente 20%
Mist
Pute 25%
Hähnchen 30%
flüssig < 15% TS 30%
Klärschlamm >15% TS, > 10% NH4-N-Anteil 25%
>15% TS, < 10% NH4-N-Anteil 20%
HTK 60%
Quelle: LWK Niedersachsen

Bei der Diskussion der Ergebnisse über die aufgenommenen N-Nährstoffmengen wird immer wieder die Frage
aufgeworfen: Wie sind die N-Mengen bei der Düngung zu bewerten?

Gerade bei abfrierenden Zwischenfrüchten ist mit Auswaschungs- bzw. gasförmigen Verlusten zu rechnen. Ge-
naue Zahlen können wir zu diesem Komplex leider noch nicht liefern.
Zur Thematik Anrechnung muss auf die Düngeverordnung verwiesen werden. Die Stickstofflieferung aus Zwi-
schenfrüchten ist bei der Düngung zur Folgefrucht zu berücksichtigen. Bei Leguminosen ist eine Anrechnung von
bis zu 40 kg N/ha und bei Nichtleguminosen von bis zu 30 kg N/ha vorgesehen. Je besser sich die Zwischenfrucht
im Herbst entwickelt, umso mehr Stickstoff kann bei der nachfolgenden Düngung eingespart werden. Im Vergleich
haben die Bestände 104 bis 123 kg N/ha gebunden. Nach DüV sind bis zu 40 kg N/ha anzurechnen, so dass je
nach Anbaubedingungen mit mehr als 60% Verlusten zu rechnen ist.

Pflanzennutzbare Stickstoff-Lieferung aus Zwischenfrüchten sowie aus organischen oder mineralischen


Stickstoffgaben nach der Hauptfruchternte des Vorjahres

Bewirtschaftung Stickstofflieferung in kg N/ha


Keine Düngung Mineral- oder Festmist o. sonstige
Gülledüngung organische Dünger
Zwischenfrucht abgefahren 0 10 20
Nichtleguminosen Einarbeitung im Herbst 10 20 30
Einarbeitung im Frühjahr 20 30 40
Zwischenfrucht abgefahren 20 (20) (20)
mit Einarbeitung im Herbst 30 (30) (30)
Leguminosen Einarbeitung im Frühjahr 40 (40) (40)

( ) Andüngung von Leguminosen als Zwischenfrucht wird nicht empfohlen.

(Quelle: DüV, Anhang 2, Tabelle2)

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Nach Düngeverordnung erfolgt keine Anrechnung von Phosphor und Kali aus der Zwischenfrucht, da die Grund-
düngung nicht gezielt zur Zwischenfrucht erfolgt und somit die Nährstoffe im System verbleiben.

Üblicherweise werden in unserer Region Gülle- und Gärrestgaben zu Zwischenfrüchten verabreicht. Wir empfehlen
daher, die Nährstoffe Phosphor, Kali und Magnesium zu der nachfolgenden Hauptfrucht so anzurechnen, wie sie
bei einer Gärrest- bzw. Gülledüngung zu Zwischenfrüchten ausgebracht wurden.
Da Kali auf leichten Standorten und bei hohen Niederschlagsmengen über den Winter ausgewaschen werden
kann, ist durch den Zwischenfruchtanbau auch hier mit einer Konservierung in der Ackerkrume zu rechnen.

Fazit:
Der Zwischenfruchtanbau bietet enorme Vorteile für den Pflanzenbau. Damit sich die vollständige Leistung der
Zwischenfrüchte oder Zwischenfruchtmischungen entfalten kann, müssen sie in der Regel, d. h. bei niedrigen
Nmin-Werten, mit Nährstoffen in Form einer Startdüngung versorgt werden. Diese sollte sich an den Vorgaben
der Düngeverordnung und den Empfehlungen der Landwirtschaftskammer orientieren. Unter diesen Umständen
besteht eine gute Chance, dass die Nährstoffe in den Zwischenfrüchten zur Folgefrucht mit geringen Verlusten
angerechnet werden können.
Je nach betrieblichen Voraussetzungen werden zu Zwischenfrüchten zum Teil auch Güllegaben in Höhe der ma-
ximal zulässigen N-Menge ausgebracht, das sind 40 kg Ammoniumstickstoff oder 80 kg Gesamtstickstoff je ha.
Wie unsere Untersuchung zur N-Aufnahme der Zwischenfrüchte gezeigt hat, können Zwischenfrüchte mehr als
100 kg N/ ha aufnehmen, das wäre dann die Summe aus gedüngtem Stickstoff und Teilen des Nmin-Gehaltes.
Daher müssen in solchen Fällen entsprechend höhere Werte für den N-Düngewert der Zwischenfrucht im Folge-
jahr angerechnet werden, damit es nicht zu einer Überdüngung der Folgefrucht kommt.

IHRE ANSPRECHPARTNER VOR ORT

Herbert Eggers Nils Henric Kreykenbohm


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Bernd Masthoff Isa Behrendt


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