Sie sind auf Seite 1von 15

PREDIGER SALOMO / KOHELET

VON TORSTEN SCHWANKE

Ein pietistischer Leiter wünschte sich von einem Katholiken für einen pfingstlerischen Bibelkreis
eine Andacht zu Prediger 2, 3 und 7.

EINFÜHRUNG

Der Name Kohelet leitet sich ab von der hebräischen Wurzel qhl (Versammlung) und man kann ihn
in etwa mit dem Wort Versammlungsleiter übersetzen. Luther hat dafür den Begriff Prediger
gewählt, in der Vulgata heißt das Buch Ecclesiastes. Da Kohelet sich in der Überschrift und an
weiteren Stellen im ersten Teil des Buches als König in Jerusalem und Davidsohn bezeichnet, zählt
das Buch zusammen mit dem Buch der Sprichwörter, dem Hohenlied und dem Buch der Weisheit
zu den salomonischen Schriften und trägt daher auch die Bezeichnung Prediger Salomo. Die
Zuschreibung an König Salomo ist jedoch eine Fiktion.

Wahrscheinlich handelt es sich bei der Person Kohelets um einen Weisheitslehrer, der im 3.
Jahrhundert v. Chr. in Jerusalem gelebt hat. Zu dieser Zeit gab es in Jerusalem keinen König,
sondern Israel stand unter der Herrschaft der Ptolemäer, die als Nachfolger Alexanders des Großen
von Alexandria in Ägypten aus über weite Teile des östlichen Mittelmeerraumes herrschten. Das
Judentum wurde mit der Welt des Hellenismus konfrontiert, der die traditionelle religiöse Kultur zu
verdrängen drohte. Zudem litt das Land schwer unter der hohen Abgabenlast.

Es war eine Zeit des Umbruchs, in der die traditionellen Werte auf dem Prüfstand standen. Wollte
man diese Werte bewahren, mussten sie in die neue Zeit übersetzt und an die Jugend weiter gegeben
werden. Dieser Aufgabe widmete sich Kohelet. Er lieferte keine Liste von Merksätzen der
Tradition, die nach einer primitiven Schwarz-Weiß-Methode zeigen, was richtig ist und was falsch,
sondern er hinterfragt die traditionellen Lehrsätze, stellt ihnen kritische Aussagen gegenüber und
fordert so den Hörer/Leser dazu auf, sich selbst seine Meinung zu bilden. Das macht das Buch
gerade auch für unsere heutige Zeit interessant. Auch heute geht es darum, unsere Tradition zu
wahren, aber nicht durch reine Wiederholung alter Lehrsätze, sondern durch deren kritische
Übersetzung in die Anforderungen unserer Zeit hinein.
In den ersten beiden Kapiteln wird deutlich, dass Kohelet selbst eine Ausbildung in der
herkömmlichen Weisheit genossen hat. Er erkennt deren Unzulänglichkeit und stellt sich den
Herausforderungen seines Zeitalters. Dabei scheut er sich nicht, tradiertes Wissen, welches mit der
beobachteten Realität nicht übereinstimmt, als untauglich zu entlarven. Daher ist das Buch
umstritten und es gab immer wieder Versuche, es doch in das traditionelle Schema zu pressen. Dem
dienen wahrscheinlich auch die Schlussverse im Nachwort des Buches. Das Buch Kohelet ist eine
der fünf Megillot (Festrollen), die zu den jüdischen Festtagen gelesen werden und wird zum
Laubhüttenfest (im Herbst) vorgetragen.

ERSTER ABEND

Prediger 2

Was ist der Sinn?

1 Ich sagte mir: »Ich will es mit den Freuden des Lebens versuchen und herausfinden, was sie zu
bieten haben!« Doch ich merkte, dass auch dies vergeblich ist und keine Erfüllung bringt. 2 Immer
nur lachen ist töricht, und das Vergnügen – was hilft es schon? 3 Ich nahm mir vor, mich mit Wein
aufzuheitern und so zu leben wie die Unverständigen – doch bei allem sollte die Weisheit mich
führen. Ich wollte herausfinden, was für die Menschen gut ist und worin sie in der kurzen Zeit ihres
Lebens Glück finden können. 4 Ich schuf große Dinge: Ich baute mir Häuser und pflanzte
Weinberge. 5 Ich legte Ziergärten und Parks für mich an und bepflanzte sie mit Obstbäumen aller
Art. 6 Ich baute große Teiche, um den Wald mit seinen jungen Bäumen zu bewässern. 7 Zu den
Knechten und Mägden, die schon seit ihrer Geburt in meinem Haus lebten, erwarb ich noch weitere
hinzu. Ich besaß größere Rinder- und Schafherden als alle, die vor mir in Jerusalem regiert hatten. 8
Meine Schatzkammern füllte ich mit Silber und Gold, mit Schätzen aus anderen Königreichen. Ich
ließ Sänger und Sängerinnen an meinen Hof kommen und hatte alle Frauen, die ein Mann sich nur
wünschen kann. 9 So wurde ich reicher und berühmter als jeder andere, der vor mir in Jerusalem
regiert hatte, ohne dabei meine Weisheit zu verlieren. 10 Ich gönnte mir alles, was meine Augen
begehrten, und erfüllte mir jeden Herzenswunsch. Meine Mühe hatte sich gelohnt: Ich war
glücklich und zufrieden. 11 Doch dann dachte ich nach über das, was ich erreicht hatte, und wie
hart ich dafür arbeiten musste, und ich erkannte: Alles war letztendlich vergebens – als hätte ich
versucht, den Wind einzufangen! Es gibt auf dieser Welt keinen bleibenden Gewinn.

Auf alle wartet das gleiche Schicksal

12 Ich überlegte: Worin unterscheidet sich der Weise vom Unverständigen und Verblendeten? Was
wird der Mann tun, der einmal als mein Nachfolger auf dem Königsthron sitzen wird? Was schon
jeder vor ihm getan hat? 13 Ja, es stimmt: Weisheit ist besser als Unvernunft, so wie Licht besser ist
als Finsternis. 14 Der Weise läuft mit offenen Augen durch die Welt, doch der Unvernünftige tappt
im Dunkeln. Und trotzdem wartet auf beide dasselbe Los! 15 Als ich das erkannte, fragte ich mich:
Wenn mich das gleiche Schicksal trifft wie den Unverständigen – wozu habe ich mich dann
überhaupt so sehr um Weisheit bemüht? Da begriff ich, dass auch der Nutzen der Weisheit
letztendlich bedeutungslos ist. 16 Denn später erinnert sich niemand mehr an den Weisen, genauso
wenig wie an den Unwissenden. Wie bald sind beide vergessen – der Tod macht keinen
Unterschied! 17 Da begann ich das Leben zu verabscheuen, alles Tun auf der Welt kam mir
unerträglich vor. Denn es ist so vergeblich, als wollte man den Wind einfangen. 18 Auch mein
Besitz, für den ich mich mein Leben lang abgemüht hatte, war mir verleidet, denn ich begriff, dass
ich einmal alles meinem Nachfolger hinterlassen muss. 19 Und wer weiß schon, ob der weise oder
töricht sein wird? Doch er wird alles besitzen, was ich durch meine Arbeit und mein Wissen
erworben habe. Wo ist da der Sinn? 20 Als ich das erkannte, begann ich zu verzweifeln, weil ich
mich mein Leben lang so geplagt hatte. 21 Da hat man mit seinem Wissen, seinen Fähigkeiten und
seinem Fleiß etwas erreicht und muss es dann an einen anderen abtreten, der sich nie darum
gekümmert hat! Das ist so sinnlos und ungerecht! 22 Denn was bleibt dem Menschen von seiner
Mühe und von all seinen Plänen? 23 Sein Leben lang hat er nichts als Ärger und Sorgen, sogar
nachts findet er keine Ruhe! Und doch ist alles vergeblich. 24 Das Beste, was ein Mensch da tun
kann, ist: essen und trinken und die Früchte seiner Arbeit genießen. Doch ich weiß: Das kann nur
Gott ihm schenken! 25 Denn wer kann essen und genießen ohne ihn? 26 Dem Menschen, der ihm
gefällt, gibt er Weisheit, Erkenntnis und Freude. Doch wer Gott missachtet, den lässt er sammeln
und anhäufen, um dann alles dem zu geben, den er liebt. Selbst nach dem Glück zu greifen ist so
vergeblich, als würde man versuchen, den Wind einzufangen!

Prediger 2

Was ist der Sinn?


1 Ich sagte mir: »Ich will es mit den Freuden des Lebens versuchen und herausfinden, was sie zu
bieten haben!« Doch ich merkte, dass auch dies vergeblich ist und keine Erfüllung bringt.

„dass alles vergeblich ist“… vielleicht kennt ihr Luthers Übersetzung: „Alles ist eitel, Eitelkeit der
Eitelkeiten!“ Das Wort „eitel“ bedeutete zu Luthers Zeiten „leer, sinnlos“ und nicht wie heute
„eingebildet, stolz“. Das hebräische >Wort, das immer wieder kommt, heißt „häwäl“. Die Bibel in
Gerechter Sprache lässt es unübersetzt. Häwäl ist das gleiche Wort wie „Abel“, der Sohn von Adam
und Eva. Häwäl bedeutet den „Hauch des Mundes“. Es soll anzeigen, dass alles so flüchtig ist wie
ein Hauch. Ein Bibelgelehrter sagte: „Man kann auch sagen: Mundgeruch, alles ist nur schlechter
Mundgeruch.“ Die katholische Einheitsübersetzung übersetzt mit „Windhauch“, die meisten
protestantischen Bibeln übersetzen mit „Nichtigkeit“, eine ältere katholische Bibel übersetzt: „Alles
ist wahn“ und die Schwanke-Bibel übersetzt: „Alles ist sinnlos.“ Die lateinische Bibel übersetzt mit
„vanitas“, „vanitas vanitatem“, steht schon im Asterix. Englisch das gleiche: „vanity“. „vanity bag“,
ein „Eitelkeits-Beutel“ ist im englischen das „Schmink-Köfferchen“ einer Frau.

2 Immer nur lachen ist töricht, und das Vergnügen – was hilft es schon?

Paulus sagt zwar: „Freuet euch, und abermals sage ich euch, freuet euch“ - aber hier ist wohl eher
ein oberflächlicher Spaß gemeint, eine alberne Lustigkeit, wie in den Comedy-Shows im Fernsehen.
Jesus Sirach sagt: „Der Narr lacht laut, der Weise lächelt nur leise.“ Das Leben mit Gott erfordert
einen gewissen Ernst, eine Tiefe der Seele. Es wird hier die „Spaßgesellschaft“ kritisiert, die
Drogen-Partys mit sexuellen Fehltritten unsw.

3 Ich nahm mir vor, mich mit Wein aufzuheitern und so zu leben wie die Unverständigen – doch bei
allem sollte die Weisheit mich führen.

Im Psalm heißt es: „Gott hat den Werin für die Menschen geschaffen zur Freude der Herzen.“ Es
kann natürlich auch Bier oder ein scharfes Getränk sein, auch so etwas akzeptiert die Bibel. Gott
fordert nicht, dass wir abstinent leben. Aber im Genuss von Alkohol soll uns „die Weisheit leiten“,
dass wir nicht jeden Abend besoffen sind und dass wir nicht zu Alkoholikern werden. Denn Paulus
sagt: „Trunkenbolde werden den Himmel nicht erreichen“.

Ich wollte herausfinden, was für die Menschen gut ist und worin sie in der kurzen Zeit ihres Lebens
Glück finden können. 4 Ich schuf große Dinge: Ich baute mir Häuser und pflanzte Weinberge. 5 Ich
legte Ziergärten und Parks für mich an und bepflanzte sie mit Obstbäumen aller Art. 6 Ich baute
große Teiche, um den Wald mit seinen jungen Bäumen zu bewässern. 7 Zu den Knechten und
Mägden, die schon seit ihrer Geburt in meinem Haus lebten, erwarb ich noch weitere hinzu. Ich
besaß größere Rinder- und Schafherden als alle, die vor mir in Jerusalem regiert hatten. 8 Meine
Schatzkammern füllte ich mit Silber und Gold, mit Schätzen aus anderen Königreichen.

Also, das lieben die Menschen ja: ein schönes Haus, einen großen Garten, Haustiere, Helfer im
Haushalt usw. Wie in der Werbung der Sparkasse: „mein Haus, mein Swimming-Pool, meine
Jacht“! Macht das glücklich?

Was braucht ihr denn zum Glück?

Ich ließ Sänger und Sängerinnen an meinen Hof kommen und hatte alle Frauen, die ein Mann sich
nur wünschen kann.

„ALLE FRAUEN“… Es wird unterschiedlich übersetzt: „Die Liebe Frau und die Frauen“
(Schwanke), „die Dame und die Damen“ (Buber), „Frauen in Menge“ (Luther) oder Original-
Luther#: „Saitenspiele in Menge“… Nämlich das hebräische Wort ist unbekannt, unverständlich, es
könnte Frau bedeuten, aber auch Saitenspiel…

Was ist denn nun des Mannes Freude? Frauen in Menge? Oder Musik in Menge? In einem
Gesellschaftsspiel musste man die Frage beantworten: „wie möchtest du sterben? Beim Sex? Oder
beim Hören von Musik?“

9 So wurde ich reicher und berühmter als jeder andere, der vor mir in Jerusalem regiert hatte, ohne
dabei meine Weisheit zu verlieren. 10 Ich gönnte mir alles, was meine Augen begehrten, und
erfüllte mir jeden Herzenswunsch. Meine Mühe hatte sich gelohnt: Ich war glücklich und zufrieden.

Also der Prediger (Salomo) hat alles: Haus und Garten, Tiere, Teiche, Angestellte, Musikanten,
Sängerinnen und Tänzerinnen, eine Hauptfrau und viele Nebenfrauen, und – seine Weisheit. Ist er
nun glücklich? Wenn ihr das alles hättet, würde euch zur vollen Zufriedenheit noch etwas fehlen?
Was könnte das sein?

11 Doch dann dachte ich nach über das, was ich erreicht hatte, und wie hart ich dafür arbeiten
musste, und ich erkannte: Alles war letztendlich vergebens – als hätte ich versucht, den Wind
einzufangen! Es gibt auf dieser Welt keinen bleibenden Gewinn.

Doch wenn er genauer nachdenkt, erkennt er, dass das alles vergänglich ist. Das ist alles nicht ewig.
Nackt bin ich gekommen, nackt gehe ich dain. Das letzte Hemd hat keine Taschen. Auch die
schönste Frau wird verblühen.

Der Prediger kennt noch nicht die Auferstehung der Toten und das ewige Leben bei Gott. Vor Jesus
erwarteten die Juden eine Art „Schatten-Dasein im Totenreich“.

„Das ist alles ein vergebliches Jagen nach Wind“, heißt bei Luther: „Das ist nur ein Haschen nach
Wind.“ Haschen heißt zu fangen versuchen, wie in dem Wort: „Hasch mich, ich bin der Frühling.“
Haschen nach dem Wind – Wind bedeutet im Hebräischen aber auch Geist (Ruach, Wind oder
Geist), darum heißt es in der Schwanke-Bibel: „Das ist alles nur vergeblicher Verdruss des Geistes!“

Was kann man denn mitnehmen in die Ewigkeit? Fragt ihr bei euren Gedanken, Worten und Taten
auch einmal: Welchen Wert hat das für die Ewigkeit?

Auf alle wartet das gleiche Schicksal

12 Ich überlegte: Worin unterscheidet sich der Weise vom Unverständigen und Verblendeten? Was
wird der Mann tun, der einmal als mein Nachfolger auf dem Königsthron sitzen wird? Was schon
jeder vor ihm getan hat?

Weisheit (oder Gottesliebe) ist besser als Torheit (oder Gottlosigkeit). Aber wozu ist der Glaube
gut? Damit es einem gut geht auf Erden? Aber was ist mit den Märtyrern? Oder damit man immer
lecker essen kann? Aber was ist mit dem Heiligen aus Frankreich, der die ganze Woche aus Buße
nichts als Kartoffeln aß? Und wozu sind alle materiellen Güter gut, wenn man sie einem vererbt, der
sich verschwendet?

13 Ja, es stimmt: Weisheit ist besser als Unvernunft, so wie Licht besser ist als Finsternis. 14 Der
Weise läuft mit offenen Augen durch die Welt, doch der Unvernünftige tappt im Dunkeln. Und
trotzdem wartet auf beide dasselbe Los!
Weisheit im Sinne der Bibel ist weniger abstrakte, theoretische Philosophie, sondern mehr die
„Weisheit des Herzens“, das heißt, zu wissen, wie man sein Leben so gestaltet, dass es Gott gefällt.
Muss man nicht, wenn man so leben will, dass es Gott gefällt, auf einige „süße Sünden“ verzichten?
Was meint ihr: Wer hat mehr Freude am Leben – der Sünder oder der Gerechte? Paulus sagt: „Wenn
wir nur in diesem Leben an Christus glauben und nicht an die Ewigkeit, dann sind wir die elendsten
Menschen auf Erden!“ Wozu haben sich dann die „Christen und Christinnen von den Römern und
Römerinnen den Löwen und Löwinnen“ vorwerfen lassen?

15 Als ich das erkannte, fragte ich mich: Wenn mich das gleiche Schicksal trifft wie den
Unverständigen – wozu habe ich mich dann überhaupt so sehr um Weisheit bemüht? Da begriff ich,
dass auch der Nutzen der Weisheit letztendlich bedeutungslos ist. 16 Denn später erinnert sich
niemand mehr an den Weisen, genauso wenig wie an den Unwissenden. Wie bald sind beide
vergessen – der Tod macht keinen Unterschied!

Was nutzt es, weise zu sein – also fromm und gerecht zu leben – wenn mit dem Tod doch alles aus
ist? Wenn mit dem Tod alles aus ist, dann „lasst uns fressen und saufen, denn morgen sind wir tot!“
wie die Heiden sagen. (Oder wie einige Christen sagen: „Lasst uns fressen und saufen, im Himmel
fressen und saufen wir weiter!“...)

17 Da begann ich das Leben zu verabscheuen, alles Tun auf der Welt kam mir unerträglich vor.
Denn es ist so vergeblich, als wollte man den Wind einfangen.

Da begann ich mein Leben zu verabscheuen – oder: Da ekelte mich mein Leben an – oder: Das
verdross es mich zu leben… Habt ihr solche Gedanken und Empfindungen schon einmal gehabt?

18 Auch mein Besitz, für den ich mich mein Leben lang abgemüht hatte, war mir verleidet, denn ich
begriff, dass ich einmal alles meinem Nachfolger hinterlassen muss. 19 Und wer weiß schon, ob der
weise oder töricht sein wird? Doch er wird alles besitzen, was ich durch meine Arbeit und mein
Wissen erworben habe. Wo ist da der Sinn?

Dazu ein Gleichnis von Jesus:


Lukas 12
13 Da rief einer aus der Menge: »Lehrer, sag doch meinem Bruder, er soll unser Erbe gerecht mit
mir teilen.« 14 Aber Jesus wies ihn zurück: »Bin ich etwa euer Richter oder euer Vermittler in
Erbstreitigkeiten?« 15 Dann wandte er sich an alle: »Hütet euch vor der Habgier! Wenn jemand
auch noch so viel Geld hat, das Leben kann er sich damit nicht kaufen.« 16 An einem Beispiel
erklärte er seinen Zuhörern, was er damit meinte: »Ein reicher Gutsbesitzer hatte eine besonders
gute Ernte. 17 Er überlegte: ›Was soll ich bloß tun? Ich weiß gar nicht, wo ich das alles
unterbringen soll. 18 Jetzt hab ich eine Idee! Ich werde die alten Scheunen abreißen und neue
bauen, so groß, dass ich das ganze Getreide, ja alles, was ich habe, darin unterbringen kann. 19
Dann werde ich mir sagen: Du hast es geschafft und für lange Zeit ausgesorgt. Ruh dich aus! Lass
es dir gut gehen – iss und trink und genieße dein Leben!‹ 20 Aber Gott entgegnete ihm: ›Wie dumm
du doch bist! Noch in dieser Nacht wirst du sterben. Wer bekommt dann deinen ganzen Reichtum,
den du angehäuft hast?‹« 21 Und Jesus schloss mit den Worten: »So wird es allen gehen, die auf der
Erde für sich selber Reichtümer anhäufen, aber mit leeren Händen vor Gott stehen.«

Was denkt ihr über Erbstreitigkeiten? Wie sollten Christen mit so etwas umgehen? Was heißt es,
„reich zu sein vor Gott“?

Yyy
20 Als ich das erkannte, begann ich zu verzweifeln, weil ich mich mein Leben lang so geplagt hatte.
21 Da hat man mit seinem Wissen, seinen Fähigkeiten und seinem Fleiß etwas erreicht und muss es
dann an einen anderen abtreten, der sich nie darum gekümmert hat! Das ist so sinnlos und
ungerecht! 22 Denn was bleibt dem Menschen von seiner Mühe und von all seinen Plänen? 23 Sein
Leben lang hat er nichts als Ärger und Sorgen, sogar nachts findet er keine Ruhe! Und doch ist alles
vergeblich.

Zwar hat Jesus als Zimmermann gearbeitet, zwar hat er Arbeiter (Fischer) zu Aposteln berufen,
zwar sagt Paulus: Wer nicht arbeiten WILL, soll auch nicht essen, zwar hat Gott wie ein
„Werkmeister“ die Welt geschaffen - - aber kann man auch zuviel arbeiten? Marx und Engels
sagten: „Die Arbeit hat den Affen zum Menschen gemacht“ und „in der kommunistischen Welt wird
Friede sein, weil bei allen Völkern das selbe Prinzip gilt, die Arbeit“. Da wird die ARBEIT zum
Schöpfer, Erlöser und Friedefürst. Es gibt Männer, wenn sie sterben, schreibt ihre Frau auf den
Grabstein: „Sein Leben war die Arbeit“… Manche schuften sich ab und nehmen sich keine Zeit für
Frau und Kinder, für Muße, Kunst oder Nachdenken. Manche leben so sehr für die Arbeit, dass sie
„keine Zeit haben“ fürs Gebet. Was bedeutet euch die Arbeit? Für wen arbeitet ihr? Zur
Selbstverwirklichung? Fürs Geld? Für Frau und Kinder? Für Gott?

24 Das Beste, was ein Mensch da tun kann, ist: essen und trinken und die Früchte seiner Arbeit
genießen. Doch ich weiß: Das kann nur Gott ihm schenken! 25 Denn wer kann essen und genießen
ohne ihn?

Diese Verse sind gewisser Menschen Lieblings-Evangelium. Es gibt eine Evangelistin


(amerikanische Protestantin), die predigt: „Das Leben genießen“. Der römische Philosoph Seneca
sagte: Er brauche nur ein ganz einfaches Essen, das überall zu bekommen ist, und Hauptsache, es
kommt nicht da wieder raus, wo es reingegangen ist. Christus ist nicht dafür gestorben, dass wir das
irdische Leben genießen – aber wer das Essen genießen kann, der danke Gott. Denn es gibt
depressive oder krebskranke Menschen, die einfach überhaupt keinen Appetit mehr haben. Was
denkt ihr über den GENUSS?

26 Dem Menschen, der ihm gefällt, gibt er Weisheit, Erkenntnis und Freude. Doch wer Gott
missachtet, den lässt er sammeln und anhäufen, um dann alles dem zu geben, den er liebt. Selbst
nach dem Glück zu greifen ist so vergeblich, als würde man versuchen, den Wind einzufangen!

Wir beten für Regierende und für Ärzte um Weisheit – habt ihr schon einmal für euch selbst um
Weisheit und Erkenntnis gebetet? Etwa um Weisheit, in entscheidenden Fragen die richtige
Entscheidung fällen zu können? Oder um Erkenntnis, die Bibel besser zu verstehen?

GEBET
Herr, ich will in der Bibel lesen, um dein Wort an mich zu hören. Bitte hilf mir, dein oft schwieriges
Wort zu verstehen. Lass mich erkennen, was du - gerade mir - gerade heute - sagen möchtest. Hilf
mir, über das gelesene Wort nachzudenken, so dass ich deine Liebe zu mir tiefer erfasse. Amen.

Prediger 3

Alles hat seine Zeit

1 Jedes Ereignis, alles auf der Welt hat seine Zeit: 2 Geborenwerden und Sterben, Pflanzen und
Ausreißen, 3 Töten und Heilen, Niederreißen und Aufbauen, 4 Weinen und Lachen, Klagen und
Tanzen, 5 Steinewerfen und Steinesammeln, Umarmen und Loslassen, 6 Suchen und Finden,
Aufbewahren und Wegwerfen, 7 Zerreißen und Zusammennähen, Schweigen und Reden, 8 Lieben
und Hassen, Krieg und Frieden. 9 Was also hat der Mensch davon, dass er sich abmüht? 10 Ich habe
erkannt, was für eine schwere Last das ist, die Gott den Menschen auferlegt hat. 11 Für alles auf der
Welt hat Gott schon vorher die rechte Zeit bestimmt. In das Herz des Menschen hat er den Wunsch
gelegt, nach dem zu fragen, was ewig ist. Aber der Mensch kann Gottes Werke nie voll und ganz
begreifen. 12 So kam ich zu dem Schluss, dass es für den Menschen nichts Besseres gibt, als
fröhlich zu sein und das Leben zu genießen. 13 Wenn er zu essen und zu trinken hat und sich über
die Früchte seiner Arbeit freuen kann, ist das Gottes Geschenk. 14 Ich begriff, dass Gottes Werk für
immer bestehen wird. Niemand kann etwas hinzufügen oder wegnehmen. So hat Gott es
eingerichtet, damit die Menschen Ehrfurcht vor ihm haben. 15 Was immer sich auch ereignet oder
noch ereignen wird – alles ist schon einmal da gewesen. Gott lässt von neuem geschehen, was in
der Vergangenheit bereits geschah.

Was ist der Mensch?

16 Ich habe noch etwas auf dieser Welt beobachtet: Wo man eigentlich Recht sprechen und gerechte
Urteile fällen sollte, herrscht schreiende Ungerechtigkeit. 17 Doch dann dachte ich: Am Ende wird
Gott den Schuldigen richten und dem Unschuldigen zum Recht verhelfen. Denn auch dafür hat er
eine Zeit vorherbestimmt, so wie für alles auf der Welt. 18 Ich habe begriffen, dass Gott die
Menschen prüft. Sie sollen erkennen: Nichts unterscheidet sie von den Tieren. 19 Denn auf Mensch
und Tier wartet das gleiche Schicksal: Beiden gab Gott das Leben, und beide müssen sterben. Der
Mensch hat dem Tier nichts voraus, denn auch er ist vergänglich. 20 Sie alle gehen an denselben
Ort – aus dem Staub der Erde sind sie entstanden, und zum Staub der Erde kehren sie zurück. 21
Wer weiß schon, ob der Geist des Menschen wirklich nach oben steigt, der Geist des Tieres aber in
die Erde hinabsinkt? 22 So erkannte ich: Ein Mensch kann nichts Besseres tun, als die Früchte
seiner Arbeit zu genießen – das ist es, was Gott ihm zugeteilt hat. Denn niemand kann sagen, was
nach dem Tod geschehen wird!

Alles hat seine Zeit

1 Jedes Ereignis, alles auf der Welt hat seine Zeit: 2 Geborenwerden und Sterben, Pflanzen und
Ausreißen,

Wie es in der Natur Saat und Ernte, Frühling und Herbst gibt, so gibt es im Menschen Jugend und
Alter, Geburt und Tod. Ist die Jugend schöner als das Alter? In unserer Kultur gibt es ja den
Jugendwahn, wahre Menschen sind nur schöne Frauen zwischen 18 und 22. Die Alten verenden oft
in großer Einsamkeit in den Altersheimen. Ich habe die größte Liebe in meiner Kindheit von meiner
Großmutter erfahren. Hattet ihr auch gute Großeltern? Auch der Tod gehört zum Leben. Habt ihr
Angst vor dem Tod? Der russische Schriftsteller Tolstoi sagte: „Nur wer keine Angst vorm Tod hat,
ist wirklich frei.“

3 Töten und Heilen, Niederreißen und Aufbauen,

Krankheit und Gesundheit gehören zum Leben. Eine Zeit der Krankheit, eine Zeit der Gesundheit.
Meint ihr, ein Christ wird immer geheilt, wenn er nur stark genug glaubt? Glaubt ihr denn
überhaupt, dass Gott heilen kann?

4 Weinen und Lachen, Klagen und Tanzen,

Auch im christlichen Leben gibt es nicht nur die „Freude im Heiligen Geist“, sondern da gibt es
auch Kummer und Trauer. Darf man als Christ über den Tod eines lieben Menschen trauern? Oder
sollten wir wie die islamischen Derwische „auf den Gräbern tanzen“, weil wir an die Auferstehung
glauben? Kann man Trauer „wegbeten“?

5 Steinewerfen und Steinesammeln, Umarmen und Loslassen,

Umarmen und Loslassen, das heißt bei Luther: Herzen und frei sein von herzen. Es gibt eine Zeit,
da die Frau dem Mann den Rücken krault, und eine Zeit, da er sich über dumme Mitarbeiter ärgern
muss. Das Leben ist kein Ponyhof und kein Schlaraffenland. Auch im geistlichen Leben gibt es
beides – die Erfahrung von Gottes Zärtlichkeit und das Tragen des alltäglichen Kreuzes. Gott
garantiert uns nicht, dass wir immer im Trost und in der Freude leben, oft schickt er uns auch in die
Wüste. Aber habt ihr denn schon überhaupt einmal GOTTES LIEBKOSUNGEN erfahren?

6 Suchen und Finden, Aufbewahren und Wegwerfen,

Wenn ihr mich von ganzem Herzen sucht, spricht der Herr, dann will ich mich von euch finden
lassen. - Suchen wir den Herrn überhaupt noch? Oder meinen wir, wir haben den lieben Gott und
seine Wahrheit schon in der Tasche? Manche Menschen heute „suchen Gott“ - aber sie suchen an
der verkehrten Stelle. Ein betrunkener Mann suchte nachts etwas unter einer Straßenlaterne. Ein
anderer Mann fragte: Was suchen Sie? - Meine Schlüssel. - Haben Sie sie denn hier verloren? -
Nein, aber hier ist gerade Licht. - So sind die Leute, die „das Göttliche“ suchen und alles befragen,
nur auf keinen Fall die Kirche und die Bibel. Wir haben schon zum Glauben an Jesus gefunden,
aber denkt ihr nicht auch, dass nun das SUCHEN erst recht losgeht?

Aufbewahren und Wegwerfen hat seine Zeit. Könnt ihr Dinge wegwerfen oder gehört ihr zu denen,
die alles aufheben?

7 Zerreißen und Zusammennähen, Schweigen und Reden,

Schweigen und Reden hat seine Zeit. Der eine redet gerne, der andere schweigt gerne. Das ist eine
Frage des Temperaments. Reden ist Silber, Schweigen ist Gold – stimmt das? Hirnforscher sagen:
Männer bilden ihre Gedanken im Kopf und sprechen sie dann aus, Frauen bilden ihre Gedanken
beim Sprechen. (Das ist nicht frauenfeindlich, und es gibt Ausnahmen.) Und im Gebet? Redet ihr
nur? Oder schweigt ihr auch? Könnt ihr in der Gegenwart Gottes schweigen und lauschen? Der
Mensch hat von Gott nur 1 Mund, aber 2 Ohren bekommen, damit er mehr zuhöre, als rede.

8 Lieben und Hassen, Krieg und Frieden.

Auch in der besten Ehe gibt es Zeiten schönster Harmonie und auch Zeiten von Zank und Zorn. Nur
im Fernsehen gibt es die pseudo-romantische Süßigkeit der Hochzeit und dann den Himmel auf
Erden. Auch in der Menschheitsgeschichte gibt es Epochen relativen Friedens und dann auch
wieder sehr kriegerische Epochen. Könnt ihr noch hoffen auf ein Reich des Friedens für die
Menschheit? Oder sind uns immer schlimmere Kriege vorherbestimmt? Lohnt es sich überhaupt,
für den Frieden zu beten? Und was Liebe und Zorn betrifft – wie geht ihr um mit dem Zank in der
Beziehung, dass die Liebe nicht aufhört?

9 Was also hat der Mensch davon, dass er sich abmüht? 10 Ich habe erkannt, was für eine schwere
Last das ist, die Gott den Menschen auferlegt hat. 11 Für alles auf der Welt hat Gott schon vorher
die rechte Zeit bestimmt. In das Herz des Menschen hat er den Wunsch gelegt, nach dem zu fragen,
was ewig ist. Aber der Mensch kann Gottes Werke nie voll und ganz begreifen.

„Er hat den Menschen Ewigkeit in ihren Sinn gelegt.“ Alle Menschen aller Zeitalter hatten
Ahnungen von einem Leben nach dem Tod. Daher die Ahnenverehrung bei Chinesen, Japanern und
Afrikanern, Hades und Elysium bei Griechen und Römern, die Ewigen Jagdgründe der Indianer, das
Totenreich der Ägypter, Walhalla bei den Germanen, der Garten Eden bei den Arabern. Die
atheistische Lehre, dass mit dem Tod alles aus ist, ist nur eine Ausnahme. Gott hat den Menschen
eine Ahnung von Ewigkeit in ihre Herzen gelegt. Ob die Gottlosen nun glauben, dass sie in ihren
Kindern oder in ihren Werken weiterleben, oder dass sie wiedergeboren werden, alle ahnen etwas.

Sehnt ihr euch nach der Ewigkeit? Oder fürchtet ihr euch vor der Begegnung mit eurem Schöpfer?

Aber der Mensch kann Gottes Werke nie voll und ganz begreifen. - Ja, der Mensch kann Gott nicht
ganz begreifen. Gott bleibt immer Der-ganz-Andere! Ein Gott, den du begreifen kannst, ist nicht der
lebendige Gott. Gott bleibt auch in der Ewigkeit ein unerschöpfliches Geheimnis, ein Dschungel, in
den du immer tiefer eindringst, der aber kein Ende hat.

Glaubst du, Gott zu verstehen? Hast du auf alles eine Antwort? Oder kannst du Gott lieben, auch
wenn du ihn oft nicht verstehst? Oder fällst du vom Glauben ab, weil du den Ursprung des Bösen
nicht verstehst?

12 So kam ich zu dem Schluss, dass es für den Menschen nichts Besseres gibt, als fröhlich zu sein
und das Leben zu genießen. 13 Wenn er zu essen und zu trinken hat und sich über die Früchte seiner
Arbeit freuen kann, ist das Gottes Geschenk.

Bei allem Pessimismus lehrt der Prediger doch, dass wir fröhlich sein sollen und das irdische Leben
genießen sollen. Zwar ist Essen und Trinken nicht alles, und es muss auch gefastet werden, aber
eine Heilige sagte: Wenn Fasten, dann Fasten, und wenn Rebhuhn, dann Rebhuhn.

Es gibt ja heute eine ganz moderne Form von Askese (Entsagung): Man ernährt sich nur noch von
Körnern und Gemüse und trinkt nichts als Wasser und Fruchtsäfte. Frage: Darf ein Christ
Brathähnchen oder Schweinebraten essen?

14 Ich begriff, dass Gottes Werk für immer bestehen wird. Niemand kann etwas hinzufügen oder
wegnehmen. So hat Gott es eingerichtet, damit die Menschen Ehrfurcht vor ihm haben. 15 Was
immer sich auch ereignet oder noch ereignen wird – alles ist schon einmal da gewesen. Gott lässt
von neuem geschehen, was in der Vergangenheit bereits geschah.

Gerade weil Gott so ungeheuer groß und tief ist, weil er unseren Verstand übersteigt, darum sollen
wir Gott GOTT sein lassen und ihn nicht zu einem Mann wie unsresgleichen machen.

„Es gibt nichts Neues unter der Sonne“. Ich lese Geschichten eines italienischen Erzählers, die zur
Zeit der Pest in Florenz spielen, im 14. Jahrhundert, und es ist sehr aktuell in unserer Corona-Zeit...

Was ist der Mensch?

16 Ich habe noch etwas auf dieser Welt beobachtet: Wo man eigentlich Recht sprechen und gerechte
Urteile fällen sollte, herrscht schreiende Ungerechtigkeit. 17 Doch dann dachte ich: Am Ende wird
Gott den Schuldigen richten und dem Unschuldigen zum Recht verhelfen. Denn auch dafür hat er
eine Zeit vorherbestimmt, so wie für alles auf der Welt.

Stätten des Rechts sind die staatlichen Gerichte. Wenn an ihnen Ungerechtigkeit beschlossen wird,
dann im Sinne des Gesetzes Gottes. Die Beamten, die die Eisenbahnen voller Juden nach Auschwitz
organisiert hatten, handelten ganz nach dem staatlichen Recht, und doch gegen das Gesetz Gottes.
Die Wachsoldaten der DDR, die an der Berliner Mauer Flüchtlinge erschossen, handelten ganz nach
staatlichem Recht, aber gegen Gottes Gesetz.

Und in unserem Rechtsstaat – wer eine legale Abtreibung durchführt – sündigt der Mensch gegen
Gottes Gesetz? Und wenn das Verfassungsgericht Beihilfe zum Selbstmord für legal erklärt –
handelt es da gegen Gottes Gesetz?

18 Ich habe begriffen, dass Gott die Menschen prüft. Sie sollen erkennen: Nichts unterscheidet sie
von den Tieren. 19 Denn auf Mensch und Tier wartet das gleiche Schicksal: Beiden gab Gott das
Leben, und beide müssen sterben. Der Mensch hat dem Tier nichts voraus, denn auch er ist
vergänglich. 20 Sie alle gehen an denselben Ort – aus dem Staub der Erde sind sie entstanden, und
zum Staub der Erde kehren sie zurück. 21 Wer weiß schon, ob der Geist des Menschen wirklich
nach oben steigt, der Geist des Tieres aber in die Erde hinabsinkt?

Soweit ich weiß, ist dies die einzige Stelle in der Bibel, die über das ewige Schicksal der Tiere
nachdenkt. Aber eine Antwort gibt der Philosoph nicht. Er sagt nur: Wer weiß? - Mir scheint, wir
leben in einer Zeit, da für immer mehr Menschen Tiere zum Götzen werden. Den Hund hat man
lieber als den Freund. Man spricht vom Hundehimmel und vom Katzengott. Man kämpft nicht
gegen Abtreibung, aber kämpft für die Rechte der Frösche. Man fastet nicht für Gott, aber ernährt
sich vegan aus Mitleid mit den Tieren. In Indien beten die Menschen immer noch zum Elefantengott
Ganesha und zum Affengott Hanuman.

50 % der Christen meinen, Haustiere kommen in den Himmel, 50 % der Christen meinen, Tiere
kommen nicht in den Himmel. Aber das sind nur MEINUNGEN. Die OFFENBARUNG sagt uns
nur: Wer weiß?

22 So erkannte ich: Ein Mensch kann nichts Besseres tun, als die Früchte seiner Arbeit zu genießen
– das ist es, was Gott ihm zugeteilt hat. Denn niemand kann sagen, was nach dem Tod geschehen
wird!

Niemand kann uns sagen, was nach dem Tod geschehen wird. Doch, einer: Jesus, denn er war tot
und ist auferstanden und bereitet uns einen Ort im Himmel und kommt wieder, uns zu sich zu holen.
Papst Franziskus: „Der Himmel ist kein verwunschener Garten, sondern eine Umarmung Jesu.“
Torsten Schwanke: „Der Himmel besteht nicht aus Festessen und Rotwein, sondern aus der
Vereinigung der Seelen mit der Dreifaltigen Liebe.“

Prediger 7

Was ist gut?

1 »Ein guter Ruf ist mehr wert als kostbares Parfüm«, heißt es, und ich sage: Der Tag des Todes ist
besser als der Tag der Geburt. 2 Geh lieber in ein Haus, wo man trauert, als dorthin, wo gefeiert
wird. Denn im Trauerhaus wird man daran erinnert, dass der Tod auf jeden Menschen wartet. Wer
noch lebt, sollte sich dies zu Herzen nehmen! 3 Kummer ist besser als Lachen, Trauer verändert den
Menschen zum Guten. 4 Der Weise geht dorthin, wo man trauert, aber der Unverständige hat nichts
anderes im Sinn, als sich zu vergnügen. 5 Man hat mehr davon, auf die Zurechtweisung eines
verständigen Menschen zu achten, als sich die Loblieder von Dummköpfen anzuhören! 6 Denn wie
ein Strohfeuer auflodert und schnell wieder verlischt, so vergeht alles törichte Gelächter – es bleibt
ohne Bedeutung. 7 Wenn ein Verständiger sich unter Druck setzen lässt, wird er zum Narren; wer
Bestechungsgeschenke annimmt, lässt sich den Verstand vernebeln. 8 Das Ende einer Sache ist
besser als ihr Anfang; Geduld zu haben, bringt weiter als Überheblichkeit. 9 Werde nicht schnell
zornig, denn nur ein Dummkopf braust leicht auf. 10 Frag nicht: »Warum war früher alles besser?«
Damit zeigst du nur, wie wenig Weisheit du besitzt. 11 Weisheit ist so wertvoll wie ein reiches Erbe,
sie ist für jeden Menschen auf dieser Welt ein Gewinn. 12 Sie bietet so viel Sicherheit wie Geld, ja,
sie schenkt sogar noch mehr: Wer die Weisheit besitzt, den erhält sie am Leben. 13 Halte dir vor
Augen, was Gott tut! Wer kann gerade machen, was er gekrümmt hat? 14 Wenn es dir gut geht,
dann freu dich über dein Glück, und wenn es dir schlecht geht, dann bedenke: Gott schickt dir
beides, und du weißt nie, was die Zukunft bringen wird.

Vermeide die Extreme!

15 In meinem vergänglichen Leben habe ich viel gesehen: Manch einer richtet sich nach Gottes
Geboten und kommt trotzdem um; ein anderer will von Gott nichts wissen, aber er genießt ein
langes Leben. 16 Sei nicht allzu fromm und übertreib es nicht mit deiner Weisheit! Warum willst du
dich selbst zugrunde richten? 17 Sei aber auch nicht gewissenlos und unvernünftig! Warum willst
du sterben, bevor deine Zeit gekommen ist? 18 Es ist gut, wenn du dich an beides hältst und die
Extreme vermeidest. Wer Ehrfurcht vor Gott hat, der findet den richtigen Weg. 19 Weisheit
beschützt einen Menschen mehr, als zehn Machthaber einer Stadt ihm helfen können. 20 Doch es ist
kein Mensch auf der Erde so gottesfürchtig, dass er nur Gutes tut und niemals sündigt. 21 Hör nicht
auf das Geschwätz der Leute; dann hörst du auch nicht, wie dein Untergebener über dich lästert! 22
Du weißt genau, dass auch du schon oft über andere hergezogen bist.

Wer ist weise?

23 Ich habe versucht, dies alles mit meiner Weisheit zu erforschen; ich wollte Einsicht erlangen,
aber sie blieb mir unerreichbar fern. 24 Was geschieht, kann man nicht ergründen – es ist tief
verborgen und nicht zu verstehen. 25 Trotzdem bemühte ich mich mit aller Kraft, Weisheit zu
erlangen und den Dingen auf den Grund zu gehen. Ich wollte wissen, ob Gottlosigkeit auf
Unwissenheit beruht und ob mangelnde Einsicht mit Verblendung zusammenhängt. 26 Dabei habe
ich gemerkt: Etwas ist noch schlimmer als der Tod, nämlich jene Frau, die einem Fangseil gleicht,
deren Liebe dich einfängt wie ein Netz und deren Arme dich umschließen wie Fesseln. Ein Mann,
der Gott gefällt, kann sich vor ihr retten, aber der Gottlose wird von ihr gefangen. 27 Ja, sagt der
Prediger, das habe ich nach und nach herausgefunden, während ich nach Antworten suchte. 28 Doch
worum ich mich die ganze Zeit mühte, habe ich immer noch nicht gefunden. Unter tausend
Menschen fand ich nur einen Mann, dem ich mein Vertrauen schenken konnte, aber keine Frau. 29
Nur dieses eine habe ich gelernt: Gott hat die Menschen aufrichtig und wahrhaftig geschaffen, jetzt
aber sind sie falsch und berechnend.

Was ist gut?

1 »Ein guter Ruf ist mehr wert als kostbares Parfüm«, heißt es, und ich sage: Der Tag des Todes ist
besser als der Tag der Geburt.

Am Tag der Geburt werden wir für den Tod geboren von unserer leiblichen Mutter, am Tag des
Todes werden wir in das ewige Leben geboren.

Habt ihr Angst vor dem Tag des Todes?


2 Geh lieber in ein Haus, wo man trauert, als dorthin, wo gefeiert wird. Denn im Trauerhaus wird
man daran erinnert, dass der Tod auf jeden Menschen wartet. Wer noch lebt, sollte sich dies zu
Herzen nehmen!

Der Prediger empfiehlt ein ernstes Leben, nicht ihne innere Freude, aber nicht ein spaßhaftes Leben
von Narren. Mose sagt in Psalm 90: Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir
weise werden. - Unsere Gesellschaft hat ein merkwürdiges Verhältnis zum Tod: Einerseits tötet man
ganz und gar ohne Gewissensbisse Kinder im Mutterleib und hilft unheilbar Kranken, sicvh selbst
zu ermorden, auch liefert man Waffen in Krisenherde der Welt, andererseits will man vom Sterben
der Alten nichts sehen, man lässt sie allein in den Pflegeheimen. Und reden über den Tod darf man
auch nicht, das will keiner hören. Voller Panik rennen die Heiden weg, wenn ein Christ vom ewigen
Leben spricht (hab ich selbst erlebt).

Sollte man sich auf seinen Tod innerlich vorbereiten, und wenn ja, wie?

3 Kummer ist besser als Lachen, Trauer verändert den Menschen zum Guten. 4 Der Weise geht
dorthin, wo man trauert, aber der Unverständige hat nichts anderes im Sinn, als sich zu vergnügen.

Der Prediger empfiehlt nicht, immer traurig zu sein. Aber er sagt: Bedenke, dass auch deine Lieben
und auch du sterben werden, dann betrauere deine Toten. Verdränge den Tod nicht, indem du mit
den Mitteln der Spaßgesellschaft alles Ernste von dir fern hältst.

Darf ein Christ trauern über den Tod eines lieben Menschen? Wie unterscheidet sich im Umgang
mit Verlusten der Christ von den Heiden?

5 Man hat mehr davon, auf die Zurechtweisung eines verständigen Menschen zu achten, als sich die
Loblieder von Dummköpfen anzuhören!

Keiner hört gern Kritik, jeder will gern gelobt sein. Aber was ist am Lob von Dummköpfen
gelegen?

Lasst ihr euch gerne belehren? Und wenn ja, von wem? Von Herrn Jedermann? Oder von den
„Verständigen“ (Weisen)? Habt ihr überhaupt das Bedürfnis, Gott und den Glauben immer besser
kennen zu lernen?

6 Denn wie ein Strohfeuer auflodert und schnell wieder verlischt, so vergeht alles törichte Gelächter
– es bleibt ohne Bedeutung. 7 Wenn ein Verständiger sich unter Druck setzen lässt, wird er zum
Narren; wer Bestechungsgeschenke annimmt, lässt sich den Verstand vernebeln. 8 Das Ende einer
Sache ist besser als ihr Anfang; Geduld zu haben, bringt weiter als Überheblichkeit. 9 Werde nicht
schnell zornig, denn nur ein Dummkopf braust leicht auf.

Geduld - “Glaube, du hast viel getan, / wenn du dir Geduld gewöhnest an.“ (Goethe) Wie lernt man
Geduld? Ein Bisdchof sagte einmal: „Ich kann die Geduld nicht verlieren, denn ich habe keine.“
Wenn ihr in einer Schlange im Supermarkt steht und merkt, dass ihr ungeduldig und gereizt werdet,
nutzt die Zeit, für alle Menschen vor und hinter euch zu beten.

Zorn. „Lasst die Sonne nicht untergehen über eurem Zorn.“ Eheleute, wie geht ihr mit Zorn und
Zank um, der ja ganz normal ist? Papst Franziskus: „Lasst die Teller fliegen! Aber versöhnt euch
vorm Schlafengehen.“ Salomo: „Ärger wohnt im Busen des Toren.“ (sag ich mir immer wieder.)
Was macht ihr, wenn euch zum Fluchen zumute ist?
10 Frag nicht: »Warum war früher alles besser?« Damit zeigst du nur, wie wenig Weisheit du
besitzt.

Es nützt nichts, sich „nach den guten alten Zeiten“ zurückzusehnen. Gott hat uns in unserer
Jahrhundert gesandt, ob wir es nun lieben oder nicht, damit wir heute Zeugen Jesu sind. Jedes
Jahrhundert hat seine eigenen Schwächen und seine eigenen Chancen.

Habt ihr Zeiten der Geschichte oder Länder, wo ihr lieber gelebt hättet? Oder ist das 21. Jahrhundert
das beste aller Jahrhunderte?

11 Weisheit ist so wertvoll wie ein reiches Erbe, sie ist für jeden Menschen auf dieser Welt ein
Gewinn. 12 Sie bietet so viel Sicherheit wie Geld, ja, sie schenkt sogar noch mehr: Wer die Weisheit
besitzt, den erhält sie am Leben.

Reiches Erbe und Geld wird geschätzt, weil es einem irdische, materielle Sicherheit bietet. Die
Weisheit – oder der Glaube an Christus – wird geschätzt, weil sie einem eine viel größere Sicherheit
bietet, nämlich, im Tod nicht „verloren zu gehen“.

Ist euch euer Glaube mehr wert als ein Erbe? Und wenn der Glaube ein geistiges Erbe ist, von wem
habt ihr den Glauben geerbt? Von der Großmutter? Von der Mutter? Von Glaubenszeugen?

13 Halte dir vor Augen, was Gott tut! Wer kann gerade machen, was er gekrümmt hat? 14 Wenn es
dir gut geht, dann freu dich über dein Glück, und wenn es dir schlecht geht, dann bedenke: Gott
schickt dir beides, und du weißt nie, was die Zukunft bringen wird.

Paulus sagt: Wenn es dir schlecht geht, dann bete! Und wenn es dir gut geht, dann singe
Lobpreislieder! Der mittelalterliche Theologe Thomas von Aquin sagte: Wenn du traurig bist, dann
bete die Psalmen! Und wenn auch das nicht hilft: Dann nimm ein heißes Bad!

Was macht ihr, wenn ihr traurig seid? Was macht ihr, wenn ihr fröhlich seid?

Vermeide die Extreme!

15 In meinem vergänglichen Leben habe ich viel gesehen: Manch einer richtet sich nach Gottes
Geboten und kommt trotzdem um; ein anderer will von Gott nichts wissen, aber er genießt ein
langes Leben.

Das fällt den Autoren des Alten Testaments immer wieder auf. Ein bisschen scheint mir das auch in
der charismatischen Bewegung so zu sein: Wenn du nur glaubst, wirst du von jeder Krankheit
gesund, wenn du den Zehnten gibst, hast du immer genug Geld, wenn du Lobpreis singst, wirst du
immer fröhlich sein. - Oder irre ich mich da? -Das Neue Testament öffnet da mehr den Horizont auf
die ewige Gerechtigkeit im Weltgericht. „Nur Gott in der Ewigkeit kann den Opfern des Holocaust
Gerechtigkeit verschaffen“, sagte eine Philosophin.

16 Sei nicht allzu fromm und übertreib es nicht mit deiner Weisheit! Warum willst du dich selbst
zugrunde richten? 17 Sei aber auch nicht gewissenlos und unvernünftig! Warum willst du sterben,
bevor deine Zeit gekommen ist? 18 Es ist gut, wenn du dich an beides hältst und die Extreme
vermeidest. Wer Ehrfurcht vor Gott hat, der findet den richtigen Weg.
Die „sieben Weisen Griechenlands“ sagten: „Nichts zu sehr!“ Man muss ein gesundes
ausgewogenes Leben führen: Die Benediktiner sagen: „Bete, lies und arbeite!“ Nur arbeiten und
nicht beten, ist nicht gesund, aber nur beten und nicht arbeiten, ist auch nicht gesund.

19 Weisheit beschützt einen Menschen mehr, als zehn Machthaber einer Stadt ihm helfen können.
20 Doch es ist kein Mensch auf der Erde so gottesfürchtig, dass er nur Gutes tut und niemals
sündigt.

Sei nicht erstaunt, wenn du mal böse Gedanken hast oder böse Worte redest oder böse Taten tust.
Wir sind alle Sünder. Natürlich sollen wir sopfort Jesus um Verzeihung bitten und uns ändern. Aber
es gibt auch Menschen, die sind so stolz und halten sich für so heilig, dass sie sagen, wenn sie
sündigen: „Wie konnte das MIR passieren?“

Bittet ihr Jesus oft um Vergebung? Oder denkt ihr: Ist eh schon alles vergeben?

21 Hör nicht auf das Geschwätz der Leute; dann hörst du auch nicht, wie dein Untergebener über
dich lästert! 22 Du weißt genau, dass auch du schon oft über andere hergezogen bist.

Mit anderen Worten: Torsten, wundere dich nicht, wenn der Hauskreis über dich schimpft, denn du
weißt, dass du auch oft geschimpft hast…

Frage: Werden wir es je lernen, ohne üble Nachrede zu leben?

Papst Franziskus: „Das Geschwätz überr andere ist eine schlimmere Seuche als Covid-19!“

Wer ist weise?

23 Ich habe versucht, dies alles mit meiner Weisheit zu erforschen; ich wollte Einsicht erlangen,
aber sie blieb mir unerreichbar fern. 24 Was geschieht, kann man nicht ergründen – es ist tief
verborgen und nicht zu verstehen. 25 Trotzdem bemühte ich mich mit aller Kraft, Weisheit zu
erlangen und den Dingen auf den Grund zu gehen.

Gott ist unergründlich. Nie passt der Schöpfer der Lichtjahre und Galaxien in unser Mäusehirn. Wir
sollten nicht so tun, als wenn wir auf alles eine Antwort hätten. Vielleicht möchten Ungläubige von
Christen auch mal höören: „Das weiß ich auch nicht...“ Aber der Prediger fordert uns auch auf, Gott
immer besser kennen zu lernen. Der heilige Hieronymus, der im 4. Jahrhundert die Bibel ins
Lateinische übersetzt hat, sagte: „Die Heilige Schrift nicht kennen, heißt Christus nicht kennen!“
Begnügen wir uns nicht damit, religiöse Analphabeten zu sein (wie Papst Benedikt die Katholiken
nannte).

25 Ich wollte wissen, ob Gottlosigkeit auf Unwissenheit beruht und ob mangelnde Einsicht mit
Verblendung zusammenhängt.

Verblendung – das ist ein wichtiges Wort, Übrigens bei den alten Griechen gab es den weiblichen
Dämon Ate, das war die Dämonin der Verblendung. Und tatsächlich gibt es auch in unserer Zeit
DÄMONISCHE VERBLENDUNG.

Wo seht ihr diese Verblendung am Werk?

26 Dabei habe ich gemerkt: Etwas ist noch schlimmer als der Tod, nämlich jene Frau, die einem
Fangseil gleicht, deren Liebe dich einfängt wie ein Netz und deren Arme dich umschließen wie
Fesseln. Ein Mann, der Gott gefällt, kann sich vor ihr retten, aber der Gottlose wird von ihr
gefangen. 27 Ja, sagt der Prediger, das habe ich nach und nach herausgefunden, während ich nach
Antworten suchte. 28 Doch worum ich mich die ganze Zeit mühte, habe ich immer noch nicht
gefunden. Unter tausend Menschen fand ich nur einen Mann, dem ich mein Vertrauen schenken
konnte, aber keine Frau. 29 Nur dieses eine habe ich gelernt: Gott hat die Menschen aufrichtig und
wahrhaftig geschaffen, jetzt aber sind sie falsch und berechnend.

Vorsicht, Frauen! Heute in unserem feministischen Zeitalter ist es nahezu Majestätsbeleidigung oder
gar Blasphemie, auch mal ein kritisches Wort über die Frauen zu sagen. Ja, über Männer lästern, das
ist politisch korrekt, das ist fortschrittlich. Ein negatives Wort über Frauen – da bist du gleich
Macho oder Sexist… Fast noch schlimmer sind kritische Worte über Homosexuelle…

Der Prediger verurteilt nicht alle Frauen. Er sagt an anderer Stelle: Genieße das Leben mit der Frau,
die du liebst. Aber er warnt vor der Verführerin, vor Frauen, die mit ihrem betonten Sexappeal
Macht über Männer haben wollen, die auf einen One-night-stand aus sind, die keine Kinder wollen,
im Notfall auch abtreiben, die vor Ehebruch nicht zurückschrecken. Natürlich gibt es solche auch
unter den Männern. Aber nicht alle Frauen sind heilige Göttinnen.