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Versuchsprotokoll zum F-Praktikum

Gamma-Spektroskopie“

Daniil Boris, Janine Bennat


Juli 2019
Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung 2

2 Grundlagen 3
2.1 Radioaktivität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
2.1.1 Zerfallsarten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
2.1.2 Zerfallsgesetz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
2.1.3 Wechselwirkung von γ-Strahlung mit Materie . . . . . 6
2.2 Szintillationsdetektoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
2.2.1 Energieauflösung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
2.2.2 Photomultiplier und Elektronik . . . . . . . . . . . . . 9
2.2.3 Herkunft der Erscheinungsform von
Gammaspektren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
2.3 Messung der Aktivität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12

3 Versuchsaufbau 13

4 Messungen und Auswertung 14


4.1 Energieeichung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
4.2 Bestimmung der Energieauflösung . . . . . . . . . . . . . . . . 14
4.3 Bestimmung der Aktivität der 137 Cs-Quelle . . . . . . . . . . . 14

5 Fehlerdiskussion 15

6 Fazit 16

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Kapitel 1

Einleitung

Die Gammaspektroskopie ist die quantitative Untersuchung von Ener-


giespektren radioaktiver Quellen. Die meisten radioaktiven Quellen erzeu-
gen Gammastrahlen unterschiedlicher Energie und Intensität. Wenn diese
Emissionen mit einem Gammaspektrometer detektiert und analysiert wer-
den, kann ein Energiespektrum gebildet werden, das die unter anderem In-
formation über Identität und Menge der vorhandenen γ-Strahler liefert.

Ziel dieses Versuches ist die Aufnahme und qualitative Untersuchung von
Gammaspektren drei radioaktiver Proben, sowie die Aktivitätsmessung einer
der Proben. Dafür steht uns ein NaI-Szintillationsdetektor zur Verfügung.
Der Detektor wird vor der eigentlichen Messung zunächst nach Energie ka-
libriert, wofür eine Eichgerade graphisch mit Hilfe einer linearen Regression
ermittelt wird. Für den Szintillator wird ebenso die relative Energieauflösung
∆E
E
als Funktion der Energie E bestimmt. Die darauffolgenden Spektrenauf-
nahmen von der 137 Cs-Quelle sollen mit Variation des Abstands durchgeführt
werden, wonach die Aktivität der Quelle als Funktion des Abstands darge-
stellt werden soll.

2
Kapitel 2

Grundlagen

2.1 Radioaktivität
Unter Radioaktivität versteht man willkürliche Änderung des Kernauf-
baus, wobei ionisierende Strahlung ausgesendet wird. Der Umwandlungspro-
zess heißt auch radioaktiver Zerfall. Die Kerne, die den radioaktiven Um-
wandlungen unterliegen werden als instabil bezeichnet.

2.1.1 Zerfallsarten
Man unterscheidet unter folgenden Zerfallsarten:

• α-Zerfall - aus dem Kern fliegt willkürlich ein α-Teilchen (42 He) aus
(Abbildung 2.1). Die Ladungszahl verringert sich dabei um 2 und es
wird ein neues Element gebildet, das im Periodensystem um 2 Kästchen
verschoben ist.

• β-Zerfall - es gibt 3 Arten:

1. β − -Zerfall (Abbildung 2.2). Aus dem Kern fliegen ein Elektron


und ein Elektron-Antineutrino aus. Die Ladungszahl vergrößert
sich um 1.
2. β + -Zerfall. Hier werden ein Positron und ein Elektron-Neutrino
ausgesendet, wobei sich die Ladungszahl um 1 verringert.
3. Elektroneneinfang. Der Kern fängt ein Elektron aus der Atomhülle
ein, was zur Verringerung der Ladungszahl um 1 führt, wie bei dem
β − -Zerfall.

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• γ-Zerfall - nach dem ein anderer Zerfall stattgefunden hat, befindet
sich der Kern im angeregten Zustand. Bei dem Übergang des Atoms
in einen energetisch günstigeren Zustand, wird ein hochenergetischer
γ-Quant ausgestrahlt, wodurch die Energie vom Kern abgegeben wird.
Die Neutronen- und Protonenzahl des Kerns ändern sich dabei nicht
(Abbildung 2.3).

Außerdem gibt es spontane Kernspaltung, Protonen-Zerfall u.s.w.

Abbildung 2.1: α-Zerfall Abbildung 2.2: β-Zerfall Abbildung 2.3: γ-Zerfall

Die γ-Strahlung wird in diesem Versuch durch einen β-Zerfall von Kernen
der zu untersuchenden Materialien erzeugt. Diese Prozesse sind schematisch
in Abbildung 2.4 dargestellt.

Abbildung 2.4: Schemata

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2.1.2 Zerfallsgesetz
Der radioaktive Zerfall ist ein statistisches Ereignis. Man kann nicht sa-
gen, welche Atomen in der radioaktiven Probe in die angegebene Zeit zer-
fallen. Trotzdem kann man mit praktisch 100% Sicherheit vorhersagen wie
viele Atomen in diese Zeit zerfallen.

Die Zerfallswahrscheinlichkeit pro Zeiteinheit heißt Zerfallskonstante λ.


Das bedeutet, dass aus N vorhandenen radioaktiven Kernen pro Zeiteinheit
durchschnittlich λN zerfallen. In dt zerfallen dann λN dt Kerne. Die Größe
λN = A heißt Aktivität der Quelle.([A] = 1s−1 = 1 Bq). Sei nun N - die
Anzahl der Kernen im Moment t, und N + dN im Moment t + dt. Wir haben:

dN = −λN dt
Die Integration liefert

N = N0 e−λt
Die Zeitspanne T1/2 , nach der die Anzahl der vorhandenen radioaktiven
Atomen die Hälfte des anfänglichen Werts erreicht heißt Halbwertszeit Die
grafische Darstellung des Zerfallsgesetzes ist in Abbildung 2.5 gezeigt.

Abbildung 2.5: Anzahl der Kerne in Abhängigkeit von der Zeit beim radio-
aktiven Zerfall

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2.1.3 Wechselwirkung von γ-Strahlung mit Materie
Als γ-Strahlung werden elektromagnetische Wellen bezeichnet, deren Länge
wesentlich kleiner als Abstände zwischen den Atomen ist (λ  10−8 cm). Der
Wechselwirkungsbereich eines γ-Quants ist mit der Compton-Wellenlenge des
Elektrons vergleichbar (etwa 10−11 cm).

Die wichtigsten Prozessen, durch die die Bahn der γ-Quanten abgelenkt
wird, sind:

• Photoeffekt -dem Elektron und dem Rest des Atoms wird die gan-
ze Energie und Impuls des einfallenden γ-Quants übertragen (Abbil-
dung 2.6). Die kinetische Energie, die das befreite Elektron erhält, ist
durch Gleichung

Ee = Eγ − EB

gegeben. EB ist dabei die Bindungsenergie, die dennoch gegenüber Eγ


vernachlässigbar klein ist, was uns erlaubt die Energie der Gamma-
strahlung durch die Position des Photopeaks zu bestimmen.

• Compton-Effekt - die Vergrößerung der Wellenlänge eines Photons bei


der Streuung an einem Elektron (Abbildung 2.7). Mit steigender Ener-
gie der γ-Quanten fängt der Compton-Effekt an eine wesentliche Rolle
zu spielen.

• Paarbildung - Bildung eines Elektron-Positron-Paares aus dem γ-Quant


im elektrischen Feld eines Atomkerns (Abbildung 2.8). Die Energie des
γ-Quants muss dabei größer als die doppelte Ruheenergie eines Elek-
trons sein (>1022 keV). Dieser Prozess wird erst oberhalb von 10 MeV
dominierend, und hat deswegen in unserem Experiment nicht die obers-
te Priorität.

Abbildung 2.6: Photoef- Abbildung 2.7: Abbildung 2.8: Paarbil-


fekt Compton-Effekt dung

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Abbildung 2.9: Bandmodell eines anorganischen Szintillators

2.2 Szintillationsdetektoren
Szintillatoren sind Materialien, die fähig sind nach der Absorption einer
ionisierenden Strahlung, das Licht auszustrahlen. Die Anzahl der ausgesende-
ten Photonen ist in der Regel proportional der absorbierten Energie, so dass
energetische Spektren gebildet werden können. Die Szintillatoren werden im
wesentlichen in 2 Arten unterteilt:

• Anorganische Szintillatoren - diese Einkristalle charakterisieren sich


durch kurze Strahlungslängen, eine hohe Lichtausbeute und Strah-
lungshärte. Dennoch hat solcher Typ von Szintillatoren Abklingzeiten
von einigen hundert ns.

• Organische Szintillatoren - können Kristalle, Flüssigkeiten oder poly-


mere Festkörper sein. Sie liefern schnelle Ansprechzeit

Der im Versuch verwendete anorganische Szintillationsdetektor besteht


aus NaI, deren Kristalle mit Thallium dotiert sind. Die Dotierung führt zur
Entstehung zusätzlicher Aktivatorzentren im Bandmodell. Die einfallende γ-
Quanten heben die Elektronen aus dem Valenzband in das Leitungsband, wo
sie danach über die Aktivatorzentren zurück ins Valenzband abregen (Abbil-
dung 2.9). Dabei wird das sichtbare Licht emittiert.

2.2.1 Energieauflösung
Gammaquanten, die vom Spektrometer detektiert werden, bilden Peaks
im Spektrum. Die Breite von diesen Peaks ist durch die Auflösung des Detek-
tors bestimmt. Die Auflösung des Detektors ist seine Fähigkeit zwei neben-
einanderliegende Peaks durchzutrennen. Die Peaks haben in der Regel Form

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einer Gauß-Verteilung.

Die wichtigste Größe, durch die die Detektorauflösung ausgedrückt wer-


den kann, ist die Halbwertsbreite (Full Width at Half Maximum, FWHM)
∆E (Abbildung 2.10). Das ist die Breite des Photopeaks bei der halben Größe
des Peaks. Die relative Energieauflösung R ergibt sich dann zu
∆E
R=
E
mit E Energie des Photopeaks. E ist dabei proportional zur Anzahl von
Ladungsträgern, die gemessen wurden.

E∝N
N unterliegt dabei der Poissonstatistik, wodurch man für den Fehler ∆N
den Quadratwurzel aus N hat:
√ √
∆N = N −→ ∆E ∝ N
Es folgt somit für die relative Energieauflösung
√ r
∆E N ω
R= ∝ =
E N αE

Abbildung 2.10: Halbwertsbreite eines Photopeaks

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Abbildung 2.11: Schematische Darstellung eines Photomultipliers

2.2.2 Photomultiplier und Elektronik


Die Umwandlung des Lichts aus dem Szintillator in ein elektrisches Si-
gnal wird mit Hilfe eines Photomultipliers verwirklicht (Abbildung 2.11). Das
auf die Photokathode einfallende Licht löst die Elektronen ab, wodurch ein
Photostrom entsteht. Damit dieser Strom einen messbaren Wert erreicht,
werden Dynoden genutzt. Sie dienen zur Beschleunigung der Elektronen, so
dass diese weitere Sekundärelektronen ablösen, die seinerseits auch beschleu-
nigt werden, und der Prozess wird wiederholt. Zehn Dynoden geben dann
eine Vergrößerung von

G = 410 ≈ 106
Um die hohe Ausgangsimpedanz der Photomultiplierelektroden an das
Koxialkabel mit einer Impedanz von 50 Ω anzupassen, werden Vorverstärker
verwendet, die mit einem Feldeffekttransistor in einer Kollektorschaltung ar-
beiten. Die Digitalisierung des Signals passiert mit Hilfe eines Analog-Digital
Umsetzers (ADC), wobei das Eingangssignal mit einer Reihe von bekannten
Referenzspannungen verglichen wird.

Die Messdaten müssen außerdem auf die Totzeit des Detektors korrigiert
werden. Die Totzeit ist die Zeitspanne zwischen dem Einfliegen des Teilchens
in den Detektor und der Ausgabe dieses Ereignisses auf dem PC, während
der das System auf neue Ereignisse unempfindlich bleibt. Wenn ein neues
Ereignis, das während der Totzeit passiert, nicht zur Verlängerung der Totzeit
führt, heißt die Totzeit nicht-verlängerbar und die Korrekturformel für die
Raten ist
m
n=
1 − mτ

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mit m = gemessene Rate, n = wahre Rate, τ = Totzeit. Wenn dagegen
die Totzeit verlängert wird, wenn ein neues Ereignis stattfindet, dann ist die
Totzeit verlängerbar, wobei für die Korrekturformel gilt:

m = n · e−nτ
In unserem Versuch hat man für die korrigierte Aktivität:
Atot
Akorrigiert =
1 − ftot
mit ftot = Totzeit in Prozent.

2.2.3 Herkunft der Erscheinungsform von


Gammaspektren

Abbildung 2.12: Gamma-Spektrum einer radioaktiven Quelle und die dazu-


gehörenden Peaks

In der Abbildung 2.12 ist ein Beispielspektrum mit Bezeichnungen ent-


sprechender Peaks und Kontinua dargestellt. Das über dem ganzen Spektrum
erstreckte Kontinuum ist Compton-Kontinuum, das in Abhängigkeit von der
Anzahl der Compton-Streuungen einfach- bzw. vielfach sein kann. Dieses
Kontinuum ist dadurch verursacht, dass das gestreute Teilchen den Detektor
entkommt. Wenn es aber vollständig vom Detektor absorbiert wird, trägt

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Abbildung 2.13: Raumwinkel

dieses Ereignis zu dem Full-Energy Peak bei.

Da der Szintillationsdetektor infolge seiner Hygroskopie in einem Behälter


gehalten werden muss, führt das zur Entstehung von Effekten, die im Spek-
trum als zusätzliche Peaks zu sehen sind. Die Wechselwirkung von γ-Quanten
mit dem Behältermaterial durch Photoeffekt erzeugt Emission der charakte-
ristischen Röntgenstrahlung, die im Spektrum durch den X-Ray-Peak aus-
gedrückt wird. Wird das aus dem Szintillator ausgeflogene γ-Quant vom
Behälter zurückgestreut, bildet sich sogenannte Backscatter-Peak. Schließ-
lich kann im Behälter bei ausreichend hoher Energie eine Paarbildung statt-
finden, bei der das entstandene Positron nach einer kurzen Zeit annihiliert
unter Aussendung von zwei γ-Quanten, eines von denen in Richtung des De-
tektors ausgestrahlt werden kann, was im Spektrum zur Ausbildung eines
sogenannten Annihilationspeaks führt.

2.3 Messung der Aktivität


Die gemessenen und auf die Totzeit korrigierten Aktivitäten stellen noch
nicht die wahren Werte dar, weil der Detektor nur die Strahlung misst, die
in den in Bezug auf die Quelle aufgespannten Raumwinkel Ω emittiert wird
(Abbildung 2.13). Außerdem hängt die gemessene Aktivität von der Nach-
weiswahrscheinlichkeit ε und der Emissionswahrscheinlichkeit Pγ ab, so dass
sich für den Korrekturfaktor a0 ergibt

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1
a0 = Ω

εPγ
Dieser Korrekturfaktor lässt sich im Bereich 0,7 cm < x < 30 cm bei 0,03
cm < µ < 0,08 cm−1 durch folgendes Polynom parametrisieren:
−1

a0 + a1 x + a2 x 2
a0 =
µ

mit a0 = 1.38, a1 = 3 und a2 = 1.24. Und für die Aktivität A ergibt sich
dann

A = a0 Akorrigiert

12
Kapitel 3

Versuchsaufbau

13
Kapitel 4

Messungen und Auswertung

4.1 Energieeichung
4.2 Bestimmung der Energieauflösung
4.3 Bestimmung der Aktivität der 137Cs-Quelle

14
Kapitel 5

Fehlerdiskussion

15
Kapitel 6

Fazit

16
Literaturverzeichnis

[1] A. von Keudell. Einführung in die Plasmaphysik.


Ruhr-Universität Bochum.

[2] V. Schulz-von-der-Gathen. Grundlagen Versuch 401 - Mikroplasmen und


Oberflächenmodifikation.
Ruhr-Universität Bochum.

[3] J. Golda, J. Held u.a. Concepts and characteristics of the ’COST Refe-
rence Microplasma Jet’
Journal of Physics D: Applied Physics

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