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Zeitzeichen-Generator (DCF77)

Ich finde das DCF-Signal für die „Weiterverarbeitung“ am übersichtlichsten. Für alle, die sich
noch nie näher mit dem DCF-Signal befasst haben, will ich eine kurze Einleitung geben.
„DCF77“ ist ein Langwellensender in der Nähe von Frankfurt/Main. Die Sendefrequenz und
die Zeitsignale werden von Atomuhren am Sendestandort erzeugt und diese werden wiederum
von der PTB in Braunschweig kontrolliert. So entsteht eine Sendergenauigkeit von 10-12 . Das
bedeutet in der Praxis eine Abweichung der Zeitanzeige in 10000 Jahren von weniger als 1
Sekunde.
Bis zur Erzeugung eines akustischen Tones durch unsere Schaltung vergehen natürlich einige
Milli-Sek., aber das wollen wir nicht weiter beachten. Interessanter sollte für den Leser sein,
wie die Codierung des Sendesignales, also die Modulation aufgebaut ist.
Grundsätzlich ist es ein Träger mit der Frequenz 77,500 kHz.
Die Sendeleistung wird am Beginn jeder Sekunde auf ca. 1/4 der normalen Leistung reduziert.

Wir wollen jede Sekunde als Bit bezeichnen. Ein „0“-er Bit ist ein 100ms langer Impuls mit
verringerter Leistung. Das „1“-er Bit ist 200ms lang.
Die ersten 14 Sekunden (Bit’s) einer jeden Minute dienen der Wettervorhersage. Darauf folgt
die Kennung der Sommer- bzw. Winterzeit. Nach der 20. Sekunde beginnt die eigentliche
Zeitcodierung der folgenden Minute. Die Codierung erfolgt als serieller BCD-Code. Die Zahl
beginnt mit dem kleinsten Bit, also 1-2-4-8 . Die Bit’s
21 bis 24 ergeben den Einerwert der Minuten. Bit (bzw.
Sek) 25 bis 27 ergibt die Zehnerstelle der Minute. Bit 28
ist ein Paritätsbit. Sekunde 29 bis 32 stehen für den
Einerwert der Stunde. Bit 33 und 34 sind der Zehnerwert
der Stunde. Auf die gleiche Art werden das Datum und
der Wochentag übertragen. Die 59. Sekunde fehlt total.
Das darauf folgende (60.) Bit ist der Beginn der nächsten
Minute. Die fehlende Sekunde ist also zugleich die
Kennung „Achtung neue Minute beginnt“!
Allein schon mit dieser (akustischen) Information kann
man die Uhrzeit kontrollieren.
Schon 1974, als mein erster Empfänger fertig, aber die Beschaffung der digitalen IC’s für die
Uhr noch nicht abgeschlossen war, habe ich Freunde damit erstaunt, dass ich allein aus den
Piep-Tönen die genaue Zeit und das Datum herauslesen konnte.
Da in der vorliegenden Schaltung auch die Codierung mit den Pieptönen ausgegeben wird, ist
dieser „Trick“ hiermit auch möglich.

Es gibt schon seit Jahren billige DCF-Empfänger. Sie bestehen aus einer kleinen Platine und
einer Ferrit-Antenne.
Wer einen „Funkwecker“ mit defektem Display in der Bastelkiste findet, kann evtl. das
Empfangsteil daraus verwenden. Der einzige Haken ist, dass der Empfänger im Wecker nur
intermittierend alle 24 Std. eingeschaltet wird. Man muss also diese Zeitsteuerung überbrücken.
Ich habe zwar schon vor beinahe 40 Jahren eine DCF-Uhr (damals noch mit TTL-IC’s) gebaut.
Diese läuft zwar heute noch, aber für bestimmte Sachen ist sie zu unhandlich.
Mein neues „DCF-Empfangsmodul“ habe ich für ein paar Euro von Pollin bekommen. Um das
Modul sinnvoll einzusetzen, muss man noch eine kleine Schaltung dazu bauen.

Wie man aus dem Schaltbild erkennen kann, sind ein NE555 und 4 kleine Transistoren, 5
Kondensatoren und ein paar Widerstände nötig, um den extrem genauen Zeitzeichengenerator
aufzubauen. Selbst wenn man alle Teile neu kaufen muss, ist alles incl. des DCF-Empfängers
für weniger als 10,- Euro zu bekommen.
Die Funktion der Schaltung ist aus dem Schaltbild zu erkennen. Die Tonhöhe wird durch den
33 k-Ohm Widerstand und den 22 nF Kondensator bestimmt.
Mit dem TTL-Signal welches der T4 erzeugt, kann man die interne Uhr des PC
synchronisieren. Wenn die 5V aus dem PC entnommen werden und die Leitungen zum PC
nicht übermäßig lang sind, Kann man das TTL-Signal direkt in den PC einspeisen. Ansonsten
kann man mit einem Optokoppler die Potenzialtrennung sicherstellen.
Um die PC-Uhr zu synchronisieren, benötigt man noch die entsprechende Software. Es gibt
mehrere Programme mit mehr oder weniger Komfort und preislich von 0,0 € bis zu einem 3-
stelligen Euro-Betrag. Ich betreibe den Zeitzeichengenerator vorerst mit „akustischer
Auswertung“, da ich bisher das passende Programm noch nicht gefunden habe. Sollte ich
soweit sein, werde ich es Euch wissen lassen. Oder sollte evtl. ein Nachbauer ein gutes
Programm gefunden, oder selbst entwickelt haben, würde ich mich über eine E-Mail freuen.

Viel Erfolg es vy 73 de Edi DC2NJ

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