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31. 1.

2011

Was muss man über Batterien wissen, damit man das System verstanden hat?

1. Aufbau von Elektroden, Zellen und Batterien


• Räumliche Trennung der Elektroden, um für Elektronen leitenden Pfad innerhalb der
Zelle zu vermeiden (Elektronen dürfen nur durch Last bzw. Ladegerät von einer
Elektrode zur anderen fließen);
Trennung von Ionen- und Elektronenleitung
• hohe Leitfähigkeit der stromleitenden Komponenten;
• gute Ionenleitfähigkeit des Elektrolyten, gute Diffusionseigenschaften;
• hoher Energieunterschied zwischen ge- und entladenem aktiven Material;
• Stabilität der Komponenten unter korrosiven Bedingungen und während der
Umwandlungsprozesse während der Ladung und Entladung;

2. Aktive Massen
• Ge- und entladene aktive Massen (und relevante Eigenschaften im ge- und entladenem
Zustand (Leitfähigkeit und spezifisches Volumen, ggf. chemische Formel für ge- und
entladenem Zustand);
Bie Batterien bleibt sowohl das geladene als auch das entladene Material Bestand der
Elektrode, bei Metall-Luft-Systemen und bei Redox-Flow-Systemen sowie
Brennstoffzellen wird das ge- und entladene Material abtransportiert.
• Notwendiges / gewünschtes Eigenschaftsprofil; Zusätze und
Konstruktionsbedingungen, mit denen das notwendige Eigenschaftsprofil erzeugt
wird;
• Struktur der aktiven Masse und Modellvorstellung zur Leitfähigkeit;
• Veränderungen der Struktur und Eigenschaften beim Laden und Entladen;
• Auflösung, Abscheidung (bei Bleibatterien) und Kristallisationsprozesse
(Spannungssack) sowie
Interkalationsprozesse

3. Elektrochemische Reaktionen
• Einzelelektrodenreaktionen und Summenreaktionen beim Laden, Entladen,
Überentladen, Überladen (Bleibatterien als Beispiel, bei anderen Batterien sind
Überladung und Überentladung nicht existent, schlecht untersucht, etc.!);
• Rekombinationsreaktion und mechanische/konstruktive Sicherstellung der
Rekombination;
• Auflösung/Abscheidung
• Ionenbeweglichkeit/Diffusion, Verfügbarkeit von Reaktanden
• Wovon ist die Gleichgewichtsspannung abhängig (freie Enthalpie; Nernstgleichung –
Konzentration an der Grenzfläche)
• Mischpotential durch parallele Spannungsquellen, die auf unterschiedlichen
chemischen Reaktionen beruhen

4. Strom und Spannung


• Strom/Spannungscharakteristik: Wie ist sie zu erklären (Butler-Volmer-Gleichung
inkl. Diskussion aller Bestandteile der Austauschstromdichte (Fläche, Konzentration
der Reaktanden, Reaktionskonstante, Spannungsdifferenz);
Was steht im Exponenten der BV-Gleichung und was hat das für Konsequenzen bei
Änderung der Spannung und Temperatur?

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• Überspannung (Begriff, einzelne Überspannungen (Diffusion, Ladungstransfer,
Kristallisation);
• Lineare Approximation der BV-Gleichung bei sehr geringem Strom (sehr hoher
Polarisationswiderstand)
• Tafelkurve als Approximation der BV-Gleichung, Geltungsbereich (sobald nur noch
eine Reaktionsrichtung betrachtet werden muss und die Rückreaktion vernachlässigt
werden kann; Ionenverfügbarkeit an der Grenzfläche ist sichergestellt) und
Vereinfachungen (Spannungsabfall über den ohmschen Widerstand ist nicht darin
enthalten; keine Kristallisationsprozesse);
• Welcher Strom fließt bei welcher Spannung, bzw. welche Spannung stellt sich bei
welchem Strom ein? Gründe für Spannungsunterschiede bei Zellen, die in Reihe
geschaltet sind;
• Warum verändern sich die Werte unter konstanten Bedingungen (Strom oder
Spannung wird konstant gehalten) – Am besten unter Verwendung eines
Ersatzschaltbildes, bei dem die Komponenten einzeln aufgeführt sind und die SOC
abhängigen Werte für Widerstand und Gleichgewichtsspannung dargestellt (und
erklärt) werden können:
¾ bei der Entladung
¾ bei der Ladung in der Hauptladephase
¾ bei der Ladung in der Übergangsphase (Übergang von "fast nur" Hauptreaktion zu
"fast nur" Nebenreaktion)
¾ Was machen die einzelnen Elektrodenspannungen
¾ Wie verändert sich die Gleichgewichtsspannung

4. Was passiert bei Änderungen des Stroms/der Spannung


• Kurzfristige Änderungen der Ladungsträgerverteilung bis zur Bildung des neuen
Gleichgewichts.
• Langfristige Prozesse: Ausgleichsströme wegen unterschiedlichem Ladezustand / bei
Bleibatterien auch Säuredichten in verschiedenen Elektrodenbereichen und damit
Entladung eines Teils der Elektrode und Ladung eines anderen Teils)

5. Ersatzschaltbilder
• Einfachstes Ersatzschaltbild (variable Spannungsquelle mit variablem
Innenwiderstand) – schrittweise Aufhebung von simplifizierenden Annahmen bis zu
einem räumlich verteilten Ersatzschaltbild, das für jede/die wichtigsten Komponenten
bzw. Prozesse eine Komponente des Ersatzschaltbildes aufweist.
• Abbildung des dynamischen Verhaltens unter Verwendung von RC-Gliedern; Nutzung
zur Bestimmung des Innenwiderstands / des Ladezustands durch Impedanzmessungen.
WICHTIG: Korrekte Wahl des Ersatzschaltbildes, je nachdem was gefragt wird, was
untersucht werden muss.

6. Ungleichmäßige Stromverteilung
• Gründe (Widerstand der Komponenten, stromabhängiger und von der durchgesetzten
Ladungsmenge abhängiger Widerstand der EMK)
• Auswirkungen (Elektrolytschichtung, selektive Überladung, inhomogener
Masseumsatz und Korrosion)
• Bildung von "Ringströmen", d.h. ohne Stromfluss über die Klemmen werden
Elektrodenbereiche geladen und andere entalden.

7. Wärmeentwicklung

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• Welche Prozesse (Polarisation, ohmsche Erwärmung, reversible Wärme) spielen eine
Rolle, wann dominiert welcher Effekt, wo wird die Wärme lokal frei, wie ist
Leitfähigkeit und Wärmekapazität in einer Zelle auf die verschiedenen Komponenten
verteilt?
• Verhalten von Zellen bei unterschiedlicher Temperatur? Wie werden andere Zellen im
Verbund betroffen, wenn eine Zelle bei Ladung mit konstanter Spannung oder bei
Ladung mit konstantem Strom eine deutlich höhere/niedrigere Temperatur hat?

8. Ladeverfahren
• Beschreibung der Ladeverfahren (IUIa, IUa, IUoU);
• Was passiert beim Übergang in die Nebenreaktion (Steuerung der Kennlinie durch
Grenzwerte, welche Prozesse nehmen zu und welche ab);
• Steuerung der Kennlinie in der Nachladung;
• Ladeschlusskriterien;

9. Schädigende Prozesse
• Bei der Ladung (was ist zu regeln und zu überwachen? – Spannung,
Temperaturentwicklung, Gasungsrate und gesamte Ladungsmenge,
Spannungsdifferenzen der Zellen);
• Bei der Entladung;
• Während des Betriebs ohne Volladung und Zyklisieren im teilentladenem Zustand
• Korrosion (Spaltrisskorrosion), Spannungsabhängigkeit (Landerskurve);

10. Begriffe
• Kapazität, Nenn- /Betriebskapazität, Ladezustand, Tiefentladung, Überentladung,
Spannungsumkehr, Restkapazität, Nutzungsdauer, Stromangaben (Warum ist I5 nicht
das gleiche wie 2 * I10), ...
Spezifische Enerige/Leistung bezieht sich auf das Gewicht (Wh/kg) und Energie-
/Leistungsdichte auf das Volumen (Wh/l)

11. Berechnung des Ladezustands, der Restkapazität im Betrieb


• Methoden (Nur Spannung, Ah-Bilanz ohne/mit Berücksichtigung der
Gasungsspannung, Kombinationen), Annahmen dafür ("konstante" Bedingungen,
Kenntnis der Entladekurve), und Nutzung von Expertenregeln

12. Auslegung einer Batterie und des Ladegeräts dafür


• Welche Betriebsbedingungen
a) Entweder zyklische Belastung (entladen gefolgt von laden)
b) schwankender Leistungsbedarf und Einspeisung
c) Ladeerhaltungsbetrieb
sind für Betrieb wichtig, welche Informationen sind einzuholen und welche
Überlegungen sind dann anzustellen?
• Energiebedarf innerhalb welcher Zeit, Spannungsgrenzen von Lasten und Umrichtern,
Reserven zur Energiebereitstellung und Aufnahme erforderlich, Außentemperatur und
Kühlung
• Wonach bestimmt sich der Lüftungsbedarf?

13. Aufstellung einer Batterie


• Gasung, Sicherheitsüberlegung zur Vermeidung von Explosionen;
Temperaturgleichmäßigkeit;