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8 Die Bindung in

­Molekülen
Wasser, Methan und viele andere flüchtige
Stoffe bestehen aus Molekülen. In diesen Stoff-
teilchen werden Atome durch besonders starke
Kräfte zusammengehalten. Die Ursache für
diese Kräfte sind gemeinsame Elektronen­paare.

Zusatzmaterial 
m32jw5 239

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Wasser – mehr als ein Lösungsmittel
Berge aus gefrorenem Wasser Kristalle aus Eis

B1  Eine Nordpol-Expedition sucht ihren Weg über Eisberge B2  Eiskristalle sehen aus wie Sterne

Auf Bildern von Nordpol-Expeditionen A1  Schwimmt der „Boden“ aus Eis Beobachtet man im Winter bei tiefen
sieht man endlose Eisflächen. Man t­ atsächlich über dem Nordpol? Erkläre Temperaturen Eiskristalle unter der
hat den Eindruck, als befände sich die Beobachtung, dass Eis auf Wasser Lupe, erkennt man viele ver­schiedene
der Fotograf auf festem Land. Heute schwimmt, mithilfe der Dichte. Formen. Gemeinsam haben sie aber
kann man im Sommer immer wieder alle eine sechs­eckige Symmetrie.
A2  Stelle eine Vermutung auf, welche
beobachten, dass die Region um den Diese kann man modellhaft aus dem
Kräfte die Wasser-Teilchen im gefro­renen
Nordpol fast eisfrei ist. Aufbau des Eiskristalls ableiten.
Zustand zusammenhalten.

A3  Du brauchst 12 Wattekugeln. Klebe je


drei zu Drillingen zusammen [B3a]. Zwei
Wasser unter Spannung dieser Drillinge klebst du mit zwei Kugeln
eines anderen Drillings so zusammen,
dass die nicht verklebten Kugeln wie auf
Parallelen liegen [B3b]. Klebe nun zwei
Drillingspaare so zu­sammen, dass ein
sechseckiger freier Raum bleibt [B3c].

Im Wattekugel-Modell entspricht jede


Kugel einem Wasser-Molekül. Würde
man viele der in B3c gezeigten Ein-
heiten hintereinander legen, dann
würde der sechs­eckige Raum zu einer
Röhre. Diese sechseckige Struktur
B4  Tautropfen auf einem Pflanzenstängel B5  Ein Wasserläufer bewirkt die sechseckige Symmetrie
der Eis­kristalle.
Wassertropfen vom Morgentau blei- A4  Recherchiere in diesem Buch zur
ben an Pflanzen­stängeln hängen. Oberflächenspannung des Wassers. Erkläre a) c)
Fällt ein Tropfen ins Wasser, springt die Oberflächenspannung über die Eigen-
manchmal eine Wasser­kugel zurück. schaften der Wasser-Moleküle.
Beobachtet man einen Wasserläufer,
A5  Erstelle eine Skizze zur Anordnung b)
so scheint die Wasseroberfläche wie
der Wasser-Moleküle in einem Wasser­
mit einer dünnen Haut überzogen.
tropfen und beschreibe damit die Anzie-
Ursache für dieses Phänomene ist die hungskräfte, die zwischen den Wasser-
Oberflächen­spannung des Wassers. Molekülen bestehen. B3  Wattekugel-Modell der Eiskristalle

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Wasser als Lösungsmittel Wärme aus Kristallen

B6  Eine Brausetablette löst sich auf

Eine Brausetablette in Wasser


­sprudelt heftig [B6]. Wasser löst die
­Tablette, und in einer chemischen
Reaktion ent­steht Kohlenstoffdi­oxid.
Nimmt man Brause­pulver in den
Mund, geschieht das gleiche. Der
wässrige Speichel dient als „Ver­
mittler“ zwischen den Inhaltsstoffen. B7  Wärmekissen mit Stahlklicker

A6  Informiere dich auf einer Tabletten­ In Apotheken und Sanitätshäusern A8  Lege das Kissen zum Aktivieren in ca.
verpackung und auf einer Brausepulver­ kann man Wärmekissen, wie in B7 60 °C heißes Wasser. Beobachte den In-
tüte über die Inhaltsstoffe. Vergleiche abgebildet, kaufen. Im aktivierten halt. Wenn keine Veränderung mehr zu
Gemeinsamkeiten und erkläre, welche Zustand befindet sich in ihnen eine erkennen ist, lass den Beutel an einem
Eigenschaft des Wassers in beiden Fällen Flüssigkeit und ein Stahlplättchen. ruhigen Ort langsam ab­kühlen. Ordne den
genutzt wird. Vorgängen die Begriffe exotherm und
endotherm zu. Informiere dich über gesät-
A7  Besorge dir ein Wärmekissen und
tigte und übersättigte Lösungen. Ziehe zur
klicke das Stahlplättchen. Beschreibe
Deutung der Vorgänge auch den Begriff
Wasser als Reaktionspartner deine Beobachtungen.
„Kristallwasser“ heran.
Um nachzuweisen, dass es sich bei
einer Flüssigkeit um Wasser handelt,
kann man weißes Kupfersulfat ver-
wenden. Mit Wasser wird das Salz Wasser kann man „ablenken“
blau [B8]. Reibt man einen Kamm aus Kunst-
stoff mit einem Mikrofasertuch und
hält ihn anschließend in die Nähe
eines ganz feinen Wasserstrahls,
beobachtet man, dass der Wasser-
strahl in Richtung des Kammes abge-
lenkt wird [B9]. Dabei darf der Kamm
allerdings nicht nass werden.

A10  Erkläre deine Beobachtung auf


B8  Wasser färbt weißes Kupfersulfat blau Teilchenebene.

A9  Bei diesem Wassernachweis entsteht A11  Der Kamm in B9 ist negativ gela-
Kupfersulfat, welches nun Kristall­wasser den. Beurteile, ob der Wasserstrahl auch
enthält. Früher nannte man es „Kupfervit- von einem positiv geladenen Gegenstand
riol“. Ermittle die Formel für „Kupfervitriol“ abgelenkt würde, und falls ja, in welche
B9  Ein Wasserstrahl wird abgelenkt
und erkläre den Begriff „Kristallwasser“. Richtung.

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8.1  Die Elektronenpaarbindung
Wie im Wasserstoff-Molekül, so werden in
allen Molekülen die Atome durch bindende
Elektronenpaare zusammengehalten.

Das Durchdringen von Elektronenwolken


führt zur Bildung eines bindenden Elektronen­
paars. Die dadurch entstehende Elektronen­
paarbindung hält die Atome im Molekül zu­
sammen.
B1  Wasserstoff besteht aus H2-Molekülen
Bindungsenergie und Bindungslänge.  Bei
Die Stoffteilchen einiger elementarer Stoffe der Bildung des Wasserstoff-Moleküls wird
und vieler Verbindungen sind Moleküle. Energie abgegeben, die Bindungsenergie.
Ein Molekül besteht aus mehreren Atomen. Zur Trennung des Moleküls in einzelne Atome
Welche Kräfte halten die Atome im Molekül muss der gleiche Energiebetrag zugeführt
zusammen? werden. Das Wasserstoff-Molekül ist also ener-
gieärmer und damit stabiler als die beiden
Atomkern mit Wasserstoff.  Die einfachsten Moleküle sind ­einzelnen Wasserstoff-Atome. Bei einem be-
1 Proton aus zwei Atomen einer Atomart aufgebaut. stimmten Abstand der beiden Atomkerne, der
a) Moment- So sind im Wasserstoff-Molekül, dem kleins- ­Bindungslänge R0 , erreicht das Wasserstoff-
aufnahmen ten Molekül, zwei Wasserstoff-Atome mit­ Molekül ein Energieminimum [B3c, unten].
eines einander verbunden. Der Atomkern eines Im Molekül schwingen die beiden Atome
Elektrons,
Wasserstoff-Atoms besteht lediglich aus einem ständig aufeinander zu und voneinander weg,
Proton. Die Atomhülle, der kugelförmige als wären sie durch eine Feder verbunden. Der
b) darge-
stellt als ­Bereich um den Kern, wird von einem Elektron mittlere ­Abstand zwischen den Atomkernen
Elektronen- gebildet. Wegen der ständigen Bewegung des ist nahezu gleich der Bindungslänge R0 .
wolke
Elektrons ist dessen negative Ladung über
B2  Elektronenwolke den gesamten Raumbereich verteilt. Dieser a) Zwei Wasserstoff-Atome nähern sich …
des Wasserstoff-Atoms hat keine scharfe Begrenzung, man spricht
(Modelldarstellung) daher von einer Elektronenwolke [B2].

Die Bildung eines Wasserstoff-Moleküls. 


Nähern sich zwei Wasserstoff-Atome einander b) … immer weiter

an [B3a, oben], durchdringen sich schließlich


ihre Elektronenwolken. Die beiden Elektronen
der Wasserstoff-Atome werden nun von bei-
den Atomkernen gleichermaßen angezogen. c) … bis zur Elektronenpaarbindung
Kalottenmodell
Die Elektronen befinden sich bevorzugt im
Anziehungsbereich beider Atomkerne. Sie
bilden auf diese Weise eine gemeinsame Elek- gemeinsame
Elektronenwolke
tronenwolke, die beide Atomkerne umschließt.
Kugel-Stab-Modell
Die Wasserstoff-Atome werden so durch diese Energie des Moleküls
B3  Modelle des Elektronenwolke zusammengehalten und
Wasserstoff-Moleküls: bilden ein Wasserstoff-Molekül [B3c, oben]. Bindungslänge
Das Kalottenmodell Die Bindung zwischen den beiden Atomen Kernabstand R
zeigt die Form des 0
­Moleküls besonders gut, nennt man Elektronenpaarbindung. Diese a)
Bindung wird auch als Atombindung oder b)
das Kugel-Stab-Modell Bindungsenergie
ist dafür übersichtlicher kovalante Bindung bezeichnet. Die Elektronen- c)
R0
wolke, die im Wasserstoff-Molekül die Atome
Kalotte  von franz. calotte, verbindet, besteht aus zwei Elektronen. Man B4  Die Bildung eines Wasserstoff-Moleküls (oben),
Kuppe, Kugelabschnitt nennt sie bindendes Elektronenpaar. Kernabstand und Energie (unten)

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1.  Die Elementsymbole der miteinander
verbundenen Atome werden aufgeschrieben. H H H – H H2 Wasserstoff-
Molekül
2.  Die Außenelektronen der einzelnen Atome
werden gezeichnet. Um jeden Atomkern herum
denkt man sich vier Elektronenwolken, die zuerst F F F– F F2 Fluor-
mit je einem einzelnen Elektron und dann mit Molekül
maximal zwei Elektronen besetzt werden. Eine
einzeln besetzte Elektronenwolke zeichnet
man als Punkt, eine doppelt besetzte Elektronen-
H F H– F HF Fluorwasserstoff­
wolke als Strich (Elektronenpaar). Molekül
Beispiel: Das Stickstoff-Atom (N) hat fünf
Außenelektronen, drei einzelne Elektronen und
ein Elektronenpaar. O C O O C O CO2 Kohlenstoffdioxid-
Molekül
Ausnahme: In der 1. Periode ist die 1. Schale
bereits mit zwei Elektronen gefüllt. Daher bilden
die beiden Elektronen des Helium-Atoms ein
Elektronenpaar. N N N N N2 Stickstoff-
Molekül
Für die 1. und 2. Periode des Periodensystems
ergibt sich: B6  Formeln und Modelle einfacher Moleküle. Die farbigen Kreise zeigen eine
H He formale Zuordnung der Elektronenpaare zu den Atomen

Li Be B C N O F Ne Mehrfachbindungen.  In vielen Molekülen Valenzstrichformel  ist


sind Atome durch zwei Elektronenpaare eine weitere Bezeichnung
3.  Aus den einzelnen Atomen wird das Molekül für Strukturformeln in der
­verbunden, z. B. im Kohlenstoffdioxid-Molekül Lewis-Schreibweise.
gebildet. Dazu werden je zwei einzelne Außen-
(CO2 , B6).
elektronen zu einem bindenden Elektronenpaar
kombiniert [B6]. Die bindenden Elektronenpaare Man bezeichnet diese Bindung als Doppel­
stehen zwischen den beteiligten Atomen. bindung (Zweifachbindung). Sind drei Elek­
Beispiel: H–H tronenpaare an einer Bindung beteiligt, wie
Die übrigen Elektronenpaare bezeichnet man als z. B. im Stickstoff-Molekül (N2), spricht man
nicht bindende Elektronenpaare.
von einer Dreifachbindung.
B5  Regeln für das Aufstellen von Strukturformeln
Elektronenpaarbindung und Edelgasregel.  Nicht bindende Elektro-
Strukturformeln.  Moleküle stellt man über- Die Edelgasregel (Kap. 7.5) lässt sich auch auf nenpaare werden auch als
freie Elektronenpaare
sichtlich in einer Schreibweise dar, die Gilbert die Elektronenpaarbindung übertragen. Wenn bezeichnet.
Lewis im Jahr 1916 entwickelte. Sie zeigt alle man ein bindendes Elektronenpaar sowohl
Außenelektronen – die bindenden Elektronen- dem einen als auch dem anderen Atom ganz
paare und die nicht an der Bindung beteilig- zuordnet (Kreise in B6), haben alle Atome in
ten. Es gelten die in B5 dargestellten Regeln. B6 Edelgaskonfiguration. Dies gilt auch für
viele weitere Moleküle.
Mit Strukturformeln lassen sich Moleküle
übersichtlich darstellen. Dabei werden In vielen Molekülen kann man jedem Atom
­bindende und nicht bindende Elektronen­ so viele Elektronen zurechnen wie einem
paare als Striche symbolisiert. Edelgas-Atom.

A1  0 Zeichne von den Elementen der 3. Periode A3  $ Erläutere, warum Edelgase aus einzelnen
die Elementsymbole mit Außenelektronen. Atomen und nicht aus Molekülen bestehen.

A2  $ Formuliere wie in B6 gezeigt die Bildung A4  $ Ermittle anhand der Edelgasregel die Struk-
eines Wasser-Moleküls (H2O) und eines Ammoniak- turformel eines Moleküls aus einem Kohlenstoff-
Moleküls (NH3). Atom und mehreren Chlor-Atomen.

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8  Die Bindung in M 243

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8.2  Der räumliche Bau von Molekülen
Stoff a) Methan b) Ammoniak c) Wasser d) Fluorwasserstoff

bindendes freies
109,5° Elektronenpaar Elektronenpaar
Kugel-Stab-Modell der
räumlichen Struktur

104,5°

Molekülstruktur tetraedisch pyramidal gewinkelt linear (gestreckt)


H
Elektronenpaarformel H C H H N H O H F H
H H H

B1  Ableitung von Molekülstrukturen aus der tetraedrischen Anordnung der bindenden und nicht bindenden (freien) Elektronenpaare

Strukturformeln zeigen, welche Atome in Nach dem EPA-Modell stoßen sich die
einem Molekül aneinander gebunden sind ­Elek­tronenpaare eines Moleküls gegenseitig
(Kap. 8.1). Den räumlichen Bau eines Moleküls ab und nehmen größt­mögliche Abstände ein.
kann man aus ihnen jedoch nicht ohne weiteres
ableiten. Schon bei dreiatomigen Molekülen Für die zeichnerische Darstellung ist es oft vor­
sind ver­schiedene räumliche Anord­nungen teilhafter, statt der voluminösen „Elektronen­
denkbar. So findet man beim drei­atomigen paar­wolken“ [B2] die Mole­küle im übersicht­
Wasser-Molekül eine gewinkelte Molekül- licheren Kugel-Stab-Modell darzustellen [B1].
struktur [B1c], die drei Atome im Kohlen­
stoffdioxid-Molekül sind jedoch linear ange- Nicht bindende Elektronenpaare.  Auch Mo-
ordnet [B3]. leküle, die Atome mit nicht bindenden Elek­
Der räumliche Aufbau von Molekülen ist für tronen­paaren enthalten, leiten sich häufig aus
eine ganze Reihe von Eigenschaften der der tetraedrischen Grund­geometrie ab. So
­Stoffe, in denen diese Moleküle vorkommen, befinden sich um das Stick­stoff-Atom im NH3-
bedeutsam. So lassen sich die unterschied­ Molekül vier Elektro­nenpaare, drei bindende
lichen Aggregat­zu­stände von Wasser und und ein nicht bindendes. Diese vier Elektro-
Kohlenstoffdioxid bei Zimmertemperatur nur nenpaare stoßen sich in die Ecken eines Tetra-
erklären, wenn man den Bau ihrer Moleküle eders ab. Die räumliche Anordnung der Atome
kennt. im NH3-Molekül bezeichnet man als dreiseitig
pyramidal [B1b].
Elektronenpaare und Molekülstruktur.  Das Sauerstoff-Atom im H2O-Molekül ist eben­
Ronald J. Gillespie entwickelte 1957 mit dem falls von vier Elektronenpaaren um­geben;
Elektronenpaar-Abstoßungs-Modell (EPA- zwei davon sind bindende und zwei nicht
Modell) eine Modellvorstellung, um diese bindende Elektronen­paare. Auch hier geht
Be­funde zu er­klären. Gillespie nahm an, dass man von einer tetra­edrischen Grundgeomet-
sich die Elektronen­paare im Molekül gegen- rie aus. Betrachtet man nur die Atome, so ist
Tetraeder seitig ab­stoßen. Sie ordnen sich so an, dass das H2O-Molekül ge­winkelt [B1c]. Der Winkel
Elektronenwolke sie den größtmöglichen Abstand voneinander zwischen den Wasser­stoff-Atomen ist etwas
eines Elektronenpaars
ein­nehmen. kleiner als 109,5°, da nicht bindende Elektro-
B2  Vier Elektronen­ nenpaare eine stärker ab­stoßende Wirkung
wolken ordnen sich durch Ein Kohlenstoff-Atom im Methan-Molekül CH4 haben als bindende Elektronenpaare. Die
Abstoßung tetraedrisch [B1a] ist von vier Einfachbindungen umgeben. beiden Elektronen in einem nicht bindenden
an
Bei maximaler Abstoßung ergibt sich die Elektronenpaar können sich breiter ausdeh-
Form eines Tetraeders [B2]. Alle Wasserstoff- nen, weil sie unter dem Einfluss nur eines
Kohlen­stoff-Bindungen bilden daher einen Atomkerns stehen und nicht zwischen zwei
Winkel von 109,5°. Atomkernen „eingeklemmt“ sind.

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Stoff Kohlenstoffdioxid a) Ethan b) Ethen c) Ethin

Kugel-Stab-Modell der
räumlichen Struktur

H H H 120° H 180° 180°


H H H H 180° 180°
HH H120° 120° 180° 180°
Molekülstruktur linear (gestreckt)
109,5° H
109,5°
H C C H
109,5° 109,5°
C C 120°120° H C C
H C 109,5°
C 109,5°
H C CC C 120° H EthinC CH H
180° H HC CC H CH EthinEthin
H H
H
H H H H H
Strukturformel O C O H H Ethen
H H
C — C-Einfachbindung Ethen
Ethen
C   C-Doppelbindung C   C-Dreifachbindung
Ethan
EthanEthan
B3  Gestreckter Molekülbau im CO2-Molekül B4  Kohlenwasserstoff-Moleküle mit Mehrfachbindungen

Mehrfachbindungen.  Im Kohlenstoffdioxid- Für die Strukturformel des CH4-Moleküls


a) Elektronenpaarformel
Molekül besitzt das Kohlenstoff-Atom eben- zeichnet man die bindenden Elektronenpaare
H
falls vier Elektronenpaare. Diese können sich der Atome rechtwinklig an die vier Seiten des
jedoch nicht in die Ecken eines Tetraeders Atomsymbols [B5a]. Mit der Keil-Strich-Formel H C H
abstoßen, da immer zwei Elektronenpaare zu hebt man die tetraedische Umgebung hervor H
einer Doppel­bindung mit einem Sauerstoff- [B5b]. Man denkt sich hier zwei Bindungen in
Atom genutzt werden. Die beiden Elektronen- die Ebene gelegt. Von den anderen beiden b) Keil-Strich-Formel
paare der Doppelbindung stoßen sich ent- kommt dann eine aus der Ebene heraus,
H sie H
H
sprechend in einer geradlinigen Anordnung wird durch einen nach vorn kommenden
H C H Keil C
ab. Das CO2-Molekül ist linear [B3]. Im Kugel- dargestellt, die andere geht in dieHEbene H
H
Stab-Modell werden Mehrfachbindungen hinein, sie wird durch einen nach hinten ge-
gebogen darge­stellt. henden, gestrichelten Keil dargestellt. B5  Verschiedene  
Darstellungen des
Im Ethen-Molekül (C2H4 ) sind die C-­Atome von Keil-Strich-Formeln zeigen die Verknüpfung Methan-Moleküls
drei Elektronenpaar­wolken um­geben, den und die räumliche Anordnung der Atome in
beiden Elektronenpaaren der Doppelbindung einem Molekül.
und zwei Einfachbindungspaaren. Diese stoßen
sich mit einem 120°-Winkel ab. Die Kohlen-
A1  0 Begründe mithilfe des EPA-Modells, warum
stoff-Atome sind dreiseitig eben (trigonal
­planar) [B4b]. Beim Ethin-Molekül (C2H2 ) sind
die vier Chlor-Atome des Tetrachlormethan-Mole-
um die C-Atome nur noch zwei Wolken, ein küls (CCl4 ) nicht quadratisch angeordnet sind.
Einfach­bin­dungspaar und die drei Elektronen-
paare der Dreifachbindung. Diese stoßen sich A2  $ Baue mit dem Molekülbaukasten Modelle
linear mit einem 180°-Winkel ab [B4c]. der folgenden Moleküle: CF4 , H2S, C2H6 , C2H4 . Zeichne
möglichst aus­sagekräftige Strukturformeln.
Im EPA-Modell werden Mehrfachbindungs­
elektronenpaare im Hinblick auf ihre ab­ A3  $ Ein Schüler formuliert für die räumliche
180° 180°
stoßende Wirkung wie Einfachbindungs­ Struktur von Cyanwasserstoff (HCN, Blausäure) die
folgende Erklärung: „Die vier Elektronenpaare um H C N O C
elektronen­paare behandelt.
das Kohlenstoff-Atom sind tetradrisch angeordnet,
B6  Cyanwasserstoff-
weil sich diese Elektronenpaare so optimal absto- Molekül
Keil-Strich-Formel.  Moleküle mit Mehrfach-
ßen.“ Finde den Denkfehler und formuliere eine
bindungen kann man gut zeichnen, da die sachlich zutreffende Aussage mithilfe von B6.
Atome in einer Ebene liegen [B3]. Anders ist
es bei Molekülen mit vier Einfachbindungen, A4  . Vergleiche die Kugel-Stab-Modelle und die
wie z. B. dem Methan-Molekül CH4 , die tetra­ Strukturformeln in B1. Erkläre, welche Informatio-
edrisch um ein Atom angeordnet sind. nen man ihnen jeweils entnehmen kann.

­ olekülen 
8  Die Bindung in M 245

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Exkurs
8.3  Riesenmoleküle aus Kohlenstoff-Atomen
Graphit ist die häufigste Modifikation des
Kohlenstoffs. Graphit ist ein schwarzer, im
Gegensatz zum Diamanten weicher Stoff, der
in kristallinem Zustand glänzt. Sein Name
leitet sich von griech. graphein, schreiben ab.
Er wird in Bleistiftminen verwendet.

Unter dem Raster­elektronenmikroskop (REM)


erkennt man dünne Plättchen [B4], die sich
beim Schreiben bzw. Reiben über Papier ab-
spalten und so eine schwarze Spur hinter­
lassen.

Zur Herstellung von Elektroden und als Schleif-


kontakt in Elektromotoren wird Graphit wegen
B1  Mit riesigen Brenngläsern verbrennt Lavoisier einen Diamanten seiner guten elektrischen Leit­fähigkeit ver­
wendet. In Ruß liegen mikrosko­pisch kleine
Im Jahre 1772 führte der französische Gelehrte Graphitkristalle vor. Ruß dient z. B. als Füllstoff
Antoine Laurent de Lavoisier auf offener für Autoreifen. Als schwarzes Pigment wird
Straße in Paris ein spektakuläres Experiment er als Wimperntusche bzw. Mascara und in
durch. Mit zwei riesigen Brenngläsern fokus­ Tonern von Kopiergeräten und Laserdruckern
sierte er Sonnen­strahlen auf einen Diamanten, eingesetzt.
der sich in einem verschlossenen Glaskolben
befand [B1]. Der Diamant verbrannte, und Die sehr unterschiedlichen Eigenschaften von
B2  Geschliffener es gelang Lavoisier, Kohlenstoff­dioxid als Diamant und Graphit [B5] folgen aus einer
Diamant Verbren­nungs­­produkt nachzuweisen. unter­schiedlichen Anordnung der Kohlenstoff-
Ein Diamant muss demnach aus Kohlenstoff- Atome in den beiden Modifikationen.
Atomen bestehen, wie auch Graphit [B3], der
eben­falls zu Kohlenstoffdioxid verbrennt. Kohlenstoff steht in der IV. Hauptgruppe des
Diamant und Graphit sind zwei Modifikatio­ Periodensystems. Für die C–C-Bindungen in
nen des Elements Kohlenstoff. Diamant und Graphit stehen jedem Kohlen-
stoff-Atom folglich vier Außenelektronen zur
Modifikationen sind elementare Stoffe der­ Ver­fügung. Aus der verschiedenen Anzahl der
selben Atomart. Die Anordnung der Atome ist gebundenen Nachbarn und deren geome­
in den verschiedenen Modifikationen unter­ trischen Anordnung ergeben sich die unter­
schiedlich. Diamant und Graphit sind Modifi­ schiedlichen Modifikationen.
kationen des Elements Kohlenstoff.
B3  Graphit Diamant Graphit
Diamant ist der härteste aller natürlich vor- farblos, durchsichtig, schwarz, glänzend
kommenden Stoffe. Diamanten sind farblos stark lichtbrechend
und leiten den elektrischen Strom nicht. Man sehr hart sehr weich
findet sie im Gestein alter Vulkanschlote und
schwer spaltbar leicht spaltbar
deren Verwitterungsschutt. Nur ein kleiner Teil
dieser Rohdiamanten ist zur Herstellung von keine elektrische gute elektrische
­Leitfähigkeit L­ eitfähigkeit
Schmuckstücken geeignet [B2]. Die meisten
Dichte 3,5 g/cm3 Dichte 2,3 g/cm3
finden als Industriediamanten Verwendung,
z. B. in Bohrköpfen und Schneidwerkzeugen. schmilzt nicht, sondern wan- Sublimationstempe-
delt sich in Graphit um ratur ca. 3650 °C
B4  Graphitplättchen in Diamanten lassen sich unter hohem Druck
einer REM-Aufnahme und bei hohen Temperaturen aus Graphit B5  Eigenschaften von Diamant und Graphit
herstellen.

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a) Diamant b) Graphit c) Buckminster-Fulleren
Kohlenstoff-Atom
abwechselnde
Sechs- und
Schicht aus Fünfringe
gewellter ebenen
Sechsring Sechsringen

schwache
Anziehungskräfte
zwischen den
tetraedrisch Schichten
angeordnete
Bindungen

B6  Strukturen von Diamant, Graphit und Fulleren

Struktur von Diamant und Graphit.  Die vier Das bekannteste Fulleren ist das Buckminster-­
Kohlenstoff-Atome im Diamant sind durch Ein­ Fulleren, ein aus 60 C-Atomen bestehendes
fachbindungen zu einem dreidimensionalen kugelförmiges Molekül. Wie im Graphit hat
Diamant-Gitter verbunden. Jedes Kohlenstoff- auch hier jedes Atom drei Bindungs­partner,
Atom hat eine tetraedrische Umgebung. Wie das vierte Elektron ist über die Kugel­
bei einer Apfelsinenpyramide liegt jedes oberfläche frei beweg­lich [B6c].
Atom einer Schicht in den Lücken der Atome
der vor­herigen Schicht. In dieser Struktur Graphen und Nanotubes.  Beim Versuch,
erkennt man gewellte Sechsringe von immer dünnere Schichten aus Graphit zu
­C-Atomen [B6a]. er­halten, fand man noch eine weitere Modi­ B7  Graphen
fikation des Kohlenstoffs, das Graphen. Die
Das Graphit-Gitter besteht aus übereinander­ Struktur des Graphens entspricht der einer
liegenden ebenen Schichten. Jedes Kohlen­ einzelnen Schicht des Graphit-Gitters [B7]. Die
stoff-Atom hat in einer Schicht drei Nachbarn. Dicke einer Graphen­-Schicht entspricht mit
Die Bindungswinkel zwischen den C-Atomen 0,08 nm dem Durchmesser eines Kohlenstoff-
betragen 120°. Je drei Elektronen eines C- Atoms.
Atoms sind an diesen Bindungen beteiligt. Denkt man sich eine Graphen-Schicht aufge-
Das vierte Elektron ist ähnlich wie bei Metallen rollt, erhält man eine weitere Kohlenstoff-
über die ganze Schicht beweglich, das erklärt Modifikation, die Kohlenstoff-Nanotubes. Es
die gute elektrische Leitfähigkeit des Gra- sind röhren­förmige Moleküle mit Durchmes-
phits. In jeder Schicht liegen ebene Sechsrin- sern zwischen 1 nm und 50 nm. Die Länge der B8  Nanotubes (REM-
ge von C-Atomen. Der Abstand zwischen den Nanotubes reicht von einigen Mikrometern Aufnahme)
Schichten beträgt etwa das Zweieinhalbfache bis zu 20 cm [B8].
des Ab­standes zwischen den Atomen dersel-
ben Schicht. Daher lassen sich die Schichten
recht leicht gegeneinander ver­schieben [B6b]. A1  $ Beschreibe das Experiment von Lavoisier
mithilfe von B9. Ermittle aus dem Versuchs­aufbau,
Fullerene.  1985 gelang es, eine weitere wie Lavoisier nachgewiesen hat, dass der Diamant
Modifi­kation des Kohlenstoffs herzustellen. nur aus Kohlenstoff besteht.
Man nannte die käfig­artigen Moleküle Fulle­
A2  $ Erkläre  a) die unterschiedlichen Dichten
rene, nach dem ameri­kanischen Architekten
sowie  b) die Unterschiede in der elektrischen
Buck­minster Fuller, der durch den Bau von B9  Versuchsaufbau von
Leitfähigkeit von Diamant und Graphit mit ihrem
selbst­tragenden Kuppeln bekannt geworden Lavoisier (zu A1)
Aufbau.
ist. Die aus Fullerenen auf­ge­bauten Stoffe
heißen Fullerite. Bei Zimmer­temperatur sind A3  . Recherchiere im Internet die Entdeckung
sie kristallin, weich und sehr elastisch. des Graphens durch die beiden Physiker André
Geim und Konstantin Novoselov.

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8  Die Bindung in M 247

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Impulse
8.4  Die Struktur von Molekülen – Formeln und Modelle
Keil-Strich-Formel
Bindungen werden in der Lewis-
Schreibweise recht­winklig um das
Atom­symbol ge­zeichnet. Ein Atom ist
aber tetraedrisch aufgebaut. Auf dem
ebenen Papier stellt man den räum­
lichen Bau so dar, dass zwei der vier
Bindungen in die Ebene gezeichnet
werden. Eine dritte wird mit einen Keil
nach vorn aus der Ebene heraus,
B1  Formel für ein Wasser-Molekül die vierte mit einem ge­strichel­ten Keil B3  Atom-Kärtchen in Lewis-Schreibweise
aus der Ebene nach hinten gezeichnet.
Strukturformeln Strukturformeln selbst „bauen“
Ein Wasser-Molekül hat die Formel Stellt man Atome in der Lewis-
H2O. Diese Formel gibt an, aus wie Schreib­weise auf Kärtchen dar, lassen
H
vielen Atomen das Molkül aufgebaut sich auf einfache Weise Struktur­
ist, und wird daher auch Summen­ formeln im Team zusammenbauen.
C H
formel genannt. Eine Strukturformel H
dagegen zeigt, wie die Atome im H
Molekül ange­ordnet und miteinander A3  $ a) Schneidet in Zweiergruppen
verbunden sind. B2  Tetraedische Keil-Strich-Formel aus einem Blatt Papier quadratische
Blättchen mit einer Kantenlänge von
2 cm.
A1  0 Zeichne die Strukturformeln A2  $ Zeichne auf diese Weise die b) Schreibt auf die Blättchen die
dieser Moleküle: N2 , H2O, NH3 , HCl, Strukturf­ormeln von CF4 , NH3 und H2O. Atom­symbole H, C, N, O, F, Cl, Br, I.
H2CO, CF4 , HBr, C2H4 , C2H2 , C2H6 , HCN. Stelle die nicht bindenden Elektro- Notiert um jedes Atom die einzelnen,
nenpaare als Striche dar. ungepaarten Elektronen als Punkte
und die nicht bindenden Elektronen-
So erstellst du eine Strukturformel in der Lewis-Schreibweise: paare als Striche. Von jeder Atomart
sollten mehrere Blättchen vor­handen
Schritt für Schritt Beispiel 1 Beispiel 2 sein.
C:  4. Hauptgruppe N:  5. Hauptgruppe
1. Jedes Atom hat die gleiche Anzahl an H:  1. Hauptgruppe H:  1. Hauptgruppe c) Einer legt ein Blättchen, der ande-
Außenelektronen wie die Haupt­ re legt andere Blättchen so um dieses
gruppen­nummer im Perioden­system. herum, dass sinnvolle Strukturformeln
entstehen.
2. An die vier Seiten des Atomsymbols H
werden zunächst bis zu vier einzelne d) Übertragt die Formeln ins Heft.
H C H H N H e) Lasst die Lehrerin bzw. den Lehrer
Außen­elektronen (Punkte) geschrie-
ben, weitere werden zu nicht binden- H H prüfen, ob eure Strukturformeln
den Elektronenpaaren (Striche) richtig sind.
kombiniert. Tipp: Einfach- und Dreifachbindungen
3. Jedes Atom kann so viele Bindungen entstehen durch Anlegen an die
H
ausbilden, wie es einzelne Außen­ ­Seiten, Doppelbindungen durch An­
elektronen aufweist. H C H H N H legen an die Ecken [B5].
H H
4. Durch die Bildung von Elektronen­paar­
bindungen erreicht jedes Atom eine Methan- Ammoniak-
Edelgaskonfiguration, wenn man ihm Molekül Molekül
(außer den nicht bindenden Elek­
tronenpaaren) auch die bindenden
Elektronenpaare zurechnet.

B4  Regeln für das Erstellen von Strukturformeln B5  Strukturformeln aus Kärtchen

248

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a) 90°

109,5°

b)
109,5°

B6  Elektronenpaarwolken aus Luftballons B8  Eine „Werkbank“ für Moleküle B9  Kugel-Stab-Modell eines CH4-Moleküls

Tetraeder aus Luft und Papier Ein Molekülmodell aus Wattekugeln c) Bohre nun genauso auf der ge­gen­
Durch die Abstoßung der Elektronen­ Allen Modellen für Moleküle aus den über liegenden Seite zwei Löcher
paare im einem CH4-Molekül ergibt Atomen der IV. bis VII. Hauptgruppe [B8b]. Weite die Löcher mit einem
sich eine tetraedrische Anordnung des PSE gemeinsam ist ein tetraedri- Nagel auf, sodass du Zahnstocher
der bindenden Elektronenpaare und sches Zentrum. Mit dieser Kenntnis oder Streichhölzer hinein­stecken
damit auch der Atome in der Verbin- kannst du auch selbst ein Molekül­ kannst.
dung. modell bauen. d) In einem Methan-Molekül sind vier
Wasserstoff-Atome tetraedrisch um
Dazu brauchst du: Wattekugeln (zwei ein Kohlenstoff-Atom angeordnet. Ein
A4  $ Versuche vier von dir aufgebla- Größen z. B.  d = 25 mm oder 20 mm, H-Atom kann nur eine Bindung einge-
sene Luftballons so zu halten, dass d = 15 mm), Zahnstocher, Pappe, hen, man muss also nur ein Loch in
sie ein tetra­edrisches Modell der Schere, größere Stecknadeln, Nagel, eine kleine Wattekugel bohren.
Elektronen­paar­wolken bilden [B6]. Kleber, Winkel­messer, ver­schiedene e) Für das C-Atom färbe eine größere
Farben. Wattekugel mit vier Löchern schwarz.
A5  $ Baue ein Tetraeder aus Pappe Die Kugeln für die H-Atome bleiben
oder Papier. Zeichne dazu ein gleich­ Und so gehst du vor: Um eine tetra­ weiß. Verbinde nun vier kleine weiße
seitiges Dreieck (a = 16 cm) mit edrische Umgebung herzustellen, Kugeln mithilfe von vorher halbierten
Klebel­aschen [B7]. Zeichne zwischen be­nötigt die Wattekugel passende Zahnstochern mit einer schwarzen
den Mittel­punkten der Seiten Verbin­ „Bohrungen“. Kugel zu einem CH4-Molekül [B9].
dungs­linien. Falte die nun entstande-
nen äußeren Drei­ecke nach innen. a) Hierzu wird eine „Werk­bank“ ange­
Verklebe die Kanten. fertigt: Bereite ein Stück Pappe vor, A7  $ Für ein Wasser-Molekül färbe
wie in B8 gezeigt. Der Kreis in der eine größere Wattekugel mit vier
A6  . Stelle mit zwei Tetraeder­ Mitte soll den Durchmesser der Watte­ Löchern rot. Sie stellt das Sauerstoff-
modellen Einfach-, Doppel- und Drei- kugel haben. Schneide ihn aus. Forme Atom dar. Verbinde sie wie oben mit
fachbindungen dar. die vorbereitete Pappe zu einer zwei weißen Kugeln, die die H-Atome
„Werkbank“ und klebe sie auf eine darstellen.
Unterlage auf.
b) Durchbohre eine größere Watte­ A8  $ Stelle auf die gleiche Weise
kugel mit einer Stecknadel und lege ein Modell des Ammoniak-Moleküls
sie wie in B8a gezeigt auf die „Werk- (NH3 ) her. Färbe die Kugel, die das
bank“. Bohre nun mit einer zweiten N-Atom darstellt, blau.
Nadel rechts und links davon zwei
Löcher, die zum Mittel­punkt der Ku- A9  $ Für das einfache Modell des
gel zeigen und mit ihm einen Tetra­ Fluor­wasserstoff-Moleküls (HF )
B7  Ein Tetraedermodell zum Kleben ederwinkel bilden. Drehe die Kugel brauchst du nur eine größere und
um 90°, ohne die Lage der haltenden eine kleinere Kugel. Die größere
Nadel zu verändern. Kugel kannst du grün färben.

­ olekülen 
8  Die Bindung in M 249

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8.5  Die polare Elektronenpaarbindung
Im Fluorwasserstoff-Molekül ist die Elektro­
a) Wasserstoff-Molekül b) Fluorwasserstoff-Molekül
nen­wolke zum Fluor-Atom verschoben [B1b].
Da­durch wirkt das Fluor-Atom negativer auf
andere Moleküle als das Wasserstoff-Atom.
Bindungsachse Die im Molekül vor­handene negative oder
positive Teilladung wird durch die Symbole
d − und d + gekennzeichnet [B1b]. Man spricht
Symmetrieebene
von einer polaren Elektronen­paar­bindung.
d+ d−
H — H H—F
In einer polaren Elektro­nenpaarbindung ist
B1  Symmetrische (a) und unsymmetrische (b) Ladungsverteilung in Molekülen die Ladung unsym­metrisch zwischen den
Atomen verteilt.
Das bindende Elektronenpaar in Molekülen
bildet eine Elektronenwolke, die beide Atom­ Elektronegativität.  Wie groß die Teilladung
kerne umgibt. Die negative Ladung ist zwi- eines Atoms in der gemeinsamen Bindung ist,
schen den beiden Atomkernen konzentriert. hängt von dessen Fähigkeit ab, die gemein­­
Sind die beiden verbundenen Atome von samen Elektronen anzuziehen. So halten sich
der­selben Atomart, ist die Elektronenwolke die Bindungselektronen im Mittel häufiger
sym­metrisch um beide Atomkerne angeord- bei dem Atom auf, dessen Kernladung höher
net. So wirkt z. B. ein Wasserstoff-Molekül ist. Ist die Ladung der Atomkerne der verbun-
[B1a] auf andere Mole­küle wie ein Teilchen denen Atome in etwa gleich, hängt die An­
ohne bevor­zugte Aus­richtung. Die Bindung ziehung auch noch von der Anzahl der Elektro-
B2  Linus Pauling zwischen den Wasser­stoff-Atomen ist unpolar. nenschalen ab, die den Kern von den Bin-
(1901 – 1994) dungselektronen ab­schirmen.
Die polare Elektronenpaarbindung.  Sind
aller­­dings zwei Atome verschiedener Atom­ Um die Fähigkeit eines Atoms, die Bindungs­
arten miteinander verbunden, werden die elektronen anzuziehen, mit anderen Atomen
Bindungs­elektronen von den beiden Atom­ vergleichen zu können, führte Linus Pauling
kernen unter­schied­lich stark angezogen. Die [B2] im Jahr 1932 die Elektronegativität ein.
Ladungsverteilung ist daher unsymmetrisch. Die Elek­tronegativität (EN) eines Atoms wird
durch eine Zahl angegeben. Da von allen
maximale Elektronegativität: EN(F = 4) Atomen das Fluor-Atom die Elektronen einer
< 1,5 1,5 – 1,9 2,0 – 2,9 3,0 – 4,0
Bindung am stärksten anzuziehen vermag,
gab Pauling ihm den höchsten EN-Wert, die
Zahl 4. Sind zwei Atome mitei­nander verbun-
F den, hat das elektronega­tivere Atom die ne-
O 4,0
N 3 ,5 gative Teil­ladung.
ät
ativit C 3,0
roneg Cl B3 zeigt die EN-Werte der Elemente im
Elekt B 2,5 S 3,0
4 2 ,0 P 2,5
Br
Perioden­system. In einer Periode nimmt die
Si ,1
2 H Al 1,8 2 Se 2,8 Elek­tro­negativi­tät von links nach rechts zu, da
1 ,5 As 2,4
2,1 Ge 2,0 I die Kernladung zunimmt. In einer Element-
Ga
0 Be i Cu Zn 1,6 1,8 Sb Te 2,5
1 Li 1,5 o N
1,9 1,6 In Sn 1,9 2,1 At gruppe nimmt die Elektro­nega­tivität von oben
Fe C
1,0 ,8 1,8 Cd 1,8 Po 2,2 nach unten ab, da die Anzahl der abschirmen-
M g C r Mn 1,8 1Rh Pd Ag 1,7 Bi
2 Na
1,2 Ti
V
1 ,6 1,5 Ru 2 ,2 1,9 1,7 Tl Pb 1,9 2,0
0,9 Sc 1,5 1,6 Mo Tc 2,2 2
,2 u
A H g
Pt 2,4 1,9 1,8 1
,8 den Elektronen­schalen zunimmt.
3 Ca b 1,9 Os Ir
K 1,0 1,3 Zr N 1,8 2 ,2 7
0,8 Y 1,6 Re 2,2 2 ,2 16 1
4 Sr 1,3 1,4 Ta W 1,9 3 1 4 15 Gruppen Die Elektronegativität (EN) ist ein Maß für die
Rb 1,0 Hf 1,5 1,7 1
1 12
0,8 La
Ba 1,1 1,3 9 10 1 Fähigkeit eines Atoms, Bindungselektronen
5
Cs 0,9 7 8 anzuziehen. In einer polaren Elektronen­paar­
6
0,7
4 5 6
Perio
de n
2 3 bindung unterscheiden sich die EN der beiden
1
Bindungspartner. In einer unpolaren Elektro­
B3  Periodensystem der Elemente mit EN-Werten nenpaarbindung sind sie gleich.

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Polarität der Bindung – Dipole.  Im Kohlen- a) Kohlenstoffdioxid- b) Methan- c) Fluorwasserstoff- d) Wasser-
stoffdioxid-Molekül (CO2) liegen zwei polare Molekül Molekül Molekül Molekül
d+
Bindungen vor [B4a]. Die elektronega­tiveren H d+
Sauerstoff-Atome (EN = 3,5) tragen je eine d– d+ d– d+ d+ d+ d– H
d– d–
negative Teilladung. Das Kohlenstoff-Atom O C O H C H H F O
(EN = 2,5) trägt die positive Teilladung, deren
H
d+
H d+
Betrag so groß ist wie die beiden negativen
Teil­ladungen zusammen. Obwohl die Bindun-
d+••d– d+••d– d+• •d– d+• •d–
gen im Kohlen­stoffdioxid-Molekül polar sind,
ist es kein Dipol, da der Schwerpunkt der Keine Dipole: Dipole:
Ladungsschwerpunkte fallen zusammen Getrennte Ladungsschwerpunkte
negativen Teilla­dungen mit dem Zentrum der
positiven Teil­ladung zu­sammen­fällt. Dies ist B4  Die Ladungsschwerpunkte entscheiden, ob Moleküle Dipole sind oder nicht
bei allen Mole­külen der Fall, bei denen die
Teil­ladungen symmetrisch angeordnet sind. Polarität und Bindungstyp.  Die Elektronega­ ð, Delta  Der griech.
Auch beim tetraedrischen Methan-Molekül tivität ermöglicht es, für jedes Paar von Ato- Großbuchstabe steht für
die Differenz.
[B4b] fallen der Schwerpunkt der positiven men, das an einer Bindung beteiligt ist, eine
Teil­ladungen der Wasserstoff-Atome (EN = 2,1) Elektro­negativitätsdifferenz (ðEN ) zu berech- Liegen zwei entgegenge-
mit der negativen Teilladung am Kohlen­stoff- nen. Je größer diese Differenz ist, desto setzt geladene Pole vor,
spricht man von einem
Atom (EN = 2,5) zusammen. Das Methan- ­größer ist die Polarität der Bindung: elektrischen Dipol.
Molekül ist kein Dipol.
Beim Fluorwasserstoff-Molekül HF sind die ðEN (Cl2) = 3,0 − 3,0  =  0 Bei der Berechnung von
Ladungsschwerpunkte der Teilladungen von­ ðEN (NaCl) = 3,0 − 0,9  =  2,1 ðEN ist festgelegt, dass
immer der kleinere Wert
einander getrennt. Es ist somit ein Dipol [B4c]. vom größeren ab­gezo­gen
Im Wasser-Molekül sind die Atome gewinkelt Der ðEN-Wert erlaubt eine Zu­ordnung der wird.
angeordnet [B4d]. Der Schwerpunkt der posi- Bindung zu einem Bindungstyp [B5].
tiven Teilladung liegt zwischen den beiden
Wasserstoff-Atomen. Der Schwer­punkt der Je größer die Elektronegativitätsdifferenz
negativen Teilladung liegt beim Sauerstoff- ðEN ist, desto größer ist die Polarität einer
Atom. Deshalb fallen die Schwer­punkte der Bindung. Dadurch lässt sich die Bindung
Teilladungen nicht zusammen. Das Wasser- ­einem Bindungstyp zuordnen.
Molekül ist ebenfalls ein Dipol.

Verbindung NaCl MgCl2 AlCl3 SiCl4 PCl3 SCl2 Cl2


ðEN 2,1 1,8 1,5 1,2 0,9 0,5 0
Bindungstyp Ionen­ Ionenbin- Feststoff: Bindung Polare Unpolare
bindung dung mit Ionencharakter; Elektronenpaarbindung Elektronen-
Schmelze/Dampf: paarbindung
Al2Cl6-Moleküle

zunehmende Polarität der Bindung

B5  Elektronegativitätsdifferenz und Bindungsytypen am Beispiel der Chloride der 3. Periode


Amoniak­Molekül, NH3

A1  0 Erkläre den Begriff der Elektronegativität. A4  $ Zeige mithilfe von B6, dass das freies
Ammoniak-Molekül (NH3 ) ein Dipol ist. Elektronen-

A2  0 Gib die Bedeutung der Symbole d + und


d– paar

d − an. A5  . Im Tetrachlormethan-Molekül (CCl4 ) sind


die Chlor-Atome tetraedrisch um das Kohlenstoff- d+
A3  $ Ordne die Bindungen dieser Moleküle nach Atom angeordnet. Zeichne die Strukturformel des d+

steigender Polarität: N–H, C–H, F–H, O–H. Be- CCl4-Moleküls. Entscheide begründet, ob es sich bei d+
gründe deine Entscheidung mit ðEN-Werten. dem Molekül um einen Dipol handelt.
B6  NH3-Molekül

­ olekülen 
8  Die Bindung in M 251

756060_K08.indd 251 08.11.2018 15:35:45


8.6  Wasser – Molekülbau und Eigenschaften

Wasserstoff-
brücken
H
O H

d+
d+
d–

B1  Eisberge schwimmen im Meer B4  Wasserstoffbrücken zwischen Wasser-Molekülen

Wasser ist ein außergewöhnlicher Stoff. Im Wasserstoffbrücken.  Die hohe Siedetempe-


festen Zustand hat es eine geringere Dichte ratur des Wassers deutet darauf hin, dass der
als im flüssigen, Eisberge schwimmen im Zusammenhalt zwischen den Wasser-Molekü-
Meer [B1]. Obwohl seine Moleküle sehr klein len außergewöhnlich groß ist. Zwischen
sind, siedet Wasser erst bei 100 °C. Wasser ­einem Wasserstoff-Atom eines Moleküls und
löst Salze und Stoffe mit polaren Molekülen. dem Sauerstoff-Atom eines anderen Moleküls
Diese Eigenschaften des Wassers lassen sich besteht eine starke Anziehung, die man als
mit dem Bau seiner Moleküle erklären. Wasserstoffbrücke (H-Brücke) bezeichnet.

Das Wasser-Molekül als Dipol.  Im Wasser- Jedes Wasser-Molekül kann zwei Wasserstoff­
Molekül sind zwei Wasserstoff-Atome mit brücken zu Nachbarmolekülen bilden. Dabei
einem Sauerstoff-Atom verbunden. Die Elek­ geht jeweils ein Wasserstoff-Atom eine Wech-
tronegativitätsdifferenz der stark polaren selwirkung mit einem nicht bindenden Elek­
O–H-Bindung beträgt  ðEN = 1,4.  Dabei liegt tronenpaar eines Sauerstoff-Atoms ein [B4].
die negative Teilladung beim Sauerstoff-Atom, Wasserstoffbrücken werden ständig gelöst
die positive Teilladung beim Wasserstoff-Atom und mit anderen Molekülen neu gebildet.
[B3]. Da das Wasser-Molekül gewinkelt ist, ist
die Seite des Sauerstoff-Atoms negativ, die Auch andere Moleküle, an deren polaren
Seite der beiden Wasserstoff-Atome ­positiv Bindungen Wasserstoff-Atome beteiligt sind,
B2  Schneekristall geladen. Moleküle wie das Wasser-Molekül, können Wasserstoffbrücken bilden, z. B. Fluor-
die zwei unterschiedlich geladene Seiten wasserstoff-Moleküle (HF) und Ammoniak-
haben, bezeichnet man als Dipole (Kap. 8.5). Moleküle (NH3).
Die positiven und die negativen Seiten der
Dipole ziehen sich an, sie üben Kräfte aufein- Wasserstoffbrücken sind starke Wechsel­
ander aus. wirkungen zwischen den polaren Bindungen
Wechselwirkungen  Andere Je polarer die Bindung, je größer also die der Moleküle von Wasserstoff-Verbindungen.
Bezeichnung für Kräfte. EN-Differenz, desto stärker sind die Kräfte.
Dieser Begriff betont, dass
Kräfte gegenseitig aus­ Ist ein Wasserstoff-Atom an einer polaren Wasser im festen Zustand – Eis.  Die regel-
geübt werden, z. B. vom Bindung beteiligt, wie beim Wasser-Molekül, mäßige Form von Schneekristallen gibt einen
einen Dipol auf den sind die Kräfte zwischen den Molekülen Hinweis darauf, dass die Wasser-Moleküle im
­anderen und umgekehrt.
Zwischenmolekulare ­besonders stark. Eis regelmäßig angeordnet sind [B2]. Die
Kräfte bezeichnet man Wasser-Moleküle bilden ein Kristallgitter, in
oft auch als Wechsel­ dem jedes Sauerstoff-Atom tetraedrisch von
wirkungen. d– d–
vier Wasserstoff-Atomen umgeben ist. Zwei
O O O dieser Wasserstoff-Atome sind über Elektronen-
H H H H H H paarbindungen mit dem Sauerstoff-Atom
d+ d+ d+ d+ verbunden, die beiden anderen über Wasser-
stoffbrücken. Sie gehören zu benachbarten
B3  Das Wasser-Molekül ist ein Dipol Wasser-Molekülen.

252

756060_K08.indd 252 08.11.2018 15:35:46


Der Abstand zwischen den Sauerstoff- und Wasserstoff- Blick von
Wasserstoff-Atomen in einem Wasser-Molekül brücken „oben“
ist geringer als der O-H-Abstand einer Was-
serstoffbrücke. Die tetraedrische Umgebung
eines Sauerstoff-Atoms ist daher verzerrt. Das
Kristallgitter im Eis ist weitmaschig. Es hat
Blick von
durchgehende Hohlräume von sechseckigem „vorne“
Querschnitt [B5]. Wegen dieser Struktur hat
Eis eine geringere Dichte als Wasser und
schwimmt auf diesem. Man bezeichnet dieses Wasser-
Molekül
Phänomen als Dichteanomalie des Wassers.
Schmilzt das Eis, lösen sich die Wasserstoff-
brücken, und das Kristallgitter bricht zusam- B5  Molekülgitter von Eis. Es entstehen sechseckige Hohlräume
men. Die Zahl der Hohlräume nimmt ab, die
Dichte des Wassers nimmt zu. Auch im flüssi- Dipol-Dipol-Kräfte.  Auch Moleküle mit pola-
gen Wasser existieren zunächst noch Bruch- ren Bindungen, an denen keine Wasserstoff-
stücke des Eisgitters, sie werden mit zuneh- Atome beteiligt sind, üben Kräfte aufeinander
mender Temperatur weniger. Oberhalb von 4 °C aus. Wenn die Teilladungen unsymmetrisch
nimmt die Dichte des Wassers wegen der stär- angeordnet sind, liegen permanente Dipole
ker werdenden Molekülbewegung wieder ab. vor (Kap. 8.5). Zwischen ihnen wirken Dipol- Keesom-Kräfte  Andere
Dipol-Kräfte. Bezeichnung für Dipol-
Dipol-Kräfte
Die Oberflächenspannung des Wassers.  Die Ein Beispiel ist das Kohlenstoffmonooxid-
Oberfläche eines mit Wasser gefüllten Glases Molekül (CO). Kohlen­stoffmonooxid siedet bei
lässt sich über den Rand hinaus vergrößern, – 192 °C, d. h., es ist bei Zimmertemperatur
wenn man vorsichtig weitere Tropfen hinzu- gasförmig. Wasser siedet bei 100 °C; es ist bei
gibt [V1]. Die Wasseroberfläche scheint mit Zimmertemperatur flüssig. Die Dipol-Dipol- Teilchen an der
einer Haut umgeben. Auch dieses Phänomen Kräfte zwischen CO-Molekülen müssen also Grenzfläche
lässt sich mit den Wechselwirkungen zwi- wesentlich schwächer sein als die Wasser-
schen den Wasser-Molekülen erklären. Im stoffbrücken zwischen H2O-Molekülen. Ähn­
Innern der Flüssigkeit werden Wasserstoff­ liches gilt auch für andere Moleküle; Dipol-
brücken nach allen Seiten ausgebildet. Mole- Dipol-Kräfte sind i. d. R. schwächer als Wasser- resultierende
Kraft
küle an der Oberfläche werden allerdings nur stoffbrücken. Beide Wechselwirkungen zählt
zum Inneren der Flüssigkeit gezogen. Da sie man zu den zwischenmolekularen ­Kräften. Teilchen im Innern
der Flüssigkeit
diesem Zug wegen der dort schon vorhan­
denen Moleküle jedoch nicht folgen können, Zwischen polaren Molekülen können Dipol- B6  Kräfte zwischen
erscheint die Oberfläche wie eine gespannte Dipol-Kräfte wirken. Diese und die Wasser­ den Wasser-Molekülen
elastische Haut [B6]. stoffbrücken sind zwischenmole­kulare Kräfte. verursachen die Ober­
flächenspannung

V1  Fülle ein Reagenzglas bis zum Rand mit A2  $ Erkläre die Beobachtung, dass Wasser auf
­ asser. Füge mithilfe einer Pipette vorsichtig
W wasserabweisenden Oberflächen kugelige Tropfen
­weitere Wassertropfen hinzu. Erkläre das Phäno- bildet [B7].
men, das du beobachtest.
A3  0 Nenne zwei zwischenmolekulare Kräfte und
V2  Erhitze vorsichtig ein Stück Kerzenwachs, bis beschreibe sie.
etwa die Hälfte der Wachsportion geschmolzen ist.
Wiederhole den Versuch mit einem Stück Eis. A4  $ Ermittle ðEN in der CO-Bindung.
­Erkläre deine Beobachtungen mit der Dichte­ B7  Kugeliger Wasser-
A5  . Im Mikrowellenherd absorbieren H2O-Mole­
tropfen
anomalie des Wassers.
küle Mikrowellenstrahlung. Recherchiere, welche
A1  0 Erläutere die Vorgänge beim Schmelzen Eigenschaft der H2O-Moleküle die Voraussetzung
von Eis auf der Molekülebene. für die Absorption von Mikrowellenstrahlung ist.

­ olekülen 
8  Die Bindung in M 253

756060_K08.indd 253 08.11.2018 15:35:47


8.7  Wasser als Lösungsmittel
Gitter an, um­hüllen all­mäh­lich die Ionen und
bewirken so deren Trennung vom Gitter [B2].
Man bezeichnet diesen Vorgang als Hydrata­
tion. Ionen, die an den Kanten und Ecken des
Wasser-Moleküle Kristall­gitters sitzen, werden be­son­ders leicht
abgelöst. Auf diese Ionen wirken geringere
Gitterkräfte als auf die Ionen im Innern des
Kristalls.
In der Lösung besitzen alle Ionen eine Hülle
aus Wasser-Molekülen, eine Hydrathülle [B3].
B1  Mineralwasser enthält gelöste Stoffe Um ein hydratisiertes Ion zu kenn­zeichnen,
Chlorid-Ion Natrium-Ion setzt man hinter seine Formel das Zeichen
Mineralwasser ist Grundwasser, das viele Erd­­ „(aq)“ (von lat. aqua, Wasser). Man schreibt
schichten durch­strömt hat und dabei Mineral­ z. B. Na+(aq) oder Cl−(aq).
salze und Kohlen­stoffdioxid gelöst hat. In
natür­lich vorkommendem Wasser sind immer Den Lösungsvorgang kann man als Reaktions-
Salze oder Gase gelöst. Wasser ist ein geeig- gleichung schreiben:
netes Lösungsmittel für viele Stoffe, die aus
Lösen in Wasser
polaren Molekülen oder Ionen aufgebaut sind. NaCl(s)    Na+(aq)  +  Cl−(aq)

Das Lösen eines Salzes.  Beim Lösen von Wird ein Salz in Wasser gelöst, so erhält man
Natriumchlorid in Wasser trennen die Wasser- von Wasser-Molekülen umgebene einzelne
Moleküle die Ionen des Salzes von­einander. Ionen des Verbandes. Man nennt diesen Vor­
Sie werden damit im Lösungsmittel Wasser gang Hydratation.
frei beweglich. Wasser-Moleküle sind polar:
Die Wasserstoff-Atome tragen eine positive Wasser löst auch molekulare Stoffe.  Wasser-
Teilladung (Kap. 8.6), das Sauer­stoff-Atom Moleküle können sich nicht nur an Ionen,
hat eine negative Teilladung. Daher sind die son­dern auch an Moleküle mit polaren Bin-
Wasser-Moleküle in der Lage, die starken dungen anlagern. So können sich auch Kohlen­­
An­zie­hungskräfte, die im Innern eines Natrium­ stoff­dioxid oder Zucker in Wasser lösen. Man
chlorid-Kristalls zwischen den Ionen wirken, sagt auch „Ähnliches wird von Ähnlichem
zu über­winden. gelöst“ oder wie es schon bei den Alchemis-
Der Vorgang läuft in mehreren Schritten ab. ten hieß: „Similia similibus solvuntur“.
Zunächst werden die Wasser-Moleküle von
den positiven und negativen Ionen des Kris-
tallgitters angezogen. Sie lagern sich am A1  0 Beschreibe die in B2 dargestellten Vor­
gänge beim Lösen von Natriumchlorid in Wasser.

A2  $ Erläutere, warum Wasser-Moleküle in der


Lage sind, sowohl positiv als auch negativ geladene
Ionen zu umhüllen.

A3  $ Gib an, was mit dem Begriff Hydratation


ausgedrückt wird. Erläutere die Bedeutung des
+ Zeichens „(aq)“.

A4  . Verdeutliche mithilfe einer Skizze den


­Lösungsvorgang beim Lösen eines Stoffes, der aus
Dipolen besteht, in Wasser. Stelle die Dipole und
B2  Lösungsvorgang die Wasser-Moleküle als Pfeile dar, die Pfeil­spitze
von Natriumchlorid in ist der negative Pol.
Wasser im Modell B3  Natrium-Kation in einer Hydrathülle im Modell

254

756060_K08.indd 254 08.11.2018 15:35:49


Exkurs
8.8  Energie beim Lösen von Salzen
Beim Lösen von Salzen in Wasser kann man Energie Energie
häufig eine Temperaturänderung fest­stellen. Li+ + Cl–
Einige Salze lösen sich unter Er­wär­men, ande-
K+ + Cl–
re unter Abkühlung.
Gitter- Hydrata-
energie tions- Gitter- Hydrata-
Lösen von Salzen unter Erwärmen.  Löst man energie energie tions-
wasserfreies Calciumchlorid in Wasser, stellt K+(aq) + energie
Li+Cl–(s)
Cl–(aq)
man einen starken Anstieg der Temperatur Lösungs- Lösungs-
fest [V1]. Offensichtlich wird bei der Hydrata­ wärme wärme
tion, der Bildung hydratisierter Ionen, mehr Li+(aq) + Cl–(aq) K+Cl–(s)
Energie frei, als für das Herauslösen der Ionen
aus dem Ionengitter aufgewendet werden B1  Hydratations- und Gitterenergie beim Lösen von B2  Weißes Kupfer­sulfat
muss. Diese Energie bezeichnet man als Lithiumchlorid und Kaliumchlorid in Wasser wird bei Wasserzugabe
Hydratations­energie. Die Energie, die aufge- blau
wendet werden muss, um ein Ion aus dem Salzhydrate.  Erhitzt man eine Salzlösung,
Kristallgitter abzu­trennen, muss dem Betrag ver­dampft das Lösungsmittel Wasser und das
nach mindestens so groß sein, wie die Energie, Salz bleibt zurück. Bei einigen Salzen verlie-
welche die Ionen im Gitter zusammenhält, ren die Ionen jedoch ihre Hydrathülle nicht
die Gitterenergie. Ist der Betrag der Hydrata­ vollständig. Ein Teil der Wasser-Moleküle wird
tionsenergie größer als die Gitterenergie, in das Kris­tall­gitter eingebaut. Es entstehen
erfolgt eine Abtrennung unter Energieabgabe Salzhydrate.
[B1, links]. Man spricht von einem exother­
men Lösungsvorgang. So kristallisiert aus einer Kupfersulfat-Lösung,
die durch die hydratisierten Kupfer-Ionen blau B3  Blaue Kupfersulfat-
Lösen von Salzen unter Abkühlen.  Löst man er­scheint, Kupfersulfat-Pentahydrat aus [B3]. Kristalle
Kaliumchlorid in Wasser, stellt man eine Ab­ In dem blauen Salz sind pro Kupfersulfat­
kühlung fest [V1]. In diesem Fall wird die einheit fünf H2O-Moleküle im Kristallgitter vor­­
Gitter­energie nicht vollständig von der Hydra­ handen: CuSO4 · 5 H2O, sprich Kupfersulfat mit
tation aufgebracht. Den fehlenden Anteil 5 H2O. Diese Wasser-Moleküle sind im Gitter
liefert die thermische Energie des Wassers, nicht so fest gebunden wie die Kupfer- und
das sich da­durch abkühlt. Hier findet ein endo­ Sulfat-Ionen. Sie lassen sich durch Erhitzen
thermer Lösungsvorgang statt [B1, rechts]. des Salzes aus dem Gitter herauslösen. Zurück
bleibt das „wasser­freie“ und weiße Salz [B4].
Gitterenergie und Löslichkeit.  Ist die Gitter­
energie dem Betrage nach viel größer als die B4  Erhitzen von  
Hydratationsenergie, ist die Löslichkeit eines V1  Fülle in je ein Reagenzglas 0,5 cm hoch blauem Kupfersulfat. Im
Salzes gering. Die verschiedenen Gitter­­ a) Calciumchlorid 7,  b) Kaliumchlorid,  c) Natrium­ Reagenzglas konden-
chlorid. Gib in jedes Reagenzglas 3 cm hoch Wasser siert oben Wasser
energien sind die Ursache für die unterschied­
lichen Löslichkeiten der Salze. Beim Lösen mit bekannter Ausgangstemperatur. Be­stimme die
von Salzen in Wasser ergibt sich je nach Temperaturänderung und erkläre die Unterschiede. Betrag  Der Betrag |x|
eines Wertes x ist der
A1  0 Beschreibe die Lösungs­vorgänge in B1.
­Betrag der Hydratations- und Gitterenergie
betreffende Wert ohne das
der in B5 gezeigte Zusammenhang. Vorzeichen.
Gib an, welcher Vorgang exotherm und welcher
Beispiel:  |− 5| = 5
endo­therm abläuft.
Lösungsvorgang ohne Temperaturänderung
Hydratationsenergie = Gitterenergie A2  $ Wasserfreies Calciumchlorid wird als Trock­­
Exothermer Lösungsvorgang: nungs­­mittel für feuchte Räume eingesetzt. Er­läu­
!​ Hydratationsenergie !​ > ​! Gitterenergie !​ tere seine Trocknungseigenschaft und ver­wen­de
die Begriffe Hydratationsenergie und Gitterenergie.
Endothermer Lösungsvorgang:
!​ Hydratationsenergie !​ < ​! Gitterenergie !​ A3  . Beim Lösen von Natriumchlorid tritt keine
B5  Temperaturänderung beim Lösen von Salzen Temperaturänderung ein. Erkläre.

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8  Die Bindung in M 255

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Praktikum
8.9  Kristallisationswärme

Gebrauchsanleitung

Aktivieren: Fasse das im Beutel befindliche Metallplättchen mit Daumen und Zeige­finger
beider Hände an und biege es leicht hin und her. Der flüssige Inhalt beginnt zu kristallisieren

Reaktivieren: Lege den Beutel etwa 6 Minuten in kochendes Wasser, bis der Inhalt flüssig
geworden ist. Lass den Beutel abkühlen. Er ist nun für weitere Einsätze als Taschenofen bereit.

Bitte beachten: Zum Reaktivieren keinen Mikrowellenherd benutzen!


B1  Handelsübliche Taschenwärmer mit
Stahl-Clicker

V1  Kristallisationswärme von V2  Herstellung eines Wärmekissens


­Natriumacetat
Material: d) Lege den Beutel so lange in ko-
Hinweis: Natriumacetat ist ein Salz Plastikbeutel, Folienschweißgerät chendes Wasser, bis das Natrium­
der Essigsäure. (oder Bügeleisen), 2 Blätter Papier, acetat-Hydrat flüssig geworden ist
leere Getränkedose, Schere, Thermo­ (etwa 5 – 10 Minuten) [B2].
Material: meter, Waage, Natriumacetat-Hydrat e) Lass den Beutel langsam abküh-
Reagenzglas, Reagenzglasgestell, (CH3COONa · 3 H2O), Stoppuhr len. Der Inhalt soll flüssig bleiben.
Becherglas, Thermo­meter, Waage, Falls doch Kristalle erscheinen, muss
Natriumacetat-Hydrat Durchführung: der Beutel nochmals in kochendes
(CH3COONa · 3 H2O), Wasserbad a) Fertige aus einem Plastikbeutel Wasser gelegt werden.
mit einem Bügeleisen (Einstellung f) Knicke das im Beutel eingeschlos­
Durchführung: „Seide“, 2 – 3 Sekunden Andrück­zeit) sene Metallplättchen einige Male hin
a) Gib in ein Reagenzglas 5 g Natri- oder mit einem Folienschweiß­gerät und her, um die Kristallisation auszu­
umacetat-Hydrat und einige Tropfen einen Beutel von 8 cm Kanten­länge. lösen.
Wasser. Stelle das Rea­genz­glas in ein Um ein Ankleben am Bügel­eisen zu
auf 50 °C erwärmtes Wasserbad, da- ver­meiden, wird der zu schweißende Aufgabe:
mit sich das Salz löst. Achte darauf, Bereich zwischen zwei Papierblätter Beobachte den Vorgang der Kristal­
dass alles Natrium­acetat-Hydrat ge- gelegt. Sie werden anschließend lisation und miss mithilfe eines Ther­
löst wird. ent­fernt. mometers die Temperaturänderung
b) Stelle das Reagenzglas in das b) Schneide aus dem Blech der [B3]. Stelle deine Ergebnisse in einem
Reagenzglasgestell, damit die Flüssig- ­Getränkedose eine Kreisfläche mit Zeit-Temperatur-Diagramm dar.
keit langsam auf Zimmertem­pe­ratur einem Durchmesser von 2,5 cm aus
abkühlen kann. Bilden sich während und entferne mit Schmirgelpapier
des Abkühlens erneut Kristalle, muss sorgfältig scharfe Kanten. Ritze in
der Reagenzglas­inhalt wieder im der Mitte zwei gewinkelte Kerben ein
heißen Wasserbad gelöst werden. und drücke mit dem Daumen eine
c) Gib nun einige Kristalle Natrium­ Wölbung hinein. Es entsteht ein unter
acetat-Hydrat zu der Lösung. mechanischer Spannung stehendes
Metallplättchen („Knack­frosch“, Stahl-
Aufgabe: Clicker).
Beobachte die Vorgänge im Rea­genz­ c) Gib in den Beutel 30 g Natrium­
glas und nimm die Tempera­tur­ acetat-Hydrat, 3 ml Wasser und das
änderung mit der Hand wahr. Deute Metallplättchen. Drücke die Luft aus B2  Herstellung eines B3  Messung der
die Beobachtungen. dem Beutel und schweiße ihn mit Wärme­kissens Temperaturänderung
dem Folienschweißgerät oder dem
Bügel­eisen zu.

256

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Impulse
8.10  Gruppenpuzzle – die Bindung zwischen Atomen
1. Runde: Expertengruppen

2. Runde: Unterrichtsgruppen

B1  Eine Expertengruppe bei der Arbeit B3  Gruppenpuzzle als Schema dargestellt

Für den Einzelnen ist es schwierig, melten Informationen an die Unter- Experten informieren andere
sich in kurzer Zeit über ein komplexes richtsgruppen verwenden. Sie dienen
Thema selbst zu informieren. Man euch dann als „roter Faden“ damit ihr 1 Aus den Expertengruppen verteilt
kann sich die Arbeit erleichtern, wenn nichts vergesst. Es bietet sich an, die sich jeder in eine neue Unter-
man das Thema aufteilt und in Grup- Aufgaben auch auf farbige Kärtchen richtsgruppe [B4].
pen bearbeitet [B1]. Geteilte Arbeit zu notieren und eine knappe Antwort
vervielfältigt das Wissen. auf der jeweiligen Rückseite zu ver- 2 In der neuen Gruppe ist jeder
fassen [B2]. Und so funktioniert das Experte für eines der Teilthemen.
In diesem Gruppenpuzzle sollt ihr Gruppenpuzzle Schritt für Schritt:
euch in drei Gruppen mithilfe des 3 Jeder Experte unterrichtet nun
Buches zu Experten beim Thema In der Gruppe zum Experten werden die anderen Experten in seinem
„Die Bindung zwischen Atomen“ aus- Thema, sodass schließlich alle von
bilden. Anschließend formiert ihr 1 Die Klasse wird in Expertengrup- allen profitieren.
euch neu zu Unterrichtsgruppen und pen eingeteilt, in diesem Beispiel
unterrichtet eure Mitschülerinnen sind es drei Gruppen. Wenn man 4 Als Abschluss des Gruppenpuzzles
und Mitschüler, die in den anderen möchte, kann man jede Gruppe dokumentiert jede Gruppe ihre
Themen Experten sind. mit farbigen Mützen oder Arm- Ergebnisse auf einem Plakat.
Die Aufgaben und Fragen auf der bändern kennzeichnen [B3].
nächsten Seite sollen euch zum einen
helfen, das notwendige Wissen anzu- 2 Jede Gruppe bearbeitet die
eignen, zum anderen könnt ihr sie ­Auf­gaben zu einem bestimmten
zum für die Weitergabe der gesam- Teilthema.

Thema 1 / A2 3 Jeder in dieser Gruppe recher-


Was versteht ma
chiert im Buch, liest Texte und
n unter der
„gemeinsamen
Elektronenwolk
e“
sucht eventuell auch in anderen
zweier Wassersto
ff-Atome?
/ A3
Informationsquellen. Jeder macht
Thema 2
ektronen
- sich Notizen.
kurz das El von
Formuliere l
bsto ßu ngs-Model
Thema 3 / A3 paar -A

en Verhäl
tnisse wie
in Gillespie. 4 Nach dem Sammeln von Informa-
Die gleich H)
Molekül (C 2 2
A2 liegen
im Et hi
e
n-
Strukturfo
rmel. tionen ist es wichtig, die Meinung
hn e di
vor. Zeic
der anderen zu hören. Besprecht
die Ergebnisse in eurer Experten- B4  Die Experten finden sich zu einer neuen
B2  Aufgaben und Antworten auf Kärtchen gruppe. Unterrichtsgruppe zusammen

­ olekülen 
8  Die Bindung in M 257

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Impulse

Thema 1 Thema 2 Thema 3


Die Bindung in Molekülen Der räumliche Bau von Molekülen Bindung zwischen Kohlenstoff-Atomen

A1  Beschreibe die Verteilung der A1  Erläutere, warum erst bei Molekülen A1  Baue zwei Tetraeder aus Pappe oder
­ ega­tiven Ladung im Wasserstoff-Atom.
n mit mehr als zwei Atomen die räumliche Papier (vgl. Kap. 8.4, B7 ).
Wodurch kommt sie zustande? Anordnung der Atome eine Rolle spielt.
A2  Im Stickstoff-Molekül sind zwei Stick-
A2  Was versteht man unter der A2  Schreibe Beispiele für lineare und stoff-Atome miteinander verbunden. Das
„­gemeinsamen Elektronenwolke“ zweier gewinkelte Strukturen auf. Auf die Stickstoff-Atom besitzt aber drei Bindungs-
Wasserstoff-Atome? ­korrekte Verteilung der Elektronenpaare möglichkeiten. Erkläre, wie man sich die
musst du hier keine Rücksicht nehmen. Bindung hier vorstellen kann. Nimm deine
A3  Erläutere den Begriff „bindendes beiden Tetraeder zur Hand: Drei Ecken
Elektronenpaar“. A3  Formuliere kurz das Elektronenpaar- stehen für eine Bindung zur Verfügung,
Abstoßungs-Modell von Gillespie. die vierte Ecke hältst du in der Hand.
A4  Moleküle lassen sich anschaulich als
Strukturformeln darstellen. Diese Art der A4  Fasse vier mäßig aufgeblasene Luft- A3  Die gleichen Verhältnisse wie in A2
Darstellung bezeichnet man auch Lewis- ballons an den Enden zusammen. Benen- liegen im Ethin-Molekül (C2H2) vor. Zeichne
Schreibweise. Zeichne die Formel für das ne das Modell, das entsteht. die Strukturformel.
Wasserstoff-Molekül (H2) in der Lewis-
Schreibweise. A5  Erkläre mit dem Tetraedermodell A4  Warum sind die Atome im Ethin-
die Struktur des Ammoniak- und des Molekül, in dem die Kohlenstoff-Atome
A5  Erläutere die Begriffe „Bindungs­ ­Wasser-Moleküls (NH3 und H2O). durch eine Dreifachbindung verbunden
energie“ und „Bindungsabstand“. sind, nach dem Tetraedermodell linear
A6  Baue ein Tetraeder aus Pappe oder angeordnet?
A6  Beschreibe die Anordnung der Papier (vgl. Kap. 8.4, B7 ). In der Unter-
­ lektronen in den Atomen der Elemente
E richtsrunde sollte jedes Mitglied deiner A5  Erläutere die Verhältnisse der
der zweiten Periode. Gruppe solch ein Tetraeder haben. ­Doppelbindung im Ethen-Molekül (C2H4)
am Tetraedermodell. Zeichne die Struktur-
A7  Zeichne die Strukturformeln der A7  Mach dir mithilfe dieses Tetraeders formel.
­ asserstoff-Verbindungen der Elemente
W die Strukturen des Methan-Moleküls (CH4),
Kohlenstoff (C), Stickstoff (N), Sauerstoff des Ammoniak-Moleküls (NH3), des A6  Erläutere die Struktur des Ethan-
(O) und Fluor (F). ­Wasser-Moleküls (H2O) und des Fluor­ Moleküls (C2H6) am Tetraedermodell.
wasserstoff-Moleküls (HF) klar. Jedes
A8  Erläutere den Unterschied zwischen Tetraeder stellt ein Atom (nicht Wasser- A7  In einem Kugel-Stab-Modell werden
bindenden und nicht bindenden (freien) stoff) dar. Der Atomkern befindet sich die Verbindungslinien vom Mittelpunkt
Elektronenpaaren. im Mittelpunkt des Tetraeders, die vier des Tetraeders zu den Ecken durch Stäb-
Elektronenwolken an den Ecken. chen dargestellt. Baue für alle drei Kohlen-
A9  Verdeutliche die Edelgasregel an den wasserstoff-Moleküle aus A3, A5 und A6
Formeln der Verbindungen aus A7. A8  In einem Kugel-Stab-Modell werden die Strukturmodelle.
die Verbindungslinien vom Mittelpunkt
des Tetraeders zu den Ecken durch Stäb- A8  Vergleiche die Bindungslängen der
chen dargestellt. Baue auch mit diesen C-C-Bindungen in den drei Molekülen
Modellen die Moleküle aus A7. (C–C: 154 pm,  C=C: 134 pm,  CeC: 120
pm) mit den Darstellungen im Tetraeder­
A9  Lege das Stabmodell eines Moleküls modell.
so vor dich hin, dass zwei Ecken des Tetra-
eders zu dir hin, die beiden anderen von A9  Das Element Kohlenstoff kommt in
dir weg weisen. Projiziere diese Ansicht den Modifikationen Graphit und Diamant
auf ein Blatt Papier, bringe also das vor. Erkläre die unterschiedlichen Eigen-
­Modell aus dem Raum in die Ebene. schaften dieser Modifikationen mit der Art
Zeichne die entsprechende Formel. ihrer Bindungen.

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Durchblick
8.11  Zusammenfassung und Übung
Elektronenpaarbindung a) Kohlenstoff- b) Methan- d) Wasser- Dipole
Werden Atome über gemeinsame dioxid-Molekül Molekül Molekül Zweiatomige Moleküle mit einer
d+
Elektronenpaare zusammengehalten, H d+ polaren Bindung sind Dipole, sie
d– d+ d– d+ d+ H
spricht man von einer Elektronen- d– d– haben eine positiv und eine negativ
O C O H C H O
paarbindung. Sie wird auch als Atom- geladene Seite.
bindung bezeichnet. H
d+
H d+ Auch viele Moleküle mit mehreren
d+••d– d+••d– d+• •d– polaren Bindungen sind Dipole, z. B.
Edelgasregel das Wasser-Molekül [B1]. Fallen in
Kein Dipol Kein Dipol Dipol
Bei vielen in Molekülen gebundenen einem Molekül aufgrund der Symme-
Atomen befinden sich außen um B1  Die Ladungsschwerpunkte im Molekül trie die Ladungsschwerpunkte zusam-
einen Atomkern und die bereits be- sind auschlaggegebend für den Dipol­ men, so ist es kein Dipol.
setzten Schalen vier bindende und charakter eines Moleküls
nicht bindende Elektronenpaare. Acht Dipol-Dipol-Kräfte
Außenelektronen besitzen auch die Polare Elektronenpaarbindung Zwischen Molekülen, die Dipole sind
Edelgas-Atome der jeweiligen Periode. In einer polaren Elektronenpaar­ (z. B. CO), wirken Dipol-Dipol-­Kräfte.
bindung ziehen die verbundenen Die positiv geladene Seite des einen
bindendes Elektronenpaar zwischen Atomkerne die gemeinsamen Elektro- Moleküls zieht die negativ geladene
den Atomkernen bewirkt die Bindung nen der Bindung unterschiedlich Seite des anderen an.
H —  F stark an. Dadurch erhält das Atom,
das die Elektronen stärker zu sich Wasserstoffbrücken
nicht bindendes Elektronenpaar gehört zieht, eine negative, das andere eine Zwischen Molekülen, die stark polare
zu einem Atom, trägt nicht zur Bindung bei positive Teilladung. Die Teilladungen Bindungen mit Wasserstoff-Atomen
werden durch d + für das positivere auf­weisen (z. B. HF und H2O), werden
Elektronenpaar-Abstoßungs-Modell und d − für das negativere Atom ge- Wasserstoffbrücken gebildet [B4].
Das Elektronenpaar-Abstoßungs-­ kennzeichnet [B2]. Eine Wasserstoffbrücke ist eine starke
Modell (EPA-Modell) erklärt den Wechselwirkung zwischen einem
räum­lichen Bau von Molekülen mit Elektronegativität (EN) H-Atom mit positiver Teil­ladung und
mehr als zwei Atomen. Bindende und Als Elektroneativität wird eine Zahl einem nicht bindenden Elektronen-
nicht bindende Elektronenpaare bezeichnet, die angibt, wie stark ein paar an einem Atom mit negativer
­nehmen den größtmöglichen Ab- Atom die Elektronen einer Bindung Teilladung. Wasserstoffbrücken sind
stand zueinander ein. Bei 4 Elek­ zu sich zieht. Im Periodensystem die stärksten zwischenmolekularen
tronenpaaren ergibt sich die Gestalt nimmt die Elektronegativität von Kräfte, die man kennt.
eines Tetraeders. Elektronenpaare rechts nach links und von oben nach
in einer Doppelbindung (oder Drei- unten ab. Fluor-Atome haben die Modifikationen
fachbindung) werden wie ein Elek­ höchste Elektronegativität: 4. Die In verschiedenen Modifikationen
tronenpaar behandelt [B2]. Polarität einer Bindung ist umso eines Elements sind die Atome unter-
größer, je größer die Elektronegativi- schiedlich a­ ngeordnet. Beispiele für
tätsdifferenz ð EN ist [B3]. Modifika­tionen des Elements Kohlen-
ein Elektronen- Einfach­ stoff sind G
­ raphit und Diamant.
H–H paar bindung
H–I H–Br H–Cl H–F
zwei Elektro- Doppel­
O C O nenpaare bindung

drei Elektronen- Dreifach- ðEN: 0,4 0,7 0,9 1,9


N N paare bindung

B2  Einfach- und Mehrfachbindungen B3  ðEN der Halogenwasserstoffe

B4  Wasserstoffbrücken

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8  Die Bindung in M 259

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Lösungen und
Diagnosebogen
m32jw5

B5  Gletscher einer Berglandschaft B6  Ketchup spritzt aus einer Flasche B7  Drahtschlaufe um Eisblock

A1  0 a) Gib die Strukturformeln der A6  $ Ketchup bekommt man häufig A10  . Schlingt man bei einer Tem-
folgenden Verbindungen mit binden- nur schwer aus einer Flasche heraus. peratur von unter 0 °C eine Draht-
den und nicht bindenden Elektronen- Eine Möglichkeit, den Ketchupfluss zu schlaufe um einen Eisblock und hängt
paaren an: CF4 , NH3 , CHCl3 , H2S. be­schleunigen, besteht darin, kurz ein Gewicht daran, so wandert der
b) Welche der Moleküle sind Dipole? auf den Boden der Flasche zu klopfen Draht langsam durch den Eisblock,
Versieh die Atome mit den jeweiligen [B6]. Der Ketchup fließt dann, dünn- ohne ihn zu zerteilen [B7]. Erkläre
Teilladungen. flüssig geworden, schnell heraus. diese Erscheinung mit der Gitterstruk-
Man nennt dieses Phänomen Thixo- tur des Eises.
A2  0 Ordne folgende Atome nach tropie. Eine Erklärung des Phäno-
steigender Elektronegativität:  a) O, F, mens geht von Wasserstoffbrücken A11  . Ein Wasserstrahl wird durch
H, Na, S, Al,  b) Br, C, O, H, Cl, Mg. aus, die im Ketchup Bestandteile einen elektrisch geladenen Stab ab-
zusammenhalten, die dreidimensio- gelenkt [B8]. Die Ablenkung erfolgt
A3  $ Ordne folgende Bindungen nale Strukturen erzeugen. Wenn immer nach derselben Seite, ob man
nach steigender Polarität. Ermittle man nun die Mischung in Bewegung den Versuch mit einem positiv aufge-
zuvor die Differenzen der Elektro­ setzt … Erkläre weiter. ladenen Glasstab oder mit einem
negativitäts­werte (ðEN ): negativ geladenen Hartgummistab
Cl–H, O–H, N–H, Br–H, C–I, A7  $ Ermittle unter Anwendung durchführt. Der Wasserstrahl wird
C–O, F–H, O–Cl der Edelgasregel die Strukturformel also sowohl von einer positiven als
des Moleküls CH2O (Methanal, Form- auch von einer negativen Ladung
A4  $ Das Element Kohlenstoff aldehyd). Gib die Bindungswinkel an. angezogen. Erkläre dieses Verhalten
kommt in der Natur in verschiedenen der Wasser-Moleküle. Berücksichtige,
Modifika­tionen vor. Leite aus der A8  $ Im flüssigen Ammoniak dass Wasser-Moleküle Dipole sind
Struktur von Graphit bzw. Diamant k­ önnen sich Wasserstoffbrücken und dass sie im Wasserstrahl frei
Aussagen über die elektrische Leit­ ­zwischen NH3-Molekülen ausbilden. beweglich sind. Verdeutliche deine
fähigkeit und die Härte ab und Zeichne einen Ausschnitt aus dem Überlegungen durch eine Zeichnung.
er­kläre. Molekülverband.

A5  $ Gletscher können langsam A9  $ Feuchte Schwammtücher


talwärts fließen [B5]. Durch vertikal saugen Wasser besser auf als trockene.
und seitlich einwirkende Kräfte, Trockene Erde nimmt Wasser nicht so
die von den gewaltigen Eismassen gut auf wie feuchte. Man erklärt die-
ausgehen, wird eine plastische Ver­ ses Phänomen mit Wasser-Molekülen,
formung des Eises möglich. Durch die, wenn sie erst einmal einen
Abschürfung von Gestein und Mit­ ­Kontakt zu einer Oberfläche haben,
nahme von Geröll haben Gletscher andere Wasser-Moleküle über …
große Teile Mitteleuropas geformt. Erkläre weiter.
Erkläre das Fließen des Gletschers
unter Berücksichtigung der Wasser- B8  Ein Wasserstrahl wird von einem
stoffbrücken im Eisgitter. elektrisch geladenen Stab abgelenkt

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48, 49, 51, 52, 53, 55, 56,57, 72, 73, 76, 80, 81, 83.
normaldesign, Schwäbisch Gmünd: 1, 2, 6a, 7, 8a, 8b, 9, 10, 13, 14, 18,22, 23, 24, 26, 28, 30, 33b, 41, 44, 45, 46, 47, 50a, 54, 74, 75, 77, 78, 79, 82.
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Sollte es in einem Einzelfall nicht gelungen sein, den korrekten Rechteinhaber ausfindig zu machen, so werden berechtigte Ansprüche selbstverständlich
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1. Auflage 1    |  2023  22  21  20  19

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bitten Sie, uns umgehend per E-Mail davon in Kenntnis zu setzen, damit beim Nachdruck der Verweis gelöscht wird.
© Ernst Klett Verlag GmbH, Stuttgart 2018. Alle Rechte vorbehalten. www.klett.de
Autorinnen und Autoren: Ulrich Bee, Edgar Brückl, Paul Gietz, Prof. Heike Maier, Peter Nelle, Dr. Carsten Penz, Prof. Dr. Werner Schierle (†),
Michael Sternberg, Dr. Jutta Töhl-Borsdorf, Prof. Karsten Wiese, Peter Zehentmeier
Bei der Erstellung dieses Unterrichtswerkes wurde auch auf andere Titel des Ernst Klett Verlags zurückgegriffen. Deren Autorinnen und Autoren
sind: Ulrich Bee, Oliver Blauth, Edgar Brückl, Prof. Werner Eisner, Paul Gietz, Heike Große, Dr. Erhard Irmer, Axel Justus, Prof. Matthias Kremer,
Peter Nelle, Prof. Dr. Klaus Laitenberger, Prof. Heike Maier, Dr. Martina Mihlan, Hildegard Nickolay, Dr. Carsten Penz, Horst Schaschke,
Prof. Dr. Werner Schierle (†), Bärbel Schmidt, Andrea Schuck, Michael Sternberg, Dr. Jutta Töhl-Borsdorf, Prof. Karsten Wiese, Peter Zehentmeier,
Dr. Thorsten Zippel.
Redaktion: Bettina Sommer, Alfred Tompert
Herstellung: Benjamin Bauer
Gestaltung: normaldesign GbR, Maria und Jens-Peter Becker, Schwäbisch Gmünd.
Illustrationen: Matthias Balonier, Lützelbach; Cyprian Lothringer, Niendorf Stecknitz; Alfred Marzell, Schwäbisch Gmünd;
Karin Mall, Berlin; Tom Menzel, Scharbeutz/Klingberg; normaldesign GbR, Maria und Jens-Peter Becker, Schwäbisch Gmünd;
Ingrid Schobel, Hannover
DTP / Satz: B2 Büro für Gestaltung, Andreas Staiger, Stuttgart
Druck: Firmengruppe APPL, aprinta druck, Wemding
Printed in Germany.
ISBN: 978-3-12-756060-2

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