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#ä/üisica - Grundlagen Mathe - Inverse - 7-15

7.3.5 Inversenbestimmung mit der Kreisregel


Statt der bisher gezeigten Methode des „Pivotisierens" können Sie auch die „Kreisregel" an-
wenden. Dazu benötigen Sie wieder die Tableauschreibweise. Alles Weitere zeigt Ihnen ein
Beispiel.

Auch die Kreisregel beruht auf dem Gauß'schen Eliminationsverfahren, man erhält auch in jedem
Fall die gleichen Tableaus wie bei der Anwendung der elementaren Zeilenumformungen. Mit etwas
Übung gelingt das Pivotisieren mittels Kreisregel allerdings wesentlich schneller - angesichts der üb-
lichen Zeitknappheit in der Klausur ein gutes Argument, sich damit näher zu beschäftigen.
Das Verfahren möchte ich Ihnen an einem Beispiel Schritt für Schritt ausführlich erläutern:

'3 1
1
Beispiel: Gesucht ist die Inverse A" von A = 2 2 4
v9 3 20

1. Schritt: Erweitern Sie diese Matrix zunächst um die Einheitsmatrix und stellen Sie das Aus-
gangstableau auf. (Ist das Pivotelement eine Null, müssen Sie 2 Zeilen vertauschen!) Kennzeichnen
Sie das Pivotelement und bereiten Sie ein weiteres Tableau vor. Ihr Ergebnis müsste wie folgt aus-
sehen:

i 1 6 1 0 0
Ausgangstableau |Ä] 2 2 4 0 1 0
9 3 20 0 0 1

2. Schritt: Füllen Sie nun das zweite Tableau aus. Dabei gilt grundsätzlich:
• Teilen Sie in der Pivotzeile alle Elemente durch das Pivotelement.
• Schreiben Sie bei allen anderen Elementen in der Pivotspalte eine Null.
• Übernehmen Sie alle Elemente links vom Pivotelement unverändert.
Nun müsste Ihr Tableau folgendermaßen aussehen:

1 1 6 1 0 0

Ausgangstableau |a| 2 2 4 0 1 0 Ol

9 3 2 0 0 0 1

1 1
1 2 0 0


3 3

1. Pivotschritt 0

0
|**
7-16 - - Grundlagen Mathe - Gleichungssysteme

3. Schritt: Berechnen Sie alle anderen Elemente des neuen Tableaus nach der Kreisregel:
Allgemein: Altes Element - (Element der Pivotzeile : Pivotelement) • Element der Pivotspalte

oder kurz: A - z/P • s Achtung: Punktrechnung vor Strichrechnung!

Für das Element * gilt also: 2 - 1 / 3 * 2 = 4/3


Das Element ** berechnet sich aus 20 - 6/3 • 9 = 2
Berechnen Sie nach der Kreisregel auch alle anderen Elemente. Das richtige Ergebnis sieht so aus:

i 1 6 1 0 0
Ausgangstableau [a] 2 2 4 0 1 0 0
9 3 20 0 0 1
1 1
1 2 0 0
3 3
4 2
1. Pivotschritt 0 0 1 0
3 3
0 0 2 -3 0 1

4. Schritt: Bereiten Sie ein neues Tableau für den 2. Pivotschritt vor und markieren Sie das Pivote-
lement. (Ist das Pivotelement eine Null, müssen Sie die Zeile zuerst mit einer nachfolgenden Zeile
tauschen.)

5. Schritt: Füllen Sie nun das neue Tableau aus. Dabei gilt wieder:
• Teilen Sie in der Pivotzeile alle Elemente durch das Pivotelement.
• Schreiben Sie bei allen anderen Elementen in der Pivotspalte eine Null.
• Übernehmen Sie alle Elemente links vom Pivotelement unverändert.
• Berechnen Sie alle anderen Elemente des neuen Tableaus nach der Kreisregel.

i 1 e
Ausgangstableau [Ä|
9 3 20 0 0 1
1 1
1 2 0 0
3 3
4 2
1. Pivotschritt 0 0 1 0
3 3
0 0 2 -3 0 1
1 1
1 0 2 0
2 4
1 3
2. Pivotschritt 0 1 0 0
~2 4
0 0 2 -3 0 1

Wiederholen Sie die Schritte 4 und 5 so lange, bis links die Einheitsmatrix erreicht ist. In diesem Bei-
spiel ist nur noch ein weiterer Pivotschritt erforderlich.
(Lässt sich die Einheitsmatrix nicht erzeugen, existiert keine Inverse!)
- Grundlagen Mathe - Inverse - 7-17

Zusammengefasst:

i 1 6 1 0 0
Ausgangstableau [a] 2 2 4 0 1 0 ^
9 3 20 0 0 1

1 1 2 1 0 0
3 3

1. Pivotschritt 0 - 0 - 1 1 0
[3J 3
0 0 2 -3 0 1

-IN

O
1 0 2

^j™

CO I Tt

O
2. Pivotschritt 0 1 0

0 0 [2]

T-
O
?

1 0 0 Z _ 1 -1
2 4

3. Pivotschritt = Endtableau 0 0 1 0 - 1 1 0 1
01
2 4

0 0 1 - 1 0 1
2 2

1
Wer mag, kann nun selbst noch einmal die Probe machen: Sie wissen je: A • A = I.

Für welche der beschriebenen Vorgehensweisen Sie sich entscheiden, ist Ihnen überlassen.
Ich empfehle:
• Bevor Sie beginnen: Nur quadratischen Matrizen können eine Inverse besitzen. Eine In-
verse existiert nur, wenn gilt: det A * 0
• Benutzen Sie nur dann die Kreisregel, wenn Sie sie sicher beherrschen.
• Wenn Sie sich nicht so sicher sind, benutzen Sie besser die Zeilenumformungen, das
Prinzip ist leichter rekonstruierbar. Die Tableaus sehen gleich aus.
• Arbeiten Sie mit Brüchen, nicht mit Dezimalzahlen.
PS: Die Tableauschreibweise eignet sich auch hervorragend zur Rangbestimmung!

7.3.6 Lösung von Gleichungssystemen mit Hilfe


der Inversen

Ich habe dieses Kapitel damit eingeleitet, dass die Multiplikation mit der inversen Matrix die -
verbotene - Matrizendivision ersetzen kann, wenn man ein Gleichungssystem lösen muss.
Darauf möchte ich jetzt noch einmal zurückkommen. Als ökonomisches Beispiel soll eine ln-
put-Output-Analyse dienen - auch ein Beispiel für eine mögliche Textaufgabe:
Inversenbestimmung mit der Kreisregel:
Hier das letzte Fabianca Beispiel (Kreisregel)
I
@] 1 6 1 0 0
2 2 4 0 1 0
9 3 20 0 0 1
1 1/3 2 1/3 0 0
0 ~ 0 -2/3 1 0 NR: 2-113*2 14 - 6/3 *2 10 - 1/3 *2
0 0 2 -3 0 1 NR: 3 - 1/3 * 9 120 - 6/3 *9 10 - 1/3 *9
1 0 2 1/2 -1/4 0 NR: 1/3 - (-2/3 * %) * 1/3 I 0-(1 *3/4) *1/3
0 1 0 -1/2 3/4 0 NR: -2/3 *3/4
0 0 § -3 0 1 NR: -3*(-2/3*3/4)*0
1 0 0 7/2 - 1/4 -1 NR: !12 - (-3/2) *2 I 0 - !12 *2
0 1 0 -1/2 3/4 0 NR: -1/2- (-3/2)*0
0 0 1 -3/2 0 !12 NR: alles geteilt durch Pivotelement