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Lehre von der Zelle

Anatomie & Physiologie für Gesundheitsfachberufe

Modul: Grundlagen
Kapitel: 02_002
Baustein: Ana & Physio
Bezeichnung: Zelle
Stand: 05.09.2015
3.1 komplett neu bearbeitete Auflage
© LURANUIA UG | Am Fasanenhof 9 | 19061 Schwerin | info@lurania.de | www.lurania.de
Inhalt Lehre von der Zelle
Anatomie und Physiologie für Gesundheitsberufe

► Funktion und Differenzierung der Zelle


► Zellmembran
► Zellorganellen
► Zytoplasma und Zytoskelett
► Mitose
► Meiose

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Funktion und Differenzierung der Zelle
Anatomie & Physiologie für Gesundheitsfachberufe

Modul: Grundlagen
Kapitel: 02_002
Baustein: Ana & Physio
Bezeichnung: Zelle
Stand: 05.09.2015
3.1 komplett neu bearbeitete Auflage
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Funktion und Differenzierung der Zelle
Anatomie und Physiologie für Gesundheitsberufe

Zellen sind die kleinsten Bau- und Funktionseinheiten des


Organismus. Ihre verschiedenen Funktionen führen zu Unterschieden
in ihrer Form und Größe (funktionelle Differenzierung).

Die Lebensdauer kann von wenigen Tagen (z.B. Darmepithelzellen) bis


zu einem Menschenleben reichen (z.B. Nervenzellen).

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Funktion und Differenzierung der Zelle
Anatomie und Physiologie für Gesundheitsberufe

Zellen sind die kleinsten Bau- und Funktionseinheiten des


Organismus. Ihre verschiedenen Funktionen führen zu Unterschieden
in ihrer Form und Größe (funktionelle Differenzierung).

Der Durchmesser eines Erythrozyt beträgt 0,0075 mm und der einer


Eizelle 0,15 mm. Die Lebensdauer kann von wenigen Tagen (z.B.
Darmepithelzellen) bis zu einem Menschenleben reichen (z.B.
Nervenzellen).

Man unterscheidet Zellen in Eukaryonten und Prokaryonten.

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Funktion und Differenzierung der Zelle
Anatomie und Physiologie für Gesundheitsberufe

Eukaryonten Prokaryonten
Tierische und pflanzliche Zellen Bakterien
sowie Pilze

Besitzen Zellkern und Kein Zellkern und keine


Zellorganellen Zellorganellen

Fähigkeit zur Differenzierung Beschränkte Fähigkeit der


Differenzierung

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Funktion und Differenzierung der Zelle
Anatomie und Physiologie für Gesundheitsberufe

Alle Zellen haben grundlegende Fähigkeiten, die als Merkmale des


Lebens bezeichnet werden.

Zu ihnen gehört:
► Vermehrung durch Zellteilung

► Stoffwechsel (Nahrungsaufnahme, Wachstum)

► Reaktion auf Reize (interne und externe)

► Bewegung

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Funktion und Differenzierung der Zelle
Anatomie und Physiologie für Gesundheitsberufe

1. Knochenzelle
2. Drüsenzelle
3. Sinneszelle
4. Epithelzelle
5. Flimmerepithelzelle
6. Blutzelle
7. Glatte Muskelzelle
8. Eizelle
9. Samenzelle
10. Bindegewebezelle
11. Knorpelzelle
12. Nervenzelle
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Zellmembran
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Modul: Grundlagen
Kapitel: 02_002
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Funktion und Differenzierung der Zelle
Anatomie und Physiologie für Gesundheitsberufe

Zellen sind von einer 8 nm dicken Zellmembran umschlossen


(Plasmamembran, Plasmalemma), die das Zellinnere
(Intrazellulärraum) vom äußeren Milieu (Extrazellulärraum) trennt.

Sie ist aus einer Doppelschicht fettähnlicher Substanzen (Lipid-


Doppelschicht) aufgebaut, v. a. den Phospholipiden und den
Glykolipiden. Dazwischen ist Cholesterin.

Die Lipid-Doppelschicht besteht aus Phospholipid und dieses besteht


aus einem hydrophilen Kopf und zwei hydrophoben Schwänzen. In der
Zellmembran sind die Schwänze nach innen und die Köpfe nach
außen gerichtet.

Die Zellmembran ist semipermeabel, d. h. „teilweise durchlässig“ für


bestimmte Stoffe und Moleküle. Reagiert auf Reize von Nachbarzellen.

Stellt Zellbrücken über (Desmosomen) zu den Nachbarzellen her.


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Funktion und Differenzierung der Zelle
Anatomie und Physiologie für Gesundheitsberufe

► Membrankanäle und –transporter: elektrisch geladene Teilchen


(z.B. Ionen) und hydrophile Teilchen (z.B. Glukose) können die
Zellmembran kaum überwinden, müssen aber durch die Membran
transportiert werden.
Dabei benötigt die Zelle Membranproteine: Membrankanäle, die
sich öffnen und schließen sowie Membrantransporter.

► Fettlöslichkeit: je besser eine Substanz lipophil (fettlöslich) ist,


desto kleiner kann sie die Zellmembran überwinden, z.B. sind
Steroidhormone gut fettlöslich.

► Molekülgröße: sehr kleine Moleküle (z.B. Kohlendioxid,


Sauerstoff, Wasser) können die Zellmembran ungehindert
überwinden, große Moleküle (z.B. Proteine) nicht.

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Funktion und Differenzierung der Zelle
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Zellorganellen
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Modul: Grundlagen
Kapitel: 02_002
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3.1 komplett neu bearbeitete Auflage
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Zellorganellen Arbeitsblatt: A1
Anatomie und Physiologie für Gesundheitsberufe

Zellorganellen sind gewissermaßen die Organe der Zelle. Die


Zellorganellen sind kleinste Strukturen und nur mithilfe des
Elektronenmikroskops sichtbar. Als essenzielle Bestandteile der Zelle
unterscheiden sie sich nach Zelltyp und Zellfunktion erheblich.

1. Zellkern
2. Raues endoplastisches Retikulum
(rER)
3. Lysosom
4. Glattes endoplasmatischen
Retikulum
5. Peroxisom
6. Golgi-Apparat
7. Mitochondrium
8. Kernkörperchen

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Zellorganellen
Anatomie und Physiologie für Gesundheitsberufe

1. Zellkern
Steuerungszentrum des Stoffwechsels, beherbergt 46
Chromosomen. Die genetische Information liegt in Form von DNA
/DNS (Desoxyribonukleinsäure) vor.

2. Raues endoplastisches Retikulum (rER)


Besitzt Ribosomen auf der Oberfläche, die Proteine in das
Hohlraumsystem des rauen ER synthetisieren und durch Vesikel
(Luftbläschen) an den Golgi-Apparat weiterleiten.

3. Lysosom
Enthält Enzyme zur Verdauung von Fremdstoffen
(Hetrophagosome) und zelleigenen Stoffen (Autophagosome).

4. Glattes endoplasmatischen Retikulum


Lipidsynthese und Lipidverteilung innerhalb der Zelle

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Zellorganellen
Anatomie und Physiologie für Gesundheitsberufe

5. Peroxisom
Abbau von Harnsäure, Fett- und Aminosäure sowie Entgiftung.

6. Golgi-Apparat
Ausscheidungsfunktion und Abbau defekter Proteine. Sortierung
und Verteilung von Proteinen zum äußeren der Zelle, unter Mithilfe
von Vesikeln (Funktion einer Poststelle) Bildung von Lysosomen
und Sekretgranula.

7. Mitochondrium
Kraftwerk der Zelle zur Energieerzeugung aus Kohlenhydraten,
Eiweißen und Fetten mittels Sauerstoff. Aufbau von
Adenosintriphosphat (ATP) aus Adenosindiphosphat (ADP) und
Phosphor (ATP-Synthese).

8. Kernkörperchen
Bildung der Ribosomen
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Zytoplasma und Zytoskelett
Anatomie & Physiologie für Gesundheitsfachberufe

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Kapitel: 02_002
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Zytoplasma und Zytoskelett
Anatomie und Physiologie für Gesundheitsberufe

Das Zytoplasma wird von der Zellmembran umgeben. Es enthält die


Zellorganellen sowie das Zytosol, eine Grundlösung aus Wasser,
Eiweiß, Fett und Elektrolyten. Die Stabilität des Zytoplasma
(Grundsubstanz der Zelle) wird durch bestimmte Proteine erreicht.
Diese inneren, stabilisierenden Strukturen nennt man Zytoskelett
(Zellskelett).

► Aktinfilamente oder Mikrofilamente (Durchmesser 7 nm): aus


Aktin bestehende, lange, fadenförmige Proteine, die sich zu Fibrillen
(Bündeln) zusammenlagern. Sie bilden ein versteifendes Netzwerk
unter der Zellmembran (Membranskelett).

► Intermediärfilamente (Durchmesser 8 nm): Familie von


Proteinfilamenten ähnlichen Aufbaus (z.B. Neurofilamente in
Nervenzellen oder Zytokeratine in Epithelzellen), deutlich stabiler
als Mikrotubuli und Aktinfilamente, zur mechanischen
Zellstabilisierung.

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Zytoplasma und Zytoskelett
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► Mikrotubuli: lange und röhrenförmige Strukturen, aus dem Protein


Tubulin, sind an Bewegungsphänomenen in der Zelle beteiligt.

► Zentriolen oder Zentralkörperchen: L-förmige Struktur, deren


Wand aus neun in Dreiergruppen angeordneten Mikrotubuli
aufgebaut ist, treten paarweise in Kernnähe auf und spielen eine
wichtige Rolle während der Zellteilung.

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Mitose - Zellteilung
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Mitose – Zellteilung
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Die häufigste Art der Zellteilung ist die Mitose. Hierbei teilt sich die
Mutterzelle in zwei erbliche Tochterzellen. Vorhermuss jedoch die
genetische Information der Mutter verdoppelt werden (DNA
Replikation).
1. Prophase 2. Metaphase

3. Anaphase 4. Telophase

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Mitose – Zellteilung
Anatomie und Physiologie für Gesundheitsberufe

Mitosestadien

Prophase
Auflösung der Kernkörperchen und Kernhülle und Teilung der beiden
Zentriolenpaare, die zu den Zellpolen wandern. Bildung der
Mitosespindeln.

Metaphase
Chromosomenanordnung in der Mittelebene (Äquatorialbene) der Zelle

Anaphase
Trennung der Chromatiden (identische Hälfte des Chromosoms), die
nun in entgegengesetzter Richtung auf die beiden Zellpole zuwandern.
Jedes Chromatid wird nun als einfaches Chromosom bezeichnet.

Telophase
Die Chromatiden an den jeweiligen Zellpolen werden von neuen
Kernhüllen umgeben und die Mitosespindeln lösen sich auf.
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Meiose - Zellteilung
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Modul: Grundlagen
Kapitel: 02_002
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Bezeichnung: Zelle
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Meiose – Zellteilung
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Zellen, die zur geschlechtlichen Vermehrung bestimmt sind


(Geschlechtszellen, Gameten) sind zu einer speziellen Form der
Zellteilung befähigt: der Reduktionsteilung oder Meiose.

Die Meiose verläuft in zwei Teilungen, wobei die erste Reifeteilung die
eigentliche Reduktion des diploiden Chromosomensatzes zum
haploiden Satz beinhaltet. In der Prophase der ersten Reifeteilung
kann es außerdem zu einer Neuverknüpfung der Gene innerhalb von
Chromosomen kommen. In der Anaphase der zweiten Reifeteilung
kommt es zu Trennung der Chromatiden jedes Chromosoms.

Apoptose (Zelltod)
Selbstmordprogramm, das von der Zelle selbst oder ihrer Umgebung
(z.B. Hormone) ausgelöst wird- Hierbei werden selbstzerstörerische
Proteine (z.B. Enzyme) gebildet, der Zellkern schrumpft und die Zelle
stirbt.

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Klärung offener Fragen
Anatomie und Physiologie für Gesundheitsberufe

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Literatur Angaben zur Präsentation
Anatomie und Physiologie für Gesundheitsberufe

Der Inhalt und die Fachinformationen dieser Präsentation, sowie die Arbeitsblätter wurden aus nachfolgender Literatur erstellt.
Lizenzrechte der Titelbilder wurden bei der Fotolia LLC USA erworben, sofern sie keine Eigenzeichnungen sind. Bei weiterem
Bildmaterial innerhalb der Präsentation erfolgte die Quellenangabe direkt am Bild.

Shahrouz Porjalali – Lernkarten Anatomie und Physiologie – 3.Auflage 2011


Für Pflege- und andere Gesundheitsfachberufe
Elsevier GmbH – Urban & Fischer Verlag

Nicole Menche – Biologie Anatomie Physiologie – 6.Auflage 2007


Kompaktes Lehrbuch für Pflegeberufe
Elsevier GmbH – Urban & Fischer Verlag

C.Hick / A.Hick – Kurzlehrbuch Physiologie – 3.Auflage 2000


Kurzlehrbuch für Medizinstudenten
Urban & Fischer Verlag

Medizinische Fachwörter von A-Z – 1. Auflage 2012


Kleines Lexikon für Pflege- und Gesundheitsberufe
Elsevier GmbH – Urban & Fischer Verlag

Martin Trebsdorf – Biologie Anatomie Physiologie – 11. Auflage 2009


Lehrbuch und Atlas
Verlag Europa Lehrmittel

Paul Gebhardt – Anatomie Zeichenblätter für den Unterricht – 10. Auflage 2002
Lau Verlag GmbH by Verlag Europa Lehrmittel

Paul Gebhardt / Mathias Bardl – Anatomie Zeichenblätter Lösungsheft – 10. Auflage 2002
Lau Verlag GmbH by Verlag Europa Lehrmittel

Wynn Kapit / Lawrence M.Elson – Anatomie Malatlas – 3. Auflage 2008


Imprint der Pearson Education Deutschland GmbH

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