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Historiker gesteht: Keine Beweise für Nazi-Gaskammern!

Ein orthodoxer Historiker räumt endlich ein, daß es keine Beweise für die Nazi-Gaskammern gibt
Von Prof. a.D. Dr. Robert Faurisson

Jacques Baynac, 1939 geboren, ist ein französischer Histori- Er geißelt die Verantwortungslosigkeit eines Intellektuellen,
ker,1 dessen Sympathien bei der Linken liegen. Er hegt eine des ehemaligen Deportierten Jorge Semprun, der nach seinen
unverkennbare Feindseligkeit gegenüber den Revisionisten Worten das gegen den Revisionisten Paul Rassinier gerichte-
(die er “Negationisten” nennt), insbesondere gegenüber Pier- te Buch Florent Brayards »ermordet« hat. Auf der Linken hat
re Guillaume und meiner Person. Er hat stets behauptet, die sich seiner Auffassung nach eine »Paranoia« entwickelt, eine
Nazigaskammern hätten existiert, doch nun hat er eben ent- »Hexenjagd« (wie sich Jean-François Kahn ausdrückt) und
hüllt, letzten Endes müsse man, selbst wenn dies »schmerz- ein »verheerendes Tohuwabohu«. Er behauptet, Simone Veil
lich zu sagen und zu hören« sei, zugeben, daß die Zeu- und Dominique Jamet stünden der loi Gayssot gleichfalls ab-
genaussagen nicht ausreichen und daß es schlicht und einfach lehnend gegenüber, und man »verweigere die Debatte« mit
unmöglich ist, die Existenz der Gaskammern auf wissen- den Revisionisten. Unter Hinweis auf die verblüffende Erklä-
schaftlicher Ebene nachzuweisen. Doch, fügt er seltsamer- rung »34 namhafter Historiker« in Le Monde vom 21. Febru-
weise hinzu, müsse man mangels eines direkten Beweises ar 1979, in der die Autoren sich weigerten, mir zu antworten
künftig einen indirekten Beweis suchen, und da man die Exi- und mir zu erklären, wie die magischen Nazigaskammern
stenz der Nazigaskammern nicht nachweisen könne, müsse technisch funktionieren konnten, spricht er vom »Ausweich-
man versuchen, zu beweisen, daß ihre Nichtexistenz unmög- manöver« der Historiker im allgemeinen. Seiner Ausdrucks-
lich sei! J. Baynac legt seine Ansichten in zwei langen, in weise zufolge “haben die Historiker gekniffen”.
aufeinanderfolgenden Ausgaben der Lausanner Zeitung Le
Nouveau Quotidien erschienenen Artikeln dar.2 Weder Dokumente, Spuren noch Beweise
Im zweiten Artikel bedauert er, daß die wahren Historiker
Das Ausweichende Historiker Jean-Claude Pressac, einem Apotheker und »Amateurhisto-
Im ersten Artikel beklagt er eingangs die Existenz eines anti- riker«, ihr Vertrauen geschenkt hätten, der, wie man heute
revisionistischen Gesetzes in Frankreich, der loi Gayssot vom sieht, zur Schlußfolgerung gelangt ist, die Gesamtzahl der
13. Juli 1990, die, wie er sich ausdrückt, der “negationisti- jüdischen und nichtjüdischen Auschwitz-Opfer belaufe sich
schen Sekte” gestatte, sich der Gerichte als Tribünen zu be- »auf insgesamt 600.000«.3 Er macht sich über François Bay-
dienen. Er unterstreicht, daß dieses Gesetz von Claude Imbert rou, Erziehungsminister und selbst Historiker, lustig, der im
(von Le Point), Pierre Vidal-Naquet (einem Historiker, der Bewußtsein der Schwierigkeit, den Völkermord und die Gas-
gesagt hat: »Ich bin bereit, Faurisson zu töten, nicht aber, kammern zu beweisen, in diesem Fall den Rückgriff auf eine
ihn gerichtlich zu belangen!«), Madeleine Reberioux (der »erleichterte« historische Methode predigt. J. Baynac erblickt
ehemaligen Vorsitzenden der Ligue des Droits de l’homme, darin das »Konzept einer Geschichte light«. Er behauptet, die
also der Menschenrechtsliga), Herrn Charles Korman (einem Nazigaskammern hätten existiert, doch um dies zu beweisen,
antirevisionistischen Rechtsanwalt) sowie mehreren Abge- habe man zu sehr ein »unwissenschaftliches« und zu wenig
ordneten der neogaullistischen PRP kritisiert worden ist. Er ein »wissenschaftliches« Vorgehen gewählt. Beim ersten er-
behauptet, die Revisionisten oder Negationisten hätten allen halte »die Zeugenaussage den Vorrang«, beim zweiten hin-
Grund zur Freude, besonders seitdem sich nach der Affäre gegen das Dokument. Doch könne man, meint er voll Bedau-
Abbé Pierre die »Atmosphäre zu ihren Gunsten verändert« ern, nur »das Fehlen von Dokumenten, Spuren oder anderen
habe. Er hält fest, daß bei den Widersachern der Revisioni- materiellen Beweisen« feststellen. Er erinnert an die bereits
sten »die Ratlosigkeit auf die Bestürzung gefolgt ist«, daß P. im Jahre 1988 getroffene Feststellung des jüdisch-amerikani-
Vidal-Naquet »betrübt«, Bernard-Henri Levy »rasend vor schen Historikers Arno Mayer: »Die Quellen, die für die Er-
Wut«, Pierre-André Taguieff »entsetzt« ist und daß die Zeit- forschung der Gaskammern zur Verfügung stehen, sind rar
schrift L’Evénement du jeudi als Titelblattschlagzeile (für ih- und unzuverlässig.«4 J. Baynac sagt, wir verfügten »nicht
re Ausgabe vom 27. Juni bis zum 3. Juli 1996) »La Victoire über die Elemente, die für das normale Praktizieren der histo-
des révisionnistes« [Der Sieg der Revisionisten] gewählt hat. rischen Methode erforderlich« seien. Er schreibt, man müsse
»mangels Dokumenten leisetreten«. Er folgert: »Man muß ein-
Jacques Baynac, Historiker und gestehen, daß das Fehlen von Spuren das Unvermögen nach
Romancier, zwei sich offenbar sich zieht, die Realität der Menschentötungsgaskammern direkt
auf dem Gebiet der Zeitge- zu beweisen«. Wenn er »das Fehlen von Spuren« sagt, meint er
schichte häufig ergänzende Be- damit, wie er zuvor präzisiert hat, »das Fehlern von Doku-
rufe. menten, Spuren oder anderen materiellen Beweisen«.
Mit seinem Bekenntnis, die Hi-
storiker drückten sich vor einer Beweise für morgen?
Auseinandersetzung mit revisio- Seine Studie endet mit dem bereits erwähnten Vorschlag: Da
nistischen Argumenten, und es schlicht und einfach unmöglich ist, die Existenz der Gas-
seiner Offenbarung, es gebe für kammern nachzuweisen, müsse man eben versuchen zu be-
die Nazi-Gaskammern keine weisen, daß ihre Nichtexistenz unmöglich ist! Damit stellt
wissenschaftlich haltbaren Be- der Verfasser eine Bankrotterklärung für die Gegenwart aus
weise, wird es sich gewiß viele und legt gleichzeitig ein Glaubensbekenntnis für die Zukunft
Feinde machen. ab. Jacques Baynac ist naiv. Er stellt sich vor, wenn die Hi-

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storiker die Realität dieser Greuel so nachdrücklich behauptet Im Klartext heißt dies: “Versuchen wir nicht, eine Nazi-
und wenn so viele Überlebende erklärt hätten, ihnen beige- gaskammer zu sehen oder sie uns auch nur vorzustellen”;
wohnt zu haben, dann hätten sie sicherlich existiert. Er ver- die Fortsetzung legt den völligen Skeptizismus desselben
gißt, daß man mit der Zeit entdeckt, daß die Geschichte (im E. Wiesel gegenüber den angeblichen Zeugenaussagen zu
Singular) voll von Geschichten (im Plural) ist, bei denen es diesem Thema offen (Tous les fleuves vont à la mer,
sich mehr oder weniger um Phantasiegebilde handelt. J. Bay- Mémoires, Band I, Editions du Seuil, Paris 1994, S. 97);
nac glaubt weiter an die Gaskammern, so wie er anscheinend – 1995 erklärte M. Korzec, man habe zu viel Gewicht auf die
weiter an den Kommunismus glaubt. Morgen wird man den Bedeutung der Vergasungen und die Zahl der Vergasten
Beweis für die Gaskammern finden. Morgen wird der Kom- gelegt; mit kabbalistisch anmutender Verdrehungskunst
munismus wahr sein. Morgen kann man sich beim Friseur fügte er hinzu, die Deutschen, nicht die Juden, seien an
gratis rasieren lassen. Morgen wird man endlich den Beweis diesem Irrtum schuld: ihm zufolge haben fast überall in
dafür haben, daß der Nationalsozialismus das fleischgewor- Europa weit mehr Deutsche am Judenmord teilgenommen
dene Böse und der Kommunismus das fleischgewordene Gu- als die paar wenigen Deutschen, die mit der bloßen Verga-
te ist. Die ewige Einfalt der französischen Intelligenz läßt sung ihrer Opfer beauftragt gewesen seien (»De mythe van
grüßen. J. Baynac stimmt in den Chor der »34 namhaften Hi- de efficiente massamoord«, Intermediair, 15.12.1995);
storiker« ein, die, wie vorhin erwähnt, in Le Monde eine der – 1996 schrieb D.J. Goldhagen in seinem wild antideutschen
monumentalsten Eseleien in der Geschichte der französi- Werk: »Gassing was really epiphenomenal to the Germans’
schen Universitäten von sich gegeben haben: slaughter of Jews« (Vergasungen waren wirklich neben-
»Man darf sich nicht fragen, wie solch ein Massenmord sächlich bei der Judenabschlachtung der Deutschen) (Hit-
technisch möglich war. Er war technisch möglich, weil er ler's Willing Executioners, Little, Brown & Co., London
stattgefunden hat.« 1996, S. 521, Anmerkung 81). In einem Interview, das er
J. Baynac setzt seinen Namen also auf die Namensliste der einer Wiener Zeitschrift gewährte, erklärte er:
orthodoxen Historiker, die sich gezwungen sahen, den revi- »Die industrielle Vernichtung der Juden ist für mich nicht
sionistischen Historikern in diesem oder jenem Kernpunkt die Kernfrage der Erklärung des Holocaust [...]. Die Gas-
recht zu geben. Wie können Richter in Anbetracht dieser Tat- kammern sind ein Symbol. Es ist aber ein Unsinn zu glau-
sache weiterhin Revisionisten für die Bestreitung eines Ver- ben, daß der Holocaust ohne Gaskammern nicht stattge-
brechens verurteilen, das – wie man der Studie J. Baynacs funden hätte« (Profil, 9.9.1996, S. 75).
entnehmen kann – immer noch nicht bewiesen ist?
Gaskammern nur noch Symbol
Genierliche Gaskammern Die Gaskammern sind im Jahre 1996 nur noch ein Symbol!
Ganz offensichtlich werden die Gaskammern den Historikern Eine Schweizer Zeitung gibt dazu ein Beispiel. Im Lauf der
oder Autoren, welche die Judenausrottungsthese verfechten, letzten Jahre habe ich – sei es in Samisdat-Texten, sei es an-
immer genierlicher. Schon 1984 warnte P. Vidal-Naquet jene läßlich von durch Ernst Zündel aufgenommener Interviews in
unter seinen Freunden, die bereits versuchten, diese Gas- Kanada – diese Entwicklung der Exterminationisten (also der
kammern aufzugeben: dies, meinte er, wäre »eine Totalkapi- Verfechter der Ausrottungsthese) hinsichtlich der Frage der
tulation« (»Le Secret partagé«, Le Nouvel Observateur, 21. Nazigaskammern mehrfach beschrieben; in einem vom 22.
September 1984, S. 80). September 1993 datierenden Text, den ich nächstes Jahr auch
1987 druckte ein rabiat antirevisionistisches Blatt einen Le- auf Französisch publizieren werde, ging ich soweit, vorauszu-
serbrief zweier jüdischstämmiger Lehrer [Ida Zajdel und sagen, welche Gestalt dieser Wandel letztlich annehmen wird.
Marc Ascione] ab, in dem die These vertreten wurde, die Na- Das Holocaustmuseum in Washington hat bereits entschie-
zis hätten absichtlich falsche Geständnisse abgelegt und die den, auf eine materielle Darstellung der Gaskammern zu ver-
Gaskammern nur erwähnt, um damit eine »Zeitbombe gegen zichten (abgesehen von einem “künstlerischen” und absurden
die Juden, ein Ablenkungsmanöver und, warum auch nicht, Modell).
ein Instrument der Erpressung zu schaffen« (Article 31, Ja- Die beiden Artikel J. Baynacs stellen eine schlichte Etappe
nuar/Februar 1987, S. 22). dieser Metamorphose der offiziellen Geschichtsschreibung
Man könnte noch viele andere Beispiele zitieren, doch würde dar. Sie können nur Richter – berufsmäßige und selbster-
dies zu weit führen. Ich will mich hier mit drei Beispielen aus nannte – überraschen, die sich ohne jegliche Sachkenntnis zu
jüngster Vergangenheit begnügen: Elie Wiesel (1994), der allen möglichen historischen Themen äußern. Sie bestätigen,
polnisch-jüdischstämmige niederländische Professor Michel daß die Historiker seit längerer Zeit die Fassade der Einmü-
Korzec (1995) und schließlich der jüdische US-Historiker tigkeit durchbrochen haben. Diese Historiker haben nach und
Daniel Jonah Goldhagen (1996): nach die allzu einfältigen Schlußfolgerungen des Nürnberger
– 1994 schrieb E. Wiesel in seinen Memoiren: Gerichts über die Gaskammern und den Völkermord verwor-
»Die Gaskammern sollten indiskreten Blicken besser ver- fen. In dieser Hinsicht kann man nicht mehr von einer angeb-
schlossen bleiben. Und der Vorstellungskraft.« lich “offenkundigen” historischen Wahrheit reden. Wenn die

J. Baynac: »ES GIBT KEINE BEWEISE, ABER ICH GLAUBE.«


R. Faurisson: »ES GIBT KEINE BEWEISE, ALSO WEIGERE ICH MICH ZU GLAUBEN.«
Für den ersten freie Meinungsäußerung.
Für den zweiten eine Haftstrafe von einem Monat bis zu einem Jahr,
eine Buße von 2.000 bis 300.000 Francs und noch andere Strafen.

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französischen Richter meinen, das Bestreiten der Existenz Anmerkungen
der Gaskammern komme einer Bestreitung des “Verbrechens
1
gegen die Menschlichkeit” gleich, welches der Völkermord J. Baynac hat namentlich folgende Bücher verfaßt: La Terreur sous Le-
an den Juden darstelle, haben sie recht, doch konsequent ge- nine (1975), Ravachol et ses compagnons (1976), Mai [1968] retrouvé
(1978), Les Socialistes révolutionnaires russes (1881-1917) (1979), La
sehen zieht das Fehlen von Beweisen für die spezifische Révolution gorbatchévienne (1988).
Tatwaffe das Fehlen von Beweisen für die spezifische Tat 2
2.9.1996, S. 16, sowie 3.9.1996, S. 14.
3
nach sich. Diese für Richter, welche den Revisionismus zu La Déportation/Le Système concentrationnaire nazi, unter der Obhut von
verurteilen wagen, höchst genierliche Schlußfolgerung ergibt François Bedarida und Laurent Gervereau veröffentlichtes Werk, BDIC,
1995, S. 196. J.-C. Pressac spricht von 600.000 bis 800.000 Toten, einer
sich aus der Stellungnahme J. Baynacs, die – sagen wir es Zahl, die weit unter den 9.000.000 des Films Nuit et Brouillard, den
nochmals – keineswegs für ihn allein kennzeichnend ist, son- 4.000.000 des Nürnberger Prozesses und der Aufschriften auf der Ge-
dern die gesamte Tendenz der orthodoxen Geschichtsschrei- denktafel in Auschwitz (alte Version) oder den 1.500.000 der neuen Ver-
bung repräsentiert. J. Baynac sagt ganz laut, was seine sion von 1995 liegt.
4
Arno Mayer, Der Krieg als Kreuzzug. Das Deutsche Reich, Hitlers
Zunftgenossen ganz leise denken. Wehrmacht und die “Endlösung”, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1989,
In Frankreich können die beiden Artikel aus der Schweiz S. 541. Die englische Originalfassung lautet wie folgt: »Sources for the
niemanden mehr aus der Fassung bringen außer beispielswei- study of the gas chambers are at once rare and unreliable« (Why Did the
se die braven Leser von Le Monde, die an den durch die Zen- Heavens Not Darken? The “Final Solution” in History, Pantheon, New
sur geschaffenen Zustand wohliger Schläfrigkeit in Fragen York 1988, S. 362).
5
In der Nummer vom 2. September sind drei kleinere Irrtümer zu berichti-
des “Holocaust” gewohnt sind. gen: In der zweiten Spalte muß es richtig Florent Brayard heißen (statt
Mit der Veröffentlichung der beiden Artikel J. Baynacs hat Florent Rassinier); in der dritten Spalte Jean-François Kahn (statt Khan);
das – dem Revisionismus gegenüber an sich so voreinge- in der vierten »Il ne faut pas se demander comment« (statt »se demander
nommene – Lausanner Blatt Le Nouveau Quotidien Respekt si«) (»Man darf sich nicht fragen, wie« statt »sich fragen, ob«).
vor seinen Lesern und Klarsichtigkeit an den Tag gelegt.5

Zur Legalität von Geiselerschießungen im Kriege


Von Dipl.-Chem. Germar Rudolf

Die Aufregung um den Priebke-Prozeß in Italien ist verflos- lem auf das sehr ausführliche und hervorragend fundierte
sen. Kaum noch jemand denkt an den greisen ehemaligen SS- Rechtsgutachten von Prof. Dr. jur. Karl Siegert4 stützt, wie
Hauptsturmführer Erich Priebke. Er hatte mit einigen Kame- folgt geäußert:5
raden auf Befehl seines Vorgesetzten SS-Obersturmbann- »Im Völkerrecht wird zwischen Repressalie, Geisel und
führer Herbert Kappler als Antwort auf einen Sprengstoffan- Kollektivstrafe (Art. 50 Haager Landkriegskonvention) un-
schlag italienischer Partisanen in der Via Rasella (Rom), bei terschieden. Bei letzterer wird eine Gesamtheit von Perso-
dem 42 deutsche Polizisten und 8 italienische Zivilisten um- nen zur Sühne einer Straftat, bei der sie nicht beteiligt, für
kamen und viele weiteren verletzt und verstümmelt wurden, die sie jedoch mitverantwortlich zu machen ist, herangezo-
335 italienische Zivilisten in den Ardeatinischen Höhlen er- gen. Eine Einschränkung erfuhr die Kollektivstrafe erst
schossen. Kappler war dafür bereits nach dem Kriege zu le- durch die Genfer Konvention von 1949.
benslanger Haft verurteilt worden, seine Untergebenen je- Von einer Repressalie im militärischen Sinne wird gespro-
doch wurden freigesprochen. Den im Jahr 1996 aus Argenti- chen, wenn ein Kriegführender mit unrechtmäßigen Mitteln
nien nach Italien ausgelieferten Priebke jedoch wollten einige Vergeltung übt, um den Gegner zu zwingen, rechtswidrige
linke Lobbyisten und die Staatsanwaltschaft ebenfalls lebens- Kriegshandlungen aufzugeben und in Zukunft die Grund-
länglich einsperren. Das italienische Militärgericht jedoch sätze rechtmäßiger Kriegführung einzuhalten (Oppenheim/
sprach ihn frei. Daraufhin versammelte sich vor dem Gericht Lauterpacht, H.: International Law, Band II, 6. Auflage,
ein aufgebrachter Lynchmob. Die Richter ließen daraufhin London 1944, § 247)
Priebke wieder festnehmen und entschieden Anfang Februar Das britische Manual of Military Law in seiner Auflage
1997, daß Priebke erneut vor ein Militärgericht gestellt wer- von 1929 besagt in §§ 386 und 458:
den müsse. Nun hat also auch Italien seine “Orletisierung” “Wenn entgegen der Pflicht der Bewohner, friedlich zu
der Justiz erfahren. bleiben, von einzelnen Bewohnern feindselige Handlungen
Über den Fall Priebke erschienen in Italien zwei Monogra- begangen werden, so ist ein Kriegführender gerechtfertigt,
phien, die sich ausführlich mit dem Fall befassen.1 In wenn er die Hilfe der Bevölkerung anfordert, um die Wie-
Deutschland publizierte zuerst der Deutsche Rechtsschutz- derkehr solcher Handlungen zu verhüten, und in ernsten
kreis eine knappe und lesenswerte Zusammenfassung des und dringenden Fällen, wenn er zu Repressalien greift.”
Falles,2 gefolgt von einer etwas ausführlicheren Monographie “Wenn auch eine Kollektivbestrafung der Bevölkerung für
der Verlagsgesellschaft Berg.3 die Handlungen von Einzelpersonen, für die sich nicht als
In Diskussionen des Falles Priebke ging es weniger um die gesamtverantwortlich angesehen werden kann, verboten
Details des Falles selbst, sondern vor allem um die Frage der ist, so können Repressalien gegen eine Ortschaft oder Ge-
Rechtmäßigkeit von Geiselerschießungen oder Repressalien meinschaft für eine Handlung ihrer Einwohner oder Mit-
an Zivilisten durch eine militärische Besatzungsmacht. Der glieder, die man nicht namhaft machen kann, notwendig
bekannte Rechtsanwalt Rudolf Aschenauer hat sich hierüber sein.”
in einem Buch über den Fall Kappler, in dem er sich vor al- § 454 des genannten Militärhandbuches bemerkt hinsicht-

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