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Makro Formelsammlung

Makroökonomie (Universität Salzburg)

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Makroökonomik
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DAS NEOKLASSISCHE MODELL


Exogene Einflussfaktoren (sind normalerweise gegeben):
- Produktionsfunktion Y und ggf. R0 - Arbeitsangebotsfunktion NS
- Die Geldmenge M - Die Sparfunktion S
- Kassenhaltungskoeffizient k h (mißt die durchschnittliche Kassenhaltungsdauer von Geld, d.h. den zeitlichen Abstand von
Geldempfang und Verausgabung, gemessen in ZE [Jahr, Monat,...] ; ausserdem bildet er den Kehrwert zur
Umlaufgeschwindigkeit v)
∂F
- Ausgangskapitalbestand K0 (Die Bedingung für einen optimalen Kapitalstock K* lauteti = . Das bedeutet die
Grenzproduktivität des Faktors Kapital entspricht dem Zinssatz i.) ∂K
- Der anfängliche Vermögensbestand B0 (muss nicht gegeben sein, ist für die Berechnung normalerweise nicht nötig)
Man beginnt normalerweise immer mit folgender Grund-Gleichung:
π = P ⋅ F ( N , K 0 , R0 ) − i ⋅ B0 − w ⋅ N d
Daraus kann man nun mehrere endogene Größen ableiten:

1) Arbeitsnachfragefunktion ND
∂π  w
Man maximiert die π -Gleichung: = 0 und erhält ND =... der Faktor  P  sollte drinstehen!
∗ ∂N
w
2) Der Reallohn  
P
Im Gleichgewicht auf dem Arbeitsmarkt muss gelten: ND = NS
S D
D.h. man setzt beide Formeln (N und N ) gleich und löst nach (w/P) auf!

Den konkreten Wert von NS und ND im Gleichgewicht kann man nun durch einfaches Einsetzen ausrechnen.

3) Das Reale Sozialprodukt Y*


Man muss nur noch alle Werte in die Produktionsfunktion einsetzen und erhält das Ergebnis.
Zu beachten ist, das das K in der Produktionsfunktion dem Ausgangskapitalbestand K0 gleich ist.

4) Das Preisniveau P*
Man benutzt die „Cambridge-Gleichung“ um das Preisniveau im Gleichgewicht zu bestimmen.

M M
hieraus folgt die Quantitätsgleichung des Geldes: ⋅ v = P* ⋅ Y
P* =
k ⋅Y *
h

5) Der Nominallohn w* *
w
Man benutzt folgende Gleichung: w* = P * ⋅  
P

6) Der Zinssatz i* und Das Reale Investitionsvolumen I*


Man benutzt letztendlich wieder die π -Gleichung, nur das sie diesmal etwas erweitert hingeschrieben wird:
π = P ⋅ F ( N , K 0 , R0 ) − i ⋅ ( B0 + P( K − K 0 )) − w ⋅ N d
Diese löst man nun auf (i reinziehen) und maximiert sie ! ∂π = 0 .
∂K
Es sollte nun eine Beziehung zwischen K auf der einen Seite und i auf der Anderen herauskommen.
Diese stellt man nach K um und kann somit I* ausrechnen.
*
Dazu folgende Formel: I = K − K0
Im Gleichgewicht muss gelten: S(i) = I(i) auf dem Finanz-Kapital-Markt
Setzt man nun die Gleichungen ein, kann man nach i* auflösen!

7) Die realen Ersparnisse S*


S* = I* muss gelten (1. Möglichkeit)
Als 2. Möglichkeit S* zu bestimmen kann man auch i* in die Sparfunktion einsetzen.

8) Der reale Konsum C*


Man benutzt folgende Formel: C* = Y * − S*
Sonstiges

Neoklassische Dichotomie:
Trennung von realem und monetärem Sektor, wobei der monetäre Sektor den realen Sektor nicht beeinflußt.

Saysches Gesetz:
Am Gütermarkt des neoklassischen Modells schafft sich jedes Angebot seine Nachfrage.
Der Anpassungprozeß vollzieht sich über den Zinsmechanismus; bei einem Überschussangebot wird der Markt durch einen
sinkenden Zins zum Ausgleich gebracht.

Philipp Dominitzki, Christoph Reichel & René Kissinger


Uni Mainz, WS 2001/02

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KEYNES 1: DAS MULTIPLIKATORMODELL


Modell-Variante 1: ohne Staat Modell-Variante 2: mit Staat
Y = A+ c ⋅Y Y = A + c ⋅ (1 − t ) ⋅ Y
A = C + I : autonomer Konsum/Güternachfrage A = G + C + I + c ⋅ (TR − T ) : autonomer Konsum/Güternfg.

AS = AD
c : marginale Konsumquote / Grenzneigung zum Konsum
t : Steuersatz
TR : Transferzahlungen
TA : Taxes ( TA = T + t ⋅ Y )
T : Kopfsteuern (einkommensunabhängige autonome Steuern)
t : Steuersatz

Gleichgewichtseinkommen Y *:
ß gegebene Werte einsetzen
ß die Y-Funktion nach Y auflösen, das Ergebnis ist Y *=...
allgemeines Ergebnis: Y * = 1
ß ⋅ A (wenn nicht dabeisteht das man herleiten muss!)
1 − c(1 − t )
Konsumfunktion C*:

ß Formel: C = C + c⋅Y bzw. „Gegenstück“ zur Sparfunktion S

Gesamtwirtschaftliche Ersparnis S / Investitionsfunktion I*:


*

ß S=I Sparfunktion = Investitionsfunktion


ß “Umkehrfunktion” bzw. „Gegenstückfunktion“ der C-Funktion bilden

Ungeplante Investitionen I U :
ß Man bekommt ein neues Y gegeben, dieses setzt man in die Sparfunktion ein
ß Dadurch bekommt man ein neues S*
ß Die Differenz zwischen sind die ungeplanten Investitionen

Das Sparparadoxon:
ß Die Sparneigung der Konsumenten verändert sich
ß Man rechnet es folgendermaßen aus:
• Man bekommt ein neues s
• Dieses setzt man jetzt ein, schreibt die neue Sparfunktion hin
• Aus dieser neuen Sparfunktion entwickelt man nun die neue Konsumfunktion (durch
komisches Umkehrverfahren)
• Neues Y * ausrechnen und in die neue Sparfunktion einsetzen
• Altes und neues Ergebnis müssen gleich sein!
• Obwohl sich die Sparneigung erhöht, bleibt die gesamtwirtschaftliche gleichgewichtige
Ersparnis gleich.

Der Budgetüberschuß:
ß Formel: ∆BS = (1 − c ) ⋅ (1 − t ) ⋅ ∆G oder BS = t ⋅ Y − G − TR
1 − c ⋅ (1 − t )
ß ∆G : Veränderung der Staatsausgaben
Der Multiplikator α (mit Staat):
Formel: 1 Der Multiplikator gibt die Veränderung des Gleichgewichtseinkommens bei Veränderung der autonomen
1 − c ⋅ (1 − t )
Nachfrage um eine Einheit an. Der Multiplikator wird umso größer, je größer die Grenzneigung zum Konsum (c) ist.
(1-t) wird weggelassen, wenn wir keine einkommensabhängigen Steuern vorliegen haben!

Herleitung des Multiplikators für eine Wirtschaft ohne Staat (keine Transfers und sonstige Steuern):
AS = AD
Y = I + C + c ⋅ ( Y − tY ) + G
Y = I + C + c ⋅ (1 − t) ⋅ Y + G
1
Y= ⋅ (I + C + G )
1 − c ⋅ (1 − t)

Das verfügbare Einkommen Y disp :


disp
ß Y = Y − TA + TR

Philipp Dominitzki, Christoph Reichel & René Kissinger


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KEYNES 2: DAS IS-LM MODELL


Das Grundmodell des IS-LM Modells

Einkommen

Finanzanlagemärkte Gütermarkt
Geldpolitik Geldangebot / Output /
Geldnachfrage Aggregierte Nachfrage

Zinssatz Fiskalpolitik

DER GÜTERMARKT

Die IS-Kurve (Gütermarktgleichgewichtskurve):


= der geometrische Ort aller Y-i Kombinationen, in welchen der Gütermarkt im Gleichgewicht ist.
Investments = Savings
Die Formel lautet: 1 1
i = ⋅ A− Y (dies ist ein Zusammenhang, keine Funktion!)
b b ⋅α

i
AS = Y
IS =
LM
AS = A + c ⋅ (1 − t) ⋅ Y − b ⋅ i
AS = AD
AD = C + c ⋅ (1 − t ) + I − b ⋅ i + G
=
Y AD = C + I + G

Die Herleitung der IS-Kurve

AS = AD
AD = Y

Y = A + c ⋅ (1 − t ) ⋅ Y − b ⋅ i A = C + I + G + (TR − T ) ⋅ c
! nach i auflösen um zur IS-Kurve zu kommen:

Y = C + I + G = C + c ⋅ (TR − T ) + c ⋅ (1 − t ) ⋅Y + I − b ⋅ i + G
mit A = C + c ⋅ (TR − T ) + I + G + c ⋅ T
⇒ Y = A + c ⋅ (1 − t ) ⋅Y − b ⋅ i
Y − c ⋅ (1 − t ) ⋅Y = A − b ⋅ i
Y − ( c − c ⋅ t) ⋅ Y = A − b ⋅ i
Y − c⋅Y − c⋅t ⋅Y = A −b ⋅i 1
An dieser Stelle wird der Ausdruck1 − c ⋅ (1 − t ) durch ersetzt,
α
Y ⋅ (1 − c − c ⋅t ) = A − b ⋅ i 1
da =α ist.
Y ⋅ (1 − c ⋅ (1 − t)) = A − b ⋅i 1 − c ⋅ (1 − t )
1 1 1
Y ⋅ = A− b⋅i Ein letzter Schritt bringt uns dann zur IS-Kurve: i= A− Y
α
b b ⋅α
1
b ⋅i = A −Y ⋅
α

Der einfache Multiplikator α: Gibt an, um wieviel sich das Einkommen ändert, wenn
1 sich die autonome Nachfrage ändert.
α=
1 − c ⋅ (1 − t )

Philipp Dominitzki, Christoph Reichel & René Kissinger


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DER GELDMARKT

Die LM-Kurve (Geldmarktgleichgewichtskurve):


= der geometrische Ort aller Y-i Kombinationen, in welchen der Geldmarkt im Gleichgewicht ist.
Liquidity = Money
Die Formel lautet: 1  M  k
i =  LS −  + ⋅ Y (dies ist ein Zusammenhang, keine Funktion!)
h P  h

Die Herleitung der LM-Kurve

L = LS + LT
LS = LS − h ⋅ i
LT = k ⋅ Y
M
L=
P
M
⇒ = LS − h ⋅ i + k ⋅ Y
P

h ⋅ i = LS −
M
+ k ⋅Y 1  M k
P
Ein letzter Schritt bringt uns dann zur LM-Kurve: i= ⋅  LS −  + ⋅ Y
h  P h

SCHRITTWEISES VORGEHEN

Die IS und die LM Kurve ausrechnen!


( entsprechend die Kurven herleiten (siehe oben) und dann Werte einsetzen)
*
Das Gleichgewichtseinkommen Y :
IS = LM setzen, dann nach Y auflösen
*
Der gleichgewichtige Zinssatz i :
*
Y in IS- oder LM-Gleichung einsetzen, nach i auflösen

Die Investitionsnachfrage I:
I = I −b⋅i
i = Zinssatz b = Zinsreagibilität der Investitionen I = autonome Investitionsausgaben (unabhängig vom Einkommen
und vom Zinssatz)
*
Der Konsum C :
C * = C + c ⋅ (1 − t ) ⋅ Y
*
Die Ersparnisse S :
= „Gegenfunktion“ zur Konsumfunktion, denn Y=C+S S * = −C + (1 − c) ⋅ (1 − t ) ⋅ Y

Das Budgetdefizid BD:


Man benutzt die Formel: S − I = BD = G + TR − TA
Das BD nimmt bei erhöhten Staatsausgaben immer zu. Der Zuwachs ist allerdings unterproportional, da höhere
Staatsausgaben auch das Einkommen und damit die Steuern erhöhen.

Fiskal Privat Auswirkung In diesem Modell


1. Fiskalpolitik G, Tr, T Verschiebung der Kurve können nur bestimmte
C,I Arten von Störungen
t Drehung der Kurve auftreten.
Die fettgedruckten
2. Geldpolitik / Verschiebung LM sind die für die
M
Monetärpolitik Kurve Klausur wichtigsten.

Philipp Dominitzki, Christoph Reichel & René Kissinger


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Herleitung der Multiplikatoren:

IS = LM
1 1 1 M k
IS = A − Y =  LS −  + Y
b b ⋅α h  P  h
1 1 M  k 1
A =  LS −  + Y + Y
b h P  h b ⋅α
1 1M  k 1
A = −  − LS  + Y + Y
b h P  h b ⋅α
1 1M  k 1
A +  − LS  = Y+ Y
b h P  h b ⋅α
1 
1 M  k 1 
A +  − LS  = Y ⋅ + 
b h P   h b ⋅α 
1 M 
1  − LS 
A 
h P
b +   = Y
k 1 k 1
+ +
h b ⋅α h b ⋅α
1 1 M 
⋅ A+ ⋅ − LS  = Y
b ⋅k 1 h  P 

+ k+
h α b ⋅α
Im letzten Term sind nun beide Multiplikatoren enthalten:
Der Fiskalmultiplikator Yf: Gibt an, wie Y sich ändert, wenn A sich ändert. [wirkt auf den Gütermarkt]
1
Yf =
b⋅k 1
+
h α
Der Geldmulitplikator Ym: Gibt an, wie Y sich ändert wenn M sich ändert. [wirkt auf den Geldmarkt]
1
Ym =
h
k+
b⋅α

Die „Was passiert wann“ Sammlung für das IS-LM Modell

Änderung von Was passiert?

A ↑⇒ Y ↑⇒ i ↑ ab der Steigung von Y befinden wir uns auf dem Geldmarkt


T
1. L = L + L
S
2. L = k ⋅ Y + LS − h ⋅ i
C È 3. L bleibt konstant, da
M
sich nicht verändern darf
!
P
Der Konsum steigt 4. es gilt: L = k ⋅ Y (hier steigt kY da Y sich erhöht)
deshalb muss LS − h ⋅ i sinken
5. Feststellung: i muss sinken da h eine exogene Variable ist

bÈ Wir wissen: I = I − b ⋅i
1. Wenn nun b steigt... b ↑ ...so steigt auch der Teil „ b⋅ i “
Die Zinsreagibilität 2. Wir gehen davon aus dasI konstant bleibt, daraus folgt dasI insgesamt fallen muss.
der Investitions- 3. Wir wissen: Y = C + I
nachfrage steigt 4. Wenn nun C konstant gehalten wird (ceteris paribus), dann muss Y fallen.
å Geld und Wertpapier Markt
1. Überangebot auf dem Geldmarkt ! 2. Überschußnachfrage auf dem WP-Markt ! 3. Kurse steigen, Zinsen
MÈ sinken ! 4. Zinsabhängige Geldnachfrage steigt solange, bis ein GG auf dem Geldmarkt erreicht wird.
ç Gütermarkt
Die Geldmenge 1. Zinsabhängige Güternachfrage (Investitionen) steigt ! 2. Überschußnachfrage ! 3. expansiver, einfacher
steigt, LM-Kurve Multiplikatorprozess ! 4. Einkommen steigt
verschiebt sich é Geld und Wertpapier Markt
nach rechts 1. Einkommensabhängige Geldnachfrage steigt ! 2. Überschußnachfrage ! Zinsen steigen

[ und so weiter, bis Geld und Gütermarkt im GG sind ]

Philipp Dominitzki, Christoph Reichel & René Kissinger


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Weitere interessante Tatsachen die man bis hierher wissen sollte

Die Philips Kurve: Beschreibt den negativen Zusammenhang zwischen Inflationsrate und
Arbeitslosenrate.

Inflationsrate

Arbeitslosenrate

Das Okunsche Gesetz: Wenn das Wachstum größer als die Trendrate des Wachstums des BIP ist, nimmt die
Arbeitslosenquote ab.
(! nagativer/inverser Zusammenhang)

- Im Falle einer zurückgehenden Arbeitslosigkeit steigt die Produktion


überproportional
- Im Fall einer steigenden Arbeitslosigkeit sinkt die Produktion unterproportional.
Begründungsansätze:
1. Schwankende Auftragslagen werden durch Unternehmen zunächst mit Variationen der Arbeitszeit beantwortet.
2. Prozyklisches Schwanken der Arbeitsproduktivität mit der Auslastung.
3. Arbeitnehmer wechseln zwischen 4 Stationen im Arbeitsmarkt und nicht zwischen den vorher angenommenen 2 Stationen
aus Beschäftigten und Arbeitslosen. Es treten hinzu die stille Reserve und andere Verwendungen.

Das Haavelmoo-Theorem:

Die verschiedenen Multiplikatoren geben nur den Einfluss jeweils einer Größe bei Konstanz aller übrigen auf das
Volkseinkommen an. Die Realität ist jedoch zumeist durch einen kombinierten finanzpolitischen Mitteleinsatz gekennzeichnet,
wobei sich Multiplikatorwirkungen häufig kompensieren. Dies kann man mit dem Beispiel einer gleichzeitigen Staatsausgaben-
und Staatseinnahmenerhöhung zeigen. Es wird unterstellt, dass die Einnahmenerhöhung gleich groß ist, wie die
Ausgabenerhöhung. Man könnte meinen, dass diese beiden Effekte einander genau kompensieren, dass es also keinen Effekt
auf das Volkseinkommen gibt. Ein Vergleich der Multiplikatoren zeigt jedoch, dass der expansive Effekt überwiegen muss. Der
Gesamteffekt eines ausgeglichenen Zusatzbudgets G ist nämlich:

1 c 1−c dY
dY = ⋅ dG − ⋅ dT = ⋅ dG = dG ⇒ =1
1− c 1−c 1−c dG
Die Erhöhung lässt sich so erklären:
Das durch die erhöhten Steuern den privaten Haushalten entzogene Einkommen wäre von ihnen zu einem Teil gespart worden.
Es wäre somit nicht in voller Höhe nachfragewirksam geworden. Das für den Staat zusätzliche Einkommen wird jedoch voll
ausgegeben und damit in entsprechender Höhe nachfragewirksam. Netto ergibt sich somit eine Nachfrageerhöhung durch das
steuerfinanzierte Zusatzbudget. Dieser vom norwegischen Nationalökonom Haavelmo erkannte Zusammenhang wird in der
Literatur als Haavelmo-Theorem bezeichnet.
Siehe auch: http://wwwai.wu-wien.ac.at/usr/ebner/archive/dipl/dipl/node11.html

Crowding Out:

Crowding Out bezeichnet die Verdrängung privater Nachfrage durch staatliche Nachfrage.
Da die staatliche Nachfrage zinsunabhängig ist (autonom), reagiert sie nicht auf die Zinssteigerungen am Wertpapiermarkt, die
durch die höhere Nachfrage induziert werden. Die private (zinsabhängige) Nachfrage geht jedoch zurück.
Bei einem vollständigen crowding out wird die private Nachfrage durch die staatliche Nachfrage vollständig verdrängt.
Zu einem vollständigen crowding out kommt es bei einer vertikalen LM-Kurve oder bei einer horizontalen IS-Kurve.

Der kritische Zinssatz iK :

Formel:
in Ist der Marktzins kleiner als der kritische Zins, dann werden sich die
iK =
1 + in Wirtschafssubjekte für Geldhaltung entscheiden, da höhere Kursverluste als Zinserträge aus
Wertpapieren erwartet werden.

Geldhaltungsmotive:

1) Transaktionsmotiv Geldhaltung zu Transaktionszwecken, d.h. um (geplante) Zahlungen für Güter und


Dienstleistungen tätigen zu können (Positiv abhängig vom Realeinkommen)
2) Vorsichtsmotiv Geldhaltung aus Vorsichtsgründen, um Unvorhergesehene Ausgaben abdecken zu können.
(Positiv abhängig vom Realeinkommen, Negativ abhängig vom Zinssatz)
3) Spekulationsmotiv Geld als Wertaufbewahrungsmittel, entscheidend sind die Erwartungen der Wirtschaftssubjekte.
Kriterium: Geldhaltung, falls der erwartete Kursverlust größer ist als der Zinsertrag
(negativ abhängig vom Zinssatz)

Philipp Dominitzki, Christoph Reichel & René Kissinger


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DAS AS-AD MODELL


Das AS-AD Modell ist eine Erweiterung des 2. Keynesianischen Modells. Das IS-LM Modell bildet hier in diesem
Modell die AD-Kurve (Aggregated Demand). Die Erweiterung ist die AS-Kurve (Aggregated Supply).

Die AD-Kurve

Die AD-Kurve gibt an, zu welchem Preisniveau die produzierte Menge abgesetzt wird. Sie aggregiert
alle Gleichgewcihtspunkte des IS-LM Modells.

Welcher Output ist beim gegebenen Preisniveau bei welchem Zinssatz vollständig absetzbar?

IS M  M  M 
LM  0  LM  0  LM  0 
 P1   P2   P3 

i1

i2

i3

Y1 Y2 Y3 Y

P
P1 > P2 > P3
M
AD P ↓⇒ ↑⇒ i ↓⇒ A ↑
P

P1

P2

P3

Y1 Y2 Y2 Y

Das Outputlevel ist also eine abnehmende Funktion des Preisniveaus und wird durch eine fallende
Kurve beschrieben. Änderungen in der Geld- oder Fiskalpolitik (bzw. Änderungen eines jeden Faktors
der die IS / LM Kurven verändern würde) verschieben die AD-Kurve nach rechts oder nach links.

M
Die Gleichung der AD-Kurve lautet: Yt * = Y f ⋅ A + Ym ⋅
Pt

Was könnte passieren?

P, das Preisniveau, steigt an


! Die nominale Geldnachfrage steigt an ! da die Geldmenge M fixiert ist, wird der Zinssatz i steigen, damit die Leute weniger
Geld nachfragen ! der gestiegene Zinssatz führt zu einer Abnahme der Güternachfrage ! dies führt zu einem Sinken des
Outputs Y

Die Erwartungen der Verbraucher steigen an


! Die IS-Kurve verschiebt sich nach rechts ! dies impliziert einen höheren Output ! bei gleichem Preisniveau ist nun der
Output höher ! die AD-Kurve verschiebt sich nach rechts

Philipp Dominitzki, Christoph Reichel & René Kissinger


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Die AS-Kurve
Die AS-Kurve beschreibt den Zusammenhang zwischen dem Output Y und dem Preisniveau P.

Die Herleitung:
Es gibt 3 entscheidende Hypothesen, aus denen heraus sich dann die AS-Kurve erklären lässt:

1) Die einfache Produktionsfunktion

Y = a ⋅N a = Arbeitsproduktivität N = Arbeit
a = konstant = 1

2) Die Lohnzuschlagskalkulation
1 1
Pt S = (1 + µ ) ⋅ wt ⋅ wobei = 1 da a = 1 µ = Aufschlagsfaktor w t = Nominallohn
a a
diese Gleichung löst man auf und erhält:
S
 wt  1 dies ist der implizierte Verteilungsanspruch
  =
 Pt  1 + µ

3) Die Lohnbildung (abhängig von dem erwarteten Preisniveau, der Arbeitslosigkeit und sonstigen Faktoren)

wt = Pt e ⋅ f ( ut , z ) ut = Arbeitslosenrate zum Zeitpunkt t z = andere Faktoren

diese Gleichung löst man auf und erhält:


D
 wt

 = f (ut , z) dies ist ebenfalls der implizierte Verteilungsanspruch, nur in anderer Form

 Pt
 D
Y* −Yt  wt  Y * − Y t 
Die Arbeitslosigkeit u t = *
wird nun in der in die Gleichung eingebaut: 
 
 = f  *
, z 
Y  Pt   Y 
uN ist die natürliche Arbeitslosenrate, sie wird erreicht wennPt e = Pt
Aus diesen Tatsachen heraus ergibt sich folgendes Diagramm:
 w
 
P

1
1+ µ

f ( ut , z )

UN U

Mit den drei Hypothesen kann man nun folgenden Zusammenhang herstellen:

AS = Pt S = (1 + µ ) ⋅ wt ersetzt man nun w t , so erhält man:

AS = Pt S = (1 + µ ) ⋅ Pt e ⋅ f (ut , z) ersetzt man nun ut , so erhält man:

Y * −Yt 
AS = PtS = (1 + µ ) ⋅ Pte ⋅ f  *
, z  = Die Gleichung der AS-Kurve
 Y 
Die Steigung der AS-Kurve:

∂Pt S ∂f ∂u
t
= (1 + µ) ⋅ ⋅ t > 0 Das heisst die Steigung ist positiv.
∂Y ∂u ∂Y
Die Lage der AS-Kurve: Pt AS

Yt =Y N
 1  Pe
f (Y N , z ) =  
1 + µ 
Pt S = Pt e Yt
YN
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Dinge die im AS-AS Modell passieren können / Tatsachen die einfach so sind
Was passiert wenn...

- P e, das erwartete Preisniveau, steigt


Wenn das erwartete Preisniveau steigt, so wird auch das tatsächliche Preisniveau in demselben Ausmaß ansteigen.
Dies geschieht durch die Anpassung der Löhne, denn wenn die Preiserwartungen hoch sind, werden in
Lohnverhandlungen höhere Löhne ausgehandelt (im Modell im gleichen Ausmaß wie die Preissteigerung). Das heisst,
wenn die Preiserwartungen sich verdoppeln, wird das tatsächlich erzielte Preisniveau sich auch verdoppeln.

- Y, das Outputniveau, steigt


Wenn das Outputniveau steigt, so steigt auch das Preisniveau. Dies passiert folgendermaßen:
o Das gestiegene Output führt zu mehr Beschäftigung
o Die gestiegene Beschäftigung führt natürlich zu einem Sinken der Arbeitslosenrate
o Die gesunkene Arbeitslosenrate führt zu einem Anstieg der Nominallöhne
o Die gestiegenen Löhne führen zu einer Erhöhung der Produktionskosten, dies führt dann letztendlich zu
steigenden Preisen
Dieser Zusammenhang wird in der AS-Kurve dargestellt:
o Wenn das Outputniveau über/unter seinem natürlichen Level liegt, so wird auch das Preisniveau höher/niedriger
sein als erwartet: P > Pe / P < Pe
o Ein Ansteigen/Sinken des erwarteten Preisniveaus wird die AS-Kurve nach oben/unten verschieben.

Das AS-AD Gleichgewicht im „short-run“ und „medium -run“ unter der Annahme Pt e = Pt −1
Year t

AS Wir befinden uns in der ersten Betrachtungsperiode. Noch gibt es keinen


Grund warum das Outputniveau seinem natürlichen Level entsprechen sollte.
Price level, P

Pt A

Pt e = Pt−1
B
AD

YN Yt
Year t+1
Output, Y
Price level, P

After Year t+1


Output, Y
Price level, P

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