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Die Textsorten

Ein Überblick für die 8c des BG Blumenstraße

Lernhilfe für die Schularbeiten


sowie die schriftliche Reifeprüfung 2020

Verfasst von Rosa Rümmele

Auf Grundlage von:


Hofer, Jutta (2019): Durchstarten Deutsch Textsortentraining. Übungsbuch.
8. Auflage. Linz: Veritas Verlag
ISBN: 978-3-7101-0783-2

November 2019
Inhaltsverzeichnis

Aufgabenstellung…………………………………………………………………….3

Operatoren…………………………………………………………………………...4

1. Die Zusammenfassung……………………………………………………………5

2. Die Textanalyse……………………………………………………………………7

3. Die Textinterpretation…………………………………………………………...10

4. Die Erörterung…………………………………………………………………...12

5. Der Kommentar………………………………………………………………….15

6. Die Meinungsrede………………………………………………………………..18

7. Der Leserbrief …………………………………………………………………...22

Nützliche Stilmittel …………………………………………………………….......25

2
Aufgabenstellung

Bei deiner schriftlichen Prüfung bzw. bei der Schularbeit wirst du verschieden Aufgaben gestellt
bekommen. Diese Aufgaben kannst du aber nicht frei wählen, sondern sie sind in drei
„Themenpakte“ zusammengefasst. Jedes Themenpaket besteht aus zwei Aufgaben. Das Thema des
ersten Themenpakets („literarische Klammer“) lautet generell „Literatur-Kunst-Kultur“. Es wird also
nicht mehr ein inhaltliches Thema (z.B. „Zeitunglesen“) als Klammertitel vorgegeben; die erste
Aufgabe ist nach wie vor eine Textinterpretation, die zweite Aufgabe ist eine kurze Textsorte
(Kommentar, Leserbrief oder Zusammenfassung), die sich mit einem
literarischen/künstlerischen/kulturellen Thema auseinandersetzt.

Anbei findest du als Beispiel die Aufgabenstellung der standardisierten Reife- und Diplomprüfung
bzw. Reifeprüfung in Deutsch vom Mai 2019:
Quelle: https://www.srdp.at (Stand: 15.06.2019)

Hinweise zur Aufgabenbearbeitung

Sehr geehrte Kandidatin! Sehr geehrter Kandidat!

Ihnen werden im Rahmen dieser Klausur insgesamt drei Themenpakete mit je zwei Aufgaben
vorgelegt. Wählen Sie eines der drei Themenpakete und bearbeiten Sie beide Aufgaben zum
gewählten Thema.

Themenpakete Aufgaben (geforderte Wortanzahl) Textbeilagen

1. Literatur-Kunst-Kultur Textinterpretation (540 bis 660 Wörter) 1 Erzählung


Kommentar (270 bis 330 Wörter) 1 Bericht
2. Fotografieren Erörterung (540 bis 660 Wörter) 1 Essay
Zusammenfassung (270 bis 330 1 Bericht
Wörter)
3. Macht der Sprache Zusammenfassung (270 bis 660 1 Sachtext
Wörter)
Meinungsrede (540 bis 660 Wörter) 1 Bericht

Tipp: Bei der Wahl des Themas kann hilfreich sein:


1. Was habe ich schon alles zu diesem Thema gehört?
2. Ist mir das Thema ‚sympathisch‘? Kann/Will ich dazu knapp 1000 Wörter schreiben?

3
Operatoren

Die Verben, die den Arbeitsaufträgen vorangestellt sind, nennt man „Operatoren“.
Sie fordern dich zu einer bestimmten Schreibhandlung auf.

Wenn du weißt, welche Handlung hinter welchem Operator „steckt“, dann wirst du sicher den
Arbeitsauftrag richtig verstehen und in deinem Text passen umsetzen. Wenn du die Operatoren
nicht berücksichtigst, d.h., wenn du etwas andere schreibst als eigentlich von dir verlangt wird,
dann wirkt sich das negativ auf deine Note aus.

Wie sind Operatoren eingeteilt?

Die Operatoren sind in drei Anforderungsbereiche (= Schwierigkeitsgrade) eingeteilt:

1. Operatoren, die Leitungen 2. Operatoren, die Leistungen 3. Operatoren, die Leistungen


überwiegen im Anforderungsbereich überwiegend im überwiegend im Anforderungsbereich
„Reproduktion“ verlangen Anforderungsbereich „Reflexion und Problemlösung“
„Reorganisation und Transfer“ verlangen
verlangen
Zum Beispiel: Zum Beispiel: Zum Beispiel:
→ (be)nennen → analysieren/untersuchen → appellieren
→ beschreiben → → begründen/Gründe angeben
→ wiedergeben bestimmen/einordnen/zuordnen → beurteilen
→ zusammenfassen → charakterisieren → bewerten
→ erklären → deuten/interpretieren
→ erläutern → diskutieren/erörtern/sich
→ erschließen auseinandersetzen mit
→ in Beziehung setzen → entwerfen
→ vergleichen/einander → kommentieren/Stellung nehmen
gegenüberstellen → (über)prüfen
→ vorschlagen/Vorschläge machen

Was steckt nun hinter den Operatoren?

Operator Was wird daher von mir verlangt?

(be)nennen Informationen zusammenstellen, ohne sie zu bewerten; z.B.:


→ Nennen Sie die im Text angesprochenen Gründe für die Sehnsucht nach einer intakten Familie.
beschreiben Sachliche Darstellung der Gegebenheiten; z.B.:
→ Beschreiben Sie den historischen Wandel der Familie, wie er in der Textbeilage dargestellt wird.
analysieren/ Merkmale des Input-Textes unter bestimmten Aspekten beleuchten und erschließen; z.B.:
untersuchen → Analysieren Sie den Aufbau des Textes in Verbindung mit den Veränderungen der jungen Frau.
→ Untersuchen Sie den Text hinsichtlich suggestiver Fragestellungen.
charakterisieren Die jeweilige Eigenart von Figuren, Sachverhalten erfassen; z.B.:
→ Charakterisieren Sie den Helden und seine Gegenspieler.
beurteilen Begründete Einschätzung zu einem Thema geben; z.B.:
→ Beurteilen Sie die Aktualität des Gedichts, indem Sie es auf Ihre Erfahrungen mit der Werbe-
und Konsumwelt von heute beziehen.
deuten/interpretieren Sinnzusammenhänge schlüssig und begründet in den Gesamtkontext einbetten; z.B.:
→ Deuten Sie den Text in Hinblick auf das Motiv Macht der Kritik.

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5
1. Die Zusammenfassung
Was ist eine Zusammenfassung?
Die Zusammenfassung ist eine Kürzung einer Textvorlage (Zeitungsbericht, Sachartikel, Grafik,
etc.). Sie verschafft eine kurze Information über die Grundgedanken eines Textes, gewährt der
Leserin/dem Leser einen Einblick in die Argumentationsweise der Autorin/des Autors und gibt eine
Analyse der gedanklichen Struktur eines Textes.

Wichtig: Bei der Zusammenfassung handelt es sich um die Wiedergabe von Aussagen anderer
Personen, nicht um deine eigene Meinung.
Tipp: Verwende indirekte Reden/Konjunktiv!

Wie ist eine Zusammenfassung aufgebaut?


Wichtig: Anders als bei den meisten anderen Textsorten gilt die Dreiteilung (Einleitung-Hauptteil-
Schluss) nicht, eine Zusammenfassung gliedert sich nur in EINLEITUNG und HAUPTTEIL. Sie hat
keinen Schluss!

EINLEITUNG Die Einleitung …


→ präsentiert den Text („Eckdaten des Textes“ = Titel, Textsorte, Autorin/Autor, Entstehungszeit,
Erscheinungsort, Entstehungsumfeld, Zielgruppe, Textumfang, Erscheinungsweise (z.B. digital, online,
Verlag) und das Thema.
HAUPTTEIL Der Hauptteil …
→ ist die sachliche Wiedergabe der wichtigsten Aussagen des Textes.
→ beleuchtet Teilaspekte des Textes genauer.
→ hängt immer von der Aufgabenstellung (Operatoren beachten!) ab.

Wie „knacke“ ich den Input-Text?

Um den Text zu
verstehen, musst du Schreibe dir die Welche
Markier dir die Warum und "Knacken"
alle Wörter, die dir Argumente des Meinung
wichtigsten für wen wurde
unklar sind, in deinem Punkte im Text
Textes vertritt die
der Text des Input-
Wörterbuch stichwortartig Autorin/der Textes
mit Leuchtstiften. veröffentlicht?
nachschlagen. zusammen. Autor?

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Formulierungshilfen für deine Zusammenfassung:

Hilfreiche Wendungen:
→ In dem am … in der Tageszeitung … erschienenen Artikel „…“ spricht die Autorin/der Autor … über …
→ Die Autorin/Der Autor erzählt/berichtet/informiert die Leserin/den Leser … über …
→ Die Autorin/Der Autor beginnt mit der Vermutung, dass …/der Frage, ob …
→ Zu Beginn äußert die Verfasserin/der Verfasser die Vermutung, dass …/stellt die Verfasserin/der Verfasser die
Behauptung auf, dass …/stellt die Verfasserin/der Verfasser die Frage, ob …
→ Die Autorin/Der Autor begründet, dass …/behauptet, dass …/führt an, dass …/erklärt, dass …/veranschaulicht, dass …
→ Geht von der Frage/Beobachtung/Problematik aus …
→ Gibt einen Überblick/einen Vergleich an …
→ Der Autorin/Dem Autor ist wichtig zu betonen, dass …
→ Besonders möchte die Verfasserin/der Verfasser des Artikels darauf hinweisen, dass …
→ Ganz klar streicht sie/er heraus, dass …
→ Große Bedeutung kommt der Tatsache zu, dass …
→ Im Mittelpunkt des Artikels steht …
→ Der Artikel gliedert sich in …
→ Die Autorin/Der Autor kommt zu dem Ergebnis/der Schlussfolgerung …
→ Ihre/Seine Meinung stützt sie/er auf …
→ Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch die Expertin/der Experte …
→ Als Grund/Gründe nennt die Verfasserin/der Verfasser …

Hilfreiche Verben:
Anordnen, antworten, anzweifeln, auffordern, ausführen, befassen, behaupten, berichten, beschönigen, beschreiben,
bestreiten, beweisen, bezweifeln, erklären, erwidern, fragen, hervorheben, loben, mahnen, schildern, verlangen, vorschlagen,
thematisieren, geht der Frage nach, sich widmen

CHECKLISTE: Die Zusammenfassung

Teile der Ich muss darauf achten, dass … Welche Formulierung passt wozu?
Textsorte
EINLEITUNG … ich alle Basisdaten (= „Eckdaten“) In dem am 11.03.2012 in der Tageszeitung „Die Presse“
des Input-Textes benenne. erschienen etwa zweiseitigen Artikel „Der Zweifel am Sinn von
Hausübungen“ spricht die Autorin Julia Neuhauser über die
pädagogische Wirkung von Hausübungen in der Schule.
… das Thema des Ausgangstextes klar Die Autorin befasst sich mit dem Thema Schule und zeigt dabei
formuliert ist. auf, dass der Einsatz von Hausübungen nicht unumstritten ist.
HAUPTTEIL … ich die wichtigsten Aussagen des Der Autorin ist wichtig zu betonen, dass …
Textes wiedergebe. Besonders möchte die Verfasserin des Artikels darauf
hinweisen, dass …
Ganz klar streicht sie heraus, dass …
… ich bestimmte Teilaspekte (z.B. Der Nachrichtenmarkt verändert sich stark. Vor nicht allzu
Veränderungen darstelle) genau langer Zeit haben Zeitungen ihre Websites dazu genutzt, ihren
beleuchte. Leserinnen und Lesern Einblick in die aktuellsten Nachrichten
zu geben, heutzutage tippen die Leserinnen und Leser kaum
noch die Websites der Zeitungen in ihre Suchmaschinen ein, sie
kommen auf andere Weisen zu ihren Nachrichten.
… ich immer verdeutliche, wessen Grundsätzlich stellt der Autor XY in seinem Hintergrundbericht
Meinung ich vertrete. fest, dass die mediale Macht von Facebook immer mehr steige.
Das sei unter anderem daran festzumachen, dass der direkte
Zugriff auf die Online-Ausgaben von Zeitungen abnehme.

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2. Die Textanalyse
Was ist eine Textanalyse?
Bei einer Textanalyse wird ein nicht-fiktionaler Text in Bezug auf seinen Inhalt, seinen Aufbau/seine
Struktur und seine Sprache analysiert. Die Textanalyse verlangt keine Interpretation, es geht darum,
einen Text sachlich zu beschreiben und seine Besonderheiten herauszuarbeiten.

Wenn du eine Textanalyse schreiben musst, dann wird von dir verlangt, dass du …
- Hauptsächlich im Präsens schreibst. Für alles, was davor passiert ist, verwendest du das
Perfekt.
- Sachlich und klar formulierst.
- Nicht wertest.
- Kein „ICH“ verwendest.
- Dich voll auf den analysierenden Text konzentrierst und nicht abschweifst.
- Das Fachvokabular verwendest, das für eine Analyse typisch ist.
- Mit Zitaten arbeitest.

Wie ist eine Textanalyse aufgebaut?

EINLEITUNG → „Eckdaten“ des Textes


→ Zielgruppe
→ Textfunktion
HAUPTTEIL → Inhalt kurz zusammenfassen
→ inhaltliche Analyse
- Zentrale Aussagen zum Thema
- Inhaltlicher Aufbau
→ formale Analyse
- Struktur und Gliederung (Überschrift, Lead …)
- Argumentationslinien
- Thesen
- Verweis auf Expertinnen/Experten
- Begleitmaterial miteinbeziehen (Diagramme …)
→ sprachliche Analyse
- Sprache/Stil
- Wortwahl, Wortschatz, Fachvokabular
- Satzbau
- Stilfiguren
- Leitwörter, Schlüsselbegriffe
- Bezug zum Titel/zur Überschrift
→ Kommunikationsanalyse
- Textfunktion
- Textleistung
- Nutzen für Leserinnen/Leser
- Wirkung auf Leserinnen/Leser
SCHLUSS → je nach Aufgabenstellung, kann dieser auf entfallen (z.B. Fazit, Zusammenfassung)

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Formulierungshilfen für deine Textanalyse:

Einleitung/Eckdaten Inhaltliche Analyse


→ Der 2005 in der Tageszeitung erschienene… → stellt vor …
→ Der bekannte österreichische Autor hat … geschrieben → geht auf … ein.
→ Die Expertin XY behauptet, …
→ Im Mittelpunkt des Textes steht die Aussage, dass …
Formale Analyse Sprachliche Analyse
→ der in sich schlüssige Text … → der sehr sachlich gehaltene Text …
→ die Leserin/der Leser erkennt im Text den → die sehr ironisch formulierte …
Argumentationsfaden … → der neutrale Ton, in der der Text geschrieben ist …
→ die Argumente sind geordnet angeführt → der anspruchsvolle Text, der mit vielen Fremdwörtern
→ zusätzlich zu den Expertenmeinungen gibt es noch … gespickt ist …
→ die Thesen werden durch Aussagen von Experten noch → die Argumentation ist leicht nachvollziehbar, denn die
unterstützt … verwendete Sprache ist die heute übliche Alltagssprache …
→ die Schlüsselstelle in diesem Text ist … → der Autor hat eine Vorliebe für Fachvokabeln, die er …
→ der einfache/komplizierte Satzbau kennzeichnet diesen Text

Kommunikationsanalyse
→ Dieser Sachtext stellt … dar
→ möchte über … informieren …
→ der sachliche Text bewirkt, dass …

CHECKLISTE: Die Textanalyse

Teile der Ich muss darauf achten, dass … Welche Formulierung passt wozu?
Textsorte
EINLEITUNG … ich alle „Eckdaten“ des Textes angebe. In seinem, in der Tageszeitung „Der Standard“ am 2. April
2004 erschienenen Artikel „Im Reich der eingenetzten
Wortfetzen“ spricht der österreichische Autor Daniel Glattauer
die Veränderungen an, die die deutsche Sprache gerade
durchläuft.
… ich die Textfunktion angebe und über die Dieser Artikel ist für Leserinnen/Leser verfasst, die sich näher
Zielgruppe schreibe (bei Sachtexten). mit den Veränderungen der Gegenwartssprache befassen
wollen, der Autor setzt eindeutig Fachkenntnis voraus.
HAUPTTEIL … der Inhalt kurz wiedergegeben wird. Dieser Artikel stellt einerseits die Einflüsse dar, die die Sprache
verändern, andererseits gibt er Einblick in die Veränderungen.
… die inhaltliche Analyse auf die Textart Glattauer stellt vor allem klar, dass …
abgestimmt ist: entweder Zeit, Ort und Die Personen, die in dieser Kurzgeschichte eine Rolle spielen …
Personen (fiktionaler Text) oder zentrale Die Autorin beschreibt klar den Zeitrahmen der Handlung, das
Aussagen (Sachtext). Geschehen beginnt in den frühen Morgenstunden …
… die formale Analyse alle wesentlichen Die Leserin/Der Leser kann den geordneten Argumentationen
Punkte erfüllt. Hier muss ich mich des Autors folgen, denn er schließt immer zuerst ein Argument
besonders bemühen, die innere Struktur des ab, und beginnt dann erst, eine neue Seite des Problems zu
Textes klar darzustellen. erläutern.
Der direkte Einstieg in die Handlung ist zuerst verwirrend, aber
nach nur ein paar Sätzen …
Die Verfasserin baut immer mehr Spannung auf, am Höhepunkt
der Handlung …
… meine sprachliche Analyse mit Der schwierige Satzbau und der mit Fremdwörtern gespickte
Beispielen untermauert wird. Text erschweren das Lesen, er richtet sich deshalb …

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Immer wieder betont die Autorin das Wort „ANGST“, sie
schreibt es auch immer in Blockbuchstaben.
Der Verfasser verwendet nur negative Nomen, wie z.B.
„Dunkelheit“ (Z.10) oder „Einsamkeit“ (Z.13).
… ich bei der Analyse eines Sachtextes Dieser Sachtext stellt die unterschiedlichen Aspekte der
nicht auf die Kommunikationsanalyse Biochemie dar, möchte seine Leserinnen/Leser über die neuen
vergesse. Entwicklungen informieren und sie über die neuen Gefahren
aufklären.
Der sachliche Text bewirkt, dass die Leserinnen/Leser nüchtern
über dieses sehr emotionale Thema informiert werden.
SCHLUSS … ich die von mir verlangten Zusammenfassend liefert der Text …
Abschlussbetrachtungen miteinbeziehe. Dieser Artikel bietet interessante Einblicke in …

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3. Die Textinterpretation
Was ist eine Textinterpretation?
Die Textinterpretation stellt den nächsten Schritt nach der Textanalyse dar. Das heißt, du beschreibst
und analysierst einen literarischen Text, zusätzlich dazu gibst du dem Text Sinn und Bedeutung, d.h.,
du stellst Interpretationsmöglichkeiten und eigene Gedanken zum Ausgangspunkt vor.

Wenn du eine Textinterpretation schreiben musst, dann wird von dir verlangt, dass du …
- hauptsächlich im Präsens schreibst. Für alles, was davor passiert ist, verwendest du das
Perfekt.
- alle deine Ansichten und Gedanken zum Text durch passende Textstellen belegst, d.h. mit
Zitaten arbeitest.
- eine in sich schlüssige und stimmige Deutung darlegst.
- den Ausgangstext intensiv gelesen hast.
- das Fachvokabular verwendest, das für eine Analyse und Interpretation typisch ist.
- die Besonderheiten des Ausgangstextes hervorhebst und erklärst, welche Wirkung diese
haben.
- eine genaue Struktur einhältst.

Wie ist eine Textinterpretation aufgebaut?

EINLEITUNG Die Einleitung …


→ soll die „Eckdaten“ des Ausgangstextes enthalten: Autorin/Autor, Titel, Textsorte, wo und wann
geschrieben, Einordnung in den literarischen Epochenkontext.
→ soll das Thema des zu interpretierenden Textes vorstellen.
→ soll einen ersten Ansatz geben, in welche Richtung deine Interpretation geht.
HAUPTTEIL Der Hauptteil …
→ soll den Inhalt kurz zusammenfassen.
→ soll eine strukturelle und sprachliche Analyse enthalten.
→ soll auf die gestellten Arbeitsaufträge eingehen.
→ soll eine Interpretation beinhalten (unter Berücksichtigung aller zuvor genannten Punkte).
SCHLUSS Im Schluss …
→ soll der Text begründet bewertet werden.
→ soll beschrieben werden, wie der Text auf die Leserin/den Leser wirkt.

Wie sag‘ (bzw. schreib‘) ich es bloß?


Bei der Textinterpretation musst du ein spezielles Vokabular verwenden, d.h., du musst dich mit den
Begriffen rund um z.B. eine Gedichtinterpretation auskennen und diese dann auch anwenden. Bei
deiner Benotung wird auch darauf geachtet, ob du die „Fachsprache“ verwendest bzw. wie häufig du
sie in deiner Interpretation anwendest.
Aber alles halb so wild, folgende Begriffe sollten dir geläufig sein bzw. solltest du in deine
Interpretation einbauen:

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Gedichtinterpretation Interpretation eines epischen Textes Interpretation eines dramatischen
Textes (Ausschnitt)
- Strophe/Strophenaufbau - Textgliederung/Textaufbau - Monolog/Dialog
- Vers - Charakterisierung der - Thema/Motiv
- Metrum/Rhythmus Personen/Stellung der Personen - Szene/Akt/Aufzug
- Rein/Reimschema zueinander - 5 W-Fragen beantworten
- Lyrisches Ich - Wortschatz/Satzbau/Sprache - Sprache der Entstehungszeit
- Sprache der Entstehungszeit - 5 W-Fragen beantworten (wer?, - Poetische Sprache
- Poetische Sprache wann?, wo?, was?, warum?) - Figurengestaltung
- Rhetorische Figuren (v.a. - Erzählperspektive/Erzählhaltung - Personenkonstellation
Metapher, Personifikation, - Erzähltempo - Einordnung des Ausschnitts in
Alliteration, Vergleich, - Handlungsstrang das Gesamtwerk
Anapher, Hyperbel, - Bezug zum Titel - Regieanweisungen
rhetorische Frage) - Textmerkmale - Text und Kontext
- Thematik/Motiv - Text und Kontext
- Text und Kontext

CHECKLISTE: Die Textinterpretation

Teile der Ich muss darauf achten, dass… Welche Formulierung passt wozu?
Textsorte
EINLEITUNG …ich die „Eckpunkte“ des Textes Peter Bichsel hat seine Kurzgeschichte „San Salvador“ erstmals 1963 in
nenne. der Neuen Zürcher Zeitung veröffentlicht.
Das Gedicht „…“ von … ist in der Epoche … entstanden und behandelt

…ich das Thema des Textes Der Autor stellt einen Mann in den Mittelpunkt seiner Handlung, der
schreibe und dass ein erster davon träumt, sein Leben zu verändern, aber nicht bereit ist, diese
Interpretationsansatz vorhanden Veränderung auch in der realen Welt durchzuführen.
ist. Genauso, wie viele Menschen heutzutage gefangen sind in ihrem Alltag
und nicht bereit sind bzw. nicht wissen, wie sie daraus ausbrechen können.
In dem Gedicht „…“ schreibt die Autorin/der Autor … über das
Thema/das Problem…
HAUPTTEIL …ich den Ausgangstext kurz Die Handlung setzt mitten im Geschehen ein…
zusammenfasse. Am Ende bricht die Handlung abrupt ab und lässt viele Fragen offen.
In ihrem/seinem Gedicht spricht die Autorin/der Autor das Thema … an,
indem sie/er in der ersten Strophe…
…ich alle Teile der strukturellen Die Kurzgeschichte lässt sich in … Abschnitte unterteilen.
und sprachlichen Analyse Der Text ist in gehobener Umgangssprache formuliert, …
schreibe. Die Handlung erscheint auf den ersten Blick einfach/kompliziert…
Die Geschichte wird aus der Perspektive von XY berichtet.
… ich von meiner Analyse zu Hat dadurch den Eindruck, dass …/ Erweckt den Eindruck, dass …
einer Interpretation gelange. Das Das hat die Wirkung, dass das Dargestellte …
heißt, dass ich bei jedem Lässt vermuten, dass …
Analysepunkt auf die Wirkung Der Titel „…“ lässt zuerst erwarten, doch …
eingehe. Mit den verwendeten Adjektiven/Nomen/Verben deutet die Autorin/der
Autor an, …
SCHLUSS … ich den Text mit Belegen (z.B. Obwohl die Kurzgeschichte ein sehr emotionales Thema beschreibt, wirkt
Zitaten) bewerte. sie durch ihren nüchternen, distanzierten Stil nicht kitschig oder süßlich
überladen.
… ich beschreibe, wie der Text auf Die beschriebene Stimmung löst bei der Leserin/dem Leser ein Gefühl der
die Leserin/den Leser wirkt. Traurigkeit aus, man fühlt mit der Hauptfigur mit.

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4. Die Erörterung
Was ist eine Erörterung?
Die Erörterung ist eine schriftliche Stellungnahme. Erörtern heißt, sich mit Problem, Behauptungen,
Fragestellungen, strittigen Themen, anderen Meinungen und Standpunkten auseinanderzusetzen und
diese gegebenenfalls auch in Frage zu stellen.

Was ist der Ausgangspunkt meiner Erörterung?


Um über ein Thema schreiben zu können, musst du darüber Bescheid wissen. Informationen dazu
bekommst du schon in der Angabe. Diese musst du konzentriert lesen, damit dir klar ist, was du genau
erörtern sollst. Die Informationen, die du zur Verfügung gestellt bekommst, können ganz
unterschiedlich sein. Du kannst als Ausgangspunkt einen Zeitungsartikel, einen Sachtext, ein Zitat
oder eine Textstelle, eine Grafik, ein Schaubild, ein Diagramm, ein Bild oder einen Comic, eine
Karikatur, einen Liedtext etc. bekommen.

Bei deiner schriftlichen Reifenprüfung wird außerdem davon ausgegangen, dass du über Themen, die
das Tagesgeschehen betreffen (z.B. innenpolitisch Wichtiges, Schulpolitik, außenpolitische Krisen
und Kriege) Bescheid weißt, deshalb bitte Zeitungen (digital oder gedruckt) lesen!

Wie ist eine Erörterung aufgebaut?

EINLEITUNG Die Einleitung …


→ soll das Interesse der Leserinnen/Leser wecken, neugierig machen und zum Weiterlesen animieren.
→ soll lebendig formuliert sein = der erste Eindruck deines Textes.
→ soll klar das Thema beinhalten und erklären, was du erörtern wirst.
HAUPTTEIL Der Hauptteil …
→ ist der längste und ausführlichste Teil deiner Arbeit.
→ kann je nach Aufgabenstellung verschieden aufgebaut sein und enthält die Beantwortung der
Operatoren.
→ beinhaltet Pro- und Kontraargumente.
SCHLUSS Im Schluss …
→ soll das Wesentliche kurz zusammengefasst werden.
→ soll ein möglicher Lösungsvorschlag zum Problem gemacht bzw. ein Kompromiss, ein Apell, eine
Hoffnung präsentiert werden.
→ sollst du deine eigene Meinung zu diesem Thema begründet darlegen.
(Tipp: Hier darfst du ein „ich“ verwenden!)

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Formulierungshilfen für deine Erörterung:

Gedanken aneinanderreihen und ihre Bedeutung steigern Begründungszusammenhänge


→ und, sowie, sodann, zudem, außerdem, zunächst, im herstellen
Übrigen, darüber hinaus, zusätzlich, schließlich, nicht → weil, da, denn, auf Grund von, wegen, darum, deshalb,
zuletzt, nicht nur … sondern auch … deswegen, daher, nämlich …
→ Als Erstes ist zu nennen … Dazu kommt, dass … Als → Das liegt daran, dass … Ein Grund dafür ist … Einer der
weiterer Grund ist … zu nennen … Erwähnenswert/Zu Gründe ist … Einen Grund dafür sehen Expertinnen/Experten
beachten ist auch … Wie oben schon erwähnt … Im Übrigen darin …
sollte man nicht vergessen, dass … Zum Schluss soll noch → Die Ursache dafür liegt … Verantwortlich dafür ist …
angemerkt werden, …

Vor- bzw. Nachteile eines Sachverhalts anführen Gegenteilige Behauptungen anfügen (Überleitungen)
→ Es ist vorteilhaft, wenn … Ein weiterer Vorteil ist … → aber, trotzdem, doch, jedoch, dennoch, allerdings, ebenfalls,
Positiv ist auch zu bewerten, … Nützlich ist zudem … genauso, ebenso, obwohl, auch wenn …
→ Eine ungünstige/nachteilige Folge ist, … Ein weiterer → Es gibt jedoch Ansichten, die dem widersprechen …
Nachteil ist, … Nachteilig ist auch, … → Nachdem nun die … deutlich geworden sind, möchte ich
→ Es wirkt sich ebenso ungünstig aus, … Negativ ist zudem, auf die … genauer eingehen. In den bisherigen Überlegungen
… standen die …im Vordergrund. Aber man darf keinesfalls die
→ Außerdem muss man einwenden, dass … … übersehen.
→ Einer der schwerwiegendsten Nachteile ist … Aber es gibt nicht nur …, sondern auch …
Folgen und Auswirkungen formulieren Angeben von Bedingungen und Voraussetzungen
→ deswegen, deshalb, daher, infolgedessen, demnach, also, → wenn, falls, sollte …
folglich, sodass, dass … → In einem solchen Fall … Unter diesen Bedingungen …
→ Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt ist, dass … Eine Geht man davon aus, dass …
Folge davon ist … Daraus ergibt sich, dass … Das hat die → Im Fall, dass … Für … spricht, dass …
Auswirkung, dass …
Übergänge formulieren Abrundende Schlussgedanken
→ Sich mit … beschäftigen/auf … eingehen/die Frage → Damit wird deutlich, dass … Nun kann man erkennen, dass
beantworten …
→ Ein Argument für/gegen … ist … Ein weiteres Argument, → Ich schlage daher vor, dass … Man sollte also immer
das dafür/dagegen spricht, ist … Außerdem spielt noch … bedenken, dass … Ich bin der Meinung, dass … Nun komme
eine Rolle. Weiterhin ist zu bedenken, dass … ich zu folgender Schlussfolgerung … Meiner Meinung nach

→ Ich bin davon überzeugt, dass … Wenn ich nun die Vor-
und Nachteile abwäge …
Die eigene Meinung äußern
→ Ich bin der Meinung, dass … Ich meine … Ich stehe auf dem Standpunkt, dass … Ich vertrete den Standpunkt, dass …
Meiner Meinung nach … Meiner Ansicht nach …

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CHECKLISTE: Die Erörterung

Teile der Ich muss darauf achten, dass … Welche Formulierung passt wozu?
Textsorte
EINLEITUNG … das Interesse der Leserinnen/Leser Wer will denn nicht in einer Gesellschaft leben, in der sich die
geweckt wird und dass sie zum Mitmenschen umeinander kümmern?
Weiterlesen animiert werden. Die Schule beeinflusst unsere Jugend nicht zu ihrem Vorteil,
sondern die jungen Menschen werden zu systemtreuen und
kritiklosen Wesen erzogen, die nicht auf das wirkliche Leben
vorbereitet sind.

… das Thema erklärt wird, das ich In der folgenden Arbeit werden die Vor- und Nachteile der
erörtern will. österreichischen Leistungsfeststellung kritisch beleuchtet,
gegenübergestellt und bewertet.
Da dieses Thema besonders Schülerinnen und Schüler betrifft,
ist es wichtig, dass diese darüber gut informiert sind.

HAUPTTEIL … die Argumente nach dem 3-B-Schema Schülerinnen und Schüler klagen über die ständige Belastung,
ausgebaut sind. der sie in der Schule ausgesetzt sind. (=BH) Sie haben kaum
mehr Freizeit, denn sie müssen nach der Schule noch die
Hausübungen erledigen und sich für Tests und Schularbeiten
vorbereiten. (=BG) Aus eigener Erfahrung kann ich berichten,
dass ich täglich kaum vor 19 Uhr mit meinen Schulaufgaben
fertig werden und so mehr als 40 Stunden in der Woche für die
Schule aufbringe. (=BE)

… ich Pro- und Kontraargumente liefere. Nachdem nun die … deutlich geworden sich, sollen auch die …
angesprochen werden.
In den bisherigen Überlegungen sind die … im Vordergrund
gestanden.
Aber es gibt nicht nur …, sondern auch …
Ein weiterer Vorteil ist …
Es wirkt sich ebenso ungünstig/günstig aus, …
Alles hat zwei Seiten, nicht zu vergessen ist deshalb auch, …
Gegnerinnen/Gegner aber meinen, dass …
SCHLUSS … das Wesentliche kurz Damit wird nun noch einmal deutlich, dass …
zusammengefasst wird. Deshalb ist es zum Abschluss wichtig zu betonen, dass …

… es einen möglichen Bei all den Diskussionen über dieses Thema sollte bedacht
Lösungsvorschlag, einen Kompromiss, werden, dass es nur dann zu einer Lösung kommen kann, wenn
einen Appell gibt. beide Seiten aufeinander zugehen. Deshalb schlage ich vor, …
Sowohl die eine als auch die andere Seite sollte einen Schritt
aufeinander zugehen, damit, …

… meine eigene Meinung zu diesem Ich vertrete zu diesem Thema einen ganz klaren Standpunkt,
Thema begründet dargelegt ist. denn …
Meiner Ansicht nach muss …
Ich bin der Meinung, dass …

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5. Der Kommentar

Was ist ein Kommentar?


Der Kommentar ist eine persönliche Stellungnahme zu einem bekannten Thema. Es wird zu den
journalistischen Textsorten gezählt. In einem Kommentar gibt die Verfasserin/der Verfasser
Begründungen, warum sie/er dieser Meinung ist, und hat die Absicht, die Leserin/den Leser mit
ihren/seinen Argumenten zu überzeugen (= meinungsäußernder Text).

Wenn du einen Kommentar schreiben musst, dann wird von dir verlangt, dass du zu einem
bestimmten Thema einen Text verfasst, der …
- Subjektiv und wertend ist.
- Hauptsächlich im Präsens verfasst ist. Für alles, was davor passiert ist, verwendest du das
Perfekt.
- Die eigene Meinung durch Argumente eindeutig stützt.
- Die Leserschaft überzeugen will.
- Sachlich und objektiv argumentiert.
- Die Zusammenhänge darlegt.
- Die Leserin/den Leser direkt anspricht.
- Den Input-Text behandelt.
- Gezielt mit sprachlichen Mitteln (= rhetorischen Figuren) arbeitet, um die Leserin/den Leser
aufzurütteln.
- Kein „ich“ enthält.

Was ist der Ausgangpunkt meines Kommentars?


Dem Kommentar liegt immer ein aktuelles Thema zu Grunde, das der Allgemeinheit bzw. der
Öffentlichkeit bekannt ist.
Informationen zum Thema bekommst du aus der Angabe zu deiner schriftlichen Aufgabe (Input-Text
unbedingt beachten!). Bei der Textsorte Kommentar musst du außerdem davon ausgehen, dass du
dich auch mit nicht-linearen Texten auseinandersetzen musst. Das können Statistiken, Grafiken,
Schaubilder etc. sein, die du dann in deine Arbeit einbetten musst.

Welchen Anlass gibt es, einen Kommentar zu verfassen?


Kommentare sind Texte, die nicht neue Informationen zu einem Thema bringen, sondern sie
verstehen sich als Ergänzung von informierenden Texten.
Anlässe für einen Kommentar können sein:
- Aktuelle Geschehnisse aus Politik, Wirtschaft, Sport, Gesellschaft, Technik, Kultur etc.
- Äußerungen einer Person des öffentlichen Lebens
- Alltagsbeobachtungen
- Entwicklungen, die Kritik oder Zustimmung hervorrufen.

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Wie ist ein Kommentar aufgebaut?

EINLEITUNG Die Einleitung …


- Soll lebendig/originell verfasst sein, um zum Weiterlesen anzuregen.
- Soll kurz das Thema beinhalten.
- Soll deine Meinung zum Thema bereits „verraten“.
HAUPTTEIL Der Hauptteil …
- Enthält Argumente, die deine Meinung untermauern.
- Unterschlägt die Gegenargumente nicht, sondern widerlegt sie.
- Ist in sich schlüssig und enthält einen „roten Faden“.
- Soll rhetorische Mittel enthalten, um die Argumentation zu unterstützen. Natürlich darfst du diese
aber auch an jeder anderen Stelle deines Kommentars einbauen.
SCHLUSS Der Schluss …
- Soll klar und eindeutig sein.
- Soll die Leserin/den Leser zum Nachdenken anregen.
- Ist der Abschluss der Gedanken und rundet das Gesamtbild zu diesem Thema ab.

Formulierungshilfen für deinen Kommentar:

Grundsätzlich gilt Begründungen und Schlussfolgerungen formulieren


→ keine langen „Schachtelsätze“ → einfacher und klarer Satzbau → weil/da/denn/das zeigt sich daran/der Grund dafür
→ keine Verallgemeinerungen → konkrete Argumente ist/darum/deshalb/also/demnach/infolge/bekanntlich/beweisend/
→ gezielter Einsatz von Stilmitteln nach dem Motto „Weniger ist ergibt sich, dass …
mehr!“
→ Nur dann Fach- und Fremdwörter verwenden, wenn die
Schreiberin/der Schreiber selbst weiß, was sie bedeuten.
(teilweise) Zustimmung ausdrücken Ablehnung ausdrücken
→ → es ist falsch, dass …/diesem Argument ist nicht zuzustimmen
zugestehen/zugeben/bestätigen/einräumen/anerkennen/billigen/zwar, …/ablehnen/zurückweisen/bezweifeln/in Frage
aber …/nur bedingt richtig/teilweise stellen/kritisieren/bestreiten/entgegenhalten/korrigieren/widersp
nachvollziehbar/wenn/falls/vorausgesetzt/man muss auch spricht, dass …
berücksichtigen/man muss auch einkalkulieren, dass …/eingestehen
Vergleiche/Annäherungen einbauen
→ im Vergleich zu/vorausgesetzt, dass …/demgegenüber/einerseits … andererseits/allerdings/unter Berücksichtigung von …/wenn auc
im Unterschied zu …/im Gegensatz zu …

CHECKLISTE: Der Kommentar

Teile der Ich muss darauf achten, dass … Welche Formulierung passt wozu?
Textsorte
Überschrift … ich meine Leserinnen und Leser sofort für das Thema Gesund ist doch nicht so gesund!
begeistern kann. Loben ja, aber bitte richtig!
Wegsehen ist keine Lösung!
EINLEITUNG … ich lebendig und originell formuliere, damit der Kommentar Und schon wieder ist es passiert! Um das
gelesen wird. alljährliche Sommerloch zu füllen, wird
wieder einem die Diskussion um …
aufgerollt.
… ich das Thema klar und kurz darstelle, damit die Leserschaft Gerade ist im Parlament heftig über das
weiß, worum es geht. Burka-Verbot in Österreich diskutiert
worden.

17
Das Thema „…“ ist ein Dauerbrenner, nicht
nur an den Stammtischen der Nation.
… ich meine Meinung zum Thema deutlich mache und sie Doch welche Demokratin/welcher Demokrat
schon hier „verrate“. kann für eine Partei sein, die schon in ihrem
Regierungsprogramm
„Ausländerfeindlichkeit“ propagiert?
Mal ehrlich, hätten Sie gerne…? Wenn ja,
dann geht es Ihnen wie der überwältigenden
Mehrheit der
Österreicherinnen/Österreicher.
HAUPTTEIL … mein Hauptteil die Argumente enthält, die meine Meinung Noch einmal soll erwähnt werden, dass es
untermauern. Diese Argumente sollen mit rhetorischen Mitteln Was ist, wenn sich niemand dieser Menschen
präsentiert werden, um noch überzeugender zu sein. annimmt?
Wollen Sie diejenige/derjenige sein, die/der
die Augen vor diesem Problem konsequent
verschlossen hat?
… mein Hauptteil auch die Gegenargumente beinhaltet und Einfacher ist es sicher, den bereits
dass ich diese entkräften muss. vorgegebenen Weg weiterzugehen, aber …
Dabei darf nicht vergessen werden, dass…
Hinzu kommt, dass es nur auf den ersten
Blick die scheinbar einfachere Lösung ist…
Doch welche Konsequenzen hat diese
Entscheidung? Nicht nur positive…
SCHLUSS … ich meine Leserinnen/Leser zum Nachdenken bringe. Wenn der Kurs, den die
Politikerinnen/Politiker jetzt eingeschlagen
haben, so weitergegangen wird, dass ist es
das Ende der Demokratie in diesem Land.
Liegt Ihnen nicht auch die Zukunft Ihrer
Kinder am Herzen?
Wegschauen mag zwar die einfache Lösung
sein, aber ist sie auch die richtige?
… ich an mein Publikum einen Appell richte. Wir sind Demokratinnen/Demokraten, also
verhalten wir uns auch so und setzen
Schritte, damit es nicht zu einer
Ausländerhetze in unserer Heimat kommt!
Heimat soll da sein, wo sich die Menschen
zuhause fühlen, egal in welchem Land sie
geboren sind!

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6. Die Meinungsrede

Was ist eine Meinungsrede?


Die Meinungsrede ist eine geplante mündliche Mitteilung an mehrere Personen, die in Form eines
ausformulierten Redemanuskripts bei der Reifeprüfung vorzulegen ist. Die Rednerin/Der Redner
nimmt persönlich Stellung, sie/er stellt ihre/seine Sichtweise zu einem Thema dar.

Was ist der Ausgangspunkt meiner Meinungsrede?


Der Meinungsrede liegt immer ein aktuelles Thema zu Grunde. Eine überzeugende und mitreißende
Rede kannst du nur dann verfassen, wenn du eine klare Meinung zum besprochenen Thema/zur
besprochenen Problematik einnimmst und diese auch deutlich formulierst

Wie ist eine Meinungsrede aufgebaut?

EINLEITUNG Die Einleitung …


- Soll lebendig formuliert sein = erste Eindruck deines Textes.
- Soll das Thema beinhalten und erklären, warum du zu diesem Problem eine Rede hältst.
- Soll Interesse beim Publikum wecken.
- Ist von der Themenstellung abhängig.
HAUPTTEIL Der Hauptteil …
- Ist der längste und ausführlichste Teil deiner Rede.
- Enthält nur Argumente, die deine Meinung untermauern.
- Soll auf das Publikum Bezug nehmen und in diesem Teil wird es auch immer wieder gezielt
angesprochen.
- Stellt das Thema ganz klar aus einer (= deiner) Perspektive dar.
- Soll rhetorische Mittel enthalten, um die Argumentation zu unterstützen. Natürlich darfst du diese aber
auch an jeder anderen Stelle deiner Meinungsrede einbauen.
SCHLUSS Im Schluss …
- Soll das Wesentliche kurz zusammengefasst werden.
- Soll ein Appell an das Publikum gerichtet werden.
- Spricht die Rednerin/der Redner eventuell ein Dank an die Zuhörerinnen/Zuhörer aus und sie/er
verabschiedet sich.

Die Einleitung:

Einleitung
Thema Publikumsbezug Einleitimpulse
Klar das Thema deiner Rede ansprechen, Mach dir vor der Rede bewusst, vor Leite deine Rede mit einem „Aufhänger“
damit das Publikum weiß, worum es geht. wem du sprichst und was deine ein, das kann sein:
Zuhörerinnen/Zuhörer zum Thema → ein Witz zur Auflockerung
schon wissen, was du erklären → eine provokante Aussage
musst, wie du sie ansprichst etc. → ein persönliches Beispiel
→ etc.

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Der Hauptteil:

Der Hauptteil ist der Teil deiner Meinungsrede, in dem du deine Argumente präsentierst, damit du
dein Publikum von deinem Standpunkt überzeugst. Deinen Hauptteil musst du, je nach der Angabe
bzw. der Aufgabenstellung, aufbauen.

Tipp: Ein guter Weg deine Argumente zu präsentieren bietet die Fünf-Satz-Methode.

Was ist die Fünf-Satz-Methode?


Bei deiner Argumentation eignet sich diese Methode sehr gut, da deine Zuhörerinnen/Zuhörer dir
leichter folgen können, wenn du deine Argumente nach dieser Technik aufbaust:
→ BH Behauptung (1 Satz)
→ BG Begründung (2-3 Sätze)
→ BE Beweis/Beispiel (1 Satz)

Dir muss bewusst sein, dass du zu jemandem sprichst, und dein Publikum hat ja keinen Text vor sich,
also musst du so schlüssig, kurz und knapp reden, dass man dir auch ohne schriftliche Grundlage
leicht folgen kann.

Formulierungshilfen für deine Meinungsrede

Dem Publikum schmeicheln Mit dem Publikum verbünden


→ Sie sind ja alle Expertinnen/Experten in diesem Bereich. → wir alle, gemeinsam, zusammen können wir, miteinander
→ Ihnen brauche ich ja nicht erzählen, welche Folgen dieses → Wir sitzen gemeinsam in einem Boot.
Verhalten hat.
→ Ihr wisst aus eigener Erfahrung, dass …
→ Sie wissen/kennen natürlich …
Sicher ist es nicht neu für euch, dass …
Zusammenfassend Beispiele anführen
→ Abschließend lässt sich sagen, dass … → Ich werde dies mit einem persönlichen Beispiel belegen.
→ Bevor ich zum Schluss komme, möchte ich kurz die → Ich erwähne in diesem Zusammenhang nur das Beispiel …
wichtigsten Punkte zusammenfassen … → Stellt euch einmal Folgendes vor …
→ Damit komme ich zurück zum eigentlichen Thema meiner → Hierzu ein Beispiel aus …
Rede …
→ Das Fazit meiner Rede ist/könnte lauten …
Das Thema benennen Nimmt Einwände vorweg
→ Ich sprache heut zu dem/über das Thema: … → Natürlich werden einige einwerfen, dass …
→ Ich möchte einiges zum Thema … sagen: … → Mir ist ganz bewusst, dass es dazu auch Gegenstimmen
→ Ich möchte mit Ihnen gemeinsam versuchen gibt.
herauszufinden/feststellen, warum … → Viele werden aufschreien, weil …
→ Das Wichtigste vorab: … → Wir müssen auch bedenken, dass …
→ Das Thema meiner Rede lautet: … → Gegner sind davon überzeugt, dass …, aber …
→ Ich möchte meine Rede mit dem Zitat … beginnen, das → Berücksichtigen müssen wir …
unser heutiges Thema … ganz gut erklärt. → Ich höre Sie schon einwenden, dass …
→ Sie werden sich vielleicht fragen, ob/wie …
Von einem Argument zum nächsten Der Rede eine Struktur geben
→ Ich möchte euer Augenmerk nun auf … lenken. → Ich beginne mit …
→ Als Nächstes … → Dies werde ich anhand von Beispielen erläutern.
→ Ein weiterer, wichtiger Punkt ist … → Abschließend/Zuletzt/Am Ende möchte ich …
→ Nicht unerwähnt soll … bleiben.
20
→ Ein Wort zum Thema … → Zuerst spreche ich über …, dann komme ich zu …, im
→ Ich möchte an dieser Stelle auch auf … eingehen. dritten Teil …
→ Ich nenne Ihnen zunächst …
→ Danach komme ich zu …
Abschluss
→ Ich hoffe, dass ihr durch meinen Vortrag einige Argumente
für … bekommen habt.
→ Ich hoffe, Ihnen hinsichtlich … ein wenig Mut gemacht zu
haben.
→ Ich hoffe, ihr habt nun auch Lust bekommen, … zu tun.

CHECKLISTE: Die Meinungsrede

Teil der Ich muss darauf achten, dass … Welche Formulierung passt wozu?
Textsorte
EINLEITUNG … ich mein Publikum direkt anspreche. Liebe Mitschülerinnen und Mitschüler!
Sehr geehrte Elternvertretung!
… ich Kontakt zu den Genauso, wie es Ihnen ergeht, geht es auch mir … (= Vergleich)
Zuhörerinnen/Zuhörern herstelle. Mir ist aufgefallen, dass viele im Publikum zustimmend genickt
haben…
… ich Interesse am Thema wecke und klar Heute geht es nicht nur darum, meinen Standpunkt zum Thema
formuliere, worüber ich reden werde. … zu hören, heute geht es darum, Verantwortung zu
übernehmen.
… es geht uns alle an, nicht nur hier in … sondern auch im
Alltag.
… ich erkläre, warum ich diese Rede halte Ich bin vom SGA gebeten worden, als Experte zum Thema … vor
(= Redeanlass). Ihnen zu sprechen.
HAUPTTEIL … mein Hauptteil nur Argumente enthält, Ich bin davon überzeugt, dass …
die meine Meinung untermauern. Aus meinem Blickwinkel kann es nur …
Ich vertrete die Meinung, dass …
Ich vertrete die Auffassung, dass …
Meine Haltung zu diesem Thema ist ganz klar …
Meines Erachtens …
… dieser Teil einen roten Faden hat, damit Außerdem lässt sich hier anmerken, dass …
meine Zuhörerinnen/Zuhörer mir einfach Wie schon vorhin erwähnt, ist es von großer Bedeutung, dass …
folgen können. Das führt mich zu meinem nächsten Punkt …
Nicht unerwähnt darf bleiben, dass …
… ich viele rhetorische Mittel einbaue, Dieser Prozess ist lang, wie das Wachsen eines Baumes. (=
damit meine Rede mein Publikum fesselt. Vergleich=
Ich werde nicht müde, das noch tausendmal zu wiederholen.
(=Hyperbel)
Wir, die wir alle hier in diesem Raum sind, wir … (=
Wiederholung)
Ich möchte Ihnen – i fasse mich ganz kurz – zum Thema …
meinen Standpunkt verdeutlichen. (= Einschub)
Packen wir das Problem bei der Wurzel an! (= Metapher)
Es wird noch viel Wasser den Bach herabfließen, bis wir …
(=Metapher)
SCHLUSS … ich das mir Wichtigste noch einmal kurz Mir ist es besondeers wichtig zu betonen, dass …
und knapp zusammenfasse. Ein Anliegen ist es mir, …
Entscheidend für mich ist, dass …
Klipp und klar lässt sich sagen, dass …

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Wenn wir uns auf das Wesentliche konzentrieren, dann …
… ich an mein Publikum einen Appell Nun sind Sie an der Reihe!
richte. Nur gemeinsam können wir etwas bewirken!
Auch ihr könnt mitentscheiden!
… ich einen Bogen zur Einleitung herstelle, Wie schon in der Einleitung erwähnt …
um meine Rede abzurunden. Zu Beginn habe ich schon hingewiesen auf …
… ich mich bei meinen Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
Zuhörerinnen/Zuhörern für ihre Danke, dass ich heute vor Ihnen sprechen durfte.
Aufmerksamkeit bedanke.

22
7. Der Leserbrief

Was ist ein Leserbrief?


Der Leserbrief ist eine schriftliche Stellungnahme einer Leserin/eines Lesers zu einem aktuellen
Thema, das gerade in den Medien (Zeitung, online etc.) diskutiert wird. Die Schreiberin/der
Schreiben nimmt persönlich Stellung, der Leserbrief ist dazu gedacht, veröffentlicht zu werden.

Wie ist ein Leserbrief aufgebaut?

Einleitung Die Einleitung …


- Soll klar zeigen, worauf du dich konkret beziehst (z.B. Titel und Erscheinungsdatum eines
Zeitungsartikels).
- Soll lebendig formuliert sein = der erste Eindruck deines Textes.
- Soll das Thema beinhalten und erklären, warum du zu diesem Problem einen Leserbrief schreibst (=
persönliche Gründe).
- Soll Interesse wecken, um zum Weiterlesen anzuregen.
- Ist von der Themenstellung abhängig.
Hauptteil Der Hauptteil …
- Ist der längste und ausführlichste Teil deiner Arbeit.
- Enthält Argumente, die deine Meinung untermauern.
- Soll auf den Ausgangstext Bezug nehmen. (Tipp: Beachte die Angabe sehr genau!)
- Stellt das Thema ganz klar aus einer (= deiner) Perspektive dar.
Schluss Im Schluss …
- Soll das Wesentliche kurz zusammengefasst werden.
- Kannst du einen möglichen Lösungsvorschlag zum Problem bringen bzw. einen Kompromiss, einen
Appell, eine Hoffnung präsentieren.
- Gibst du deine Kontaktdaten (Name, Ort, im Namen für …) und deine Unterschrift an.

Zwei Arten des Leserbriefes:


Generell gibt es zwei Arten des Leserbriefs, die dir bei der Schularbeit bzw. bei der Matura
begegnen können:

1. Der appellative Leserbrief:


Er prangert Missstände (= Ist-Stand) an und macht Vorschläge, was wie zu verändern wäre (=Soll-
Stand). Die Leserinnen/Leser werden aufgefordert, etwas zur Behebung dieser Missstände zu tun (=
Appell).

2. Die Stellungnahme:
Sie greift einen Artikel auf, stimmt ihm zu, ergänzt oder lehnt ihn mit Gegenargumenten ab. Eine
mündliche Stellungnahme nennt man Statement. Ursprünglich war ein Statement eine öffentliche
Klarstellung eines Problems durch eine Politikerin/einen Politiker, heute bezeichnet man damit jede
mündliche Stellungnahme.

Tipp: Du erkennst die Art des Leserbriefs an der Situation, die dir in der Angabe bei deiner
Matura/Schularbeit genannt wird. Deshalb bitte diese sehr genau lesen!

23
An wen soll sich dein Leserbrief richten?
Wenn nicht in der Situation anders vorgegeben, hast du drei Möglichkeiten, an wen sich dein
Leserbrief richten soll:

Mögliche Adressaten Möglicher Beginn

Möglichkeit 1 Du richtest deinen Leserbrief an die Leserinnen/Leser der Liebe Leserinnen und Leser der Tageszeitung
Zeitung. „Die Presse“!
Möglichkeit 2 Du richtest deinen Leserbrief an die Redaktion der Sehr geehrte Redaktion des Standards,
Zeitung.
Möglichkeit 3 Du richtest deinen Leserbrief an die Verfasserin/den Sehr geehrter Herr Rager!
Verfasser des Artikels, auf den du Bezug nimmst.

Formulierungshilfen für deinen Leserbrief

Anrede Briefschluss
→ Sehr geehrte Leserinnen und Leser der … (Zeitungsname → Herzlichen Dank dafür, dass …
einsetzten)! → In der Hoffnung, dass es noch weitere
→ Sehr geehrter Herr …/Sehr geehrte Frau (Name der Darstellungen/Berichte/Artikel/Kommentare zu diesem Thema
Verfasserin/des Verfassers angeben)! geben wird …
→ Liebes Redaktionsteam! → Ich freue mich auf weitere interessante Artikel …
→ Bitte weiter so!
→ Mit freundlichen Grüßen …
→ Mit besten Grüßen …
Einleitung Grund für den Leserbrief
→ Mit großem Interesse habe ich den kürzlich abgedruckten → In Ihrem Artikel kommt sehr gut heraus, dass …
Artikel „…“ zum Thema … gelesen. → Mir ist besonders aufgefallen, dass …
→ Sehr aufmerksam habe ich Ihren am 12. Juni → Es hat mich erstaunt, dass …
veröffentlichten Artikel „…“ gelesen und erfahren, dass … → Überraschen für mich war, dass …
→ Ihr Beitrag zum Thema … berührt mich sehr. Auch ich → Ich hätte nicht geglaubt, dass …
habe ähnliche Erfahrungen gemacht. → Endlich war in Ihrer Zeitung zu lesen, was ich mir schon
Ihr Artikel „…“ erscheint mir inhaltlich wichtig, schon immer gedacht habe …
alleine deshalb, weil …
Eigene Argumente formulieren Mögliche Lösungsvorschläge präsentieren
→ In dem Artikel habe ich … vermisst und möchte diese → Ich kann mir vorstellen, dass es gut wäre, wenn …
Punkte in meinem Leserbrief ansprechen. → Man sollte sich überlegen, …
→ Ich stimme Ihnen nicht in allen Ihren Aussagen zu und → Man könnte über die Sinnhaftigkeit von … nachdenken …
möchte daher ein paar Dinge richtigstellen bzw. ergänzen. → Ein Vorschlag von meiner Seite wäre, dass …
→ Ich als Jugendliche/Ich als Jugendlicher weiß aus eigener → Sollten wir nicht?
Erfahrung, dass …
→ Was mich betrifft, ich …
→ Ich möchte ein Beispiel aus meinem Alltag geben.
Wunsch/Appell äußern Mögliche Satzanfänge
→ Für die Zukunft wünsche ich mir, dass … → Ich erlaube mir zu Ihrem Beitrag folgende Bemerkungen: …
→ Wir sollten uns wirklich um ein/e … bemühen. → Ich möchte darauf hinweisen, dass …
→ Wir alle sind dafür verantwortlich, dass … → Sie haben vergessen, dass …
→ Nehmen wir uns vor, … → Vergessen wir doch nicht, dass …
→ Nur gemeinsam können wir es schaffen, … → Die Frage ist aber auch, ob …
→ Es ist mir ein Anliegen, dass wir uns diese Sache zu → Schade, dass …
Herzen nehmen.

Die eigene Meinung äußern


→ Meiner Meinung nach ist es sehr wichtig, dass …
24
→ Für mich ist entscheidend, dass …
CHECKLISTE: Der Leserbrief

Teile der Ich muss darauf achten, dass … Welche Formulierung passt wozu?
Textsorte
EINLEITUNG … ich eine Person bzw. die Leserschaft Sehr geehrtes Redaktionsteam!
einer Zeitung direkt anspreche (= Anrede). Sehr geehrter Herr Schwarz!
… ich das Thema genau erkläre und dass Mit großem Interesse habe ich den kürzlich abgedruckten Artikel
klar wird, worauf ich mich konkret (z.B. „…“ zum Thema … gelesen.
Titel und Erscheinungsdatum eines Sehr aufmerksam habe ich Ihren am 17. Februar veröffentlichten
Zeitungsartikels) beziehe. Artikel „…“ gelesen und erfahren, dass …
In Ihrem Artikel „…“ vom … schreiben Sie, dass …
… ich den Grund/die Gründe nenne, Mir ist besonders aufgefallen, dass …
warum ich zu diesem Problem einen Er hat mich erstaunt, dass …
Leserbrief schreibe. Hier wird sofort meine Überraschen ist für mich gewesen, dass …
Meinung zu diesem Thema sichtbar. Ich möchte mich Ihrer Meinung voll und ganz anschließen.
Ganz im Gegensatz zu Frau/Herrn … meine ich, dass …
… meine Einleitung lebendig formuliert Dazu möchte ich Ihnen Folgendes mitteilen: Ich glaube nicht,
ist, da sie ja der erste Eindruck meines dass alles so denken!
Textes ist und das Interesse der Endlich ist in Ihrer Zeitung zu lesen, was ich mir schon immer
Leserinnen/Leser wecken soll. gedacht habe: …
Mir scheint, dass die Darstellung etwas übertrieben ist.
HAUPTTEIL … ich auf den Ausgangstext Bezug Der Autor beleuchtet in seinem Artikel die verschiedenen Gründe,
genommen habe, d.h., dass ich die Angabe warum …
genau umgesetzt habe. Im Bericht werden zwei Argumente gebraucht, die erklären
sollen, warum …
Im vorliegenden Intervies schildert … seine Sicht der Dinge zum
Thema …
… mein Hauptteil nur Argumente enthält, Auch ich habe den Eindruck …
die meine Meinung untermauern. Diese Aussagen entsprechen auch meinen Erfahrungen …
Ich finde es erfreulich/empörend, dass …
Ich sehe das überhaupt nicht so, wie Frau/Herr …
SCHLUSS … ich das mir Wichtigste noch einmal kurz Deshalb ist es mir wichtig, noch einmal zu betonen, dass …
und knapp zusammenfasse. Ich möchte noch einmal auf die Wichtigkeit von … hinweisen.
Entscheidend für mich ist, dass …
… ich an meine Leserschaft einen Appell Wann ist endlich Schluss mit …
richte. Lassen wir uns doch nicht …
Deshalb fordere ich Sie auf, …
… ich auch einen möglichen Mein Vorschlag wäre, ….
Lösungsvorschlag oder einen Kompromiss Ich könnte mir vorstellen, dass …
zu diesem Problem präsentiere. Schließen wir doch einen Kompromiss …
Wie schön wäre es, …
… mein Schluss eine Grußformel, meine Herzlichen Dank dafür, dass …
Kontaktdaten (Name, Ort, im Namen Ich freue mich auf weitere interessante Artikel …
für…) und meine Unterschrift enthält.
Mit freundlichen Grüßen
Vorname, Familienname und Wohnort
Unterschrift

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Nützliche Stilmittel

Stilmittel Erklärung Beispiel Wirkung

Anapher Wiederholung eines oder mehrerer Wörter Wir fordern, dass … Hervorhebung
an Satzanfängen Wir fordern, dass … Verdeutlichung

Anrede Hinwendung an Adressaten Meine Damen und Herren, … Direkten Bezug zum
Publikum herstellen

Beschönigung Etwas Schlechtes/Negatives wird „dahinscheiden“ statt „sterben“ Verharmlosung


(= beschönigt dargestellt.
Euphemismus)
Einschub Das Gesagte wird durch etwas Ich möchte Ihnen – ich fasse mich Hinweis
(= Paranthese) unterbrochen. ganz kurz – über die Graugänse
berichten.

Epipher Umkehr der Anapher Nicht jetzt, sagt er … Hervorhebung


Nachher, sagt er …

Ironie Unwahre Behauptung, die erkennen lässt, Du siehst heute aber wieder gut Verspottung, Enttarnung
dass das Gegenteil gemeint ist. aus!
Die Arbeit heute macht mir wieder
mal so richtig Spaß!

Metapher Bedeutungsübertragung: sprachliche Warteschlange, Menschentraube Veranschaulichung,


Verknüpfung zweier Wörter, die etc. bildhafte Umschreibung
gewöhnlich nicht miteinander verbunden
sind.

Rhetorische Scheinfrage, bei der jede/jeder schon die Wer ist schon perfekt? Steigerung der
Frage Antwort kennt. Wer glaubt das denn noch? Aufmerksamkeit

Steigerung Stufenartige Steigerung eines Ausdrucks Ich kam, sah und siegte. Steigerung der
(= Klimax) Aufmerksamkeit

Symbol Sinnbild, das über sich hinaus auf etwas Taube als Symbol des Friedens, Umschreibung
Allgemeines verweist. Ring als Symbol der Treue und
Ewigkeit, Sonne und Gott, Wasser
für Leben

Übertreibung Ein Sachverhalt wird übertrieben Das habe ich dir schon tausendmal Emotionalität,
(= Hyperbel) dargestellt. gesagt. Leidenschaft

Vergleich Verknüpfung zweier Bedeutungsbereich Achill ist stark wie ein Löwe. Veranschaulichung
durch Hervorhaben des Gemeinsamen

Wiederholung Wörter, Wortgruppen, Sätze können Bald da, bald dort. Hervorhebung
mehrfach vorkommen.
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