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2 – 2016

Donkey or Elephant?
The Race to the White House 2016
Zeitschrift für die Praxis der politischen Bildung

HEFT 2 – 2016, 2. QUARTAL, 42. JAHRGANG

»Politik & Unterricht« wird von der Landeszentrale


für politische Bildung Baden-Württemberg (LpB) Inhalt
herausgegeben.

HERAUSGEBER
Lothar Frick, Direktor Editorial 1
CHEFREDAKTEUR Autoren dieses Heftes 1
Prof. Dr. Reinhold Weber
reinhold.weber@lpb.bwl.de

REDAKTIONSASSISTENZ Unterrichtsvorschläge 2 – 10
Sylvia Rösch, sylvia.roesch@lpb.bwl.de
Isabelle Holz, Tübingen Einleitung 2
Elly Reich, Karlsruhe

ANSCHRIFT DER REDAKTION


Stafflenbergstraße 38, 70184 Stuttgart
Texte und Materialien 11 – 47
Telefon: 0711/164099-45; Fax: 0711/164099-77

REDAKTION Baustein A: Germany and the United States of America 12


Judith Ernst-Schmidt, Oberstudienrätin, Baustein B: How the President of the U.S. is Elected 14
Werner-Siemens-Schule (Gewerbliche Schule
für Elektrotechnik), Stuttgart Baustein C: The Big Issues of the 2016 Campaign 31
Dipl.-Päd. Martin Mai, Wilhelm-Lorenz-Realschule, Baustein D: The Away Game: The Score of the U.S.
Ettlingen
Dipl.-Päd. Holger Meeh, Akademischer Rat,
as a Global Player 41
Pädagogische Hochschule Heidelberg
Dr. Wibke Renner-Kasper, Konrektorin der
Schule am Stromberg,
Gemeinschaftsschule Illingen-Maulbronn
Angelika Schober-Penz, Oberstudienrätin,
Das komplette Heft finden Sie zum Downloaden als PDF-Datei unter
Erich-Bracher-Schule (Kaufmännische Schule),
Kornwestheim www.politikundunterricht.de/2_16/uswahl.htm
GESTALTUNG TITEL
Bertron.Schwarz.Frey, Gruppe für Gestaltung, Ulm
www.bertron-schwarz.de
Zu zahlreichen Materialien in diesem Heft stehen deutsch-
DESIGN UND DIDAKTIK
Medienstudio Christoph Lang, Rottenburg a. N.,
oder englischsprachige Alternativen bzw. Annotationen
www.8421medien.de unter www.politikundunterricht.de/2_16/uswahl.htm zur
VERLAG Verfügung.
Neckar-Verlag GmbH, Klosterring 1,
78050 Villingen-Schwenningen
Marketing/Anzeigen: Politik & Unterricht wird um digitale Angebote erweitert.
Leitung: Rita Riedmüller, Tel: 07721/8987-44 Zu jedem Heft stehen Arbeitsmaterialien online zur Nut-
werbung@neckar-verlag.de
Verkauf: Alexandra Beha, Tel: 07721/8987-42 zung in Kombination mit Beamer, interaktivem White-
anzeigen@neckar-verlag.de board, PC oder Tablet zur Verfügung. Sie sind an diesem
Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 4 vom 1.1.2015
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Politik & Unterricht wird auf umweltfreundlichem Papier mit Zellstoff aus nachhaltiger Forst-
Politik & Unterricht erscheint vierteljährlich.
wirtschaft und Recyclingfasern gedruckt.
Preis dieser Nummer: 3,50 EUR
Jahresbezugspreis: 14,00 EUR
Unregelmäßige Sonderhefte werden zusätzlich
mit je 3,50 EUR in Rechnung gestellt.
Abbestellung zum Jahresende schriftlich

Namentlich gezeichnete Beiträge geben nicht


unbedingt die Meinung des Herausgebers und der
Redaktion wieder. Für unaufgefordert eingesendete
Manuskripte übernimmt die Redaktion keine Haftung.
THEMA IM FOLGEHEFT
Nachdruck oder Vervielfältigung auf elektronischen
Datenträgern sowie Einspeisung in Datennetze nur mit
Genehmigung der Redaktion. Demografischer Wandel
Titelfoto: © PeskyMonkey – iStock Photo
Auflage dieses Heftes: 21.000 Exemplare
Redaktionsschluss: 2. Mai 2016
ISSN 0344-3531
Editorial
Wenn die Bürgerinnen und Bürger der Vereinigten Staaten Diese Ausgabe von »Politik & Unterricht« ist in enger Zu-
von Amerika im November 2016 wählen, ist das eine Ent- sammenarbeit zwischen der Landeszentrale für politische
scheidung von weltpolitischer Bedeutung. Die USA sind die Bildung Baden-Württemberg und dem Deutsch-Amerika-
größte Wirtschaftsmacht und ihr Präsident ist der mäch- nischen Zentrum/James-F.-Byrnes-Institut e. V. in Stuttgart
tigste Politiker der Welt. Oder wird zum ersten Mal in der entstanden. Unser besonderer Dank geht darüber hinaus an
Geschichte des Landes der unbegrenzten Möglichkeiten eine die Autorinnen und den Autor des Heftes, die sich auf die
Frau das Rennen um das Weiße Haus für sich entschei- Herausforderung eingelassen haben, gemeinsam eine P&U-
den? Wahlmänner, Primaries und Swing States – das US- Ausgabe zu erarbeiten, die den bilingualen und fächerüber-
amerikanische Wahlsystem ist kompliziert. Die Kandidaten greifenden Ansatz umsetzt.
durchlaufen einen langen und aus deutscher Perspektive
auch eigenwilligen Auswahlprozess. Auch der Wahlkampf Begleitend zu dieser vorliegenden Ausgabe verweisen wir
und die eigentliche Wahl unterscheiden sich in vielen Punk- gerne noch auf die Online-Angebote unserer beiden Einrich-
ten deutlich von der deutschen Wahlkultur und sind oftmals tungen. Unter www.uswahl.lpb-bw.de finden Sie vielfältige
nur aus der Geschichte der USA oder vor dem Hintergrund und aktuelle Informationen rund um die US-Wahl. Unter www.
der spezifischen US-amerikanischen politischen Kultur zu daz.org können Sie mehr über die umfangreichen Angebote
verstehen. von »America Explained – DAZ for Schools« erfahren, aber
auch Details über das Kultur- und Sprachkursprogramm des
Das alles ist Grund genug, den Präsidentschaftswahlen eine Deutsch-Amerikanischen Zentrums in Stuttgart sowie über
eigene Ausgabe von »Politik & Unterricht« zu widmen. Zum dessen Bibliothek, die sich mit ihrem englischsprachigen
ersten Mal in der Geschichte unserer Zeitschrift nutzen wir Bestand vor allem auch an ein junges Publikum richtet.
dabei die Gelegenheit und bieten ein bilinguales Heft an.
Fast alle Materialien stehen in englischer und parallel dazu
in deutscher Sprache zur Verfügung. Unter www.politik- Lothar Frick Christiane Pyka
undunterricht.de/2_16/uswahl.htm finden Sie eine ganze Direktor der LpB Direktorin des Deutsch-Amerikanischen
Fülle an zusätzlichen Materialien zur Printausgabe. Darüber Zentrums Stuttgart
hinaus gilt, was für P&U immer gilt: Wir wollen praxisnahe
Materialien anbieten, die über das Schulbuch hinausreichen
und vor allem möglichst aktuelle Ansätze liefern, um sich
mit dieser wichtigen Wahl zu beschäftigen.

DIE AUTORINNEN UND DER AUTOR DIESES HEFTES

Jasmin Domberg, geb. 1984, ist Amerikanistin und Dr. Jan Kulok, geb. 1974, unterrichtet Geschichte, Eng-
Politologin. Sie ist Kulturreferentin im Deutsch-Amerika- lisch und Deutsch am Königin-Olga-Stift Gymnasium in
nischen Zentrum/James-F.-Byrnes-Institut in Stuttgart. Stuttgart und ist Lehrbeauftragter in der Lehrerausbildung
sowie Fachberater für bilingualen Geschichtsunterricht.
Krista Ann Eichler, geb. 1963 in New Albany, Indiana
(USA), unterrichtet Englisch, Gemeinschaftskunde und Sylvia Loh, geb. 1954, unterrichtet Englisch am Gymna-
Wirtschaft am Goldberg-Gymnasium in Sindelfingen. Sie sium Plochingen. Sie ist als Fachberaterin in der Lehrer-
ist Fachberaterin für Englisch am Regierungspräsidium fortbildung und in der Lehrerausbildung am Seminar Ess-
Stuttgart. lingen und an der Universität Stuttgart tätig.

Sabrina Fritz, geb. 1964, berichtet seit 2011 als USA-


Korrespondentin für den ARD-Hörfunk. Zuvor war sie ver- Die Beiträge der Autorinnen und des Autors:
antwortlich für die Wirtschaftsberichterstattung im SWR- Einleitung: Sabrina Fritz
Hörfunk. Sie lebt mit ihrer Familie in Washington. Baustein A: Jasmin Domberg
Baustein B: Krista Ann Eichler, Susanne Götz,
Susanne Götz, geb. 1964, ist Lehrerin für Englisch und Sylvia Loh
Gemeinschaftskunde am Königin-Olga-Stift Gymnasium Baustein C: Krista Ann Eichler, Susanne Götz,
in Stuttgart. Sie ist Fachberaterin für Englisch am Re- Dr. Jan Kulok, Sylvia Loh
gierungspräsidium Stuttgart und Lehrbeauftragte für Baustein D: Dr. Jan Kulok
Englisch am Staatlichen Seminar für Didaktik und Leh-
rerbildung Stuttgart.

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Donkey or Elephant?
The Race to the White House 2016

 EINLEITUNG Dabei wollte der 44. Präsident der USA, Barack Obama, diese
Rolle gar nicht mehr übernehmen, als er im November 2008
ins Weiße Haus gewählt wurde. Er war angetreten, die Kriege
im Irak und in Afghanistan zu beenden, die sein Vorgänger
Die USA – ein außergewöhnliches Land? George W. Bush angefangen hatte. Er wollte die USA mit der
Die USA halten sich für etwas Besonderes. Präsidenten spre- arabischen Welt versöhnen, Partnerschaften bilden, Ländern
chen oft von der »besten Nation der Welt« oder von einem Hilfe zur Selbsthilfe geben, kurz: Führen vom Rücksitz aus
»außergewöhnlichen Land«. Stimmt das? Sind die Verei- und nicht mehr vom Fahrersitz aus. Bei seiner Antrittsrede
nigten Staaten wirklich etwas Besonderes im Vergleich zu am 20. Januar 2009 sagte er: »An die muslimische Welt: Wir
anderen Ländern? Jedenfalls haben sie für ihr jugendliches suchen einen neuen Weg vorwärts, der auf gegenseitigen
Alter – sie werden in diesem Jahr 240 Jahre alt – schon ziem- Interessen und Respekt basiert. An die Führer in der Welt,
lich viel erreicht. Die Vereinigten Staaten sind die größte die versuchen, Konflikte zu säen oder den Westen für ihre
Wirtschaftsmacht der Welt. Sie dominieren den Markt der kranken Gesellschaften verantwortlich zu machen: Denkt
Zukunftstechnologien, sie haben die stärkste Armee der daran, dass eure Bevölkerung euch daran misst, was ihr
Welt und sie sind mit 320 Millionen Einwohnern einfach aufbaut, nicht daran, was ihr zerstört. An die, die durch
groß. Zum Vergleich: Russland hat 140 Millionen Einwoh- Korruption an die Macht gekommen sind: Denkt daran, dass
ner, in Deutschland leben knapp 81 Millionen Menschen. Es ihr auf der falschen Seite der Geschichte steht. Aber wir
gibt kaum eine Krise auf dieser Welt, bei der Journalisten sind bereit, die Hand auszustrecken, wenn ihr bereit seid,
und Politiker nicht nach kurzer Zeit fragen: Und was sagt die Faust zu öffnen.«
Washington dazu? Egal, ob es um das Atomprogramm des
Iran, die Besetzung der Krim oder um den Kampf gegen den Sieben Jahre später hat sich dieser Traum nicht erfüllt. Die
»Islamischen Staat« geht, die USA spielen bei allen Kon- USA sind wieder in einen Krieg verwickelt, diesmal gegen
flikten eine wichtige Rolle. den sogenannten »Islamischen Staat«. Der Nahe Osten ver-

Am Abend der Amtseinführung des


US-Präsidenten wird ganz Washington
zur Partymeile. Auf dem Foto absol-
viert das Präsidentenpaar Obama am
20. Januar 2009 beim sogenannten
»Nachbarschaftsball« seinen ersten
Tanz. Der erste afroamerikanische
Präsident der USA ist als große Hoff-
nung für die ganze Welt gestartet.
Seine Bilanz nach acht Amtsjahren
fällt gemischt aus.
picture alliance/AP Photo

2 Politik & Unterricht • 2-2016


Einleitung

sinkt im Chaos. Das Verhältnis zu Russland ist eisgekühlt. den blauen Zelten geworden? Viele amerikanische Familien
Die Welt ist unter Präsident Obama nicht sicherer geworden. haben sich von dem Schock der Finanzkrise nicht wieder
Ist seine Präsidentschaft also gescheitert? Wie sieht die erholt. Sie haben zwar einen Job gefunden, aber ihr Haus
Bilanz nach seinen zwei Amtszeiten aus? und ihr Erspartes sind weg. Das bedeutet auch, dass sie
keine Rücklagen für ihre Rente oder für das Studium ihrer
Die USA sind wieder eine starke Wirtschaftsmacht Kinder bilden konnten. Das durchschnittliche Nettoein-
Als Barack Obama ins Weiße Haus einzog, blickte die Welt in kommen einer US-amerikanischen Familie liegt bei etwa
einen tiefen Abgrund. Darin lagen Kredite, die nicht zurück- 4.000 Dollar pro Monat. Das sind acht Prozent weniger als
gezahlt wurden, Banken, die kein Geld mehr verleihen konn- vor der Finanzkrise. Viele Menschen in den USA macht dies
ten, und Häuser, die von ihren Besitzern verlassen werden wütend, denn die Reichen haben in den letzten Jahren ihr
mussten. Die Finanzkrise hatte ihren Höhepunkt erreicht. Vermögen vermehrt. Diese Wut ist im Wahljahr 2016 deutlich
In Sacramento (Kalifornien) lebten die Menschen in blauen zu spüren.
Zeltstädten – ein Symbol für die, die alles verloren hatten.
Die Arbeitslosenquote schnellte auf 10,8 Prozent hoch, der Mehr Rechte für Schwule und Lesben
höchste Wert seit dem Zweiten Weltkrieg. Am 26. Juni 2015 traf der Oberste Gerichtshof der USA ein
bedeutendes Urteil. Mit fünf zu vier Stimmen entschieden
Obama musste handeln, und zwar schnell, denn nicht nur die höchsten Richter der USA, dass auch die Ehe zwischen
die Banken gerieten ins Wanken. Weil niemand mehr Geld zwei Männern bzw. zwischen zwei Frauen rechtens ist. »Diese
hatte oder einen Kredit bekam, kaufte sich auch niemand Freiheit kann nicht mehr abgelehnt werden«, schrieb Richter
mehr ein Auto. Die großen US-Autobauer General Motors Anthony Kennedy in seiner Begründung. Die Homo-Ehe war
und Chrysler schlüpften unter das sogenannte »Chapter damit in den USA anerkannt. Das Weiße Haus erstrahlte in
11«. Das bedeutet, dass sie ihre Schulden nicht mehr zu- den bunten Farben der Schwulen- und Lesbenbewegung.
rückzahlen mussten und nun neue Gehalts- und Pensions- Präsident Obama sagte: »Diese Entscheidung ist ein Sieg
pläne aushandeln konnten. Die US-Regierung kaufte für fast für Amerika.« Dieses Grundsatzurteil entbindet auch die
50 Milliarden Dollar Aktien von General Motors. Am Ende Soldaten davon zu verschweigen, mit wem sie befreundet
war das ein schlechtes Geschäft für den Steuerzahler, denn sind. Auch Schwule und Lesben dürfen sich in der US-Armee
später verkaufte die US-Regierung die Aktien wieder mit jetzt outen. Die Freiheit ist ein hohes Gut in den Vereinigten
10 Milliarden Dollar Verlust. Doch was wäre passiert, wenn Staaten – die Freiheit zu sagen, was man will, an das zu
die großen amerikanischen Autohersteller tatsächlich pleite- glauben, was man will, und nun auch zu lieben, wen man
gegangen wären? Zehntausende hätten ihren Job verloren, will. Dieser Freiheitsgedanke ist ein Grund, warum es so
der Schaden für die US-Regierung wäre wahrscheinlich noch viele Menschen in die USA zieht. Dennoch fällt es einigen
viel größer gewesen. konservativen Bundesstaaten schwer, diese Entscheidung zu
akzeptieren. Eine Standesbeamtin in Kansas beispielsweise
Wirtschaftlich sieht die Bilanz von Präsident Obama jeden- ging lieber ins Gefängnis, als ein schwules Paar zu trauen.
falls recht gut aus. Die Arbeitslosenquote ist auf 4,9 Pro-
zent gesunken. Die Banken und die Autohersteller machen Auch die Todesstrafe wurde in den vergangenen Jahren in
wieder satte Gewinne. Doch was ist aus den Menschen in den USA zwar weniger angewendet, aber es gibt immer noch

März 2013: Demonstranten fordern vor


dem Obersten Gerichtshof in Washing-
ton, D.C. die rechtliche Anerkennung
gleichgeschlechtlicher Partnerschaften.
Am 26. Juni 2015 haben sie schließ-
lich Erfolg: Ehen zwischen zwei Män-
nern oder zwei Frauen werden in den
USA anerkannt.
picture alliance/abaca

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Einleitung

Bundesstaaten wie Texas oder Ohio, in denen Menschen wie im August 2014 in Ferguson der schwarze Jugendliche
hingerichtet werden. Im vergangenen Jahr starben in den Michael Brown von einem weißen Polizisten nach einer Aus-
USA 28 Menschen durch die Giftspritze. Das ist zwar der einandersetzung erschossen worden war, kam es zu einem
niedrigste Wert seit den 1990er-Jahren, aber das liegt auch Aufschrei in den sozialen Medien. Aus dem Hashtag »Black
daran, dass es für die Bundesstaaten immer schwieriger wird, Lives Matter« wurde eine Bewegung mit beachtlichem Ein-
die tödliche Medizin zu besorgen, weil sich die Hersteller fluss. Die schwarzen Jugendlichen wollten damit zum Aus-
weigern, sie zu beliefern. Allerdings sind immer noch über druck bringen, dass ihr Leben offensichtlich oft weniger
60 Prozent der Amerikaner dafür, die Todesstrafe bei Mord wert sei als das eines Weißen. Zahlreiche weitere Fälle sind
anzuwenden. anzuführen: In New York erstickten Polizisten im Juli 2014
Eric Garner auf offener Straße, weil er illegale Zigaretten
Die USA – ein gespaltenes Land verkaufte. In Baltimore wurde Freddie Gray im April 2015
Präsident Obama hatte versprochen, die USA wieder zu so brutal in einem Polizeikastenwagen herumgeschleudert,
einem »vereinigten Amerika« zu machen. Doch mit diesem dass er an seinen Verletzungen starb. Die Antwort waren
Ziel ist er gescheitert. Amerika ist ein Land der Extreme Proteste sowie brennende Autos und Geschäfte.
geworden. Das bunte und liberale Amerika hat sich entlang
der Westküste, der Ostküste und in den urbanen Zentren im Was hat sich seitdem getan? Viele Städte haben Körperka-
Nordosten angesiedelt. In der Mitte und im Süden wohnen meras bei Polizisten eingeführt, damit solche Vorfälle doku-
viele konservative Amerikaner. Sie wollen die USA gegen den mentiert sind. Das US-Justizministerium hat verschiedene
Rest der Welt abschotten, und sie wollen, dass sich der Staat Polizeibehörden unter Beobachtung gestellt und prüft, ob
so wenig wie möglich in ihr Leben einmischt. Sie wollen dort Rassismus herrscht. Denn schwarze Familien beklagen
keine Steuererhöhungen, keine Umweltschutzauflagen, keine zum Beispiel, dass sie öfter von der Polizei kontrolliert
Krankenversicherungspflicht und keine strengeren Waffenge- werden als Weiße. Die FBI-Statistik für 2012 sagt Folgendes:
setze. All dies wird von der ultrakonservativen sogenannten Es gab 12 Millionen Festnahmen, 63 Prozent waren weiße,
»Tea-Party« gefordert. Beim Thema Waffenbesitz wird die 28 Prozent schwarze Amerikaner. Die meisten Festnahmen
Spaltung des Landes besonders deutlich. Der Präsident und waren in Zusammenhang mit Drogenbesitz erfolgt. Das ist
viele Demokraten haben versucht, die Waffengesetze in den überproportional viel, gemessen am Anteil der Schwarzen
USA wenigstens ein bisschen restriktiver zu gestalten. So an der Gesamtbevölkerung, der bei 14 Prozent liegt. Welche
soll beispielsweise jeder überprüft werden, der eine Waffe Rückschlüsse kann man daraus ziehen? Sind Afroamerika-
kauft, egal, ob er sie auf einer Waffenmesse oder im Inter- ner öfter an Drogendelikten beteiligt? Oder liegt es ein-
net erwirbt. Doch die Waffenlobby wehrt sich gegen jede fach daran, dass man auch leichter etwas findet, wenn man
kleine Veränderung. Sie beruft sich dabei auf den zweiten eine bestimmte Bevölkerungsgruppe öfter kontrolliert? Für
Zusatzartikel der US-Verfassung. Darin heißt es: »Ein gut schwarze Jugendliche ist es jedenfalls besonders schwer,
kontrolliertes Militär ist notwendig für die Sicherheit der dem Teufelskreis aus Drogen, Gefängnis und Arbeitslosigkeit
Vereinigten Staaten. Das Recht, eine Waffe zu tragen, darf zu entkommen.
nicht verletzt werden.« Doch ob die Gründungsväter damit
auch Maschinengewehre gemeint haben, mit denen man »Obamacare« oder eine Krankenversicherung für alle
sogar in den Krieg ziehen kann? Es war sein schwerster Kampf. Am 21. März 2010 stimmte
das US-Parlament der Gesundheitsreform von Präsident
#Blacklivesmatter Obama zu, die seitdem auch den Namen »Obamacare« trägt.
Eines kann Barack Obama jedenfalls von niemandem genom- Kein anderes Gesetz der letzten Jahre war so umstritten.
men werden: Er ist der erste schwarze Präsident der Verei- Es zwingt die Amerikaner, sich eine Krankenversicherung
nigten Staaten. In den ersten Jahren seiner Amtszeit verlor zuzulegen, andernfalls müssen sie eine Strafe zahlen. Im
er darüber nicht viele Worte. Er wollte der Präsident für alle Gegenzug werden die Beiträge vom Staat bezuschusst.
Amerikaner sein. Doch am 19. Juli 2013 sagte Obama in der Außerdem müssen nun mehr Behandlungen (z. B. Vorsorge-
Öffentlichkeit: »Es gibt wenige afroamerikanische Männer in untersuchungen) von den Kassen bezahlt werden, und Kassen
diesem Land, die nicht die Erfahrung gemacht haben, dass können ihren Patienten nicht einfach kündigen, wenn sie
sie verfolgt werden, wenn sie einkaufen gehen. Das gilt auch teure Krankheiten haben. All dies war vor der Gesundheits-
für mich. Es gibt wenige afroamerikanische Männer, die nicht reform möglich. Millionen Amerikaner haben dadurch nun
hören, dass die Autos verriegelt werden, wenn sie über die endlich eine Krankenversicherung. Die Kehrseite: Für viele
Straße gehen. Das ist mir auch passiert. Es gibt wenige Afro- bestehende Verträge sind die Beiträge teurer geworden, weil
amerikaner, die nicht erlebt haben, dass sie Fahrstuhl fahren jetzt mehr Menschen mitversichert werden müssen. Obwohl
und Frauen ihre Handtasche fester halten.« Der Präsident das Gesetz schon mehrere Jahre in Kraft ist, gibt es immer
hatte sich nach dem Tod des 17-jährigen Trayvon Martin so noch Klagen dagegen. Doch auch die Verfassungsrichter
geäußert. Der Jugendliche war im Februar 2012 in Florida haben es inzwischen bestätigt.
von einem Hilfspolizisten erschossen worden. Für Präsident
Obama muss es besonders bitter sein, dass in seiner Amts- Geteilter Kongress – eine schwere zweite Amtszeit
zeit der Graben zwischen weißen und schwarzen Amerika- Zum Glück hat Präsident Obama das Gesetz in seiner ersten
nern wieder größer geworden ist. #Blacklivesmatter wurde Amtszeit eingereicht, denn danach wäre es nicht mehr durch-
erfunden. Nachdem die Öffentlichkeit Zeuge geworden war, gegangen. Bei seiner Wiederwahl 2012 veränderten sich die

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Einleitung

Gewichte im US-Kongress. Die Republikaner hatten die Mehr- permanente Wahlwerbung in Radio und Fernsehen, Anrufe
heit im Parlament und im Senat erreicht. Das wäre in etwa und Hausbesuche von den Unterstützern der Kandidaten
so, als ob Angela Merkel mit einer SPD-Mehrheit im Bundes- bedeutet. So mancher Wähler ist am Ende so genervt, dass
tag und im Bundesrat regieren müsste. Für den Präsidenten er gar nicht mehr die Tür aufmacht oder ans Telefon geht.
war es in den letzten Jahren außerordentlich schwer, noch Aber grundsätzlich gilt dennoch, dass die Amerikaner sehr
ein Gesetz zu verabschieden. In seiner Not griff er zu den an der Wahl ihres Präsidenten interessiert sind. Und am Ende
sogenannten »Executive Orders«. Das sind Anordnungen, die ist es dann auch ganz einfach: Wer von den Kandidaten
der Präsident ohne die Zustimmung des Parlaments erlassen zuerst 270 Wahlmännerstimmen aus allen Bundesstaaten
kann. So hat er zum Beispiel für illegale Einwanderer in den zusammenhat, hat gewonnen und wird der nächste Präsident
USA ein Bleiberecht beschlossen. Doch auch dagegen gibt der Vereinigten Staaten. Doch bis der Möbelwagen vor dem
es Klagen, und es ist eher unwahrscheinlich, dass seine Weißen Haus vorfährt, ist es ein weiter Weg.
Entscheidung einen neuen Präsidenten überleben wird.
Wer kann Präsident werden?
Wie die Amerikaner ihren Präsidenten wählen In den USA kann eigentlich jeder in das Rennen um das
Um es vorweg zu sagen: Das amerikanische Wahlsystem Weiße Haus eintreten. Er muss nur ein paar Formalien erfül-
ist kompliziert. Es ist im Artikel 2 der Verfassung geregelt. len. Er muss in den USA geboren sein, mindestens 35 Jahre
Darin haben die Väter der Verfassung festgelegt, dass der alt sein und die letzten 14 Jahre in den Staaten gelebt
Präsident durch sogenannte Wahlmänner gewählt wird. Dies haben. Das führte zu der bizarren Debatte, ob Barack Obama
war ein Kompromiss zwischen denjenigen Staatsgründern, denn überhaupt Amerikaner sei. Aber er ist in Honolulu auf
die wollten, dass der Präsident direkt vom Volk gewählt wird, Hawaii geboren, und Hawaii wurde 1959 der 50. Bundesstaat
und denjenigen, die forderten, dass das Parlament den Prä- der USA. Was braucht man noch, um Präsident zu werden?
sidenten ernennt. Je mehr Einwohner ein Bundesstaat hat, Vor allem Geld. Wahlkampf ist teuer: Plakate drucken, Wer-
desto mehr Wahlmänner kann er bestimmen. Die meisten bespots bezahlen, Mitarbeiter engagieren. Dabei darf jeder
Stimmen haben Kalifornien (55), Texas (38), New York (29) Bürger direkt an jeden Kandidaten nur maximal 2.700 Dollar
und Florida (29). Bis auf zwei Ausnahmen haben alle Staaten spenden. Das große Geld machen die sogenannten super
das »the-winner-takes-all«-Prinzip. Das heißt, wer in einem PACs (Political Action Committee). Das sind Vereine, die das
Bundesstaat die Mehrheit hat, bekommt auch alle Wahlmän- Geld für die Kandidaten einsammeln. Der super PAC von Hil-
nerstimmen. Ein Beispiel: Bei der letzten Wahl im Jahr 2012 lary Clinton heißt zum Beispiel »PrioritiesUSA«. Die Unter-
war es in Florida ziemlich knapp. Die Einwohner konnten ent- stützer von Hillary Clinton haben bereits Millionen gegeben,
scheiden zwischen Präsident Obama für die Demokraten und und daraus wird dann der Wahlkampf bezahlt. Kritiker sagen,
Mitt Romney für die Republikaner. Obama bekam 4.235.270 dass man sich damit einen Präsidenten kaufen könne. Doch
Stimmen, sein Konkurrent Mitt Romney nur 73.189 weniger. es gibt zwei – extreme – Ausnahmen: Bernie Sanders, der
Dennoch bekam Obama alle 29 Wahlmännerstimmen. Florida linke Kandidat der Demokraten, nimmt nur kleine Spenden
ist auch noch ein sogenannter »battlestate«, das heißt, hier seiner vielen Unterstützer an, und Donald Trump, der Im-
ist nicht immer vorhersehbar, ob der demokratische oder mobilienmilliardär, hat genug eigenes Geld. Um Präsident zu
der republikanische Kandidat gewinnt. Die Wähler werden werden, muss man darüber hinaus zwei Wahlen gewinnen:
hier also ganz besonders umworben und bearbeitet, was zuerst die Vorwahl und dann die Endausscheidung.

Hillary Clinton will für die Demokraten


ins Weiße Haus einziehen. Das Foto
zeigt die frühere US-Außenministerin
und Ehefrau des früheren US-Präsiden-
ten Bill Clinton im April 2016 in New
York.
picture alliance/Geisler-Fotopress

Politik & Unterricht • 2-2016 5


Einleitung

Die Vorwahlen 1965 unterzeichnete der damalige Präsident Lyndon B.


Bei den Vorwahlen bestimmt jede Partei ihren Kandidaten. Johnson den »Voting-Right-Act«, das Wahlrechtsgesetz. Es
Bei den Republikanern haben sich zum Beispiel für die Wahl verbot den Bundesstaaten, die Wahl an irgendwelche Auf-
2016 über zwanzig Kandidaten angemeldet, darunter ein lagen zu knüpfen. Seit 1971 ist das Wahlalter auf 18 Jahre
Herzchirurg, die ehemalige Chefin des Computerriesen HP, festgelegt. Heute sagen Bürgerrechtsgruppen, dass es schon
der Bruder von Ex-Präsident George W. Bush und Donald wieder viele Vorschriften gibt, die Menschen von den Wahl-
Trump, die wohl schillerndste Figur dieses Wahlkampfes. Die urnen fernhalten. Einige Beispiele dafür: Texas, Kansas und
Bewerberinnen und Bewerber sammeln rund sechs Monate North Dakota verlangen einen gültigen Lichtbildausweis.
lang Delegiertenstimmen ihrer Partei. Und wer am Ende Den haben aber viele Amerikaner nicht. Ein bundeseinheit-
die meisten Stimmen hat – oder auch hier wieder Wahlmän- licher Pass ist in den USA nicht vorgeschrieben, und wer kein
ner –, wird auf einem Parteitag im Sommer nominiert. Doch Geld für ein Auto hat, hat oft auch keinen Führerschein, der
das Verfahren ist lang und teuer. Viele springen vorher ab. in den USA das am weitesten verbreitete Identifikations-
Die Kandidaten tingeln durch die Bundesstaaten, halten dokument ist. Bürgerrechtsbewegungen sagen, diese Rege-
Tausende von Reden in Turnhallen oder auf Frühlingsfesten, lung halte ärmere Menschen von der Wahl ab. In Iowa bei-
essen Steaks und Würstchen mit der Bevölkerung, machen spielsweise dürfen verurteilte Straftäter erst wählen, wenn
Selfies und geben Autogramme. Man braucht schon eine sie ihre Strafe abgesessen haben, die Bewährung vorbei ist
robuste körperliche Verfassung, um das durchzustehen. Dazu und sie alle Gerichtskosten und Strafen bezahlt haben. Wis-
kommen immer wieder Fragerunden im Fernsehen. Das ist consin hat die Möglichkeit eingeschränkt, früher zu wählen,
dann, wie gesagt, erst die Vorwahl, bei der die beiden und die Wahl am Wochenende abgeschafft.
Kandidaten bestimmt werden, die dann ab dem Sommer
gegeneinander antreten. Dann geht der ganze Wahlkampf Generell ist der Wahltermin ein großes Problem. Die USA
wieder von vorne los. Aber warum dieses aufwendige Ver- wählen immer am ersten Dienstag im November. Der Wahltag
fahren? Warum bestimmt nicht einfach jede Partei auf einem wurde 1845 für die damals 28 Bundesstaaten festgelegt, weil
Parteitag ihren Kandidaten? Das Ziel ist, dass möglichst viele im Agrarland USA dann die Ernte bereits eingefahren war.
Menschen die Chance bekommen, den möglichen künftigen Gleichzeitig sollte verhindert werden, dass das winterliche
Präsidenten zu sehen, entweder im Fernsehen oder vielleicht Wetter die Wähler daran hindert, zum nächsten Wahllokal zu
sogar persönlich. Eigentlich also ein recht demokratisches kommen. Wer aber kein Auto hat oder an diesem Tag arbeiten
Verfahren. muss, schafft es auch heute noch oft nicht ins Wahllokal.
Deshalb öffnen einige Bundesstaaten ihre Wahllokale schon
Das Recht zu wählen Tage vorher, um allen in diesem großen Land die Möglichkeit
Obwohl die Verfassung der Vereinigten Staaten im Jahr 1788 zu geben, ihr Wahlrecht auszuüben.
vieles ziemlich genau festlegte (z. B. wie alt der Präsident
mindestens sein muss), hat sie sich um andere Fragen he- Die Themen im Wahlkampf: Was die Amerikaner bewegt
rumgedrückt, z. B. wer eigentlich wahlberechtigt ist. Diese Die sogenannte Mittelschicht in den USA sorgt sich im
Frage sollten die Bundesstaaten selbst entscheiden. Diese Wahljahr 2016 vor allem ums Geld. Im Durchschnitt hat eine
hatten, als die USA gegründet wurden, ziemlich viele Grup- Familie in den USA rund 4.000 Dollar pro Monat zur Ver-
pen vom Wahlrecht ausgeschlossen. Frauen und Sklaven fügung. Das klingt erst einmal nicht so schlecht, aber das
durften zum Beispiel in vielen Staaten nicht wählen. Auch Leben im »Land der unbegrenzten Möglichkeiten« ist teuer.
Männer ohne Grund und Boden waren oftmals bei der Wahl Einige Beispiele: Ein Kindergartenplatz in einer US-ame-
ausgeschlossen. Nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg, der rikanischen Großstadt kann bis zu 1.000 Dollar im Monat
die Sklaverei beendete, stimmte der Kongress 1866 einem kosten. Viele junge Paare können sich deshalb nur ein Kind
Gesetz zu, wonach jeder wählen darf, egal, welche Haut- leisten, selbst wenn beide arbeiten. Schon wenn das Kind
farbe er hat oder welcher Rasse er angehört. (Dass Frauen den ersten Schrei getan hat, legen die Eltern Geld für das
wählen dürfen, wurde erst 1920 Gesetz.) Trotzdem haben Studium zur Seite. Denn eine namhafte private Universität
sich viele Südstaaten Tricks einfallen lassen, wie sie die kostet zwischen 30.000 und 50.000 Dollar im Jahr. Selbst für
schwarze Bevölkerung von der Wahl abhalten konnten. Die staatliche Universitäten muss man mehrere Tausend Dollar
afroamerikanische Bevölkerung musste einen Wissenstest zahlen. Wenn Absolventen dann einen Job haben, müssen
beantworten, Geld zahlen oder raten, wie viele Bonbons in sie zuerst ihre Schulden vom Studium zurückzahlen. Deshalb
einem Glas sind, was der Kinofilm »Selma« (2015) hervorra- ist Bernie Sanders von den Demokraten bei jungen Wählern
gend darstellt. Das war auch das große Ziel der Bürgerrechts- so beliebt. Der 74-Jährige verspricht kostenloses Studium.
bewegung in den 1960er-Jahren um Martin Luther King, Jr.: Im Gegenzug will er die Reichen höher besteuern. Wenn
Jeder Afroamerikaner sollte uneingeschränkt die Möglichkeit man dann den Kredit für ein Studium endlich abbezahlt hat,
haben, sein Wahlrecht auszuüben. In seiner berühmten Rede wartet die Hypothek für das Haus. Darüber hinaus sind die
»I have a dream« sagte Martin Luther King, Jr. im Jahr 1963: Ausgaben für Medikamente höher und das Einkommen von
»Wir können nicht zufrieden sein, solange die Schwarzen »Joe dem Klempner« – wie der »Otto Normalverbraucher« in
in Mississippi nicht wählen können und die Schwarzen in den USA heißt – ist in den letzten Jahren nicht gestiegen.
New York glauben, es gibt nichts, wofür sie stimmen Dafür haben die reichen Amerikaner in den letzten Jahren
könnten.« ihr Vermögen vermehrt. All das führt zu einer großen Wut
unter vielen Wählerinnen und Wählern. Darum haben zwei

6 Politik & Unterricht • 2-2016


Einleitung

Bewerber in diesem Wahlkampf auch so gut abgeschnitten: Land lassen. Die USA abschotten gegen alles Fremde, das
in der linken Ecke Bernie Sanders und in der rechten Donald trifft auch bei vielen amerikanischen Wählern auf Zustim-
Trump. mung. Trumps drittes Versprechen lautet, er wolle Amerika
wieder stark machen. Dabei sind die USA gar nicht schwach.
Die Rolle der Medien Aber alle, die Donald Trump kritisieren, sind in seinen Augen
Die Medien in den USA sind weniger neutral als in Deutsch- »bad people«.
land. So verbreitet der Fernsehsender »Fox-News« ganz ein-
deutig konservative Inhalte und lässt keine Gelegenheit aus, Die USA und Deutschland
Präsident Obama Schwäche vorzuwerfen. »MSNBC« dagegen Dass Präsident Obama in seinem letzten Amtsjahr nochmals
ist sozialer und friedlicher eingestellt. Auch die großen Zei- Deutschland besuchte, war eher überraschend. Er eröffnete
tungen unterstützen offen einzelne Kandidaten. So hat sich im April 2016 die Hannover Messe und demonstrierte damit
die »New York Times« für Hillary Clinton und Marco Rubio auch noch einmal, wie eng das transatlantische Verhältnis
als Kandidaten ausgesprochen. Unter den Radiomoderatoren ist. Dieses deutsch-amerikanische Verhältnis kann ein paar
gibt es richtige Eiferer, die eigene Shows haben, die von aufmunternde Worte gut gebrauchen, denn in den letzten
Millionen Menschen gehört werden. So hat der konservative Jahren hat es ziemlich gelitten. Als Beispiel sei hier nur das
Radiomoderator und Entertainer Rush Limbaugh eine Frau Freihandelsabkommen TTIP (Transatlantic Trade and Invest-
als »Schlampe« bezeichnet, weil sie sich für kostenlose ment Partnership) genannt. Es soll erleichtern, dass man
Verhütungsmittel eingesetzt hat. Doch mit dem Internet hat zum Beispiel Autos aus Deutschland in den USA verkaufen
die Bedeutung von Fernsehen und Zeitungen im Wahlkampf kann, indem Blinkerfarbe, Sicherheitstests und Abgaswerte
abgenommen. Alle Kandidaten verbreiten ihre Meinung vor angeglichen werden. Doch die Unterzeichnung des Abkom-
allem auch über die sozialen Medien (Twitter, Facebook, mens ist nicht in Sicht, weil es zu viele Streitpunkte gibt.
Instagram, Snapchat usw.). Auch in der Flüchtlingsfrage gehen die USA und Deutschland
unterschiedliche Wege. Historisch gesehen ist Amerika ein
Das Phänomen Donald J. Trump Land von Einwanderern. Es lebt davon, dass immer neue
Egal, ob er nun am Ende Präsident wird oder nicht, Donald Menschen in das große Land ziehen. Doch gleichzeitig haben
Trump hat es viel weiter gebracht, als alle Journalisten, die USA auch große Angst vor terroristischen Anschlägen.
Gegner und Parteifreunde es für möglich gehalten haben. Deshalb wird über jeden Asylantrag außerhalb der Landes-
Er hat mit der Angst der Menschen vor Zuwanderung und grenzen entschieden, zum Beispiel in den Flüchtlingslagern
Terrorangriffen gespielt. In den USA leben schätzungsweise im Nahen Osten, wo die Schutzsuchenden oft monatelang auf
elf Millionen Einwanderer, vorwiegend aus Südamerika. Sie einen Gesprächstermin in der nächstgelegenen US-Botschaft
arbeiten schwarz als Kindermädchen, Putzfrau oder Gärtner, warten müssen. Wer dauerhaft in den USA Schutz sucht,
und viele behaupten, wenn sie das Land wieder verließen, muss sich einer strengen Sicherheitsüberprüfung unterzie-
breche die amerikanische Wirtschaft zusammen. Trump hat hen, die bis zu zwei Jahre dauern kann. Erst dann lassen
nun versprochen, eine Mauer zwischen Mexiko und den Ver- die USA Flüchtlinge ins Land. Im Jahr 2016 wollen sie nur
einigten Staaten hochzuziehen, damit niemand mehr ohne 10.000 Flüchtlinge aus Syrien aufnehmen, deutlich weniger
Papiere in die USA einreisen kann. Außerdem schürt er die als Deutschland. Und nicht zuletzt hat der NSA-Skandal
Angst vor Muslimen, denn die will er auch nicht mehr ins rund um den massenhaften Zugriff des US-amerikanischen

Als Donald Trump im Juni 2015 an-


kündigte, als Präsidentschaftskandidat
der Republikaner antreten zu wollen,
erschien das vielen Beobachtern als ein
Kuriosum. Der Immobilienmilliardär –
hier bei einer Wahlkampfkundgebung
im März 2016 in Florida – hat dann
jedoch auf Seiten der Republikaner die
Vorwahlen dominiert.
picture alliance/ZUMAPRESS.com

Politik & Unterricht • 2-2016 7


Baustein A

Geheimdienstes auf Internet- und Telefondaten das deutsch-  Baustein A


amerikanische Verhältnis massiv belastet.

Fazit – die USA 2016 GERMANY AND THE UNITED STATES OF AMERICA
Wenn man USA-Besucher fragt, was ihnen an Amerika am
besten gefällt, hört man oft: »die Menschen«. Die meis- Warum beschäftigen wir uns ausgerechnet mit der US-ame-
ten Amerikaner sind in der Tat freundlich, hilfsbereit und rikanischen Präsidentschaftswahl? Als Einstieg in das Thema
unkompliziert. Hinfallen ist keine Schande, man muss nur des Heftes bietet es sich an, mit den Schülerinnen und
wieder aufstehen. Diese Philosophie hat die USA nach vorne Schülern zu klären, welche Bedeutung das Verhältnis zu den
gebracht. Auch wenn es Ausnahmen gibt: Amerika ist ein USA für Deutschland hat – sowohl für die Schülerinnen und
tolerantes Land, und deshalb strömen Menschen aus der Schüler persönlich als auch für die politische Ebene.
ganzen Welt in die Vereinigten Staaten, um hier zu leben.
Und doch ist auch eine große Unsicherheit spürbar, zum
Beispiel über die Rolle der USA in der Welt. Sollen sie der UNTERRICHTSPRAKTISCHE HINWEISE
Anführer sein? Sollen sie sich weltweit in Konflikte einmi-
schen? Oder sollen sie sich lieber zurückhalten, auch wenn Der Fragebogen (A 1) dient dazu, den Schülerinnen und
westliche Werte bedroht werden? Eine weitere Unsicherheit Schülern zu verdeutlichen, wie oft sie in Kontakt mit US-
ist der Datenschutz. Welche Informationen müssen im Ernst- amerikanischen Produkten stehen. Ergänzend kann im Un-
fall zugänglich sein? Welche Daten müssen vor den Augen terricht besprochen werden, dass die Möglichkeit der Nut-
und Ohren der Geheimdienste geschützt werden? Überhaupt: zung dieser Produkte auch auf Abkommen zwischen den
Wo soll sich der Staat einmischen und was kriegen Nach- Staaten und auf politische Entscheidungen zurückzuführen
barn und private Organisationen vielleicht besser hin? Die ist. Dadurch kommen die Schülerinnen und Schüler in ihrer
Zukunft wird jedenfalls nicht einfacher, eher komplizierter. Freizeit indirekt mit Entscheidungen des Kongresses und
Wer von sich selbst behauptet, er sei etwas Besonderes, der des Präsidenten der USA in Berührung. Ebenso kann das
hat auch eine besondere Verantwortung. Thema Datenschutz in Bezug auf Facebook, WhatsApp usw.
angesprochen werden. Erst 2015 stellte sich vor dem Euro-
Präsident Barack Obama wird also auch ein bisschen er- päischen Gerichtshof die Frage nach dem Umgang US-ameri-
leichtert sein, wenn er am 20. Januar 2017 um 12 Uhr kanischer Unternehmen mit den Daten europäischer Nutzer.
Mittag mit seiner Familie das Weiße Haus verlässt. Denn Die Übermittlung persönlicher Nutzerdaten in die USA wurde
auch diesen Zeitpunkt legt die US-Verfassung genau fest. vom EuGH untersagt. Wie europäische und US-amerikanische
Dann wird ein neuer Präsident – oder zum ersten Mal eine Administrationen ihre Vorstellungen von Datenschutz auf
Präsidentin – in die Pennsylvania Avenue 1600 einziehen. einen gemeinsamen Nenner bringen können, wird jedoch
auch in Zukunft ein wichtiges Thema bleiben. Auch hier kann
Zur Benutzung dieses Heftes also der Ausgang der Präsidentschaftswahl Einfluss auf das
Das vorliegende Heft ist so konzipiert, dass es im bilingualen Leben der Schülerinnen und Schüler haben.
Unterricht eingesetzt werden kann. Zahlreichen englisch-
sprachigen Texten in der vorliegenden Printausgabe wird Die lange Geschichte der deutsch-amerikanischen Bezie-
jedoch eine deutschsprachige Alternative im pdf-Format hungen wird durch die Fotocollage (A 2) im Schnelldurch-
im Internet zur Seite gestellt, so dass das Heft auch im lauf zusammengefasst. Es soll klargemacht werden, dass sich
deutschsprachigen Unterricht eingesetzt werden kann. Unter Deutsche und Amerikaner seit Jahrhunderten gegenseitig
denjenigen englischsprachigen Texten, zu denen es eine beeinflusst haben und dass trotz vieler Höhen und Tiefen ein
deutschsprachige Alternative gibt, finden Sie den entspre- besonderes Verhältnis zwischen beiden Nationen besteht.
chenden Verweis auf die Internetseite www.politikundunter- Auch hieraus begründet sich die Beschäftigung mit der Prä-
richt.de/2_16/uswahl.htm sowie dieses Symbol: sidentschaftswahl im Unterricht.

Darüber hinaus finden sich unter www.politikundunterricht. Das Arbeitsblatt A 2a bietet die Gelegenheit, sich über
de/2_16/uswahl.htm zu jedem englischsprachigen Text auch statistische Vergleiche zwischen den USA und Deutschland
Annotationen (zusammengefasst in einer pdf-Datei für alle dem Thema zu nähern sowie Verbindendes und Unterschei-
Texte in diesem Heft). dendes zwischen beiden Ländern herauszuarbeiten.

Lösungen zu A 2 auf Seite 13:


Geschichte der deutsch-
amerikanischen Beziehungen
a: 3 – 1915; b: 4 – 1948; c: 1 – ab ca. 1600; d: 7 – 2011;
e: 6 – 1971; f: 8 – 2013; g: 2 – 1847; h: 5 – 1963.

8 Politik & Unterricht • 2-2016


Baustein B

 Baustein B
Lösungen zu B 9 (Activity 1) auf Seite 25:
Powers of the President – Two Truths and a Lie
HOW THE PRESIDENT OF THE U.S. IS ELECTED
Set A: 1. true, 2. true (party chief), 3. false (only
Congress).
Baustein B thematisiert das Wahlsystem der USA, die
Bilanz der acht Jahre dauernden Präsidentschaft von Barack Set B: 1. true, 2. false (merely $ 200,000 a year),
Obama, das US-amerikanische Parteiensystem, den langen 3. true.
und eigenwilligen, aber auch urdemokratischen Weg der
Kandidaten ins Weiße Haus und die besondere Machtstellung
des US-Präsidenten. Das für das politische System der USA
zentrale Prinzip der »Checks and Balances« wird hier nicht Verlauf der Ausgabe immer wieder auftauchen und die hier
tiefergehend behandelt, weil es sich mit Sicherheit in den bereits in Gruppen erarbeitet werden können.
entsprechenden Schulbüchern finden lässt. Am Ende des
Bausteins wird hier hingegen die Frage behandelt, ob die Der Text B 6 (deutsche Übersetzung B 6a im Internet)
USA »reif« sind, um zum ersten Mal in ihrer Geschichte eine beschreibt die Geschichte und die aktuelle Ausgestaltung
Frau als Präsidentin in das Weiße Haus zu wählen. des US-amerikanischen Parteiensystems. Wie im gesamten
Heft bietet sich auch hier immer wieder der Vergleich mit
deutschen Verhältnissen an. Die Grafik B 7 verdeutlicht den
UNTERRICHTSPRAKTISCHE HINWEISE langen, beschwerlichen und auch teuren Weg der Kandi-
daten in das Weiße Haus. Inwiefern die US-amerikanische
Die Materialien B 1, B 2 und B 3 bieten über teilweise spie- Landkarte das Zweiparteiensystem der USA abbildet und
lerische Ansätze (Quiz bzw. Bingo-Spiel; die »Definition welche demokratietheoretischen Probleme damit verbunden
Cards« zum Bingo-Spiel finden sich im Internet) die Möglich- sind, wird in B 8 am Beispiel der Präsidentschaftswahl von
keit, bei Schülerinnen und Schülern erste Vorkenntnisse zu 2012 behandelt. B 9 hingegen bietet Anlass, sich mit der
erfassen und die zentralen Begriffe des US-amerikanischen besonderen machtpolitischen Stellung des US-Präsidenten
Wahlsystems kennenzulernen. auseinanderzusetzen.

Anhand des Fragebogens (B 10) können sich die Schülerinnen


und Schüler den Kandidaten der beiden Parteien nähern.
Lösungen zu B 2 auf Seite 15: Zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses dieser Ausgabe (Mai
What Do You Know about the U.S. Elections? 2016) lagen bei den Demokraten Hillary Clinton und bei den
Frage 1: c): four; Frage 2: c): the Democrats and Re- Republikanern Donald Trump im Rennen um die Kandidatur
publicans; Frage 3: b): elephant and donkey; Frage 4: für ihre jeweilige Partei vorne. Gegebenenfalls müssten ak-
b): two; Frage 5: a): suffrage; Frage 6: c): Novem- tuelle Veränderungen an diesem Zustand von der Lehrkraft
ber; Frage 7: c): primaries; Frage 8: b): 18; Frage 9: ergänzt werden. B 11 bietet mithilfe einer »Karika-Tour« die
a): January 20; Frage 10: c): the White House. Möglichkeit, den Prozess der Vorwahlen sowie die jeweils be-
sondere Charakteristik von Hillary Clinton und Donald Trump
zu erarbeiten. B 12 thematisiert zum Abschluss der Auseinan-
dersetzung mit den Kandidaten die Frage, ob zum ersten Mal
B 4 und B 5 bilanzieren die Präsidentschaft von Barack eine Frau Präsidentin der USA werden wird.
Obama. Dabei werden auch Themen angesprochen, die im

Lösungen zu B 6 auf Seite 21:


Political Parties in the United States:
Comprehension
Frage 1: The smaller parties don't usually play a role
in the presidential race. Frage 2: True. Frage 3: The
Southern Democrats wanted to keep their slaves.
Frage 4: The Grand Old Party (GOP). Frage 5: The
citizens who wanted to get rid of slavery formed the
Republican Party. Frage 6: True. Frage 7: Both par-
ties have similar views on political issues; however,
they don’t agree about how to deal with these issues.
Frage 8: False.

Politik & Unterricht • 2-2016 9


Baustein C/Baustein D

 Baustein C  Baustein D

THE BIG ISSUES OF THE 2016 CAMPAIGN THE AWAY GAME: THE SCORE OF THE U.S.
AS A GLOBAL PLAYER
Baustein C thematisiert die inhaltlichen Schwerpunkte des
Präsidentschaftswahlkampfes, die die US-amerikanischen In Baustein D setzen sich die Schülerinnen und Schüler
Wählerinnen und Wähler bewegen. Die ausgewählten Themen mit der Stellung der USA in der Welt auseinander – sowohl
spiegeln dabei auch den aktuellen Zustand der amerika- mit der realen wie auch mit der medial inszenierten. Bei
nischen Gesellschaft wider. Außenpolitische Aspekte werden dem ausgewählten Material handelt es sich einerseits um
hingegen in Baustein D behandelt. »klassische« Zeitungstexte und Karikaturen. Diese werden
andererseits ergänzt durch online auffindbare, im Strea-
ming-Modus abspielbare Trailer bzw. Filmsequenzen aus zwei
UNTERRICHTSPRAKTISCHE HINWEISE US-Serien (»Homeland« und »The Newsroom«). Hierbei han-
delt es sich beide Male um »works of fiction«. Aber beide
Anhand von C 1 können Schülerinnen und Schüler die deut- Serien geben sich betont realitätsnah und dürften durch ihre
sche Perspektive auf den US-Wahlkampf mit der Perspektive Bildschirmpräsenz weit über die USA hinaus das mediale Er-
der amerikanischen Wählerinnen und Wähler vergleichen. scheinungsbild der USA geprägt haben. An diesen Beispielen
Die Auswahl der im Baustein folgenden Themen orientiert können sich die Schülerinnen und Schüler im Unterricht mit
sich an der zweiten Grafik in C 1, die eine Umfrage unter der der Rolle von solchen, sich vorgeblich an der Wirklichkeit
amerikanischen Bevölkerung vom Dezember 2015 wieder- orientierenden TV-Serien kritisch auseinandersetzen. Dabei
gibt. Bevor die einzelnen Themen behandelt werden, bietet ist aber ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass Teile der
C 2 die Gelegenheit, sich mit einem zentralen Aspekt der Serie »Homeland« in Deutschland erst für Jugendliche ab
US-Wahl zu beschäftigen: der Finanzierung des Wahlkampfs, 16 Jahren freigegeben sind.
den sogenannten »super PACs« und der oftmals aufgestell-
ten Behauptung, dass der US-Wahlkampf vom »Big Money«
entschieden werde. UNTERRICHTSPRAKTISCHE HINWEISE

Anhand von C 3 können sich die Schülerinnen und Schü- In D 1 versuchen die Schülerinnen und Schüler zunächst,
ler mit zentralen Wahlkampfthemen auseinandersetzen und die Handlung der Serie in groben Zügen zu erfassen. Im
ihre eigene Perspektive auf diese konfliktträchtigen Fragen Folgenden stellen sie eine Verbindung zu dem Schlagwort
mit den Positionen der beiden großen Parteien in den USA »war on terror« her. Sie sollen sich dann aber vor allem mit
vergleichen ( Lösungen dazu finden sich im Internet den Effekten, die diese Serie beim Publikum erzeugt, sowie
unter www.politikundunterricht.de/2_16/uswahl.htm). Hier mit der Kritik an »Homeland« (D 2 – D 3) auseinandersetzen.
bietet sich auch der Vergleich mit den Positionen der deut- Es kann sich eine Diskussion anschließen, ob diese Serie zur
schen Parteien an. Ausstrahlung im Fernsehen geeignet ist.

Es folgen Texte und Materialien zu den folgenden Themen: Anhand der Karikaturen (D 4) können unterschiedliche
Wirtschaft (C 4; C 4a als deutscher Alternativtext im In- Wahrnehmungen des weltweiten Einflusses der USA ana-
ternet), Waffengesetze (C 5; C 5a als deutscher Alterna- lysiert werden. In D 5 finden sich die Einschätzungen des
tivtext im Internet), »Rassenbeziehungen« (der Begriff ver- bedeutenden US-Politikwissenschaftlers Joseph S. Nye, Jr.
steht sich als direkte Übersetzung des in den USA üblichen zur Zukunftsfähigkeit der USA (D 5a als deutscher Text
Begriffs »race relations«; C 6 – C 10); Klimapolitik (C 11) im Internet). Bei den Arbeitsaufträgen handelt es sich um
sowie Bildungspolitik (C 12). Einzelne Aspekte wie z. B. »herkömmliche« Textarbeit. In D 6 geht es dann jedoch
die grassierende Unzufriedenheit mit dem vermeintlichen anhand der Videosequenz aus der Serie »The Newsroom«
»Washingtoner Filz« bzw. mit der Tatsache, dass weite Teile in Hörverständnisaufgaben um die kritische Bewertung der
der US-amerikanischen Gesellschaft nicht vom wirtschaft- momentanen Befindlichkeit der USA und deren Stellung in
lichen Aufschwung profitieren, tauchen in den einzelnen der Welt durch einen fiktiven US-amerikanischen Nachrich-
Texten auf (z. B. C 4 und C 4a ). Nicht zuletzt aus Platz- tenmoderator. Es folgen Aufgaben zur Charakterisierung
gründen werden Themen wie die Gesundheitsversorgung der US-Außenpolitik der Obama-Jahre. D 7 bietet dazu eine
(»Obamacare«) und das soziale Sicherungssystem der USA Karikatur und D 8 bzw. D 9 entsprechende Analysetexte.
sowie die Aspekte Kriminalität, Einwanderung und Armut
nur beiläufig behandelt.

10 Politik & Unterricht • 2-2016


Donkey or Elephant?
The Race to the White House 2016

Texte und Materialien


für Schülerinnen und Schüler

2 – 2016
Baustein A Germany and the United States of America
A 1 Am I Americanized? 12
A 2 Geschichte der deutsch-amerikanischen Beziehungen 13

Baustein B How the President of the U.S. is Elected


B 1– B 3 Election Terms 14
B 4– B 5 The Obama Presidency 17
B 6 The Political Parties in the U.S. 20
B 7 How to become POTUS 22
B 8 The Popular Vote in 2012 24
B 9 Powers of the President 25
B 10 The Candidates 27
B 11 A Cartoon Gallery Walk 28
B 12 Changing Views on a Female President 30

Baustein C The Big Issues of the 2016 Campaign


C 1 Important Problems Facing the U.S. 31
C 2 Wie viel kostet ein US-Präsident? 32
C 3 Where Do You Stand on these U.S. Political Issues? 33
C 4 Economy 34
C 5 Gun Control 35
C 6 – C 10 Race Relations 36
C 11 Climate Change 39
C 12 College Tuition 40

Baustein D The Away Game: The Score of the U.S. as a Global Player
D 1– D 3 The “War on Terror”: “Homeland” 41
D 4– D 9 Still the Biggest Show on the World Stage? – The U.S. and the World 43

Hinweis: Die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg übernimmt keine Verantwortung für die
Inhalte von Websites, auf die in diesem Heft verwiesen oder verlinkt wird.

Politik & Unterricht • 2-2016 11


A • Germany and the United States of America

A • Germany and the United States of America


Materialien A 1 – A 2

A1 Am I Americanized?

 How often are you in contact with the United States? Fill in the boxes to indicate the things you do at least once a week.

yes no how often?


I use American products like
Facebook
Instagram
WhatsApp
Microsoft
Snapchat
Google
Twitter
Apple

I watch American TV shows like


“How I Met Your Mother”
“The Big Bang Theory”

or___--______________________________

I watch American movies like

____________________________________

I wear American clothes like


Hollister
Nike
Converse

or___--______________________________

I eat American food like


McDonald’s
Burger King
Subway

or___--______________________________

I listen to American music like

____________________________________

12 Politik & Unterricht • 2-2016


A • Germany and the United States of America

A2 Geschichte der deutsch-amerikanischen Beziehungen

 Ordne den Bildern die richtige Jahreszahl mit Text zu. Ergänze um weitere zentrale Daten.

ab ca. 1600 1915 1963 2011


Unter der ersten Die Versenkung des US-Präsident John F. Der Basketballspieler
Siedlergeneration sind Passagierdampfers Kennedy begeistert Dirk Nowitzki ge-
auch Deutsche. Als Lusitania durch ein mit seinen Worten winnt mit den Dallas
erste Siedlung deut- deutsches U-Boot ist »Ich bin ein Berliner« Mavericks als erster
scher Auswanderer Auslöser für das weit- Hunderttausende Zu- Deutscher die US-
auf dem Boden der gehende Verschwinden hörer in West-Berlin. amerikanische NBA-
heutigen USA entsteht deutscher Sprache und Meisterschaft.
1683 Germantown in Kultur im US-amerika-
Pennsylvania. nischen Alltag.

1 2 3 4 5 6 7 8

1847 1948 1971 2013


Der spätere Jeans- Die USA und ihre Die erste McDonald’s- Enthüllungen des
fabrikant Levi Strauss Verbündeten be- Filiale Deutschlands Whistleblowers
wandert in die USA ginnen die Berliner eröffnet in München. Edward Snowden lösen
aus, ebenso wie mehr Luftbrücke, um die den sogenannten
als sechs Millionen Menschen in West- NSA-Skandal aus, der
Deutsche in den Berlin mit lebensnot- die deutsch-amerika-
folgenden rund wendigen Gütern zu nischen Beziehungen
70 Jahren. versorgen. schwer belastet.

a b c
picture-alliance/Mary Evans Picture
picture alliance/akg-images

picture alliance/akg-images

Library

d e f
picture alliance/Peter Kneffel

picture alliance/AP Images


picture alliance/dpa

g h Unter www.politikundunterricht.
de/2_16/uswahl.htm finden
Sie ein Arbeitsblatt mit sta-
tistischen Vergleichszahlen zu
den USA und Deutschland.
picture alliance/dpa

picture alliance/dpa

http://learning-
apps.org/watch?v=
Lösungen siehe Seite 8 pkbgxzbdk16

Politik & Unterricht • 2-2016 13


B • How the President of the U.S. is Elected

B • How the President of the U.S. is Elected


Materialien B 1 – B 12

B1 Election Speak

 Choose two words and find out what they mean. Use online resources. Give a two-minute speech about your words in
class.

14 Politik & Unterricht • 2-2016


B • How the President of the U.S. is Elected

B2 What Do You Know about the U.S. Elections?

 Test your knowlege about the U.S. elections and do this quiz:

1. U.S. presidential elections are held every a two


b five
c four
d eight years

2. The two major political parties in the U.S. are a the Conservatives and Liberals
b the Conservatives and Labour
c the Democrats and Republicans

3. What are the animal symbols of the a horse and duck


major political parties? b elephant and donkey
c dog and cat

4. What is the maximum number of terms a one


a U.S. president can serve? b two
c three
d four

5. Which of the following words means a suffrage


“the right to vote”? b ballot
c citizenship
d election

6. General elections in the U.S. are a September


usually held in b July
c November
d March

7. Presidential candidates for each party a general elections


are nominated in b polls
c primaries
d national conventions

8. The minimum voting age in the U.S. is a 16


b 18
c 21

9. The new president of the U.S. is inaugurated a January 20


(sworn into office) on b July 4
c September 11
d November 24

10. The U.S. president lives and works in a the Capitol


b the Pentagon
c the White House
d the Senate

Solutions on page 9

http://learningapps.org/watch?v=pi39i7ifk16

Politik & Unterricht • 2-2016 15


B • How the President of the U.S. is Elected

B3 Election Terms Bingo Game

 Choose 9 terms from the box below and write them in grid if the term matches the definition. Call out “Bingo!”
the bingo grid. Your teacher will read out a definition of an if you have crossed out three terms in a row: vertically,
election term in random order. Cross out the term in your horizontally or diagonally.

Bingo
picture alliance/Bildagenturonline/AGF-Foto

Twenty definition cards available at www.politikund-


unterricht.de/2_16/uswahl.htm.
http://learningapps.org/watch?v=
p37nk6ara16

16 Politik & Unterricht • 2-2016


B • How the President of the U.S. is Elected

B4 President Obama: Accomplishments and Failures


picture alliance/dpa

What have been some of President Obama‘s biggest accomplishments and failures during his tenure?

Biggest Accomplishments your personal ranking with


ranking your partner

Ended the wars in Iraq and Afghanistan.


Ended the economic recession after 2008 and saved the U.S. auto industry.
Was awarded the Nobel Peace Price.
Reformed U.S. health care.
Addressed the threat of climate change.

Biggest Failures your personal ranking with


ranking your partner

The U.S. middle class does not profit from economic recovery.
Did not do enough to help homeowners and the housing market.
Did not close the Guantánamo prison.
Has not passed immigration reform.
Did not end NSA mass surveillance program.

Tasks

 Have a look at the above lists of Obama’s accomplish-  The first two teams to finish write their lists on the
ments and failures and make your personal ranking for board and explain their rankings.
both categories starting with the most important one.
 Compare your results with a partner and come to an
agreement for a final ranking of the two lists.

Politik & Unterricht • 2-2016 17


B • How the President of the U.S. is Elected

B5 Was bleibt von Obama?

Die große US-Gesundheitsreform


»Obamacare« war eines der um-
strittensten Themen in der Präsident-
schaft von Barack Obama, aber inzwi-
schen gilt sie als sein größter innen-
politischer Erfolg.
picture alliance/dpa

Was bleibt, wenn Barack Obama das Weiße Haus verlässt? fest – eine Abkehr vom Weltpolizisten Amerika. In geheimen
Hat er seine Versprechen eingelöst? Und in welcher Lage Verhandlungen hat der US-Präsident so die Beziehungen
befinden sich jetzt die Vereinigten Staaten, wenn sie ent- zu Kuba wiederhergestellt. Auch die Übereinkunft mit dem
scheiden müssen, was nach Obama kommen soll? Regime in Teheran ist Ergebnis eines langen, geduldigen
Prozesses. Sobald aber der Krieg den Alltag bestimmt, ver-
Am Tag seines Amtsantritts gab Obama ein allzu leichtfer- sagt der US-Präsident. Im kommenden Jahr schon, noch
tiges Versprechen ab. Das umstrittene Gefangenenlager für vor dem Amtsantritt eines neuen Präsidenten, sollte der
mutmaßliche Terroristen, Guantánamo, wollte er schließen. Abzug der US-Soldaten auch aus Afghanistan perfekt sein.
Dass er auf erbitterten Widerstand der Republikaner wie Aber selbst dieser schon fast vollzogene Abzug ist jetzt ins
einiger Demokraten treffen würde, kann den Präsidenten Stocken geraten. In Syrien hat Obama lange gezögert. Noch
nicht überrascht haben. Ob er seine Macht überschätzt hat? als Außenministerin hatte Hillary Clinton den Präsidenten
Hillary Clinton, würde sie Nachfolgerin, ist Realistin genug, gedrängt, die syrische Opposition nicht nur mit Worten,
sich nicht an einem solchen Projekt zu verkämpfen. sondern auch mit Waffen zu unterstützen. Viel zu spät hat
er sich dazu durchgerungen, erst, als es mit dem IS längst
Gescheitert ist Obama auch mit seinem Projekt eines schär- eine zweite Front gab. Legendär ist die rote Linie, die Obama
feren Waffengesetzes. Vizepräsident Joe Biden hat aus den Assad zog. Und die der Diktator ohne Zögern überschritt.
bestehenden Gesetzen rausgeholt, was rauszuholen war. Obama hinterlässt eine Welt, die sich seiner außenpoli-
Mehr könnte auch kein künftiger Demokrat im Weißen Haus tischen Vision nicht fügen wollte.
erreichen. Ein Republikaner dagegen würde das Thema ohne-
hin fallen lassen. Da sind sich die konservativen Kandidaten Eingelöste Versprechen
einig. Das zentrale Projekt von Obama war die Gesundheitsreform.
Woran andere demokratische Präsidenten vor ihm geschei-
Ähnlich erfolglos ist Obama beim Thema Einwanderung. Mit tert sind, hat er gegen die geballte Wut der Republikaner
Exekutivanordnungen hat er Einwanderer ohne Papiere vor durchgesetzt. Die Vereinigten Staaten haben damit zum
unmittelbarer Abschiebung geschützt. Ohne den Kongress Rest der entwickelten Welt aufgeschlossen. Zehn Millionen
wird es aber eine Lösung nicht geben. Eine Einwanderungs- Menschen mehr in den USA kommen seit Einführung von
reform indes wird es in der Zeit nach Obama geben. Unter »Obamacare« in den Genuss einer gewissen medizinischen
welchen Vorzeichen, hängt von den künftigen Mehrheitsver- Grundversorgung. An deutschen Kriterien gemessen, mag
hältnissen im Kongress ab. der Fortschritt nicht groß sein. Für die Vereinigten Staaten
ist er bedeutsam genug, sodass auch ein republikanischer
Obamas großes Versagen aber ist seine Krisen- und Kriegs- Präsident die Reform nur schwer wieder rückgängig machen
politik. Diplomatische Verhandlungen sind seine Art und könnte. Wenn etwas als Obamas Vermächtnis in die Bücher
Weise, internationale Probleme zu lösen. Das kann man auch eingehen wird, dann gehört dazu die Gesundheitsreform.
aus seiner Grundsatzrede vor den Vereinten Nationen im
September 2013 herauslesen. Die »Obama-Doktrin« legt die Als Obama sein Amt antrat, sah er sich mit einem drama-
Vereinigten Staaten auf eine Rolle als ein Staat unter vielen tischen wirtschaftlichen Einbruch konfrontiert. Millionen

18 Politik & Unterricht • 2-2016


B • How the President of the U.S. is Elected

Amerikaner hatten ihr Erspartes verloren, standen ohne durften. Seine Initiative »My brother’s keeper«, die junge
Rücklagen in ihren Pensionsfonds da oder mussten ihre auf schwarze Männer vor einem Abgleiten in Armut und Krimi-
Pump gekauften Häuser zu Niedrigstpreisen verkaufen. Für nalität schützen soll, ist auf Dauer angelegt.
die strauchelnden Banken galt: »too big to fail«, zu groß,
um sie stürzen zu lassen. Obama versprach dem Land einen Und angesichts der toten Schwarzen von Ferguson bis
wirtschaftlichen Aufschwung. Heute stehen die USA mit Charleston hat er sich auch in der Rassismus-Debatte nicht
fünf Millionen Arbeitslosen an der Schwelle dessen, was mehr zurückgehalten. »Ich bin sehr stolz«, sagte Obama
man faktische Vollbeschäftigung nennt. (…) Im Vergleich kürzlich in einem Interview, »dass meine Präsidentschaft
mit Europas angeschlagener Wirtschaftskraft scheinen die helfen kann, Amerika gegen rassistische Ungerechtigkeit
USA relativ stabil. zu mobilisieren.« Obama hat mit allen diesen Initiativen
die Gesellschaft verändert. Die Unterstützung für radikale
Mit einer Grundsatzrede hat Obama nach seiner Wiederwahl Kandidaten wie Donald Trump und Ben Carson bei den Repu-
den USA eine Wende in der Klimapolitik verordnet. Hier fällt blikanern zeigt nicht nur, wie viele Menschen in den USA so
die Bilanz gemischt aus. Ein großes Klimagesetz blockiert denken. Sie legt auch offen, wie sehr sich diese weiße Min-
der Kongress. Der Präsident nutzt deshalb Exekutivanord- derheit durch den gesellschaftlichen Wandel unter Obama
nungen. Und die von ihm eingesetzte Chefin der Umweltbe- bedroht sieht.
hörde, Gina McCarthy, hat nicht nur gerade den deutschen
VW-Konzern als millionenfachen Umweltbetrüger entlarvt. Mit großen Worten war Barack Obama 2008 angetreten. Er
Mit Abgasgrenzen bremst sie auch die Karbonisierung durch versprach Amerika Aufbruch und Wandel. Sieben Jahre später
amerikanische Firmen. Und Obama hat mit beharrlichen Ver- schätzen nur noch 46 % der Amerikaner ihren Präsidenten.
handlungen China auf striktere Klimaziele verpflichtet. Er hat sie enttäuscht. »Eines der am wenigsten kontroversen
Dinge, die man über Barack Obama sagen kann, ist, dass er
Die außenpolitische Bilanz von Barack Obama ist in großen besser Wahlkampf geführt als regiert hat«, sagt der Yale-
Teilen zwar schlecht. Aber weder den Iran-Deal noch die Professor und Obama-Kritiker David Bromwich. Doch es gibt
Öffnung zu Kuba würde ein republikanischer Kandidat un- auch andere Meinungen. Der Historiker Robert Dallek stellt
geschehen machen können. Und auch der Terror-Anführer Obama in die progressive Tradition von Theodore Roosevelt
Osama bin Laden liegt irgendwo auf dem Grund des Meeres. und Lyndon B. Johnson. »Das«, so Dallek, »ist eine Bilanz,
Allein der Umstand, dass Obama als erster Afroamerikaner auf die jeder Präsident stolz sein könnte.«
Präsident der Vereinigten Staaten wurde, sichert ihm einen
besonderen Platz in den Geschichtsbüchern. Und obwohl er Der Tagesspiegel vom 10.11.2015 (www.tagesspiegel.de)
kein schwarzer Präsident sein wollte, hat Obama Amerika (Barbara Junge)
doch an der Frage der Gleichberechtigung am nachhaltigsten
verändert. Er hat dazu beigetragen, dass die Homo-Ehe ein-
geführt wurde. Obama hat im Rahmen seiner exekutiven Be-
fugnisse die gleiche Bezahlung von Frauen vorangebracht.
Unter ihm ist die militärische Doktrin »Don’t ask, don’t
tell« gefallen, nach der sich Schwule im Militär nicht outen

Arbeitsanregungen

 Erstellt in Gruppenarbeit eine Liste, in die ihr die Punkte  Wie bewertet die Autorin insgesamt die Ära Obama?
eintragt, bei denen Präsident Obama gescheitert ist, und Könnt ihr zustimmen oder seid ihr anderer Meinung? Be-
diejenigen Punkte, bei denen er Erfolg hatte. gründet eure Haltung.

Politik & Unterricht • 2-2016 19


B • How the President of the U.S. is Elected

B6 Political Parties in the United States

However, by 1854, the issue of slavery was casting a


shadow on the political debate. It split the Democratic Party
into Northern and Southern branches. Southern Democrats
strongly supported slavery, while the Northern Democrats
were Abolitionists. These were people who wanted to get
rid of slavery.
picture alliance/Prisma Archivo

In 1854, antislavery forces formed the Republican Party. It


is commonly referred to as the GOP – the Grand Old Party.
Their first president, Abraham Lincoln, was one of these
founders and was elected in 1860. By 1865, the Republicans
had succeeded in abolishing slavery from United States
territory. After the Civil War, the Republicans dominated the
Heads of the United States presidents carved into political scene for over fifty years. They stood for economic
Mount Rushmore. From left to right: George Washington, progress and they drew their support from the northern
Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt and Abraham industrial states.
Lincoln.
During the 20th century, industrialization triggered a shift
in the Democratic Party. The Democrats started to focus
While most democratic nations have a multiparty system in on the needs of the workers and unions. After the stock
which three or more political parties with widely differing market crash of 1929 and the looming Great Depression, the
ideologies compete for power, the United States operates Democratic candidate Franklin D. Roosevelt (1933 – 1945)
under a two-party system in which two political parties won a landslide victory by campaigning for the relief of
dominate the government. Some minor parties such as the the unemployed. The Republicans thought the government
Greens do exist, but they have never been important during was getting too much power and that the Democrats were
presidential elections. moving the country towards a welfare state.

The founding fathers did not like the idea of parties and The U.S. Parties today
political battles between parties. When George Washington Today both parties agree in general on issues such as social
retired from public life in 1796, he even warned Americans security, unemployment insurance, basic foreign policy, and
against “faction” (parties). Although James Madison did not civil rights. However, differences appear in the means of
entirely approve of them, he thought parties were probably achieving these goals. What needs to happen to keep the
necessary. In 1789, Thomas Jefferson said that if he could economy growing? What is the best way to protect the en-
only go to heaven with a party, he wouldn’t go at all. Despite vironment? How should the U.S. maintain a strong national
their negative views of parties, these men founded the first defense? To simplify matters, one could say that the Repu-
two great American political parties. blicans tend to oppose government programs as solutions
to national problems while the Democrats tend to believe
The Development of the U.S. Parties that the government can and should create programs to
In 1787, the Federalist Party was formed. Its supporters were promote prosperity for the citizens. The parties’ views on
northern businessmen, bankers and merchants who wanted the government’s role greatly depend on the issue.
a strong central government. In foreign affairs the party
tended to agree with England. In 1828, the Federalists lost Since it was founded in 1854, the Republican Party has
the election and lingered on as a minor party. had the majority of presidents. Eighteen of the forty-four
presidents were Republicans and fifteen of the presidents
The Democratic Party was formed in 1792 and is the world’s were Democrats. Presidents Ronald Reagan, George H. W.
oldest existing political party. The followers who gathered Bush and George W. Bush are some of the well-known Re-
around Thomas Jefferson called themselves Democratic- publican presidents. Other famous Democratic presidents
Republicans or the Anti-Federalists. The followers were plan- were President John F. Kennedy and Lyndon B. Johnson who
ters and small farmers. These people wanted the government both promoted the Civil Rights movement in the 1960s, Bill
to leave them alone as much as possible. That’s why they Clinton, and current president Barack Obama.
supported strong state governments and a weak national
government. The Democratic Party got its present name Krista Ann Eichler (Autorinnentext)
during the presidency of Andrew Jackson in the 1830s.
Before the Civil War (1861 – 1865), most presidents were
Democrats.
Annotations and a German translation are available at
www.politikundunterricht.de/2_16/uswahl.htm.

20 Politik & Unterricht • 2-2016


B • How the President of the U.S. is Elected

COMPREHENSION

 Tick the correct box or fill in the blank with the appropriate answer.

1. 5.

Most Americans would prefer a multiparty The Southern farmers were strong supporters
system of government. of the Republicans.
The smaller parties don‘t usually play a role After the Civil War, the Republicans didn’t win
in the presidential race. a presidential race for fifty years.
There are only two parties in the American The citizens who wanted to get rid of slavery
system of government. formed the Republican Party.

2. The founding fathers created the first two poli- 6. The Democratic Party started to represent
tical parties in the U.S. even though they didn’t the working class during the 20th century.
like the battles political parties have.
True
True
False
False

7.
3.
The Democrats are known for cutting
The Democratic Party was the first political government spending.
party founded in the U.S.
The Republicans think the government should
George Washington was the founder of the spend more money on programs for the poor.
Democratic Party.
Both parties have similar views on political
The Southern Democrats wanted to keep issues; however, they don’t agree about how to
their slaves. deal with these issues.

4. What do people call the Republican Party? 8. John F. Kennedy was one of the most famous
U.S. presidents. He was the leader of the Repu-
The George Washington Party blican Party.

The Grand Old Party (GOP) True

The Good Old Party (GOP) False

Solutions on page 9

http://learningapps.org/watch?v=phn2reztj16

Additional Tasks

 After reading the text, make a timeline of how the issues  Do some research in the internet and make a timeline
at hand triggered the development of the U.S. parties. of the development of the German political parties.
 Do some research in the internet and check out what
the story is behind the two famous party animals (donkey
and elephant).

Politik & Unterricht • 2-2016 21


B • How the President of the U.S. is Elected

B7 The Road to the White House: How to become POTUS (President of the United States)

22 Politik & Unterricht • 2-2016


B • How the President of the U.S. is Elected

Tasks

 Watch the video “The Road to the White House”  Create a timeline with the key points on the way to the
(www.youtube.com/watch?v=R_peotNv9H8). Outline the presidency.
different steps in the election process.

Politik & Unterricht • 2-2016 23


B • How the President of the U.S. is Elected

B8 Who Won the Popular Vote in 2012?

Presidential Candidate Political Party Popular Vote Electoral Vote


Barack H. Obama Democratic 65,910,437 51.1% 332 61.7%
Willard Mitt Romney Republican 60,932,795 47.2% 206 38.3%

Tasks

 Look at the graph and describe which states voted for  Discuss: The USA – a model of democracy for the
Barack Obama and which ones for the Republican candi- world?
date Mitt Romney in the 2012 election.  Compare the U.S. electoral system to the German system.
 Analyze the table and describe the dilemma concerning Outline the most important differences. Name two impor-
the election results of the Electoral College and the po- tant advantages and disadvantages of each system.
pular vote.

24 Politik & Unterricht • 2-2016


B • How the President of the U.S. is Elected

B9 Powers of the President

Activity 1
Two Truths and a Lie
 In each set of three statements regarding the powers of the U.S. president, two statements are true and one is a
lie. Find the lie. Fill in “T” (true) or “F” (false) into the correct box. Give reasons for your choice.
The President of the United States …

Set A

1. … has the right to veto a bill passed by Congress.


2. … can campaign for other candidates in his party running for office.
3. … can make laws.

Set B

1. … has the right to grant pardons to wrongdoers.


2. … gets the highest salary in American society.
3. … can only stay in office for eight years.

(adapted from: North Carolina Civic Education Consortium; www.civics.org)

Solutions on page 9

http://learningapps.org/watch?v=pg6mw4amj16

Politik & Unterricht • 2-2016 25


B • How the President of the U.S. is Elected

Activity 2
CREATIVE WRITING
 Write a job description for the president of the U.S. outlining skills and competencies necessary for that office.

DOUBLE CIRCLE DISCUSSION


 What would be the best part of being president? What would be the worst part? What skills and character traits are
important? What would you do, if you were president?
 According to your job description, which of the current presidential candidates would be most suitable as POTUS?
 Would Chancellor Angela Merkel fit your job description? Give reasons.

Activity 3
IF I WERE PRESIDENT …
 Role play in groups of four: U.S. president, three members of a foreign policy think tank.

Task:
Congratulations! You have just been elected POTUS. You the U.S. president. Be aware of your responsibilities as
must deal with the following situations in an appropri- the leader of the Western world! Seek advice from a think
ate way, making good use of your powers and rights as tank*. Choose one of the following situations:

Situation 1 Situation 2
The Islamic State (ISIS) keeps terrorizing countries in 2015 saw a great number of mass shootings in America.
the Middle East, especially in Syria, thus bringing more As this problem has become a disturbing routine and
instability to this region. Thousands of refugees are attempts to tighten gun control laws have been unsuc-
seeking asylum in Europe and the U.S. You are very cessful, you think it is time for a political change. What
concerned about this situation and want to take action. powers do you have to prevent gun-related violence in
What powers do you have in this situation? Create a plan America? Propose a five-step plan.
to secure peace in Syria and the Middle East. You also
want to take initiative to find a reasonable solution to
the current refugee crisis in Europe and stop ISIS ter-
rorism in this area. * A group of people who think of new ideas on a particular subject or
who give advice about what should be done.
(Source: North Carolina Civic Education Consortium; www.civics.org)

26 Politik & Unterricht • 2-2016


B • How the President of the U.S. is Elected

B 10 The Candidates – Profiles

 Go to the official website of the candidate you have


Name: chosen. There you will get more information about him or
her. Take notes on what you find most interesting about
him or her.

 Go to one of the websites listed below and make your


own profile of one of the candidates. Please include:

Date of birth

Education

Family background

Career

Private matters

 Look for quotes by the candidate you have chosen. Find


the ones that you think characterize him or her best
and copy them. Be prepared to explain why you picked
them.

Donald Trump
www.donaldjtrump.com/
www.biography.com/people/donald-trump-
9511238#synopsis
www.imdb.com/name/nm0874339/bio

Hillary Clinton
www.bbc.com/news/world-us-canada-20874451
www.biography.com/#!/people/hillary-clinton-
9251306#synopsis
www.hillaryclinton.com/about/bio/

At the editorial deadline, both Hillary Clinton (Democrats) and Donald


Trump (Republicans) were the frontrunners for their respective parties.

Politik & Unterricht • 2-2016 27


B • How the President of the U.S. is Elected

B 11 A Cartoon Gallery Walk: How has the Campaign been going for the Front Runners?

The cartoons in this Gallery Walk will give you a general »Karika-Tour« – diese Methode dient dazu, einen Überblick
idea of how the campaign has developed for the Democrats über die Wahlkampagne mithilfe von Karikaturen zu erhal-
and Republicans. ten.

 Divide the class into five groups.  Die folgenden Karikaturen werden an den Wänden des
 Your teacher will tell you which cartoon your group should Klassenzimmers aufgehängt.
start with. Go to your cartoon and answer the following  In fünf Kleingruppen betrachten die Schülerinnen und
questions: Schüler die einzelnen Karikaturen. Jede Gruppe beantwortet
a) How does the cartoonist view the campaign? die Fragen:
b) Which problem is the cartoonist trying to make the voters a) Wie sieht der Karikaturist die Wahlkampagne?
aware of? b) Auf welches Problem macht er die Wählerinnen und
 At your teacher’s signal, go to the next cartoon clock- Wähler aufmerksam?
wise.  Nach drei bis vier Minuten wechseln die Gruppen auf
ein Signal des Lehrers/der Lehrerin im Uhrzeigersinn zur
nächsten Karikatur. Wenn der Rundgang abgeschlossen ist,
dürfen die Schülerinnen und Schüler eine Karikatur aussu-
chen und sie näher interpretieren.
Mike Peters (www.bullspress.de)
Matt Wuerker

28 Politik & Unterricht • 2-2016


Gerhard Mester David Cohen (www.cohencidents.com) By permission Gary Varvel and Creators Syndicate, Inc.

Politik & Unterricht • 2-2016


B • How the President of the U.S. is Elected

29
B • How the President of the U.S. is Elected

B 12 Changing Views on a Female President

Tasks

 Summarize Hillary Clinton’s message for the crowd in  Now do some research and find out how many women
New York City. are in elected offices in the U.S. (www.cawp.rutgers.edu/
 Take the years 1972, 1980 and 2008. Make a timeline women-elective-office-2015). After you have looked at
that shows how attitudes towards women staying at home the American website, go to www.bundestag.de and see
has changed since 1972. how many German women have held elective offices. What
 Pretend you have just met Hillary Clinton after her rally strikes you as most surprising? For a worldwide compari-
in New York City. Using the information from the tasks you son, go to www.ipu.org/wmn-e/classif.htm and see where
have already done, interview Mrs. Clinton about the pos- Germany and the United States stand.
sibility of her becoming the next president of the U.S.

30 Politik & Unterricht • 2-2016


C • The Big Issues of the 2016 Campaign

C • The Big Issues of the 2016 Campaign


Materialien C 1 – C 12

C1 What Is the Most Important Problem Facing the U.S.?

http://learningapps.org/watch?v=pxwg6k9zj16

Tasks

 Campaign issues are usually important topics that con-  In groups of five, decide on a list of the ten most im-
cern the citizens of a particular country. Take a look portant issues for the U.S. presidential campaign.
at the campaign issues in the graph above and choose  Compare your lists with the following poll taken in the
10 topics that you think should be important problems for USA in December 2015. Which issues were on your list but
the people of the United States. Rank your issues from one did not show up in the U.S. poll?
to ten. Number one should be the most important topic of
the presidential campaign.

Politik & Unterricht • 2-2016 31


C • The Big Issues of the 2016 Campaign

C2 Wie viel kostet ein US-Präsident?

Wahlkampf gesteckt. Zum Vergleich: Die Komitees der beiden


großen Parteien, das Republican National Committee und
das Democratic National Committee, haben zusammen 2012
gerade mal 720 Millionen Dollar aufbringen können.

Möglich machte es die sogenannte »Citizens United«-


Entscheidung des Obersten Gerichtshofs, die Obama heute
picture alliance/AP Photo

noch ärgert. Politischen Unterstützern ist es jetzt möglich,


unter dem Deckmantel von Organisationen praktisch unbe-
grenzte Summen einzusetzen, ohne ihre Identität preisge-
ben zu müssen. Obama steht mit seiner Kritik nicht alleine
da. Zuspruch bekommt er sogar von ungewohnter Seite.
Der republikanische Senator John McCain nennt das Urteil
Die fast zahllosen Wahlkampfveranstaltungen der die wohl »am meisten fehlgeleitete, naive, uninformierte
Präsidentschaftskandidaten finden in riesigen Hallen und ungeheuerliche Entscheidung des Supreme Courts im
statt. Wer finanziert den Wahlkampf, der Milliarden 21. Jahrhundert«. (…)
kostet?
Die Legalisierung von »dunklem Geld«, wie es in den USA ge-
nannt wird, und unlimitierter Firmenspenden verändert kom-
Die Wahlkampffinanzierung in den USA hat sich in wenigen plett die Art, wie Politik gemacht wird. Nach dem Urteil 2010
Jahren dramatisch gewandelt. Netzwerke superreicher Spen- war der Weg frei für die sogenannten »super PACs« (…),
der übernehmen immer mehr Funktionen der Parteien. Die die unbegrenzt Geld einsammeln und ausgeben können. Sie
Versuchung ist groß, auch illegale Wege zu gehen. (…) tragen blumige Namen wie »America rising« oder »Restore
our Future«. Über die Namen ihrer Spender müssen sie die
Mit großem Geld kommt große Versuchung – und Barack Öffentlichkeit nicht informieren, nur die staatliche Wahl-
Obama hat geahnt, dass es so kommen wird. Am 21. Januar kommission. (…)
2015 nahm sich der US-Präsident die Zeit, um an ein unge-
wöhnliches Jubiläum zu erinnern. »Vor fünf Jahren«, sagte Der Zuwachs an Macht und Einfluss großer Spenderverbände
er in einer kurzen Mitteilung, »erlaubte eine Entscheidung wird selbst innerhalb der Parteien mittlerweile kritisch be-
des Supreme Court Unternehmen – einschließlich auslän- obachtet. Die Aktionskomitees sind nicht nur während der
discher Unternehmen – und Gewerkschaften, unbegrenzte Wahlkämpfe tätig. Mit ihren unerschöpflichen Geldmitteln
Mittel einzusetzen, um unsere Wahlen zu beeinflussen. Das treiben sie Sachfragen voran oder torpedieren Projekte.
war falsch und hat echten Schaden in unserer Demokratie (…)
angerichtet.«
Handelsblatt online vom 24. Februar 2015 (Axel Postinett)
Nur fünf Tage später sickerten Informationen aus dem idyl- (www.handelsblatt.com)
lischen Rancho Mirage in Kalifornien durch. Auf ihrem jähr- (© Handelsblatt GmbH. Alle Rechte vorbehalten.)
lichen Treffen mit wohlhabenden Spendern nagelten die
Ölmagnaten Charles und David Koch im Ritz Carlton ihr
Spendenziel für den Präsidentschaftswahlkampf 2016 fest.
Sagenhafte 889 Millionen Dollar wollen sie einsetzen, um
ihren favorisierten Kandidaten ins Weiße Haus zu hieven.
Noch niemals haben Einzelpersonen solche Summen in einen

Arbeitsanregungen

 Beschreibe in eigenen Worten die Wahlkampffinanzie-  Auf der Internetseite www.fec.gov/disclosurep/pnati-


rung in den Vereinigten Staaten. Recherchiere zur Wahl- onal.do könnt ihr nachverfolgen, wie viel Geld bislang
kampffinanzierung in Deutschland und arbeite die Unter- für die Präsidentschaftskandidaten in den USA gesammelt
schiede heraus. wurde. Sammelt in Gruppenarbeit Argumente, warum es
 Nimm Stellung zu der Aussage von Barack Obama, die sein könnte, dass die Wahlen in den USA vom »Geld«
Entscheidung des Supreme Court von 2010 habe »echten entschieden werden. Was könnte gegen diese Argumente
Schaden in unserer Demokratie angerichtet«. sprechen?

32 Politik & Unterricht • 2-2016


C • The Big Issues of the 2016 Campaign

C3 Where Do You Stand on these U.S. Political Issues?

Issue yes no Democrats Republicans

Should women have the right


to have an abortion?

Do you support the legalization


of same-sex marriage?

Should the federal government


allow the death penalty?

Should the government


address global warming
more effectively?

Should the government raise


the federal minimum wage?

Do you support more effective


gun control?

Should marijuana
be legalized?

Do you support the Patient


Protection and Affordable
Care Act (“Obamacare”)?

Would you support an increase


in taxes on the rich in order to
reduce interest rates on student
loans?

Do you support stronger


measures in border security
policy?

Solutions at www.politikundunterricht.de/2_16/uswahl.htm

http://learningapps.org/watch?v=pc21nx8oj16

Tasks

 Answer the questions with “yes” or “no”.  Compare these two parties with the parties in the
 Then find out how the Democrats or Republicans gene- German Bundestag.
rally feel about these points.

Politik & Unterricht • 2-2016 33


C • The Big Issues of the 2016 Campaign

C4 Obama Hails Economy in the U.S.

U.S. President Barack Obama speaks


about taxes in the Brady Press Briefing
Room of the White House in Washing-
ton, D.C. in April 2016.

Annotations and an alternative text in German are


available at www.politikundunterricht.de/2_16/
uswahl.htm.

Tasks

 According to President Obama, the U.S. economy is  Imagine you are a Trump supporter. How would you react
doing well. Make a list of the economic indicators which to this announcement and what suggestions would you
he says are thriving. make to improve the economy? Write a letter to the editor.

34 Politik & Unterricht • 2-2016


C • The Big Issues of the 2016 Campaign

C5 End the Gun Epidemic in America


picture alliance/AP Photo

Gun store owner Dave Burdett says his affinity for guns
is rooted in history, not sport. His store is right across
the street from a University campus in Texas.

Annotations and an alternative text in German are


available at www.politikundunterricht.de/2_16/
uswahl.htm.

Tasks

 Imagine that you work for a German online journal, and  Imagine that you are participating in a discussion about
you are asked to report on text C 5. You get 250–300 words gun control. You are a speaker for the pro gun control
for your German summary. camp. Prepare palm cards which list the essential points
 Do online research on what the outgoing Obama admi- of the supporters of restriction on gun ownership.
nistration has recently done about gun control and report  Using the palm cards, give a short talk (2–3 mins.
your findings to the class. maximum) supporting the restriction on gun ownership.
 Do online research on the different presidential candi-
dates’ views on gun control and report your findings to
the class.

Politik & Unterricht • 2-2016 35


C • The Big Issues of the 2016 Campaign

C6 U.S. Race Relations: Surprising Statistics

Protesters hold banners during a rally


commemorating the one-year death of
Michael Brown at Union Square in New
York on August 9 in 2015. Brown was
killed by police officer Darren Wilson
in Ferguson, Missouri, and his death
caused the eruption of nationwide
protests against police brutality.
picture alliance/AA

A white gunman shot dead nine people in an African-Ameri- Black students appear to do well in high school – just
can church in the city of Charleston on 17 June, 2015, police over 30% of over-25s have a diploma, compared with
say, two months after an unarmed black man was killed by 27% of white over-25s. But fewer than 10% of black
a white police officer in North Charleston. The killings have over-25s have completed a bachelor‘s degree, compared
reignited the debate about race relations in the U.S. Here with 14.4% of whites.
are five surprising statistics that help tell the story.
Unemployment remains far higher among the black popu-
There are only two black billionaires in the U.S. – chat lation than the white. Currently 4.8% of white Americans
show host Oprah Winfrey and former basketball star Mi- are out of work, compared with an overall average of 5.8%.
chael Jordan. This compares with about 500 white bil-
lionaires. Figures based on the prison population at the end of
December 2013 show black Americans made up a dispro-
portionate number of inmates. Some 32% were white and
A survey conducted by the Public Religion Research In- 22% Hispanic.
stitute in 2013 asked a range of questions to assess
www.bbc.com/news/world-us-canada-30214825
how diverse people‘s friendship groups were. It found
(June 18, 2015)
that while 65% of black Americans reported only having
black friends, 75% of white Americans said they had only
Annotations available at www.politikundunterricht.
whites in their social circle.
de/2_16/uswahl.htm.

C7 The Truth of “Black Lives Matter”

Annotations available at www.politikundunterricht.


de/2_16/uswahl.htm.

36 Politik & Unterricht • 2-2016


C • The Big Issues of the 2016 Campaign

C8 Race Relations – Cartoon


Bob Englehart – www.caglecartoons.com

C9 Black Students Complain of Casual, Everyday Racism

It‘s not always the slurs and the other out-and-out acts of REALLY from. “When you‘re not white, you can‘t just be
racism. It‘s the casual, everyday slights and insensitivities. American,” she said. (She was born in the U.S. to parents
Sheryce Holloway is tired of white people at Virginia Com- from Ghana.) Janay Williams, a senior at the University of
monwealth University asking if they can touch her hair or California Los Angeles, said she is the only black person
if she knows the latest dance move. At Chicago‘s Loyola in her biology class and is routinely among the last picked
University, Dominick Hall says groups of white guys stop for group assignments. “Students don‘t want to be in the
talking when he walks by, and people grip their bags a little same group as you with a group project, because they‘re
tighter. And Katiana Roc says a white student a few seats afraid you‘re not going to do your share”, she said. Roc, a
away from her at West Virginia University got up and moved junior at West Virginia, said she can‘t forget the day that a
to the other side of the classroom. As thousands of students student moved across the room. “He looked uncomfortable.
took part in walkouts and rallies on college campuses across I‘m pretty sure he moved because of the color of my skin. It
the country on Thursday in a show of solidarity with prote- didn‘t hurt my feelings”, she said. “What disappointed me
sters at the University of Missouri, many young black people was his ignorance.” She added that just being on campus
spoke of a subtle and pervasive brand of racism that doesn‘t can be a day-to-day struggle.
make headlines but can nevertheless have a corrosive effect.
There‘s even a word on campuses for that kind of low-grade The Associated Press, November 12, 2015
insensitivity toward minorities: microaggression. (Collin Binkley and Errin Haines Whack)

“It‘s more the daily microaggressions than the large si-


tuations,” said Akosua Opokua-Achampong, a sophomore
at Boston College. When Opokua-Achampong tells other Annotations available at www.politikundunterricht.
students that she‘s from New Jersey, some ask where she‘s de/2_16/uswahl.htm.

Tasks

Work in groups of four on the materials C 6, C 7, C 8 and  Tell your group what you have found out.
C 9.  In your group, create a fact file or a poster about “race
 Read the text assigned to you. Underline relevant infor- relations” in the U.S.
mation. What message is conveyed in the cartoon?
 What have you learned about race relations from these
materials?

Politik & Unterricht • 2-2016 37


C • The Big Issues of the 2016 Campaign

C 10 Warum Hillary Clinton die erste US-Präsidentin wird

38 Politik & Unterricht • 2-2016


C • The Big Issues of the 2016 Campaign

C 11 Climate Change: We Haven‘t Even Done the Little Things


picture alliance/Photoshot

“Rush hour”-traffic on the Bruckner Expressway in the


Bronx in New York.

Annotations available at www.politikundunterricht.


de/2_16/uswahl.htm.

Tasks

◗ Summarize the main points given by the author. ◗ What are the main differences to Germany?

Politik & Unterricht • 2-2016 39


C • The Big Issues of the 2016 Campaign

C 12 Is College Tuition Really Too High?


Joe Heller

Annotations available at www.politikundunterricht.


de/2_16/uswahl.htm.

40 Politik & Unterricht • 2-2016


D • The Away Game: The Score of the U.S. as a Global Player

D • The Away Game: The Score of the U.S.


as a Global Player
Materialien D 1 – D 9

D1 Previously, on “Homeland”: The “War on Terror” Serialized on TV Screens

The American political thriller TV series


“Homeland” has been broadcast since
2011 and has won several awards. The
photo shows the series stars, among
them (third and fourth from left) Claire
Danes (as CIA Officer Carrie Mathison)
and Damian Lewis (as U.S. Marine
Sergeant Nicholas Brody).
picture alliance/dpa

After the 9/11 terrorist attacks, in 2001 the U.S. govern- on screen through movies and TV series. The award-winning
ment declared a “war on terror”. This war has been waged “Homeland” series, running in the U.S. since 2011, is a pro-
along various front lines around the globe. Modern media, minent example. As audiences are watching its fifth season,
especially the internet and television broadcasting, have the question arises to what extent this TV fiction meets rea-
literally brought this ongoing conflict home. But beyond lity or, given the fact that America’s “commander-in-chief”
news reporting, American viewers – and also TV audiences Barack Obama has been reported both to watch it and to like
elsewhere in the world – have been “witnessing” this war it, fiction might even influence real politics.

Tasks

 The first season of “Homeland” was broadcast in 2011.  Having established its plotline, explain in what way this
Seasons 1 to 3 are centered around the two protagonists series connects to the American “war on terror”.
CIA agent Carrie Mathison (Claire Danes) and Marine Ser-  Watch the trailers again and note 1) the way Americans
geant Nicholas Brody (Damian Lewis). If you do not know are shown, 2) the way non-Americans are shown, 3) how
the series – and provided that you are aged 16 and above the series tries to portray “real life”.
(because the series is age-restricted) – watch the trailer(s)  Follow the same three steps for the trailer of “Home-
for season 1: www.youtube.com/watch?v=-pQDS9Ph_5o, land” season 4 (on www.youtube.com/watch?v=-6cTHsA-
or www.youtube.com/watch?v=kRzEhExEXrI. Try to esta- MQc and on www.theguardian.com/tv-and-radio/tvandra-
blish the main plot. If you have got a partner, you might dioblog/2014/jul/21/homeland-season-four-new-trailer-
want to watch trailer 1 and your partner trailer 2 and then and-poster-show-pakistan-protests-and-pills).
compare your guesses about the main plotline. You can also  Describe the effects the trailers have on you.
check whether you got the plot right at https://en.  Imagine what effects the “Homeland” series might have
wikipedia.org/wiki/Homeland_%28TV_series%29# had 1) on American viewers and 2) on viewers world-
Season_1_.282011.29. wide.

Politik & Unterricht • 2-2016 41


D • The Away Game: The Score of the U.S. as a Global Player

D2 “Homeland” Season 2: Does It Give an Accurate Picture of Middle Eastern Politics?

propaganda apart, there‘s never been any hint that Tehran


has backed al-Qaida, though it did shelter some Bin Laden
relatives for a while.

It‘s no secret that Homeland was inspired by a popular Is-


raeli TV series called “Hatufim” (The Abducted, or Prisoners
of War as it was translated for broadcast), which tells the
story of soldiers readjusting to ordinary life after prolon-
ged captivity. The best known true-life example was Gilad
Shalit, the young corporal captured on the Israeli side of
the border with the Gaza Strip and held for five years until
he was swapped for 1,027 Palestinian prisoners. No real-life
Israeli has developed sympathy for his captors the way the
fictional U.S. marine did.

Homeland purports to portray a nuanced version of the


“war on terror” but the story is still told through a national
security prism and (…) with more than a touch of Isla-
mophobia – from Brody‘s badly pronounced “Allahu Akbar”
while praying secretly in his garage, to the portrayal of all
the Muslim characters as devious and cruel.

Strikingly, the cast has not (yet) included any Palestini-


ans – important players in the contemporary Middle East.
Like it or not their grievances are highly relevant to Arab/
Muslim hostility to Israel and its U.S. protectors. You don‘t
have to be Abu Nazir to observe that neither are simply the
passive victims of evil and motiveless terrorists. But why
spoil a rattling good story with too many confusing details
from the messier and even longer-running series that is the
real world?

The Guardian, October 25, 2012 (Ian Black)


(www.theguardian.com)
© Guardian News & Media Ltd 2016

Annotations available at www.politikundunterricht.


de/2_16/uswahl.htm.

Tasks

 List the author‘s main points of criticism. one positive and one negative. Collect the main points of
 Establish whether the review is positive or negative. criticism and praise.
Give your reasons.
 With regard to the “Homeland” series in general, do an
online research for at least two critical reviews, preferably

42 Politik & Unterricht • 2-2016


D • The Away Game: The Score of the U.S. as a Global Player

D3 Popular TV Shows Have Led More Britons than Russians to Support Torture

More people in Britain believe torture is acceptable than in depiction by screenwriters, and its real-life use by govern-
Russia – partly thanks to popular TV shows such as “24”, ment agents in torture chambers. We decided as a society,
“Homeland” and “Spooks”, human rights campaigners have a long time ago, that torture is simply wrong and can never
said. Nearly one in three people – 29% – in the UK thinks be justified in any circumstances. That is one of the moral
torture is sometimes necessary and acceptable to protect pillars on which our culture is based. (…)”
the public, compared to 25% in Russia, according to a new
poll conducted by Amnesty International. Kate Allen, direc- The Huffington Post UK/PA, May 13, 2014
tor of Amnesty International UK, said: “These findings are (www.huffingtonpost.co.uk/2014/05/13/more-britons-than-
alarming, we really didn‘t foresee this sort of response from russians-support-torture_n_5313841.html)
people in the UK and it shows we have got a lot of work
to do. It looks from these results like we have placed panic
over principle. People have bought into the idea that their
personal safety can be enhanced in some way through the Annotations available at www.politikundunterricht.
use of torture. That is simply untrue. Programmes like ‘24’, de/2_16/uswahl.htm.
‘Homeland’ and ‘Spooks’ have glorified torture to a genera-
tion – but there‘s a massive difference between a dramatic

D4 Still the Biggest Show on the World Stage?

Cartoon dating from 2001.


Gerhard Mester

Cartoon dating from 2014, showing


U.S. Secretary of State John Kerry.
By permission Michael Ramirez and Creators Syndicate, Inc.

Politik & Unterricht • 2-2016 43


D • The Away Game: The Score of the U.S. as a Global Player

D5 Predictions on the Future of the U.S.

In 2015, the political scientist Joseph S. Nye, Jr., based to energy to health care costs, have improved rather than
at Harvard University, wrote a book about the future of deteriorated in recent years. America has many problems
U.S. global influence. Here are some passages from this and they raise many questions, but they are not creating an
book: absolute decline (…).

Is the American century over? Many seem to think so. In (…) In conclusion, the American century is not over, if by
recent years, polls showed that in 15 of 22 countries sur- that we mean the extraordinary period of American pre-
veyed, most respondents said that China either will replace eminence in military, economic, and soft power resources
or has already replaced the United States as the world’s that have made the United States central to the workings of
leading power. A Pew poll in 2014 found only 28 percent of the global balance of power, and to the provision of global
Americans thought their country “stands above all others” public goods. Contrary to those who proclaim this the Chi-
compared to 38 percent in 2011. Yet perhaps, as Mark Twain nese century, we have not entered a post-American world.
famously quipped, “reports of my death have been greatly But the continuation of the American century will not look
exaggerated”. like it did in the twentieth century. The American share of
the world economy will be less than it was in the middle
(…) American culture has cleavages, but they remain mana- of the last century, and the complexity represented by the
geable and less dangerous than at times in the past. Social rise of other countries as well as the increased role of non-
problems abound, with some getting worse and some better. state actors will make it more difficult for anyone to wield
The society remains open to the outside world and better influence and organize action. Analysts should stop using
able than most to renew itself by immigration. The American clichés about unipolarity and multipolarity. They will have
economy is growing more slowly than in the past, but it to live with both in different issues at the same time.
remains innovative at using and commercializing technolo-
gies because of its entrepreneurial culture, the most mature (…) Leadership is not the same as domination. America
venture capital industry, and a tradition of close relations will have to listen in order to get others to enlist in what
between industry and the world’s top ranking universities. It former Secretary of State Hillary Clinton called a multipart-
leads the world in research and development, and is at the ner world. (…) Now, with slightly less preponderance and
forefront of new cyber, nano, bio and energy technologies. a much more complex world, the United States will need to
make smart strategic choices both at home and abroad if it
Real problems exist in terms of inequality and educating wishes to maintain its position. (…)
the workforce of the future. The largest questions are about
political institutions. Political gridlock was incorporated Joseph S. Nye, Jr.: Is the American Century Over?,
into the American system from the start, but it has been in- Malden, MA: Polity, 2015, pp. 1, 92–93, 125–126.
creasing in Washington in recent years. Even if they are not
worse than in the past, the important question is whether
the institutions will be able to cope with the problems of
the future. At the same time, the federal system also en- Annotations and an alternative text in German are
sures diversity and the potential for innovation in states available at www.politikundunterricht.de/2_16/
and cities. (…) Moreover, despite the increased partisan uswahl.htm.
bickering, several serious problems, ranging from deficits

Tasks to D 3 – D 5

 Extract from D 3 what the human rights organization  For D 5, set up a table with two columns. List both
Amnesty International has found out. the aspects mentioned in the text that point towards a
 In the light of the findings of Amnesty International, decrease in U.S. pre-eminence and those that contradict
discuss whether series such as “Homeland” should be such a decrease.
screened on public television. For even more arguments,  Discuss if Nye is optimistic about the U.S. future and
you might also want to look at the German article by give reasons for your view.
Caspar Shaller (published in “Die Zeit” in December 2014):  Looking at the language: Explain the terms “soft power”,
www.zeit.de/2014/52/cia-folterbericht-hollywood-tv- “unipolarity”, and “multipolarity”. Try to find a German
serie/komplettansicht. translation for these terms.
 Analyze and compare the messages of the cartoons
(D 4).

44 Politik & Unterricht • 2-2016


D • The Away Game: The Score of the U.S. as a Global Player

D6 “Why Is America the Greatest Country in the World?”

At the very beginning of the popular U.S. series “The News- www.youtube.com/watch?v=VMqcLUqYqrs, or www.you-
room” about the people working for the fictitious American tube.com/watch?v=1zqOYBabXmA).
TV channel Atlantic Cable News (ACN), its famous anchor-
man Will McAvoy is asked in public why America is the grea-
test country in the world. He gives an interesting answer Annotations to the trailer are available at
(accessible on www.youtube.com/watch?v=ZPHSXUS0_1c, www.politikundunterricht.de/2_16/uswahl.htm.

Answer the following questions:


1. What are Will’s first and second answers to the que- 4. List (some of) the reasons Will gives for his (revised)
stion about what makes America the greatest country answer.
in the world?

5. According to Will, what made or what would make the


2. Why does Will give yet another answer? U.S. the greatest country?

3. What surprises the audience about Will’s answer? 6. Describe the reaction of the audience.

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D • The Away Game: The Score of the U.S. as a Global Player

D7 President Obamas Foreign Policy

Cartoon dating from 2013.


By permission Gary Varvel and Creators Syndicate, Inc.

D8 Maximalist: America in the World from Truman to Obama

The former U.S. diplomat Stephen Sestanovich has writ- stic, and the future unlimited”. (…) Maximalist presidents
ten a book on the way U.S. foreign policies have de- assumed that international problems were highly suscepti-
veloped since 1945. His main argument is that there ble to the vigorous use of American power and indeed were
are basically two types of American foreign policy. The very unlikely to be solved without it.
following passage contains brief definitions of these
two types: Our presidents of “less”, by contrast, have had to oversee
retrenchment, or the curtailment of American power after
In their regular quest for a new direction, presidents and a period of overextension. The political horizons of these
their advisers have usually drawn policy answers from one presidents have been narrower, their anxiety greater, their
of two strategic schools. We could call these (…) the school sense of the moment captured by the first George Bush
of “more” and the school of “less”. Harry Truman, John in his 1992 State of the Union address. “People are wor-
Kennedy, Lyndon B. Johnson (after 1965), Ronald Reagan, ried”, he confided to the Congress. “There’s been talk of
and George W. Bush (after September 11) are clear members decline.”(…)
of the “more” school. Dwight Eisenhower, Richard Nixon,
Gerald Ford, Jimmy Carter (…) make up that of the “less”. Stephen Sestanovich: Maximalist: America in the World from
George H. W. Bush and Bill Clinton are hybrid cases. Each Truman to Obama, New York, NY: Vintage, 2014, p. 326.
began in one school and ended up in the other. (Bush went
from “more” to “less”; Clinton, the reverse.)

Presidents of the “more” school generally practiced some


version of what this book has called maximalism. Their Annotations available at www.politikundunterricht.
watchword was, as Arthur Schlesinger, Jr., described the de/2_16/uswahl.htm.
Kennedy administration’s outlook, that “the world was pla-

Tasks

 Look at the map in cartoon D 7 and try to identify the  Based on information provided by material in this chap-
spots where the smoke is coming from. Then analyze the ter (Baustein) and by what you might find online, argue
cartoon. whether President Obama’s foreign policy should be clas-
 In your own words, define the policies of “maximalism” sified as “maximalist” or rather as “retrenchment”. Give
and of “retrenchment” (D 8). What are good German trans- your reasons.
lations?

46 Politik & Unterricht • 2-2016


D • The Away Game: The Score of the U.S. as a Global Player

D9

Politik & Unterricht • 2-2016 47


Stafflenbergstraße 38, 70184 Stuttgart
Telefon 0711/164099-0, Service -66, Fax -77
lpb@lpb-bw.de, www.lpb-bw.de

Leitung Abteilung Haus auf der Alb


Direktor: Lothar Frick -60 Tagungszentrum Haus auf der Alb,
Büro des Direktors: Sabina Wilhelm -62 Hanner Steige 1, 72574 Bad Urach
Stellvertretender Direktor: Karl-Ulrich Templ -40 Telefon 07125/152-0, Fax -100
www.hausaufderalb.de
Stabsstelle Kommunikation und Marketing
Leiter: Werner Fichter -63 Abteilungsleiter/Gesellschaft und Politik:
Daniel Henrich -64 Dr. Markus Hug -146
Schule und Bildung/Integration und Migration:
Stabsstelle »Demokratie stärken« Robert Feil -139
Leiter: Felix Steinbrenner -81 Internationale Politik und Friedenssicherung/
Team meX: Stefanie Beck -82 Integration und Migration: Wolfgang Hesse -140
Assistenz: Sheena Anderson -86 Europa – Einheit und Vielfalt: Thomas Schinkel -147
Flüchtlingshilfe: Ulrike Kammerer -87 Servicestelle Friedensbildung: Claudia Möller -135
Assistenz: Teresa Ewen -89 Hausmanagement: Julia Telegin/Nina Deiß -109

Abteilung Zentraler Service Außenstellen


Abteilungsleiter: Kai-Uwe Hecht -10 Regionale Arbeit
Organisation: Julia Telegin -11 Politische Tage für Schülerinnen und Schüler
Haushalt: Gudrun Gebauer -12 Veranstaltungen für den Schulbereich
Personal: N. N. -13
Information und Kommunikation: Wolfgang Herterich -14 Außenstelle Freiburg
Klaudia Saupe -49 Bertoldstraße 55, 79098 Freiburg
Siegfried Kloske, Haus auf der Alb, Tel.: 07125/152-137 Telefon: 0761/20773-0, Fax -99
Leiter: Dr. Michael Wehner -77
Abteilung Demokratisches Engagement Thomas Waldvogel -33
Abteilungsleiter/Gedenkstättenarbeit*: Sibylle Thelen -30 Außenstelle Heidelberg
Politische Landeskunde*: Dr. Iris Häuser -20 Plöck 22, 69117 Heidelberg
Schülerwettbewerb des Landtags*: Monika Greiner -25 Telefon: 06221/6078-0, Fax -22
Stefanie Hofer -26 Leiterin: Regina Bossert -14
Frauen und Politik: Beate Dörr/Sabine Keitel -29/-32 Robby Geyer -13
Jugend und Politik*: Angelika Barth -22
Freiwilliges Ökologisches Jahr*: Steffen Vogel -35 Fachbereich Politische Tage im Regierungsbezirk Tübingen
Alexander Werwein-Bagemühl -36 Stafflenbergstraße 38, 70184 Stuttgart
Stefan Paller/Sarah Mann -37/-34 Thomas Franke Tel.: 0711/164099-83, Fax -77

Abteilung Medien und Methoden


Abteilungsleiter/Neue Medien: Karl-Ulrich Templ -40
Politik & Unterricht/Schriften zur politischen Landes-
kunde Baden-Württembergs: Prof. Dr. Reinhold Weber -42
LpB-Shops/Publikationsausgaben
Deutschland & Europa: Jürgen Kalb -43
Der Bürger im Staat/Didaktische Reihe:
Prof. Siegfried Frech -44
Bad Urach Hanner Steige 1, Telefon 07125/152-0
Unterrichtsmedien: Michael Lebisch -47
Montag bis Freitag
E-Learning: Sabine Keitel -32
8.00 –12.00 Uhr und 13.00 –16.30 Uhr
Politische Bildung Online: Jeanette Reusch-Mlynárik,
Haus auf der Alb Tel.: 07125/152-136
Freiburg Bertoldstraße 55, Telefon 0761/20773-10
Internetredaktion: Wolfgang Herterich -14
Dienstag und Donnerstag 9.00 –17.00 Uhr
Klaudia Saupe/Kata Kottra -49/-48
Heidelberg Plöck 22, Telefon 06221/6078-11
Dienstag, 9.00 –15.00 Uhr
Mittwoch und Donnerstag 13.00 –17.00 Uhr

Stuttgart Stafflenbergstraße 38,


* Paulinenstraße 44–46, 70178 Stuttgart Telefon 0711/164099-66
Telefon: 0711/164099-0, Fax -55 Mittwoch 14.00 –17.00 Uhr
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