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Erziehung und Unterricht in den Poleis Sparta und Athen

Aufgaben:
a) Lies den Text aufmerksam durch und notiere die wichtigsten Informationen in der
dazugehörigen Tabellenspalte.

1) Erziehung und Unterricht in der Polis Sparta

Der griechische Geschichtsschreiber Plutarch (ca. 45-120 n. Chr.) berichtet:


„Der Vater durfte nicht entscheiden, ob er sein neugeborenes Kind aufziehen wollte. Er musste es zu
der Sprechhalle bringen, wo die Ältesten saßen und das Kind untersuchten. Wenn es wohlgebaut und
kräftig war, ordneten sie die Erziehung an. War es aber schwächlich und missgestaltet, ließen sie es zur
so genannten „Ablage“ bringen, einem Felsabgrund im Taygetosgebirge. (...)
Die Ammen erzogen die Säuglinge dazu, nicht wählerisch beim Essen zu sein, keine Angst zu haben im
Dunkel und nicht weinerlich zu sein. Sobald die Jungen das siebente Lebensjahr erreicht hatten, mussten
sie das Elternhaus verlassen. Jetzt übernahm der Staat die Erziehung. Alle Jungen wurden in Horden
eingeteilt. Sie erhielten alle die gleiche Erziehung und Nahrung und gewöhnten sich an gemeinsames
Spiel und gemeinsames Lernen. (...) Lesen und Schreiben lernten sie nur so viel, wie sie brauchten. Die
ganze übrige Erziehung bestand darin, (...) zu gehorchen, Strapazen zu ertragen und im Kampf zu siegen.
Mit zunehmendem Alter wurde diese Erziehung noch verschärft. Sobald die Jungen zwölf waren, gingen
sie stets – auch im Winter – ohne Unterkleidung, bekamen im Jahr nur einmal einen Mantel. (...)
Auch um die Mädchen kümmerte sich Lykurg (Gesetzgeber Spartas). Er kräftigte die Körper der
Mädchen durch Laufen, Ringen, Diskus- und Speerwerfen, damit sie die Geburt eines Kindes gut
überstehen und leicht und gut gegen die Wehen ankämpfen konnte.
Die strenge Erziehung bestand auch für die Erwachsenen. Keiner durfte so leben wie er wollte, sondern
sie lebten in der Stadt wie in einem Feldlager. (...) Überhaupt glaubten sie nicht sich, sondern dem Staat
zu gehören.“
aus: Entdecken und Verstehen 1, Berlin 1993, S. 58; Geschichte und Gegenwart 1, Paderborn 2011, S. 158f.
Erklärungen:
Amme: Eine Frau, die ein Kind großzieht
Horde: Eine Gruppe von Menschen
Feldlager: Ein Lager von Soldaten im Freien

2) Erziehung und Unterricht in der Polis Athen


Die Mädchen erhielten in der Regel keine
Ausbildung, sie bekamen lediglich ein paar
Grundkenntnisse im Lesen und Schreiben vermittelt.
Ansonsten wurden sie von der Mutter auf die
Aufgaben im Haushalt vorbereitet: Gebären,
Erziehen der Kinder und Hauswirtschaft.
Die Jungen hingegen begleiteten ihre Väter zu den
öffentlichen Plätzen der Stadt und besuchten vom
siebten Lebensjahr an den Unterricht bei privaten
Lehrern. Es bestand aber keine allgemeine Schulpflicht. Bildung war Privatsache und teuer, so dass nur
Jungen aus wohlhabenden Familien in ihren Genuss kamen. Reiche Eltern stellten meist Erzieher an,
die so genannten „Paidagogos“. Das waren Sklaven, die die Jungen zum Lehrer begleiteten und im
Alltag beaufsichtigten. Bei Regelverstößen und Fehlverhalten wurden die Jungen gezüchtigt, das heißt
körperlich bestraft.
Der griechische Gelehrte Aristoteles (384-322 v. Chr.) schrieb dazu:
„Es sind im Wesentlichen vier Dinge, in denen man die Jungen zu unterrichten pflegt: Lesen und
Schreiben, Turnen, Musik und gelegentlich auch Rechnen. Lesen und Schreiben braucht man im
Geschäftsleben, für die Hausverwaltung, zur weiteren Ausbildung und für viele politische Aufgaben.
Wer rechnen kann, wird sich beim Kauf und Verkauf von Gegenständen nicht täuschen lassen. Das
Turnen ist nützlich für Gesundheit und Kraft. Doch wozu ist die Musik gut? Die Rhythmen und Töne
können Zorn, Mitleid, Tapferkeit, Zucht und ihre Gegensätze wiedergeben. Wenn wir Musik hören,
verwandelt sich unsere Seele. (...)“
aus: Entdecken und Verstehen 1, Berlin 1993, S. 71.

Erziehung und Unterricht in den Poleis Sparta und Athen

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Polis Sparta Polis Athen