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Lernstationen

Mit Hilfe der Lernstationen kannst du wichtige Ziele und Inhalte des Deutschunterrichts
• selbstständig erarbeiten, wiederholen und vertiefen und
• überprüfen, ob du wirklich erfolgreich gelernt hast.

In den Lernstationen ist Vieles ähnlich wie in den Unterrichtsvorhaben: Sie sind in
(Teil-) Kapitel gegliedert und haben Verweise in den Randspalten, die sich vor allem
auf die Unterrichtsvorhaben beziehen. Wenn du diesen Verweisen nachgehst, stößt du
auf Materialien und Hinweise, die dir helfen, das Gelernte zu vertiefen.

Die letzte Seite der Lernstationen hat jeweils eine besondere Funktion. Hier kannst du
selbst überprüfen, ob du das Wichtigste aus der Lernstation tatsächlich beherrschst.
Wenn du diese letzte Seite regelmäßig bearbeitest, entsteht nach und nach dein
persönliches Portfolio für den Deutschunterricht.
Zur Selbstüberprüfung („Selbst-Evaluation“) gehören drei Schritte:

• Im Abschnitt „Kann ich das wirklich? – Lernspiegel“ werden dir Fragen gestellt, die sich
auf wichtige Lernziele und Lerninhalte beziehen und in der Lernstation behandelt
werden. Wenn du die Antwort nicht weißt, solltest du die Lernstation ein zweites Mal
durcharbeiten. Danach gehst du wieder zurück zu den Fragen des Lernspiegels.

• Um dir das Lernen zu erleichtern, solltest du ein eigenes Lernlexikon anlegen.


Im Abschnitt „Lernlexikon“ werden dir deshalb jeweils die Stichworte genannt,
zu denen du eine Karteikarte anlegen solltest.

• In der „Schatztruhe“ bzw. dem „Lerndossier“ legst du Texte und andere Produkte
(Collagen, Tonaufnahmen usw.) ab, die bei der Erarbeitung der Lernstationen entstanden
sind und mit denen du nachweisen kannst, dass du die Ziele der Lernstation erreicht hast.
Die besonders gelungenen Produkte kannst du in einem Ordner aufbewahren oder auch
tatsächlich in einer Schatztruhe, die du dir selbst gebastelt hast.

Übrigens:
Die Lösungen für die meisten der Aufgaben in den
Lernstationen kannst du kostenlos unter www.klett.de
aus dem Internet herunterladen. Auf diese Weise
kannst du dich jederzeit selbst überprüfen.

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µ ISBN 3-12-313901-8
Lernstation: Erzählen
1. Erzählmöglichkeiten erkunden

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Lernstation: Erzählen

Als Erzähler oder Erzählerin


kann man ganz unterschiedliche
Zuhörer haben: einen Freund
Es gibt im Alltag viele Anlässe
oder eine Freundin, die Familie,
und Situationen, in denen man
die Klasse, …
etwas erzählt: morgens beim
Frühstück, im Schulbus, bei den
Großeltern, …

Das Erzählen kann unterschied-


lichen Zwecken dienen: andere
unterhalten, belustigen, in
Spannung versetzen, sich selbst
ERZÄHLEN in ein bestimmtes Licht rücken,
Beim Erzählen kann es um ganz andere übertrumpfen, sich
unterschiedliche Themen und herausreden, …
Inhalte gehen: um einen Traum,
ein abenteuerliches Erlebnis,
einen Kinobesuch, ein Buch, …

Man kann etwas Besonde-


res, vielleicht sogar Sensati-
onelles, erzählen, aber auch
etwas Alltägliches.
Manches Erzählte hat
man selbst erlebt,
gehört, gelesen oder
gesehen; anderes denkt
man sich aus.

Mache dir anhand der Zeichnungen und der Übersicht unterschiedliche


Erzählmöglichkeiten klar.
Aus welchem Anlass/in welcher Situation erzählst du selbst gerne?
Und wovon/worüber?

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6. Eine Geschichte nacherzählen
Das Nacherzählen ist eine besondere Form des schriftlichen Erzählens:

Man bemüht sich um


Nähe zum Geschehen,
Man erzählt die also darum, die vorgege-
Ereignisse in der bene Geschichte richtig
richtigen Reihen- und genau zu treffen. Man bemüht sich
folge, so wie in um einen deutlichen
der Geschichte. Anfang und Schluss
der Geschichte.

쑸쑸 Seite 271
Tempus
LS „Grammatik“

Die
Nacherzählung
Man darf
nichts Wichtiges
weglassen.
Man schreibt in der
Regel im Präteritum bzw.
behält das Erzähltempus
der Geschichte bei.

Man erzählt mit eigenen


Worten, kann aber auch
besonders kennzeich-
nende, „typische“ Wörter
Man erklärt die Geschichte
und Wendungen der
nicht, gibt auch keine
Geschichte übernehmen.
Hinweise zum Verständnis,
sondern überlässt die
Deutung dem Leser.

Lies dir die Geschichte auf Seite 156 f. einmal durch und
erzähle sie dann nach. Halte dich dabei an die Merkpunkte.
쑸쑸 Seite 26/29 Verbessere deine Nacherzählung:
Leselupe/Schreib- • mit der „Leselupe“
konferenz
UV „Geschichten- • indem du sie mit der Nacherzählung von Mitschülerinnen
erzähler“
und Mitschülern vergleichst
• durch eine „Schreibkonferenz“

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Lernstation: Erzählen

7. Eine Bildergeschichte erzählen


Bildergeschichten erzählen eine vollständige, zusammenhängende Geschichte.
Wenn du sie selbst mit eigenen Worten erzählen willst, gehst du am besten so vor:

e.o. plauen „Der verlorene Sohn“


1 Zuerst jedes einzelne Bild der Reihe nach genau betrachten,
beschreiben und erklären:
Was für Personen, Tiere, Gegenstände usw. sind zu sehen?
Was tun die Personen? Welche Körperhaltung und
welchen Gesichtsausdruck zeigen sie?
Was bedeuten Linien, Striche und andere Zeichen?
Welche Situation ist auf dem Bild dargestellt?

2 Anschließend Schritt für Schritt die Beziehung zwischen


den Bildern erfassen, auch das, was „zwischen den Bildern“
steht.

3 Zuletzt die ganze Geschichte im Zusammenhang erzählen;


dabei:
auf die Überschrift der Geschichte und auf die Pointe
achten, die für den Sinn der Geschichte wichtig sind
sich an einen „Erzählplan“ halten mit Einleitung, Seite 229 쑺쑺

Hauptteil in einzelnen Erzählschritten (die den Bildern Erzählplan


LS „Erzählen“
entsprechen können) und Schluss
auf das Erzähltempus achten (in der Regel Präteritum)

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Beispiel: 1. Bild (genaue Beschreibung)
„Der Sohn hat beim Fußballspielen im Haus eine Scheibe
zertrümmert. Fluchtartig verlässt er das Haus. Der Vater
setzt ihm nach und ballt wütend seine Fäuste …“

Beispiel: Bild 4–5 (Verknüpfung zwischen den Bildern)


„Der Vater hat ein schlechtes Gewissen. Voller Sorge läuft
er durch die Stadt und den Wald und ruft nach seinem
Sohn. Als er endlich unverrichteter Dinge wieder zurück-
kommt, fliegt ihm mit Wucht der Ball an den Kopf, den
der Sohn, der inzwischen nach Hause gekommen ist,
durch das zweite Fenster schießt …“

Erzähle die Bildergeschichte vollständig.


Halte dich an die Schritte zur Vorbereitung
(S. 235) und erzähle die Geschichte dann
anschaulich und treffend im Zusammenhang.
Überarbeite anschließend deine Geschichte.

Beispiel für den Anfang:


„Es war Winter. Draußen war es kalt und unfreundlich, so dass man dort nicht spielen
konnte. Also spielte der Sohn im Hause Fußball, obwohl er wusste, dass er das nicht durfte.
Er wurde immer übermütiger und kickte den Ball in alle Richtungen. Plötzlich ein Krachen
und Klirren – der Ball hatte eine Fensterscheibe zertrümmert und war nach draußen geflo-
gen. Der Sohn bekam einen großen Schreck. Da kam auch schon der Vater herbeigestürzt.
„Was ist denn hier los?“, rief er zornig – dann sah er den Schaden und stürzte sich wutent-
brannt auf seinen Sohn. Der aber flitzte so schnell er konnte aus der Haustür, der Vater mit
geballten Fäusten hinterher …“

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Lernstation: Erzählen

8. Was ich über das Erzählen gelernt habe – Evaluation


8.1 Kann ich das wirklich? – Lernspiegel
Kann ich …
✔ mit eigenen Worten erklären, was alles zu einem „Erzählkonzept“ gehört
und wie mir der „Geschichtenschieber“ dabei hilft eines zu finden?
✔ mir ein Erzählkonzept ausdenken und es mit Hilfe einer Stichwortskizze
anderen mitteilen?
✔ die Stellen an einer Geschichte markieren, (a) wo die Einleitung aufhört und
der Hautteil beginnt, (b) wo der Hauptteil aufhört und der Schluss beginnt?
✔ mindestens vier „Erzählelemente“ nennen, die man für das Verstehen von
Hauptteil und Schluss braucht?
✔ an einer Geschichte einzelne Erzählschritte finden, die zum Höhepunkt
führen, und diese mit Stichwörtern in eine „Erzähltreppe“ einfügen?
✔ wenigstens zehn Verben nennen, die man benutzen könnte, um beim Erzäh-
len die Bewegung eines Menschen wiederzugeben?
✔ für eine Geschichte einen neuen Schluss erfinden und begründen, wie und
warum man diesen so und nicht anders erzählt hat?
✔ wenigstens drei Unterschiede zwischen schriftlichem und mündlichem
Erzählen nennen?
✔ eine Geschichte schriftlich nacherzählen und die Ereignisse in die richtige
Reihenfolge bringen, dabei nichts Wichtiges weglassen und die richtigen
Tempusformen gebrauchen?

8.2 Lernlexikon
In deinem Lernlexikon solltest du zum Erzählen Einträge zu folgenden Punkten
angelegt haben:
Erzählkonzept – Erzählplan – Ausgestaltung einer Geschichte – mündlich/
schriftlich erzählen – Nacherzählen

8.3 Schatztruhe – Lerndossier


Im Zusammenhang mit dem Erzählen könntest du Folgendes in deinem
Dossier abgelegt haben:
die Tonaufnahme einer Geschichte, die du mündlich erzählt hast –
das Erzählkonzept und die vollständige schriftliche Fassung einer
Geschichte, die du dir selbst ausgedacht hast – eine Bildergeschichte
in Rohfassung und in der von dir überarbeiteten Fassung

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