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Geschichte Republik Österreich 1918 - 1938 Austrofaschismus

Kurzer Abriss der Geschichte Österreichs 1918 - 1938

1918 Die Provisorische Nat.-Vers. erklärt „Deutsch-Österreich“ zur Republik und zum „Bestandtei1 der Deutschen
Republik“. Nach dem sozialdemokrat. Wahlsieg in den Wahlen zur Konstituierenden Versammlung (Febr. 1919) wird
Sozialdemokrat./ christl.-soz. Koalition unter Karl Renner (1870 bis 1950).
1919 Ausweisung der Habsburger und Friede von St. Germain-en-Laye.
1920 tritt die neue Verfassung in Kraft: Neben den aus direkten Wahlen hervorgegangenen Nationalrat tritt eine Länder-
Vertretung (Bundesrat). Beide bilden die Bundesversammlung, die den Bundespräs. wählt. Ernährungsschwierigkeiten, die
zentrifugalen Bestrebungen der Bundesländer, die Friedensbedingungen der Entente und die Ansprüche der
„Nachfolgestaaten“ gefährden die junge Republik.

Die bürgerliche Koalitionsregierung (1920-1932)

1920 Christl.-soz. Wahlsieg. Bildung des Kabinetts M. Mayr [bis 1921]. Österreich tritt in den Völkerbund ein (1920). Nach
ersten Anschlussabstimmungen in Tirol (98,8 Prozent für Deutschland) und Salzburg (99,3 Prozent) werden weitere
Abstimmungen verhindert. Frankreich droht mit Einstellung der Hilfsmaßnahmen (Lebensmittelnot).
1921 Ödenburg (ung. Sopron) fällt nach der Abstimmung zurück an Ungarn.
1922-24 Univ.-Prof. Prälat Dr. Ignaz Seipel (1870-1932) saniert und stabilisiert als Bundeskanzler Finanzen und Wirtschaft.
1922 Internat. Kredite unter Garantie des Völkerbundes: Österreich muss die Einsetzung einer Friedenskontrollkommission
dulden und für 20 Jahre auf den Anschluss an das Reich verzichten. – Die innenpolit. Spannungen zwischen Bürgerlichen
(Christl.-Soziale, Großdeutsche. Landbündler) und SPÖ arten durch das Eingreifen der Wehrverbände, des sozialistischen.
Republikanischen. Schutzbundes einerseits und der Frontkämpfer, Heimwehr- und Selbstschutzverbände andererseits, in
einen latenten Bürgerkrieg aus.
1927 Sozialisten-Aufruhr (Brand des Justizpalastes).
1928-1931 Bundespräsident Prof. Wilhelm Miklas (1872-1956). Das Amt des Bundespräsidenten wird durch die
Verfassungsreform. (1929) gestärkt (Wahl durch das Volk).
1931 Projekt einer Zollunion mit Deutschland Durch den vor allem von der französischen Regierung ausgeübten Druck bricht
die Österreichische Credit Anstalt im Mai 1931 zusammen. Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise versucht die Reg.
Buresch [1931-32] durch ein Sanierungsprogramm zu beseitigen. Fortschreitende Zerrüttung Österreichs durch die Kämpfe
der vom Ausland (Frankreich, Deutschland u. a.) unterstützten Wehrverbände.
Sept.1931 Scheitern des Heimwehrputsches in der Steiermark.

Die »Austrofaschistische Diktatur« (1932-38)

1932-34 Bundeskanzler Engelbert Dollfuß (1892-1934 [ermordet]) regiert zunächst demokrat. – gestützt auf
Christl.-Soz. Landbund und Heimatblock – ein Jahr gegen die Opposition (SPÖ, Großdeutsche) und setzt das
1932 Lausanner Abkommen durch: Verlängerung der Völkerbundsanleihe unter Verzichterklärung des Anschlusses an das
Deutsche Reich bis 1952.
März 1933 Errichtung eines autoritären Regimes. Aufhebung der parlament. Verfassung, Reg. mit Hilfe
des »Kriegswirtschaftl. Ermächtigungsgesetzes» von 1917. Den innenpolit. Zweifrontenkrieg gegen die Nationalsozialisten
und die Sozialdemokraten beendet Dollfuß mit dem Verbot der Nationalsozialistischen Partei und – nach Straßenkämpfen
in Wien und anderen Städten – mit dem
1934 Verbot der Sozialdemokraten und aller anderen Parteien. – Zugelassen ist nur noch
die „Vaterländische Front“, eine 1933 gebildete Einheitsbewegung. – Annahme einer berufsständ. Verfassung.
- Nat.-soz. Putsch (25.07.). Dollfuß wird ermordet. Das Reich distanziert sich von der Aktion, als ital. Truppen am Brenner
aufmarschieren. Der Einfluss des faschist. Italien auf die Innenpolitik Österreichs setzt ein mit dem Freundschaftsvertrag
(1930) und wird verstärkt durch den
1934 Abschluss der »Röm. Protokolle» Nach dem Scheitern der Zollunion mit Deutschland versucht Frankreich (Tardieu)
eine Einbeziehung Österreichs in einen wirtschaftl. und polit. neu geordneten Donauraum unter franz. Führung, doch
Österreich lehnt ab. Schuschniggs Versuch, Österreich an Italien zu binden, muss wegen der Annäherung Rom-Berlin
scheitern. Er ist deshalb gezwungen, den »deutschen Weg« zu beschreiten, der zur Annexion Österreichs führt.
1934-1938 Bundeskanzler Kurt Schuschnigg (geb. 1897). Die Befestigung des Regimes gelingt nicht.
1936 Abkommen mit dem Deutschen Reich (Ausgleich mit Hitler). Die habsburger Restaurationsbestrebungen stoßen auf den
Widerstand Hitlers und der Kleinen Entente.
1938 Besuch Schuschniggs bei Hitler in Berchtesgaden (12. 02.): Amnestie für Nationalsozialisten und Aufnahme Arthur Seyss-
Inquarts (1892-1946 [hingerichtet]) als Innenminister ins Kabinett. Die von Schuschnigg am 09. 03. 1938 für den 13. 03.
anberaumte Volksabstimmung scheitert an dem Ultimatum des Deutschen Reiches (11.03.). Rücktritt Schuschniggs.
Bildung einer Reg. des Nat.-Soz. Seyss-Inquart und Einmarsch deutscher Truppen in Österreich. Anschluss Österreichs
an das Deutsche Reich (13.3.).
- Treibende Kraft für den Anschluss ist Göring (nicht Hitler!!) -
-Hitler begeleitet die Truppen bis Linz. Als Hitler von Linz aus Wien erreicht, läuten die Glocken und von manchen
Kirchen wehen Hakenkreuzfahnen. Die österr. Bischöfe mit Kardinal Innitzer an der Spitze bekennen sich in einem
Aufruf als „Deutsche zum Deutschen Reich“ und fordern die Gläubigen auf, für den Anschluss zu stimmen, weil „(...) die
nationalsozialistische Bewegung auf dem Gebiet des völkischen und wirtschaftl. Aufbaus sowie der Sozialpolitik (..)
namentlich für die ärmsten Schichten Hervorragendes geleistet hat und leistet (...) und dadurch die Gefahr des alles
zerstörenden gottlosen Bolschewismus abgewehrt wurde“.
1938 (10.04.) Volksabstimmung. Die Österreicher stimmen mit 99,7 % für den Anschluss
1939 01.05. Ostmarkgesetz Österreich wird als „Ostmark“ Provinz des deutschen Reiches
1940 Ostmark wird in Gaue (analog der Struktur im Reich) aufgeteilt