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Ägypten - Hochkultur am Nil

Ägypten war neben Mesopotamien die erste große


Hochkultur der Menschheitsgeschichte. 2000 Jahre
bevor das spätere Weltreich Rom überhaupt
gegründet wurde, gab es hier bereits eine
funktionierende Verwaltung und die ersten
Gerichte - von der Erfindung der Schrift ganz zu
schweigen! Auch unser moderner Kalender mit
seinen 365 Tagen stammt aus der Zeit der
Pharaonen. Wenn du heute an Ägypten denkst,
kommen dir bestimmt außerdem die Pyramiden
und die Sphinx sowie Hieroglyphen und Mumien
in den Sinn.

Der altägyptische Name des Landes ist Kemet und bezieht sich auf den schwarzen Schlamm
entlang des Nildeltas. Hier wird die enorme Bedeutung des Flusses deutlich, ohne den weder
das Alte noch das Neue Ägypten überhaupt entstanden wäre. Er war die Lebensader des
Landes und seine regelmäßigen Überschwemmungen sorgten für fruchtbares Land entlang
seiner Ufer.

Die Geschichte des Alten Ägypten


Die Geschichte Ägyptens lässt sich in mehrere Phasen einteilen: von der frühdynastischen
Periode Oberägyptens bis zur griechisch-römischen Zeit und dem darauf folgenden
Untergang des ägyptischen Reiches durch die Eroberung Roms. Insgesamt reden wir von
einer Geschichte von mehr als 4000 Jahren! Die bedeutendsten Perioden werden heute in das
Alte Reich (2707 - 2216 v. Chr.), das Mittlere Reich (2137 - 1781 v. Chr.) und das Neue
Reich (1550 - 1070 v. Chr.) unterteilt.

Doch wie konnte Ägypten so viele Jahrhunderte seine Machtposition erhalten? Zum einen
sorgte eine schlagkräftige Armee sowie eine strenge strafrechtliche Verfolgung von
Verbrechen für Sicherheit - außerhalb sowie innerhalb ihrer Grenzen. Zum anderen leistete
man sich einen fortschrittlichen Beamtenapparat (über 1600 Ämter und Titel!), der ihnen
einen großen organisatorischen Vorteil gegenüber anderen Kulturen verlieh. Unter diesen
günstigen Rahmenbedingungen fand ein reger Handel statt, welcher bereits erste Formen
einer modernen Geld- und Schuldwirtschaft mit sich brachte.

Götter und Herrscher


Die Ägypter glaubten an eine Vielzahl von Göttern. Meist waren diese eine Mischung aus
Mensch, Tier und sogar Himmelskörpern wie der Sonne. Du kennst sie bestimmt von
Wandmalereien und Skulpturen. Auch die ägyptischen Herrscher haben zahlreiche Portraits,
Bauwerke oder Statuen von sich anfertigen lassen. Damit wollten sie zu Lebzeiten ihre
Sonderstellung, ihre Auserwähltheit und göttliche Macht demonstrieren sowie der Nachwelt
in Erinnerung bleiben. Auch die großen Pyramiden waren im Prinzip nicht mehr als
gigantische Grabstätten der großer Herrscher. Vielleicht kennst du bereits Tutanchamun, der
Kindkönig, dessen Grabkammer fast vollständig erhalten gefunden werden konnte.
Was passiert noch in der Welt?

 um 2500 v.Chr. Pyramidenbau in Ägypten.


 um 1800 v.Chr. Beginn der Bronzezeit in Europa.
 um 800 v.Chr. Beginn der Eisenzeit in Europa.

Lebensform eines Volkes, das in vielen Bereichen eine besonders hohe


Leistung erbracht hat, z.B. bei der Verwaltung, der Schrift, der Religion, der
Hochkultur
Architektur, dem städtischen Leben, Technik und Wissenschaft. Die frühen
Hochkulturen entstanden meist an großen Ströme (Stromkulturen).
Altägyptische Schriftzeichen waren ursprünglich Bilderschrift, wurden dann
Hieroglyphen
aber zu Buchstabenzeichen. Es gab sie seit ca. 3000 v.Chr.
Schreibmaterial aus zusammengeklebten Streifen der Papyrusstaude.
Papyrus Man verwendete sie oft als Buchrolle.

 
Pharao Ägyptischer Gottkönig (Gott und König gleichzeitig).

 
Pyramide Ägyptische Grabanlage, meist für Pharaonen.

Polytheismus Glaube an viele Götter.


Monotheismus Glaube an einen einzigen Gott.
Religion des Volkes Israel und Bezeichnung für die Gesamtheit ihrer Stämme.
Judentum
Es war die erste monotheistische Religion überhaupt.

Gesellschaftssystem

Die ägyptische Gesellschaft war durch ein starres System mit ausgeprägter Rangordnung der
gesellschaftlichen Gruppen gekennzeichnet. Sie führte zu einem starren System mit großer
Ungleichheit. Der Pharao als Alleinherrscher war oberster Priester, Heerführer und
Gesetzgeber. Der Wille des Pharaos wurde über die angesehenen Beamten und Schreiber
weitergeleitet. Oberster Beamter und zweiter Mann im Staat war der Wesir. Es gab eine
differenzierte Verwaltung, die der Ausführung der vielfältigen Regierungsaufgaben diente.
Erst durch das Vorhandensein einer Schrift konnten Gesetze und Befehle des Pharaos
umgesetzt werden. Etwa 10.000 bis 20.000 Beamte, d. h. Schreibkundige, zählten das Vieh,
die Haushalte und das Getreide, das von den Bauern in die Vorratskammern geliefert wurde.

Handwerker bildeten die Mittelschicht. Ihre Arbeit war durch staatliche Vorschriften geregelt.
Bauern waren als Hörige an ein Stück Land (Domäne) gebunden. Der Pharao konnte sie
umsiedeln und in Überschwemmungszeiten zu Frondiensten beim Pyramidenbau heranziehen.
Die unterste soziale Schicht stellten Fronarbeiter und Sklaven. Fronarbeiter waren meist
nomadische Einwanderer und arbeiteten in Ziegeleien, Minen und Steinbrüchen sowie beim
Bau von Pyramiden. Sklaven waren vor allem Kriegsgefangene und verurteilte Verbrecher.
Sie gehörten Privatpersonen oder dem Staat.
Staat und Wirtschaft

Eine staatlich gelenkte Landwirtschaft, die Vorratswirtschaft und die Arbeitsteilung waren
Voraussetzungen für wissenschaftliche und kulturelle Leistungen. Der ägyptische Staat war
durch einen hohen Grad an Arbeitsteilung gekennzeichnet, die viele neue Berufe entstehen
ließ. Die Spezialisierung legte die Grundlage für eine stark hierarchische Gesellschaft.

Eine auf Vorratswirtschaft und Überschussproduktion ausgerichtete Landwirtschaft führte zu


gut gefüllten Getreidekammern und stellte die Grundlage des Staatswesens dar. Die
Ackerflächen waren Staatseigentum. Der Pharao beanspruchte die Ernteerträge und die
Arbeitsleistungen der Bauern (Zwangsarbeit). Im Gegenzug erhielten Bauern, Handwerker
und Beamte vom Staat Lebensmittelzuteilungen. Minen und Steinbrüche waren staatlicher
Besitz. Der Außenhandel wurde vom Staat kontrolliert.

Kultur, Wissenschaft und Religion

Staat, Gesellschaft, Religion und Wissenschaft waren in der ägyptischen Hochkultur keine
verschiedenen Bereiche. Sie bildeten eine Einheit. Grundlage für Staat, Verwaltung und
Wissenschaft war die Hieroglyphenschrift. Wichtige Leistungen der Ägypter waren vor allem
Bauleistungen wie Pyramiden, Tempel und Bewässerungssysteme (Dämme dienten der
Beherrschung des jährlichen Hochwassers des Nil, Bewässerungsanlagen versorgten die
Äcker in Trockenzeiten) sowie wissenschaftliche Leistungen, etwa in Astronomie (Planeten,
Sternbilder), Kartografie, Mathematik (Bruch-, Prozentrechnung, Geometrie) und Medizin
(Pflanzenheilkunde).

Die Ägypter glaubten an viele Götter (Polytheismus). Ihre Religion orientierte sich am
Jenseits (Leben nach dem Tod). Kennzeichen der Bestattungsriten waren Totengericht und
Mumifizierung.