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W er ist Till Eulenspiegel?

Till Eulenspiegel steht am Anfang jeder Sammlung von Schelmengeschich-


ten. Er gilt als der König der Streiche. Wie Till mit anderen Menschen seine
Scherze trieb und schelmisch durch die Städte zog, ist im berühmten
5Eulenspiegelbuch verewigt. Tatsächliche historische Belege über seine
Existenz gibt es allerdings nicht. Dennoch lachen seit nunmehr 600 Jahren
Jung und Alt darüber, wie Eulenspiegel sich als Kind dreimal taufen lassen
muss, wie er zum Seiltänzer wird, einem Esel das Lesen beibringt und von
Ort zu Ort zieht und sich dabei gerne als Handwerksgeselle ausgibt, obwohl
10er vom Schneidern, Backen oder Zimmerhandwerk keine Ahnung hat.

Doch wer ist dieser Till Eulenspiegel eigentlich?

Till Eulenspiegel soll um 1300 in einem Dorfe nahe Braunschweig geboren


worden sein und starb 1350 in Mölln, einer Stadt im heutigen Schleswig- Brunnen zur Erinnerung an Till Eulenspiegel (Bronzefigur) in der Stadt Mölln.
Holstein. Er lebte somit in der Zeit des Mittelalters, einer Zeit, in der es
15keine Smartphones, keine Autos oder etwa Toiletten gab. In einer Zeit, in
der nur sehr wenige Menschen lesen und schreiben konnten. Die Mehrheit 25Warum spielte Eulenspiegel anderen Menschen Streiche?
der Bevölkerung gehörte der unteren und damit ungebildeten Schicht der
Den Armen ging es in der Zeit des Mittelalters sehr schlecht. Sie hatten
Gesellschaft – den Bauern – an. So gehörte auch Till Eulenspiegel dieser
keinerlei Rechte und wurden von den Reichen meist ausgenutzt.
Schicht an. Dennoch war er den meisten Menschen an Denkvermögen,
Besonders manche Handwerksmeister nutzten ihre Lehrlinge und Gesellen
20Scharfsinn und Witz überlegen. In seinen Streichen stellte er sich gern mit
aus und gaben ihnen wenig Lohn. Sie überließen ihnen die Arbeit und sie
Absicht dumm, indem er die Worte seiner Mitmenschen wörtlich nahm.
30selbst waren faul und amüsierten sich. Eulenspiegel ließ sich so etwas aber
Damit hielt er seinen Mitmenschen den Spiegel vor und zeigte ihnen so
nicht gefallen und spielte einigen Handwerksmeistern einen bösen Streich.
ihre Schwächen auf. Mittels Gelächters und Schadenfreude setzte er sie
Da war es kein Wunder, dass er bei den Reichen verhasst war. Bei den
öffentlich der scharfen Kritik aus.
armen Leuten hingegen war er sehr beliebt.