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Thema: Erwachsenwerden

Aufgabe: Verfassen Sie einen Kommentar.

Situation: Nachdem Sie maturiert haben, stellt sich die Frage, ob Sie weiterhin bei Ihren Eltern wohnen sollen oder
nicht. Deshalb interessiert Sie der Bericht |Nesthocker überfüllen Hotel Mama| aus der |Wiener Zeitung|. Er bietet die
Textgrundlage für einen Kommentar, den Sie für die Maturazeitung schreiben.

Lesen Sie Petra Tempfers Bericht |Nesthocker überfüllen Hotel Mama| aus der Tagezeitung |Wiener Zeitung| vom 14.
September 2010 (Textbeilage 1)

Verfassen Sie nun den Kommentar und bearbeiten Sie dabei die folgenden Arbeitsaufträge:

-) Benennen Sie die in der Textbeilage dargestellte Thematik.

-) Analysieren Sie die Gründe, die junge Erwachsene dazu bewegen, das Elternhaus nicht zu verlassen.

-) Bewerten Sie diese gesellschaftliche Entwicklung aus persönlicher Sicht.

Schreiben Sie zwischen 270 und 330 Wörter. Markieren Sie Absätze mittels Leerzeilen.

Aufgabe / Textbeilage 1

Nesthocker überfüllen Hotel Mama

Immer mehr Nachwuchs zieht einfach nicht von zu Hause aus - unsicherer Arbeitsmarkt trägt Hauptschuld

Von Petra Tempfer

-) Gut zwei Drittel der 20- bis 24-Jährigen leben bei den Eltern.

-) Forderung nach mehr Geld für die Jugendforschung.

-) Vorprogrammierter Generationenkonflikt.

Wien. „Die Wäsche liegt gebügelt im Schrank, der Kühlschrank ist immer voll“, zählt Florian P. die Vorzüge auf, die sein
Leben zu Hause bei den Eltern mit sich bringt. Kinder wissen diesen Komfort oft nicht zu schätzen - Florian P. schon. Ist
er doch seit nunmehr 24 Jahren noch nicht aus seinem Kinderzimmer ausgezogen und geht jeden Tag nach dem
gemeinsamen Frühstück in die nahe Schule, um hier zu unterrichten.

Florian P. ist bei weitem kein Einzelfall mehr. Vielmehr ist ein klarer Trend zum Nesthocker zu erkennen, wie aus der
Statistik Austria hervorgeht. Demnach lebten im Vorjahr 67,5 Prozent der männlichen und 50,9 Prozent der weiblichen
20- bis 24-Jährigen bei den Eltern, was 61,3 Prozent dieser Altersgruppe entspricht. 1971 waren es noch 41,7 Prozent.
„Während es junge Menschen in den 70er-Jahren früh in die Unabhängigkeit zog, froh, endlich der häuslichen Kontrolle
zu entfliehen, lebt heute ein beträchtlicher Teil junger Menschen glücklich und zufrieden bei Mama und Papa“, meint
die Entwicklungspsychologin Christiane Papastefanou dazu. Bereits mit Beginn der 80er stieg das Auszugsalter der
Kinder in den USA deutlich an. Derzeitiger Spitzenreiter ist Italien, wo noch 30 Prozent der 30-Jährigen den Komfort im
Hotel Mama genießen.

Als Ursache führt Papastefanou neben der Verdrängung autoritärer Erziehungsstile die voranschreitende
Bildungsexpansion an. Immer längere Ausbildungszeiten und oft anfänglich befristete Arbeitsverhältnisse würden die
ökonomische Abhängigkeit von den Eltern verlängern. „Nicht die Bequemlichkeit, sondern die Unsicherheit am
Arbeitsmarkt trägt die Hauptschuld am steigenden Nesthocker- Trend“, pflichtet ihr Wirtschaftsforscherin Gudrun Biffl
bei.

„Durch diese unstabilen Arbeitsmarkt- Perspektiven fürchten viele Junge, sich eine Wohnung auf Dauer nicht leisten zu
können“, fährt sie fort. Laut Papastefanou war jeder fünfte Nesthocker bereits ausgezogen und kehrte nach plötzlicher
Arbeitslosigkeit ins Elternhaus zurück.

Lösungswege finden

Um dieses wachsende Dilemma der heutigen Jugend besser beleuchten zu können und Lösungswege zu finden, muss
laut Biffl verstärkt Jugendforschung betrieben werden - und zwar auf Bundes- und nicht wie bisher auf Landesebene.
Erst im Vorjahr ist das Österreichische Institut für Jugendforschung in Wien-Leopoldstadt nach 50-jährigem Bestehen
geschlossen worden. Biffl beklagt, dass nun zu wenig Gelder in die Jugendforschung fließen. „Die Jugendforschung ist
gut aufgestellt. Es gibt keinen Mangel an Expertise, weil sich ein breites Spektrum an Anbietern von grundlagen- und
anwendungsorientierter Forschung entwickelt hat“, kontert Volker Hollenstein, ein Sprecher des Büros von Wirtschafts-
und Familienminister Reinhold Mitterlehner. Überdies könne jeder Jugendforscher Projektförderungen beantragen.

In den Zeiten der allgemeinen Desorientierung und wirtschaftlichen Rezession bietet jedenfalls häufig die Familie einen
wichtigen emotionalen Rückhalt - das Dasein als Nesthocker bringt aber auch Nachteile mit sich. Der Wunsch nach
Selbständigkeit ist bei Spätausziehenden laut Papastefanou weniger stark ausgeprägt, sie gelten als „unvollständig
abgelöst“. Die Fragen „Wo gehst Du hin?“ oder „Mit wem triffst Du Dich?“ rutschen Müttern ganz von alleine über die
Lippen. „Beide Seiten laufen Gefahr, typischen Eltern-Kind-Mustern verhaftet zu bleiben, die nicht altersangemessen
sind.“

Ohne Eltern ganz allein

Obwohl die Nesthocker dabei nicht generalisiert werden dürften und sich nicht alle stets bedienen ließen, würden von
den Eltern immense Arbeitsleistungen erbracht. Erst wenn diese alt und vielleicht zum Pflegefall werden, wendet sich
das Blatt. Wenn dann ein Kind noch immer zu Hause wohnt und keine Familie gegründet hat, erwächst daraus ein
weiteres Problem. „Falls meine Eltern sterben, stehe ich völlig alleine da“, ist sich etwa Florian P. bewusst. Sein
Kinderzimmer will er daher so bald wie möglich gegen ein eigenes Zuhause tauschen.

Quelle: http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/panorama/chronik/225093_Nesthocker-ueberfuellen-Hotel-
Mama.html [05.02.2014]
Thema: Arbeitswelt und Gesundheit

Aufgabe: Verfassen Sie eine Zusammenfassung.

Situation: Nach der Reifeprüfung bzw. Reife- und Diplomprüfung haben Sie sich entschieden, ein freiwilliges soziales
Jahr zu absolvieren, um berufliche Erfahrungen zu sammeln. Sie arbeiten bei „@ufmerksam!“, einer Institution, die sich
vor allem für Hilfestellungen für Berufstätige in Krisensituationen engagiert. Sie sammeln Informationen über das
aktuelle Thema |Burnout|, um diese für Ihre Kolleginnen und Kollegen zusammenfassen.

Lesen Sie das Interview. Verfassen Sie nun die Zusammenfassung und bearbeiten Sie dabei folgende Arbeitsaufträge:

-) Beschreiben Sie den inhaltlichen Aufbau des Interviews.

-) Fassen Sie die Aussagen der Expertin zusammen.

Schreiben Sie zwischen 270 und 330 Wörter. Markieren Sie Absätze mittels Leerzeilen.

Aufgabe 1/Textbeilage 1

Burnout: „Mit fixen Ankern im Terminkalender gegensteuern“


Burnout hat die Mitte der Gesellschaft erreicht. Kaum eine Berufsgruppe, die vom völligen Ausbrennen verschont bleibt.
Kaum ein Arbeitnehmer, der erste Anzeichen nicht schon selbst zu verspüren glaubte. karriere.at sprach im Rahmen
unserer Burnout-Serie mit Christa Schirl-Russegger, klinische und Gesundheitspsychologin sowie Psychotherapeutin,
über erste Anzeichen des Burnouts, Möglichkeiten gegenzusteuern und auch darüber, was Arbeitgeber zur Burnout-
Prävention beitragen können.

Von Christoph Weissenböck

KARRIERE.AT: Überlastet und erschöpft fühlt sich fast jeder Arbeitnehmer von Zeit zu Zeit. Worin liegt aber der
Unterschied zwischen „normaler“ Erschöpfung und Burnout?

Christa Schirl-Russegger: Erschöpfung ist eine gesunde Reaktion, in der der Körper sagt, dass er Regeneration nötig hat.
Von Erschöpfung erholt man sich in der Regel rasch wieder, weil sie sich nur auf eine Ebene auswirkt. Wenn ich
beispielsweise erledigt vom Fitnessstudio nach Hause komme, heißt das nicht automatisch, dass ich auch emotional
erschöpft bin oder dass das dann auch die Beziehung zum Partner beeinflusst. Burnout hingegen bedient alle Ebenen.
Davon erhole ich mich nicht, wenn ich zwei Tage von der Arbeit zuhause bleibe. Burnout hat oft Krankenstände von bis
zu einem Jahr zur Folge.
KARRIERE.AT: Welche Ebenen sind das?

Christa Schirl-Russegger: Einerseits ist dies die körperliche Ebene. Das kann sich beispielsweise äußern in
Bluthochdruck, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen und vielem mehr. Dazu kommt die soziale Ebene. Burnout-Patienten
ziehen sich oftmals zurück, gehen Konflikten aus dem Weg - beruflich wie auch privat. Sie verspüren das Bedürfnis, sich
verkriechen zu wollen. Die dritte Ebene ist dann die psychische: Mit dem Burnout Hand in Hand geht oft eine große
Depression. Patienten haben das Gefühl, dass ohnehin alles sinnlos sei, sind völlig abgestumpft. Und der vierte Bereich,
auf den sich ein Burnout auswirkt, ist die emotionale Ebene: Patienten sind mit ihren Gefühlen völlig am Ende.

KARRIERE.AT: Wann ist der Zeitpunkt, die Notbremse zu ziehen?

Christa Schirl-Russegger: Hier gibt es viele verschiedene Indikatoren. Häufig kommt es bei Burnout- Patienten - gerade
bei Führungskräften, wo eine Besprechung die nächste jagt - vor, dass sie sich überhaupt keine Arbeitspausen gönnen,
sich keine Zeit für Essen, Trinken oder einen kurzen Moment an der frischen Luft nehmen. Diese Patienten haben oft
den Grundsatz: ‚Nur wenn ich arbeite, bin ich.‘ Besondere Burnout-Gefahr besteht dann, wenn Menschen ein so
genanntes „Pyramidisches Wertesystem“ haben: Der Job steht an der Spitze und überstrahlt alles. Ein solches
Wertesystem ist definitiv ungesund. Ein gesundes Wertesystem lässt Werte parallel zueinander stehen - nämlich Werte
aus verschiedenen Lebensbereichen. Je nach Zeitpunkt kann ein Wert schon einmal ‚heller leuchten‘ als andere,
beispielsweise, wenn ein Kind krank ist, oder mich ein spannendes Projekt im Job fordert. Grundsätzlich sollten die
Werte jedoch zueinander in gesundem, ausgewogenem Verhältnis stehen.

KARRIERE.AT: Gibt es weitere Indikatoren?

Christa Schirl-Russegger: Mittendrin in der Burnout-Spirale ist man oft bereits, wenn sich der Körper meldet.
Schlafstörungen, Rückenschmerzen, Tinnitus sind da häufige Signale. Wenn man sich so überarbeitet fühlt, dass sich der
eigene, langfristig auf Hochtouren laufende Motor überhaupt nicht mehr zu erholen scheint. Wenn man sein Handy
keine Minute des Tages auszuschalten wagt, Freunde und soziale Kontakte vernachlässigt.

KARRIERE.AT: Wie kann man aber - trotz stressigem Job - gegensteuern?

Christa Schirl-Russegger: Unerlässlich ist es, sich in regelmäßigen Abständen Arbeitspausen zu gönnen. Gerade in
kreativen Berufen ist das extrem wichtig, denn die besten Ideen entstehen eben in genau diesen Pausen. Eine weitere
Maßnahme ist, für sich andere Werte wie den Job als wichtig zu definieren, Freizeit auch als wirklich freie, unverplante
Zeit wichtig zu schätzen. Unwirsch reagieren Burnout- Gefährdete in vielen Fällen, wenn man ihnen rät, einfach öfter
„nein“ zu sagen. Denn viele Situationen werden eben so wahrgenommen, dass Nein-Sagen eben nicht geht. Viel
wichtiger ist hingegen „ja“ zu sich selbst und den eigenen Bedürfnissen zu sagen. Burnout-Patienten wissen oft schon
gar nicht mehr, was ihnen eigentlich gefällt und Spaß macht. Gegensteuern kann man auch mit fixen Ankern im
Terminkalender: Freitag, 13 Uhr, hole ich mein Kind vom Kindergarten ab. Das ist fix. Fix ist für mich auch das Fitness-
Studio oder das Bier mit Freund X am Donnerstag um 19 Uhr. Aber auch eben die unverplante Zeit für sich selbst, die
ebenso ein fixer Anker im Terminkalender sein sollte. Vergessen wird oft, dass man Vorgesetzten kommuniziert, wie es
um die eigenen Ressourcen steht. Beispielsweise: „Wenn ich diesen Auftrag übernehme, dann brauche ich bestimmte
Mittel.“ Ob das nun eine weitere Arbeitskraft, die temporär zu Seite steht, oder ein besser funktionierender PC ist, ist
von Fall zu Fall verschieden. Nicht ausreichende Arbeitsmittel können einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur
Burnout-Gefährdung beitragen.
KARRIERE.AT: Was kann von Arbeitgeberseite getan werden?

Christa Schirl-Russegger: Wie gesagt, Burnout erfordert in schweren Fällen Krankenstände bis zu einem Jahr. Das zieht
auch einen enormen volkswirtschaftlichen Schaden nach sich. Unternehmer müssen sich auch bewusst sein, dass sie
gegenüber ihren Mitarbeitern eine Fürsorgepflicht haben. Im Hinblick auf Burnout-Prävention sollten sich Unternehmen
einige Fragen stellen: Gibt es für die Mitarbeiter die Möglichkeit, Pausen zu machen? Wenn ja: Wie und wo werden
diese gemacht? Müssen meine Mitarbeiter wirklich 24 Stunden am Tag erreichbar sein? Kann es gut sein, wenn ich
sämtliche Verantwortung auf eine oder einige wenige Personen übertrage, die dann für mein Unternehmen zur
entscheidenden „Person Y“ werden? Gerade bei jungen, extrem motivierten Mitarbeitern sind auch
verantwortungsbewusste Führungskräfte gefordert. Oftmals ist es nötig, diese „Highflyer“ auf den Boden zurückzuholen
und ihnen in deren eigenem Interesse zu sagen „In der Ruhe liegt die Kraft“. Denn diese neigen ganz speziell dazu, ihre
eigenen Bedürfnisse nicht wahrzunehmen.

Quelle: http://www.karriere.at/blog/burnout-wie-richtig-gegensteuern.html [19.11.2010]


Thema: Rückkehr zu traditionellen Werten?

Aufgabe: Verfassen Sie einen Leserbrief.

Situation: Sie haben in der Tageszeitung |Salzburger Nachrichten| den Artikel |Heimatkunde für Kinder in der Fremde|
gelesen und wollen darauf mit einem Leserbrief an die Autorin reagieren. Lesen Sie den Bericht |Heimatkunde für
Kinder in der Fremde| aus der Tageszeitung |Salzburger Nachrichten| vom 30. November 2011 (Textbeilage 1)

Verfassen Sie nun den Leserbrief und bearbeiten Sie dabei die folgenden Arbeitsaufträge:

-) Benennen Sie in wenigen Sätzen die für Sie relevanten Sachverhalte aus dem Text, auf die Sie sich in Ihrem Leserbrief
beziehen möchten.

-) Untersuchen Sie das Anliegen der österreichischen Geschäftsfrau im Hinblick auf ihre möglichen Ziele.

-) Bewerten Sie Frau Aagaard-Kummers Versuche, den in Brüssel lebenden österreichischen Kindern ein Heimatgefühl zu
vermitteln.

Schreiben Sie zwischen 270 und 330 Wörter. Markieren Sie Absätze mittels Leerzeilen.

Aufgabe 1/Textbeilage 1

Heimatkunde für Kinder in der Fremde

Viele österreichische Kinder im Ausland kennen ihre Heimat nur vom Urlaub: Eine Burgenländerin schafft Abhilfe.

Von Daniela Strasser

Die allmorgendliche Frage der beiden Söhne von Eva-Maria Aagaard-Kummer ist ganz und gar nicht alltäglich. Der
vierjährige Simon und der zweijährige Lukas wollen nämlich wissen: „In welchen Kindergarten dürfen wir heute gehen?“

Die beiden Buben besuchen abwechselnd einen dänischen und einen deutschen Kindergarten in Brüssel. Mit dem
Effekt, dass der Ältere bereits „fließend Dänisch und Deutsch spricht“, sagt die 34-jährige Mutter. Mit ihrem dänischen
Mann Claus, den sie als junge Frau beruflich in Bruck an der Leitha kennengelernt hat, parliert die gebürtige
Burgenländerin auf Englisch. Er ist als Finanzchef eines US-Konzerns weltweit „fast ständig auf Reisen“, erzählt Kummer.
Nach mehr als zehn Jahren im englischen Ascot hat die Familie seit rund vier Jahren in Brüssel ihr Lebenszentrum. Eva-
Maria Kummer wollte „immer hinaus“ aus Mönchhof bei Neusiedl am See, wo die Familie in fünfter Generation ein
Weingut führt, 13 Hektar groß, mit 80.000 Litern Weinproduktion pro Jahr. Aber die Heimat ist und bleibt für die
Geschäftsfrau die Alpenrepublik. Auch deshalb hat sie für die Österreichische Vereinigung in Belgien (ÖVB), in der sie im
Vorstand sitzt, vor Kurzem den Job der „Österreich-Schule“ übernommen. Rund 26 Kinder im Alter zwischen sechs und
zehn Jahren lernen ein Mal im Monat speziell Österreichisches. Eva- Maria Kummer: „Es gibt viele Kinder von
Österreichern, die hier geboren wurden und Österreich nur als Urlaubsland kennen. Das Bedürfnis nach Heimat hat aber
jeder. Da sollte man den Kindern die eigene Heimat schon vermitteln und weitergeben.“ Für ihre beiden Kinder gehört
es mittlerweile zur Tradition, dass der Opa daheim mit ihnen auf dem Traktor eine Runde dreht. Und unlängst, als ihr
älterer Sohn bei einer Weinverkostung Gäste aus Tschechien sprechen hörte, klärte er seinen Großvater weltmännisch
darüber auf: „Die verstehst du nicht, die sprechen Französisch.“

Das Maskottchen in der Kindergruppe ist ein Hase, der vornehm und bildend „Ostarrichi“ genannt wird. Und, sagt
Kummer: „Wir sprechen in der Gruppe ganz bewusst auch im Dialekt.“ Die Legende vom Heiligen Martin war zuletzt ein
Thema, ebenso wie ein burgenländischer Brauch zum Allerheiligenstriezel. Der Brauch interessierte die Kinder weniger,
aber als dann eines in ein „Germbeugel gebissen hat, wollte es sofort das Rezept für die Mama, so gut hat es ihm
geschmeckt“.

Im Feuereifer, die Heimatkunde zu vermitteln, hat das Team (die Burgenländerin arbeitet mit zwei Kolleginnen)
allerdings auch schon über das Ziel hinaus geschossen. Die zweifache Mutter: „Zu Beginn haben wir gleich einmal zwölf
Arbeitsblätter zum Thema Bundesländer ausgeteilt. Da haben die jüngeren Kinder erstaunt gemeint: ‚Aber wir können ja
noch gar nicht schreiben.‘“

Die Burgenländerin, die sich mittlerweile als Weinhändlerin in Belgien selbstständig gemacht hat, will auf alle Fälle
wieder zurück nach Österreich. Mit ihrem dänischen Mann hat sie in Mönchhof gerade ein Haus gebaut, „zu
Weihnachten sind wir das erste Mal alle zusammen dort“.

Quelle: Salzburger Nachrichten, 30.11.2011.