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Mayer-Steflic . Toschner . Tröbinger-Lenzenweger .

Zickler

Serviceteil
für LehrerInnen
1

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Schulbuch Nr:
##
Wortwechsel

-0917-1
171

ISBN 978-3-7101
9 783710 109

r: 180.702
c / Toschner / Tröb
el 1 – Deu tsch für
inger-Lenzenwe
die Oberstufe
ger / Zickler
highlights
erlag www.veritas.at
2016)
33
Konzeptbeschreibung
05.09.2016 08:55
:54 33
Jahresplanung
www.veritas.at

33
Kopiervorlagen
33
ausführliche Lösungen
33
Audio-Transkripte
Für weitere Informationen steht Ihnen gerne Ihre VERITAS-Kundenberatung zur Verfügung.
Rufen Sie einfach an, schicken Sie ein Fax oder ein E-Mail!
Tel. 0043/(0)732/776451/2280, Fax: 0043/(0)732/776451/2239
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© VERITAS-VERLAG, Linz. Alle Rechte vorbehalten.


Das Werk und seine Teile sind urheberrechtlich geschützt. Jede Nutzung in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen
bedarf der vorherigen schriftlichen Einwilligung des Verlages.

2. Auflage (2018) – Entspricht der Rechtschreibreform 2006.

Gedruckt in Österreich auf umweltfreundlich hergestelltem Papier


Lektorat: Totschnig Elisabeth
Bildredaktion: Susanne Suk
Umschlaggestaltung: Alois Kandler
Layout und Herstellung: Oliver Theinschnack
Umschlagfoto: Fotolia.com/Puchalt; Alois Kandler (Cover)
Schulbuchvergütung/Bildrechte: © Bildrecht/Wien
Alle Ausschnitte mit Zustimmung der Bildrecht/Wien

Der Verlag hat sich bemüht, alle Rechtsinhaber ausfindig zu machen. Sollten trotzdem Urheberrechte verletzt worden sein,
wird der Verlag nach Anmeldung berechtigter Ansprüche diese entgelten.

ISBN 978-3-7101-0925-6
Mayer-Steflic · Toschner · Tröbinger-Lenzenweger · Zickler

Serviceteil
für LehrerInnen
1
Inhaltsverzeichnis

Komponenten des Lehrwerks .................................................................................. 6

Konzeptbeschreibung ............................................................................................. 8

Jahresplanung ...................................................................................................... 11

Arbeitsblätter ....................................................................................................... 13

Audio-Liste .......................................................................................................... 38

Transkripte der Audios .......................................................................................... 39

Lösungsvorschläge zu den Arbeitsaufträgen im Schulbuch ......................................... 55


Einleitung

Einleitung
Sehr geehrte Verwenderinnen und Verwender von Wortwechsel 1!

Sie halten den Serviceteil für LehrerInnen zu Wortwechsel 1 in Händen.

Der Serviceteil bietet Ihnen:


 die Komponenten des Lehrwerks
 Konzeptbeschreibung
 Jahresplanung
 Arbeitsblätter, die SchülerInnen für die Erarbeitung der Arbeitsaufträge im Schulbuch be-
nötigen
 Audioliste
 Transkripte der Audios
 Lösungen zu den Arbeitsaufträgen im Schulbuch

Sie können den Serviceteil für LehrerInnen im E-Book auf www.scook.at sowie über den Link
http://produkt.veritas.at/37088 kostenlos aufrufen.

Der Serviceteil ist ein Angebot, das nur Lehrerinnen und Lehrern zugänglich ist. Daher bitten
wir Sie, sich unter www.scook.at zu registrieren. (Wenn Sie schon als Lehrerin/Lehrer regis-
triert sind, ist dieser Schritt nicht mehr nötig.)

Nutzen Sie auch das E-Book zum Schulbuch auf www.scook.at!


Es bietet Ihnen als Lehrerin/Lehrer mit Berechtigungsnachweis kompakt und kostenlos alle
ergänzenden digitalen Inhalte zum Schulbuch:

für SchülerInnen und LehrerInnen:


 Audios
 Arbeitsblätter zu Rechtschreibung und Grammatik, Textsortentraining uvm.

nur für LehrerInnen:


 Serviceteil für LehrerInnen

Als ergänzende E-Book-Module bieten wir auf www.scook.at zum Kauf an:
 Wortwechsel 1. PRO Schularbeiten (E-Book-Modul)
 Wortwechsel 1. PLUS Interaktive Übungen (E-Book-Modul)

Viel Erfolg bei der Arbeit mit Wortwechsel 1!

© VERITAS-Verlag, Linz Mayer-Steflic / Toschner / Tröbinger / Zickler


Wortwechsel 1. STL 5
Die Komponenten

Die Komponenten
Die Printprodukte
Wortwechsel 1
Deutsch für die Oberstufe
SBNR 180.702
Schritt-für-Schritt-Erarbeitung der Maturatextsorten: Beispieltexte, Textsor-
ten-Steckbrief, Schreibtipps und Checklisten führen zu einer soliden eigenen
Textproduktion.
„Literarisches Handwerkszeug“: Anhand stimmig ausgewählter Texte aus
allen Epochen lernen SchülerInnen, Literatur fundiert zu analysieren.
Lesetraining, Lesetechnik: Texte zu verstehen ist Voraussetzung für erfolgrei-
che Schularbeiten.
Rechtschreib- und Grammatiktraining: Die gezielte Selbstkontrolle der eige-
nen Textproduktion ist fixer Bestandteil dieses Übungsabschnitts.
Der klare, immer gleichbleibende Aufbau aller Kapitel ermöglicht den unmittel-
baren Einsatz im Unterricht.

VORSCHAU
Wortwechsel 2
Deutsch für die Oberstufe

ab Schuljahr 2018/19

Lehrplan neu und Oberstufe neu: Planungshilfen für die Semestrierung samt
Semesterwiederholungen geben Sicherheit.

Wortwechsel 3 Wortwechsel 4

ab Schuljahr 2019/20 ab Schuljahr 2020/21

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Wortwechsel 1. STL 6
Die Komponenten

Wortwechsel 1–3. Maturatextsorten


Grundlagen und Training für Schularbeiten
SBNR 180.732

Im Arbeitsheft Maturatextsorten sind alle neun Reifeprüfungstextsorten stets griffbereit


vorhanden – zum Nachschlagen und Üben. Dieser Trainingsband ist sehr genau auf Schul-
arbeitsanforderungen zugeschnitten:
- Die Arbeitsaufträge entsprechen Schularbeitsaufträgen und verwenden konsequent
Operatoren und Kompetenzbereiche der Zentralmatura.
- Jedes Kapitel enthält Schularbeitsbeispiele mit einer vorgegebenen Situation, aus der
Schreibanlass, Adressatin/Adressat und geforderter Umfang des zu verfassenden Tex-
tes deutlich hervorgehen.
- Alle neun Textsorten werden mit vertiefenden Übungen erarbeitet. Die grundlegenden
Textsorten-Teilkompetenzen werden im Sprachbuch Wortwechsel ausführlich vermit-
telt.

Die digitalen Medien für SchülerInnen


E-Book auf www.scook.at
Das Set Buch und E-Book bietet folgende Onlinematerialien, die direkt mit dem Buch ver-
netzt sind:
- Audios
- Arbeitsblätter, die SchülerInnen für die Erarbeitung von Arbeitsaufträgen im Schulbuch
benötigen
- Arbeitsblätter zu Grammatik und Rechtschreibung, Textsorten uvm.
- Ausschneidebögen zu den Grafiken „Epik“, „Lyrik“, „Dramatik“ im Schulbuch
- Links zu den im Sprachbuch angeführten YouTube-Songs
- Ich-kann-Aussagen zur Selbsteinschätzung

E-Book PLUS auf www.scook.at


Noch mehr Materialien finden SchülerInnen im E-Book plus auf www.scook.at. Es bietet
zusätzlich interaktive Rechtschreib- und Grammatikübungen.

Die digitalen Medien für LehrerInnen


E-Book PRO auf www.scook.at
Schularbeiten (E-Book-Modul)

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Wortwechsel 1. STL 7
Konzept

Konzept

Neuer Lehrplan – neue Herausforderungen –


neues Sprachbuch

Modular, kompakt und kompetenzorientiert – mit diesen drei Schlagwörtern lässt sich das
Sprachbuch Wortwechsel am treffendsten beschreiben.
Mit unserem Sprachbuch unterstützen wir Sie als Lehrkräfte dabei, die neuen Herausforde-
rungen (neuer Lehrplan, neue Oberstufe, standardisierte Reifeprüfung) erfolgreich zu meis-
tern. Gleichzeitig bleibt genug Platz für Kreativität und individuellen Unterricht, um einen ab-
wechslungsreichen, fortschrittlichen Deutschunterricht zu garantieren.

Modular: Wortwechsel baut auf dem neuen, semestrierten Lehrplan auf und bietet aktuelle
und für die standardisierte Reifeprüfung relevante Themen in übersichtlicher Kapitel-
einteilung. Die abwechslungsreichen Aufgabenstellungen sind den Erfahrungsbereichen der
Jugendlichen entnommen und schüleradäquat aufbereitet.
Durch die klare Gliederung jedes einzelnen Kapitels wird der neue Lehrplan entsprechend
den Anforderungsbereichen „Mündliche Kompetenz“, „Schriftliche Kompetenz“, „Textkompe-
tenz“, „Literarische Bildung“ und „Mediale Bildung“ vollständig abgedeckt. Der Bereich
„Sprachreflexion“ ist in allen Abschnitten integriert und zusätzlich mit Hörtexten und Hörspie-
len kreativ realisiert. In Wortwechsel sind die Inhalte klar nach Semestern ausgewiesen. So
bietet Ihnen diese Schulbuchreihe eine optimale Orientierung, was das zeitgerechte Erfüllen
von Lehrplaninhalten betrifft.

Kompakt – Ihr „Book to go“: Ein Ziel von Wortwechsel ist es, die Vorbereitungszeit für die
einzelnen Unterrichtseinheiten zu verkürzen, sodass mehr Zeit für die individuelle Betreuung
der Jugendlichen in inhomogenen Klassen und für entsprechende Fördermaßnahmen bleibt.
So gesehen ist Wortwechsel ein Vorschlag, die Lehrplaninhalte zu bearbeiten, freilich bleibt
jeder Lehrkraft auch die Möglichkeit, die einzelnen Abschnitte individuell zu reihen bzw. dar-
aus auszuwählen.

Kompetenzorientiert: Die Aufgabenstellungen sind mithilfe der Operatoren kompetenzori-


entiert formuliert. Das umfangreiche Übungsmaterial garantiert intensive Übungseinheiten in
der Schule wie auch zu Hause. Zusätzlich gefestigt werden die jeweiligen Kompetenzen
durch im Konzept verankerte Wiederholungsphasen, die sich durch alle Bände ziehen.

Die Berücksichtigung kultureller sowie internationaler Aspekte und das Heranführen der Ju-
gendlichen an ein selbstverantwortliches Lernen sind wesentliche Bestandteile dieses Lehr-
werkes. Gerade in den nächsten Jahren wird es besonders wichtig sein, dass Lehrkräfte auf
sorgfältig aufbereitete und geschlechtergerecht formulierte Materialien zurückgreifen können,
die ihnen die Möglichkeit einräumen, mehr auf die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler
einer pluralistisch zusammengesetzten Klasse einzugehen.

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Wortwechsel 1.STL 8
Konzept

Zum Aufbau des Schulbuches


Thematische Gliederung
Jedes Kapitel widmet sich einem Thema, das sich durch alle Abschnitte dieses Kapitels
zieht. Diese Stringenz ermöglicht ein umfassendes Sprachtraining zu einem bestimmten
Thema. Wortschatz und Stil werden in allen Kompetenzbereichen trainiert.

Klare Strukturierung
Jedes Kapitel ist in Abschnitte unterteilt. Diese Abschnitte orientieren sich an den Anforde-
rungsbereichen des neuen Lehrplans bzw. dessen Kompetenzmodulen. Der Bereich
„Sprachreflexion“ ist in allen Abschnitten integriert. Eine Wiederholungsseite schließt jedes
Kapitel ab.

Symbole und Leitfarben begleiten Sie durch Wortwechsel 1


Zu Beginn eines Kapitels zeigt „Worum geht’s“ an, welche The-
men behandelt werden. Jedes Kapitel ist nach Kompetenzberei-
chen gegliedert, anhand der Leitfarben erkennen Sie, in welchem
Kompetenzbereich Sie sich gerade befinden.

Die Einstiegsseite („Erste Schritte“) und die Wiederholungsseite


am Ende umschließen jedes Kapitel wie eine Klammer.

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Wortwechsel 1.STL 9
Konzept
Arbeitsaufträge
Die Arbeitsaufträge sind handlungsorientiert (mit Operatoren) formuliert und jede Aufgabe ist
einem Anforderungsbereich zugewiesen. Daher ist jeder Arbeitsauftrag (ausgenommen auf
den Seiten „Erste Schritte“) mit einem Symbol gekennzeichnet. Die Symbole zeigen an, in
welchem Anforderungsbereich Sie sich befinden.

Der einfache Pfeil steht für Reproduktion, d.h. für die Wiedergabe von Inhalten.
Der Gegenpfeil steht für Transfer, d.h., ein Inhalt wird (gedanklich) umgeformt bzw.
auf eine andere Ebene übertragen.
Die Wolke steht für Reflexion und Problemlösung, d.h. sich mit einem Inhalt kritisch
auseinandersetzen, ihn beurteilen bzw. eine eigenständige Denkleistung erbringen.

Dieses Symbol markiert eine Aufgabe, die den Rahmen einer Unterrichtsein-
heit sprengt, dafür benötigen Sie etwas mehr Zeit oder zusätzliches Material.
Viele dieser Aufgaben sind in Teamarbeit zu erledigen.

Manche Aufgaben beziehen sich auf Songs, die auf YouTube aufgerufen wer-
den können.

Zuhören und Sprechen


Zu jedem Kapitel gibt es Audios, die sich in HörTEXTE und HörSPIELE gliedern. Letztere
sind abwechslungsreiche Höraufgaben, die sich dem Sprachtraining auf unterschiedlichen
Ebenen widmen. Alle Audios sind ganz einfach über das E-Book abrufbar.

Wortwechsel 1, Seite 41

Wortwechsel 1, Seite 19

© VERITAS-Verlag, Linz Mayer-Steflic / Toschner / Tröbinger / Zickler


Wortwechsel 1.STL 10
Jahresplanung

Jahresplanung
Die folgende kompetenzorientierte Jahresplanung versteht sich als Vorschlag und muss je nach den Erfordernissen der Klasse individuell angepasst werden.

1. Semester
Monat Mediale Bildung Literarische Bildung Schriftliche Kompetenz Sprachbewusstsein Zusätzliches

Textkompetenz

September Starten (S. 6-25) Schriftentwicklung, Bücher Schlüsselwörter (S. 11) Wortarten (S. 18-19)
(S. 12-13)
Operatoren, Lerntypen, Richtiges Zitieren (S. 17) Rechtschreibung im Wandel der Zeit (S. 20-
Lernumgebung (S. 7-9) 21)
Exzerpt und Referat (S. 12-17)
Methoden zur Ideenfin- Wortschatzübungen: Wortbildungsmethoden
Selektives Lesen (S. 23)
dung (S. 10) (S. 22)

Oktober Jugend und Literatur Leseerfahrungen Kreatives Schreiben (S. 33-34) Präposition und Numerale (S. 35-37) 1. Schularbeit
(S. 26-43) (S. 28-29)
Vortragendes Lesen (S. 41-42) Getrennt oder zusammen? (S. 38-39)
Figuren und Erzählper-
Wortschatz: Fremdwörter (S. 40)
spektive (S. 30-32)

November Massenmedien Journalistische Textsorten Nicht-lineare Texte verstehen (S. 51) Verb (S. 54-61)
(S. 44-67) (S. 52-53)
Texteroberung: Lineares Lesen s-Schreibung (S. 62-63)
Informationsgehalt (S. 65-66)
Stilübungen: Journalistischer Stil (S. 64)
(S. 46-47)

Dezember Fantasy und Märchen Märchen- und Fantasy- Zusammenfassung (S. 78-83) Kongruenz, Modi und indirekte Rede (S. 84- 2. Schularbeit
(S. 68-94) merkmale (S. 70-75) 87)
Antizipierendes Lesen (S. 93)
Stoff, Thema, Motiv, Sym- Klein- und Großschreibung (S. 88-90)
bol, Mythos (S. 76-77)
Stilübungen: Stilebenen (S. 91-92)

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Wortwechsel 1. STL 11
Jahresplanung
2. Semester
Monat Mediale Bildung Literarische Bildung Schriftliche Kompetenz Sprachbewusstsein Zusätzliches
Textkompetenz
Jänner Literarische Gattungen Grundbegriffe von Lyrik, Inhaltsangabe (S. 105-107) Artikel und Nomen (S. 108-112)
(S. 95-116) Epik, Dramatik (S. 96-102)
Februar Sinnerfassendes Lesen Dehnung (S. 113)
Raum, Zeit, Kontext (S. 115)
Wortschatz: Literatur (S. 114)
(S. 103-104)
März Werbung für Generatio- Stilmittel: Sprach-Spiele Textanalyse (S. 125-132) Adjektiv (S. 133-135) 3. Schularbeit
nen (S. 117-139) (S. 123-124)
April Texteroberung: Diagonales Lesen Fremdwörter (S. 136)
(S. 138)
Wortschatz: Fremdwörter (S. 137)
Mai Kommunikation Stilmittel: Ironie, Sarkas- Leserbrief (S. 150-156) Pronomen und Adverb (S. 157-161)
(S. 140-168) mus, Zynismus (S. 149)
Aspektorientiertes Lesen (S. 167) Beistrich (S. 162-165)
Fremdwörter/Lehnwörter etc. (S. 166) 4. Schularbeit
Juni Neue Medien Zusatzmaterial E-Book: Fachausdrücke klären (S. 174) Satzgrammatik und Konjunktionen
(S. 169-194) Blogroman, E-Mail-Roman (S. 185-189)
Argumentieren, Anbahnen der Text-
sorte Erörterung (S. 175-184) Schärfung (S. 190)
Lesen auf Zeit (S. 193) Verknüpfungsmittel in Texten (S. 191-192)
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Wortwechsel 1. STL 12
Arbeitsblatt: Einander kennenlernen
Wortwechsel 1, zu S. 6

Einander kennenlernen
1 Finden Sie mehr über Ihre Gruppenmitglieder heraus und schreiben Sie deren Na-
men sowie gegebenenfalls weitere Informationen auf die Zeilen!

WER IST …
… Mitglied in einer Band? _______________________________________
… Mitglied in einem Verein? _______________________________________
… Mitglied bei sozialen Netzwerken? _______________________________________
… ein Frühaufsteher? _______________________________________
… ein Langschläfer? _______________________________________

WER HAT …
… ein Haustier? _______________________________________
… den längsten Anfahrtsweg? _______________________________________
… Geschwister? _______________________________________
… welche Muttersprache? _______________________________________
… vor, nach der Matura zu studieren? _______________________________________

WER SPIELT …
… ein Musikinstrument? _______________________________________
… ein Online-Rollenspiel? _______________________________________
… nie Computer-Spiele? _______________________________________

WER MUSS …
… zu Hause immer helfen? _______________________________________
… jede Woche zum Training? _______________________________________
… am Wochenende arbeiten? _______________________________________

WER …
… isst vegetarisch/vegan? _______________________________________
… ist sportbegeistert? _______________________________________
… liest gerne? _______________________________________
… hat welches Lieblingsfach? _______________________________________
… hat welchen Berufswunsch? _______________________________________
… hat welche Lieblingsspeise? _______________________________________

2 Wie viel haben Sie sich gemerkt? Versuchen Sie nun, im Plenum so viele Details
wie möglich über Ihre Gruppenmitglieder zu erzählen!

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13
Arbeitsblatt: Den eigenen Lerntyp herausfinden
Wortwechsel 1, zu S. 8

Den eigenen Lerntyp herausfinden


1 Mit dem folgenden Test können Sie herausfinden, welcher Lerntyp Sie am ehesten
sind. Kreuzen Sie dazu an, woran Sie bei den vorgegebenen Schlagwörtern zuerst denken!

Flugzeug:
a. Sie sehen ein Bild eines Flugzeuges vor sich. 
b. Sie hören das typische Motorengeräusch eines Flugzeuges. 
c. Sie fühlen, dass Sie z. B. beim Start in den Sessel gedrückt werden. 

Münze:
a. Sie sehen eine Münze vor Ihrem geistigen Auge. 
* imaginär: nicht
b. Sie hören das Klirren einer Münze beim Aufprall auf Asphalt.  wirklich, nur vor-
c. Sie denken an Münzen, die sich in Ihrem Hosensack befinden, und gestellt
lassen die Münze imaginär* durch Ihre Finger gleiten. 

Ente:
a. Sie sehen das Tier vor Ihrem geistigen Auge. 
b. Sie hören das Gequake. 
c. Sie denken zuerst an das weiche Gefieder der Ente und wie
es sich anfühlen würde. 

Apfel:
a. Sie sehen einen Apfel. 
b. Sie hören das Geräusch, das entsteht, wenn jemand in einen Apfel
beißt. 
c. Sie spüren, wie sich ein Apfel in Ihrer Hand anfühlt. 

Weihnachten:
a. Sie sehen Weihnachtsdekoration vor sich. 
b. Sie hören für Weihnachten typische Geräusche wie Glockentöne
oder Lieder. 
c. Sie fühlen die Tannennadeln beim Schmücken des Christbaumes. 

Lieblingsbuch:
a. Sie sehen das Cover vor Ihrem geistigen Auge.  * Textur: Beschaf-
b. Sie hören das Rascheln des Papieres beim Umblättern.  fenheit, Aufbau
c. Sie spüren die Textur* des Papieres beim Umblättern. 

LÖSUNG
überwiegend Antwort a.  VISUELLER LERNTYP
überwiegend Antwort b.  AKUSTISCHER LERNTYP
überwiegend Antwort c.  KINÄSTHETISCHER LERNTYP

ACHTUNG: Es gibt auch Mischtypen!

2 Formulieren Sie ein E-Mail an Ihre Freundin/Ihren Freund, in dem Sie ihr/ihm Tipps für eine
optimale Lernumgebung geben!

© VERITAS-Verlag, Linz Mayer-Steflic/Toschner/Tröbinger/ZIckler


14
Kontrollblatt: Diagnosediktate
Wortwechsel 1, zu S. 21

Diagnosediktate
Diktat 1
Ein kleines Käuzchen flog fröhlich seines Weges. Es hatte vor einiger Zeit vernommen, dass sich ganz
in der Nähe ein wunderbarer Wald befände. Nun war das Vöglein natürlich neugierig geworden und so
hatte es beschlossen, sich auf die Suche nach eben diesem Wald zu begeben. Wie es also so fröhlich
dahinflatterte, traf es auf einen ihm unbekannten alten Kauz. „Wohin des Weges?“, erkundigte sich
dieser mit zittriger Stimme. „Ich bin unterwegs zu dem nahe gelegenen wunderbaren Wald“, zwitscherte
das Käuzchen. Da beschloss der Alte, sich dem Jüngling anzuschließen, denn er hatte gerade nichts
Besonderes vor. Tatsächlich gelangten sie bald zu dem beschriebenen Wald. Das Wunderbare und
zugleich Seltsame an ihm war, dass sich dort zahlreiche Tiere aus aller Welt zusammengefunden hat-
ten: Grizzlybären, Giraffen, Eulen, Kängurus, Geckos und noch viele andere Tiere lebten dort friedlich
miteinander und hatten eine Menge Spaß zusammen. Sogar ein kleines Rhesusäffchen, das gerade
auf einem Rentier ritt, hieß die Neuankömmlinge willkommen.
(Autorentext)

Diktat 2
Sehr geehrte Hotelgäste!

Herzlich willkommen in unserem Hotel „Urlaubsreif“. Wir hoffen, dass Sie sich bei uns wohlfühlen wer-
den. Um Ihren Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten, bitten wir Sie, die folgenden Informa-
tionen zur Kenntnis zu nehmen:
Das Frühstück wird in unserem Frühstücksraum in der Zeit von 7.30 Uhr bis 10 Uhr serviert.
Das Mittagessen können Sie zwischen 12 Uhr und 14 Uhr, das Abendessen zwischen 18 Uhr und 20.30
Uhr im großen Speisesaal zu sich nehmen.
Darüber hinaus bietet die Bar bis 2 Uhr morgens kleine Snacks sowie kalte und heiße Getränke an, die
Sie käuflich erwerben können.
In Ihrem Zimmer finden Sie das gewisse Etwas: eine Minibar, die täglich aufgefüllt wird.
Sollten Sie weitere Fragen oder Wünsche haben, zögern Sie bitte nicht, sich an eine unserer Mitarbei-
terinnen oder einen unserer Mitarbeiter zu wenden. Die Rezeption im Foyer ist rund um die Uhr besetzt
und unter der Durchwahl 20 zu erreichen.
Wir legen großen Wert auf eine entspannte Atmosphäre. Wir bitten Sie daher, die Nachtruhe einzuhal-
ten.

Wir wünschen Ihnen einen unvergesslichen Aufenthalt!


(Autorentext)

Diktat 3 (schwieriger)
Das Forschungsdesign sah die Umsetzung von vier Arbeitspaketen vor, die grundsätzlich auf die Ziel-
gruppe der ausgrenzungsgefährdeten Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren fokussierte.
Gleichzeitig beschränkte sich die Erhebung auf den Raum Oberösterreich. Allerdings wurden dafür re-
gionsspezifische Unterschiede herausgearbeitet. Der Begriff der Ausgrenzungsgefährdung, welcher im
Rahmen eines eigenen Arbeitspaketes erarbeitet wurde, wird als Kontinuum verstanden und prinzipiell
prozesshaft gedacht. Konkret bedeutet das, dass Ausgrenzungsgefährdung kein (unveränderbarer) Zu-
stand ist, genauso wie es innerhalb der Gruppe der ausgrenzungsgefährdeten Jugendlichen unter-
schiedlich akute Ausgrenzungslagen gibt. Plastisch gesprochen reicht die Gruppe von der/dem obdach-
losen, substanzabhängigen Jugendlichen ohne Schulabschluss bis hin zum/zur (kurzfristig) arbeitslosen
Jugendlichen mit Lehrabschluss und guten Chancen auf Wiederbeschäftigung. Im Kontinuum-Ansatz
spiegelt sich insofern auch die Komplexität der Thematik „Ausgrenzungsgefährdung“ deutlich wider und
macht die Bandbreite an nebeneinanderstehenden und inhaltlich jeweils berechtigten (Mess-)Konzep-
ten und Definitionen verständlich.
Marlene Lentner/Sandra Rigler: Eine systematische Analyse der Angebotslandschaft für ausgrenzungsgefährdete Jugendliche
in Oberösterreich. In: WISO, 39. Jg. (2016), Nr. 1, S. 140

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15
Arbeitsblatt: Informationsgehalt von Zeitungsnachrichten prüfen
Wortwechsel 1, zu S. 44

Informationsgehalt von Zeitungsnachrichten


1. Lesen Sie den Zeitungsbericht „14-Jährige nach Messerattacke von der Hauptschule
verwiesen“.
• Ordnen Sie die Elemente aus dem Kasten (Dachzeile, Leadtext, Schlagzeile, Nachrichtenkör-
per) zu. Schreiben Sie die Begriffe in die Randspalte.
• Unterstreichen Sie alle Beispiele für indirekte Rede und wörtliche Zitate.
• Betrachten Sie die drei letzten Sätze des Berichts. Was soll damit zum Ausdruck gebracht
werden?

Dachzeile:
• enthält zusätzliche Informationen zur Schlagzeile
Schlagzeile (Headline, Überschrift):
• gibt kurz und prägnant das Wesentliche wieder
• erzeugt Spannung, regt zum Lesen des Berichts an
Vorspann (Leadtext):
• Kern der Nachricht: eine Kurzinformation, die gleich zu Beginn die vier zentralen W-Fragen (Was?
Wer? Wann? Wo?) beantwortet
• häufig in einem Satz formuliert (vgl. Meldung)
• soll Neugier/Interesse wecken
• durch Fettdruck oder Kursivschreibung hervorgehoben
Nachrichtenkörper:
• beantwortet sachlich und genau alle W-Fragen
• häufig zwei- oder mehrspaltig gedruckt

Behörde reagierte umgehend auf Gewalt von Kapfenberg Text 1


14-Jährige nach Messerattacke von der Hauptschule verwiesen

Mit sofortiger Wirkung wurde in Kapfenberg (Stmk.) jene 14-Jährige für die Dauer
von vier Wochen von der Hauptschule verwiesen, in der sie am Dienstag einen
Klassenkameraden durch einen Bauchstich schwer verletzt hatte. Die Polizei
zeigte sie wegen Verdachtes des versuchten Mordes an. Die Jugendliche ist in
U-Haft.

VON MANFRED NIEDERL


Bei der Einvernahme gab die 14-Jährige offen zu, dass sie ganz bewusst ein Jausen-
messer mit in die Schule genommen hätte. Sie wollte einen Mitschüler (15) zur Rede
stellen, der auf Facebook ihre Eltern beleidigt haben soll. „Sie rechnete damit, dass die
Auseinandersetzung eskaliert*“, sagt ein erhebender Beamter, „und ihr war bewusst,
dass der Bursche viel stärker ist als sie“.
Mittlerweile konnte auch das Opfer eingehend befragt werden. Laut Angaben des 15-
Jährigen – er ist auf dem Weg der Besserung – begann der Streit mit dem Mädchen,
weil sie im Internet ein Foto veröffentlicht und darunter geschrieben hätte, dass sie die
Schule schwänzen würde. „Mach‘ keinen Blödsinn“, wäre seine Antwort gewesen – und
diese hätte sie wütend gemacht.
Die Jugendliche besuchte erst seit Jänner die Hauptschule Kapfenberg-Schirmitzbühel.
Zuvor war sie in einer Grazer Mittelschule gewesen. Und auch dort dem Unterricht fern-
geblieben.
Manfred Niederl. In: Kronen Zeitung, 9.5.2013
*eskalieren: sich steigern, zuspitzen
© VERITAS-Verlag, Linz Mayer-Steflic/Toschner/Tröbinger/Zickler
16
Arbeitsblatt: Informationsgehalt von Zeitungsnachrichten prüfen
Wortwechsel 1, zu S. 44

2. Lesen Sie den folgenden Zeitungsbericht (Text 2) und bearbeiten Sie dann Aufgabe 3!

Facebook-Streit endet mit Mordversuch in Klasse Text 2


Über eine 14-Jährige, die nach Mobbing an zwei Schulen einen Facebook-Stänkerer nieder-
stach, wurde am Mittwoch die U-Haft verhängt.

Kapfenberg. Die Haftrichterin in Leoben folgt somit der Ansicht der Staatsanwaltschaft und geht von
einem Mordversuch im Klassenzimmer aus. Wie ÖSTERREICH berichtete, kam es am Dienstag in der
9-Uhr-Pause in einer Hauptschule in Kapfenberg zu einer Messerattacke auf den 15-jährigen Viert-
klässler und Sido-Fan Kevin (Name geändert). Mutmaßliche Angreiferin war die neue Klassenkamera-
din Diana (Name geändert), die eher dem Emo-Lager zuzurechnen ist und die erst im Februar vom
Gymnasium auf die Hauptschule gewechselt war. Motiv für den Schulwechsel: unfassbares Mobbing
durch Mitschüler in der Schule wie auch im Internet.
Doch auch in der neuen Schule war Diana wieder nur Hänseleien und Stänkereien ausgesetzt. Zuletzt
soll Klassenkollege Kevin per Facebook-Eintrag Dianas Mutter beleidigt haben. Das brachte das Fass
zum Überlaufen.
Aussprache in Klasse lief völlig aus dem Ruder
Obwohl sich der 15-Jährige per SMS für seine Worte im Internet entschuldigt hatte, geriet eine Aus-
sprache tags darauf völlig aus dem Ruder. Beim Treffen vor mehreren Klassenkameraden stupste das
Mädchen dem Hip-Hopper die Baseball-Mütze vom Kopf, worauf der sie in den Schwitzkasten nahm.
Daraufhin soll Diana ihrem Kontrahenten* mit einem Jausenmesser, das sie in ihrem Ärmel versteckt
hatte, einen Bauchstich versetzt haben. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Über die 14-Jährige wurde übrigens nicht nur die U-Haft verhängt – sie wurde außerdem von der Be-
zirksschulinspektorin, die meint, die Tat sei nicht voraussehbar gewesen, vom Unterricht suspendiert*.
(kor)
In: Österreich, 9.5.2013
* Kontrahent: Gegner
* suspendieren: freistellen

3. Vergleichen Sie die beiden Zeitungsberichte!


a) Überprüfen Sie, welcher der beiden Texte die Kennzeichen eines Berichtes eher erfüllt.
b) Unterstreichen Sie mit verschiedenen Farben objektive Information und subjektive (wertende)
Formulierungen.
c) Streichen Sie unwichtige Informationen durch.
d) Überprüfen Sie, ob die indirekte Rede in Text 1 korrekt verwendet wird.
e) Formulieren Sie für jeden der beiden Berichte eine kurze Beschreibung von Aufbau (Leadstil,
Reihenfolge der Inhalte), Wortwahl, Satzbau bzw. Länge der Sätze und Sachlichkeit.

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17
Arbeitsblatt: Informationsgehalt von Zeitungsnachrichten – LÖSUNG
Wortwechsel 1, zu S. 44

Informationsgehalt von Zeitungsnachrichten –


LÖSUNG
1. Lesen Sie den Zeitungsbericht „14-Jährige nach Messerattacke von der Hauptschule
verwiesen“.
• Ordnen Sie die Elemente aus dem Kasten (Dachzeile, Leadtext, Schlagzeile, Nachrichtenkör-
per) zu.
• Unterstreichen Sie alle Beispiele für indirekte Rede und wörtliche Zitate.
• Betrachten Sie die drei letzten Sätze des Berichts. Was soll damit zum Ausdruck gebracht
werden?

Behörde reagierte umgehend auf Gewalt von Kapfenberg Dachzeile


14-Jährige nach Messerattacke von der Hauptschule verwiesen Schlagzeile

Mit sofortiger Wirkung wurde in Kapfenberg (Stmk.) jene 14-Jährige für die
Leadtext
Dauer von vier Wochen von der Hauptschule verwiesen, in der sie am Diens-
tag einen Klassenkameraden durch einen Bauchstich schwer verletzt hatte.
Die Polizei zeigte sie wegen Verdachtes des versuchten Mordes an. Die Ju-
gendliche ist in U-Haft.

VON MANFRED NIEDERL


Bei der Einvernahme gab die 14-Jährige offen zu, dass sie ganz bewusst ein Jau-
senmesser mit in die Schule genommen hätte. Sie wollte einen Mitschüler (15) zur
Nachrichten-
Rede stellen, der auf Facebook ihre Eltern beleidigt haben soll. „Sie rechnete damit, körper
dass die Auseinandersetzung eskaliert*“, sagt ein erhebender Beamter, „und ihr war
bewusst, dass der Bursche viel stärker ist als sie“.
Mittlerweile konnte auch das Opfer eingehend befragt werden. Laut Angaben des
15-Jährigen – er ist auf dem Weg der Besserung – begann der Streit mit dem Mäd-
chen, weil sie im Internet ein Foto veröffentlicht und darunter geschrieben hätte,
dass sie die Schule schwänzen würde. „Machʼ keinen Blödsinn“, wäre seine Antwort
gewesen – und diese hätte sie wütend gemacht.
Die Jugendliche besuchte erst seit Jänner die Hauptschule Kapfenberg-Schirmitz-
bühel. Zuvor war sie in einer Grazer Mittelschule gewesen. Und auch dort dem Un-
terricht ferngeblieben.
Manfred Niederl. In: Kronen Zeitung, 9.5.2013
*eskalieren: sich steigern, zuspitzen

Mit den drei letzten Sätzen soll die Vermutung nahegelegt werden, dass das Mädchen auch schon an
anderen Schulen unangenehm aufgefallen ist.

2. Lesen Sie den folgenden Zeitungsbericht (Text 2) und bearbeiten Sie dann Aufgabe 3!

Facebook-Streit endet mit Mordversuch in Klasse

Über eine 14-Jährige, die nach Mobbing an zwei Schulen einen Facebook-Stänkerer nieder-
stach, wurde am Mittwoch die U-Haft verhängt.

Kapfenberg. Die Haftrichterin in Leoben folgt somit der Ansicht der Staatsanwaltschaft und geht von
einem Mordversuch im Klassenzimmer aus. Wie ÖSTERREICH berichtete, kam es am Dienstag in der
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18
Arbeitsblatt: Informationsgehalt von Zeitungsnachrichten – LÖSUNG
Wortwechsel 1, zu S. 44

9-Uhr-Pause in einer Hauptschule in Kapfenberg zu einer Messerattacke auf den 15-jährigen Viert-
klässler und Sido-Fan Kevin (Name geändert). Mutmaßliche Angreiferin war die neue Klassenkamera-
din Diana (Name geändert), die eher dem Emo-Lager zuzurechnen ist und die erst im Februar vom
Gymnasium auf die Hauptschule gewechselt war. Motiv für den Schulwechsel: unfassbares Mobbing
durch Mitschüler in der Schule wie auch im Internet.
Doch auch in der neuen Schule war Diana wieder nur Hänseleien und Stänkereien ausgesetzt. Zuletzt
soll Klassenkollege Kevin per Facebook-Eintrag Dianas Mutter beleidigt haben. Das brachte das Fass
zum Überlaufen.
Aussprache in Klasse lief völlig aus dem Ruder
Obwohl sich der 15-Jährige per SMS für seine Worte im Internet entschuldigt hatte, geriet eine Aus-
sprache tags darauf völlig aus dem Ruder. Beim Treffen vor mehreren Klassenkameraden stupste das
Mädchen dem Hip-Hopper die Baseball-Mütze vom Kopf, worauf der sie in den Schwitzkasten nahm.
Daraufhin soll Diana ihrem Kontrahenten* mit einem Jausenmesser, das sie in ihrem Ärmel versteckt
hatte, einen Bauchstich versetzt haben. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Über die 14-Jährige wurde übrigens nicht nur die U-Haft verhängt – sie wurde außerdem von der Be-
zirksschulinspektorin, die meint, die Tat sei nicht voraussehbar gewesen, vom Unterricht suspendiert*.
(kor)
In: Österreich, 9.5.2013
* Kontrahent: Gegner
* suspendieren: freistellen

3. Vergleichen Sie die beiden Zeitungsberichte!


a) Überprüfen Sie, welcher der beiden Texte die Kennzeichen eines Berichtes eher erfüllt.
Text 1 erfüllt eher die Kennzeichen eines Berichtes.
b) Unterstreichen Sie mit verschiedenen Farben objektive Information und subjektive (wertende)
Formulierungen.
c) Streichen Sie unwichtige Informationen durch.
d) Überprüfen Sie, ob die indirekte Rede in Text 1 korrekt verwendet wird.
Für die indirekte Rede wird hier fälschlicherweise der Konjunktiv II verwendet, wo Konjunktiv I
ausreichen würde: „… ein Jausenmesser mit in die Schule genommen hätte habe“; „… wäre sei seine
Antwort gewesen, und diese hätte habe sie wütend gemacht.“
e) Formulieren Sie für jeden der beiden Berichte eine kurze Beschreibung von Aufbau (Leadstil,
Reihenfolge der Inhalte), Wortwahl, Satzbau bzw. Länge der Sätze und Sachlichkeit.
Aufbau Text 1: Dachzeile, Schlagzeile, Leadtext (3 Sätze), Nachrichtenkörper: Beginnt mit Aussagen
der Schülerin bei der Einvernahme, es folgt eine Aussage eines Polizisten. Anschließend wird
berichtet, was das Opfer bei der Befragung sagte. Der Schlusssatz gibt eine Information zur
Vorgeschichte der Täterin.
Verwendet wörtliche und indirekte Rede, längere Sätze, hypotaktischer Stil, sachlich, geeignete
Wortwahl.
Aufbau Text 2: „reißerische“ Schlagzeile, Leadtext (1 Satz), Nachrichtenkörper: beginnt mit
Einschätzung der Richterin, es folgt ein Überblick über die Ereignisse, die teilweise sehr ins Detail
gehen („stupste die Baseballmütze vom Kopf“); Reihenfolge des Inhalts eher ungeeignet: Zuerst
kommen die Details, erst am Schluss die Information über die Suspendierung vom Unterricht.
Keine direkten Reden, aber auch keine indirekten Reden, das Geschehen wird vom Redakteur
scheinbar objektiv berichtet; die Objektivität ist jedoch nicht wirklich gegeben (wertende Begriffe,
Interpretationen des Geschehens). Hauptsächlich Hauptsätze und Nebensätze ersten Grades, eher
einfacher Satzbau.

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19
Arbeitsblatt: Journalistische Textsorten erkennen
Wortwechsel 1, zu S. 52

Journalistische Textsorten erkennen


Bestimmen Sie, um welche journalistische Textsorte es sich bei den folgenden Texten handelt!
Geben Sie außerdem an, ob die Texte meinungs- oder tatsachenbetont sind!

Facebook-Streit eskaliert
In der Steiermark wurde letzte Woche eine 14-Jährige von der Schule verwiesen. Sie hatte einen
Mitschüler mit einem Messer attackiert und schwer verletzt. Die Jugendliche befindet sich derzeit in U-
Haft.
(Autorentext)

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Feuerwehr befreit nackten Mann aus Waschmaschine


20-Jähriger wollte Freundin überraschen – Erlösung erfolgte mithilfe von Olivenöl

Sydney – Ein nackter Mann steckt in der Waschmaschine fest – zu einem solchen Einsatz ist die
Feuerwehr in Mooroopna in Australien gerufen worden. Mit viel Olivenöl wurde der 20-Jährige in
einem etwa 20-minütigen Einsatz befreit, wie Lokalmedien am Montag berichteten.
Der Mann habe sich in dem Toplader* verstecken und seine Freundin überraschen wollen, sagte
Polizeisprecherin Michelle De Araugo der Zeitung „Shepparton News“. In der engen Trommel der von
oben zu befüllenden Waschmaschine verkantete er sich aber: „Er saß völlig fest und wir haben uns
Sorgen um seine Gesundheit gemacht.“ Dann hatte jemand die Idee, seine Haut mit Olivenöl
geschmeidiger zu machen. Das klappte. „Man kann wohl sagen, dass ihm das Ganze sehr peinlich
war.“ (APA, 6.1.2014)
Feuerwehr befreit nackten Mann aus Waschmaschine. In: http://derstandard.at, 30.1.2014

* Toplader: von oben zu befüllen

______________________________________________________________________________

Kuriose Mails an Mag. Gerald


„MySpace, Facebook und Twitter kommen und gehen, E-Mail wird bleiben.“ Das behauptet
ausgerechnet die amerikanische Rockmusikerin Amanda Palmer, deren weltweite Popularität sich
hauptsächlich auf ihr Engagement in sozialen Medien gründet. Aber vermutlich hat sie Recht. E-Mail
ist unkaputtbar. Das erfährt man als diesbezüglich leidgeprüfter Journalist tagtäglich. Hier eine kleine
Auswahl aus meinem elektronischen Briefkasten.
„Guten Tag Kundennr. 1531“ – so werde ich in letzter Zeit vermehrt angesprochen. Und es folgt meist
ein Angebot samt Link, den ich besser nicht anklicke, da sonst mein Mailaccount gekapert würde.
Aber es geht auch eine Spur seriöser. Als „Herr Dr.“ oder „Herr Prof.“, der ich beides (noch) nicht bin,
werde ich praktisch jede Woche tituliert; zuletzt kam folgende Anrede, immerhin meinen richtigen
akademischen Titel inkludierend: „Hallo Mag. Gerald!“
Mag. Gerald, was – zumindest ausgesprochen – schottisch oder irisch klingt, erfährt dann u. a. die
heißesten bzw. höllischsten News über das Finale des Wettbewerbs „Who Let The Wildsau Out?“ in
der „Hellsklamm“. Irgendwo dort oder in der Nähe könnte auch der „Österreichische Meister im
Sportholzfällen 2014" gekürt worden sein, über dessen Namen ich in einem anderen Mail informiert
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20
Arbeitsblatt: Journalistische Textsorten erkennen
Wortwechsel 1, zu S. 52

werde. Diese Namen klingen interessanter: „Conchita Wurst, Roland Düringer und Sebastian Kurz
engagieren sich für Journalismus“. Das nimmt man dankbar zur Kenntnis, mit diesen Unterstützern
braucht einen um unsere krisengeschüttelte Branche nicht mehr bange zu sein. (…)
Gerald Schmickl: Kuriose Mails an Mag. Gerald. In: http://www.wienerzeitung.at, 30.10.2014

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Digitale Zeitungen im Wiener Kaffeehaus

Zeitungen und Magazine stehen Besuchern in sechs Wiener Kaffeehäusern nun auch am
Smartphone, Tablet oder Laptop zur Verfügung

Wien (OTS) – Traditionen und Innovationen müssen einander keineswegs ausschließen. Konnte man
bisher in Wiener Kaffeehäusern nach Lust und Laune durch Printmagazine und -zeitungen blättern,
kann man das an sechs ausgewählten Café-Hotspots ab sofort auch digital. Möglich macht das die
Kooperation zwischen APA-DeFacto, Freewave und den Wiener Kaffeehäusern. Mit der Kiosk-
FreeLounge (www.kiosk.at), dem „digitalen Zeitungsstand“ von APA-DeFacto, stehen den
Besucherinnen und Besuchern tagesaktuell 122 österreichische und internationale Magazine und
Zeitungen kostenlos als ePaper zur Verfügung.
Diese einzigartige Serviceleistung startet ab sofort in ausgewählten Wiener Kaffeehäusern wie dem
Café Landtmann, dem Café Prückel, dem Café Hummel, dem Café Sperl, dem Café Weimar und dem
Café Museum. Auf die ePublikationen kann man mit eigenen mobilen Endgeräten wie Smartphones,
Tablets oder Laptops zugreifen.
Für Rüdiger Baumberger, DeFacto-Datenbank-Manager, ist klar, dass die Kiosk-FreeLounge gerade
in Kaffeehäusern auf großes Interesse stoßen wird. „Schließlich sind diese Lokale ganz eng mit
Zeitunglesen verknüpft.“
„Die Wiener Kaffeehaustradition stand schon immer für Offenheit. Aus diesem Grund freuen wir uns
sehr, als Pioniere in unserem Gewerbe allen Gästen neben besten Kaffeespezialitäten auch eine
breite Palette an Zeitungen digital anbieten zu können", so KommR Maximilian K. Platzer, Obmann
des Klubs der Wiener Kaffeehausbesitzer (www.kaffeesieder.at), über diesen neuen, innovativen
Service.
Die technische Leistung im Hintergrund bietet Freewave (www.freewave.at), Österreichs größter
WLAN-Hotspot-Betreiber. Geschäftsführer Wolfgang Krivanek sorgt mit seinem Team für den Betrieb
und die Wartung des kostenlosen WLANS. Bereits mehr als 450 Betriebe aus den Bereichen
Gastronomie, Hotellerie, Tankstellen, Gesundheitswesen, Einkaufszentren sowie Organisationen und
Institutionen vertrauen auf Freewave, das sich den Ruf erarbeiten konnte, „immer zu funktionieren“.
Digitale Zeitungen im Wiener Kaffeehaus. In: http://www.it-press.at (Stand: 10.7.2016)

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Pressefreiheit: Was sagt ein Experte?


Otto Ranftl ist leitender Redakteur und Leserbeauftragter der österreichischen Tageszeitung Der
Standard.

(…) Was bedeutet „objektiv berichten“?


Jedes Ding hat zwei Seiten, JournalistInnen müssen beide beachten. Objektiv berichten bedeutet,
dass man versucht, genau zu ergründen, was passiert ist, wie das die Betroffenen der einen Seite
erlebt haben und wie das die Betroffenen der anderen Seite erlebt haben. Objektivität bedeutet, dass
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21
Arbeitsblatt: Journalistische Textsorten erkennen
Wortwechsel 1, zu S. 52

JournalistInnen in einem Bericht Fakten liefern müssen und nicht Meinung; dass sie schreiben, was
geschehen ist, und nicht was sie sich dazu denken.

Wie sehen Sie die Presse- und Informationsfreiheit in Österreich?


Unsere Gesetze schützen die Presse- und Informationsfreiheit. Keine Behörde darf JournalistInnen
vorschreiben, was sie zu berichten haben und dass sie etwas zu unterlassen hätten. Die Behörden
sind auch verpflichtet Auskunft zu geben, solange nicht persönliche Daten von Menschen weiter-
gegeben werden. Das ist die eine Seite.
Die andere Seite: Der Medienmarkt in Österreich befindet sich in Schieflage. Es gibt ein paar große
Medienunternehmen, die durch ihre Größe starke wirtschaftliche und publizistische Macht erreicht
haben. PolitikerInnen glauben, darauf besonders Rücksicht nehmen zu müssen und ihr Verhalten mit
den Vorstellungen einiger MedienmacherInnen abstimmen zu müssen. Damit treten diese Medien aus
der Rolle der reinen Berichterstattung über politische Vorgänge heraus und werden selbst zum (Mit-)
Gestalter der Politik. Das ist falsch verstandene Freiheit: Die Presse hat die Freiheit über alles zu
berichten, aber nicht die Freiheit, selbst Politik zu machen.

Was ist für Sie das Wichtigste an dem Recht der Informations- und Pressefreiheit?
JournalistInnen können frei berichten, sie können nicht gezwungen werden, etwas gegen ihren Willen
zu schreiben oder es zu unterlassen, etwas zu schreiben. Niemand kann sich aussuchen, was
berichtet wird. (…)
Pressefreiheit: Was sagt ein Experte? In: https://www.demokratiewebstatt.at (Stand: 10.7.2016)

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Am Puls der digitalen Welt


Es gibt zwei Sorten von Menschen: die Facebook-Hasser und die Facebook-Junkies. Während der
Facebook-Hasser mit der ganzen Scharlatanerie nichts am Hut haben will und die Internetseite für den
Totengräber der Privatsphäre hält, loggt sich der Facebook-Junkie vor dem Frühstück ein, checkt auf
dem Weg ins Büro die Statusmeldungen auf seinem iPhone und postet im Büro Veranstaltungen, für
die er via virtuellem Netzwerk Partyeinladungen an seine 300 Freunde versendet.

Sowohl Hasser als auch Junkies werden The Social Network, die fulminante Rückkehr von
Regisseur David Fincher, lieben, denn es handelt sich um einen der brillantesten Filme, den das
Mainstream-Kino 2010 hergegeben hat. The Social Network touchiert den digitalen Lifestyle en
passant, um dann eine viel fundamentalere Geschichte zu erzählen, eine von Anarchie, Leere,
Freundschaft, Verlust und Macht. Der Film basiert auf dem Buch The Accidental Billionaires von Ben
Mezrich und erzählt die Geschichte des Facebook-Erfinders Mark Zuckerberg. Zuckerberg ist heute
26 Jahre alt, Milliardär und hatte wenig Lust auf ein ihm gewidmetes Hollywood-Biopic. Zum Glück
juckte das Fincher und seinen hervorragenden Drehbuchautoren Aaron Sorkin wenig. (…)
Annette Walter. In: http://www.kino-zeit.de (Stand: 10.7.2016)

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© VERITAS-Verlag, Linz Mayer-Steflic/Toschner/Tröbinger/Zickler


22
Arbeitsblatt: Journalistische Textsorten erkennen – LÖSUNG
Wortwechsel 1, zu S. 52

Journalistische Textsorten erkennen –


LÖSUNG
1. Bestimmen Sie, um welche journalistische Textsorte es sich bei den folgenden Texten
handelt! Geben Sie außerdem an, ob die Texte meinungs- oder tatsachenbetont sind!

Facebook-Streit eskaliert

Meldung; tatsachenbetont

Feuerwehr befreit nackten Mann aus Waschmaschine

Bericht; tatsachenbetont

Kuriose Mails an Mag. Gerald

Glosse; meinungsbetont

Digitale Zeitungen im Wiener Kaffeehaus

Reportage; tatsachenbetont

Pressefreiheit: Was sagt ein Experte?

Interview; meinungsbetont

Am Puls der digitalen Welt

Kommentar; meinungsbetont

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23
Märchentext: Jorinde und Joringel
Wortwechsel 1, zu S. 77

Jorinde und Joringel (Brüder Grimm)


Es war einmal ein altes Schloss mitten in einem großen dicken Wald, darinnen wohnte eine alte Frau
ganz allein, das war eine Erzzauberin. Am Tage machte sie sich zur Katze oder zur Nachteule, des
Abends aber wurde sie wieder ordentlich wie ein Mensch gestaltet. Sie konnte das Wild und die Vögel
herbeilocken, und dann schlachtete sie, kochte und briet es. Wenn jemand auf hundert Schritte dem
Schloss nahe kam, so musste er stillestehen und konnte sich nicht von der Stelle bewegen, bis sie ihn
lossprach; wenn aber eine keusche Jungfrau in diesen Kreis kam, so verwandelte sie dieselbe in einen
Vogel und sperrte sie dann in einen Korb ein und trug den Korb in eine Kammer des Schlosses. Sie
hatte wohl siebentausend solcher Körbe mit so raren Vögeln im Schlosse.

Nun war einmal eine Jungfrau, die hieß Jorinde; sie war schöner als alle andere Mädchen. Die und dann
ein gar schöner Jüngling namens Joringel hatten sich zusammen versprochen. Sie waren in den Braut-
tagen, und sie hatten ihr größtes Vergnügen eins am andern. Damit sie nun einsmalen vertraut zusam-
men reden könnten, gingen sie in den Wald spazieren. „Hüte dich“, sagte Joringel, „dass du nicht so
nahe ans Schloss kommst.“ Es war ein schöner Abend, die Sonne schien zwischen den Stämmen der
Bäume hell ins dunkle Grün des Waldes, und die Turteltaube sang kläglich auf den alten Maibuchen.

Jorinde weinte zuweilen, setzte sich hin im Sonnenschein und klagte: Joringel klagte auch. Sie waren
so bestürzt, als wenn sie hätten sterben sollen; sie sahen sich um, waren irre und wussten nicht, wohin
sie nach Hause gehen sollten. Noch halb stand die Sonne über dem Berg, und halb war sie unter.
Joringel sah durchs Gebüsch und sah die alte Mauer des Schlosses nah bei sich; er erschrak und wurde
todbang. Jorinde sang:

„Mein Vöglein mit dem Ringlein rot


singt Leide, Leide, Leide:
Es singt dem Täubelein seinen Tod,
singt Leide, Lei – zicküth, zicküth, zicküth.“

Joringel sah nach Jorinde. Jorinde war in eine Nachtigall verwandelt, die sang zicküth, zicküth. Eine
Nachteule mit glühenden Augen flog dreimal um sie herum und schrie dreimal schu, hu, hu, hu. Joringel
konnte sich nicht regen. Er stand da wie ein Stein, konnte nicht weinen, nicht reden, nicht Hand noch
Fuß regen. Nun war die Sonne unter; die Eule flog in einen Strauch, und gleich darauf kam eine alte
krumme Frau aus diesem hervor, gelb und mager: große rote Augen, krumme Nase, die mit der Spitze
ans Kinn reichte. Sie murmelte, fing die Nachtigall und trug sie auf der Hand fort. Joringel konnte nichts
sagen, nicht von der Stelle kommen; die Nachtigall war fort. Endlich kam das Weib wieder und sagte
mit dumpfer Stimme: „Grüß dich, Zachiel, wenn's Möndel ins Körbel scheint, bind lose Zachiel, zu guter
Stund.“ Da wurde Joringel los. Er fiel vor dem Weib auf die Knie und bat, sie möchte ihm seine Jorinde
wiedergeben, aber sie sagte, er sollte sie nie wiederhaben, und ging fort. Er rief, er weinte, er jammerte,
aber alles umsonst. „Uu, was soll mir geschehen?“ Joringel ging fort und kam endlich in ein fremdes
Dorf; da hütete er die Schafe lange Zeit. Oft ging er rund um das Schloss herum, aber nicht zu nahe
dabei. Endlich träumte er einmal des Nachts, er fände eine blutrote Blume, in deren Mitte eine schöne
große Perle war. Die Blume brach er ab, ging damit zum Schlosse: Alles, was er mit der Blume berührte,
ward von der Zauberei frei; auch träumte er, er hätte seine Jorinde dadurch wiederbekommen. Des
Morgens, als er erwachte, fing er an, durch Berg und Tal zu suchen, ob er eine solche Blume fände; er
suchte bis an den neunten Tag, da fand er die blutrote Blume am Morgen früh. In der Mitte war ein
großer Tautropfen, so groß wie die schönste Perle. Diese Blume trug er Tag und Nacht bis zum Schloss.
Wie er auf hundert Schritt nahe bis zum Schloss kam, da ward er nicht fest, sondern ging fort bis ans
Tor. Joringel freute sich hoch, berührte die Pforte mit der Blume, und sie sprang auf. Er ging hinein,
durch den Hof, horchte, wo er die vielen Vögel vernähme; endlich hörte er's. Er ging und fand den Saal,
darauf war die Zauberin und fütterte die Vögel in den siebentausend Körben. Wie sie den Joringel sah,

© VERITAS-Verlag, Linz Mayer-Steflic/Toschner/Tröbinger/Zickler


24
Märchentext: Jorinde und Joringel
Wortwechsel 1, zu S. 77

ward sie bös, sehr bös, schalt, spie Gift und Galle gegen ihn aus, aber sie konnte auf zwei Schritte nicht
an ihn kommen. Er kehrte sich nicht an sie und ging, besah die Körbe mit den Vögeln; da waren aber
viele hundert Nachtigallen, wie sollte er nun seine Jorinde wiederfinden? Indem er so zusah, [merkte
er,] dass die Alte heimlich ein Körbchen mit einem Vogel wegnahm und damit nach der Türe ging. Flugs
sprang er hinzu, berührte das Körbchen mit der Blume und auch das alte Weib – nun konnte sie nichts
mehr zaubern, und Jorinde stand da, hatte ihn um den Hals gefasst, so schön, wie sie ehemals war. Da
machte er auch alle die andern Vögel wieder zu Jungfrauen, und da ging er mit seiner Jorinde nach
Hause, und sie lebten lange vergnügt zusammen.

Jacob und Wilhelm Grimm: Kinder- und Hausmärchen. Verlag von Otto Hendel 1812, Kapitel 72; Entnommen aus:
http://www.grimmstories.com (Stand: 26.3.2016)

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25
Arbeitsblatt: Den Inhalt fiktionaler Texte wiedergeben
Wortwechsel 1, zu S. 105

Den Inhalt fiktionaler Texte wiedergeben


1. Lesen Sie das folgende Märchen (Text 1) und die anschließende Inhaltsangabe (Text 2)!
• Überprüfen Sie, ob die in Wortwechsel 1, S. 105 angeführten Merkmale einer Inhaltsangabe vor-
handen sind.
• Weisen Sie nach, welche Kriterien berücksichtigt wurden, indem Sie passende Stellen markieren.

Die Inhaltsangabe war im Rahmen des folgenden Arbeitsauftrags gefordert:


Schreiben Sie eine Textinterpretation und bearbeiten Sie dafür folgende Arbeitsaufträge:
Lesen Sie das Märchen „Die roten Augen des Buddha“.
Geben Sie den Inhalt des Märchens kurz wieder (verwenden Sie dafür nicht mehr als 260 Wörter).

Die roten Augen des Buddha Text 1

Vor langer Zeit kam einmal ein Bettelmönch in das Stranddorf Kwangpo. Er trug eine zerschlissene
Kutte, abgetragene Schuhe und war vom weiten Weg erschöpft und hungrig.
Da es schon Abend geworden war, blieb er vor einem großen Haus stehen und rief den Hausherrn:
„Ein wandernder Mönch wünscht Frieden! Habt Ihr ein Plätzchen, wo ich die Nacht verbringen kann,
und eine Handvoll Reis, um meinen Hunger zu stillen?“
„Hier ist keine Mönchsherberge“, polterte der Hausherr. „Und hier ist auch kein Reis übrig, den ich
herumreichen kann. Scher dich weg und belästige mich nicht länger!“
„Namu ami thabul“, murmelte der Mönch, griff nach der Gebetsschnur und ging weiter.
Vor einem anderen großen Haus blieb er wieder stehen und versuchte dort sein Glück. Aber die
Knechte verjagten ihn und schrien: „Ein Mönch soll in den Tempel gehen und nicht andere Leute be-
lästigen!“
So schleppte der alte Mönch seine kraftlosen Füße von Haus zu Haus, aber überall wurde er abgewie-
sen.
„Wie ist das nur möglich“, dachte er traurig, „dass in diesem großen Dorf mit den schönen Häusern
und den vielen Weinstuben, in denen sich die Leute vergnügen und lärmen, niemand einen Löffel Reis
übrig hat und niemand einen Platz zum Schlafen.“
Niedergeschlagen setzte er sich unter den Dachvorsprung eines Hauses neben der Straße, um hier
die Nacht zu verbringen.
Es war kühl, ein Frösteln ergriff den hungernden Körper und die Zähne klapperten ihm vor Kälte.
„Namu ami thabul …“, murmelte der Mönch und ließ die Gebetsschnur durch die Finger gleiten.
Da kam eine Großmutter den schmalen Weg daher. Sie sah die zusammengekauerte Gestalt unter
dem Vordach und fragte verwundert:
„Wer sitzt da vor dem Haus in Dunkel und Kälte?“
„Nun verjagt man mich auch hier noch“, dachte der Mönch und bat:
„Ich möchte niemanden stören, aber lasst einen wandernden Mönch hier ein wenig ausrasten.“
„Aber Ihr könnt doch in dieser Kälte nicht heraußen bleiben!“, sagte die Großmutter verwundert.
„Es hat mich niemand aufgenommen!“, sagte der Mönch traurig.
„Ist es möglich?“, rief die Großmutter erschrocken. „Guter Mann, kommt mit mir. Ich habe nur ein be-
scheidenes Haus, wenn es Euch genügt, könnt Ihr gerne bei uns bleiben.“
Dankbar folgte der Mönch der Alten, und sie kamen in eine armselige Taverne am anderen Ende des
Dorfes. Dort wohnte die Großmutter mit ihrer Enkelin Dalsuna.
Die beiden bewirteten den Mönch mit Reis und bereiteten ihm ein Lager.
Am nächsten Morgen verabschiedete sich der Mönch und sprach:
„Habt vielen Dank für Eure Gastfreundschaft. Zum Dank will ich Euch einen Rat geben: Schafft Euch
einen Vorrat an Lebensmitteln, und dann geht jeden Tag zum steinernen Buddha am hinteren Berg.
Wenn ihr seht, dass seine Augen rot werden, dann flieht in die Berge, denn es wird eine gewaltige Flut
kommen und das ganze Dorf im Meer versinken!“

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26
Arbeitsblatt: Den Inhalt fiktionaler Texte wiedergeben
Wortwechsel 1, zu S. 105

Als der Mönch gegangen war, tat die Großmutter, wie ihr geheißen. Sie richtete Lebensmittel für ei-
nige Tage und ging immer wieder hinaus zum steinernen Buddha, um zu sehen, ob seine Augen
schon rot geworden waren …
Sie erzählte auch allen Leuten im Dorf von der Warnung des Mönches und forderte sie auf, sich zur
Flucht zu rüsten. Allein die Dorfbewohner schenkten ihr keinen Glauben und lachten sie aus. (…) „Sie
muss verrückt geworden sein“, sagten die einen.
„Wer sollte so etwas vorhersagen können, der Mönch wollte ihr nur einen Schrecken einjagen!“, sag-
ten die anderen. „Wie sollten auch die Augen einer Steinfigur plötzlich rot werden?“
Nun lebte im Dorf ein Bursche namens Dolswae. Der hatte ein Auge auf die Enkelin der Großmutter
geworfen und kam auch öfter in die Taverne, um sie zu besuchen. Die Großmutter aber sah den jun-
gen Mann gar nicht gerne, denn er war ein Trunkenbold.
Eines Tages sprach Dolswae zu seinen Freunden:
„Ob verrückt oder nicht, was kann es uns schaden, wenn die Alte von der Taverne wirklich für einige
Tage davonrennt? Dann gäbe es Wein im Überfluss, und wir könnten trinken nach Herzenslust. Es
müsste sich nur jemand finden, der ein wenig nachhilft, damit die Augen des Buddha rot werden.“
Da fand sich aber niemand, der das machen wollte. Zu groß war die Scheu davor, die Frau durch
diese Täuschung zu betrügen.
So ging Dolswae am späten Abend selber hinauf und bestrich die Augen des steinernen Buddha mit
roter Farbe. (…)
Kaum hatte die Großmutter am nächsten Tag das Zeichen gesehen, packte sie ihre Sachen, eilte in
die Nachbarhäuser und rief:
„Brecht auf, Leute, das Unglück ist nahe! Die Augen des steinernen Buddha sind rot geworden!“
Nun sah das Wetter aber gar nicht nach einer Überschwemmung aus. (…)

[Bald kommt allerdings heftiger Wind auf. Die Großmutter sucht nach ihrer Enkelin, kann sie aber nirgends finden.
Schließlich bricht sie allein zu den Hügeln auf in der Hoffnung, Dalsuna sei schon vorausgelaufen. Diese ist je-
doch durch eine List von Dolswae eingesperrt worden und kann sich erst einige Zeit später befreien. Aus Angst,
ihre Großmutter könnte sich bei dem schlechten Wetter zu Tode verkühlen, läuft sie ihr zu den Hügeln nach.]

(…) Der Wind war inzwischen zum rasenden Sturm geworden, der Regen peitschte, und es schüttete
wie aus Fässern. Es war unmöglich, auch nur einige Schritte zu gehen.
Dalsuna musste mit ihrer Großmutter unter dem überhängenden Felsen Schutz suchen. So hockten
sie völlig durchnässt, zitternd vor Angst und Kälte.
Blitze zuckten am pechschwarzen Himmel, und es donnerte, als wollten die Berge einstürzen.
Die jungen Burschen in der Taverne ließen sich von dem Regen jedoch nicht stören.
„Es regnet“, lallten sie. „Da können wir nicht nach Hause gehen. Wir müssen weitertrinken bis zum
Morgengrauen!“
Um Mitternacht ertönten plötzlich Hilfeschreie aus dem Dorf: „Die Flut kommt! Rettet euch!“
Von allen Seiten erhob sich Tumult.
Im unteren Dorf war schon das Meer hereingebrochen und überschwemmte alle Häuser.
(…)
Als der Regen am nächsten Tag aufgehört hatte und Dalsuna und die Großmutter ins Tal blickten, sa-
hen sie, dass die Warnung des Mönches Wirklichkeit geworden war. (…)
Soh Ki Ho/Kurt Wölfflin: Die Perle des Drachenkönigs. Koreanische Märchen. Graz/Wien/Köln: Styria-Verlag 1973, S. 83ff.

Beispiel für eine Inhaltsangabe Text 2


Das koreanische Märchen „Die roten Augen des Buddha“ erzählt von einer rätselhaften Weissagung,
die Wirklichkeit wird: Ein Dorf werde in den Regenfluten versinken, sobald die Augen einer Buddha-
Statue rot geworden seien.
An einem kalten Abend sucht ein Bettelmönch im Dorf Kwangpo Unterschlupf für die Nacht, doch nie-
mand von den Wohlhabenden lässt ihn ein. Erst eine alte Großmutter, die mit ihrer Enkelin eine

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27
Arbeitsblatt: Den Inhalt fiktionaler Texte wiedergeben
Wortwechsel 1, zu S. 105

Taverne betreibt, beherbergt ihn. Zum Dank warnt der Bettelmönch die Großmutter, dass eine Flut
kommen und das ganze Dorf ertränken werde, sobald sich die Augen des steinernen Buddha am hin-
teren Berg rot färbten. Sie solle Vorräte für einige Tage packen und täglich nachsehen, ob es schon
so weit sei.
Die Großmutter achtet auf die Worte des Mönches und warnt auch die Leute im Dorf, doch niemand
glaubt ihr. Stattdessen wird sie für verrückt gehalten.
Ein junger Mann, der als Trunkenbold bekannt ist, nimmt die Sache schließlich selbst in die Hand. Da-
mit er und seine Freunde in der Taverne der Großmutter ungestört zechen können, geht er zur
Buddhastatue und malt deren Augen rot an.
Als die Großmutter die roten Augen entdeckt, warnt sie die Menschen des Dorfes noch einmal, doch
niemand hört auf sie. So ziehen sie und ihre Enkelin sich allein in den Schutz der Berge zurück, ob-
wohl noch kein Unwetter zu bemerken ist. Der Regen kommt jedoch bald, und im Lauf der Nacht
überschwemmt das Meer das ganze Dorf.
So erfüllt sich die Prophezeiung des Mönches, denn die Regenflut kam tatsächlich, als die Augen des
steinernen Buddhas rot geworden waren – wenn auch nicht von selbst, sondern durch die Hand des
Trunkenboldes. (262 Wörter)

2. Lesen Sie das Kunstmärchen „Die Prinzessin auf der Erbse“ von Hans Christian Andersen
(Text 3)! Machen Sie Notizen zu folgenden Fragen und Aufgaben:
• Welche Personen kommen vor?
• Sprache: Welche Besonderheiten fallen Ihnen auf (sich wiederholende Phrasen, direkte Rede
…)?
• Motive: Untersuchen Sie, ob es Motive wie Armut, unverschuldetes Leid, Wunder usw. gibt.
• Welche typischen Märchenmerkmale (siehe Tabelle Wortwechsel 1, S. 70) können Sie erkennen?
• Welche Unterschiede können Sie zwischen einem Volksmärchen (siehe S. 71) und dem Kunst-
märchen „Die Prinzessin auf der Erbse“ feststellen?

Text 3
Hans Christian Andersen: Die Prinzessin auf der Erbse
Es war einmal ein Prinz, der wollte eine Prinzessin heiraten. Aber das sollte eine wirkliche Prinzes-
sin sein. Da reiste er in der ganzen Welt herum, um eine solche zu finden, aber überall fehlte
etwas. Prinzessinnen gab es genug, aber ob es wirkliche Prinzessinnen waren, konnte er nie heraus-
finden. Immer war da etwas, was nicht ganz in Ordnung war. Da kam er wieder nach Hause und war
ganz traurig, denn er wollte doch gern eine wirkliche Prinzessin haben.
Eines Abends zog ein furchtbares Wetter auf; es blitzte und donnerte, der Regen stürzte herab, und
es war ganz entsetzlich. Da klopfte es an das Stadttor, und der alte König ging hin, um aufzumachen.
Es war eine Prinzessin, die draußen vor dem Tor stand. Aber wie sah sie vom Regen und dem bösen
Wetter aus! Das Wasser lief ihr von den Haaren und Kleidern herab, lief in die Schnäbel der Schuhe
hinein und zum Absatz wieder hinaus. Sie sagte, daß sie eine wirkliche Prinzessin wäre.
,Ja, das werden wir schon erfahren!ʼ dachte die alte Königin, aber sie sagte nichts, ging in die Schlaf-
kammer hinein, nahm alles Bettzeug ab und legte eine Erbse auf den Boden der Bettstelle. Dann
nahm sie zwanzig Matratzen, legte sie auf die Erbse und dann noch zwanzig Eiderdaunendecken
oben auf die Matratzen.
Hier sollte nun die Prinzessin die ganze Nacht über liegen. Am Morgen wurde sie gefragt, wie sie ge-
schlafen hätte.
»Oh, entsetzlich schlecht!« sagte die Prinzessin. »Ich habe fast die ganze Nacht kein Auge geschlos-
sen! Gott weiß, was in meinem Bett gewesen ist. Ich habe auf etwas Hartem gelegen, so daß ich am
ganzen Körper ganz braun und blau bin! Es ist ganz entsetzlich!«
Daran konnte man sehen, daß sie eine wirkliche Prinzessin war, da sie durch die zwanzig Matratzen
und die zwanzig Eiderdaunendecken die Erbse gespürt hatte. So feinfühlig konnte niemand sein au-
ßer einer echten Prinzessin.

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28
Arbeitsblatt: Den Inhalt fiktionaler Texte wiedergeben
Wortwechsel 1, zu S. 105

Da nahm sie der Prinz zur Frau, denn nun wußte er, daß er eine wirkliche Prinzessin gefunden hatte.
Und die Erbse kam auf die Kunstkammer, wo sie noch zu sehen ist, wenn sie niemand gestohlen hat.
Seht, das war eine wirkliche Geschichte! [R]
Hans Christian Andersen: Märchen. Deutsche Buchgmeinschaft Berlin und Darmstadt 1955, S. 306ff.; Entnommen aus: http://gutenberg.spiegel.de
(Stand: 26.3.2016)

3. Formulieren Sie einen Einstieg für die Inhaltsangabe des Märchens „Die Prinzessin auf der-
Erbse“!
• Vergleichen Sie anschließend mit den Angaben zur Basisinformation (Wortwechsel 1, S. 105):
Ist alles Wichtige in Ihrem Einstieg enthalten?

4. Bereiten Sie die Inhaltsangabe des Märchens „Die Prinzessin auf der Erbse“ vor!
• Geben Sie die wesentliche Handlung möglichst kurz in Stichworten wieder. Sie können Ihre
Notizen aus Aufgabe 2 dafür nutzen.

5. Verfassen Sie zu „Die Prinzessin auf der Erbse“ eine Inhaltsangabe!


• Greifen Sie dafür auf Ihre Notizen aus Aufgabe 2, 3 und 4 zurück.
• Schreiben Sie ca. 300 Wörter.
• Überprüfen Sie anschließend Ihren Text mithilfe der Selbstkontrolle am Ende dieses Arbeits-
blattes.

6. Verfassen Sie zum Kunstmärchen „Das kalte Herz“ von Wilhelm Hauff eine Inhaltsangabe!
• Hören Sie sich das (sehr lange) Märchen auf YouTube an (Stichworte: Eppler + Das kalte
Herz) oder lesen Sie den Text in einem Märchenbuch.
• Geben Sie den Inhalt dieses Märchens wieder. Schreiben Sie 540 bis 660 Wörter.
• Überarbeiten Sie Ihre Inhaltsangabe anhand der folgenden Selbstkontrolle.

Selbstkontrolle Inhaltsangabe
Ich habe …
Planen
o den Text aufmerksam gelesen und wichtige Stellen unterstrichen.
o die Bedeutung unbekannter Begriffe geklärt (Online-Lexikon oder Wörterbuch).
o den Originaltext in Abschnitte (Sinneinheiten) gegliedert.
o in Randnotizen die wichtigsten Aussagen verkürzt festgehalten oder die Absätze stichwortartig
bzw. zu einzelnen Sätzen verkürzt.
Schreiben
o die Basisinformation in der Einleitung formuliert:
• Informationen über Autorin/Autor, Textsorte und Entstehungszeit, bei Sachtexten auch Er-
scheinungsort (Medium)
• ein bis zwei Sätze über den Inhalt
o im Hauptteil den Inhalt des Originaltextes kurz wiedergegeben:
• Figuren der Handlung
• Ort und Zeit der Handlung
• wesentlicher Inhalt der Handlung
Überprüfen
o eine sachliche Sprache und eigene Formulierungen verwendet.
o meinen Text sinnvoll in Absätze gegliedert (Leerzeilen).
o auf passende Binde- und Verweiswörter geachtet.
o Rechtschreibung und Grammatik kontrolliert.

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29
Arbeitsblatt: Den Inhalt fiktionaler Texte wiedergeben – LÖSUNG
Wortwechsel 1, zu S. 105

Den Inhalt fiktionaler Texte wiedergeben –


LÖSUNG
2. Lesen Sie das Kunstmärchen „Die Prinzessin auf der Erbse“ von Hans Christian Andersen
(Text 3)! Machen Sie Notizen zu folgenden Fragen und Aufgaben:
• Welche Personen kommen vor?
Prinz, seine Eltern, eine Prinzessin
• Sprache: Welche Besonderheiten fallen Ihnen auf (sich wiederholende Phrasen, direkte Rede
…)?
teilweise umgangssprachlicher Stil (Satzbau), direkte Reden; Wiederholung der Wendung „eine wirkli-
che Prinzessin“
• Motive: Untersuchen Sie, ob es Motive wie Armut, unverschuldetes Leid, Wunder usw. gibt.
Einsamkeit, Verletzlichkeit
• Welche typischen Märchenmerkmale (siehe Tabelle Wortwechsel 1, S. 70) können Sie erkennen?
Beginn mit „Es war einmal“, Gegensatz: Erbse – großer Schmerz; Königsfamilie, Hochzeit als Ender-
gebnis
• Welche Unterschiede können Sie zwischen einem Volksmärchen (siehe S. 71) und dem Kunst-
märchen „Die Prinzessin auf der Erbse“ feststellen?
Es gibt einen Autor; die Zahl 20 spielt in Volksmärchen keine besondere Rolle; der Held (Prinz) löst
seine Aufgabe nicht selbst, sondern seine Mutter tut es für ihn; die besondere Aufgabe der Prinzessin
ist hier das Schlafen auf einer Erbse – eine objektiv gesehen wenig bedeutende Aufgabe verglichen
mit der Suche nach dem „Wasser des Lebens“ o. Ä.

4. Bereiten Sie die Inhaltsangabe des Märchens „Die Prinzessin auf der Erbse“ vor!
Prinz sucht Frau, möchte aber nur eine „wirkliche Prinzessin“; seine Mutter verwendet eine List und
legt einer durchreisenden Prinzessin eine Erbse unter 20 Matratzen; die Prinzessin spürt die Erbse
durch und wird daran als echte Prinzessin erkannt

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30
Arbeitsblatt: Schnittbogen Epik
Wortwechsel 1, zu S. 97

Schnittbogen EPIK

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31
Arbeitsblatt: Schnittbogen Epik – LÖSUNG
Wortwechsel 1, zu S. 97

Schnittbogen EPIK – LÖSUNG

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32
Arbeitsblatt: Schnittbogen Lyrik
Wortwechsel 1, zu S. 98

Schnittbogen LYRIK

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33
Arbeitsblatt: Schnittbogen Lyrik – LÖSUNG
Wortwechsel 1, zu S. 98

Schnittbogen LYRIK – LÖSUNG

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34
Arbeitsblatt: Schnittbogen Dramatik
Wortwechsel 1, zu S. 100

Schnittbogen DRAMATIK

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35
Arbeitsblatt: Schnittbogen Dramatik – LÖSUNG
Wortwechsel 1, zu S. 100

Schnittbogen DRAMATIK – LÖSUNG

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36
Infoblatt: Geschichte der Werbung
Wortwechsel 1, zu S. 117

Seit wann gibt es Werbung?


Lesen Sie den Informationstext zur Geschichte der Werbung! Markieren Sie die zentralen
Entwicklungsschritte und tragen Sie die entsprechenden Stichwörter in einer Zeitleiste ein!
Vergleichen Sie anschließend Ihre Ergebnisse!

Seitdem die Menschen mit Produkten handeln, gibt es Werbung. In den


Antike (2000 v. Chr.
Anfängen waren es mündliche Formen. In der Antike und später im
bis 500 n. Chr.)
Mittelalter priesen Marktschreier ihre Produkte lautstark an. Auch heute
noch bewerben fahrende Kaufleute auf Märkten und Messen ihre Produkte, Mittelalter
z. B. Küchengeräte aller Art, auf diese Weise. Die ersten schriftlichen (5. Jh. bis 15. Jh.)
Werbeformen waren antike Steintafeln, in welche die Vorteile eines
Produktes gemeißelt wurden.

Die Erfindung des Buchdrucks (um 1450) machte eine erste massenhafte Frühe Neuzeit
Verbreitung von Werbebotschaften möglich. In der Frühen Neuzeit wurden (15. und 16. Jh.)
hierfür Flugblätter genutzt, allerdings weniger für Produktwerbung, sondern
mehr für politische Werbung. So wurden etwa die Forderungen der Tiroler
Bauern für mehr Freiheit auf Flugzettel gedruckt.

Mit der ersten Tageszeitung 1650 wurde die Printwerbung ins Leben 17. Jahrhundert
gerufen. Die rasche Verbreitung dieser Werbeform hing eng mit der
Lesefähigkeit der Menschen zusammen.

Durch die Einführung der Unterrichtspflicht unter Maria Theresia (1774)


Zeit der Aufklärung
waren immer mehr Menschen des Lesens mächtig. Plakate aller Arten (18. Jh.)
prägten zunehmend die Straßenbilder der wachsenden Städte des 18. und
19. Jahrhunderts. Werbung erfolgte auf diesen Plakaten über das
Zusammenspiel von Wort und Bild, bald waren Häuser, Mauern und Wände
damit regelrecht zugepflastert. 1854 entwickelte der Berliner Drucker Ernst 19. Jahrhundert
Litfaß eigene Säulen für Plakate und Nachrichten, dadurch sollte der
Plakatwildwuchs eingedämmt werden.

Die Entwicklung des Hörfunks (ab 1927 in Österreich) brachte den Ton in 20. Jahrhundert
die Werbung. Auch der Film (Tonfilm ab 1927 in den USA) eröffnete durch
das bewegte Bild völlig neue Werbemöglichkeiten. In Kinos ist noch heute
die Werbevorschau vor dem Hauptfilm üblich.

Die weiteren Entwicklungen – das Fernsehen, die Digitalisierung, das


Internet, die neuen Medien – führten zu einer Flut an Neuerungen. Der Gegenwart
Markt wuchs und heute begleitet uns Werbung immer und überall: Ob am
WC, am Smartphone oder in der U-Bahn, Werbung ist der ständige Kampf
um die Gunst der Kundinnen und Kunden – koste es, was es wolle!

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37
Audio-Liste (Hörbeispiele im E-Book)

Audio-Liste (Hörbeispiele im E-Book)


Hörbeispiel Zeit Titel Schul- Sprecherin/Sprecher
Nummer buch-
seite

1 00:01:39 HörSPIEL 19 Bettina Buchholz

2 00:00:50 HörSPIEL 22 Daniela Dett

3 00:00:54 HörSPIEL 37 Bettina Buchholz,


Harald Bodingbauer,
Nora Dirisamer

4 00:01:24 Wolfgang Herrndorf: Tschick 41 Harald Bodingbauer

5 00:05:34 Ein Interview 53 Daniela Dett,


Claudia Schächl

6 00:02:39 HörSPIEL 60 Claudia Schächl

7 00:05:30 Gebrüder Grimm: Die sieben Raben 70 Bettina Buchholz

8 00:09:22 Folke Tegetthoff: Holunder 71 Nora Dirisamer

9 00:02:47 Das Hemd des Glücklichen 97 Ferdinand Kopeinig

10 00:26:31 Michael Köhlmeier: Krieg um Troja 97 Julia Ribbeck

11 00:08:05 Ephraim Kishon: Das Glück der eigenen 149 Lutz Zeidler
Parklaterne

12 00:01:14 HörSPIEL 157 Julia Ribbeck

13 00:03:05 HörSPIEL 161 Ferdinand Kopeinig,


Bettina Buchholz

14 00:01:18 HörSPIEL 188 Lutz Zeidler,


Harald Bodingbauer,
Julia Ribbeck

00:03:14 HörSPIEL A zu Arbeitsblatt Adjektiv Your Sounds – Kuchenbe-


cker & Knon GbR Sky Mu-
sic – Steyer & Reiter OG

00:02:33 HörTEXT B zu Arbeitsblatt Adjektiv Lutz Zeidler


Stefan Zweig: Schachnovelle

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Wortwechsel 1. STL 38
Transkripte

Transkripte
HörSPIEL 1, zu Seite 19
1. Lesebuch, Leseratte, Leseerfahrung, hypermodern
2. buchen, Buchmesse, Buchung, Binderei
3. vergriffen, kursiv, veraltet, Kugelschreiber
4. über, unter, aber, auf
5. vermerken, saftig, bearbeiten, umblättern
6. heute, hier, da, Angstschweiß
7. siebenmal, unter, vierfach, neun
8. Pferd, lernen, orientieren, installieren
9. wenn, doch, und, grölen
10. Dalmatiner, langatmig, kindlich, kindisch

HörSPIEL 2, zu Seite 22
Theaterdirektorin * Aufführung * Applaus * Vorgeschichte * Textheft * Publikum * Absage * Oper * Bühnen-
vorhang

HörSPIEL 3, zu Seite 37
1. Den Witz über die beiden Jäger habe ich dir schon mehrfach erzählt! Nein, es ist nicht die Rede von drei
Elefanten; es kommen vier Nilpferde und zwei Ziegen vor.
2. Wolltest du nicht acht von diesen roten Kassetten nehmen? Nein, ich nehme lieber zweierlei Farben! Vier
rote und vier blaue.
3. Die ersten vier Nächte verbringen Sie an Bord der MS Mozart V., die zweite in einem Vier-Sterne-Hotel
und die dritte verbringen Sie – zu jeweils vier Personen – in einem Schlafwagenabteil der Österreichischen
Bundesbahnen.

HörTEXT 4, zu Seite 41
Wolfang Herrndorf: Tschick

Textauszug 1
Was Besseres fiel mir nicht ein. Der Polizist drehte sich zu mir um. Tschick hatte sich ebenfalls umgedreht.
„Vater sagt, du sollst den Schlafsack mitbringen! Den Schlafsack!“, brüllte ich noch einmal, und als der Poli-
zist wieder zu Tschick hinguckte und Tschick zu mir, fasste ich mir schnell an Schädeldecke und Hüfte
(Mütze, Pistole), um zu erklären, was dieser Mann von Beruf war. Weil, ohne Mütze und nur mit dieser
grünlichen Hose war das nicht leicht zu erkennen. Ich muss ziemlich bescheuert ausgesehen haben, aber
ich wusste auch nicht, wie man einen Polizisten sonst darstellt. Und Tschick begriff auch so, was los war.
Er verschwand sofort im Auto und kam mit einem Schlafsack in der Hand wieder raus. Dann machte er die
Fahrertür hinter sich zu und tat, als würde er abschließen (Vater hat mir den Schlüssel gegeben, ich musste
nur was holen), und ging mit dem Schlafsack beladen auf mich und den Polizisten zu. Doch nur etwa zehn
Schritte. Ich war mir nicht hundertprozentig sicher, warum er stehen blieb. Aber etwas im Gesicht des Poli-
zisten musste ihm wohl klargemacht haben, dass unser Täuschungsmanöver nicht die Theatersensation
des Jahrhunderts werden würde.
Wolfgang Herrndorf: Tschick. Berlin: Rowohlt Taschenbuch Verlag 2010, S. 136

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Wortwechsel 1. STL 39
Transkripte

HörTEXT 5, zu Seite 53
Ein Interview
Kovacs: Frau Erika Berger, seit wann leiten Sie den Kindergarten in der Ahornstraße?
Berger: Ich leite ihn seit achtzehn Jahren. Aber so etwas habe ich noch nie erlebt ...
K: Ja, das glaube ich.
B: Es war schrecklich. Die Kinder hatten so große Angst und auch ich zittere noch heute, wenn ich an letz-
ten Dienstag zurückdenke.
K: Erzählen Sie doch bitte noch einmal, was an diesem Dienstag passierte!
B: Also, wir öffneten den Kindergarten wie jeden Tag um 7:00 Uhr. Alles verlief wie immer. Nichts deutete
darauf hin, dass wir ungewöhnlichen Besuch zu erwarten hatten. Kurz nach 8:00 Uhr begannen wir mit dem
morgendlichen Sesselkreis.
K: Waren zu diesem Zeitpunkt die Terrassentüren bereits geöffnet?
B: Ja, wir haben ja einen wunderschönen Garten und die Luft ist am Morgen doch so herrlich! Wir legen
großen Wert darauf, dass unsere Schützlinge so viel frische Luft wie möglich bekommen. Die Türen werden
jeden Tag gleich nach dem Eintreffen des letzten Kindes geöffnet.
K: Aha. Wer hat denn an diesem Tag die Türen geöffnet?
B: Das war ich selbst.
K: Haben Sie zu diesem Zeitpunkt nichts Außergewöhnliches bemerkt?
B: Nein, im Garten war alles ruhig.
K: Interessant. Was passierte nach dem Sesselkreis?
B: Nach dem Sesselkreis begannen die Pädagoginnen und Pädagogen, mit den Kindern das gesunde
Frühstück vorzubereiten! Die Kinder lieben dieses Ritual. Ich erledige zu diesem Zeitpunkt üblicherweise
diverse administrative Aufgaben.
K: Aber an diesem Tag wurden Sie unterbrochen!
B: Ja, gerade als ich meine E-Mails beantworten wollte, hörte ich lautes, hysterisches Schreien aus dem
Gruppenraum. Sofort sprang ich auf und lief aus meinem Büro in den Gruppenraum, um nachzusehen, was
denn die Ursache für diesen Aufruhr sei. Also, ich öffne die Tür zum Gruppenraum und traue meinen Augen
nicht! Die Pädagoginnen und Pädagogen waren gerade damit beschäftigt, die weinenden und schreienden
Kinder durch die Tür zur Garderobe zu lotsen. Die Wildschweine machten sich inzwischen grunzend über
das Frühstück her und fraßen genüsslich vom Tisch!
K: Wie viele Tiere waren es denn?
B: Ich glaube, dass es zwei große Tiere und so ungefähr zehn kleinere Schweine waren. Die hatten noch
ein gestreiftes Fell. Sahen eigentlich ganz süß aus.
K: Warum sagten Sie eingangs, dass sie heute noch zittern, wenn Sie an diesen Dienstagmorgen denken?
B: Der Grund dafür ist, dass sich der kleine Sven hinter dem Kaufmannsladen am anderen Ende des Grup-
penraums versteckt hatte und meine Kollegin Julia Ristič ihn deshalb nicht in die Garderobe bringen
konnte. Er saß kreidebleich im Kaufmannsladen und starrte schluchzend auf die Wildschweine, die sich
zwischen ihm und mir befanden.
K: Wie alt ist Sven?
B: Sven ist unser Jüngster, er ist drei Jahre alt.
K: Was haben Sie in diesem Augenblick gedacht?
B: Ich dachte nur: „Ich muss ihn retten!“ Das war das Einzige, woran ich dachte.
K: Hatten Sie gar keine Angst, schließlich war die Wildschweinrotte noch immer im Raum?
B: Doch, und wie große Angst ich hatte!
K: Und dennoch haben Sie nicht Hilfe geholt, sondern sind selbst Sven zu Hilfe geeilt. Das finde ich sehr
mutig!
B: So? Meinen Sie? Nun ja, ich dachte nur an Sven und dass ich ihn herausholen müsste. Man hört ja im-
mer wieder, wie gefährlich Wildschweine sein können, wenn sie sich in die Enge getrieben fühlen.
K: Wie ist es Ihnen gelungen, den kleinen Sven zu retten?
B: Ich habe mich so langsam und leise wie möglich in Svens Richtung bewegt. Aus meiner Schulzeit weiß
ich noch, dass Wildschweine nicht besonders gut sehen können. Das wollte ich ausnutzen. Aber glauben
Sie mir, das Herz schlug mir bis zum Hals, ich konnte kaum atmen, so aufgeregt war ich.
K: Das kann ich gut nachvollziehen!

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Wortwechsel 1. STL 40
Transkripte
B: Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis ich am anderen Ende des Gruppenraumes war. Dabei waren es
nur sechs Meter, die ich von Sven entfernt war.
K: Und was taten Sie dann? Wie kamen Sie aus dem Gruppenraum?
B: Glücklicherweise gibt es hinter dem Kaufmannsladen noch eine Terrassentür in den Garten, die öffnete
ich, so schnell ich konnte, und flüchtete mit Sven in den Garten.
K: Was taten Sie dann?
B: Dieser Teil des Gartens grenzt an die Straße und so konnten wir über den Zaun auf die Straße klettern
und den Kindergarten durch den Haupteingang wieder betreten. Dort erzählte mir Bernd, einer der Kinder-
gartenpädagogen, dass er die Polizei bereits verständigt hätte. Eine Beamtin und ein Beamter trafen auch
wenige Augenblicke später ein.
K: Was machten die Polizisten?
B: Sie erkundigten sich zuerst danach, ob jemand verletzt sei, und wagten sich dann in den Gruppenraum,
der allerdings bereits leer war.
K: Warum leer?
B: Nun, die Wildschweine hatten inzwischen das Weite gesucht und waren verschwunden. Nur die große
Unordnung und der eigenartige Geruch erinnerten noch an sie.
K: Wissen Sie, wie die Tiere in den Garten gekommen waren?
B: Ja, die Polizei entdeckte ein Stück niedergetrampelten Zaun. Den müssen die Tiere eingedrückt haben
und so sind sie auf der Suche nach Nahrung in unseren Gruppenraum gekommen.
K: Welche Maßnahmen werden Sie nun für die Zukunft ergreifen, um so ein Ereignis zu verhindern? Meine
Recherchen haben ergeben, dass sich in Berlin immer mehr Wildschweine herumtreiben, weil ihnen die
Stadt ein riesiges Nahrungsangebot eröffnet.
B: Ich fürchte auch, dass wir in Zukunft wieder mit ungebetenen Gästen zu rechnen haben. Deshalb arbei-
ten wir nun gemeinsam mit einer Wildtierexpertin zusammen, die uns berät und eine Art Abwehrkonzept
plant, damit wir nicht wieder ungebetene Gäste bekommen. Sie müssen wissen, unser Garten grenzt an ein
großes Waldstück. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Wildschweine zurückkommen, ist sehr hoch. Bis dahin
werden wir zu den Essenszeiten auf jeden Fall die Terrassentüren geschlossen halten.
K: Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute für die Zukunft!
(Karin Mayer-Steflic)

HörSPIEL 6, zu Seite 60
1. Die Journalistin recherchiert eifrig.
2. Die verantwortlichen Techniker konnten das Problem beheben.
3. Im Kindergarten werden alle Kinder sprachlich gefördert.
4. Wir verständigen die Agentur.
5. Wann werden wir uns wiedersehen?
6. Der Kochkurs wird im ersten Stock abgehalten.
7. In unserem Betrieb sind zwei Mechanikerinnen tätig.
8. Else und Richard werden zu Sachbearbeitern ausgebildet.
9. Das wirst du doch hoffentlich schon gemacht haben?
10. Das Protokoll wurde bereits unterschrieben.

HörTEXT 7, zu Seite 70
Gebrüder Grimm: Die sieben Raben
Ein Mann hatte sieben Söhne und immer noch kein Töchterchen, so sehr er sichʼs auch wünschte; endlich
gab ihm seine Frau wieder gute Hoffnung zu einem Kinde, und wieʼs zur Welt kam, warʼs auch ein Mäd-
chen. Die Freude war groß, aber das Kind war schmächtig und klein und sollte wegen seiner Schwachheit
die Nottaufe haben. Der Vater schickte einen der Knaben eilends zur Quelle, Taufwasser zu holen; die an-
deren sechs liefen mit und weil jeder der erste beim Schöpfen sein wollte, so fiel ihnen der Krug in den
Brunnen. Da standen sie und wußten nicht, was sie thun sollten, und keiner getraute sich heim. Als sie im-
mer nicht zurückkamen, ward der Vater ungeduldig und sprach: „Gewiß haben sieʼs wieder über ein Spiel
vergessen, die gottlosen Jungen.“ Es ward ihm angst, das Mädchen müßte ungetauft verscheiden, und im
Ärger rief er: „Ich wollte, daß die Jungen alle zu Raben würden.“ Kaum war das Wort ausgeredet, so hörte

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Wortwechsel 1. STL 41
Transkripte
er ein Geschwirr über seinem Haupt in der Luft, blickte in die Höhe und sah sieben kohlschwarze Raben
auf- und davonfliegen.
Die Eltern konnten die Verwünschung nicht mehr zurücknehmen, und so traurig sie über den Verlust ihrer
sieben Söhne waren, trösteten sie sich doch einigermaßen durch ihr liebes Töchterchen, das bald zu Kräf-
ten kam und mit jedem Tage schöner ward. Es wußte lange Zeit nicht einmal, daß es Geschwister gehabt
hatte, denn die Eltern hüteten sich, ihrer zu erwähnen, bis es eines Tags von ungefähr die Leute von sich
sprechen hörte, das Mädchen wäre wohl schön, aber doch eigentlich schuld an dem Unglück seiner sieben
Brüder. Da ward es ganz betrübt, ging zu Vater und Mutter und fragte, ob es denn Brüder gehabt hätte und
wo sie hingeraten wären? Nun durften die Eltern das Geheimnis nicht länger verschweigen, sagten jedoch,
es sei so des Himmels Verhängnis und seine Geburt nur der unschuldige Anlaß gewesen. Allein das Mäd-
chen machte sich täglich ein Gewissen daraus und glaubte, es müßte seine Geschwister wieder erlösen.
Es hatte nicht Ruhe und Rast, bis es sich heimlich aufmachte und in die weite Welt ging, seine Brüder ir-
gendwo aufzuspüren und zu befreien, es möchte kosten was es wollte. Es nahm nichts mit sich als ein
Ringlein von seinen Eltern zum Andenken, einen Laib Brot für den Hunger, ein Krüglein Wasser für den
Durst, und ein Stühlchen für die Müdigkeit.
Nun ging es immer zu, weit, weit bis an der Welt Ende. Da kam es zur Sonne, aber die war zu heiß und
fürchterlich, und fraß die kleinen Kinder. Eilig lief es weg und lief hin zu dem Mond, aber der war gar zu kalt
und auch grausig und bös, und als er das Kind merkte, sprach er: „Ich rieche, rieche Menschenfleisch.“ Da
machte es sich geschwind fort und kam zu den Sternen, die waren ihm freundlich und gut, und jeder saß
auf seinem besonderen Stühlchen. Der Morgenstern aber stand auf, gab ihm ein Hinkelbeinchen und
sprach: „Wenn du das Beinchen nicht hast, kannst du den Glasberg nicht aufschließen, und in dem Glas-
berg da sind deine Brüder.“
Das Mädchen nahm das Beinchen, wickelte es wohl in ein Tüchlein, und ging wieder fort, solange bis es an
den Glasberg kam. Das Thor war verschlossen und es wollte das Beinchen hervorholen, aber wie es das
Tüchlein aufmachte, so war es leer, und es hatte das Geschenk der guten Sterne verloren. Was sollte es
nun anfangen? Seine Brüder wollte es erretten und hatte keinen Schlüssel zum Glasberg. Das gute
Schwesterchen nahm ein Messer, schnitt sich ein kleines Fingerchen ab, steckte es in das Thor und schloß
glücklich auf. Als es hineingegangen war, kam ihm ein Zwerglein entgegen, das sprach: „Mein Kind, was
suchst du?“ „Ich suche meine Brüder, die sieben Raben“, antwortete es. Der Zwerg sprach: „Die Herren Ra-
ben sind nicht zu Haus, aber willst du hier solange warten, bis sie kommen, so tritt ein.“ Darauf trug das
Zwerglein die Speise der Raben herein auf sieben Tellerchen und in sieben Becherchen, und von jedem
Tellerchen aß das Schwesterchen ein Bröckchen, und aus jedem Becherchen trank es ein Schlückchen; in
das letzte Becherchen aber ließ es das Ringlein fallen, das es mitgenommen hatte.
Auf einmal hörte es in der Luft ein Geschwirr und ein Gewehe, da sprach das Zwerglein: „Jetzt kommen die
Herren Raben heimgeflogen.“ Da kamen sie, wollten essen und trinken, und suchten ihre Tellerchen und
Becherchen. Da sprach einer nach dem anderen: „Wer hat von meinem Tellerchen gegessen? wer hat aus
meinem Becherchen getrunken? das ist eines Menschen Mund gewesen.“ Und wie der siebente auf den
Grund des Bechers kam, rollte ihm das Ringlein entgegen. Da sah er es an und erkannte, daß es ein Ring
von Vater und Mutter war, und sprach: „Gott gebe, unser Schwesterlein wäre da, so wären wir erlöst.“ Wie
das Mädchen, das hinter der Thür stand und lauschte, den Wunsch hörte, so trat es hervor, und da beka-
men alle die Raben ihre menschliche Gestalt wieder. Und sie herzten und küßten einander, und zogen fröh-
lich heim. R
Jacob und Wilhelm Grimm: Die schönsten Kinder- und Hausmärchen; Entnommen aus: http://guten-
berg.spiegel.de

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Wortwechsel 1. STL 42
Transkripte

HörTEXT 8, zu Seite 71
Folke Tegetthoff: Holunder
Der Wolf hatte ihm alle seine Schafe gefressen. Da ging der Schäfer auf Wanderschaft. Den Bach entlang,
der Nase nach, manchmal mit dem Lauf der Sonne.
Doch es kam alles ganz anders.
Auf seinem Weg kommt er an einem Haus vorbei. Ein Mann steht vor einem kleinen Baum, eine Axt in der
Hand. „Du kommst mir nicht mehr wieder!“, brüllt er und holt aus. Nur eine Sekunde lang bleibt der Arm
oben, und in dieser Sekunde geschieht es: Der Schäfer ohne Schafe hört ein Rufen – hoch und fein, keine
Stimme, wie ein Schwingen in der Luft: „Hilf mir, du sollst es nicht bereuen!“ Er sieht, wie der Arm mit der
Axt nach unten saust, und schreit: „HALT!“ Die Axt fährt in die Erde.
Der Mann sieht böse auf – wer hat ihn bei der Arbeit gestört? – und ruft: „Was soll denn das?“ – „Ich nehme
den Baum“, sagt der Schäfer ohne Schafe. „Was willst du damit, du Tölpel?“, lacht der Mann. „Der wächst
dir über die Ohren.“ – „Ich nehme ihn, leih mir eine Schaufel.“ Und er gräbt den Baum sorgsam mit allen
Wurzeln aus und macht sich wieder auf den Weg. Lange noch hört er das Lachen des Mannes hinter sich.
Den Bach entlang, der Nase nach, manchmal mit dem Lauf der Sonne. Vorbei an Häusern, Kirchen, Men-
schen hütet er den Baum, gibt ihm alle Stunden zu trinken. In einem Dorf begegnet er dem Trommelmann:
„Hört ihr Leute! Holt das Schwarz aus euren Truhen. Der König liegt im Sterben.“ – „Was hat er denn?“,
fragt der Schäfer mit dem Baum.
„Sein Wasserfall steht still – sein Fluss staut sich und droht das Land zu überschwemmen.“ – „Wie? Wel-
cher Wasserfall?“ Und der Schäfer sucht mit den Augen das Land nach einem ab. „Aber nein“, flüstert das
Volk, „du Dummer, verstehst du nicht? Der König kann nicht aufs Klo – zu, verstopft!“ – „Beileid“, wünscht
der Schäfer und will weiterziehen, bevor ihn Trauerzüge stören. Da hört er ein Rufen – hoch und fein, keine
Stimme, wie ein Schwingen in der Luft: „Schneide die Wurzel und gibt ihm davon zu trinken.“ – „Halt!“, ruft
der Schäfer mit dem Baum. „Sag dem König, ich werde ihm helfen!“ Die Leute lachen, doch er schneidet
die Wurzel, gibt sie in Wasser, bis es sich braun färbt. Der Zustand des Königs ist hoffnungslos, und so
trinkt er den Saft des Schäfers ohne Schafe mit dem Baum. „Wenn er stirbt, verlierst du den Kopf!“, rufen
die Leute. Doch zwei Tage später rufen sie: „Hoch der Schäfer!“ Denn das Brünnlein des Königs fließt wie-
der. „Sag, was du dir wünscht“, befiehlt der König. „Juwelen, Gold, Pferd oder Schiff.“ – „Nein“, sagt der
Schäfer, „Erde für meinen Baum.“ Alle lachen über den dummen Kerl. „Gebt ihm ein Stück Land für seinen
Baum.“ Es ist ein schönes Stück Land, auf das er seinen Baum pflanzt. An dem Tag, an dem die Sonne am
höchsten steht, schläft der Schäfer unter einem Dach aus feinen, weißen Blüten. Da hört er wieder den
Trommelmann aus weiter Ferne rufen: „Hört ihr Leute! Heute bekamen die Hauslöwen des Königs etwas
Besonderes gekocht: den Koch des Königs! Der König ist außer sich! Keine Speise will ihm schmecken,
keine Speise ist ihm recht. Köche, kommt aus euren Häusern!“ Alter Fettsack, denkt sich der Schäfer un-
term Baum. Da hört er ein Rufen – hoch und fein, keine Stimme, wie ein Schwingen in der Luft: „Pflücke die
Blüten und backe sie in Mehl.“ – „He, ho“, ruft der Schäfer, „ich möchte dem König etwas kochen!“ – „Wohl
eine Erdsuppe mit Grasnudeln ohne Schale“, spotten die Leute. „Hier mein König“, sagt der Schäfer, „wohl
bekomm’s.“ Der König beißt vorsichtig in das braune Fremde, schluckt, schmatzt, schmatzt immer lauter,
brüllt „mehr, mehr!“, der Schäfer rennt, pflückt und bäckt. Der König blüht, er strahlt, er küsst den Schäfer.
„Sag, was du willst: Juwelen, das halbe Reich, den Hofstaat!“ – „Nein“, sagt der Schäfer, „ein kleines Häus-
chen neben meinem Baum.“ „Hihi, hoho“, lacht das Volk, „so ein dummer Kerl! Ein kleines Häuschen gegen
das halbe Reich!“ Es ist ein hübsches kleines Haus auf dem Land neben dem Baum. Dort lebt der Schäfer
ohne Schafe glücklich und zufrieden. Als die Sonne den Zug in Richtung Winter nimmt, hängt sein Baum
voll mit schwarzen Beeren. Da hört er abermals den Trommelmann: „Hört ihr Leute! Die Prinzessin wohnt
seit dreizehn Tagen schon an einem stillen Ort. Sogar die Speisen reicht man dort, und Bad und Bücher
wurden dorthin geschafft. Ihr Bräutigam, der Prinz von Soundso, ist abgereist, und der König verspricht
dem die Schatzkammer, der ihr helfen könne.“ – „Was für ein stiller Ort?“, fragt der Schäfer. „Ach, bist du
dumm“, sagen die Leute, „den Durchmarsch hat sie. Kommt vom vielen Fressen!“ Da hört der Schäfer ein
Rufen – hoch und fein, keine Stimme, wie ein Schwingen in der Luft: „Pflücke die Beeren und trockne sie
für die Prinzessin.“ Bald darauf steht der Schäfer ohne Schafe mit dem Baum, dem Land und dem Haus vor
dem Palast. „Ich will zur Prinzessin.“ –„Du schon wieder“, ruft der König, „gut, lasst ihn zu ihr.“ Die Quack-
salber, Doktoren und Sterndeuter werden mit all ihren Säften und Tinkturen fortgeschickt. Dann tritt der
Jüngling ein. „Wie schön sie ist“, denkt er sich, „wenn auch ein bisschen blass.“ Er gibt ihr die Beeren, und
noch bevor der Mond die Bäume und das Land und die Häuser silbrig färbt, fällt die Prinzessin dem Schäfer

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Wortwechsel 1. STL 43
Transkripte
ohne Schafe um den Hals. „Du bist ein Zauberkünstler“, jubelt der König. „Was wünscht du dir diesmal? Ich
gebe dir alles, was du verlangst!“
„Alles?“, fragt der Schäfer.
„Alles“, sagt der König.
„Ich habe einen Baum. Und Land mit einem Haus drauf. Was fehlt, ist eine Frau. Die Prinzessin würde mir
schon gefallen!“ Dem König bleibt die Freude im Hals stecken. „Niemals“, röchelt er, „Schurke!“ Dann sinkt
er, blaugefärbt, zu Boden. Die Ärzte kämpfen, die Zauberer hexen und die Sterngucker rechnen. Da hört
der Schäfer ein Rufen – hoch und fein, keine Stimme, wie ein Schwingen in der Luft: „Schabe die Rinde –
von unten nach oben – schnell!“ Der Schäfer tut es und presst dem König, der schon mehr tot als lebendig
ist, das Stückchen Rinde in den Mund. Der König würgt, hustet, spuckt und speit die Freude vor die Füße
des jubelnden Volkes. Als die rosa Farbe wieder in sein Gesicht zurückkehrt, fragt er: „Wer hat mich geret-
tet?“
„Ich“, sagt der Schäfer bescheiden.
„Gut, du sollst meine Tochter haben – wenn sie dich will!“
Natürlich will sie, und die beiden liegen sich in den Armen. „Was kannst du meiner Tochter bieten?“, will der
König wissen. „Einen Wunderbaum, mein König – ich kann ihr einen Wunderbaum bieten!“ – „Und was
kannst du meinem Volk bieten, wenn es einmal deines sein wird?“ – „Einen Wunderbaum, mein König, ich
kann meinem Volk einen Wunderbaum bieten!“ Und so geschah es. Jeder im Land bekam einen Trieb des
Wunderbaumes, und nun wisst ihr, warum man bei jedem Haus noch heute einen Holunderstrauch stehen
sehen kann.
Folke Tegetthoff: Alles Liebe! München: Nymphenburger Verlag 1997, S. 16ff.

HörTEXT 9, zu Seite 97
Das Hemd des Glücklichen
Einem persischen König war seine Gemahlin gestorben, die er von ganzem Herzen geliebt und verehrt
hatte. Da verfiel er in tiefe Schmerzen, die kein Arzt heilen konnte. Als nun die Würdenträger des Hofes im-
mer neue Mittel suchten, um den Kummer des Königs zu lindern, hörten sie einst von einem indischen Wei-
sen, der für alles menschliche Weh und Leid unfehlbar Rat wisse.
Der König gab ihnen Erlaubnis, diesen zu befragen, und sie kehrten bald mit einem Briefe heim, in dem das
Mittel bezeichnet sein sollte. Der König erbrach das Schreiben und fand darin die Anweisung, er solle drei
Tage lang das Hemd des Glücklichen auf dem Leibe tragen, dann werde sein Kummer schwinden. Das Mit-
tel dünkte ihn leicht anzuwenden und er befahl, dass ihm ein solches Hemd gebracht würde.
Aber es ging damit recht wunderlich. So oft seine Diener zu jemand kamen, den das Volk als glücklich be-
zeichnete, wollte dieser selbst es nicht wahrhaben und es ergab sich, dass der Schuh den einen hier, den
andern da drückte. Da nun die Boten des Königs heimkehrten, überholte sie auf der Straße ein Wanderer,
der, nach seinem Gepäck zu urteilen, ein Kesselflicker sein musste. Der sang ein Lied, so kräftig wie die
Lerche im Frühling. Den hielten die Boten erwartungsvoll an und einer sprach zu dem Kesselflicker: „Wir
suchen einen Glücklichen, lieber Freund, solltest du das wohl sein?“ – „Ei, freilich“, antwortete der Kesselfli-
cker, „ich bin gesund wie ein Fisch im Wasser, meine Arbeit nährt mich und ich sehe alle Tage etwas
Neues und bleibe nur da, wo es mir gefällt, wie sollte ich nicht glücklich sein!“ – „Nun, so ziehe flugs dein
Hemd aus“, gebot ihm der Abgesandte, „denn der König braucht das Hemd des Glücklichen und wird den,
der es ihm verschaffen kann, fürstlich belohnen.“
Da kratzte sich der Kesselflicker verlegen den Kopf und sprach endlich: „Ja, liebe Herren, das würde ich
Euch schon gern geben, ich habe nur leider selber keins auf dem Leibe.“
So zogen denn die Boten unverrichteter Sache heim. Ob aber der König von seinen Schmerzen genas, da-
von ist nichts berichtet.
In: Klemens Dorenwell (Hg.): Schwank und Scherz für Haus und Herz; Entnommen aus: http://guten-
berg.spiegel.de

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Wortwechsel 1. STL 44
Transkripte

HörTEXT 10, zu Seite 97


Michael Köhlmeier: Krieg um Troja
Der Trojanische Krieg war für die Antike der Inbegriff des Krieges – vielleicht ist er der Inbegriff des Krieges
im Abendland. Wenn wir uns anschauen, wie viele Dichter allein in unserem Jahrhundert den Trojanischen
Krieg als Quelle ihrer Inspiration genutzt haben – angefangen bei Bert Brecht über Friedrich Dürrenmatt,
Jean Giraudoux, Jean Anouilh oder in Amerika Eugene OʼNeill.
Im Gegensatz zu anderen Mythen ist der reale Hintergrund des Trojanischen Krieges noch sehr deutlich
sichtbar. Troja hat es gegeben, sogar mehrere Trojas hat es gegeben, die übereinander gebaut worden
sind, man spricht von den verschiedenen Schichten. Aber auch das legendäre Troja, vor dessen Toren die-
ser Krieg stattgefunden hat, war real. Es war dies der erste Krieg zwischen Europa und Asien. Troja liegt in
Kleinasien, in der heutigen Türkei. Es war eine Tochterstadt Griechenlands, also eine Kolonie. Es werden
machtpolitische Gründe gewesen sein, die zu diesem Krieg geführt haben, und dann hat sich die Mythe das
Geschehen anverwandelt, hat die Geschichte aus dem Aktuellen ins Überzeitliche gehoben und somit ei-
nen Spiegel geschaffen, in dem sich die Generationen bis herauf zu uns wiedererkennen.
Uns interessieren die mythischen Antworten. Es gibt zwei Wurzeln des Krieges. Von ihnen soll im Folgen-
den die Rede sein.
Von der Nymphe Thetis habe ich bereits erzählt. Sie muß bezaubernd schön gewesen sein. Zeus, wie
sollte es auch anders sein, verliebte sich in sie. Nicht nur Zeus verliebte sich in sie, auch Poseidon verliebte
sich in sie. Wir erinnern uns daran, daß sie eine fürsorgliche Ersatzmutter für Hephaistos war, den Gott, der
von Hera vom Himmel heruntergeschleudert worden war. Es wird wohl ihr Wesen, ihre gütige, warme, müt-
terliche Art gewesen sein, von der die beiden großen Götter angezogen wurden.
Aber über Thetis schwebte ein Orakelspruch, und der besagte: „Wenn Thetis einen Sohn gebären wird,
dann wird der mächtiger als sein Vater, ganz egal, wer dieser Vater auch sein mag.“
Man kann sich denken, daß dieser Orakelspruch das Werben von Zeus und Poseidon doch einigermaßen
gehemmt hat. Aber wie es ist: Wenn feine, große Herren sich um ein hübsches, kleines Mädchen bewer-
ben, das sie dann doch nicht kriegen, weil sie es doch nicht wollen, dann wollen sie dieses Mädchen we-
nigstens in sicheren – sprich törichten – Händen wissen, und sie kümmern sich um eine Verheiratung.
Nicht anders dachten und handelten Zeus und Poseidon.
Zeus sagte: „Gut, mich wird sie nicht kriegen.“
Und Poseidon sagte dasselbe: „Wir wollen uns aber für die Lieblichkeiten, die sie uns gewährt hat, revan-
chieren und sie mit einem anständigen – also etwas langweiligen – Mann verheiraten, bei dem es keine
Rolle spielt, wenn sein Sohn mächtiger wird als er.“
Zeus blickte sich auf dem Erdenrund um, und sein Blick fiel auf Peleus. Von Peleus wird erzählt, er sei ein
äußerst kräftig gebauter junger Mann gewesen. Er soll einen besonders schönen Körper gehabt haben, und
auch was seine Männlichkeit betraf, soll er sehr entwickelt gewesen sein.
Eines Tages sei, so hieß es, und diese Geschichte gab den Ausschlag, daß sich Zeus ausgerechnet für ihn
entschied, eines Tages soll Peleus bei einem befreundeten König zu Gast gewesen sein. Der König sei ein
geradezu idiotisch beschäftigter Mann gewesen, er hatte nicht einmal Zeit, mit seinem Gast zu frühstücken.
Das tat dann die Königin. Und nach dem Frühstück wollte sie diesen wohlgebauten Peleus in ihr Bett zie-
hen. Aber Peleus, zwar kräftig und schön gebaut, aber schlicht, einfach von Gemüt, sträubte sich dagegen.
Er sagte: „Du bist schön, und ich halte es ja auch kaum aus, neben dir am Frühstückstisch zu sitzen. Aber
ich kann unmöglich ein Gast deines Mannes sein und zugleich mit dir ins Bett gehen. Das kann ich nicht,
das tue ich nicht.“
Die Königin zeigt daraufhin Peleus bei ihrem Mann an, sagte: „Er wollte etwas von mir.“
Aber Peleus leugnete so standhaft, und sein Blick war so gerade, daß ihm der König glaubte.
Diese Begebenheit hat sich Zeus vom Olymp aus angesehen, und er sagte zu Poseidon: „Schau her, Bru-
der, das wäre doch der richtige Mann für unsere Thetis. Da bekommt sie einen ehrlichen, liebenswürdigen,
etwas langweiligen, aber gut gebauten Menschen, und es spielt keine Rolle, wenn sein Sohn bedeutender
wird als er.“
„Was meinst du?“
Poseidon war einverstanden.
Die Göttermutter Hera freute sich auch darüber, daß wenigstens ein weibliches Wesen ihrem Gatten ent-
gangen war, und so schlug sie vor, man solle doch die Hochzeit der Thetis mit allem Prunk und Protz fei-
ern.

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Wortwechsel 1. STL 45
Transkripte
Aber vorher mußte Peleus die Nymphe erst für sich gewinnen, und das war gar nicht so einfach. Die Nym-
phe Thetis wußte von dem Orakelspruch, und sie ärgerte sich darüber, versaute er ihr doch eine gute Par-
tie, denn sie hätte sich eben doch den großen Zeus oder wenigstens Poseidon als Liebhaber gewünscht.
Zeus und Poseidon wußten, daß sie mit einem Menschen nicht auf Anhieb einverstanden sein würde.
Sie gaben dem Peleus einige Ratschläge, sie sagten: „Warte hier vor der Grotte auf sie, sie kommt jeden
Nachmittag. Sie reitet auf einem Delphin hierher, um ihr Mittagsschläfchen abzuhalten. Dann, sobald sie
liegt, mußt du auf sie drauf, du mußt sie festhalten, ganz egal, was mit ihr geschieht. Wenn du sie losläßt,
verlierst du sie.“
„Was geschieht denn mit ihr“, wollte Peleus wissen.
Das sagten ihm die Götter nicht, sie wollten sich den Spaß des Zusehens nicht schmälern.
Peleus hat also vor der Grotte auf Thetis gelauert. Sie kam auf dem Delphin reitend daher, legte sich nie-
der, und Peleus stürzte sich auf sie. Da verwandelte sich Thetis in einen Feuerball und verbrannte ihm die
Haut, aber er ließ sie nicht los. Sie verwandeltes sich in eine Bärin und kratzte ihm die eben wundgebrannte
Haut vom Körper. Aber Peleus ließ sie nicht los. Als sie sah, daß dieser Liebhaber sie so feurig begehrte,
gab sie nach und umarmte ihn.
Das sahen die Götter, und sie sagten: „Jetzt können wir auch zu eurer Hochzeit kommen.“
Schon einmal waren die Götter zu einer Hochzeit auf die Erde herabgestiegen; erinnern wir uns: Es war, als
Kadmos die Harmonia heiratete. Nun geschah es zum zweiten Mal – und es war auch das letzte Mal.
Sie kamen und brachten prächtige Geschenke mit. Dem Peleus schenkten sie ein paar unsterbliche Pferde.
Es ist gar nicht auszudenken, was für ein Geschenk das war! Sie schenkten ihm aber auch noch eine gol-
dene Rüstung, die schönste Rüstung, die je gemacht worden war. Geschmiedet hatte sie natürlich kein an-
derer als Hephaistos, der Alleskönner.
Es war ein wunderbares, einzigartiges Fest. Alle Götter waren gekommen, nur eine Gottheit war nicht ein-
geladen worden, nämlich Eris, die Göttin der Zwietracht. Wer lädt schon die Zwietracht zu seinem Hoch-
zeitsfest ein?
Und wie wir es auch aus den Märchen der Brüder Grimm kennen: Das hat die Übergangene sehr ergrimmt.
Und sie ist dann doch erschienen. Gerade nach dem Essen, als die Herrschaften noch bei einem Gläschen
zusammen standen, kam sie zur Tür herein. Sie hatte auch etwas mitgebracht: Sie blickte sich um und sah
die drei Göttinnen Athene, Hera und Aphrodite, viel bedeutendere Göttinnen, als sie eine war, beieinander
stehen, miteinander plaudern. Da schlich sie sich in ihre Nähe und packte ihr Geschenk aus, es war ein gol-
dener Apfel. Diesen goldenen Apfel rollte sie auf dem Boden in Richtung auf diese drei Göttinnen, und dann
verließ sie laut lachend den Saal.
Es trat Ruhe ein. Alle sahen, Eris war gekommen, und alle wußten, es wird nun etwas Schreckliches ge-
schehen.
Peleus, der Bräutigam, hob schnell den goldenen Apfel auf. Den Göttinnen war ja nicht zuzumuten, daß sie
sich bückten. Peleus schaute den Apfel an und las, was in seine Schale eingraviert war.
Dort stand nämlich: „Für die Schönste.“
Ach, wäre dieser Peleus doch klug genug gewesen und hätte sich aus der Affäre winden können, hätte zum
Beispiel gesagt: „Ich möchte um Verständnis bei den anwesenden Göttinnen bitten. Ich möchte diesen Ap-
fel an meinem Hochzeitstag selbstverständlich meiner Frau überreichen.“ Alle hätten es verstanden, hätten
es als eine charmante Geste empfunden.
Aber Peleus verfügte über keinerlei Klugheit, über keinerlei Charme. Er stand wie eingepflockt, blickte zu
den drei Göttinnen und sagte: „Entschuldigung, eine Frage: Welche von euch dreien ist die Schönste? Den
Apfel hier, den muß ich, glaub’ ich, weitergeben.“
Da schritt schnell Zeus ein und sagte: „Nein, nicht Peleus, der Bräutigam, soll diese verdammte Entschei-
dung treffen. Wie kommt er dazu!“
Zeus nahm den Apfel an sich und sagte: „Ein anderer soll entscheiden, wer von euch dreien, Aphrodite,
Hera, Athene, die Schönste ist.“
Die Menschen haben kein Glück mit den Göttern, die Götter kein Glück mit den Menschen. Erst hatte Zeus
einen Gemahl für Thetis gesucht, jetzt suchte er einen Schiedsrichter.
Sein Blick fiel auf Paris, einen Prinzen von Troja. Er war der Sohn des Priamos und der Hekabe. Paris, als
er noch im Mutterleib war, verursachte einige Aufregung im Hause seiner Eltern, denn bevor er geboren
wurde, hatte seine Mutter einen Traum. Hekabe träumte, sie gebäre ein Holzscheit, aus dem brennende
Schlangen hervorbrechen.

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Wortwechsel 1. STL 46
Transkripte
Ihr Traum wurde gedeutet, und der Seher sagte zu ihr: „Du mußt das Kind sofort nach der Geburt töten las-
sen. Denn dieser Traum heißt: Das Kind wird Unglück und Feuersbrunst über die Stadt bringen.“
Es wurde beschlossen, den Prinzen zu töten.
Wir kennen eine ähnliche Geschichte von Ödipus. Der Knecht, der Paris hätte töten sollen, brachte es auch
nicht übers Herz. Er übergab das Kind einer Bärin, und die zog ihn auf. Paris wuchs schließlich bei Hirten
auf. Als er ein junger Mann war, wurde er von seinen königlichen Brüdern erkannt und freudig zu Hause
aufgenommen. Soweit seine Vorgeschichte.
Warum Zeus ausgerechnet ihn zum Schiedsrichter bestimmte? Man weiß es nicht. Der göttliche Ratschluß
wird vor uns Menschen nicht gerechtfertigt. Jedenfalls, Paris, der nichts lieber tat, als seine Rinder zu hü-
ten, sitzt da eines Tages am Wegesrand, hat einen Grashalm im Mund, und plötzlich, wie aus der Erde ge-
schossen, stehen die drei Göttinnen vor ihm und sagen: „Du sollst entscheiden, wer von uns die Schönste
ist.“
Hera verspricht ihm Macht, Athene Weisheit und militärische Stärke. Interessant, interessant. – Aphrodite
aber verspricht ihm die schönste Frau der Welt.
Paris gab den goldenen Apfel der Aphrodite. – Er kann einem leid tun, denn es war ihm schon klar: Ganz
egal, wen ich auch wählen werde, ich werde eine Freundin, aber zwei Feindinnen haben.
Aphrodite fädelte nun alles ein. Paris fuhr über das Meer zu Menelaos, dem König von Sparta, dem Gatten
der Helena. Er raubte Helena – denn sie war die schönste Frau der Welt – und fuhr mit ihr zurück nach
Troja.
Der Raub der Helena war der Anlaß für den Trojanischen Krieg.
Warum aber haben sich sämtliche Fürsten Griechenlands zusammengefunden, um diesem zwar unge-
heuer reichen, aber eher schwächlichen König Menelaos zu helfen, seine Frau zurückzuerobern? Die Ge-
schichte der griechischen Fürsten läßt sonst nicht darauf schließen, daß sie sich zusammengetan hätten.
Ganz im Gegenteil: Was dem einen zustieß, hat den anderen nicht interessiert oder gar gefreut. Diesmal
standen sie alle zusammen, kamen aus allen Enden Griechenlands, um dem Menelaos zu helfen. Warum?
Ich muß wieder weiter hinten anfangen. Und wo fängt es an: Wieder beim Göttervater Zeus …
Leda, eine Königin, bekam eines Tages Besuch von Zeus. Und weil Zeus ihr nicht in seiner Herrlichkeit er-
scheinen wollte, hatte er sich in einen Schwan verwandelt. Als Schwan stieg er über Leda und befruchtete
sie. Leda gebar ein Ei, und aus diesem Ei schälte sich ein wunderschönes weißhäutiges Mädchen. Es war
jedem klar, dieses Kind wird die schönste Frau des ganzen Erdkreises werden. Es war Helena.
Helena wuchs bei Leda, ihrer Mutter, und Tyndareos, ihrem Ziehvater, auf. Ihr Ruf war sagenhaft. Sie war
bekannt als die schönste Frau, die je gelebt hat, und man sagte, es werde nie eine schöner sein. Und nun
wurde sie zur Vermählung freigegeben.
Aus allen Ecken und Enden Griechenlands kamen die Helden, die Tapferen, die Schönen, die Klugen, die
Reichen, die Mächtigen, um sich um die Hand der schönen Helena zu bewerben. Da war Agamemnon, der
führte allerdings nicht seine eigenen Geschäfte, der führte die Geschäfte seines Bruders Menelaos, weil
sich Menelaos nicht traute. Es kam der telamonische Ajas, der lokrische Ajas, Idomeneus kam, und Diome-
des kam, es kam aber auch Odysseus. Dem Tyndareos wurde langsam angst und bange. Denn er wußte:
Gleich, wem er Helena zur Frau geben wird, er wird alle anderen zu Feinden haben. Er dachte: „Sobald ich
das Urteil gesprochen habe, werden diese Haudegen übereinander herfallen und sich die Köpfe blutig
schlagen, und mich werden sie als ersten hinmachen.“ – Das wollte er natürlich verhindern.
Odysseus war der ärmste der Anwärter, er hatte nichts mitgebracht, er war auch gar nicht so scharf auf die
Helena. Er war vielmehr interessiert an Penelope, ihrer Cousine.
Odysseus trat vor Tyndareos hin und sagte: „Paß auf! Wenn ich verhindern kann, daß es Streit gibt, sorgst
du dann dafür, daß ich die Penelope bekomme?“
„Oh, gern! Selbstverständlich!“ rief Tyndareos.
„Gut“, sagte Odysseus, dann machen wir doch folgendes: Laß ein Pferd schlachten, breite das Fleisch auf
dem Boden aus. Alle Helden sollen auf das Fleisch steigen und schwören, daß sie, wer auch immer Helena
zur Gattin bekommt, demselben beistehen, sollte jemand versuchen, sie ihm abspenstig zu machen.“ – Ein
etwas komplizierter Schwur, zugegeben. Aber Odysseus erklärte es den Männern, und sie begriffen und
waren alle einverstanden.
Erleichtert gab Tyndareos seine Ziehtochter Helena an Agamemnon, damit dieser sie für seinen Bruder
Menelaos nach Hause führe. Menelaos war der Reichste von allen. Die anderen zogen, vielleicht zähne-
knirschend, ab. Ein Schwur war ein Schwur. Sie dachten: „Wer wird sich schon an die Frau von Menelaos
heranmachen wollen, Menelaos steht ja unter dem Schutz seines mächtigen Bruders Agamemnon.“

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Wortwechsel 1. STL 47
Transkripte
Aber dann kam dieser Paris, der Prinz aus der kleinasiatischen Kolonie, und er raubte Helena. Und es fiel
ihm nicht einmal schwer, denn Helena, von Aphrodite präpariert, hatte sich in ihn verliebt.
Nachdem Menelaos seine Tränen getrocknet hatte, rief er seinen Bruder.
„Jetzt ist es soweit“, sagte er.
Und Agamemnon sagte: „Ja, jetzt ist es soweit.“
Alle Helden, die geschworen hatten, wurden zusammengetrommelt. Es wurden die berühmtesten Seher
geholt, denn ohne einen Seherspruch wäre man niemals in den Krieg gezogen. Man konnte Kalchas gewin-
nen, neben Teiresias der berühmteste Seher des Altertums. Als erstes sagte er: „Folgendes muß gesche-
hen, sonst brauchen wir gar nicht loszufahren: Sucht den Sohn des Peleus und der Thetis! Ohne diesen
Sohn, der, wie das Orakel sagte, stärker sein wird als sein Vater, brauchen wir überhaupt nicht in See zu
stechen.“
Wer war dieser Sohn, der stärker und mächtiger und berühmter werden würde als sein Vater? – Es war nie-
mand anderer als der strahlendste Held der griechischen Mythologie, nämlich Achill.
Über Achill will ich noch eine kleine Geschichte erzählen: Als ihn Thetis zur Welt gebracht hatte, dieses
kleine, stählerne Baby, das sich schon so kräftig anfaßte, tat ihr dieses Kind sehr leid. Denn sie wußte, es
ist ein Menschenkind, zumindest ein halbes Menschenkind ist es, und es wird eines Tages sterben müssen.
Also wollte sie Achill unsterblich machen. Sie schürte ihren Ofen an, in dem sie sonst ihr Brot buk, nahm
das Kind und schob es hinein, weil sie sich sagte: „Ich möchte alles Sterbliche an ihm ausbrennen.“
Diese Methode war nicht verrückt, sie funktionierte durchaus, das wissen aber nur Nymphen und Halbgöt-
ter, normale Menschen wissen das nicht. Als der kleine Achill im Ofen war und so richtig ausgebrannt
wurde, kam Peleus in die Höhle seiner Gattin, sah, was sie tat, und wurde von Entsetzen gepackt. Sie hatte
den Achill noch nicht ganz in den Ofen geschoben, sie hielt ihn noch an der Ferse fest, da stürzte sich
Peleus auf sie, stieß sie beiseite, holte seinen kleinen Sohn aus dem Ofen und warf ihn ins Wasser, um ihn
abzukühlen.
„Bist du denn von allen guten Geistern verlassen!“ schrie Peleus seine Gattin an.
Und Thetis schrie den Peleus an: „Du hast ja keine Ahnung von dem, was ich hier mache! Was funkst du
denn dazwischen!“
Und er: „Du willst doch nicht dein Kind verbrennen?“
Und sie: „Ich will es nicht verbrennen, ich will es unsterblich machen. Aber mit dir will ich nicht mehr zusam-
men sein!“
Sie sprang ins Meer und verließ Peleus.
Achill war nun fast am ganzen Körper unsterblich gemacht, das heißt unverwundbar, nur nicht eben an der
einen Stelle, wo ihn die Thetis festgehalten hatte, nämlich hinten an der Ferse, dort war noch Menschliches,
Sterbliches, Schmerzhaftes. Jeder weiß, wie die Sehne heißt, die zur Ferse führt, es ist die Achillessehne.
Wir erinnern uns an unsere etwas grobschlächtigere nordische Mythologie, an Siegfried. Er war am ganzen
Körper durch Drachenblut, in dem er als junger Mann gebadet hatte, geschützt, auch er war also unver-
wundbar. Nur an einer Stelle, zwischen den Schulterblättern, wo ein kleines Lindenblatt darauf gefallen war,
da war er verwundbar.
Nun also machte sich Menelaos auf den Weg, um die Fürsten an ihr Versprechen zu erinnern. Er wurde
dabei begleitet von dem alten, weisen König Nestor von Pylos und von dem intelligenten Erfinder Palame-
des. Nicht alle ließen sich gerne an ihren Schwur erinnern, einer zumindest wäre lieber zu Hause geblieben
bei seiner Frau und seinem Sohn und seiner Wirtschaft, anstatt in den Krieg zu ziehen. Interessanterweise
war es ausgerechnet der listenreiche Odysseus, der sich drücken wollte. Auf seinem Mist war die Idee mit
dem Schwur ja gewachsen!
Seine List schlug diesmal auf ihn selbst zurück. Palamedes, Nestor und Menelaos kamen also nach Ithaka,
auf den Hof des Odysseus, und wollten ihn abholen. Odysseus war jung verheiratet mit der schönen, klu-
gen Penelope, und sie hatten einen kleinen Sohn, der war knapp ein Jahr alt, Telemach.
Als Menelaos, Nestor und Palamedes zum Haus des Odysseus kamen, fanden sie ihn nicht vor. Es war nur
Penelope da, sie hielt den kleinen Telemach auf dem Arm, und sie fragten: „Wo ist dein Mann, Penelope?“
„Mein Mann ist nicht hier“, sagte Penelope.
„Warum? Ist etwas mit ihm?“ fragten sie.
„Ja“, sagte Penelope, „er ist eigenartig geworden.“
Palamedes traute der ganzen Geschichte von Anfang an nicht, er sagte: „Zeig uns doch deinen Mann. Wo
ist er?“
„Er ist unten am Strand“, sagte Penelope.

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Wortwechsel 1. STL 48
Transkripte
„Dann führe uns zu ihm“, sagte Palamedes.
Penelope, das konnten die drei Helden sehen, war sehr aufgeregt, wirkte sehr unsicher. Sie trug den klei-
nen Telemach auf ihrem Arm und ging voran. Die drei folgten ihr zum Strand hinunter.
Dort bot sich ihnen ein seltsames Bild: Der listenreiche, für seine Klugheit im ganzen Erdenkreis berühmte
Odysseus pflügte den Sand. Er hatte vor den Pflug einen Ochsen und einen Esel gespannt, auf dem Kopf
trug er eine Narrenkappe. Er pflügte den Sand und säte in die Furchen Salz.
Menelaos, der ein weiches Herz hatte und den Odysseus immer sehr geliebt hatte, fing an zu weinen und
rief: „Mein großer Freund Odysseus ist übergeschnappt! Er ist verrückt geworden! Wir können ihn nicht mit-
nehmen in den Krieg! Denn mit einem Verrückten kann man nicht Krieg führen!“
Wir wollen hier nicht so weit gehen und sagen: Odysseus war der erste Kriegsdienstverweigerer.
Palamedes sagte: „Wir wollen schauen, ob er tatsächlich verrückt ist.“
Er wandte sich plötzlich Penelope zu, riß ihr das Kind aus den Armen und legte es vor den Pflug des Odys-
seus. Da hielt Odysseus Ochse und Esel zurück, hob den Pflug hoch, so daß sein kleiner Sohn unverletzt
blieb.
Da sagte Palamedes: „Verrückt hin oder her, so verrückt, daß er zwischen Leben und Tod nicht unterschei-
den kann, ist er auf alle Fälle nicht.“
Das ist die gängige Version dieser Geschichte. Es gibt allerdings noch eine andere, und diese andere Ver-
sion will ich auch noch erzählen.
Odysseus hatte, so heißt es, seherische Gaben. Aber was er sah, konnte er nicht in Worte fassen, er
konnte es weder aufschreiben, noch konnte er es sagen. Er mußte es zeigen. Er hatte, wie wir wissen,
Ochs und Esel vor den Pflug gespannt. Der Ochse ist ein Symbol für Zeus, der Esel ein Symbol für Kronos,
beide zusammen stellen ein Jahr dar, Sommer und Winter. Odysseus hat mit dem Pflug neun Furchen in
den Sand gezogen, und in neun Furchen hat er Salz gesät. Bei der zehnten Furche ist ihm der Telemach
vor den Pflug gelegt worden. Das wird so interpretiert: Neun Jahre wird der Krieg dauern, neun unfrucht-
bare Jahre, denn wenn man Salz sät, entsteht nichts, und ihm zehnten Jahr wird die entscheidende
Schlacht sein, dann wird der Krieg zu Ende sein. Denn Telemachos heißt: der den Kampf zu Ende führen
wird. Denn das Wort „telos“ mit Epsilon als zweitem Buchstaben bedeutet das Ziel, das Ende. Es ist dies
eine vorhomerische Deutung der Sage. Homer schrieb Telemachos mit einem Etha als zweitem Buchsta-
ben. In diesem Fall bedeutet der Name: der in der Ferne Kämpfende.
Odysseus, so die zweite Variante der Sage, hat mit seinem scheinbar absurden Pflügen des Strandes eine
Weissagung gemacht, nämlich daß der bevorstehende Krieg zehn Jahre dauern wird, und daß es zehn
fruchtlose Jahre sein werden. Wie es scheint, haben Menelaos, Nestor und Palamedes diese Botschaft
nicht verstanden – oder sie wollten sie nicht verstehen.
Was auch immer die Motive für das seltsame Verhalten des Odysseus waren, dem Kriegsdienst hat er sich
nicht entziehen können.
Nun mußte Achill gefunden werden. Aber niemand wußte, wo er war. Seine Mutter Thetis und sein Vater
Peleus kannten einen Orakelspruch über ihren Sohn, er besagte: „Entweder er wird der größte Held der
Welt werden und wird dafür sehr jung sterben, oder aber er wird ein ereignisloses Leben führen und sehr alt
werden.“
Die Eltern wollten verständlicherweise lieber, daß ihr Sohn alt und ruhmlos sterben sollte. Sie versteckten
Achill in einer Art Mädcheninternat. Sie zogen ihm Mädchenkleider an und dachten, hier wird ihn schon nie-
mand finden.
Nachdem Odysseus mit seiner List nicht durchgekommen war, war er besonders kräftig bei der Sache: Er
nahm den Fall Achill in die Hand, und bald brachte er in Erfahrung, wo Achill steckte. Dann wandte er einen
Trick an: Im Speisesaal des Internats legte er auf einem großen Tisch verschiedene Dinge aus: Schmuck
und schöne Kleider auf der einen, Waffen und Rüstungen auf der anderen Seite. Dann, als die Mädchen
zur Schlafenszeit in ihre Betten gegangen waren, ließ er Alarm geben. Es wurde ausgerufen: „Feuer,
Feuer, die Feinde kommen, die Feinde kommen, Feuer ist schon gelegt!“
Die Mädchen sprangen aus ihren Betten und liefen in den Speisesaal, und die Mädchen, wie sie halt sind,
oder wie die Sage meint, daß sie seien, stürzten sich alle auf den schönen Schmuck und auf die schönen
Kleider, nur ein Mädchen griff nach den Waffen.
Da sagte Odysseus: „Wir wollen es dir ersparen, das Röckchen zu heben. Gib zu, du bist Achill.“
Nun war auch Achill dabei. Dem Feldzug gegen die Stadt Troja stand nichts mehr im Wege. Die Helden wa-
ren beisammen: Idomeneos war von Kreta gekommen, Diomedes von Argos, Odysseus aus Ithaka, aus
Pylos der alte Nestor, der telamonische Ajas war da, dieses Urvieh, ein Riese, wahrscheinlich gute

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Wortwechsel 1. STL 49
Transkripte
1,75 Meter groß, die Menschen waren damals kleiner als wir heute. Der giftige kleine, der lokrische Ajas
war da; Patroklos, Philoktet und viele mehr … Man traf sich in Aulis, von Aulis stachen die Schiffe ostwärts
ins Meer.
Dieser Krieg – man weiß eigentlich gar nicht so genau, was in den ersten neun Jahren geschah, es war ein
Scharmützel nach dem anderen, ein Angriff nach dem anderen, wieder Rückzug, dann wieder Feste gefei-
ert … Neun Jahre sind mit kriegerischem Geschehen vergangen, die Stadt Troja hat sich nicht einnehmen
lassen, sie war eine der am besten befestigten Städte der Antike. Kein Wunder, ihre Mauern waren von Po-
seidon und Apoll persönlich erbaut worden, aber das ist eine andere Geschichte … Jedenfalls: die Ent-
scheidung fiel im zehnten Jahr. Genau, wie es Odysseus in seiner Pantomime am Strand von Ithaka hatte
vorhersagen wollen. R
Michael Köhlmeier: Krieg um Troja. In: Sagen des klassischen Altertums. München: Piper Verlag 1996,
S. 143f.

HörTEXT 11, zu Seite 149


Ephraim Kishon: Das Glück der eigenen Parklaterne
Eines Morgens, ich war gerade in New York, erwachte ich mit Zahnschmerzen. Mit ganz gewöhnlichen, un-
gemein schmerzhaften Zahnschmerzen. Irgendetwas in meinem linken Unterkiefer war nicht in Ordnung,
schwoll an und schmerzte.
Ich fragte Tante Trude, ob es in der Gegend einen guten Zahnarzt gäbe. Tante Trude kannte ihrer drei, alle
in der Nähe, was in New York ungefähr so viel bedeutet wie 25 Kilometer Luftlinie.
Ich wollte wissen, welcher von den drei Zahnärzten der beste sei. Tante Trude sann lange vor sich hin.
„Das hängt davon ab. Der erste hat seine Ordination in der Wall Street. Dort wimmelt es von Zeitungsrepor-
tern, und wenn jemand einen Parkplatz findet, wird er sofort von ihnen interviewt. Ich weiß nicht, ob du das
mit deinen Zahnschmerzen riskieren willst. Der zweite hat eine direkte Busverbindung von seinem Haus
zum nächsten bewachten Parkplatz, aber er ist kein sehr angenehmer Arzt. Ich würde dir zu Dr. Blumenfeld
raten. Er wohnt in einem ähnlichen Cottage-Viertel wie wir und hebt in seinen Annoncen immer hervor, daß
man dort manchmal in einer nicht allzu entfernten Seitenstraße Platz zum Parken findet.“
Das war entscheidend. Und mein Unterkiefer war um diese Zeit schon so angeschwollen, daß es keine Zeit
mehr zu verlieren gab. Ich nahm Onkel Harrys Wagen und sauste los.
Es dauerte nicht lange, bis ich Dr. Blumenfelds Haus gefunden hatte. Auch die im Inserat angekündigten
Seitenstraßen waren da, nicht aber der im Inserat angekündigte Platz zum Parken. An beiden Straßensei-
ten standen die geparkten Wagen so dicht hintereinander, daß nicht einmal die berühmte Stecknadel hätte
zu Boden fallen können. Sie wäre auf den fugenlos aneinandergereihten Stoßstangen liegen geblieben.
Eine Zeitlang kreuzte ich durch die Gegend wie ein von seiner Flugbahn abgekommener Satellit.
Dann geschah ein Wunder. Ich sah es mit meinen eigenen Augen. Das heißt: Ich sah ein Wunder im An-
fangsstadium. Ich sah einen amerikanischen Bürger, der sich an der Tür seines geparkten Wagens zu
schaffen machte.
Schon hielt ich an seiner Seite: „Fahren Sie weg?“
„Ob ich – was? Ob ich wegfahre?“ Er wollte seinen Ohren nicht trauen. „Herr, ich habe auf diesen Parkplatz
zwei Jahre lang gewartet und habe ihn erst im vorherigen Herbst erobert. Damals nach dem Hurrikan, der
alle hier geparkten Wagen weggefegt hat ...“
Jetzt fiel mir auf, daß das Dach seines Wagens, genau wie das der anderen, mit einer dicken Staubschicht
bedeckt war. Da gab es also nichts zu hoffen.
Wo ich denn möglicherweise einen Parkplatz finden könnte, fragte ich.
Die Antwort, nach längerem Nachdenken und Hinterkopfkratzen erteilt, verhieß wenig Gutes.
„Einen Parkplatz finden ... Sie meinen einen freien Parkplatz? In Texas soll es angeblich noch einige ge-
ben. Vergessen Sie nicht, daß sich die Zahl der Autos in Amerika jedes Jahr um ungefähr fünfzehn Millio-
nen vermehrt. Und die Länge der Autos jedes Jahr um ungefähr zehn Inches. Die letzte Gallup-Umfrage hat
ergeben, daß 83 Prozent der Bevölkerung das Parkproblem für die gefährlichste Bedrohung ihres Lebens
halten. Nur elf Prozent dagegen haben Angst vor dem Atomkrieg.“
Mit diesen Worten zog er einen Roller aus dem Fond seines Wagens, stieg mit einem Fuß darauf und ließ
den Wagen unverschlossen stehen.
„He! Sie haben nicht abgesperrt!“ rief ich ihm nach.
„Wozu?“ rief er zurück. „Niemand stiehlt mehr ein Auto. Wo sollte er es denn parken?“

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Wortwechsel 1. STL 50
Transkripte
Mein Zahn trieb mich weiter. Aber es war ganz offenbar sinnlos. Wohin man blickte, stand geparktes Auto
an geparktem Auto, und wo kein Auto stand, stand ein Pfosten mit einer Tafel, und auf der Tafel stand die
Inschrift: „Von Anfang Juli bis Ende Juni Parken verboten“ oder „Parkverbot von 0 bis 24 Uhr, Sonn- und
Feiertag von 24 bis 0 Uhr“. War aber irgendwo kein Wagen und keine Tafel zu sehen, so stand dort todsi-
cher ein Feuerhydrant, dem man in Amerika unter Androhung schwerster Geld- und Freiheitsstrafen nicht in
die Nähe kommen darf, nicht einmal wenn es brennt.
In einer schon etwas weiter entfernten Straße fand ich eine Affiche, aus der hervorging, daß hier am 7. Au-
gust zwischen 15 und 16 Uhr nachmittags geparkt werden durfte. Ich erwog ernsthaft, so lange zu warten,
aber mein Zahn war dagegen.
Endlich hatte ich Glück. Vor einem großen Gebäude sah ich einen leeren, deutlich für Parkzwecke reser-
vierten Raum mit der deutlichen Aufschrift: „Kostenloses Parken für unsere Kunden.“ Rasch wie der Blitz
hatte ich meinen Wagen abgestellt, stieg aus, fand mich im nächsten Augenblick von hinten an beiden
Schultern gepackt und im übernächsten auf einen Stuhl gedrückt, der im Büro einer Versicherungsgesell-
schaft stand.
„Guten Morgen, mein Herr“, begrüßte mich der Mann hinterm Schreibtisch. „Wie lange?“
„Ungefähr eineinhalb Stunden.“
Der Versicherungsagent blätterte in seiner Tarifliste.
„Das Minimum für neunzig Minuten ist eine Feuer- und Hagelversicherung auf 10 000 Dollar.“
Ich erklärte ihm, daß der Wagen bereits versichert war.
„Das sagen alle. Darauf können wir keine Rücksicht nehmen.“
„Und ich kann keine Versicherung auf 10 000 Dollar nehmen.“
„Dann müssen Sie eben wegfahren.“
„Dann werde ich eben wegfahren.“
Gegenüber dem Versicherungsgebäude befand sich ein Kino. Hinter dem Kino befand sich ein großer Park-
platz. Auf dem großen Parkplatz befanden sich viele große Wagen. Vor den Wagen befanden sich Parkuh-
ren, die sechzig Minuten Maximalzeit vorschrieben. Aus dem Kino kamen fast pausenlos Leute herausge-
eilt, warfen Münzen in die Parkuhren und eilten zurück.
Bei Einbruch der Dunkelheit ging mir das Benzin aus. Ich fuhr zu einer Tankstation, und während der Tank
gefüllt wurde, fragte ich nach der Toilette. Dort erkletterte ich das Fenster, durchkroch eine Art Schacht, ge-
langte ins Magazin, stahl mich durch die Hintertür hinaus und befand mich in einem engen, dunklen, nach
Leder riechenden Raum. Es war mein Wagen, den die erfahrenen Tankstellenwärter dort abgestellt hatten.
Ihr hämisches Grinsen reizte meinen tief verwundeten orientalischen Stolz.
„Was können Sie sonst noch mit dem Wagen machen?“ fragte ich. „Lassen Sie hören!“
Das Offert kam prompt und sachlich: „Ölwechsel – zehn Minuten. Überholen – eine halbe Stunde. Lackie-
ren – eine Stunde.“
„Lackieren Sie ihn grasgrün und wechseln Sie das Öl.“ Ungesäumt startete ich in Richtung Blumenfeld. Ich
schlug ein scharfes Tempo an, denn der Zettel, den man mir an der Tankstelle in die Hand gedrückt hatte,
trug folgenden eindeutig präzisierten Text: „Wenn Sie nicht pünktlich nach der vereinbarten Zeit von
1.10 Uhr (das war handschriftlich eingetragen) Ihren Wagen abholen, wird er in unserem eigens hierfür kon-
struierten Parkofen verbrannt.“
Da ich schon lange nicht trainiert hatte, geriet ich leider sehr bald außer Atem. Ich bestieg einen Bus und
nahm an der Endstation ein Taxi zu Dr. Blumenfeld. Als ich dort ankam, waren 42 Minuten vergangen, so
daß ich sofort umkehren mußte. Ich kam gerade zurecht, wie die Tankstellenwärter sich anschickten, die
erste Kanne Kerosin über meinen grasgrünen Wagen zu schütten.
Jetzt gab es nur noch eine Möglichkeit, und ich war entschlossen, sie zu nutzen: Ich fuhr mit meinem eige-
nen Wagen vor Dr. Blumenfelds Haus und ließ ihn krachend auf einen Laternenpfahl aufprallen. Erlöst ent-
stieg ich dem Blechschaden und begab mich in die Ordination.
Gerade als Dr. Blumenfeld mit der Behandlung fertig war, ertönte von unten zorniges Hupen. Durchs Fens-
ter sah ich, daß es von einem Wagen kam, der dicht hinter dem meinen stand. Ich sauste hinunter.
Ein anderer von Dr. Blumenfelds Patienten empfing mich zornschnaubend: „Was bilden Sie sich eigentlich
ein, Sie? Glauben Sie, diese Laterne gehört nur Ihnen?“
Ich mußte Ihm recht geben. Selbst in Amerika können sich nur die Reichsten der Reichen den Luxus einer
eigenen Parklaterne leisten. R
Ephraim Kishon (Übers.: Friedrich Torberg, Ephraim Kishon, Ursula Abrahamy): Alle Satiren. München:
LangenMüller 1999, S. 350ff.

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Wortwechsel 1. STL 51
Transkripte

HörSPIEL 12, zu Seite 157


Miteinander – Füreinander
Wie schön ist doch das Leben miteinander.
Wenn Einigkeit und Liebe herrschen untereinander,
so kommen wir heute zueinander,
um Freude zu spenden füreinander.
Wenn wir im Laufe des Nachmittags lachen übereinander,
dann finden wir auch Gefallen aneinander.
Wir gehören ja alle zueinander,
darum pflegen wir stets das Füreinander.
Wir schimpfen auch nicht übereinander,
sonst kommen wir noch gegeneinander.
Die Liebe soll stets herrschen zwischeneinander,
dann bekommt man Achtung voreinander,
wird ganz verliebt ineinander
und geht dann nicht mehr auseinander,
dann bekommt ihr auch im Magen kein Durcheinander.
Und wenn Ihr vielleicht mal tanzt miteinander,
dann nehmt Rücksicht aufeinander
und rennt nicht gegeneinander,
stellt die Füße nebeneinander
und bitte nicht aufeinander,
sonst bekommt Ihr Krach miteinander
und aus ist es mit dem Füreinander.
Besser trinken wir nachher miteinander
und prosten uns dann zueinander.
Dann gehʼn wir heute Abend auseinander
und haben die Überzeugung, wir gehören alle zueinander.
So, und nun lacht und singt miteinander.
Aber bitte, kein zu großes Durcheinander.
Entnommen aus: http://feste.heilbronnercity.de

HörSPIEL 13, zu Seite 161


Spiel 1
unten * gestern * rechts * trotzdem * vermutlich
später * daher * bereits * überall *oft * innen
da * einstweilen * beinahe * abends * infolgedessen
anfangs * ziemlich * allerdings * hinein * anders
paarweise * nie * dort * darum * ganz
jetzt * heute * links * langsam * früher
Lösungswort: DIALOG

Spiel 2
außen * plötzlich * deshalb * seither * reihenweise
besonders * daheim * innen * heute * somit
mittendrin * vorsichtshalber * stets * schon * gestern
unlängst * fast * deswegen * derart * oben
inzwischen * dadurch * oben * heuer * etwa
Lösungswort: HUMOR

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Wortwechsel 1. STL 52
Transkripte

HörSPIEL 14, zu Seite 188


1. Eigentlich wollte Zuckerberg 2013 Snapchat kaufen, weil die App ist bei Jugendlichen sehr beliebt.
2. Mark Zuckerberg kaufte 2014 den Nachrichtendienst WhatsApp um 19 Milliarden Dollar, obwohl die
Nutzerzahlen von facebook stagnieren und WhatsApp vor allem beim jungen Publikum rasante Wachs-
tumszahlen zu verzeichnen hat.
3. Dieses Investment löste teilweise auch Unverständnis der Branchenkenner aus. Während sich die In-
vestition rechnet, werden die nächsten Jahre zeigen.
4. Viel wichtiger scheint es für Zuckerberg zu sein, denn die Daten und User an sein Unternehmen gebun-
den werden.
5. Nach dem heftigen Erdbeben von 2011 lag die Infrastruktur Japans so darnieder, damit Mitarbeiter der
Firma NHN einen internetbasierten Kommunikationsdienst entwickelten. Später wurde dieser Dienst
auch der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.
6. Wenn WeChat der chinesischen Firma Tencent in China sehr erfolgreich ist, bemüht sich Tencent auch
außerhalb von China Marktanteile zu ergattern.

HörSPIEL A zu Arbeitsblatt Adjektiv


Geräusch 1:
dumpf * kohlensäurehältig * mineralisch
Geräusch 2:
sauer * kalt * durstlöschend
Geräusch 3:
lustig* beängstigend * frisch
Geräusch 4:
bedrohlich * entspannend * ruhig
Geräusch 5:
feierlich * lustig * leicht
Geräusch 6:
mühsam * sportlich * genussvoll
Geräusch 7:
herbstlich * heiß * lauwarm
Geräusch 8:
einlullend * beruhigend * geschäftig
Geräusch 9:
fad * ekelig * knackig
Geräusch 10:
fesselnd * abstoßend * sehnsüchtig

HörTEXT B zu Arbeitsblatt Adjektiv


Stefan Zweig: Schachnovelle
Bald sickerte das Geheimnis durch, daß dieser Schachmeister in seinem Privatleben außerstande war, in
irgendeiner Sprache einen Satz ohne orthographische Fehler zu schreiben, und wie einer seiner verärger-
ten Kollegen ingrimmig spottete, „seine Unbildung war auf allen Gebieten gleich universell“. Sohn eines
blutarmen südslawischen Donauschiffers, dessen winzige Barke eines Nachts von einem Getreidedampfer
überrannt wurde, war der damals Zwölfjährige nach dem Tode seines Vaters vom Pfarrer des abgelegenen
Ortes aus Mitleid aufgenommen worden, und der gute Pater bemühte sich redlich, durch häusliche Nach-
hilfe wettzumachen, was das maulfaule, dumpfe, breitstirnige Kind in der Dorfschule nicht zu erlernen ver-
mochte.
Aber die Anstrengungen blieben vergeblich. Mirko starrte die ihm schon hundertmal erklärten Schriftzeichen
immer wieder fremd an; auch für die simpelsten Unterrichtsgegenstände fehlte seinem schwerfällig arbei-
tenden Gehirn jede festhaltende Kraft. Wenn er rechnen sollte, mußte er noch mit vierzehn Jahren die Fin-
ger zu Hilfe nehmen, und ein Buch oder eine Zeitung zu lesen, bedeutete für den schon halbwüchsigen
Jungen noch besondere Anstrengung. Dabei konnte man Mirko keineswegs unwillig oder widerspenstig

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Wortwechsel 1. STL 53
Transkripte
nennen. Er tat gehorsam, was man ihm gebot, holte Wasser, spaltete Holz, arbeitete mit auf dem Felde,
räumte die Küche auf und erledigte verläßlich, wenn auch mit verärgernder Langsamkeit, jeden geforderten
Dienst. Was den guten Pfarrer aber an dem querköpfigen Knaben am meisten verdroß, war seine totale
Teilnahmslosigkeit. Er tat nichts ohne besondere Aufforderung, stellte nie eine Frage, spielte nicht mit an-
deren Burschen und suchte von selbst keine Beschäftigung, sofern man sie nicht ausdrücklich anordnete;
sobald Mirko die Verrichtungen des Haushalts erledigt hatte, saß er stur im Zimmer herum mit jenem leeren
Blick, wie ihn Schafe auf der Weide haben, ohne an den Geschehnissen rings um ihn den geringsten Anteil
zu nehmen. Während der Pfarrer abends, die lange Bauernpfeife schmauchend, mit dem Gendarmerie-
wachtmeister seine üblichen drei Schachpartien spielte, hockte der blondsträhnige Bursche stumm dane-
ben und starrte unter seinen schweren Lidern anscheinend schläfrig und gleichgültig auf das karierte Brett.
R

Stefan Zweig: Schachnovelle. Frankfurt/Main: Fischer Taschenbuch Verlag 1974, S. 8f. © 1943 Bermann-
Fischer AB, Stockholm

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Wortwechsel 1. STL 54
Lösungsvorschläge

Lösungsvorschläge
1 Starten
zu Seite 12

∗ 1 Überprüfen Sie, ob im folgenden Text die Kernaussagen markiert wurden! Finden Sie
heraus, was die verwendeten Farben bedeuten!

grün: Informationen zum Thema „Bibliothek“


blau: Informationen zum Thema „Objekt, in dem man lesen kann“
violett: Informationen zu „Kulturtechniken“
gelb: „Informationen zum Thema „Schrift“

zu Seite 13

∗ 2 Beurteilen Sie folgendes Exzerpt! Welche Eckpunkte sind erfüllt, welche fehlen?

Das Exzerpt ist ein freies Exzerpt ohne wörtliche Zitate; es enthält keine Illustrationen, Skizzen o.Ä.;
es ist klar und übersichtlich gegliedert.
Der Exzerptkopf fehlt, dieser könnte folgendermaßen aussehen:
Exzerpt, verfasst am 24.06.2017 von Hugo Mustermann
Autorin des Textes: Karin Mayer-Steflic
Titel: „Die Entstehung des Buches“

zu Seite 15

∗ 5 Ordnen Sie Lee Iacoccas Tipps den drei Teilen eines Referates zu!

Einleitung: Regel 1
Hauptteil: Regel 2
Schluss: Regel 3 und Regel 4

zu Seite 18

∗ 1 Ordnen Sie den lateinischen Fachbegriffen die deutschen Entsprechungen richtig zu!

Nomen – Namenwort
Verb – Zeitwort
Adjektiv – Eigenschaftswort
Pronomen – Fürwort
Numerale – Zahlwort
Artikel – Begleiter
Adverb – Umstandswort
Präposition – Vorwort
Konjunktion – Bindewort
Partikel – Funktionswort

zu Seite 19

∗ 2 Ordnen Sie die angegebenen Wörter der entsprechenden Wortart zu!

über: Präposition; Klappentext: Nomen; aber: Konjunktion; vier: Numerale; eine: Artikel; gern: Adverb;
ohne: Präposition; jemand: Pronomen; keiner: Pronomen; reich: Adjektiv; denn: Konjunktion; welche:

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Wortwechsel 1. STL 55
Lösungsvorschläge
Pronomen; Bücherei: Nomen; umblättern: Verb; immer: Adverb; um … zu: Konjunktion; der: Artikel;
vor: Präposition

∗ 3 Lesen Sie den folgenden Text, unterstreichen Sie zu jeder Wortart einen Vertreter und
benennen Sie die Wortart richtig!

Wenn (Konj.) der (Art.) Hanns (N) zur (Präp. + Art.) Schule (N) ging (V),
stets (Adv.) sein (Pron.) Blick (N) am (Präp. + Art.) Himmel (N) hing (V).
Nach (Präp.) den (Art.) Dächern (N), Wolken (N), Schwalben (N)
schaut (V) er (Pron.) aufwärts (Adv.) allenthalben (Adv.):
Vor (Präp.) die (Art.) eignen (Adj.) Füße (N) dicht (Adj.),
ja (Part.), da (Adv.) sah (V) der (Art.) Bursche (N) nicht (Part.) ,
also (Adv.) daß (Konj.) ein (Art.) jeder (Pron.) ruft (V):
„Seht (V) den (Art.) Hanns (N) Guck-in-die-Luft (N)!“

Einst (Adv.) ging (V) er (Pron.) an (Präp.) Ufers (N) Rand (N)
mit (Präp.) der (Art.) Mappe (N) in (Präp.) der (Art.) Hand (N).
Nach (Präp.) dem (Art.) blauen (Adj.) Himmel (N) hoch (Adv.)
sah (V) er (Pron.), wo (Adv.) die (Art.) Schwalbe (N) flog (V),
also (Adv.) daß (Konj.) er (Pron.) kerzengrad (Adj.)
immer (Adv.) mehr (Adv.) zum (Präp. + Art.) Flusse (N) trat (V).
Und (Konj.) die (Art.) Fischlein (N) in (Präp.) der (Art.) Reih’ (N)
sind (V) erstaunt (Adj.) sehr (Adv.), alle (Pron.) drei (Num.). R
Heinrich Hoffmann: Der Struwwelpeter. Erftstadt: Area Verlag 2004, S. 17 © Otto Moravec, Wien

∗ 4 Hören Sie HörSPIEL 1 zweimal und finden Sie jeweils den nicht in die Reihe passenden
Begriff! Notieren Sie ihn in Ihrer Mappe und begründen Sie Ihre Entscheidung!

1. hypermodern: kein Nomen, sondern Adjektiv


2. buchen: kein Nomen, sondern Verb
3. Kugelschreiber: kein Adjektiv, sondern Nomen
4. aber: keine Präposition, sondern Konjunktion
5. saftig: kein Verb, sondern Adjektiv
6. Angstschweiß: kein Adverb, sondern Nomen
7. unter: kein Numerale, sondern Präposition
8. Pferd: kein Verb, sondern Nomen
9. grölen: keine Konjunktion, sondern Verb
10. Dalmatiner: kein Adjektiv, sondern Nomen

zu Seite 20

∗ 1 Lesen Sie die Texte 5, 6 und 7! Lösen Sie dann die folgenden Aufgaben:

a) Welche Probleme treten beim Lesen/Verstehen der drei Texte auf?


Es sind viele unbekannte Wörter enthalten, die Rechtschreibung entspricht nicht den heute geltenden
Regeln.

b) Veränderungen: Verdoppelungen bzw. Weglassen der Konsonanten (z.B. Vatter, Muter, Dorff), es
fehlen zum Teil die Flexionsendungen bei Adjektiven (z.B. ein böß Raubschloß); die Satzstellung ist
ungewöhnlich (alles in einem Satz verpackt), z.B. im Text von Luther

c) Übersetzungen:
Text 5: In der Nähe des Waldes Melbe im Land Sachsen wurde Eulenspiegel im Dorf Knetlingen ge-
boren. Sein Vater hieß Klaus Eulenspiegel, seine Mutter Anna Wibcke. Nachdem sie sich von der Ge-
burt erholt hatte, gingen sie mit ihm in das Dorf Ampleben zur Taufe und gaben ihm den Namen Till

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Wortwechsel 1. STL 56
Lösungsvorschläge
Eulenspiegel. Till von Uetzen, der Burgherr von Ampleben, wurde sein Taufpate. (Ampleben ist das
Schloss, das die Magdeburger vor ungefähr fünfzig Jahren mit Hilfe anderer Städte in ein Raub-
schloss verwandelten. Die Kirche und das Dorf gehören jetzt dem würdigen Arnolf Pfaffenmeier, Abt
von St. Ägid.)

Text 6: (…) Man darf nicht die Buchstaben (bzw. die Wörter) in der lateinischen Sprache fragen, wie
man Deutsch reden soll, sondern man muss die Mutter im Haus, die Kinder auf der Straße, den einfa-
chen Mann auf dem Markt danach fragen und diesen „aufs Maul sehen“, wie sie reden. Wenn man auf
diese Weise übersetzt, so verstehen die Menschen es und erkennen, dass man Deutsch mit ihnen
spricht.

Text 7: Ich bin, hol mich der Teufel, ein rechter Bärenhäuter (Anm.: in einem Märchen eine Figur, die
sich dem Teufel verschrieben hat), dass ich meine wahrhaftige, kuriose und sehr gefährliche Reisebe-
schreibung zu Wasser und zu Lande, die ich schon seit Längerem fertig geschrieben hatte, so lange
unter der Bank habe stecken lassen und nicht längst damit herausgerückt bin. Warum? Es hat, der
Teufel hole mich, so mancher kaum eine Stadt oder Land bei Namen nennen hören und sich sogleich
hingesetzt, um eine zehn Ellen lange Beschreibung davon zu machen. Wenn man nun solche Sachen
liest (noch dazu, wenn man wirklich gereist ist wie ich), kann man sogleich sehen, dass er (= der an-
dere Verfasser) nie vor die Stubentür gekommen ist, geschweige denn, dass er fremden und unange-
nehmen Wind unter die Nase bekommen hat, wie ich es erlebt habe.
(Autorentexte)

zu Seite 22

∗ 5 HörSPIEL 2: Ordnen Sie die gehörten Wörter richtig in die Tabelle ein!

einfaches Nomen: Applaus, Publikum, Oper


zusammengesetztes Nomen: Theaterdirektorin, Textheft, Bühnenvorhang
Ableitung: Aufführung, Vorgeschichte, Absage

zu Seite 25 – WIEDERHOLUNG

∗ 1 Erklären Sie den Begriff „visueller Lerntyp“ in zwei vollständigen Sätzen.

Ein visueller Lerntyp ist ein Mensch, der Informationen dann am besten verarbeiten kann, wenn sie
über visuelle Reize ins Gehirn gelangen. Der Sehsinn ist bei diesen Menschen stärker ausgeprägt als
die anderen Sinne.

∗ 2 Nennen Sie mindestens fünf Maßnahmen für eine passende Lernumgebung!

• alle benötigten Unterlagen liegen bereit


• ausreichende Beleuchtung ist vorhanden
• angenehme Temperatur, gute Durchlüftung
• keine störenden Geräuschquellen
• keine Gegenstände in der Umgebung, die vom Lernen ablenken könnten.

∗ 3 Notieren Sie in Ihrer Mappe je ein wörtliches und ein indirektes Zitat aus Ihrem Lieblings-
buch und zitieren Sie die Quelle korrekt!

Individuelle Lösungen

∗ 4 Erklären Sie, was man unter einem Exzerpt versteht und was man beim Verfassen eines
solchen beachten sollte!

Ein Exzerpt dient dazu, einen Inhalt stark verkürzt wiederzugeben. Dabei beschränkt man sich auf das
Wesentliche. Abkürzungen, Stichworte und Symbole sind hilfreich. Wichtig ist es, das Wesentliche zu
erkennen, sinnvoll zu gliedern, einen Exzerptkopf anzulegen und die Kernaussagen zu notieren.

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Wortwechsel 1. STL 57
Lösungsvorschläge
∗ 5 Beschreiben Sie, wie die ersten Bücher entstanden und wie diese aussahen!

Die ältesten uns überlieferten Bücher sind 5.000 Jahre alt. Es sind handschriftliche Papyrusrollen. In
der Antike folgte der Codex (Pergamentblätter, in der Mitte mit einem Faden zusammengeheftet). Der
Codex ist der Vorläufer des heutigen Buches.

∗ 6 Bestimmen Sie die Wortart der folgenden Wörter!

a) mein: Possessivpronomen
b) links: Lokaladverb
c) Hallo!: Interjektion
d) langsam: Adjektiv
e) neben: Präposition

∗ 7 Bilden Sie zum Verb „lernen“ zwei Ableitungen und zwei Komposita!

Ableitungen: z.B. verlernen, anlernen


Komposita: z.B. Lernzeit, Lernumgebung, lernfreudig

∗ 8 Notieren Sie, welche Medien man bei einem Referat einsetzen kann und was man dabei
beachten sollte!

• Handout: Titel des Vortrags, Name des/der Vortragenden, Datum, wesentliche Inhalte des Vor-
trags klar strukturiert, ausreichend Platz für Notizen
• Bildschirmpräsentation: Folien sollten nur die wesentlichsten Informationen enthalten, Übergang
zwischen den Folien sollte geplant sein. Vor dem Vortrag rechtzeitig testen, ob alles funktioniert.
• Anschauungsmaterial: sollte erst am Ende des Vortrags durchgegeben werden (Ablenkungsge-
fahr)
• Film/Tonaufnahmen: nicht zu umfangreich

2 Jugend und Literatur


zu Seite 27

∗ 2 Vergleichen Sie beide Textstellen! Warum können Sie Text 1 eindeutig der zeitgenössi-
schen Jugendliteratur zuordnen? Nennen Sie mindestens fünf Unterschiede zwischen bei-
den Texten!

Text 1:
• moderne Sprache, umgangssprachliche Ausdrücke
• im Stil der gesprochenen Sprache verfasst
• spricht Leserinnen und Leser direkt an
• Sätze sind zum Teil unvollständig
• Gedanken werden sprunghaft aneinandergereiht

Text 2:
• bildhafter Sprachstil („das liebe Tal um mich dampft“)
• keine umgangssprachlichen Ausdrücke
• Ausdrücke, die heute kaum mehr verwendet werden, z.B. Wonne, mannigfaltig
• ein beschreibender Stil, mit vielen Adjektiven
• keine unvollständigen Sätze

zeitgenössisch: Begriffe wie iPod und Xbox, Namen wie Tony Hawk, Kylie Minogue und Britney
Spears verweisen darauf, dass es sich um einen zeitgenössischen Text handelt.

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Wortwechsel 1. STL 58
Lösungsvorschläge
∗ 3 Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrer Sitznachbarin/Ihrem Sitznachbarn, welche „Story“
(Geschichte, Handlung) hinter der jeweiligen Textstelle stecken könnte!

Nick Hornby: Slam


Der jugendliche Ich-Erzähler spricht von einem besonderen Ereignis/Erlebnis und informiert die Lese-
rinnen und Leser, dass er mit einem Poster spricht. Das eigentliche Ereignis (die ungewollte Schwan-
gerschaft seiner Freundin) spricht der Ich-Erzähler nicht an. Darüber hinaus geht aus dem zitierten
Textabschnitt nicht hervor, ob das erzählende Ich ein Mädchen oder ein Bursche ist.

Johann Wolfgang von Goethe: Die Leiden des jungen Werther


Das erzählende Ich (der Titel zeigt an, dass es sich um einen jungen Mann handelt) ist glücklich, ver-
mutlich verliebt. Er beschreibt einem Freund diesen Glückszustand bildhaft. Aus der Anrede „mein
Freund“ und aus dem Datum lässt sich schließen, dass es sich um einen Brief handelt. Ob die Liebe
erwidert wird oder nicht, geht aus der zitierten Textstelle nicht hervor.

zu Seite 29

∗ 4 Hören Sie sich das Lied „Schiller“ von „Wise Guys“ auf YouTube an! Vergleichen Sie die
im Lied beschriebene Leseerfahrung mit dem Text 3, stellen Sie Gemeinsamkeiten und Un-
terschiede fest!

Gemeinsamkeiten
• beide wollen nicht lesen
• für beide ist Lesen anstrengend
Unterschiede
• Charlie Joe Jackson verbindet positive Erinnerungen mit dem Lesen (Vorlesen in der Kindheit).
• Wise Guys verwenden bewusst Michael Jacksons „Thriller“ als musikalische Vorlage – einerseits
Gattungsform, andererseits Darstellung des negativen Gefühls in Verbindung mit Lesen.

zu Seite 31

∗ 1 Bestimmen Sie die Erzählperspektive der Textstelle aus „Tschick“ (Text 14)!

Ich-Perspektive

∗ 2 Blättern Sie vor zu den Texten 9–13 und bestimmen Sie jeweils die Erzählperspektive!

• Text 9: personale Erzählperspektive


• Text 10: Ich-Perspektive
• Text 11: eher personale Perspektive (geht aus dem Abschnitt nicht eindeutig hervor), es könnte
sich auch um eine auktoriale Erzählperspektive handeln
• Text 12: Ich-Perspektive
• Text 13: auktoriale Erzählperspektive

∗ 3 Lesen Sie den folgenden Textauszug 5 aufmerksam durch! Bestimmen Sie die Erzählper-
spektive. Notieren sie alle konkreten Informationen, die Sie über die Hauptfigur erhalten.

personale Erzählperspektive; konkrete Informationen: Name Gregor Samsa, von Beruf Handlungsrei-
sender, jetzt sieht er aus wie ein Käfer (panzerartiger Rücken, gewölbter brauner Bauch, „kläglich
dünne Beine“)

∗ 4 Erklären Sie, wie der Autor in den beiden Textstellen aus „Tschick“ (Text 14 und 15) die
Figuren beschreibt!

Der Ich-Erzähler wird vor allem durch seine Art, zu kommunizieren und das Geschehen zu schildern,
als junger Mensch erkennbar, wobei aus den beiden Textausschnitten nicht hervorgeht, dass es sich

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Wortwechsel 1. STL 59
Lösungsvorschläge
um eine männliche Figur handelt. Tschick wird in den beiden Textstellen durch seine Handlungen be-
schrieben: Er ist schlau, trickst den Polizisten aus und kann gut Auto fahren.

zu Seite 36

∗ 2 Akkusativ (4. Fall): Bilden Sie korrekte Verbindungen von Verben und Präpositionen und
tragen Sie diese in die Tabelle ein!

an: glauben, teilnehmen


auf: aufpassen, schließen, auswirken, achten, zukommen, wirken, zeigen, folgen
ohne: auskommen, sein
durch: sich auszeichnen, beeindrucken
für: sich bewerben, kämpfen, sein, sich begeistern, sich engagieren, stimmen, berichten, bitten
über: sich beklagen, sich informieren, beraten, nachdenken, sich austauschen, berichten, referieren
um: bitten, sich handeln
gegen: kämpfen, sein, protestieren, stimmen
in: sich verlieben, integrieren, investieren

∗ 3 Dativ (3. Fall): Bilden Sie mit den Verben und den Präpositionen korrekte präpositionale
Verbindungen und tragen Sie diese in die Tabelle ein!

mit: assoziieren, sich auseinandersetzen, sich befassen, kombinieren, handeln, rechnen, beeindru-
cken
nach: rufen, fragen
von: halten, profitieren, sich erholen, wissen, abweichen, handeln, sich unterscheiden
vor: sich rechtfertigen, zittern, flüchten, sich hüten, warnen, schützen
unter: leiden, verteilen

zu Seite 37

∗ 4 Ordnen Sie die folgenden Numeralien richtig in die Tabelle ein!

Kardinalzahlwörter: Million, neunundneunzig, achtzehn; achtmal, dreifach, dreierlei, Neuntel, Hälfte, je


drei
Ordinalzahlwörter: Dritter, Tausendste
Unbestimmte Zahlwörter: etwas, mehr, sämtliche

∗ 5 HörSPIEL 3: Hören Sie die Texte genau an und notieren Sie mindestens acht Numeralien,
die genannt werden!

drei, vier, zwei, acht, zweierlei, vier, ersten, zweite, vier, vier

zu Seite 39

∗ 1 Bilden Sie richtige Zusammensetzungen und schreiben Sie diese auf die Schreibzeilen!

krank + schreiben = krankschreiben


voll + tanken = volltanken (auch voll tanken)
kalt + stellen (ausschalten) = kaltstellen
frei + sprechen (v. Schuld) = freisprechen
fest + nageln = festnageln
satt + haben = satthaben

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Wortwechsel 1. STL 60
Lösungsvorschläge
∗ 2 Bilden Sie aus den folgenden Wörterschlangen Sätze! Setzen Sie diese dann ins Futur I!
Erklären Sie, welche Regel der Getrennt- und Zusammenschreibung Sie anwenden, indem
Sie die jeweilige Nummer laut Tabelle angeben!

a) SANDROEISLAUFEN  Sandro trainiert eislaufen/Eislaufen. Sandro läuft eis.


Sandro wird eislaufen/Eislaufen trainieren. Regel 3 (zusammen, weil Nomen verblasst)

b) SCHÜLERLEHRERINNICHTSITZENBLEIBENEINTRETENWENN  Die Schüler bleiben nicht sit-


zen, wenn die Lehrerin eintritt. Die Schüler werden nicht sitzen bleiben. Regel 2 (Verb + Verb ge-
trennt, kein übertragener Sinn)

c) EMANUELRADFAHRENFREIHÄNDIG  Emanuel fährt freihändig Rad. Emanuel wird freihändig


Rad fahren. Regel 3 (Nomen + Verb getrennt)

d) WIRFREIGEHALTENWERDEN (= jem. bezahlt für uns die Rechnung)  Wir werden freigehalten.
Wir werden freigehalten werden. Regel 4 (einfaches Adjektiv + Verb, besondere Gesamtbedeutung)

e) DASKARTELLSEINEFEINDEKALTSTELLEN  Das Kartell stellt seine Feinde kalt. Das Kartell


wird seine Feinde kaltstellen. Regel 4 (einfaches Adjektiv + Verb, besondere Gesamtbedeutung)

f) DERKOCHDIECREMEKALTSTELLEN.  Der Koch stellt die Creme kalt. Der Koch wird die Creme
kalt stellen. Regel 4 (einfaches Adjektiv + Verb, keine besondere Gesamtbedeutung)

∗ 3 Getrennt- oder Zusammenschreibung: Korrigieren Sie, falls nötig!

a) Die Lesung findet morgen statt. Er wird aber nicht hingehen.


b) Der Autorin ist etwas dazwischengekommen, sie muss das Interview verschieben.
c) Das kann man nicht übersehen!
d) Wann werden wir uns wiedersehen?
e) Seit der Operation kann sie wieder sehen.
f) Die nicht öffentliche/nichtöffentliche Diskussion brachte folgende Ergebnisse: …
g) Ich kann den Roman nicht lesen, es ist zu klein geschrieben.
h) In Verbindung mit einem Artikel wird das Verb immer großgeschrieben.
i) Nächsten Monat werden wir Ihnen den Bonus gutschreiben.
j) Bravo, Anja, du kannst schon gut schreiben!
k) Die Schülerinnen und Schüler üben bruchrechnen.
l) Alle müssen den Vorgang durchlaufen.
m) Alle müssen hier durchlaufen!

zu Seite 40

∗ 1 Lösen Sie das Kreuzworträtsel!

1 fulminant – 2 präzis – 3 (waagrecht) linear – 3 (senkrecht) lyrisch – 4 pointiert – 5 Essay – 6 salopp


– 7 penibel – 8 charakteristisch – 9 Ironie – 10 nonchalant – 11 eloquent – 12 Genre – 13 sozialkri-
tisch – 14 mystisch – 15 tragisch – 16 amüsant – 17 episch

∗ 4 Streichen Sie den Ausdruck durch, der weniger gut passt!

a) Der Kuss bildet den fulminanten/romantischen Abschluss des Romans.


b) Der saloppe/schicke Ton macht diesen Jugendroman zu einem wahren Genuss.
c) Seiner Eloquenz/Eleganz ist es zu verdanken, dass das Buch gut präsentiert wurde.
d) Das Autorenteam nähert sich mit feiner Ironie/Intrige diesem bewegenden Thema.
e) Dieser Text beschäftigt sich mit/handelt von rätselhaften Tendenzen in der Gesellschaft.

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Wortwechsel 1. STL 61
Lösungsvorschläge
zu Seite 41

∗ 1 In welchen Berufsgruppen ist es wichtig, gut vortragen zu können? Nennen Sie mindes-
tens fünf!

Schauspielerinnen/Schauspieler, Lehrerinnen/Lehrer, Nachrichtensprecherinnen/Nachrichtenspre-


cher, Moderatorinnen/Moderatoren, Ärztinnen/Ärzte, Logopädinnen/Logopäden, Kindergartenpädago-
ginnen/Kindergartenpädagogen, Sängerinnen/Sänger …

∗ 6 Untersuchen Sie den zweiten Auschnit aus „Tschick“ (Text 15)! Welche sprachlichen
und stilistischen Auffälligkeiten stellen Sie fest? Besprechen Sie Ihre Ergebnisse in der
Klasse!

Sprachliche und stilistische Auffälligkeiten: Wortwiederholungen (blöd, guckte); umgangssprachliche


Ausdrücke (rausstellte, geil); umgangssprachliche Satzstellung (weil, ich war ja weder Russe noch
Nazi); viele abwertende Ausdrücke als Bezeichnung für Gruppen innerhalb der Klasse (Assis, Nazis,
Russen, die Dicken, die Intelligenten); der Text ist als bundesdeutscher Text erkennbar (gucken); der
Text hat einen mündlichen Duktus, er wirkt wie gesprochen.

zu Seite 42

∗ 7 Bereiten Sie Text 15 für einen professionellen Vortrag vor! Bearbeiten Sie dafür folgende
Aufgaben:

Überlegen Sie, was die beiden Protagonisten zu verbergen haben könnten!

Sie könnten etwas gestohlen haben.

Analysieren Sie, wie im Text Spannung aufgebaut wird.

Es werden viele Adjektive verwendet; die Gedanken des Ich-Erzählers werden wiedergegeben; die
Sätze sind kurz.

zu Seite 43 – WIEDERHOLUNG

∗ 1 Beschreiben Sie Ihrer Sitznachbarin/Ihrem Sitznachbarn Ihre beste Freundin/Ihren bes-


ten Freund, als wäre sie/er die Hauptfigur in einem Roman!

Individuelle Lösungen

∗ 2 Wählen Sie aus diesem Kapitel einen kurzen Text aus und tragen sie ihn auf zwei ver-
schiedene Arten vor (z.B. als aufgeregtes, kleines Kind, als Nachrichtensprecher, als
Sportmoderatorin, als Manager, als „Besserwisser“)!

Individuelle Lösungen

∗ 3 Formulieren Sie in Ihrer Mappe je einen Satz in den vier unterschiedlichen Erzählper-
spektiven.

• Ich-Perspektive: Ich war immer aufgeregt, wenn ich ihr im Park begegnete.
• Auktoriale Perspektive: Er war immer aufgeregt, wenn er ihr im Park begegnete.
• Personale Perspektive: Sie erkannte seine Nervosität, wenn sie einander im Park trafen.
• Neutrale Perspektive: Er traf sie im Park.

∗ 4 Verfassen Sie in Ihrer Mappe eine kurze Reizwortgeschichte unter Verwendung der fol-
genden Reizwörter! Ketchup – Sonnenstich – Banküberfall –Bestseller

Individuelle Lösungen

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Wortwechsel 1. STL 62
Lösungsvorschläge
∗ 5 Erklären Sie den Begriff „Protagonist“!

Der Protagonist ist die wichtigste Figur/„Hauptfigur“ in einem fiktionalen Text.

∗ 6 Beschreiben Sie, was man im Zusammenhang mit literarischen Figuren unter einem „dy-
namischen Charakter“ versteht!

Unter einem „dynamischen Charakter“ versteht man eine Figur, die sich im Laufe der Geschichte ver-
ändert.

∗ 7 Ergänzen Sie den folgenden Merksatz!

Bestimmte Numeralien kann man in Kardinalzahlwörter (z.B. eins, hundert) und Ordinalzahlwörter
(z.B. der Erste, der zweite Platz) unterteilen.

∗ 8 Überlegen Sie, ob die folgenden Wortgruppen zusammengeschrieben oder getrennt ge-


schrieben werden müssen! Schreiben Sie Ihre Ergebnisse auf die Zeile!

weiter + gehen  weitergehen, heraus + arbeiten  herausarbeiten; Kopf + rechnen  kopfrechnen;


richtig + stellen  richtigstellen

∗ 9 Bilden Sie zwei Sätze, die die folgenden Kriterien erfüllen: Satz 1 enthält eine Präposi-
tion, die den Akkusativ verlangt. Satz 2 enthält eine Präposition, die den Genitiv verlangt!

Beispiele:
Die Katze kriecht unter den Tisch.
Der Ausflug muss wegen des schlechten Wetters abgesagt werden.

∗ 10 Nennen Sie einige Aspekte, die eine Filmregisseurin/ein Filmregisseur einsetzen kann,
um den Charakter einer Figur darzustellen!

• Unterschiedliche Kameraperspektiven (Normalansicht, Vogelperspektive, Froschperspektive)


• Umgebungsgeräusche, Filmmusik
• Lichtverhältnisse

3 Massenmedien
zu Seite 44

∗ 1 Markieren Sie im Text mit zwei unterschiedlichen Farben das Medienbild von damals und
heute! Welche Unterschiede lassen sich feststellen?

Unterschiede: Es gab 1971 weder Satelliten- noch Privatfernsehen, auch wurde nur schwarz-weiß ge-
sendet; die österreichischen Sender waren auf ORF 1 und ORF 2 beschränkt, wobei ORF 2 nur an
fünf Tagen pro Woche Programm anbot.
Auch existierten keine Computerspiele, das Internet und soziale Medien waren noch nicht bekannt.

zu Seite 45

∗ 1 Geben Sie die Definition (Text 2) in eigenen Worten wieder! Was sind die Grundvoraus-
setzungen, um von einem Massenmedium zu sprechen?

Beispiel: Massenmedien sind technische Mittel, mit deren Hilfe Menschen, die räumlich und zeitlich
voneinander getrennt sind, Informationen und Stimmungen erhalten.

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Wortwechsel 1. STL 63
Lösungsvorschläge
Grundvoraussetzungen:
• ein technisches Mittel zur Informationsverbreitung
• ein Publikum, das als Empfänger nicht im gleichen Raum wie der Sender anwesend ist und sich
an völlig verschiedenen Orten voneinander getrennt befindet
• Die Informationen, die das Medium vermittelt, stehen dem gesamten Publikum zum gleichen Zeit-
punkt zur Verfügung.

∗ 4 Beschreiben Sie den Aufbau der folgenden Zeitungsmeldung! Sie können sich an den
W-Fragen orientieren. Beschreiben Sie auch die Art der Sätze und die Wortwahl. Ist die
Sprache sachlich oder bildhaft?

Erster Satz: Wo – Wann – Wer – Was (Schülerin wurde von der Schule verwiesen)
Zweiter Satz: Warum
Dritter Satz: Was (Was ist die Folge?)
Die Sätze sind kurz, die Wortwahl ist einfach (ausgenommen das Fremdwort „attackiert“). Die Sprache
ist sachlich.

zu Seite 46

∗ 5 Beschreiben Sie die Zeitungsmeldung, die mehr als 200 Jahre alt ist, hinsichtlich Infor-
mationsgehalt, Satzbau und Wortwahl!

ein einziger langer Satz; die Wortwahl ist aus heutiger Sicht veraltet („übergefahren“ statt „überfah-
ren“, „beschädigt“ statt „verletzt“)
Der Informationsgehalt ist groß: Man erfährt das Alter des Kindes, wer sein Vater war, wo es überfah-
ren wurde, wer es überfahren hat, auf welche Weise es verletzt wurde und dass es sich um keine töd-
liche Verletzung handelte.

∗ 6 Beurteilen Sie den folgenden Leadtext eines Berichts aus der Internetzeitung „Kontext“!
Welche Kriterien eines Leadtexts sind erfüllt, welche fehlen?

Erfüllt sind die Kriterien, dass das Interesse geweckt wird. Die Kerninformation, worum es in dem wei-
teren Artikel gehen wird, kommt allerdings nicht klar hervor, da zu viele Themen genannt werden;
dass die „Selbstoptimierer-Szene“ das Thema ist, steht zu weit hinten im dritten Satz.

zu Seite 47

∗ 9 Lesen ist eine Kulturtechnik. Nennen Sie weitere Kulturtechniken!

Beispiele: Rechnen, Schreiben, Tanzen, Kalender verwenden, Feuer machen, Ackerbau treiben,
elektronische Daten verarbeiten, Wissenschaft treiben

zu Seite 48

∗ EXTRA Ordnen Sie die folgenden Inhalte den Angaben unten zu!

1 größtes von Hand geschriebenes Buch – Codex Gigas („Teufelsbibel“, 90 x 50 cm, 75 kg), frühes
13. Jh.
2 wertvollstes Buch – „Codex Manesse“; mittelalterliche Handschrift, die für 50 Mio. Euro versichert
wurde
3 kleinstes Buch – Josua Reicherts „Bilder-ABC“; 2,4 x 2,9 mm; nur mit Lupe lesbar
4 größtes lieferbares Buch – „A Visual Odyssey Across the Last Himalayan Kingdom“; 2,13 x 1,52 m
5 ältestes Buch – Gilgamesch-Epos (2000 v. Chr.)

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Wortwechsel 1. STL 64
Lösungsvorschläge
zu Seite 49

∗ 12 Beantworten Sie folgende Fragen mithilfe der Grafik (Text 8):

a) Welcher Zeitraum wird beleuchtet?

die Jahre 2005 bis 2011

b) Was lässt sich über den Umsatz, der aus Anzeigen gewonnen wird, sagen?

Bis 2008 stiegen der Anzeigenumsatz und der Vertriebsumsatz parallel an, von 2008 auf 2009 fiel je-
doch der Anzeigenumsatz stark ab, wobei der Vertriebsumsatz weiter kontinuierlich nach oben ging.

c) Wer hat die Grafik erstellt, von wem stammen die Daten für die Grafik?

Erstellt wurde die Grafik von der APA, die Daten stammen von der APA selbst bzw. vom VÖZ (Ver-
band Österreichischer Zeitungen).

d) Wie hoch ist die Reichweite aller österreichischen Tageszeitungen insgesamt?

73 %

e) In welchem Land haben Tageszeitungen eine hohe bzw. eine geringe Reichweite?

hohe RW: Japan (91 %)


geringe RW: Russland (7 %)

zu Seite 51

∗ 2 Lesen Sie die folgende Grafik (Text 10) und geben Sie anschließend in Stichworten wie-
der, welche Informationen diese Grafik darstellt!

a) Welche Hintergrundinformationen können Sie entnehmen?

Titel sagt aus, dass es um die Nutzung von Social Media durch Journalisten (und Journalistinnen, im
Titel aber nicht angeführt) geht. Erscheinungsort und -datum gehen aus der Grafik nicht hervor,
ebenso wenig die weiteren Informationen zu den Befragten

b) In welcher Form wird die Grafik präsentiert?

Mischung aus Torten- und Balkendiagramm, keine zusätzlichen Texte neben der Legende

c) Welche Informationen sind der Grafik zu entnehmen?

Es wird dargestellt, welche sozialen Medien als Rechercheplattform genutzt werden und was Journa-
listInnen daran schätzen. Außerdem wir die Nutzungshäufigkeit von Suchmaschinen und Social Media
verglichen. Die grafische Darstellung zum Punkt „Wichtigste Recherchequellen“ lässt die Rangord-
nung erkennen – Social Media liegen von der Bedeutung her an vierter Stelle.

d) Fehlen Informationen, die für eine umfassende Analyse noch wesentlich wären?

Daten zu den Befragten zur Anzahl/Stichprobengröße etc. fehlen; ebenso ein Hinweis, worauf sich die
Bezeichnung „Wichtigste Recherchequellen“ bezieht.

e) Welche Schlussfolgerungen können gezogen werden?

Informationen, die in den Sozialen Medien verbreitet werden, dienen JournalistInnen vorwiegend
dazu, ein Stimmungsbild der Gesellschaft zu erhalten und sich zu informieren.

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Wortwechsel 1. STL 65
Lösungsvorschläge
f) Welche Schlussfolgerungen können nicht gezogen werden?

Ob die Suchmaschinen zusätzlich zu Social Media genutzt werden, um sich zu informieren, geht aus
der Grafik nicht hervor. Es ist auch nicht möglich zu beurteilen, ob die Nutzung der Sozialen Medien
die seriösen Recherchen der JounalistInnen negativ beeinflusst.

g) Welche Funktion könnte die Grafik haben?

zeigen, wie groß der Einfluss der Sozialen Medien auf unser aller Information ist

zu Seite 55

∗ 1 Unterstreichen Sie in folgenden Sätzen das Hilfsverb und geben Sie die Zeitform an!
Kreuzen Sie den Satz an, der im Passiv steht!

a) Wir sind live auf Sendung gewesen. – Perfekt


b) Sie hatten die Täterin kurz eingeblendet. – Plusquamperfekt
c) Sie werden die Gebühr entrichten. – Futur I
d) Der Filmschnitt wurde gestern abgeschlossen. – Präteritum
e) Sie werden das neue Magazin um 11.00 Uhr präsentieren. – Futur I

Satz d) steht im Passiv.

∗ 2 Untersuchen Sie, inwieweit das Modalverb die Satzaussage verändert! Tragen Sie die fol-
genden Begriffe richtig ein!

Bitte – Notwendigkeit (2 x) – Wunsch – Möglichkeit – Verbot

a) Eltern sollen den Medienkonsum ihrer Kinder aktiv mitgestalten.  Notwendigkeit


b) Kinder dürfen nicht alle Internetseiten aufrufen. Verbot
c) Zuvor muss das Einverständnis der Autorin/des Autors eingeholt werden.  Notwendigkeit
d) Die Zeitungsherausgeber wollen eine hohe Reichweite erzielen.  Wunsch
e) Ein Journalist kann seine Leserschaft beeinflussen.  Möglichkeit
f) Kannst du mir bei der Überarbeitung des Textes helfen?  Bitte

zu Seite 56

∗ 4 Ergänzen Sie die deutsche Bezeichnung für die Stammformen des Verbs!

Infinitiv: Nennform
Präteritum: Mitvergangenheit
Partizip II: Mittelwort der Vergangenheit

∗ 5 Tragen Sie die fehlenden Stammformen der Verben in der Tabelle ein!

Infinitiv Präteritum Partizip II


schreiben schrieb geschrieben
lesen las gelesen
recherchieren recherchierte recherchiert
herausgeben gab heraus herausgegeben
interessieren interessierte interessiert

∗ 6 Bestimmen Sie, zu welcher Konjugationsklasse die folgenden Verben gehören, und


schreiben Sie die dazugehörigen Stammformen auf!

texten: schwach / herausgeben: stark / kennen: gemischt / streamen: schwach


produzieren: schwach / rennen: gemischt / aufrufen: stark / wissen: gemischt / verwerfen: stark

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Wortwechsel 1. STL 66
Lösungsvorschläge
zu Seite 57

∗ 7 Ergänzen Sie in der Tabelle die Konjugationsklasse und erklären Sie die Bedeutung der
Verben!

erschrecken – erschrak – erschrocken: starke Konjugation


Bedeutung: sich ängstigen, über etwas erschrecken, einen Schreck bekommen
erschrecken – erschreckte – erschreckt: schwache Konjugation
Bedeutung: jemandem einen Schrecken einjagen
bewegen – bewog – bewogen: starke Konjugation
Bedeutung: veranlassen
bewegen – bewegte – bewegt: schwache Konjugation
Bedeutung: verändern, ergreifen usw.
pflegen – pflog – gepflogen: starke Konjugation
Bedeutung: etwas immer wieder/wie gewohnt tun, z.B. er pflegte zu rauchen
pflegen – pflegte – gepflegt: schwache Konjugation
Bedeutung: sich kümmern, versorgen
schaffen – schuf – geschaffen: starke Konjugation
Bedeutung: etwas kreieren, entwickeln
schaffen – schaffte – geschafft: schwache Konjugation
Bedeutung: etwas gelingt einem

∗ 9 Setzen Sie die fehlenden Formen in die Tabelle ein und bestimmen Sie die Konjugations-
klasse!

Infinitiv Partizip I Partizip II Konjugationsklasse


berichten berichtend berichtet schwach
sitzen sitzend gesessen stark
googeln googelnd gegoogelt schwach

∗ 10 Bestimmen Sie die Informationen, die in den folgenden finiten Verben enthalten sind!

Person Numerus Tempus Genus Verbi Modus


er schreibt 3. P. Sg. Präsens Aktiv Indikativ
es wurde berichtet 3. P. Sg. Präteritum Passiv Indikativ
sie wüssten 3. P. Pl. Präsens Aktiv Konjunktiv

zu Seite 59

∗ 12 Ergänzen Sie die folgende Tabelle!

Aktiv Vorgangspassiv Zustandspassiv


Präsens Sie gestaltet die Titel- Die Titelseite wird ge- Die Titelseite ist gestal-
seite. staltet. tet.
Präteritum Sie gestaltete die Titel- Die Titelseite wurde ge- Die Titelseite war gestal-
seite. staltet. tet.
Perfekt Sie hat die Titelseite ge- Die Titelseite ist gestal- Die Titelseite ist gestal-
staltet. tet worden. tet gewesen.
Plusquamper- Sie hatte die Titelseite Die Titelseite war gestal- Die Titelseite war gestal-
fekt gestaltet. tet worden. tet gewesen.
Futur Sie wird die Titelseite Die Titelseite wird ge- Die Titelseite wird ge-
gestalten. staltet werden. staltet sein.

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Wortwechsel 1. STL 67
Lösungsvorschläge
∗ 13 Schreiben Sie folgende Sätze jeweils im Vorgangspassiv! Behalten Sie die Zeitfom bei!

a) Die Journalistin behandelt in ihrer Reportage eine Sensation.


Eine Sensation wird von der Journalistin in ihrer Reportage behandelt.
b) Der Fischer fing einen Fisch mit zwei Köpfen.
Ein Fisch mit zwei Köpfen wurde vom Fischer gefangen.
c) Umgehend informierte der Fischer die Presse.
Die Presse wurde vom Fischer umgehend informiert.
d) Forscher machen ein Pestizid für die Missbildung verantwortlich.
Ein Pestizid wird von den Forschern für die Missbildung verantwortlich gemacht.

∗ 14 Setzen Sie den folgenden Kurzbericht ins Passiv!

Am Montag, dem 12. April 2018, wurde ein Juweliergeschäft in Steindorf ausgeraubt. Die Inhaberin
und einer ihrer Mitarbeiter wurden von K. mit einer Pistole bedroht. Die beiden wurden gezwungen,
ihm den Schmuck in eine Sporttasche zu geben. Schmuck im Wert von 110.000 Euro wurde erbeutet.
Die Polizei wurde von einer Passantin informiert. Der Räuber wurde von drei Polizisten verfolgt. Auf
offener Straße wurde er von ihnen überwältigt und festgenommen.

zu Seite 60

∗ 15 Schreiben Sie folgende Sätze jeweils im Vorgangspassiv in Ihre Mappe! Bestimmen Sie
zuerst die Tempusform!

a) Digitale Tageszeitungen werden gedruckte ersetzen. Futur I


Digitale Tageszeitungen werden durch gedruckte ersetzt werden.
b) 1988 gründete Oscar Bronner die Tageszeitung „der Standard“. Präteritum
Die Tageszeitung „der Standard“ wurde 1988 von Oscar Bronner gegründet.
c) Der wachsame Hund hat den Einbrecher bemerkt. Perfekt
Der Einbrecher ist vom wachsamen Hund bemerkt worden.
d) Der Präsident hatte die besonderen Leistungen der Sportlerin hervorgehoben. Plusquamperfekt
Die besonderen Leistungen der Sportlerin waren vom Präsidenten hervorgehoben worden.

∗ 16 HörSPIEL 6: Sie hören jeden Satz zweimal. Bestimmen Sie, ob die Sätze im Aktiv oder
im Passiv stehen!

1. Die Journalistin recherchiert eifrig. Aktiv


2. Die verantwortlichen Techniker konnten das Problem beheben. Aktiv
3. Im Kindergarten werden alle Kinder sprachlich gefördert. Passiv
4. Wir verständigen die Agentur. Aktiv
5. Wann werden wir uns wiedersehen? Aktiv
6. Der Kochkurs wird im ersten Stock abgehalten. Passiv
7. In unserem Betrieb sind zwei Mechanikerinnen tätig. Aktiv
8. Else und Richard werden zu Sachbearbeitern ausgebildet. Passiv
9. Das wirst du doch hoffentlich schon gemacht haben? Aktiv
10. Das Protokoll wurde bereits unterschrieben. Passiv

zu Seite 61

∗ 17 Ergänzen Sie die folgende Tabelle! Bestimmen Sie, ob die Verben im Indikativ, Konjunk-
tiv I oder Konjunktiv II formuliert sind! Handelt es sich bei den Beispielsätzen um irreale
Inhalte, Wünsche, Aufforderungen …?

Wäre ich nur ein erfolgreicher YouTuber! – Konjunktiv II – unerfüllter Wunsch


Die Glosse ist eine meinungsbetonte Textsorte. – Indikativ – Tatsache

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Wortwechsel 1. STL 68
Lösungsvorschläge
Sollte das Uploaden von Inhalten, die man nicht selbst produziert hat, tatsächlich illegal sein? – Kon-
junktiv II – Frage, irrealer Inhalt
Man bemühe sich, Berichte sachlich zu halten! – Konjunktiv I – Aufforderung
Sophie meint, sie habe das im Internet recherchiert. – Indikativ, Konjunktiv I – Behauptung/Redewie-
dergabe
Könnten Sie meinen Text korrigieren? – Konjunktiv II – höfliche Frage
Es wäre besser, Tobias würde nicht so viel Zeit vor dem PC verbringen. – Konjunktiv II – Wunsch

∗ 18 Setzen Sie folgende im Internet veröffentlichte Tipps in den Imperativ!

a) Reiben Sie Gesicht und Hände mit Nelkenöl ein, um sich vor Insektenstichen zu schützen!
b) Bringen Sie Kürbiskernölflecken zum Verschwinden, indem Sie das Wäschestück in die Sonne
legen! ODER: Legen Sie das Wäschestück in die Sonne und die Kürbiskernölflecken verschwin-
den von selbst!
c) Behandeln Sie stark verschmutzte Hemdkragen vor dem Waschen mit Haarshampoo!
d) Kürzen Sie die Stiele von Schnittblumen täglich, damit diese länger frisch bleiben!
e) Entfernen Sie Kalkablagerungen im Wasserkocher mit Essigwasser!

zu Seite 62

∗ 1 Ergänzen Sie im folgenden Text die s-Laute richtig!

Diskussion über Jugend und Rechtsextremismus


Linz. In Teilen der Jugendkultur breitet sich rassistisches und nationalistisches Gedankengut aus.
Wie man dagegen auftreten und angehen könne, diskutieren morgen bei der Gesprächsreihe „Markie-
rungen“ im Linzer Wissensturm unter anderem ORF-Korrespondentin Susanne Scholl und der steiri-
sche Sektenexperte Roman Schweidlenka. Die Podiumsdiskussion beginnt um 19 Uhr, der Eintritt ist
frei.
In: Oberösterreichische Nachrichten, 25.11.2014, S. 2 (gekürzt)

zu Seite 63

∗ 2 Unterstreichen Sie in den folgenden Sätzen die Wörter „das“ und „dass“ und notieren
Sie, um welche Wortart es sich jeweils handelt!

das Superbowl-Stadion: Artikel


Das würde sich …: Demonstrativpronomen
… erfahren hatte, dass sie …: Konjunktion
Das Spiel, das am …: Artikel, Relativpronomen

∗ 4 Abschließende Übung: Vervollständigen Sie den Lückentext!

Man unterscheidet zwischen rundem und scharfem „s“. Das scharfe „ß“ steht nach Zwielauten oder
nach einem langen Vokal. Als „ss“ steht es nach kurzen Vokalen. Beispiele dafür sind lassen, Was-
ser. Die Verlängerungsprobe kann helfen zu erkennen, ob es sich um ein rundes oder ein scharfes
„s“ handelt. Bei Endsilben ist zu beachten, dass Nomen auf -is, -nis, -os und -us den Plural mit „ss“
bilden. Beispiele dafür sind Ereignis – Ereignisse, Bus – Busse.
Bei „das“ und „dass“ unterscheidet man folgende Formen:
„Das“ schreibt man, wenn es sich um einen Artikel handelt, es ein Relativpronomen oder ein De-
monstrativpronomen ist. Ist es ein Relativpronomen, ist das Ersatzwort „welches“, ist es ein De-
monstrativpronomen, kann es durch „dies“, „dieses“ oder „jenes“ ersetzt werden. Schreibt man
„dass“, handelt es sich um eine Konjunktion.

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Wortwechsel 1. STL 69
Lösungsvorschläge
zu Seite 64

∗ 1 Formulieren Sie folgende Sätze für eine Zeitungsmeldung in Ihrer Mappe um!

b) Die Zeitung wird vor allem von jungen Leuten gelesen. (= Passiv)
Vor allem junge Leute lesen diese Zeitung.
c) Leider merkte die Alte nicht, dass sie es mit einer Phishing-Attacke zu tun hatte, und gab ihre
Passwörter bereitwillig in das Formular ein. (= unsachlich formuliert)
Die ältere Frau erkannte den vorsätzlichen Betrug durch die Phishing-Attacke nicht. Sie
gab ihre persönlichen Passwörter weiter.
d) Der Vater krachte plötzlich in das Zimmer, in dem sein 14 Jahre alter Sohn lebt, und riss, weil er
so wütend war, das Antennenkabel aus der Wand. (= unsachlich formuliert)
Wütend betrat der Vater das Zimmer seines 14-jährigen Sohnes und riss das Antennenka-
bel aus der Wand.
e) Die Angeklagte schluchzte hemmungslos, als der streng wirkende Richter das doch sehr harte
Urteil im Gerichtssaal verkündete. (= unsachlich formuliert)
Die Angeklagte verlor die Fassung, als der Richter das strenge Urteil verkündete.
f) Die arme, kleine Katze, die sicherlich nächtelang große Angst und nichts zu fressen hatte, wurde
dem glücklichen Besitzer von dem Feuerwehrmann überreicht, der das Kätzchen gestern gerettet
hatte. Der Feuerwehrmann war froh, dass dieser schwierige und etwas gefährliche Einsatz end-
lich vorbei war, denn er musste an jenem Wochenende noch einiges erledigen. (= enthält eine
Passivformulierung, unsachlich formuliert)
Jener Feuerwehrmann, der das verängstigte Kätzchen gerettet hatte, übergab es dem
glücklichen Besitzer.

∗ 2 Streichen Sie in den folgenden Sätzen jene Begriffe, die im Satzzusammenhang keinen
Sinn ergeben!

a) Morgen werden wir ein Inserat in der Wochenbeilage des „Kurier“ schalten/aufgeben.
b) Der Redakteur untersucht/redigiert/manipuliert den Beitrag seines Mitarbeiters.
c) Viele österreichische Tageszeitungen wurden in den letzten Jahren einem Journaille/Re-
launch/Expedit unterzogen.
d) Ein Wochenmagazin wird auch als Illustrierte/Periodikum/Tageszeitung bezeichnet.
e) Das Um und Auf einer seriösen Berichterstattung ist die Boulevardpresse/Illustration/Recherche.

zu Seite 65

∗ 1 Nennen Sie Situationen, in denen diagonales, und Situationen, in denen lineares Lesen
gefragt ist!

Diagonales Lesen:
Wenn man einen Text prüfen möchte, ob er für die aktuelle Fragestellung relevante Informationen ent-
hält; für Materialsammlung (z.B. bei umfangreichen Studienarbeiten), wenn es schon konkrete Leitfra-
gen zum Thema gibt …
Beim diagonalen Lesen unterstützen z.B. Überschriften, Zwischenüberschriften, Bilder, Illustrationen,
Grafiken, fett gedruckte Begriffe, Absätze.

Lineares Lesen:
Schularbeitsangaben, Aufgabenstellungen, Arbeitsanweisungen, Inhaltsangaben, Zusammenfassun-
gen usw.

zu Seite 66

∗ 3 Ordnen Sie den Berichten die passende der jeweils drei möglichen Überschriften zu!

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Wortwechsel 1. STL 70
Lösungsvorschläge
1 Laos: „Schlange mit Beinen“ als Tempel-Glücksbringer
2 NÖ: Einbrecher grillt Huhn auf Veranda
3 Entlaufenes Pferd von Radar geblitzt

zu Seite 67 – WIEDERHOLUNG

∗ 1 Erklären Sie Ihrer Sitznachbarin/Ihrem Sitznachbarn in einem vollständigen Satz und un-
ter Berücksichtigung der typischen Merkmale, was eine Glosse ist.

Eine Glosse ist eine journalistische Textsorte, die die persönliche Meinung der Verfasserin/des Ver-
fassers in überspitzter Form wiedergibt.

∗ 2 Beschreiben Sie mündlich jene Tabelle, die Sie in Bezug auf Ihren persönlichen Umgang
mit Massenmedien angelegt haben.

Individuelle Lösungen

∗ 3 Erklären Sie den Unterschied zwischen Meldung und Zeitungsbericht!

Die Meldung ist eine äußerst knappe Information über ein aktuelles Ereignis, der Zeitungsbericht lie-
fert zusätzliche Hintergrundinformationen über den Ablauf der Ereignisse.
Meldung: sehr kurz, beantwortet nur W-Fragen (Wer? Was? Wann? Wo?); eventuell alle Informatio-
nen in einem Satz
Zeitungsbericht: bietet darüber hinaus Hintergrundinformationen und gibt Zeugenaussagen in der
indirekten Rede wieder

∗ 4 Entnehmen Sie dem Diagramm über die Social-Media-Nutzung von Journalistinnen und
Journalisten (S. 51) drei wesentliche Informationen und formulieren Sie schriftlich jeweils
einen passenden Satz in Ihrer Mappe!

Individuelle Lösungen

∗ 5 Nennen Sie jeweils ein konkretes Beispiel für ein finites und ein infinites Verb!

Individuelle Lösungen

∗ 6 Bestimmen Sie durch Ankreuzen, ob folgende Verben stark, schwach oder gemischt ge-
beugt sind!

lassen: stark / verlieben: schwach / brennen: gemischt / schreiben: stark

∗ 7 Erklären Sie, wann Sie „ß“ verwenden!

„ß“ wird nach Zwielauten und nach langem Vokal geschrieben.

∗ 8 Um welche Wortart kann es sich bei „das“ handeln, wenn es kein Artikel ist?

Demonstrativpronomen oder Relativpronomen

∗ 9 Erklären Sie den Begriff „Massenmedien“ mit drei Stichwörtern!

z.B. technisch, Informationsübermittlung, Distanz

∗ 10 Erläutern Sie den Begriff „Informationsgehalt“!

Individuelle Lösung

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Wortwechsel 1. STL 71
Lösungsvorschläge

4 Fantasy und Märchen


zu Seite 70

∗ 2 Nennen Sie alle Märchenelemente, die im folgenden Klappentext eines Fantasyromans


genannt werden!

Fabelwesen (Elf, Drache), der Held muss eine besondere Aufgabe lösen

∗ 3 HörTEXT 7: Hören Sie das Märchen „Die sieben Raben“ an! Untersuchen Sie, welche
Merkmale auf dieses Märchen zutreffen! Notieren Sie die passenden Nummern.

1: Ort und Zeit sind nicht festgelegt.


2: Gegensätze: Der Mond ist böse, die Sterne sind gut.
4: Fantastisches Ereignis: die Verwandlung der Söhne in Raben, sprechende Tiere (die Raben)
5: Viele Verkleinerungsformen in Bezug auf die Tochter, z.B. Töchterchen, Stühlchen, Krüglein
6: Sieben als magische Zahl

zu Seite 71

∗ 4 HörTEXT 8: Hören Sie das Märchen „Holunder“ zweimal an! Machen Sie beim zweiten
Mal Hören Notizen in Ihrer Mappe zu folgenden Fragen und Aufgaben!
a) Welche Personen kommen vor?

der Schäfer ohne Schafe (Hauptfigur), ein Mann, eine Stimme, der Trommelmann, der König, die Prin-
zessin
b) Sprache: Welche Besonderheiten fallen Ihnen auf (sich wiederholende Phrasen, direkte
Rede …)?

viele direkte Reden, viele Phrasen wiederholen sich (der Schäfer ohne Schafe, der Schäfer unter dem
Baum, der Schäfer mit dem Baum …); das Auftreten der zauberhaften Stimme wird immer mit dem
gleichen Satz eingeleitet („Da hört er ein Rufen – hoch und fein, keine Stimme, wie ein Schwingen in
der Luft“); der Trommelmann tritt immer wieder mit dem gleichen Ruf auf („Hört ihr Leute“)
c) Motive: Gibt es Motive wie Armut, unverschuldetes Leid, Krankheit, Wunder?

Bescheidenheit, Zufriedenheit mit dem eigenen Dasein steht im Gegensatz zur „Völlerei“ des Königs-
hauses, das als Folge seiner Dekadenz an Zivilisationskrankheiten (z.B. Appetitlosigkeit, Durchfall)
leidet.
d) Welche typischen Märchenmerkmale können Sie erkennen?

zauberhafte Elemente (die Stimme, die Zauberkraft des Baumes), Gegensatz von Arm und Reich, die
schöne Prinzessin, Ort und Zeit sind nicht festgelegt
e) Welche Unterschiede können Sie zwischen einem Grimm’schen Märchen und „Holunder“ von
Folke Tegetthoff feststellen?

Tegetthoff verpackt in das Märchen eine Gesellschaftskritik, er spricht Themen (nicht urinieren kön-
nen, Durchfall haben) an, die in den Grimm’schen Märchen tabuisiert sind.

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Wortwechsel 1. STL 72
Lösungsvorschläge
zu Seite 73

∗ 8 Beantworten Sie in Ihrer Mappe folgende Fragen zu „Schneewittchens Väter“ (Text 5):
a) Wann wurde der erste Märchenband der Gebrüder Grimm veröffentlicht und wie wurde er an-
genommen?

im Dezember 1812, die erste Auflage wurde gut angenommen, sie war innerhalb von drei Jahren ver-
griffen
b) Für welche Zielgruppe sammelten Jacob und Wilhelm Grimm die Volksmärchen?

Es sollte eine gelehrte Arbeit für die Fachwelt sein, es sollte eine wissenschaftliche Dokumentation
der mündlich überlieferten Geschichten sein.
c) Nennen Sie jene Märcheninhalte, die laut diesem Zeitungsartikel als nicht kindgerecht einge-
stuft wurden/werden!

die verschiedenen Formen von Gewalt: Aussetzung im Wald, Mordversuche der bösen Stiefmutter,
Verstoßung Aschenputtels als Stieftocher
d) Geben Sie die im Zeitungsartikel genannten Schlüsselmotive wieder! Welche weiteren Mär-
chenmotive kennen Sie?

Armut, Neid auf Schönheit, Witz, Unverschämtheit


weitere Motive: Strafen für die Übertretung von Geboten, Verbindung von Schönheit und gutem Cha-
rakter bzw. Hässlichkeit mit schlechtem Charakter, das Glück des Unbedarften
e) Welche Schreibabsicht verfolgte der Autor des Artikels?

umfassende Information zum Thema „Grimm-Märchen“ bieten

zu Seite 75

∗ EXTRA Internetrecherche: (…) Finden Sie heraus, worin der Auftrag Parzivals besteht!
• Stellen Sie fest, welche Themen, Motive und Symbole für die Artusepik typisch sind:

Themen: Herrschertum/Ideal der Gesellschaft; auf Ruhm kann man sich nicht ausruhen
Motive: Doppelweg (Aufstieg des Helden/Krise/Überwinden der Krise); Altruismus; Märchenmotive
Symbole: Gral
• Nennen Sie mindestens fünf Märchen, Filme oder Romane, die den Stoff „ein armes Mäd-
chen wird durch eine glückliche Fügung reich“ verarbeiten.

Sterntaler, Aschenputtel, Allerleirauh, Plötzlich Prinzessin, Pretty Woman

zu Seite 76

∗ 1 Recherchieren Sie im Internet und finden Sie heraus, in welchen Werken die folgenden
Begriffe eine zentrale Bedeutung haben! Notieren Sie Ihre Ergebnisse stichwortartig in Ih-
rer Mappe!

Gralsmythos: z.B. „Perceval“ von Chrétien de Troyes, „Parzival“ von Wolfram v. Eschenbach; „Sakri-
leg“; Faust-Stoff: z.B. „Faust. Eine Tragödie“ von J. W. v. Goethe, „Historia von D[oktor] Johann Faus-
ten“ von Johann Spies
„Ritterliche Tugenden“: Minnelieder, alle mittelalterlichen Epen
das Motiv der Mitleidsfrage: „Parzival“ von W. v. Eschenbach
ein Symbol für das Leben: z.B. Wasser im Märchen „Das Wasser des Lebens“

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Wortwechsel 1. STL 73
Lösungsvorschläge
zu Seite 77

∗ 2 Lesen Sie das Märchen „Jorinde und Joringel“! Vervollständigen Sie danach die Mind-
map.

Motive: gefangen von einer bösen Zauberin, unmögliche Liebe, verlorene Freiheit; böse alte Frau
Symbole: Schloss, großer dunkler Wald, Vogel, blutrote Blume

zu Seite 81

∗ 3 Bewerten Sie die folgenden Einleitungssätze (Basisinformationen) von Zusammenfas-


sungen und verbessern Sie diese falls notwendig!
a) Um einen achtlos ausgesprochenen Wunsch, der Realität wird, geht es in dem Zeitungsbe-
richt „Fantasy wird Realität“.

nicht vollständig, gibt nur einen kurzen inhaltlichen Überblick, bringt jedoch keine Informationen zur
Autorschaft und zum Erscheinungsdatum
b) In der Dokumentation über die Verfilmung von „Zwerg Nase“, publiziert von Wilhelm Hauff im
Jahr 1826, geht es um die Geschichte des zwölfjährigen Jakob, der von einer Hexe verzau-
bert wird.

unvollständig, Datum der Verfilmung fehlt


c) Der Zeitungsartikel „Hans im Glück: Ein modernes Erfolgsmärchen“ von Gudrun König, veröf-
fentlicht am 30.4.2015 in der Wiener Zeitung, verfolgt den Werdegang von Johann Teufel, der
es mittels Tauschgeschäften zu einem kleinen Vermögen brachte.

vollständig; stilistisch besser wären: der Genitiv anstelle der von-Konstruktion, das Präsens anstelle
des Präteriums: … verfolgt Johann Teufels Werdegang. Dieser bringt es mittels Tauschgeschäften zu
einem kleinen Vermögen.

zu Seite 84

∗ 1 Erarbeiten Sie die folgende Tabelle, indem Sie in der zweiten Spalte ergänzen, ob das
Prädikat im Singular oder im Plural steht!
Subjekt Prädikat Anmerkung Beispiel
Subjekt besteht aus Plural Der Zwerg und der Kobold waren
mehreren Subjekttei- sich einig.
len, die mit und ver-
bunden sind.
Subjektteile werden Singular Plural zulässig Jung und Alt erfreut/erfreuen sich
als Einheit wahrge- an Märchen.
nommen. Weinen und Jammern hilft/helfen
da auch nicht.
Mehrere satzwertige Singular Märchen zu lesen und Rätselauf-
Infinitivgruppen wer- gaben zu lösen ist sein Hobby.
den aneinanderge-
reiht.
Subjektteile werden Singular Plural möglich Jede Prinzessin und jedes Mäd-
von kein, jeder oder chen soll den Schuh anprobieren.
mancher begleitet. Kein Wort, keine Geste, kein Blick
war/waren ihnen zu entlocken.
Subjektteile sind ohne Plural Singular zulässig Es herrschten/herrschte Freude,
Konjunktion verbun- Begeisterung, Friede.
den.
Subjektteile sind mit Singular oder Plural Das Verb richtet sich Der Roman oder der Film wird dir
oder verbunden. nach der Person des gefallen. Der Roman und die Filme
näher stehenden Sub- werden dir gefallen. Er oder ich
jektteils. lese das Märchen vor.

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Wortwechsel 1. STL 74
Lösungsvorschläge
Subjektteile sind mit Singular oder Plural Der Subjektteil, der Nicht nur die Geiß, sondern auch
nicht nur – sondern näher beim Verb steht, die Zicklein fürchteten den Wolf.
auch verbunden. bestimmt das Verb.
Subjektteile sind mit Plural Singular zulässig Sowohl die Großmutter als auch
sowohl – als auch ver- Rotkäppchen konnten/konnte ge-
bunden. rettet werden.
Subjektteile sind mit Singular oder Plural Der Subjektteil, der Weder der Frosch noch die Kugel
weder – noch verbun- näher beim Verb steht, wurde jemals wieder gesehen.
den. bestimmt das Verb. Weder du noch wir kennen die Ge-
schichte.
Subjektteile sind mit Singular oder Plural Steht einer der Sub- Entweder das Gute oder das Böse
entweder – oder ver- jektteile im Plural, ent- gewinnt.
bunden. scheidet der dem Verb Entweder die böse Königin oder
näher stehende Sub- die Zwerge siegen.
jektteil.
Subjekt ist eine Men- Singular Eine Menge Stroh musste zu Gold
genangabe im Singu- gesponnen werden.
lar. Ein Dutzend Silbertaler sollte das
Mädchen bekommen.
Subjekt ist eine Men- Plural Zwei Drittel der Kinder lieben
genangabe im Plural. Märchen.
Vier Prozent aller Befragten kann-
ten das Märchen „Der kleine Prinz“
nicht.
Subjekt ist eine Men- Singular oder Plural Mehr als die Hälfte aller Kinder
genangabe mit Hälfte, liebt/lieben Märchen.
Dutzend, bei der das
Gezählte im Plural
steht.

zu Seite 86

∗ 1 Markieren Sie im folgenden Textausschnitt alle Konjunktive I hellblau, Konjunktive II


dunkelblau, Imperative rot und mindestens fünf Indikative grün. Kreisen Sie jene zwei Kon-
junktive ein, die nicht der Norm entsprechen!

Es wird (Ind.) auch erzählt, daß einmal, als Rotkäppchen der alten Großmutter wieder Gebackenes
brachte (Ind.), ein anderer Wolf (…) es vom Wege habe (Konj. I) ableiten wollen. Rotkäppchen aber
hütete (Ind.) sich und ging (Ind.) gerade fort seines Wegs und sagte (Ind.) der Großmutter, daß es
dem Wolf begegnet wäre (Konj. II), der ihm guten Tag gewünscht, aber so bös aus den Augen ge-
guckt hätte (Konj. II): „Wennʼs nicht auf offner Straße gewesen wäre (Konj. II), er hätte (Konj. II) mich
gefressen.“ „Komm (Imp.)“, sagte (Ind.) die Großmutter, „wir wollen (Ind.) die Türe verschließen, daß
er nicht herein kann (Ind.).“ Bald darnach klopfte ((Ind.) der Wolf an und rief (Ind.): „Mach (Imp.) auf,
Großmutter, ich bin (Ind.) das Rotkäppchen, ich bring (Ind.) dir Gebackenes.“ Sie schwiegen (Ind.)
aber still und machten (Ind.) die Türe nicht auf: da schlich (Ind.) der Graukopf etlichemal um das
Haus, sprang (Ind.) endlich aufs Dach und wollte (Ind.) warten, bis Rotkäppchen abends nach Haus
ginge (Konj. II), dann wollte (Ind.) er ihm nachschleichen und wolltʼs (Ind.) in der Dunkelheit fressen.
Aber die Großmutter merkte (Ind.), was er im Sinn hatte (Ind.). Nun stand (Ind.) vor dem Haus ein gro-
ßer Steintrog, da sprach (Ind.) sie zu dem Kind: „Nimm (Imp.) den Eimer, Rotkäppchen, gestern hab
(Ind.) ich Würste gekocht, da trag (Imp.) das Wasser, worin sie gekocht sind (Ind.), in den Trog.“ Rot-
käppchen trug (Ind.) so lange, bis der große, große Trog ganz voll war (Ind.). Da stieg (Ind.) der Ge-
ruch von den Würsten dem Wolf in die Nase, er schnupperte (Ind.) und guckte (Ind.) hinab, endlich
machte (Ind.) er den Hals so lang, daß er sich nicht mehr halten konnte (Ind.) und anfing (Ind.) zu rut-
schen: so rutschte (Ind.) er vom Dach herab, gerade in den großen Trog hinein, und ertrank (Ind.).
Rotkäppchen aber ging (Ind.) fröhlich nach Haus, und tat (Ind.) ihm niemand etwas zuleid.
Jacob und Wilhelm Grimm: Die schönsten Kinder- und Hausmärchen; Entnommen aus: http://gutenberg.spiegel.de
(Stand: 15.9.2016)

Die Autoren verwenden nicht den Konjunktiv I, sondern den Konjunktiv II in der indirekten Rede.

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Wortwechsel 1. STL 75
Lösungsvorschläge
zu Seite 87

∗ 4 Formen Sie die folgenden direkten Reden in indirekte Reden um!

a) Sloan meinte, er (sie) solle warten, bis die Händler kämen, wenn ihm (ihr) Sloans Angebot nicht
gefalle.
b) Kurz vor Sonnenaufgang erklärte Saphira, sie müsse landen, weil ihre Schwingen müde seien
und Brom Ruhe brauche.
c) Eragon bedankte sich bei Saphira und versicherte ihr, dass sie unglaublich sei. Er werde es ihr
nie vergessen, was sie getan habe.

∗ 5 Formen Sie den folgenden Ausschnitt aus einem Interview in indirekte Reden um!

Mayer-Glauninger fragt, ob Sigrid Früh es auch so erlebe, dass das eigene Empfinden zu einem Mär-
chen eine große Rolle spiele.
Früh antwortet, dass ein Märchen sie erfüllen müsse, erst dann lebe es und könne die Zuhörer errei-
chen. Das Erzählen verändere sich sicher, doch hier spielten viele Faktoren eine Rolle, etwa welche
Zuhörer da seien, wo sie erzähle und vieles mehr. Sie erzähle schon so lange, da entwickle man ein
Gespür für die Menschen. Sie wolle so flexibel sein, dass sie ihr Programm spontan umstellen könne.

∗ 6 Korrigieren Sie die folgenden direkten Reden!

a) Kurmin fragte, ob er am nächsten Tag früher nach Hause kommen müsse.


b) Sie genieße jeden einzelnen Moment, meinte Alya.
c) Kurmin erklärte Alya, seine Mutter schwimme gerade ins offene Meer hinaus.
d) Kurmin und Alya erklärten den Händlern, sie hätten großen Hunger gehabt, es fehlten ihnen aber
im Moment die Mittel, um die Früchte zu bezahlen, und sie würden am nächsten Tag wiederkom-
men.

zu Seite 89

∗ 3 Schreiben Sie die Beispiele für G1 ab und notieren Sie, welche Wortart hier jeweils nomi-
nalisiert wurde!

das Schreiben: Verb


das Für und Wider: Präpositionen
das Erhoffte: Verb (Partizip)
der Schöne: Adjektiv
ein Juhu: Interjektion
ein Vielfaches: Adjektiv/Adverb

zu Seite 90

∗ 6 Ergänzen Sie die richtigen Buchstaben!

Väterchen Frost
Russisches Volksmärchen
Es war einmal vor langer Zeit in einem weit entfernten Land ein Mann mit seiner Frau. Beide waren
bereits zuvor verheiratet gewesen, doch ihre früheren Eheleute waren gestorben und so hatten sie
wieder geheiratet. Beide hatten aus ihrer früheren Ehe je eine Tochter. Die Tochter der Frau war
böse und gemein, während die Tochter des Mannes lieb und sanft war. Die Frau liebte nur ihre ei-
gene Tochter und ließ ihre Stieftochter den ganzen Tag hart arbeiten. Das Mädchen musste das
ganze Haus alleine putzen und wurde von der Stiefmutter oft geschlagen. Doch dennoch hasste die
Frau die Tochter des Mannes von Tag zu Tag mehr.
In: http://www.nachrussland.de (Stand: 16.5.2013)

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Wortwechsel 1. STL 76
Lösungsvorschläge
∗ 7 Übertragen Sie den folgenden Absatz in Schreibschrift und wenden Sie korrekte Groß-
und Kleinschreibung an!

Eines Tages, mitten in einem harten, kalten Winter, beschloss die Stiefmutter, dass das arme Mäd-
chen in den tiefen Wald gebracht und sich selbst überlassen werden sollte. Der Vater des Mädchens
wollte das natürlich nicht, doch seine Frau war so boshaft und herrisch, dass er mittlerweile Angst vor
ihr hatte, seine Tochter tatsächlich mit in den Wald nahm und sie dort alleine ließ.
In: http://www.nachrussland.de (Stand: 16.5.2013)

zu Seite 91

∗ 1 Häufig finden sich in Märchen sprachliche Mittel, die zur gehobenen Stilebene gehören.
Finden Sie Entsprechungen für diese Wörter in anderen Stilebenen!

untere Stilebene mittlere Stilebene gehobene Stilebene


Was ziemlich Deppertes ist Ein Unglück geschah. Es trug sich ein Unglück zu.
passiert.
„Ihr seidʼs völlig wahnsinnig“, „Ihr seid dumm“, sagte er. „Was seid ihr für Narren“,
hat er gesagt. sprach er.
Einen ausländischen Prinzen Man verlobte sie mit einem Kö- Sie wurde weit über Land ei-
hat sie heiraten sollen. nigssohn, der in einem fernen nem Königssohn versprochen.
Land lebte.
Er hat ihr auch gefallen, und Sie verliebte sich in ihn und Ihr Herz ward ihm geneigt, so-
drum hat sie sich des Heiraten sagte Ja. dass sie gern einwilligte, seine
gefallen lassen. Gemahlin zu werden.
Bei ihrer Hochzeit haben sie’s Sie feierten ein prächtiges Da ward die Hochzeit mit allem
ordentlich schnalzen lassen Hochzeitsfest. Prunk gefeiert.
und gezeigt, wie reich sie sind.

∗ 2 Welche Stilebene verwenden Sie für die Textsorte Zusammenfassung?

die mittlere Stilebene

zu Seite 92

∗ 3 Unterstreichen Sie in den folgenden Sätzen die unpassenden Ausdrücke und finden Sie
treffendere!

a) Der Fantasyfilm „The Grimm Brothers“ handelt von zwei irren Typen, Jakob und Wilhelm.
von zwei Brüdern namens …
b) Das Märchen „Die roten Augen des Buddha“ ist aus Korea. stammt
c) Frau Poznanski sagt im Interview, für Mädels gibt es mehr Bücher als für Buben.
Ursula Poznanski / für Mädchen

∗ 4 Ersetzen Sie die kursiven Wörter im folgenden Text durch treffendere Ausdrücke!

abgesondert: getrennt – eingebuchtet: eingesperrt – checken: erkennen – gar fürchterlich: sehr


schlecht – von dannen zu ziehen: zu fliehen – Abhauen: Flüchten – haben es drauf: sind fähig

∗ 5 Überprüfen Sie die folgenden Einleitungssätze von Zusammenfassungen, ob sie sprach-


lich angemessen formuliert sind! Korrigieren Sie, wenn nötig!

a) Folke Tegetthoffs Märchensammlung „Liebesmärchen“ erschien 2011 im Haymon Verlag.


b) Das Märchen „Rapunzel“ handelt von einer jungen Frau, die in einem Turm festgehalten und von
einem Mann befreit wird.
c) Im Zentrum des Textes „Hänsel und Gretel“, veröffentlicht von den Brüdern Grimm, stehen zwei
kleine Kinder, die sich im Wald verirren.

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Wortwechsel 1. STL 77
Lösungsvorschläge
d) Thema des „Hobbit“ ist die verlorene Heimat der Zwerge, ein Berg, den sie zurückerobern wollen.

zu Seite 93

∗ 2 Fassen Sie den Inhalt der beiden Abschnitte in wenigen Sätzen zusammen:

Im Märchen geht es um einen Fisch mit goldenem Bart.


Ein Fisch verwandelt sich in einen Menschen.
Der Fisch kauft seinen Freund mit seinem goldenen Bart frei.
Der Fisch muss vor dem Sonnenuntergang zurückkehren.

zu Seite 94 – WIEDERHOLUNG

∗ 1 Erklären Sie einem Kind in höchstens fünf Sätzen, was das Typische an Märchen ist!

Mögliche Lösung:
Märchen sind Erzählungen, in denen fantastische Ereignisse stattfinden können. Die Heldin oder der
Held muss meist eine besondere Aufgabe lösen, was ihr/ihm am Ende auch gelingt. In vielen Märchen
kommen sprechende Tiere, Fabelwesen, Riesen, Drachen, Zwerge und magische Gegenstände vor.
Gegensätze wie Gut und Böse haben in vielen Märchen eine große Bedeutung. Märchen enden im-
mer gut.

∗ 2 Nennen Sie fünf wesentliche Merkmale einer Zusammenfassung!

• inhaltlich auf das Wesentliche beschränkt


• im Präsens verfasst
• Struktur des Ausgangstextes (Sinnabschnitte) soll möglichst beibehalten werden
• eigenständige Formulierungen!
• Zitate nur in Form der indirekten Rede

∗ 3 Nennen Sie zwei Merkmale des Volksmärchens!

Verfasser unbekannt; lange Zeit mündlich überliefert

∗ 4 Nennen Sie drei häufige Symbole, die in Märchen vorkommen!

z.B. Ring, Taube, Apfel

∗ 5 Nennen Sie zwei bekannte Heldenepen!

Ilias, Odyssee

∗ 6 Nennen Sie zwei Merkmale eines Heldenepos!

komplexe Erzählweise mit vielen Nebenhandlungen und Rückblenden, Versmaß: Hexameter

∗ 7 Erklären Sie den Begriff „Kongruenz“!

Kongruenz ist die Übereinstimmung von Nomen, Adjektiven, Artikeln und Verben in Zahl, Fall und Ge-
schlecht.

∗ 8 Formen Sie den folgenden Satz in indirekte Rede um:

Die Nixe sagte: „Wenn du mir versprechen willst, von deinem sündhaften Vorhaben abzusehen, dann
will ich jedem deiner Söhne etwas schenken, was ihm Glück bringt.“
Die Nixe sagte, dass sie jedem seiner Söhne etwas schenken wolle, was diesem Glück bringe, wenn
er ihr versprechen wolle, von seinem sündhaften Vorhaben abzusehen.

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Wortwechsel 1. STL 78
Lösungsvorschläge
∗ 9 Nennen Sie zwei Regeln zur Kleinschreibung!

Es werden alle Wortarten außer Nomen kleingeschrieben, sofern keine Nominalisierung vorliegt.
Ableitungen von Ortsnamen auf -isch werden ebenfalls kleingeschrieben.

∗ 10 Erläutern Sie, welche Regeln der Großschreibung hier zutreffen:

alles Gute: Adjektive werden nach „alles“ zu Nomen (Regel G 2)


durch Wiederholen: Nominalisierung durch das Voranstellen einer Präposition (Regel G 1)

5 Literarische Gattungen
zu Seite 95

∗ 2 Definieren Sie, was mit den Adjektiven „episch“, „lyrisch“ und „dramatisch“ hier ge-
meint ist! Von welchen Nomen sind diese Adjektive abgeleitet?

episch: von „Epik“, hier gemeint: berühmt, großartig, außergewöhnlich


„Episch!“ – In der Jugendsprache von 2015 bedeutete das „hervorragend“.
Grundsätzlich meint man damit aber: besonders breit ausholend, erzählend – etwa einen epischen
Film.

dramatisch: von „Drama“, hier gemeint: aufregend, bewegend, aufwühlend


„Das war echt dramatisch.“ – Das soll heißen: Etwas war sehr spannend und/oder ließ ein schlechtes
Ende befürchten.

lyrisch: von „Lyrik“, hier gemeint: gefühlvoll. Wenn etwas „lyrisch“ ist, bedeutet dies keineswegs, dass
es gereimt ist, sondern nur, dass es besonders klangvoll, sanft und gefühlvoll ist – wie etwa ein „lyri-
sches“ Musikstück.

∗ 3 Im Zusammenhang mit Literatur haben die Begriffe „episch“, „dramatisch“ und „lyrisch“
eine andere Bedeutung als in diesen Postings. Recherchieren Sie im Internet die für die
Literatur zutreffenden Definitionen der Begriffe und notieren Sie sie!

Dramatisch, episch, lyrisch – diese Adjektive beziehen sich auf die drei literarischen Gattungen, in die
man die fiktionale Literatur einteilt:

Gattungen der fiktionalen Literatur:


Lyrik: Gedichte
− Gedichte in Versen, Reimen
− Gedichte in Prosa (aber abgesetzte Zeilen)
Epik: Erzählung vergangener Ereignisse
− hauptsächlich in Prosa
− früher in Versen bevorzugt („Versepos“)
Dramatik: Bühnenstücke
− früher häufig in Versen
− in Prosa

zu Seite 96/97

∗ 1 Schneiden Sie die einzelnen Elemente aus dem Schnittbogen aus, den Sie von Ihrer
Lehrkraft zur Verfügung gestellt bekommen, und kleben Sie die einzelnen Teile in das pas-
sende Feld!

Lösung siehe Abschnitt Arbeitsblätter

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Wortwechsel 1. STL 79
Lösungsvorschläge
zu Seite 97

∗ 2 Beantworten Sie zuerst die Fragen und formulieren Sie mithilfe Ihrer Antworten eine zu-
sammenhängende Beschreibung der Grafik „Epik“!
• In welche zwei Formen lassen sich epische Texte einteilen?

Epische Texte lassen sich grob in groß- und kleinepische Formen einteilen.
• Welche Textformen werden zu den epischen Großformen gezählt?

Roman, Epos
• Welche epischen Kleinformen können Sie der Grafik entnehmen?

Märchen, Kurzgeschichte, Kalendergeschichte, Sage, Legende, Anekdote, Fabel, Erzählung, Novelle


• Welche Textsorten sind bereits sehr alt, welche sind relativ jung?

Die Kurzgeschichte ist im deutschsprachigen Raum eine relativ junge Textsorte. Epos, Märchen und
Novelle zählen zu den alten epischen Textsorten.
• Welche Textsorten wurden lange mündlich tradiert?

Märchen, Sage, Legende


• Was sind die Merkmale einer Fabel?

Menschliche Eigenschaften werden Tieren zugeordnet, am Ende steht eine Moral.

∗ 5 Beantworten Sie folgende Fragen zum HörTEXT 9:


• Welche Kennzeichen einer Anekdote werden erfüllt?

Begebenheit im Leben einer berühmten Person, das pointierte Ende fehlt


• Erläutern Sie, welche Lehre die Anekdote enthält!

Glück findet man nicht in Äußerlichkeiten, man kann Glück nicht wie ein Hemd überziehen, sondern
man muss es in sich tragen. Wer mit seinem Leben zufrieden und mit sich selbst im Reinen ist, kann
glücklich sein.

∗ 7 HörTEXT 10: Hören Sie eine griechische Sage in der Fassung von Michael Köhlmeier
und beantworten Sie die Fragen mündlich bzw. lösen Sie die Aufgaben:

• Wer ist Helena?

die Frau des Sparta-Königs Menelaos, sie galt als die schönste Frau der Welt
• Wie löst Paris den Trojanischen Krieg aus?

Er fährt nach Sparta und raubt Helena; Aphrodite hatte ihm als Dank für ihre Wahl die schönste Frau
der Welt versprochen.
• Warum trägt die „Achillessehne“ den Namen des griechischen Helden?

Achill war der Sohn der Nymphe Thetis (einer weiblichen Naturgottheit) und des Peleus. Die Nymphe
wollte ihren Sohn (da er halb Mensch war) unsterblich machen, indem sie ihn in den Ofen steckte, um
alles Sterbliche aus ihm herauszubrennen. Sie wurde dabei von Peleus unterbrochen, dieser fasste
Achill an der Ferse und zog ihn wieder aus dem Ofen heraus. Die Ferse war daher jene Stelle an
Achills Körper, die verletzlich war.

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Wortwechsel 1. STL 80
Lösungsvorschläge
• Welche typischen Textmerkmale erfüllt diese Sage?

Bericht von einem außergewöhnlichen Ereignis; ein historischer Kern liegt ihr zugrunde; Personen und
Herkunft sind bekannt

zu Seite 98

∗ 8 Schneiden Sie die einzelnen Elemente aus dem Schnittbogen aus, den Sie von Ihrer
Lehrkraft zur Verfügung gestellt bekommen, und kleben Sie diese in das passende Feld!

Lösung siehe Abschnitt Arbeitsblätter

zu Seite 99

∗ 9 Bestimmen Sie das Reimschema der folgenden Gedichtstrophen!

Und er dachte an die Frauen …


Reimschema: abab

Vom Efeu können wir viel lernen …


Reimschema: abba

In dem Grase …
Reimschema: aabb

∗ 10 Kennzeichnen Sie in den folgenden Liedstrophen (Text 4) die oben aufgelisteten Ele-
mente lyrischer Texte!

vier Strophen, überwiegend Reimschema Paarreim, Verse 13 und 15; umschließender Reim; lyrisches
Ich: z.B. Vers 3

zu Seite 100

∗ 12 Schneiden Sie die einzelnen Elemente aus dem Schnittbogen aus, den Sie von Ihrer
Lehrkraft zur Verfügung gestellt bekommen, und kleben Sie die einzelnen Teile in das pas-
sende Feld!

Lösung siehe Abschnitt Arbeitsblätter

zu Seite 101

∗ 13 Ordnen Sie die folgenden Begriffe durch Nummerieren richtig zu!

Erster Akt – 1 / Erste Szene – 4 / Wohnzimmer … – 3 / WENDLA – 5

zu Seite 102

∗ 15 Ordnen Sie die folgenden Texte und das Bild der passenden Gattung zu! Begründen Sie
Ihre Entscheidung!

1 Epik – keine Versform, eine Handlung wird erzählt


2 Dramatik – Dialog, Stück mit verteilten Rollen
3 Lyrik – in Versform verfasst, Haiku = eine lyrische Subgattung
4 Epik – keine Versform, eine Handlung wird erzählt
5 Lyrik – in Versform verfasst, gereimt
6 Dramatik – ein berühmtes Wiener Schauspielhaus

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Wortwechsel 1. STL 81
Lösungsvorschläge
zu Seite 103

∗ 1 Lesen Sie die folgenden Textausschnitte (Text 11, 12 und 13) und bestimmen Sie jeweils
Raum/Räume und erzählte Zeit! Versuchen Sie auch eine Einschätzung der Erzählzeit!

Text 11: Raum: Wohnung der Frau Bäckermeister; erzählte Zeit: 25 Jahre; Erzählzeit: ca. 2 Minuten
Text 12: Naturraum (Wald, Bachufer) – eigentlich aber das Innere des lyrischen Ichs; erzählte Zeit:
zwischen einem Augenblick und vielen Stunden ist hier alles möglich; Erzählzeit: 1 Minute
Text 13: Raum: Palastsaal in Aachen; erzählte Zeit = Erzählzeit, ca. 2–3 Minuten

zu Seite 104

∗ 3 Legen Sie eine Tabelle an und bestimmen Sie für jeden Textausschnitt (Text 11, 12 und
13) stichwortartig die folgenden Aspekte:

Text 11 Text 12 Text 13


Basisinforma- Autor: Botho Strauß, Autor: Justinus Kerner, Autor: Ludwig Uhland,
tion Titel: „Rückkehr“, Text- Titel: Der Grundton der Titel: Ernst Herzog von
sorte: Kurzgeschichte. Natur, Textsorte: Ge- Schwaben, Textsorte:
Rechercheergebnis: er- dicht; keine Angaben zu Drama; keine Angaben
schienen 2006 im Han- Erstveröffentlichung, zu Erstveröffentlichung
ser Verlag in der Ge- wieder verlegt im Verlag
schichtensammlung Reclam
„Mikado“
Inhalt / das Eine von ihrem Mann Das lyrische Ich beob- Der Kaiser Kunrad be-
Wesentliche verlassene Frau lebt 25 achtet die Natur und tritt zusammen mit sei-
der Handlung Jahre lang allein, bis fragt sich, was die Natur nem Sohn Heinrich, der
der Mann sie besucht fühlt; in der letzten Stro- an diesem Tag zum Kö-
und ihr finanzielle Un- phe wird „Schmerz“ als nig gekrönt werden soll,
terstützung anbietet. Grundton der Natur ge- den Palastsaal. Der Kai-
Die Frau lehnt ab und nannt. ser ermahnt seinen
bittet darum, wieder al- Sohn, sich an diesem
leingelassen zu werden. bedeutenden Tag wür-
dig zu benehmen.
Motiv/Thema Verlassensein, Einsam- romantische Natur, ein Macht, Tradition, Vater-
keit; sich eine eigene „fragendes Herz“; der Sohn-Konflikt (?)
Welt im Kopf zurechtle- Schmerz als allem zu-
gen grunde liegender Ton
Figuren, Raum, Figuren: ein Ehepaar; Figuren: ein sich selbst Figuren: der Kaiser und
Zeit Raum: Hannover / Me- nicht deklarierendes ly- sein Sohn; Raum: kai-
xiko; erzählte Zeit: Zeit- risches Ich; Raum: Na- serlicher Palastsaal in
raum von über 25 Jah- turraum (Wald); Zeit: Aachen; Zeit: wenige
ren wird kurz in der ers- unklar Minuten
ten Hälfte des Textes
zusammengerafft, der
kurze Besuch (vielleicht
nur wenige Minuten
dauernd) wird in der
zweiten Hälfte geschil-
dert.
Erzählperspek- neutral Ich-Perspektive neutral (Dramentext)
tive

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Wortwechsel 1. STL 82
Lösungsvorschläge
sprachliche keine direkten Reden; zweimal am Ende der ungereimte Verszeilen;
Besonderhei- das Wort „Herz“ kommt beiden ersten Strophen Beginn mit der aufge-
ten exakt in der Mitte des eine Frage, die dritte henden Sonne; Wort-
Textes vor, allerdings Strophe beginnt mit ei- schatz und Stil unter-
nur in der Redewen- ner Aufforderung, die streichen die Bedeutung
dung „sich ein Herz Antwort auf seine Frage des Sprechers und des
nehmen“, was so viel – „Schmerz“ folgt dann kommenden Tages
bedeutet wie „sich auf- als Anapher dreimal am
raffen, sich überwin- Satzanfang sowie als
den“. Es ist das einzige letztes Wort des Ge-
Wort im Text, das mit dichts; Reimschema:
Emotionen in Verbin- Strophe 1 + 2: aabb
dung gebracht werden Strophe 3: aabbcc
kann.
Kontext erschienen als „Kalen- Justinus Kerner (1786- Ludwig Uhland (1787–
dergeschichte“; Strauß 1862) in Deutschland; 1862) in Deutschland,
(geb. 1944 in Deutsch- Dichter, Arzt und Ver- Dichter, Literaturwissen-
land) ist auch Autor von fasser medizinischer schaftler, Jurist und Po-
Theaterstücken, Essays Schriften; aus wohlha- litiker; aus einer Gelehr-
zu philosophischen und bender Familie tenfamilie; das Stück
naturwissenschaftlichen (geschrieben 1817)
Fragen, Gedichten wurde 1819 anlässlich
einer Verkündigung des
Grundgesetzes aufge-
führt

zu Seite 105

∗ 1 Bewerten Sie die folgenden Einleitungssätze (Basisinformationen) von Inhaltsangaben:


Sind sie inhaltlich vollständig? Sind sie sprachlich korrekt? Verbessern Sie sie, falls not-
wendig!

a) In der Kurzgeschichte „Das Märchenschloss“ geht es um eine Prinzessin, die von ihrem Prin-
zen befreit wird.

nicht vollständig, gibt nur einen kurzen inhaltlichen Überblick, bringt jedoch keine Informationen zur
Autorschaft und zum Erscheinungsdatum

b) Die Geschichte von Rapunzel handelt um eine junge Frau, die in einem Turm festgehalten
wird und dann von einem Mann gerettet wird.

nicht vollständig, gibt nur einen kurzen inhaltlichen Überblick, bringt jedoch keine Informationen zur
Autorschaft und zum Erscheinungsdatum
stilistisch richtig ist: „handelt … von“ anstelle von „handelt … um“; das erste „wird“ könnte man einspa-
ren; die von-Konstruktion anders lösen: „Das Märchen „Rapunzel“ handelt von einer jungen Frau, die
in einem Turm festgehalten und dann von einem Mann gerettet wird.“

zu Seite 106

∗ 3 Bewerten Sie die folgenden Schlusssätze: Welche dürfen in einer Inhaltsangabe vorkom-
men? Welche davon könnten höchstens als Schlusssatz einer meinungsorientierten
Textsorte – wie Rezension, Kritik oder Werbetext – vorkommen?

a, c, d können in einer Inhaltsangabe als Schlusssatz stehen. Der Satz b ist keinesfalls ein geeigneter
Schlusssatz. e könnte im Rahmen einer Rezension oder eines Werbetextes den Abschluss bilden.

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Wortwechsel 1. STL 83
Lösungsvorschläge
zu Seite 109

∗ 1 STILÜBUNG: Stellen Sie folgende Sätze richtig und schreiben Sie diese in Ihre Mappe! In
Zweifelsfällen verwenden Sie ein Wörterbuch!

a) Beton ist eine Mischung aus Zement, Kies und Wasser.


b) Gisela und Toni treffen einander heute zum Lernen.
c) Auf den Teller sollst du das Messer legen, nicht daneben!
d) Ich kann die Butter nicht finden. Ist sie im Kühlschrank?
e) Ich war gestern bei Doktor Maier. Er hat mich untersucht.
f) Ich hätte so gern Schokolade!
g) Gehen wir am Sonntag gemeinsam ins Kino?
h) Darf ich bitte noch einen Knödel haben?
i) Der Bademeister reinigt den Pool.
j) Die Chemikerin misst den Salzgehalt des Wassers.
k) Elvira trinkt morgens immer schwarzen Tee.
l) Sie machen Urlaub im Burgenland.

zu Seite 110

∗ 2 Bestimmen Sie, ob es sich bei folgenden Nomen um Abstrakta oder Konkreta handelt,
indem Sie ein A oder K zuordnen!

Regen K – Sonne K – Träne K – Freude A – Ärger A – Liebe A – Mut A – Buch K – Stuhl K – Verwun-
derung A

∗ 3 Arbeiten Sie in Ihrer Mappe und erklären Sie die Bedeutung der folgenden Wörter!

der Gehalt: Inhalt eines Stoffes


das Gehalt: regelmäßige monatliche Bezahlung für geleistete Arbeit
das Band: längerer schmaler Streifen, um etwas zuzubinden
der Band: einzelnes Buch einer Reihe
die Band: Musikgruppe
der Bauer: Landwirt
das Bauer: Käfig
der/das Kiefer: Schädelknochen, in dem die Zähne sitzen
die Kiefer: ein Nadelbaum
die Erkenntnis: durch Erfahrung, Wissen gewonnene Einsicht
das Erkenntnis: Urteil, Gerichtsbescheid

zu Seite 111

∗ 4 Setzen Sie die Wörter in der folgenden Tabelle in den Plural! Jedes Nomen ist typischer
Vertreter einer Regel. Schreiben Sie diese in die rechte Spalte!

Plural Formulierung der Regel


das Mädchen die Mädchen Regel 1 Nomen bleibt unverändert, nur Artikel ändert
sich
das Kind die Kinder Regel 2 Bildung mit Nachsilbe -er
das Bett die Betten Regel 3 Bildung mit Nachsilbe -en
der Stift die Stifte Regel 4 Bildung mit Nachsilbe -e
der Stau die Staus Regel 5 Plural-s
der Turm die Türme Regel 6 Umlaut + Endung -e
der Apfel die Äpfel Regel 7 Umlaut

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Wortwechsel 1. STL 84
Lösungsvorschläge
Plural Formulierung der Regel
der Koffer die Koffer Regel 8 Männliche und sächliche Nomen auf -er und -el
das Fenster die Fenster bleiben unverändert.
die Regel die Regeln Regel 9 Weibliche Nomen auf -el und -er bilden den Plu-
die Mauer die Mauern ral mit -n, männliche und sächliche bleiben un-
der Knödel die Knödel verändert

zu Seite 112

∗ 5 Setzen Sie die folgenden Nomen in den Genitiv und entscheiden Sie, ob das Wort stark
der schwach dekliniert ist!

des Romans (stark) – des Gedicht(e)s (stark) – des Studenten (schwach) – des Automaten (schwach)
– des Bandes (stark) – des Text(e)s (stark) – des Zitat(e)s (stark) – des Auftritt(e)s (stark) – des Tou-
risten (schwach) – des Herrn (schwach) – des Namens (stark) – des Konsonanten (schwach)

zu Seite 114

∗ 1 Setzen Sie die Wörter richtig ein! Schlagen Sie im Zweifelsfall im Wörterbuch nach oder
recherchieren Sie im Internet!

a) Ein Buch, das nach seinem Erscheinen binnen kurzer Zeit mehr als hunderttausendmal über die
Ladentische wandert, bezeichnet man als Bestseller.
b) Ein anderes Wort für Unterhaltungsliteratur ist Belletristik.
c) Sie muss von der Trivialliteratur, die inhaltlich und sprachlich eher einfach ist, unterschieden
werden.
d) In einer Bibliothek werden Bücher aufbewahrt und gesammelt.
e) Hält eine Autorin/ein Autor die eigene Lebensgeschichte in einem Roman fest, spricht man von
einer Autobiografie.
f) Künstlernamen werden als Pseudonyme bezeichnet.
g) Gibt eine Autorin/ein Autor Texte, die sie/er nicht selbst verfasst hat, als eigene Texte aus, so
spricht man von einem Plagiat.
h) Will eine Autorin/ein Autor das Werk nicht selbst schreiben, kann sie/er einen Ghostwriter enga-
gieren, der den Text im Namen der Auftraggeberin/des Auftraggebers produziert.
i) Rezensionen sind kritische Besprechungen neuer Bücher und helfen der Leserin/dem Leser bei
der Auswahl ihrer/seiner Lektüre.
j) Die Gestaltung eines Theaterstücks durch eine Regisseurin/einen Regisseur nennt man auch In-
szenierung.
k) Ein Intendant ist der künstlerische und kaufmännische Leiter eines Theaters.
l) Den Raum zwischen Bühne und Publikum bezeichnet man als Orchestergraben.
m) Ein anderes Wort für Bühnendekoration ist Kulisse.
n) Gegenstände, die Schauspielerinnen und Schauspieler auf der Bühne verwenden, nennt man
Requisiten.

∗ 2 Erklären Sie die Bedeutung der unterstrichenen Wörter!

binnen: innerhalb
Roman: literarische Gattung, ein längerer erzählender Prosatext, in dem das Schicksal eines Einzel-
nen oder einer Gruppe von Menschen geschildert wird
Lektüre: das Lesen; Lesestoff
Publikum: die Zuseherinnen und Zuseher
Dekoration: Schmuck, Ausstattung

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Wortwechsel 1. STL 85
Lösungsvorschläge
zu Seite 115

∗ 1 Lesen Sie das Duett und kreuzen Sie zutreffende Aussagen an!

Fortunatus Wurzel
a) will die Jugend mit allen Mitteln halten.
b) glaubt, dass man mit Geld alles erreichen kann.
c) beschwört die Jugend zu bleiben.
d) reagiert verärgert, weil sich die Jugend von ihm abwenden will.

Die Jugend
a) will von einem solchen Ansinnen (Bestechung) nichts wissen.
b) meint, dass alles einmal ein Ende habe.
c) wünscht sich einen friedlichen Abschied.

zu Seite 116 – WIEDERHOLUNG

∗ 1 Erklären Sie mündlich die Merkmale von epischen, lyrischen und dramatischen Texten!

Epik: Texte in Vers- oder Prosaform, in denen der erzählerische Aspekt wesentlich ist
Lyrik: Sammelbezeichnung für Gedichte und Lieder; besondere Merkmale: Reim, Strophen, Verse
Dramatik: Texte, die mit verteilten Rollen gespielt werden sollen (Theaterstücke)

∗ 2 Benennen Sie einige formale Elemente eines dramatischen Textes sowie ihre Funktion!

Akt und Szene: Handlungseinheiten


Dialog: Rede zwischen handelnden Figuren
Monolog: Rede einer einzelnen Figur, die keinen besonderen Adressaten hat
Haupttext: alles, was von den Figuren tatsächlich gesagt werden soll
Nebentext: Regieanweisungen, Titel u. Ä., die nicht von den Figuren gesprochen werden

∗ 3 Verfassen Sie in Ihrer Mappe eine kurze Erzählung (max. 100 Wörter), die folgende Krite-
rien berücksichtigt:

Individuelle Lösungen

∗ 4 Bestimmen Sie in der folgenden Gedichtstrophe Raum (Ort) und Zeit!

Raum/Ort: unbestimmt, aber ev. im Freien


Zeit: beliebiger Abend bzw. Nacht

∗ 5 Nennen Sie je zwei Untergruppen der Gattungen Drama, Lyrik und Epik!

Drama: z.B. Komödie, Tragödie


Lyrik: z.B. Sonett, Ode
Epik: z.B. Roman, Epos

∗ 6 Erklären Sie, was man unter dem „literarischen Kontext“ versteht!

Der literarische Kontext sind die Entstehungsbedingungen eines Werkes. Diese umfassen z.B. Fakto-
ren wie Entstehungszeit, historischer Hintergrund, Biografie der Autorin/des Autors.

∗ 7 Führen Sie zwei Beispiele für Homonyme an!

z.B. Bank, Artikel

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Wortwechsel 1. STL 86
Lösungsvorschläge
∗ 8 Finden Sie je ein eigenes Beispiel für ein Wort mit lang gesprochenem Vokal und tragen
Sie es in der korrekten Schreibweise ein!

Individuelle Lösungen

∗ 9 Erklären Sie, was man unter den Begriffen „Genus“ und „Numerus“ versteht!

Genus: grammatikalisches Geschlecht eines Nomens


Numerus: Zahl, in der ein Nomen steht (Singular, Plural)

6 Werbung für Generationen


zu Seite 117

∗ 1 Ordnen Sie die Jahreszahlen den Werbeplakaten von Coca-Cola zu!

Plakat 1: 1890
Plakat 2: 2012
Plakat 3: 1967
Plakat 4: 1935
Plakat 5: 1956

zu Seite 118

∗ 3 Hören Sie den Song „Einmal um die Welt“ des Rappers Cro auf YouTube und fassen Sie
den Inhalt in drei Sätzen zusammen!

Das lyrische Ich des Songs ist zu viel Geld in Form einer Top-Kreditkarte gekommen. Sein Status als
Premium-Kunde erlaubt es ihm, das Geld mit vollen Händen auszugeben. Es macht seiner Freundin
Vorschläge, wie sie das Geld auf den Kopf stellen und sich ein angenehmes Leben machen können.

∗ 4 Besprechen Sie gemeinsam, was im Lied kritisiert wird!

Kritikpunkte: Konsumwahn, luxuriöse Lebensstile an sich, dass man mit Geld alles kaufen kann …

∗ 5 Lesen Sie die Worterklärungen zu „Klischee“ und „Stereotyp“ und analysieren Sie das in
den Plakaten von Aufgabe 6 dargestellte Frauen- und Männerbild kritisch!

Werbung Pudding: Männer werden bedient, sind perfekt gekleidet für die Arbeitswelt, die Frau trägt
ebenfalls elegante Kleidung (unrealistisch), Mann kommt von der Arbeit nach Hause und man erwartet
ihn pünktlich mit dem fertigen Essen. Bereits Mädchen und Junge entsprechen diesen Geschlechter-
rollen.

Werbung Waschmaschine: Mutter und Tochter erledigen die Wäsche, sie lachen beide glücklich, die
Arbeit ist nicht anstrengend, das Bild ist völlig unrealistisch, es wird bunte und weiße Wäsche gleich-
zeitig in die Maschine gestopft, die Frau trägt keine Arbeitskleidung, sondern ein Kleid und Stöckel-
schuhe, die Schürze ist nur Alibi.

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Wortwechsel 1. STL 87
Lösungsvorschläge
zu Seite 119

∗ 1 Lesen Sie den Text „Alterserscheinungen“ und bearbeiten Sie folgende Aufgaben:
• Unterstreichen Sie im Text jene Passagen, welche die Leserinnen und Leser darauf hinwei-
sen, dass der Autor kein Jugendlicher ist.
• Finden Sie heraus, welche Generationsunterschiede im Text thematisiert werden.

Zeile 3: vier Sechziger-Jahrgänge


Zeile 14–15: Na ja, […] im Herzen.

Generationsunterschiede: Auswahl der Bars; Schlafgewohnheiten; Sitzplatz-Bedürfnis in öffentlichen


Verkehrsmitteln, wie man als Kunde behandelt wird; gesundheitliche Aspekte (Koffein)

zu Seite 120

∗ 3 Diskutieren Sie folgende Fragen zur Dove-Werbekampagne und zum Artikel aus der Ta-
geszeitung „der Standard“ (Text 2):
• Wie lässt sich der Werbeslogan von Dove interpretieren?

Schönheit wird üblicherweise mit Jugend assoziiert. Dove bietet die Möglichkeiten, dass auch im Alter
die Schönheit gewahrt bleibt.

• Welches Selbstbild hat die Generation 50+ von sich selbst?

jugendlich, sportlich, es ist noch alles im Leben möglich

zu Seite 124

∗ 4 Benennen Sie die sprachlichen Mittel, die in folgenden Werbeslogans verwendet werden:

Vorsprung durch Technik – sprachliches Bild, Ellipse


Billabuchkarriere – absichtlicher Rechtschreibfehler
Nur die Wirklichkeit wirkt wirklicher – Superlativ, Stabreim
Mediamarkt. Ich bin doch nicht blöd. – Identifikation
Sie kann. Er kann. Nissan. – Reim
Axe. Weniger ist mehr. – Spiel mit dem Sinn
Dr. Best. Die klügere Zahnbürste gibt nach – Personifikation, Spiel mit dem Sinn

∗ 5 Bestimmen Sie den sprachlichen Stil des folgenden Werbetextes!

gehobene Stilebene: viele Fremdwörter, sehr abwechslungsreicher Satzbau, elegante Wendungen;


lebendig und anschaulich (viele Konkreta); erinnert auch an die Beschreibung eines edlen Weines

zu Seite 133

∗ 1 Ordnen Sie die folgenden Beispiele Fall 1 bzw. 2 zu! Unterstreichen Sie Begleiter und Ad-
jektive und kennzeichnen Sie die Adjektivendungen!

a) Das Getränk wird auf einem glänzenden, silberfarbenen Tablett serviert. FALL 1
b) Die Polsterung besteht aus naturfarbenem Stoff. FALL 2
c) Der Trend bei Reisen der Generation 50+ geht eindeutig zu erlebnisreichen, hochwertigen Aktiv-
urlauben. FALL 2
d) Fit sein bis ins hohe Alter, das ist der Wunsch vieler Österreicherinnen und Österreicher. FALL 1
e) Eltern schätzen die Betreuung ihres Nachwuchses durch die liebvolle, erfahrene Hand der Groß-
eltern. FALL 1

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Wortwechsel 1. STL 88
Lösungsvorschläge
zu Seite 134

∗ 2 In welchem Fall steht das Adjektiv jeweils? Setzen Sie die richtige Endung ein!

Buchen Sie einen romantischen Urlaub. 4. Fall


Dem rasanten Cabrio ist nicht so schnell etwas gewachsen. 3. Fall

∗ 3 Unterstreichen Sie in den folgenden Werbeslogans die Adjektive und bestimmen Sie de-
ren Funktion im Satz!

a) Für kleine Hunde mit großen Ansprüchen. (attributiv)


b) Waschmaschinen leben länger mit Calgon. (adverbial)
c) Wäscht so weiß, weißer geht’s nicht. (adverbial)
d) Damit junge Haut länger jung bleibt. (attributiv, prädikativ)
e) Delial bräunt ideal. (adverbial)
f) Die klügere Zahnbürste gibt nach. (attributiv)
g) Ist die Katze gesund, freut sich der Mensch. (prädikativ)
h) Die unendliche Frische! (attributiv)
i) Die schönsten Pausen sind lila. (attributiv, prädikativ)

zu Seite 135

∗ 4 STILÜBUNG: Verbessern Sie die folgenden Sätze, wenn nötig!

a) Diese Uhr zählt zu den meistbeworbensten meistbeworbenen/am meisten beworbenen Pro-


dukten der Welt.
b) Mit diesen Lautsprechern erreichen Sie optimalste Klangergebnisse! Zulässig, wenn Werbespra-
che. Wenn keine Werbesprache, dann: … erreichen Sie optimale Klangergebnisse.
c) Die Systemerweiterung um diese Komponenten erfordert minimalsten minimalen Aufwand.
d) Sie ist das bestverdienendste Model unserer Werbeagentur.
… bestverdienende/am besten verdienende
e) Die meisten Strände Griechenlands sind mehr naturbelassener als jene an der Adria.
f) Dieser Burger ist fleischloser als man glaubt. Nicht steigerbar; möglicher Satz: Dieser Burger ist
fleischlos, obwohl man es ihm nicht ansieht.

zu Seite 136

∗ 1 Unterstreichen Sie in den folgenden Wörtern jene Buchstaben, die mit einem anderen
Laut als im Deutschen ausgesprochen werden!

Butler – Refrain – Baby – Team – Tableau – Journalist – Lyrik – foul – Chow-Chow – Metapher – Stro-
phe – Clown – Chor – Rhythmus – Show – Chiffre – Journalistin – privat – Station

zu Seite 137

∗ 1 Verbinden Sie Zusammengehörendes, indem Sie die Zahlen richtig zuordnen!

elegant – auffallend vornehm, harmonisch, stilvoll


plastisch – körperhaft, deutlich hervortretend
diagonal – schräg, quer verlaufend
korpulent – beleibt
exquisit – fein, edel, ausgesucht
exakt – genau
nervös – fahrig, gehetzt
konzentrisch – um einen Mittelpunkt herum angeordnet
dämonisch – unheimlich

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Wortwechsel 1. STL 89
Lösungsvorschläge
symmetrisch – an einer Achse entlang gespiegelt
bizarr – merkwürdig, absonderlich
smart – schlau, gutaussehend
vital – voller Lebenskraft
resolut – entschlossen
chaotisch – unordentlich
lasziv – „nachlässig sinnlich“, anstößig, unanständig
stabil – fest, gleichbleibend
extrem – äußerst, unüberbietbar

∗ 2 Setzen Sie das passende Fremdwort aus der Tabelle in den Text ein! Achtung, manche
Begriffe sind doppelt zu verwenden!

a) Lasziv blickt der Bursche auf dem Werbeplakat in die Kamera. Seine fast dämonisch wirkenden
Augen faszinieren mich. Tiefschwarz und mandelförmig sind sie. Das Haar ist exakt geschnitten.
Dass er über einen exquisiten Geschmack verfügt, zeigt die Kleidung.
b) Die Kaffeemaschine besticht durch ihr elegantes Design. Die Farbe Schwarz dominiert den Erst-
eindruck, erst bei genauerer Betrachtung entdeckt man die schwach silberfarbenen, konzentri-
schen Kreise, die der Kaffeemaschine eine exquisite Note verleihen. Die großzügig ausgeführten
Bedienungselemente sind symmetrisch zu beiden Seiten des ovalen Displays angeordnet. Die-
ses Produkt eignet sich aufgrund seiner einfachen Bedienung extrem gut für den modernen Seni-
orenhaushalt.
c) Dem Werbefotograf gelingt es, die Szene sehr plastisch/exakt darzustellen, was der Konsumen-
tin/dem Konsumenten ermöglicht, sich als Teil dieser zu fühlen. Die symmetrisch geführten Linien
lenken den Blick auf das Zentrum der Szene, den exquisiten/eleganten/stabilen Tisch, an dem
sich die Familie zum gemeinsamen Mahl versammelt hat. Bizarr an dieser Szene ist, dass die
Person im Hintergrund kein Gesicht zu haben scheint, was auf mich sehr dämonisch wirkt.

zu Seite 138

∗ 1 Lesen Sie die folgenden Klappentexte! Ordnen Sie anschließend die Buchtitel richtig zu!

Text 10: Der Metzger sieht rot


Text 11: Monster Poems
Text 12: Die drei ??? – Fußballgötter
Text 13: Als ich unsichtbar war
Text 14: Gejagte der Dämmerung

zu Seite 139 – WIEDERHOLUNG

∗ 1 Erklären Sie mündlich die Begriffe „Guerilla-Marketing“ und „Pop-up“! Vermeiden Sie
bei Ihrer Erklärung die Formulierung „zum Beispiel“!

Unter Guerilla-Marketing versteht man offensive Werbung beim Chatten oder in einem Internetforum.
Pop-ups sind Fenster mit Werbeinhalten, die sich auf Websites plötzlich öffnen.

∗ 2 Verfassen Sie schriftlich einen kreativen Werbespruch für einen „Lehrer-weg-Beamer“!


Bauen Sie in Ihren Spruch ein in diesem Kapitel vorgestelltes Stilmittel ein!

Individuelle Lösungen

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Wortwechsel 1. STL 90
Lösungsvorschläge

∗ 3 Formulieren Sie für eine Textanalyse des Textes „Aggressive Werbung an Volksschulen“
(Text 4, S. 122) einen Einleitungssatz mit den Basisinformationen.

Beispiel: Der Text „Aggressive Werbung an Volksschulen“, erschienen auf der Website von
„help.orf.at“, beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Werbemethoden, die an österreichischen
Volksschulen praktiziert werden.

∗ 4 Erfinden Sie einen Klappentext zu einem Buch, das Sie gerne schreiben würden!

Individuelle Lösungen

∗ 5 Benennen Sie anhand eines Werbeslogans Ihrer Wahl ein typisches Stilmittel der Wer-
bung!

Individuelle Lösungen

∗ 6 Benennen Sie die drei Steigerungsstufen des Adjektivs:

Positiv, Komparativ, Superlativ

∗ 7 Nennen Sie die drei Möglichkeiten, wie ein Adjektiv verwendet werden kann, und bringen
Sie jeweils ein Beispiel dafür!

adverbiale Verwendung: Das Kind springt fröhlich herum.


attributive Verwendung: Das interessante Buch ist nicht mehr erhältlich.
prädikative Verwendung: Er wird wieder gesund.

∗ 8 Erklären Sie den Begriff „Deklination“!

Unter Deklination versteht man die Anpassung an Zahl, Fall und Geschlecht. Adjektive werden also
mit dem Nomen, auf das sie sich beziehen, in Zahl, Fall und Geschlecht übereingestimmt.

∗ 9 Nennen Sie für die folgenden „Orte“ je ein typisches Werbemittel:

Zeitung: Anzeige, Inserat


Internet: Pop-up
Briefkasten: Postwurfsendung
Öffentlicher Raum: Plakat

7 Kommunikation
zu Seite 140

∗ 1 Lesen Sie den Text mit verteilten Rollen! Bearbeiten Sie dann die Aufgaben:

• Mit welchem Stichwort lässt sich der Inhalt treffend zusammenfassen?

nicht zuhören und aneinander vorbeireden

• Ab wann läuft das Gespräch aus dem Ruder?

Ab Zeile 8, als Berta nicht auf die Frage antwortet, stattdessen eine Feststellung zum Thema „Ge-
sundheit und Eieressen“ abgibt.

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Wortwechsel 1. STL 91
Lösungsvorschläge
• Stellen Sie fest, wodurch die komische Wirkung entsteht.

Individuelle Antworten

zu Seite 142

∗ 1 Untersuchen Sie Halls Modell! Bestimmen Sie, ob die folgenden Störungen aufseiten der
Empfängerin/des Empfängers oder aufseiten der Senderin/des Senders auftreten können.

Senderin/Sender: falsche Aussprache, Lärm, falsche Wortwahl (spricht mehrdeutig; sagt nicht, was
sie/er denkt), unterschiedliche Codes (abweichendes Begriffsverständnis)
Empfängerin/Empfänger: Lärm, falsches Interpretieren der Bedeutung, unterschiedliche Codes (ab-
weichendes Begriffsverständnis; kann die Mehrdeutigkeit nicht entschlüsseln, deutet das Gesagte
falsch), Hörbeeinträchtigung

zu Seite 143

∗ 3 Formulieren Sie für die folgenden Aussagen, was damit einerseits auf der Inhalts- und
andererseits auf der Beziehungsebene gesagt werden könnte!

„Die Ampel ist grün!“ Inhaltsebene: Du kannst jetzt fahren! Beziehungsebene: Ich finde, du bist ein un-
aufmerksamer Autorfahrer!
„Deine neuen Schuhe sind cool!“ Inhaltsebene: Die Schuhe gefallen mir/Die Schuhe sehen gut aus.
Beziehungsebene: Ich bewundere dich.

zu Seite 144

∗ 5 Spielen Sie den Wortwechsel (siehe Randspalte) in allen vier Varianten durch. Halten Sie
fest, ob es sich um asymmetrische oder symmetrische Kommunikation handelt!

Chef – Mitarbeiterin: asymmetrische Kommunikation


Schülerin – Schüler: symmetrische Kommunikation
Schüler – Direktorin: asymmetrische Kommunikation
Elternteil – Lehrer: symmetrische Kommunikation

zu Seite 145

∗ 10 Formulieren Sie die folgenden Äußerungen als Ich-Botschaften!

a) Wie oft muss ich dir noch sagen, dass du mich ausreden lassen sollst!
Es ärgert mich, wenn ich nicht ausreden kann.
b) Ich möchte dich heute nicht mehr sehen!
Ich bin verärgert und möchte mich gern zurückziehen.
c) Dir kann man überhaupt nichts anvertrauen.
Ich bin sehr enttäuscht, wenn jemand vertrauliche Miteilungen nicht für sich behält.
d) Sie müssen lauter sprechen!
Ich kann Sie leider akustisch sehr schlecht verstehen. Bitte sprechen Sie etwas lauter!
e) Du verstehst mich nicht.
Ich habe den Eindruck, dass ich von dir missverstanden werde.
f) Gelb steht dir überhaupt nicht.
Du gefällst mir am besten, wenn du Rot trägst.

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Wortwechsel 1. STL 92
Lösungsvorschläge
zu Seite 149

∗ 1 HörTEXT 11: Hören Sie die Satire „Das Glück der eigenen Parklaterne“ von Ephraim Kis-
hon und besprechen Sie im Plenum, welche Textstellen als ironisch und welche als sar-
kastisch bezeichnet werden können!

Ironie:
ab „Tante Trude kannte […]“ bis „[…] Platz zum Parken findet.“

Sarkasmus:
ab „Einen Parkplatz finden … […]“ bis „[…] noch einiges geben.“
ab „Kostenloses Parken für […]“ bis „[…] in seiner Tarifliste.“
ab „Ich erklärte ihm […]“ bis „[…] müssen Sie eben wegfahren.“

ab „Ich fuhr zu einer Tankstation […]“ bis „[…] grasgrünen Wagen zu schütten.“

zu Seite 157

∗ 1 Ordnen Sie die folgenden Ausdrücke den Pronomen-Arten der obigen Übersicht richtig
zu!

Interrogativpronomen: Fragefürwort
Reziprokpronomen: wechselbezügliches Fürwort
Personalpronomen: persönliches Fürwort
Relativpronomen: bezügliches Fürwort
Reflexivpronomen: rückbezügliches Fürwort
Demonstrativpronomen: hinweisendes Fürwort
Indefinitpronomen: unbestimmtes Fürwort
Possessivpronomen: besitzanzeigendes Fürwort

∗ 2 HörSPIEL 12: Hören Sie das folgende Gedicht und notieren Sie mindestens acht der ge-
hörten Pronomen! Zu welchem Anlass könnte man dieses Gedicht vortragen?

Beispiele: miteinander, untereinander, zueinander, füreinander, übereinander, aneinander, gegenei-


nander, zwischen einander, ineinander, auseinander, durcheinander, aufeinander, nebeneinander
Anlass: ein Geburtstagsfest oder eine Familienfeier

∗ 3 Ergänzen Sie den Merksatz!

Das Reflexivpronomen bezieht sich immer auf das Subjekt des Satzes. Das Reziprokpronomen
drückt eine wechselseitige Tätigkeit aus.

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Wortwechsel 1. STL 93
Lösungsvorschläge
zu Seite 158

∗ 4 Reflexiv- oder Reziprokpronomen? Setzen Sie richtig ein!

a) Sie sahen einander/sich tief in die Augen.


b) Sie trafen einander/sich zufällig im Lift.
c) Eteokles und Polyneikes erschlugen einander.
d) Ivan und Rick versteckten sich im Baumhaus.
e) Kurt ärgert Bruno und Bruno ärgert Kurt, sie ärgern einander.
f) Helene und Marie schämten sich.
g) Sie kennen einander/sich seit drei Jahren.

∗ 5 Setzen Sie die Pronomen „das“ oder „was“ ein! Ergänzen Sie dann den Merksatz!

a) Was können Sie mir empfehlen, Herr Ober? – Das Einzige, was ich Ihnen empfehlen kann, ist,
das Lokal zu wechseln!
b) Kevin trägt ein Gedicht vor, das/was allen sehr gut gefällt.
c) Wie warʼs im Kino? – Wir haben uns gut unterhalten, was die anderen Kinobesucher allerdings
verärgert hat!
d) Herr Müller bringt sein Auto, das er erst vor Kurzem erworben hat, in eine Werkstatt. Der Mecha-
niker fragt: „Wurde der Wagen schon einmal überholt?“ – „Jeden Tag mehrmals, sogar von einem
Mofa, das nur ein PS hat.“
e) Warum hast du im Bus so glücklich gegrinst? – Wegen des Portemonnaies, das mein Sitznach-
bar versehentlich in meine Tasche gesteckt hat.
f) Heute hatten wir Algebra in der Schule, was mir sehr viel Spaß gemacht hat. – Aha. Was heißt
denn „Guten Morgen!“ auf Algebra?
g) Herr Ober, was macht das Bier, das ich vor einer Stunde bestellt habe? – Drei Euro zehn.

WAS oder DAS? – Merksatz


Das bezieht sich auf ein vorangehendes Nomen.
Was bezieht sich auf den Inhalt des vorangegangen Satzes.
Was steht auch nach: alles, viel, wenig, etwas, nichts, anders …

zu Seite 159

∗ 6 Setzen Sie die richtige Form des Pronomens ein! Ergänzen Sie dann den Merksatz.

Ich kenne eine Frau, deren Papagei sprechen kann. – Das ist gar nichts! Ich kenne einen Mann, des-
sen Specht morsen kann!
DEREN oder DESSEN? – Merksatz
Bezugswort: maskulin, neutrum, Singular  dessen
Bezugswort: feminin, Singular bzw. Bezugswort im Plural  deren

∗ 7 Lesen Sie den Merksatz! Setzen Sie dann richtig ein!

a) Der Lehrer fragt: „Welcher Vogel baut kein Nest?“ Klaus: „Der Kuckuck! Er wohnt in einer Uhr!“
b) „Was für einen Traum hatten Sie?“ – „Einen seltsamen. Ich träume jede Nacht, ich wäre ein Reh
und würde Gras fressen.“ – „Na, das ist ja nicht so ungewöhnlich!“ – „Doch, jeden Morgen ist
meine Matratze leer!“
c) Roland, Miris kleiner Bruder, will unbedingt mitspielen. „Welche Rolle darf ich übernehmen?“ –
„Du bist der parkende Laster! Stell dich dort in die Ecke!“
d) Veronika wohnt im fünften Stock und isst. Da bemerkt sie eine Schnecke in ihrem Salat und wirft
diese kurzerhand aus dem Fenster. Zwei Jahre später läutet die Schnecke an Veronikas Tür und
brüllt sie an: „He, was für eine Aktion war das?“
e) Ein Tourist fragt beim Wandern einen Hüttenwirt: „Können Sie mir sagen, wie dieser Berg heißt?“
– „Welcher?“ – „Aha. Danke schön!“

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Wortwechsel 1. STL 94
Lösungsvorschläge
zu Seite 161

∗ 13 HörSPIEL 13: Sie hören nun mehrere Wortketten. In jeder verbirgt sich ein gesuchtes
Adverb. Finden und notieren Sie es! Die Anfangsbuchstaben der Adverbien ergeben je ein
Lösungswort.

SPIEL 1 SPIEL 2
Temporaladverb: gestern Lokaladverb: rückwärts
Modaladverb: oft Temporaladverb: heute
Kausaladverb: infolgedessen Lokaladverb: mittendrin
Temporaladverb: allmählich Temporaladverb: unlängst
Lokaladverb: dort Lokaladverb: oben
Modaladverb: langsam Lösungswort: HUMOR
Lösungswort: DIALOG

zu Seite 162

∗ 1 An welcher Stelle im Satz hätte der Richter den Beistrich setzen sollen, um das Leben
des Gefangenen tatsächlich zu retten?

Wartet, nicht hängen!

MERKSATZ: Hauptsätze (Aussagesätze) haben die Personalform an der zweiten Stelle, eingeleitete
Nebensätze an der letzten Stelle.

∗ 2 Ordnen Sie die Beispielsätze den entsprechenden Regeln (S. 163) zu! Markieren Sie zu-
erst das finite Verb!

a) Alev hielt sich die Ohren zu, weil sie fürchtete, dass sie dann noch mehr lachen müsste.
REGEL 6
b) Franz, nimm die TV-Komödie auf! REGEL 13
c) Das Publikum, von ihrem Können beeindruckt, spendete tosenden Applaus. REGEL 11
d) Mirva liebt alte[,] lustige Comicbücher. REGEL 1
e) Den Traum, Starkomiker zu werden, gab er nie auf. REGEL 8
f) Manuel liest gerne Romane, aber es müssen unterhaltende sein. REGEL 4
g) Die Show findet am Montag, den/dem 9. August[,] um 19 Uhr im Festzelt statt. REGEL 15
h) Clarissa arbeitet an neuen Pointen, weil sie in ihrem Programm neue Akzente setzen will.
REGEL 5

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Wortwechsel 1. STL 95
Lösungsvorschläge
zu Seite 164

∗ 3 Beachten Sie die Beistrichregeln und setzen Sie in den folgenden Sätzen die fehlenden
Beistriche! Markieren Sie zuerst das finite Verb!

a) Der Mann, von ihrem Vortrag angetan, nahm als erste Reaktion einen Schluck Wasser.
REGEL 11
b) Komm, essen wir, Opa! REGEL 13
c) Tim und Sidar sind nicht nur musikalisch talentiert, sondern können auch gut Witze erzählen.
REGEL 2
d) Robert trainierte intensiv, um das Kunststück perfekt vorführen zu können. REGEL 7
e) Leonhard, ein begeisterter Clown, unterhielt alle Leute im Lokal. REGEL 12
f) Der Hund stiehlt den Fisch vom Tisch, die Katze schläft währenddessen seelenruhig auf dem Ka-
chelofen. REGEL 3
g) Zu brillieren, das war ihr größter Wunsch. REGEL 9
h) Dieser Sommer wartete mit rekordverdächtigen Temperaturen auf, und zwar mit weit über 35°
Grad! REGEL 14
i) Sie lachte lauthals über das Missgeschick, das ihr gerade passiert war, und klatschte gleichzeitig
in die Hände. REGEL 5 (eingeschobener Nebensatz)

∗ 4 Ordnen Sie folgende Beispielsätze den Regeln zu! Markieren Sie zuerst das finite Verb!

a) Ihre Stimme klingt wie die ihrer Mutter. (REGEL j)


b) Weder Flüstern noch Reden war erlaubt. (REGEL b)
c) René pflegt beim Grüßen seinen Kopf ein wenig zu beugen. (REGEL h)
d) Erzürnt blickte sie ihm ins Antlitz. (REGEL g)
e) Man sollte die Wirkung para- sowie nonverbaler Kommunikation nicht unterschätzen! (REGEL b)
f) Barack Obama war der vierundvierzigste US-Präsident und galt als charismatischer Redner.
(REGEL d)
g) Clara hofft zu reüssieren. (REGEL f)
h) Philipp der Schöne war Herzog von Burgund. (REGEL i)

zu Seite 165

∗ 6 STILÜBUNG: Setzen Sie fehlende Beistriche und verbessern Sie die Pronomen, falls not-
wendig!

a) Er bekam immer alles, was er wollte.


b) Ich konnte zur Schlichtung eines Streits beitragen, was mir viel Ansehen einbrachte.
c) Eine Höhle, in deren Zentrum Malereien gefunden wurden, ist eingestürzt.
d) Derjenige, der das getan hat, muss bestraft werden!
e) Bei dem Vortrag erfuhr ich nichts, was ich nicht schon wusste.
f) Mein Onkel hat mir ein Buch geschenkt, das/was mir sehr gefällt. (Interpretationssache)
g) Der Pensionist, dessen Haus gestern abgebrannt ist, ist außer Lebensgefahr.
h) Der charismatische Journalist, der die Zeitschrift aus der Krise katapultierte, wird morgen geehrt.

zu Seite 166

∗ 2 Schlagen Sie folgende Fremdwörter im Wörterbuch oder in einem Online-Lexikon nach


und kreuzen Sie die richtige Definition an!

Richtige Definitionen:
skurril – sonderbar, befremdend
makaber – mit Tod und Vergänglichkeit scherzend
absurd – widersinnig
affektiv – gefühlsbetont

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Wortwechsel 1. STL 96
Lösungsvorschläge
Zote – unanständiger Witz
grotesk – übertrieben lächerlich, verzerrt
Slapstick – komischer Gag
Pointe – Höhepunkt in einem Witz
paradox – widersprüchlich in sich selbst

zu Seite 167

∗ 2 Erkennungsmerkmale für Fremdwörter:

• bestimmte Vor- und Nachsilben


• Unterschiede zur deutschen Aussprache
• Schriftbild abweichend
• seltener Gebrauch

zu Seite 168 – WIEDERHOLUNG

∗ 1 Erläutern Sie in Ihrer Mappe, was mit „asymmetrischer Kommunikation“ und mit „eindi-
mensionaler Kommunikation“ gemeint ist, und geben Sie Beispiele!

Wenn GesprächspartnerInnen nicht auf einem Level kommunizieren, also im Kommunikationsprozess


nicht gleichberechtigt sind, spricht man von „asymmetrischer Kommunikation“. Ein Beispiel für eine
asymmetrische Kommunikation ist etwa ein Prüfungsgespräch zwischen einer Lehrperson und einer
Schülerin/einem Schüler.

Seit der Entwicklung der Schrift und später des Buchdrucks können Informationen in „eindimensiona-
ler Kommunikation“ transportiert werden. Auf die Information kann (in Bezug auf ihren Erzeuger) nicht
reagiert werden.

∗ 2 Erklären Sie in Ihrer Mappe den Unterschied zwischen Beziehungs- und Inhaltsebene!

Jede Nachricht enthält vier Aspekte: Sie hat einen sachlichen Inhalt, gibt etwas über die Senderin/den
Sender preis (Selbstoffenbarung), teilt etwas über die Beziehung zwischen sendender Person und
empfangender Person mit und enthält einen Appell. Die empfangende Person nimmt häufig nur eine
dieser vier Seiten wahr.

∗ 3 Geben Sie Ihrer Sitznachbarin/Ihrem Sitznachbarn Feedback zu ihren/seinen Antworten


zu Aufgabe 1 und 2! Beachten Sie dabei die Feedbackregeln und verwenden Sie Ich-Bot-
schaften!

Individuelle Lösungen

∗ 4 Nennen Sie fünf wesentliche Merkmale eines Leserbriefs!

• bezieht sich auf einen Artikel


• Adressatenbezug
• argumentative Stellungnahme
• Betreffzeile, Grußformel, Datum und Unterschrift
• Wortanzahl darf keinesfalls überschritten werden

∗ 5 Erklären Sie den Unterschied von Ironie und Sarkasmus!

Der Begriff „Ironie“ bezeichnet den Widerspruch zwischen Gesagtem und Gemeintem. Zusätzliche
Signale (Gestik, Mimik, Lachen …) ermöglichen der Empfängerin/dem Empfänger, die Ironie zu erken-
nen. Sarkasmus bedient sich ebenfalls des Widerspruchs zwischen Gesagtem und Gemeintem, wird
aber vor allem dazu eingesetzt, jemanden lächerlich zu machen. Beißender Spott und bitterer Hohn
sind typisch für sarkastische Äußerungen.

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Wortwechsel 1. STL 97
Lösungsvorschläge
∗ 6 Erklären Sie, welche Funktion ein Pronomen grundsätzlich im Satz übernehmen kann!

Pronomen können Fragesätze einleiten, wechselseitige Tätigkeiten ausdrücken, auf etwas hinweisen,
Besitz anzeigen, Personen bezeichnen und Verweise zwischen Wörtern und Sätzen herstellen.

∗ 7 Bilden Sie einen Satz, in dem alle fünf Arten von Adverbien vorkommen.

Mögliche Lösung:
Im Laden gegenüber bekommt man heute besonders schöne Erdbeeren, folglich muss man sich
ziemlich beeilen, um noch welche zu bekommen.

∗ 8 Ergänzen Sie im folgenden Satz fehlende Beistriche und begründen Sie diese!

Das Publikum, das vom Auftritt des Kabarettisten begeistert war, spendete tosenden, nicht enden wol-
lenden Applaus.
Beistrich 1 und 2 grenzen Haupt- und Nebensatz voneinander ab.
Beistrich 3: Aufzählung gleichwertiger Attribute

∗ 9 Erläutern Sie den Unterschied zwischen einem Fremdwort und einem Lehnwort!

Lehnwörter werden aus einer anderen Sprache übernommen und passen sich in Aussprache und
Schreibweise der neuen Sprache (der Nehmersprache) an. Fremdwörter werden ebenfalls aus einer
anderen Sprache übernommen, werden aber in Aussprache und Schreibweise nicht an die Regeln der
Nehmersprache angepasst.

∗ 10 Benennen Sie Kommunikationsmedien, in denen Sie auch nonverbale Zeichen verwen-


den können!

SMS, Chatten, Brief, E-Mail, direkte/persönliche Kommunikation (Mimik, Gestik, Körperhaltung) …

8 Neue Medien
zu Seite 170

∗ 1 Betrachten Sie die Grafik und beantworten Sie folgende Fragen:


a) Welche drei sozialen Netzwerke haben den größten Marktanteil?

Facebook, Pinterest, Twitter


b) In welcher Region gibt es die meisten Internetnutzerinnen und -nutzer, in welcher die wenigs-
ten? Was könnten die Gründe dafür sein?

die meisten: Asien, Pazifik, die wenigsten: Australien


Mögliche Gründe: In Australien gibt es viele kaum besiedelte Gebiete. In Asien wird viel an moderner
Computertechnologie entwickelt, demzufolge gibt es auch viele Menschen, die einen engen Bezug zu
modernen Medien haben, auch existieren in Asien viele boomende Metropolen.
c) Um wie viele Millionen ist die Zahl der Internetnutzerinnen und -nutzer zwischen 2005 und
2012 angewachsen?

um 1473 Millionen
d) Beschreiben Sie, wie sich die monatliche Nutzung von Twitter zwischen 2009 und 2012 ver-
ändert hat.

ständig gestiegen, März 2012 gleich hoch wie LinkedIn, dann Dezember 2012 von LinkedIn überholt

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Wortwechsel 1. STL 98
Lösungsvorschläge
zu Seite 171

∗ 4 Ordnen Sie den Fallbeispielen die Ihrer Meinung nach passende Kommunikationsform
zu und begründen Sie Ihre Entscheidung!

Beispiel Kommunikationsform Begründung


Jelena besucht ihren Großvater in Facebook; Blog überall, wo Internet verfügbar,
Pula und lässt ihre Familie zu Hause nutzbar; Fotos und Videos
an ihren Erlebnissen teilhaben.
Nisha will ihrer Freundin eine einge- WhatsApp, Messenger Bilder können mit dem Handy fo-
scannte Grafik zeigen. Leider ist diese oder andere Chatmöglich- tografiert und versendet werden
zu groß, um sie per Mail zu schicken. keiten
Albert muss seine Schwester dringend Skype, Internethandy Möglichkeit, über den Computer
erreichen, sie hat aber keinen Handy- zu kommunizieren bzw. über In-
empfang. ternetverbindung am Handy
Für die Einladung zum zehnjährlichen diverse Suchmaschinen im Kontakte entweder vollständig im
Klassentreffen fehlen noch einige Internet, Telefonbuch im Internet vorhanden, über Face-
Kontaktadressen. Internet, Facebook book kann man die Person auch
direkt kontaktieren und um die
Adresse bitten
Hanna muss heute pünktlich bis 20:00 Kommunikation über die direkter Austausch mit anderen
Uhr ihre Aufstellung für den Fußball- Onlinespieleplattform Spielern und gleichzeitig Möglich-
manager machen. keit, beim Spiel online zu sein
Zur Taufe des kleinen Leo wird ein YouTube Videos auf YouTube leiten mit
Spanferkel gegrillt, doch niemand Bild- und Tonunterstützung an.
weiß, wie man es anschneidet.

Teilweise sind auch zusätzliche individuelle Antworten möglich.

∗ 5 Markieren Sie, welche Details nicht veröffentlicht werden sollten!

Namen der Familienmitglieder, sexuelle Vorlieben, Desinteresse an religiösen und politischen Einstel-
lungen, private Wohnadressen und Telefonnummern

zu Seite 173

∗ 8 Formulieren Sie in Kleingruppen zehn Regeln, die man beim Benützen sozialer Plattfor-
men beachten soll!

Zehn Regeln könnten sein:


• Profilfoto beachten
• gepostete Fotos gut überlegen
• Meldungen und Kommentare überdenken
• Bankdaten oder ähnliche sensible Daten nicht veröffentlichen
• Auswahl von Freundinnen und Freunden gut überlegen
• Zeitmanagement
• genaue Angaben zum aktuellen Aufenthaltsort, z.B. Urlaub, nicht veröffentlichen (Einbrecher!)
• Netiquette im Chat beachten
• Chatpartnerinnen und -partner kritisch auswählen
• Virenschutz regelmäßig aktualisieren

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Wortwechsel 1. STL 99
Lösungsvorschläge
zu Seite 174

∗ 1 Lesen Sie den folgenden Artikel und erklären Sie Ihrer Sitznachbarin/Ihrem Sitznachbarn
die Bedeutung der unterstrichenen Ausdrücke!

Verbraucherschützer: MitarbeiterInnen des Konsumentenschutzes


Auswertung von Nutzerdaten: Daten von InternetbenutzerInnen werden von Firmen ausgewertet
Verknüpfung mit Werbung: gezieltes Anbieten von Werbung
Unterlassungserklärung: jemand erklärt schriftlich, etwas zu unterlassen
Klageerhebung: Vorgang in einem Gerichtsprozess
Klausel: Einschränkung in einem Vertrag
abmahnen: (besonders in Deutschland) jemanden eindringlich ermahnen, vertrags-/gesetzeskonfor-
mes Verhalten einfordern
Nutzungsbedingungen: die Bedingungen, denen ein Benutzer/eine Benutzerin zustimmen muss, um
etwas nutzen zu können
Klarnamenpflicht: Pflicht, sich mit dem echten Namen anzumelden statt mit einem Pseudonym
diverse: verschiedene

zu Seite 178

∗ 1 Kreuzen Sie jene Kriterien an, die Ihrer Meinung nach ein stichhaltiges Argument ausma-
chen!

• ein repräsentatives Beispiel nennen


• seinen Standpunkt konkretisieren
• sich in seiner Begründung auf allgemein bekannte Tatsachen stützen
• um Sachlichkeit bemüht sein
• auf eine logische Darstellung achten
• Fakten liefern; sich auf Expertinnen und Experten beziehen

∗ 4 Überprüfen Sie, ob folgendes Argument den oben genannten Kriterien entspricht! Be-
gründen Sie Ihr Ergebnis!

Die Begründung könnte allgemeiner formuliert/mit einem Beleg untermauert werden (statt „nicht mehr
wegzudenken“). Das Beispiel sollte noch mit einem Quellenhinweis (welche Studie?) versehen wer-
den, der Zusammenhang zwischen These und Begründung ist schlüssig, das Beispiel passend.

zu Seite 180

∗ 8 Setzen Sie bei den folgenden Sätzen die entsprechenden Bezeichnungen für das jeweils
nicht geeignete Argument ein!

Meine Freundin ist auf Facebook und darum bin ich auch auf Facebook. Einzelfall
Alle Erwachsenen hassen die Neuen Medien. Verallgemeinerung
Heutzutage kann man einfach nicht ohne Social Network auskommen. Floskel
Ältere Menschen können mit den Neuen Medien nichts anfangen. Vorurteil

zu Seite 185

∗ 1 Beschreiben Sie die obige Grafik genau, indem Sie jeweils zwei Sätze zu folgenden Be-
griffen formulieren!

Beispiele für Sätze:


Das Subjekt kann im Vorfeld stehen.
Als Vorfeld bezeichnet man jenen Satzteil, der vor dem Prädikat gelegen ist.

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Wortwechsel 1. STL 100
Lösungsvorschläge
Ein einfacher Satz besteht aus Vorfeld, Mitte und Nachfeld.
Das Nachfeld umfasst alle Satzteile, die auf das Prädikat folgen.
Das Nachfeld sollte Wichtiges enthalten, weil es vom Kurzzeitgedächtnis der Empfängerin bzw. des
Empfängers gut gespeichert wird.
Eine Verbklammer tritt immer dann auf, wenn im Satz ein mehrteiliges Prädikat verwendet wird.
„Verbklammer“ bedeutet, dass der zweite Teil eines mehrteiligen Prädikats am Ende des Satzes steht.

∗ 2 Beantworten Sie folgende Fragen mithilfe der obigen Grafik!


a) Woraus besteht eine Verbklammer?

aus den Komponenten eines mehrteiligen Prädikats


b) Was kann den zweiten Teil des Prädikats bilden?

Infinitiv, Partizip oder Verbzusatz


c) Was kann mittels „Verschieben“ der einzelnen Bestandteile eines Satzes herausgefun-
den werden?

welche Teile des Satzes ein Satzglied bilden

zu Seite 186

∗ 4 Unterstreichen die Hauptsätze, unterwellen Sie die Nebensätze in folgendem Text! Mar-
kieren Sie die finiten Verben!

Hauptsätze:
Zeile 1: „Die Urlaubszeit […] für Einbrecher,“
Zeile 2–3: „Die Polizei registriert […] ,Facebook-Einbrüchen‘.“
Zeile 4: gesamter Satz
Zeile 5: „Immer mehr […] mitteilen,“
Zeile 6–7: „Sie tun das […] zunutze.“
Zeile 8: „Sie lesen […] sofort,“
Zeile 9–10: „Private Fotos […] zudem noch,“
Zeile 10–11: „Für Kriminelle […] Hinweise,“
Zeile 12–14: „Genaue Zahlen […] stark an.“
Zeile 14–15: „Immer öfter […] an,“

Nebensätze:
Zeile 1–2: „die immer […] zu finden.“
Zeile 5–6: „welche […] bereisen.“
Zeile 8: „wo […] könnten.“
Zeile 10: „was es […] gibt.“
Zeile 11: „ob sich […] lohnt.“
Zeile 15–16: „dass sie […] sind.“

finite Verben:
ist, benützen, registriert, ist, wollen, bereisen, tun, machen, lesen, wissen, könnten, verraten, gibt,
sind, lohnt, liegen, beobachtet, steigt, geben, sind

∗ 5 Unterstreichen Sie die Nebensätze und bestimmen Sie diese! Handelt es sich um einen
Gliedsatz, einen Attributsatz oder um eine satzwertige Konstruktion?

a) Mark Zuckerberg entwickelte facemash.com, um die Attraktivität von Studentinnen bewerten zu


lassen. satzwertige Konstruktion (Infinitivgruppe)
b) Die Studentinnen, die auf diese Art bewertet wurden, zwangen Zuckerberg, dieses Projekt aus
dem Netz zu nehmen. Attributsatz; satzwertige Konstruktion (Infinitivgruppe)

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Wortwechsel 1. STL 101
Lösungsvorschläge
c) Facebook, das 2004 gegründet wurde, zählte 2016 1,71 Milliarden Mitglieder. Attributsatz
d) Die Suchfunktion nutzend, kann man neue Freunde finden. satzwertige Konstruktion (Partizipi-
algruppe)

zu Seite 187

∗ 6 Ordnen Sie die koordinierenden Konjunktionen richtig in die Tabelle ein!

additiv: und, wie, plus, sowohl – als auch, weder – noch, sowie, nicht nur – sondern auch,
adversativ: aber, doch, wenn auch, sondern, nur, jedoch, hingegen, dagegen
alternativ: oder, beziehungsweise (bzw.), entweder – oder
kausal: nämlich, denn
konsekutiv: demnach, sonst, daher, somit, infolgedessen

zu Seite 188

∗ 8 Ordnen Sie die folgenden Konjunktionen richtig in der Tabelle ein!

temporal: sobald, während, bevor


komparativ: als
restriktiv: insoweit, soweit, nur dass
konsekutiv: sodass
kausal: da
final: auf dass
konditional: falls
modal/instrumental: indem

∗ 10 HörSPIEL 14: Korrigieren Sie die falschen Konjunktionen, indem Sie die richtigen hier
notieren!

1. denn, 2. weil, 3. Ob, 4. dass, 5. dass, 6. Da

zu Seite 189

∗ 11 Setzen Sie die passende Konjunktion ein! Bestimmen Sie die Art der Konjunktion!

a) Auf Schulwebsites dürfen Fotos von Schülerinnen und Schülern veröffentlicht werden, wenn de-
ren Einverständniserklärung bzw. die ihrer Erziehungsberechtigten vorliegt. (konditional)
b) Einverständniserklärungen müssen im Vorhinein erteilt werden und können jederzeit widerrufen
werden. (additiv)
c) Sie erklärt sich bereit, indem sie das Formular unterschreibt. (modal/instrumental)
d) Fotos, die für Schülerinnen und Schüler nachteilig sein können, dürfen nicht gezeigt werden,
denn sie verletzen das „Recht am eigenen Bild“. (kausal)
e) Ein Foto muss von der Schulwebsite genommen werden, sobald/wenn eine darauf abgebildete
Schülerin/ein darauf abgebildeter Schüler das wünscht. (temporal)
f) Schülerinnen/Schüler dürfen ihre Lehrpersonen fotografieren, insofern/falls/wenn diese ihr Ein-
verständnis dazu gegeben haben. (restriktiv/konditional/temporal)

∗ 12 Arbeiten Sie in Ihrer Mappe und verbinden Sie folgende Sätze mit passenden Konjunkti-
onen zu Hauptsatzreihen bzw. Satzgefügen!

a) Man soll seine Sicherheitseinstellungen bei Facebook von Zeit zu Zeit überprüfen, weil die Be-
treiber manchmal die Geschäftsbedingungen ändern und getroffene Einstellungen zurücksetzen.
b) Im Internet zu surfen ist praktisch, aber/doch man sollte dabei ein paar Dinge beachten, um vor
unliebsamen Überraschungen bewahrt zu werden.

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Wortwechsel 1. STL 102
Lösungsvorschläge
c) Wenn man mehreren Personen zugängliche Computer benutzt, ist es ratsam, dass man sich
nach einer Sitzung bei allen Programmen und Websites abmeldet, damit andere Nutzerinnen
und Nutzer keinen Zugriff auf fremde Daten haben.
d) Melde dich nach jeder Internetsitzung auf öffentlich zugänglichen Computern ab und lösche den
gesamten Browserverlauf!

zu Seite 191/192

∗ 1 Ergänzen Sie die fehlenden Verknüpfungsmittel!

a) Weil Leo sein Handy verloren hatte, konnte er nicht rechtzeitig Bescheid geben, dass er sich ver-
späten würde.
b) Diese Informationen aus dem Internet waren sehr hilfreich und zuverlässig.
c) Kannst du mir in dieser Angelegenheit noch ein Mail schicken, damit ich nicht auf den Termin
vergesse?
d) Leo engagiert sich jetzt bei der Schülerzeitung. Er verfasst zahlreiche Artikel, die darin abge-
druckt werden.
e) Mein persönliches Passwort wurde zurückgesetzt. Deshalb muss ich mir wieder ein neues einfal-
len lassen.
f) Könnten Sie mir in den nächsten Tagen die Röntgenbilder elektronisch zukommen lassen, Herr
Doktor? Ich brauche sie dann nämlich für meinen Besuch in der Ambulanz.

zu Seite 192

∗ 2 Unterstreichen Sie jeweils den Konnektor und bestimmen Sie seine Funktion!

a) Als sie in die neue Schule kam, wurde sie sofort gemobbt. (temporal)
b) Ohne Rücksicht auf ihre Gefühle wurde sie gemobbt. (konditional)
c) Sie wurde gemobbt, indem unvorteilhafte Bilder von ihr veröffentlicht wurden. (modal)
d) Damit das Mobbing endlich ein Ende habe, wurde der Schulpsychologe hinzugezogen. (kausal)

∗ 3 Unterstreichen Sie im folgenden Text 6 alle Textverknüpfungsmittel („Konnektoren“)!


Benennen Sie, um welche Art von Verknüpfungsmittel es sich jeweils handelt!

Wer Informationen über eine Person sucht, die früher nur mühsam herauszufinden waren, kennt den
Weg: Man schaut auf Facebook oder „googelt“ die Person und findet – je nachdem, wie viel preisge-
geben wurde –, entweder eine detaillierte Lebensgeschichte oder auch gar nichts. Und man muss ei-
nes bedenken, dass das Internet niemals etwas vergisst! Zwar lassen sich Fotos oder Details aus
dem Privatleben aus der aktuellen Maske der Sozialen Netzwerke löschen, trotzdem bleiben die Da-
ten gespeichert – und sie lassen sich außerdem nahezu spielerisch mithilfe spezieller Programme
wiederherstellen. Darum sollte man nur das veröffentlichen, was einem auch in Zukunft nicht schaden
kann.
Die immer größer werdende Menge an leicht verfügbaren Daten bringt zwar viele Vorteile für die Use-
rinnen und User, doch der Datenschutz und das Vorbeugen von Datenmissbrauch bekommen eben-
falls eine immer größere Bedeutung. Darum sollte man sich selbst schützen und nur veröffentlichen,
was einem nicht zum Nachteil gereicht. Fotos, die man nicht selbst gemacht hat, darf man nur nach
Rücksprache mit der Fotografin/ dem Fotografen veröffentlichen, wenn bei ihr/ihm die Urheberrechte
liegen.

verknüpfende Wörter:
wer, was (Interrogativpronomen)
die (Relativpronomen)
Und, dass, doch, wenn (Konjunktionen)
zwar, trotzdem, außerdem, darum, (Adverbien)
sie; ihr/ihm (Personalpronomen)

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Wortwechsel 1. STL 103
Lösungsvorschläge
ersetzende Wendungen:
kennt den Weg: > Man schaut … (hier wird nach dem Doppelpunkt dieser Weg erläutert)
man muss eines bedenken > dass das Internet …
Fotos oder Details > die Daten

zu Seite 193

∗ 1 Lesen und ordnen Sie die Textteile in möglichst kurzer Zeit!

Reihenfolge der korrekten Absatz-Nummerierung von oben nach unten (linke Spalte):
1, 5, 11, 15, 9, 3, 7, 13
Reihenfolge der korrekten Absatz-Nummerierung von oben nach unten (rechte Spalte):
8, 4, 10, 14, 16, 12, 2, 6

Bedeutung der unterstrichenen Wörter:


Diversion: Absehen von einer Strafverfolgung zugunsten einer Resozialisierung der Täterin/des Täters
Depression: tiefe Niedergeschlagenheit
Motiv: Beweggrund
virtuell: nicht in der Wirklichkeit vorhanden
Alter Ego: das andere Ich
Existenz: Lebensgrundlage
untermauern: bekräftigen, bestärken

∗ 2 Lesen Sie die Einzelteile und setzen Sie diese zu einem Satz zusammen!

Die Länder mit den schnellsten Internetverbindungen sind Südkorea, Rumänien und Bulgarien.

Das Internet hat laut einer Schätzung von Google etwa 5 Exabytes an gespeicherten Daten,
ein Exabyte sind 1 Million Terrabytes.

Der erste Smiley erschien im Jahr 1979, als Kevin McKenzie auf diese Weise versuchte, seine Emoti-
onen elektronisch auszudrücken.

zu Seite 194 – WIEDERHOLUNG

∗ 1 Erklären Sie, welche Sicherheitsmaßnahmen man auf Kommunikationsplattformen wie


z.B. Facebook treffen sollte und warum!

Man muss persönliche Daten besonders sorgsam schützen, weil sie von Fremden missbräuchlich ver-
wendet werden könnten. Die Sicherheitseinstellungen sollen daher so gewählt werden, dass nur aus-
gewählte Personengruppen auf persönliche Daten zugreifen können. Passwörter sollten nicht banal
sein (Schutz vor Hackern) und regelmäßig gewechselt werden. Weiters sollte man immer gut überle-
gen, was man postet, da einmal getätigte Postings nie wieder aus dem Internet verschwinden.

∗ 2 Zählen Sie drei Punkte auf, die Sie beim Formulieren von Argumenten beachten sollten!

Ein Argument sollte immer aus These, Begründung und Beispiel bestehen.
Dabei sollte auf eine logische, nachvollziehbare Darstellung des Sachverhalts geachtet werden.
Die Argumentation sollte durch Fakten untermauert werden.

∗ 3 Formulieren Sie schriftlich ein vollständiges Pro- und ein vollständiges Kontra- Argu-
ment zum Thema „Datenschutz – wichtiger denn je“!

Individuelle Lösungen

© VERITAS-Verlag, Linz Mayer-Steflic / Toschner / Tröbinger / Zickler


Wortwechsel 1. STL 104
Lösungsvorschläge
∗ 4 Erklären Sie den Unterschied zwischen einem Blog- und einem Tagebucheintrag!

Das Tagebuch ist ein persönliches, meist „geheimes“ Büchlein. Üblicherweise finden sich in einem Ta-
gebuch handschriftliche Einträge, die nicht für die Öffentlichkeit gedacht sind. Blogs sind Internettage-
bücher. Die Einträge erfolgen elektronisch und sind öffentlich abrufbar.

∗ 5 Erklären Sie den Unterschied zwischen Hauptsatzreihe und Satzgefüge!

Hauptsatzreihe: Mehrere miteinander verbundene Hauptsätze


Satzgefüge: Verbindung von mindestens einem Hauptsatz und einem Nebensatz.

∗ 6 Erläutern Sie die Begriffe koordinierende und subordinierende Konjunktion und nennen
Sie je ein Beispiel!

koordinierende Konjunktionen verbinden gleichrangige Sätze oder Satzteile: doch, aber


subordinierende Konjunktionen verbinden Haupt- und Nebensätze: weil, dass

∗ 7 Nennen Sie zwei Maßnahmen, wie man sich vor Internetkriminalität schützen kann!

• den Virenscanner warten, die Firewall des Computers kontrollieren und in regelmäßigen Abstän-
den die geforderten Software-Updates machen
• die Passwörter sorgfältig auswählen, regelmäßig wechseln und geheim halten
• Zahlungen im Internet nur bei sicheren Verbindungen tätigen
• keine persönlichen Daten (Spam!), niemals Kontodaten weitergeben
• bei Gewinnversprechen oder -spielen im Internet skeptisch sein; niemals Geld überweisen, um
einen Gewinn zu erhalten
• Mails mit unbekannten Absendern ignorieren, unbekannte Links nicht anklicken (Viren und Troja-
ner)

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Wortwechsel 1. STL 105
Notizen:

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Serviceteil
für LehrerInnen

• Neuer Lehrplan – neue Herausforderungen – neues Sprachbuch


• Intensives Textsortentraining: mit Beispieltexten, Textsorten-
Steckbrief uvm. zur erfolgreichen Schularbeit
• Ausdrucksfähigkeit und Wortschatz auf hohem Niveau
• Klare Lehrwerksstruktur – unmittelbar einsetzbar im Unterricht
• Oberstufe neu: Semesterwiederholungen (ab Band 2) WO R T W E C H Deutsch für die
Oberstu

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Schulbuch Nr:
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Mayer-Steflic
Wortwechse
VERITAS-Ve
1. Auflage (2
 ISBN 978-3-7101-0925-6
9 783710 109256

Mayer-Steflic / Toschner / Tröbinger / Zickler


Wortwechsel 1. Serviceteil für LehrerInnnen
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2. Auflage (2018) www.veritas.at
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