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Die Praxis der weiblichen 

Triebbefriedigung 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Dieses Buch wird nicht nur an einen beschränkten Kreis von 
beruflich qualifizierten und wissenschaftlich interessierten 
Lesern abgegeben, vielmehr kann es jeder Einsichtige, jeder 
Reife erwerben. Dieses Buch hat keine laufende Nummer, der 
Leser wird in keine Liste eingetragen und muß sich zu nichts 
verpflichten. Die Lehre, die er aus diesem Buch zieht, bleibt 
allein dem Leser überlassen. Dieses Buch will keine neuen 
Sittengesetze aufstellen und keine alten Moralthesen 
unterstützen. Es maßt sich kein Werturteil über die Liebe mit all 
ihren Stärken und Schwächen an. 
Dieses Buch zeigt den Frauen, die sich nach wahrer Liebe und 
echter Hingabe sehnen, Ziel und Weg. 
Dieses Buch will auch den Männern helfen, indem es ihnen 
Einsichten vermittelt. 
Dieses Buch möchte eine Not unserer Zeit beseitigen. 
 
Teil I 
 
Allgemeines 
Die „frigide Frau", ein mißbrauchter Stabreim 
Soll ich dieses Buch mit den üblichen Rechtfertigungen 
beginnen, die Sie in jedem Werk nachlesen können, das sich auf 
das Gebiet der Sexualität wagt? Soll ich zur Einleitung von den 
Sorgen, von den Nöten, von dem Elend schreiben, gewachsen 
aus einer falschen Einstellung zum Sexuellen? Soll ich von der 
psychischen und physischen Berechtigung der körperlichen 
Liebe schreiben? Bedarf es einer solchen Begründung, um ein 
Buch zu rechtfertigen, das sich mit den Möglichkeiten und 
Formen der Sexualbefriedigung beim Weibe befaßt? Weiß der 
Leser, der zu diesem Buch greift, nicht bereits um die 
Notwendigkeit des ausgeglichenen und harmonischen 
Liebeslebens, an dem beide Geschlechter in gleicher Weise 
teilhaben? 
Warum gerade dieses Thema? Warum die Lusterfüllung der Frau 
so in den Vordergrund rücken? Warum nicht ein umfassendes 

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Werk über alle Fragen des Geschlechtslebens? Die Antwort fällt 
leicht: Gesamtwerke gibt es in jeder Menge, in jeder Preislage 
und in jedem Stil. Kaum eines dieser Bücher stellte jedoch bisher 
die Sexualerfüllung der Frau in den Vordergrund. Und gerade 
hier ist die Ursache für die vielen unvollkommenen Ehen zu 
suchen. Ursache und Folge so vieler Schwierigkeiten, die das 
körperliche — und damit auch das seelische — Gleichgewicht 
zwischen den Partnern stören, ist die unbefriedigte oder 
gefühlskalte Frau. Es gibt kaum einen unbefriedigten Mann, 
kaum einen Mann, der beim Verkehr nicht den Orgasmus, den 
Höhepunkt und die Ejakulation erlebt. Vielleicht findet der 
Orgasmus mangelhaft, vorzeitig oder nicht intensiv genug statt. 
Aber er ist da. Und mit ihm erlebt der Mann den Augenblick der 
Entspannung, den Augenblick, der die Steigerung der 
Empfindungen, die Spitze der Erlebniskraft letztlich krönt.  
Das große Problem der unbefriedigten Frau liegt im Ausbleiben 
eben dieser Entspannung, im Verharren und Erstarren mitten in 
der begonnenen Erregung. Die gesamten Vorgänge im 
weiblichen Organismus, die auf diesen Höhepunkt hinzielen 
und hinsteuern, werden abrupt und ohne Vollendung 
abgebrochen. Die Nerven bleiben angespannt, die Muskeln 
verkrampft und der Genitalbereich prall mit Blut gefüllt. Die 
Seele bleibt im Zustand der Erregung und Hingabe. Dieses 
unnatürliche Verbleiben in einem außergewöhnlichen Zustand 
kann gelegentlich und im Einzelfall zwar mühelos vom Körper, 
von den Organen, von der Psyche überwunden werden. Auf die 
Dauer führt das Unbefriedigtbleiben, die ungestillte Sehnsucht, 
jedoch zu seelischen und geistigen Verkrampfungen und 
körperlichen Veränderungen. 
Dieser Zustand ist grausam, doch läßt sich dem Übel abhelfen, 
wenn man beizeiten das Problem erkennt und angreift.  
Die Empfindungswelt dieser unerfüllten Frauen ist nicht 
vollkommen verkümmert. Sie sind erregbar, sie begeben sich auf 
den Weg zum Höhepunkt, nur wird dieses Ziel aus oft ganz 
geringfügigen Gründen nicht erreicht. Im Gegensatz zur echten 

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Frigidität ist dieser Zustand der Anorgasmie nicht so sehr ein 
Problem der Psychotherapie, sondern mehr des Wissens und der 
Beratung. Die Kenntnis dieser häufigen Ursachen und kleinen 
Fehlerquellen zeigt meist schon den Weg auf, der aus dem 
Dilemma herausführt. Es soll vor allem die Aufgabe dieses 
Buches sein, die Zusammenhänge aufzudecken und den Frauen 
zu raten, die aus oft verständlichen Gründen die vertrauliche 
Aussprache beim Arzt scheuen. Immer wieder wird die an sich 
nur unbefriedigte Frau als frigid bezeichnet. Das ist falsch! 
Frigidität und Anorgasmie sind zu trennen, da sie in ihrer 
Ursache, in den Symptomen und in ihren Auswirkungen völlig 
unterschiedlich sind. Daraus ergibt sich folgerichtig auch eine 
getrennte Therapie. Immer wieder ist jedoch zu beobachten, daß 
die Begriffe vermischt werden, und daß der Erfolg einer jeden 
Behandlung darum ausbleiben muß. Der Stabreim von der 
„frigiden Frau" geht allzu leicht über die Zunge und ist oft nichts 
anderes, als eine oberflächliche Entschuldigung für Ehemänner, 
die nicht bereit oder nicht in der Lage sind, die Problemstellung 
richtig zu erkennen und in der Konsequenz gar die Ursache der 
Disharmonie bei sich selbst zu suchen. 
Bei fortwährender einseitiger, das heißt für die Frau 
unbefriedigender Kohabitation wird die Trennlinie zwischen 
Anorgasmie und Frigidität eines Tages fallen. Ein ständiges 
Unbefriedigtbleiben wird zwangsläufig zur echten Frigidität, zur 
Gefühlskälte führen, weil sich jede Frau aus Notwehr gegen die 
Belastungen durch Nichtbefriedigung allen Gefühlen und 
Empfindungen verschließen wird. Die ständige Spannung ohne 
Erlösung ist nicht zu ertragen. Gegen dieses körperliche 
Ungemach wird eine seelische Barriere errichtet, die verhindert, daß 
eine Erregung überhaupt erst beginnt. Damit hätten wir bereits eine 
der Ursachen, die zur Frigidität führen, erkannt. Grundsätzlich sei 
gesagt, daß die Anorgasmie meistens eine körperliche, manchmal 
eine oberflächlich psychische Ursache hat, während die echte 
Frigidität tiefenpsychologischer Natur ist. Darauf werde ich später 
zurückkommen. 

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Läßt sich nun all das Leid und Unheil, das ständiger Gast in so vielen 
Ehen ist, und das aus der Frigidität oder Anorgasmie herrührt, 
zahlenmäßig erfassen? Viele Versuche sind in dieser Hinsicht 
unternommen worden. Die Angaben in der Fachliteratur klaffen weit 
auseinander. Es gibt Ärzte, die meinen, etwa 30% aller Ehen seien 
derart gestört, doch wurde auch schon die erschütternde Zahl von 
90°/o genannt. Dieses Zahlenmaterial wird natürlich immer mehr 
oder weniger spekulativ sein, immerhin aber hat es mich veranlaßt, in 
diesem Buch alle Möglichkeiten zur Beseitigung der Gefühlskälte und 
zur Heilung der Anorgasmie aufzuzeichnen. Wenn es dadurch nur 
eine gebrochene Ehe erhalten kann, hat es seinen Zweck erfüllt. 
Naturgemäß werden alle zahlenmäßigen Erhebungen auf diesem 
Sektor zu schiefen Bildern führen. Grundsätzlich müssen wir damit 
rechnen, daß Angaben zu diesem Komplex, die außerhalb der 
ärztlichen Praxis gemacht werden — zum Beispiel in statistischen 
Erkundungen wie dem Kinsey‐Report — nicht der Wirklichkeit 
entsprechen. Die Befragten werden selten in der Lage sein, ihr 
Problem wirklich zu erfassen. Auch wird nicht jeder bereitwillig sein 
Intimleben durchleuchten lassen. Schon die Auswahl der zu Frage 
und Antwort bereiten Personen wird das Bild in eine bestimmte 
Richtung verschieben. In die ärztliche oder seelenärztliche Praxis 
jedoch kommen nur die Frauen, die sich ihres Mangels und ihres 
Leidens bewußt geworden sind. Dazu gehören in den seltensten 
Fällen echt frigide Frauen, denn diese sind sich gar nicht darüber im 
klaren, daß ihre Frigidität anomal und schädlich ist. Sie betrachten sie 
vielmehr als etwas Naturgegebenes, oft sogar Positives. Man kann 
nicht einmal sagen, daß sie sich mit ihrem Leiden abgefunden hätten, 
denn in ihren Augen gibt es ja nichts, mit dem sie sich abfinden 
müßten. Sie sind nicht nur mit ihrem Schicksal zufrieden, sondern 
halten sich oft gar für besser, als anders — in Wirklichkeit richtig — 
empfindende Frauen. In ihren Augen sind natürlich und gesund 
fühlende Geschlechtsgenossinnen übersinnlich oder gar min‐
derwertig. Sexualität und Sinnlichkeit sehen sie nur als Negativum. In 
diesen Fällen wird die Frigidität überhaupt nur erkannt und dann 
eventuell auch gezählt, wenn die Patientin anderer Störungen wegen 

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den Arzt aufsucht, die, ohne daß sie es ahnt, in ursächlichem 
Zusammenhang mit ihrer Gefühlskälte stehen. 
Eine weitere Möglichkeit der statistischen Erfassung ergäbe sich aus 
den Klagen der Ehemänner, die häufiger bereit sind, beim Arzt das 
Gespräch auf diese Dinge zu lenken. Aber ganz abgesehen davon, daß 
hier oft eine Differenz zwischen Erwartung und Bereitwilligkeit zu 
dem unberechtigten Vorwurf der Frigidität führt, ergibt sich auch 
dadurch niemals ein nur annähernd vollständiges Bild. 
Die Frau aber, die an Anorgasmie leidet, sieht das meist nicht als 
schwerwiegend genug an, um ihren Arzt damit zu behelligen. Für den 
Arzt jedoch — und das möchte ich hier in aller Eindringlichkeit sagen 
— ist nicht die Anzahl und die Häufigkeit einer Krankheit 
entscheidend, sondern einzig und allein das Leid des einzelnen, das 
er — getreu dem hippokratischen Eid — heilen oder lindern will. Um 
aber helfen zu können, muß man die Ursachen eines Leidens gründ‐
lich kennen. Es liegt im menschlichen Wesen, daß wir alles zu 
katalogisieren und zu gliedern versuchen. Sicher ist das — gerade im 
Bereich der Medizin — nicht immer möglich, doch eine gewisse 
Ordnung im Denken erleichtert die Suche nach der richtigen 
Therapie. Wir müssen uns nur darüber im klaren sein, daß nicht alle 
„Fälle" sich in ein Schema pressen lassen, daß der Mensch mit seinen 
Nöten individuell gesehen und behandelt sein will. Wenn ich doch 
nach einer Einteilung, nach einer Klassifizierung der verschiedenen 
Arten von Anorgasmie suche, dann mit allen Vorbehalten, und nicht 
zuletzt als Hilfestellung für den Leser dieses Buches. Die Bezeichnung 
„Frigidität" — das heißt Kälte, hier im Sinne von Gefühlskälte 
gebraucht — wird fälschlicherweise für alle Formen der weiblichen 
Sub‐ und Asexualität verwandt. Das ist irreführend und erschwert die 
Suche nach der Behandlung, die sich ja an den Ursachen ausrichten 
muß. Der Arzt spricht auch nicht von Herzleiden schlechthin, 
sondern er unterscheidet peinlich genau die verschiedenen Arten, um 
auf der exakten Diagnose die Therapie aufzubauen. Allein von 
Frigidität im Sinne von Subsexualität zu sprechen, hieße, ein 
Symptom in den Rang der Diagnose zu heben. 

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Aufgrund der verschiedenen Ursachen müssen wir die 
Mangelerscheinungen der weiblichen Sexualität mindestens in drei 
große Gruppen unterteilen : 
1. Infelicität 
2. Impotenz 
3. Frigidität 
Diese Dreiteilung wird als Leitgedanke über diesem Buche stehen 
und es auch dem Laien ermöglichen, die komplizierten 
Zusammenhänge besser zu übersehen. Lassen Sie mich hier kurz die 
Begriffe umreißen, um dann im weiteren Verlauf ausführlich auf die 
unterschiedlichen therapeutischen Maßnahmen einzugehen. 
Zu 1. Felicitas (lat.) bedeutet soviel wie Beglückung. Die infelicite Frau 
ist unbeglückt. Sie ist nicht krank, nicht anomal, nicht gefühlskalt, sie 
empfindet gesund und begehrlich wie jede andere Frau auch. Nur 
eines fehlt: sie erreicht aus den verschiedensten Gründen bei der 
geschlechtlichen Vereinigung nicht den Höhepunkt, sie findet keine 
Erfüllung, keine Entspannung. Das liegt durchaus nicht immer an ihr, 
sondern genauso oft am Partner. Diesem Zustand ist abzuhelfen, aber 
sicher nicht, indem man ihr Vorwürfe macht oder gar von Frigidität 
spricht. Die infelicite Frau ist keineswegs frigid, sie ist lediglich 
unbefriedigt. Es ist jedoch als sicher anzunehmen, daß aus der 
infeciliten Frau eines Tages eine frigide Frau wird, wenn nicht 
beizeiten etwas getan wird. Die ständige körperliche Belastung durch 
den unvollendeten Geschlechtsakt wird schließlich zur seelischen 
Belastung. Die Furcht vor dem unbefriedigenden Erlebnis gewinnt 
die Bedeutung eines Komplexes — und wenn man sich dessen nicht 
bewußt wird, eines verdrängten Komplexes — der endgültig zur 
Ursache der Frigidität wird. 
Die Infelicität stellt mit Abstand die größte Gruppe dar. Zu 2. Die 
Impotenz des Mannes ist allgemein bekannt. Wir verstehen 
mangelnde Leistungsfähigkeit darunter. Genau das gleiche gibt es 
aber auch bei der Frau. Wenn eine Mutter von sechs Kindern, eine 
berufstätige Ehefrau, eine alternde abgespannte Lebensgefährtin ein 
relativ zu häufiges Ansinnen ihres Partners abschlägt, ist sie deswegen 
nicht gefühlskalt, sondern sie ist müde, nicht mehr leistungsfähig, sie 

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ist impotent. Zu 3. Die kleinste Gruppe im Heer der subsexuellen 
Frauen dürften die wirklich frigiden sein. Eine fehlgeleitete 
Erziehung, ein frühkindliches seelisches Trauma, ein „verdrängter 
Komplex" und vieles mehr führt zu einer psychischen Fehlhaltung, zu 
einer echten Kälte der Gefühle, die sich vornehmlich im 
Sexualbereich niederschlägt. 
 
Ist Liebe unmoralisch? 
 
Um dieses Buch recht verstehen und auswerten zu können, muß 
man zunächst über die Bedeutung und Funktion der menschlichen 
Geschlechtsorgane und ‐aufgaben im Bilde sein. Um das Krankhafte 
zu begreifen, muß man das Gesunde kennen. Ein 
zusammenhängendes Grundwissen über die Fragen des Sexuallebens 
ist eine Vorbedingung des rechten Verständnisses. 
Dazu ist es erforderlich, die unklaren und verschwommenen 
Ansichten über dieses nur scheinbar heikle Thema auszuräumen 
sowie unserer heranwachsenden jungen Generation, den Verlobten 
und jungen Eheleuten, den Weg zu einer klaren und natürlichen 
Einstellung zu allen Fragen der körperlichen Liebe zu weisen. 
Das menschliche Sexualleben ist eine der natürlichsten 
Erscheinungen. Es gehört zum menschlichen Leben wie Speise und 
Trank. Jeder gesunde Mensch tut es, jeder verdankt ihm seine 
Existenz. 
Bewußt sind von der Natur — ich persönlich würde sagen: von Gott 
— Menschen zweierlei Geschlechts geschaffen worden, Partner mit 
dem Wunsch, ganz ineinander aufzugehen, Eines zu werden mit 
Seele, Geist und Leib. Keines dieser drei wiegt schwerer als das 
andere. Seele, Geist und Leib sind die drei Stützen des Lebens sowie 
der Liebe und der Ehe. 
So wichtig in einer ehelichen Gemeinschaft die geistige Harmonie 
sein mag, die gemeinsamen Interessen, so bedeutungsvoll ist auch 
der seelische Gleichklang, der Rhythmus der Gefühle. Auch auf die 
dritte Säule, die körperliche Zweisamkeit, kann keine Ehe verzichten, 
ohne auf schwankendem Grund zu stehen. 

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Die körperliche Verbindung zweier Menschen dient nicht nur der 
Fortpflanzung. Das wäre tierisch. Sie dient einem höheren Zweck, sie 
hilft, die Bande zwischen den Liebenden, zwischen den Partnern 
einer Lebensgemeinschaft, fest und unauflösbar zu knüpfen.  
Allein darum hat sie ihren Wert und ihre Daseinsberechtigung.  
Sie kann gut auf die scheinmoralische Rechtfertigung des 
„menschlichen Selbsterhaltungstriebes oder Arterhaltungstriebes" 
verzichten. Jeder Versuch, dieses große und bedeutungsvolle Erleben 
herabzusetzen, zu entwürdigen, als schmutzig und niedrig 
hinzustellen, ist unwürdig und stellt den Menschen auf die Stufe des 
Tieres. Nur ein Mensch mit Halbwissen, mit mangelndem Gefühl für 
Ethik und Moral wird so urteilen. Er offenbart damit nur seine eigene 
Unzulänglichkeit. Wer in der körperlichen Vereinigung zweier sich 
liebender Eheleute nur den animalischen Fortpflanzungstrieb zu 
sehen vermag, verurteilt damit sich und seine eigenen Eltern. Es gibt 
nicht hier eine seelische und dort eine körperliche Liebe. Es gibt nur 
eine Liebe, die den ganzen Menschen erfaßt, die auf einen anderen 
Menschen in seiner Ganzheit, mit Körper, Seele und Geist, gerichtet 
ist. Auch die heilige Schrift sieht diese Ganzheit. „. . . sie werden ein 
Fleisch sein", heißt es, ohne Abwertung, als Feststellung des 
gottgewollten Zu‐standes, dessen wir uns wahrlich in keiner Weise zu 
schämen brauchen. Hüten wir uns vor einer Entstellung dieser 
dreifachen Gleichwertigkeit von Seele, Leib und Geist. Weder 
Glauben noch Moral rechtfertigen eine Verschiebung dieses 
Gleichgewichtes. Echte Gläubigkeit kann nicht versuchen, Gottes 
Werk zu korrigieren. Wahre Moral beinhaltet auch ein gesundes 
Eheleben. Was in der Bibel nie anders stand, was von der offiziellen 
Kirche längst erkannt, spukt leider noch völlig entstellt in so vielen 
Köpfen. Jahrhundertealte Verwirrung führte zu sexueller Entartung, 
denn nichts anderes ist die sexuelle Entratung. 
Ein führender Geistlicher, der jahrelang in leitender Stellung der 
kirchlichen Jugendarbeit stand, schrieb mir: „Die Nervenärzte 
sammeln dann später die traurigen Produkte falscher religiöser 
Erziehung in ihren Sanatorien." Er hat leider nur allzu recht. 

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Ungezählte Briefe, die durch meine Hände gingen, sprachen von der 
Not und dem Kummer, von der Sorge und dem Leid, geboren aus 
einer verbogenen Einstellung zu den Fragen der 
zwischengeschlechtlichen Beziehungen, gewachsen aus mangelhafter 
Kenntnis von den Dingen. Bittere Klagen und hoffende Fragen 
erreichten mich so häufig, daß ich eine Aufgabe darin sehe, mit 
diesen Zeilen zu raten und zu helfen, den Weg zu zeigen zur rechten 
Einstellung, zu einem gesunden Liebesleben und Liebeserleben, zu 
einer ausgewogenen und glücklichen Ehe. Wir bereiten uns Jahre auf 
unseren Beruf vor, sollten wir der Ehe nicht wenigstens einige 
Abende der Vorbereitung und des Lernens widmen? Hüten wir uns 
vor einer Unterbewertung der körperlichen Liebe genauso wie vor 
einer Überbewertung. Beides kann verhängnisvoll sein! 
 
Die Genitalien der Frau 
 
Darf ich wiederholen: um das Krankhafte zu begreifen, muß man das 
Gesunde kennen. Wenn auch weder die Frigidität noch die Impotenz, 
allenfalls die Infelicität, durch rein körperliche Ursachen bedingt ist, 
so gehört das Wissen um die physiologischen Funktionen des 
Geschlechtsapparates nicht nur zur Selbstkenntnis und 
Allgemeinbildung. Es ist auch die Voraussetzung zum Verstehen 
dieses Buches. Viele Störungen psychischer Natur entstehen nur, weil 
sie in der Unwissenheit und dem Nichtverstehen einen fruchtbaren 
Boden finden. Man unterteilt  zur besseren Übersicht und der 
getrennten Funktionen wegen — den Geschlechtsapparat in die 
äußeren und inneren Genitalien. Zu den äußeren Genitalien zählt 
beim Weibe alles, was außerhalb der Vagina, zu deutsch der Scheide, 
liegt. Wohlverwahrt zwischen der kräftigen und schützenden 
Schenkelmuskulatur liegt dieser Zugang zu den so empfindlichen 
und wichtigen inneren Organen. 
Nach außen hin wird die Scheide durch die großen und kleinen 
Schamlippen verschlossen. Im vorderen Winkel dieser Hautfalten 
findet sich ein etwa erbsengoßer Vorsprung, in den die meisten und 
wichtigsten sensiblen Nervenfasern der Genitalsphäre münden: die 

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Clitoris oder der Kitzler. Dieses winzige Hautläppchen ist 
ursprünglich das Zentrum der Empfindsamkeit einer Frau auf 
genitalem Gebiet. Es entspricht anatomisch der Eichel des Mannes. 
Von einer ausreichenden Berührung und damit Reizung der Clitoris 
hängt zunächst die Auslösung des Orgasmusses, des Höhepunktes, 
und damit die Geschlechtsbefriedigung der Frau ab. Auf die 
hierdurch bedingten Störungen und deren Beseitigung komme ich an 
anderer Stelle ausführlich zurück. 
Bei einer reifen Frau wird sich im Laufe der Ehe dieses Empfindungs‐
zentrum von der Clitoris auf die Vagina und den Scheidenvorhof mit 
den Schamlippen verlagern. Bleibt diese Verlagerung aus, und ist die 
betroffene Frau nur über die Clitoris, nicht über Schamlippen und 
Vagina erregbar, handelt es sich um eine Störung in der normalen 
Entwicklung. Manche angesehene Autoren neigen dazu, hier schon 
von Frigidität zu sprechen. Das dürfte zumindest irreführend sein. 
Dieser Zustand mag zwar infantil — auf kindlicher Entwicklungsstufe 
stehen geblieben — sein, doch zeugt er immerhin davon, daß diese 
Frau den Weg zur Liebesfähigkeit bereits beschritten, wenn auch 
noch nicht vollendet hat. Es dürfte leichter sein, eine nur clitoral 
empfindende Frau zur vollen, natürlichen, vaginalen 
Orgasmusfähigkeit zu geleiten, als eine Frau die Liebe zu lehren, die 
von den tiefen Freuden der Hingabe und des Liebeserlebens gar 
nichts weiß und auch nicht wissen will. Die Vagina gehört der 
medizinischen Terminologie nach bereits zu den inneren 
Geschlechtsorganen. Richtiger wäre es, sie noch den äußeren 
zuzuzählen. Sie entspricht im Vergleich mit dem Verdauungskanal 
etwa dem Munde. Sie ist ohne schwierigen Eingriff jederzeit 
zugänglich und dementsprechend auch nicht keimfrei. Streng 
genommen handelt es sich hier also um ein äußeres Organ. Sie bildet 
die Verbindung zwischen Außenwelt und Gebärmutter und mündet 
nach außen hin in den Scheidenvorhof. Ihre Innenwand ist mit 
faltiger dehnbarer Schleimhaut ausgestattet. Um die männlichen 
Samenzellen bei einer Kohabitation der weiblichen Eizelle möglichst 
nahe zu bringen, und um sie schädigenden Umwelteinaussen zu 
entziehen, nimmt die Vagina das männliche Glied vollständig auf. 

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Eine häufig geäußerte Befürchtung — besonders bei jungen Men‐
sdien — liegt in den recht unterschiedlichen Dimensionen des 
männlichen Gliedes. Die Erklärung: „Wir müssen doch wissen, ob wir 
überhaupt zusammenpasse»" wird von ledigen Paaren immer wieder 
als Begründung für voreheliche Vereinigungen benutzt. 
Diese Befürchtung entbehrt jeglicher Grundlage. Die Vagina ist so 
nachgiebig, daß selbst ein neun Monate ausgetragenes Kind seine 
Mutter auf diesem Wege — wenn auch unter Schmerzen — verlassen 
kann. Sie kann sich also mit Leichtigkeit auch einem kräftig 
dimensionierten männlichen Organ anpassen. Schmerzen, die bei 
den ersten Begegnungen einer Jungfrau auftreten, lassen sehr schnell 
nach und machen den natürlichen Lustempfindungen Platz. 
Dieser Schmerz entsteht auch nicht so sehr durch 
Größenunverträglichkeit, als vielmehr durch die Zerstörung des 
Hymen. Der Hymen (nicht, wie oft fälschlicherweise gebraucht, das 
Hymen) ist eine Schleimhautfalte am Eingang zur Scheide.  
Er verschließt die Scheide nicht — wie wäre dann eine jungfräuliche 
Menstruation möglich — er verringert nur den Querschnitt.  
Dieser Hymen wird bei der ersten Geschlechtsvereinigung durch den 
Penis zerrissen. Dabei entsteht eine leichte Blutung und auch ein 
Schmerz, der aber ohne weiteres zu ertragen ist. Er wird sich einige 
Male wiederholen, wenn der Hymen nur unvollständig zerrissen 
wurde. Sollte diese Zerreißung wegen der Festigkeit des Hymen oder 
der Ängstlichkeit der jungen Frau nicht gelingen, ist er durch 
ärztlichen Eingriff schmerzlos abzutragen. Ansonsten wird ein guter 
Arzt stets darauf achten, bei notwendigen Eingriffen oder 
Untersuchungen einen erhaltenen Hymen nicht zu beschädigen. 
Ein zerstörtes „Jungfernhäutchen" kann nicht als Beweis für 
stattgefundenen Verkehr gewertet werden. Durch ärztlichen Eingriff, 
durch Sportverletzungen, ja, selbst spontan kann es beschädigt sein. 
Genauso wenig aber muß ein erhaltener Hymen „Unschuld" 
beweisen. Er kann so dehnbar und geweitet sein, daß er erst bei einer 
Entbindung zerreißt. Die Bedeutung der sichtbaren Jungfernschaft, 
der „Unberührtheit", wird oft weit überschätzt. Unmittelbar neben 
dem Hymen liegen die Bartholinischen Drüsen, deren 

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Ausführungskanal in den Scheideneingang mündet. Sie sondern bei 
sexueller Erregung ein schleimiges Sekret ab, dem bei der 
Vereinigung die Bedeutung eines Schmiermittels zukommt. Sie sind 
häufiger Sitz von Entzündungen, der Bartholinitis, die durch alle 
ordinären Erreger hervorgerufen wird, bei Kleinkindern auch oft 
durch Schmierinfektion mit Coli‐Bakterien, die zur normalen 
Darmflora gehören. Die inneren Geschlechtsorgane sind in ihrem 
Aufbau und Mechanismus wesentlich komplizierter. Hier spielt sich 
das für die menschliche Fortpflanzung so wichtige rhythmische 
Geschehen in steter Folge ab, gesteuert durch eng verflochtene 
hormonale und nervöse Reize. Ovarium, Tuba und Uterus — zu 
deutsch: Eierstock, Eileiter und Gebärmutter — vollziehen die 
Menschwerdung unter führender Einwirkung der Hypophyse.  
Diese Steuerwirkungen sind so verwickelt, daß ich ihnen ein eigenes 
Kapitel widme. Hier sollen nur die Vorgänge in den 
Geschlechtsorganen selbst beschrieben werden. Der Eierstock ist der 
Ursprungsort der weiblichen Keimzellen. Sämtliche im Laufe des 
Lebens reifenden Eier sind bereits bei der Geburt eines Mädchens in 
ihrem Ovarium angelegt. Und darüber hinaus eine riesige Reserve. 
Der Eierstock enthält etwa 4—500 000 Eizellen, von denen in den 33 
Jahren der zeugungsfähigen Zeit nur ca. 380 reifen. Jedes einzelne Ei 
enthält bis kurz vor der Befruchtung in den sogenannten Kern‐
schleifen 46 Chromosomen. Früher nahm man 48 an. Sie sind Träger 
der Gene, der Erbanlagen. Da jedes Wesen, auch der Mensch, durch 
vielfache Zellteilung entsteht, reift und heranwächst, finden sich diese 
46 Chromosomen in jeder menschlichen Zelle, ob Knochen oder 
Haut, ob Muskel oder Blut, wieder. 
Durch bestimmte Chemikalien oder Strahlen, durch 
„radiomimetische Stoffe", können die Eizellen verändert werden. 
Wird eine so veränderte Eizelle befruchtet, entsteht mit großer 
Wahrscheinlichkeit ein mißgestaltetes Kind. So hat man zum Beispiel 
festgestellt, daß mongoloide Kinder in jeder Zelle nicht 46, sondern 
47 Chromosomen führen. Jede Frau ist diesen Gefahrenquellen im 
Laufe ihres Lebens mehr oder weniger ausgesetzt. 

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Die Zufallswahrscheinlichkeit, daß eine geschädigte Zelle befruchtet 
wird, ist also bei älteren Müttern größer als bei jungen.  
Diese genetischen Mißbildungen sind nicht zu verwechseln mit den 
teratogenen, das heißt mit Fehlbildungen, die während der 
Schwangerschaft durch Störungen der Zellteilung und Entwicklung 
entstehen. Bei den jüngst diskutierten Thalidomidschäden handelt es 
sich um teratogene Einwirkungen. Von den vorhandenen Eizellen 
reift in regelmäßigem Abstand von ca. 28 Tagen eine heran. Sie ist 
von einem schützenden Bläschen, dem Graafschen Follikel umgeben. 
Ist das Ei endgültig reif, zerspringt das Bläschen und die Zelle 
wandert durch den Eileiter in Richtung Gebärmutter.  
Diese Wanderung dauert einige Stunden. 
Es ist noch umstritten, aber wahrscheinlich, daß ein solcher Eisprung 
auch durch äußere Einflüsse, zum Beispiel seelische, sexuelle oder 
andere Erregungen ausgelöst werden kann. Man spricht dann von 
einer provozierten Ovulation. Jeder Eisprung, ob regulär oder 
provoziert, geht mit einer leichten, aber meßbaren 
Temperaturerhöhung von etwa 0,5 Grad einher. Die Befruchtung des 
Eies findet in der Regel auf dem Wege durch den Eileiter statt. Die 
sich aus eigener Kraft fortbewegende männliche Samenzelle dringt 
durch die Membran in das Ei ein. Die nun befruchtete Zelle beginnt 
sich zu teilen. Auch hier spielen die 46 Chromosomen, die aus 23 
Paaren bestehen, eine entscheidende Rolle. Obwohl ja jetzt zwei 
Zellen zu einer verschmelzen, sind nach der Befruchtung nur 23 
Chromosomenpaare vorhanden, denn im Reifeprozeß der Keimzellen 
haben diese sich noch einmal geteilt. Ein zur Befruchtung 
gelangendes Ei und auch die Samenzelle enthalten statt der 23 Paare 
nur 23 Einzelchromosomen, die sich jeweils mit dem Partner der 
anderen Zelle zusammenfügen, so daß der Normalsatz wieder 
vollständig ist. Dadurch erfolgt die enge Verquickung der väterlichen 
und mütterlichen Erbmasse. In diesem Augenblick entscheidet sich 
auch das Geschlecht des zukünftigen Kindes. Das befruchtete Ei 
nistet sich in der Schleimhaut der Gebärmutter ein. Hier hat sich seit 
der letzten Menstruation ein dicker blutgetränkter Nährboden 
entwickelt, der eigens auf ein befruchtetes Ei wartete. In diesem 

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warmen Nest schreitet die Zellteilung — jetzt aber ohne Trennung, 
sondern mit Verdoppelung der Chromosomenpaare — in 
zunehmendem Maße fort. In den nächsten neun Monaten entwickelt 
sich ein lebensfähiges Kind. Das leere Graafsche Follikel wurde 
inzwischen zu einer Drüse umgewandelt, die das Gelbkörperhormon 
absondert, und damit das Signal zur Erhaltung des Nährbodens gibt. 
Fand keine Befruchtung statt, geht 15 Tage nach dem Eisprung 
auch diese blutige Schleimhautschicht zugrunde. Zusammen mit 
dem Ei wird sie ausgestoßen. Jede Frau kennt diesen Vorgang als 
Menstruation. Aus dem Gesagten ergibt sich, daß der Eisprung, 
und damit die Chance einer Befruchtung, etwa in der Mitte 
zwischen zwei Menstruationen liegt. Das Wissen darum kann 
man natürlich sowohl zur Schwangerschaftsbegünstigung als 
auch zur Schwangerschaftsverhütung verwenden. Über die 
darauf aufbauende Verhütungsmethode nach Knaus und Ogino 
finden Sie Näheres im entsprechenden Kapitel. 
Bedauerlicherweise gibt es immer wieder junge Mädchen, die 
durch die erste Menstruation überrascht werden und einen 
schweren Schock erleiden. Sogar Selbstmordfälle sind 
vorgekommen, weil die unwissenden Kinder meinten, sie 
brächten ein Kind zur Welt, sie seien schwer krank oder sie 
würden „für ihre Sünden gestraft". Hier ist den Eltern, besonders 
der Mutter, ein Vorwurf zu machen. Gleichviel, wie man über 
Aufklärung denkt: auf dieses nicht zu vermeidende und 
natürliche, gesunde Ereignis ist jedes heranwachsende Mädchen 
rechtzeitig vorzubereiten. Ein Versäumnis wird oft mit 
bleibenden seelischen Konflikten bezahlt. Nur bezahlt hier 
ungerechterweise die Tochter für die Versäumnisse der Mutter 
— nicht selten mit ihrem Lebensglück. 
Die erste Menstruation — der Eintritt der Menarche — ist etwa 
mit dem 13. Lebensjahr zu erwarten. Es ist in den letzten 
Jahrzehnten die Beobachtung gemacht worden, daß sich das 
Durchschnittsalter nach unten verschiebt. Auch beginnt die 
Menarche in warmen, südlichen Ländern erheblich früher als in 
nordischen. Die Erklärung dafür dürfte in gehäuften 

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Einwirkungen von seelischen, körperlichen, sexuellen und er‐
nährungsmäßigen Reizen zu suchen sein. Das Ende der 
Fortpflanzungsperiode liegt zwischen dem 42. und 54. 
Lebensjahr. Durch den Ausfall der normalen 
Geschlechtsfunktion erfolgt auch eine hormonale Umstellung. 
Die Frau in den „Wechseljahren" hat darunter oft heftig zu lei‐
den. Ein eigenes Kapitel gilt daher ihren Nöten. 
 
Die Genitalien des Mannes 
Wenn auch dieses Buch in seiner Gesamtheit der Frau gewidmet 
ist, halte ich dennoch eine kurze Erläuterung der männlichen 
Geschlechtsorgane für erforderlich. Um eine ausgeglichene Ehe 
zu führen ist ja nicht nur Verständnis und Rücksichtnahme des 
Mannes für die Frau nötig, sondern umgekehrt muß auch jede 
Frau wissen, was sie von ihrem Mann erwarten kann und darf. 
Ebenso muß sie Verständnis für ein Versagen ihres Partners 
aufbringen. Dazu muß sie aber nicht nur sein Wesen, nein, auch 
seine Anatomie kennen wie die ihre. 
„Wie die ihre" ist gar nicht so abwegig, denn obwohl ja die 
männlichen und weiblichen Organe völlig entgegengesetzt sind, 
oder zumindest scheinen, haben sie sehr vieles gemeinsam.  
Sie haben nicht etwa nur die paradoxe Gleichheit wie Negativ 
und Positiv in der der Fototechnik, sondern sie entstammen 
entwicklungsgeschichtlich der gleichen Anlage, dem Wolffschen 
Gang, der das gesamte Urogenitalsystem umfaßt. Jedes Organ 
findet beim anderen Geschlecht sein Parallelstück. Ich will hier 
nur einige aufzählen: Hoden — Eierstock, Samenleiter — 
Eileiter, Vorsteherdrüse — Gebärmutter, Penis — Scheide, 
Eichel — Clitoris, Cow‐persche Drüsen — Bartholinische 
Drüsen. Obwohl das Geschlecht des zukünftigen Kindes bereits 
bei der Zeugung feststeht, ist es intrauterin nicht zu erkennen. 
Der Hodensack des Knaben entwickelt sich erst gegen Ende der 
Schwangerschaft, und die bis dahin im Becken verborgenen 
Hoden treten aus. Hin und wieder bleibt dieser letzte Vorgang 
aus, so daß ärztliche Behandlung erforderlich wird. Entweder 

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wird der Austritt durch Testosterongaben oder chirurgisch 
erwirkt. So, wie sich am werdenden Kind die primären 
Geschlechtsmerkmale entwickeln, so wie sich der Embryo selbst 
vom ersten Zellpaar zum Menschen heranbildet, so lief auch der 
Gang der Naturgeschichte. Das Werden des einzelnen Menschen 
scheint eine Nachahmung vom Werden des Menschen‐
geschlechts zu sein. Die männliche Samenzelle wird in den 
Hoden erzeugt, und zwar ständig in riesiger Zahl.  
Diese Produktion erfolgt unabhängig vom „Verbrauch". 
Auch wenn der Mann abstinent lebt, entstehen ständig neue 
Zellen. Sie werden in dem verzweigten Röhrennetz der 
Nebenhoden, die ebenfalls im Hodensack untergebracht sind, 
gespeichert. Wird der Samen eines gesunden Mannes nicht beim 
natürlichen Verkehr ausgestoßen, hilft sich der Körper durch ein 
Sicherheitsventil selbst. Im unkontrollierten Schlafzustand 
entleert sich der überschüssige Samen. Jeder Jüngling und Mann 
kennt diesen Vorgang, den man Pollution nennt. Es ist nichts 
unnatürliches, dessen man sich zu schämen hätte, sondern ein 
Zeichen der gesunden Keimdrüsenfunktion. Die männlichen 
Samenzellen — sie heißen Spermien — sehen etwa aus wie 
Kaulquappen. Sie haben einen Kopf‐, Hals‐ und Schwanzteil.  
Der Schwanz dient mit seinen flinken Schlängelbewegungen 
lediglich der Fortbewegung. In das Ei dringt er nicht mit ein, er 
fällt zuvor ab und geht zugrunde. Nur der Kopf‐ und Halsteil 
dient der Befruchtung. Er enthält auch den Zellkern mit den 
Chromosomen. Jedes Ejakulat enthält 2—5 ccm Samenflüssigkeit 
mit bis zu 500 Millionen der winzigen Samenfäden. Eine zu 
geringe Anzahl oder auch mangelnde Bewegungsfähigkeit 
verhindert oder erschwert eine Befruchtung. Bleibt ein Ehepaar 
kinderlos, genügt es also nicht, die Ursachen bei der Frau zu 
suchen, auch der Ehemann muß sich einer Spermienkontrolle 
unterziehen. Die männlichen Samenfäden wandern teils aus 
eigener Kraft, teils durch Muskel‐ und Flimmerbewegungen des 
Samenleiters zur Vorsteherdrüse. Hier werden sie mit einer 
schleimig‐milchigen Flüssigkeit vermischt. In dieser Flüssigkeit 

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schwimmend und schützend von ihr umschlossen verläßt der 
Same dann durch das Glied den Körper des Mannes. Auf diesem 
Wege benutzt er die Harnröhre. Eine sinnvoll konstruierte 
Weiche verhindert, daß auf diesem Gleis zwei Züge gleichzeitig 
— Harn und Sperma — fahren. Während der Erektion 
verschließt ein Ventil die Harnblase, so daß mit der stoßweise 
erfolgenden Ejakulation nur Samen ausgeworfen wird. 
Die Prostata, deren alkalisches Sekret für die Lebensfähigkeit der 
Spermien so wichtig ist, bildet aber gleichzeitig eine häufige 
Leidensquelle des alternden Mannes. Ist sie nicht mehr in 
Funktion, wird sie bindegewebig derb und vergrößert sich. Sie 
liegt unmittelbar unter der Blase. Da die Harnröhre durch die 
Prostata hindurchführt, wird bei einer Vergrößerung der 
Harnfluß erheblich behindert. Es empfiehlt sich dringend, 
bereits bei den ersten Störungen der Harnentleerung den Arzt 
aufzusuchen. Nur die frühzeitige Behandlung hat Aussicht auf 
Erfolg. Der eben erwähnte Samenleiter steigt durch den 
Samenstrang vom Hoden ins Becken, zieht eine Schleife um 
einen Teil der Blase und mündet mitten in der Prostata dann in 
die Harnröhre. Der Samenstrang enthält außerdem Nerven, 
Blutgefäße und einen Muskel, der den Hoden bewegen kann. 
Streicht man mit einem harten Gegenstand die Innenseite des 
Schenkels entlang, steigt der entsprechende Hoden reflektorisch 
in die Höhe. Dieser diagnostisch wichtige Reflex läßt sich — so 
sagte mein alter Lehrer stets — „nur bei der Hälfte aller 
Menschen durchführen". Womit er zweifellos recht hatte. 
Das Glied, positives Gegenstück zur Vagina, besteht aus einem 
Knorpelkern, der von porösen Schwellkörpern umgeben ist. 
Wird ein Mann durch Berührung, durch äußere Sinneseindrücke 
oder durch Phantasievorstellungen sexuell erregt, füllen sich 
diese Schwellkörper prall mit Blut. Ein Ventil verhindert 
zunächst den Rückfluß des Blutes, so daß — ähnlich einem prall 
mit Luft gefülltem Ballon — das Glied versteift wird. Erst durch 
diese Steife und Festigkeit läßt es sich bei der Begattung in die 
Vagina einführen, um hier den Samen zu entleeren.  

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Die Spitze des Gliedes, die Eichel, wird von einer Vorhaut 
umschlossen und geschützt, denn hier enden, wie bei der Frau in 
der Clitoris, die empfindlichsten und meisten sensiblen Nerven 
der Genitalsphäre. Diese Vorhaut schiebt sich bei einer 
Vereinigung zurück, damit die Empfindungsfähigkeit der nun 
freigelegten Eichel steigt. Das Schmiermittel liefert die 
Cowpersche Drüse. Im nicht erregten Zustand wird der Raum 
zwischen Eichel und Vorhaut leicht gefettet. In Zeiten der 
Abstinenz muß hin und wieder eine vorsichtige Reinigung der 
Eichel erfolgen, da sich zuviel Fett ansammelt, und eine 
Entzündung entstehen kann. Oft kommt eine Infektion hinzu. 
Läßt sich die Vorhaut nicht bis zur Eichelfurche zurückschieben, 
sprechen wir von einer Phimose. Durch einen chirurgischen 
Eingriff wird die Eichel dann — meist für immer — freigelegt. 
Im jüdischen Volk ist es ein religiös bedingter Brauch, bei allen 
Knaben diese Beschneidung vorzunehmen. 
Durch die Reibungsreize bei der Vereinigung zwischen Scheide 
und männlichem Glied wird die Erregung immer weiter bis zum 
Orgasmus gesteigert. Erst nach der Ejakulation, die auf dem 
Elöhepunkt des Aktes erfolgt, öffnen sich die Venensperren und 
lassen das gestaute Blut zurückfließen. Dadurch erschlafft das 
Glied wieder, und ein wohliges Gefühl der Entspannung und 
Zufriedenheit ergreift vom Manne Besitz. Darin liegt eine 
gewisse Gefahr für die Ehe. Aus dieser Müdigkeit heraus scheint 
es oft zu unbequem, jetzt noch irgendwelche Anstrengungen zu 
machen, der möglicherweise noch unbefriedigten Partnerin die 
gleiche Wollust und Entspannung zu bereiten. Nicht zuletzt 
dieser Bequemlichkeit „verdanken" viele infelicite Frauen ihr 
Leid. Doch auch der befriedigten Frau bereitet ihr Mann eine 
bittere Enttäuschung, wenn er sich nach dem vollendeten Akt 
müde und gleichgültig auf die andere Seite zum Schlafen legt. 
Die Vereinigung zweier Liebender ist nicht eine rein körperliche 
Angelegenheit, sondern birgt auch eine seelische Hingabe in 
sich. Es ist brutal und rücksichtslos, eine Frau im Zustande 
dieser Selbstaufgabe allein zu lassen. Sie hat ein Recht darauf, 

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daß sich ihr Mann auch nach dem Akt mit zärtlichen Liebko‐
sungen zu ihr gesellt. Sie sieht darin eine Bestätigung, daß ihr 
Lebensgefährte sie noch liebt und sie nicht nur zu einem 
willfährigen Werkzeug seiner Sinneslust erniedrigt hat. 
Die Bedeutung des Nervensystems um zu verstehen, welche 
Bedeutung dem Seelenleben, der Psyche, dem Unterbewußten 
im Menschen, auch hinsichtlich den körperlichen Funktionen 
und der Funktionsfähigkeit des Geschlechtsapparates zukommt, 
müssen wir uns ein wenig mit dem Zusammenspiel zwischen 
Bewußtsein, Unterbewußtsein und dem Nervensystem 
beschäftigen. Wir unterscheiden anatomisch und funktionell 
zwei Nervensysteme: Das periphere (am Rande liegende) und 
das vegetative oder auch autonome (selbständige) 
Nervensystem, die beide wiederum an das Zentralnervensystem 
(Hirn und Rückenmark) angeschlossen sind. Als periphere 
Nerven bezeichnet man die Reizleitungen, die eine Verbindung 
zwischen dem Gehirn und Rückenmark einerseits und der 
Körperoberflädie und den Bewegungsorganen andererseits 
herstellen. Diese Verbindung erstreckt sich nicht allein auf den 
Tastsinn der Haut, sondern auf alle Funktionen, die mit unserer 
Umwelt im Zusammenhang stehen. Sie reichen also genau 
genommen weit über die Peripherie hinaus. Auch diese Gruppe 
kann man wieder in zwei Unterabteilungen aufteilen:  
die sensorischen und sensiblen Nerven, die alle von der Umwelt 
auf uns zukommenden Eindrücke empfangen und an das 
Bewußtsein melden. Das sind also die Nerven, die unseren fünf 
Sinnen zugehören: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten. 
Sie stellen, bildlich gesprochen, das Fenster dar, durch das wir 
unsere Umwelt betrachten können. Bei der Beobachtung allein 
kann und darf es natürlich nicht bleiben. Wir müssen reagieren, 
handeln, Einfluß nehmen. Wir müssen ständig die Umwelt und 
unseren Standpunkt in dieser Umwelt verändern. 
Dieser Aufgabe dienen die ebenfalls zum peripheren 
Nervensystem gehörenden motorischen (bewegenden) Nerven. 
Sie übertragen die von der Kommandozentrale Gehirn 

20
gegebenen Befehle an die Bewegungsorgane, und dienen damit 
also dem Sprechen, Gehen, Schreiben, Arbeiten, kurz: dem 
Handeln. Das periphere Nervensystem arbeitet also in zwei 
Richtungen: Von außen zum Gehirn der Empfindung dienend 
(Sensorium), und vom Hirn nach außen der Bewegung dienend 
(Motorik). Eine ganz andere Bedeutung und Aufgabe hingegen 
hat das vegetative (autonome) Nervensystem. Es steuert 
autonom, das heißt ohne unser bewußtes Dazutun, die Funktion 
unserer inneren Organe: Herz, Gefäße, Verdauung, Stoffwechsel, 
Atmung, Urogenitalsystem, Inkretion und Exkretion.  
Auch diese Vorgänge, mit denen wir uns in Gedanken nie oder 
selten befassen, bedürfen der übergeordneten Steuerung vom 
Hirn aus. Das erfolgt jedoch nicht aus der dem Bewußtsein 
zugeordneten Großhirnrinde, sondern aus dem Zwischenhirn, 
das wir funktionell zunächst einmal als vom Bewußtseinsbereich 
getrennt betrachten wollen. Vom Zwischenhirn durchziehen 
zwei Nerven, oder besser Nervengespinste unseren Körper: der 
Sympathikus, der in seinem Hauptstrang entlang der 
Wirbelsäule läuft und von hier seine Äste zu den steuerungs‐
bedürftigen Organen schickt. Der an die Wirbelsäule grenzende 
Hauptstrang, er heißt darum auch Grenzstrang, bleibt darüber 
hinaus in ständiger Verbindung mit dem aus Nervenzellen 
bestehenden Rückenmark. 
Das vegetative und das periphere Nervensystem sind darum 
zwar funktionell, jedoch nicht immer anatomisch voneinander 
zu unterscheiden. Dieser Kontakt dient nicht zuletzt der 
Herstellung von sogenannten Reflexbögen. Unter Reflexbogen 
verstehen wir den Weg, den ein Reiz nimmt, der zwingend, ohne 
unsere verstandesgemäße Kontrolle, eine reflektorische Reaktion 
oder Bewegung hervorruft. Jeder kennt zum Beispiel aus der 
ärztlichen Sprechstunde den Patellarreflex, bei dem durch einen 
Schlag unterhalb der Kniescheibe der Unterschenkel zum 
Emporschnellen gebracht wird. Der Reflexbogen zieht in diesem 
Fall vom Empfindungsnerv der Kniescheibe zum Rückenmark, 
unmittelbar von hier, ohne erst den Umweg über das Gehirn zu 

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nehmen, wieder durch den Bewegungsnerv zu den Muskeln des 
Oberschenkels. Das ist ein Reflexbogen, der nur das periphere 
Nervensystem (sensible Nerven, Rückenmark, motorische 
Nerven) benutzt. Die Schaltstelle im Rückenmark, an welcher 
der Reiz vom Empfindungsnerv auf den Bewegungsnerv 
überleitet, heißt Reflexzentrum. Solche Reflexzentren gibt es 
eine ganze Reihe, und sie vermögen ebenso gut einen Reiz von 
sensiblen Nerven in das Vegetativum umzuleiten. Darum die 
ständige enge Verbindung zwischen Rückenmark und 
Grenzstrang. Jedes Reflexzentrum hat seinen bestimmten 
Aufgabenbereich. Das im zweiten Kreuzbeinwirbel gelegene 
dient zum Beispiel der Erektion und heißt entsprechend 
Erektionszentrum. Der von der Berührung der erogenen Zonen 
oder der Genitalien ausgehende Empfindungsreiz zieht durch 
den sensiblen Nerv zum Erektionszentrum. Hier wird er 
umgeschaltet ins Vegetativum, das nun wiederum auf die 
Blutgefäße der Genitalien teils erweiternd, teils verengend wirkt. 
Dadurch kommt die pralle Blutfüllung der Schamlippen und die 
Aufrichtung der Clitoris zustande. Es handelt sich hier also um 
einen Reflexbogen, der periphere und vegetative Nervenbahnen 
benutzt. Der zweite vom Hirnstamm ausgehende vegetative 
Nerv ist der Parasympathikus oder auch Vagus genannt. Er wählt 
seinen Weg nicht so diszipliniert entlang der Wirbelsäule 
sondern schweift wie ein Vagabund im Körper umher. Daher hat 
er auch seinen Namen „Nervus Vagus", der umherschweifende 
Nerv. Treffender wird seine Bedeutung charakterisiert durch die 
Bezeichnung Parasympathikus = Gegensympathikus. Beide 
Zweige des vegetativen Nervensystems arbeiten nämlich als 
Gegenspieler miteinander. Sie ergänzen sich, wie die beiden 
Schalen einer Balkenwaage oder die Partner am Schachbrett. 
Zwar gegeneinander, aber doch miteinander. Das eine ohne das 
andere ist nichts. Erst durch das Auspendeln der Gegenkräfte 
kommt ein funktionstüchtiges Gleichgewicht zustande. 
Alle inneren Organe empfangen sowohl vom Sympathikus als 
auch vom Parasympathikus ihre Impulse. Und doch hat jeder 

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der beiden sein ureigenstes Gebiet. Hier dominiert er, hier wirkt 
er positiv, anregend. Der Partner dagegen spielt die Rolle der 
Opposition, er bremst, er wirkt also negativ. 
So beeinflußt der Sympathikus alle Organe anregend, die im 
Zusammenhang mit Arbeit, mit Bewegung, mit der Umwelt und 
deren Veränderung stehen, nämlich Herz, Atmung, 
Muskeldurchblutung usw. Der Parasympathikus dagegen wirkt 
bremsend auf diese Organe. Sein Gebiet wiederum, in dem er 
anregt, sind die Organe, die mit der Erholung, der Ruhe, der 
Kraftergänzung, dem Wiederaufbau zusammenhängen: nämlich 
Magen, Darm, Verdauung usw. In diesem Bereich bremst der 
Sympathikus. Es sei aber nochmals gesagt, daß man keine 
Unterscheidung nach Gut oder Böse, nach Nutzen oder Schaden 
treffen kann, sondern daß erst durch das natürliche und gesunde 
Gleichgewicht beider die Funktionsfähigkeit unserer Innereien 
gewährleistet ist. Selbstverständlich kommen gewisse 
Schwankungen und Verschiebungen in dieser Gegengewichtig‐
keit vor, die normal und nützlich sind, weil sie unsere inneren 
Funktionen den äußeren Gegebenheiten anpassen. Schwere 
körperliche Arbeit erfordert eine erhöhte Blutzirkulation, also 
eine Anregung des Herzens, die dem Sympathikus obliegt. 
Gleichzeitig bekommt der Sympathikus aber auch dort, wo er 
opponiert, eine Verstärkung seiner Wirksamkeit. Er wird also die 
Verdauungstätigkeit hemmen, um alles entbehrliche Blut den 
arbeitenden Muskeln zuführen zu können. Oder umgekehrt: ein 
lukullisches Mahl erfordert intensive Verdauungskräfte. 
Der für den Wiederaufbau zuständige Vagus wiegt über.  
Die Durchblutung der Muskeln und des Hirns läßt nach, man 
wird träge und denkfaul. Es stimmt also nicht, wenn der 
Volksmund sagt: „Nach dem Essen soll man ruh'n oder tausend 
Schritte tun." Nein, nur ruh'n! Die tausend Schritte sind von 
Übel. Diese Verschiebungen stören das Gleichgewicht des 
vegetativen Nervensystems durchaus noch nicht. Erst wenn die 
Schwankungen undiszipliniert und willkürlich, sinnlos und 
zusammenhanglos, entgegen den Erfordernissen erfolgen, wird 

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das Bild krankhaft, wird die Funktionstüchtigkeit unseres 
Körpers gestört, läßt unser Wohlbefinden nach. Wir sprechen 
dann von einer vegetativen Dystonie, das heißt von einer 
gestörten vegetativen Spannung. Wie kommt nun eine solche 
Disharmonie in dem von Natur aus so ausgewogenen Kräftespiel 
zustande? Zwei Möglichkeiten gibt es: eine Störung des 
Hormonhaushaltes, dessen regulative Wirkung im engen 
Zusammenhang mit dem vegetativen Nervensystem steht. Zum 
anderen kann aber auch eine Störung vom Unbewußten, von der 
Psyche her, die Ursache sein. Es ist bekannt, daß wir keinen 
bewußten Einfluß auf die Arbeit unserer inneren Organe 
nehmen können. Unser Verstand kennt nicht die Wege, auf 
denen er einen Impuls dorthin schicken kann. Wir können zwar 
unseren Arm gewollt erheben, doch lohnt nicht der feste Wille: 
„Mein Herz soll schneller schlagen!", „Ich will jetzt mehr 
Magensaft absondern", oder auch „Ich will jetzt Lust 
empfinden." Wir können diese Dinge noch so sehr wollen, es 
wird nichts. Ganz anders ist der Erfolg aber, wenn wir unsere 
Vorstellungskraft zu Hilfe nehmen und uns ein bestimmtes Bild 
vor's geistige Auge stellen. Malen wir uns recht plastisch etwas 
aus, vor dem wir uns fürchten — zum Beispiel das uns allen 
erinnerliche Kriegsgeschehen, Krankheit, finanzielle 
Schwierigkeiten — dann wird unser Herz schneller schlagen. 
Denken wir an ein knusprig gegrilltes Steak mit frischem 
Gemüse und jungen Kartoffeln, dann fließt uns nicht nur das 
Wasser im Munde zusammen sondern auch die Säure im Magen. 
Zaubern wir aus dem Unterbewußtsein die Erinnerung an 
lauschige, zärtliche Stunden, und versehen wir dieses Bild noch 
mit den Attributen vollendeter Beglückung, dann empfinden wir 
Lust und Erwartungsfreude, dann fühlen wir Bereitschaft.  
Dabei machen wir uns die in unserem Unterbewußten schlum‐
mernden Reaktionen zunutze. Wir lösen einen bedingten Reflex 
aus. Der russische Physiologe Iwan Pawlow (1849—1936) hat die 
Wirkungsweise des bedingten Reflexes sowie dessen 
Zusammenspiel mit dem vegetativen Nervensystem und der 

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Psyche experimentell geklärt. Er hat einem Hund eine künstliche 
Magensonde angelegt, mit der die Magensaftsekretion meßbar 
wurde. Die Fütterung dieses Hundes wurde stets durch einen 
bestimmten Trompetenton begleitet. Schon nach kurzer Zeit 
stellte Pawlow fest, daß allein beim Erklingen der Trompete — 
ohne Nahrungszufuhr — die Sekretion der Verdauungssäfte 
einsetzte. Der Reflexbogen Gehörnerv — Bewußtsein — 
unbewußte Erinnerung — Vagusnerv — Magendrüsen war 
geschlossen. Die Beteiligung des Vagus, und damit auch des 
Zwischenhirns, ist erwiesen, weil keine Sekretion einsetzte, als 
der Vagus durchtrennt wurde. Den gleichen Reflexbogen setzen 
wir durch die eben geschilderten Vorgänge in Bewegung. Nur 
den Eindruck von außen ersetzen wir durch ein 
erinnerungsmäßig gezeichnetes Bild. Die Schaltstelle vom 
Bewußten zum vegetativen Nervensystem schlummert im 
Dunkel unseres Unterbewußtseins. Eine direkte Verbindung 
ohne Unterbewußtsein ist nicht möglich. Betrachten wir uns 
doch einmal die schematisierte Abbildung auf Seite 30.  
Sie versucht, dieses Prinzip zu verdeutlichen. Unser Bewußtsein 
nimmt alle von außen kommenden Eindrücke auf. Ein Teil wird 
in Reaktionen umgewandelt. Die gute Bekannte auf der anderen 
Straßenseite veranlaßt uns, freundlich zu winken. Einen anderen 
Teil behalten wir als bewußte Erinnerung im Gedächtnis, z. B. 
den Auftrag, auf dem Arbeitsweg einen Brief in den Kasten zu 
werfen. (Oder auch nicht!) Alle Eindrücke jedoch, die unseren 
Verstand passieren, ob passiver oder aktiver Natur, tauchen 
hinab ins Unterbewußtsein und lagern sich hier ab. Wir können 
sie später durch ein bestimmtes Signal erinnern, das heißt 
wieder hervorholen. Hier im Unterbewußtsein schlummert ein 
riesiges Reservoir an Erinnerungen, an Eindrücken, an 
Empfindungen. Darunter sind erfreuliche und unerfreuliche. 
Und es ist gut, daß sie schlummern, denn wehe uns, wenn alle 
grausigen Bilder, die je vor unserem Auge standen, uns allgegen‐
wärtig wären. Leider gibt es jedoch unter den bösen Gefühlen 
einige — bei den guten brauche ich nicht leider zu sagen — die 

25
nicht schlummern wollen, sondern sich immer wieder in unser 
Bewußtsein drängen. Wenn auch unangenehm, so ist das doch 
ein nützlicher Vorgang, ähnlich dem Entzündungsherd, der 
einen Splitter aus dem Fleische treibt. Die bewußte Erinnerung 
gibt uns die Möglichkeit, das böse Gefühl zu rationalisieren, 
verstandesgemäß zu durchleuchten und zu erhellen.  
Dabei werden wir meist feststellen können, daß dieses dunkle, 
unangenehme Gefühl, das uns immer wieder hochkommt, heute 
für uns real völlig unwichtig geworden ist. Einen Rest des 
„Stachels" können wir darüber hinaus abreagieren, indem wir 
den Impuls in Handlungen umsetzen. Zum Beispiel, indem wir 
eine klärende Aussprache herbeiführen. Diese kathartische 
(reinigende) Wirkung des Hervorholens, Rationalisierens und 
Abreagierens eines Komplexes ist die Grundlage der 
Psychotherapie. Gefährlich sind also nicht die unterschwelligen 
Empfindungen, die an die Oberfläche drängen, um kathartisiert 
zu werden, sondern gerade die, die als schwere Brocken im 
Unterbewußtsein liegen und sich daher nicht verstandesgemäß 
erfassen und entschärfen lassen. Manche liegen soweit zurück, 
daß sie bewußt nicht mehr ergriffen und begriffen werden kön‐
nen, wie zum Beispiel frühkindheitliche Erlebnisse. Manche sind 
aber 

26
auch, weil sie eben zu unangenehm waren, so fest und tief aus 
dem Bewußtsein gedrängt worden, daß sie nicht mehr greifbar 
sind. Es sind also buchstäblich „verdrängte Komplexe". 
Gelangt ein solcher Komplex nun nicht wieder durch das Tor aus 
dem Unterbewußtsein an die Oberfläche unseres Verstandes, 
richtet er — sofern er bedeutungsvoll und gewichtig genug ist — 
in unserem Seelenleben, in unserer Psyche, erheblichen Schaden 
an. Wenn ich gewichtig sage, möchte ich ergänzen, daß viele 
kleine, stets einwirkende Ereignisse genauso „gewichtig" sind, 
wie ein einmaliges großes Erlebnis. Also nicht nur die großen 
Traumen (Verletzungen) der Psyche schaden, sondern genauso 
die Fülle der vielen kleinen Nadelstiche. 
Solch ein Sammelkomplex wächst wie eine bösartige 
Krebsgeschwulst. Der Schaden der Seele wird nach außen hin 
erst dann sichtbar, wenn diese Geschwulst die normalen 
Grenzlinien des Unterbewußten, der Psyche, berührt und 
verschiebt. Das kann sowohl die Grenze zum Verstand, als auch 
die Grenze zum vegetativen Nervensystem sein. Beide Formen 
sind, obwohl ihnen die gleichen Ursachen zugrunde liegen, in 
ihren Auswirkungen völlig verschieden. In welche Richtung die 
krankhafte Grenzbedrohung durch den unterschwelligen 
Komplex geht, hängt sehr viel vom Wesen und der Konstitution 
der Betroffenen ab. Es gibt sogenannte introvertierte (nach 
innen gerichtete) Menschen, die zwar schwer mit ihrer Umwelt 
Kontakt pflegen können, dafür aber ein reiches Innenleben 
haben. Und es gibt extrovertierte (nach außen gerichtete) 
Menschen, die gesellig und kontaktreich sind, schnell 
Bekanntschaften schließen und ihr Herz auf der Zunge tragen. 
Es ist einleuchtend, daß die Stoßrichtung des schadhaften 
Seelenlebens gleichgerichtet mit dieser Veranlagung ist. Beim 
extrovertierten Typ wird die seelische Belastung sich 
vornehmlich ins Bewußtsein auswirken und seine 
Sinneswahrnehmungen, sein Den= ken und sein Handeln 
beeinflussen. Der krankhafte Komplex, der wie eine 
Seelengeschwulst die Bewußtseinssphäre bedrängt, wird 

27
bestimmte Bereiche des Verstandes verformen. Das krankhafte 
Mißtrauen, das Gefühl, überall Tuscheleien zu hören, 
trügerische Geruchswahrnehmungen usw. können Äußerungen 
einer solchen Verformung im Aufnahmebereich des Verstandes 
sein. Die Zwangsneurose, Platzangst, das Bedürfnis, jedes 
Fetzchen Papier aufzuheben, u. ä., können Ausdruck einer 
Verformung des aktiven, des handelnden Teils unseres 
Verstandes sein, ausgelöst durch den Druck eines seelischen 
Komplexes. Beim introvertierten Typ geht die Stoßrichtung 
dieser Schäden vor allem gegen das vegetative Nervensystem. 
Störungen der In‐ oder Exkretion, Kreislaufbeschwerden, Herz‐ 
und Atembeschwerden, Verdauungsstörungen, Impotenz und 
Frigidität sind die Folgen. Unzählige, angeblich organische 
Beschwerden finden letztlich ihre Ursache in den oben 
geschilderten Zusammenhängen. Das Magengeschwür z. B., 
zweifellos eine organische Veränderung, wird in der Regel erst 
entstehen, wenn die vegetativ gesteuerte Schutzschleim‐
absonderung der Magenwand versagt. Erst dann beginnt die 
scharfe Salzsäure des Magens ihr unheilvolles Verdauungswerk 
am eigenen Organ. So wenig wie sich die Typisierung in intro‐ 
und extrovertierte Typen allgemeinverbindlich und scharf 
abgegrenzt durchführen läßt, so wenig kann man natürlich mit 
zwingender Sicherheit sagen, ob im Einzelfall die psychische 
Belastung zur Angstneurose, zum Magenleiden oder gar zu 
beiden führt. 

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Beschränkt sich die Grenzbedrohung nicht auf einen 
Teilbereich, wie in Abbildung Seite 32 durch die Beule 
dargestellt, sondern breitet sie sich über die ganze Trennlinie 
aus, ergibt sich das vollkommene Bild des Wahnsinns (obere 
Grenze) oder der vegetativen Dystonie (untere Grenze). 
 
Wahnsinn, Bewußtseinsspaltung 

 
Vegetative Dystonie 
Wir haben gesehen, wie weitreichenden Einfluß die Psyche des 
Menschen auch auf seinen Körper hat. Inwieweit diese 
Regulation auch noch vom Hormonhaushalt, also vom 
Funktionieren der innersekretorischen Drüsen, abhängig ist, 
werde ich im nächsten Kapitel behandeln. Aus dem 
Vorhergesagten ergibt sich jedoch deutlich und unmißverständ‐
lich, daß Körper und Seele des Menschen eine Einheit bilden, die 
zu trennen unmöglich ist. Bei der Betrachtungs‐ und 
Behandlungsweise der meisten Krankheiten müssen wir diese 
Ganzheit beachten. Allein die psydiosomatische (seelisch‐
körperliche) Therapie hat bei vielen Leiden Aussicht, den ganzen 
Menschen zu heilen und Rückfälle auszuschließen. Was lohnt 
das abgeheilte Magengeschwür, wenn nach Beendigung der 
Behandlung der seelische Druck weiter auf dem Patienten lastet, 
und die gestörte vegetative Steuerung den Magen erneut versa‐
gen läßt? Diese Ganzheitsschau ist besonders im Rahmen des 
hier behandelten Themas wichtig. Die Einheit Seele‐Körper wird 
nirgendwo so deutlich wie gerade im Bereich der Sexualität. 
Sigmund Freud (1856—1936), der Begründer der Psychoanalyse, 
hat sich — bei aller Würdigung seiner Verdienste sage ich das — 

29
sicher geirrt, als er die Theorie aufstellte, daß nur frühkindliche 
Sexualerinnerungen zu seelischen Komplexen führen.  
Er selbst hat sich in späteren Jahren dann auch berichtigt. Viele 
andere Ereignisse, große und kleine, haben die gleiche Wirkung.  
Freud's Irrtum war jedoch verständlich, denn immer wieder 
stieß er, wie auch heute noch jeder Psychoanalytiker, auf den 
Einfluß der Sexualität auf das menschliche Seelenleben. Genauso 
oft stößt aber der Kliniker bei der Behandlung körperlicher 
Sexualstörungen auf seelische Ursachen. Eine stete 
Wechselwirkung, ein Zusammenhang, der nirgends sonst so an‐
schaulich und hervorragend in Erscheinung tritt. 
Die enge Verknüpfung zwischen Seele und Sexualität ist uns 
heute nicht mehr rätselhaft, sondern selbstverständlich, da wir 
erkannt und anerkannt haben, daß der Geschlechtstrieb zu den 
stärksten Trieben gehört, die den Menschen leiten und lenken. 
Er ist ein Primärinstinkt, wie zum Beispiel der 
Selbsterhaltungstrieb. Es leuchtet daher ein, daß gerade 
Sexualerlebnisse besonders starke seelische Eindrücke 
hinterlassen. Der zweite Instinkt von gleicher Kraft, der 
Selbsterhaltungstrieb, wird in unserer sozialen 
Rechtsstaatlichkeit kaum noch strapaziert.  
Wirklich lebensbedrohende Ereignisse hinterlassen genauso 
tiefe Eindrücke psychischer Natur, wie die Sexualität.  
Die Unzahl der aus dem Kriege heimgebrachten Neurosen und 
Magenleiden beweist das. Nur treten sie heute seltener auf. 
Und die Abhängigkeit der Genitalfunktion von der Psyche, also 
die umgekehrte Querverbindung? Der komplizierteste und 
damit anfälligste Teil am Genitalapparat im weitesten Sinne ist 
der Steuerungsmechanismus, der hochgradig vom vegetativen 
Nervensystem abhängig ist. Die Anregung zur sexuellen 
Betätigung geht jedoch in der Regel von Außenweltsfaktoren 
aus. Z. B. die sich bietende Gelegenheit, der durchs Bild 
angeregte Gedanke oder die direkte Aufforderung. Der Weg vom 
Verstand zur Genitalsteuerung führt aber immer durchs 
Unterbewußtseins durch die Psyche. Ist diese Zwischenstation 

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aber gestört, wirkt sich das unmittelbar auf die Funktion der 
Genitalien aus. Daraus erklärt sich die hochgradige Anfälligkeit 
der Sexualität bei seelischen Störungen. 
 
Die Bedeutung der Hormone 
Das Funktionsgefüge des menschlichen — und 
selbstverständlich auch des tierischen — Körpers wird nicht 
allein durch die im vorigen Kapitel behandelten 
Nervenleitungen und Reflexe reguliert, sondern einen 
wesentlichen Anteil haben die Hormone, die in unseren 
Blutgefäßen kreisen und dadurch den ganzen Körper 
durchdringen. Wenn wir die Nervenbahnen mit 
Telegraphenleitungen vergleichen, dann sind die Hormone die 
Kuriere und Boten, die bestimmte Nachrichten übermitteln. Die 
Bedeutung der kreisenden Säfte im menschlichen Körper für das 
gesunde Zusammenspiel aller Organe kannte, oder besser 
erkannte, schon Hippokrates (460—377 v. Christi), der mit der 
These der Humoralpathologie die erste wissenschaftliche 
Krankheitsauffassung begründete. Der Kernsatz dieser seiner 
Lehre lautete: „Der Körper des Menschen enthält Blut, Schleim, 
gelbe und schwarze Galle. Von diesen Säften hängen 
Konstitution des Körpers, Krankheit und Gesundheit ab." Von 
Hippokrates bis zu unserem heutigen, zwar sehr umfangreichen, 
aber bei weitem noch nicht vollständigem Wissen um die 
Hormonlehre, war es ein weiter Weg, Generationen von 
Forschern haben Stein auf Stein gesetzt, bis schließlich der 
Rohbau stand. 
Hormone sind die Absonderungen bestimmter Drüsen, die nicht 
nach außen, z. B. in die Verdauungswege, gelangen, sondern in 
das Blut, also ins Innere unseres Körpers. Wir sprechen darum 
auch von Inkreten und von endokrinen Drüsen. Dazu gehören: 
1. die Hypophyse 
2. die Zirbeldrüse 
3. die Schilddrüse 
4. die Nebenschilddrüsen 

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5. der Thymus oder Bries 
6. die Langerhans'schen Inseln der Bauchspeicheldrüse 
7. die Nebennieren 
8. die Keimdrüsen 
9. bei der Frau zeitweilig die Gelbkörperchen. 
Fast alle dieser Drüsen sondern nicht nur ein einziges Hormon 
ab, sondern gleich mehrere, die in ihren Wirkungen wieder 
verschiedene Zielrichtungen haben. Man streitet sich darüber, 
ob das Inkret einer Drüse, oder zumindest einer Zellgruppe 
innerhalb dieser Drüse, in Einzelhormone mit genau 
umschriebener Wirkung aufgeteilt werden soll, oder ob man das 
Hormon in seiner Gesamtheit mit differenzierter Wirkung je 
nach Empfangsort betrachten soll. Meines Erachtens ist eine 
möglichst sorgfältige Analyse nicht nur vom wissenschaftlichen 
Standpunkt des Forschers aus berechtigt, sie erleichtert und 
verbessert auch die therapeutische Anwendung. 
Die Schwierigkeit liegt oftmals in der Erkennung der 
chemischen Struktur und in der synthetischen Herstellung eines 
Hormons. Für die Gewinnung des natürlichen Hormons müßten 
oft Herden von Tieren ihr Leben lassen. Sie werden dadurch für 
die praktische Anwendung unerschwinglich teuer. Es war ein 
Segen für die Menschheit, als es 1925 erstmals gelang, das Insulin 
(Inkret der Pankreasinseln) synthetisch herzustellen, und damit 
das Leben der ungezählten Diabetiker zu verlängern und zu 
erleichtern. Es ist kaum möglich, ein Hormon für sich allein zu 
betrachten, weil sie alle mehr oder weniger ineinander greifen 
und von einander abhängig sind. Auch mit dem vegetativen 
Nervensystem bilden sie eine feste, unlösliche 
Arbeitsgemeinschaft. Die bedeutendste Stellung unter den 
endokrinen Drüsen nimmt die Hypophyse ein. Verbunden durch 
einen Stiel hängt sie am Zwischenhirn und bildet mit diesem 
eine funktionelle Einheit. Daher auch der Name Hypophyse = 
darunter gewachsen. Dieses winzig kleine Organ — es wiegt 
knapp 3/4 Gramm und ist nicht größer als eine Erbse — zerfällt 

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wiederum in drei Teile, die in ihrer Entwicklung, in ihrem 
Aufbau und in ihrer Bedeutung völlig unterschiedlich sind.  
Man spricht vom Vorder‐, Mittel‐ und Hinterlappen.  
Der Mittellappen sondert selbst kein Hormon ab, sondern er 
prüft laufend den Spiegel der verschiedenen Hormone im Blut. 
Ein Absinken oder ein übermäßiges Ansteigen meldet er sofort 
an das Zwischenhirn. Hier werden die vom Mittellappen 
aufgenommenen Impulse teils in Empfindungen, teils in 
sinnvolle Reaktionen umgesetzt. Eine Überfunktion der 
Schilddrüse zum Beispiel wird stets Angstgefühle und Unruhe in 
uns auslösen. Die sinnvollen Reaktionen bestehen immer in 
einer Hemmung oder Anregung der nicht funktionierenden 
Drüsen. Das geschieht teils über das vegetative Nervensystem, 
teils über Vorder‐ und Hinterlappen der Hypophyse. 
Der Vorderlappen besteht aus Drüsenzellen verschiedener Art. 
Er sondert etliche Partialhormone ab. Wieviele es wirklich sind, 
ist bis heute noch nicht endgültig geklärt. Hier seien darum nur 
die zu unserer Betrachtung wichtigen erwähnt. 
Das sind in erster Linie die drei gonadotropen, das heißt 
geschlechtsgerichteten Hormone. Das Follikelreifungshormon 
(FSH) bewirkt bei der Frau, wie der Name sagt, die Reifung des 
Graafschen Follikel, also der Eiblase. Es ist identisch mit dem 
Samenreifungshormon des Mannes. Ein zweites Hormon, das 
Luteinisierungshormon (LH) löst den Eisprung aus und steuert 
die Umwandlung des jetzt leeren Graafschen Follikel in eine 
selbständige Drüse, den Gelbkörper oder, auf lateinisch,  
Corpus luteum. Beim Manne regt es die Testosteronbildung an.  
Die Erhaltung des Gelbkörpers mitsamt seiner eigenständigen 
Drüsenwirkung steuert schließlich das luteotrope Hormon 
(LTH) des Vorderlappens. Es wirkt entweder nur bis zur 
nächsten Menstruation oder aber — bei einer Befruchtung — bis 
weit in die Schwangerschaft hinein. Diese drei gonadotropen 
Hormone sind bis jetzt nicht synthetisch in der Retorte 
herstellbar. Sie werden aus Hypophysen, Schwangerenharn oder 
Blutserum gewonnen. 

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Darüber hinaus sondert der Hypophysenvorderlappen noch eine 
ganze Reihe von Hormonen ab, die teils unmittelbar, teils auf 
dem Umweg über andere Drüsen, die körperlichen Funktionen 
steuern. Zur Abrundung des Bildes zähle ich nur die wichtigsten 
auf: Das thyreotrope Hormon steuert die Schilddrüse, das 
parathyreotrope die Nebenschilddrüse. Das adrenocorticotrope 
Hormon (ACTH) wirkt auf die Rinde der Nebennieren, das 
contrainsuläre aufs Mark. Ein pankreotropes Hormon soll 
angeblich die Insulinausschüttung der Pankreasin‐seln bewirken 
und das Prolaktin die Milchproduktion der Wöchnerin. Unser 
Wachstum wird durch ein eigenes Hormon geregelt und schließ‐
lich gibt es ein Fettstoffwechsel‐ und ein 
Kohlehydratstoffwechselhormon. Die letzten drei brauchen 
keine anderen vermittelnden Drüsen, die erst wieder die 
eigentlich wirksame Inkretion vornehmen, sie regeln Wachstum, 
Fett‐ und Kohlehydratstoffwechsel direkt. Die Zusammenhänge 
werden dadurch kompliziert, daß auch zwischen den oben aufge 
führten Drüsen wieder vielfältige Querverbindungen bestehen. 
Die Störung einer Drüse löst meist weitere Dysfunktionen aus. 
Der Hypophysenhinterlappen besteht im Gegensatz zum 
Vorderlappen nicht aus Drüsengewebe sondern aus 
Nervenzellen. Entwicklungsgeschichte hat er einen ganz 
anderen Ursprung. Dennoch hat er inkretorische Aufgaben.  
Er sondert zwei Hormone ab. Eines, das bei der Entbindung die 
Uteruskontraktion auslöst, im Alltag aber die profane Aufgabe 
hat, die Muskelbewegungen des Dickdarmes anzuregen. Und ein 
zweites, das durch eine allgemeine Gefäßverengung den 
Blutdruck steigert, gleichzeitig aber die Nierentätigkeit 
herabsetzt und die Dünndarmbewegungen beschleunigt. 
Wir sehen also, daß eine Vielzahl von körperlichen Funktionen 
unmittelbar oder auch mittelbar über andere Drüsen von der 
Hypophyse gesteuert werden. Dennoch wäre es falsch, sie als 
oberstes Kommandozentrum zu betrachten. Auch sie ist in ihrer 
Funktion und in der Zusammensetzung ihrer Inkrete wiederum 
abhängig von den Impulsen des Zwischenhirns und damit auch 

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von der Psyche. Bei der vegetativen Dystonie zeigen sich immer 
wieder Erscheinungen, die zunächst auf Störungen in der 
Tätigkeit ganz bestimmter Drüsen hinweisen. Doch dann 
tauchen wieder andere Symptome auf, die geradezu das 
Gegenteil der erst vermuteten Krankheit annehmen lassen. Es 
liegt also keine bleibende und fest umrissene Drüsenstörung vor, 
sondern eine Regellosigkeit des gesamten Hormonhaushaltes, 
ausgehend nicht von einer Einzeldrüse, nicht von der 
Hypophyse , sondern auf dem Weg über die Hypophyse vom 
Zwischenhirn. Eine Richtigstellung kann darum auch nur über 
die Psyche und das Zwischenhirn erfolgen. Es ist richtig — bei 
der Beschreibung des Hypophysenmittellappens erwähnte ich es 
—, daß bestimmte Gefühle oder Stimmungslagen durch 
hormonale Reize ausgelöst werden können. Diese Verstimmung 
kann zu einer Dysregulation anderer Inkretionen führen. Aber 
auch hier ist die Über‐ oder Unterfunktion der zuerst gestörten 
Drüse nicht der Primäraffekt. Zwangsläufig taucht die Frage auf: 
„Warum wird hier zu viel oder zu wenig produziert?" Die 
Antwort muß wieder auf das Hirn als obersten Befehlshaber 
hinweisen. Es ist ein teuflischer Kreislauf, ein Circulus vituosus, 
in dem die Folge zur Ursache wird, in dem wir weder Anfang 
noch Ende finden können. Selbst wenn wir diesen Kreislauf jetzt 
an der am leichtesten zugänglichen Stelle unterbrechen: die 
Hormongabe oder die Extirpation (Entfernung) einer Drüse 
kann nur unterstützende Maßnahme bei der Wiederherstellung 
der Regulation bleiben. Das wesentliche bleibt die Behandlung 
der Psyche. Die Epiphyse (Zirbeldrüse) liegt nicht weit von der 
Hypophyse ebenfalls am dritten unpaarigen Ventrikel des 
Gehirns. Es ist anzunehmen, aber bis heute noch nicht mit 
Sicherheit bewiesen, daß sie wirklich Hormone produziert. 
Etliche Forschungen sprechen dafür, daß die Zirbeldrüse in 
enger Beziehung zur Geschlechtsreife steht. Anscheinend wirkt 
sie hemmend auf diese. Es bleibt aber nach wie vor völlig im 
Dunkeln, ob sie unmittelbar auf die Genitalien wirkt, oder ob sie 
die Hypophysenproduktion des gonadotropen Hormons 

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herabsetzt. Ein Fehlen oder eine Unterproduktion der Epiphyse 
führt oft — aber nicht immer — zur vorzeitigen 
Geschlechtsreife. Ähnlich unklar ist heute noch die Bedeutung 
des Thymus, einer hinter dem Brustbein liegenden, sich in ihrer 
Größe wandelnden Drüse. Auch hier scheint sich jedoch eine 
Beziehung zu den Geschlechtsdrüsen herauszuschälen.  
Die Thymusdrüse dürfte ebenfalls ein Gegenspieler der 
Geschlechtsreife sein. Jedenfalls bildet sie sich zurück und 
verwandelt sich in Fettgewebe, wenn die Pubertät abgeschlossen 
ist. Diese Rückbildung, bei der keinerlei Nebenwirkungen 
beobachtet worden sind, wird beschleunigt durch Gaben des 
Keimdrüsenhormons, gehemmt durch die Kastration. 
Manche Autoren neigen dazu, bei der Beschreibung des 
endokrinen Systems die beiden eben erwähnten Organe 
auszulassen, weil ihre hormonerzeugende Bedeutung nicht als 
bewiesen gilt. In diesem Buch müssen sie jedoch zumindest 
erwähnt werden, weil ihre — wenn auch noch zweifelhafte — 
spezifische Wirkung auf die Geschlechtsvorgänge vielleicht zu 
einem späteren Zeitpunkt näher beleuchtet wird und eventuell 
größere Bedeutung gewinnen kann. Wichtig für unsere 
Betrachtung ist auch die Schilddrüse, die wie ein Schild — daher 
der Name — vor dem Kehlkopf liegt. Bei einer Entartung ist sie 
am unteren Halsrand deutlich fühlbar. Den verschiedenen 
Schilddrüsenhormonen obliegt die Regulation des Stoffwechsels. 
Sie selbst wiederum wird gesteuert durch die Hypophyse und 
das vegetative Nervensystem. Die Leistungsparallele zwischen 
Keimdrüsen und Schilddrüse erklärt sich daraus, daß in den 
gleichen Zellen der Hypophyse das thyreotrope und das 
gonadotrope Hormon gebildet wird. Bei einer Unterfunktion 
(Myxödem) oder operativen Entfernung der Schilddrüse bemüht 
sich die Hypophyse krampfhaft um Anregung. Sie schüttet bis 
zur Erschöpfung der entsprechenden Zellen thyreotropes 
Hormon aus. Wenn dieser Erschöpfungszustand erreicht ist, 
vermögen diese Zellen aber auch kein gonadotropes Hormon 
mehr zu erzeugen. Die Keimdrüsen liegen mangels zentraler 

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Anregung brach. Das gleiche Ergebnis, nur auf anderen Wegen, 
erzielt die Überfunktion der Schilddrüse (Basedow).  
Durch das Kontrollorgan Hypophysenmittel‐lappen erfährt das 
Zwischenhirn, daß bereits viel zu viel Schilddrüsenhormon im 
Blut kreist. Unverzüglich wird also die Ausschüttung des 
schilddrüsenanregenden Hormons gebremst. Damit verbunden 
ist aber auch — man denke an die gleichen Zellen — eine 
verminderte Ausschüttung des gonadotropen Hormons. 
Jede Schilddrüsenstörung kann also eine Minderfunktion der 
Keimdrüsen, ja, oft sogar eine Atrophie der Genitalien zufolge 
haben. Das ist teils aus hormonalen, teils aber auch aus 
psydiischen Gründen mit verminderter Sexualität verbunden. 
Nicht zu vergessen ist in diesem Zusammenhang auch, daß der 
beim Basedow gesteigerte oder beim Myxödem herabgesetzte 
Stoffwechsel wesentlichen Einfluß auf die Gesamtkonstitution 
und damit auch auf die sexuelle Leistungsfähigkeit hat.  
Die Nebennieren, zwei kleine, auf den oberen Nierenpolen 
aufliegende Kapuzen, haben mit der Hypophyse gemeinsam, daß 
man auch sie in zwei völlig unabhängige Teile trennen muß: die 
Rinde und das Mark. Die Rinde ist ein echtes drüsiges Organ, 
das Mark besteht aus Nervenzellen, die dem 
Sympathikusgeflecht angehören. Dementsprechend ist auch die 
Hormonausschüttung des Nebennierenmarks anregend im Sinne 
des Sympathikus. Das Mark kann bei ernsthaften Krankheiten, 
zum Beispiel einem Tumor, operativ entfernt werden, da seine 
Aufgabe voll vom funktionstüchtigen Sympathikus mit 
übernommen werden kann. Die Nebennierenrinde dagegen ist 
unentbehrlich. Sie hat wesentlichen Anteil an allen 
Stoffwechselprozessen. Gerade die Nebennierenrinde ist im 
Rahmen dieses Buches außerordentlich interessant, weil sie 
nicht nur über den hypophysären Funktionskreis 
mit den Geschlechtsdrüsen und ihrer Tätigkeit im 
Zusammenhang steht, sondern unmittelbar selbst 
Geschlechtshormon erzeugt. Es ist allgemein bekannt, daß 
niemand — weder dem Wesen, noch dem Hormonhaushalt 

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nach — hundertprozentig männlich oder weiblich ist, sondern 
stets auch Eigenschaften und Hormone des anderen Geschlechts 
in sich birgt. Erst das Übergewicht des einen Hormons prägt 
deutlich die sekundären Geschlechtsmerkmale aus und bringt 
die primären zur Vollentfaltung. Das Geschlecht selbst wird 
nicht etwa durch den Hormonspiegel bestimmt, sondern steht 
schon bei der Zeugung fest. Das krankhafte Übergewicht eines 
fremdgeschlechtlichen Hormones führt zu unheimlichen 
Veränderungen. An einem solchen Mißverhältnis trägt in der 
Regel die Nebennierenrinde die Schuld. Doch auch — wenn 
nicht etwa ein Tumor vorliegt — nur mittelbar. Sie ist ja kein 
autonomes Organ, sondern abhängig von der hypophysären und 
vegetativen Steuerung. Eine Überfunktion der Nebennierenrinde 
führt eine deutlich sichtbare Veränderung der sekundären und 
primären Geschlechtsmerkmale herbei. Die davon betroffene 
Frau kommt in den Stimmbruch, Barthaare beginnen zu 
wachsen, Körper‐ und Schambehaarung nimmt deutlich 
männliche Konturen an, sie verändert sich in ihrem Wesen und 
ihre Eierstöcke bilden sich zurück. Beim Manne führt das gleiche 
Leiden zu den entgegengesetzten Erscheinungen. Die typisch 
männlichen Merkmale bilden sich zurück, er wird im Wesen 
und Aussehen weiblich, die Bart‐, Brust‐ und Schamhaare gehen 
aus, ihm wächst eine kräftige Brust. Die vermeintlichen 
Geschlechtsumwandlungen, die hin und wieder durch den 
Blätterwald rausdien, sind in der Regel nichts weiter, als solche 
Störungen der Nebennierenrindenfunktion, die entweder 
plötzlich auftraten oder aber stets vorhanden waren und nun 
korrigiert wurden. In einigen wenigen Fällen war bereits von 
Geburt an eine indifferente Geschlechtsanlage vorhanden, die 
erst durch die Wirkung des entsprechenden Hormons nach der 
einen Seite ausschlug. Durch einen operativen Eingriff kann 
diese Entwicklung nicht hervorgerufen, sondern nur 
abgeschlossen werden. 
Die angebliche Geschlechtsumwandlung von Säuglingen oder 
Kleinkindern hat damit nichts zu tun. Es handelt sich in der 

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Regel um eine Beseitigung der Kryptorchie. Der aus dem 
Leistenkanal noch nicht hervorgetretene Hoden eines Knaben 
wird chirurgisch geholt, so daß aus dem vermeintlichen 
Mädchen nun ein Stammhalter wird. Man ist hier und da 
geneigt, die Homosexualität, also die Liebe zum gleichen 
Geschlecht, als Folge einer solchen Hormonverschiebung zu be‐
trachten. Sicherlich wird der Nebennierenkranke, der sich ja in 
seinem ganzen Wesen verändert, auch die Richtung seiner 
Sexualempfindungen ändern, doch tritt das erst zu einem 
Zeitpunkt ein, an dem die übrigen Symptome der 
Nebennierenrindenhypertrophie schon längst klar erkannt sind. 
Diese Symptome finden sich aber bei den meisten homosexuell 
Verirrten nicht einmal im Ansatz. Dennoch müssen wir in 
diesem Zusammenhang die Homosexualität mehr als Krankheit 
und weniger als strafwürdige Handlung betrachten. Allerdings 
als Krankheit der Seele, nicht aber der Genitalien oder des Hor‐
monspiegels. Sie ist — wie jede andere sexuelle Abartigkeit — 
eine Störung der Psyche, hervorgerufen durch unterschwellige 
Unordnung oder Fehleinstellung. Der Kranke hat sich ein 
falsches Objekt zum Ziel seines Sexualtriebes erkoren.  
Das kann irgendein Gegenstand, ein Fetisch sein, manchmal gar 
die eigene Mutter, oder auch ein Partner vom gleichen 
Geschlecht. Nicht die Gefängniszelle, sondern die Sprechstunde 
des Psychotherapeuten kann hier Wandlung schaffen. Eine hier 
und da versuchte Behandlung mit Keimdrüsenhormonen muß 
darum auch erfolglos bleiben, weil es ja nicht gilt, körperliche 
Fehldispositionen umzustimmen, sondern die Seele. 
Eigentliche Geschlechtshormone gibt es drei: Das männliche 
Testosteron (Chem. Formel s. Abb.), das sich aber auch in 
beträchtlicher Menge bei der Frau findet, und zwei spezifisch 
weibliche. Das Progesteron wird in dem schon wiederholt 
erwähnten Gelbkörper, dem leer gewordenen Graafschen 
Follikel, gebildet und dient der Vorbereitung und Erhaltung der 
Schwangerschaft. Es sorgt für die Umwandlung der 
Uterusschleimhaut in den Mutterkuchen und erhält diesen über 

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den Zeitpunkt der eigentlich zu erwartenden Menstruation 
hinaus. Außerdem wird durdi Progesteron die Gebärmutter 
ruhig gestellt und ein erneuter Eisprung verhindert. Im 4. 
Schwangerschaftsmonat geht der Gelbkörper zugrunde und die 
Plazenta erzeugt weiterhin Progesteron. 
Das Follikelhormon gehört zu den Östrogenen und entsteht zum 
großten Teil in den reifenden Follikeln. 

 
Tostosteron 
 
Es prägt die sekundären Geschlechtsmerkmale der Frau und 
bringt die primären zum Wachsen. Die Absonderung dieser 
Geschlechtshormone wird wiederum — ich erwähnte es bereits 
— durch die gonadotropen Hormone der Hypophyse gesteuert. 
Dieser Steuerungsmechanismus und die Produktion der 
spezifischen Geschlechtshormone tritt erst mit Beginn der 
Reifezeit in Tätigkeit. Aber auch hier geht der auslösende Reiz 
nicht primär von der Hypophyse aus, sondern vom Gehirn. 
Der psychische Auslöseeffekt erklärt auch, warum der 
Reifebeginn sich deutlich auf jüngere Jahrgänge verschiebt. 
Überall sind unsere Kinder stimulierenden Anregungen und 
Reizen, die gar nicht einmal immer sexueller oder erotischer Art 
sein müssen, ausgesetzt. Die Geschlechtshormone haben selbst 
keine erotisierende oder sexuell anregende Wirkung; sie 
scheinen jedoch — besonders das Testosteron — die 
Reflexzentren des Rückenmarks im Sinne einer Verstärkeranlage 
sensibler zu machen und damit die Erektion zu begünstigen. 
Neben ihrer spezifischen Aufgabe zeichnen sie aber 
verantwortlich für die sogenannten sekundären 

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Geschlechtsmerkmale, die sicht‐ und spürbaren Unterschiede im 
Wesen und Aussehen von Mann und Frau außerhalb der 
Genitalien. Gibt man zum Beispiel einer Frau männliches 
Keimdrüsenhormon, dann erfährt sie eine Steigerung ihrer 
Erregbarkeit, bei länger andauernder Anwendung aber auch eine 
leichte Vermännlichung ihrer sekundären Geschlechtsmerkmale. 
Normalerweise zeichnet sich der Mann durch eine rauhe 
Stimme, durch Bartwuchs und kräftige Körperbehaarung, durch 
kantige Formen und Gesichtszüge, durch breite Schultern und 
schmale Hüften, durch nach oben spitz zulaufende 
Schambehaarung, sowie durch seinen agressiven und 
führerischen Geist aus. Die Frau dagegen weist eine hohe feine 
Stimme auf, runde Linien und glatte Züge, schmale Schultern, 
eine kräftige Brust und breite Hüften, horizontale 
Schamhaarbegrenzung sowie ein sanftes duldsames Wesen. 
Auch wenn im Zeitalter der Emanzipation und 
Gleichberechtigung die Duldsamkeit nicht allzu hoch im Kurse 
steht, ist sie ein wesentlicher Bestandteil der weiblichen Psyche. 
Wenn auch viele Frauen in Wirtschaft und Politik führende 
Positionen erklommen haben, zeigt sich doch immer wieder, 
daß sie nur zu gern Initiative und Entscheidungen auf 
männliche Schultern abwälzen. Sie sind nun einmal — und darin 
liegt keinerlei Abwertung — ihrem Wesen nach passiv. Es gibt 
natürlich auch Ausnahmen, aber leider geben diese Ausnahmen 
mit ihrem passiven duldsamen Wesen auch ihre Fraulichkeit auf. 
All das wird gesteuert durch die Gesamtheit der 
psychohypophysärhormonalen Regulation. Vielfältige 
Entartungen, die in diesem System ihre Ursache finden, zeigen, 
wie groß und bedeutend der Einfluß ist. Als Beispiel sei nur die 
jüngste, der Medizin bekannt gewordene Mutter angeführt: ein 5 
(fünf) Jahre altes Mädchen, das durch eine solche Regula‐
tionsstörung bereits voll entwickelt war, wurde schwanger und 
von einem gesunden Kind entbunden. Eines deutlicheren 
Hinweises bedarf es wohl kaum! 
 

41
Der Geschlechtsakt 
Da sich in der Praxis immer wieder zeigt, daß selbst reife und 
lebenserfahrene Menschen über die Physiologie der körperlichen 
Begegnung zweier Liebender nur höchst unvollkommen 
unterrichtet sind, kann ich nicht umhin, auch dem gesunden 
und normalen Geschlechtsakt ein eigenes Kapitel zu widmen. 
Vor jeder Kohabitation steht der Anreiz, das auslösende 
Moment, das die Wunschempfindungen weckt und steigert. 
Schon hier unterscheiden sich die Geschlechter beträchtlich.  
Der sonst so realistische und pragmatische Mann ist durch 
visuelle Eindrücke, ja, selbst durch Phantasievorstellungen, 
außerordentlich schnell und leicht zu erregen. Schon der 
Anblick eines sanft geschwungenen Beines, allein die 
Vorstellung eines wohlproportionierten Frauenkörpers mit 
fülligem Busen, ja bei vielen Männern bereits das Lesen der 
beiden letzten, bewußt etwas schwülstig gehaltenen Zeilen, kann 
schlagartig die Erektion und das Verlangen nach Befriedigung 
auslösen. Anders die Frau: Sie, die sonst vorwiegend von ihren 
Gefühlen abhängig ist, der die Seele vor dem Körper steht, 
bedarf meist der körperlichen Berührung und Zärtlichkeit, um 
die erste Erregung zu verspüren. Diese Erregung, diese 
Erwartungsfreude, dieses Hinlenken aller Empfindungen auf das 
gemeinsame Erlebnis ist nun aber einmal Voraussetzung für das 
Gelingen einer jeden geschlechtlichen Vereinigung — soll sie als 
vollkommen gelten. Sicher kann man einen Akt auch unter 
Vernachlässigung dieses Gesichtspunktes vollziehen. Doch wird 
er damit zum Geschäft erniedrigt, das man „schnell mal" 
erledigt, um seiner Pflicht zu genügen, um sich abzureagieren 
oder aus welchen Gründen auch immer. Der vollendete Akt, der 
beide Partner miteinander verbinden und binden soll, der nicht 
nur animalische Brunst, nicht nur Zeugung ist, sollte aber höher 
bewertet werden. Er bedarf daher auch der Vorbereitung. Der 
Ehemann, der seine Frau unvorbereitet auffordert, ihm willig zu 
sein, entwertet die Liebe und entwürdigt seine Partnerin. Er 
muß ihr Bedürfnis wecken, er muß ihr Feuer entfachen, damit 

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die Vereinigung auch eine echte Begegnung wird, zu der ja 
immer zwei Partner gehören. Die Fähigkeit, die eigene Frau zu 
betören, hängt nicht nur vom guten Willen allein ab, sie ist 
erlernbar. Im Kapitel „Vor‐ und Nachspiel" schreibe ich 
ausführlicher darüber. Es kann für eine Ehe verhängnisvoll sein, 
vergißt der Mann, daß er seine Frau immer neu erobern muß. 
Jede Frau braucht ihren Don Juan, ihren Eroberer, ihren 
Verführer. Und es ist gut, wenn der eigene Mann diese Rolle im 
Stück des Lebens, im Stück der Ehe, übernimmt. Sie wird dann 
durch niemand anderen besetzt. Es ist eine bekannte Tatsache, 
die auch den Stoff zu einer Fülle von Romanen geliefert hat, daß 
gerade solide, achtbare Frauen, deren Leben mit Kinderkriegen, 
Pflichterfüllung und anderen ehrbaren Dingen ausgefüllt ist, die 
keinen Platz für ein Stückchen Romantik in der eigenen Ehe 
finden, besonders leicht der sündigen Versuchung eines 
geschickten Casanovas erliegen. Hier bricht eine Spur des 
natürlichen Urtriebes, der wirklich weiblichen Veranlagung 
durch. Es hieße die Bedeutung des Vorspiels herabsetzen, wollte 
man in ihm nur die rein mechanische Reizung der gegenseitigen 
Genitalien erblicken. Es hat darüber hinaus eine tiefere 
psychische Bedeutung. Der seelische Gleichklang, der für eine 
harmonische Vereinigung die Grundlage bildet, wird durch 
zärtliche Worte, liebkosende Handlungen, innige Küsse und 
sehr viel überflutende Liebe vorbereitet. Ohne diesen Gleich‐
klang der Seelen ist ein vollendeter Akt ausgeschlossen.  
Ist dieser Gleichklang jedoch auf rechte Art hergestellt, erigieren 
— das heißt versteifen — die Genitalien beider Partner. Beim 
Mann das Glied, bei der Frau die Clitoris und die Schamlippen 
füllen sich prall mit Blut, so daß sie eine eigene, zur 
Durchführung des Aktes erforderliche Festigkeit erhalten.  
An der Eichel und an der Vagina bildet sich eine schleimige 
Gleitsubstanz, die das Einführen des Gliedes in die Scheide 
ermöglicht und ein Wundwerden verhindert. Bildet sich diese 
Gleitsubstanz nicht, was hin und wieder vorkommt, kann dem 
Übel durch eine überall im Handel erhältliche Gleitcreme 

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abgeholfen werden. Doch sollte man es nicht bei dieser 
„Schnellhilfe" belassen, sondern sich um die Erkennung der 
Ursache bemühen. Oft ist die Trockenheit der Scheide ein 
Zeichen dafür, daß die Partnerin noch nicht genügend auf den 
Akt vorbereitet ist und der Vereinigung noch nicht so freudig 
erwartend entgegensieht, wie es für den Gleichklang der 
Erregungskurven wünschenswert wäre. In jedem Falle sollte 
daher das Vorspiel, die gegenseitige Reizung vor dem 
eigentlichen Akt, solange ausgedehnt werden, bis die Erektion 
bei beiden Partnern voll eingetreten ist, bis beide unwillkürlich 
zur vollständigen engen Vereinigung drängen und damit ihre 
Bereitschaft zur Hingabe kundtun. Das Vorspiel — richtig 
betrieben — schickt außerdem die Frau auf dem Wege zum 
Höhepunkt etwas voraus. Das ist darum so wichtig, weil die 
weibliche Erregungskurve langsamer und flacher verläuft als die 
des Mannes, weil die Frau also länger bis zum Orgasmus braucht 
als ihr Partner. Es ist also eine der wichtigsten Hilfen, den 
Idealfall, den gemeinsamen Höhepunkt, zu erreichen. 
Hält man nun den richtigen Zeitpunkt für gekommen, wird das 
Glied tief in die Vagina eingeführt. Durch die Bewegungen und 
die dabei entstehende Reibung werden die empfindlichsten 
Punkte beider Partner — beim Manne die Eichel, bei der Frau 
die Clitoris und die Schamlippen — weiteren Reizen ausgesetzt, 
die sich schnell steigern, um schließlich in den Orgasmus zu 
münden. Während des Aktes wird der Pulsschlag erheblich 
beschleunigt, oft sogar bis auf das doppelte. Der Blutdruck 
steigt, möglicherweise sogar um 100 mm/Hg. Eine vermehrte 
Schweißabsonderung findet statt, und das Gesicht verzerrt sich 
zu einer verkrampften Grimasse. Ein Mensch sieht während der 
geschlechtlichen Vereinigung nicht etwa entspannt und 
glücklich aus, sondern sein Gesichtsausdruck ähnelt dem eines 
schwer Leidenden. Er ist eher verkrampft als gelöst.  
Diese ganzen Erscheinungen, die normalerweise erschreckende 
Symptome wären, und vom Körper kaum „verkraftet" werden 
könnten, beweisen, wie hoch der seelische Wille zur Hingabe 

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über den Körper triumphiert. Der Körper ist nur Werkzeug und 
Objekt des Völligineinanderaufgehens. Er muß Umstellungen 
und ungeheure Anstrengungen auf sich nehmen, um der Seele 
zu dienen. Im weiteren Verlauf der Vereinigung steigt eine durch 
den ganzen Körper gehende Spannung immer mehr an, um 
schließlich und plötzlich — mehr oder weniger schlagartig — 
einem wohligen Gefühl der Entspannung Platz zu machen.  
Der Höhepunkt ist eingetreten. Beide Partner kennen, völlig 
weltentrückt, nur noch sich und den anderen. Beim Manne wird 
der Orgasmus von der Ejakulation, dem Ausstoßen des Samens, 
begleitet. Bei der Frau krampft sich während der ansteigenden 
Erregung die Gebärmutter zusammen, um sich dann beim 
Orgasmus schlagartig wieder auszudehnen. Dadurch wirkt sie 
wie der Gummiball einer Klistierspritze, mit dem eine 
Flüssigkeit, in diesem Falle der männliche Same, aufgesaugt 
wird. Da die männlichen Samenzellen nur im alkalischen Milieu 
gedeihen und durch Säure zugrunde gerichtet werden, fliehen 
sie die weibliche Scheide, denn die von den Schleimhäuten 
abgesonderten Exkrete sind säurehaltig. Der nächstliegende 
Fluchtweg aus den Tiefen der Vagina führt durch den 
Gebärmuttermund in den Uterus. Diese Eigenbewegung der 
Samenzellen wird durch die Saugwirkung der sich 
ausdehnenden Gebärmutter unterstützt. Dadurch gelangen die 
Spermatozoen nach der Ejakulation unheimlich schnell in den 
Uterus und zum Ei, der weiblichen Samenzelle, das auf seine 
Befruchtung wartet. Scheidenspülungen, die nach dem Akt als 
Verhütungsmittel angewandt werden, sind wegen der 
Schnelligkeit, mit der sich diese Vorgänge abspielen, in der Regel 
unwirksam. Eine „Normalzeit" für die Dauer des 
Geschlechtsaktes gibt es nicht. Das ist auch nicht wichtig; 
wichtig ist nur, daß beide Partner, also auch die Frau, zum 
Orgasmus geführt werden. Würde die Frau diesen Höhepunkt 
nicht erreichen, so wäre sie zum Objekt der Befriedigung des 
Mannes erniedrigt. Außerdem treten nachgewiesenermaßen 
Schädigungen und Veränderungen an den Organen und an der 

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Gesamtkonstitution der Frau auf. Die Infelicität, dieses 
Unbefriedigtbleiben, führt auf die Dauer zu nervösen 
Spannungszuständen, Gereiztheit und Unausgeglichenheit und 
legt damit den Grundstock zu Streitigkeiten und Zerwürfnissen. 
Darum ist es so wichtig, immer und gleich auf welche Weise, die 
Partnerin zum Orgasmus zu führen. Gelingt es der Partnerin 
nicht, den Orgasmus zu erreichen, darf sie darüber nicht 
schweigen oder gar im falsch verstandenen Interesse ihres 
Mannes so tun, als wäre sie zufrieden. Abgesehen davon, daß 
hier einmal eine grundsätzliche Aussprache herbeigeführt 
werden sollte, muß sie ihn durch Zärtlichkeiten am Einschlafen 
hindern und ihn animieren, sich ihr weiter zu widmen.  
Die wenigsten Männer werden in der Lage sein, eine zweite 
Begegnung herbeizuführen, da meistens so schnell keine neue 
Erektion erzielt werden kann. Doch sollten sie durch zärtliche 
Berührung und Liebkosung der weiblichen Genitalien, besonders 
der Clito‐ris, nachträglich den Höhepunkt und damit die 
Entspannung ihrer Part= nerin auslösen. Daran sollten sie sich 
weder durch Müdigkeit und Bequemlichkeit, noch durch eine 
irrige Moralauffassung hindern lassen. Nichts spricht gegen eine 
solche manuelle Vollendung des Aktes, vieles aber dafür. 
Um einer Frau zu ihrem Recht auf Befriedigung, zur Stillung 
ihres Sexualbedürfnisses zu verhelfen, um sie vor 
Unzufriedenheit und Gefühlskälte zu bewahren, um sie gesund, 
glücklich und liebend zu erhalten, um den Bestand und das 
Gleichgewicht einer Ehe nicht zu gefährden, hat auch dieses 
Nachspiel seine Berechtigung. Natürlich darf es nicht zu einer 
regelmäßigen Einrichtung werden, daß der weibliche Orgasmus 
erst masturbierenderweise im Nachspiel ausgelöst wird.  
Das würde in der Entwicklung der Frau einen Rückschritt 
bedeuten. Es führt zur infantilen Überempfindlichkeit der 
Clitoris und behindert die Empfindungsverlagerung in die 
vaginalen Bereiche. Erkennen beide, daß SIE erst um etliches 
später den Höhepunkt erreichen kann als ER, sollten sie das 
Vorspiel intensivieren und ausdehnen, um den Idealfall, den 

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gemeinsamen Orgasmus zu erstreben. Frauen, die wegen seiner 
oder eigener körperlicher Mängel den Höhepunkt nicht 
erreichen, die impotent oder auch echt frigid sind, meinen 
eigenartigerweise oft, sie müßten ihrem Partner die volle 
Erfüllung des Erlebnisses vorheucheln. Vielleicht geschieht es, 
um „ihre Ruhe zu haben", vielleicht meinen sie aber auch, damit 
dem Ehefrieden und dem Eheglück zu dienen. In Wahrheit 
stellen sie aber eine Lüge zwischen sich und ihren Partner, und 
das ausgerechnet in einer Stunde, die zu den schönsten und 
erhabensten der Ehe gehört. Darüber hinaus hindern sie ihren 
Mann, einen beträchtlichen Mißstand der gemeinsamen Ehe zu 
erkennen und zu beseitigen. 
 
Empfängnisverhütung 
Eine der größten Sorgen vieler Frauen ist die Furcht vor einer 
ungewollten Empfängnis. Sie lastet wie ein Verhängnis über den 
glücklichen und schönen Stunden einer Ehe und kann die ganze 
Freude und Harmonie zunichte machen. Diese Furcht ist einer 
der Gründe für die vermeintliche Gefühlskälte dieser Frauen. 
Einer Frau diese Furcht zu nehmen, bedeutet, sie auf den Weg 
zu einem glücklichen und harmonischen Gefühlsleben zu 
führen. 
Das Streben, die Zahl der Kinder und den Zeitpunkt ihrer Geburt 
nicht dem Zufall zu überlassen, sondern selbst nach kluger 
Abwägung zu bestimmen, ist legal und verständlich. 
Die gesellschaftliche Struktur unseres Jahrhunderts hat sich so 
grundlegend gewandelt, daß ein reicher „Kindersegen" nicht 
immer und für jedermann ein Gewinn ist, sondern vielfach eher 
eine Belastung. Eine Belastung, gar nicht immer egoistisch 
gedacht für die Eltern, sondern vielmehr für die Existenz und 
Entwicklung des Kindes selbst und seiner Geschwister. 
Wirtschaftliche Belange machen es oft unmöglich oder lassen es 
zumindest unmöglich erscheinen — wer will hier urteilen? — 
eine Familie mit weiteren Kindern zu belasten. 

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Das Bemühen, die Größe der Familie in die eigene Entscheidung 
zu bekommen ist gerechtfertigt, soweit es sich auf die 
Empfängnisverhütung erstreckt. Im gleichen Sinne — aber 
mißverständlich — wird der Begriff „Geburtenregelung" oder gar 
„Geburtenkontrolle" verwandt. Mißverständlich, weil in der 
weitesten Bedeutung dieses Wortes auch die Abtreibung ent‐
halten ist. Sie aber ist abzulehnen. Die Zerstörung menschlichen 
Lebens — auch des ungeborenen — verträgt sich nicht mit den 
humanitären Grundlagen unserer Lebens‐ und Weltanschauung. 
Erst recht nicht, wenn ihr Zweckmäßigkeitserwägungen 
zugrunde liegen. Eine Euthanasie im Mutterleib ist um keinen 
Deut moralischer als die in Gaskammern geübte.  
Eine gründliche und umfassende Aufklärung über die Methoden 
der Empfängnisverhütung ist geeignet, die Zahl der 
Abtreibungsversuche herabzusetzen. Das ist für die 
Volksgesundheit von erheblicher Bedeutung, denn über die 
Hälfte aller illegalen von Laien vorgenommenen Abtreibungen 
endet mit dem Tode der Mutter. Auf verstandesmäßige 
Argumentation reagieren jedoch die wenigsten Frauen, die sich 
in den Kopf gesetzt haben, eine ungewollte Schwangerschaft zu 
unterbrechen. Viel wirksamer ist eine kleine Druckschrift, die 
manche Ärzte ihren Patientinnen in die Hand geben, wenn sie 
mit einem entsprechenden Ansinnen an sie herantreten. 
In Form eines Tagebuches schildert das kleine Ungeborene seine 
Entwicklung und betont die Freude auf das Leben und das 
unbegrenzte Vertrauen in die Liebe seiner Mutter, die ihm jetzt 
schon Wärme und Geborgenheit gibt. Das Tagebuch schließt 
mit dem vernichtenden Satz: „Heute hat mich meine Mutter 
umgebracht!" Es hilft sicher manchem kleinen Wesen, dessen 
Todesurteil schon gesprochen war, zum Leben. Aber die vielen 
anderen Mütter, die sich in die Hände dunkler Geschäftemacher 
begeben? Hier hilft nur die vorbeugende Aufklärung. 
Eine Regelung der Geburtenzahl — ob jetzt völkisch oder 
familiär bedingt — kann also nur über die 
Konzeptionsverhütung erfolgen. Es gibt eine Vielzahl von 

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verschiedenen Möglichkeiten, von denen aber wohl keine als 
vollkommen bezeichnet werden kann. Sowohl bezüglich der 
Sicherheit, der Bequemlichkeit in der Anwendung, als auch im 
Hinblick auf die Nebenwirkungsfreiheit weisen alle Methoden 
mehr oder weniger Mängel auf. Ich will den von vornherein zur 
Unvollständigkeit verurteilten Versuch unternehmen, möglichst 
objektiv eine Übersicht der verschiedenen Wege mit den 
entscheidendsten Vor‐ und Nachteilen zu geben. Manches, was 
gestern wichtig und richtig schien, ist heute schon nicht mehr in 
der Übersicht enthalten. Und manches, was heute noch 
ausführlich behandelt wird, gilt morgen als überholt. 
Zunächst eine tabellarische Aufstellung: 
Von der Frau anzuwenden 
1. Mechanische Verhütung 
a) Scheidenpessare 
b) Muttermundpessare 
c) Intra‐Uterin‐Pessare 
d) Kombinationspessare 
2. Chemische Verhütung 
a) keimtötende Mittel 
b) Scheidenspülungen 
3. Empfängnisfreie Tage 
a) Berechnung 
b) Basaltemperatur 
c) Harnkontrolle 
4. Orale Anwendung 
a) Hormone 
b) pflanzliche Mittel 
5. Sterilisation 
Vom Manne anzuwenden 1. Mechanische Verhütung 
a) Präservative 
b) Capots 
c) Spezialpräservative 
2. Orale Anwendung a) pflanzliche Mittel 
3. Coitus interruptus 

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4. Sterilisation 
Diese Übersicht zeigt schon, daß die Hauptlast der 
verantwortlichen Konzeptionsverhütung bei der Frau liegt.  
Oft wird diese Feststellung mit einem Unterton des Vorwurfs 
getroffen — meines Erachtens zu Unrecht. Tatsächlich ist es 
doch so, daß — bedingt durch die Anatomie und Physiologie der 
Geschlechter — die meisten Möglichkeiten eben nur bei der 
Frau anzuwenden sind. Sicher spielen auch andere Momente 
eine Rolle. Sollte es tatsächlich einen Weg geben, durch 
Tabletten die Zeugungsfähigkeit des Mannes auszuschalten, 
bliebe es noch offen, ob sich die Männerwelt bereitfände, diese 
Pillen zu vertilgen. Irgendwelche schon ans mythologische 
grenzenden Vorstellungen verbinden Fruchtbarkeit, Potenz und 
Männlichkeit so eng miteinander, daß es einer 
tiefenpsychologisch gesteuerten publicity bedürfte, diesem 
Mittel Eingang in breite Schichten zu verschaffen.  
Die chirurgische Sterilisation ließe sich natürlich genauso gut 
beim Manne durchführen wie bei der Frau. Aber auch hier wird 
sie ja nicht allein deswegen angewandt, weil kein Kinderwunsch 
mehr besteht, sondern nur dann, wenn medizinische Gründe 
gegen eine Schwangerschaft stehen. Meist wird sie dann im Zuge 
einer Schnittentbindung oder Unterleibsoperation mit 
durchgeführt, so daß sich ein eigener Eingriff zu diesem Zweck 
erübrigt. Die Sterilisation nur aus antikonzeptionellen Gründen 
— ohne dringende medizinische Indikation — gilt als 
sittenwidrig. Erst kürzlich ist in Niedersachsen ein Arzt wegen 
dieser „Eingriffe ohne zwingenden Grund" verurteilt worden. 
Allerdings wurde das Urteil vom Bundesgerichtshof aus 
formaljuristischen Gründen wieder aufgehoben. 
Xu 1.: Mechanische Verhütung Der erste Versuch, das 
Vordringen des männlichen Samens zum befruchtungsfähigen Ei 
zu verhindern, wird wahrscheinlich im Einführen kleiner 
Schwämmchen bestanden haben, die das Sperma aufsaugen. 
Auch heute ist diese recht unsichere Methode noch weit 
verbreitet. Die Weiterentwicklung stellt das Scheidenpessar dar. 

50
Von einem runden federnden Rand umschlossen, der sich an die 
Scheidenwand anschmiegt, schließt die Gummiplatte des 
Pessars den Scheidenquerschnitt zwischen Muttermund und 
eindringendem Penis ab. Obwohl es diese Pessare in 
verschiedenen dem jeweiligen Scheidendurchmesser angepaßten 
Größen gibt, bleibt auch hier ein beträchtlicher 
Unsicherheitsfaktor bestehen. Die Schleimhaut der Scheide ist 
nicht glatt und gleichmäßig rund, sondern bildet viele Falten. 
Die schnell beweglichen und zusätzlich vom Sog der 
expandierenden Gebärmutter angerissenen Samenfäden gelan‐
gen unter Umständen durch solche mangelhaft abgedichteten 
Schleimhautfalten hindurch und führen dennoch eine 
Befruchtung herbei. Zudem kommt es oft vor, daß vom 
männlichen Glied bei den Bewegungen des Aktes das lose 
einliegende Pessar aus seiner ursprünglichen Lage gebracht und 
damit unwirksam gemacht wird. Nach dem Verkehr sollte es 
möglichst in Ruhelage der Frau einige Stunden liegenbleiben, 
um dann mit einer Scheidenspülung entfernt zu werden.  
Zu jedem Akt ist also erneut die oft als störend empfundene 
Vorbereitung des Einführens erforderlich. Der Sicherheitsfaktor 
wird beträchtlich erhöht, wenn man dieses Pessar mit einem 
chemischen Antikonzeptionsmittel kombiniert. Diese 
Verbindung empfiehlt sich ebenfalls beim Kappenpessar, das wie 
ein kleines Hütchen über den hügelartig ins Scheidengewölbe 
ragenden Gebärmuttermund gestülpt wird. Hier ist natürlich ein 
ausgezeichneter Sitz besonders wichtig. Zu groß schließt es 
nicht richtig ab, zu klein erzeugt es Druckstellen und 
Entzündungen. Die passende Größe sollte durch den Facharzt 
bestimmt werden, da die Zahl der Geburten nur einen 
annähernden Hinweis geben kann. Da Entbindungen oft 
Vernarbungen am Muttermund hinterlassen, die die glatt 
abschließende Kontaktfläche unterbrechen, wird die Sicherheit 
des Kappenpessars natürlich beeinträchtigt. 
Es hat gegenüber dem Scheidenpessar jedoch den Vorteil, von 
Mensis zu Mensis liegenzubleiben, wodurch die lästigen 

51
Vorbereitungen vor der Vereinigung entfallen. 
Reizerscheinungen sind bei richtigem Sitz selten, da diese 
Pessare in der Regel aus dem gewebefreundlichen Kunststoff 
Paladon hergestellt werden. Aus Paladon sind ebenfalls 
Zahnprothesen. Vor dem Gebrauch ist das Pessar bei mäßiger 
Temperatur oder chemisch zu sterilisieren. 
Die umstrittenste Methode der Empfängnisverhütung dürfte die 
Anwendung der Intra‐Uterin‐Pessare sein. Die Mehrzahl der 
Ärzte und Autoren ist sich in der Ablehnung einig, doch gibt es 
auch Verfechter dieses Mittels. Für die Anwendung solcher 
Pessare, die unmittelbar in die Gebärmutter eingeführt werden, 
spricht vor allem deren Sicherheit. Dazu kommt noch — und 
das ist nicht unwesentlich — daß sie mindestens von einer 
Monatsblutung zur nächsten, manche sogar aufgrund ihrer 
Konstruktion Monate hindurch ohne Rücksicht auf die 
Menstruation, liegen bleiben können. Die oftmals so störenden 
Vorbereitungen vor dem Verkehr entfallen, und das 
Gefühlsleben empfindsamer Frauen wird nicht gestört. 
Worauf beruht eigentlich die antikonzeptionelle Wirkung der 
Intra‐Uterin‐Pessare? Der Meinungsstreit der Wissenschaftler 
darüber ist noch nicht abgeschlossen. Zwei Dinge scheinen es 
jedoch vor allem zu sein, die sie zu einem relativ sicheren 
Verhütungsmittel machen. Der Stiel des Pessars, der das im 
Uterus liegende Endstück mit der in der Scheide verbleibenden 
Grundplatte verbindet, erzeugt im Gebärmuttermundkanal 
durch sein Dasein als Fremdkörper ständige leichte 
Reizerscheinungen, die wieder die Wandungen dieses Kanals 
soweit anschwellen lassen, daß sie den Uterus nach außen 
absolut verschließen. Sollte dieser Verschluß nicht ausreichen, 
liegt in der Gebärmutter noch das Endstück des Pessars.  
Durch Druck auf den Nährboden der Gebärmutterwand 
verhindert es, daß sich hier ein eventuell befruchtetes Ei 
ansiedelt. Diese Methode liegt also — wenn diese Theorie über 
die Wirksamkeit stimmt — hart an der Grenze zwischen 
Empfängnisverhütung und Abtreibung. 

52
Die Gegner der Intra‐Uterin‐Pessare argumentieren aber 
darüberhinaus besonders mit der gesundheitlichen Gefährdung 
der Mutter. Und das nicht zu Unrecht. Schon im Einführen liegt 
eine nicht unbeträchtliche Gefahr. Ein ungenügend sterilisiertes 
Pessar schleppt Keime und Bakterien in das innere der 
Gebärmutter. Und welcher Laie beherrscht wohl die Regeln der 
Asepsis? Viel schlimmer jedoch ist die Möglichkeit der 
Gebärmutterperforation. Die Gebärmutter ist nahezu frei von 
sensiblen Nerven, so daß die betroffene Frau es möglicherweise 
nicht spürt, wenn sie mit dem Pessar den Uteruskörper zur 
Bauchhöhle hin durchstößt. Die Folge sind innere Blutungen, 
eine Bauchhöhlenvereiterung und in der Regel der Tod der Frau, 
wenn nicht rechtzeitig sachkundige Hilfe hinzugezogen wird. 
Aber auch die kommt oft zu spät. Es kann nicht dringend genug 
darauf hingewiesen werden, daß Intra‐Uterin‐Pessare nur vom 
Facharzt eingesetzt werden sollen. Jeder Selbstversuch birgt 
erhebliche Gefahren in sich. Liegt schließlich das Pessar — 
sachkundig, keimfrei und ohne Verletzungen eingeführt — ist 
immer noch nicht alle Gefahr gebannt. Es verbindet jetzt die 
Gebärmutter — ein inneres Organ — mit der Vagina — einem 
äußeren Organ, und wirkt dadurch als „Bakterienleiter", an dem 
die Krankheitserreger emporkriechen und eine Infektion in die 
Gebärmutter tragen können. Die hin und wieder geäußerte 
Vermutung, Pessare seien krebsfördernd, konnte bisher noch 
nicht bewiesen werden. All diese Gefahren können beseitigt, 
zumindest aber stark herabgesetzt werden, wenn eine ein Pessar 
tragende Frau unter ständiger fachärztlicher Kontrolle bleibt. 
Vor der Anwendung sollte in jedem Fall eine gründliche 
Untersuchung stehen, da Gebärmutterverlagerungen oder ‐
knickungen als Kontraindikation gelten. Abschließend wären 
noch kurz die verschiedenen Kombinationspessare zu erwähnen, 
die Scheiden‐ und Kappenpessar miteinander verbinden, oder 
das Kappenpessar mit einem Ventil versehen, um die physiologi‐
schen Absonderungen der Gebärmutter hindurchzulassen.  

53
Diese Konstruktionen stellen weniger eine Verbesserung als ein 
Verkaufsargument dar. 
Zu 2.: Chemische Verhütung 
Zur Gruppe der chemischen Verhütung gehören Pulver, 
Tabletten, Gallert‐Kugeln oder Pasten, die kurz vor dem Verkehr 
in die Scheide eingeführt werden. Hier lösen sie sich durch 
vorheriges Anfeuchten oder durch die natürliche 
Scheidenfeuchtigkeit auf und bilden einen antiseptischen 
Schaum, der nicht nur mechanisch das weitere Vordringen der 
männlichen Samenfäden verhindert, sondern sie gleichzeitig 
abtötet Die chemische Verhütung läßt sich unauffällig von der 
Frau anwenden und beeinträchtigt nicht das Gefühl während der 
Begegnung. Der Sicherheitsgrad dürfte allerdings etwas geringer 
sein als bei Präservativen oder guten Pessaren. Man bedenke, 
daß die Vagina kein glatter, übersichtlicher Kanal ist, sondern 
voller Falten und Runzeln, durch die sich ein vorwitziges 
Samenfädchen hindurchschlängeln kann. Und eines von 
Abermillionen genügt bereits . . .  
Chemische Antikonzeptionsmittel bedingen, daß die 
Rückenlage, in der das Mittel eingeführt wurde, während des 
Aktes beibehalten wird. Im Rahmen dieses Buches ist zu 
erwähnen, daß dadurch dem die Erregung fördernden 
Liebesspiel Grenzen gesetzt werden. 
Wenn bei einer sehr sensiblen Frau jede Art der Vorbereitung 
störend in den natürlichen Ablauf der Erregung, der 
Luststeigerung, eingreift, sind auch chemische Mittel nur 
bedingt anwendbar. Weniger das Mittel selbst, als vielmehr die 
desillusionierende Vorbereitung und die oft etwas 
unappetitliche Reinigung nach dem Akt kann die 
Empfindungssphäre einer sensiblen Frau so negativ beeinflussen, 
daß hier möglicherweise die Ursache der Infelicität zu suchen 
ist. Obwohl alle erhältlichen Fertigpräparate so milde wie irgend 
möglich gehalten sind, läßt sich doch wegen der keimtötenden 
Beschaffenheit ein leichtes Brennen in der Scheide nicht immer 
ganz vermeiden. Auch kommt es gelegentlich vor, daß Frauen 

54
nach längerer Anwendung gegen ein solches Mittel sensibilisiert 
sind, wie ja auch die Verwendung von Gummischutz hin und 
wieder Ausschlag und Juckreiz auslöst. Durch den Wechsel des 
Präparates lassen sich die Auswirkungen dieser Allergie in der 
Regel rasch beseitigen. Die vielfach angewandten 
Scheidenspülungen nach dem Akt sind so unzuverlässig in ihrer 
Wirkung, daß sie die Bezeichnung „Verhütungsmittel" kaum 
verdienen. In der Regel kommen sie zu spät, da durch die im 
Kapitel „Weibliche Genitalien" beschriebene Saugwirkung der 
Gebärmutter die Samenfäden längst in Sicherheit sind. Auch 
hier wird jedes Nachspiel, jeder zärtliche Ausklang, der ja gerade 
für die Frauen, denen dieses Buch gewidmet ist, so wichtig ist, 
unmöglich, weil unmittelbar nach der Ejakulation des Mannes 
die Frau zum Spülgerät greift, ohne Rücksicht auf ihre eigenen 
Gefühle. 
Zw 3.: Empfängnisfreie Tage 
Zum Verständnis der Wirkungsweise dieser Methode seien noch 
einmal kurz die Vorgänge des monatlichen Zyklus' angedeutet, 
deren jeweiliger Schlußpunkt die Menstruation ist. 
In der ersten Phase dieses Rhythmus', also gleich nach der 
vorhergegangegangenen Monatsblutung, reift im Eierstock ein 
Graafsches Follikel mit einem Ei heran. Gleichzeitig bildet sich 
in der Gebärmutter eine dicke Nährbodenschicht, die dieses Ei 
aufnehmen wird, sobald es reif geworden ist. 
Ist dieser Zeitpunkt gekommen, zerplatzt das Graafsche Follikel 
und wandelt sich um in eine Drüse, den Corpus luteum, das 
Gelbkörperchen. Es sondert das Gelbkörperhormon ab, das 
wiederum die Erhaltung des Nährbodens im Uterus bewirkt. 
Fand eine Befruchtung statt, wirkt es bis in den 4. 
Schwangerschaftsmonat hinein. Im anderen Falle geht es nach 
genau 15 Tagen zugrunde, mit der Folge, daß der Nährboden 
sich mangels Gelbkörperhormon löst und ausgestoßen wird.  
 
 
 

55
Das ist die Menstruation. 
Fünfzehn Tage vor der Menstruation fand also der Eisprung 
statt. Das aus dem Graafschen Follikel gestoßene Ei wandert 
durch den Eileiter zur Gebärmutter. Und nur auf diesem Wege 
ist es befruchtungsfähig. Man nimmt heute eine Lebensdauer 
von etwa 4 Stunden an. Länger nicht! Ich betone noch einmal, 
der Zeitpunkt des Eisprungs wird nicht von der vorhergehenden, 
sondern allein von der zu erwartenden Menstruation bestimmt. 
Oder richtiger umgekehrt: die zu erwartende Menstruation wird 
vom Eisprung bestimmt, und nur sie steht darum in einem 
zeitlichen Zusammenhang mit ihm. Will man also den Tag des 
Eisprungs berechnen, kann man nicht von der gewesenen 
Mensis aus zählen, sondern muß von der zukünftigen 15 Tage 
rückwärts zählen. Das birgt natürlich eine gewisse Unsicherheit 
in sich, da der Tag ihres Eintreffens nie mit hundertprozentiger 
Sicherheit vorauszusagen ist. Nur nach längerer Beobachtung 
der Zyklusdauer läßt sich dieser Termin mit ziemlicher 
Wahrscheinlichkeit berechnen, und davon ausgehend dann auch 
der Tag der Ovulation. Um aus dem Wissen vom Eisprung eine 
zuverlässige Verhütungsmethode zu machen, ist auch die 
Lebensdauer der männlichen Samenzellen zu berücksichtigen. 
Sie kann bis zu 48 Stunden betragen.  

 
Das bedeutet also da der Eisprung am 15. Tag vor der 
Menstruation erfolgt, daß vom 17. bis zum 14. Tag davor kein 
Verkehr stattfinden darf, wenn eine Schwan‐gerschaft 
unerwünscht ist, oder daß gerade diese Tage gewählt werden 
müssen, wenn sich der Wunsch nach einem Kinde bisher nicht 
erfüllen ließ. Diese Karenzzeit läßt sich anhand eines einfachen 
Taschenkalenders auszählen — man kann aber auch einen 
Rechenschieber dazu benützen. Die Unsicherheit liegt — von 

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Rechenfehlern abgesehen — in einer zeitlichen Verschiebung, in 
einer unregelmäßigen „Regel". Dazu kommt die Möglichkeit 
eines provozierten Eisprunges. Durch psychische oder physische 
Belastung, durch Reisen, ja selbst durch den Geschlechtsverkehr 
kann eine Ovulation zur Unzeit ausgelöst werden, wodurch die 
ganze Berechnung natürlich über den Haufen geworfen wird. 
Um dieser Gefahr zu entgehen, versucht man, den Zeitpunkt 
nicht zu errechnen, sondern zu ermitteln. Zwei Arten sind 
gängig. Die Überwachung der Basaltemperatur und die 
Harnkontrolle. Die Basaltemperatur wird täglich vor dem 
Aufstehen zur gleichen Zeit gemessen und in eine Kurve 
eingetragen. Am Tage des Eisprungs sinkt sie zunächst eine 
Kleinigkeit ab, um dann plötzlich um etwa 0,5 Grad anzusteigen. 
Diese etwas erhöhte Temperatur bleibt bis zum Untergang des 
Gelbkörpers bestehen. Normalerweise also bis zur nächsten 
Menstruation, bei einer eingetretenen Schwangerschaft jedoch 
bis weit in diese hinein. Mit der Ovulation geht auch eine 
Umstellung des Hormonhaushaltes vonstatten.  
Das Follikelhormon verschwindet, statt dessen tritt das 
Gelbkörperhormon in Tätigkeit. Das gleiche gilt für die von der 
Hypophyse ausgesandten, diese Vorgänge steuernden, Follikel‐ 
und Samenreifungshormon und Luteinisierungshormon, auch 
Prolan A und Prolan B genannt. Der Wechsel ist an einer 
Farbreaktion im Harn abzulesen. Der Pillay‐Test, der auf einer 
Vitamin C‐Retention am Tage des Eisprunges, oder der 
Farnkraut‐Test, der auf einer bestimmten Eigenschaft des 
Zervikalsdileimes beruht, sind beide nur für die ärztliche Praxis 
geeignet. Mit all diesen Methoden kann man exakt den 
Zeitpunkt des Eisprunges ermitteln — wenn er bereits 
stattgefunden hat. Zwei Tage vorher — solange bleiben ja die 
Samenfäden lebensfähig — weiß man es noch nicht. 
Bis zum Eisprung empfiehlt sich also Zurückhaltung oder die 
Anwendung eines anderen Verhütungsmittels. Erst nach 
erfolgter Ovulation darf man bis zur nächsten Mensis sicher 

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sein, daß keine Befruchtung stattfinden kann — wenn nicht ein 
zusätzlicher provozierter Eisprung erfolgt! 
Die Kenntnis dieser Vorgänge verdanken wir unabhängig 
voneinander dem Wiener Frauenarzt Dr. Knaus und dem 
Japaner Dr. Ogino. Nach ihnen spricht man heute von der 
Knaus‐Ogino‐Methode, die übrigens die einzige von der 
katholischen Kirche anerkannte Art der Empfängnisverhütung 
ist. In dieser Anerkennung liegt meines Erachtens ein 
Widerspruch, den die katholische Kirche eines Tages beseitigen 
müßte und hoffentlich wird, indem sie entweder auch weitere 
Verhütungsmethoden für annehmbar erklärt, oder aber indem 
sie auch die Knaus‐Ogino‐Methode für unzulässig erklärt.  
Da letzteres kaum möglich ist, und da weite Kreise auch der 
katholischen Christenheit zu größerer Toleranz auf diesem 
Gebiet tendieren, wird in Zukunft wohl mit einer großzügigeren 
Auslegung zu rechnen sein. Entweder ist es ein unlösbarer 
Bestandteil der katholisch‐christlichen Glaubenslehre, daß der 
Geschlechtsakt lediglich der Zeugung und Fortpflanzung dient, 
dann ist jede bewußte Anwendung einer Verhütungsmethode — 
gleich welcher Art — sündhaft und verwerflich. Läßt man aber 
die Berechnung der empfängnisfreien Tage einer Frau als 
zulässig gelten, räumt man damit dem Geschlechtsakt eine 
weitere, höhere Daseinsberechtigung ein, die dann wiederum 
auch weitere Methoden akzeptabel werden läßt. 
Die Frage nach der Moral ist nicht zu lösen, indem man 
Techniken unterscheidet. Sie wird in weitaus tieferen und 
grundsätzlichen Bereichen beantwortet werden müssen. 
Und abschließend lassen Sie mich noch etwas sagen, was Sie 
selbst viel besser wissen: nämlich, daß die Liebe sich nicht in 
den starren Rahmen des Kalenders zwingen läßt. Sie kommt 
impulsiv aus dem Augenblick heraus und will gelebt sein. Sie 
läßt sich nicht ungestraft vertrösten, sie läßt sich nicht mit der 
Pedanterie eines Buchhalters übertragen. Auf dem Wechsel der 
Liebe heißt es: „Zahlen Sie bei Sicht!" Er ist sofort zur Einlösung 
fällig, er läßt sich nicht prolongieren. 

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7.u 4.: Orale Anwendung 
Warum eigentlich — diese Frage muß doch auftauchen — wird 
eine schwangere Frau nicht erneut schwanger? Weil während 
der Schwangerschaft kein erneuter Eisprung stattfindet. Das 
Gelbkörperhormon, abgesondert vom leeren Graafschen Follikel 
und in den letzten Monaten der Gravidität von der Plazenta, 
stellt den Eierstock ruhig und verhindert vorübergehend die 
Reifung weiterer Eier. Der gleiche Effekt läßt sich erzielen, wenn 
man dem Körper diese Hormone von außen zuführt. Und das ist 
das Prinzip der oralen Verhütung. Nach einem strengen Zeitplan 
— vom 5. ‐ 24. Tag der Periode — muß dieses Hormon in 
Tablettenform genommen werden, um eine Empfängnis zu 
verhüten. Auch nur geringste Abweichungen von diesem 
strengen Dosierungsschema machen die Methode unwirksam. 
Einige Tage nach Einnahme der letzten Tablette tritt eine 
sogenannte Entzugsblutung auf, die der Menstruation 
gleichzustellen ist. Der menschliche Hormonhaushalt ist ein so 
sorgsam abgestimmtes Instrument, daß jeder Eingriff in dieses 
ausgewogene Kräftespiel mit größter Vorsicht und 
Zurückhaltung zu erfolgen hat. Nur der Arzt kann beurteilen, ob 
es im Einzelfall ratsam und tragbar ist, dieses Mittel anzu‐
wenden. Es unterliegt darum auch zu Recht der 
Verschreibungspflicht und ist nicht frei verkäuflich. 
Da durch dieses Hormon ja dem Körper signalisiert wird, er sei 
schwanger, treten oftmals lästige Nebenerscheinungen auf.  
Die gleichen Beschwerden, die vielen Frauen im Anfang einer 
Schwangerschaft so sehr zu schaffen machen, zeigen sich auch 
bei Anwendung dieses Hormonpräparates. Die Brust schwillt an, 
Übelkeit und Brechreiz treten auf, usw. Nach Absetzen der 
Tabletten setzt die alte Eierstockfunktion wieder ein. 
Beobachtungen haben ergeben, daß im Anschluß an eine solche 
Kur die Empfängnisbereitschaft offenbar größer als zuvor ist. 
Vor einer Daueranwendung über mehrere Jahre hin warnt selbst 
der Hersteller, da über mögliche Spätfolgen bei Dauergebrauch 
noch nichts gesagt werden kann. Die Methode ist noch zu jung. 

59
Eine andere Möglichkeit der oralen Verhütung bietet die 
Pomeranze: damit das männliche Samenfädchen in das 
weibliche Ei eindringen kann, muß zunächst eine Schicht 
Zellkitt gelöst werden. Das geschieht durch die reichlich in der 
Samenflüssigkeit vorhandene Hyaluronidase.  
Diese Hyaluronidase läßt sich jedoch hemmen, und zwar durch 
das zur Vitamin P‐Gruppe gehörende Hesperidin, das aus der 
Pomeranze gewon= nen wird. Ist Hesperidin in ausreichendem 
Maße vorhanden, wird die Hyaluronidase gehemmt, die 
Zellkittschicht bleibt erhalten, das Samenfädchen dringt nicht in 
das Ei ein, eine Befruchtung findet nicht statt. Hesperidin wird 
sowohl vom Manne als auch von der Frau genommen. 
Theoretisch liegen dieser Methode durchaus richtige 
Erwägungen zugrunde. In der Praxis haben sich die Hoffnungen, 
die Sieve 1952 an das Hesperidin knüpfte, nur unvollständig 
erfüllt. 
Zu 5.: Sterilisation 
Die Sterilisation, die operative Unfruchtbarmachung, wäre der 
Vollständigkeit halber auch noch zu erwähnen. Durch einen 
chirurgischen Eingriff wird der Eileiter der Frau oder der 
Samenleiter des Mannes verschlossen oder durchtrennt, so daß 
die Keimzellen nicht ihren natürlichen Weg nehmen können. 
Eine Befruchtung ist daher ausgeschlossen. Wegen der 
Bedeutung dieses Eingriffes wird er jedoch nur dann durch‐
geführt, wenn wirklich zwingende Gründe eine Schwangerschaft 
ausschließen. In der Einführung zu diesem Kapitel ging ich 
bereits darauf ein. Eine so tiefgreifende Veränderung des 
menschlichen Körpers sollte man sich reiflich überlegen.  
Der Leib mit seinen Zeugungsfunktionen ist keine Maschine, die 
man bei Bedarf ab und auch wieder anstellen kann. Er ist ein 
Instrument, das nicht nur der Fortpflanzung dient, sondern 
symbolisches Werkzeug der engsten menschlichen Beziehungen 
ist. Also Hände weg von solchen bedenklichen Manipulationen! 
Und nun die vom Manne anzuwendenden Methoden der  
 

60
Empfängnisverhütung: 
Zu 1.: Präservative 
Präservative oder Condome sind dünne Gummihüllen, die vom 
Manne über das Glied gestreift werden und während der 
Ejakulation den Samen auffangen. Beim heutigen Stand der 
vollautomatisierten Herstellungstechnik und der elektronischen 
Kontrollverfahren bieten sie einen beträchtlichen Grad an 
Sicherheit. Fehler in der Anwendung sind vermeidbar: 
Es ist darauf zu achten, daß beim Anlegen des Schutzes nicht 
mit der Außenseite die schon feuchte Penisspitze berührt wird. 
In der Gleitsubstanz des Gliedes befinden sich oftmals schon 
voreilige Samenfäden, die dann mit dem Präservativ in die 
Vagina eingebracht werden. Ein allzu straff angelegtes 
Präservativ kann während des Aktes zerreißen. Weniger durch 
die Schleuderkraft des Ejakulats als vielmehr durch die 
Bewegungen während des Verkehrs. Die Penisspitze soll also 
nicht am vorderen Pol des Condoms anliegen, sondern 1—2 cm 
freien Raum lassen. Die angebotenen, aber teuren Präservative 
mit „Samenreservoir" erübrigen sich daher. 
Der Schutz vor ansteckenden Geschlechtskrankheiten sei nur 
am Rande erwähnt. Wichtiger ist das vermittelte beruhigende 
Gefühl; „Es ist nichts passiert!" Zwar erfordern Präservative keine 
Vorbereitungen seitens der Frau. Sie können einigermaßen 
taktvoll und unauffällig vom Manne angewandt werden. Doch 
liegt ihr Nachteil in dem oft als störend empfundenen 
Gummigefühl, das für beide Teile die Empfindung mindert. 
Auch das Bewußtsein, vom Partner durch einen Fremdkörper 
getrennt zu sein, nicht den innigsten Kontakt mit ihr oder ihm 
zu haben, macht sich störend bemerkbar. 
Zwar kann man das störende Fremdkörpergefühl der 
Präservative durch die Verwendung von extradünnen 
Spitzenqualitäten, feucht präparierten Condomen oder einer 
Gleitcreme weitgehendst herabsetzen, doch bleibt immer das 
seelisch bedingte Gefühl der Unvollkommenheit, der Trennung. 

61
Eichelpräservative, genannt „Capots", die nicht das ganze Glied 
sondern nur die Eichel umschließen, stören gefühlsmäßig zwar 
nicht so sehr, bieten dafür aber auch weit weniger Sicherheit, da 
sie bei nicht ganz festem Sitz leicht abgestreift werden können. 
Finden sie jedoch in ihrer engeren Ausführung festen Halt in der 
Eichelfurche, ruft das wiederum unangenehme Empfindungen 
beim Manne hervor. Regelmäßig in der Ehe angewandt können 
Condome zu Frigiditätserscheinungen bei der Frau oder zur 
Impotenz beim Manne führen, zumindest aber solche Störungen 
verstärken. Um Vagina‐Weitungen nach mehreren 
Entbindungen auszugleichen, oder um eine in vielen Ehejahren 
durch Gewöhnung eintretende Abflachung der Reize zu 
kompensieren, hat die Industrie Spezialpräservative mit 
verschiedenartig beschaffener Oberfläche entwickelt. Sie 
erhöhen die Reibungseffekte an den Schamlippen, verdicken 
oder verlängern — je nach Ausführung — das Glied, und lösen 
dadurch den Orgasmus der Frau schneller und sicherer aus. 
Einzelheiten über die Vor‐ und Nachteile dieser 
Spezialausführungen lesen Sie im Kapitel über Hilfsmittel. 
Zu 2.: Orale Anwendung 
Über die Schwierigkeit, die es machen wird, männliche 
Vorurteile gegen die orale Verhütung zu überwinden, schrieb ich 
bereits einiges in der Einleitung zu diesem Kapitel. Bisher stellte 
die Hesperidin‐Anwendung die einzige, wenn auch fragwürdige 
Möglichkeit beim Manne dar. Inzwischen scheint sich aber auch 
auf diesem Gebiet etwas zu ändern. In New York hat man als 
zufällige Nebenwirkung bei Experimenten mit einem Mittel 
gegen die Ruhr festgestellt, daß es auch die männlichen 
Samenzellen verkümmern läßt. In einigen Jahren wird dieses 
Mittel wahrscheinlich als Antikonzeptionsmittel im Handel sein. 
Allerdings ist es nicht sofort wirksam, sondern nur bei 
langfristiger Familienplanung sinnvoll. Es muß nämlich fast ein 
Vierteljahr lang eingenommen werden, ehe die 
Spermienproduktion zum Stillstand kommt. 
 

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Zu 3.: Coitus interruptus 
Ich möchte nicht versäumen, eine Pseudomethode hier zu 
verdammen, die bereits das Glück ungezählter Ehen auf dem 
Gewissen hat: den Coitus interruptus, den vorzeitig, unmittelbar 
vor dem Höhepunkt und der Ejakulation abgebrochenen 
Verkehr. Eine Sicherheit ist dabei so gut wie gar nicht gegeben, 
denn bereits vor der Ejakulation schleichen sich einzelne, 
vorwitzige Samenfäden dem Gros voraus. Außerdem besteht 
immer die Gefahr, daß der Mann infolge der starken 
Nervenanspannung und des überwältigenden Lustgefühls den 
richtigen Zeitpunkt verpaßt. Dazu bleibt beim Coitus 
interruptus die Frau fast stets unbefriedigt. Die Folgen habe ich 
bereits geschildert. Auch für die seelische Harmonie stellt der 
abrupt abgebrochene Akt eine starke Belastung dar.  
Das wesentliche Merkmal einer gesunden und natürlichen 
Vereinigung ist das völlige und willenlose In‐einander‐ 
aufgehen, die bedingungslose Hingabe. Dazu gehört ein 
vollkommenes Losgelöstsein von der Umwelt und ein Verzicht 
auf alle willensmäßigen Beeinflussungen und Experimente.  
Die Furcht vor einer Empfängnis, der Wille und die 
Aufmerksamkeit, eine ungewollte Schwangerschaft zu 
verhindern, erfordert soviel geistige und nervliche Anspannung, 
daß ohne Zweifel das Gefühlsmoment zu kurz kommt. 
Vom ästhetischen Standpunkt her ist der unterbrochene Akt 
vollends abzulehnen, kommt mit der zweckgebundenen und 
profanen Unterbrechung doch allzu deutlich zum Ausdruck, wie 
sehr die Frau zum willigen, aber rechtlosen Werkzeug 
männlicher Begierde degradiert wird. 
Zu 4.: Sterilisation 
Hier kann nur wiederholt werden, was zum gleichen Thema im 
entsprechenden Abschnitt für die Frau und in der Einleitung 
gesagt wurde. Keine dieser Methoden kann für sich in Anspruch 
nehmen, hundertprozentige Sicherheit zu bieten. Lücken im 
Prinzip, Mängel in der Herstellung und Fehler in der 
Anwendung lassen immer wieder Versager auftreten. 

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Durch die sinnvolle Kombination zweier Methoden läßt sich 
dieser Unsicherheitsfaktor jedoch auf ein Minimum 
herabdrücken. Man kann mit Recht sagen, daß die Vielfalt und 
Qualität des Angebotes kaum noch Wünsche offen läßt. 
Offene Wünsche bleiben eher auf dem Gebiet der Aufklärung 
und Unterrichtung bestehen.  
 
Erogene Zonen 
Dieser Teil ist der infeliciten Frau gewidmet, der Frau, die zwar 
normal und zur Liebe bereit empfindet, doch aus vielerlei 
Gründen nicht den Höhepunkt der Vereinigung erreichen kann. 
Hier hilft keine psychotherapeutische Behandlung und kein 
Kräftigungsmittel. Hier hilft allein eine umfassende Aufklärung 
über die Ursachen der Infelicität und über die Möglichkeiten 
ihrer Beseitigung. Die elf — im Verhältnis zu den 
vorhergehenden recht kurzen — Kapitel dieses Teils sollen keine 
Anleitung zum Feiern hemmungsloser Orgien sein, sie sollen 
lediglich oft gemachte Fehler aufzeigen und zu deren 
Vermeidung beitragen. Für den aufmerksamen und liebenden 
Mann, der um die Notwendigkeit der Triebbefriedigung auch 
seiner Partnerin weiß, ist es von großer Wichtigkeit, die 
erogenen Zonen zu kennen. Erogen bedeutet, daß von ihnen 
Erotik, Erregung, ausgeht. Natürlich hat auch hier jede Frau 
individuelle Verschiedenheiten aufzuweisen, zumal nicht alle 
erogenen Zonen anatomisch bedingt sind, sondern zum Teil im 
Laufe der Ehe durch die Verknüpfung mit angenehmen 
Erinnerungen und Erlebnissen entstanden sind. Grundsätzlich 
gibt es jedoch besonders dazu prädestinierte Stellen, deren 
Berührung Lustgefühle auslöst und die bei allen Frauen gleich 
sind. Ihre zärtliche Liebkosung hilft mit, die Partnerin sexuell zu 
stimulieren, sie zur körperlichen Vereinigung hinzuführen und 
ihre Erregung bis zum Höhepunkt zu steigern. Zu Beginn des 
innigen Liebesspiels, der Stunde der Zweisamkeit, steht die 
Liebkosung, das „Schmusen" mit dem anderen, dem DU, um die 
richtige Stimmung heraufzubeschwören. Gewisse, nicht 

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schwerwiegende Vorbehalte gegen die Hingabe, aber auch eine 
vorübergehende Müdigkeit oder Lustlosigkeit, können durch 
ausreichende Stimulation der erogenen Zonen beseitigt werden. 
Diese Reizung sollte auch während des eigentlichen Verkehrs bis 
zu seiner Vollendung fortgesetzt werden, weil dadurch die 
Herbeiführung des Orgasmus positiv beeinflußt wird.  
Der Höhepunkt tritt nicht nur schneller und sicherer sondern 
auch intensiver auf.  Die Querverbindungen zwischen der rein 
seelischen Empfindungswelt einer Frau und den körperlichen 
Eindrücken, die im mittelbaren und unmittelbaren 
Zusammenhang mit dem Sexualerleben stehen, sind so 
mannigfach, daß von der rechten Gestaltung einer Vereinigung, 
von der naturgemäßen Vollendung eines jeden Aktes und von 
der Ausnutzung aller Stimulationsmöglichkeiten einschließlich 
der erogenen Zonen nicht nur die Sympathie zu dem einen 
Partner sondern die Einstellung zum Sexuellen schlechthin 
beeinflußt wird. Frigidität und Infelicität können durchaus 
darauf zurückzuführen sein, daß der Geschlechtsakt vom Manne 
zu einer rein körperlichen Angelegenheit erniedrigt wird, und 
daß er daher jede Liebkosung, jede Geste der Zärtlichkeit und 
Liebe versäumt. Die Berührung der erogenen Zonen erhält ihre 
Bedeutung und Wirksamkeit nicht allein aus der 
Nervenverbindung zum im Rückenmark befindlichen 
Erektionszentrum, sondern vielmehr aus der durch diese Berüh‐
rung ausgelösten körperlich‐seelischen Wechselbeziehung, die 
das Sexualverhalten einer Frau vorherrschend und nachhaltig 
beeinflußt. Solche erogenen Zonen sind in der Nähe sämtlicher 
Körperöffnungen zu finden. Bemerkenswert ist die Tatsache, 
daß diese Körperteile und Gegenden nicht nur bei Berührung 
das weibliche Wesen erregen, sondern darüber hinaus eine 
besondere Anziehungskraft auf den Mann ausüben. Allein ihr 
Anblick vermag wechselseitig auch ihn zu stimulieren und zur 
Berührung dieser Teile zu locken. Die schönen Augen einer Frau 
verführen den Mann nicht nur zum Hineinblicken, sondern 
wecken auch den Wunsch in ihm, sie zu küssen und zärtlich mit 

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den Lippen zu streicheln. Der rote, wohlgeformte Mund fordert 
zum Küssen heraus, gepflegte Zähne und die Mundhöhle wollen 
mit der Zunge liebkost sein. Ein zärtliches Kraulen am zierlichen 
Ohrläppchen, ein tastendes Tätscheln des Halses und des 
Nackens geben beiden Partnern — ihm und ihr — das Gefühl 
enger Verbundenheit. Die geschwungene Linie des Beines 
verführt nicht nur zum ihr angenehmen Streicheln, sondern 
weist auch ihn schon auf das erstrebte Ziel hin. Auch die Partien 
unmittelbar um die Scham herum — Gesäß, Damm und 
Schenkel — zählen zu den erogenen Zonen. Ihre Stimulation 
wird in der Regel den eigentlichen Akt einleiten. 
Hervorragend — sowohl buchstäblich als auch in der Bedeutung 
— ist die Brust. Sie ist nicht nur sekundäres Geschlechts‐
merkmal sondern auch in höchstem Maße erogen. 
 Über ihre Aufgabe, ihre Bedeutung und ihre Pflege werde ich im 
nächsten Kapitel gesondert schreiben. Aber außer diesen in der 
Nähe von Körperöffnungen und Schleimhäuten befindlichen 
Partien üben auch die zum 2. Sakralsegment gehörenden 
Headschen Hautzonen bei Berührung eine erregende Wirkung 
aus. Die sensiblen Nerven dieser Hautgebiete münden in das 
gleiche Rückenmarksegment wie die vegetativen Nerven des 
Geschlechtsapparates. Hier befindet sich auch das 
Erektionszentrum. Ein in der Haut gesetzter Reiz springt — wie 
im Kapitel über die Bedeutung der Nerven geschildert — hier ins 
Vegetativum über und pflanzt sich als Erektionsauftrag fort. 
Zur Headschen Zone S 2 (2. Kreuzbeinwirbel) gehört ein 
Hautgebiet, das dem Besatz einer Reithose ähnelt, außerdem die 
A u ß e n  seite der Unterschenkel und der äußere Fußrand. 
Die gegenüberliegende Abbildung zeigt die erogenen Zonen 
deutlicher als sie mit Worten zu beschreiben sind. 
 
Die Brust 
Deutlich sichtbares Unterscheidungsmerkmal zwischen Mann 
und Frau — mithin also sekundäres Geschlechtsmerkmal — ist 
die Brust. Sie besteht aus den Milchdrüsen und einem typischen 

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Fettansatz, der ihr die gerundete Form gibt. Reife und 
Wachstum der Brust wird durch das Follikelhormon angeregt, so 
daß sie sich erst mit Beginn der Geschlechtsreife, der Pubertät, 
entwickelt. Der psychotherapeutisch bedeutungsvolle 
„Penisneid" kleiner Mädchen weicht nun einem „Busenstolz". 
Die Pseudobrust des Mannes besteht lediglich aus den 
entwicklungsgeschichtlich verkümmerten Brustwarzen und hat 
keinerlei physiologische Bedeutung. Tritt sie augenfällig in 
Erscheinung, handelt es sich um übermäßigen Fettansatz. Nur in 
Fällen von hormonaler Dysfunktion, zum Beispiel bei 
Nebennierenrindentumoren, entwickelt sich auch beim Manne 
eine typisch weiblich geformte Brust, die jedoch nur aus 
Fettgewebe besteht. 

 
Die erogenen Zonen der Frau. (Erläuterungen Seite 68). 

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Man spricht dann von einer Gynaekomastie, die in jedem Falle 
ärztlicher Behandlung bedarf. Eine chirurgische Entfernung ist 
wenig sinnvoll, vielmehr muß die Ursache der Krankheit kausal 
beseitigt werden. Die äußeren Erscheinungen schwinden dann 
von selbst. Primäraufgabe der Brust ist natürlich die Ernährung 
des Säuglings. Die Milchproduktion setzt nach der Entbindung 
ein und wird durch das von der Hypophyse abgesonderte 
Prolaktin gesteuert. Das Saugen des Kindes wird oft als 
schmerzhaft empfunden. Darum empfiehlt sich eine 
vorbereitende Brustwarzenpflege während der Schwangerschaft. 
Durch kalte Waschungen und leichtes Bürsten der Warzen und 
ihrer Umgebung werden sie abgehärtet. 
Das Stillen ist jedoch nicht nur schmerzhaft, sondern gewährt 
jeder Mutter tiefste Befriedigung, stellt es doch noch eine 
Restverbindung mit ihrem nun von ihr „gelösten" Fleisch und 
Blut dar. Mit zunehmendem Selbständigwerden wird sich das 
heranwachsende Kind immer mehr von seiner Mutter lösen, für 
die das ein echter Verlust ist. Die gesunde Frau wird sich damit 
abfinden, während die unausgefüllte, seelisch labile Frau — und 
auffallend oft auch die sexuell nicht ausgefüllte Frau — diesen 
Verlust nicht überwinden kann, und in einer unnatürlichen, die 
Entwicklung des Kindes gefährdenden, „Affenliebe" an ihrem 
Kinde hängt. Wird dieses Kind schließlich erwachsen und will 
sich auf eigene Füße stellen, gibt es nicht selten tragische 
Konflikte. Schon um dieser tiefen seelischen Bedeutung des 
Stillens willen gehört jeder Mutter unser Bedauern, die aus 
irgendwelchen Gründen dazu nicht fähig ist. Die Vorteile der 
Muttermilch für das Kind seien hier gar nicht erst erwähnt. 
Das Saugen des Kindes an den Brustwarzen löst eine 
Kontraktion der Gebärmutter aus. Die Natur hat wohlweislich 
diese an sich schmerzhafte Tätigkeit mit einem gewissen 
Lustgefühl gekoppelt. Diese Verkrampfung der Gebärmutter 
beschleunigt darüber hinaus — und das ist wohl der wichtigere 
Zweck — die Kräftigung und Gesundung des durch die 
Schwangerschaft gedehnten und erschlafften Uterusmuskels. 

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Aber die Lust der Mutter am Stillen ihres Kindes ist nur zum 
geringsten Teil durch dieses als angenehm empfundene, weil 
sexuell erregende, Kontraktionsgefühl ausgelöst. Wichtiger, und 
tiefer in ihrem Wesen wurzelnd, ist die innige Liebe zu ihrem 
Kind. Sie wird stets bereit sein, Schmerzen und Nachteile auf 
sich zu nehmen, wenn es zum Wohle ihres Kindes gereicht. 
Die Löwenmutter, die aufopfernd ihre Jungen verteidigt, ist 
sprichwörtlich geworden. Die Menschenmutter reagiert nicht 
anders. Ein wesentlicher Bestandteil des Gefühlslebens einer 
Frau ist diese Mutterliebe. Gefühlskalte Frauen versagen oft 
nicht nur in ihrem Verhältnis zum Manne, sondern sie haben 
meist auch nicht die herzlichen Beziehungen zu ihren Kindern, 
wie eine gefühlswarme Frau. Die sexuelle Frigidität verhärtet das 
Seelenleben und die Empfindungswelt einer Frau auch auf 
anderen Gebieten. Sie wird kontaktarm selbst da, wo natürliche 
Bindungen einen seelischen und geistigen Gleichklang 
hervorrufen sollten, im Verhältnis zum Kind und zum Manne. 
Die enge Gefühlsbeziehung zwischen Brust und Genitalien 
macht sich der geschickte Ehepartner zunutze, der seiner Frau 
durch Liebkosung der Brust eine Erregungshilfe gibt. Genau wie 
das saugende Kind kann auch er eine Uteruskontraktion 
auslösen, die wesentlicher Bestandteil der körperlichen 
Begegnung ist. Von da her gesehen nimmt die Brust eine 
Sonderstellung unter den erogenen Zonen ein. Ihre Berührung 
wirkt für manche Frau heftiger lustauslösend, als die Berührung 
der Genitalien selbst. Der vorherrschend visuell empfindende 
Mann wird schon durch den Anblick, noch mehr aber durch die 
Berührung einer wohlgeformten weiblichen Brust sexuell erregt. 
Das wissen die meisten Frauen sehr genau, wenn auch oft nur 
instinktiv. Daraus erklärt sich der sehnliche Wunsch vieler 
Frauen nach einer voll und schön entwickelten Brust. 
Wenngleich die Kleidung den Busen verdeckt, dient sie oftmals 
eher dazu, ihn deutlich herauszustellen. Im Film‐ und 
Schaugeschäft spielt die Brust zur Zeit eine so große Rolle, daß 
es teilweise schon an Fetischismus grenzt. Das Wort von Jane 

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Rusells Busen, der „wie eine Gewitterwolke über der Landschaft 
hängt", charakterisiert diesen Zustand. Quantität scheint vor 
Qualität zu gehen, obwohl ein wohlgeformter kleiner Busen 
zweifellos ästhetischer wirkt, als ein „überladener".  
Die kosmetische Pharmazie und Chirurgie hat sich des 
einträglichen weiblichen Wunsches nach einer Verschönerung 
der Brust angenommen. Obwohl die 
Heilmittelwerbeverordnung, die durch ein Gesetz abgelöst 
werden soll, die Werbung für Busenentwicklungspräparate 
verbietet, ist der deutsche Wochenblätterwald durchsetzt mit 
einer Vielzahl von Anzeigen, die mit juristischen 
Spitzfindigkeiten mehr oder weniger verblümt eben das 
verheißen, was zu verheißen verboten ist. Es wäre zuviel gesagt, 
wolle man behaupten, diese Mittel wären alle absolut 
unwirksam. Sie halten aber kaum das, was der ahnungslose Leser 
beim Studium der Anzeigen erwartet. Zunächst gilt es, nicht 
irgend etwas zur Verbesserung der Brustform zu unternehmen, 
sondern etwas sinnvolles. Dazu muß man sich klar werden, ob 
man nach einer Vergrößerung, einer Verkleinerung oder einer 
Straffung der Brust trachtet. 
 
Vergrößerung: 
Sicher ist der Wunsch mancher etwas knapp bedachten Frauen 
nach einer Vergrößerung verständlich. Zuvor sollten sie jedoch 
daran denken, daß in der Regel eine Schwangerschaft auf 
natürliche Weise zur Vergrößerung beiträgt. Dieser Hinweis 
schien mir besonders wichtig, weil gerade junge Frauen es sind, 
die sich in Sehnsucht nach einem typischen, 
überdimensionierten „Filmbusen" verzehren. Die Verherrlichung 
der Filmsterne und ‐Sternchen, die ja oft nichts anderes als arme 
bedauernswerte Playgirls sind, trägt dazu bei. Ein allzu kräftiger 
Busen jedoch neigt dazu, vorzeitig zu erschlaffen. 
Durch Gaben des Follikelhormons läßt sich ein vollerer Busen 
erzielen. Nur — dieses Hormon unterliegt wegen der vielfältigen 
damit verbundenen Nebenwirkungen der Verschreibungspflicht. 

70
Erst in einer 10 000‐fachen Verdünnung darf es in den frei 
verkäuflichen Präparaten enthalten sein. Von einer 
pharmakologischen Wirkung im Sinne der Substitution kann 
dabei kaum noch gesprochen werden. Sofern es sich um Salben 
handelt, dürfte die Hauptwirkung auf die darin enthaltenen, 
durchblutungsfördernden Substanzen zurückzuführen sein. 
Auch die massageähnliche Wirkung beim Auftragen tut das ihre. 
Im übrigen sei aber vor einer unsachgemäßen Brustmassage 
gewarnt. Sie führt nicht zur Kräftigung oder Aufrichtung der 
Brust, sondern zu deren Erschlaffung. Gymnastische Übungen 
des Oberkörpers und der Arme dagegen kräftigen die 
Brustmuskulatur und können dazu beitragen, eine gesunkene 
Brust anzuheben, sowie die vorzeitige Erschlaffung zu verhüten. 
 
Verkleinerung: 
Eine Verkleinerung der Brust kann nur auf chirurgischem Wege 
erreicht werden. Die Operation besteht im Entfernen von 
überflüssigem Fettgewebe und Verkürzen der überschüssigen 
Haut. Diese Operation ist dann angezeigt, wenn eine Brust so 
überaus groß ist, daß ihr Herabhängen Beschwerden macht und 
zu Entzündungen in der Unterbrustfalte führt. 
Abmagerungskuren oder andere Versuche, ohne Operation die 
Brust zu verkleinern, führen immer zu Hängebusen, weil ja nun 
die Haut für den verbleibenden Inhalt „zu groß" ist. 
 
Straffung: 
Nicht erst mit zunehmendem Alter, wenn alle Gewebe zum 
Ermüden neigen, sondern oft schon in jungen Jahren tritt eine 
Erschlaffung der Brust ein. Sie hält sich nicht mehr frei aufrecht, 
sondern hängt locker herab. Ein Zustand, der den betroffenen 
Frauen großen Kummer macht. Nicht weil Beschwerden damit 
verbunden sind, sondern weil es ihren und ihres Mannes 
Schönheitssinn stört. Wie bereits erläutert, neigt ein großer 
Busen natürlich eher und mehr zum Herabhängen.  

71
Bei einer Wachstumsforcierung wird also das eine Übel mit dem 
anderen vertrieben. Obwohl das Stillen in gewissem Maße auch 
Anteil an der Erschlaffung hat, sollte die Angst vor der 
Hängebrust nicht Anlaß sein, auf das Nähren der Kinder zu 
verzichten. Man beraubt sich um einer Äußerlichkeit willen 
wertvoller innerer Schönheiten. In leichten Fällen können 
Salben mit durchblutungsfördernden Bestandteilen zur 
Straffung beitragen. Billiger ist es jedoch, die Brusthaut mit einer 
harten Bürste zu bearbeiten und anschließend kalt 
abzuwaschen. Reichen diese Maßnahmen nicht mehr aus, hilft 
nur noch das Messer des Chirurgen. Ein Wort sei hier eingefügt, 
das nicht zum eigentlichen Thema gehört: jede auffällige 
Veränderung an der Brust — Knotenbildung, Hautver‐
wachsungen, Schmerzen oder eingezogene Brustwarzen — 
sollten Anlaß sein, baldmöglichst einen Arzt aufzusuchen. 
Nur er kann beurteilen, ob hier eine Behandlung notwendig ist 
— und welche. 
 
Der Kuß 
Die Herkunft des Kusses liegt im Dunkeln. Nicht alle Völker 
kennen ihn. Möglicherweise ist er eine symbolische, im 
Wertgehalt später veränderte Darstellung der 
Nahrungsaufnahme. Die Vogeleltern füttern ihre Jungen von 
Schnabel zu Schnabel, und die Tauben „schnäbeln" im 
Liebesspiel — um anzudeuten, daß sie im Brutgeschäft die Sorge 
für den anderen mitübernehmen? Der Kuß reicht weit über das 
Sexuelle hinaus in andere Lebensbereiche. Der Mutterkuß, der 
Bruderkuß oder der Ehrfurcht ausdrückende Handkuß ist frei 
von Erotik. In der Psychotherapie spielt die kußähnliche 
Oralerotik eine bedeutende Rolle. Schon das Saugverlangen des 
Säuglings dient nicht nur der Nahrungsaufnahme, sondern 
darüber hinaus einer erotischen Triebbefriedigung, die bis zum 
Orgasmus getrieben wird. Wenngleich es in den Ohren mancher 
aufrechten Mutter wie Ketzerei klingt, daß ihr kleines „un» 
schuldiges, unverbildetes" Kind so etwas tun soll, gibt es heute 

72
über die betonte Sexualität des Klein‐ und Kleinstkindes keine 
ernsten Zweifel mehr. Und wo liegt in der Erotik des Kindes eine 
„Schuld"? Das Verlangen nach lustbetonter Oralbetätigung 
bleibt stets erhalten. Der Kaugummi, die Zigarre oder die Pfeife 
sind nichts anderes als getarnte Instrumente eigens zu diesem 
Zweck. Eine allzu heftige Verdrängung dieses Begehrens ist nicht 
selten die Ursache neurotischer Erkrankungen. 
Später stellt der Kuß die Brücke dar von der reinen 
Oralbefriedigung zur Genitalsexualität. Der aus der Latenzzeit 
des Schulalters herausgewachsene Jüngling begnügt sich im 
Beginn der Pubertät noch mit dem scheuen Kuß seiner 
Freundin. Mit zunehmender Reife zeigt sich aber doch 
unmißverständlich, daß er in die „genitale Phase" seines Lebens 
hineinwächst, in der eben neben der Erotik, die in hohem Maße 
ja auch schon dem Kuß anhaftet, die genitale Sexualbefriedigung 
Forderungen stellt. Inwieweit dieser Forderung nachgegeben 
wird, hängt von der in jeder Kultur unterschiedlichen 
Moralauffassung der Gesellschaft und des Einzelnen ab.  
Diese Moralauffassung wird in ihrer Wurzel eher von sozialen, 
denn von ethischen Gesichtspunkten bestimmt. Neben der 
unmittelbaren körperlich‐geschlechtlichen Vereinigung gilt der 
Kuß als die intimste und zärtlichste Begegnung der 
Geschlechter. Zu der eindeutigen Berührungsstimulation der 
Lippen, die ja auch zu den eroge‐nen Körperzonen gehören, 
kommt das Bewußtsein, recht innig und intim mit dem Partner 
verbunden zu sein. Der Kuß hat also sowohl körperlichen als 
auch seelischen Wert in den zwischengeschlechtlichen 
Beziehungen. Diese Beweggründe sind nicht allein auf die 
Pubertät beschränkt, sie bleiben — unlösbar vom Libido — ein 
Leben lang bestehen. Als Auftakt zu intimen Stunden, als Beginn 
und Ende inniger Vereini= gungen, als Zeichen engster 
Verbundenheit, als Beweis tiefer Liebe und als Ersatz für tausend 
Worte hat der Kuß seine Daseinsberechtigung. Mancher 
infeliciten Frau könnte der Kuß eine große Hilfe sein.  

73
Er ist der Mittler zwischen der rein körperlichen Begegnung und 
deren tiefen seelischen Hintergründen. Sie braucht ihn als 
Bestätigung ihrer „Gleichberechtigung", als Unterpfand dafür, 
nicht nur begehrt, sondern auch geliebt zu werden. Die 
verhaltene Abwehrspannung, die als Hindernis der vollen 
Erfüllung im Wege steht, löst sich im Kuß oftmals in Wohlgefal‐
len auf. Der Mann einer infeliciten Frau sollte — wenn er ihr 
helfen will — mehr küssen. Eine Gebrauchsanweisung erübrigt 
sich. Von der zarten, scheuen Berührung der Lippen geht eine 
breite Skala bis zum leidenschaftlichen Kuß, bei dem beide fest 
ineinander verbissen sind. Die Heftigkeit des Kusses richtet sich 
nach der Mentalität der Küssenden und nach der Leidenschaft 
des Augenblicks. Der aus explosionsartig überschäumender 
Begierde geborene Genitalkuß ist häufiger Motiv 
pornographischer Schriften und Abbildungen als er tatsächlich 
angewandt wird. Besteht über den Wert des Genitalkusses bei 
Ehepartnern eine geteilte Meinung, ist es besser, der eine Teil 
verzichtet auf ihn, als daß er durch Drängen oder Fordern im 
anderen Abscheu und Ekel wachruft. Gibt jedoch eine infelicite 
Frau durch bewußte oder unbewußte Äußerungen zu erkennen, 
daß die orale Stimulation der Genitalien ein Ausweg aus dem 
zerrüttenden Unbefriedigtbleiben sein könnte, stehen dem keine 
moralischen Bedenken entgegen. Empfindet ihr Partner jedoch 
eine unüberwindliche Abneigung dagegen, sollten beide dieses 
Kapitel noch einmal lesen. 
Doch zurück zum Lippenkuß: die Wissenschaft ist gründliches 
und genaues Arbeiten gewohnt. Auch den Kuß hat sie nicht 
verschont. Er wurde gewogen, seine Temperatur wurde 
gemessen und man zählte die durch ihn übertragenen Bazillen. 
Den Küssenden wurde der Herzschlag gezählt, der Blutdruck 
gemessen und die Schweißabsonderung getestet. Man kam zu 
den widersprechendsten und oftmals furchterregenden Er‐
gebnissen. 

74
Doch eines ist tröstlich: so sehr man den Kuß auch in seine 
Bestandteile zu zerlegen versuchte — er ist nicht daran 
gestorben. Er erfreut sich einer gleichbleibenden Beliebtheit. 
 
Vor= und Nachspiel 
Eigentlich ist das Kapitel über das Vor‐ und Nachspiel nichts 
anderes als eine Zusammenfassung all dessen, was ich in den 
anderen Abschnitten eindringlich gesagt habe. Doch es kann gar 
nicht oft genug betont werden: Ziel aller Bemühungen muß es 
sein, auch auf körperlichem Gebiet die Gleichberechtigung der 
Frau zu verwirklichen. Woran aber liegt es, daß so viele Frauen 
unbefriedigt, infelicit, bleiben? Daß immer dann, wenn sie 
meinen, gerade wach geworden zu sein, alles schon vorüber ist? 
Daß sie nie den Höhepunkt erklimmen, den Gipfel erreichen, 
weil ihr Partner sie im Stich läßt? 
Versuchen wir doch einmal den Erregungsablauf der beiden 
Geschlechter in Form einer Kurve zu verbildlichen. 
Diese Erregungskurve nimmt bei der Frau einen anderen Verlauf 
als beim Manne. Der Mann ist leicht zu erregen, seine Kurve 
steigt schon lange vor dem eigentlichen Akt an. Bereits visuelle 
Eindrücke oder auch nur die Vorstellung des kommenden 
Erlebnisses geben ihm einen Vorsprung. Dann nimmt die 
Spannung immer mehr zu, die Kurve steigt heftig und steil an, 
um verhältnismäßig schnell ihren Gipfelpunkt zu erreichen.  
Mit dem Orgasmus kommt dann plötzlich und schlagartig die 
Entspannung und Erschlaffung. Alles Begehren, alle Spannung, 
alle Leistungsfähigkeit ist dahin. Die Erregungskurve fällt 
nahezu senkrecht auf Null zurück. 
Anders dagegen zeigt sich in der bildlichen Darstellung der 
Erregungs‐76 ablauf der Frau. Es gibt drei verschiedene Theorien 
darüber. Nur in einem sind sich alle drei einig. Der Höhepunkt, 
die Erfüllung, trifft bei der Frau später ein als beim Manne.  
Eben darum bleibt sie auch so oft — wenn der Mann von diesen 
Zusammenhängen nichts weiß — unbefriedigt. 

75
Theorie Nummer 1 besagt, daß die Erregungskurve der Frau 
flacher verläuft als die des Mannes. Sie braucht stärkere Reize, 
um anzusteigen, vor allem mehr reale Berührungsreize, im 
Gegensatz zum Manne, der schon durch den Anblick seiner 
Partnerin erregbar ist. Aber auch unter Einsatz aller 
Stimulationsmöglichkeiten steigt die weibliche Spannung und 
das Lustgefühl nur langsam und schwerfällig an, dem 
Höhepunkt entgegen, der folglich erst später eintritt als beim 
Manne. Oft leider zu spät! Nach Erreichen des Gipfels klingt die 
Erregung nicht plötzlich und abrupt ab, wie beim Manne, 
sondern gleichmäßig und langsam. Über diesen flach 
verlaufenden Ausklang sind sich alle Autoren einig. 

 
Theorie 2 stammt von Professor Kinsey, der aufgrund 
statistischer Unterlagen ein großes Werk über das 
Sexualverhalten der amerikanischen Frauen herausgegeben hat. 
Nach Kinsey verläuft die weibliche Erregungskurve nicht flacher 
als die männliche, sondern im gleichen Steigungswinkel.  
Nur klettert sie nicht gleichmäßig dem Ziele entgegen. Sie wird 
in ihrem Verlauf wiederholt unterbrochen. Das empfindsamere 
Gemüt der Frau wird durch alle Störungen — selbst die 
geringfügigsten — aus dem harmonischen, aufwärtsstrebenden 
Rhythmus gerissen. Ein Augenblick der Nachlässigkeit seitens 
ihres Partners, die Bewegung der im gleichen Raum schlafenden 
Kinder, Schritte auf dem Korridor oder der Gedanke an 
notwendige Maßnahmen zur Empfängnisverhütung, all das sind 
Dinge, die hemmend in den Erregungsablauf eingreifen. 
In diesem Augenblick wird der Anstieg der Reizkurve 
unterbrochen. Sie fällt urplötzlich ab, bis der Sturz durch 
erneuten Reizeinsatz wieder abgefangen wird, und eine weitere 

76
Steigerung der Erregung beginnt. Durch diesen stufenartigen 
Anstieg, dieses ständige „Zwei Schritte vor, einen zurück" wird 
die Ankunft am Ziel natürlich verzögert. Wird es aber 
schließlich erreicht, wenn auch mit einiger Verspätung, folgt 
auch hier wieder der langsame, gleichmäßige Abstieg. 

 
Theorie 3 ist schließlich auch die letzte Möglichkeit, die sich 
überhaupt anbietet. Hiernach ist der Steigungswinkel und auch 
die Steigegeschwindigkeit nicht — wie nach Theorie 1 — flacher, 
und auch nicht — wie nach Theorie 2 — zeitweilig rückläufig, 
sondern genau so steil und schnell ansteigend wie beim Manne. 
Nur liegt der Beginn dieser Kurve 

 
eben später als bei ihm, wodurch ja auch ihr Gipfel entsprechend 
später erreicht wird. 
Beim Manne beginnt der Reiz, die Spannung, die Erektion schon 
vor Beginn des Aktes. Sie wird schon ausgelöst durch den 
Gedanken daran, durch den Anblick der sich entkleidenden 
Frau. Bei ihr dagegen treten die Lustgefühle nicht vor dem 
Austausch der ersten Zärtlichkeiten ein. Oder — wenn diese gar 
ganz ausbleiben — nicht vor Beginn der Begegnung. Erst die 
Berührung löst den Anstieg der Kurve aus. Auch hier sinkt sie 
nach Vollendung des Orgasmus langsam und stetig ab. 
Nun nützt das Wissen um diese Unterschiedlichkeiten im Ablauf 
der Erregung nicht viel, wenn man nicht gleichzeitig nach einer 
Nutzanwendung dafür sucht. Nach einer Möglichkeit, den 

77
verspäteten weiblichen Gipfelpunkt vorzuziehen und dem des 
Mannes anzugleichen. Gleichviel, welche der drei Theorien nun 
die richtige ist — und wahrscheinlich liegt in allen dreien ein 
Stückchen Wahrheit, wenn sie nicht gar nebeneinander 
bestehen können — gleichviel, welche richtig ist, in jedem Falle 
erreicht man eine Angleichung, wenn man den Beginn der 
weiblichen Erregung vorverlegt. Bei unverändertem Ablauf 
verschiebt sich damit zwangsläufig auch der Gipfelpunkt nach 
vorn, auf den des Mannes zu. Eine solche Vorverlegung aber 
bezweckt und bewirkt das Vorspiel. Wie aber betreibt man nun 
ein Vorspiel? Bedarf es dazu noch einer Erklärung, nachdem Sie 
sich bis hierher durch dieses Buch hindurchgearbeitet haben? — 
Der Kuß, ein zärtliches Streicheln, die Liebkosung der erogenen 
Zonen, eine manuelle Stimulation der Genitalien und eventuell 
auch der Genitalkuß sind die Stationen, sowohl des Vorspiels als 
auch des Nachspiels. Im Laufe einiger Wochen schon hat man 
gelernt, wie lange dieses Vorspiel auszudehnen ist, wann man 
mit dem eigentlichen Akt beginnen muß, um den Idealfall, den 
gemeinsamen Höhepunkt zu erreichen. Stellt der Mann trotz 
aller Bemühungen fest, daß er am Ziel angelangt und dabei 
seiner Partnerin vorausgeeilt ist, zeigt sich die Berechtigung und 
Notwendigkeit eines Nachspiels. Es ist nicht nur unritterlich, 
sondern ausgesprochen rücksichtslos, sich am Zielort der 
Vereinigung, auf dem Gipfel der Gefühle, zu erfreuen, und seine 
Partnerin auf halbem Wege stehen zu lassen. Ein Kavalier holt 
sie nach — durch das Nachspiel. Hat auch sie schließlich die 
Schwelle der höchsten Glücksempfindungen überschritten, sei 
daran erinnert, daß ihre Erregung nicht so steil und abrupt 
abklingt, sondern langsam und bedächtig. Auch in diesem 
Aussdiwingen der Gefühle mag sie nicht allein und sich selbst 
überlassen bleiben, während neben ihr ein „Fremder" 
gedankenlos in tiefen Schlaf fällt. Sie möchte hinausgeleitet 
werden aus der Fülle ihrer Empfindungen. Auch das gehört noch 
zum Nachspiel. 

78
So manche Ehe ist an der Müdigkeit und Bequemlichkeit des 
Mannes zerbrochen. Also drum . . . 
Körperpflege und Wäsche 
Der Volksmund hat für viele Dinge treffende und manchmal 
auch drastische Redewendungen gefunden, die bei genauer 
Betrachtung Licht in die Zusammenhänge bringen. So wußte das 
Volk schon längst ehe die moderne Medizin die Querverbindung 
zwischen Seelenleben und Verdauungsapparat erkannte, daß, 
wenn einem „eine Laus über die Leber gelaufen war" und er auch 
noch „alles in sich hineinfrißt", ihm schließlich „die Galle 
überläuft"! Und auch auf anderen Gebieten spricht das Volk eine 
deutliche Sprache. Kann man einen Menschen nicht leiden, 
dann heißt es: „Ich kann ihn nicht riechen!" 
Damit wird die Bedeutung der Nase in den 
zwischenmenschlichen Beziehungen deutlich unterstrichen. 
Sowohl Sympathie als auch Antipathie ist das Ergebnis aller 
Sinneseindrücke zusammen. Allein die mit den Augen erfaßte 
äußere Erscheinung oder das mit den Ohren erlauschte 
Bildungsniveau lassen einen Menschen noch nicht sympathisch 
erscheinen, wenn unsere Nase seine auf mangelnde Körperpflege 
zurückzuführenden Körpergerüche erhascht. 
Auch in dem Verhältnis der Geschlechter untereinander sollte 
man nicht versäumen, diese Tatsache gebührend zu beachten. 
Zu einem gesunden Liebesleben gehört selbstverständlich auch 
eine sorgfältige Körperpflege und gründliche Hygiene beider 
Teile. Frische und Sauberkeit verleihen der zärtlichen 
Vereinigung die Atmosphäre von etwas Reinem und Gutem, von 
etwas Beglückendem. Und nur in dieser Atmosphäre kann eine 
empfindsame Frau sich voll entfalten und ganz in der Hingabe 
aufgehen. Unsauberkeit und mangelnde Hygiene dagegen geben 
ein Gefühl der Erniedrigung. Sie werten die Begegnung ab. Die 
Ursache der Infelicität kann durchaus darauf zurückzuführen 
sein, daß die Frau eine unterschwellige, durch die Nase 
bestimmte, Abneigung empfindet. Für einen liebenden Mann 

79
sollten Reinlichkeit und Reinheit nicht zuletzt auch aus diesen 
Gründen eine Selbstverständlichen: sein. 
Die Hygiene des Mannes ist leider oft nur ein Stiefkind.  
Den wenigsten ist bekannt, daß sich unter der Vorhaut eine 
fettartige Schicht bildet, die mindestens einmal wöchentlich mit 
einem feuchten Wattebausch entfernt werden sollte. Sie führt 
sonst leicht zu entzündlichen Erscheinungen an der Eichel. 
Diese „Fettschicht", das Smegma, gilt übrigens als 
krebsfördernde Substanz. Die Statistik weist aus, daß bei 
Völkern, denen die Beschneidung selbstverständlich ist, nicht 
nur der Peniskrebs seltener ist, sondern auch der 
Muttermundkrebs der Frauen. Von manchen Ärzten wird daher 
die allgemeine Beschneidung der Knaben empfohlen. Es handelt 
sich dabei um einen Eingriff beim Neugeborenen, der schneller 
ausgeführt als beschrieben ist. Jedoch nicht nur die Pflege des 
Mannes, sondern ebenso die eigene der Frau ist wichtig. Jedes 
zärtliche Liebesabenteuer sollte ein Fest der Freude sein . . .  — 
Und pflegt man sich zu einer Feier nicht ganz besonders 
sorgfältig? Das Selbstbewußtsein steigt, die Freude an dem 
Beisammensein wird größer, seelische Verkrampfungen lösen 
sich leichter und der Boden für das „ganz ineinander aufgehen" 
ist besser vorbereitet. Audi das dadurch vermittelte Gefühl, vom 
Manne nicht nur als ein seelenloses Objekt mißbraucht zu 
werden, sondern von ihm begehrt und umworben zu sein, 
verleiht der Frau innere Sicherheit und bringt sie dem 
erwünschten Glücksgefühl näher. Jedoch gilt auch hier: maßvoll 
handeln! Ein falsch verstandenes Reinlichkeitsbedürfnis 
veranlaßt viele Frauen, Mißbrauch mit Spülungen zu treiben. 
In der Scheide herrscht ein ganz bestimmtes, für die Gesundheit 
der Schleimhaut erforderliches, Säuremilieu. Durch zu häufige 
Scheidenspülungen, besonders wenn auch noch 
Desinfektionsmittel zugesetzt werden, wird es zerstört.  
Der gesunde Körper hält die Scheide allein sauber! Zeigt sich 
hartnäckiger Ausfluß, ist der Körper nicht mehr gesund.  

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Er gehört in die Hand des Arztes. Spülungen richten hier oft 
mehr Schaden als Nutzen an. Zur Körperpflege gehört auch ein 
gutes Parfüm. Und zwar eines, das ausschließlich für diese 
glücklichen Stunden der Zweisamkeit benutzt wird. Es kann bei 
beginnender oder nur zeitweilig auftretender Ehemüdigkeit eine 
große Hilfe sein. In seinem lockenden Duft trägt es die 
Erinnerung an beglückende, vollendete Erlebnisse der 
Vergangenheit hinüber in jede neue Liebesnacht und wirkt 
darum auch diesmal anregend, lockend, verheißungsvoll und 
bringt die stark seelisch empfindende Frau damit dem erhofften 
Gipfel der Gefühle näher. Aus den gleichen Gründen kann ein 
solches Parfüm auch beginnende Impotenzerscheinungen 
beheben. Stets sollte eine Frau sich dessen bewußt sein, daß das 
männliche Geschlecht von Natur aus polygam, das heißt für 
mehrere Frauen bestimmt, veranlagt ist. Der Mann sucht zur 
Erhaltung und Steigerung seiner Spannkraft die Abwechslung, 
die Anregung durch neue Reize und Eindrücke, und wohl nicht 
zuletzt auch ein wenig Bestätigung seiner selbst. Nicht nur das 
geltende Recht und der abendländische Moralkodex hindern 
ihn, dieser Veranlagung nachzugeben, sondern die gepflegte 
Anziehungskraft der eigenen Frau fesselt ihn mit viel größerer 
Macht an sich. Eine weise Frau ist ihrem Ehemann Gattin und 
Geliebte zugleich. Sie tut klug daran, sich ihrem Manne so 
abwechslungsreich wie möglich darzubieten. Sie eliminiert 
damit die polygame Veranlagung und bannt die stets 
vorhandene Gefahr der Untreue. 
Von hier aus gesehen kann ein neues, reizvolles Wäschestück 
zum Helfer in einer Ehe werden. Ist es nicht ein Erfordernis der 
Höflichkeit, daß die Frau sich nicht nur zum Ausgehen, nicht 
nur für Gäste und zu offiziellen Festlichkeiten schön macht, 
sondern daß sie sich gerade in zärtlichen und intimen Stunden 
dem eigenen Gatten zuliebe schmückt? Mit etwas Phantasie und 
Liebe wird sie leicht einige reizvolle Dessous erfinden, die ganz 
sicher nicht nur ihrem Manne gefallen werden, sondern auch ihr 
selbst neue, schönere Erlebnisse der Liebe schenken werden. 

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Eine kluge, und darum gepflegte Frau wird selbst den größten 
Nutzen aus ihrer Mühe ziehen. Die durch eine frische 
Atmosphäre, durch ein verführerisches Parfüm und nette 
Dessous angeregte Stimmung ihres Mannes wird auf sie 
abfärben und ihr das Abenteuer jeder Liebesnacht neu 
verschönen. 
 
Stellungen 
Einer Vervollkommnung der Ehe und des Gefühlslebens steht oft 
die irrige Ansicht entgegen, andere Stellungen beim Verkehr als 
die üblicherweise gebräuchliche Rückenlage der Frau, in der sich 
ihr der Mann von oben nähert, seien unmoralisch, sittenwidrig 
oder gar verboten. Das ist absurd, denn nichts deutet darauf hin, 
daß diese so häufig angewandte — und darum als „Normallage" 
bezeichnete — Stellung moralischer oder naturgemäßer ist, als 
alle anderen möglichen. Vergleiche mit der Tierwelt und den 
unverbildeten Naturvölkern versetzen diesem Irrglauben 
vollends den Todesstoß. Ganz deutlich muß hier einmal gesagt 
werden, daß jede Stellung bei der Ausübung des Verkehrs 
moralisch und sinnvoll ist, wenn sie der Verfeinerung und 
Verschönerung dieses Erlebnisses dient. Kein Moralgesetz, kein 
ethischer Grundsatz, kein religiöses Anliegen spricht dagegen. 
Medizinische Notwendigkeiten, das Recht des Menschen auf die 
Erfüllung seines Sexualbegehrens und der Wunsch nach einer 
recht innigen und zärtlichen Vereinigung sprechen dafür. 
Auch hier gilt es, durch Versuche festzustellen, welche 
Haltungen für beide Partner am angenehmsten sind, und in 
welchen Stellungen sich der Orgasmus der Frau am leichtesten 
und sichersten auslösen läßt. Allein diese Gesichtspunkte sind 
richtig und entscheidend. Durch die Variation der verschiedenen 
Möglichkeiten können körperliche Mängel ausgeglichen werden. 
Ein engerer und vorteilhafterer Kontakt kann erreicht und die 
mechanische Stimulation der Genitalien kann begünstigt 
werden. Im Falle echter, seelisch bedingter, Frigidität kann es 
dagegen sinnvoller und wirksamer sein, von dieser Möglichkeit 

82
nur mäßig oder gar nicht Gebrauch zu machen. Das verlangende 
Begehren des Mannes nach Abwechslung auf diesem Gebiet 
kann eine frigide Frau in ihrer Abwehrhaltung eher noch 
bestärken. Die Infelicität dagegen ist eine Domäne dieses 
Mittels. Aus den vielfältigen Kombinationen einiger weniger 
Grundstellungen ergibt sich — rein theoretisch — eine große 
Zahl verschedener Möglichkeiten. 
In der Praxis sieht es etwas anders aus. Körperliche 
Unbehendigkeit setzt die Grenzen wesentlich enger.  
Es hängt letztlich von der Phantasie und von dem Geschick des 
einzelnen Paares ab, wie viele brauchbare Möglichkeiten es für 
sich entdeckt, und auf welche erprobten Haltungen es sich 
schließlich beschränkt. In besonders stürmischen und zärtlichen 
Nächten wird man natürlich immer wieder versuchen, neue 
Kombinationen und schönere Möglichkeiten zu erforschen, die 
für Abwechslung und damit neue Reizeindrücke sorgen. 
Doch wird man immer wieder zu einigen wenigen Grundstellun‐
gen zurückfinden. Auch hier liegt in der Beschränkung der 
Meister. Einige klare Skizzen von Strichmännchen würden hier 
sauber und sachlich darstellen, was gemeint ist. Deutlicher und 
weniger erotikgeschwängert als die vielen Worte, die oft zur 
Beschreibung der verschiedenen Stellungen gebraucht werden. 
Leider ist diese nüchterne Art der Darstellung jedoch nicht 
möglich, weil nach geltender Rechtsauffassung jegliche 
Abbildung von verkehrenden Personen als „unzüchtig" gilt.  
Ich bin also auch auf das in diesem Zusammenhang viel 
schwieriger zu handhabende Wort angewiesen, will mich jedoch 
auf das Notwendigste beschränken. Die Rückenlage der Frau 
wird — wohl weil am häufigsten angewandt — als Normallage 
bezeichnet. Vergleiche mit dem Liebesleben der Tiere lassen 
jedoch Zweifel aufkommen, ob dies wirklich die von der Natur 
vorgesehene „Normal"‐Lage ist. Da jedoch der Mensch sich 
durch sein diffiziles Gefühls‐ und Seelenleben vom Tier 
unterscheidet, zieht er diese Stellung vor. Sicher nicht zuletzt 
deswegen, weil sich die Partner dabei das Gesicht zuwenden und 

83
so an den Augen und an der Mimik des anderen wie an einem 
Stimmungsbarometer Erfolg oder Mißerfolg der einzelnen 
Zärtlichkeiten ablesen können. Für die Frau ist die Rückenlage 
oft beschwerlich, da sie dabei die ganze 
Last des Mannes zu tragen hat. Der wiederum wird seine Hände 
benutzen, um sich abzustützen und seiner Frau Erleichterung zu 
verschaffen. Allerdings beraubt er sich damit der Möglichkeit, 
durch zärtliche Stimulation seiner Partnerin zu helfen. 
Diese Haltung — wie jede, bei der sich die Partner das Gesicht 
zuwenden — kommt dem Wunschempfinden und der Psyche 
einer Frau am nächsten. Sie empfindet, mehr als der Mann, die 
geschlechtliche Vereinigung als einen geistig‐seelischen Akt, der 
nicht nur körperliche Entspannung bringen soll, sondern das 
enge Miteinander und Beieinander der Partner unterstreicht. 
Diese Note wird durch das Einander‐ins‐Gesicht‐sehen betont. 
Eine gesund und natürlich denkende Frau wird die durch diese 
Stellung symbolisierte „Unterlegenheit" oder Unterordnung 
nicht nur hinnehmen, sondern als den Ausdruck ihrer 
Einstellung zur Ehe und zum Manne werten. 
Beruht bei einer Frau die Frigidität auf dem unbewußten und in 
den Tiefen ihrer Psyche schlummernden Haß gegen den sie und 
alle Frauen „unterdrückenden und unterjochenden" Mann, kann 
die hiermit im Zusammenhang stehende, und ihr gar nicht 
bewußt werdende, Abneigung gegen die Rückenlage sich auf das 
Geschlechtliche ganz allgemein übertragen. Ein solcher Komplex 
muß einer Frau deutlich gemacht werden und durch die 
Berichtigung ihrer Wertung entschärft werden. Es spricht jedoch 
nichts dagegen, auf die Empfindungen einer solchen Frau 
Rücksicht zu nehmen, und den Akt in einer anderen Haltung zu 
vollziehen, die diesem Moment Rechnung trägt. 
Die Rückenlage des Mannes läßt viele Variationen zu, die im 
einzelnen zu erläutern sich erübrigt. Zierliche Frauen brauchen 
hier nicht das Gewicht ihres Partners zu tragen. Aber die großen 
Vorteile liegen auf anderem Gebiet: 

84
In der Rückenlage des Mannes wird die Frau zum aktiven Teil. 
Vom psychologischen Standpunkt her kann das manchmal — 
zum Beispiel im oben geschilderten Fall — hilfreich sein. Sie 
verliert das Gefühl der „Unterlegenheit", findet zu ihrem 
Selbstbewußtsein zurück und kann sich in dieser Sphäre besser 
entfalten. Zudem hat in dieser Haltung die Frau die Möglichkeit, 
Art und Intensität der Bewegungen selbst zu bestimmen und 
dadurch ihren jeweiligen Empfindungen und Bedürfnissen 
anzupassen. Der Mann wiederum hat die Hände frei zur 
Liebkosung seiner Partnerin. Selbst ein zärtlicher und inniger 
Kuß ist in dieser Stellung nicht ausgeschlossen, wenn die etwas 
geschmeidige Frau sich zu ihrem Manne hinabbeugt. Gerade 
diese kleinen Krönungen der rein mechanischen körperlichen 
Handlung sind für eine Frau und ihre Empfindungen von außer‐
ordentlicher Bedeutung. Für schwangere Frauen — besonders in 
den letzten Wochen vor der Entbindung — ist die Rückenlage 
des Mannes die vorteilhafteste Haltung. Der hohe Leib der 
werdenden Mutter wird nicht belastet und ist der engen, nahen 
Vereinigung der Körper nicht im Wege. Auch für die 
Entjungferung, von der für die zukünftige Ehe so ungeheuer viel 
abhängt, ist die Rückenlage besonders gut geeignet. Hierbei hat 
die junge Frau das Gesetz des Handelns selbst in der Hand. Ihr 
wird dadurch die Furcht vor der ersten, eventuell etwas 
schmerzhaften, Begegnung genommen, weil sie das Bewußtsein 
und die Sicherheit hat, bei zu starkem Schmerz den Verkehr 
sofort abbrechen zu können. Sie fühlt sich nicht als hilfloses, 
wehrloses, „unterlegenes" Opfer, sondern als gleichberechtigte 
und gleichwertige Partnerin. Manche Frauen lehnen jedoch 
diese Stellung ab, weil sie sich vor einer Haltung scheuen, die 
ihnen den Stempel der Aktivität aufdrückt. Warum eigentlich? 
Es ist doch keine Schande, in einer Stunde der intimsten 
Zweisamkeit die Rollen zu vertauschen. Wenn es dem Erlebnis 
dient, ist es nur von Vorteil für beide Partner und für die 
Beständigkeit der Liebe, daß die Frau entgegen ihrer sonstigen 
Veranlagung führt und handelt. Die übliche Position bei der 

85
Rückenlage des Mannes dürfte jene sein, bei der die Frau ihrem 
Partner das Gesicht zuwendet. Sie wird sich über ihn mit 
gegrätschten Beinen knieen. Liegen die sensiblen 
Empfindungszentren in den tiefen Bereichen der Vagina, um den 
Muttermund herum, bedarf sie zur Stimulierung einer Stellung, 
bei der ein besonders tiefes Eindringen des Penis gewährleistet 
ist. Auch das läßt sich in der Rückenlage des Mannes erreichen, 
wenn nämlich die Frau ihm den Rücken zuwendet und sich ihm 
von oben in Hockstellung nähert. Auch der Vagina‐Penis‐
Kontakt ist hierbei besonders eng, was der Reizsteigerung dient. 
Oft so sehr, daß die Reize als zu heftig und stark empfunden 
werden. Sehr gefühlszarte Frauen lehnen daher diese Haltung 
vielfach ab. Bei der Sitzhaltung des Mannes nimmt der Mann auf 
einem Stuhl oder Sessel ohne Seitenlehnen Platz. Seine Frau 
nähert sich ihm dabei, wiederum leicht gegrätscht, mit 
zugewandtem Gesicht. Tunlichst führt sie selbst den Penis ein. 
Den Rhythmus der Bewegungen bestimmt sie allein, oder 
zumindest im wesentlichen. In dieser Stellung ist ein besonders 
enger Clitoriskontakt gegeben, was besonders von jüngeren 
Frauen als angenehm empfunden wird, deren Gefühlsstärke sich 
noch nicht in die Vagina oder in die Schamlippen verlagert hat. 
Natürlich kann die Frau dem sitzenden Manne auch den Rücken 
zuwenden. Dabei kann sie entweder die Beine geschlossen 
zwischen seine leicht geöffneten Schenkel stellen, oder aber 
seine Beine sind geschlossen und sie grätscht. Letztere Stellung 
empfiehlt sich vor allem, wenn eine zusätzliche manuelle 
Reizung der Clitoris gewünscht wird. Sie ist dem Manne in 
dieser Position am ehesten möglich. Von dieser Stellung ist 
jedoch — wie von allen, bei denen das Glied besonders tief 
eindringt — bei Erkrankungen der inneren Genitalien und in der 
Schwangerschaft abzuraten. Eine seitliche Sitzposition kommt 
nur bei leichten und zierlichen Frauen in Frage, weil der Mann 
hier das ganze Gewicht seiner Partnerin zu tragen hat, die sich 
nicht mit den Füßen abstützen kann. Beide halten die Beine 
geschlossen, sie setzt sich seitwärts auf seinen Schoß.  

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In der Seitenlage liegen — wie der Name sagt — beide Partner 
auf der Seite. Die Seitenlage wird besonders bei Erschöpfung 
und Krankheit bevorzugt, weil sie mit Abstand von allen 
Positionen die schonendste ist. Liegen die Partner Gesicht an 
Gesicht, ist die Vereinigung etwas schwierig. Der Kontakt geht 
leicht verloren. Besser ist es, wenn die Frau das unten liegende 
Bein beugt und unter seine Taille legt. Dadurch drehen die 
Partner sich etwas in die Schräge. Fast ist der Übergang zur 
„Normallage" schon gegeben. Wendet die Frau in der Seitenlage 
ihrem Manne den Rücken zu, bilden beide eine „33".  
Die Kohabitation ist so einfach zu vollziehen, weil sie den 
natürlichen, anatomischen Gegebenheiten am meisten 
Rechnung trägt, ähnlich, wie die später noch zu schildernde 
Beugehaltung. Und doch ist diese Position reizvoll, das heißt 
reich an Berührungsreizen. In der rückwärtigen Seitenlage, 
symbolisiert durch die „33", läßt sich die Vereinigung am 
unauffälligsten durchführen. Sie wird darum oft angewandt, 
wenn im gleichen Zimmer Kinder schlafen. Hier sei ein Wort zu 
dieser unglücklichen Situation gestattet: Man sollte alles 
dransetzen, die intimsten Stunden ehelichen Glückes ungestört 
und ungehemmt zu erleben. Kinder aber stören immer im 
ehelichen Schlafzimmer. Selbst wenn sie mit Sicherheit schlafen, 
geht ein Ohr immer in ihre Richtung. Man nimmt Rücksicht, ist 
betont leise und vorsichtig, hat Angst, die kleinen Geschöpfe zu 
wecken, man ist abgelenkt, die Sinne sind nicht bei der Sache, 
die Sinnlichkeit ist gestört. Zu einer vollkommenen Vereinigung 
gehört die Sicherheit, ungestört und ungehindert seinen 
Gefühlen nachgeben zu können. Die Liebe füllt den Menschen 
so aus, daß für Aufmerksamkeit kein Raum bleibt. Aus eben dem 
Grunde ist ja auch der Coitus interruptus eine so unglückliche 
Lösung. Wie oft kommt es aber vor, daß die Eltern sich mehr 
oder weniger verhalten dem Liebesspiel hingeben, während sie 
ihre Sprößlinge schlafend wähnen. In Wirklichkeit aber liegen 
sie lauschend und horchend in ihren Kissen, verängstigt durch 
die ungewohnten und furchterregenden Geräusche aus dem 

87
Elternbett. Ihre Phantasie zaubert — gefördert durch das 
unausbleibliche Stöhnen — oft die schrecklichsten Bilder. 
Nochmals: im Interesse der Kinder und der Liebe gehört der 
Geschlechtsverkehr in die Einsamkeit, nein: Zweisamkeit! Nicht 
so sehr wegen der Schicklichkeit, vielmehr wegen der seelischen 
Gefahren, denen die Kinder wie die Eltern in gleichem Maße 
ausgesetzt sind. Die Beugestellung entspricht der im Tierreich 
üblichen Form der Begegnung. Der Mann nähert sich seiner 
Partnerin von hinten. Sie ermöglicht die Vereinigung, indem sie 
die Hüftgelenke beugt. Ob das im Knieen, im Stehen oder in der 
Seitenlage erfolgt ist ohne Belang. Alles sind nur Abwandlungen 
der Beugestellung, bei der eine besonders enge Verbindung 
zwischen Vagina und Penis hergestellt wird. Der Nachteil dieser 
Methode liegt jedoch eindeutig darin, daß die Partner sich nicht 
ins Gesicht schauen können. Zärtlichkeiten, Kosen und Küssen 
sind während des Aktes ausgeschlossen und allenfalls im Vor‐
oder Nachspiel möglich. Da sollte man dann auch von dieser 
Möglichkeit Gebrauch machen, um auch in dieser Haltung die 
seelische Verbundenheit mehr zum Ausdruck zu bringen. 
Ein Clitoriskontakt erfolgt bei der Beugehaltung so gut wie gar 
nicht. Sie wird darum auch vornehmlich von reiferen Frauen 
bevorzugt, deren Gefühlszentrum sich von der Clitoris in den 
Scheidenvorhof und in die Scheide selbst verlagert hat. Für diese 
Frauen ist die Beugehaltung wegen des damit verbundenen 
engen Kontakts zwischen Vagina und Glied und des dadurch 
ausgelösten starken Berührungsreizes besonders empfehlens‐
wert. Viele Frauen lehnen jedoch die Beugestellung ab, weil sie 
zu sehr an die tierische Art der Triebbefriedigung erinnert. Das 
kann zu einem Gefühl der Erniedrigung führen, wenn eine 
sensible Frau meint, daraus eine Überbewertung des 
körperlichen und eine Vernachlässigung des seelischen 
Momentes ablesen zu können. Und vor dieser Gefahr sollte man 
sich unbedingt hüten. Für jede Frau ist die seelische Bedeutung 
des Aktes, das Gefühl der Hingabe an einen geliebten und 
liebenden Mann, wichtiger, als die Stimulation und Befriedigung 

88
nur vom körperlichen her. Wenn beides nicht eng miteinander 
geht, beraubt man eine Frau des wesentlichsten Teils ihrer 
Sexualempfindungen. Alle anderen angepriesenen Haltungen 
sind nichts anderes als Kombinationen und Variationen dieser 
Grundstellungen. Ist eine Frau erst davon überzeugt, daß diese 
verschiedenen Stellungen nichts unnatürliches sind, sondern 
daß sie von Millionen und Abermillionen Menschen zur Pflege 
und Förderung ihrer Zuneigung benutzt werden, ist es nur noch 
eine Frage von wenigen Abenden, festzustellen, in welcher 
Haltung am ehesten ihre Lustgefühle aktiviert und ihr Orgasmus 
ausgelöst werden kann. Damit ist ein entscheidender Schritt in 
der Bekämpfung der Infelicit'dt getan. 
Ich warne jedoch davor, in den Möglichkeiten der 
Stellungsvariation ein Allheilmittel gegen die Frigidität zu sehen. 
Eine Änderung der Stellung beim Geschlechtsakt kann nur eine 
Wandlung der mechanischen Reize hervorrufen. Die Wirkung 
kommt also nur Frauen zugute, die bisher aus anatomischen 
Gründen nicht genügend oder nicht die richtigen Be‐
rührungsreize empfinden, um dadurch den Orgasmus zu 
erlangen. Eine echte, seelische Frigidität kann durch eine 
Änderung in der Stellung nur insoweit beeinflußt werden, als 
man damit ihrer Enstellung, ihrer seelischen Fehlhaltung 
näherkommt. Durch Experimente und unangebrachte Versuche 
stiftet man hier mehr Schaden als Nutzen. 
 
Hilfsmittel 
Bereits an anderer Stelle habe ich darauf hingewiesen, daß ein 
hoher Prozentsatz aller Frauen nicht, oder zumindest nicht 
regelmäßig den Orgasmus erlebt. Die Beseitigung dieser 
erschreckenden Tatsache ist eine der wichtigsten Forderungen 
an alle Ehemänner, die dafür zu sorgen haben, daß ihre Frauen 
jede eheliche Vereinigung genau so vollkommen und vollendet 
erleben wie sie selbst. In erster Linie ist es Aufgabe des 
Lebensgefährten, und nicht die des Arztes, die 
Funktionsfähigkeit der Ehe auch auf körperlichem Gebiet 

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herzustellen oder zu erhalten. Erst wenn echte körperliche 
Mängel vorliegen, die ohne Hilfe nicht behoben werden können, 
sollte der Arzt eingreifen. Echte anatomische Abnormitäten sind 
so selten, daß sie hier keine Erwähnung zu finden brauchen. In 
den meisten Fällen können schon die einfachsten Hilfsmittel zur 
Beseitigung der Infelicität beitragen. Man muß nur die 
Möglichkeiten und Zusammenhänge kennen. Das aufzuzeigen 
ist hier meine Aufgabe. In diesem Zusammenhang lassen Sie 
mich noch einmal ganz besonders auf die Bedeutung der Clitoris 
hinweisen. In ihr enden die wichtigsten sensiblen Nerven der 
Genitalsphäre. Sie ist zunächst der empfindsamste Punkt der 
weiblichen Geschlechtszone. Von einer ausreichenden Stimu‐
lation hängt — besonders bei jungen Frauen — die Auslösung 
des Orgasmus ab. Erst im Laufe der Ehe verlagert sich dann die 
Empfindsamkeit immer mehr von der Clitoris in die Vagina und 
den Scheidenvorhof mitsamt den Schamlippen. Nun wird der 
Orgasmus nicht mehr allein durch die Berührung des Kitzlers, 
sondern vielmehr durch die Reibungs‐ und Bewegungseffekte 
des männlichen Gliedes in der Vagina ausgelöst. Die Frau hat 
sich dabei nicht etwa organisch verändert, sondern sie hat sich 
an eine bestimmte Art der Reizung gewöhnt und ihre 
Reaktionen darauf eingestellt. So wie ein Säugling sich daran 
gewöhnt, das gesehene Bild auf dem Weg von der Netzhaut zum 
Gehirn „umzudrehen", erlernt auch eine Frau, den Orgasmus 
vaginal zu empfinden. Gelingt ihr diese Umstellung der 
Gefühlszentren nicht, wird ihre Orgasmusfähigkeit stets von 
einer ausreichenden Reizung der Clitoris abhängig sein. Sie ist in 
ihrer sexuellen Entwicklung auf einer Stufe stehengeblieben, die 
noch nicht der vollen weiblichen Reife entspricht.  
Man bezeichnet diesen Zustand als infantil, kindlich. 
Frauenärzte machen in zunehmendem Maße die Beobachtung, 
daß die Clitoris, die normalerweise etwa erbsengroß in dem 
vorderen Winkel zwischen den großen und kleinen Schamlippen 
liegen sollte, unterentwickelt, verkümmert, verlagert oder von 
Hautlappen überwachsen ist. Dadurch ist der zur ausreichenden 

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Stimulation erforderliche Kontakt zwischen Penis und Clitoris 
nicht mehr gegeben, die Reizung und Erregung — und damit 
auch der Orgasmus — bleibt aus. Da diese Erscheinung immer 
häufiger auftritt, taucht zwangsläufig die Frage auf, ob es sich 
dabei nicht etwa nur um die Ursache, sondern vielleicht auch 
um die Folge der Infelicität handeln könnte. Ein nicht benutztes 
Organ verkümmert und schrumpft bekanntlich. Es liegt also 
auch im Bereich des Möglichen, daß eine Clitoris, die nicht zur 
Erfüllung ihrer Aufgaben herangezogen wird, sich zurückbildet, 
und damit wie ein Teufelskreis die Erscheinungen der Infelicität 
verschlimmert. Bei der reifen, vaginal empfindenden Frau bleibt 
diese Degeneration ohne Bedeutung. Steht jedoch noch die 
clitorale Empfindung im Vordergrund, gilt es zunächst, diesem 
Bedürfnis nachzugeben und für eine ausreichende Stimulation 
des Kitzlers Sorge zu tragen. Zu diesem Zweck gibt es eine 
Vielzahl verschiedener Hilfsmittel. Wenn eine Verlagerung der 
Gefühle stattfinden soll, müssen zunächst einmal welche 
vorhanden sein — wenn auch clitoral erzeugt. Erst dann ist die 
Umerziehung möglich. Wie würde wohl ein Mann reagieren, der 
regelmäßig auf halbem Wege zum Höhepunkt den Verkehr 
abbrechen müßte? Die Frage ist einfach zu beantworten.  
Er würde eines Tages von einer Vereinigung gar nichts mehr 
wissen wollen und dankbar sein, wenn man ihn mit allen 
Annäherungsversuchen verschont. Er wäre „frigid". Genauso 
reagiert auch eine Frau, vielleicht sogar etwas geduldiger. Was 
man bei ihr dann Gefühlskälte oder Frigidität nennt, ist nichts 
weiter als die Folge eines ständigen Unbefriedigtbleibens, eines 
steten Ausgenutztwerdens und einer regelmäßigen 
Rücksichtslosigkeit ihres Mannes. Es ist ein Akt der Notwehr, 
eine Flucht vor der ständigen nervlichen Überbeanspruchung. 
Um in solchen Fällen die sowieso schon leicht lädierte Ehe nicht 
noch mehr zu gefährden, heucheln ungezählte Frauen ihren 
Männern Höhepunkts‐ und Lustgefühle vor, die ihnen in 
Wirklichkeit fremd sind. Zu der schon ungeheuren 
Nervenbelastung, die der unvollendete Geschlechtsakt mit sich 

91
bringt, kommt nun noch die Anstrengung, ständig und mög‐
lichst wirklichkeitsnah dem eigenen Manne Theater 
vorzuspielen. Ist es verwunderlich, wenn die Nerven einer 
solchen Frau eines Tages zerrüttet sind, und wenn Spannungen 
auftauchen, die zu Streitereien und Uneinigkeiten führen 
können? Ist aber die eine stützende Säule der Ehe, das gesunde 
Sexualleben, erst zerborsten, ist es meist bis zum gesamten 
Einsturz dieser Lebensgemeinschaft nicht mehr weit. Warum 
also sollte eine unbefriedigte Frau nicht mit ihrem Manne 
darüber sprechen? Warum sollte sie ihm nicht sagen, daß es so 
nicht weiter gehe, daß ihre Kraft am Ende sei, daß sie sich als 
mißbrauchtes Objekt seiner Lust fühle, daß auch sie ein Recht 
auf Befriedigung und auf Lust habe? Wenn einer Frau etwas an 
der Erhaltung ihrer Ehe in der naturgewollten Ganzheit und an 
ihrem und ihres Mannes Glück liegt, wird sie darüber sprechen 
und sich nicht in Schweigen hüllen. Jeder liebende Mann wird 
dafür Verständnis haben und alles daran setzen, seiner Frau aus 
dem Dilemma der Infelicität, aus der Not des 
Unbefriedigtbleibens zu helfen und auch sie an den Freuden der 
Liebe teilhaben zu lassen. Wie kann er das jedoch, wenn er 
nichts von den Nöten seiner Frau weiß? Wie soll er eine 
Krankheit heilen, wenn der „Patient" nicht zu ihm kommt? Wie 
soll er Besserung schaffen, wenn er nicht erfährt, ob er mit seiner 
Behandlung auf dem richtigen Wege ist? Voraussetzung für 
sexuelle Harmonie, für ein körperliches Gleichgewicht ist stets, 
daß man innerhalb einer Ehe offen und frei über alle Wünsche, 
Sorgen und Nöte spricht. Die falsche Scham, die den 
Ehepartnern den Mund verschließt und hier wahrhaftig nicht 
angebracht ist, hat schon das Glück mancher Ehe auf dem 
Gewissen. In vielen Fällen rührt dieses folgenschwere Schweigen 
aus einer falschen Erziehung her. Die ständige Ermahnung, alles 
sexuelle sei unsauber, unanständig, sittenwidrig, und man dürfe 
nicht darüber sprechen, verschließt ihr für immer den Mund 
selbst vor dem eigenen Manne, und läßt sie an den schönsten 
gemeinsamen Erlebnissen einer Ehe vorübergehen. 

92
Frühzeitige Aufklärung, eine rechte Einstellung zu den Dingen, 
gegenseitiges Verständnis und vollkommene Offenheit 
innerhalb der Ehe können sehr viel Leid und Not verhindern. 
Die Ehe ist nicht nur ein Versorgungsinstitut, eine 
Interessengemeinschaft, ein Kinderhort. Zu den 
Grundelementen einer Ehe gehört es, daß man alle 
Schwierigkeiten miteinander erörtert, trägt und überwindet. 
Die gemeinsame Suche nach dem Lande des Glücks beinhaltet 
also auch, daß man sich in diesen Fragen gegenseitig stützt, hilft 
und berät. Hat die junge Frau schließlich das Lieben gelernt — 
im Laufe der Zeit sogar vaginal — wird nach langen Jahren der 
Ehe oder nach vielen Geburten der vermittelte Berührungsreiz 
schwächer und schwächer. Zum Teil liegt das natürlich auch an 
einer gewissen Erschlaffung und Ausweitung der Vagina. Im 
Vordergrund steht jedoch die Gewöhnung. Ein ständiger Reiz 
bedarf, um mit gleichbleibender Intensität empfunden zu 
werden, einer steten Verstärkung. Diese Verstärkung des 
gesetzten Reizes ist durch Spezialpräservative zu erreichen, die 
an ihrer Oberfläche mit Aufrauhungen oder Aufsätzen 
verschiedener Größe versehen sind. Der gewohnte Reibungsreiz 
erfährt dadurch je nach Ausführung eine leichte bis starke 
Intensivierung. Selbst bei bestehendem Kinderwunsch ist die 
Anwendung dieser Hilfe möglich, da es Sonderausführungen in 
Manschettenform gibt. Zwar sind diese Spezialpräservative 
teurer als normale Condome, doch sind sie zur 
Mehrfachanwendung gedacht, so daß der Etat keine bedeutende 
Mehrbelastung erfährt. Um trotz der erhöhten Reibung ein 
Wundscheuern zu verhindern, sollte man eine der überall im 
Handel erhältlichen Gleitcremen verwenden. 
Aus verständlichen Gründen sollte man Spezialpräservative 
jedoch erst dann anwenden, wenn von der Frau nach einer 
solchen Reizverstärkung verlangt wird. Selbst dann empfiehlt es 
sich, mit einer leichten, nur wenig angerauhten, Ausführung zu 
beginnen. 

93
Andernfalls würde man mit einem zu starken oder scharfen 
Condom schon beim ersten Versuch der Frau mehr Schmerzen 
als Wollust zufügen, und ihr damit für alle Zeiten die Lust zu 
Hilfen solcher Art nehmen. Viel schwerer wiegt jedoch, daß man 
sich durch die anfängliche Verwendung starker Ausführungen 
jeglicher Steigerungsmöglichkeit beraubt. 
Sinnvoll wird die Benutzung von Spezialpräservativen aber erst 
dadurch, daß man durch geschickte Auswahl eine auf Jahre 
ausgedehnte, langsame Steigerung des Reizes erzielen kann. 
Wie soll wohl eine junge Frau, die bereits in den ersten Jahren 
ihrer Ehe daran gewöhnt wurde, nur durch starke 
Spezialpräservative den Orgasmus zu erlangen, in zehn oder 
zwanzig Jahren ihre Erfüllung finden? Bei regelmäßigem, als 
angenehm empfundenem Gebrauch dieser Hilfen gibt es kein 
Zurück mehr. Ein späterer Verkehr ohne Spezial‐condom wird 
nicht mehr genügend Reibungsreize vermitteln, um einer Frau 
dann noch Befriedigung zu verschaffen.Die Verwendung hat 
selbstverständlich nur dann Sinn, wenn die Infelicität eindeutig 
ihre Ursache im mangelnden Reibungskontakt hat. Es ist 
sorgfältig abzuwägen und zu prüfen, ob nicht besser einer der 
anderen Wege, die in diesem Buch beschrieben sind, beschritten 
wird. Bei der Frigidität sind Spezialpräservative nicht 
angebracht, sie verschlimmern den Zustand nur, indem sie 
Abscheu, Ekel und Schrecken vermitteln. 
 
Die Dauer des Aktes 
Es war Goethe, der sagte „Oh, Augenblick, verweile!". Auch ohne 
ein Dichter zu sein, empfindet jedermann den gleichen Wunsch, 
wenn eine Begegnung höchster Vollendung ihrem Ende zugeht. 
Doch der Augenblick größten Glücks läßt sich nicht festhalten, 
er würde sein eigentliches Wesen verlieren. 
Schon eher läßt sich die Gesamtdauer des Aktes ausdehnen, um 
die Stunde der Zweisamkeit recht lange und mit allen Höhen 
auszukosten. Es liegt gar keine Abwertung darin, wenn ich sage, 
daß das eine Frage der Technik ist. Tatsächlich gelingt es eher 

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dem in allen Techniken versierten reifen Ehepaar, eine 
Verlängerung ihrer Freude zu erreichen, als dem jungen 
Brautpaar in der Hochzeitsnacht. Eine als Norm geltende Dauer 
des Geschlechtsaktes gibt es nicht und kann es bei der 
Individualität der Menschen auch nicht geben. Man sollte 
sich bei seinen Bemühungen auch nie daran ausrichten, was 
andere wohl können, sondern einzig und allein daran, was dem 
Partner bekommt und dient. Hier liegt der wunde Punkt vieler 
Ehen, denn wie oft eilt der Mann seiner Frau voraus! Über die 
durch das Vor‐ oder Nachspiel zu kompensierenden 
Unterschiede im Verlauf der Erregungskurven habe ich schon 
weiter vorn geschrieben. Dieses Kapitel gilt den Männern, die an 
einer Ejaculatio praecox, einem vorzeitigen Samenerguß, leiden, 
und denen es darum nicht gelingt, den Höhepunkt ihrer Frau 
abzuwarten. Das aber ist ein dringendes Erfordernis, eine Pflicht, 
die zu erfüllen sich der Mann unbedingt bemühen muß. 
Beim vorzeitigen Samenerguß müssen wir zwei Ursachen 
unterscheiden: L Die echte Impotenz, bedingt durch körperliche, 
geistige oder nervöse Überbeanspruchung oder auch durch den 
Alterungsprozeß. Dieser Störung ist ein eigenes Kapitel 
gewidmet. II. Die sogenannte „relative Impotenz", der keine 
Erschöpfung, sondern im Gegenteil eine Übererregung zu 
Grunde liegt. Darüber sei hier berichtet: 
Die relative Impotenz gilt als das Leiden der jungen Männer, die 
noch keinen regelmäßigen Verkehr haben. Aus der großen 
Spannung heraus, aus der Unruhe, aus dem Eifer, mit dem sie 
eine Begegnung wahrnehmen, schäumen ihre Kräfte 
buchstäblich über. Und damit ist dann alles zu Ende. 
Auch die Erwartungsangst spielt eine Rolle. Empfindsame 
Gemüter, denen aus den oben geschilderten Gründen eine 
Vereinigung mißglückt ist, fürchten bereits die „Blamage" beim 
nächsten Male. Diese Angst fixiert sich so, daß auch tatsächlich 
das gefürchtete Ereignis eintritt: ein erneutes Versagen! 
Und, last not least, sind es die Männer, die aus beruflichen 
Gründen viel unterwegs sind und daher selten und nur 

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unregelmäßig ihre Ehe vollziehen können, die an relativer 
Impotenz leiden. Also Seefahrer, Reisende usw. Die aufgestaute 
Spannung, die nervöse Überreiztheit löst Orgasmus und 
Ejakulation vorzeitig aus. Ist nach Beseitigung der schuldigen 
Umstände — Eheschließung, Berufswechsel, gewonnene 
Sicherheit — ein geregeltes Geschlechtsleben durchführbar, 
verschwindet auch das Leiden, die Ejakulatio praecox. 
Aber auch hier gibt es zur Überbrückung Hilfsmöglichkeiten. 
Durch ein Sedativum läßt sich das aufgeputschte Nervensystem 
des Mannes beruhigen. Hopfen und Baldrian sind die 
hauptsächlichsten Heilpflanzen, die dafür in Frage kommen. 
Mit der so gedämpften Erregung und etwas Willenskraft läßt 
sich nunmehr die Begegnung ruhig und ohne Erwartungsangst 
bis zum regulären Ende auskosten. Eine örtlich angewandte 
Reizbremse — ein schwaches Anaestheticum, das als Salbe auf 
die Eichel aufgetragen wird — kann darüber hinaus die 
Empfindsamkeit an der Gliedspitze des Mannes für kurze Zeit 
soweit herabsetzen, daß er für die Reibungsreize weniger 
empfänglich ist. Diese Reizminderung wird ebenfalls seine 
Ejakulation und damit das Ende des Aktes hinauszögern.  
Den gleichen Erfolg bringt ein besonders dickes Condom, ein 
Dauerpräservativ, das ja ebenfalls die Berührungs‐ und 
Bewegungseffekte nicht so unmittelbar und intensiv ins 
Bewußtsein des Mannes dringen läßt. In den meisten Fällen 
relativer Impotenz reichen diese Maßnahmen völlig aus, um den 
Zeitpunkt des weiblichen Höhepunktes abzuwarten. 
Wird darüber hinaus durch geschickte Technik, richtig 
angewandte Hilfsmittel, vor allem aber durch die Bereitschaft 
der Partnerin, herbeigeführt durch recht viel Zärtlichkeit, ihr 
Orgasmus vorverlegt, müßte es gelingen, den Idealfall, den 
gemeinsamen Höhepunkt, die Entspannung zu zweit, 
herbeizuzaubern. Sollte wider Erwarten dennoch die Ejakulation 
des Mannes so frühzeitig eintreten, daß die Partnerin den 
Orgasmus noch nicht erlebt hat, ist es seine Ehrenpflicht, sie 
durch ein zärtliches Nachspiel aus der Spannung 

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hinauszugeleiten. Daran ist nichts amoralisches, sondern es 
sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Anregende Mittel 
Oft wird eine vorübergehende Lustlosigkeit, oder auch schon die 
Unfähigkeit, Erschöpfungszustände und Müdigkeit zu 
überwinden, fälschlicherweise als Frigidität bezeichnet. 
Das ist jedoch durchaus nicht dasselbe. Während die 
Erschöpfung in das Gebiet der Impotenz gehört, und auch dort 
ausführlicher behandelt wird, handelt es sich bei der Lust‐
losigkeit um ein Teilgebiet der Infelicität, da sie ihre Ursache in 
mangelnder oder falscher Vorbereitung hat. Immerhin wirkt sich 
auch diese Unlust belastend auf die Ehe aus, fordert sie doch 
vom Partner eine ungewollte Enthaltsamkeit, die weder in der 
Natur der Dinge liegt noch nach seinem Wunsche ist. Zur 
Überwindung der unbegründeten Unlust bedarf es eines 
Anstoßes, der die Partnerin erwartungsvoll und freudig der 
ehelichen Begegnung entgegensehen läßt. Zärtliche 
Annäherungsversuche allein werden zu diesen Stunden meist als 
unangenehm und aufdringlich empfunden, oft gar als eigen‐
nützig ausgelegt. Hier können Anregungsmittel der 
verschiedensten Art, die unmittelbar stimulierend in das 
Sexualempfinden eingreifen, oft eine große Hilfe sein — sofern 
sie sinnvoll und richtig angewandt werden. Alle scharfen und 
schleimhautreizenden Gewürze, Speisen und Getränke sind in 
gewissem Maße schon von anregender Wirkung. Paprika, Peter‐
silie, Sellerie und Pfeffer, Austern und Kaviar, Sekt und Wermut 
liegen in ihrer Wirkung an der Spitze. Verschiedene Drogen, 
besonders der Extrakt einer afrikanischen Baumrinde, das 
Yohimbin, wirken sich jedoch gezielt und in weitaus größerem 
Maße auf die Sexualsphäre aus. Yohimbin ist der entscheidende 
Wirkstoff fast aller zur Zeit gängigen Aphrodisiaca. Ähnlich wie 
eine Brennessel die sie streifende Hand entzündet, reizt 
Yohimbin das Innere der Harnröhre. Natürlich wesentlich 
schwächer, so daß dieser Reiz nicht als Schmerz, sondern als 
sexuelles Lustgefühl empfunden wird und nach einer weiteren 
Steigerung und Befriedigung verlangt. 

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Bei allen Nierenerkrankungen sind Aphrodisiaca dieser Art 
gefährlich und abzulehnen! Voraussetzung für die Wirksamkeit 
aller Anregungsmittel ist natürlich stets das Vorhandensein 
einer gesunden Grundpotenz. Sie können zwar momentan 
aufputschen, nicht jedoch eine Potenzschwäche oder gar völlige 
Impotenz beseitigen. Hierzu sind Aufbaupräparate erforderlich, 
die dem Körper fehlende Hormone zuführen, Vitamine 
substituieren, das Allgemeinbefinden steigern und die 
hormonerzeugenden Drüsen zu vermehrter Eigentätigkeit 
anregen. Es gibt Aphrodisiaca in vielerlei Applikationsformen, 
nicht zuletzt, weil sich mit jeder neuen Form auch neue 
Absatzgebiete aufschließen. Tropfen, Dragees, Salben, 
Badezusätze, Pralinen, Waffeln, Bonbon, Liköre und vieles mehr 
wartet auf den Käufer. Vom pharmazeutischen Standpunkt aus 
ist die Wirkung der Tropfen‐ oder drageeförmigen Mittel 
natürlich nicht schlechter, sondern eher besser als die der 
getarnten Mittel — und dennoch läßt sich eine größere 
Beliebtheit der „versteckten Anwendung" beobachten.  
Das liegt nicht so sehr am Wunsch, den Partner unbemerkt zu 
stimulieren, sondern vielmehr an der Tatsache, daß in einer 
lauschigen Stunde der Zweisamkeit das nüchterne Abzählen von 
Tropfen, das teelöffelweise Medizinschlucken oder das 
Herunterwürgen von Dragees überaus desillusionierend ist, und 
die mühsam aufgebaute Stimmung eines solchen Abends wieder 
zunichte machen kann. Und wichtiger noch als die Reizung der 
Genitalien ist für jede Frau die Stimmung, die Atmosphäre einer 
Stunde, in der sie die tiefsten Winkel ihrer Seele aufdecken soll, 
und sich mit all ihren Empfindungen vorbehaltlos in die Hand 
ihres Mannes gibt. Am geeignetsten dürfte darum die 
Verabfolgung in Form eines alkoholischen Getränkes sein, weil 
hier zu der eigentlichen Drogenwirkung noch der enthemmende 
und lockernde Einfluß des Alkohols kommt. Mit „enthemmend" 
will ich keinesfalls einer hemmungslosen Genußsucht das Wort 
reden, sondern dem notwendigen Abbau seelischer Sperren, die 
einer Frau den Weg zur Erfüllung ihrer fraulichen Aufgabe und 

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ihres ICH verbauen. Es ist sinnlos, nach dem Einnehmen eines 
aphrodisierenden Mittels gespannt auf die Wirkung zu warten. 
Ein solch anregendes Präparat kommt nur dann zur Geltung, 
wenn gleichzeitig durch zärtliches Bemühen des Partners das 
Denken und Sinnen der Frau auf das Geschlechtliche, auf den zu 
erwartenden Genuß hingelenkt wird. Erst die dadurch 
ausgelöste Durchblutungssteigerung in den Genitalien bringt 
das Mittel hier zum Tragen. Ein aphrodisierendes Mittel allein 
kann darum auch keinen Auslösereflex geben, es kann nur die 
Bemühungen des Partners unterstützen. Zärtlichkeit und 
Anregungsmittel sind also die beste Medizin, eine vor‐
übergehende Lustlosigkeit zu beheben, und die Partnerin dem 
gewünschten Erlebnis der Zweisamkeit näher zu bringen. 
Wichtig ist natürlich, daß der Mann dieses Erlebnis positiv und 
eindrucksvoll gestaltet. Kein Anregungsmittel ist jedoch in der 
Lage, die ablehnende Grundhaltung und den starken Willen 
einer Frau zu brechen. Die grundsätzliche Bereitschaft zum 
Verkehr und insbesondere zur Vereinigung mit eben diesem 
Manne muß vorhanden sein. Es gibt kein Mittel, das eine Frau 
gegen ihren aufrichtig gemeinten Widerstand zur Hingabe 
bewegen könnte. Alle hinter der vorgehaltenen Hand erzählten 
Geschichten dieser Art sind Märchen und entbehren jeglicher 
Grundlage. Durch eine Überdosierung aphrodisierender Mittel 
läßt sich die Reizwirkung nicht etwa ins Wunderbare steigern, 
im Gegenteil, die Wirkung schlägt ins Negative um. 
Kopfschmerzen, Unwohlsein, Nervosität sind die Folgen und 
damit verbunden dann eine stärkere Unlust und Ablehnung als 
zuvor. Man halte sich also stets an die vorgeschriebene Menge. 
Richtig angewandt, kann ein Anregungsmittel eine wertvolle 
Hilfe bei zeitweiligen Ehestörungen sein, unter Umständen 
sogar hilfreich die Behandlung der Frigidität unterstützen. 
Das oben gesagte gilt in gleicher Weise für die äußerlich 
anzuwendenden Aphrodisiaca, wie Badezusätze, Salben und 
dergleichen. 
 

99
Von Büchern und Bildern 
Wenngleich in der Regel der Mann der Teil ist, der besonders 
leicht auf visuelle Reize anspricht, gibt es auch viele Frauen, die 
dafür empfänglich sind. Dieses Buch wäre also unvollständig, 
würde ich nicht auch einige Worte zur anregenden Wirkung 
erotischer Bild‐ oder Literaturwerke sagen. 
Während der gesunde Mann ausschließlich auf weibliche Akte 
reagiert, ist es bei der Frau nicht so, daß etwa nur der Anblick 
des männlichen Körpers sie erregt, sondern oft findet sie viel 
mehr Gefallen am Bilde ihrer Geschlechtsgenossinnen oder gar 
an gemischten Akten. Sie muß deswegen keine homosexuellen 
Neigungen haben. Besonders bei angeblich frigiden Frauen ist es 
wichtig, festzustellen, ob sie in dieser Hinsicht ansprechbar sind, 
und ob durch Bücher oder Bilder etwa eine Hilfe gegen die 
Frigidität gegeben werden kann. Diese Frage hängt in keiner 
Weise mit der nach außen gezeigten moralischen Einstellung der 
Frau zusammen. Völlig unabhängig von ihrem sittlichen Empfinden 
können diese Dinge ihre Wirkung tun, da sie unbewußte Gefühls‐
regungen, die ja nicht der moralischen, verstandesmäßigen Kontrolle 
unterliegen, ansprechen. Nur ist bei diesem Test vorsichtig 
vorzugehen, weil ein negativer Ausfall von der betreffenden Frau 
leicht als schockie‐rend empfunden wird. Doch auch mit diesem 
Anregungsmittel ist es wie mit jeder anderen Droge. Die Wirkung 
läßt mit der Zeit nach — oder die Dosis muß verstärkt werden.  
Das erste erotische Buch, das erste Aktfoto wird auf den Leser oder 
Betrachter — ob männlich oder weiblich — mit ziemlicher Sicherheit 
eine starke anregende Wirkung ausüben. Liest er dann in der Folge 
weitere Werke dieser Art, wird ihn schließlich ein Buch des gleichen 
erotischen Niveaus, wie es sein Erstlingswerk hatte, völlig kalt lassen. 
Der stimulierende Gehalt solcher Lektüre muß also eine ständige 
Steigerung erfahren, soll sie weiterhin wirksam sein. Das erotische 
Buch, die Schilderung sexueller Erlebnisse, wirkt sich bei den meisten 
Frauen besser aus als das Betrachten von Bildern.  
Das hängt wahrscheinlich damit zusammen, daß hier kein Bild die 
Gedanken der Frau in eine bestimmte Fassung zwängt, sondern daß 

100
solche Berichte ihre Gedanken lediglich in Bahnen lenken, die, 
gemischt mit eigenen Erfahrungen und Vorstellungen, erregende 
Gedankenverbindungen hervorrufen. Der fortwährenden Steigerung 
dieses wirksamen Sexualanregungsmittels sind durch gesetzliche 
Bestimmungen irgendwo Grenzen gesetzt. Jenseits dieser Grenze 
beginnt die Pornographie, deren Verbreitung strafbar ist. Eine klare 
Definition des Begriffes Pornographie gibt es in Deutschland leider 
nicht. Es hängt allein von der Auffassung und vom sittlichen 
Empfinden des sich jeweils damit befassenden Einzelrichters ab, ob er 
ein Werk noch für zulässig erachtet oder mit dem Bann belegt. 
Ein so verurteiltes Buch ist selbst in einer kranken Ehe nicht mehr als 
Medizin anwendbar. Es ist fragwürdig, ob ein so weitreichender 
Eingriff des Staates in die Intimsphäre der Ehe mit dem Grundgesetz 
vereinbar ist. Bereits vor dem Weltkrieg arbeitete eine Komission, die 
sich aus Ärzten und Juristen zusammensetzte, an einem 
Gesetzentwurf, der „pornographische" Bücher und Bilder wenigstens 
in der Hand des Arztes als Medizin von den gesetzlichen 
Einschränkungen befreien sollte. Man hatte schon damals die Gefahr 
und die Folgen der Frigidität sowie der Impotenz und Infelicität 
erkannt und wußte genau um diese Möglichkeit der Besserung und 
Heilung. Anfangs dieses Jahrhunderts unterhielt der bekannte 
Sexologe Professor Magnus Hirschfeld im Sexualwissenschaftlichen 
Institut Berlin eine reichhalte Bibliothek pornographischer und 
erotischer Bücher. Er wußte um die Wirkung dieser Lektüre auf seine 
Patienten bei der Behandlung der Impotenz, Frigidität oder 
Infelicität, und machte regen Gebrauch davon. 
Leider blieben alle Bemühungen um eine Gesetzesreform bis heute 
ohne Erfolg. Immer noch schreibt das Gesetz erwachsenen und reifen 
Menschen vor, was sie lesen dürfen, was ihrer Sitte und Moral 
zuträglich ist — oder was man ihnen nicht in die Hand zu geben 
wagt. Es ist absurd, Ethik und Moral eines Volkes durch derartige 
Gesetze regeln zu wollen, die bis in die privatesten Bereiche 
vordringen. Entweder ist ein Volk moralisch und sittlich gefestigt, 
dann weiß es selbst, was ihm frommt, oder es wird trotz der härtesten 
Gesetze einer unaufhaltsamen Sittenlockerung verfallen. 

101
Der impotente Mann 
„Impotenz" heißt mangelnde Leistungsfähigkeit. Sie zeigt sich durch 
Ausbleiben der Versteifung des männlichen Gliedes oder durch eine 
vorzeitige Ejakulation, oft schon „ante portas", vor der Pforte. Es 
leuchtet ein, daß dieses Leiden zwar gleichbedeutend mit der Impo‐
tenz der Frau ist, aber dennoch in den Abschnitt „Infelicität" gehört. 
Der Frau eines impotenten Mannes ist die Beglückung, die höchste 
Vollendung der Begegnung, stets versagt, weil seine 
Leistungsfähigkeit nicht ausreicht, sie zum erlösenden Ende zu 
führen. Besonders bei jüngeren Männern tritt häufig die sogenannte 
relative Impotenz auf. Sie beruht nicht etwa auf organischen 
Störungen, sondern sie ist bedingt durch mangelhaftes Wissen um 
die Zusammenhänge, falsche Selbsteinschätzung, fehlendes 
Selbstverstrauen und eine verkrampfte Grundhaltung. Gründliche 
Aufklärung, mehr Selbstvertrauen und Zuversicht in das eigene 
Vermögen sind die einzigen Medizinen, die hier helfen. Wird einem 
jungen Manne, der aus irgendwelchen Gründen gelegentlich einmal 
versagt hat, das nicht gesagt, steigert er sich immer mehr in die 
trügerische Meinung hinein, er sei ein Versager, könne nichts leisten 
und werde nie eine Frau beglücken können. Dadurch wird diese 
seelisch bedingte Impotenz immer schlimmer, der Weg zurück wird 
immer schwieriger. Eine rechtzeitige Aufklärung zur Vermeidung der 
verhängnisvollen Fehleinschätzung könnte viel Unheil verhüten. In 
besonders schwierigen Fällen kann der vorübergehende Gebrauch 
prothetischer oder halbprothetischer Hilfsmittel das zerschundene 
Selbstbewußtsein und Vertrauen in die eigene Kraft soweit festigen, 
daß ein normaler Verkehr auch ohne Hilfen wieder möglich wird. 
Andererseits ist bei der Verwendung von Prothesen natürlich immer 
die Gefahr gegeben, daß sich der Versager‐Komplex endgültig und 
irreparabel fixiert. Eine verständige seelische Führung ist also 
zusätzlich erforderlich. Nach längeren Zeiten der Enthaltsamkeit 
zeigt sich häufig eine nervöse Impotenz. Überreiztheit und 
mangelndes Training der Selbstbeherrschung läßt dann die 
Ejakulation viel zu früh eintreten, oft schon vor dem Einführen des 
Gliedes. Durch ein Sedativum, eine Reizbremse, kann der nervösen 

102
Impotenz begegnet werden. In dem Kapitel über die Dauer des Aktes 
wurde über diese beiden Formen mehr gesagt. Die echte Verschleiß‐
Impotenz tritt bedauerlicherweise immer früher auf. Während sie vor 
Jahren noch als echtes Zeichen des Alterns galt, klagen heute schon 
Männer, die erst im dritten Lebensjahrzehnt stehen, über diese 
Symptome. Die allgemeine berufliche Oberbeanspruchung, die Hetze 
des Alltags und unsere oft unnatürliche Lebensweise und Ernäh‐
rungsform dürften mit die größten Ursachen dafür sein. Man 
behandelt dieses Leiden mit Aufbau‐ und Regenerierungspräparaten, 
die dem Körper nicht nur fehlende Vitamine, Hormone und andere 
Biokatalysatoren zuführen, sondern gleichzeitig die Drüsen zu 
vermehrter Tätigkeit anregen. Der in Unordnung geratene 
Hormonhaushalt, das geschädigte Nervensystem und die 
geschwächten Keimdrüsen werden durch solche Mittel mit 
„Aufbaunahrung" versorgt. Zur Vermeidung von Rückfällen ist 
natürlich zusätzlich eine Ausschaltung der schädigenden Ursachen 
notwendig. Eine gründliche Umstellung der Ernährung auf eine 
Kostform, die reicher an Vitalstoffen, dafür ärmer an Genußgiften ist, 
wirkt oft Wunder. Beruflich sollte man in einen etwas kleineren Gang 
schalten, auch auf die Gefahr hin, eine weitere Sprosse auf der 
Karriereleiter nicht zu erklimmen. Der Urlaub sollte besser im nahen 
Bauernhof verbracht werden, anstatt zum „Rund‐um Europa‐
Rennen" mißbraucht zu werden. Und schließlich liegt es sich 
sonntags auf dem Balkon besser als auf der überfüllten Autobahn. 
Eine so gestärkte Gesamtkonstitution wird stets eine bessere sexuelle 
Leistungsfähigkeit zufolge haben. Jedoch nicht immer ist die 
Impotenz nur Ausdruck einer allgemeinen Konstitutionsschwäche 
oder Überbeanspruchung. Oft kündigt sie als erstes Symptom 
tiefgreifende Erkrankungen des Organismusses an; spricht sie nicht 
auf allgemeine Aufbaukuren an, empfiehlt sich dringend der Besuch 
eines Arztes. Besonders die Zuckerkrankheit, aber auch alle anderen 
Störungen des wohlausgewogenen Hormonhaushaltes zeigen als 
Nebenerscheinung die Impotenz. Leider werten viele Ärzte die reine 
Impotenz nicht als Krankheit und unterschätzen die Bedeutung, die 
ihr für den Mann und seine Ehe zukommt. Der verständige Arzt 

103
dagegen wird sorgfältig nach der Ursache suchen und sie durch eine 
sachgerechte Behandlung abstellen. Testosteron‐Injektionen sind — 
in Verbindung mit seelischer Führung — das häufigst angewandte 
Mittel. Der Wirkungseintritt erfolgt bei richtiger Indikation zwar 
prompt, ist aber leider nur von kurzer Dauer, weil damit ja kein 
Heilungsprozeß ausgelöst, sondern nur ein fehlendes Hormon 
substituiert wird. Von längerer Dauer ist die Frischzellen‐
Implantation nach Prof. Niehans. Hier wird eine echte Regeneration 
des atrophierten Drüsengewebes ausgelöst. Sie ist zwar wesentlich 
teurer als die einfache Testosteron‐Injektion, doch dieser entschieden 
vorzuziehen. Auch auf anderen Gebieten habe ich in meiner Praxis 
mit der Zellulartherapie ausgezeichnete Erfolge erzielen können. 
Sofort wirkende Anregungsmittel haben bei der Behandlung der 
Impotenz wenig Sinn, weil für die Wirksamkeit solcher Stimulantien 
eine gesunde Grundpotenz erforderlich ist. Präparate dieser Art, 
deren Wirkung auf einer momentanen Aufputschung der 
Genitalempfindungen beruht, sind zur zeitweiligen Überbrückung 
von Lustlosigkeit und Müdigkeit gedacht. In Fällen von völliger 
Impotenz oder bei Verlust, bzw. Verletzung des männlichen Organs 
kann, wenn von der Partnerin danach verlangt wird, durch 
prothetische Hilfsmittel der verschiedensten Art ein annähernd na‐
türlicher Geschlechtsverkehr aufrecht erhalten werden. Man 
unterscheidet Voll‐ und Halbprothesen. Vollprothesen sind voll‐
kommene Nachbildungen der männlichen Genitalien, die mittels 
einer Umschnallvorrichtung befestigt werden. Manche Ausführungen 
besitzen gar eine Spritzvorrichtung, mit der die Ejakulation 
nachgeahmt werden kann. Sie finden vornehmlich nach 
Verletzungen Verwendung, die zum Verlust des 
Geschlechtsapparates geführt haben. Ihre Anwendung ist ein Teil 
Barmherzigkeit gegenüber der Frau, die ja weiterhin einer 
Befriedigung ihres gesunden Geschlechtstriebes bedarf. Aber auch 
der Mann empfindet dabei eine Art seelische Befriedigung, die sich 
aus dem Einssein mit seiner Frau ergibt. Halbprothesen sind 
doppelwandige Kondome, die durch eine Luftfüllung versteift 

104
werden, und damit dem Glied die zum Verkehr notwendige 
Festigkeit geben. Sie ersetzen also die natürliche Erektion.  
Dabei ermöglichen sie nicht nur für den Augenblick einen annähernd 
natürlichen Geschlechtsverkehr, sondern vermögen darüber hinaus 
die seelische Komponente der Impotenz — z. B. Versagensangst — 
zu koupieren, und somit zur echten Heilung beizutragen. Sie sind 
daher oft nur vorübergehend vonnöten. Bezugsquelle ist vornehmlich 
der vielgeschmähte Versandhandel. Zum gründlichen Studium aller 
mit dem Thema dieses Buches zusammenhängenden Probleme habe 
ich Gelegenheit genommen, den einschlägigen Versandhandel 
gründlich zu durchleuchten. Mag man ihm noch so vieles vorwerfen, 
er stellt ein Sammelbecken dar, in dem ungezählte Sorgen, Nöte und 
Probleme der Kunden zusammenfließen und ein genaues Bild aller 
Schwierigkeiten und Symptome ergeben. Eine solche Quelle aber zu 
erschließen war notwendig, wenn dieses Buch nicht tote Theorie 
bleiben sollte, sondern das Problem so, wie es sich heute und in 
Wirklichkeit darstellt, erkennen, erfassen und behandeln soll. 
Am häufigsten von allen Leiden auf dem Gebiet der Sexualität zeigt 
sich neben den vielfältigen Erscheinungsformen der Dyspareunie 
(Sammelbezeichnung für weibliche Asexualität) die Impotenz des 
Mannes. Sie wirft besonders schwerwiegende Probleme auf, weil sie 
in der Regel schon beginnt, solange die Partnerin des impotenten 
Mannes sich noch auf der Höhe ihrer Liebesfähigkeit befindet. 
Hier zu raten und zu helfen ist — wenngleich vom kommerziellen In‐
teresse getrieben — eine der Hauptaufgaben des Versandhandels, in 
dem sich die Sorgen der Kunden mit dem gesamten Angebot der 
einschlägigen pharmazeutischen und Hilfsmittel‐Industrie treffen. 
Für die herkömmlichen Mittel der Empfängnisverhütung, für 
Aufbaupräparate und Anregungsmittel besteht unbestreitbar ein 
Bedürfnis, das vornehmlich über den Versandhandel gedeckt wird. 
Der ortsgebundene Ladenhandel ist nur beschränkt in der Lage, diese 
Wünsche zu erfüllen. Nicht zuletzt deshalb, weil es den meisten 
Kunden peinlich wäre, im offenen Ladengeschäft Wünsche dieser Art 
zu äußern. Im Versandhandel behält er trotz geforderten 
Altersnachweises immer das Gefühl der Anonymität. 

105
Die meisten aufklärenden und unterrichtenden Bücher werden 
ebenfalls über den Versandhandel bezogen. Erst dadurch sind 
lohnende Auflagen möglich, die der lokale Buchhandel auf diesem 
Gebiet nie garantieren kann. Gäbe es den Versandhandel nicht, 
würde das Aufklärungsniveau der Bevölkerung rapide absinken. Noch 
mehr Leute würden ohne Kenntnis der primitivsten Grundlagen eine 
Ehe eingehen und zu führen versuchen. Die mittelbare Folge wäre in 
einigen Jahren ein spürbares Ansteigen der Scheidungsziffern. 
Bei allem, was man ihnen vorzuwerfen hat, erfüllen also die Versand‐
häuser eine Aufgabe, die für das Allgemeinwohl von nicht zu unter‐
schätzender Bedeutung ist. Man nehme mir daher bitte die Lanze, die 
ich für diese Branche brach, nicht übel.
tionszentrum und die Schwellkörper nicht ihrer Bestimmung 
entsprechend beansprucht werden, fördern die Ermüdung dieser 
Organe und das Nachlassen ihrer Funktionen. Es ist wie beim Muskel 
des Sportlers, der nur durch ständiges Training in guter Verfassung 
gehalten werden kann. Ein nicht benutzter Körperteil verkümmert, 
atrophiert und erschlafft. Es ist also besser, statt sich zu schonen, das 
gewohnte Sexualleben auch in den Wechseljahren fortzusetzen.  
Man tut der eigenen Potenz, und damit der Ehe, einen besseren 
Dienst. Nur zu oft höre ich in der Praxis den Einwand: „. . . und wir 
haben uns doch so geschont. Trotzdem schon . . .?" Diese Patienten 
tun mir leid. Sie haben nicht nur ihr Leben unter den Verzicht 
gestellt, sondern sich auch noch damit geschadet. Sie haben mit 
Freude bezahlt und nichts dafür bekommen. Das Libido erhält man 
nicht in einer festen Ration, mit der man haushalten muß, um länger 
zu reichen. Man muß schon mit seinen „Pfunden wuchern!" So wie es 
starke Esser und ausgesprochene Hungerkünstler gibt, ist auch das 
Sexualbedürfnis der Menschen unterschiedlich. Der eine läuft ständig 
mit verlangender Sehnsucht umher, während der andere 
anspruchslos ist. Das nicht so häufig und nicht so heftig auftretende 
Geschlechtsverlangen einer Frau muß also durchaus kein Zeichen der 
Frigidität sein. Es ist lediglich der Ausdruck einer anderen, weniger 
anspruchsvollen Veranlagung. Der Idealfall wäre natürlich, wenn 

106
zwei Ehepartner wenigstens annähernd das gleiche Temperament 
haben. Leider ist das jedoch nicht immer der Fall. 
Vor einer Ehe ergibt sich kaum die Möglichkeit, das Temperament 
des Partners daraufhin unter die Lupe zu nehmen. Meist wird diesem 
Punkt auch nicht genügend Bedeutung beigemessen, wie ja so viele 
Dinge vernachlässigt werden, die sich dann später in der Ehe zwar 
nicht gleich verhängnisvoll, aber doch immerhin sehr störend 
auswirken. Ein junges Paar, das vor den Traualtar treten will, schiebt 
alle Bedenken, alle Zweifel beiseite: „Wenn wir nur den guten Willen 
haben — und den haben wir ja — dann wird schon alles gut werden!" 
Andererseits weiß ich jedoch von einem großen 
Eheanbahnungsinstitut, das in seiner Kartei den Wunsch der 
Partnersuchenden auch auf diesem Gebiet erfaßt. Im Fragebogen 
kann sich der Kunde äußern, ob seine zukünftige Frau oder der 
erwünschte Mann sexuell lebhaft oder an Bedürfnisse — Rechte — 
Pflichten Wie beim Manne gibt es auch bei der Frau eine alters‐ oder 
erschöpfungsmäßige Impotenz, ein Nachlassen der sexuellen 
Leistungsfähigkeit, eine Libidoschwäche. Fälschlicherweise reiht man 
diese Erscheinung meist in den ungenauen Begriff der Gefühlskälte 
ein. Das ist nicht richtig, denn das Nachlassen der Potenz, der 
Leistungsfähigkeit, ist nicht gefühlsmäßig bedingt, sondern hat rein 
organische und körperliche Ursachen. Mangelerscheinungen im 
Hormonhaushalt und in der Vitaminzufuhr, verstärkt durch 
familiäre, berufliche oder sonstige Überbeanspruchung führen zur 
Impotenz. Die altersmäßige Sexualschwäche oder 
Verschleißimpotenz kann also nicht mit den gleichen Methoden wie 
die Frigidität behandelt werden. Seelische Beeinflussung kann keine 
körperlichen Mängel, kein Nachlassen der Drüsenfunktion 
beseitigen. Auch eine erhöhte Stimulanz muß zwecklos bleiben. Nur 
durch eine Kräftigung und Regeneration des gesamten 
Körperhaushaltes, des Nervensystems und des Hormonspiegels kann 
das Nachlassen der Potenz gestoppt und rückgängig gemacht wer‐
den. Auch hier sind Aufbaupräparate angezeigt. Im wesentlichen gilt 
für die Impotenz der Frau und ihre Behandlung das gleiche wie für 
die des Mannes. Im Prinzip ist gar kein Unterschied, lediglich in der 

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Zusammensetzung der verwandten Aufbaustoffe. Die Besonderheiten 
des weiblichen Hormonhaushaltes finden hier Berücksichtigung. 
Ich möchte nicht versäumen, auch hier auf die besondere 
Wirksamkeit der Frischzellenbehandlung hinzuweisen. Eine 
Zell„einpflanzung" muß stets parenteral, das heißt durch Injektion 
erfolgen. Sie würden im Verdauungstrakt wie jedes andere 
Fremdeiweiß abgebaut werden und ihre Wirksamkeit verlieren. 
Da die innerlich zu nehmenden Aufbaumittel nicht momentan 
aufputschend wirken, sondern langsam und beständig — wie ihr 
Name sagt — aufbauen und gesunden, können sie natürlich keine 
Sofortwirkung zeigen. Sie müssen in Form einer Kur über einen 
längeren Zeitraum hinweg genommen werden. 
Längere Zeiten der Enthaltsamkeit, in denen die Keimdrüsen, das 
Erektionszentrum und die Schwellkörper nicht ihrer Bestimmung 
entsprechend beansprucht werden, fördern die Ermüdung dieser 
Organe und das Nachlassen ihrer Funktionen. Es ist wie beim Muskel 
des Sportlers, der nur durch ständiges Training in guter Verfassung 
gehalten werden kann. Ein nicht benutzter Körperteil verkümmert, 
atrophiert und erschlafft. Es ist also besser, statt sich zu schonen, das 
gewohnte Sexualleben auch in den Wechseljahren fortzusetzen. Man 
tut der eigenen Potenz, und damit der Ehe, einen besseren Dienst. 
Nur zu oft höre ich in der Praxis den Einwand: „. . . und wir haben uns 
doch so geschont. Trotzdem schon . . .?" Diese Patienten tun mir leid. 
Sie haben nicht nur ihr Leben unter den Verzicht gestellt, sondern 
sich auch noch damit geschadet. Sie haben mit Freude bezahlt und 
nichts dafür bekommen. Das Libido erhält man nicht in einer festen 
Ration, mit der man haushalten muß, um länger zu reichen. Man 
muß schon mit seinen „Pfunden wuchern!" So wie es starke Esser und 
ausgesprochene Hungerkünstler gibt, ist auch das Sexualbedürfnis 
der Menschen unterschiedlich. Der eine läuft ständig mit 
verlangender Sehnsucht umher, während der andere anspruchslos ist. 
Das nicht so häufig und nicht so heftig auftretende 
Geschlechtsverlangen einer Frau muß also durchaus kein Zeichen der 
Frigidität sein. Es ist lediglich der Ausdruck einer anderen, weniger 
anspruchsvollen Veranlagung. Der Idealfall wäre natürlich, wenn 

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zwei Ehepartner wenigstens annähernd das gleiche Temperament 
haben. Leider ist das jedoch nicht immer der Fall. 
Vor einer Ehe ergibt sich kaum die Möglichkeit, das Temperament 
des Partners daraufhin unter die Lupe zu nehmen. Meist wird diesem 
Punkt auch nicht genügend Bedeutung beigemessen, wie ja so viele 
Dinge vernachlässigt werden, die sich dann später in der Ehe zwar 
nicht gleich verhängnisvoll, aber doch immerhin sehr störend 
auswirken. Ein junges Paar, das vor den Traualtar treten will, schiebt 
alle Bedenken, alle Zweifel beiseite: „Wenn wir nur den guten Willen 
haben — und den haben wir ja — dann wird schon alles gut werden!" 
Andererseits weiß ich jedoch von einem großen 
Eheanbahnungsinstitut, das in seiner Kartei den Wunsch der 
Partnersuchenden auch auf diesem Gebiet erfaßt. Im Fragebogen 
kann sich der Kunde äußern, ob seine zukünftige Frau oder der 
erwünschte Mann sexuell lebhaft oder anspruchslos sein soll. Eine 
sinnvolle und vernünftige Einrichtung, die, selbst wenn sie für die 
Entscheidung schließlich nicht ausschlaggebend ist, immerhin klare 
Fronten schafft. Es ist für beide Teile gleich schwer, sich in der Ehe, 
die ja nicht Tage sondern ein Leben lang währt, den Forderungen und 
Wünschen des Partners anzupassen. Verzicht wider Willen ist 
genauso schwer wie erzwungene Bereitwilligkeit. Beider Wünsche 
sind jeweils von ihrer Seite aus gesehen verständlich und berechtigt. 
Eine eventuelle Diskrepanz zwischen den Bedürfnissen der beiden 
Eheleute sollte nicht überbewertet werden. Ein Ausgleich wird immer 
möglich sein. Keinesfalls darf man den anderen mit Vorwürfen 
überschütten und ihn der Gefühlskälte oder andererseits des 
übersteigerten Verlangens zichtigen. Bei etwas Rücksichtnahme des 
lebhafteren Mannes und etwas gutem Willen der ruhigeren Frau — 
natürlich kann das auch umgekehrt sein — läßt sich auch hier eine 
harmonische Lösung finden. Das Leben besteht aus Kompromissen 
— warum nicht auch hier? Gibt sich der liebevolle Mann alle Mühe, 
seiner „gefühlsschwachen" Frau jedes Erlebnis so eindrucksvoll und 
schön wie möglich zu gestalten, wird er damit auf die Dauer ihre 
Erlebniskraft, ihr Sexualbedürfnis und ihren Wunsch nach einer 
Vereinigung steigern. Sie darf seinen Bemühungen jedoch auf keinen 

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Fall anmerken, daß es in Wirklichkeit „Erziehungsmaßnahmen" sind. 
Sie müssen immer den Charakter des Geschenks, der Liebesgabe 
bewahren. Mit Vorwürfen oder Mahnungen, mit ungestümem 
Fordern oder Drängen wird kein Mann seine anspruchslosere Frau 
dazu bewegen, häufiger, als es ihren Bedürfnissen entspricht, zur 
Zweisamkeit „Ja" zu sagen. Er weckt allenfalls tiefe Verachtung vor 
der unbeherrschten Triebhaftigkeit, vor der tierischen Begierde, die 
ihn so anders erscheinen läßt, als sie sich ihren Mann wünscht. Und 
damit ist er auf dem besten Wege, aus seiner gefühlsschwachen Frau 
eine gefühlskalte Frau zu machen. Auch die Intensität, die Tiefe der 
Empfindungen ist bei jedem Menschen individuell verschieden. Das 
menschliche Wesen ist „Gott sei Dank" keine Maschine, für die man 
Normen und Regeln aufstellen könnte, sondern jeder Mensch ist für 
sich ein Individuum, das eigenständig empfindet, reagiert und denkt. 
Es gibt Frauen, die bei einer Vereinigung in Ekstase geraten und vor 
unbezähmbarem Lustgefühl schreien und stöhnen. Das Gefühl des 
Orgasmusses schwemmt alle anderen Empfindungen fort und läßt sie 
ihre Umwelt vergessen. Nach dem Höhepunkt sind sie so erschöpft 
von der körperlichen und auch seelischen Anstrengung dieses 
Erlebnisses, daß eine Wiederholung des Aktes oder ein nochmaliger 
Orgasmus ausgeschlossen ist. Beginnt eine so lebhaft veranlagte Frau 
nach dem Verkehr zu weinen, zeigt das nur, wie sehr sie ihre Energie 
und Selbstbeherrschung aufgegeben hat; sie ist nicht etwa traurig. 
Ohne Frage ist der Anblick einer so gesteigerten Erregbarkeit 
„erhebend" für den Mann und sein Selbstbewußtsein.  
In naiver Einfalt meint er oft, seine Fähigkeiten darin bestätigt zu 
sehen. Daher erklärt sich auch der Wunsch vieler Männer, das 
Temperament ihrer zwar normal empfindenden, aber etwas 
anspruchsloseren Frauen zu steigern. Oft hat dieser Wunsch seinen 
Grund nicht in einem größeren Sexualbedürfnis sondern nur in 
seiner Eitelkeit. Andere Frauen wiederum empfinden den Orgasmus, 
den Gipfelpunkt der Vereinigung zwar als etwas durchaus 
angenehmes, aber beileibe nicht alles überwältigendes. Sie spüren 
deutlich, daß eine durch den Körper ziehende angenehme Spannung 
in einen Höhepunkt mündet, der eine wohlige Erlösung nach sich 

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zieht. Das ist aber auch alles; sie geraten dabei nicht in Ekstase. Weil 
die Erregungskurve dieser Frauen nicht so steil ansteigt, weil sie nicht 
so intensiv empfinden, erfordert das Erlebnis auch nicht so große 
Kräfte und Energien. Sie sind anschließend nicht so geschwächt und 
können darum ohne Erschöpfung mehrfach in einer Nacht den 
Orgasmus erleben . Es wäre fehl am Platze, hier von Frigidität zu 
sprechen. Diese Frauen sind weder gefühlskalt noch 
empfindungsschwach. Ihre Erregungskurve verläuft nur in anderen, 
flacheren Rhythmen. Zwischen diesen beiden extrem gezeichneten 
Fällen liegt eine ganze Skala von Nuancen in der Empfindungstiefe. 
Eine Schwarzweißmalerei entspricht niemals den tatsächlichen 
Verhältnissen, sondern kann allenfalls der besseren Verdeutlichung 
dieser Probleme dienen. Bei allen in diesem Buch geschilderten 
Möglichkeiten wird stets eine Vermischung der verschiedenen 
Symptome und Ursachen zu erkennen sein. Die Behandlung der 
sexuellen Störungen wäre einfach, wenn die Grenzen zwischen den 
verschiedenen Leiden klar und unverwischt gezogen wären. 
Die echte Frigidität zeigt sich nicht darin, daß der Wunsch nach einer 
Vereinigung weniger häufig auftritt, oder daß die Empfindungen 
während des Verkehrs weniger große Höhen erklimmen. Sie zeigt 
sich darin, daß die Partnerin aus einer seelischen Verbogenheit 
heraus allem Sexuellen grundsätzlich ablehnend gegenübersteht.  
Das kann Notwehr gegen das eigene unbefriedigte Triebleben sein — 
als Folge der unbehandelten Infelicität — dem der Mann nicht die 
Vollendung zu schenken vermag. Dann sollte er ernsthaft nach 
Mitteln und Wegen suchen, seiner Frau aus dieser Misere zu helfen. 
Dieses Buch möchte ihm dabei behilflich sein. Ist die Frigidität aber 
in der unbewältigten Vergangenheit, in der Psyche der Frau 
begründet, dann sollten beide gemeinsam nach der Ursache für diese 
schiefe Seelenhaltung suchen und sich allen Ernstes bemühen, zu 
einer vernünftigen und sinnvollen Einstellung zu gelangen. Es wird 
nicht immer leicht sein, eine Frau mit dieser Geisteshaltung zu 
überzeugen, aber die aufgewandte Mühe lohnt sich. Auch auf 
sexuellem Gebiet gibt es in der Ehe Rechte und Pflichten. Wie überall 
zieht auch hier das Recht des einen eine Pflicht des anderen nach 

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sich. Unser Bürgerliches Gesetzbuch sieht die „gröbliche 
Vernachlässigung der ehelichen Pflichten" als einen Scheidungsgrund 
an. Das steht zwar in dieser Form nicht im Gesetz, aus der geübten 
Rechtsprechung ergibt sich jedoch, daß die Nichterfüllung des 
gegenseitigen berechtigten Sexualverlangens eine „schwere 
Eheverfehlung" im Sinne des § 43 des Ehegesetzes ist. Allerdings 
bleibt offen, wann diese Vernachlässigung beginnt, gröblich zu 
werden und damit zum Unrecht. Eine allgemeinverbindliche Regel 
für die Häufigkeit des Verkehrs stellt glücklicherweise weder der 
Gesetzgeber noch die Rechtsprechung auf. Man berücksichtigt dabei, 
daß der Mensch individuell verschieden empfindet und sich wenig‐
stens auf diesem Gebiet nicht in eine Schablone zwängen läßt. Es 
kommt letztlich darauf an, wie diese Verweigerung ehelicher 
Pflichten aufzufassen ist: ob es nur eine vorübergehende Bitte um 
Ruhe und Enthaltsamkeit ist, der man getrost nachkommen sollte, 
oder ob diese Verweigerung grundsätzlich und endgültig gemeint ist. 
Dann allerdings besteht keine vollkommene eheliche Gemeinschaft 
mehr. Eine der tragenden Säulen dieser Ehe ist abgesägt und selbst 
der Gesetzgeber hält sie ohne die sexuelle Gemeinschaft für zerrüttet 
und der Auflösung wert. Doch Eheleuten, die sich nicht mit dem 
Gedanken der Trennung tragen, sondern weiterhin gemeinsam 
durchs Leben gehen wollen, sollten die Begriffe „mein Recht" und 
„deine Pflicht" unbekannt sein. Eine Ehe baut sich nicht auf Gesetzen 
auf, sondern auf der gegenseitigen, tragenden Liebe. Aus dieser Liebe 
heraus findet sich auch immer ein Weg, Unterschiede in der 
Veranlagung und im Temperament zu überwinden. Eine durch Liebe 
getragene Ehe ist stets von der Frage beherrscht; „Was kann ich tun, 
um dem anderen entgegenzukommen?" Seit uralten Zeiten wird die 
Frage nach der Häufigkeit des Verkehrs erörtert. Selbst der 
Reformator Martin Luther wird von eifrigen Historikern in diesem 
Zusammenhang bemüht. Luther hat in seinem Schrifttum der Ehe, 
und auch dem körperlichen Teil der Ehe, viel Platz eingeräumt.  
Die Häufigkeitsspanne schwankt vom täglichen Verkehr bis zu einem 
Zeitraum von etlichen Wochen zwischen zwei Begegnungen. Wichtig 

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ist dabei niemals die Zahl, sondern nur, daß die Wünsche beider 
Partner weitgehendst aufeinander abgestimmt sind. 
Bei der Frage „Wie oft?" spielt neben der Veranlagung, neben dem 
Temperament, auch die allgemeine Belastung durch Beruf und 
Familie eine Rolle. Eine überanstrengte Frau, die abends todmüde ins 
Bett sinkt, ist sicher weniger zur Liebe aufgelegt, als wäre sie frisch 
und ausgeruht. Niemand wird hier auf sein Recht pochen. Nur die 
Entlastung vom Beruf oder übermäßiger Hausarbeit vermag hier das 
Bedürfnis zu heben. 
 
Schwangerschaft und danach 
Die normal verlaufende Schwangerschaft stellt keinen Grund zur 
sexuellen Enthaltsamkeit dar. Erst in den letzten Wochen vor der 
Entbindung empfiehlt sie sich aus hygienischen Gründen. Durch den 
Verkehr könnten pathologische Keime in die Geburtswege 
eingeschleppt werden, die später zu einer Infektion des Kindes, oder 
bei Verletzungen der Geburtswege zur Infektion der Mutter führen 
können. 
Der hohe Leib der hochschwangeren Frau wirkt sich jedoch oft sehr 
hinderlich aus. Zumindest ein Verkehr in der als „Normallage" 
bezeichneten Rückenlage der Frau ist kaum möglich.  
Die im Kapitel Stellungen erläuterte Beugehaltung ermöglicht aber 
auch in der Schwangerschaft die eheliche Begegnung. 
Auf einem anderen Blatt steht jedoch, daß während der 
Schwangerschaft oft jegliches Verlangen der Frau schwindet. 
Daran ist nicht nur die körperliche Belastung schuld, sondern in 
größerem Maße noch die erfolgte Umstellung des 
Hormonhaushaltes. Das Follikelhormon ist verschwunden, in der 
Gravidität dominiert das Gelbkörperhormon, dessen Aufgabe die 
Erhaltung der Leibesfrucht ist. Da es andererseits aber auch Frauen 
gibt, die in der Schwangerschaft ein gesteigertes Verlangen aufweisen, 
zeigt sich doch, wie ungeklärt noch der Einfluß der Sexualhormone 
auf die Empfindungswelt ist. Mit einer reinen Hormonsubstitution ist 
also bei den meisten Störungen wenig gewonnen. 

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Während der Schwangerschaft ist selbstverständlich jegliche 
Hormonbehandlung streng abzulehnen, wenn sie nicht vom Arzt zur 
Therapie bestimmter Krankheiten verordnet ist. Bei einer schon 
länger durchgeführten Hormonbehandlung ist der Arzt unverzüglich 
von der Möglichkeit einer Befruchtung zu unterrichten.  
Im Zweifelsfall wird er die Vermutung durch einen 
Schwangerschaftstest bestätigen oder entkräften. Eigenmächtige 
Einnahme von Hormonpräparaten gefährdet aufs schwerste die 
Leibesfrucht. Überhaupt sollte sich jede werdende Mutter aller irgend 
entbehrlichen Arzneien enthalten. Wie die kürzlich abgelaufene 
Contergan‐Tragödie gezeigt hat, kann selbst der Arzt nicht immer 
mit Sidierheit sagen, ob eine Medizin für den Fötus ungefährlich ist. 
Besteht die Neigung zum Abort, zum Abgehen der Leibesfrucht, — 
was selbstverständlich vom Arzt behandelt werden muß — sollte 
man zur Zeit der ohne Schwangerschaft erwarteten Mensis jeweils 
einige Tage Enthaltsamkeit üben. Die Gefahr ist in diesen Tagen 
besonders groß und wird durch die orgasmischen 
Uteruskontraktionen noch verstärkt. Die Menstruation entspricht ja 
etwa der Entbindung — nur ohne Frucht. 
Oft tritt nach der Geburt des Kindes eine angebliche Gefühlskälte auf, 
über die so viele Männer immer wieder klagen. Dabei handelt es sich 
in Wirklichkeit gar nicht um Frigiditätserscheinungen, sondern nur 
um ein ungeheures Ruhebedürfnis, also um eine Form der Impotenz. 
Die neun Monate währende Schwangerschaft — und davon 
besonders die letzten Wochen vor der Entbindung — erfordert 
seitens der Frau außerordentlich viel Kraft und Energie. Sie hat 
Unpäßlichkeiten und Schmerzen zu leiden, sowie ständig das 
Gewicht des wachsenden Kindes mit sich herumzutragen.  
Die Entbindung selbst verletzt nicht nur in den meisten Fällen die 
äußeren Genitalien der Frau, sondern verzehrt auch noch ihre letzten 
Kraftreserven. Zwar sollte sie sich während des zehntägigen 
Wochenbettes völlig der Ruhe hingeben, doch welche junge Mutter 
tut und kann das schon. Außerdem reichen zehn Tage bei weitem 
nicht aus, um den Kräfteverschleiß wieder auszugleichen.  
Die ungewohnte Belastung durch das Stillen tut ein übriges.  

114
Nicht umsonst gilt die Mutter je sechs Wochen vor und nach der 
Entbindung als arbeitsunfähig. Für die junge Mutter ist in der ersten 
Zeit nach der Entbindung die Anstrengung einer Vereinigung einfach 
zuviel, so daß sie sich — ob bewußt oder unbewußt — gegen diese 
zusätzliche Belastung sträubt, ja sträuben muß. Als beste 
Notwehrmaßnahme scheint ihr eine nach außen hin gezeigte 
Gefühlskälte, die den Mann von seinem Begehren und seinen 
Bemühungen abhalten soll. Das heißt nicht etwa, daß die Frau sich 
nun bewußt verstellt und ihren Mann täuscht. In diesem Moment ist 
sie wirklich gefühlskalt, ohne dafür zu können. Das ist aber kein 
Grund zur Sorge, wenn der Mann jetzt nicht rücksichtslos fordert, 
und damit — wie bei einem unberührten Mädchen — ihre 
Grundeinstellung zerstört. In absehbarer Zeit werden sich 
Sexualleben und ‐empfindungen der jungen Mutter wieder 
normalisieren. Selbst wenn es dem Manne gelingt, seine Frau zu 
erregen und zu einem Geschlechtsakt zu bewegen, wird sie danach 
meist so erschöpft sein, daß sie bereits mit Schrecken an die nächste 
Liebesnacht denkt, zu der ihr Mann sie führen oder verführen wird. 
Die Tränen, in die manche junge Mutter nach der ersten Begegnung 
ausbricht, sind ein Dokument ihrer übergroßen Erschöpfung. Die 
Nerven sind der Anstrengung nicht gewachsen und sie verliert die 
Kontrolle über sich selbst. Ist es vom Manne zuviel verlangt, auf die 
großen Belastungen, denen seine Frau ausgesetzt war, Rücksicht zu 
nehmen und ihr eine Zeit der Schonung zu gönnen? Wird sie nach 
der Entbindung zu früh und zu heftig bedrängt, treibt man sie in eine 
verstärkte Abwehrhaltung hinein, die auf dem Umweg über das 
Unterbewußtsein zu seelischen Verkrampfungen und einer 
grundsätzlich ablehnenden Haltung führen kann. 
Dem Manne sei also ins Stammbuch geschrieben, daß er seiner Frau 
nach der Entbindung Zeit, sehr viel Zeit und Ruhe läßt, ehe er von ihr 
erwartet, daß sie sich mit Lust und Liebe der Zweisamkeit hingibt. Es 
ist nötig, daß er sie langsam, mit viel Takt und Einfühlungsvermögen 
wieder an die geschlechtlichen Dinge heranführt. 
Nicht nur der stark geschwächte Körper der Frau sollte eine Zeit der 
Enthaltsamkeit erzwingen, sondern auch die Rücksicht auf die 

115
davongetragenen Verletzungen der Vagina und des 
Gebärmuttermundes. Der Gebärmuttermund, der nur wenige 
Millimeter im Durchmesser mißt, wird bei der Entbindung bis auf die 
Größe eines Kinderkopfes gedehnt. Selbst wenn er dabei keine Risse 
davonträgt, wird er in der Folgezeit empfindlich auf jede Berührung 
reagieren. Dasselbe gilt für die Vagina. Der gesamte Geburtskanal 
vom Uterus bis zur Außenwelt, einschließlich der äußeren Teile wie 
Schamlippen, Scheidenvorhof und Damm, sind durch die Dehnung 
bei der Entbindung noch sehr schmerzempfindlich. Jede Berührung 
wird als unangenehm empfunden. Ein Lustgefühl kann nur dann 
aufkommen, wenn die sexuelle Erregung diesen Schmerz überwiegt. 
Doch nach der Vereinigung klingt die Erregung und Lustspannung 
wieder ab, der Schmerz aber bleibt. Dazu kommt die Gefahr der 
Infektion. Der Heilungsprozeß des Geburtskanals braucht nun 
einmal seine Zeit und um die Vernarbung nicht zu stören, seine 
Ruhe. Besonders, wenn Nähte gelegt werden mußten. Nach einer 
Entbindung ist in jeder Frau die Furcht vor einer erneuten 
Schwangerschaft lebendiger denn je. Selbst wenn sie noch weitere 
Kinder haben möchte, weiß sie zumindest instinktiv, daß eine kleine 
Pause von Vorteil ist. Bauchdecke, Uterus und Tragbänder sollen sich 
zunächst wieder auf das normale Maß reduzieren und straffen, um 
ihre Elastizität nicht für alle Zeiten einzubüßen. Der gesamte Körper 
muß sich umstellen und erholen. Diese wohlbegründete Furcht vor 
einer erneuten kurzfristigen Schwängerung flößt der Frau eine 
grundsätzliche, aber nicht sehr lange anhaltende Abneigung gegen 
jede sexuelle Betätigung ein. Sie erscheint zunächst gefühlskalt. Die 
Anwendung eines sicheren Verhütungsmittels, zu dem vor allem die 
Frau Vertrauen hat, trägt dazu bei, ihre Furcht vor einer Befruchtung 
und damit vor dem Verkehr zu beseitigen. Zwischen der zärtlichen 
Mutter eines hilflosen, liebebedürftigen Neugeborenen und der 
perfekten Geliebten eines anspruchsvollen Mannes besteht — aber 
nur bei oberflächlicher Betrachtung — ein wesentlicher Unterschied. 
Zwar schließt das eine das andere nicht aus, doch muß eine jede Frau 
erst lernen, diese beiden Aufgaben miteinander zu kombinieren. 
Selbst wenn sie bisher bereit war, mit ihrem Manne „Pferde zu 

116
stehlen", wird zunächst der neue Erdenbürger vorwiegend von ihrem 
Denken und Fühlen Besitz ergreifen. Ihre ganze Liebe und Aufmerk‐
samkeit schenkt sie zunächst dem Kinde, das dessen ja auch weit 
mehr bedarf als der Mann. Doch wird eine kluge Frau in ihrem 
Manne dabei nicht das Gefühl aufkommen lassen, vom Kinde aus 
dem Herzen seiner Frau verdrängt zu sein. Ebenso wird ein kluger 
Mann sich nicht in das Verhältnis zwischen Mutter und Kind 
eindrängen, sondern den beiden zunächst Gelegenheit geben, sich 
aneinander zu gewöhnen. Er weiß, daß auch er eines Tages wieder zu 
seinem Recht kommen wird. All diese Dinge zusammen genommen, 
Furcht vor einer erneuten Schwangerschaft, schmerzempfindliche 
Genitalien, allgemeine Erschöpfung und Schwächung des Körpers, 
müssen natürlich nach einiger Zeit überwunden sein. Dazu muß der 
Mann seiner Frau Hilfestellung geben. Er muß sie ganz langsam und 
behutsam, mit viel Liebe und Zärtlichkeit, ähnlich wie bei einem 
unberührten jungen Mädchen, wieder an die Freuden der Liebe und 
des Geschlechtlichen gewöhnen. Das über die Entjungferung gesagte 
kann wörtlich an dieser Stelle eingeblendet werden und hat hier in 
gleicher Weise seine Berechtigung und Bedeutung. Genau so viel 
Taktgefühl und Geduld sind seitens des Mannes erforderlich, um 
seine Frau nach den schweren Erlebnissen und nach der Zeit der 
Enthaltsamkeit, die sie nun hinter sich hat, wieder zur perfekten 
Geliebten zu erziehen. Allzu große Aufdringlichkeit und zu 
hartnäckige Bemühungen lassen die Partnerin nicht nur kalt, sondern 
können möglicherweise die zunächst vorhandene natürliche 
Abneigung gegen der Verkehr noch verstärken. Vor allem jedoch 
sollte sich der Mann hüten, seiner Frau nach der Entbindung den 
Vorwurf der Gefühlskälte zu machen. Sie ist nicht frigide, sie wird 
höchstens vom eigenen Manne dazu erzogen. Spricht man einer 
jungen Mutter von Pflichten, beschuldigt man sie der Frigidität, 
macht man ihr Vorwürfe, dann errichtet man in ihrer Seele 
Schranken, die zu überwinden ihm und ihr in der Folge schwerfallen 
werden. Sind nun alle Schwierigkeiten überwunden, bleibt oft eine 
große Sorge zurück: zwar ist die Scheide verheilt, aber sie „paßt nicht 
mehr" zum Manne. Nach der heftigen Dehnung unter der Geburt hat 

117
sie sich nicht mehr genügend gestrafft, um das Glied fest zu 
umschließen. Die gewohnten Reibungsreize bleiben aus oder sind 
zumindest stark geschwächt. Möglicherweise kommt kein Orgasmus 
mehr zustande, weil der Kontakt Glied‐Scheide nicht mehr eng genug 
ist. Das ist wahrlich kein Grund zum Verzweifeln. Spezialpräservative 
können diesen Mangel ausgleichen und die Reibung intensivieren. 
Auf Seite 90 dieses Buches wird über die Vor‐ und Nachteile dieser 
Methode ausführlicher berichtet. Klimakterium und danach 
Zwischen dem 45. und 52. Lebensjahr beginnt im Leben einer jeden 
Frau eine gewaltige Umstellung: das Klimakterium, oder zu deutsch: 
die Wechseljahre. Sie stellen einen Übergang dar von der Zeit 
ungestörter Geschlechtsreife und Fortpflanzungsfähigkeit zum 
Stillstand der ovariel‐len und hormonalen Geschlechtsfunktionen. 
Dieser Übergang dauert zwei bis drei Jahre und bringt in den meisten 
Fällen vielerlei Beschwerden mit sich. Er vollzieht sich in zwei 
Phasen, deren erste durch das Ausbleiben der Ovulation 
gekennzeichnet ist. Da kein Eisprung mehr stattfindet, wird auch 
kein Gelbkörperhormon mehr ausgeschieden, so daß nunmehr 
ständig das Follikelhormon dominiert. Dadurch entstehen die 
vielfältigen Störungen des Wohlbefindens, die für diese Zeit im Leben 
der Frau so typisch sind. Hitzewallungen und unmotivierte 
Schweißausbrüche machen ihr das Leben zur Qual. Plötzlich zu Kopf 
schießende Blutwellen bringen sie in arge Verlegenheit. 
Wasserretention läßt sie aufschwemmen. Unschöner Fettansatz 
treibt ihr Gewicht hoch. Verstopfungen und Blähungen lassen sie an 
Darm‐ und Magenkrankheiten denken. Herzklopfen, Atemnot und 
Schwindelgefühl machen es ihr oft unmöglich, ihrer täglichen Arbeit 
nachzugehen. Einen großen Raum nehmen auch die psychischen 
Störungen des Klimakteriums ein, deren geringste noch die 
Schlaflosigkeit ist. Tiefe Depressionen und häufiger 
Stimmungswechsel bringen die klimakterische Frau hier und da gar 
an den Rand des Selbstmordes. Sie bedarf dann sorgfältiger Aufsicht 
und vor allem verständiger Führung. Die "Wechseljahre sind trotz all 
dieser Sorgen nichts krankhaftes, sondern eine natürliche 
Lebensphase, durch die jede Frau nun einmal hindurch muß.  

118
Sie muß sich damit abfinden — nicht resignierend, sondern vorwärts 
in die Zukunft schauend, mit dem Gedanken an die neuen Bedin‐
gungen und Aufgaben des Lebens. Zu Beginn des Klimakteriums 
treten oft gehäufte und auch unregelmäßige Blutungen auf, die 
selbstverständlich den Weg zum Arzt notwendig machen. Erst später 
setzt dann die Menstruation völlig aus. Durch die Umstellung des 
Hormonhaushaltes werden nicht selten auch andere inkretorische 
Drüsen in Mitleidenschaft gezogen. Vor allem die Schilddrüse, die 
Langerhansschen Inseln der Bauchspeicheldrüse und die zentral 
steuernde Hirnanhangdrüse. Die dadurch in diesem Alter entste‐
hende Zuckerkrankheit ist nicht so gefährlich wie die des jungen 
Menschen, doch muß auch sie sorgfältig überwacht und behandelt 
werden. Im zweiten Stadium des Klimakteriums läßt dann auch die 
Bildung des Follikelhormons immer mehr nach. Ein geringfügiger 
Östrogenspiegel bleibt jedoch erhalten, da ja auch die 
Nebennierenrinde dieses Hormon — wenn auch nur wenig — 
produziert. Die Leiden dieser zweiten Phase sind vornehmlich 
Gelenkerkrankungen, Bluthochdruck und die Überfunktion der 
Nebennierenrinde. Auch ein ständiger Juckreiz der Vagina bringt 
manche Frau zum Verzweifeln. All diese Beschwerden lassen sich 
natürlich behandeln. Nur gehört dazu eine gute Portion Geduld von 
Seiten des Arztes und der Patientin. Die Erscheinungen sind so 
wechselhaft und unbeständig, daß die Medika‐mentation nicht 
immer schnell genug angepaßt werden kann. Nicht selten gilt das 
Klimakterium nur deswegen als therapieresistent, weil die Patientin 
ungeduldig und unzufrieden von einem Arzt zum anderen läuft. 
Leider neigen viele Ärzte dazu, voreilig und unnötigerweise Hormone 
zu spritzen, die von den eigenen Drüsen der Frau nun ja nicht mehr 
produziert werden. Man erkennt jedoch immer mehr, daß diese 
Behandlung nur auf einige wenige, besonders gelagerte, Fälle 
beschränkt bleiben sollte. Die Hormongaben vermögen den Prozeß 
nicht aufzuhalten, sie können ihn nur verschleiern. Nach Absetzen 
der Mittel beginnt der Leidensweg der Patientin von vorn. Sie muß 
nun einmal hindurch. Daß jede Hormonbehandlung neben dem 

119
eigentlich gewünschten Erfolg auch oft unliebsame Nebenwirkungen 
zeitigt, sollte ein Grund sein, sie zurückhaltend zu handhaben. 
Die Naturheilkunde bietet viele Möglichkeiten der Behandlung, die 
im einzelnen hier aufzuzählen zu weit führen würde. Da aber das 
Klimakterium ein natürlicher, wenn auch beschwerlicher, Vorgang 
ist, sollte man sich zur Linderung dieser Beschwerden auch 
natürlicher Mittel bedienen. Noch immer ist es der Wissenschaft ein 
Rätsel, was eigentlich den menschlichen Körper veranlaßt, zu einer 
bestimmten Zeit zu reifen — und auch wieder zu welken. Die 
auslösenden Umstände, die für diese Wandlung des 
Hormonhaushaltes verantwortlich sind, kennt man bis heute noch 
nicht. Die körperlichen Umstellungen der Wechseljahre haben, durch 
die engen Beziehungen zwischen Leib und Seele, schwerwiegende 
psychische Veränderungen im Gefolge. Es ist eine dankbare Aufgabe 
für den Mann, die Entwicklung dieser Umstellung zu überwachen 
und so zu leiten, daß die seelische Grundhaltung seiner Frau in dieser 
kritischen Zeit nicht etwa sexuell negativ wird. Besser sollte er sich 
diese Veränderung und Interessenverlagerung zunutze machen. Es ist 
durchaus möglich, eine bislang unerfüllte Frau während und auch 
noch nach den Wechseljahren zu einem erfüllten Sexualleben zu 
geleiten. Das Schlagwort „Mit Fünfzig beginnt das Leben" ist keine 
Phrase, sondern dem wirklichen Leben entnommen. Meist sind in 
diesem Alter die Kinder aus dem Haus, die schwersten 
wirtschaftlichen Sorgen sind überwunden und man hat mehr Zeit, 
Ruhe und Gelegenheit, an den Freuden des Lebens, der Liebe und der 
Ehe teilzuhaben. Dazu entfällt die oft hemmende Furcht vor einer 
ungewollten Schwangerschaft. Für viele Frauen beginnt der Schritt in 
die Liebe erst durch diese Verbindung der günstigen äußeren 
Umstände mit der seelischen Wandlung zur reiferen, toleranteren 
und lebensbejahenderen Geisteshaltung. Das sexuelle Moment einer 
Ehe muß also durchaus nicht — wie so oft angenommen wird — an 
den Wechseljahren der Frau zerschellen. Mir sind viele Fälle bekannt, 
in denen es danach erst richtig begann. Vom körperlichen her gibt es 
für die Sexualbegegnung bei vorhandener gesunder Potenz, auch 
wenn sie durch Kräftigungsmittel gestützt wurde, kein Hindernis. 

120
Erst mit beginnender Vergreisung stellen sich anatomische 
Schwierigkeiten dem Verkehr in den Weg. Die bisher faltige und 
dehnbare Vagina wird trocken, glatt und straff, so daß eine 
Vereinigung schon aus diesem Grunde kaum mehr möglich sein 
dürfte. Dazu bewirkt der allgemeine körperliche Verfall eine 
verstärkte Hinwendung zum seelisch‐geistigen Empfinden, so daß 
das Kapitel „Sexualität" endgültig abgeschlossen sein wird. 
 
Karezza  
Karezza, ein Wort, das in deutschen Ohren stürmisch und 
temperamentvoll klingt, besagt in Wirklichkeit genau das Gegenteil. 
Es stammt aus dem Italienischen und ist artverwandt mit dem 
französischen karessie‐ren = herzen. Aber auch die Caritas = Liebe 
oder Wohltätigkeit, die Karens = Enthaltsamkeit und die karische = 
getrocknete Feige sind mit Karezza nicht nur wort‐ sondern auch 
wesensverwandt. Gegen Ende des vorigen Jahrhunderts wurde vom 
Amerikaner John Humphrey Noyes beim Studium orientalischer 
Sitten Karezza entdeckt und nach Europa gebracht, wo es besonders 
in Italien Verbreitung gefunden hat. Seinen Ruhm verdankt es sicher 
mit der Tatsache, daß es aus dem Orient stammt, der ja als Sinnbild 
der Supererotik gilt. Die Anhänger dieser Methode schwärmen in 
enthusiastischer Begeisterung von ihr und erheben sie in einen fast 
religionsähnlichen Stand. Karezza ist eine Form des Verkehrs, die 
darin besteht, ohne Orgasmus möglichst lange „ineinander" zu liegen. 
Durch Stillhalten und Vermeiden der üblichen physiologischen 
rhythmischen Bewegungen bleibt der Reiz, der sonst zur Ejakulation 
führt, aus. Nach geraumer Zeit klingt die Erregung und Spannung ab 
und die Begegnung wird ohne Pointe beendet. Die Karezza‐Anhänger 
schreiben ihrer Methode mystische Stärkungsfähigkeiten zu, 
wahrscheinlich aus der primitiven Vorstellung heraus, daß mit dem 
ausgestoßenen Samen auch Kraft verloren geht. 
Ich habe lange gezögert, dieses kurze Kapitel über Karezza überhaupt 
aufzunehmen. Schließlich habe ich mich der Vollständigkeit halber 
doch dazu entschlossen. Karezza mag zwar eine Methode der Liebe 
sein, die dem Impotenten möglich ist — dienlich ist sie ihm sicher 

121
nicht. Sie fordert eine psychische und nervliche Anspannung, die für 
den schon geschwächten Organismus eine Überlastung darstellt und 
dazu angetan ist, die Schwächeerscheinung eher zu steigern als zu 
bessern. Das gesunde und harmonisch miteinander lebende Paar 
hingegen kann Karezza als gelegentliche Bereicherung anwenden. 
Hier mag es als Variation der Begegnungsformen angängig sein.  
Doch sollte man sich vor einer Gewöhnung an diese 
unphysiologische Form hüten. In allen psychisch oder körperlich von 
der „Norm" abweichenden Fällen sei jedoch vor Karezza gewarnt.  
Es kann zu einer Fixierung der Fehlhaltung führen. 
 
Die echte Frigidität 
Die frigide Frau 
Die „frigide Frau* ist ein wunderschöner Stabreim. Er geht so 
furchtbar leicht über die Zunge. Viel zu leicht, denn immer wieder 
wird er als Entschuldigung für allzu bequeme Männer angewandt, die 
die Ursache der ehelichen Disharmonie nicht bei sich selbst und in 
ihrer eigenen Unkenntnis und Unfähigkeit suchen wollen. Immer 
wieder wird die an sich nur infelicite Frau als frigide bezeichnet.  
Das ist falsch. Von Natur gibt es keine frigiden Frauen. Eine Frau wird 
zur Frigidität, zur Gefühlskälte, zur Orgasmusunfähigkeit erzogen. 
Die echte Frigidität ist eine seelisch bedingte Krankheit. Die moderne 
Tiefenpsychologie ist zu dem Schluß gekommen, daß in der 
Mehrzahl aller Fälle die Quelle dieses Leidens bereits in der frühen 
Kindheit der Frau zu suchen ist. Es ist heute unbestritten, daß ein 
Kind bereits in den ersten fünf Jahren seines Lebens hochgradig 
sexuell empfindet und reagiert. Erziehungsfehler besonders in dieser 
Zeit führen zu schweren seelischen Verkrampfungen des Kindes und 
verursachen ernsthafte psychische Schäden, an denen das Kind ein 
ganzes Leben lang zu tragen hat. Zuviel Zärtlichkeit ist genauso 
schädlich wie zu wenig. Auch schockartige Erlebnisse oder die 
Summe vieler kleiner negativer Eindrücke wirken in dieser Richtung. 
Ins Unterbewußte verdrängte Komplexe hindern in späteren Jahren 
eine so „verbogene" Frau an der vollen Erfüllung ihres Lebens und 
ihrer Liebe. Sie wird gefühlskalt. Der Trennstrich zwischen dem 

122
Problem der Frigidität und dem der Infelicität muß scharf gezogen 
werden, denn diese beiden Dinge sind so grundverschieden, daß sie 
auch völlig andere Behandlungsmethoden erfordern. Während die 
psychisch bedingte Frigidität auch vom seelischen her behandelt 
werden muß, kann der Infelicität einer Frau bereits durch genaue 
Kenntnis und Anwendung der körperlichen Möglichkeiten abge‐
holfen werden. Der nächste Schritt zur Frigidität wird dann in der 
Erziehung des Mädchens getan. Weil es für die Eltern wesentlich 
bequemer als eine sinnvolle Aufklärung ist, redet man einem 
heranwachsenden Mädchen jahrelang ein, alles Sexuelle sei schlecht, 
man täte „Es" nicht, es wäre unsittlich und unmoralisch — alles in der 
trügerischen Hoffnung, das Mädchen durch diese Schockbehandlung 
vor den Gefahren vorehelicher und verfrühter Geschlechtlichkeit zu 
bewahren. Diese Hoffnung erfüllt sich ganz sicher nicht. Es zeigt sich 
immer wieder, daß nicht die „behüteten" Mädchen standhaft und 
rein bleiben, sondern die, denen die Sexualität ein 
selbstverständliches, von schwüler Mystifizierung freies Ereignis der 
Zukunft ist. Mit der Verketzerung der natürlichen Sexualität baut 
man im Unterbewußtsein des jungen Menschenkindes langsam aber 
sicher eine seelische Hürde auf, die es beim Eintritt in die Ehe nicht 
zu überspringen vermag. Alles was bislang verboten, häßlich und 
schlecht war, kann nicht mit einem Male gut und erhaben sein. Selbst 
wenn Verstandesgründe ihr jetzt das Gegenteil sagen, hindern diese 
seelischen Hemmungen die junge Frau von innen heraus an der 
vollen Entfaltung ihrer Empfindungsfähigkeit. Den letzten Schritt tut 
dann meistens der Mann, mit dem diese junge Frau ihre erste 
Begegnung körperlicher Art erlebt. Wenn er nicht sehr rücksichtsvoll, 
zärtlich und Du‐bezogen ist, sondern nur an sich denkt, pflanzt er als 
weitere Schranke in das Unterbewußtsein der schon tüchtig 
gehemmten jungen Frau auch noch die falsche Erkenntnis, diese 
Dinge bereiteten der Frau nur Schmerzen, keineswegs aber ein 
angenehmes Gefühl; schön könne es nur für den Mann sein. 
Gelingt es beim nun folgenden regelmäßigen Verkehr dem Manne 
nicht, seiner Partnerin den Höhepunkt des sexuellen Erlebens zu 
bescheren, wird er sie vollends in die Frigidität treiben. 

123
Auch ein ständiges Unbefriedigtbleiben — also das, was ich im ersten 
Teil dieses Buches als Infelicität bezeichnet habe — wird 
zwangsläufig zur echten Frigidität führen. Die Frau wird sich aus 
Notwehr gegenüber den Belastungen der steten Nichtbefriedigung 
allen Gefühlen und Empfindungen verschließen. Die ständige 
Spannung ohne Erlösung ist nicht zu ertragen. Gegen dieses 
körperliche Ungemach wird eine seelische Barriere errichtet, die 
verhindern soll, daß eine Erregung überhaupt erst beginnt. 
Es wäre ideal, wenn Eltern und Erzieher eines jungen Mädchens, ihr 
erster Geliebter und ihr späterer Mann dieses Buch lesen und 
beherzigen würden. Wir brauchten uns nicht um die Frigidität zu 
sorgen. So aber bleibt uns nur eines: dem Manne einer frigiden Frau 
dieses Buch zu geben und ihn gewissermaßen zum Arzt und 
Psychotherapeuthen zu machen. Das eigentliche und größte Problem 
liegt darin, daß die echt frigide Frau nicht weiß und nicht ahnt, daß 
sie krank ist, noch viel weniger, wie krank sie ist. Darum wird sie auch 
nicht zu einem solchen Buch greifen, das sie nötiger als irgend 
jemand anders hätte. Sie sieht keine Notwendigkeit, nach der Lösung 
eines Problems zu suchen, das für sie gar nicht existiert. Der Hinweis, 
ein gutes Ehebuch könne ihr helfen, kommt in ihren Augen einer 
Beleidigung gleich. Für alle Schwierigkeiten und Mißliebigkeiten, 
denen sie in ihrem Leben ausgesetzt ist, hat sie eine Erklärung: 
Spannungen in der Ehe führt sie auf den Egoismus und die niedere 
Triebhaftigkeit ihres Mannes zurück. An ihrer Reizbarkeit und 
Nervosität sind — so meint sie — die lauten und lebhaften Kinder 
schuld. Daß sie in ihrem Leben nicht alle Ziele erreicht hat, die sie 
sich ursprünglich setzte, liegt natürlich nur daran, daß sie 
gezwungenerweise in einer Umwelt leben muß, die für ihre „saubere 
und hohe" Einstellung kein Verständnis aufbringt. Die wirkliche 
Ursache ihrer Schwierigkeiten jedoch erkennt sie nicht: ihr eigenes, 
wenn auch schuldloses Versagen im Aufgabenbereich einer wirk‐
lichen Frau, und ihre lebensfremde, künstlich zurechtgezimmerte 
Einstellung zu dem Primärtrieb der Menschen — auch der Frau — 
und dem Inhalt einer Ehe. Prüde, starr und uneinsichtig hält sie sich 
für normal und ihre Frigidität für natürlich. Sie sieht auf alle 

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gesunden und glücklichen Frauen hinab, als seien diese übersinnliche 
und verkommene Subjekte. Diese arme stolze Frau nun auf den Weg 
zu einem ausgeglichenen Familienleben zu führen ist 
außerordentlich schwer. Sie verschließt sich allen Argumenten und 
allen Versuchen, ihre Gefühlskälte zu behandeln. Jeder Anlauf, mit 
Hilfen, wie sie im Abschnitt „Infelicität" beschrieben sind, hier Hilfe 
zu bringen, wird nicht nur auf eisige Ablehnung stoßen, sondern den 
Zustand eher noch verschlimmern. Die Frigidität ist ja nicht 
körperlich bedingt, sondern geistige und seelische Verkrampfung hält 
die Partnerin von dem beglückenden Erlebnis fern. Ihre unnatürliche 
und wirklichkeitsferne Einstellung wird solche Hilfen gar nicht 
zulassen. Mit Schaudern und voller Abscheu wird sie sich ob solcher 
Verkommenheit abwenden. Voraussetzung für jede Änderung dieses 
unglückseligen Zustandes ist zunächst einmal eine geistig‐seelische 
Beeinflussung und eine Korrektur der Grundhaltung. 
Dazu bedarf es einer Reise in das Seelenleben und in die 
Vergangenheit dieser Frau. Man muß forschen und suchen, um 
festzustellen, wer den Grundstein zu diesem schiefen 
Anschauungsgebäude gelegt hat, wann dieser Grundstein und wie er 
gelegt wurde. Die genaue Kenntnis der Ursachen einer solch 
verworrenen Einstellung ist Voraussetzung für deren Heilung und 
Besserung. Einen breiten Raum in der Psychotherapie nimmt die 
Tatsache ein, daß mit dem Erkennen eines unterschwelligen 
Komplexes bereits der Heilungsprozeß eingeleitet ist. Ans Tageslicht 
gezogene und erkannte Hemmnisse haben ihre Gefahr verloren. 
Elternhaus, Schule und Jugendverbände werden in der Regel den 
ersten Anstoß zu dieser geistigen Verkrampfung gegeben haben. Es 
ist zweifellos einfacher und bequemer, ein heranwachsendes 
Mädchen vor den Gefahren und Folgen vorzeitiger Sexualität zu 
bewahren versuchen, indem man ihm alle sexuellen Dinge in den 
schwärzesten Farben ausmalt, anstatt es sinnvoll auf seine zukünftige 
Aufgabe als Ehefrau und Lebensgefährtin vorzubereiten. 
Die Folge dieser Denkfaulheit sind dann hysterische, kränkliche 
Frauen, unglückliche Ehen und erschütternd hohe 
Ehescheidungszahlen. Eine Statistik darüber, wie oft die eigentliche 

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Ursache einer Ehescheidung in der Frigidität der Frau zu suchen ist, 
gibt es nicht, und kann es auch nicht geben, weil ja im Urteil nur der 
vordergründige Treuebruch des Mannes erwähnt wird, nicht aber die 
wahren Gründe und Hintergründe dafür. Wir müssen erkennen, daß 
mancher Seitensprung unterbliebe, verstünde es die Frau besser, 
ihren Mann an sich zu fesseln. Es geht mir hier nicht darum, die 
Frage nach der Schuld umzukehren. Es kommt vielmehr darauf an, 
prophylaktisch auf die Ursachen hinzuweisen. Nach dem Elternhaus 
kommt dann meist eine falsch verstandene Religionslehre, eine ins 
unrechte Halsloch geratene Moraltheorie und die tief eingebürgerte 
Irrmeinung „Man spricht nicht darüber". All das vollendet das Werk 
und verbaut der jungen Frau den Weg ins Glück. Wie ist es nun 
möglich, eine frigide Frau von der Irrealität ihrer Auffassung zu 
überzeugen? Wie kann man sie bewegen, sich näher mit den Dingen 
zu beschäftigen, auch eine andere Meinung, als nur die eigene, 
gelten zu lassen, und sich selbst um eine sinnvollere Einstellung zu 
den Dingen zu bemühen? Ohne Frage ist diese Aufgabe sehr schwer, 
schwerer als die Beseitigung körperlicher Mängel. Sie braucht jedoch 
nicht unlösbar zu sein. Mit viel Taktgefühl und Einfühlungsvermögen 
sollte man zunächst versuchen, eine solche Frau auf die Einstellung 
anderer Menschen hinzuweisen. In der Regel wird das einem 
außenstehenden Berater, zu dem die Frau nicht nur Vertrauen hat, 
sondern der kraft seines Berufes auch Autorität besitzt, besser 
gelingen als dem eigenen Ehemann. Die Argumente ihres 
Lebensgefährten wird sie meist als eigennützig und Ich‐bezogen 
abtun. Die geeignete Person für eine solche Aufklärung wäre 
sicherlich der Hausarzt, ein guter Frauenarzt oder Psychiater, der 
schon durch sein Amt und seine Erfahrung glaubwürdig ist. Übrigens 
gibt es auch fortschrittliche Pastoren, die bereit sind, durch eine 
solche Beratung das Glück und die eheliche Harmonie ihrer 
Gemeindemitglieder zu erhalten und zu fördern. 
Ist die frigide Frau in ihrer starren Haltung nicht einmal bereit, auf 
die von dieser Seite kommende Argumentation zu hören, kann ihr 
vielleicht — aber auch nur vielleicht — ein gutes Ehebuch helfen, das 
speziell auf die Frau und ihre Belange zugeschnitten ist. 

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Ganz sicher wird es lange dauern, und damit viel Geduld seitens des 
Mannes fordern, eine Frau, die so hartnäckig ablehnend allen Fragen 
des Sexuallebens gegenübersteht, von der Sinnlosigkeit ihrer 
Anschauung und von der Notwendigkeit eines sexuellen 
Gleichgewichts und eines harmonischen Liebeslebens zu überzeugen. 
Viel Mühe, Geduld und Nachsicht wird es kosten, aber für das Glück 
der gemeinsamen Ehe sollte man doch gerne bereit sein, dieses Opfer 
zu bringen. Ist dieser unheilvolle Bann erst gebrochen, ist die 
Partnerin bereit, über diese Dinge zu sprechen und gemeinsam mit 
ihrem Mann nach einem Weg der Besserung zu suchen, ist der erste 
und schwierigste Schritt bereits getan. Das weitere ist eine Frage des 
Wissens, der Technik und des guten Wollens auf beiden Seiten. Es 
wird dann nicht mehr allzu schwer fallen, diese Frau zu lehren, die 
beglückenden Höhepunkte des Liebeslebens bewußt zu erleben und 
als sinnvolle Ergänzung des sonst glücklichen Ehelebens zu 
betrachten. Natürlich ist es nicht immer so einfach, wie es nach 
diesen Zeilen aussehen mag. Sehr oft ist eine regelrechte 
psychoanalytische und ‐thera‐peuthische Behandlung erforderlich. 
Doch darüber mehr am Schluß dieses Abschnittes. 
 
Masturbation  
Masturbation nennt man das selbsttätige Herbeiführen des 
Orgasmusses ohne Partner. Vielfach wird fälschlicherweise auch die 
Bezeichnung „Onanie" angewandt. Das ist sachlich nicht richtig.  
Das in der Bibel erwähnte Verhalten des Onan, der seinen Samen auf 
den Boden fallen ließ, war keine Masturbation sondern ein Coitus 
interruptus, ein vorzeitig abgebrochener Geschlechtsakt. Onan 
entzog sich damit einem Zeugungsauftrag. 
Besonders bei jungen Leuten beiderlei Geschlechts ist die 
Selbstbefriedigung häufig zu finden. Die sexuelle Reife beginnt 
wesentlich früher, als es ihnen durch die wirtschaftlichen 
Möglichkeiten, die geistige und seelische Reife und durch die Gesetze 
möglich ist, eine Ehe einzugehen. Der Sexualtrieb verlangt jedoch 
ohne Rücksicht auf den Sozialkodex nach einer Befriedigung. 
Naheliegendster Ausweg ist die Masturbation. Sie ist durchaus eine 

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natürliche Erscheinung, die von fast allen jungen Männern 
irgendwann und von den meisten jungen Mädchen zumindest 
gelegentlich geübt wird. Bei Jünglingen ist sie häufiger zu finden, weil 
sich hier der Geschlechtstrieb ohne Anstoß von innen her entwickelt, 
während er bei jungen Mädchen erst zur Geltung kommt, wenn er 
von außen her geweckt wird. Das heißt, wenn irgendwann und auf 
irgend eine Art der Orgasmus einmal ausgelöst wurde und sie 
dadurch auf die Schönheiten des Sexualerlebens aufmerksam wurde. 
In dieses „Erwek‐kungsabenteuer" wird manches falsch erzogene 
Mädchen nur aus Neugierde hineingetrieben, während das klar und 
frei erzogene Menschenkind abwarten kann. Es gibt keine 
Geheimnisse, die neugierig gelüftet werden müssen. 
Es wäre absurd, wollte man die Masturbation, die einzig mögliche 
Form sexueller Betätigung junger Menschen, als etwas Sündhaftes 
hinstellen. Statt Schuldgefühle und Komplexe zu züchten, sollte man 
lieber Klarheit schaffen, weil nur aus der Klarheit das Verständnis 
dafür wächst, warum es sich lohnt, zu warten. Es ist bedauerlich, daß 
viele junge Menschen ihre besten Kräfte und Energien vergeuden, um 
sich von einem vermeintlichen Laster zu befreien. Sie kämpfen mit 
einem Gegner, der von vornherein zum Sieger bestimmt ist. Sie 
sollten die Masturbation, wenn sie sich davon nicht lösen können, als 
etwas Selbstverständliches hinnehmen und sich von Scham‐ und 
Schuldgefühlen frei machen. Hiermit soll nicht etwa die Befriedigung 
frühreifer Sexualbedürfnisse propagiert werden. Ich versuche nur die 
Dinge realistisch zu sehen. Natürlich ist Enthaltsamkeit in der Jugend 
wünschenswert und etwas Schönes. Sie ist nicht — wie es 
mancherorts dargestellt wird — schädlich. Allerdings führt sie zu 
einer spannungsgeladenen „Sturm‐ und Drangperiode", der ja aber 
nicht nur Dummheiten entspringen, sondern genauso viele große 
Werke. Die entspannte Ausgeglichenheit reifer Menschen — aber 
auch ihre Trägheit — ist nicht zuletzt auf ein geregeltes 
Geschlechtsleben zurückzuführen. Die andere Behauptung, die 
Masturbation sei schädlich, sie schwäche Körper und Geist, ist 
genauso abwegig. Im Körper und in den Organen gehen bei der 
Selbstbefriedigung die gleichen Geschehnisse vor sich, wie bei einem 

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normalen Geschlechtsverkehr. Ich gehe gar soweit, zu behaupten, die 
Masturbation eines jungen Mädchens könne sich unter Umständen 
positiv auf die zukünftige Ehe auswirken. Sie hat Orgasmuserfahrung 
und eine positive Einstellung zu den Fragen der körperlichen Liebe. 
Ihr Geschlechtstrieb ist nicht zu Tode erzogen, sie ist nicht in die 
Frigidität getrieben, sondern hat Erlebnisfähigkeit und Bereitschaft 
zur Zwei‐samkeit bewiesen. Es wird dem jungen Ehemanne leichter 
fallen, diese Frau zu einem harmonischen und ausgeglichenen 
Eheleben auch auf körperlichem Gebiet zu führen, als ein verzogenes 
und verbogenes Mädchen. 
Der Wert der Keuschheit und Reinheit soll durch diese Behauptung 
keineswegs herabgesetzt werden. Sie ist jedoch nur sinnvoll, wenn sie 
mit einer vernünftigen Geisteshaltung und Erziehung gekoppelt ist. 
Der sexuelle Verzicht des jungen Menschen soll nicht aus der 
Verneinung alles Körperlichen herrühren, sondern aus der sauberen 
Bejahung der Sexualität, die bereit ist, sich etwas großes für die 
Zukunft zu bewahren. 
Die regelmäßig und über einen längeren Zeitraum betriebene 
Masturbation birgt — für beide Geschlechter in gleicher Weise — 
eine gewisse Gefahr in sich. Der heranwachsende Mensch kann sich 
so an diese bequeme und anspruchslose Art der Befriedigung 
gewöhnen, daß er in seiner späteren Ehe dem normalen Verkehr 
nicht mehr genug Freude abgewinnen kann. Es erfordert mehr Du‐
bezogenheit, mehr Rücksichtnahme und oft auch Zurückstellen der 
eigenen Wünsche, wenn man nicht im „Alleingang" sondern im 
„teamwork" den Gipfel erklimmen will. Mit viel Liebe, Zärtlichkeit 
und Einfühlungsvermögen dürfte es jedoch bald gelingen, den 
masturbierenden Partner zu überzeugen, wieviel schöner doch das 
gemeinsame Erlebnis ist. Dabei kann es von Vorteil sein, zunächst auf 
die Wünsche und Angewohnheiten des anderen einzugehen und die 
Orgasmusauslösung manuell, also mit der Hand, vorzunehmen, um 
dann langsam und geschickt auf den gemeinsamen Verkehr 
hinzulenken. Der Partner wird dann schnell von seiner 
Angewohnheit lassen. Ursache echter Frigidität wird die 
Masturbation dann, wenn sie zu einer ausschließlich Ich‐bezogenen 

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Sexualität führt, wenn sie das „Ich" zum Fetisch macht, der einer 
gesunden Zweisamkeit keinen Raum mehr läßt. Die gegenseitige zum 
Orgasmus führende Masturbation, wie sie vor allem von Frauen 
gewünscht wird, die infantil eine Überbetonung der clitoralen 
Empfindungen gewohnt sind, stellt einen Übergang dar, der nicht 
fixiert werden darf, sondern zur normalen Geschlechtlichkeit führen 
soll. Die lange betriebene Selbstbefriedigung eines jungen Mädchens 
ist geeignet, zu einer solchen Überbetonung ihrer clitoralen Empfind‐
samkeit zu führen. Der ursprünglich normale Schritt in der 
Entwicklung, das Primat der Clitoris, wird zur Anomalität, wenn es 
fixiert wird. Der nächste Schritt müßte die Verlagerung des 
Gefühlszentrums in die Vagina sein. Die Beharrung in der infantilen 
Clitoralphase wird von manchen Wissenschaftlern schon als 
Frigidität gedeutet. Ein gelegentlicher Rückfall in die Masturbation — 
z. B. in Zeiten der Schwangerschaft, Krankheit oder längerer 
Trennung — ist durchaus kein Unglück. Dem anderen Teil wird 
dadurch nichts genommen. Und ist es nicht besser, gelegentlich der 
Masturbation nachzugeben, als die Befriedigung einer starken 
Triebhaftigkeit woanders zu suchen? Natürlich muß es immer eine 
Ersatzhandlung, eine Notlösung bleiben, die nicht zur Gewohnheit 
werden darf. Verliert jemand — sei es durch Ehescheidung oder Tod 
— seinen Ehegefährten, wird durch das starke seelische Erlebnis 
zunächst der Geschlechtstrieb in den Hintergrund treten. Uber kurz 
oder lang wird sich jedoch der gesunde Körper wieder melden und 
nach einer Befriedigung und Stillung der Sexualbedürfnisse 
verlangen. Das ist organisch bedingt und spricht nicht für Mangel an 
Anhänglichkeit. Es wird nicht immer leicht — und wahrscheinlich 
auch nicht immer angebracht sein — nach einem neuen Partner zu 
suchen. Der Geschlechtstrieb fragt jedoch weder nach 
wirtschaftlichen Gesichtspunkten noch nach dem örtlichen Moral‐
kodex. Er fordert sein „Recht". Als Ausweg aus dieser Zwiespältigkeit 
bleibt die Masturbation. Enthält sich ein sehr triebhafter Mensch in 
dieser Zeit aus moralischen oder religiösen Gründen jeglicher 
Sexualität, ist dieser Entschluß zu ehren und unserer ganzen 
Hochachtung wert. Doch liegt die Gefahr nahe, daß er sich schnell 

130
und unbedacht an einen unwerten Partner wegwirft. In solchen 
Zeiten sexueller Hochspannung werden oft voreilige und unüberlegte 
Entschlüsse gefaßt, die folgenschwer das zukünftige Leben des 
Betreffenden bestimmen. Viele unglückliche und schlechte 
Zweitehen wären nicht zustande gekommen, wenn durch eine 
ausgleichende und das seelische Gleichgewicht stützende 
Ersatzbefriedigung das ungestüme Verlangen nach Zweisamkeit — 
und damit die Gefahr unüberlegter Entschlüsse — beseitigt wäre. 
 
Die Entjungferung 
Bewußt habe ich dieses Kapitel in den Abschnitt „Frigidität" 
eingegliedert, weil gerade der Defloration ein so weitgehender 
Kausalzusammenhang mit der Gefühlskälte zugeschrieben wird.  
„Der erste Mann im Leben einer Frau formt und prägt sie für alle 
Zeiten", bekommt man immer wieder zu hören, wenn vom ersten 
Liebeserleben einer Braut die Rede ist. Das ist — wenn nicht ganz 
falsch — zumindest stark übertrieben. Sicher hat das erste Abenteuer 
Einfluß auf die Haltung der Frau in diesen Dingen und auf ihr Wesen. 
Es ist jedoch unergründlich, warum gerade dieser Eindruck von so 
unendlicher Bedeutung sein soll. Kaum eine Frau erlebt ihre erste 
Liebesnacht ungetrübt und findet dabei Erfüllung und Befriedigung. 
Und doch kann sie später ein durchaus normales und gesundes 
Empfinden haben. Erst die Gesamtheit aller Erlebnisse — in der 
Jugend, in der Brautnacht und in der Ehe — prägt das 
Sexualverlangen, Sexualverhalten und Sexualempfinden einer Frau. 
Eine unvollkommene Brautnacht allein vermag keine Frau in die 
Frigidität und Ablehnung zu treiben, wenn alle anderen 
Voraussetzungen positiv sind. Der so oft zitierte „erste Mann" scheint 
mir vielmehr ein Sündenbock zu sein, auf den unfähige und 
unwissende Ehemänner ihr eigenes Versagen abwälzen möchten.  
Erst gemeinsam mit anderen ungünstigen Einflüssen kann sich die 
ungeschickt durchgeführte Entjungferung nachteilig und 
frigiditätsfördernd auswirken. Als Ausrufezeichen hinter einer 
falschen Erziehung können der Schmerz und die 
Unannehmlichkeiten der Brautnacht den letzten Anstoß zum 

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unbewußten Männerhaß geben. Und eben darum sollte jeder Mann 
darauf achten, beim ersten Beischlaf seiner Frau so rücksichtsvoll und 
behutsam zu begegnen, wie es ihm möglich ist — und am besten 
noch ein wenig mehr. Zwei Dinge sind es, die ein Ersterlebnis in 
seiner Bedeutung über andere spätere Begegnungen hinausheben. 
Auch hier zeigt sich wieder die Zweiteiligkeit, die überall in der 
Sexologie wegweisend und grundlegend ist: Seele und Leib! 
Jedes Ersterlebnis — nicht nur sexueller Natur — hinterläßt tiefere 
Eindrücke als ein gleichartiges Erlebnis zu späteren Zeiten, da es zur 
Routine geworden ist. Der Reiz des Neuen und die gespannte 
Erwartung versetzen das Gemüt in einen Zustand, der es für 
Prägungen aufnahmebereiter macht. Man — oder besser der Mann 
— sollte darum alles tun, diese Prägung zu seinen Gunsten ausfallen 
zu lassen, und sie so zu gestalten, daß die Brautnacht wenn schon 
nicht in überschwänglicher, so doch zumindest nicht in 
unangenehmer Erinnerung bleibt. Das Rezept: recht viel Zärtlichkeit 
und Rücksichtnahme. Vom körperlichen her ist es der durch die 
Verletzung des Hymens verursachte Deflorationsschmerz, der 
unliebsame Erinnerungen, und damit bei jedem späteren Verkehr 
negative Gedankenassoziationen hervorrufen kann. 
Der Hymen ist eine blutgefüllte Blase, die sich wie ein Ring um die 
Scheidenöffnung legt und dieses fast verschließt. Er gilt — oft zu un‐
recht — als Zeichen der Unberührtheit. Die übliche Überbewertung 
dieses „Zeichens" hat schon oft zu falschen Urteilen Anlaß gegeben. 
Da durch Unfälle, Verletzungen oder auch durch sportliche 
Betätigung der Hymen leicht einreißen kann, ist sein 
Nichtvorhandensein noch lange kein Beweis der Verderbtheit. 
Andererseits ist der Hymen so dehnbar, daß es durchaus im Bereich 
des Möglichen liegt, den Beischlaf auszuüben, ohne ein auf Dehnung 
trainiertes Jungfernhäutchen zu beschädigen. Ebenso kann man ein 
mit allen Raffinements masturbierendes Mädchen, das es versteht, 
den Orgasmus nur durch clitorale Stimulation auszulösen, kaum 
noch als jungfräulich bezeichnen. 
Der Deflorationsschmerz wird nicht nur durch die Verletzung des 
Hymens verursacht, sondern die ungewohnte Dehnung der 

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Schamlippen und der Vagina sind ebenso daran beteiligt. Ein 
behutsamer und rücksichtsvoller Mann wird notwendigerweise auch 
einmal bereit sein, auf die eigene Befriedigung zu verzichten, um 
seine Bemühungen erst nach einigen Tagen fortzusetzen. Allerdings 
darf er es nie soweit kommen lassen, daß die immerwährenden und 
nie vollendeten Versuche zu einem Alpdruck werden. Eine gewisse 
Festigkeit und Energie muß er schon aufbringen. 
 
Ein Kapitel Psychotherapie 
Die echte, tief seelisch eingemauerte Frigidität vermag weder durch 
ein loses, informatorisches Gespräch mit dem Ehepartner, noch mit 
dem Arzt oder Seelsorger gelöst zu werden. Sie ist eine Indikation für 
die Anwendung der kunstgerechten Psychotherapie. Nur der speziell 
geschulte Facharzt ist in der Lage, die unterschwelligen Konflikte zu 
erkennen, die zu lösen und zu entschärfen es gilt. Nicht nur, um die 
kranke Frau zur Sexualität hinzuführen, sondern vor allem auch, weil 
es sidi um eine echte seelische Krankheit handelt, die weit in andere 
Bereiche des Lebens hineinreicht, ja selbst zu körperlichen Leiden 
führen kann. Zu dieser Auffassung ringen sich offenbar auch die 
Krankenkassen langsam durch, die früher die Honorierung 
psychotherapeutischer Leistungen strikt ablehnten. Da eine 
tiefenpsychologische Behandlung oft langwierig und mithin 
kostspielig ist, empfiehlt es sich, zuvor die finanzielle Seite mit dem 
ausgewählten Behandler zu diskutieren. Natürlich kann ich hier keine 
Gebrauchsanweisung zur Anwendung der Psychotherapie geben. Sie 
ist weder zur Selbstbehandlung gedacht noch geeignet, sondern 
gehört ausschließlich in die ärztliche Praxis. Wenn ich in diesem 
Buche immer wieder vom Arzt rede, dann meine ich den Arzt in des 
Wortes weitester und wahrer Bedeutung: also auch den Heilprak‐
tiker. Lassen Sie mich zum Verständnis des ärztlichen Tuns die 
wesentlichen Methoden der Psychotherapie in ihrer Wirkung und 
Bedeutung andeuten. Natürlich wird jeder Psychotherapeut seine 
eigene, individuelle Methode entwickeln, die auf den Erkenntnissen 
großer Vorbilder aufbaut. Grundsätzlich muß man zwei Wege 
unterscheiden: die expressive Therapie einerseits und die impressive, 

133
perzeptive oder Suggestivtherapie andererseits. Expressiv heißt, einer 
Sache Ausdruck geben. Das wesentliche dieser Methodik ist die 
Auswärtsrichtung. 
Die Psychoanalyse von Sigmund Freud, die ja viel gepriesen und noch 
mehr gescholten wurde, legte den Grundstein dazu. Sie stellt so etwas 
wie ein Großreinemachen der Seele dar. Alles, aber möglichst auch 
alles, was an Erinnerungen und „Gerümpel" dort abgelagert ist, wird 
ans Tageslicht gezogen, sortiert, weggeworfen oder an den richtigen 
Platz zurückgestellt. Diese Reinigung (Katharsis) bringt oft 
Erinnerungen hervor, die ihrem objektiven Wertgehalt nach völlig 
unbedeutend sind, jedoch durch eine Fehleinordnung und ‐
bewertung übergewichtig geworden sind, und von da her zur 
Störungsquelle werden. Durch das Aufzeigen der richtigen 
Werteinschätzung gelingt es dem tüchtigen Psychoanalytiker solche 
„verdrängten Komplexe" zu entschärfen. Eine andere Form der 
expressiven Methodik ist die Abreagierung von Affektspannungen. 
All das, was der Patient im Laufe der Zeit „in sich hineingefressen" 
hat, muß wieder heraus. Der Ehemann, der seinen Zorn durch 
Holzhacken abreagiert, der verärgerte Angestellte, der seinen Be‐ 
triebskummer auf seine Frau ablädt, das sich austobende Kind . . .  
Sie alle betreiben unbewußt expressive Psychotherapie. Ohne diese 
Entladung von aufgestauten Spannungen — wie ein Gewitter nach 
schwülen Sommertagen — würden sie psychisch krank. Aufgabe des 
Behandlers ist es, diese Entladungen hervorzulocken und in 
geordnete Bahnen zu lenken. Schließlich ist die geduldigste Ehefrau 
auf die Dauer nicht bereit, den Zorn zu ertragen, der im innersten 
Gemüt ihres Mannes dessen Chef galt. Beide Methoden, ob jetzt die 
Psychoanalyse oder die „Spannungsentladung", sind von innen nach 
außen gerichtet. Schädliche Erinnerungen, Ängste, Spannungen, 
Komplexe und Konflikte, die krank machen — man kann auch sagen, 
die kränken — werden hervorgeholt und beiseite geräumt. Der Weg 
zur gesunden Sexualität ist frei. Oft muß das richtige Lieben und 
Erleben nun von Grund auf gelernt werden. Hier zu lehren ist aber 
nun Aufgabe des Ehemannes, ohne dessen hingebungsvolle 
Bemühungen die vorangegangene Behandlung des 

134
Psychotherapeuten fruchtlos bleibt. Es genügt nicht, eine Wüstenei 
urbar zu machen. Der Ackerboden muß auch gepflügt und bestellt 
werden, wenn er Frucht tragen soll. Die impressive, perzeptive oder 
Suggestivmethode — alle Namen bezeichnen im Grunde das gleiche 
— wirkt genau entgegengesetzt: von außen nach innen, vom 
Behandler zum Patienten. Der Arzt reinigt nicht, er räumt nichts aus, 
sondern er legt vielmehr etwas Neues hinein ins Gemüt seines 
Patienten. Er prägt die Gesinnung, die Psyche, das Wesen des 
Kranken und nimmt somit Einfluß auf das Steuerungsgeschehen der 
Krankheit. Die heute wohl am meisten angewandte Methode ist das 
autogene Training nach J. H. Schultz. Die Hauptrolle spielt hierbei 
der Patient, nicht der Behandler, der nur einführt und überwacht. 
Das autogene Training besteht in gezielter Autosuggestion, der 
planmäßige Entspannungsübungen vorangehen. Es ist viel bewitzelt 
worden, bleibt aber dennoch eine ungemein wirksame 
Behandlungsart. Natürlich erfordert sie Einsicht und Mitarbeit des 
Patienten. Die Weiterführung dieser Behandlung ist das 
therapeutische Gespräch, bei dem der Arzt auf‐ und erklärt. Er wird 
sich bemühen, dem Kranken das richtige Wertgefühl für seine 
Probleme nahezubringen, damit dieser sie weder über‐ noch 
unterbewertet. Erst durch die richtige Einschätzung seiner 
Schwierigkeiten, aber auch seiner selbst, findet der Mensch seinen 
angemessenen Platz in seiner Umwelt. Dieser Platz ist für die Ehefrau 
an der Seite ihres Mannes. Eine frigide Frau aber lebt nicht mit ihm, 
sondern unbeteiligt neben ihm her. Auch die Hypnose gehört zum 
Rüstzeug des Seelenarztes. Sie ist keine Schaunummer für den 
Jahrmarkt, sondern hat ihren Platz nur in der Praxis. Der 
hypnotisierte Patient gibt sich völlig in die Hand des Hypnotiseurs. 
Dazu gehört Vertrauen, das man nicht einem Jahrmarktskünstler 
entgegenbringt. Bei der Hypnose dringen die Erklärungen, 
Ordnungsversuche und Aufträge des Behandlers unmittelbar ins 
Unterbewußtsein des Patienten ein. Das Bewußtsein, das ja 
normalerweise alle Eindrücke erst filtert, wird hier absichtlich 
umgangen. Bei einer gestörten Psyche ist auch der Verstand in 
Mitleidenschaft gezogen. Das Filtersystem funktioniert nicht im 

135
Sinne des Behandlers, es wird durch den Fehler im Unterbewußtsein 
fehlgesteuert. Es läßt nur die Eindrücke hindurch ins Unterbewußte, 
die sich mit dem dort schlummernden Komplex vertragen.  
Da dieser ja aber gerade bekämpft werden soll, muß man eben durch 
die Hypnose die falsch arbeitende Sortieranlage des Verstandes 
umgehen, und unmittelbar in die Psyche eindringen. 
Natürlich gibt es außer den hier erwähnten noch viele andere Wege, 
die aber alle mehr oder weniger auf diesen aufbauen. Ebenso läßt sich 
in der Praxis niemals eine exakte Trennung der verschiedenen 
Methoden durchführen, weil sie sich zum Teil überlagern oder 
nebeneinander angewandt werden. Es gibt eine Unmenge Literatur 
über die Psychotherapie. Ich kann und will sie hier nicht erschöpfend 
behandeln, sondern nur kurz anreißen, damit Ihnen die Werkzeuge 
der Psychotherapie etwas weniger geheimnisumwittert sind. 
 
. .  und jenseits der Moral 
Trotz dieser freien Haltung räumt man drüben dem Hymen, dem 
sichtbaren „Beweis" der Jungfräulichkeit, eine fast götzenhafte 
Bedeutung ein. Die zwischengeschlechtlichen Beziehungen 
Jugendlicher beschränken sich darum auch fast ausschließlich auf das 
petting, das Vorspiel manueller oder lingueller Art, das den Partnern 
alle Höhepunkte und Leidenschaften beschert, ohne daß man das 
Glied in die Vagina einführt. Das Mädchen bleibt dabei klinisch 
gesehen unberührt, obwohl es unter Umständen über mehr und 
tiefere Sexualerfahrungen verfügt als seine eigene Mutter — und 
obwohl es bis auf den Grund seines Herzens verderbt sein kann. 
Dem zukünftigen Manne wird dann — wenn er es glaubt — 
Jungfernschaft vorgeheuchelt. Und glaubt er es nicht, dann muß er 
sich eben mit der sexuellen Vergangenheit seiner Frau abfinden. 
Meistens tut er das auch . . . Und damit wären wir bereits bei den 
Beziehungen zwischen Mann und Frau angelangt. 
Eigenartigerweise verschieben sich in den USA die natürlichen 
Verhältnisse der Partner zueinander immer mehr zugunsten einer 
aktiven Rolle der Frau. Nicht nur in der Familie und Ehe verlagert 
sich die Führerschaft auf die Frau, sondern auch in der Wirtschaft 

136
und Industrie nimmt sie immer bedeutendere und verantwortlichere 
Positionen ein. Woran liegt das? Der gesteigerte Wohlstand in den 
USA ist den Leuten nicht in den Schoß gefallen, sie haben ihn unter 
äußerstem Einsatz an Kraft und Gesundheit erkämpfen müssen. Die 
Männer, die in diesem aufreibenden Existenzkampf beachtliche 
Erfolge errungen haben, müssen dafür teuer bezahlen. Oft sterben sie 
erheblich früher als ihre Frauen. Tatsächlich befindet sich weit über 
die Hälfte des amerikanischen Privatvermögens in den Händen von 
Frauen. Die Witwen, die dieses Vermögen dann weiter verwalten 
müssen, werden durch diese neue Aufgabe, ob mit oder ohne ihren 
Willen, in eine vermännlichte Stellung und damit Haltung getrieben. 
Die andere Gruppe von Männern ist müde vom Berufskampf. Gerne, 
und ohne zu murren — vielleicht aber auch nur, weil ihnen die Kraft 
und der Mut zum Widerspruch fehlt — überlassen sie ihren Frauen 
die Entscheidungen zumindest im häuslichen Bereich. 
Die Folge dieser Entwicklung: nirgendwo auf der Welt existieren so 
viele Psychiater, Psychoanalytiker und Psychotherapeuten wie in 
America. 
 
„Vorbild" Amerika 
Warum gerade Amerika? Ein Großteil der Fachliteratur auf dem 
Sexualsektor stammt von „drüben". Wir sind oft geneigt, das Fazit 
dieser Werke kritiklos auf unsere Verhältnisse zu übertragen.  
Darin liegt eine gewisse Gefahr, denn die Dinge sind in den 
Vereinigten Staaten oftmals wesentlich anders gelagert als bei uns. 
Bei der Beurteilung und Nutzanwendung der amerikanischen 
Fachliteratur müssen wir uns stets dieser Unterschiedlichkeit bewußt 
sein. Amerika ist uns in so vielem Beispiel und Vorbild. Der 
Wohlstand, der uns dort immer so augenfällig demonstriert wird, 
stachelt uns an, in allen Dingen diesem Leitbild nachzueifern. 
Im Hinblick auf die Beziehungen zwischen den Geschlechtern haben 
die Vereinigten Staaten jedoch eine Entwicklung durchgemacht, die 
mir gar nicht so erstrebenswert scheint. Das Verhalten der 
Jugendlichen ist für unsere Begriffe wenn nicht amoralisch, so doch 
zumindest heuchlerisch und verlogen. Bei den Erwachsenen ist es die 

137
unlogische und unnatürliche Umkehrung des Verhältnisses Mann‐
Frau, die nicht nur angekränkelt ist, sondern auf lange Sicht auch 
zum Verfall eines Volkes führen wird. Die Vermännlichung der Frau 
und die Verweiblichung des Mannes widerspricht so heftig der 
menschlichen Natur, daß sie nicht schadlos überstanden werden 
kann. Die tatsächlichen Verhältnisse, die man heute in den Staaten 
vorfindet, bestätigen das ungesunde dieser fehlerhaften Einstellung, 
sowie dieser verbogenen und verlogenen Frühsexualität. 
Die amerikanische Jugend ist untereinander wesentlich freier als wir 
es gewohnt sind. Nichts gegen freie Erziehung, aber die drüben 
annähernd zügellose Erziehung legt den heranwachsenden 
Teenagern und Twens nicht die bei uns üblichen, leider manchmal 
übertriebenen, moralischen Hemmungen und Trennschranken auf. 
Sexualbeziehungen zum Boyfriend beginnen früher als in 
Deutschland. Die jungen Menschen geben sich hemmungs‐ und 
bedenkenlos dem im Augenblick erfreulidien Sexualspiel hin, weil sie 
es nie gelernt haben, sich selbst Grenzen zu setzen, die einzuhalten 
keine sinnlose Forderung moralinsaurer Spießbürger ist, sondern 
ihrer eigenen Entwicklung Nutzen und Auftrieb gibt. 
Trotz dieser freien Haltung räumt man drüben dem Hymen, dem 
sichtbaren „Beweis" der Jungfräulichkeit, eine fast götzenhafte 
Bedeutung ein. Die zwischengeschlechtlichen Beziehungen 
Jugendlicher beschränken sich darum auch fast ausschließlich auf das 
petting, das Vorspiel manueller oder lingueller Art, das den Partnern 
alle Höhepunkte und Leidenschaften beschert, ohne daß man das 
Glied in die Vagina einführt. Das Mädchen bleibt dabei klinisch 
gesehen unberührt, obwohl es unter Umständen über mehr und 
tiefere Sexualerfahrungen verfügt als seine eigene Mutter — und 
obwohl es bis auf den Grund seines Herzens verderbt sein kann. 
Dem zukünftigen Manne wird dann — wenn er es glaubt — 
Jungfernschaft vorgeheuchelt. Und glaubt er es nicht, dann muß er 
sich eben mit der sexuellen Vergangenheit seiner Frau abfinden. 
Meistens tut er das auch . . . Und damit wären wir bereits bei den 
Beziehungen zwischen Mann und Frau angelangt. 

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Eigenartigerweise verschieben sich in den USA die natürlichen 
Verhältnisse der Partner zueinander immer mehr zugunsten einer 
aktiven Rolle der Frau. Nicht nur in der Familie und Ehe verlagert 
sich die Führerschaft auf die Frau, sondern auch in der Wirtschaft 
und Industrie nimmt sie immer bedeutendere und verantwortlichere 
Positionen ein. Woran liegt das? Der gesteigerte Wohlstand in den 
USA ist den Leuten nicht in den Schoß gefallen, sie haben ihn unter 
äußerstem Einsatz an Kraft und Gesundheit erkämpfen müssen. Die 
Männer, die in diesem aufreibenden Existenzkampf beachtliche 
Erfolge errungen haben, müssen dafür teuer bezahlen. Oft sterben sie 
erheblich früher als ihre Frauen. Tatsächlich befindet sich weit über 
die Hälfte des amerikanischen Privatvermögens in den Händen von 
Frauen. Die Witwen, die dieses Vermögen dann weiter verwalten 
müssen, werden durch diese neue Aufgabe, ob mit oder ohne ihren 
Willen, in eine vermännlichte Stellung und damit Haltung getrieben. 
Die andere Gruppe von Männern ist müde vom Berufskampf. Gerne, 
und ohne zu murren — vielleicht aber auch nur, weil ihnen die Kraft 
und der Mut zum Widerspruch fehlt — überlassen sie ihren Frauen 
die Entscheidungen zumindest im häuslichen Bereich. 
Die Folge dieser Entwicklung: nirgendwo auf der Welt existieren so 
viele Psychiater, Psychoanalytiker und Psychotherapeuten wie in 
Amerika. Ihre Hauptkundschaft setzt sich aus Frauen zusammen. 
Aus Frauen, die an Hysterie und an Störungen ihres Seelenlebens 
leiden. (Interessanterweise ist die Bezeichnung Hysterie abgeleitet 
vom griechischen Wort für Gebärmutter.) Daraus resultiert der 
unabdingbare Schluß, daß dieses Heer von aktiven und führenden 
Frauen diesen neuen, ihnen von der Natur gar nicht zugedachten 
Aufgabenkreis zwar aus menschlich verständlichen Gründen gern 
hinnimmt, sich ihm im Grunde genommen jedoch nicht gewachsen 
fühlt. Die Umkehrung der von der Natur weise verteilten Aufgaben 
und Stellungen führt zu Konflikten und Spannungen, die von der 
weiblicen Psyche nur schwer verarbeitet werden können. 
Eine Frau muß in ihrem Wesen und in ihrer Position Weib und 
weiblich bleiben. Mag sie sich noch so emanzipiert geben — wirklich 

139
glücklich ist sie nur an der Hand eines überlegenen, sie 
beschützenden und führenden Mannes. 
 
Abartiges 
Durch eine falsch ausgelegte Moraltheorie gehen viele gesunde 
Ehepaare an der Harmonie, dem körperlichen Gleichklang und ihrem 
Eheglück vorüber, das viel mehr auf dem Sexuellen beruht als 
manche Leute wahrhaben wollen. Mit diesem Nachsatz will ich 
keineswegs einer Überbewertung des sexuellen Momentes in der Ehe 
das Wort reden, doch warne ich ebenso dringend vor einer 
Unterbewertung. Es ist von außerordentlicher Wichtigkeit, diesem 
Komplex im Leben und in der Ehe den richtigen Platz anzuweisen. 
Aus einer mangelhaften Kenntnis der Dinge heraus setzen viele sich 
selbst Grenzen, die an völlig falscher Stelle und viel zu eng gezogen 
sind. Grenzen sind gut und notwendig, doch nur wenn sie sinnvoll, 
aufbauend und erhaltend wirken, nicht aber, wenn sie in ihrer 
Wirkung zerstörerischen Einfluß nehmen. Viele Variationen, die in 
Millionen Ehen als selbstverständliche Bereicherung gelten, könnten 
an anderer Stelle sogar helfend und heilend wirken, wenn man nur 
den Mut hätte, sie anzuwenden, wenn sie nicht aus falsch 
verstandener Moral als abnorm verketzert wären. Wo aber liegen 
wirklich die Grenzen der Moral? Grundsätzlich ist in der Ehe alles 
erlaubt, was gefällt. Wichtig ist in erster Linie, ob es der Harmonie 
und dem sexuellen Gleichgewicht zum Wohle gereicht. Von hier aus 
ist auch die Bedeutung des Orgasmusses zu sehen, dessen Wert in 
diesem Buch immer wieder betont wurde. Er ist nicht Selbstzweck 
und Ziel an sich, sondern Ausdruck eines ausgeglichenen und 
gesunden Sexual‐, Liebes‐ und Ehelebens. Und das wiederum ist ein 
unlösbarer Bestandteil des menschlichen Persönlichkeitswertes. So 
läßt sich zum Beispiel der Geschlechtsakt in vielerlei verschiedenen 
Stellungen ausüben. Die alten Inder sprachen in ihrem klassischen 
Lehrbuch der Liebe, im „Kamasutram", von einigen hundert, 
moderne Aufklärungsbücher zählen dreißig bis achtundneunzig auf. 
Keine von ihnen, einerlei wie sie aussehen mag, ist etwa unmoralisch. 
Jedes Ehepaar sollte sich einige geeignete Haltungen aussuchen, die 

140
von beiden Partnern als angenehm empfunden werden, und unter 
diesen dann ständig wechseln, um der Abstumpfung zu entgehen. 
Das Wort Perversion sollte man sehr sparsam, in diesem 
Zusammenhang überhaupt nicht gebrauchen. Die Wissenschaft 
identifiziert nur sehr wenige Arten der geschlechtlichen 
Lustbefriedigung als Perversion. Im Sprachgebrauch und in der 
Literatur weicht diese verurteilende Bezeichnung immer mehr 
zurück, zugunsten der toleranten Verirrung oder Abart. Auch die 
Klassifizierung dieser Begriffe unterliegt im Wandel der Zeiten 
mancher Änderung. Folgende Formen der Triebbefriedigung gelten 
auch heute noch als Abart: Der Sadismus. Ein Sadist erlebt sexuelle 
Befriedigung, wenn er anderen Wesen Schmerzen und Qualen 
bereiten kann. Der Flagellant, der mit Ruten und Peitschen 
Gesinnungsgenossen oder auch Abhängige prügelt, tritt am 
häufigsten in Erscheinung. Ein ganzes Literaturgebiet ist ihm 
gewidmet. Ein Berliner Spezialgeschäft, das vorwiegend mit Flagella‐
tionszubehör handelt, die reichhaltige Literatur über dieses Gebiet, 
der Niederschlag in der bildenden Kunst und Malerei, sowie die 
Peitsche hinter Nitribitts Kommode legen Zeugnis ab von der 
Verbreitung dieses Lasters. Der Masochismus. Der „ideale" Partner 
des Sadisten ist der Masochist. Er wird sexuell erregt, wenn er 
Schmerzen leiden muß. Diese Leidens sucht zeigt sich in den 
verschiedensten Formen. Körperlicher Schmerz, geistige 
Unterwerfung, seelische Qualen verschaffen dem Masochisten 
Wollust. Er ist, da es sich um eine passive Abart handelt, für die 
Allgemeinheit nicht so gefährlich wie der Sadist. 
Der Fetischismus ist die Vergötterung eines Gegenstandes, ohne den 
der Fetischist keine Anregung und Stimulation empfindet. Die Sucht 
nach diesem Fetisch treibt ihn oft ins Verbrechen. Die Ursache für 
den Fetischismus und auch für die anderen Abarten ist oftmals in 
unverarbeiteten Pubertätserlebnissen zu suchen. Begleitumstände 
des ersten großen Sexualerlebnisses prägen sich labilen Charakteren 
so fest ins Unterbewußtsein ein, daß die Erinnerung an diese 
Begleiterscheinungen — häufig sogar nur diese Erinnerungen und 
nichts sonst — sexuelle Erregung hervorruft. 

141
Die Sodomie, der geschlechtliche Verkehr zwischen Mensch und 
Tier, ist ein beliebtes Thema nicht nur unserer Epoche, sondern 
schon der Mythen und Sagen. Durch die pikante Besonderheit dieses 
Gebietes, und durch die Möglichkeit, hier der Phantasie freien Lauf 
zu lassen, ist wohl gerade über die Sodomie soviel Wahres, vor allem 
aber Unwahres, berichtet worden. Der Exhibitionist erlangt durch 
die Zurschaustellung seiner Geschlechtsteile Befriedigung. Der 
Transvestit hat das Verlangen, sich als Angehöriger des anderen 
Geschlechts zu kleiden und zu gebärden. Diese Abart ist oft mit der 
Homosexualität gepaart, über die ich aber noch gesondert berichten 
werde. Zu den verabscheuungswürdigen Perversionen zählen 
ebenfalls der Verkehr mit Kindern (Pädophilie), mit Greisen 
(Gerontophilie) und mit Leichen (Nekrophilie). Die so abartig 
veranlagten Menschen sind im Grunde genommen krank. Sie 
bedürfen vor allem ärztlicher Behandlung, um eine Heilung ihrer 
angekränkelten Seele zu bewirken. Ihr Erregungsreflex ist auf einer 
falschen Bahn „eingeschliffen", ähnlich wie ich es unter dem 
Stichwort Fetischismus geschildert habe. Niemand ist von Natur aus 
pervers, es gibt nur eine Erziehung zur Perversion und Perversität. Da 
besonders junge Menschen sexuelle Begegnungen tief eindrucksvoll 
erleben, ist hier die Gefahr der Verführung zur Abart besonders groß. 
Die Gedankenverbindung, die sich zwischen Lusterfüllung und dem 
speziellen Typus der Abart bildet, führt schließlich dazu, daß 
der junge Mensch an eben dieser Abart Gefallen findet, ihr verfällt, ja, 
oft ohne sie überhaupt nicht mehr erregbar ist. Die Korrektur dieser 
seelischen Fehlleistung ist eine Sache des Psychiaters. Auch der 
normalgeschlechtliche Bürger wird hin und wieder an den Grenzen 
zur Abart „schürfen". Er wird sich fragen: „Ist meine Vorliebe für 
schwarze Korsagen schon Fetischismus oder noch Variation der er‐
laubten ehelichen Erotik?" oder „Ist der schmerzhafte, 
leidenschaftliche Griff schon Sadismus oder noch erlaubter Ausdruck 
heftigen Verlangens?" und so fort. Die Antwort: solange der Partner 
Anlaß, Mittelpunkt und Ziel der Lust bleibt, kann von Abartigkeit 
nicht gesprochen werden. Erst wenn die Korsage, der Schmerz, oder 

142
was auch immer, den Partner verdrängt und selbst zum Mittelpunkt 
der Sexualität wird, ist die Grenze zur Perversion überschritten. 
Die Homosexualität Nicht als Empfehlung und Ermunterung, 
sondern der Vollständigkeit halber sei hier noch die Homosexualität 
behandelt. Sie nimmt im Bereich der weiblichen Triebbefriedigung 
größeren Raum ein als die anderen Abarten. 
Die Frau, die ihre Liebe und Erfüllung nicht im Manne, sondern in 
der Geschlechtsgenossin, in einer anderen Frau findet, ist eine 
Lesbierin oder Tribadin. Lange hielt man die Homosexualität für 
eine Entgleisung des Hormonhaushaltes. Man vermutete ein 
Übergewicht der gegengeschlechtlichen Hormone und eine dadurch 
bedingte Verschiebung der Empfindungen und der Triebrichtung. 
Die ergebnislosen Behandlungsversuche mit gleichgeschlechtlidien 
Hormonen waren entmutigend und führten diese Theorie ad 
absurdum. Auch die Homosexualität ist eine Krankheit der Seele, die 
sich auf gleichen Wegen eingeschlichen hat wie die im vorigen 
Kapitel geschilderten Abarten. Die lesbische Frau kommt selten von 
ihrer verschobenen Leidenschaft los. Hat sie sich von ihrer 
Verführerin, Geliebten, Lehrmeisterin — oder wie immer man das 
nennen will — getrennt, wird sie nach einer neuen „Gespielin" 
Ausschau halten. Mit erstaunlichem Instinkt findet sie zu ähnlich 
veranlagten Frauen. Ist in der Umgebung keine geeignete Partnerin 
aufzutreiben, wird die Tribadin nun ihrerseits versuchen, ein junges, 
unerfahrenes Mädchen, oder auch eine reife Frau, zur Homosexuali‐
tät zu verführen. Meist gelingt ihr das auch ohne Schwierigkeiten. 
Einer Frau fällt es leichter als dem oft sehr ungeschickten Manne, sich 
in die Psyche und Empfindungswelt ihrer Geschlechtsgenossin 
einzuschleichen. Sie findet eher den richtigen Ton und Weg, ihr 
auserwähltes „Opfer" an die ersten Sexualerlebnisse dieser Art 
heranzuführen. Bei dem jungen Mädchen wiederum entfällt die 
anfängliche Scheu vor dem anderen Geschlecht, das natürliche 
Schamgefühl und die Angst vor einer Schwängerung. Dazu kommt 
wohl auch das Gefühl, dies sei kein richtiger Geschlechtsverkehr, kein 
echtes Sexualerlebnis, sondern nur ein harmloses Spiel. Sie verkennt 
dabei, auf welcher schiefen Ebene sie ins Rollen kommt. 

143
Aus ähnlichen Gründen erklärt sich auch die Tatsache, daß reife, 
natürlich veranlagte Frauen, die einmal zur lesbischen Liebe verführt 
worden sind, fast immer für die Männerwelt und ein natürliches 
Geschlechtsleben verloren sind. Auch hier spielt die bessere Kenntnis 
des Körpers und der Seele der Partnerin eine große Rolle.  
Die Lesbierin ist ihrer „Geliebten" gegenüber rücksichtsvoller und 
behutsamer, sie verletzt deren Empfindungen nicht so leicht und 
nicht so häufig wie ein Mann, dem es doch oft an 
Einfühlungsvermögen und Verständnis fehlt. Die Tribadin wird ihre 
Partnerin nie unbefriedigt lassen. Es gibt zahlreiche Monographien 
und Romane zum Thema Tribadie, aus denen mancher Mann 
manches lernen könnte. Er würde nach der Lektüre etwas ahnen von 
der Zartheit und Behutsamkeit, die einer Frau die Liebe liebenswert 
macht. Die lesbische Liebe bedarf in der Regel keiner Hilfsmittel. Nur 
wenige bedienen sich prothetischer Hilfen, um die Begegnung der 
bisexuellen möglichst ähnlich zu machen. Meist wird der Orgasmus 
clitoral ausgelöst. Die weibliche Homosexualität interessiert den 
Gesetzgeber nicht. Die männliche dagegen ist mit Strafe bedroht. Die 
Beweggründe dieser Diffrenzierung sind unergründlich und es bleibt 
zweifelhaft, ob sie sich mit dem im Grundgesetz festgelegten 
Gleichheitsgrundsatz verträgt. Auch hier bin ich der Auffassung, daß 
die Homosexualität beider Geschlechter als Krankheit zu betrachten 
und entsprechend zu behandeln ist. 
 
Die Prostitution 
Prostitution hat mit Lust, und Lust hat mit Prostitution nichts zu tun, 
außer daß sie der — wenn auch sehr unvollkommenen — Lustbefrie‐
digung des Mannes dient. Es gehört nicht in den Rahmen dieses 
Buches, das sich ja mit der weiblichen Triebbefriedigung befaßt, über 
die Moral der Prostitution oder ihre Geschichte zu referieren.  
Hier interessiert nur das Verhältnis Lust zu Prostitution. Und dieses 
Verhältnis ist gar nicht vorhanden.Eine Frau, die sich der käuflichen 
Liebe verschrieben hat, sieht darin nur das nüchterne Geschäft. Für 
das Geld, das sie mit diesem Beruf zu verdienen hofft — und das ist 
meistens bitter wenig — opfert sie Ansehen, Prestige, Würde, die 

144
Achtung vor sich selbst und vor den Männern und alle Möglichkeiten 
ihrer Zukunft. Sie tut das bewußt und berechnend, auch wenn sie oft 
die Tragweite ihres Entschlusses unterschätzt. Die Annahme, eine 
„Dirne" habe ein besonders starkes Libido und sei sexuell überaus 
anspruchsvoll, ist falsch. Im Gegenteil: wenn sie nicht schon vor 
Beginn ihres Gewerbes gefühlskalt war, wird sie sich dazu erziehen. 
Nur so kann sie ihren Beruf ausüben. Die körperliche und seelische 
Leistungsfähigkeit setzt ihr diese Grenze. Wie aber ist es mit den 
Dirnen aus Lust? Mit den überaus triebhaften Frauen, die keinem 
Manne treu bleiben können? Die sich heute diesem und morgen 
jenem an den Hals werfen? Sie erniedrigen sich in den Augen ihrer 
Umwelt selbst zur Prostituierten, wenngleich ohne Geld. Doch mit 
diesem Vorwurf ist es nicht getan. Das Problem liegt viel tiefer und 
hängt mit dem Thema dieses Buches, genau genommen mit der 
Infelicität zusammen. Sie sind nämlich ständig unbefriedigt, 
unbeglückt. Frauen, die labil, unstet und von schwachem Charakter 
sind, wechseln in schneller Folge nicht nur den Beruf, das Hobby, den 
Wohnsitz, die Haarfarbe und die Gesinnung, sie wechseln ebensooft 
den Mann. Am ersten gefällt der Beruf nicht, am zweiten die 
Schuhgröße, der dritte ist zu oft, der vierte zu selten daheim. Und es 
bleibt völlig offen, ob die Sexualkomplexe Ursache oder Folge dieser 
Unruhe und Lebensangst, dieser Unbeständigkeit und Ziellosigkeit 
sind. Ein Psychiater könnte vielleicht eine Änderung des Wesens und 
Stärkung des Persönlichkeitswertes herbeiführen. Oft genügt auch 
schon ein Mann, der in der Lage ist, die suchend von Partner zu 
Partner eilende, immer unbefriedigte Frau nicht nur sexuell 
„auszulasten", sondern darüber hinaus mit starker Hand an die 
Aufgaben der Ehe und des Lebens heranzuführen. Wenn sie den 
gefunden hat — war es hoffentlich noch nicht zu spät. 
Sofern wirklich ein im Übermaß gesteigertes Libido die Frau zwingt, 
jede sich bietende Gelegenheit wahrzunehmen, sprechen wir von der 
Nymphomanie, einem selbständigen Krankheitsbild, das in die 
Hand des Arztes gehört. Doch allzuoft machen wir uns die Sache zu 
einfach und sind mit einem abwertenden Urteil über diese 
bedauernswerten Geschöpfe bei der Hand. 

145
Die käufliche Liebe der Frau reicht nicht in die Bereiche ihrer Trieb‐
haftigkeit hinab. Da dieses Buch aber eben diesem Thema gewidmet 
ist, kann hier nicht allein von der Prostitution der Frau die Rede sein, 
viel besser in diesen Rahmen paßt die Prostitution des Mannes. Die 
männliche Prostitution ist keine Seltenheit mehr, sie ist nahezu all‐
täglich geworden, wenn auch oft in verschleierter Form. Seit sich 
immer mehr Geldmittel und Kapitalansammlungen in den Händen 
von Frauen befinden, sind diese aus der Stille des Kinderzimmers und 
der Küche nach vorn in den Existenzkampf gerückt. Dort haben sie 
sich ihren Platz erobert. Die irrige Auffassung, man könne sich die Er‐
füllung aller Wünsche — einschließlich der Liebe — kaufen, bleibt 
unter diesen Umständen natürlich nicht auf die Männerwelt 
beschränkt, auch Frauen sind dagegen nicht gewappnet. 
Die männliche Prostitution spielt sich weniger in Stundenhotels ab, 
dafür umso mehr in den Villen alleinstehender kapitalkräftiger 
Frauen, die ihren arbeitsscheuen „Liebhaber" aushalten. 
Auch die plumpen Annäherungsversuche und Belästigungen, denen 
alleinreisende Frauen in den Mittelmeerländern, besonders in Italien, 
ausgesetzt sind, gehören in dieses Gebiet. Zwar verlangen die 
„Papageien" für die Dokumentierung ihrer recht zweifelhaften 
Liebeskunst kein Geld. Die Münze, die sie kassieren, ist der Ruhm, 
mit dem sie sich unter ihresgleichen brüsten. 
Meine Meinung zur Prostitution, ob männlich oder weiblich: die 
sexuelle Begegnung, die geschlechtliche Zweisamkeit, das Ganz‐
ineinander‐auf‐gehen, das bedingungslose Sich‐verschenken, die 
gemeinsame Reise in das wunderschöne Land der Liebe, und das 
Glück, das von diesen wundersamen Begegnungen auf den Alltag 
ausstrahlt, kann und soll man nicht kaufen. Es ist ein Geschenk, das 
eine solche Entwertung weder verdient noch verträgt. Es gehört 
ausschließlich in die Ehe. 
 
 
 
 
 

146
Schlußwort 
Dieses Schlußwort ist weniger den Rat‐ und Hilfesuchenden 
gewidmet, die das Anliegen dieses Buches sicherlich richtig 
verstanden haben. Es gilt vielmehr den immer entrüsteten 
Tugendwächtern, die sich nur von Seite zu Seite gequält haben, um 
Anstoß zu nehmen. Sicher habe ich manches überspitzt gesagt, um 
der Deutlichkeit zu dienen. Sicher klingt es manchmal so, als wolle 
ich die Sexualität über alles preisen. Darf ich darum noch einmal 
deutlich und unmißverständlich sagen: Jede Ehe steht 
gewissermaßen auf drei Beinen — seelische, geistige und körperliche 
Harmonie. Alle drei sind sie von gleicher Wichtigkeit. Wenn ich hier 
die körperliche Harmonie so in den Vordergrund gerückt habe, dann 
einfach deshalb, weil ich ja kein Buch über die Ehe im ganzen 
schreiben sollte, sondern nur über diesen einen Bereich der Ehe. Dem 
Hutfabrikanten, der dafür wirbt, daß „man Hut trägt", wird 
schwerlich zum Vorwurf gemacht werden können, er würbe dafür, 
daß „man nur Hut trägt". So wollen Sie bitte auch meine Einseitigkeit 
verstehen. Ich komme aus der kirchlichen Arbeit. Um so mehr 
bekümmert es mich, wie oft unhaltbare, dem viktorianischen 
Komplex entwachsene Moralthesen als Bestandteil des christlichen 
Glaubens ausgegeben werden, ohne auch nur in irgendeiner Form auf 
den Worten der Heiligen Schrift zu fußen. Ich wende mich niemals 
gegen die Bibel, heftig aber gegen jene, die ihre eigene enttäuschte 
Lebenshaltung eigenmächtig in die Bibel hinein‐interpretieren. 
Es scheint mit ein Stückchen christlicher Nächstenliebe und 
Barmherzigkeit zu sein, denen zu helfen und zu raten, die im Bereich 
der Sexualität Not leiden. Leider wird ihnen statt dessen nur allzu oft 
das harte Brot der Verachtung gereicht. 
 
 
 
 
 
 
 

147
Fremdwörter=Erklärung 
abnorm  von der Norm abweichend, 
regelwidrig 
Abort  Fehlgeburt 
abrupt  unvermittelt 
absolut  unbedingt, völlig 
abstinent  enthaltsam 
absurd  unsinnig 
ästhetisch  appetitlich 
Affekt  Gemütsbewegung 
aggressiv  angriffslustig 
Akrobatik  Geschicklichkeitsturnen 
Akt  Vorgang 
Aktivität  Unternehmungsgeist 
akzeptieren  gelten lassen 
alkalisch  Gegenteil von sauer: 
laugenartig 
allergisch  empfindlich gegen 
bestimmte Stoffe 
amourös  die Liebe betreffend 
Anästhetikum  Betäubungsmittel 
Analyse  Zergliederung 
Anatomie  Körperbau 
animalisch  tierisch 
animieren  ermuntern 
Anonymität  Namenlosigkeit 
Anorgasmie  ohne Höhepunkt 
anomal  nicht normal 
ante portas  vor der Tür 
Antike  griechisch‐römisches 
Altertum 
Antipathie  Abneigung 
antiseptisch  keimarm 
Aphrodisiaca  Anregungsmittel 
Applikation  Anwendung 

148
Argument  Begründung 
Asepsis  Keimfreiheit 
Asexualität  frei von Sexualität 
Assoziation  Verbindung 
Atmosphäre  hier = Stimmung 
Atrophie  Schrumpfung 
Attribut  Beiwerk 
autogen  von (sich) selbst kommend 
autonom  selbständig 
Autor  Verfasser 
Autorität  Geltung 
Bakterien  Kleinstlebewesen, 
Krankheitserreger 
Barometer  Luftdruck‐, Wettermesser 
Barriere  Schranke 
Bartholinische  Sekretdrüsen an der Vagina 
Drüsen 
Basaltemperat Morgentemperatur 
ur 
Basis  Grundlage 
Bazillen  sporenbildende 
Kleinstlebewesen 
Bibliothek  Büchersammlung 
Capot  Eichelpräservativ 
Charakter  Eigenart 
chemisch  die Stoffumwandlung 
betreffend 
Chromosomen Träger der Erbanlagen 
chronisch  ständig 
Circulus  Teufelskreis 
vituosus 
Clitoris  Kitzler 
Coitus  Geschlechtsakt 
Coli‐Bakterien  Darmbewohner 
Condom  Gummischutz 

149
contra  gegen 
Cowpersche  Schleimdrüsen am Glied 
Drüsen 
Definition  Deutung 
Defloration  Entjungferung 
Degeneration  Rückbildung 
degradiert  herabgesetzt 
desillusioniere ernüchternd 
nd 
Existenz  Dasein 
Exkretion  Ausscheidung 
Expansion  Ausdehnung 
Experiment  Versuch 
expressiv  ausdrucksvoll 
Extrakt  Auszug 
extrovertiert  nach außen gerichtet 
Fazit  Ergebnis 
Felicitas  die Glückliche 
Fetisch  verehrter Gegenstand 
fixieren  festhalten 
Flagellant  schlagender Sadist 
Flora  Pflanzenwelt 
Fötus  Leibesfrucht nach den ersten 
drei Monaten 
Follikel  Blase 
Frigidität  Kälte 
Funktion  Wirkungsweise 
Gallerte  verdickter Saft 
Gene  Erbträger 
Generation  Menschenalter 
Genitalien  Geschlechtsteile 
Gerontophilie  abartige Liebe zu Greisen 
Graafsches  Eiblase 
Follikel 
Gravidität  Schwangerschaft 

150
Harmonie  Gleichklang 
heikel  leicht peinlich 
hippokratisch Eid der Ärzte 
er Eid 
Historiker  Geschichtsforscher 
Homosexualit Liebe zum gleichen 
ät  Geschlecht 
Honorierung  Bezahlung 
Hormon  Wirkstoff 
humanitär  menschenfreundlich 
Humoralpath Krankheitslehre von den 
ologie  Säften 
Masochismus  Leidenssucht 
Masturbation  Selbstbefriedigung 
Membran  Häutchen 
Menarche  Eintritt in die 
Geschlechtsreife 
Menopause  Zeit nach der 
Geschlechtsreife 
Mensis  Monatsregel 
Menstruation  Monatsregel 
Mentalität  gefühlsbedingte 
Anschauungsweise 
Mimik  Gesichtsspiel 
Minimum  Mindestmaß 
Misere  Notlage 
momentan  augenblicklich 
Moral  Sittlichkeit 
mystisch  göttliches Wesen 
anstrebend 
Mythologie  Wissenschaft von den 
Göttersagen 
negativ  verneinend 
Nekrophilie  Leichenschändung 
Neurose  seelische Störung 

151
Niveau  Ebene; Bildungsstand 
Nuance  Abstufung 
Objekt  Gegenstand 
Östrogene  weibliche Hormone 
offiziell  amtlich 
Okklusiv‐ Verschluß‐Pessar 
Pessar 
Onanie  falscher Ausdruck für 
Selbstbefriedigung 
Opposition  Gegenseite 
oral  mit dem Mund 
ordinär  gewöhnlich 
Organ  Körperteil mit bestimmten 
Funktionen 
Orgasmus  Höhepunkt der 
geschlechtlichen Erregung 
Orgie  ausschweifendes Gelage 
Ovarium  Eierstock 
Ovulation  Eisprung 
Pädophilie  Kindesschändung 
paradox  gegensätzlich; widersinnig 
Parallele  nebeneinanderlaufende 
Linien 
Parasympathik Nervus Vagus, Teil des 
us  vegetativen Nerven« 
  Systems 
parenteral  nicht durch den 
Verdauungskanal 
Partialhormon  Teilhormon 
passiv  erduldend 
Patellarreflex  Kniescheibenreflex 
pathologisch  krankhaft 
Pedanterie  Kleinlichkeit 
Penis  Glied 
perfekt  vollkommen 

152
Perforation  Durchlöcherung 
Periode  Zeitabschnitt 
peripher  am Rande liegend 
Perversion  Entartung 
Pessar  mech. Verhütungsmittel 
Petting  sexuelles Reizspiel 
Phantasie  Gedankenspiel 
pharmakologis nach der Arzneimittellehre 
ch 
Phase  Durchgangsstufe 
Phimose  Verengung der Vorhaut 
Physiologie  Lehre von der Funktion des 
Körpers 
physisch  körperlich 
plastisch  gegenständlich 
Plazenta  Mutterkuchen 
Pollution  nächtlicher Samenfluß 
polygam  für mehrere Frauen 
Pornographie  unzüchtige Literatur 
Position  Stellung 
positiv  bejahend 
prädestiniert  berufen 
Prägung  Eindruck 
Präparat  Arzneimittel 
präparieren  vorbereiten 
153 
Präservativ  Gummischutz 
pragmatisch  nüchtern, sachlich 
Praxis  Behandlungsraum, Erfahrung 
primär  erstrangig 
Primat  Vorrang 
primitiv  einfach 
pro  für 
Problem  Schwierigkeit 
Produktion  Herstellung 

153
profan  unheilig, weltlich 
prolongieren  verlängern 
propagieren  werben 
proportionier im Verhältnis 

Prothese  Ersatz eines Gliedes (künstlich) 
Prostata  Vorsteherdrüse 
Prostitution  käufliche Liebe 
provozieren  herausfordern 
Prozeß  Ablauf, Verhandlung 
pseudo  erdichtet 
psychisch  seelisch 
Psychoanalys Seelenzerlegung 

Psychologie  Seelenwissenschaft 
Psychothera Seelenheiler 
peut 
Psydiotherap Seelenheilung 
ie 
Pubertät  Reifezeit 
qualifiziert  befähigt 
Quintessenz  Ergebnis 
radiomimetis strahlend 
ch 
Raffinement  Feinheiten 
rapide  schnell 
rationalisiere verstandesgemäß ordnen; 
n  zweckmäßig ge‐ 
  stalten 
Reaktion  Rückwirkung 
real  wirklich 
Bibby  „Das Geheimnis des Lebens" 
Boss  „Sinn und Gehalt der sexuellen 
Perversionen" 
Bovet  „Die Ehe" und andere 

154
Bruck  „Geburtenregelung — 
Empfängnisverhütung" 
Bühl  „Geschlechtswesen Mann" 
Chesser  „An der Schwelle des Lebens" 
Chesser  „Liebe ohne Furcht" 
Dorelli  „Karezza" 
Fried  „Liebes‐ und Eheleben" 
Gerster  „Kinderzahl nach Wunsch und 
Willen" 
Giese  „Wörterbuch der 
Sexualwissenschaften" 
Jaspers  „Allgemeine 
Psychopathologie" 
Kahn  „Muß Liebe blind sein?" 
Kahn  „Unser Geschlechtsleben" 
Karstens  „Hohe Schule der Liebe und 
Ehe" 
Kaufmann  „Männer und Sex" 
Kinsey  „Das sexuelle Verhalten des 
amerikanischen Mannes" 
Kinsey  „Das sexuelle Verhalten der 
amerikanischen Frau" 
Krafft‐Ebing  „Verirrungen des 
Geschlechtslebens" 
Marcuse  „ABC‐Führer durch Sexualität 
und Erotik" 
Nielsen  „Die Impotenz" 
Pemberton  „Der Storch brachte Dich 
nicht" 
Rinard  „Unter vier Augen" 
Robinson  „Die unerfüllte Frau" 
Shultz  „Du sollst glücklich werden, 
Jane" 
Shultz  „Was Du jetzt wissen mußt" 
Spisla  „Monatszyklus und 

155
Basaltemperatur" 
Stephani  „Schöne Büste — ja, aber wie?" 
Tüllmann  „Liebesleben der Kulturvölker" 
Tüllmann  „Liebesleben der Naturvölker" 
Velde  „Die Abneigung in der Ehe" 
 

156

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