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Vier Gruppen von Inkontinenzprodukten

Die gesammelten Angaben über die notwendige Größe, den Harnverlust und die alltäglichen Bedingungen helfen bei der
Auswahl des richtigen Hilfsmittels. Allgemein lassen sich bei aufsaugenden Hilfsmitteln vier Gruppen unterscheiden:

 Einlagen werden in die Unterwäsche eingelegt

 Vorlagen werden mit einer Netzhose fixiert, die wie eine Unterhose über die Vorlage gezogen wird

 Inkontinenzslips werden mit wiederverschließbaren Klebestreifen an der Vorder- und Hinterseite geschlossen

 Inkontinenzhosen können wie normale Unterwäsche getragen werden

Aufsaugende Hilfsmittel auf Rezept

Inkontinenzprodukte können vom Arzt verordnet werden, da es sich um medizinische Hilfsmittel handelt. Für die
Kostenübernahme durch die Krankenkasse muss das Produkt jedoch eine der folgenden Bedingungen erfüllen:

 Es ermöglicht Ihrem Angehörigen, (wieder) am sozialen Leben teilzunehmen.

 Es beugt schweren Funktionsstörungen oder Folgeschäden vor (z.B. Hautschäden).

 Es ist wichtig für die Behandlung einer Erkrankung, z. B. für die Therapie eines Dekubitus (Wundliegen).

Der Arzt vermerkt auf dem Rezept die genaue Größe, Stückzahl sowie den Verordnungszeitraum und kreuzt das Feld
„Hilfsmittel“ an. Ein solches Rezept erkennt die Krankenkasse an und nennt Ihnen einen oder mehrere Lieferanten, die mit
der Kasse zusammenarbeiten. In der Regel erhalten Sie vom Lieferanten Beratung und Muster zu den angebotenen
Inkontinenzprodukten, sodass Sie die Möglichkeit haben, ein geeignetes Produkt auszuwählen. Anschließend wird es Ihnen
vom Lieferanten nach Hause geschickt. Die verordneten Hilfsmittel sind kostenfrei, allerdings gelten auch hier die
Bedingungen der gesetzlichen Zuzahlung.

Hinweise auf Schmerzen bei Demenzkranken

Die folgenden Hinweise werden von der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (DGSS) bearbeitet. Daran orientieren Sie
sich, ob Ihr Angehöriger Schmerzen hat und können auch die Stärke der Schmerzen erkennen.

Atmung

Atmet Ihr Angehöriger laut und angestrengt? Zeigt er Phasen von auffallend schnellen und tiefen Atemzügen? Gibt es Atempausen, hält
er die Luft an?

Negative Lautäußerungen

Stöhnt oder ächzt Ihr Angehöriger? Ruft er wiederholt und wirkt beunruhigt? Schimpft er vor sich hin? Weint er ohne offensichtlichen
Grund? Aussagekräftig ist Verhalten, wenn Ihr Angehöriger sich unbeobachtet fühlt.

Gesichtsausdruck

Wirkt Ihr Angehöriger besorgt oder traurig? Hat er einen sorgenvollen Blick oder schneidet Grimassen?

Körpersprache

Hat Ihr Angehöriger eine angespannte bis starre Körperhaltung? Läuft er nervös herum, nestelt an seiner Kleidung oder Bettwäsche? Ballt
er die Fäuste oder zieht die Knie an? Schlägt er um sich, stößt sie weg oder entzieht sich Ihnen?

Reagiert Ihr Angehöriger auf Trost?

Lässt sich Ihr Angehöriger bei den ersten vier Verhaltensweisen durch Ihre Stimme oder Berührung beruhigen oder ablenken? Dies ist ein
Hinweis auf mittelstarke Schmerzen. Lässt sich Ihr Angehöriger nicht berühren und auch nicht durch Ihre Ansprache ablenken oder
beruhigen? Dies ist ein Hinweis auf starke bis sehr starke Schmerzen.
PEG Sonde pflegen
Eine Magensonde wird durch eine künstlich geschaffene Körperöffnung eingeführt. Es ist wichtig, diese gut zu pflegen, um
Komplikationen zu vermeiden.

1. Reinigen und desinfizieren Sie die Einstichstelle regelmäßig. Achten Sie auf Rötungen der Haut oder
Verkrustungen der Einstichstellt. Desinfizieren Sie diese mit einem Hautdesinfektionsmittel. Entfernen Sie
Verkrustungen vorsichtig, sonst können Sie die darunter liegende Haut nicht beurteilen. Legen Sie eine y-förmig
eingeschnittene Kompresse unter die Halteplatte der Sonde und eine zweite Kompresse darüber, bevor Sie diese
mit Klebevlies fixieren. So vermeiden Sie Klebereste an der Halteplatte.
2. Entfernen Sie Reste vom Fixierungspflaster. Sowohl von der Haut als auch von der Sonde sollten klebrige Reste des
Pflasters regelmäßig entfernt werden. Die Haut wird sonst gereizt und juckt. Die Sonde verschmutzt, es sieht
unappetitlich aus und es können sich Keime sammeln. Am besten geht es mit Waschbenzin, das Sie im
Drogeriemarkt kaufen können. Reiben Sie vorsichtig mit einer getränkten Kompresse über Haut und Sonde, bis sich
nichts mehr klebrig anfühlt. Wischen Sie anschließend mit klarem Wasser nach, um die Benzinreste zu entfernen.
Das Benzin ist normalerweise gut hautverträglich. Achten Sie darauf, dass kein Waschbenzin in die Einstichstelle
läuft.
3. Mobilisieren Sie die PEG einmal wöchentlich. Entfernen Sie dazu die Halteplatte, die sich direkt an der Haut
befindet. Drehen Sie die Sonde einmal um 360°. Schieben Sie die PEG um 1 bis 2 cm vor und zurück. Sie können
damit im Magen nicht verletzen. So verhindern Sie aber, dass Magenschleimhaut um die Sonde wuchert und diese
an der Magenwand festwächst.

Manchmal treten trotz regelmäßiger Pflege und Beobachtung Komplikationen auf

Manche lassen sich mit einfachen Mitteln beheben.

1. Die PEG ist undicht, es läuft sondierte Flüssigkeit nebenher: Überprüfen Sie das Ansatzstückes und das
Schlauchende. Ist das Ansatzstück rissig oder porös, bekommen Sie in Ihrem Sanitätshaus einen neuen Ansatz.
Dieses ist in den Schlauch der Sonde nur eingesteckt und kann einfach herausgezogen und ausgetauscht werden. Ist
das Schlauchende rissig oder porös, kann dieses um einige Millimeter gekürzt werden. Sind Sie unsicher, bitten Sie
die Mitarbeiter des Sanitätshauses, Ihnen behilflich zu sein.
2. PEG ist nicht durchgängig: Spülen Sie diese mit warmem Wasser, Sprudel, Cola oder Pepsinwein. Hier finden Sie
eine ausführliche Anleitung: Ernährung über Magensonde PEG – Was tun, wenn die Sonde verstopft ist?
3. Die Einstichstelle ist gerötet, verkrustet oder infiziert: Legen Sie einen desinfizierenden Salbenverband an,
beispielsweise mit Betaisodona (R). Klingen die Entzündungszeichen binnen einer Woche nicht ab, informieren Sie
den Hausarzt.
Lebensmittel, die Sie bei der Medikamentengabe meiden sollten
Leitungswasser ist oft richtig

Nimmt Ihr Angehöriger Tabletten reichen Sie ihm ein Glas Wasser. Direktgranulat kann er hingegen ohne Flüssigkeit einnehmen, da es
sich direkt im Mund auflöst.

Nehmen Sie am besten ein Glas Leitungswasser. Mineral- oder Heilwasser sollten Sie nicht anbieten, da hier oft Mineralstoffe enthalten
sind, die unter Umständen mit den Inhaltsstoffen aus den Arzneimitteln eine Verbindung eingehen.

Milch zum Einnehmen vermeiden

Auch wenn sie Ihrem Verwandten vielleicht besser schmeckt als geschmackloses Wasser aus der Leitung, bieten Sie ihm keine Milch
zum Schlucken der Tabletten an. Das Kalzium in der Milch kann sich mit den Wirkstoffen der Arzneimittel verbinden. Der Wirkstoff
wird dann nicht mehr vom Organismus aufgenommen.

Bei Antibiotika besteht zusätzlich die Gefahr, dass sich Resistenzen bilden: Da der Wirkstoff in diesem Fall nicht stark genug ist, können
Bakterien überleben und sich so verändern, dass sie bei einer erneuten Gabe von Antibiotika nicht mehr bekämpft werden können.
Während der Verabreichung von Antibiotika sollten Pflegebedürftige keine Milchprodukte wie Joghurt oder Käse zu sich nehmen.

Alkohol verstärkt die Dosis

Wahrscheinlich sagt Ihnen Ihr gesunder Menschenverstand, dass Sie auf keinen Fall Bier oder stärkere alkoholhaltige Getränke für die
Tablettengabe verwenden. Die Wirkung der Medikamente wird verstärkt oder gehemmt.

Es können zum Teil gefährliche Nebenwirkungen entstehen, die mit starken Kreislaufproblemen, Müdigkeit, hohem Blutdruck, mit
Aggressionen oder anderen Symptomen einhergehen. Da Alkohol und Medikamente in der Leber abgebaut werden, kann der Abbau des
Arzneimittels nur verzögert stattfinden.

Erregung durch Alkohol möglich

Besonders wenn Ihr Angehöriger Schlaf- und Beruhigungsmittel einnimmt, sollten Sie darauf achten, dass er abends keinen
Schlummertrunk zu sich nimmt, da Beruhigungsmittel in einer zu starken Dosis zu gefährlichen Komplikationen führen können. Nimmt
er Mittel gegen Schmerzen oder psychische Erkrankungen ein, kann es ebenfalls zu einer Verstärkung der Wirkung kommen.

Speziell wenn die Person, die Sie pflegen, schon älter und chronisch krank ist, kann es passieren, dass sie nicht nur durch diese
Kombination sehr ruhig, sondern zeitweise aggressiv und erregt wird. Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und Alkohol
erhöhen das Risiko um ein Vielfaches.

Vorsicht bei Grapefruitsaft!

Grapefruitsaft ist ein Getränk, das Sie am besten gar nicht im Haus haben sollten, wenn Medikamente eingenommen werden. Dieser Saft
bewirkt, dass bei vielen verschreibungspflichtigen Medikamenten die Wirkstoffe nur schlecht abgebaut werden; es kommt so sehr schnell
zu einer unter Umständen gefährlichen Überdosierung.

Ballaststoffe kurbeln die Verdauung an. Vollkornbrötchen, -nudeln und viel frisches Gemüse sowie Obst bewirken, dass der Stuhlgang
besser funktioniert. Gerade aber wenn man Medikamente einnehmen muss, sollten Sie nicht mit einer Ernährungsumstellung beginnen, da
die Ballaststoffe anfangs zu Verdauungsproblemen führen können. Unter Umständen können Wirkstoffe außerdem an Ballaststoffe
gebunden werden, sodass die Wirkung der Medikamente herabgesetzt ist.