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Analyse von Richter 11, 30-40 _Benjamin Lizinger

Story: Jeftah, ein Israelit wurde von den Ältesten Gileads zum Anführer erklärt, der
mit den Söhnen Israels in den Kampf gegen die Söhne Ammons ziehen soll.
Kurz vor der entscheidenden Schlacht, traf er ein Gelübde mit Gott: Er
würde die erste Person (vielleicht auch das 1.Tier) als Brandopfer
darbringen, die von seinem Haus in Mizpa heraus, ihm entgegengeht.
Allerdings nur in dem Fall eines Sieges gegen die Ammoniter. Letztlich traf
dies ein und als seine einzige Tochter ihm nach der gewonnen Schlacht
entgegenkam, erinnerte er sich an sein Gelübde und war schockiert.
Schließlich erfahren wir, dass er sein Gelübde einhielt, auch wenn dies ein
schmerzlicher Verlust für ihn war.
Erzähltext und Plot: Die Erzählung um die es sich hier handelt, ist eine typische Geschichte aus
dem Buch Richter, die ein historisches Ereignis wiedergeben möchte und
dabei sehr detailliert auf die relativ kurze Zeit des Gelübdes Jeftahs eingeht,
anstelle den Krieg zu beschreiben. Somit liegt der Schwerpunkt deutlich auf
dem Gelübde, das Jeftah kurz vor der Schlacht in dem Gebiet der
Ammoniter machte und dann nach dem Krieg an seiner Tochter in Mizpa
vollzog.
Erzählte Zeit Sofort bemerkt man, dass der längste Teil der Geschichte, nämlich der
& Erzählzeit: Krieg nur in einer sehr kurzen Zeit beschrieben wird, obwohl dieser
sicherlich mehrere Monate, wenn nicht sogar Jahre andauerte. Das
ausmachen des Gelübdes hingegen, dauerte sicherlich nur ein paar
Sekunden. Als Jeftah nun nach Hause kam, dauerte es auch nur einige
Minuten, bis er erkannte, dass seine Tochter herauskam und er sich an sein
Gelübde erinnerte. Doch es wird berichtet, dass es noch mindestens zwei
Monate dauerte, bis das Gelübde vollzogen wurde. Die Tabelle auf der
2.Seite gibt diesen Kontrast noch einmal anschaulich wieder.
Autoren: Auch wenn wir nicht genau wissen, wer der reale Autor des Buches Richter
ist, so ist sicher, dass der Explizite Autor, Jeftah nicht der Verfasser dieser
Geschichte ist. Der reale Autor ist hier ein auktorialer, allwissender
Erzähler, der jedes einzelne Gespräch und alles Gesagte über mehrere Jahre
hinweg kennt und beschreibt. Mehrmals wird auch zwischen Perspektiven
gewechselt, so z.B. von der Null-Perspektive (V.32-34) zur internen
Perspektive bei der direkte Rede zwischen zwei Personen (V.35-38), und
schließlich zur externen Perspektive (V.39-40), bei der Jeftah seine Tochter
opfert und damit sein Gelübde vollzieht, jedoch erfahren wir nichts über
seine Gefühle dabei und danach.
Beobachtungen: Ganz klar kommt bei dieser Erzählung das Thema „Menschenopfer“ auf.
Und die Frage, die sich hier stellt ist, war es gut, dass Jeftah solch ein
Gelübde ablegte und auch letztlich vollzog? Wir erfahren nicht wie Gott
darauf reagiert. Uns wird nur gesagt, dass der Herr die Ammoniter in die
Hände Israels gab.
Übernahm Jeftah damit eine kanaanitische Praxis und damit Unrecht?
Erzählte Zeit und Erzählzeit:

Erzählte Zeit: Story: Erzählzeit:


Wenige Sekunden Jeftah spricht das Gelübde aus. V. 30 - 31
(<10 Sek)

Mehrere Monate, Jeftah zieht in den Krieg gegen die Ammoniter. (Viel V. 32 - 33
vielleicht Jahre Zeit muss vergehen, da der Weg alleine schon mehrere
Kilometer weit ist und dazu hat er 20 Städte bekämpft
und erobert.)

Wenige Minuten Nachdem er zu Hause ankommt sieht er seine Tochter V. 34 -


und spricht mit ihr. Dabei erlaubt er ihr auch zwei
Monate in die Berge zu gehen und zu trauern.
Zwei Monate Die Tochter Jeftahs trauert und kehrt danach zurück zu V. 38 – 39 a
ihrem Vater.

Einige Stunden Jeftah vollzieht sein Gelübde und opfert seine Tochter V. 39 b

Über mehrere Jahre Vier Tage des Trauerns um Jeftahs Tochter. Jedes Jahr V. 40
hinweg erneut
Geschichtsschreibung