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Nr.

16/März– Mai 2009


www.daheim-magazin.de
EDITORIAL
2

Liebe Leser,

seit einiger Zeit laufen eigenartige Wesen durch unsere Innenstädte. Sie sind klein, haben einen runden Kopf und röcheln wie Grem-
lins vor der Metamorphose. Trotz oder gerade wegen seiner Hässlichkeit ist der Mops aber ein sehr liebenswürdiger Hund. Er ist nur
meistens krank und das schon seit seiner Geburt. Der Mops gehört zu den überzüchtesten Tieren. Menschen züchten Tiere aber nicht
erst seit ein paar Jahren, wir greifen aktiv in die Evolution ein (oder werden von ihr benutzt – je nach Perspektive): 15 Rassen machen
insgesamt 90 Prozent aller Nutztiere aus. Desewegen lautet unsere Titelgeschichte „Armer Mops“.

Außerdem geht es in dieser Ausgabe um Getränkehändler und Kindersoldaten und ihre Gedanken über Deutschland,
sowie den langen Krieg der ersten Demokratie der Welt.

Viel Spaß beim Lesen wünscht die daheim-Redaktion!


02 EDITORIAL

03 INHALT

04 PROPAGANDA

05 DENK ICH AN DEUTSCHLAND Menschen, die sonst niemand fragt, sprechen über dieses Land

08 ZUCHT
09 VON EINS BIS ZEHN Zehn Gedanken über Zucht und Züchtigung
10 ARMER MOPS Menschen züchten Tiere seit Jahrtausenden. Nur in den letzten Jahrzehnten sind dabei Rassen entstanden, die kaum noch lebensfähig sind.

KOLUMNE
13 DAMENGEDECK Meredith Haaf über den Sex der Frauen

INHALT
3

15 STERBEN LERNEN
19 DIE KRISE DER ARMEN Wer mit Luxus handelt, dem ist die Rezession egal

KOLUMNE
21 VERGANGENHEITSBEWÄLTIGUNG Philipp Mattheis über den langen Krieg der ersten Demokratie der Welt

27 LICHT WARE. MARKT. ÖKONOMIE. Evi Lemberger In Moskau.

KOLUMNE
30 SELBSTBESCHRÄNKUNG Heinz Helle steckt im Tunnel.

31 IMPRESSUM
PROPAGANDA
Text HEINZ HELLE
Kreation NELLI QUIRING
DENK ICH AN
DEUTSCHLAND
NAME DER RUBRIK 5

Menschen, die sonst niemand fragt, sprechen über dieses Land.


ATAK STOMAN, 27, Ich finde, dass die Integration in Deutsch- schätze ich die Demokratie. Die Men-
VERKAUFT GETRÄNKE IN MÜNCHEN land recht gut funktioniert. Man muss als schenrechte werden geachtet. Es gilt das
Ich arbeite gerne im Getränkeladen. Man Ausländer bereit sein, sich an die Regeln Prinzip der freien Meinungsäußerung. Das
lernt viele nette Leute kennen, man be- des Landes anzupassen, dann hat man gibt es alles in Afghanistan nicht. Dass
grüßt sich auf der Straße und kennt sein auch keine Probleme. Man hat es selbst Deutschland mit Soldaten in Afghanistan
Viertel irgendwann richtig gut. Das Glo- in der Hand. Bei mir hat es alles gut ge- ist, finde ich gut. Es muss dort Ordnung
ckenbachviertel mag ich, es ist so ruhig klappt. Meine Freunde sind heute zur geschaffen werden. Es ist aber wichtig,
und friedlich. Die Menschen sind so ge- Hälfte Deutsche und zur anderen Hälf- dass den Menschen auch geholfen wird,
lassen. Es gibt auch viel mehr junge Leu- te Ausländer. Eigentlich komme ich gar und es nicht irgendwann nur noch um
te, als in anderen Stadtteilen. Das finde nicht aus München. Ich bin in Aschaffen- Eigeninteressen des Westens geht. Das
ich schön, weil man sich mit jungen Men- burg geboren, habe dann ich Bonn gelebt Problem ist, dass es so viele Hilfsorga-
schen mehr unterhalten kann. Mit älteren und in Russland. Mein Vater hat für die nisationen vor Ort gibt, aber sie werden
funktioniert das aber auch. Wenn sie ein- Regierung Afghanistans als Diplomat ge- nicht unterstützt. Die Regierung in Kabul
sam sind, ist man als Getränkehändler arbeitet. Er war bis 1997 Botschafter in macht so viele Fehler. Die kleinen Leute
manchmal einer der wenigen Ansprech- Deutschland. Deswegen bin ich viel ge- bekommen von der Hilfe gar nichts ab.
partner, die sie haben. Dann erzählen sie reist. Aber Deutschland ist meine Heimat. Aufgezeichnet von GORDON REPINSKI
mir sehr viel. Von einigen meiner Kunden Die Menschen hier sind selbständiger,
kenne ich mittlerweile das halbe Leben. ganz anders als in Asien. Besonders

NAME DER RUBRIK 6

KATJA THATER, 42, gewonnen, danach habe ich bald ange- eben. Pünktlichkeit, Ordnung, Pflichter- Sachen unaufgeregter um. Beim Pokern
IST DEUTSCHLANDS ERFOLG- fangen Cash-Games zu spielen, seit zwei füllung – für mich sind das typisch deut- lernt man, sich zu beherrschen, Dinge
REICHSTE POKERSPIELERIN Jahren nehme ich auch an Turnieren sche Eigenschaften. Leider aber auch zu seinen Gunsten zu kontrollieren und
In unserer Familie war ich die einzige, die Teil. Als ich angefangen habe zu pokern, Freudlosigkeit und Neid. Die Deutschen nachzudenken, bevor man etwas macht.
nie Karten gespielt hat. Mein Vater spielt waren meine Eltern und meine Freunde müssen vor allem noch lernen, das Le- Nervös werde ich nur, wenn ich meinem
Skat, meine Mutter Doppelkopf und es gibt nicht sehr begeistert. Das Spiel hat heu- ben mehr zu genießen, mehr lachen, Mann bei einem Turnier zusehe. Das ist
kein einziges Kinderbild meiner Schwe- te einen ganz anderen Ruf als vor zehn nicht mehr so viel jammern. Gönnen kön- in etwa so, als stehen Sie unten an der
ster ohne Rommé-Karten. Mein Mann Jahren. Damals war es so, als würde ich nen. In südlicheren Ländern freut man Achterbahn und Ihre Kinder sitzen drin.
ist Pokerspieler und hat immer versucht, sagen, ich gehe in „Erikas Eck“ auf dem sich zum Beispiel, wenn die Gattin des Aufgezeichnet von CHRISTOPH GURK
mich zum Spielen zu überreden, mir war Kiez und spreche fremde Männer an. Landesoberhauptes schick und teuer ge-
das aber suspekt. Trotzdem habe ich ihn Dabei war Poker in anderen Ländern im- kleidet ist. Bei uns heißt das „Verschwen-
auf Turniere begleitet. Irgendwann hat er mer populär, die Deutschen galten da als dung von Steuergeldern“. Da haben die
mich gefragt, ob ich kurz für ihn einsprin- Exoten. Die Medien haben hier viel dazu Deutschen irgendwie einen Drehwurm im
gen könnte. Das war reine Berechung, beigetragen, das Spiel transparenter zu Kopf. Neben dem Pokern führe ich heute
als Pokerspieler sagt man, er hatte einen machen, die Leute verlieren die Angst, eine Marketing GmbH und züchte Pferde.
guten „Tell“ oder „Read“ auf mich, da er Poker könnte etwas unseriöses sein. Die Die waren schon immer meine Leiden-
wusste, dass ich das kann. Mein Mann Deutschen spielen anders als die Ame- schaft, das liegt bei uns in der Familie.
kam nicht wieder und ich habe das Spiel rikaner, viel mathematischer – deutsch Seit ich Poker spiele gehe ich mit vielen
BERNIE, 37, oder Zivildienst machen, ich wurde wegen schnell wie möglich wieder weg aus Mün-
SCHREINER UND PUNKER einem Herzfehler ausgemustert und bin chen, dann habe ich aber meine jetzige
Das erste Mal Punk habe ich irgendwann nach München gezogen. Ich habe ange- Freundin kennen gelernt. Wir wollten zu-
Anfang der 80er gehört. Mein älterer Bru- fangen, in einer Bar und auf dem Bau zu sammen ziehen, also hab ich angefangen
der hat damals eine Platte mit nach Hause arbeiten, irgendwann wurde mir das aber als Schreiner zu arbeiten, heute mache ich
gebracht, irgendeinen Sampler auf dem zu doof, die Leute in München waren Messestände. Deutschland ist ein faules
auch Deutsche Bands drauf waren. Ich alle so kleinkariert. Mit meiner damaligen Land, die Leute in meinem Alter gehen
fand das sofort super und habe mir bald Freundin bin ich dann nach Frankreich zwar arbeiten, aber um fünf hört für die
meine eigene Musik gekauft, angefangen und Spanien getrampt, wir haben auf ir- der Tag auf. Manche gehen ins Kino oder
auf dem Marktplatz abzuhängen und zu gendwelchen Feldern gepennt und uns Theater, selber was machen tun aber die
schnorren. Damals habe ich das gemacht, tagsüber Essen geschnorrt. In Bilbao ist wenigsten. Wenn ich heute auf einem Kon-
um zu provozieren, das Geld war mir egal. sie dann mit einem Spanier abgehauen zert bin, dann gehöre ich zu den ältesten,
Bei uns gab es eine ziemlich große Cli- und ich bin zurück nach Deutschland. In auf den Demos sind immer nur Teenager
que, wir sind immer zusammen zu Kon- München hatte sich meine Clique ganz oder alte Omis. Ob jemand Punkrock hört
zerten gefahren und haben gefeiert. Das schön verändert, alle haben auf einmal bis er 40 ist, ist mir egal. Aber ich finde es
war manchmal ganz schön wild, trotzdem studiert oder gearbeitet, niemand wollte schlimm, dass 99 Prozent der Leute ihr En-
hab ich irgendwie mein Abi geschafft. Mei- mehr auf Konzerte gehen oder sich poli- gagement nur auf die Arbeit beschränken.
ne Freunde mussten dann alle zum Bund tisch engagieren. Eigentlich wollte ich so Aufgezeichnet von CHRISTOPH GURK

NAME DER RUBRIK 7

HENRY, 17, WAR KINDERSOLDAT UND mal musste ich mitansehen, wie Soldaten Momentan lebe ich in einem Asylbewer-
LEBT IN EINEM ASYLBEWERBERHEIM eine schwangere Frau vergewaltigten. Als berheim in Regen. Der Wald dort erinnert
Ich komme aus Sierra Leone. Dort war bis sie fertig waren, schlossen sie Wetten über mich an die Zeit im Lager der Rebellen. Ich
vor acht Jahren Bürgerkrieg. Als die Re- das Geschlecht des Ungeborenen ab. Sie habe Alpträume, in denen sich die ande-
bellen mich und meine Mutter gefangen schnitten ihr den Bauch auf, um es heraus- ren Asylbewerber gegen mich verschwö-
nahmen, war ich neun Jahre alt. Sie mach- zufinden. Ein anderes Mal musste ich bei ren und mich vor ein Tribunal stellen. Ich
ten aus mir einen Kindersoldaten. Über ein einer Massenvergewaltigung mitmachen. muss meine Taten büßen. Die Chancen,
Viertel der Rebellentruppen waren Kinder. Sie drohten mich zu erschießen, wenn in Deutschland Asyl zu erhalten, stehen
Aber ich hatte Glück, ich wurde nicht an ich mich weigere. Es fällt mir immer noch schlecht. Kindersoldat gewesen zu sein,
der Front eingesetzt. Die meiste Zeit habe sehr schwer, über solche Dinge zu spre- genügt nicht. Ich muss eine aktuelle Ver-
ich als Späher gearbeitet. Ich habe mich in chen. Aber ich muss es tun, es hilft mir. folgung nachweisen. Sierra Leone ist zwar
das Lager der Regierungstruppen geschli- Ich fühle mich schuldig, obwohl ich weiß, noch immer eines der ärmsten Länder der
chen und die Soldaten um Essen angebet- dass ein Kind nicht schuldig sein kann. Welt, aber der Bürgerkrieg ist beendet.
telt. Am Abend kehrte ich mit Informationen Erst recht nicht, wenn man es zwingt. Vor Aufgezeichnet von PHILIPP MATTHEIS
über die Feinde zurück. In der Zwischen- drei Monaten bin ich als blinder Passagier
zeit behielten die Rebellen meine Mutter mit einem Schiff nach Deutschland ge-
als Pfand im Lager. Sie ist schon lange tot, kommen. Ich will eine zweite Chance, ich
sie starb an den Spätfolgen der Folter. Ein- möchte noch einmal von vorne beginnen.
ZUCHT
8
1. Zucht hat ein Ziel 2003 kam in den USA der GloFish® in den Handel. Eine amerikanische Firma hatte sich den genveränderten und deswegen fluores-
zierenden Zebrabärbling schützen lassen. In der EU ist der Vertrieb des „gentechnisch veränderten Organismus“ strafbar.

2. Menschen züchten sich selbst I „Gewiss verdankt das Volk von Sparta dieser künstlichen Auslese oder Züchtung zum großen Teil seinen seltenen Grad an männ-
licher Kraft und rauer Heldentugend.“, sprach der Zoologe Ernst Haeckel. Die Spartaner töteten schwache, missgebildete und kränk-
liche Säuglinge – Adolf Hitler war ein Bewunderer der antiken Militärdiktatur.

3. Menschen züchten sich selbst II Aufgrund des Prinzips der „Ebenbürtigkeit“ weist der europäische Hochadel einen sehr hohen Verwandtschaftsgrad auf. Rechnet
man zwölf Generation zurück, hätte die Kaiserin von Österreich, Maria Theresia, theoretisch 4069 Ahnen haben müssen. De facto
waren es aber nur 569. Man spricht in diesem Fall von einem Ahnenschwund von 87 Prozent.

4. Doch die Evolution ist blind Die Natur wählt nicht die Besten oder Angepasstesten aus. Die Evolution funktioniert, weil ständig eine große Anzahl scheinbar
schlecht angepasster Mutationen entsteht. Dies trägt dem Umstand Rechnung, dass sich die Umweltbedingungen ständig ändern
und sich einer dieser scheinbaren Fehler plötzlich als nützlich erweist.

5. Gewalt kommt aus der Mode „Denn wen der Herr liebt, den züchtigt er; er schlägt mit der Rute jeden Sohn, den er gern hat.“ - Hebräer 12:6. Erst seit dem Jahr
2000 ist das Schlagen von Kindern in Deutschland verboten. In zahlreichen EU-Ländern, darunter Großbritannien und Frankreich
haben Eltern bis heute ein „Züchtigungsrecht“.

VON EINS BIS ZEHN


Zehn kurze Thesen zur Zucht NAME DER RUBRIK 9

6. Menschen machen Tiere Mulis, Kreuzungen zwischen Pferdestuten und Eselhengsten, sind gutmütiger als Esel und belastbarer und schlauer als Pferde. Nur
können sie sich untereinander nicht fortpflanzen. Den Liger gibt es wirklich, er ist eine Kreuzung aus Löwe und Tiger, der nur in Zoos
und Zirkussen vorkommt, da sich Löwe und Tiger in freier Wildbahn nicht über den Weg laufen.

7. Das meist gezüchtete Tier Der Hund ist wahrscheinlich das am frühesten domestizierte Lebewesen. Seine Züchtung begann wahrscheinlich vor 14.000 Jahren.
ist der Hund Bei keinem anderen Landwirbeltiere ist Spannweite der Körpergröße so groß wie beim Hund.

8. Nur Mutanten vertragen Milch Nur ein Bruchteil der Weltbevölkerung verträgt Milch. Die Fähigkeit, Milchzucker abzubauen, entstand vor etwa 8000 Jahren. Da
diese genetische Minderheit größtenteils in Nordeuropa und Nordamerika lebt, galt Laktoseintoleranz lange Zeit als Krankheit.

9. Am Inzestverbot wird gerüttelt Am 26. Februar 2008 entschied das Bundesverfassungsgericht, das Inzestverbot in Deutschland sei nicht zu beanstanden. Den Be-
schluss kritisierte die Deutsche Gesellschaft für Humangenetik: Das erhöhte Risiko, dass Kinder an rezessiv vererbten Krankheiten
erkranken können, rechtfertige nicht den Eingriff in die sexuelle Freiheit eines Paares. Das Risiko bestehe schließlich auch für Kinder
mit nicht blutsverwandten Eltern.

10. Mischlinge sind besser Als „Heterosis-Effekt“ bezeichnet man die besondere Vitalität und ausgeprägte Leistungsfähigkeit von Mischlingen.
war der Mops ein Prestigehund, bestimmt
für die noble Oberschicht im alten China.
Mit der europäischen Expansion kam er
nach Europa, wurde zum Schosshünd-
chen und Darling des europäischen Adels,
dann zum Sinnbild des Bürgertums und
schließlich zu einem Modehund. Damals
war der Mops noch gesund und größer,
seine Beine waren länger und er hatte
eine Schnauze, keine platte Nase. In den
50er Jahren begann der Mops sich zu ver-
ändern, oder besser gesagt: die Züchter
begannen damit. Der Kopf des Mopses
wurde kleiner gezüchtet, der Kiefer ging
zurück, die Schnauze verschwand. Das
einzige, was größer wurde, waren die Au-
gen. Die entzündeten sich zwar schnell,
dafür sah der Mops durch die großen Kul-

ARMER MOPS Illustration EKATERINA GRIZIK


Menschen züchten Tiere seit Jahrtausenden. Nur in den letzten Jahrzehnten sind dabei Rassen entstanden, NAME DER RUBRIK 10

die kaum noch lebensfähig sind. Von CHRISTOPH GURK.

Emma röchelt. Immer stärker und schnel- leraugen tapsig und niedlich aus. Allein:
ler schnappt sie nach Luft, reißt die Au- Luft bekam er keine mehr.
gen auf. Das Keuchen wird lauter, ein Denn durch die extreme Züchtung passt
tiefes Grunzen und Rasseln kommt aus all das, was nun mal in einen Mund gehört,
Emmas Körper, wie ein altersschwacher beim Mops nicht mehr in die Schnauze:
LKW, der einfach nicht anspringen will. Die Zunge hängt heraus und die Zähne
Frau Willms kennt das schon. Sie ist die des Unterkiefers ragen aus dem Mund
Besitzerin von Emma, einem kleinen, wie die Hauer eines Wildschweinebers.
dicklichen Mops. Emma hat aus einem Das Gaumensegel hängt lose in den
Wurf von drei Welpen als einzige über- Mundraum und verstopft zusammen mit
lebt, krank von Geburt an, seitdem pflegt dem Zäpfchen den Rachen - und damit
Frau Willms sie. Die zwei Geschwister die Atemwege. Der Mops bekommt keine
und die Mutter sind an dem gestorben, Luft mehr, röchelt, versucht mit aller Kraft
an dem auch Emma über kurz oder lang Luft in die Lungen zu pumpen. Mopsen
eingehen wird: Brachycephalie, Rund- nennt man das, ein lustiges Wort. Dabei
köpfigkeit. Keine Ausnahme bei Möpsen, ist es einfach nur langsames Ersticken.
sondern eher die Regel. „Das ist nicht so, wie wenn man sich
Früher war das anders, vor 200 Jahren auf dem Speicher aufhängt“ sagt Frau
Willms. Wenn sie über ihre Hunde redet, so langen Ohren, dass sie nicht laufen Willm’s Mops trächtig, Emma kam, von
dann wirkt sie manchmal wie eine mili- können und Wellensittiche mit abnorma- Geburt an krank. Frau Willms hatte nun
tante Kriegsgegnerin. „Die Erstickungs- len Federwachstum. Die haben offiziellen zwei schnaufende Hunde und ging zu
anfälle kommen immer wieder, die Hunde Namen „Featherduster“, Staubwedel. anderen Ärzten, aber alle sagten „ganz
schnappen nach Luft - und dann ist es Viele dieser Anomalien machen die Ras- normal für einen Mops.“
plötzlich wieder vorbei. Aber es kommt sen besonders gefragt. Manchmal aus Dann traf Frau Willms Gert Hauke. Der
wieder, immer schneller und in immer rein praktischen Gründen: Wer schon Schauspieler hatte schon ein Sachbuch
kürzeren Abständen“. Für Emma hat Frau immer eine Katze wollte, aber außerdem über Hunderassen veröffentlicht und sich
Willms ein Asthmaspray gekauft, das hilft auf teure Einrichtung steht, der kann sich für den Mops eingesetzt. Er erklärte Frau
manchmal. eine Munchkin-Katze kaufen. Die hat Willms, dass das Leiden der Möpse nicht
extra kurze Beine, so wie ein Dackel. normal ist, kein Naturgesetz, sondern
Gefragte Anomalien Klettern kann sie damit nicht, Möbel zer- eine Folge der Zucht. Für ihre Hunde war
Die Förderung oder Duldung von Merk- kratzen aber auch nicht. Andere Rassen es zwar zu spät, für die Rasse aber noch
malen bei der Zucht, die mit Schmerzen, erfüllen Schönheitsstandards, so wie der nicht. Frau Willms beschloss, den Mops
Leiden, Schäden oder Verhaltensstö- Shar-Pei, der Faltenhund, den in seinen zurückzuzüchten.
rungen für das Tier verbunden sind, sind Hautlappen ständig Entzündungen pla- „Bei der Rückzüchtung muss man Tiere
in Deutschland verboten. So steht es im gen, der Bernhardiner mit seinen treudoof suchen, die eben jene Merkmale nicht
Paragraph 11b des Tierschutzgesetzes. hängenden Augen oder auch der Mops. aufweisen, die man versucht zu vermei-

NAME DER RUBRIK 11

Qualzucht heißt der Fachausdruck dafür, Weil die Kunden immer mehr Möpse mit den“ erklärt Claudia Salzborn, Tierärztin
ein schwammiges Wort, das bei Züchtern immer größeren Augen und immer rund- vom Tierschutzbund. Frau Willms musste
und Verbänden bisher kaum Eindruck erem Kopf wollten, lieferten die Züchter, dafür mit ihrem Mann bis nach Ungarn
hinterließ. Um das Verbot konkreter zu bereitwillig, obwohl ihnen die Folgen bald fahren, bis dorthin war das „Premiumma-
machen, veröffentlichte das Bundesmi- klar seien mussten. Nachfrage bestimmt terial“ aus Westeuropa nicht gekommen,
nisterium für Verbraucherschutz, Ernäh- eben das Angebot. die dortigen Züchter mussten sich mit
rung und Landwirtschaft 1999 ein Gut- langschnauzigen Möpsen begnügen.
achten für die Auslegung und fügte dem Geplantes Artensterben Die Willms hatten Glück, bei anderen
ganzen eine Liste mit Merkmalen bei. Als Frau Willms ihren ersten Mops kauf- Arten wird die Rückzüchtung oft sehr
Hautentzündungen, Verkrüppelung der te, wusste sie nichts von Qualzucht oder schwierig, Tiere mit bestimmten Merk-
Schwanzwirbelsäule, Kleinwüchsigkeit, Brachycephalie. Sie fand die Hunde nied- malen sind verschwunden und müssen
mangelhafte Ausprägung des Hüftge- lich, mochte das Wesen, die Intelligenz. erst mühsam wieder nachgezüchtet wer-
lenks, Haarlosigkeit, überzählige Zehen „Ich hätte damals aber auch gar keine den. Besonders davon betroffen sind
– die Liste ließe sich wie ein Gruselkabi- andere Möglichkeit gehabt: Alle Möpse die Nutztierrasen. „Die Bauern züchten
nett, der Angriff Tierzombies. Katzen ohne waren so gezüchtet.“ Als ihr Mops zu rö- heute nicht mehr selbst, das machen
Schwanz oder mit Korkenzieherohren, cheln anfing, ging Frau Willms zum Tier- Zuchtbetriebe,“ sagt Dr. Salzborn. „Dort
Hunde mit Hautfalten oder ohne Haare, arzt. „Ganz normal,“ sagte der, „das ist sieht jedes Schwein gleich aus, auf Viel-
Kleinwüchsigkeit. Es gibt Kaninchen mit bei allen Möpsen so.“ Dann wurde Frau falt kommt es da nicht mehr an.“ Mit der
verstärkten Zucht bestimmter Arten ver- reits der erste Wurf in der kleinen Zucht eine möglichst platte Nase haben.“
schwinden andere, und mit ihnen auch von Herrn und Frau Willms war ein voller Theoretisch könnte man Züchter ver-
deren positive Eigenschaften. Von den Erfolg: Die Nasen waren länger, die Wel- klagen, die brachyzephale Hunde züch-
weltweit bekannten 6300 Nutztierarten pen waren agil und bekamen Luft. Emma ten, laut Tierschutzgesetz ist das Qual-
sind 1350 bereits ausgestorben, 15 Ras- konnte zu diesem Zeitpunkt kaum noch zucht. Leider fehlt es aber am Geld. „Wir
sen machen 90 Prozent aller Nutztiere fünf Schritte gehen und war extrem dick müssten jeden Züchter einzeln verkla-
aus, meldet der Tierschutzbund. Nur 4 geworden. Trotz der sichtbaren Erfolge in gen,“ sagt Frau Willms. „Wer kann sich
Schweinerassen liefern 99 Prozent der der Zucht stellte sich der VDH, der Verein das schon leisten?“
Schweine in Deutschland, bei den Kühen für das Deutsche Hundewesen, stur. Er Der Tierschutzbund versucht das The-
sieht es ähnlich aus. blieb bei seinen Rassestandards, stellte ma Qualzucht auf der Agenda zu halten
Die ökonomischsten Arten setzen sich nur Möpse mit platten Schnauzen auf das und die Käufer zu sensibilisieren. Nur
durch, werden hochgezüchtet und wei- Treppchen und ignorierte die Erfolge von wenn die Kundenpräferenzen sich än-
terentwickelt, bis zu den Grenzen der Herrn und Frau Willms. dern, macht das auch Eindruck auf die
Natur und darüber hinaus. „Bei Puten Züchter. Im MPRV e.V. wurden schon
ist vor allem der Brustmuskel gefragt“ 50 Jahre Zuchtfehler über 1000 Möpse geboren, alle gesund
erklärt Dr. Salzborn. „Es gibt deshalb Für sie wurde der erste Wurf so zur Ent- bis auf einen. In nur sieben Jahren haben
Züchtungen, bei denen dieser so stark scheidung: Entweder die Kunden sprin- die Willms mit ihrer Zucht fast 50 Jahre
ausgeprägt ist, dass die Beine das Ge- gen auf die Hunde an, oder die Willms Zuchtfehler wieder rückgängig gemacht.

NAME DER RUBRIK 12

wicht nicht mehr tragen können. Die Tiere hätten aufgehört. Aber die Kunden ka- Emma schnaufte und litt während dieser
fallen vorne über. Früher mussten Nutz- men - und mit ihnen auch die Züchter. Zeit, acht Jahre lang, kurz vor Weihnach-
tiere verschiedene Funktionen erfüllen: Über 100 von ihnen züchten heute wie- ten starb sie.
Der Ochse musste den Pflug ziehen, die der Möpse mit normalen Köpfen, dafür
Kuh gab Milch und beide dienten zudem haben die Willms sogar ihren eigenen
als Fleischlieferanten. Heute ist entweder Verband gegründet, den Mops Pekine-
die Milch oder das Fleisch gefragt. Es gibt sen Rassehunde Verband, MPRV e.V.
heute Rassen, die eine so hohe Milch- Der VDH stellt sich dagegen weiter auf
produktion haben, dass sie mit Kraftfutter Stur, kann aber die Erfolge des neuen
gefüttert werden müssen. Normales Gras Verbands nicht leugnen. „Der sagt nun,
kann den Bedarf dieser Kühe nicht mehr dass die Züchter schuld wären: Sie hät-
decken, auf der Weide würden sie ver- ten die Standards der Zucht übererfüllt,
hungern.“ das sei der Grund für das Leiden der
Gefördert wird das alles durch die Ras- Möpse“ sagt Frau WIllms. „Das stimmt
sestandards der Zuchtverbände. In der aber nicht, das ist eine Lüge. Der VDH
Landwirtschaft sind das mächtige Lob- will nur einfach seinen Fehler nicht zuge-
bys, aber auch in der Heimtierzucht ist ben. Auf Veranstaltungen setzt der immer
nur schwer gegen sie anzukommen. Be- noch nur Hunde auf das Treppchen, die
Eigentlich sollte es hier diesmal darum lichkeit oder die Gelegenheit Sexualität
gehen, worüber gesprochen wird, im außerhalb der entsprechend nackten
Sinne von Frauen vs. Männer. Aber ir- oder nackt werdenden Situation zu insze-
gendwie ist mir heute mehr nach Sex, ich nieren. Wenn es um positive Besetzung
hoffe, das ist für euch auch in Ordnung? geht, dann assoziiert die Gesellschaft
Vielleicht erstmal einen Drink. nicht Männlichkeit mit Erotik – Schwule
Abgesehen davon gehört es sich ja be- dabei mal ausgenommen – männlich ist:
kanntlich bei der Analyse nicht, Form und stark, schnell, kraftvoll, klug. Erotik wird in
Inhalt zu trennen. Die Sache ist aber: der Werbung, in der Pornografie aber so-
Frauen und Sex, beziehungsweise Erotik gar – das wage ich, ohne empirische Be-
– sind diskursiv so dermaßen miteinander lege jetzt mal zu behaupten, Cheers! – in
verschränkt, dass man ehrlicherweise sa-
gen muss: Es wird nichts verhandelt, was
der Imagination von Frauen mit Weiblich-
keit assoziiert. Potenz ist nicht mit Sex zu 100%
Frauen betrifft, ohne, dass ihr Sex mit hi-
nein pfuscht.
In der Literatur und der Kunst wird das
verwechseln, da geht es ums Können.
Ein Mann hat Sex, im doppelten Sinne, er
drückt ihn nicht aus. Ich kann den Hintern
SEX
männliche Begehren zumeist als eine Art des Jungen, der neben mir in der Kneipe
höhere Gewalt beschrieben. Sie ist dem steht, unter seiner Jeans-Hose überaus

DAMENGEDECK Illustration EVA BOLTZ


Frauen und Männer sind gleich. MEREDITH HAAF sagt, was fehlt. NAME DER
KOLUMNE
RUBRIK 13

Mann einerseits irgendwie essenziell zu- sexy finden. Das bleibt eine subjektive
geordnet, sie bestimmt sein Wesen also Erfahrung, von der maximal der Junge
in irgendeiner Form mit. Andererseits selbst erfährt.
erlebt er sie als etwas, das die Grenzen Frauen, ganz anders: sind von ihrem Sex
seiner Selbstkontrolle immer wieder mas- umhüllt, sie entkommen ihm nicht. Das
siven Belastungen aussetzt. Je stärker Mädchen, das in der Bibliothek ihre her-
der Mann seiner Sexualität ausgeliefert vorragende Taille immer in edle Kasch-
ist – und zwar dem triebhaftem Aspekt mirkleidchen schmiegt, ist ein kollektives
seiner Sexualität, nicht seiner Existenz Erlebnis, an dem alle teilnehmen. Der
als sexuelles Wesen – desto geringer sei- Sex der Frau ist kein temporärer Gegner,
ne Menschlichkeit. Gute Beispiele dafür mit dem sie ringt, er ist immer da, weil ihn
sind Figuren wie etwa Humbert Humbert die anderen immer sehen. Und wenn sie
in Nabokovs Lolita, viele Protagonisten ihn nicht sehen, ist es auch Mist.
von Houellebecque, Harold Bloom in Za- Der Sex der Frau ist eben nicht nur Be-
die Smiths On Beauty. gehren, sondern auch: Selbstgefühl („Ich
Vor allem: Der Sex des Mannes sitzt in fühle mich heute sexy, weil ich probio-
ihm, er hat seinen festen Platz in seinen tischen Joghurt gegessen habe und mein
Lenden. Ein Mann hat selten die Mög- Bauch daher flach ist“) – die Außenwir-
kung (das T-Shirt, wo man „Ansatz“ sieht) dungsgeste interpretiert werden darf. In
– die Konkurrenz („Krasses Kleid!“) usw. der dauernden Selbstüberprüfung, der
Frauen haben ja überhaupt schon mal sich so viele unterwerfen, auch wegen
mehr Geschlechtsmerkmale als Männer, des Umstandes, dass Schinken und Mö-
das ist das eine. Dass in der Literatur den bel angepriesen werden mit Bildern, die
Frauen zumeist eine eher passive Se- Sex implizieren. Ich frage mich: Stellen
xualität zugestanden wird, ist zwar eine sich Männer die Frage, ob ihre Brust-
Platitüde. Es ist klar, dass Frauen ent- muskulatur Badinstallationen verkaufen
weder Objekte der Begierde sind, oder könnte?
ihre Begierde – wenn sie nicht auf den Frauen ziehen sich manchmal bestimmte
adäquaten Prinzen gerichtet wird – ihnen Kleidungsstücke an, weil sie sich sexy
zum Verhängnis werden muss: Verar- fühlen. Wenn sie eine Einheit in Form und
men (Effi Briest), Vergewaltigung (Scar- Inhalt mit ihrem Sex gefunden haben,
lett O’Hara), Verfettung (Bridget Jones). wenn sie das Gefühl haben, sexy auszu-
Was daran aber wichtig ist: Der Sex ist sehen und sich dabei nicht bedroht oder
der Frau auf eine Art und Weise diskur- diskriminierungsfähig zu fühlen – dann ist
siv zugeordnet, der die Frau dazu zwingt, das ein Grund, zu feiern. Ich frage mich,
sich ständig zu ihm in Bezug zu setzen. ob Männer solche Kleidungsstücke auch
100%
100%
SELBST-
SELBST-
WERT-
WERT-
GEFÜHL
KOLUMNE 14

GEFÜHL
Politisch gesehen in der Frage der repro- haben. Ich hoffe, nein, denn das fehlt nun
duktiven Selbstbestimmung und der Tat- nicht.
sache, dass die besondere Fähigkeit des Natürlich sollte ich nicht vergessen zu
weiblichen Körpers, Kinder auszutragen erwähnen, dass Frauen mit ihrem Sex
als Begründung für eine breite Palette be- auch bei der Sexyzeit selbst idealerweise
sonderer Ungerechtigkeiten genutzt wird. eine Einheit bilden. Was dann eigentlich
Auf der Ebene der persönlichen Sicher- die größte und ausgelassenste Party von
heit – weil jede Frau der Möglichkeit einer allen sein sollte. Aber wenn es nach der
Vergewaltigung ins Auge geblickt hat, hy- pornisierten Massenkultur und den Linge-
pothetisch oder praktisch. Und weil trotz rie-Herstellern geht, ist es selbst da noch
allem wissen darüber, dass Vergewalti- eine harte Aufgabe und beständiges Be-
gungen nie sexuell sondern gewalttätig mühen, die Einheit von Form und Inhalt
motiviert sind, immer noch davon ausge- herzustellen.
gangen wird, dass sie ohne den Sex der
Frau nicht statt finden würden. Meredith Haaf ist Mitbetreiberin des feministischen
Aber auch im Alltag: Wenn es zu ent- Blogs: http://maedchenmannschaft.net/
scheiden gilt, ob ein Verhalten oder ein und Co-Autorin des Buches „Wir Alphamädchen“.
Kleidungsstück als unfreiwillige Einla-
STERBEN LERNEN
NAME DER RUBRIK 15
DIE KRISE DER ARMEN Illustration Sebastian Schöpsdau
Wer mit Luxus handelt, dem ist die Rezession egal. NAME DER RUBRIK 16

Von RALF HEIMANN.

Sie wollen wissen, was denn jetzt ist mit der Krise. Kommt sie
auch hierher? Vom anderen Ende der Welt ins kleine Münster-
land? Und wenn, wann kommt sie? Der Insolvenzverwalter Mö-
Es ist kurz nach 19 Uhr im großen Saal der Handwerks- nig schaut durch seine runde Hornbrille in die Runde und sagt:
kammer Münster, und wenn man in die Runde blickt, schaut man „Die dunklen Wolken sind längst da.“ Aber niemand reagiert,
auf Menschen in Anzügen, die in den Raum starren, mit dem weil ja noch die Erklärung folgen soll. Mönig sagt, er wolle zu
Sitznachbarn sprechen oder irgendetwas in ihren Blackberry verschiedenen Branchen eine Prognose geben. Für die einen
tippen. Der Insolvenzverwalter Michael Mönig steht an diesem sieht es gut aus, für die anderen schlecht. Für den Einzelhan-
kalten Januarabend ganz vorne im Saal unter einem gewaltigen del und das Handwerk gut, wenn die Firmen solide sind und
Leuchter. Vor ihm sitzen Unternehmer, die zu dieser Zeit an an- genügend Kunden haben. Transport-Unternehmen müssen sich
deren Tagen wohl noch im Büro wären und viel zu tun hätten. Sorgen machen. Aber das wussten die meisten schon. Mönig
Aber jetzt spricht Michael Mönig, sein Thema heißt „Stabilität hat zu jeder Branche ein paar knappe Sätze gesagt. Es ist eine
in der Krise“, und die Unternehmer schauen erwartungsvoll auf halbe Stunde vergangenen. Er weiß also auch nicht mehr, als
seine Lippen. Sie hoffen, dass er mehr weiß als sie. dass die Krise kommen wird. Irgendwie.
Sie sehen also der Krise entgegen. Die Unternehmer warten. In der Ecke steht ein kleiner Tisch, an dem Ullrich Gerlach Platz
Und selbst wenn sie noch nicht da sein sollte, die Krise liefert nimmt. Er schaut ernst durch seine randlose Brille, von hier sieht
schon jetzt eine Erklärung für alles, was nicht so läuft, wie es er auf den Prinzipalmarkt, wo auch die teuersten Modeläden der
soll. Wenn der Jahrmarkt, der in Münster Send heißt, sinken- Stadt ihre Geschäfte haben.
de Besucherzahlen verzeichnet, dann rufen die Zeitungen an Hier oben hat Gerlach noch nicht viel gespürt von der Krise.
und die Frage lautet: Ist das jetzt schon die Krise? Einige sagen Auch wenn gegenüber viel passiert ist im vergangenen Jahr.
dann: Ja, das ist die Krise. Aber vielleicht war es auch nur das Die große Modekette Wehmeyer hat in der größten Einkaufs-
schlechte Wetter. 30 Unternehmen in der 280 000-Einwohner- straße der Stadt ein leeres Kaufhaus hinterlassen. Wenn man
Stadt haben Kurzarbeit angemeldet? Die ersten Vorboten der dort vorbeigeht, sieht man noch immer die Gerippe der Kleider-
Krise? Vielleicht. Dann sind es aber fast nur Bauunternehmen, ständer im Dunkeln stehen. Es sieht aus, als sei das Kaufhaus
und hier liefert die Erklärung ganz sicher das Wetter. geplündert worden. Zwei weitere Traditionsgeschäfte haben
Krisenstimmung. Man könnte Angst bekommen, wenn ein Wort Ende Januar ihre Kleidung in Kisten gepackt und weggefahren.
so allgegenwärtig ist wie dieses. Scheinbar erwarten alle das Die insolvente Warenhauskette Sinn-Leffers wäre auch fast aus
Unheil. Der Maßschneider Ullrich Gerlach kocht unterdessen der Stadt verschwunden. Die Kündigungen waren schon mit der
einen Kaffee. Er hat erst vor kurzem drei Mitarbeiter einge- Post unterwegs, da wurde das Haus doch noch gerettet. Das
stellt und überlegt jetzt, ob er in diesem Jahr noch zwei weitere alles geschah, bevor die Krise kam, von der jetzt alle reden.
Schneider brauchen wird.
Ullrich Gerlach, 55 Jahre alt, sitzt wie hineingewachsen in sei-
nem eigenen Anzug, die rote Krawatte scheint fast zu leuch-
ten. Drüben die Kaufhäuser für den Mittelstand, hier Gerlach. 17
Drüben die Sorgen, hier die Hoffnung auf das nächste Jahr, in
Gerlach ist immer da dem die Krise ankommen wird, aber in dem der Luxus trotzdem
bleibt. Wer auch in der Krise Geld für Luxus hat, der erlebt die
Krise vielleicht so, wie der FC Bayern München in der Fußball-
Ullrich Gerlachs Atelier befindet sich im ersten Stock eines Bundesliga seine Krisen erlebt. Oben an der Spitze, losgelöst
historischen Giebelhauses am Prinzipalmarkt in Münster. An der vom Rest der Welt. Platz zwei kann da für den Trainer ein Kün-
Tür steht „Geschäftszeiten nach Vereinbarung“, aber Gerlach ist digungsgrund sein. Ganz oben hat die Krise eine andere Di-
eigentlich immer da. An sechs Tagen in der Woche, manchmal mension. Luxusvillen sind auch in schlechten Zeiten gefragt. Die
zwölf Stunden am Tag. Vor einigen Jahren, als der Maßschnei- Sportwagenhersteller Lamborghini, Maserati und Rolls Royce
der noch der glanzlose Beruf der Unterschicht war, gab es mehr verkaufen in Deutschland so viele Autos wie noch nie. Opel in
als 70 Maßschneider in der Stadt. Sogar die Polizei und die Bochum hat Kurzarbeit angemeldet.
Feuerwehr trugen Maßuniformen. Heute ist die Ware, mit der
Gerlach handelt ein exklusiver Luxusartikel. Deswegen ist auch
der Beruf exklusiv geworden. Man kann man die Maßschneider Ein Anzug teuer wie ein Auto
in der Stadt an einer Hand abzählen. Einer führt noch im Ren-
tenalter sein Atelier weiter. Außerdem gibt es nur noch ein paar
Änderungsschneider. Auf dem Tisch liegt der Anzug, den vor einigen Tagen ein
Wir gehen in den Raum, wo Ullrich Gerlach seine Kunden emp- Mann mit einem leichten Bauchansatz bestellt hat. Der Bauchan-
fängt. An der Wand hängen zwei hohe Spiegel, auf dem Boden satz wird darin nicht mehr zu sehen sein. Der Mann hat noch
ein edler Teppich, moderne Möbel. An der Stange Maßanzüge. nicht viele Maßanzüge. Er hatte auch keine genauen Vorstel-
Neue, und einige, die ausgebessert werden mussten. lungen. Ullrich Gerlach hat nur in einem Nebensatz erwähnt,
dass Anzüge aus Anden-Lamas, Vicunjas, zurzeit die teuersten 15000 Euro wert ist. Der Träger eines Maßanzugs stellt den Lu-
sind, die man am Markt kaufen kann. Man sieht es dem An- xus nicht unverhohlen zur Schau. Er weiß um ihn. Das genügt.
zug nicht an. Aber wenn Ullrich Gerlach mit der Hand über den In dieser Zeit, in der niemand so recht weiß, wie es weitergehen
geschmeidigen Stoff streift, erkennt man an seinem Gesichts- wird, ist es vielleicht auch klug, Luxus unauffällig zu genießen.
ausdruck, dass dieser Stoff auch für ihn etwas Besonderes ist. Ullrich Gerlach wird in den nächsten Tagen weiter an dem An-
Wenn der Anzug fertig ist, wird er so teuer sein wie ein VW Polo, zug arbeiten. In den nächsten Monaten wird er auch für Frauen
zwischen 12000 und 15000 Euro. Maßkonfektionskleidung anbieten und damit der einzige in der
Der Mann hat nicht lange gezögert. Er musste nicht lange über- ganzen Region sein. Auf dem großen Tisch, in dem er die Ent-
legen. Vielleicht hätte er auch einen Anzug für 20 000 Euro be- würfe der Anzüge auf großen Bögen konstruiert, ist schon jetzt
stellt, wenn es möglich gewesen wäre. kaum mehr Platz. Hat er gar er denn gar keine Angst vor der
Ullrich Gerlach hätte den Anzug jetzt so weit, dass man ihn an- Krise?
probieren könnte. Der Kunde muss in verschiedenen Stadien in
das Stück hinein steigen, bevor es ausgeliefert wird. Und wenn In der unteren Preisklasse, an der Grenze zum Luxus werde
er nicht zu Gerlach ins Atelier kommen kann, aber zwischen 14 auch er es sicher spüren, wenn das Geld erst mal fehlt, sagt er.
und 16 Uhr zwei Stunden Aufenthalt am Frankfurter Flughafen Da wird dann vielleicht der ein oder andere Auftrag ausbleiben
hat, dann fährt Gerlach nach Frankfurt und danach wieder zu- und die Entscheidung auf einen Anzug von der Stange fallen.
rück. Aber was verkauft Gerlach diesem Kunden eigentlich? Ei- Wenn Gerlach durch die Modehäuser läuft, sieht er inzwischen
nen Anzug? auch dort Schilder, auf denen mit Maßarbeit geworben, wo nicht
nach Maß gearbeitet wird. „Da werden die Ärmel gemessen, die
Auch. Aber der Anzug selbst ist nur ein Teil. Ullrich Gerlach lie- Beine. Dann wird das Stück verschickt und kommt wieder zu- NAME DER RUBRIK 18
fert das Gefühl, zu einem exklusiven Kreis zu gehören. Er liefert rück“, sagt er. Begeistert ist er nicht über diese Entwicklung.
ein Produkt, das die kleinen körperlichen Makel kaschiert. Er Es ärgert Ullrich Gerlach ein wenig, aber nicht sehr. Auf die an-
liefert ein straffes Selbstgefühl und ein ästhetisches. „Der Maß- deren Kunden kann er sich ja verlassen, wenn die Krise dann
anzug vereint Sinnlichkeit und Sachlichkeit“, sagt Gerlach. da ist.
Der Maßanzug ist ein distinguierter Luxus. Die Menschen essen
bei Mc Donald’s, kaufen ihre Möbel bei Ikea, die Kleidung bei
H&M. Da hat der Maßanzug etwas Anachronistisches. Es gibt
kaum etwas Exklusiveres. „Ich verkaufe dem Kunden nicht mei-
nen Anzug, sondern seinen“, sagt Ullrich Gerlach. Der Käufer
steigt in eine Anzughose, die noch kein Mensch vor ihm getra-
gen hat. Das wissen nur er und der Schneider. Auch den Preis
kennt sonst kaum jemand. Der Betrachter mag sehen, dass es
sich um einen Maßanzug handelt, aber nicht, ob er 3000 oder
Seit
fünf Jah-
ren herrscht der
„Nikiasfriede“, als die
5000 Athener eine Gesandt-
Hopliten, dazu schaft aus dem sizilia-
Der lange Krieg der ersten Schleuderer, Reiter – das größte Heer nischen Segesta erreicht mit
Demokratie der Welt griechische Herr, das sich jemals einge- der Bitte um Militärhilfe gegen
schifft hatte. Und er, er der stets zum Frie- das mit Sparta verbündete Syrakus.
Er hatte diesen Krieg nicht ge- den gemahnt hatte, war ihr Führer. Das Nikias warnt, doch der charismatische
wollt. Er war immer für den Volk von Athen hatte ihn dazu gewählt. Alkibiades wiegelt das Volk auf. Er über-
Frieden gewesen, hatte für ihn Ihn und Alkibiades. Doch Alkibiades war zeugt die Athener, ein „Präventivschlag“
gekämpft, so sehr, dass man verschwunden. Alkibiades, der Verräter. sei notwendig.

VERGANGENHEITSBEWÄLTIGUNG Illustration EVA-MARIA HEIER


Alles war schon mal da. PHILIPP MATTHEIS erinnert. NAME DER
KOLUMNE
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den Frieden sogar nach ihm benannt Es ist das Jahr 416 vor Christus. Mit
hatte: den „Nikiasfrieden“. Fünf Jahre einigen Unterbrechungen liegen Athen
wertvolle Jahre währte er. Fünf Jahre, in und Sparta seit 16 Jahren im Krieg.
denen es der Demokratie gut ging, die
gewaltige Flotte Reichtümer aus Ägyp- Es ist ein Kampf um Macht, Einfluss und
ten, Kolchis und Sizilien nach Athen Reichtum in Griechenland. Es ist auch ein
brachte. Und nun saß er selbst auf Kampf zweier Systeme: Das demokra-
einen dieser Schiffe auf dem tisch regierte, weltoffene, künstlerische
Weg nach Sizilien und dem Meer zugewandte Athen gegen
und spürte, dass die militaristische, feudale, disziplinver-
dieses Unter- sessene Landmacht Sparta. Während
nehmen dem das militärische Glück Spartas von weni-
Untergang gen tausend bis zur Perfektion gedrillten
geweiht Spartiaten abhängt, gerät Athen immer
war. Und wieder unter den Einfluss kriegs-
mit ihm die besten treiberischer Demagogen.
Männer Athens:
Ein
Jahr lang, in dem
Nikias darüber nachdenkt,
ohne die Eroberung Syrakus’
zurückzukehren. Doch ohne
einen Volksbeschluss würde
Dann würde Sparta in Athen einmarschie- man ihn und seine Männer
ren, die Demokratie abschaffen, die lan- in Athen wahrscheinlich wegen
gen Mauern zum Hafen Piräus schleifen Bestechung verurteilen. Endlich ent-
und eine verhasste Tyrannis installieren. schließt er sich, da kommt es in der Nacht
Nein, Athen musste siegen, um der vor der geplanten Abreise zu einer
Freiheit willen, um des Handels willen! Mondfinsternis. Die Seher raten, dreimal
Nikias ist nun der alleinige Oberbefehls- neun Tage zu warten. Dies besiegelt den Untergang Athens. Es kommt zu
haber des Heeres. Im Frühling des Jahres einer Schlacht, die die Athener verlieren. Sie flüchten ins Landesinnere. Dort werden
414 vor Christus beginnt die Belagerung. sie nach vier Tagen dem Verdursten nahe von den Spartanern gestellt. Alle sterben.

KOLUMNE 20

Die Athener sperren mit ihrer Flotte den Athen konnte sich von diesem Verlust der „Sizilia-
Hafen und beginnen, einen Belagerungs- nischen Expedition“ nicht mehr erholen. Der Krieg
ring um die Stadt zu ziehen. Um Entsatz- währte noch zehn Jahre. Am Ende marschierten die
heere abwehren zu können, errichten die Spartaner in Athen ein, schliffen die Mau-
Griechen eine doppelte Mauer – eine, die ern, beschlagnahmten die
die Bewohner der Stadt einkesseln soll, Flotte und installierten
die andere, um sich selbst gegen spar- eine Diktatur, die
tanische Entsatzheere zu schützen. Die „Herrschaft der 30
Syrakuser erwägen bereits die Kapitu- Tyrannen“. Es en-
lation – nur noch ein kleines Stück fehlt, dete die erste De-
und der Belagerungsring ist geschlossen. mokratie der
In diesem Moment trifft ein spartanisches Welt und das
Heer ein und vereitelt die Schließung des goldene
Rings. Ein Jahr lang stehen sich Bela- Zeitalter
gerte und Belagerer gegenüber. Griechenlands.
LICHT
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WARE. MARKT. ÖKONOMIE. Evi Lemberger In Moskau.


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Im Tunnel.

Im Moment des Eintritts in die Röhre wird das Vibrieren des Motors wieder zum Geräusch. Ein unerwartet hoher Ton erklingt und ver-
schwindet sogleich irgendwo ganz hinten in meinem Bewusstsein, hinter den vorbei heulenden LKWs auf der Gegenfahrbahn, dem
Zischen der nassen Reifen, den Lichtern, den Linien, der Dunkelheit. Das Radio rauscht. Wir sind im Tunnel.
Jeder Meter Straße führt uns tiefer in den Berg hinein, vorbei an grün schimmernden Notrufsäulen und den sich langsam drehenden
Ventilatoren der Abzugsschächte. Die Luft wird schlechter. Hin und wieder eine Haltebucht. Vorne rote Rücklichter neben blendendem
Gegenverkehr. In den Rückspiegel schaue ich gar nicht erst. Aber ich spüre, dass da etwas ist. Es gibt kein Zurück.
Ich habe meinen Platz eingenommen in dieser unterirdischen Karawane, dieser Zweckgemeinschaft für verdichtete Straßenverhält-
nisse. Hier ist die Straße nicht nur unten, hier ist sie links, rechts, oben, überall. Hier drinnen ist alles Straße, und es gibt keine andere
Möglichkeit, als ihr zu folgen. Also rasen wir geradeaus, tiefer und tiefer in den Berg, geordnet und geduldig, ohne zu überholen oder
zu drängeln. Es ist genug Dunkelheit für alle da. Geduldig hockt sie in den schmalen Spalten zwischen Neonröhrenfassung und Decke,
oder sammelt sich, wo der Abstand d zwischen zwei Lampen am Größten ist. Sie ist bereit.

Die Entfernungsangaben an der Tunnelwand


unnelwand markieren die Mitte.

Meine Blicke finden keinen Halt mehr ehr an den Nuancen aus Grüngrau oben und unten, hinten
hinte und vorn. Ich fixiere die Rücklichter vor
mir. Ich stelle mir eine Aussicht vor. Einen Wald, der vorbeifliegt. Irgendwo zwischen den Bäumen
Bäu glitzert ein See. Die Oberfläche kräu-

SELBSTBESCHRÄNKUNG
KUNG
Jeder Mensch ist frei. HEINZ HELLE sucht Grenzen. NAME DER
KOLUMNE
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selt sich in einem sanften Frühlingswind.


swind. Am Ufer sitzen alle Frauen, die ich nicht angesprochen
angespro habe. Sie lesen Bücher über Dinge,
für die ich mich einmal interessiert habe, die zu lernen ich aber nie die Ruhe oder Disziplin hatte. Oder das Gehirn. Sie spielen mit all
den Kindern, dich ich nicht gezeugt habe. Spiele, für die mir das Talent fehlt. Sprechen dabei in Sprachen, von denen ich gerade genug
verstehe, um sie zu identifizieren und
nd so mit Sicherheit zu wissen, dass ich sie nicht kann.
Der Wind wird stärker. Die Baumwipfelpfel bewegen sich irgendwie unnatürlich, sie zittern. Dann
Dan plötzlich Stille. Das Wasser ist weg. Der
See ist leer gelaufen. Mit einem ohrenbetäubenden
hrenbetäubenden Knall schießt eine Kilometer hohe Fontäne
Fon aus der Mitte des leeren Sees senk-
recht in den Himmel. Dann macht es „Klatsch“.
Kl t h“ Und
U d noch h mall „Klatsch“.
Kl t h“ Und
U d dann
d zweimal
i l kurz
k nacheinander. Noch fünf weitere Klat-
scher kann ich unterscheiden, dann verschmelzen alle Geräusche zu einem trägen, schleimigen Rauschen, wie ein Sommergewitter in
dem es Königsberger Klopse hagelt. Als die Einschläge näher kommen, sehe ich, dass es sich nicht um Königsberger Klopse handelt.
Es ist Asphalt. Er bedeckt meine Frontscheibe, meine Heckscheibe und schmiert langsam die Seitenscheiben hinab.
Es wird stockdunkel im Auto.

Erst rieche ich ihn. Dann spüre ich, wie der Asphalt durch die Lüftung in den Wagen kriecht. Meine Füße sind schon ganz umschlossen.
Mein Bauch. Meine Schultern. Es wird kalt.

Der Tunnel ist schon lange vorbei. Aber ich merke es nicht.
IMPRESSUM
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Herausgeber Philipp Mattheis, Ekaterina Grizik

Inhalt Christoph Gurk, Meredith Haaf, Ralf Heimann, Heinz Helle, Philipp Mattheis, Adrian Renner, Gordon Repinski

Programmierung Bernhard Slawik

Illustration/Gestaltung Eva Boltz, Ekaterina Grizik (www.ekaterinagrizik.com), Eva-Maria Heier,


Nelli Quiring, Sebastian Schöpsdau (www.sebastianschoepsdau.de)

Internet www.daheim-magazin.com

Email redaktion@daheim-magazin.de, kreation@daheim-magazin.de, abo@daheim-magazin.de

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