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Schulrecht – gut informiert!

Weiteres über die Bestimmungen des Schulrechts:

Alkohol und Zigaretten … § 9 Schulordnung


 Der Genuss von alkoholischen Getränken in der Schule, an sonstigen Unterrichtsorten und
Schulveranstaltungen.
 Rauchen in der Schule ist grundsätzlich verboten. Mit Erlaubnis des Direktors kann es Schülern in
gewissen Orten der Schule erlaubt sein zu rauchen. Natürlich darf in der Schule nur rauchen,
wer laut Tabakgesetz bzw. Jugendschutzgesetz dazu berechtigt ist.

Leistungsbeurteilung … § 43 SchUG und Leistungsbeurteilungsverordnung


Der Lehrer muss alle erbrachten Leistungen (Schularbeiten, Tests, mündliche bzw. schriftliche
Prüfungen, Mitarbeit, …) eines Schuljahres in die Beurteilung einbeziehen, wobei zuletzt erbrachte
Leistungen wichtiger sind als solche, die schon länger zurückliegen. Das Verhalten des Schülers
sowie Leistungen, die vor dem betreffenden Unterrichtsjahr erbracht wurden, sind für die Benotung
irrelevant. Die Benotung darf nur auf den Leistungen des Schülers basieren. (z.B.: Eine schlechtere
Note mit der Begründung, dass diese den Schüler im zweiten Semester zu besseren Leistungen
motivieren wird, ist natürlich nicht gerechtfertigt.)

Lernzielkontrollen … § 1 (2) LBVO


Eine Lernzielkontrolle dient einzig und alleine der Information des Lehrers über den Leistungsstand
der Klasse. Somit darf sie zwar benotet werden, aber nicht in die Jahres-/Semesternote mit
einfließen.

Grundsätze der Leistungsbeurteilung … § 11 LBVO


 Deine Leistungen müssen sachlich und gerecht beurteilt werden.
 Dein Verhalten in der Öffentlichkeit oder in der Schule ist für die Note irrelevant.
 Sachlich vertretbare Meinungsäußerungen haben die Note niemals zu beeinflussen.
 In Zeichnen, Turnen, Musik und Werken ist bei mangelnden Fähigkeiten der Leistungswille zu
Gunsten des Schülers zu werten.

Mitarbeit … § 4 LB-VO
 Mitarbeit ist grundsätzlich alles, was du im Unterricht, aber auch zu Hause machst.
 Mündliche, schriftliche und graphische Leistungen
 Erarbeitung neuer Lehrstoffe
 Erfassen und Verstehen von Themen im Unterricht
 Leistungen in Zusammenhang mit der Fähigkeit, Erarbeitetes richtig einzuordnen und
anzuwenden.
 Leistungen, die du in Alleinarbeit, aber auch in Gruppenarbeit erledigst.

Dein Lehrer hat eine kontinuierliche Aufzeichnung über deine Mitarbeit zu führen, das heißt, dass
du nicht aufgrund von 3 Mitarbeitsmini eine schlechtere Note bekommen kannst. Die Mitarbeit ist
jedoch ein für Lehrer ein sehr dehnbares Thema, weil sie eigentlich alles und nichts bewerten
können. Akzeptiere es aber nicht, wenn Lehrer nur schlechte Mitarbeit bewerten, gute jedoch
voraussetzen und somit nicht einschreiben. Vereinbare am Jahresanfang mit jedem Lehrer, wie
wichtig Mitarbeit ist, und welchen Einfluss sie auf die Note hat.

Schularbeiten … § 7 LBVO
Der Schularbeitenstoff muss mindestens eine Woche vor dem Termin der Schularbeit bekannt
gegeben werden. (In Lehrgangsmäßigen Berufsschulen mindestens zwei Unterrichtstage vor der
Schularbeit.)
Sollte in den letzten beiden Tagen vor der Schularbeit noch neuer Stoff durchgemacht werden, darf
dieser nicht mehr bei der Schularbeit geprüft werden. (Bei Berufsschulen zählt nur der letzte
Unterrichtstag vor der Schularbeit.)

Außer an ganzjährigen Berufsschulen dürfen Schularbeiten an einem Tag nicht abgehalten werden,
wenn dieser unmittelbar auf drei schulfreie Tage oder auf eine drei oder mehr als dreitägige
Schulveranstaltung folgt.

Wird mehr als die Hälfte aller Schularbeiten einer Klasse mit "Nicht genügend" beurteilt, ist diese
binnen zwei Wochen zu wiederholen. Es zählt von den beiden Schularbeiten nur jene, auf die der
Schüler die bessere Note geschrieben hat.

Ein AHS-Schüler darf maximal eine Schularbeit pro Tag und zwei pro Woche schreiben.

Ein BMHS und BAKIP-Schüler darf an einem Tag nur eine Schularbeit und pro Woche maximal drei
Schularbeiten schreiben.

An Berufsschulen dürfen an einem Schultag nicht mehr als zwei Schularbeiten und in
Lehrgangsmäßigen Berufsschulen innerhalb einer Woche nicht mehr als drei Schularbeiten
stattfinden.

Schriftliche Überprüfungen (Tests und Diktate) … § 8 LBVO


 umfassen ein kleineres, in sich geschlossenes Stoffkapitel. Zum Beispiel zwei bis drei Units in
Englisch.
 An AHS und Berufsschulen sind sie in Schularbeitengegenständen unzulässig.
 An BMHS dürfen sie nur in Gegenständen durchgeführt werden, in denen es nicht mehr als eine
Schularbeit pro Semester gibt.
 Sind mindestens zwei Unterrichtstage vorher bekannt zu geben. An ganzjährigen oder
Saisonmäßigen Berufsschulen spätestens am letzten Tag der vorangegangenen
Unterrichtswoche.
 Direkt nach mehr als drei schulfreien Tagen und nach einer mehr als dreitägigen
Schulveranstaltung darf kein Test abgehalten werden. Ganzjährige BS sind aus dieser Regelung
ausgenommen.
 Dürfen nicht an einem Schultag stattfinden, an dem schon eine andere schriftliche Überprüfung
oder Schularbeit ist. (An Berufsschulen dürfen jedoch zwei schriftliche Leistungsfeststellungen
pro Tag durchgeführt werden.)

maximale Testdauer:
AHS Unterstufe und Pflichtschulen max. 15 Minuten
AHS Oberstufe max. 20 Minuten
Sonstige Schulen max. 25 Minuten

Gesamte Testdauer pro Gegenstand und Semester:


Pflichtschule max. 30 Minuten
AHS Unterstufe max. 30 Minuten
AHS Oberstufe max. 50 Minuten
BAKIP max. 50 Minuten
Berufsschule max. 50 Minuten
BMHS max. 80 Minuten

In diesen Fächern dürfen keine Tests & Diktate abgehalten werden:


Volksschule BE, LÜ, Werken, GZ
Hauptschule BE, GZ, LÜ, Werken
Polytechnische Schule LÜ, techn. Zeichnen, Werken
AHS bis 5. Klasse DG, Fremdsprachliche Konversation, LÜ, GZ, Werken, BE
AHS ab 6. Klasse DG, Fremdsprachliche Konversation, LÜ, GZ, Werken
Berufsschule LÜ, Praktische Arbeit
BMHS LÜ
Wenn mehr als die Hälfte aller Arbeiten negativ ist, sollte der Test wiederholt werden, sofern das
möglich ist. Wurde er wiederholt, zählt jeweils nur die bessere Note.

Mündliche Prüfung … §5 LBVO


 besteht aus mindestens zwei voneinander unabhängigen Fragen.
 Wird durch einen begangenen Fehler die Aufgabe unlösbar, bzw. sehr schwer lösbar hat der
Lehrer diesen Fehler sofort aufzuzeigen.
 Die Prüfungsdauer darf an der AHS Unterstufe und der Berufsschule 10 Minuten, ansonsten 15
Minuten nicht überschreiten.
 Der Prüfungstermin muss vom Lehrer mindestens zwei Unterrichtstage vorher bekannt gegeben
werden. (An ganzjährigen oder Saisonmäßigen Berufsschulen am letzten Tag der
vorangegangenen Woche.)
 Jeder Schüler hat das Recht auf eine Prüfung pro Semester.
 Wünscht der Schüler eine Prüfung, hat er dem Lehrer den Wunschtermin zeitgerecht bekannt zu
geben. (zwei Wochen sind auf jeden Fall zeitgerecht)

Hier darf es keine mündlichen Prüfungen geben:


Volksschule 1.-4. Klasse In allen Gegenständen
Volksschule 5.-8. Klasse BE, LÜ, Werken, GZ
Hauptschule BE, Schreiben, GZ, LÜ, Werken,
Maschinenschreiben, Kurzschrift
Polytechnische Schule LÜ, Techn. Zeichen, Werken, Steno,
Maschinenschreiben, Kurzschrift
AHS Unterstufe GZ, LÜ, Werken, BE, Kurzschrift,
Maschinenschreiben, Bildnerisches Gestalten
AHS GZ, LÜ, Werken
BMHS LÜ
BAKIP Hort- und Heimpraxis

Übrigens: Es gibt KEINE Entscheidungsprüfung zwischen zwei Noten. Die Leistung auf eine
mündliche Prüfung ist nur eine unter vielen Noten.

Schummeln … §11 Abs 4 LBVO


Wirst du beim Schummeln erwischt, so ist die betroffene Leistungsfeststellung NICHT zu beurteilen.
Eine nicht beurteilte Schularbeit/Test/… ist genau so viel wert, als wenn du an der betroffenen
Arbeit nicht teilgenommen hättest. Es ist nicht zulässig, dass du dafür ein "Nicht genügend" erhältst.
Übrigens: Der Schummelzettel muss dir nach der Leistungsfeststellung wieder zurückgegeben
werden!

Bestrafung … § 47 SchUG
Dieser Paragraph ist besonders interessant, und er wird auch sehr oft missachtet. Grundsätzlich
sollte man Schüler eher loben als schimpfen, legitime Mittel sind Lob, Anerkennung und
Zurechtweisung. Erscheint es dem Schulleiter sinnvoll, kannst du in eine Parallelklasse versetzt
werden.

Nicht erlaubt ist:


 Körperliche Züchtigung: alle Formen von Schlägen, Ohrfeigen, …
 Beschimpfung
 Kollektivstrafen: z.B.: ein Lehrer droht der gesamten Klasse mit einer Betragensnote, falls
niemand zugibt, dass er/sie "schuldig" ist.
 Nachsitzen und Karzer
Fernbleiben vom Unterricht und Entschuldigungen … § 45 SchUG
Aus folgenden Gründen darf ein Schüler dem Unterricht fernbleiben:
a) Bei gerechtfertigter Verhinderung (z.B. Krankheit, außergewöhnliche Ereignisse im Leben
des Schülers oder in der Familie des Schülers, Ungangbarkeit des Schulweges, …)
b) Bei Erlaubnis zum Fernbleiben. Auf Ansuchen des Schülers kann der Klassenvorstand für
einzelne Stunden bis zu einem Tag, darüber hinaus der Schulleiter – bzw. der
Abteilungsvorstand – die Erlaubnis zum Fernbleiben aus wichtigen Gründen erteilen. Als
wichtige Gründe sind auf jeden Fall Tätigkeiten im Rahmen der Schülervertretung zu
verstehen.
c) Bei Befreiung von der Teilnahme an einzelnen Unterrichtsgegenständen.

Berufung …
Du kannst gegen folgende Entscheidungen berufen:
 Negatives Ergebnis der Einstufungs- , Aufnahms- oder Eignungsprüfung;
 keine Berechtigung zum Aufsteigen;
 letzte Stufe der besuchten Schulart nicht erfolgreich abgeschlossen;
 Reife-, Befähigungs-, Abschluss-, Zusatz- oder Externistenprüfung nicht bestanden.

Deine Berufung muss innerhalb von fünf Tagen nach der mündlichen Mitteilung der Entscheidung
bzw. fünf Tage nach dem Erhalt der schriftlichen Mitteilung in deiner Schule eingebracht werden.
Wichtig ist, dass die Berufung schriftlich ausgeführt sein muss.

Lange Rede, kurzer Sinn: du kannst nur gegen ein Nicht Genügend berufen…

Abkürzungen
BMBWK – Bundesminister(ium) für Bildung, Wissenschaft und Kultur
BSV – Bundesschülervertretung
BSR – Bezirksschulrat
BSV – Bundesschülervertretung
EV – Elternverein
Kspr – Klassensprecher
LbVo – Leistungsbeurteilungsverordnung
LSV – Landesschülervertretung
LSGA – Landesschulgemeinschaftsausschuss
LSR – Landesschulrat
SchOG – Schulorganisationsgesetz
SchUG – Schulunterrichtsgesetz
SchVG – Schülervertretungengesetz
SchBG – Schülerbeihilfengesetz
VoSchO – Verordnung zur Schulordnung
SchZG – Schulzeitgesetz
SGA – Schulgemeinschaftsausschuss
Sspr – Schulsprecher
SSR – Stadtschulrat (für Wien)
Stv – Stellvertreter
SV – Schülervertretung
SVV – Schülervollversammlung
SZ – Schülerzeitung
ZLA – Zentrallehranstalt
ZSV – Zentrallehranstalten-Vertretung

(Quelle: Schulrecht, Kopien aus der Schulsprechermappe der UHS)