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Flughafen Kiew-Borispol wird ausgebaut für Fussball-EM 2012 in der Ukraine

Der Flughafen Kiew-Borispol hat neu einen Terminal A für Inlandflüge, Terminal B
für internationale Flüge, Terminal C für VIP-Fluggäste und Terminal F für Ukraine
International Airlines. Und es wird weiter gebaut: Kiew-Borispol soll bereit sein für
die Fussball-Europameisterschaft 2012 in der Ukraine und Polen.

Von Jens Flottau und Jürg Vollmer / maiak.info

Der Flughafen Kiew-Borispol wurde lange vernachlässigt. Auf dem grössten Flughafen
der Ukraine mussten sich die Passagiere der internationalen Flüge von Terminal B bis vor
kurzem zu Fuss durch Taxifahrer und Händler über einen grossen Parkplatz quälen, um
einen Inland-Weiterflug im separaten Terminal A zu erreichen.

Schalter und Gastronomie versprühten den «Charme» des ehemaligen Militärflugplatzes,


der Kiew-Borispol bis 1959 tatsächlich war.

Dabei war Kiew-Borispol einmal der führende Flughafen Osteuropas und erhielt 1979 als
erster Flughafen der Sowjetunion ein Instrumentenlandesystem. Dann aber rutschte er
vom Renommier-Flughafen zum Schlusslicht ab.

Neue Terminals für den Flughafen Kiew-Borispol

Seit einigen Jahren sind die Passagierzahlen im Flughafen Kiew-Borispol wieder konstant
gewachsen, wie Flughafen-Chef Boris Schachsuwarow betont. Doch bürokratische Hürden
und Geldmangel haben dazu geführt, dass der längst überfällige Ausbau des Flughafens
immer wieder verschoben wurde.

Wegen der Fussball-Europameisterschaft 2012 in der Ukraine muss der Flughafen Kiew-
Borispol trotz schlimmer Wirtschaftskrise und maroden Staatsfinanzen ausgebaut werden.
Gebaut wird sprichwörtlich Tag und Nacht: In Betrieb sind heute der Terminal A für
Inlandflüge, Terminal B für internationale Flüge sowie Terminal C für VIP-Fluggäste.

Billigfluggesellschaften ziehen vom Flughafen Kiew-Borispol zu Kiew-Schuljany

Zuletzt wurde im September 2010 Terminal F eröffnet, der von internationalen


Fluggesellschaften sowie Ukraine International Airlines benutzt wird. Schon Anfang 2012
werden diese aber in ein künftiges Terminal D umziehen und die Billigfluggesellschaften
an ihrer Stelle in Terminal F einziehen.
Terminal D als jüngstes und grösstes Abfertigungsgebäude im Flughafen Kiew-Borispol
wird Platz bieten für 9 Millionen internationale Passagiere pro Jahr — steht allerdings
einen Kilometer entfernt von den bestehenden Abfertigungshallen. Voraussichtlich wird ein
Bus zwischen den Gebäuden hin und her pendeln.

Schon Ende März 2011 ziehen aber die ungarische Billigfluggesellschaft Wizz Air und drei
weitere Billig-Airlines vom Flughafen Kiew-Borispol auf den bedeutend kleineren aber
zentrumsnahen Flughafen Kiew-Schuljany, der modernisiert wird.

Flughafen Kiew-Borispol soll ein Drehkreuz werden

Dabei wäre bequemes Umsteigen auch deshalb wichtig, weil Kiew-Borispol zum
Drehkreuz oder Hub werden möchte, also zum Umsteigeflughafen zwischen Kurz-, Mittel-
und Langstreckenflügen.

Doch neben infrastrukturellen Voraussetzungen müssten die beiden grössten nationalen


Fluggesellschaften Aerosvit Airlines und Ukraine International Airlines fusionieren, damit
eine ausreichende Zahl von Flügen miteinander «verknüpft» werden könnte. Das Thema
wird immer wieder einmal politisch diskutiert, doch entschieden ist bislang noch nichts.

Der Flughafen Kiew-Borispol wird deshalb nicht nur für die Fussball-Europameisterschaft
2012 vom 8. Juni bis zum 1. Juli 2012 aus- und umgebaut: Kiew-Borispol muss wachsen,
wenn es auf Dauer nicht den Anschluss verlieren soll.

Im Norden expandiert vor allem der Flughafen Moskau-Domodedowo erfolgreich und


zieht immer mehr Umsteigeverbindungen an.

Und im Süden hat Turkish Airlines grosse Pläne, das Drehkreuz im Flughafen Istanbul-
Atatürk weiter auszubauen. Turkish Airlines will das Streckennetz vor allem im Umkreis
von zwei bis drei Flugstunden rund um Istanbul ausbauen. Das betrifft dann auch und vor
allem den Flughafen Kiew-Borispol.

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