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1.

Die theoretische und praktische Bedeutung der Phonetik


2.Die Beziehungen der Phonetik zu den Natur- und Gesellschaftswissenschaften
3.Die Zweige der Phonetik
4.Die Artikulationsbasis und die phonetische Basis der deutschen Sprache
5.Die Phonologie
6.Das Phonem und dessen Existenzformen in der Rede. Das Allophon

Wenn die Laute als materielle Gebilde betrachtet werden, nennt man sie Phone. Werden sie zu
Klassen zusammengefasst in ihrer Funktion als bedeutungsunterscheidende Einheiten des
Lautsystems gesehen, warden sie Phoneme genannt. Das Phonem ist die grundlegende
Einheit der Philologie.
Das Phonem ist eine bedeutungsunterscheidende Einheit( der Staat-die Stadt).
Nicht jeder Laut, der sich phonetisch von den anderen Lauten unterscheidet, wirkt in der
Sprache als Phonem (rand). Die Laute unterscheiden sich physisch, aber sie verändern die
Bedeutung des Wortes nicht. Das sind Phonemvarianten oder Allophone. Beim Sprechen
entstehen unterschiedliche Realisierungsvarianten ein und desselben Phonems.
Das hängt von der Umgebung des Phonems ab ( Nacht-Nächte: [x] und [ҁ] sind
Phonemvarianten des Phonems [x]).
Das sind Allophone, sie unterscheiden die Bedeutung nicht. Die in den Beispielen angeführten
Phonemvarianten sind positionsbedingte Allophone. Allophon ist etwas Abstraktes.
Das Phonem ist für die beschreibende Linguistik eine Klasse von Lauten, die phonetisch ählich
sind und durch eine besondere Umgebung charaktesiert sind. Das Phone mist das Allgemeine.
Das Allophon ist das Besondere.
Individuelle Ausspracheweisen sind Phonemvarianten, für die Sprache aber sind sie irrelevant.
N.Trubetzkoy hat die Regeln aufgestellt, nach welchen man unterscheiden kann, ob Phonem
oder Phonemvariante vorliegt: 1) Können zwei verschiedene Laute in der gleichen lautlichen
Umgebung ohne Veränderung der Bedeutung des Wortes miteinander vertauscht warden, so
sind diese Laute facultative phonetische Varianten ein und desselben Phonems; 2) Entsteht
durch den Austausch zweier Laute in der gleichen lautlichen Umgebung eine Änderung dr
Wortbedeutung oder eine völlige Zerstörung der Bedeutung, so sind diese Laute Realisationen
verschiedener Phoneme; 3) Wenn zwei artikulatorisch und akustisch ähnliche Laute niemals in
der gleichen Umgebung vorkommen, sondern ihre Verwerdung in Abhängigkeit von der
Lautnachbarschaft sprachlich geregelt ist, so sind diese Laute abligatorisch kombinatorische
Varianten eines Phonems.

7.Starke und schwache Positionen des Phonems

Man erkennt die Phoneme am deutlichen, wenn sie in ihren starken Positionen auftreten, in
denen sie dem geringsten Einfluss der Umgebung ausgesetzt sind. Man unterscheidet
allgemeingültige und spezielle starke Positionen.- Allgemeingültige starke Positionen sind allen
Sprachen eigen; -Spezielle starke Positionen können in verschiedenen Sprachen verschieden
sein. Für alle Sprachen gil als starke Positionsbedingung eine ruhige neutrale Mitteilung in
Prosa. Die deutschen Konsonanten haben ihre spezielle starke Position im Anlaut und im
Inlaut(sehen A.; besen I.). Die deutschen langen Monophthonge und Diphthonge haben ihre
spezielle starke Position in einer betonten Silbe, die offen oder relativ offen
ist(malen,reisen,lessen,heiβen). Die Phonem treten auch in schwachen Positionen auf, in
welchen sie von den Nachbarlauten stark beeinflusst warden.
8.Der Begriff des Vokals. Systematisierung der deutschen Vokale

Vokale sind Laute, bei denen die Stimmlippen im Kehlkopf schwingen und die Atemluft
ungehindert durch den Mund ausströmt. Die deutsche Sprache hat 18 Vokale, darunter 15
Monophthonge und 3 Diphthonge.
Die deutschen Monophthonge sind nach ihrer Artikulationsstelle( Zungenwölbung,
Öffnungsgrand) grafisch im Vokaldreieck angeordnet. Im kleineren hinteren Raum warden vier
deutsche Vokale gebildet [u:],[υ],[o:],[ͻ]. Dabei ist zu beachten, dass die Zunge bei der
Aussprache des [o:] besonders weit zurückgezogen wird.
Die Vokalphoneme [a] und [a:] liegen nach ihrer Bildung zwischen den Vokalen der vorderen
und hinteren Reihe. {a} und [a:] sind Vokale der mittleren Reihe.
Im vorderen Mundraum ist der Spielraum gröβer, die Zunge kann hier höher gehoben warden
als im hinteren Teil des Mundraums. 9 Vokalphoneme, also die Vokale der vorderen Reihe,
warden im vorderen Mundraum gebildet. Jeder Vokal hat seinem besonderen Grad der
Zungenhebung. Nach dem Grad der Zungenhebung steht an der höhsten Stelle das [i:] und an
der tiefsten das [oe]. Zwischen ihnen liegen die übrigen Vokalphoneme der vorderen Reihe in
der Reihefolge: [y:]-[e:]-[i]-[]-[ε:]-[y]-[ε].
Nach dem Grad der Zungenhebung unterscheidet man die Vokale: -der hohen Zungenhebung
[i:],[y:],[e:],[i],[ø:],[u:],[υ],[o:]; -der mittleren Zungenhebung [ε:],[y],[ε],[oe],[ͻ]; -der tiefen
Zungenhebung [a],[a:]. Die drei Diphthonge [ae],[ao] und[ͻø] passen nicht in das Schema der
Monopfthonge, weil die Zungenlage bei ihrer Artikulation nicht constant ist. Dabei kann keine
Grenze zwischen beiden Vokalen gezogen warden, die deutschen Diphthonge sind somit
einheitliche lange Vokale mit gleitender Artikulation.

9.Die phonologischen Merkmale des deutschen Vokalismus

Man unterscheidet fünf phonologische Merkmale: 1)lang/kurz ( reine Unterschiede in der


Quantität) [a]-[a:],[ε]-[ε:]; 2) geschlossen lang/offen kurz [i:]-[i],[y:]-[y],[e:]-[ε],[ø:]-[oe],[u:]-[υ],[o:]-
[ͻ]; 3) gleitend/nicht gleitend(Gegensätze in veränderlicher und unveränderlicher Qualität,
dadurch können von einander Dipfthonge und ähnlich klingende Monophthonge unterschieden
werden) [ae]-[a:],[ao]-[a:],[ͻø]-[o:]; 4) gerundet/ungerundet ( Gegensätze in der
Lippenartikulation, die Gegensätze in der Qualität zur Folge haben) [y:]-[i:],[y]-[i],[ø:]-[e:],[oe]-[ε];
5) kompakt/diffuse ( Gegensätze, die sich durch verschiedene Resonanzräume mit
verschiedenen Eigentönen ergeben).
Besonders merkbar ist deshalb das Merkmal kompakt/diffuse bei den Oppositionspaaren: [a:]-
[i:],[a]-[i].
In geschwächter Form kommt dieses Merkmal in den Oppositionspaaren vor: [a:]-[e:],[a]-[ε],[a:]-
[u:],[a]-[υ],[a:]-[o:],[a]-[ͻ],[i:]-[e:],[i]-[e:],[i]-[ε],[u:]-[o:],[υ]-[ͻ],[e:]-[ε:].

10.Der Begriff des Konsonanten. Systematisierung der deutschen Konsonanten

Konsonanten sind Laute, bei denen ausströmende Atemluft während einer gewissen Zeit
gehemmt oder eigeenge wird.
1)Geräuschlaute und Sonaten:
-im Klang der Geräuschlaute überwiegt das Geräusch. Nach der Art des Hindernisses und der
Art des Geräusches unterscheidet man: a) Verschlusslaute:[p],[t],[k],[b],[d],[g]; b)Engelaute:[f],
[s],[ʃ],[ҁ],[x],[h],[v],[z],[ӡ],[j]; c) Verschlussengelaute (Affrikaten): [pf],[ts],[tʃ].;
-im Klang der Sonaten überwiegt der Stimmton:[m],[n],[η],[l],[r],[R]. Die Laute [m],[n],[η] sind
reine Stimmtonlaute. Bei den [l],[r] und [R] ist zuglich ein leichtes Geräusch zu hören. Das [r]
und [R] haben ein Zittergeräusch, das [l] ein leichtes Reibegeräusch. Nach der Bildungsweise
zerfallen die Sonaten in :- Nasalkonsonanten: [m],[n],[η]; -Seitenlaute [l]; -Zitterlaute [r],[R].
2) reine und nasale Konsonanten:
a) bei der Bildung der reinen Konsonanten ist das Gaumensegel gehoben und somit ist dem
Luftstrom der Weg in die Nasenhöhle verschlossen; b) bei der Bildung der nasalen
Konsonanten ist das Gaumensegel gesenkt, der Luftstrom kann ungehindert durch die Nase
entweichen:[m],[n],[η].
Nach dem artikulierenden Organ teilt man die deutschen Konsonanten in: 1)Lippenlaute [p],[b],
[m],[f],[v],[pf]; 2)Vorderzugenlaute [t],[d],[s],[z],[ʃ],[ӡ],[ts],[tʃ],[n],[l],[r]; 3)Mittelzungenlaute [ҁ],[j];
4)Hinterzungenlaute [k],[g],[x],[η]; 5)uvular Laute [R]; 6) pharyngale Laute [h].

11.Die phonologischen Merkmale des deutschen Konsonantismus

12.Physiologische Merkmale der deutschen Laute (Vokale und Konsonanten)

Vokale:
Zu den wichtigsten physiologischen Merkmalen des deutschen Vokalsystems gehören folgende
Eigenschaften: 1) eine starke Muskelspannung des ganzen Sprechapparats bei der
Hervorbringung aller Vokale, was den starken Absatz, die notwendige Kürze sowie die
unveränderliche Qualität der deutschen Vokale ermöglicht; 2) ein eigenartiger Beginn der
Vokale am Anfang der betonten Präfix und Stammsilben. Es sei zu beachten ,dass die Wörter
verwechselt warden können , wenn man die Vokale in der Anfangsstellung des Stammes ohne
neuen Einsatz spricht: vereisen(замораживать)-verreisen(уезжать), der Igel- der Riegel; 3) ein
eigenartiges Ende der kurzen Vokale, insbesondere in der geschlossenen Silbe, wobei sich der
folgende Konsonant eng an den vorhergehenden kurzen Vokal anschlieβt; 4) eine vorgerückte
Zungenlage bei der Bildung der moisten Vokale.

Konsonanten:
Zu den wichtigsten physiologischen Merkmalen des deutschen Konsonantensystems gehören
folgende Eigenschaften: 1) starke Muskelspannung und starke Exspiration: die stimmlosen
Verschlusslaute warden behaucht und die stimmlosen Engelaute mit einem starken
Reibegeräusch gesprochen; 2) die verhältnismäβig geringe Aktivität der Stimmbänder bei der
Bildung der stimmhaften Konsonanten; 3) das Fehlen der Gegenüberstellung von
nichtpalatisierten und palatiesirten Konsonanten.

13.Die Koartikulation

Die Koartikulation ist die menschliche Rede stellt ein Kontinuum von Spreichlauten dar. Im
Redefluss wird jeder Einzellaut von den benachbarten Lauten beeinflusst, weil die Bewegungen
der Artikulationsorganne bei der Lautbildung gleitend ineinander übergehen. Je höher das
Sprechtempo ist, desto stärker ist die Koartikulation, aber auch bei deutscher Aussprache ist
die Koartikulation das Normale.

14.Die Assimilation
Im Redestrom können nebeneinanderstehende Konsnanten aufeinander wirken. Dabei entsteht
eine Angleichung der Konsonanten. Diese Angleichung der Laute nennt man Assimilation.

Im Deutschen warden stimmhafte Konsonanten vor stimmlosen stimmlos gesprochen. Diese


Angleichung der Konsonanten nennt man Assimilation nach der Stimmlosigkeit. Wenn der
nachstehende Konsonant auf den vorstehenden wirkt, nennt man diese Assimilation regressiv.
Wenn vor dem stimmhaften Konsonanten ein stimmloser steht, wirkt dieser immer auf den
nachstehenden Laut, darum heiβt diese Angleichung die progressive Assimilation nach der
Stimmlosigkeit.

Der stimmhaften Konsonant in diesem Fall nur teilweise seine Stimmhaftigkeit verliert, wird
diese Assimilation teilweise Assimilation gennant.

Die progressive teilweise Assimilation nach der Stimmlosigkeit ist im Deutschen sehr verbreitet.
Der deutsche stimmlose Konsonant ist immer stärker als der stimmhafte.
Der stimmlose Konsonant beeinflusst den vorstehenden und auch den nachstehenden
stimmhaften Konsonanten.

Wenn sich ein Phonem einem anderen völlig anpasst, spricht man von einer vollständigen
Assimilation. Im Deutschen gibt es keine Assimilation nach der Stimmhaftigkeit, d.h. ein
stimmhafter Konsonant wirkt nie auf einem stimmlosen ein. Eine falsche Übertragung dieser
Assimilationsart auf das Deutsche ergibt eine fehlerhafte Aussprache.

15.Die Akkomodation

Die Akkomodation ist die Anpassung der Konsonanten an die Vokale. Wenn der vorgehende
Vokal den nachgehenden Konsonanten beeinflusst, so geht es um eine progressive
Akkomodation. Wenn der nachfolgende Vokal auf den vorgehende Konsonanten einwerkt, so
ist das eine regressive Akkomodation.

Die Konsonanten [k] und [g] warden vor und nach den Vokalen der hinteren Reihe hart
gesprochen: ruck(pr.Akk), kurz(r.Akk.).

Vor und nach den Vokalen der vorderen Reihe warden die Konsonanten [k] und [g]
palatisiert:blick(pr.Akk.), kind(r.Akk.)

Der Nasenlaut [η] wird nach den Vokalen der vorderen Reihe palatisiert und nach den Vokalen
der hinteren Reihe und nach den [a:] und [a] har ausgesprochen: länger-lang.

Die Palatisierung der Konsonanten [k], [g] und [η] ist eine phonetische Erscheinung.

16.Der Begriff der Silbe. Der deutsche Silbenbau. Arten der phonetischen Silben im
Deutschen

Der Mensch lernt sprechen und lessen nach Silben, aber nicht nach einzelnen Lauten. Es ist
klar, aus wie vielen Silben das Wort besteht, aber es ist schwer, eine Definition der Silbe zu
geben. Damit ist die Frage verbunden, wo die Silbengrenze verläuft. Die Silbengrenze fällt mit
der Wortgrenze zusammen: Stadt, kurz. In der offenen Silbe ist die Silbengrenze das Ende des
langen Vokals:le/sen. In der geschlossenen Silbe verläuft die Silbengrenze entweder zwischen
zwei Konsonanten oder mitten durch einen Konsonanten: nen/nen.
Der Kern der Silbe ist in der Regel ein Vokal. In jeder betonten Silbe muss ein Voka sein. Der
Vokal kann in unbetonten Silben fehlen. Dann kann die Silbe von einem sonoren Laut gebildet
warden: sagen.

Arten der phonetischen Silben im Deutschen.


Nach der Struktur unterscheidet man: - offene Silben; -relativ offene Silben; -geschlossene
Silben.
Nach dem Grad der Betonungsstärke teilen sich die Silben in: -satzbetonte Silben; -Silben mit
starker Wortbetonnung; -Silben mit schwacher Wortbetonung; -unbetonte Silben.
Nach der Stellung zur betonten Silbe unterscheiden sich: -vortonige Silben; -nachtonige Silben.

17.Silbentheorien. Kriterien der Feststellung der Silbengrenzen

Die wichtigsten Silbentheorien sind:- die Schallfülletheorie;- die Schallstärketheorie;- die


Muskelspannungstheorie;-die Expirationstheorie.

Nach der Expirationstheorie entspricht jede Silbe einem Atemstoβ. Alle Silbentheorien sind gut,
wenn es um die Anzahl der Silben geht.

Für die Linguistik ist das Problem der Silbengrenzen und der Silbentrennung von Relevanz. Für
die Bestimmung der Silbengrenze sind das Abschwächen der Intensität der Konsonanten am
Silbenende und das Anwachsen der Intensität der Konsonanten am Silbenanfang wichtig.

Schtscherba unterscheidt drei Formen der Intensität der Konsonanten: - anwachsende;-


abschwächende; - doppelgipflige. Die vierte Form der Intensität der Konsonanten ist eine
Konstantenform, denn die Intensität des Konsonanten bleibt im Redestrom gleich. In diesem
Fall geht die Silbengrenze mitten durch den Konsonanten, der nach einem kurzen Vokal
zwischen zwei Vokalen steht: nen/nen, es/sen, fan/gen.

Regeln der Silbentrennung und der Silbengrenze:


1)die Grenze der Silbe verläuft im einfachen Wort zwischen dem langen Vokal und dem
folgenden Konsonanten;
2)zwischen zwei verschiedenen Konsonanten (nicht zwischen einem Verschlusslaut und einem
Sonaten);
3)zwischen einem langen Vokal und einer Konsonantenverbindung aus einem Verschlusslaut
und einem Sonaten;
4)in den geschlossenen Silben geht die Silbengrenze mitten durch den Konsonanten hindurch;
5)zwischen zwei Vokalen;
6)vor dem letzten der drei Konsonanten.

18.Der deutsche Wortakzent.

Der Wortakzent ist die Hervorhebung einer Silbe im isolierten Wort. Die Wortbetonung dient
dazu, das Wort al seine phonetische Einheit zu organisieren. Eine Silbe wird durch die
Intensität, die Tonhöhe und die Dauer hervorgehoben. Diese drei Faktoren gibt es in vielen
Sprachen, aber in verschiedenen Sprachen nehmen diese Faktoren verschidene Rangstellung
ein. Im Deutschen spielen alle drei Faktoren eine groβe Rolle, deshalb bezeichnet man die
deutsche Wortbetonung als dynamisch-musikalische und quantitative Betonung.

Man unterscheidet freie und gebundene Wortbetnung. Bei freier Wortbetonung können in
verschiedenen Wörtern verschiedene Silben Akzentträger sein( sagen,spazieren).
Bei gebundener Wortbetonung nimmt die betonte Silbe im beliebigen Wort eine bestimmte
Stelle ein, zum Beispiel die erste Stelle im Tschechischen, die vorletzte Stelle im Polnisch, die
letzte Stelle im Französischen.

Der gebundene Akzent wird auch rhythmischer Akzent genannt, weil die Wortbetonung einen
bestimmten Rhythmus der Rede verleicht.

Der freie Akzent wird auch als grammatischer Akzent bezeichnet, weil er an bestimmte
grammatische Morpheme gebunden ist (aufstehen/einsteigen, Dozent/Student). Deshalb nennt
man den deutschen Wortakzent morphemgebunden.

Man unterscheidet bewegliche und unbewegliche Wortbetonung(Traktor/Traktoren)

Es gibt sprachliche Funktionen des Wortazents:1) Kulminative(gipfelbildende) Funktion – der


Wortakzent organisiert das Wort zu einem Ganzen 2) Demokrative (abgrenzende) Funktion –
man kann sehend oder hörend bestimmen, wie viele Wörter der Satz enthält 3)Distiktive
(differenzierende) Funktion – der Wortazent lässt die Wortpaare unterscheiden
(über’setzen-‘übersetzen).

19.Der lebendige und der historische Lautwechsel

In der deutschen Gegenwartssprache kann der Lautstand eines und desselben Morphems je
nach der Wortform verschieden sein. Das ist der Lautwechsel innerhalb des Morphems.

Es gibt 2 Arten des Lautwechsels: 1) den lebendigen( phonetischen, positionell-


kombinatorischen); 2) den historischen (morphologischen) Lautwechsel.

Der lebendige:

Zum lebendigen Lautwechsel gehören alle Phoneme, die von positionell-kombinatorischen


Bedinungen in der gegenwärtigen Sprache abhängig sind. Das ist nicht der Phonemwechsel,
sondern der Wechsel von Allophonen eines bestimmten Phonems.

Zum lebendigen Lautwechseln der deutschen Sprache gehören folgende Konsonanten- und
Vokalmodifikationen:

1.Konsonantenwechsel:
1)wechsel von [g],[k],[ҁ] im Suffix –ig:ewig-ewige-ewiglich;
2)wechsel von Konsonanten [x] und [ҁ]: Nacht-Nächte;
3)wechsel der stimmhaften und stimmlosen Konsonanten je nach der Position im Wort und in
der Silbe: weg-wege-wegsam;
4)wechsel phonetischer Varianten des Phonems [r]: rat,vater,ort,warden;
5)wechsel harter und weicher Konsonanten [g]-[g’],[k]-[k’],[η]-[η’]: kunst-können, gabe-
geben,lang-länger;
6)wechsel gespannter/behauchter Konsonanten [p],[t],[k] und nicht gespannter unbehauchter
Verschlusslaute:tag,kalt,endlich.
2.Vokalwechsel: 1)wechsel des Vokaleinsatzes: ab-herab, auf-darauf, ein-herein;
2)quantitative Reduktion des Vokals unter dem Einfluss der Akzentverlegung:bücher-büche’rei;
3)Veränderung der Vokalqualität und Vokalquantität bei der Akzentverlegung: her-heram.

Der historische:

Der aus historischen phonetischen Gesetzmäβigkeiten hervorgegangene Phonemwechsel


gehört vor allem ins Gebiet der Morphologie der modernen Sprache, weil der Wechsel nicht
mehr phonetisch bedingt ist und dem Ausdruck grammatisch-morphologisher Kategorien wie
Zeit, Person, Zahl und Modus dient: brennen-brannte.

20.Die Gliederung der Rede durch Pausen. Das Syntagma, der Sprechtakt, die
rhythmische Gruppe

Der Satz ist ein inhaltisch, grammatisch und intonatorisch abgeschlossenes Ganzes. Die Sätze
warden durch Pausen aus physiologischen und aus psychologischen Gründen gegliedert.

Das Syntagma (der Sprechtakt) ist die gröβte phonetisch Einheit, in welche der Satz beim
Sprechen zerfällt. L.Schtscherba sieht im Syntagma den kürzesten Teil der Rede, de rim
gegebenen Text einem Begriff entspricht. Otto von Essen bezeichnet als Sprechtakt
(Syntagma) einem zur Einheit gebundenen Redeabschnitt, dem im Denkakt ein Sinnschritt und
auf der grammatischen Ebene eine syntaktische Einheit entspricht.

Gröβere Sprechtakte zerfallen in rhythmische Gruppen. Am häuftigsten fällt die rhythmische


Gruppe mit einem Satzglied zusammen.

Die rhythmische Gruppe ist ein Teil des Sprechtaktes, der eine Kernsilbe mit starker Betonung
enthält,um die sich schwachbetonte und unbetonte Silben gruppieren, wobei die Kernsilbe in
der Regel einem Vollwort gehört.

Teile der rhythmischen Gruppe , die vor der Kernsilbe stehen, nennt man Proklisen. Teile, die
nach der Kernsilbe stehen, nennt man Enklisen.

21.Der Satzakzent

In der Satzintonation spielt der Satzakzent die führende Rolle. Im Satz gibt es nur ein Wort,
dass die wichtigste Information enthält. Das ist Sinnwort des Satzes. Neben dem Sinnwort gibt
es im Satz auch andere Wörter, die dem Sinnwort phonetisch untergeordnet sind. Das können
betonte, nebenbetonte und unbetonte Silbe sein.

Unbetont sind: Artikelwörter, Pronomen, Präpositionen, Partikeln, Hilfsverben, Negationen,


Fragenwörter, Konjuktionen, Modalwörter, Modalverben.

Die logische Betonung kann allerdings jede Silbe im Satz tragen. In jedem Satz gibt es nur eine
Schwerpunktsilbe, die immer auf dem Sinnwort des Satzes liegt. Nach der Schwerpunktsilbe
stehen nur unbetonte Silben.

22.Die Satzmelodie. Die Grundtypen der deutschen Satzmelodie.

Die Satzmelodie ist  Intonation ist in der Linguistik ein Teilbereich oder ein Merkmal der Prosodie.


Terminale Melodie: 1) wenn der Satz mit unbetonter Silbe anfängt, so liegt e rim Neutralton(der
Vorlauf); 2) die erste betonte Silbe liegt im Hochton; 3) nach der Schwerpunktsilbe liegt der Nachlauf
im Tiefton.

Interrogative melodie: 1) wenn der Satz bei interrogativer Melodie mit unbetonter Silbe anfängt, so
liegt e rim Mittelton (der Vorlauf); 2) die erste betonte Silbe liegt im Hochton; 3) die Schwerpunktsilbe
befindet sich immer im Tiefton; 4) die Nachlaufsilben steigen allmählich bis zum Hochton.

Man unterscheidet drei Grundtypen der deutschen Satzmelodie:1) die terminale Melodie; 2) die
progrediente Melodie; 3) die interrogative Melodie.

Die terminale Melodie wird angewendet: in Aussagesätzen; in Aufforderungssätzen; in


Ausrufesätzen; in Ergänzungsfragen; in Anreden; in indirekten Fragen; in Bestätigungsfragen; im
zweiten Glied der Doppelfrage

Die progrediente Melodie wird angewendet: in einem Ganzsyntagma; in einem Zwischensyntagma;


in Redeankündigungen in direkter Rede; in Aufzählungen.

Die interrogative Melodie wird angewendet: in Entscheidungsfragen; in Nachfragen; in höflichen


Aufforderungen; in höflichen Ergänzungsfragen (Wortfragen).