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JONA

WIEN W IE NE R
P H I L H A RM O NI KER
A° D A° M F I S C H E R
R O B E RT STO LZ (1880–1975) 9 SEI MIR GEGRÜSST, RALPH BE NATZ KY (1884–1957)
1 WIEN WIRD BEI NACHT DU HOLDES VENEZIA 2:44 17 ICH MUSS WIEDER EINMAL
ERST SCHÖN 4:30 from Eine Nacht in Venedig (Korngold version) IN GRINZING SEIN 5:27
Text: Wilhelm Sterk Text: Ernst Marischka Text: Ralph Benatzky
PE TE R KRE UDE R (1905–1981)
R U D O LF SIECZY Ń SKI (1879–1952) 10 KOMM IN DIE GONDEL 2:33 18 SAG BEIM ABSCHIED
2 WIEN, DU STADT MEINER TRÄUME from Eine Nacht in Venedig LEISE »SERVUS« 2:47
(WIEN, WIEN, NUR DU ALLEIN) 6:08 Text: Richard Genée Text: Harry Hilm & Hans Lengsfelder
Text: Rudolf Sieczyński
FR A N Z LEH Á R (1870–1948) GE ORG KRE I SLE R (1922–2011)
H A N S M AY (1886–1958) 11 LIPPEN SCHWEIGEN* 3:32 19 DER TOD, DAS MUSS
3 HEUT IST DER SCHÖNSTE TAG from Die lustige Witwe EIN WIENER SEIN** 3:43
IN MEINEM LEBEN 2:10 Text: Victor Léon & Leo Stein Text: Georg Kreisler
Text: Ernst Neubach
EMMER IC H K Á LMÁ N (1882–1953) Jonas Kaufmann tenor
R O B E RT STO LZ 12 ZWEI MÄRCHENAUGEN 5:39 Ádám Fischer conductor
4 IM PRATER BLÜHN from Die Zirkusprinzessin Wiener Philharmoniker
WIEDER DIE BÄUME 3:31 Text: Julius Brammer & Alfred Grünwald *Rachel Willis-Sørensen soprano
Text: Kurt Robitschek ** Michael Rot piano
C A R L ZELLER (1842–1898)
JO H A N N STR A U SS II (1825–1899) 13 SCHENKT MAN SICH
5 WIENER BLUT, WIENER BLUT* 8:53 ROSEN IN TIROL 2:15
from Wiener Blut from Der Vogelhändler Recording: Casino Baumgarten,
Text: Victor Léon & Leo Stein Text: Moritz West, Ludwig Hell & Jonas Kauf- Vienna, March-April 2019
mann Recording Producer: Chris Alder
6 ACH, WIE SO HERRLICH Recording Engineer: Jakob Händel
ZU SCHAUN (Lagunenwalzer) 3:42 JA R O MÍR W EIN B ER G ER (1896–1967) Artistic Consultant: Thomas Voigt
from Eine Nacht in Venedig 14 DU WÄRST FÜR MICH Executive Producer: Alexander Busche
Text: Camillo Walzel & Richard Genée DIE FRAU GEWESEN 3:36 Photos of Jonas Kaufmann: Gregor Hohenberg
from Frühlingsstürme © Sony Music Enter tainment
7 DIESER ANSTAND, Text: Gustav Beer Photo of Rachel Willis-Sørensen © Simon Pauly
SO MANIERLICH (Uhrenduett)* 5:19 Illustrations: © akg-images (pp. 7, 13, 19 left);
from Die Fledermaus H ER MA N N LEO P O LD I (1888–1959) © 1936 Edition Meisel GmbH by kind permission
Text: Karl Haffner & Richard Genée 15 IN EINEM KLEINEN CAFÉ of Edition Meisel GmbH  (p. 19 right)
IN HERNALS 4:40 Design: B61 · Booklet Editors: texthouse
8 DRAUSSEN IN SIEVERING Text: Peter Herz Translations: J. Bradford Robinson (interview),
BLÜHT SCHON DER FLIEDER 3:38 Jean-Claude Poyet
from Die Tänzerin Fanny Elssler H A N S MAY
Text: Hans Adler 16 ES WIRD IM LEBEN DIR MEHR
GENOMMEN ALS GEGEBEN 3:09
Text: Ernst Neubach
DIESE MUSIK REISST
MICH VOM SITZ!

Jonas Kaufmann im Gespräch mit Barbara Rett sang dazu jede Partie, vom Hagen bis zur Brünnhilde. Operette lernte ich vor allem
von meiner Großmutter: Sie liebte all diese eingängigen Melodien und deren Sänger
Jonas Kaufmann, das Fundament für Ihre Liebe zu Italien wurde durch die Urlaube mit Ihren wie Rudolf Schock und Anneliese Rothenberger. Oft hat sie diese Evergreens auch
Eltern gelegt. Gibt es eine ähnliche Basis für Ihre Liebe zu Wien? selbst gesungen, sie hatte eine wunderschöne helle Stimme. Und ihre Begeisterung
Weniger durch Reisen, denn als Besucher habe ich Wien relativ spät entdeckt. Aber hat sich anscheinend auf mich übertragen. Operette, das war für mich schon immer
aus der Ferne waren Wien und die Wiener bei mir immer sehr präsent, vor allem Gute-Laune-Musik. Ich kann mich erinnern: Wenn ich als Student ungeliebte Ar-
durchs Fernsehen. Meine Großeltern hatten einen Bauernhof in Tirol, dort habe ich beiten verrichten musste wie Putzen und Staubsaugen, dann hab ich die Fledermaus
extrem viel Freizeit verbracht, nicht nur in den Ferien, sondern auch immer wieder mit Carlos Kleiber aufgelegt, die hat mir sofort ein Grinsen ins Gesicht gezaubert.
am Wochenende. Da habe ich mit meinem Großvater Holz gehackt, Wiesen ge-
mäht, Kühe gemolken und alles gemacht, was gerade anfiel. Und es gab dort einen Von Karl Kraus stammt der Spruch »Was Österreich und Deutschland trennt, ist die gemein-
Schwarz-Weiß-Fernseher, den einzigen in der Nachbarschaft. Da bin ich mit den same Sprache« – gilt das auch für einen Münchner?
Nachbarskindern oft davor gesessen und habe vom österreichischen Programm viel Das glaube ich nicht. Ich denke, Kraus hat sich da eher auf das reine Hochdeutsch
mehr mitbekommen als vom deutschen. Dadurch habe ich natürlich auch viel von bezogen, das in Hannover gesprochen wird, und davon ist man in München ja weit
der Sprache mitgekriegt; wienerische Wendungen und der Wiener Tonfall waren weg. Als es in der Nachkriegszeit um die Aufteilung der besetzten Länder ging, gab
ein Teil meiner Kindheit. es ja auch den Gedanken, eine Alpenrepublik zu gründen, die aus Bayern, Öster-
reich und Südtirol bestanden hätte. Ob das wirtschaftlich funktioniert hätte, weiß ich
Und in der Plattensammlung Ihres Vaters, gab’s da auch Operetten? nicht. Aber von der Mentalität her hätte es, glaube ich, sehr gut gepasst.
Die gab’s schon, aber Johann Strauß war nicht so präsent wie Richard Strauss, Mah-
ler, Brahms oder Bruckner. Von Wagner gar nicht zu reden, mein Großvater war In der konzertanten »Fledermaus« beim Silvesterkonzert in Dresden haben Sie erstmals den
leidenschaftlicher Wagnerianer, er spielte jeden Tag Wagner auf dem Klavier und Eisenstein gegeben, und ich fand Ihr Wienerisch sehr gut.
Danke schön. Schon als Bub hat’s mir großen Spaß gemacht, diverse Dialekte nach- Ihr Wien-Album enthält auch die tenoralen Evergreens aus der Strauß-Operette »Eine Nacht
zuahmen, und der Wiener Ton war besonders reizvoll. Aber man muss natürlich in Venedig«, und damit sind Sie ganz zurück zu Ihren Anfängen gegangen, nämlich ins Jahr
auch wissen, dass es ganz unterschiedliche Arten von Wienerisch gibt. Während des 1993/94.
Studiums in München war ja Helmut Deutsch unser Professor im Fach Liedgesang, Das war in Regensburg, meine allererste professionelle Produktion, noch während
und da habe ich mal gewagt, mit ihm ein Wienerlied zu probieren. Nach ein paar des Studiums. 36 Aufführungen von Eine Nacht in Venedig, ich sang den Caramello.
Phrasen meinte er: »Hör sofort auf, das ist ja furchtbar.« – »Ja, wieso, ist das denn Das hat natürlich meinen Geldbeutel aufgebessert, aber vor allem war’s eine gute
kein Wienerisch?« – »Schon, aber das falsche, nämlich das aus der Straßenbahn!« Das Schule. Wenn man als Anfänger so viele Vorstellungen zu singen hat, verliert man
war zu ungehobelt. die Scheu. Bei den ersten Abenden war ich noch unglaublich nervös und habe vor
jedem hohen Ton gezittert. Irgendwann war die Nervosität zum Glück weg, aber
Was ist Ihrer Meinung nach charakteristisch für den Wiener Ton? dann setzte schon so etwas wie Routine und Langeweile ein. Und in den letzten
Das Katzbuckeln und Antichambrieren, das Hugo von Hofmannsthal im Rosenka- zehn, zwölf Aufführungen habe ich mich getraut, etwas auszuprobieren, andere Nu-
valier so treffend beschrieben hat und das wir aus zig Filmen kennen, diese Freund- ancen, andere Akzente. Da war ich so locker, dass ich einen Auftritt verpasst habe.
lichkeit, die umschlagen kann ins Raunzen, sobald man den Rücken gekehrt hat. Ich saß in der Garderobe und hörte plötzlich, wie der Pappacoda sagt: »Na, der
Natürlich ist das ein Klischee, aber man trifft es halt immer wieder im Alltag. kommt gleich, ich bin sicher, gleich ist er da!«

Fantastisch verkörpert durch Hans Moser. Eberhard Wächter, der ja oft den Eisenstein gesungen hat, hat für die Handlung der meisten
Herrlich! Wie er sich da in Rage redet bis zum Stammeln und Keuchen, wie er sich Operetten ein Kürzel gehabt: BU – blühender Unsinn.
immer mehr in tragikomische Situationen hineinmanövriert, das ist einmalig. Aber Ja gut, aber da gibt’s auch einige italienische Opern, die von der Handlung her in
diese Kunst ist extrem zeitgebunden, auch vom Timing her. Damals hatte man ja diese Kategorie fallen. Als ich meinen Kindern versucht habe zu erklären, was in
viel mehr Zeit. Wenn ich meinen Jungs das zeige, können die nicht lange zuschauen. Eine Nacht in Venedig passiert, sagten sie: »Komm, lass gut sein. Aber allein zu sehen,
wieviel Spaß du dabei hast, ist es schon wert sich das anzuhören.« Ja, diese Musik
Meine Generation ist mit Helmut Qualtinger und Herrn Karl aufgewachsen, ja politisiert reißt mich vom Sitz! Wenn heute jemand auch nur einen solchen Hit schreiben
worden. Das waren Schlüsselerlebnisse, da haben wir erstmals gespürt: Es gibt hier ganz viel könnte, wäre er wahrscheinlich Millionär. Und in den Operetten von Strauß gibt’s
Verdrängtes. mindestens acht Hits pro Stück.
Oh ja, durch Herrn Karl waren viele gezwungen, sich mit der Vergangenheit aus-
einanderzusetzen. Ebenso durch Georg Kreisler. Der hat ja auch sein Wien und seine Bei der Dresdner »Fledermaus« war zu spüren, wieviel Spaß Ihnen Operette macht. Wird’s
jüdischen Wurzeln auf sehr sarkastische Weise beleuchtet. Von beiden gab’s Platten mehr davon geben in Zukunft?
bei mir zu Hause, die ich oft und gern gehört habe. Ich hoffe sehr! Ich mag Operette wahnsinnig gern, auch wenn ich weiß, wie schwer
dieses Genre ist. Die Anstrengung des Singens, die in der Oper manchmal Effekt
Gibt es, was Operette und Wienerlieder betrifft, sängerische Vorbilder: Tauber, Schmidt, machen kann, ist in der Operette völlig fehl am Platz: Egal wie groß die Anforderun-
Schock, Wunderlich, Gedda? gen sind, es muss immer alles locker und leicht und wie von selber kommen. Und
Gerade bei diesem Repertoire finde ich es faszinierend, wie unterschiedlich diese dazu muss man noch frei und locker agieren und spontan reagieren können. All das
großen Sänger ihren eigenen Stil in ihrer Zeit geprägt haben. Das hat sich mir in macht mir unglaublichen Spaß.
manchen Fällen derart eingeprägt, dass ich zum Beispiel bei bestimmten Stücken
immer Rudolf Schock im Kopf habe, auch wenn andere singen. Ganz unterschied- Neben dem Komödiantischen gibt es noch ein anderes wesentliches Element der Operette:
liche Interpreten mit demselben Stück zu hören kann sehr reizvoll sein, und man be- Die unerfüllten Träume, die Sehnsucht nach dem, was man nicht bekommen kann.
kommt eine Menge Anregungen – aber dann muss man seinen eigenen Weg gehen. Ja klar, die großen Gefühle gehören genauso dazu. Ohne Krisen und Rückschläge
macht ein Happy End ja auch keinen Sinn. Und selbst wenn die Träume nicht in Georg Kreislers »Der Tod, das muss ein Wiener sein«. Das ist quasi eine tönende
Erfüllung gehen und am Ende alle desillusioniert sind, feiert man trotzdem weiter. Kulturgeschichte Wiens. Und wenn’s auch hin und wieder einen Tango oder Fox-
So wie in der Fledermaus. Alle Masken sind gefallen, jeder ist an der Nase herum- trott gibt, der rote Faden in dieser Geschichte ist der Walzer.
geführt worden, aber soll man jetzt deswegen den Katzenjammer kriegen? Nein, die Da werden Hernals, Grinzing und Sievering besungen – ist das so eine Art Naturidylle in
Party geht weiter, nach der Devise: Der Champagner war an allem schuld, also sind der Tradition von Franz Schubert?
wir uns wieder gut! Das ist ein ganz wesentliches Element der Operette. Ich denke, es geht da weniger um das Thema »einsam in der Natur« wie noch bei
Schubert, sondern um Entspannung. Wer einmal in Wien den Sommer verbracht
Warum ist Operette für viele Menschen Kitsch? hat, sehnt sich nach der Natur in den Vororten. Die sind ein bissel höher gelegen,
Ein Grund ist sicher, dass dieses Genre oft nicht auf dem Niveau geboten wird, das da weht ein Lüfterl, man sitzt beim Heurigen und vergisst die Hitze der Innenstadt.
die Stücke verdient hätten. Operette funktioniert nur in erstklassiger Ausführung.
Wenn ein Intendant meint »Ach, der kann keine Tosca oder Turandot mehr singen, Bei Ihrer Auswahl der Wienerlieder sind auch zwei Titel aus dem Film »Heut ist der schönste
also geben wir ihm das Land des Lächelns«, dann ist das der beste Weg zum Misserfolg. Tag in meinem Leben« dabei, der 1935 in Österreich mit Joseph Schmidt produziert wurde:
Dann ist die Leichtigkeit weg, dann merkt jeder, wie schwer das ist. Ein anderer neben dem Titel-Song auch das sehr resignierte »Es wird im Leben dir mehr genommen als
Grund könnte sein, dass man große Gefühle bei diesem Genre als unangebracht gegeben«. Ist das auch ein typisch wienerisches Thema?
oder übertrieben empfindet, nach dem Motto: Dem Otello glaube ich seine Tragik, Wie heißt es so schön in Wien: »Die Situation ist hoffnungslos, aber nicht ernst.«
aber doch nicht der Csárdásfürstin! Aber da kommt es, wie bei jeder Figur, ganz Man lässt die Dinge, wie sie sind, weil man sie eh nicht ändern kann und lebt danach
darauf an, ob sie glaubwürdig ist. Der Mister X in der Zirkusprinzessin beispielsweise umso freier, weil sie einen nicht mehr belasten. Aber »Es wird im Leben« mit Joseph
sollte für meine Begriffe genauso glaubwürdig sein wie der Canio in Pagliacci. Dieser Schmidt, das geht einem schon sehr zu Herzen, zumal, wenn man seine tragische
Monolog »Wieder hinaus ins strahlende Licht« ist toll geschrieben und tiefgründig, Lebensgeschichte kennt. Ich denke, für den Film hat Hans May mit diesen beiden
das ist die Operetten-Version von »Lache, Bajazzo!«. Liedern bewusst ganz starke Kontraste setzen wollen. Das eine ist pure Resignation,
das andere strotzt nur so von Freude und Glück.
Sie haben mal sinngemäß gesagt: Das Animalische hat seinen Reiz, vor allem bei hohen Tönen,
und die leisen Töne wirken auf die Seele. Wie animalisch darf man, muss man bei der Operette sein? Wie im »Café in Hernals« wird in diesen Liedern oft das Glück des Kleinen und Einfachen
Dieses Triebhafte »aus dem Bauch heraus«, ohne großes Nachdenken seinen Ge- idealisiert – ist das etwas, das Sie heute noch entdecken können?
fühlen freien Lauf zu lassen – das ist etwas, was man für die Operette auf jeden Fall Das gibt’s schon noch, selbst im 1. Bezirk. Kleine Oasen der Einfachheit, kaum be-
mitbringen sollte. Es überträgt sich sofort aufs Publikum. Und wenn man Partner rührt vom Tourismus, wie aus der Zeit gefallen. Da fühl ich mich wie zurückversetzt
hat, die schnell reagieren, kann man immer noch eins draufsetzen. in ein »Alt-Wien«, trinke einen Mokka, und wenn ich Glück habe, bekomme ich
dort auch Kardinalschnitten dazu. Das gibt’s schon noch, und das ist mit ein Grund,
Die Wienerlieder, die Sie für Ihr Album ausgesucht haben, sind teils so üppig orchestriert wie warum ich immer gern nach Wien komme.
die Operetten, teils aber auch in kleiner Besetzung, d. h. mit Salonorchester. Entsprechend
groß ist auch die vokale Bandbreite: vom vollen Opernton bis zur chansonartigen Kleinkunst.
Das ist ein weiterer Grund, warum ich dieses Repertoire so liebe: Es ist so ungeheu-
er vielfältig. Allein, wie sich die klassische Wiener Operette weiterentwickelt hat,
über die »silberne Ära« von Lehár und Kálmán bis zu den Jazz- und Schlager-An-
klängen bei Paul Abraham. Und mindestens so vielfältig ist auch das Genre Wiener-
lied, von den Robert-Stolz-Klassikern wie »Im Prater blühn wieder die Bäume«
über Hermann Leopoldi mit dem wunderbaren »Kleinen Café in Hernals« bis zu
RO B E RT S TO L Z :
“ WI E N W I R D B E I NAC HT E R S T S C HÖ N” ( S C O R E)
THIS MUSIC KNOCKS ME
OFF MY FEET!

Barbara Rett interviews Jonas Kaufmann those catchy tunes and their singers, like Rudolf Schock and Anneliese Rothenberger.
Often she sang them herself; she had a wonderful, bright voice. And apparently her
Jonas, the cornerstone of your love for Italy was laid by your family holidays. Is there a similar enthusiasm rubbed off on me. Operetta always put me in a good mood. I remember
basis for your love for Vienna? that when I had unlikeable things to do as a student, like cleaning or vacuuming, all
It didn’t come from travels, for I discovered Vienna fairly late as a visitor. But Vienna I had to do was play Carlos Kleiber’s Fledermaus recording, and in no time I had a
and the Viennese were always very present in my mind from a distance, especially grin on my face.
through television. My grandparents had a farm in Tyrol. I spent a great deal of free
time there, not only in the holidays but again and again on weekends. I chopped To quote Karl Kraus, “Austria and Germany are two countries separated by a common language”.
wood with my grandfather, mowed meadows, milked cows and did anything that Do you agree with that as a Munich resident?
happened to come up. They had a black-and-white TV set, the only one in the Not really. I think Kraus was referring more to the pure High German spoken in
neighbourhood. I often sat in front of it with the neighbour kids and soaked up much Hanover, and Munich is far removed from that. After the war, when it came to
more from Austrian programmes than from German ones. And of course I absorbed dividing up the occupied countries, there was even talk about establishing an Alpine
a lot of the language. Viennese turns of phrase and the Viennese inflection were part Republic consisting of Bavaria, Austria and South Tyrol. Whether that would have
of my childhood. functioned economically is anyone’s guess, but as far as the mentality is concerned,
I think it would have worked very well.
What about your father’s record collection – did it have any operettas?
Some, but there was more Richard Strauss, Mahler, Brahms and Bruckner than When you sang “Die Fledermaus” concertante in the Dresden New Year’s Gala, you gave
Johann Strauss. Not to mention Wagner: my grandfather was a passionate Wagnerian. your début in the role of Eisenstein. I found your Viennese accent quite good.
He played Wagner on the piano every day while singing all the roles, from Hagen Thanks. Even as a boy I had lots of fun imitating various accents, and the Viennese
to Brünnhilde. I learned about operetta mainly from my grandmother: she loved all twang was a special treat. But you have to know, of course, that there are many
different kinds of Viennese accent. When I was studying in Munich, Helmut Deutsch Caramello in 36 performances of A Night in Venice. It improved my finances, of course,
was our professor of lied singing, and I once dared to rehearse a Viennese chanson but above all it was good training. When you have to sing so many performances as
with him. After a couple of phrases he said, “Stop right there, that’s horrible!” a beginner you lose your timidity. I was incredibly nervous in the first performances
“But why”, I asked, “isn’t that a Viennese accent?” “Sure it is, but it’s the wrong one. and trembled before every high note. Luckily my nervousness vanished at some
It’s the streetcar accent!” It was too plebeian. point, only to be replaced by something like routine and boredom. In the final ten
or 12 performances I dared to try new things, other nuances, other emphases. I was
What do you consider characteristic of the Viennese inflection? so laid back that I even missed an entrance. I was sitting in the dressing room when I
The bowing and scraping; the grovelling that Hugo von Hofmannsthal captured so suddenly heard Pappacoda saying, “He’ll show up soon, I’m sure he’ll soon show up!”
well in Der Rosenkavalier and that we know from countless movies; the friendliness
that can switch in an instant into sniping the moment you turn your back. Those Eberhard Wächter, who often sang Eisenstein, coined an acronym for the plots of most operettas:
are clichés, of course, but you encounter them over and over again in everyday life. BN – blatant nonsense.
Granted, but there are some Italian operas with plots that put them in the same
Fantastically personified by Hans Moser … category. When I tried to tell my kids what happens in A Night in Venice, they said,
Magnificently! The way he talks himself into a rage until he stutters and gasps, the “Hey, give it a rest. It’s worth listening to just to see you having so much fun”. And
way he works himself again and again into tragicomic situations: it’s unique. But his it’s true, this music knocks me off my feet! Anyone who could write even one hit
art is a prisoner of its era, including its timing. People had much more time back like that today would probably be a millionaire. And there are at least eight of them
then. When I show it to my boys today, they tune out fairly quickly. in every Strauss operetta.

My generation grew up with and was even politicised by Helmut Qualtinger and his “Herr In the Dresden “Fledermaus” we sensed how much fun you have in operetta. Will there be
Karl”. Those were seminal experiences. It made us feel, for the first time, that a great many more of it in the future?
things in Austria were being suppressed. I certainly hope so! I’m mad about operetta, even though I know just how difficult
Absolutely. Herr Karl forced many people to confront the past. The same with the genre is. The sheer effort of singing can sometimes be effective in opera, but it’s
Georg Kreisler: he illuminated his Vienna and its Jewish roots with a healthy dose completely out of place in operetta. No matter how demanding the part, it always
of sarcasm. I’ve got recordings of both of them at home, and I love listening to them has to sound relaxed and easy, as if rolling off the tongue. And then you have to act
over and over again. free and relaxed and react spontaneously. I find all of it incredibly fun.

Do you have any vocal models for operetta and Viennese chanson? Tauber, Schmidt, Schock, Besides the comedy, there’s another essential element in operetta: the unfulfilled dreams, the
Wunderlich, Gedda? yearning for something always out of reach.
What I find especially fascinating about this repertoire is how differently these great True, big feelings are part of it, too. A happy ending has no meaning without crises
singers imprinted their personal styles on their era. With some pieces it left such a and setbacks. Even if the dreams never reach fulfilment and everyone is disillusioned
deep impression on me that I hear, say, Rudolf Schock in my mind even when others at the end, the celebration goes on. That’s how it is in Fledermaus. All the masks have
are singing. Listening to different renditions of the same song can be very appealing been dropped; everyone has been led around by the nose, but is that any reason to
and can give you lots of ideas, but in the end you have to go your own way. sink into the doldrums? No, the party goes on according to the motto: the champagne
was to blame for everything, so let’s be friends again! That’s a quintessential element
Your “Wien” album also contains tenor hits from the Strauss operetta “A Night in Venice”, of operetta.
which takes you back to your beginnings in 1993/94.
That was in Regensburg, my first professional production. I was still a student. I sang
Why do so many people consider operetta kitsch? Among your Viennese chansons you chose two from the movie “Heut ist der schönste Tag in
One reason is surely that the genre is not always presented at the level the pieces meinem Leben”, produced with Joseph Schmidt in Austria in 1935. Besides the title song,
deserve. Operetta only functions in first-class productions. The best way to ensure you also sing the very downcast “Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben”. Is that
a flop is for a theatre director to say, “He can’t sing Tosca or Turandot any more, so another typically Viennese theme?
let’s put him in The Land of Smiles”. The lightness is gone, and everyone notices As they so aptly say in Vienna, “The situation is hopeless but not serious”. Things
how hard it is. Another reason might be that people find big feelings inappropriate are left as they are because anyhow they can’t be changed. Then you live all the more
or exaggerated in operetta, thinking, “I believe Otello’s tragedy, but not the Gypsy freely because you no longer worry about them. But Joseph Schmidt’s “Es wird im
Princess’s”. But as with any other character, it all hinges on whether she’s credible. Leben” goes straight to the heart, especially when you know his tragic life story. I
Mister X in The Circus Princess should, I feel, be no less credible than Canio in Pagliacci. think Hans May deliberately wanted these two songs to contrast sharply in the film.
His monologue “Wieder hinaus ins strahlende Licht” is wonderfully written and The one is pure despondency, the other bursting with joy and happiness.
profound. It’s operetta’s answer to “Ridi, pagliaccio!”
As in “Café in Hernals”, these chansons often idealise the happiness of small things and the
You once said, if I may paraphrase: the animalistic has its charm, especially in high notes, but simple life. Is that something you can still discover today?
the soft notes affect the soul. How “animalistic” can and must one be in operetta? It still exists, even in the First District. Little oases of simplicity, barely touched by
Compulsive “gut reactions”, giving free rein to your feelings with no second thoughts: tourism, as if preserved in amber. I feel transported back to an “Old Vienna”, drinking
that’s definitely what you need in operetta. It immediately infects the audience. And a cup of Mokka and, if I’m lucky, enjoying a slice of Kardinalschnitte. It still exists.
when you have partners who respond quickly, you can always go one better. That’s another reason why I always like to visit Vienna.

Some of the Viennese chansons you’ve chosen for your album are as richly scored as the operettas,
though others are for smaller ensembles, like a salon orchestra. The vocal range is also just as
wide, from full operatic tenor to cabaret singer.
That’s another reason why I love this repertoire so much: it’s so amazingly diverse.
Just think of how the classical Viennese operetta evolved, from the “Silver Era” of
Lehár and Kálmán to the echoes of jazz and pop in Paul Abraham. And the Viennese
chanson is at least as diverse as that, from Robert Stolz classics such as “Im Prater
blühn wieder die Bäume” to Hermann Leopoldi with his wonderful “In einem kleinen
Café in Hernals” all the way to Georg Kreisler’s “Der Tod, das muss ein Wiener sein”.
It’s what you might call a cultural history of Vienna in notes. And even if a tango or
foxtrot crops up every now and then, the common thread in this history is the waltz.

Songs are sung about Hernals, Grinzing and Sievering. Is that a sort of bucolic idyll in the
tradition of Franz Schubert?
I think the point is not so much “alone in nature”, as with Schubert, but relaxation.
Anyone who’s spent a summer in Vienna longs for the natural surroundings of the
suburbs. The altitude’s a bit higher, there’s a touch of breeze, one sits with a glass of
new wine and forgets the heat of the inner city.
RUDOLF SIECZYŃS K I : ROB E RT S TOLZ:
“WIEN, DU STADT MEINER T R ÄUME” (S C O R E) “ I M P R AT E R B LÜ H N WIE D E R D IE BÄU M E ” ( S CORE )
CETTE MUSIQUE
M E T R A N S P O RT E !

Jonas Kaufmann en conversation avec Barbara Rett découvrir l’opérette  : elle aimait toutes ces mélodies accrocheuses et des vedettes
comme Rudolf Schock et Anneliese Rothenberger. Elle les fredonnait d’ailleurs
Jonas Kaufmann, votre amour pour l’Italie est lié aux vacances que vous y passiez avec vos souvent elle-même, car elle avait une très belle voix. Apparemment, j’ai hérité de
parents. Votre amour pour Vienne se rattache-t-il à quelque chose de similaire ? sa passion. Pour moi, cette musique a toujours été synonyme de bonne humeur. Je
Pas vraiment à des souvenirs de voyage, puisque je n’ai découvert Vienne que me souviens, quand j’étais étudiant et que je devais m’atteler à des tâches fastidieuses
relativement tard. Mais Vienne et les Viennois ont toujours fait partie de mon comme le ménage et l’aspirateur, il me suffisait de mettre le disque de La Chauve-
horizon, surtout par l’intermédiaire de la télévision. Mes grands-parents avaient Souris par Carlos Kleiber pour retrouver aussitôt le sourire.
une ferme au Tyrol, où je passais beaucoup de temps, non seulement pendant les
vacances, mais aussi le week-end. Avec mon grand-père, j’ai appris à couper du bois, Karl Kraus a dit : « Ce qui sépare l’Autriche et l’Allemagne, c’est la langue commune » – cela
à faucher, à traire les vaches, à faire tout le nécessaire. Et il y avait un téléviseur noir vaut-il aussi pour un Munichois de naissance ?
et blanc, le seul du voisinage. Je passais des heures assis devant, en compagnie des Je ne crois pas, non. Je pense que Kraus faisait référence au haut allemand tel qu’on
enfants des voisins, et je connais mieux la télévision autrichienne que la télévision le parle à Hanovre, qui est très éloigné de ce qu’on parle à Munich. Après la guerre,
allemande. Cela m’a aussi permis d’apprendre la langue, bien sûr  ; les expressions au moment de diviser les territoires occupés, il a été un moment question de fonder
idiomatiques et l’intonation du dialecte viennois sont une part de mon enfance. une « République des Alpes » réunissant la Bavière, l’Autriche et le Tyrol du Sud.
Je ne sais pas si ça aurait fonctionné économiquement. Mais du point de vue de la
Y avait-il des opérettes dans la discothèque de votre père ? mentalité, je crois que ça aurait pu marcher.
Quelques-unes, mais Johann Strauss était moins bien représenté que Richard Strauss,
Mahler, Brahms ou Bruckner. Sans parler de Wagner  ! Mon grand-père était un Au Concert du Nouvel An à Dresde, vous avez incarné pour la première fois Eisenstein dans
wagnérien passionné, il jouait Wagner au piano quotidiennement en chantant tous une version concertante de « La Chauve-Souris », et j’ai beaucoup aimé votre Viennois.
les rôles, depuis Hagen jusqu’à Brünnhilde. C’est plutôt ma grand-mère qui m’a fait Merci beaucoup. Gamin, j’aimais déjà imiter divers dialectes et je trouvais que le
viennois avait beaucoup de charme. Mais n’oublions pas qu’il existe plusieurs types C’était à Ratisbonne, ma toute première production professionnelle, quand j’étais
de viennois. Pendant mes études à Munich, notre professeur en classe de lied était encore étudiant. Trente-six représentations d’Une nuit à Venise, je chantais Caramello.
Helmut Deutsch. Un jour, j’ai osé lui présenter une chanson viennoise. Il s’est écrié Ça m’a fait de l’argent de poche, bien sûr, mais c’était surtout une bonne école.
après deux phrases : « Arrête, c’est horrible ! » – « Ah bon, ce n’est pas du viennois ? » Quand on débute, devoir assurer une telle quantité de représentations aide à perdre sa
– « Si, mais ce n’est pas le bon, c’est celui du tram ! » Ce n’était pas assez raffiné. timidité. Les premiers soirs, j’étais extrêmement nerveux et je tremblais avant chaque
aigu. Puis la nervosité a disparu, mais quelque chose comme de la routine et de l’ennui
Qu’est-ce qui caractérise le ton viennois, selon vous ? est ensuite venu la remplacer. Alors, dans les dix ou douze dernières représentations,
Les courbettes et les propos d’antichambre qu’Hugo von Hofmannsthal a si bien j’ai osé essayer des nuances différentes, des accents différents. J’étais si décontracté
décrits dans Le Chevalier à la rose et que l’on connaît d’innombrables films, cette que j’en ai même raté mon entrée. J’étais assis dans ma loge quand j’entends soudain
affabilité qui peut virer aux jérémiades dès qu’on a le dos tourné. C’est un cliché, Pappacoda dire : « Eh bien, il va arriver, j’en suis sûr, il sera là d’un instant à l’autre ».
bien sûr, mais qu’on rencontre encore quotidiennement.
Eberhard Wächter, qui a souvent chanté Eisenstein, avait une abréviation pour qualifier
Et dont la meilleure incarnation est Hans Moser. l’argument de ces opérettes : BU – blühender Unsinn, l’absurde en délire.
Merveilleux ! Voir la rage monter peu à peu en lui, jusqu’à en perdre la parole et le Ce n’est pas faux, mais l’intrigue de certains opéras italiens entre aussi dans cette
souffle, le voir aller toujours plus loin dans le tragicomique, c’est unique. Mais c’est catégorie. Quand j’ai essayé d’expliquer à mes enfants ce qui se passe dans Une nuit à
un art d’une autre époque, y compris dans le timing. À l’époque, on avait beaucoup Venise, ils m’ont dit : « Laisse tomber, va ! Mais ça fait plaisir de voir à quel point tu
plus de temps. Quand je montre ça à mes fils, ils se lassent vite. t’amuses. » Oui, cette musique me transporte ! Si quelqu’un était aujourd’hui capable
d’écrire ne serait-ce qu’un seul tube de ce genre, il serait probablement millionnaire.
Ma génération a grandi avec – et je pourrais dire : a été politisée par – Helmut Qualtinger et Et chez Strauss, il y a au moins huit tubes par opérette.
Herr Karl. Ses émissions ont été des moments clés où nous avons réalisé pour la première fois
tout ce qu’il y avait de refoulé dans notre société. À Dresde, dans « La Chauve-Souris », on a pu voir à quel point vous prenez plaisir à chanter
Oh oui, Herr Karl en a contraint beaucoup à se confronter au passé. La même chose l’opérette. Pensez-vous poursuivre dans cette direction ?
vaut d’ailleurs pour Georg Kreisler, qui a évoqué sa Vienne et ses racines juives de J’espère bien ! J’adore l’opérette, même si je sais combien ce genre est difficile. À
manière très sarcastique. Nous avions des disques de ces deux artistes à la maison, que l’opéra, l’effort visible que produit un chanteur lyrique permet parfois d’obtenir
j’ai écoutés souvent et avec le plus grand plaisir. certains effets, mais il est tabou dans l’opérette  : quelle que soit la difficulté du
morceau, le chant d’opérette doit toujours donner une impression de facilité, de
Y a-t-il un interprète modèle de l’opérette et de la chanson viennoise  ? Tauber, Schmidt, décontraction et de naturel. D’un autre côté, on doit rester libre et souple en tant
Schock, Wunderlich, Gedda ? que comédien, être capable de réagir spontanément. Tout cela m’amuse infiniment.
Justement, ce que je trouve fascinant dans ce répertoire, c’est de voir comment
chacun de ces grands chanteurs a marqué son époque en créant son propre style. Outre la comédie, l’opérette a une autre composante essentielle : les rêves inassouvis, le désir
Dans certains cas, je suis tellement habitué à entendre le morceau dans un certain de l’inaccessible.
style que j’ai toujours Rudolf Schock en tête, même si c’est quelqu’un d’autre qui Oui, bien sûr, les grands sentiments sont aussi présents. Sans péripéties, un « happy
chante. Écouter différentes interprétations du même morceau est à la fois passionnant end  » n’aurait aucun sens. Et même si les rêves s’envolent en fumée et que tout le
et une source d’inspiration, mais ensuite on doit faire son propre chemin. monde finit désabusé, on fait la fête malgré tout. Comme dans La Chauve-Souris : les
masques sont tombés, tout le monde a été mené par le bout du nez, mais est-ce une
Votre album viennois contient aussi les grands airs de ténor de l’opérette « Une nuit à Venise » raison pour avoir la gueule de bois triste ? Non, la fête continue, selon la devise : le
de Strauss, ce qui nous ramène à vos débuts, à savoir l’année 1993-94. seul coupable est le champagne, donc nous n’avons rien à nous reprocher ! C’est un
des ressorts principaux de l’opérette.
Pourquoi beaucoup de gens trouvent-ils l’opérette kitsch ? circule, on s’assoit autour d’une bouteille de vin nouveau et on oublie la touffeur
Certainement parce que ce genre n’est pas souvent proposé au niveau qu’il mérite. du centre-ville.
L’opérette ne fonctionne que dans des productions de première classe. Un directeur
artistique qui dit : « Oh, il ne peut plus chanter Tosca ou Turandot, donc on va le Votre sélection de chansons viennoises comprend également deux titres du film « Heut ist der
distribuer dans Le Pays du sourire  », c’est l’échec tout tracé. La légèreté disparaît schönste Tag in meinem Leben », une production autrichienne de 1935 avec Joseph Schmidt :
et tout le monde remarque à quel point c’est difficile. Une autre raison est peut- la chanson-titre et le très résigné « Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben » (La vie
être que les grands sentiments semblent inappropriés ou exagérés dans l’opérette, du prend plus qu’elle ne donne). Est-ce un thème typiquement viennois ?
genre : je veux bien compatir à la tragédie d’Otello, mais pas à celle de Princesse Comme disent si bien les Viennois : « la situation est désespérée, mais pas grave ».
Csárdás ! Là encore, tout dépend de la crédibilité du personnage. Prenez Mister X Laissons les choses suivre leur cours, de toute façon on ne peut pas les changer, et
dans La Princesse de cirque, il devrait être aussi crédible que le Canio de Pagliacci. Son on vit plus librement si on ne s’en soucie plus. Mais « Es wird im Leben » par Joseph
monologue « Wieder hinaus ins strahlende Licht » est profond et magnifiquement écrit, Schmidt, ça vous déchire le cœur, surtout quand on connaît son histoire tragique. Je
c’est le « Ris donc, Paillasse ! » de l’opérette. pense que, pour ce film, Hans May a misé sur un contraste maximum entre les deux
titres. L’un est pure résignation, l’autre déborde de joie et de bonheur.
Vous avez dit un jour : « L’animalité a son charme, surtout dans les aigus, et le chant retenu
parle à l’âme. » Quelle part d’animalité peut-il y avoir dans l’opérette ? Certaines chansons comme « Café in Hernals » idéalisent le bonheur des choses simples – en
Cette manière de «  chanter avec ses tripes  », d’épancher ses sentiments sans trop rencontre-t-on encore des exemples aujourd’hui ?
réfléchir, est indispensable pour l’opérette. Elle se communique immédiatement au Ça existe toujours, même dans le 1er arrondissement. De petites oasis de simplicité, à
public. Et pour peu qu’on ait des partenaires qui réagissent rapidement, on peut peine touchées par le tourisme, hors du temps. Là, j’ai l’impression d’être transporté
surenchérir. dans la « Vienne d’antan », je bois un moka, et si j’ai de la chance, je déguste une
Kardinalschnitte. On en trouve encore, et c’est une des choses qui me font chaque fois
Les chansons viennoises que vous avez sélectionnées sont présentées soit dans une orchestration revenir à Vienne avec plaisir.
aussi riche que les airs d’opérette, soit en petit effectif, avec un orchestre de salon. Le style vocal
varie en conséquence : on passe de l’opéra à la chanson de cabaret.
C’est une autre raison de mon amour pour ce répertoire : il est incroyablement varié.
L’opérette viennoise classique a évolué, depuis « l’âge d’argent » de Lehár et Kálmán
jusqu’aux influences jazz et pop chez Paul Abraham. Et la chanson viennoise est
au moins aussi diversifiée, des classiques de Robert Stolz, comme « Im Prater blühn
wieder die Bäume » aux merveilleux « In einem kleinen Café in Hernals » de Hermann
Leopoldi ou « Der Tod, das muss ein Wiener sein » de Georg Kreisler. C’est quasiment
une histoire musicale de la culture viennoise. Et si un tango ou un fox-trot se glisse
parfois dans le lot, le fil rouge de cette histoire demeure la valse.

Ces chansons évoquent souvent des lieux, par exemple Hernals, Grinzing et Sievering. Peut-
on parler d’idylle naturelle dans la tradition de Franz Schubert ?
Je pense que le sujet est moins la « solitude dans la nature », comme chez Schubert,
que les moments de détente. Quiconque a déjà passé l’été à Vienne rêve de s’évader
dans la nature en bordure de ville. Les environs sont un peu plus élevés, l’air y
RACHEL WILLIS-SØRENSEN
soprano
RA LP H BE NAT Z K Y: “IC H MUSS WIEDER PETER KREUDER:
E INMA L IN GRINZ ING SEIN “ (SCORE) “SAG BEIM ABSCHIED LEISE SERVUS” (PIANO SCORE)
ARRANGERS
(2) Franz Sadek/Michael Rot
(3) Herbert Turba/Michael Rot
(5) Adolf Müller jun.
(9) Erich Wolfgang Korngold
(14) Michael Rot (reconstruction)
(15) Kurt Papenberg/Michael Rot
(16) Herbert Turba/Michael Rot
(17) Martin Uhl/Michael Rot
(18) Walter Franz/Michael Rot

PUBLISHERS
(1) Edition Rex Musikverlag KG, Munich (1955)
(2) Musikverlag Adolf Robitschek, Vienna/Leipzig (1914)
(3) Doblinger Musikverlag, Vienna/Wiesbaden (1935)
(4) Edition Rex Musikverlag KG, Munich (1955)
(5) Schott Music (new critical edition 2016)
(6) Schott Music (new critical edition 2014)
(7) Schott Music (1874, new critical edition 2014)
(8) E. Arold’s Musikverlag (1942)
(9) Josef Weinberger Musikverlage (1923, posthum)
(10) Schott Music (1883, new critical edition 2014)
(11) Josef Weinberger Musikverlage (1905)
(12) Josef Weinberger Musikverlage (1926)
(13) Josef Weinberger Musikverlage (1891)
(14) Musikverlag Alrobi, Berlin (1933)
(15) West Ton Verlag GmbH, Cologne (2007)
(16) Doblinger Musikverlag, Vienna/Wiesbaden (1935)
(17) Ludwig Doblinger, Vienna (1916)
(18) Edition Meisel GmbH, Berlin (1936)
(19) Schott Music, Mainz (2014)
G010004071487M

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