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Der Diabetische Fuß

Ein diabetischer Fuß ist eine häufige Komplikation der Krankheit Diabetes
mellitus. Aufgrund des hohen Blutzuckers werden Blutgefäße und
Nervenbahnen geschädigt. Dadurch entstehen leichter Wunden am Fuß,
die sich infizieren können.
29.04.2019 www.netdoktor.de

quick-scan-diabetisches-fusssyndrom

Bildquelle:
https://www.tshs.eu/ratgeber/wundheilung/artikel/der-diabetische-fuss.html

Beim diabetischen Fuß bilden sich Geschwüre (meist an den Fußsohlen), die –
unbehandelt oder zu spät erkannt – zum Absterben des kompletten Fußes führen
können. Die Diabetes-Folgeerkrankung ist eine der häufigsten Ursachen für
Fußamputationen“ (lifeline, gesundheutsportal
Hintergrund Anatomie der Fußsohle

1.
-

Schmerzen im Fußballen
(Fußballen ist ein Teil der Fußsohle)
1. Zehenendglied -
Phalanx distalis
2. Großzehenendgelenk -
Articulatio interphalangea
3. Zehengrundglied -
Phalanx proximalis
4. Zehengrundgelenke -
Articulationes metatarsophalangeae
5. Großzehenballen
6. Mittelfußknochen -
Os metatarsi
7. Kleinzehenballen
8. Fußsohle -
Planta pedis
Ursachen:
- Überlastung oder  Überanspruchung, falsches Schuhwerk
des Fußballens (Wanderung,,langes Stehen) starkes Übergewicht
Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische
Abbildungen
Screening Diabetischer Fuß

L0PS (loss of Protective Sensibility)

fährt man mit einem dünnen Nylonfaden über den Fuß über den Kleinzehenballen, den
Mittelfußknochen
und dem Zehengrundglied sollte der Patient spüren, dass er mit dem Nylonfaden dort berührt wir.

Ipswich Touch Test

Berührt man den ersten, den mittleren, den letzten Zeh, soll der Patient das spüren.

Stimmgabeltest

Dieser wird vom Arzt durchgeführt

Spürt der Patient die Vibration?

„Den Ausfall des Vibrationsempfindens bezeichnet man als Pallanästhesie, ein reduziertes
Vibrationsempfinden als Pallhypästhesie.
Zur Prüfung des Vibrationsempfindens (auch als Vibrationssensibilität bezeichnet) wird eine
schwingende Stimmgabel auf die Haut gesetzt. Im klinischen Einsatz werden Stimmgabeln nach
Rydel-Seiffer benutzt, die mit einer Skala von „0“ bis „8“ versehen sind. Die untersuchte Person
gibt an, wann sie die Vibration nicht mehr spürt. In diesem Moment wird auf der Stimmgabel ein
Wert abgelesen. Werte unter „6“ gelten als pathologisch. Typische Stellen für die Prüfung der
Pallästhesie sind markante Knochenpunkte, beispielsweise der Innen- und Außenknöchel
(Malleolus medialis et lateralis) am Fuß“(Wikipedia)

Schwerpunkt Diabetes und pAVK


Menschen mit Diabetes haben ein erhöhtes Risiko, im Laufe ihrer Erkrankung frühzeitig an
Arteriosklerose zu erkranken.Dies betrifft auch die arteriellen Gefäße der unteren Extremität. Als
klinische Manifestation zeigt sich die "Schaufensterkrankheit". Das heißt, Patienten müssen wegen
belastungsabhängiger Schmerzen aufgrund von Durchblutungsstörungen (Claudicatio) nach einigen
Metern stehen bleiben bis wieder genügend Sauerstoff in der Muskulatur vorhanden ist. Dies kann
bis zum Ruheschmerz oder gar Absterben von Gewebe führen. Ein weiteres Problem können
schlecht heilende Wunden sein. (Diabetologie-online)

Mittelfußpuls oder Knöchelpuls tasten. Der Puls sollte spürbar sein, wenn die Durchblutung
gewährleistet ist.
Risikogruppen/ Risikofaktoren Diabetischen Fuß:

 Dialysepatienten
 Menschen mit Fußdeformitäten
 Menschen mit limitet Joint Mobility*(können die Handflächen nicht schließend
aufeinander legen, wie beim Gebetshaltung der Katholiken)
 Menschen mit ausgeprägter Hornhautbildung
 M. mit Rhagaden an den Füßen
 schlecht sitzendes Schuhwerk
 hygienische Mangelversorgung der Füße

Patientenschulung

 Angehörige und Patienten sollen die Füße täglich kontrollieren


 Spezialschuhe für Diabetiker sollen getragen werden
 orthopädischer Maßschuh soll bei Bedarf zum Einsatz kommen
 Schuhe auf Fremdkörper kontrollieren
 Fußpflege nur vom Podologen
 nicht den Fuß von außen erwärmen
 nicht barfuß laufen

Bei einer Wunde am Fuß sollte eine Total contaxt cast Orthese (TCC)
angelegt werden (Ärztliche Aufgabe) ist ein nicht abnehmbarer Gipsverband, der für Wundruhe
und Druckentlastung sorgt.
Begründung, nicht festtsitzende
Orthesen werden vom Patienten
abgenommen, das verzögert oder
verhindert die Wundheilung

Abheilungserfolg 89,5 % bei TCC

(Schulungsfilme s. You tube)

*Das Limited Joint Mobility Syndrom (LJMS) oder die diabetische Cheiroarthropathie sind eine langfristige
Komplikation des Diabetes mellitus. Die Diagnose von LJMS basiert auf klinischen Merkmalen: Fortschreiten der
schmerzlosen Steifheit von Händen und Fingern, feste Flexionskontrakturen der kleinen Hand- und Fußgelenke,
Beeinträchtigung der Feinbewegung und Beeinträchtigung der Griffstärke in den Händen. Mit fortschreitendem
Syndrom können auch andere Gelenke betroffen sein.
Welt J Diabetes . 2015 Aug 10
Aircast-Short WalkerAircast-Short Walker

Indikation:
Prä- oder postoperative
Behandlung von Vorfuß- und
Mittelfußverletzungen

Wirkung:

Passgenaue und sichere Einbettung


des Fußes durch zwei individuell
aufpumpbare Luftkammern

Filzentlastung

Druckentlastung durch Anpassung von Filzplatten, die an die Hohlräumen des Fußes angepasst
werden
Dürfen nur Wundambulanzen anfertigen, Mitarbeiter die einen Kurs absolviert haben, „geschütztes
Gehen“ (Kurse s. Internet)

Voraussetzung für die Abheilung der Wunde am Fußballen

 Druckentlastung
 Durchblutung ist gewährleistet
 Fußhygiene ist gewährleistet
 Wundmanagement wird durchgeführt
 bei Bedarf Antibiotikagabe
 Anämieausgleich (Gabe von Eisenpräparaten bzw. Förderung der Eisenaufnahme)
 BZ – Einstellung

Interdisziplinäre Zusammenarbeit:

Diabetologe, Angiologe, Wundambulanzen, Orthopäden, Podologen, Ernährungsberater,


Pflegekräfte, Hausarzt

Wundkongress am 11 -13. März 2020

Vortrag von
Dr, Karl Zink, Diabetologe
Auszug zusammengestellt von Stephanie Müller
Selbsttest:

1. Definieren Sie den Begriff „Diabetischer Fuß“


2. Zeigen Sie Beobachtungen auf, die bei einem Diabetischen Fuß möglich sind?
(An welchen Stellen kann es welche Schäden geben?)
3. Beschreiben Sie drei Screening Methoden für den Diabetischen Fuß.
4. Nennen Sie Risikogruppen und Risikofaktoren für den Diabetischen Fuß.
5. Stellen Sie dar, welche Tipps Sie einem Diabtiker und seinen Angehörigen in
einem Gespräch mitgeben, die zu einer Abheilung der Fußwunde führen
können.
6. Erklären Sie was ein TCC ist und wodurch er wirkt.