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12-17-AmanoGarnelen-neu.qxd 08.11.2005 19:42 Uhr Seite 12

SÜSSWASSER STECK BRIEF Caridina japonica Die Garnelen des Meisters Amano- Garnele Foto: Dr. J. Schmidt
SÜSSWASSER
STECK
BRIEF
Caridina
japonica
Die Garnelen des Meisters
Amano-
Garnele
Foto:
Dr.
J.
Schmidt
und das Geheimnis ihrer Aufzucht
˘
Familie:
Zwerggarnelen
Text & Fotos: Michael Wolfinger
˘
Gattung:
Caridina
˘
Art:
C.
japonica
Den Anfang in der Garnelenhaltung machte wohl Taka-
shi Amano,der in seinen Naturaquarien neben vielen an-
deren nützlichen Helfern zur Algenbekämpfung eine
nach ihm benannte Garnelenart zum Einsatz brachte, die
durch ihn mittlerweile Kultstatus genießt.
˘
Deutsche
Namen:
Algengarnele,
Amano-Garnele,
Yamatonuma-Garnele
Mooskukeln werden
von Amano-Garnelen
gerne nach Nahrung abgeweidet.
˘
Herkunft:
sern der östlichen
Regionen Japans ent-
ist
ein guter und
vielseitiger
Algenver-
Japan,
Fließgewässer
deckt.
Bevorzugt
leben
die Garnelen
werter.
Leider
hat
sie
aber
auch
die
dort in
den
Ober-
und
Mittelläufen
der
schlechte Angewohnheit, ihr
feuchtes
˘
Größe:
Flüsse.
Vor einiger
Zeit wurde sie
auch
Milieu zu verlassen.
Dieses Verhalten
Ausgewachsen
bis
zu
5
cm
lang,
in anderen Gewässern im östlichen Teil
liegt
an
ihrer
Veranlagung.
Amano-
Weibchen
etwas
massiger
und
kleiner
als
die
Männchen.
Japans
entdeckt.
Garnelen wandern ähnlich wie
Krebse
gerne
über
Land.
Aus
diesem
Grund
Amano-Garnelen im Naturaquarium.
Foto: T. Amano
˘
Verhalten:
Amano-Garnele
ist
nicht
sollte
das
Aquarium
gut
abgedeckt
Sehr
friedlich,
sowohl
kleineren
sein.
Selbst durch
die Kabelführungen
gleich Amano-Garnele
Fischen
als
auch
Artgenossen
ge-
in
der Aquarienabdeckung
kommen
genüber.
Bei
Vergesellschaftung
sie
ohne
Probleme
heraus, vor allem
mit zu
großen
Fischen
eher
zu-
Häufig
kommt es bei
der Amano-Gar-
wenn
sich
hohe
Pflanzen,
welche
aus
rückhaltend.
Schwimmen
oft
nele zu Verwechslungen. In
vielen Zoo-
dem
Wasser
reichen,
oder
Kabel im
munter
durchs
Wasser.
geschäften werden so
genannte Algen-
Aquarium
befinden.
garnelen als Caridina japonica angebo-
˘
Haltung:
Algenvertilger
Ab
60
l
Inhalt
ist
die
erfolgreiche
ten
und
viele Verbraucher glauben,
es
Pflege
möglich.
Das
Aquarium
handele sich
dabei
um die Amano-Gar-
sollte
dicht
bepflanzt
sein.
nele. Doch ist die Algengarnele eine ei-
Die
Amano-Garnelen
sind
wahr-
genständige
Art, Caridina
cantonensis,
scheinlich
die
zurzeit
besten natürli-
˘
Wasser:
die
häufig
mit
der
„echten“ Amano-
chen Algenvertilger in der
Aquaristik.
pH-Wert
um
6
bis
8,
Härte
5
bis
Garnele
verwechselt
wird,
allerdings
Bis auf Pinsel-
und
Schmieralgen hal-
25 °dGH,
Temperatur
22
bis
29
°C
nicht
so
gut
Algen frisst wie
Caridina
ten sie das
Aquarium von so mancher
japonica
.
Algenplage
frei. Voraussetzung ist na-
˘
Fütterung:
türlich,
dass man
sie nicht zu gut
füt-
Lebend-
und
Frostfutter
wie
Arte-
Haltung
mia oder
Mückenlarven,
handels-
tert,
denn dann lassen sie jede
Algen-
übliches
Flockenfutter,
Spirulina
-
art links liegen
und
nehmen
lieber
Tabletten,
Gemüse
wie
Erbsen,
In
vielen
Gesellschaftsaquarien
wird
das leckere
Futter auf.
Karotten
und
Salat.
die Amano-Garnele
nebenbei
zusam-
Im
Gegensatz
zu manchen Behaup-
men mit
Fischen gehalten. Viele
Aqua-
tungen
können
Amano-Garnelen
˘
Vermehrung:
rianer
halten
diese
Garnele
aber nur
auch etwas
gegen eine
bereits
beste-
Siehe
Text
wegen
ihrer Leidenschaft für Algen. Sie
hende
Algenplage
ausrichten.
Eine
˘
Anmerkungen:
Zucht
schwierig,
aber
nicht
un-
C. japonica ist wohl die beliebteste Garnelenart.
möglich.
Gute
A
ufzuchterfolge
sind
nur
im
Meerwasser
bei
35
g
Die Amano-Garnele, ist die wohl be-
kannteste Garnelenart. Es ist eine Süß-
wassergarnele, die sich – im Gegensatz
zu anderen Arten – in fast jedem Aqua-
rienwasser halten lässt und sich hervor-
ragend dazu eignet, das Aquarium al-
genfrei zu halten. Seit Takashi Amano
im Jahre 1983 zum ersten Mal die
Amano-Garnele in seinen mittlerweile
sen winzigen Krebstieren begeistert. In
diesem Bericht möchte ich in erster
Linie über die Zucht dieser sehr nützli-
chen Garnele, die doch sehr schwierig
und aufwendig ist, aber auch über die
Haltung und Herkunft berichten.
tik entdeckt. Auf der Suche nach einer
natürlichen Form der Algenbekämp-
fung hat T. Amano damals mit ver-
schiedenen heimischen Süßwassergar-
nelen experimentiert. Er fand heraus,
dass Caridina japonica aus der Region
Yamato sich als die weitaus effizientes-
te Art erwies. Dort ist sie vor allem in
den Flüssen, die alle in den Pazifischen
Ozean münden, beheimatet. Vor kur-
zem wurde sie auch in anderen Gewäs-
Salz/1
l
Wasser
möglich.
Ein Gast aus Japan
12 weltberühmten Naturaquarien vor-
stellte, sind viele Aquarianer von die-
Caridina japonica wurde von T. Amano
in seiner Heimat Japan für die Aquaris-
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Die Algengarnele, C. cantonensis, wird
oft mir
der Amano-Garnele
verwechselt.

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SÜSSWASSER Exuvie einer frisch gehäuteten Amano-Garnele. GeschlechtsunterschiedederGarnelen–obenMännchen,unten
SÜSSWASSER
Exuvie einer frisch gehäuteten Amano-Garnele.
GeschlechtsunterschiedederGarnelen–obenMännchen,unten
Weibchen.
von bis zu 28
°C
sowie
höhere pH-Werte
ein Artgenosse
stirbt,
so
holt
sich eine
ren erreichen.
Einige meiner
eigenen
bis 8,8
verträgt sie problemlos.
Empfeh-
Garnele
sofort
das
tote
Tier und
zieht
Garnelen haben
bereits ein
Alter
von
lenswert
ist eine
Vergesellschaftung
sich damit zurück,
um es dann genüß-
vier bis
fünf Jahren und erfreuen
sich
mit
kleineren Fischen. Die
Garnele
ist
lich
zu
verspeisen.
bisher noch
immer bester Gesundheit.
gegenüber ihren Mitbewohnern
fried-
Wenn man eine
große Gruppe Amano-
Weibchen
können bis zu 5, Männchen
lich, allerdings sollte man
berücksichti-
Garnelen
in
einem
gut bepflanzten
bis
zu 4
cm lang
werden.
Man
kann
gen,
dass
man
bei der Vergesellschaf-
Aquarium hält,
sollte
man darauf ach-
Männchen
und
Weibchen
übrigens
tung mit
Fischen
ihre
interessanten
ten,
dass
diese genügend
zu fressen fin-
mit einem
kleinen Trick sehr
gut aus-
Verhaltensweisen
nicht
beobachten
det.
Bekommen
die Garnelen
zu
wenig
einander halten.
Weibchen
besitzen
kann.
Außerdem
zeigt
sie sich
dann
zugefüttert und
finden keine
Algen
als
unterstes Muster auf der Außensei-
schreckhaft und
lebt meist
versteckt.
zum Abgrasen,
so
vergreifen
sie sich
te des
Panzers eine
Strichreihe,
Männ-
gern an
weichen Blättern
von
Aqua-
chen haben
an
dieser Stelle Punkte.
Die
Nahrung
rienpflanzen wie
Echinodorus-Arten,
so
dass zum
Schluss
nur
noch das Ske-
Die
Fortpflanzung
Amano-Garnelen,
aber auch Garnelen
fressen zwar gerne
lett des Blatts übrig bleibt. Diese Gefahr
im
Allgemeinen,
besteht aber nur
bei
einem
größeren
Eine
erfolgreiche
Begattung
erkennt
Futterreste, jedoch
keinen
Mulm,
wie
Trupp.
Eine
einzelne
Garnele kann da –
man
daran,
dass
in
den
Gonaden,
den
manchmal behauptet
wird.
Sie
durch-
genau wie bei der Algenbekämpfung –
wenig ausrichten.
Keimdrüsen, über dem
Magen
die
Ei-
suchen
diesen lediglich
nach
Fressba-
pakete angelegt werden. Nach einigen
In der Regel dauert es 4 - 5 Wochen, bis die Larven entlassen werden. Dauert es länger, besteht kaum eine Chance, diese durchzubringen.
rem.
Als
Futter nehmen
sie jegliches
Stunden
entwickelt
sich
die
Eimasse
Fischfutter wie
Tabletten
und Frostfut-
Drei
Jahre
zu
befruchteten
Eiern, die
nach
der
einzelne Garnele kommt natürlich
noch lange nicht dagegen an. Um
gegen eine solche Algenplage vorzu-
gehen, braucht es schon eine größere
Gruppe der Tiere. Die Beseitigung der
Algen geschieht natürlich auch nicht
von heute auf morgen. Die Garnelen
brauchen schon einige Tage, um die
Algen abzuweiden.
Gruppenleben
circa 5 l Wasser rechnen, damit Algen-
probleme gar nicht erst auftauchen
oder schon bestehende in den Griff zu
bekommen sind.
Im Aquarium ist sie eine leicht zu pfle-
gende Art. Gegenüber den Wasserwer-
ten ist sie tolerant und kann sowohl im
weichen als auch im harten Wasser ge-
halten werden. Auch Temperaturen
ter und
auch pflanzliche Kost
wie
Erb-
nächsten
Häutung
in
den
äußeren
sen, Karotten
oder
Salat.
Auch
an
toten
Im Allgemeinen haben
Amano-Garne-
Brutraum,
der
sich
im
Bereich
der
Eine einzelme Garnele kann natürlich
gegen eine bereits bestehende Algen-
plage nicht viel ausrichten, dazu
braucht es schon eine größere Gruppe.
Wenn man sie zur Vorbeugung gegen
Algen in einem Aquarium einsetzt,
sollte man für eine Amano-Garnele
Fischen
vergreifen
sie
sich gerne
ein-
len
eine
Lebenserwartung von
etwa
Schwimmfüße
befindet,
abgegeben
mal,
können
Fische aber nicht töten.
drei Jahren.
Einzelne
Tiere
können
werden.
Dort
werden
sie jetzt
vom
Kommt
es
mal
vor,
dass
ein
Fisch oder
auch ein
Alter von
fünf
oder mehr Jah-
Muttertier
ausgiebig
geputzt
und
Bei Futtermangel
vergreifen sie
sich
auch gerne an der Bepflanzung.
Solche Pinselalgen an den Blättern der
Seerose, Nymphaea cf. coerulea, können
auch Garnelen nicht mehr beseitigen.
Foto: Dr. J. Schmidt
Moorkienwurzeln sollten in keinem
Garnelenaquarium fehlen.
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12-17-AmanoGarnelen-neu.qxd 08.11.2005 19:43 Uhr Seite 16

SÜSSWASSER jjjjjj Anfang allerdings mehrere Versuche, bis es richtig klappt. Der richte Salzgehalt ständig bewegt,
SÜSSWASSER
jjjjjj
Anfang allerdings mehrere Versuche,
bis es richtig klappt.
Der richte Salzgehalt
ständig bewegt, um sie mit Frischwas-
ser zu umspülen.
Caridina japonica gehört zum ursprüng-
lichen Fortpflanzungstyp, das heißt die
entlassenen Larven benötigen zur wei-
teren Entwicklung Meerwasser, in dem
sie verschiedene Larvenentwick-
lungsstufen,die so genannten Zoea-Sta-
dien, durchlaufen. Insgesamt durchlau-
fen sie in vier bis fünf Wochen neun Ent-
wicklungsstadien.
In der Natur werden – je nach Größe des
Weibchens – circa 400 bis 2000 Larven
Es mag Züchter geben, die andere Er-
fahrungen bei der Zucht der Amano-
Garnele gemacht haben. Bei den unten
geschilderten Aufzuchtversuchen
sterben – trotz gleicher Verhältnisse –
einige Würfe schon nach kurzer Zeit. Es
gibt also entweder noch eine bessere
Methode oder es spielen noch andere
Faktoren eine wichtige Rolle. Vermut-
lich ist aber der Zeitpunkt wichtig,
wann die Larven entlassen werden.
Folgende Aufzuchtversuche und Me-
thoden geben meine eigenen Erfah-
stant und schwankt je nach Gebiet
zwischen 32 und 38 g/l. Im Brack-
wasser dagegen kann der Salzgehalt
stark schwanken. Wenn man von
Brackwasser spricht, beispielsweise
dem Wasser der Ostsee, so liegt der
Salzgehalt zwischen 2 und 30 g/l.
Man kann also sagen: Bei Werten von
mehr als 30 g/l ist bereits von Meer-
wasser die Rede.
Viele Meeresorganismen, zu denen
höchstwarscheinlich auch die ver-
schiedenen Entwicklungsstadien der
Amano-Garnelenlarven gehören, sind
an Meerwasser mit einem durch-
schnittlichen Salzgehalt von 35 g/l an-
gepasst. Sie überleben wahrscheinlich
aus genau diesem Grund auch nicht
ganz leicht sprudeln darf, eingerichtet
werden. Wenn dieser zu stark sprudelt,
werden die Larven gegen die Scheibe
getrieben und verletzt – was zu hohen
Verlusten führt. Aus diesem Grund
sollte auch das Licht ständig ange-
schaltet bleiben damit sie nicht im
Dunkeln die Orientierung verlieren.
Alternativ kann für nachts auch ein
Mondlicht montiert werden, dessen
Stromverbrauch gering ist, und das
sich auf der Stromrechnung kaum be-
merkbar macht.
Da die Larven zur weiteren Entwick-
lung Temperaturen um die 25 °C benö-
tigen sollte nicht auf eine Heizung ver-
zichtet werden. Wenn man das erste
Eier tragende Weibchen entdeckt, soll-
te man es möglichst früh in das oben
beschriebene eingefahrene Aufzucht-
aquarium umsetzen. Dies ist notwen-
dig, damit das Weibchen sich gut ins
neue Aquarium eingewöhnen kann.
Wenn es zu spät in das bereit stehende
Aufzuchtaquarium umgesetzt wird,
kann es passieren, dass das Weibchen
die Larven stressbedingt zu früh ent-
lässt, dies hat zur Folge, dass keine ein-
zige Larve überlebt.
wurde, entlässt es nach vier bis fünf
Wochen – abhängig von der Größe des
Tiers – 400 bis 2000 circa 1 mm große
Larven, die kopfüber im Wasser
schweben. Wenn das Weibchen alle
Larven entlassen hat, wird es von den
Larven getrennt, aus dem einfachen
Grund, weil das Weibchen den hohen
Salzgehalt im Aquarium nicht über
längere Zeit verträgt und krank wer-
den würde. Sobald die Mutter umge-
setzt wurde, muss mit dem Aufsalzen
begonnen werden.
Zwei Möglichkeiten
des Aufsalzens
Aufsalzen
Zum Aufsalzen wurde – wie oben
schon beschrieben – Salz aus der Mee-
resaquaristik verwendet. Hierbei ha-
ben wir bisher mit Reef-Salz der Firma
Aqua-Medic die besten Erfolge erzielt.
Mit anderen Salzen erzielten wir we-
niger gute Erfolge. Ob es nur am Salz
lag oder ein anderer Fehler gemacht
wurde, lässt sich allerdings nicht fest-
stellen. Laut Internet haben andere
Aquarianer auch mit anderen Salzen
gute Erfahrungen gemacht.
Nachdem das Weibchen also rechtzei-
tig an ihr neues Zuhause gewöhnt
Methode 1:Man salzt das Süßwasser vier-
telstündlich mit aus dem eingefahrenen
Meerwasseraquarium entnommenem
Wasser auf,bis der Salzgehalt im Aufzuch-
taquarium, in dem sich die Larven befin-
den,bei circa 35 g Salz/1 l Wasser liegt. Für
ein 54 l-Aquarium benötigt man also bei
dieser Menge etwa 2 kg Salz. Die Dichte
liegt nach der Aufsalzung mit 35 g Salz pro
LiterundbeieinerWassertemperaturvon
25 °C bei 1,023 g/m 3 . Die Dichte des Was-
sers kann ganz einfach mit einem Mess-
gerät aus der Meerwasseraquaristik be-
stimmt werden.
Methode 2: Eine andere Methode, die ein
befreundeter Aquarianer angewendet
hat, hat sich bisher als effizienter erwie-
sen. Hierzu verwendet er ein gut mit
Meerwasser eingefahrenes, größeres
Aquarium,in dem der Salzgehalt bei 35 g/l
liegt. Das Amano-Garnelenweibchen
wirdbiszumEntlassenderLarvenseparat
in einem kleinen 10 l-Aquarium gehalten.
Sobald die Larven entlassen werden wird
das Aquarium – ohne Weibchen – ins
deutlich größere Meerwasseraquarium
eingesetzt und langsam angepasst, so
dass sich Süß- und Meerwasser langsam
vermischen.
Die winzigen Larven sind kaum erkennbar.
Aufzucht der Larven
Die Garnelen sind aktive Helfer im Aquarium, aber auch sie können nicht alle Algenarten beseitigen.
Foto: Dr. J. Schmidt
im Süßwasser entlassen. Diese werden
dann Richtung Meer geschwemmt, wo
sie sich dann weiter entwickeln. Da auf
dem Weg dorthin Fressfeinde und ande-
re Gefahren auf die Larven lauern, ist
vermutlich deswegen die Anzahl der
entlassenen Larven so groß.
Wer schon einmal versucht hat,
Amano-Garnelen zu züchten, der hatte
sie bestimmt schon einmal so weit,
dass die Larven bereits einige Tage frei
schwammen, dann aber aus scheinbar
unerklärlichen Gründen nicht mehr
lange überlebten. Höchstwahrschein-
lich lag es am falschen Salzgehalt oder
am falschen Futter.
Die Zucht der Amano-Garnele ist, nicht
nur mir, schon mehrmals gelungen, al-
lerdings ist diese etwas schwierig
sowie ziemlich aufwendig, mit teilwei-
rung und die eines Bekannten wieder:
Immer wieder liest man über erfolg-
reich gelungene Nachzuchten bei
einem Salzgehalt um die 17 g/l. Auf-
zuchtversuche mit einem Salzgehalt
unter 28 g/l sind sowohl bei mir als
auch bei meinem Bekannten bisher
immer gescheitert. Die Larven überleb-
ten nur wenige Tage. Erst ab 28 g Salz
pro Liter Wasser hatten wir erste ver-
hältnismäßig gute Erfolge. Bei ver-
schiedenen. Zuchtversuchen verwen-
deten wir jedes Mal etwas mehr Salz.
Es stellte sich heraus: je mehr Salz,
desto mehr Larven kamen durch. Es
lässt sich sagen, dass sie sich bei Meer-
wasserqualität besser entwickeln und
schneller wachsen als in Brackwasser.
Wo liegt der Unterschied zwischen
Brack- und Meerwasser? Der Salzge-
halt im Meerwasser liegt im Durch-
schnitt bei 35 g/l, bleibt relativ kon-
über längere Zeiträume in Wasser mit
geringerem Salzgehalt.
Caridina japonica können – wie das hier abgebildete Ex-
emplar – gestreift oder gepunktet sein. Diese Zeich-
nung kann bei der Geschlechtsbestimmung helfen, ist
aber nicht immer eindeutig. Foto: Dr. J. Schmidt
Zuchtvorbereitung
16 se hohen Verlustraten verbunden –
aber nicht unmöglich. Man braucht am
Wenn man versuchen möchte,
Amano-Garnelen erfolgreich zu ver-
mehren, so benötigt man möglichst
zwei Aquarien. Für die Zucht verwende
ich hierzu zwei Aquarien mit je 54 l
Wasserinhalt. Außerdem benötigt
man ein gut eingefahrenes Aquarium,
in dem sich aufbereitetes Meerwasser
befindet, welches zum Aufsalzen
sowie zum Wasserwechsel benötigt
wird, darüber hinaus ein Aufzucht-
aquarium, in welches das Weibchen
vor Entlassen der Larven umgesetzt
wird.
Das Aufzuchtaquarium sollte um die
50 l fassen. Es sollte ohne Bodengrund
und mit einem Sprudelstein, der nur
Das Schwerste bei der Amano-Garne-
lenzucht ist sicher das Aufziehen der
Larven. Weit wichtiger als auf das
Gramm genau abgewogenes Salz ist
sicher die Nahrung während der neun
verschiedenen Entwicklungs- (Zoea-)
Stadien.
Da die Larven ständig und schnell
wachsen, braucht man alle paar Tage
eine neue, geeignete Futtergröße. An-
fangs wurden die Larven mit flüssigem
Plankton (Liquizell), später mit pulver-
förmigem Plankton (Mikrozell) von
Hobby, Dohse-Aquaristik, und mit
100 % Spirulina-Pulver gefüttert. Ab
einer Länge von 4 mm wurde mit frisch
geschlüpften Artemia-Nauplien und
mit feinem Flockenfutter zugefüttert.
Bei Methode 1 wurde einmal wöchent-
lich Wasser gewechselt, welches aus
dem eingefahrenen Meerwasseraqua-
rium entnommen wurde. Bei Methode
2 wurde so gut wie gar nicht Wasser ge-
wechselt. Zusätzlich hatte sich in dem
Aquarium bei Methode 2 eine Algen-
blüte im Wasser gebildet, was den Lar-
ven sichtlich zu Gute kam. Es überleb-
ten allerdings nie mehr als 30 bis 40 %
der vom Weibchen entlassenen Larven.
Nach etlichen Häutungen und den
neun verschiedenen Entwicklungssta-
dien sind die Larven nach vier bis fünf
Wochen (wenn etwas nicht stimmt,
dauert es bei manchen Würfen auch
länger) zu jungen Garnelen heran ge-
wachsen. Sobald diese zum Bodenle-
ben übergehen, kann man sie langsam
ans Leben in Süßwasser umgewöhnen.
Takashi Amano und seine Garnelen,
die er in den Naturaquarien pflegt,
haben wir es zu verdanken, dass die
Garnelen vor 22 Jahren als seine „Ge-
heimwaffe“ gegen Algen Einzug in die
Aquaristik fanden. Seither sind Garne-
len aus unseren Aquarien nicht mehr
wegzudenken und lösten einen in der
Aquaristik nicht oft vorkommenden
Boom aus.
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