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01 Klinische Psych

= Teilgebiet Psychologie, beschäftigt sich mit psychischen Störungen und


psychischen Faktoren bei somatischen Erkrankungen in Forschung, Diagnostik und
Therapie
- Ätiologie, Bedingungsanalyse
- Klassifikation, Diagnostik
- Prävention, Psychotherapie, Rehabilitation
- Epidemiologie, Gesundheitsversorgung, Evaluation

- Psychotherapie = Teilgebiet klinischer Psychologie: bewusster, geplanter


Interaktionsprozess zur Beeinflussung von Verhaltensstörungen und
Leidezuständen, mit psychologischen Mitteln verbal/averbal, in Richtung auf
definiertes Ziel (Syptomminimierung, Strukturänderung Persönlichkeit) mittels
lehrbarer Techniken auf Basis einer Theorie

- Störungsbezogene Aspekte:
- Intrapersonell: Dysfunktion (z.B. Wahrnehmung, Denken, Lernen) //
Dysfunktionales Muster (z.B. depressive Störungen, Angststörungen,
Schizophrenien, Neurodermitis, Herz-Kreislauferkrankungen,...)
- Interpersonell: Dynfunktionales System (z.B. Paar, Familie, Schule, Betrieb)

Psychische Störung
- = klinisch bedeutsames Verhaltens- oder psychisches Muster, das mit Leid,
Beeinträchtigung sowie einem erhöhtem Risiko zu sterben oder Schmerz einhergeht.
Muster darf nicht nur verständliche oder kulturell sanktionierte Reaktion auf ein
Ereignis sein (z.B. Trauer nach einem Tod)

- psychische Störung als Abweichung von der Norm


- Norm muss festgelegt werden, z.B. für Affektivität
- Soziale Norm: welches Verhalten ist gut/schlecht (z.B. Stimmen hören,
Zwangsverhalten)
- Individuelle Norm: Zeitachse intrapsychisch
- Funktionelle Norm: Verhalten, das nicht oder nur scheinbar zum Ziel führt (z.B.
Narzismus)

- psychische Störung als Abwesenheit psychischer Gesundheit


- Psychische Gesundheit/Wohlbefinden 3 Einflussfaktoren: 1. Umweltfaktoren (z.B.
Zugang zu Bildung und Kultur) // 2. Individuelle Merkmale (z.B. Intelligenz) // 3.
Soziale Verhältnisse (z.B. sozioökonomischer Status, Arbeitsbedingungen,
Möglichkeiten Lebensgestaltung)
- psychische Gesundheit (WHO) = Zustand des Wohlbefindens, in dem Person ihre
Fähigkeiten ausschöpfen, normale Lebensbelastungen bewältigen, produktiv
arbeiten und einen Beitrag zu ihrer Gemeinschaft leisten kann

- Problematik Definitionen: Grenzen gesund – krank fließend // psychische Störungen


sind keine Entitäten // Stigmata: destruktive Überzeugungen einer Gesellschaft über
eine Gruppe, die als „anders“ gilt
- 4 Kennzeichen Stigmatisierung: 1. Menschen werden mit Etikett versehen (z.B.
„verrückt“) // 2. Etikett enthält unerwünschte Eigenschaften (z.B. Verrückte sind
gefährlich) // 3. Menschen mit Etikett gelten als anders (Wir – Andere) // 4. Menschen
mit Etikett werden diskriminiert (z.B. gegen Bau eines Irrenhauses, Mietmarkt)

Historische Perspektive
- Antike:
Hippokrates „Vater der modernen Medizin“ trennt Psychologie zu Religion, Magie,
Aberglaube à psychische Leiden mit natürlicher Ursache
- Gehirn als Sitz des Geistes/Bewusstseins à menschliches Verhalten durch
Körperstrukturen beeinflusst
- Kategorien psychische Störungen: Manie, Melancholie, Phrenitis/Gehirnfieber
- psychische Störungen = Ungleichgewicht der 4 Körpersäfte (Schleim, Blut,
schwarze und gelbe Galle)
- Therapieempfehlungen: Ruhe, Nüchternheit, Bewegung, Diät
- Ärzte statt Priester

- Römisches Reich:
- Galenos von Pergamon: Mensch als Leib-Seele-Einheit
- Ursachen für psychische Störungen körperlich (z.B. Gehirnschädigung) vs. geistig
(z.B. Liebesschmerz, ökonomische Schwierigkeiten)
- Ausbau 4-Säfte-Lehre: Blut = Sanguiniker, Schleim = Phlegmatiker, Gelbe Galle =
Choleriker, Schwarze Galle = Melancholiker
- Therapie: Massage, Heilbäder

- Mittelalter:
- Zunahme Einfluss Kirche: Mönche/Nonnen als Zuständige für psychische
Störungen
- Ursachen: Opfer des Teufels oder durch Pakt mit dem Teufel
- Therapie: Exorzismus, Hexerei
- in islamischer Welt weiter Galens Lehre gültig
- Gründung 1. Irrenanstalt: Hospital St. Mary of Bethlehem à erbärmliche
Verwahrung, barbarische Therapien, Führungen als Touristenattraktion

- 18.-19. Jhd.
- Reformen Philippe Pinel:
- Abnahme Krankenfesseln, stattdessen Krankenwerter (Unterklassen aber weiterhin
in Fesseln, Zwangsjacken)
- moralische Behandlung: Behandlungsansatz mit engem Kontakt zwischen
Pfleger/Patient, Gespräche, sinnvolle Beschäftigungen

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