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Lernobjekt 5: Serienmontage

Lernobjekt 5: Serienmontage

Lerninhalt
Dieser Teil beinhaltet das Arbeiten am gesamten MPS mit einer eingeschränkten Anzahl an Teilen.

ERP

vom ERP vom MES


Auftragsdaten Userfeld
MES
vom MES vom MPS

MPS
Montage 3 1800
Messzeit Q msec
500
für M3

Informationsfluss vom ERP über MES zur MPS Anlage und retour

Kompetenzen
Wenn Sie diese Aufgabe bearbeitet haben,
• können Sie die IT-Durchdringung vom ERP-System zu MES sowie zur Maschine bzw. Anlage und retour
erklären, ableiten, anwenden, gestalten, erkennen und beschreiben.
• können Sie die Ergebnisse am Display der Maschine im MES und die Kostendarstellungen im ERP-System
erklären, ableiten, anwenden, gestalten, erkennen und beschreiben.
• können Sie Logistikprozesse und deren Einflüsse auf die Kennzahlen erklären, ableiten, anwenden,
gestalten, erkennen und beschreiben.
• können Sie die mechanischen Einflüsse von Maschinen bzw. Anlagen auf die Kennzahlen erklären, ableiten,
anwenden, gestalten, erkennen und beschreiben.

© Festo Didactic 540673 1


Lernobjekt 5: Serienmontage

Beschreibung

Sie kennen die Station 3 vom LO 1, wo Sie mit dem Rundschalttisch verschiedene Übungen zum Thema
Verfügbarkeit und speziell „störungsbedingte Unterbrechungen“ durchgeführt haben.

Rundschalttisch bei Station 3

Dieser halbautomatische Arbeitsplatz wurde manuell vom Werker mit Material versorgt.
Nun wurde die Anlage nach links um zwei Stationen erweitert. In der ersten Station ist das Magazin und in der
zweiten Station sind die automatischen Eingangskontrollen für das Material. Dadurch kommen zum
Rundschalttisch und somit zur Bearbeitungstelle „Verschrauben“ NUR „GUT-Teile“.
Die Anlage wurde nach rechts um eine Station erweitert. In der 4. Station erfolgt die Qualitätskontrolle und das
Ausschleusen der „SCHLECHT-Teile“.

MPS Anlage mit 4 Stationen

Hinweis:
Sie betrachten für die Kennzahlen, wie im Lernobjekt 1, auch hier nur die „wertschöpfende“
Station 3. Die Verzögerungen der vor- und nachgelagerten Stationen beeinflussen diese Kennzahlen
entsprechend.

Im Zuge dieses Lernobjekts wird an Station 4 mit Hilfe eines RFID Sensors die Produktqualität erkannt. Dieser
Sensor misst die Qualität der einzelnen Teile. Die Produktqualität ist in jedem Produkt bereits vorgegeben und
wird hier ausgelesen.

2 © Festo Didactic XYZ


Lernobjekt 5: Serienmontage

Die Werkstücke haben Qualitätswerte im Bereich von 0,7 bis 1,3. Der Wert 1,0 ist der Idealwert, wobei
Abweichungen im Bereich von 0,8 bis 1,2 zulässig sind. In diesem Bereich werden Werkstücke als „GUT-Teile“
erkannt. Unterhalb ab 0,7, bzw. oberhalb ab 1,3 entspricht die Qualität nicht mehr den Anforderungen. Diese
Produkte sind daher „SCHLECHT-Teile“.

Qualitätswerte

Um die jeweilige Produktqualität schon bei der Vorbereitung der Übungen zu erkennen, ist jedes Teil mit den
Qualitätswerten gekennzeichnet.

Qualitätskennzeichnung der Werkstücke

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Aufgabe 1: Serienmontage in Basisfunktionalität

Aufgabe 1: Serienmontage in Basisfunktionalität

Kompetenzen
Wenn Sie diese Aufgabe bearbeitet haben,
• können Sie die IT-Durchdringung ERP zu MES und zur Maschine bzw. Anlage und retour erklären, ableiten,
anwenden, gestalten, erkennen und beschreiben.
• können Sie die Ergebnisse am Display der Maschine und im MES und die Kostendarstellungen im ERP
erklären, ableiten, anwenden, gestalten, erkennen und beschreiben.
• können Sie Logistikprozesse und deren Einflüsse auf die Kennzahlen erklären, ableiten anwenden,
gestalten, erkennen und beschreiben.
• können Sie die mechanischen EInflüsse von Maschinen bzw. Anlagen auf die Kennzahlen erklären, ableiten,
anwenden, gestalten, erkennen und beschreiben.

Motivation
In der ersten Aufgabe, bzw. der ersten Unternehmens-Situation, geht es darum, dass eine Anlage im Einsatz ist,
die einige Schwachstellen aufweist. Zur besseren Veranschaulichung betrachten Sie einen Auftrag während
einer Schicht mit einem MES. Aus Zeitgründen wurde die Schichtdauer auf 6 Minuten festgelegt.

Beschreibung des Prozesses


1. Abrufen eines Fertigungsauftrages im ERP
2. Abarbeitung des Auftrages an der Anlage
3. Analysieren des Auftrages im MES

Randbedingungen
• Die Übung soll als Gruppenarbeit mit 5 Teilnehmern durchgeführt werden

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Aufgabe 1: Serienmontage in Basisfunktionalität

Arbeitsaufträge
1. Rollen kennenlernen
2. SAP Auftrag freigeben
3. Magazin vorbereiten
4. Schicht anlegen
5. Programm einstellen
6. Auftrag anmelden und übertragen
7. Anlage starten
8. Rutschen entleeren
9. Auftrag abmelden
10. Anlage entleeren
11. Analyse

Arbeitshilfen
Medien
• Flipchart
• Grundlagen Theorie Kennzahlen
• SAP
• MES

Für diese Aufgabe benötigen Sie:


• MPS-Anlage
• 17 Werkstücke „Gut“ gemischt (Werte 0,8 bis 1,2)
• 6 Werkstücke „Ausschuss“ gemischt (Werte 0,7 bzw. 1,3)
• 1 Werkstück Schwarz
• 1 Werkstück Silber
• 1 Magazin groß (ist durch Dreh-Mechanismus verschließbar)

Zur Durchführung der Übungen haben sich drei PCs als praktikabel erwiesen:
• PC mit geöffnetem Moodle: Für alle Beteiligten gut sichtbar, Übungsübersicht
• PC mit geöffnetem Moodle-Handbuch: Um die speziellen Beschreibungen innerhalb der Übungen
parallel öffnen zu können
• PC mit geöffnetem SAP: Für Arbeiten im SAP, später auch MES

Hinweis:
PC mit geöffnetem Handbuch: Die Reihenfolge der Beschreibungen ist alphabetisch angeordnet und
entspricht nicht der Reihenfolge der Durchführung. Beachten Sie deshalb die Vorgehensweise in der
Übung!

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Aufgabe 1: Serienmontage in Basisfunktionalität

1. Rollen kennenlernen
Um die Aufgabe durchführen zu können, stehen für die einzelnen Tätigkeiten verschiedene Rollen zur
Verfügung. Nachstehend werden die Tätigkeiten der einzelnen Personen beschrieben. Die Übungen werden in
Form eines Rollenspiels durchgespielt. Im Unternehmen werden diese Personen mit ihren Prozessen
betrachtet:

• Operativer Manager / Arbeitsvorbereitung


• Werker
• Logistiker

Die Rollen kommen in den Aufgaben wie folgt zum Einsatz:

Vor der Schicht


SAP Auftrag freigeben AV
Magazin vorbereiten LOG
Schicht anlegen AV
Einstellen Programm WERK

Während der Schicht


Auftrag anmelden + übertragen WERK
Anlage Starten WERK
Anlage beobachten WERK
Rutschen entleeren LOG

Nach der Schicht


Auftrag abmelden WERK
Anlage entleeren LOG
Analyse OM

Hinweis:
In diesen Aufgaben werden Sie jeweils eine kurze Schicht (6 Minuten) zur Verfügung haben. Es ist
wichtig, dass jedem Teilnehmer der Schichtbeginn bekannt ist, damit vor Schichtbeginn alles
Notwendige vorbereitet ist und nach Schichtbeginn sofort mit der Durchführung begonnen werden
kann. Notieren Sie sich dazu den Schichtbeginn bzw. das Schichtende auf einem Flipchart.

2. SAP Auftrag freigeben


Damit diese Aufgabe durchgeführt werden kann, wird von der Arbeitsvorbereitung ein Auftrag in SAP
freigegeben.
(Siehe Handbuch „LO5_Fertigungsauftrag_freigeben“)

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Aufgabe 1: Serienmontage in Basisfunktionalität

3. Magazin vorbereiten
Damit diese Aufgabe planmäßig ablaufen kann, wird das Magazin vom Logistiker gemäß Beschreibung
vorbereitet.
(Siehe Handbuch „LO5_Magazin_vorbereiten“)

4. Schicht anlegen
Um einen Bezugszeitraum zur späteren Auswertung zu haben, benötigen Sie eine Schicht. Dazu legt der
Arbeitsvorbereiter eine manuelle Schicht an und sieht sich zur Kontrolle im Anschluss den Schichtplan an.

Für die weitere Vorgangsweise ist es von Bedeutung, dass der Schichtbeginn allen bekannt ist, damit das
Szenario sinnvoll ausgewertet werden kann. Zu Schichtbeginn muss der Werker mit Arbeitsauftrag 6 beginnen
können. (Siehe „LO5_Schicht_anlegen“)

Wichtig:
Notieren Sie sich die Startzeit der Schicht am Flipchart! Sofort nach Schichtbeginn soll mit dem
Fertigungsauftrag begonnen werden (Arbeitsauftrag 6).

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Aufgabe 1: Serienmontage in Basisfunktionalität

5. Programm einstellen
Der Werker nimmt die notwendigen Programmeinstellungen für das Szenario im Display lt. Tabelle vor.

Parameter Werte Bemerkung

Am Werker-Terminal

Programm Nr.: Programm 12

Messzeit - Kommt automatisch vom Fertigungsauftrag aus SAP

Schraubzeit - Kommt automatisch vom Fertigungsauftrag aus SAP

QS-Prüfung EIN

Alle anderen Buttons AUS

Hinweis:
Nachdem Sie das Programm ausgewählt haben, bestätigen Sie dies mit Reset.

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Aufgabe 1: Serienmontage in Basisfunktionalität

6. Auftrag anmelden und übertragen


Sofort, nachdem die Schicht begonnen hat (lt. Schichtplan), meldet der Werker den neuen Fertigungsauftrag
an. Sobald dieser angemeldet ist, kann er diesen mit den notwendigen Daten an die Anlage übertragen.
(Beschreibung folgt in Arbeitsauftrag 7)

7. Anlage starten
Danach startet der Werker die Anlage. Sobald diese läuft, überwacht er die ordnungsgemäße Funktion. So
greift er helfend ein, sollte ein Werkstück in der Anlage hängen bleiben.
(Siehe „LO5_Auftrag_anmelden_übertragen_start“)

8. Rutschen entleeren
Es ist Aufgabe der Logistik, dafür Sorge zu tragen, dass die diversen Rutschen der Stationen für einen
reibungslosen Betrieb nicht voll werden. Volle Rutschen würden sonst den Betrieb blockieren.

Rutsche Station 2

volle Rutsche Station 4

6 © Festo Didactic XYZ


Aufgabe 1: Serienmontage in Basisfunktionalität

Sollte es vorkommen, dass eine Rutsche voll wird, so zeigt eine Signallampe bei der jeweiligen Station dieses
Problem an. Nach der Entleerung muss diese Meldung am Terminal mit Reset gelöscht werden, damit die
Anlage weiterfährt.

Screenshot Terminal Station 4 Rutsche 1 voll

9. Auftrag abmelden
Nachdem der Auftrag abgearbeitet wurde und die Anlage zum Stehen gekommen ist, kann der Werker den
Auftrag abmelden. (Siehe „LO5_Auftrag_abmelden“)

10. Anlage entleeren


Die stillstehende Anlage kann nun für den nächsten Auftrag entleert werden, sollten sich noch Werkstücke in
diversen Rutschen befinden.

11. Analyse
Wie nach jeder Schicht, sieht sich der Operative Manager die folgenden Auswertungen an, um die Ergebnisse
der Schicht zu bewerten.
Da er ein MES System zur Verfügung hat, welches die relevanten Daten aufzeichnet, sieht er sich folgende
Reports an:
• Betriebszustände – Zeitstrahlen
• Betriebszustände – Ereignisse
• Mengenprotokoll
• OEE Report

(Siehe „LO5_MES_Auswertungen“)

Hinweis:
Sehen Sie sich diese Zeitstrahlen inkl. Erklärungen an und besprechen Sie diese in der Gruppe.

Notiz: Link zu Forcam Analysethema

© Festo Didactic 540673 7


Aufgabe 1: Serienmontage in Basisfunktionalität

Kontrollfrage 1:
War das Auftragsende noch innerhalb der Schicht?

Korrekt: Nein

Falsch: Ja

Kontrollfrage 2:
In welcher Station wurden Teile mit schlechter Qualität ausgeschleust?

Korrekt: Station 4

Falsch: Station 1

Falsch: Station 2

Kontrollfrage 3:
An welcher Station wurden ungeeignete Teile ausgeschleust?

Korrekt: Nur in Station 2

Falsch: Ab Station 2

Falsch: Nur in Station 4

Falsch: Nur in Station 1

Falsch: Nur in Station 3

8 © Festo Didactic XYZ


Aufgabe 1: Serienmontage in Basisfunktionalität

Kontrollfrage 4:
Ist in den Zeitstrahlen ersichtlich, ob ungeeignete Teile ausgeschleust wurden?

Korrekt: Ja

Falsch: Nein

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Aufgabe 1: Serienmontage in Basisfunktionalität

Kontrollfrage 5:
In welchem Protokoll ist die Dauer der Hauptnutzungszeit (Produktion) des Rundschalttisches ersichtlich?

Korrekt: Betriebszustände

Falsch: Mengenprotokoll

Falsch: Zeitstrahl

Falsch: OEE Report

10 © Festo Didactic XYZ


Aufgabe 1: Serienmontage in Basisfunktionalität

Kontrollfrage 6:
In Station 3: War die Hauptnutzungszeit das am längsten dauernde Ereignis innerhalb der Schicht?

Korrekt: Ja

Falsch: Nein

Kontrollfrage 7:
Gab es einen Zustand, der Station 3 sehr daran gehindert hat schneller zu arbeiten? Welches war das?

Korrekt: Kein Material aus Station 2

Falsch: Keine Freigabe Folgestation

Falsch: Stillstand unbegründet

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Aufgabe 1: Serienmontage in Basisfunktionalität

Station 3 musste also ca. 20 Mal auf das Material von Station 2 warten. Da dieser Zustand (Kein Material aus
Station 2) länger gedauert hat, ist davon auszugehen, dass die Stationen 1 und 2 zu langsam arbeiten.
Im Zeitstrahl ist auch ersichtlich, dass Station 1 zu langsam ist, also das Bottleneck in dieser Anlage:

Kontrollfrage 8:
Kann aus dem Protokoll Betriebszustände die Verfügbarkeit berechnet werden?

Korrekt: Ja

Falsch: Nein

Kontrollfrage 9:
Welche Daten sind zur Berechnung der Verfügbarkeit aus dem Protokoll Betriebszustände notwendig?

Korrekt: Hauptnutzungszeit+Schichtdauer

Falsch: Hauptnutzungszeit+Stillstandszeit

Falsch: Rüsten+Hauptnutzungszeit

12 © Festo Didactic XYZ


Aufgabe 1: Serienmontage in Basisfunktionalität

Dies kann im MES auch mit dem OEE Report der betreffenden Schicht verglichen werden:

© Festo Didactic 540673 13


Aufgabe 1: Serienmontage in Basisfunktionalität

Kontrollfrage 10:
Sind im Mengenprotokoll alle Gut und Schlecht-Teile ersichtlich, welche innerhalb der Schicht gefertigt
wurden?

Korrekt: Ja

Falsch: Nein

14 © Festo Didactic XYZ


Aufgabe 1: Serienmontage in Basisfunktionalität

Kontrollfrage 11:
Kann aus den Daten aus dem Mengenprotokoll die Effektivität berechnet werden?

Korrekt: Nein

Falsch: Ja

Zur Berechnung der Effektivität ist es notwendig die Hauptnutzungszeit der geplanten Hauptnutzungszeit (PEZ
x produzierte Menge) gegenüber zu stellen.

Im Mengenprotokoll ist nur die PEZ sowie die produzierte Menge ersichtlich:

Dies kann ebenfalls im OEE Report überprüft werden:

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Aufgabe 1: Serienmontage in Basisfunktionalität

Kontrollfrage 12:
Kann aus den Daten aus dem Mengenprotokoll die Qualitätsrate berechnet werden?

Korrekt: Ja

Falsch: Nein

Auch dies kann im OEE Report überprüft werden:

16 © Festo Didactic XYZ


Aufgabe 1: Serienmontage in Basisfunktionalität

Kontrollfrage 13:
Basierend auf den vorher errechneten Werten. Bei welcher Kennzahl sehen Sie das höchste
Verbesserungspotential?

Korrekt: Verfügbarkeit

Falsch: Effektivität

Falsch: Qualitätsrate

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Aufgabe 2: Serienmontage mit besserer Funktionalität

Aufgabe 2: Serienmontage mit besserer Funktionalität

Kompetenzen
Wenn Sie diese Aufgabe bearbeitet haben,
• können Sie die IT-Durchdringung ERP zu MES und zur Maschine bzw. Anlage und retour erklären, ableiten,
anwenden, gestalten, erkennen und beschreiben.
• können Sie die Ergebnisse am Display der Maschine und im MES und die Kostendarstellungen im ERP
erklären, ableiten, anwenden, gestalten, erkennen und beschreiben.
• können Sie Logistikprozesse und deren Einflüsse auf die Kennzahlen erklären, ableiten anwenden,
gestalten, erkennen und beschreiben.
• können Sie die mechanischen EInflüsse von Maschinen bzw. Anlagen auf die Kennzahlen erklären, ableiten,
anwenden, gestalten, erkennen und beschreiben.

Motivation
In dieser Aufgabe, bzw. der zweiten Unternehmens-Situation, geht es darum, dass die Anlage im Vergleich zur
vorigen nun verbessert wurde und somit leistungsfähiger ist. Zur besseren Veranschaulichung betrachten Sie
einen Auftrag während einer Schicht mit einem MES-System. Aus Zeitgründen wurde die Schichtdauer auf 6
Minuten festgelegt.

Beschreibung des Prozesses


1. Abrufen eines Fertigungsauftrages im ERP
2. Abarbeitung des Auftrages an der Anlage
3. Analysieren des Auftrages im MES

Randbedingungen
• Die Übung soll als Gruppenarbeit mit 5 Teilnehmern durchgeführt werden

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Aufgabe 2: Serienmontage mit besserer Funktionalität

Arbeitsaufträge
1. Zusammenfassung Aufgabe 1
2. Rollen kennenlernen
3. SAP Auftrag freigeben
4. Magazin vorbereiten
5. Schicht anlegen
6. Programm einstellen
7. Auftrag anmelden und übertragen
8. Anlage starten
9. Rutschen entleeren
10. Auftrag abmelden
11. Anlage entleeren
12. Analyse

Arbeitshilfen
Medien
• Flipchart
• Grundlagen Theorie Kennzahlen
• SAP
• MES

Für diese Aufgabe benötigen Sie:


• MPS-Anlage
• 17 Werkstücke „Gut“ gemischt (Werte 0,8 bis 1,2)
• 6 Werkstücke „Ausschuss“ gemischt (Werte 0,7 bzw. 1,3)
• 1 Werkstück Schwarz
• 1 Werkstück Silber
• 1 Magazin groß (ist durch Dreh-Mechanismus verschließbar)

Zur Durchführung der Übungen haben sich drei PCs als praktikabel erwiesen:
• PC mit geöffnetem Moodle: Für alle Beteiligten gut sichtbar, Übungsübersicht
• PC mit geöffnetem Moodle-Handbuch: Um die speziellen Beschreibungen innerhalb der Übungen
parallel öffnen zu können
• PC mit geöffnetem SAP: Für Arbeiten im SAP, später auch MES

Hinweis:
PC mit geöffnetem Handbuch: Die Reihenfolge der Beschreibungen ist alphabetisch angeordnet und
entspricht nicht der Reihenfolge der Durchführung. Beachten Sie deshalb die Vorgehensweise in der
Übung!

2 © Festo Didactic XYZ


Aufgabe 2: Serienmontage mit besserer Funktionalität

1. Zusammenfassung Aufgabe 1
In Aufgabe 1 hatte die Anlage einige Schwachpunkte. In der Analyse konnten Sie sehen, dass Station 3 erst
arbeiten konnte, wenn von Station 1 und 2 wieder Material bereitgestellt wurde. Diese Stationen waren somit
das Bottleneck.

Auch beim Analysieren der Verfügbarkeit von Station 3 konnten Sie sehen, dass die Verzögerung von vorne
kommt. Der Zustand „Kein Material aus Station 2“ weist darauf hin:

Deshalb wurde die SPS Software überarbeitet und der Schwenkarm in Station 1 hat nun eine Mittelstellung. So
behindert er nicht mehr die Bewegungen des Zylinders des Magazins und auch nicht die Bewegungen des
Hebezylinders von Station 2.
Aufgrund von Weg/Zeit-Analysen sollten diese Maßnahme eine gleichmäßigere Verteilung der Zeiten der
zubringenden Stationen 1 und 2, sowie der abtransportierenden Station 4, sowie der Bearbeitungsstation 3
bringen (bessere Verteilung der Bottlenecks).

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Aufgabe 2: Serienmontage mit besserer Funktionalität

2. Rollen kennenlernen
Um die Aufgabe durchführen zu können, werden dieselben Rollen wie in Aufgabe 1 eingesetzt. Auch die
Aufgabenverteilung ist Rollen kennenlernen

Um die Aufgabe durchführen zu können, werden dieselben Rollen wie in Aufgabe 1 eingesetzt. Auch die
Aufgabenverteilung ist gleich. Es werden wieder diese Personen mit ihren Prozessen betrachtet:

• Operativer Manager / Arbeitsvorbereitung


• Werker
• Logistiker

Die Rollen kommen in den Aufgaben wie folgt zum Einsatz:

Vor der Schicht


SAP Auftrag freigeben AV
Magazin vorbereiten LOG
Schicht anlegen AV
Einstellen Programm WERK

Während der Schicht


Auftrag anmelden + übertragen WERK
Anlage Starten WERK
Anlage beobachten WERK
Rutschen entleeren LOG

Nach der Schicht


Auftrag abmelden WERK
Anlage entleeren LOG
Analyse OM

Hinweis:
Auch in den folgenden Szenarien werden Sie wieder eine kurze Schicht (6 Minuten) zur Verfügung
haben. Es ist wichtig, dass jedem Teilnehmer der Schichtbeginn bekannt ist, damit vor Schichtbeginn
alles Notwendige vorbereitet ist und nach Schichtbeginn sofort mit der Durchführung begonnen
werden kann. Notieren Sie sich dazu den Schichtbeginn bzw. das Schichtende auf einem Flipchart.

3. SAP Auftrag freigeben


Damit diese Aufgabe durchgeführt werden kann, wird von der Arbeitsvorbereitung ein Auftrag in SAP
freigegeben.
(Siehe Handbuch „LO5_Fertigungsauftrag_freigeben“)

4 © Festo Didactic XYZ


Aufgabe 2: Serienmontage mit besserer Funktionalität

4. Magazin vorbereiten
Damit diese Aufgabe planmäßig ablaufen kann, wird das Magazin vom Logistiker gemäß Beschreibung
vorbereitet.
(Siehe Handbuch „LO5_Magazin_vorbereiten“)

5. Schicht anlegen
Um einen Bezugszeitraum zur späteren Auswertung zu haben, benötigen Sie eine Schicht. Dazu legt der
Arbeitsvorbereiter eine manuelle Schicht an und sieht sich zur Kontrolle im Anschluss den Schichtplan an.

Für die weitere Vorgangsweise ist es von Bedeutung, dass der Schichtbeginn allen bekannt ist, damit das
Szenario sinnvoll ausgewertet werden kann. Zu Schichtbeginn muss der Werker mit Arbeitsauftrag 6 beginnen
können. (Siehe „LO5_Schicht_anlegen“)

Wichtig:
Notieren Sie sich die Startzeit der Schicht am Flipchart! Sofort nach Schichtbeginn soll mit dem
Fertigungsauftrag begonnen werden (Arbeitsauftrag 6).

© Festo Didactic 540673 5


Aufgabe 2: Serienmontage mit besserer Funktionalität

6. Programm einstellen
Der Werker nimmt die notwendigen Programmeinstellungen für das Szenario im Display lt. Tabelle vor.

Parameter Werte Bemerkung

Am Werker-Terminal

Programm Nr.: Programm 12

Messzeit - Kommt automatisch vom Fertigungsauftrag aus SAP

Schraubzeit - Kommt automatisch vom Fertigungsauftrag aus SAP

QS-Prüfung EIN

Mittelstellung EIN

Alle anderen Buttons AUS

Hinweis:
Nachdem Sie das Programm ausgewählt haben, bestätigen Sie dies mit Reset.

6 © Festo Didactic XYZ


Aufgabe 2: Serienmontage mit besserer Funktionalität

7. Auftrag anmelden und übertragen


Sofort, nachdem die Schicht begonnen hat (lt. Schichtplan), meldet der Werker den neuen Fertigungsauftrag
an. Sobald dieser angemeldet ist, kann er diesen mit den notwendigen Daten an die Anlage übertragen.
(Beschreibung folgt in Arbeitsauftrag 8)

8. Anlage starten
Danach startet der Werker die Anlage. Sobald diese läuft, überwacht er die ordnungsgemäße Funktion. So
greift er helfend ein, sollte ein Werkstück in der Anlage hängen bleiben.
(Siehe „LO5_Auftrag_anmelden_übertragen_start“)

9. Rutschen entleeren
Es ist Aufgabe der Logistik, dafür Sorge zu tragen, dass die diversen Rutschen der Stationen für einen
reibungslosen Betrieb nicht voll werden. Volle Rutschen würden sonst den Betrieb blockieren. Die Entleerung
erfolgt wie in Aufgabe 1.

10. Auftrag abmelden


Nachdem der Auftrag abgearbeitet wurde und die Anlage zum Stehen gekommen ist, kann der Werker den
Auftrag abmelden. (Siehe „LO5_Auftrag_abmelden“)

11. Anlage entleeren


Die stillstehende Anlage kann nun für den nächsten Auftrag entleert werden, sollten sich noch Werkstücke in
diversen Rutschen befinden.

12. Analyse
Wie nach jeder Schicht, sieht sich der Operative Manager die folgenden Auswertungen an, um die Ergebnisse
der Schicht zu bewerten.
Da er ein MES System zur Verfügung hat, welches die relevanten Daten aufzeichnet, sieht er sich folgende
Reports an:
• Betriebszustände – Zeitstrahlen
• Betriebszustände – Ereignisse
• Mengenprotokoll
• OEE Report
(Siehe „LO5_MES_Auswertungen“)

Hinweis:
Sehen Sie sich diese Zeitstrahlen inkl. Erklärungen an und besprechen Sie diese in der Gruppe.

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Aufgabe 2: Serienmontage mit besserer Funktionalität

Kontrollfrage 1:
War das Auftragsende noch innerhalb der Schicht?

Korrekt: Ja

Falsch: Nein

Kontrollfrage 2:
In Aufgabe 1 waren die Stationen 1 und 2 der Grund warum Station 3 nicht schneller arbeiten konnte. Welche
Station ist nun das Bottleneck?

Korrekt: Station 4

Falsch: Station 1

Falsch: Station 2

8 © Festo Didactic XYZ


Aufgabe 2: Serienmontage mit besserer Funktionalität

Kontrollfrage 3:
Bei Station 3 hat sich während der Schicht die Hauptnutzungszeit gegenüber Aufgabe 1 erhöht. Warum ist
diese nun anders?

Korrekt: Es wurden innerhalb der Schicht mehr Teile gefertigt.

Falsch: Durch die Mittelstellung wartet Station 3 weniger lange auf Station 2.

Falsch: Durch die Mittelstellung dreht sich der Rundschalttisch schneller.

© Festo Didactic 540673 9


Aufgabe 2: Serienmontage mit besserer Funktionalität

Kontrollfrage 4:
Hat die Mittelstellung in Station 1 die Verfügbarkeit von Station 3 verbessert?

Korrekt: Ja

Falsch: Nein

Kontrollfrage 5:
Sollte die Mittelstellung in Station 1 die Effektivität von Station 3 beeinflussen?

Korrekt: Nein

Falsch: Ja

Die Mittelstellung von Station 1 hat keinen Einfluss auf die Drehbewegung und die Bearbeitungsdauer am
Rundschalttisch. Pro gefertigten Teil bleibt die Hauptnutzungszeit in Station 3 unverändert. Durch die
Mittelstellung konnten innerhalb der Schicht mehr teile gefertigt werden. Dadurch ist jedoch die Verfügbarkeit
gestiegen.

10 © Festo Didactic XYZ


Aufgabe 3: eine durch Verschleiß beeinflusste Anlage

Aufgabe 3: eine durch Verschleiß beeinflusste Anlage

Kompetenzen
Wenn Sie diese Aufgabe bearbeitet haben,
• können Sie die IT-Durchdringung ERP zu MES und zur Maschine bzw. Anlage und retour erklären, ableiten,
anwenden, gestalten, erkennen und beschreiben.
• können Sie die Ergebnisse am Display der Maschine und im MES und die Kostendarstellungen im ERP
erklären, ableiten, anwenden, gestalten, erkennen und beschreiben.
• können Sie Logistikprozesse und deren Einflüsse auf die Kennzahlen erklären, ableiten anwenden,
gestalten, erkennen und beschreiben.
• können Sie die mechanischen EInflüsse von Maschinen bzw. Anlagen auf die Kennzahlen erklären, ableiten,
anwenden, gestalten, erkennen und beschreiben.

Motivation
In Aufgabe 2, wurde bereits eine Verbesserung ersichtlich. Die Stationen waren fast ausgeglichen, das
Bottleneck liegt nun beim Transportsystem in Station 4.
Sie sehen nun in dieser Aufgabe, welche Einflüsse ein Verschleiß der Anlage mit sich bringt. Dazu werden die
Schraubzeiten bei jedem Stück erhöht, was einem Schrauberverschleiß nahekommt.

Beschreibung des Prozesses


1. Abrufen eines Fertigungsauftrages im ERP
2. Abarbeitung des Auftrages an der Anlage
3. Analysieren des Auftrages im MES

Randbedingungen
• Die Übung soll als Gruppenarbeit mit 5 Teilnehmern durchgeführt werden

© Festo Didactic 540673 1


Aufgabe 3: eine durch Verschleiß beeinflusste Anlage

Arbeitsaufträge
1. Rollen kennenlernen
2. SAP Auftrag freigeben
3. Magazin vorbereiten
4. Schicht anlegen
5. Programm einstellen
6. Auftrag anmelden und übertragen
7. Anlage starten
8. Rutschen entleeren
9. Auftrag abmelden
10. Anlage entleeren
11. Analyse

Arbeitshilfen
Medien
• Flipchart
• Grundlagen Theorie Kennzahlen
• SAP
• MES

Für diese Aufgabe benötigen Sie:


• MPS-Anlage
• 17 Werkstücke „Gut“ gemischt (Werte 0,8 bis 1,2)
• 6 Werkstücke „Ausschuss“ gemischt (Werte 0,7 bzw. 1,3)
• 1 Werkstück Schwarz
• 1 Werkstück Silber
• 1 Magazin groß (ist durch Dreh-Mechanismus verschließbar)

Zur Durchführung der Übungen haben sich drei PCs als praktikabel erwiesen:
• PC mit geöffnetem Moodle: Für alle Beteiligten gut sichtbar, Übungsübersicht
• PC mit geöffnetem Moodle-Handbuch: Um die speziellen Beschreibungen innerhalb der Übungen
parallel öffnen zu können
• PC mit geöffnetem SAP: Für Arbeiten im SAP, später auch MES

Hinweis:
PC mit geöffnetem Handbuch: Die Reihenfolge der Beschreibungen ist alphabetisch angeordnet und
entspricht nicht der Reihenfolge der Durchführung. Beachten Sie deshalb die Vorgehensweise in der
Übung!

2 © Festo Didactic XYZ


Aufgabe 3: eine durch Verschleiß beeinflusste Anlage

1. Rollen kennenlernen
Um die Aufgabe durchführen zu können, werden dieselben Rollen wie in Aufgabe 1 und 2 eingesetzt. Auch die
Aufgabenverteilung ist gleich. Es werden wieder diese Personen mit ihren Prozessen betrachtet:

• Operativer Manager / Arbeitsvorbereitung


• Werker
• Logistiker

Die Rollen kommen in den Aufgaben wie folgt zum Einsatz:

Vor der Schicht


SAP Auftrag freigeben AV
Magazin vorbereiten LOG
Schicht anlegen AV
Einstellen Programm WERK

Während der Schicht


Auftrag anmelden + übertragen WERK
Anlage Starten WERK
Anlage beobachten WERK
Rutschen entleeren LOG

Nach der Schicht


Auftrag abmelden WERK
Anlage entleeren LOG
Analyse OM

Hinweis:
Auch in den folgenden Szenarien werden Sie wieder eine kurze Schicht (6 Minuten) zur Verfügung
haben. Es ist wichtig, dass jedem Teilnehmer der Schichtbeginn bekannt ist, damit vor Schichtbeginn
alles Notwendige vorbereitet ist und nach Schichtbeginn sofort mit der Durchführung begonnen
werden kann. Notieren Sie sich dazu den Schichtbeginn bzw. das Schichtende auf einem Flipchart.

2. SAP Auftrag freigeben


Damit diese Aufgabe durchgeführt werden kann, wird von der Arbeitsvorbereitung ein Auftrag in SAP
freigegeben.
(Siehe Handbuch „LO5_Fertigungsauftrag_freigeben“)

© Festo Didactic 540673 3


Aufgabe 3: eine durch Verschleiß beeinflusste Anlage

3. Schicht anlegen
Um einen Bezugszeitraum zur späteren Auswertung zu haben, benötigen Sie eine Schicht. Dazu legt der
Arbeitsvorbereiter eine manuelle Schicht an und sieht sich zur Kontrolle im Anschluss den Schichtplan an.

Für die weitere Vorgangsweise ist es von Bedeutung, dass der Schichtbeginn allen bekannt ist, damit das
Szenario sinnvoll ausgewertet werden kann. Zu Schichtbeginn muss der Werker mit Arbeitsauftrag 6 beginnen
können. (Siehe „LO5_Schicht_anlegen“)

Wichtig:
Notieren Sie sich die Startzeit der Schicht am Flipchart! Sofort nach Schichtbeginn soll mit dem
Fertigungsauftrag begonnen werden (Arbeitsauftrag 6).

4. Magazin vorbereiten
Damit diese Aufgabe planmäßig ablaufen kann, wird das Magazin vom Logistiker gemäß Beschreibung
vorbereitet.
(Siehe Handbuch „LO5_Magazin_vorbereiten“)

4 © Festo Didactic XYZ


Aufgabe 3: eine durch Verschleiß beeinflusste Anlage

5. Programm einstellen
Der Werker nimmt die notwendigen Programmeinstellungen für das Szenario im Display lt. Tabelle vor.

Parameter Werte Bemerkung

Am Werker-Terminal

Programm Nr.: Programm 12

Messzeit - Kommt automatisch vom Fertigungsauftrag aus SAP

Schraubzeit - Kommt automatisch vom Fertigungsauftrag aus SAP

QS-Prüfung EIN

Mittelstellung EIN

Laufzeitverzögerung EIN

Damit wird bei jedem Stück die Schraubzeit um 400ms


ST3 - Laufzeitfaktor 400
erhöht

Alle anderen Buttons AUS

© Festo Didactic 540673 5


Aufgabe 3: eine durch Verschleiß beeinflusste Anlage

Hinweis:
Nachdem Sie das Programm ausgewählt haben, bestätigen Sie dies mit Reset.

6. Auftrag anmelden und übertragen


Sofort, nachdem die Schicht begonnen hat (lt. Schichtplan), meldet der Werker den neuen Fertigungsauftrag
an. Sobald dieser angemeldet ist, kann er diesen mit den notwendigen Daten an die Anlage übertragen.
(Beschreibung folgt in Arbeitsauftrag 7)

7. Anlage starten
Danach startet der Werker die Anlage. Sobald diese läuft, überwacht er die ordnungsgemäße Funktion. So
greift er helfend ein, sollte ein Werkstück in der Anlage hängen bleiben.
(Siehe „LO5_Auftrag_anmelden_übertragen_start“)

8. Rutschen entleeren
Es ist Aufgabe der Logistik, dafür Sorge zu tragen, dass die diversen Rutschen der Stationen für einen
reibungslosen Betrieb nicht voll werden. Volle Rutschen würden sonst den Betrieb blockieren. Die Entleerung
erfolgt wie in Aufgabe 1.

9. Auftrag abmelden
Nachdem der Auftrag abgearbeitet wurde und die Anlage zum Stehen gekommen ist, kann der Werker den
Auftrag abmelden. (Siehe „LO5_Auftrag_abmelden“)

10. Anlage entleeren


Die stillstehende Anlage kann nun für den nächsten Auftrag entleert werden, sollten sich noch Werkstücke in
diversen Rutschen befinden.

11. Analyse
Wie nach jeder Schicht, sieht sich der Operative Manager die folgenden Auswertungen an, um die Ergebnisse
der Schicht zu bewerten.
Da er ein MES System zur Verfügung hat, welches die relevanten Daten aufzeichnet, sieht er sich folgende
Reports an:
• Betriebszustände – Zeitstrahlen
• Betriebszustände – Ereignisse
• Mengenprotokoll
• OEE Report

(Siehe „LO5_MES_Auswertungen“)

Hinweis:
Sehen Sie sich diese Zeitstrahlen inkl. Erklärungen an und besprechen Sie diese in der Gruppe.

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Aufgabe 3: eine durch Verschleiß beeinflusste Anlage

Kontrollfrage 1:
Bei Station 3 hat sich die Hauptnutzungszeit gegenüber Aufgabe 2 verändert. Warum?

Korrekt: Durch den Verschleiß hat sich die HNZ erhöht.

Falsch: Durch die Mittelstellung dreht sich der Rundschalttisch nun schneller.

Falsch: Es wurden innerhalb der Schicht mehr Teile gefertigt.

Kontrollfrage 2:
Ist der Verschleiß im Zeitstrahl sichtbar?

Korrekt: Ja

Falsch: Nein

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Aufgabe 3: eine durch Verschleiß beeinflusste Anlage

Kontrollfrage 3:
Durch die höhere Hauptnutzungszeit hat sich die Verfügbarkeit erhöht. Dies ist ein positiver Effekt, da dadurch
der OEE steigt. Ist diese Aussage in unserem Beispiel korrekt?

Korrekt: Nein, da sich zwar die Verfügbarkeit erhöht, sinkt gleichzeitig die Effektivität auf Grund der
zu hohen Hauptnutzungszeit.

Falsch: Ja, durch eine Erhöhung der Verfügbarkeit steigt der OEE automatisch immer an.

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Aufgabe 4: eine von der Logistik beeinflusste Anlage

Aufgabe 4: eine von der Logistik beeinflusste Anlage

Kompetenzen
Wenn Sie diese Aufgabe bearbeitet haben,
• können Sie die IT-Durchdringung ERP zu MES und zur Maschine bzw. Anlage und retour erklären, ableiten,
anwenden, gestalten, erkennen und beschreiben.
• können Sie die Ergebnisse am Display der Maschine und im MES und die Kostendarstellungen im ERP
erklären, ableiten, anwenden, gestalten, erkennen und beschreiben.
• können Sie Logistikprozesse und deren Einflüsse auf die Kennzahlen erklären, ableiten anwenden,
gestalten, erkennen und beschreiben.
• können Sie die mechanischen EInflüsse von Maschinen bzw. Anlagen auf die Kennzahlen erklären, ableiten,
anwenden, gestalten, erkennen und beschreiben.

Motivation
Sie sehen sich nun in dieser Aufgabe an, wie die äußeren Einflüsse durch die Logistik die Anlage beeinflussen
können. Dazu wird diesmal der Logistiker die Station 4 „vergessen“ zu bedienen und etwas später wird
ähnliches in Station 1 geschehen.

Beschreibung des Prozesses


1. Abrufen eines Fertigungsauftrages im ERP
2. Abarbeitung des Auftrages an der Anlage
3. Analysieren des Auftrages im MES

Randbedingungen
• Die Übung soll als Gruppenarbeit mit 5 Teilnehmern durchgeführt werden

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Aufgabe 4: eine von der Logistik beeinflusste Anlage

Arbeitsaufträge
1. Rollen kennenlernen
2. SAP Auftrag freigeben
3. Magazin vorbereiten
4. Schicht anlegen
5. Programm einstellen
6. Auftrag anmelden und übertragen
7. Anlage starten
8. Rutschen entleeren
9. Auftrag abmelden
10. Anlage entleeren
11. Analyse

Arbeitshilfen
Medien
• Flipchart
• Grundlagen Theorie Kennzahlen
• SAP
• MES

Für diese Aufgabe benötigen Sie:


• MPS-Anlage
• 17 Werkstücke „Gut“ gemischt (Werte 0,8 bis 1,2)
• 6 Werkstücke „Ausschuss“ gemischt (Werte 0,7 bzw. 1,3)
• 1 Werkstück Schwarz
• 1 Werkstück Silber
• 1 Magazin groß (ist durch Dreh-Mechanismus verschließbar)

Zur Durchführung der Übungen haben sich drei PCs als praktikabel erwiesen:
• PC mit geöffnetem Moodle: Für alle Beteiligten gut sichtbar, Übungsübersicht
• PC mit geöffnetem Moodle-Handbuch: Um die speziellen Beschreibungen innerhalb der Übungen
parallel öffnen zu können
• PC mit geöffnetem SAP: Für Arbeiten im SAP, später auch MES

Hinweis:
PC mit geöffnetem Handbuch: Die Reihenfolge der Beschreibungen ist alphabetisch angeordnet und
entspricht nicht der Reihenfolge der Durchführung. Beachten Sie deshalb die Vorgehensweise in der
Übung!

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Aufgabe 4: eine von der Logistik beeinflusste Anlage

1. Rollen kennenlernen
Um die Aufgabe durchführen zu können, werden dieselben Rollen wie in Aufgabe 1, 2 und 3 eingesetzt. Auch
die Aufgabenverteilung ist gleich. Es werden wieder diese Personen mit ihren Prozessen betrachtet:

• Operativer Manager / Arbeitsvorbereitung


• Werker
• Logistiker

Die Rollen kommen in den Aufgaben wie folgt zum Einsatz:

Vor der Schicht


SAP Auftrag freigeben AV
Magazin vorbereiten LOG
Schicht anlegen AV
Einstellen Programm WERK

Während der Schicht


Auftrag anmelden + übertragen WERK
Anlage Starten WERK
Anlage beobachten WERK
Rutschen entleeren mit Fehlern LOG

Nach der Schicht


Auftrag abmelden WERK
Anlage entleeren LOG
Analyse OM

Hinweis:
Auch in den folgenden Szenarien werden Sie wieder eine kurze Schicht (6 Minuten) zur Verfügung
haben. Es ist wichtig, dass jedem Teilnehmer der Schichtbeginn bekannt ist, damit vor Schichtbeginn
alles Notwendige vorbereitet ist und nach Schichtbeginn sofort mit der Durchführung begonnen
werden kann. Notieren Sie sich dazu den Schichtbeginn bzw. das Schichtende auf einem Flipchart.

2. SAP Auftrag freigeben


Damit diese Aufgabe durchgeführt werden kann, wird von der Arbeitsvorbereitung ein Auftrag in SAP
freigegeben.
(Siehe Handbuch „LO5_Fertigungsauftrag_freigeben“)

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Aufgabe 4: eine von der Logistik beeinflusste Anlage

3. Schicht anlegen
Um einen Bezugszeitraum zur späteren Auswertung zu haben, benötigen Sie eine Schicht. Dazu legt der
Arbeitsvorbereiter eine manuelle Schicht an und sieht sich zur Kontrolle im Anschluss den Schichtplan an.

Für die weitere Vorgangsweise ist es von Bedeutung, dass der Schichtbeginn allen bekannt ist, damit das
Szenario sinnvoll ausgewertet werden kann. Zu Schichtbeginn muss der Werker mit Arbeitsauftrag 6 beginnen
können. (Siehe „LO5_Schicht_anlegen“)

Wichtig:
Notieren Sie sich die Startzeit der Schicht am Flipchart! Sofort nach Schichtbeginn soll mit dem
Fertigungsauftrag begonnen werden (Arbeitsauftrag 6).

4. Magazin vorbereiten
Damit das Szenario planmäßig ablaufen kann, wird das Magazin vom Logistiker gemäß einer NEUEN
BESCHREIBUNG vorbereitet. Diesmal fehlen in der Zuführung die letzten 4 Gutteile. (siehe Handbuch
„LO5_SZ4_Magazin_vorbereiten“).

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Aufgabe 4: eine von der Logistik beeinflusste Anlage

5. Programm einstellen
Der Werker nimmt die notwendigen Programmeinstellungen für das Szenario im Display lt. Tabelle vor.

Parameter Werte Bemerkung

Am Werker-Terminal

Programm Nr.: Programm 12

Messzeit - Kommt automatisch vom Fertigungsauftrag aus SAP

Schraubzeit - Kommt automatisch vom Fertigungsauftrag aus SAP

QS-Prüfung EIN

Mittelstellung EIN

Alle anderen Buttons AUS

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Aufgabe 4: eine von der Logistik beeinflusste Anlage

Hinweis:
Nachdem Sie das Programm ausgewählt haben, bestätigen Sie dies mit Reset.

6. Auftrag anmelden und übertragen


Sofort, nachdem die Schicht begonnen hat (lt. Schichtplan), meldet der Werker den neuen Fertigungsauftrag
an. Sobald dieser angemeldet ist, kann er diesen mit den notwendigen Daten an die Anlage übertragen.
(Beschreibung folgt in Arbeitsauftrag 7)

7. Anlage starten
Danach startet der Werker die Anlage. Sobald diese läuft, überwacht er die ordnungsgemäße Funktion. So
greift er helfend ein, sollte ein Werkstück in der Anlage hängen bleiben.
(Siehe „LO5_Auftrag_anmelden_übertragen_start“)

8. Rutschen entleeren
Es ist eigentlich Aufgabe der Logistik, dafür Sorge zu tragen, dass die diversen Rutschen der Stationen für einen
reibungslosen Betrieb nicht voll werden. Volle Rutschen würden sonst den Betrieb blockieren.

In diesem Szenario lässt der Logistiker jedoch, zu Beginn einmalig, in Station 4 die linke Rutsche mit den Gut-
Teilen, für 50 Sekunden lang voll sein (ab Beginn der Meldung am Display). Nachdem die Rutsche entleert
wurde, muss dies mit Reset bestätigt werden.
Bevor der Auftrag fertig ist, kommt es zu einem weiteren Anlagenstillstand (alle 4 Stationen), da kein Material
vorhanden ist. Es fehlen 4 Teile im Magazin. Der Logistiker merkt schon zuvor, dass das Material in Station 1
fehlt. Es dauert jedoch bis zum kompletten Anlagenstillstand, bis das fehlende Material nachgefüllt wird und
die Anlage wieder funktionstüchtig ist.

9. Auftrag abmelden
Nachdem der Auftrag abgearbeitet wurde und die Anlage zum Stehen gekommen ist, kann der Werker den
Auftrag abmelden. (Siehe „LO5_Auftrag_abmelden“)

10. Anlage entleeren


Die stillstehende Anlage kann nun für den nächsten Auftrag entleert werden, sollten sich noch Werkstücke in
diversen Rutschen befinden.

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Aufgabe 4: eine von der Logistik beeinflusste Anlage

11. Analyse
Wie nach jeder Schicht, sieht sich der Operative Manager die folgenden Auswertungen an, um die Ergebnisse
der Schicht zu bewerten.
Da er ein MES System zur Verfügung hat, welches die relevanten Daten aufzeichnet, sieht er sich folgende
Reports an:
• Betriebszustände – Zeitstrahlen
• Betriebszustände – Ereignisse
• Mengenprotokoll
• OEE Report

(Siehe „LO5_MES_Auswertungen“)

Hinweis:
Sehen Sie sich diese Zeitstrahlen inkl. Erklärungen an und besprechen Sie diese in der Gruppe.

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Aufgabe 4: eine von der Logistik beeinflusste Anlage

Kontrollfrage 1:
Welche Stationen führen aufgrund der Logistik zu einem Anlagenstillstand?

Korrekt: Station 1 und Station 4

Falsch: Station 2 und Station 3

Falsch: Station 1 und Station 2

Falsch: Station 1 und Station 3

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